Sie sind auf Seite 1von 465

This is a reproduction of a library book that was digitized

by Google as part of an ongoing effort to preserve the


information in books and make it universally accessible.

http://books.google.com
^55 ^ -5^
9N---M^»? llw^5,^ll«!_HI?^_«^

Mothcl.

'1 b römischen

^/^^_^^/
Zos.
Unterricht.

^^^^

ogen 1—4.)
!0.

Leipzig,
Verlag von Wilh

Gefilllinst die Riicksei


/
! «
B^^^-^^VZ^^-HilN^BB-MZ-^s

Freunds Schüler-Biblüthel.
Erste Äbtheilung:
^1 Präparationen zu den griechischen und römischen
Schulllassilern.

Hräparation
zu

Cornelius Nepos.
Zum Gebrauch
für die Schule und den Privatunterricht. ^R
vierte Auflage.

Heft 1. Miltilldes — Pausanias (Vogen 1-4.)


und Uebersetzung, Seite 1—20.
P«i« 50 Pfge,
5>Z5L^»- —

Leipzig,
Verlag von Wilhelm Violet.

Mgst dit Wckleite zu beachten! "»«


Prospectus.
Ner lernenden Jugend das Versttindniß der berühmtesten
Geistesschöpfungen der Griechen und Römer zu erleichtern,
ihr von dem Leben und Wirken dieser beiden Völler nach
allen Richtungen Kenntniß zu verschaffen, und durch Beides
ihr das Bild jener großen, ewig mustergiltigen Vergangen
heit so Nar und lebendig vor die Seele zu führen, daß es
ein ihr bleibendes Besitzthum sei für das ganze Leben: das
ist die Aufgabe, welche sich die Schülerbibliothet des
griechischen und römischen Alterthums gestellt hat.
Sie zerfällt hiernach in folgende drei Hauptabtheilungen:
I. Plllpllllltiouen zu den griechischen und römischen
Schultlassilern;
II. Politische und Literatur-Geschichte der Griechen und
Römer; und endlich
in. Griechische und römische Alterthiimer mit Einschluß
der Religion.
Sie soll vor Allem den Schüler in den Stand sehen,
die von ihm gelesenen Klassiker zu verstehen und den
Stoff in sich aufzunehmen, den dieselben für die Kenntniß
sowol der klassischen Sprache als der Geschichte und der
Alterthiimer der klassischen Völker darbieten. Es ist daher
bei der Besprechung der einzelnen Stellen auf Grammatik,
Stilistik, Lexikologie, Geographie, Geschichte und Alterthiimer
in weitester Ausdehnung Rücksicht genommen worden.
Der Kreis der mit Präparationen versehenen Klassiker
ist von uns möglichst weit gezogen worden; und indem sich
die Erklärungsweise streng nach dem Grade der Capacität
des Schülers richtet, begleiten wir denselben durch die ver
schiedenen Stufen feiner geistigen Entwickelung von Cor
nelius Nepos bis hinauf zu Horaz und Tacitus,
und ebenso von Xenophon's Anabafis bis zu Plato,
DemoftheneS und Sophokles.
Freunds Schülei-Vibliothet.

Hräparation
zu

Gornelius Nepos.
Zum Gebrauch

für die Schule und den Privat-Unterricht.

Gleite Anflüge.

Verlag von Wilhelm Violet.


5

,H ^-/
Übersetzung der Vitae des Cornelius Nepvs.

Vorrede.
(1) Ich zweifle nicht (Ich weiß wohl) Nttilu«, daß sehr Viele sein
erden, (daß es sehr viel« geben wird), welche diese Gattung der schiift»
Hen Darstellung für geringfügig (unbedeutend) und der Charaktere
r bedeutendsten Männer unwürdig halten möchten, wenn sie berichtet
im werden, wer dem Epaminondas die Musik gelehrt hat, oder (wenn
> lesen) daß unter seinen Tugenden erwähnt werde, er habe schön
tanzt und geschickt die Flöte geblasen. (2) Aber das werden in der
?gel diejenigen sein, welche, untheilhaft der griechischen Literatur,
chts jür recht halten werden, als was sich mit ihren eigenen Sitten
rträgt. (3) Wenn diese gelernt haben werden, daß nicht Allen das-
be ehrenvoll und schimpflich sei, sondern nach den Einrichtungen der
fahren beurtheilt werde, so werden sie sich nicht wundern, daß wir
i der Darstellung der Tugenden (der rühmlichen Eigenschaften) der
riechen ihren Sitten gefolgt sind. (4) Denn für Cimon, einen der
sten Männer der Athener, war es nicht schimpflich seine leibliche
chwester zur Frau zu haben, weil nämlich seine Mitbürger dieselbe
ewohnheit hatten. Aber dies gerade wird nach unfern Sitten für
üen Frevel gehalten. Es wird in Griechenland den Jünglingen zum
>be angerechnet, soviel Freunde (Gönner) wie möglich zu haben. Keine
ittwe zu Lacedämon ist so vornehm, daß sie nicht, um Lohn ge-
iethet, zur Tafel ginge. (5) Zu großem Lobe gereichte es, über ganz
riechenland, zu Olympia als Sieger ausgerufen zu werden; sogar auf
e Bühne zu treten und dem Volke zum Schauspiel zu dienen, gereichte
iemandem bei denselben Völkern zur Schande. Dies alles wird bei
>s theils für schimpflich, theils für niedrig und ehrlos gehalten.
Ilepos, Uebersetzung.

<6) Dagegm ist sehr Vieles nach unsern Sitten anständig, was bei
jenen für unanständig gehalten wird. Denn welcher Römer schämt sich,
seine Frau zu einem Gastmal zu führm? Oder wessen Hausfrau hat
nicht den ersten Platz im Hause inne und befindet sich nicht in zahl»
reicher Gesellschaft? Dies ist in Griechenland ganz anders. (7) Denn
weder wird sie zu einem Gastmale zugezogen, außer von Verwandten,
noch halt sie sich (irgendwo) auf, als im mnersten Theile des Hauses,
welcher 'Frauengemach' genannt wird, wohin Niemand lommt, als ein
durch nahe Verwandtschaft Verbundener. — <8) Aber hier Mehreres auf
zuzählen, verhindert somol der Umfang des Werkes, als auch das eilende
Verlangen, daß ich das auseinandersetze, was ich angefangen habe.
Deshalb wollen mir zu unserm Vorhaben übergehen und m diesem
Buche über das Leben ausgezeichneter Feldherren sprechen.

I. Miltilldes.

(1) Als Miltiades, Sohn des Cimon, der Athenienser, allein vor
Allem am meisten hervorblühte (in hohem Ansehen stand), sowol durch
das Alter des Geschlechts, als durch den Ruhm der Ahnen und durch
sein mildes Wesen, und (als) er in dem Alter war, daß seine Mitbürger
schon nicht blos Gutes von ihm hoffen, sondern auch vertrauen konnten,
daß er ein solcher sein wllrde, für den sie ihn, als sie ihn erkannt
hatten, hielten: d» ereignete es sich, daß die Athenienser Colonisten
nach dem Chersonesus schicken wollten. (2) Und als dieser Gattung
eine große Anzahl war, und Viele nach der Theilnahme an dieser
Auswanderung strebten, so wurden Auserwählte »us diesen nach Delphi
geschickt, um sich Rath zu Holm, damit sie (nämlich) den Apollo fragten,
wessen sie sich vorzüglich als Führer bedienen sollten. Denn damals hatten
die Thracier diese Gegenden im Besitz, gegen welche man mit den
Waffen kämpfen mußte. (3) Diesen um Rath Fragenden befahl Pythia
namentlich, daß sie sich den Miltiades zum Feldherr« nehmen sollten;
wenn sie dies gethan hätten, weide ihr Unternehmen glücklich sein.
(4) Als Miltiades auf diese Antwort des Orakels mit einer auserlesenen
Mannschaft zu Schiffe nach dem Chersones abgegangen und nach Lemnus
gekommen war, und die Einwohner dieser Insel unter die Botmäßig-
Niltiaäe« I, 1—6. II, 1—5.

keit der Athener bringen wollte, und (als) er verlangt hatte, daß die
Lemnier dieses freiwillig thun sollten, (5) so antworteten jene, ihn
verspottend, daß sie dies dann thun würden, wenn jener von Hause
auf Schiffen absegelnd mit Nordwind nach Lemnus gekommen wäre.
Dieser Wind nämlich, von Norden kommend, weht entgegen den von
Athen Absegelndm. (6) Miltiades, welcher leine Zeit zum Verweilen
harte, richtet« seinen Lauf wohin er strebte, und gelangte nach dem
Chersones.

c»i>. n.
(I) Nachdem er hier in kurzer Zeit die Truppen der Barbaren
zerstreut und der ganzen Gegend, nach der er gestrebt, sich bemächtigt
hatte, befestigte er Plätze, die zu Verschanzungen geeignet waren, siedelte
die Menge, welche er mit sich geführt hatte, in den Ländereien an und
bereicherte sie durch häufige Ausfälle. (2) Und nicht weniger wurde
er hierbei durch Klugheit, als durch Glück unterstützt. Denn nachdem
er durch die Tapferkeit seiner Soldaten die Heere der Feinde besiegt
harte, ordnete er nach höchster Billigkeit die Angelegenheiten und be
schloß selbst dort zu bleiben. (3) Er besaß nämlich unter ihnen tünig»
liches Ansehen, obschon er den Titel nicht hatte, und dies hatte er
ebenso durch Gerechtigkeit als durch Feldherrngewalt erreicht. Nichts
desto wmiger leistete er den Athenern, auf deren Veranlassung er
abgereist war, Dienste. Daher kam es, daß er ebenfo nach dem Willen
derer fortwährend die Herrschaft behielt, welche ihn geschickt hatten,
als derjenigen, mit welchen er abgereist war. (4) Nachdem der Eher»
sones auf diese Weise geordnet war, lehrt er nach Lemnus zurück und
»erlangt dem Vertrage gemäß, daß sie ihm die Stadt übergeben. Jene
nämlich hatten gesagt, daß sie (die Stadt) übergeben würden, wenn er,
von Hause mit dem Nordwinde abgereist, dahin gekommen wäre: er
aber habe sein Haus im Chersones. (5) Die Carer, welche damals
Lemnus bewohnten, wagten, obgleich die Sache wider Vermuthen aus»
gefallen war, dennoch nicht zu widerstehen, da sie in Verlegenheit ge
bracht waren, nicht durch ihr Wort, sondern durch das Glück der
Gegner, und wanderten aus der Insel aus. Mit gleichem Glücke
brachte er die übrigen Inseln, welche Enklaven genannt werden, unter
die Botmäßigkeit der Athener.
Xspuz, Übersetzung.

c»i>. III.
(1) Um dieselbe Zeit beschloß Darius, König der Perser, ein Heer
aus Asien nach Europa überzusetzen und die Scythen zu bekriegen.
Er ließ eine Brücke über den IsteoFuß schlagen, um auf dieser die
Truppen überzusetzen. Als Wächter über diese Brücke ließ er, wahrend
er selbst abwesend wäre, die Häuptlinge zurück, welche er aus Ionien
und Aeolien mit sich geführt hatte, von denen er einem jeden die be»
ständig« Verwaltung seiner eigenen Stadt übergeben hatte. (2) So nämlich
glaubte er, daß er am leichtesten die Griechischredenden unter seiner
Herrschaft behalten werde, wenn er die Bewahrung der Städte feinen
Freunden anvertraut hätte, denen, wenn er unterlegen märe, kein«
Hoffnung auf Rettung übrig bliebe. Unter diefer Zahl befand sich da»
mal« Miltiades, welchem jene Bewachung anvertraut wurde. (8) Als
hier zahlreiche Boten verlündetm, daß Darms seine Angelegenheiten
unglücklich sühre und von den Scythen bedrängt werde, ermahnte
Miltiades die Wächter der Brücke, sie möchten die zur Befreiung
Griechenlands vom Glücke dargebotene Gelegenheit nicht aus den Händen
lassen. (4) Denn wenn Darms mit den Truppen, welche er mit sich
hinübergebracht hatte, umgekommen wäre, so würde nicht allein Europa
sicher, sondern auch die Griechen, welche Asien bewohnten, frei von der
persischen Herrschaft und der von ihnen drohenden Gefahr sein. Dies
tonne leicht bewirkt werden. Denn durch Abbrechung der Brücke müsse
der König entweder durch das Schwert der Feinde «der durch Mangel
in wenigen Tagen umkommen. (5) Als die Meisten diesem Plane bei
traten, widersetze sich Histiäus aus Milet der Ausführung dieser Sache,
indem er sagt«, nicht ein und dasselbe sei ihnen selbst, die die Ober
herrschaft inne hatten, und der Menge gleich nützlich, weil auf der Re
gierung des Darius ihre eigme Herrschaft beruhe; wenn dieser umge»
kommen wäre, so würden sie, vertrieben aus ihrer Macht, ihren Bürgern
die Strafen zahlen. Daher weiche er fo sehr von dem Rathe »er
Uebrigen ab, daß er glaube, es sei Nichts nützlicher für sie, als daß
die Regierung der Perser befestiget werde. (6) Als der Meinung dieses
die Mehrheit gefolgt war, verließ Miltiades, da er nicht zweifelte, daß
bei so vielen Mitwissern seine Pläne zu den Ohren des Königs ge
langen würden, dm Chersones und zog wieder nach Athen fort. Ob
gleich seine Meinung leine Geltung hatte, so war sie doch sehr zu
loben, weil er geneigter war der Freiheit Aller als seiner Herrschaft.
Mltiaäes III, 1—6. IV, 1—5. V, 1—3.

0»p. IV.
(1) Nachdem aber Darius aus Europa nach Asien zurückgekehrt
war, rüstete er auf Anrathen seiner Freunde, damit er Griechenland
unter seine Notmäßigkeit bringe, eine Flotte von 500 Schiffen^aus und
ernannte zu den Führern derselben den Datis und Artaphernes. und
er gab diesen zweihundert (tausend) Fußsoldaten und zehntausend Reiter,
als Grund vorschützend: er sei Feind den Athenern, weil mit ihrer Hilfe
die Ioner Sardes eingenommen und seine Besatzung getödtet hätten.
<2> Jene königlichen Befehlshaber trieben die Flotte nach Euböa,
landeten in Euböa, eroberten schnell Eretria, schleppten alle Bürger
dieses Volksstllmmes fort und schickten sie nach Asien zum Könige.
Von d» rückten sie auf Attika los und führten ihre Truppen ins
marathonische Feld herab. (3) Dieses ist von der Stadt ungefähr zehn»
tausend Schritt entfernt. Durch diesen so nahen und so großen Lärm
erschreckt, baten die Athener nirgends um Hilfe als von den Lace-
dämoniern und schickten den Phidippides, einen Läufer der Art, welche
'Tagesläufer' genannt werden, nach Lacedämon, damit er verkünoige,
wie nöthig schnelle Hilfe sei. (4) Zu Hause aber wählen sie zehn Feld
herren, welche dem Heere vorstehen sollten, unter ihnen den Miltiades;
unter diesen war ein großer Streit, ob sie sich durch Mauern verthei-
digen, oder dem Feinde entgegengehen und eine entscheidende Schlacht
liefern sollten. (5) Miltiades allein drang ganz besonders darauf, daß
sie so schnell wie möglich ein Lager aufschlügen. Wenn dies geschehen
wäre, werde sowol den Bürgern der Muth wachsen, wenn sie sähen,
daß man an ihre Tapferkeit nicht verzweifele, als auch die Feinde
eben dadurch langsamer fein, wenn sie bemerkten, daß man mit so
wenigen Truppen gegen sie zu kämpfen wage.

0s,p V.
(1) In dieser Lage stand kein Staat dm Athenern bei, außer den
Bewohnern von Platää. Dieser schickte tausend Soldaten. Daher
wurden durch die Ankunft dieser zehntausend Krieger vollzählig ge
macht, welche Schaar vor bewundernswürdiger Kampfbegierde brannte.
(2) Daher kam es, daß Miltiades mehr Geltung hatte, als seine Amts»
genossen. Denn durch seinen Rath bewogen, führten die Athenimser
die Truppen aus der Stadt heraus und schlugen an einem geeigneten
Platze ein Lager auf. (3) Als hierauf »m folgenden Tage die Schlacht«
Nepo3, Übersetzung.
linie am Fuße des Berges, in einer nicht ganz offenen Gegend geordnet
mar, liefern sie die Schlacht (es waren nämlich an vielen Orten einzeln
stehende Bäume): in der Absicht, daß sie einerseits durch die Höhe der
Berge geschützt würden, andrerseits durch die Lage der Bäume die
Reiterei der Feinde verhindert würde, sie durch ihre Menge zu um»
zingeln. (4) Obgleich Datis den Ort als den Seinen nicht günstig er»
kannte, begehrte er dennoch, vertrauend auf die Zahl seiner Truppen,
zu kämpfen; und um so mehr, weil er es für nützlich hielt zu kämpfen,
bevor die Lacedämonier zu Hilfe kämen. Daher ließ er in die Schlacht
hundert (tausend) Fußsoldaten und zehntausend Reiter vorrücken und
begann den Kampf. <5) In diesem waren die Athenienser so sehr durch
Tapferkeit stärker, daß sie die zehnfache Zahl der Feinde zu Boden ge»
schlagen haben; und sie erregten eine» solchen Schrecken, daß die Perser
nicht dem Lager, sondern den Schiffen zugeeilt sind. Es giebt bis
jetzt nichts Berühmteres als diese Schlacht. Denn niemals hat eine
so geringe Mannschaft eine so große Macht zu Boden geworfen.

cao. VI.
(1) Es scheint nicht unpassend, zu lehren, welche Belohnung für
diesen Sieg den Miltiades ertheilt morden ist, damit desto leichter ein
gesehen werden könne, daß alle Staaten ein und dieselbe Natur haben.
(2) Denn wie die vom römischen Volle ertheilten Ehrenbezeigungen
ehemals selten und gering waren und eben darum ruhmvoll, jetzt aber
verschwenderisch und auch abgenützt sind: so finden wir, daß es einst
bei dm Athemensern gewesen ist. (3) Denn diesem Miltiades, welcher
Athm und ganz Griechenland befreit hatte, wurde in dem Säulengange,
welcher 'Bunte Halle' (?oilcils) genannt wird, eine solche Ehre erwiesen,
daß, als die marathonische Schlacht abgemalt wurde, sein Bildniß «ls
erstes in der Zahl der zehn Feldherren aufgestellt wurde und er
die Soldaten ermuntert und das Treffen liefert. (4) Und eben dieses
Volk erkannte, nachdem es größere Herrschaft erlangt hatte und durch
die Schenkungen der Obrigkeiten verdorben worden war, dem Demetrius
aus Phalerum 300 Bildsäulen zu.

0»p. VlI.
(l) Nach dieser Schlacht gaben die Athenienser eben demselben
Miltiades eine Flotte von siebzig Schiffen, daß er die Inseln, welche die
Hlilti2äe3 V, 4—5. VI, 1—4. VII, 1—6. VIII, 1 — 3.

Barbaren unterstützt hatten, durch Krieg bestrafe. Durch vieles


Commando zwang er sehr viele, zum Gehorsam zurückzukehren, einige
eroberte er mit Gewalt. (2) Als er unter diesen die auf ihren Reich»
chum stolze Insel Paros durch Ueberredung nicht wiedergewinnen tonnte,
führte er die Truppen aus den Schiffen heraus, schloß die Stadt mit
Nelagerungswerlen ein und beraubte sie aller Zufuhr; hierauf errichtete
er Schirm- und Schutzdächer und rückte näher an die Mauern heran.
(3) Ms er schon nahe daran war, sich der Stadt zu bemächtigen, wurde
auf dem benachbarten Lande ein Hain, welcher von der Insel aus gesehen
wurde, durch irgend einen Zufall des Nachts angezündet. Als dessen
Flamme von den Städtern und Belagerern gesehen wurde, kam es Beiden
in den Sinn, daß ein Signal von den Seetruppen des Königs gegeben
worden sei. (4) Daher lam es, daß einerseits die Parier von der
Uebergabe abgehalten wurden, andrerseits Miltiades, aus Furcht, die
königliche Flotte komme heran, die Nelagerungsmaschinen, die er auf
gestellt hatte, in Brand steckte, und mit so vielen Schiffen, als er ab
gereist war, unter großem Verdrusse seiner Bürger nach Athen zurück
kehrte. (5) Er wurde also der Verrätherei angeklagt, weil er, obgleich
er Paros hätte erobern können, vom Könige bestochen, unverrichteter
Zache abezogen sei. Zu dieser Zeit mar er krank an den Wunden,
welche er bei der Belagerung der Stadt erhalten hatte. Daher sprach
für ihn, d» er selbst nicht reden konnte, sein Bruder Stesagoras. (6) Nach
Untersuchung der Sache ward er von der Todesstrafe befreit und mit
einer Geldstrafe belegt, und diese Rechtssache wurde mit fünfzig Talenten
abgeschätzt, wieviel Kosten auf die Flotte verwendet morden waren.
Weil er dieses Geld zur Zeit nicht bezahlen konnte, wurde er in das
Ntaatsgefiingniß geworfen und starb daselbst.

c»p. vm.
(1) Obgleich dieser des »arischen Vergehens wegen angeklagt wurde,
war dennoch die Ursache seiner Verurtheilung eine andere. Denn die
Athenienser fürchteten wegen der Alleinherrschaft des Pisistratus, welche
wenige Jahre vorher gewesen mar, die Macht aller ihrer Mitbürger
sehr. (2) Miltiades, der sich viel in hohen militärischen Aemtern be
wegt hatte, schien nicht ein Privatmann sein zu können, zumal da er
durch Gewohnheit zur Herrschsucht hingezogen zu werden schien.
<3) Denn im Chersones hatte er alle jene Jahre, welche er dort ge
wohnt hatte, eine beständige Herrschaft behauptet und mar Allein
herrscher genannt worden, aber ein gerechter. Denn er hatte sie nicht
Xepo«, Übersetzung.
durch Gemalt erlangt, sondern durch den Willen der Seinigen, und
hatte diese Herrschast durch Güte behauptet. Alle aber gelten für
Tyrannen und heißen so, welche von beständiger Herrschaft in dem
Staate sind, der die Freiheit genoß. (4) Aber Miltiades besaß sowol
die grüßte Menschenfreundlichkeit, als auch eine wunderbare Leutseligkeit,
so daß Niemand so niedrig war, daß ihm nicht der Zugang zu ihm
offen stand, ein großes Ansehen bei allen Völkerschaften, einen be«
rühmten Namen, einen überaus großen Kriegsruhm. In Rücksicht da»
rauf wollte das Volt lieber, daß er unschuldig gestraft werde, als daß
es langer in Furcht sei.

II. Themistolles.
<ü»i>. i.
(1) Themistolles, Sohn des Neokles, aus Athen. Die Fehler
desselben «n angehender Jugend sind durch große Tugenden gut ge»
macht worden, so sehr, daß ihm Niemand vorgezogen wird, Wemge
ihm gleichgestellt werden. (2) Aber ich muß über ihn vom Anfange be»
ginnen. Sein Vater Neolles war von edler Geburt. Dieser hatte
eine Hlllikarnasierin geheiratet, von welcher Themistokes geboren wurde.
Da dieser dm Beifall seiner Aeltern nicht besaß, weil er sowol zu
leichtsinnig lebte, als auch sein Vermögen verschwendete, wurde er vom
Vater enterbt. (3) Dieser Schimpf schlug ihn nicht nieder, sondern
erhob ihn. Denn da er urtheilte, daß derselbe nicht tonne ausgelöscht
werden ohne die größte Thatigleit, ergab (widmete) er sich ganz dem
Staate, indem er (zugleich) sorgfältiger den Freunden und dem guten
Rufe diente. Er beschäftigte sich viel mit Privatprozessen, ging oft in
die Volksversammlung; leme wichtigere Angelegenheit wurde ohne ihn
ausgeführt, und schnell fand er, was nüthig war. (4) Und er war
nicht weniger gewandt in der Ausführung als in der Ermittlung der
Ding«, weil er sowol von dem Gegenwärtigen, wie Thucydides sagt,
sehr richtig urtheilte, als auch von dem Künftigen sehr scharfsinnig
muthmaßte. Daher kam es, daß er in kurzer Zeit berühmt wurde.

c^p. II.
<1) Der erste Schritt aber in der Uebernahme der Staatsangelegen»
Herten war im corcnräischen Kriege: zu dessen Führung vom Volke zum

8
Ibemiswlllez I, 1—4. II, 1—8. III, 1—2.

Feldherrn ernannt, machte er nicht nur im gegenwärtigen Kriege, sondern


auch in der folgenden Zeit den Staat lriegerischer. <2) Denn da die
Staatsgelder, welche aus den Bergwerken einlamen, durch Schenkungen
der Behörden jährlich verloren gingen, überredete jener das Volk, daß
mit diesem Gelde eine Flotte von hundert Schiffen gebaut würde.
(3) Und als diese schnell vollendet war, bezwang er zuerst die Corcyräer;
darauf machte er durch Verfolgung der Seeräuber das Meer sicher.
Und hierbei bereicherte er einerseits die Athener, anderseits machte er
sie sehr erfahren im Seekriege. <4) Zu wie großem Heile dies ganz
Griechenland gereichte, ist im Perserkriege erkannt worden, als Xerzes zu
Wassei und zu Lande ganz Europa bekriegte mit soviel Truppen, wieviel
weder vorher, noch nachher Jemand hatte. (L)Denn seine Flotte bestand aus
tausend zweihundert Kriegsschiffen, welcher zweitausend Lastschiffe folgten;
das Landheer bestand aus fiebenhunderttausend Fußsoldaten, vierhundert
tausend Reitern, (6) Als das Gerücht von seiner Ankunft in Griechen»
land sich verbreitete, und man sagte, daß es am meisten auf die Athener
abgesehen sei wegen der marathonischen Schlacht, schickten sie nach
Delphi, um zu fragen, was sie in ihrer Lage thun füllten. Den Nach
fragenden antwortete Pythia, daß sie sich durch hölzerne Mauern ver»
theidigen sollten. (7) Als Niemand verstand, wohin diese Antwort ziele,
überzeugte sie Themistokles, daß der Nach des Apollo sei, sich und das
Seinige auf Schiffe zu begeben, das werde unter den hölzernen Mauern
von dem Gotte bezeichnet. <8) Als ein solcher Plan gebilligt war,
fügen sie zu dm früheren Schiffen eine gleiche Anzahl Dreiruderer hinzu
und schaffen alles Ihrige, was bewegt werden konnte, theils nach
Talamis, theils nach Trvzen hinüber: die Burg und die Besorgung
der Heiligthümer übergeben sie den Priestern und wenigen älteren Leuten,
" übrige Stadt verlassen sie.

vap. III.
(1) Sein Plan misfiel den meisten Staaten, und es gefiel sihnen>
mehr, daß auf dem Lande gekämpft werde. Daher wurden Auserwählte
mit Leonidas, König der Spartaner, geschickt, welche die Thermopylen
besetzen und nicht gestatten sollten, daß die Barbaren weiter vorschreiten.
<2) Diese hielten die Gewalt der Feinde nicht auf und kamen Alle an
diesem Orte um. Aber die gemeinschaftlich« Flotte Griechenlands von
dreihundert Schiffen, wovon zweihundert den Athenern gehörten,
kämpfte zuerst bei Artemisium zwischen Eubüa und dem Festlande mit
Seesoldaten des Königs. Denn Themistokles suchte die Engen auf,

'
NepoL, Übersetzung.
um von der Menge nicht umgangen zu »erden. W Obgleich sie hier
mit unentschiedenem Kampfe auseinandergegangen waren, wagten sie
dennoch nicht, an demselben Orte zu bleiben, weil Gefahr war, daß sie
wenn ein Theil der Schiffe Euböa umsegelt hätte, von einer doppelten
Gefahr gedrängt würden. <4> Daher lam es, daß sie von Artemisium
weggingen und Athen gegenüber bei Salamis ihre Flotte aufstellten.

c»p. IV.
(1) Aber nachdem Xerr.es die Thermopylen eingenommen hatte,
rückte er sofort nach der Stadt, und als diese Niemand vertheidigte,
zerstörte er sie durch Feuer, nachdem die Priester, welche er in der Vurg
gefunden hatte, getüdtet waren. (2) Als die Seetruppen, durch den
Brand dieser erschreckt, nicht zu bleiben wagten, und die meisten er
mahnten, daß sie sich in ihre Wohnungen begeben sollten, und sich durch
Mauern vertheidigen, setzte sich Themistokles allein dagegen und sagte,
daß sie Alle zusammen gewachsen sein können, versicherte, daß sie zer»
streut untergehen werden, und bestätigte dem Eurybiades, Könige der
Lacedämonier , der damals das Oberkommando hatte, daß dies statt
finden werde. (3) Da er diesen weniger als er wollte bewegte, schickte er
des Nachts dm Getreuesten unter seinen Sklaven zum Könige, daß er ihm
in seinem Namen verkündige: seine Gegner seien auf Flucht. (4) Wenn
diese auseinandergegangen wären, so würde er mit größerer Anstrengung
und in längerer Zeit den Krieg vollenden, da er gezwungen würde,
sie einzeln zu verfolgen; wenn er sie sofort angriffe, werde er in kurzer
Zeit Alle vernichten. Dies zielte dahin, daß Alle wider ihren Willen zu
einem entscheidenden Kampfe gezwungen würden. (5> Als dies der
Barbar gehört hatte und glaubte, daß keine List dahinter stecke, kämpfte
er am folgenden Tage an einem für ihn sehr ungünstigen, für den Feind
sehr günstigen Orte in einem so engen Theile des Meeres, daß sich die
Menge seiner Schiffe nicht entwickeln tonnte. Er wurde also mehr
durch die Einsicht des Themistokles als durch die Waffen Griechenlands
besiegt.

c»p. v.
(1) Obgleich dieser Unglück gehabt hatte, so hatte er dennoch soviel
Truppenüberreste, daß er auch mit diesen die Feinde vernichten konnte.
Abermals wurde er von eben demselben aus seiner Stellung vertrieben.
Denn Themistokles, fürchtend, daß er den Krieg beharrlich fortsetze, be>

10
MeiniztoKIez IV, 1—5. V, 1—5. VI, 1—5.

nachrichtigte ihn, daß man damit umgehe, die Brücke, welche er über
den Hellespont geschlagen habe, abzubrechen und ihn an der Rückkehr
nach Asien zu verhindern; und dies machte er ihm glaublich. (2) Da»
her kehrte er auf demselben Wege, welchen er in sechs Monaten zurück»
gelegt hatte, in weniger als dreißig Tagen nach Asien zurück, und
glaubte, daß er von Themistokles nicht überwunden, sondern gerettet
worden sei. (8) So wurde durch die Klugheit eines einzigen Mannes
Griechenland befreit, und Asien unterlag Europa. Dies ist der zweite
Sieg, welcher mit dem marathonischen Siege verglichen werden kann.
Denn auf gleiche Weise wurde bei Salamis von einer kleinen Anzahl
Schisse die größte Flotte seit Menschen-Gedenken gänzlich besiegt.

c»,p. VI.
(1) Groß war Themistokles in diesem Kriege, aber nicht weniger
im Frieden. Denn d» die Athener den Hafen von Phaleron, einen
weder großen noch gutm, hatten, wurde auf dessen Ruth der dreifache
Hafen von Piraeus erbaut, und dieser mit Mauern umgeben, so daß er
der Stadt selbst an Pracht gleichkam, an Nutzen sie übertraf. (2) Und
ebenderselbe stellte die Mauern der Athener wieder her mit persönlicher
Gefahr. Denn da die Lacedämonier wegen der Barbaren-Einfälle
eine geeignete Ursache erlangt hatten, aus welcher (Ursache) sie be
haupteten, daß keine Stadt außerhalb des Peloponnes Mauern haben
dürfe, damit keine befestigten Plätze vorhanden mären, welche die Feinde
besetzen könnten, versuchten sie die im Bau begriffenen Athener (davon)
abzuhalten. Dies zielte bei weitem anderswohin, als sie wollten, daß
es den Anschein habe. (3) Denn die Athener hatten durch bie beiden
Siege, den marathonischen und salaminischen, einen solchen Ruhm bei
allen Völkern erlangt, daß die Lacedämonier einsahen, daß sie mit
ihnen einen Wettstreit um die Oberherrschaft haben würden. (4) Daher
wollten sie, daß diese so schwach wie möglich wären. Nachdem sie aber
gehört hatten, daß Mauern aufgebaut würden, schickten sie Gesandte
nach Athen, welche verbieten sollten, dies zu thun. Während deren
Anwesenheit hörten sie auf und sagten, sie würden in Betreff dieser
Sache Gesandte zu ihnen schicken. (5) Diese Gesandtschaft übernahm
Themistokles und reiste zuerst allein »b. Er schrieb vor, daß die
übrigen Gesandten erst dann abgehen sollten, wenn die Höhe der
Mauer hinreichend emporgerichtet schiene. Inzwischen sollten Alle,
Sklaven wie Freie, Hand ans Werk legen und keinen Platz schonen,
er sei heilig oder Privateigenthum oder öffentlich, und von allen Seiten,

11
Hepa«, Uebersetzung.
was sie tauglich zur Befestigung hielten, zusammenhäufen. Daher kam
es, daß die Mauern der Athener aus Tempel- und Grabsteinen be
standen.

e»i>. vn.
(1) Nachdem aber Themiftokles nach Lacedämon gekommen mar,
wollte er nicht zu den Behörden gehen und gab sich Mühe, es möglichst
lange hinzuziehen, als Grund vorschützend, er erwarte seine Amts
genossen, (2) Als die Lacedämonier sich beklagten, daß das Werk nichts
destoweniger betrieben werde, und er sie hierin zu täuschen suche, folgten
inzwischen die übrigen Gesandten nach. Als er von diesen gehört hatte,
es fehle nicht viel an der Befestigung, ging er zu den Ephoren der
Lacedämonier, in deren Händen die höchste Staatsgewalt war, und be
hauptete bei diesen, ihnen sei Falsches berichtet worden. Daher sei es
billig, daß jene rechtschaffene und hochgestellte Männer, zu denen man
Vertrauen habe, abschickten, damit sie die Sache erforschten, unterdessen
mögen sie ihn als Geisel zurückhalten. (3) Es wurde ihm gewillfahrt,
und drei Gesandte, welche die höchsten Ghrenstellen verwalteten, nach
Athen geschickt. Mit diesen hieß Themistolles seine Gefährten abreisen
und befahl ihnen, daß sie nicht eher die Gesandten der Lacedämonier
fortließen, bis er selbst zurückgeschickt wäre. (4) Als er vermuthete,
daß sie nach Athen gelangt seien, ging er zur Behörde und zum Senat
der Lacedämonier und gestand bei ihnen ganz offen: die Athener hätten,
was sie nach dem gemeinen Völkerrechte thun tonnten, die öffentlichen
und ihre eigenen Orts» und Haus-Götter auf seinen Ratt) mit Mauern
umhegt (umgeben), damit sie (dieselben) desto leichter vor dem Feinde
schützen tonnten; und sie hätten hierin nichts gethan, was Griechenland
unnützlich wäre. (5) Denn ihre Stadt sei wie ein Bollwerk den Fein»
den entgegengesetzt, an welchem schon zweimal die Flotten des Königs
Schiffbruch gelitten hätten (untergegangen wären). (6) Die Lacedämonier
aber handelten schlecht und ungerecht, weil sie mehr das berücksichtigten,
was ihrer eigenen Herrschaft, als was ganz Griechenland nützlich wäre.
Darum müßten sie, wenn sie ihre Gesandten, welche sie nach Athen
geschickt hatten, wieder erhalten wollten, ihn zurückschicken, sonst würden
sie Me niemals in ihr Vaterland wiedererhalten.

0»,p. VIII.
(1) Dennoch entfloh er der Misgunst seiner Mitbürger nicht. Denn
wegm derselben Furcht, wegen deren Miltiades verurtheilt worden, wurde

12
?bemi8tol!lo8 VII, 1—6. VIII, 1—7. IX, I.

er durch das Scherbengericht aus dem Staate verbannt und begab sich
nach Argos, um dort zu wohnen. (2) Als er hier wegen seiner großen
Vorzüge mit großer Auszeichnung lebte, schickten die Lacedämonier Ge
sandte nach Athen, welche ihn in seiner Abwesenheit anklagen sollten,
weil er mit dem persischen Könige ein Bündniß zur Unterjochung
Griechenlands geschlossen hätte. Auf diese Beschuldigung hin wurde er
abwesend als Verräther verurtheilt. (3) Sobald er dieses hörte, zog er
nach Corcyra fort, weil er sich in Argos nicht hinreichend sicher glaubte.
Als er hier bemerkte, daß die Häupter dieses Staates fürchteten, daß
die Lacedämonier und Athener ihnen seinetwegen den Krieg ankündigten,
nahm er seine Zuflucht zu Admet, dem Könige der Molosser, mit
welchem ihm Gastfreundschaft bestand. (4) Als er hierhin gekommen
und der König zur Zeit abwesend war, ergriff er, damit er ihn, den
Aufgenommenen, mit um so größerer Gewissenhaftigkeit beschützte, dessen
kleine Tochter und warf sich mit ihr in das Heiligthum, welches mit
größter Frömmigkeit verehrt wurde. Von d» ging er nicht eher hin»
weg, bis der König nach Darreichung der Rechten ihn in seinen Schutz
aufnahm: und diesen hat er auch gewährt. (5) Denn als von den
Athenern und Lacedämoniern seine Auslieferung im Namen des Staates
gefordert wurde, lieferte er den Hilfestehenden nicht aus und ermahnte
ihn, auf seine Rettung bedacht zu sein. Denn es sei schwer, daß er sich
mit Sicherheit an einem so nahen Orte aufhalte. Daher befahl er, ihn
nach Pyon» zu führen und gab (ihm> genug Bedeckung mit. <6) Hier
bestieg er, allen Schiffern unbekannt, ein Schiff. Als dieses bei einem
sehr großen Unwetter nach Nazos zu getrieben wurde, wo damals das
Heer der Athener war, erkannte Themistokles, daß er untergehen müsse,
wenn er dahin gekommen märe. Gezwungen durch diese Notwendigkeit
entdeckt er dem Herrn des Schiffes, wer er sei, indem er ihm viel ver
sprach, wenn er ihn retten würde. (7) Jener aber, ergriffen von Mit»
leid, mit dem hochberühmten Manne, hielt das Schiff Tag und Nacht
vor Anker auf offener See weit entfernt von der Insel und duldete
nicht, daß irgend jemand es verlasse. Von da gelangte er nach Evhesus
und setzte dort den Themistokles ans Land: und jener stattete ihm
später Mtlichen Dank ab für sein Verdienst.

<ü»i>. IX.
(1) Ich weiß, daß sehr Viele so geschrieben haben, daß Themistokles
unter der Regierung des Xerxes nach Asien hinübergegangen sei. Aber
ich glaube am meisten dem Thucndides, weil er der Zeit nach der

13
Nepo8, Übersetzung.
Nächste war (von Allen), welche eine Geschichte jener Zeiten hinter»
lassen haben, und (weil) er aus demselben Staate war. Dieser aber
sagt, daß er zu Artazerr.es gekommen sei und ihm einen Vrief mit
folgenden Worten geschickt habe: (2) Ich, Themistokles, bin in deinem
Lande, der (ich) unter allen Griechen das meiste Unglück über dein
Haus gebracht habe, als e« für mich nothwendig mar, gegen deinen
Vater zu kämpfen und mein Vaterland zu vertheidigen. (3) Auch habe
ich (ihm) weit mehr Gutes erwiesen, nachdem ich in Sicherheit, er selbst
aber in Gefahr zu sein anfing. Denn als er nach der Schlacht bei
Salamis nach Asien zurückkehren wollte, benachrichtigte ich ihn schrift
lich, man gehe damit um, daß die Brücke, welche er über den Hellespont
geschlagen, abgebrochen und er von den Feinden umzingelt werden sollte.
Durch diese Nachricht wurde er von Gefahr befreit. (4) Jetzt nehme
ich meine Zuflucht zu dir, verfolgt von ganz Griechenland, deine Freund
schaft erstrebend. Wenn ich diese erlangt haben werde, wirst du an
mir einen ebenso treuen Freund haben, als jener mich als einen tapfer«
Feind erkannt hat. Um das aber bitte ich (dich), daß du für die Dinge,
die ich mit dir besprechen will, mir ein Jahr Zeit geben und nach Ver-
lauf desselben mir gestatten wollest, daß ich zu dir komme.

Oap. X.
(1) Der König, seine Geistesgröße bewundernd und begehrend,
einen solchen Mann sich zu gewinnen, war ihm willfährig. Jener
widmete diese ganze Zeit der Sprache und der Literatur der Perser,
worin er so gebildet wurde, daß es hieß, er habe beim Könige viel
besser gesprochen, als die es konnten, welche in Persien geboren waren.
(2) Als er hier dem Könige Vieles versprochen hatte und jenes als das
angenehmste, daß, wenn er von seinen Nachschlügen Gebrauch machen
wollte, er Griechenland durch Krieg unterdrücken werde, kehrte er, von
Artaxerxes mit großen Geschenken versehen, nach Asien zurück und
schlug seinen Wohnsitz zu Magnesia auf. (3) Denn diese Stadt hatte
ihm der König geschenkt und zwar mit den Worten, daß sie das Brod
geben solle (aus dieser Gegend kamen ihm jährlich fünzig Talente ein),
Lampsakus, von wo er den Wein nehmen, Mnus, von wo er die Zu
kost haben solle. Von ihm sind zwei Denkmäler bis auf unsere Zeit
geblieben: das Grabmal in der Nähe der Stadt, in welchem er
begraben liegt; Bildsäulen auf dem Markte in Magnesia. (4) Ueber
seinen Tod ist bei sehr Vielen Verschiedenes geschrieben; aber wir
stimmen vor allen Andern der Ansicht eben desselben Thucydides bei,

14
Ibemi8wK1s8 X, 1 — 5. ^riztiäe« I, 1 — 5. II, 1.

welcher sagt daß jener an einer Krankheit in Magnesia gestorben sei;


und er gibt zu, es sei das Gerücht gewesen, er habe sreimillig Gift
genommen, da er verzweifelte, das, was er dem Könige in Betreff der
Unterdrückung Griechenlands versprochen hatte, leisten zu lünnm.
<5> Ebenderselbe hat berichtet, daß seine Gebeine heimlich in Attila
von Freunden begraben worden seien, da es nach den Gesetzen nicht
erlaubt war, weil er als Verräther verurtheilt morden war.

III. Anstides.
Ollp. i.
(1) Aristides, der Sohn de« Lysimachus aus Athen, war fast ein
Zeitgenoß des Themistolles. Daher stritt er mit ihm über den Vor»
rang, denn sie arbeiteten einander entgegen. (2) Bei ihnen aber er
kannte man, um wie Vieles die Beredsamkeit den Vorrang vor der
Sittenreinheit hat. Denn obgleich Aristides sich so sehr durch Ent
haltsamkeit auszeichnete, daß er allein seit Menschengedenken, wie
wenigstens wir erfahren haben, mit dem Beinamen 'der Gerechte' be
legt worden ist, wurde er dennoch von Themistolles gestürzt und durch
jenes Scherbengericht mit einer zehnjährigen Verbannung bestraft.
(3) Als dieser nun einsah, daß die leidenschaftliche Menge nicht könne
besänftigt werden, und er beim Weggehen jemand schreiben sah, daß
er aus dem Vaterland« vertrieben werde solle, soll er ihn gefragt haben,
warum er dies thue, oder was Aristides verbrochen habe, weshalb er
einer so großen Strafe würdig gehalten werde. <4> Diesem antwortete
jener: er kenne den Aristides nicht, aber es gefalle ihm nicht, daß er
so eifrig sich bemühe, vor Andern der Gerechte genannt zu werden.
(5) Er brauchte die gesetzliche Strafe von zehn Jahren nicht auszuhalten.
Denn nachdem Xerr.es nach Griechenland gekommen war, wurde er un
gefähr im fechsten Jahre, nachdem er verbannt mar, durch einen Volks»
beschluß wieder ins Vaterland zurückgerufen.

Lap. II.
(1) Er nahm aber Theil an der Seeschlacht von Salamis, welche
stattfand, bevor er von der Strafe freigesprochen wurde. Ebenderselbe

15
Hepa«, Übersetzung.
mar Anführer der Athener in der Schlacht bei Platciä, in welcher
Mardonius besiegt und das Heer der Barbaren vernichtet wurde.
(2) Und es ist leine andere glänzende That im Kriegsfache von dem
selben vorhanden als das Andenken an diefes Obercommando; Thaten
der Gerechtigkeit aber, der Billigkeit und der Sittenreinheit (gibt es)
viele; unter den vorzüglichsten, daß, was durch seine Rechtlichkeit ge
schehen ist, als er auf der gemeinschaftlichen Flotte Griechenlands zu
gleich mit Pausanias sich befand, unter dessen Anführung Mardonius
in die Flucht geschlagen worden war, der Oberbefehl zur See von den
Lacediimoniern zu den Atheniensern übertragen wurde. (3) Denn vor
dieser Zeit waren die Lacedämonie« zu Wasser und zu Lande die Ober
anführer. Damals aber geschah es sowol durch den Uebermuth des
Pausanias, als durch die Rechtlichkeit des Aristides, daß fast alle
griechischen Völkerschaften sich an die Verbindung der Athener an»
schloffen und sich diese zu Anführern gegen die Barbaren wählten, da
mit sie diese, wenn sie vielleicht versuchten, den Krieg zu erneuern,
desto leichter zurücktrieben.

6ap. III.
(1) Um zu bestimmen, wiewiel Geld jeder Staat zur Erbauung
von Flotten und zur Ausrüstung von Heeren geben solle, wurde
Aristides gewählt. Nach seiner Bestimmung wurden jährlich je vier
hundertsechzig Talente nach Delos zusammengebracht. Denn sie wollten,
daß dies die gemeinschaftliche Schatzkammer sein sollte. Dieses ganze
Geld ist in der spätein Zeit nach Athen hinübergebracht worden.
l2) Von wie großer Uneigennützigkeit er gewesen ist, dafür giebt es
keinen sicherern Beweis, als daß er in so großer Armuth starb, daß
er kaum hinterließ, womit er begraben werden konnte, obgleich er so
bedeutendem Vermögen vorgestanden hatte. <3) Daher kam es, daß
seine Töchter auf Staatskosten ernährt und «erheiratet wurden, indem
die Aussteuer aus dem gemeinschaftlichen Schatze gegeben wurde. Er
starb aber ungefähr vier Jahre, nachdem Themistokles aus Athen ver
bannt war.

16
^N5tiäe8 II, 2—3. III, 1—3. ?au82uiH« I, 1—4. II, 1—3.

IV. PllUsanills.
e»i». i.
(1) PanscmiaZ aus Lacedamon war ein großer Mann, aber unbe
ständig in allen Lebensverhältnissen. Denn wie er hervorstrahlte durch
Vorzüge, so ist er verdunkelt worden durch Fehler. (2) Seine glänzendste
That ist die Schlacht bei Platää. Denn als er Führer war, wurde
Nardonius, der Satrap des Königs, ein Meder von Geburt, des Königs
Schwiegersohn, somol von persönlicher Tapferkeit, als auch einsichtsvoll
«or allen Persern, mit zweihunderttausend Fußsoldaten, welche er
einzeln ausgewählt hatte, und mit zwanzig (tausend) Reitern von einer
nicht sehr bedeutenden Mannschaft Griechenland's in die Flucht ge
schlagen, und in dieser Schlacht fiel der Führer selbst. (3) Stolz »uf
diesen Sieg fing er an, Verwirrung zu erzeugen und nach höherer
Auszeichnung zu verlangen. Aber zuerst wurde er darin getadelt, daß
er aus der Beute einen goldenen Dreifuß in Delphi aufgestellt und darauf
eine Inschrift gemacht hätte, in welcher folgender Gedanke war: Unter
feiner Leitung seien die Barbaren bei Platää vernichtet worden, und
um dieses Sieges willen hätte er dem Apollo ein Geschenk gegeben.
<4) Diese Verse kratzten die Lacedämonier aus und schrieben nichts
Anderes hin, als die Namen derjenigen Völlerschaften, durch deren
Beistand die Perser besiegt worden waren.

<ü»,p. II.
(I) Nach dieser Schlacht schickten sie ebendenselben Pausanias mit
der gemeinsamen Flotte nach Cypern und dem HelleZpont, damit er
aus diesen Gegenden die Besatzungen der Barbaren vertreibe. (2) Als
er hierbei gleiches Glück hatte, fing er an, sich stolzer zu betragen und
nach grötzern Dingen zu stieben. Denn als er nach der Eroberung
von Byzanz mehrere vornehme Perser gefangen genommen hatte, und
unter diesen einige Verwandte des Königs, schickte er diese heimlich dem
Xerr.es zurück, indem er sich stellte, als ob sie aus dem Staatsgefäng-
nisse entflohen seien, und mit diesen den Gongylus aus Eretria, welcher
dem Könige einen Brief übergeben sollte, in welchem, wie Thucydides
erzählt, Folgendes geschiieben mar: (3) Pausanias, der Anführer von
Zparta, schickte diejenigen, welche er in Byzanz gefangen genommen

17
>'
Nepoz, Übersetzung.
hatte, nachdem er sie als deine Verwandten erkannt hatte, dir zun<
Geschenke und wünscht, daß er mit dir durch Verschwägerung verbunden
werde. Deshalb, wenn es dir gefällt, mögest du ihm deine Tochter
zur Frau geben. (4) Wmn du dies thust, verspricht er, daß du nnt
seiner Hilfe sowol Spart» als das übrig« Griechenland unter deine
Botmäßigkeit bringen wirst. Wenn du willst, daß in Betreff dieser
Dinge etwas geschehe, so schicke einen zuverlässigen Menschen zu ihn,,
mit dem er sich unterreden könne. <b) Der Kömg, sehr erfreut über
die Rettung so vieler ihm so nahe verwandter Menschen, schickt schleunigst
den Artabazus mit einem Briefe zu Pausanias, in welchem er ihn lobt
und bittet, daß er nichts spare, um das auszuführen, was er verspricht.
(6) Wenn er dies ausgeführt, werde er in keiner Sache von ihm eine
Verweigerung erhalten. Nachdem Pausanias seine Zustimmung erkannt
hatte, ging er rascher zur Ausführung des Werkes und kam in Verdacht
bei den Lacedämoniern. Während er mit diesem beschäftigt war, wird
er nach Hause zurückberufen, auf Tod und Leben angeklagt, freige»
fprochen, doch mit einer Geldstrafe belegt; und deshalb wurde er nicht
zur Flotte zurückgeschickt.

02p. lll.
(1> Aber jener kehrte nicht viel später freiwillig zum Heere zurück
und offenbarte dort nicht auf eine kluge, sondern auf eine thürichte
Weise seine Pläne. Denn er änderte nicht allein die vaterländischen
Sitten, sondern auch die Lebensmeise und Kleidung. (2) Er bediente
sich königlichen Prunkes, eines medischen Kleides, medische und ägyptische
Dienerschaft folgte ihm; er speiste nach Art der Perser üppiger, als
diejenigen, die zugegen waren, ertragen konnten. (3) Er gab den
Bittenden nicht die Erlaubniß, zu ihm zu kommen, er antwortete stolz
und befahl grausam. Er wollte nicht nach Sparta zurücklehren; er
hatte sich nach Colon«, einem Orte, welcher im trojanischen Gebiete ist,
begeben. <4) Nachdem dies die Lacebämonier erfahren hatten, schickten
sie Gesandte zu ihm mit dem Stabe, auf welchem nach jener Sitte ge
schrieben war: Sie würden ihn zum Tode verurtheilen, wenn er nicht
nach Hause zurückkehrte. (5) Durch diese Nachricht bewogen, kehrte er,
hoffend, daß er auch damals ljetzt) noch die drohende Gefahr durch Geld
und Einfluß abwenden könne, nach Hause zurück. Sobald er hier an
kam, wurde er von den Ephoren ins Staatsgefängniß geworfen. Denn
es ist nach ihren Gesetzen jedem Ephoren verstattet, dies selbst dem
Könige zu thun. Dennoch machte er sich von hier frei; doch darum war

18
?2<i8»uia5 II, 4—6. III, 1—7. IV, 1—6.

er nicht freier von Verdacht. Denn es blieb die Meinung, daß er mit
dem Könige verbündet sei. (6) Es ist ein gewisses Geschlecht von
Menschen, welches 'Heloten' genannt wird, wovon eme Menge die Liin>
dereien der Lacedämonier bebaut und Sklavendienste verrichtet. Man
glaubte, daß er auch diese mit der Aussicht auf Freiheit aufwiegele.
(?) Aber weil keine offenbare Schuld in diesen Dingen (in dieser Hin
sicht) vorlag, deren er angeklagt werden tonnte, glaubten sie nicht, daß
man mit (bloßen) Verdachtsgründen über einm so bedeutenden und so
berühmten Mann richten müsse, und meinten, man müsse warten, bis
sich die Sache von selbst offenbare.

0»v. IV.
(I) Als inzwischen ein gewisser Argilius, ein Jüngling, welchen als
Knaben Pausanias mit unsittlicher Zuneigung geliebt hatte, von diesem
an Artabazus einen Brief empfing und argwöhnte, daß etwas über
ihn darin geschrieben stehe, well Keiner von denen zurückgekehrt sei,
welche in gleicher Angelegenheit ebendahin geschickt worden waren, löste
er die Bänder des Briefes und erkannte, nachdem er das Siegel abge
rissen hatte, daß er umkommen müsse, wenn er (den Brief) abgäbe. (2) Es
mar in demselben Briefe das (enthalten), was zu dem gehörte, wo
rüber der König und Pausanias übereingekommen waren. Diesen Brief
übergab jener den Ephoren. (3) Man muß nicht übergehm (Besondere
Erwähnung verdient) hierbei die Gewissenhaftigkeit der Lacedämonier.
Denn nicht einmal durch dessen Anzeige wurden sie bewogen, den
Pausanias gefangen zu nehmen; und sie glaubten, nicht eher Gewalt
anwenden zu dürfen, als bis er sich selbst angegeben hätte. (4) Daher
lehrten sie jenen Angeber, was sie wollten, daß geschehe. Es ist ein
Heiligthum des Neptun zu Taenarum, dessen Verletzung die Griechen
für sündlich halten. Dahin nahm jener Angeber seine Zuflucht; am
Altäre ließ er sich nieder. Dicht neben diesen hatten sie einen Platz
unter der Erde gemacht, von wo aus man hören konnte, wenn einer
etwas mit Argilius spräche. Dahin stiegen einige von den Ephoren
hinab. (5) Sobald Pausanias hörte, daß Argilius seine Zuflucht zum
Altar genommm habe, kam er bestürzt dahin. Und als er diesen als
Zchutzflehenden des Gottes sah, fragte er ihn, was der so plötzliche
Entschluß für «inen Grund habe. Jener theilt ihm mit, was er aus
dem Briefe erfahren habe. (6) Jetzt fing Pausanias, noch mehr be
unruhigt, zu bitten an, daß er nichts aussage und ihn, der sich um
ihn außerordentlich verdient gemacht habe, nicht verrathe. Wenn er
ihm nun diese Gefälligtnt erwiesen, und ihn, der in so schwierige

19
Nepo5, Übersetzung.
Lagen verwickelt wäre, aufgerichtet hätte, würde es ihm zu großem
Lohne gereichen.

02p. V.
(1) Als die Ephoren diese Dinge erfahlen hatten, hielten sie es
für besser, ihn in der Stadt festzunehmen. Als fie (die Ephoren) da»
hin gekommen waren, und Paufanias, nachdem er den Argilius, wie
er glaubte, befänftigt hatte, nach Lacediimon zurückkehrt«, erkannte
er auf dem Wege, als man fchon nahe daran war, ihn festzunehmen,
aus der Miene eines Ephoren, welcher wünschte, daß er gewarnt
werde, daß ihm nachgestellt werde. (2) Daher flüchtete er wenige
Schritte früher, als die, welche ihm folgten, ihn erreichen konnten, in
den Tempel der Athene, welche Chalciötos genannt wird. Damit er
von hier nicht herausgehen könne, verrammelten die Ephoren sogleich
die Thürflügel dieses Tempels und deckten das Dach ab, damit er desto
schneller unter freiem Himmel umkomme. (3) Man sagt, daß zu jener
Zeit die Mutter des Pausanias <noch) gelebt hat, und daß diese, schon
von hohem Alter, zuerst einen Stein zum Eingange des Tempels ge
tragen habe, um den Sohn einzuschließen, nachdem sie von dem Ver
brechen erfahren hatte. (4) So befleckte Pausanias seinen großen Kriegs»
rühm durch einen schmählichen Tod. Als er halbentseelt vom Tempel
herausgetragen worden war, haucht« er sofort die Seele aus. (5) Als er
gestorben war und Einige sagten, sein Körper müsse dahin geschafft
merdm, wohin diejenigen, welche hingerichtet worden sind, misfiel dies
Mehreren, und man begrub ihn fern von dem Orte, wo er gestorben
war. Von da wurde er fpäter auf einen Oratelsvruch des delphischen
Gottes ausgegraben und an demselben Orte begraben, wo er den Geist
aufgegeben hatte.

20
0imoll I, 1—4. II, 1—4.

V. Cimon.
0»p. i.
(1) Cimon, der Sohn des Miltiades, aus Athen, hatte einen über»
aus halten Anfang seiner Jugend. Denn als sein Vater die abgeschätzte
Ttrafsumme nicht bezahlen tonnte, und aus diesem Grunde im Staats
gefängnisse gestorben war, wurde Cimon in demselben Gefängnisse fest
gehalten und konnte nach den Gesetzen der Athener nicht fr« gelassen
werden, wenn er nicht das Geld, wozu der Vater verurtheilt war, be«
zahlte. (2) Er hatte aber zur Frau seine leibliche Schwester, mit Namen
Apinice, veranlaßt nicht mehr durch Liebe als durch die Sitte,
Denn es ist den Athenern gestattet, Schwestern von demselben Vater
zu Frauen zu haben. <3) Nach der Ehe mit dieser »erlangend, unter
handelte ein gewisser Kallias, nicht so sehr großmüthig wie vermögend,
nelcher große Summen aus den Bergwerken gezogen hatte, mit Cimon,
daß er sie ihm zur Frau geben sollte. Wenn er dies erlangt hätte,
weide er für ihn das Geld bezahlen. (4) Als dieser einen solchen Vor
schlag verschmähte, erklärte Elvinice, daß sie nicht dulden werde, daß
der Sproß des Miltiaoes im Staatsgefängniß untergehe, da sie es ja
«erhinoern könne, und daß sie den Callias heiraten werde, wenn er
das, was er versprochen, geleistet hätte.

0»,p, II.
1) So gelangte Cimon, aus dem Gefängnisse befreit, schnell zum
obersten Rang im Staate. Denn er besaß hinreichende Beredsamkeit
eine sehr große Freigebigkeit, eine große Kenntniß sowol des Landes-
rechtes, als besonders des Kriegswesens, weil er von Jugend auf bei
den Heeren sich mit dem Vater aufgehalten hatte. Daher hatte er
einerseits das Volk in der Stadt in seiner Gewalt, anderseits stand er
bei dem Heere in sehr großem Ansehen. l2) Zuerst schlug er als Feldherr
ieim Strymon-Flusse eine große Truppenmasse von Thraciern in die
Flucht, gründete die Stadt Amphipolis und schickte dahin zehr>ausend
Athener als Kolonie. Ebenderselbe besiegte wieder bei Mycale die
Flotte der Cyprier und Phoenicier und nahm sie gefangen. (3) Und
m demselben Tage war er auf dem Lande ebenso glücklich. Denn nach
dem er die Schiffe der Feinde genommen hatte, führte er sogleich seine
truppen aus der Flotte heraus und schlug eine sehr große Schnur
Barbaren in einem Angriff nieder. (4) Als er in diesem Siege große

21
Uez>o8, Übersetzung.
Beute erlangt hatte und nach Hause zurückkehrte, befestigte er, weil
bereits einige Inseln wegen der Strenge der Herrschaft abgefallen waren,
die gutgesinnten in der Treue, die abtrünnigen zwang er, zur Pflicht
zurückzukehren. (5) Scyros, welches damals die Doloper bewohnten,
entblößte er von Einwohnern, weil sie sich zu trotzig benommen hatten,
die alten Einwohner warf er aus Stadt und Insel heraus, die Ländereien
vertheilte er unter die Bürger. Die auf ihren Reichthum vertrauenden
Thaster beugte er durch seine Ankunft. Aus diesen erbeuteten Summen
wurde der südliche Theil der Burg von Athen befestigt.

cuv. m.
(1) Als er durch diese Thaten im Staate vor Allen am meisten
sich auszeichnete, fiel er demselben Haffe anHeim, welchem sein Vater
und die übrigen Häupter der Athener (anheim gefallen waren). Denn
er wurde durch das Scherbengericht, was jene Ostracismus nennen, mit
einer Verbannung von zehn Jahren bestraft. (2) Diefe That reute die
Athener schneller, als ihn selbst. Denn als jener mit Geistesgröße der
Misgunst undankbarer Bürger gewichen war, und die Lacedämonier den
Athenern den Krieg erklärt hatten, da erfolgte sogleich das Verlangen
nach seiner bekannten Tapferkeit. (3) Daher wurde er im fünften Jahre,
nachdem er vertrieben war, ins Vaterland zurückgerufen. Weil er ein
Gastfreund der Lacedämonier war, hielt er es für besser, nach Lacedämon
zu eilen, brach freiwillig auf und vermittelte den Frieden zwischen den
beiden mächtigsten Staaten. (4) Als er nicht viel später als Feldherr
mit zweihundert Schiffen nach Cnpern geschickt worden war und einen
größern Theil dieser Insel besiegt hatte, fiel er in eine Krankheit und
starb bei der Stadt Citium.

c^p. IV.
(1) Diesen wünschten die Athener nicht allein im Kriege, 'sondern
auch im Frieden lange zurück. Denn er war von so großer Freigebig
keit, daß er, da er Güter und Gärten an verschiedenen Orten hatte,
in ihnen niemals einen Wächter ausstellte, um die Flüchte zu bewachen,
damit Niemand gehindert würde, von den Dingen, von welchen ein
Jeder wollte, zu genießen. (2) Immer folgten ihm Diener mit Geld,
damit er etwas hätte, was er geben tonnte, wenn Jemand feiner Hilfe
bedürfte, damit er nicht durch Verzögerung zu versagen schiene. Oft
mals, wenn er irgend Jemand durch Zufall antraf und ihn nicht sonder«
lich gekleidet sah, gab er (ihm) seinen Mantel. (3) Täglich wurde das
Mittagessen so reichlich zubereitet, daß er Alle, welche er uneingeladen

22
0imou NI, 1—4. IV, 1—4. I^an^er I, 1—5. II, 1.

lluf dem Markte sah, zu sich rief: was er keinen Tag zu thun unter
ließ. Keinem fehlte sein Kredit, Keinem seine Bemühung, Keinem sein
Vermögen, Viele bereicherte er, mehrere verstorbene Arme, die nicht
hinterlassen hatten, wovon sie begraben werden konnten, ließ er auf
eigene Kosten begraben. (4) Bei einem solchen Betragen ist es wenig
zu verwundern, wenn sein Leben heiter und sein Tod betrübend war.

VI. Lysllnder.
Oap. I.
(1) Lysander aus Lacedämon hinterließ einen großen Ruf von sich,
der mehr durch Glück als durch persönliches Verdienst erzeugt worden
ist. Denn es ist offenbar, daß er die Athener zu Grunde gerichtet hat,
»ls sie den Krieg gegen die Peloponnesier im sechsundzwanzigsten Jahre
führten, und es ist nicht verborgen, auf welche Weis« er dies erreicht
hat. s2) Denn es geschah nicht durch die Tapferkeit seines Heeres,
sondern durch den Ungehorsam der Gegner, welche in die Gewalt der
Feinde kamen, weil sie dem Befehl ihrer Anführer nicht gehorchten,
die Schiffe verließen und auf den Feldern umherschweiften. Darauf
ergaben sich die Athener den Lacedämoniern. <3) Stolz auf diesen Sieg
ließ Lysander, da er schon vorher immer herrisch und vermessen gewesen
mar, sich so sehr die Zügel schießen, daß durch seine Schuld die Lace-
dämonier Griechenland vollständig verhaßt wurden. (4) Denn obgleich
die Lacedämonier immer erklärt hatten, das sei ihre Ursache zum Kriege,
daß sie die maßlose Herrschaft der Athener brächen, so betrieb Lysander,
nachdem er sich der Flotte der Feinde beim Ziegenstusse bemächtigt hatte,
nichts Anderes, als alle Staaten unter seiner Herrschaft zu erhalten,
mährend er sich den Anschein gab, dies nur der Lacedämonier wegen
;u thun. (5) Denn nachdem er aus allen Orten diejenigen verbannt
lmtte, welche für das Interesse der Athener thätig gewesen waren,
Hütte er in jedem Staate zehn Männer ausgewählt, um ihnen die höchste
Herrschaft und die höchste Gemalt zu übertragen. Unter die Zahl dieser
wurde Niemand aufgenommen, der nicht mit ihm gastfreundlich ver
Hunden war, oder wer durch sein Versprechen gelobt hatte, daß er ihm
ganz angehören werde.
Ca?. II.
(1) Nachdem so in allen Städten die Zehnmänner-Herrschaft ein
gerichtet war, wurde Alles nach seinem Befehl ausgeführt. Von seiner

23
> Nez>08, Uebersetzung.
Grausamkeit und Treulosigkeit genügt es, einm Umstand als Beispiel
anzuführen, damit wir nicht, wenn mir Mehreres von demselben auf
zählen, den Leser ermüden. (2) Als er als Sieger aus Asien zurück»
gelehrt und in Thasu« eingekehrt mar, begehrte er, weil diese Stadt
von vorzüglicher Treue gegen die Athener war, gerade als ob diejenigen
die innigsten Freunde zu sein Pflegten, welche beharrlich« Feinde gewesen
waren, dieses zu zerstören. (3) Ei sah aber, daß wenn er hierin seine
Absicht nicht verheimlichte, die Tasier sich zerstreuen und für ihre
Rettung sorgen würden ....

C»P. III.
(1) Diese hoben die von ihm eingesetzte Herrschaft von zehn Män
nern auf. Von Schmerz hierüber entstammt, beschloß er die Könige
der Lacedamonier zu stürzen. Aber er fühlte, daß er ohne Hilfe der
Götter dies nicht wurde thun können, weil die Lacedamonier gewohnt
waren, Alles dem Spruche der Götter »nheimzustellen. (2) Zuerst ver
suchte er Delphi zu bestechen. Als er dies nicht konnte, machte er den
Versuch mit Dodona. Auch von hier abgewiesen, sagte er, daß er dem
Jupiter Amnion Gelübde gethan hätte, welche er lösen wollte: indem
er glaubte, daß er die Afrer leichter bestechen würde. (3) Als er in dieser
Hoffnung nach Afrika gereist war, täuschten ihn die Vorsteher des
Jupiter sehr. Denn nicht allein konnten sie nicht bestochen werden,
sondern sie schickten Gesandte nach Lacedämon, welche den Lysander an
klagen sollten, daß er die Priester des Heiligthums zu bestechen versucht
hätte. (4) Dieses Vergehens angeklagt, wurde er durch die Urtheils»
sprüche der Richter freigesprochen, den Bewohnern von Orchomenus zu
Hilfe geschickt und von den Thebanern bei Haliartus getüdtet. (5) Wie
richtig über ihn abgeurtheilt mar, dafür dient die Rede zum Beweise,
welche nach seinem Tode in seinem Hause gefunden wurde, worin er
den Lacedamonier« räth, daß sie die königliche Gemalt auflösen und
aus Allen ihn zur Führung des Krieges erwählen sollten; die Rebe ist
aber so geschrieben, daß sie mit dem Ausspruche der Götter überein
zustimmen schien, daß er diesen aber erhalten werde, zweifelte er nicht,
vertrauend auf sein Geld. Diese Rede soll ihm Cleon aus Halicarnassus
gemacht haben.
c»o. iv.
(1) An dieser Stelle darf eine That des Pharnabazus, des könig
lichen Satrapen, nicht übergangen werden. Denn als Lysander als
Anführer der Flotte während des Krieges viele grausame und habsüch

24
I^L2uäer n, 2—3 III, 1—5. IV, 1—3. ^leidiaäes I, 1—4.

tige Handlungen verübt hatte, und den Verdacht hellte, daß über diese
bondlungen an seine Mitbürger berichtet worden sei, bat er denPharna-
bazus, daß er ihm ein Zeugnis; an die Ephoren ausstelle, mit wie
großer Gewissenhaftigkeit er den Krieg geführt und die Bundesgenossen
behandelt hätte, und daß er hierüber genau schreiben möchte, denn
sein Ansehen werde in dieser Angelegenheit groß sein. (2> Jener ver
spricht es ihm wohlwollend. Er faßte weitläuftig ein großes Buch ab,
in welchem er ihn mit den höchsten Lobsprüchen erhebt. Als er es ge
lesen und gebilligt hatte, schob er, während es gesiegelt wurde, ein an
deres bereits gesiegeltes unter, von gleicher Grüße und von so großer
Aehnlichleit, daß man es nicht unterscheiden konnte, in welchem er aufs
Genaueste seine Habsucht und Treulosigkeit angellagt hatte. (3) Als
Lysander nach Hause zurückgekehrt war, übergab er, nachdem er von
seinen Thaten bei der Oberbehörde, was er wollte, gesagt hatte, als
Beweis dieses von Pharnabazus empfangene Buch. Als nach Ent
fernung des Lysander die Ephoren den Inhalt kennen gelernt hatten,
gaben sie es ihm selbst zu lesen. Daher war er ohne Wissen selbst sein
eigener Ankläger.

VII. Alcibilldes.
Oap. I,
(1) AlcibiadeZ, der Sohn des Clinias, aus Athen. Bei diesem
scheint die Natur den Versuch gemacht zu haben, was sie zu Stande
bringen tonne. Denn Alle, welche über ihn geschrieben haben, sind dcr-
selben Meinung, daß es nichts Ausgezeichneteres gegeben habe, sei es
in Fehlern, sei es in Tugenden. (2) Geboren in dem angesehensten
Ztaate, vom höchsten Adel, bei weitem der wohlgestaltetste von Allen
i einer Zeit, zu allen Dingen passend und voll Einsicht, er war nämlich
ein ausgezeichneter Feldherr zu Wasser und zu Lande, beredt, daß er
ganz besonders durch Beredsamkeit mächtig war, weil so viel Empfehlen
des in seiner Sprache und seinem Vortrage lag, daß Niemand ihm,
wenn er sprach, widerstehen konnte; <3) reich; wenn die Zeit es er
forderte, arbeitsam, ausdauernd ; freigebig, glänzend ebensosehr im Leben
als im Haushalt; leutselig, sich einschmeichelnd, höchst geschickt den Zeitum
ständen sich fügend. (4) Eben derselbe wurde, sobald er sich erholt
hatte, und lein Grund vorhanden war, weshalb er geistige Anstrengung
ertragen sollte, üppig, leichtfertig, ausschweifend, unmäßig gefunden, so

25
Mpos, Übersetzung.
daß sich Alle wunderten, daß in Einem Menschen eine so große Un-
ähnlichkeit und eine so widersprechende Naturanlage sei.

0»,v. II.
(1) Er wurde erzogen im Hause des Perilles (er soll nämlich fein
Stiefsohn gewesen sein), unterrichtet von Solrates. Zum Schwieger
vater hatte er den Hipponicus, den reichsten unter allen griechisch
Redenden, so daß, wenn er felbst es sich erdenken wollte, er weder mehr
Güter auffinden, noch größere erfassen konnte, als theils der Zufall,
theils die Natur ihm zugetheilt hatte. (2) In der ersten Jugendzeit
wurde er von Vielen nach Sitte der Griechen geliebt, unter ihnen von
Solrates, was Plato im „Gastmahl" erwähnt. Denn er ließ ihn
erzählen, er habe bei Sakrales übernachtet, und sei nicht anders von
ihm aufgestanden, als ein Sohn vom Vater müsse. (3) Nachdem er
stärker wurde) liebte er nicht weniger Viele; bei deren Liebe er, soweit
es gestattet war, viel Gehässiges auf feine und scherzhafte Weise that:
was wir belichten würden, wenn wir nicht Größeres und Wichtigeres
hätten.
c»v. m.
(1) Im peloponnesischen Kriege erklärten die Athener auf seinen
Ruth und Einfluß den Syracusanern den Krieg: zu dessen Führung
wurde er selbst als Feldherr erwählt. Außerdem wurden ihm zwei
Amtsgenossen gegeben, Nicias und Lamachus. (2) Als man zu diesem
(Kriege) sich rüstete, ereignete es sich, ehe noch die Flotte auslief, daß in
einer Nacht alle Hermessäulen, welche in der Stadt Athen waren, umge
worfen wurden, außer einer, welche vor der Thür des Andocides stand.
Daher pflegte man jenen den Andocides -Hermes zu nennen. (3) Da
offenbar war, daß dies nicht ohne Einverständniß Vieler geschehen sei,
weil es nicht die Sache des Einzelnen, sondern des Staates betraf,
wurde der Menge eine große Furcht eingeflößt, daß eine plötzliche Macht
im Staate entstünde, welche die Freiheit des Volkes unterdrücken möchte,
(4) Dies schien am meisten auf Alcibiades zu passen, weil er für mäch
tiger und bedeutender gehalten wurde, als ein Privatmann (sein follte).
Denn er hatte sich Viele durch Freigebigkeit verpflichtet, Mehrere auch
durch Bemühung vor Gericht zu seinen Anhängern gemacht. (5) Und
dadurch geschah es, daß er Aller Augen, so oft er sich öffentlich zeigte,
auf sich zog, und Niemand im Staate ihm gleichgesetzt wurde. Daher
hatten sie auf ihn nicht bloß die größte Hoffnung, sondern hegten auch
gegen ihn die grüßte Furcht, weil er sowol sehr viel schaden »ls nützen
tonnte. (6) Er wurde auch durch den Übeln Ruf beschimpft, daß er in

26
^loidiaäsz II, 2—3. IN, 1—6. IV, 1—7.

seinem Hause die Mysterien abgehalten haben sollte, was nach Sitte
der Athener frevelhaft war; und man glaubte, dies gehöre nicht zur
Religion, sondern zur Verschwörung.

Oap, IV.
(1) Wegen dieses Verbrechens wurde er in der Volksversammlung
von seinen Feinden geschmäht. Aber die Zeit der Abreise in den Krieg
stand bevor. Dieses bedenkend und die Gewohnheit seiner Mitbürger
wol kennend, forderte jener, daß, wenn sie wollten, daß etwas über ihn
verhandelt werde, die Untersuchung über ihn lieber mährend seiner An
wesenheit gehalten, als daß er in seiner Abwesenheit durch gehässige
Beschuldigung angeklagt würde. (2) Seine Feinde aber beschlossen,
man müsse für jetzt ruhen, da sie einsahen, man könne (ihm) nicht
schaden, und man müsse die Zeit abwarten, wann er abgereist wäre,
damit sie ihn in seiner Abwesenheit angreifen könnten; und so thaten
sie, (3) Denn nachdem sie glaubten, daß er in Sicilien angelangt sei.
Nagten sie ihn in seiner Abwesenheit an, daß er die Heiligthümer ver
letzt hätte. Als ihm die Nachricht hierüber von der Obrigkeit nach
Sicilien geschickt worden war, damit er zu seiner Vertheidigung nach
Hause zurückkehrte, und er große Hoffnung hatte, seinm Auftrag gut
auszuführen, wollte er nicht ungehorsam sein und bestieg den Drei»
rüderer, welcher um ihn fortzuführen geschickt war. (4) Als er von
diesem nach Thurii in Italien gebracht worden war, und vieles hin
sichtlich der ungezügelten Freiheit seiner Mitbürger und ihrer Grau
samkeit gegen Vornehme erwog, hielt er es für das Heilsamste, dem
drohenden Sturme auszuweichen, und schlich sich heimlich von den
Wächtern hinweg, und kam von da zuerst nach Elis, dann nach Theben.
l5) Nachdem er aber gehört hatte, daß er zum Tode verurtheilt, und
seine Güter eingezogen worden seien, und daß, was wirklich der Fall
war, die Eumolpiden-Priester vom Volke gezwungen worden seien, ihn
zu verfluchen, und eine Abschrift dieser Verfluchung in einen steinernen
Pfeiler eingegraben und öffentlich aufgestellt worden, damit das An
denken desto beglaubigter sei, wanderte er nach Lacedamon. (6) Dort
führte er, wie er selbst laut zu erklären pflegte, nicht gegen das Vater
land, sondern gegen seine Privatfeinde Krieg, weil eben dieselben Feinde
des Staates wären. Denn obgleich sie eingesehen hätten, daß er dem
Staate sehr viel nützen könnte, hätten sie ihn aus demselben ver
bannt, und mehr ihrem Aerger als dem gemeinen Besten gehorcht,
l?) Daher schloffen auf seinen Rath die Lacedämonier mit dem per
sischen Könige ein Freundschaftsbündnis;; darauf befestigten sie Decelea
in Attica, und indem sie eine beständige Besatzung hineinlegten, hielten

27
Nez>o8, Uebersetzung.

sie Athen im Belagerungszustände; und durch seine Bemühung machten


sie Ionien von dem Bündnisse mit den Athenern abwendig: hierdurch
fingen sie an, im Kriege viel mächtiger zu sein.

(1) Aber hierdurch wurden sie nicht sowol Freunde des Alcibiades,
als durch Furcht ihm feindlich gesinnt. Denn als sie die in allen
Verhältnissen ausgezeichnete Klugheit des überaus thatkräftigen Mannes
erkannten, fürchteten sie sehr, daß er, von Liebe zum Vaterlande bewogen,
einst von ihnen abfiele und sich mit dm Seinigen wieder aussöhnte.
Daher beschlossen sie, nach einer Gelegenheit zu suchen, ihn zu tüdten.
<2) Dies tonnte dem Alcibiades nicht zu lange verborgen bleiben. Er
besaß nämlich einen solchen Scharfblick, daß er nicht getäuscht werden
konnte, zumal da er seine Aufmerksamkeit darauf richtete, sich vorzu
sehen. Daher begab er sich zu Tissaphernes , einem Statthalter des
Königs Darius. (3) Als er dessen vertrautester Freund geworden war,
und sah, daß die Kräfte der Athener nach dem unglücklichen Erfolge
der Unternehmung in Sicilien dahinschwinden, dagegen die der Lace-
dämonier im Wuchsen feien, bespricht er sich zuerst mit dem Feldherrn
Pisander, welcher bei Samos sein Heer hatte, durch Unterhändler, und
thut Erwähnung von seiner Rückkehr. Dieser war nämlich von derselben
Gesinnung wie Alcibiades, kein Freund der Volksgewalt und ein Be
günstiger des Adels. (4) Von diesem im Stich« gelassen, wird er zu
erst durch Hilfe des Thrasybulus, des Sohnes des Lyncus, vom Heere
aufgenommen, und wird Feldherr bei Samus; später wird er, auf
Empfehlung des Theramenes, durch einen Volksbeschluß wieder (in seine
vollen Rechte) eingesetzt, und in seiner Abwesenheit zugleich mit Thra»
sybulus und Theramenes Feldherr. <5) Unter der Anführung dieser
Männer trat eine so große Aenderung der Verhältnisse ein, daß die Lace-
dämonier, welche kurz vorher die Oberhand hatten, bestürzt um Frieden
baten. Denn sie waren besiegt worden in fünf Landschlachten, in drei
Seeschlachten, wobei sie zweihundert Dreiruderer verloren hatten, welche
erobert m die Gewalt der Feinde gekommen waren. (6) Alcibiades
hatte zugleich mit den Mitfeldherrm Ionien, den Hellespont, außerdem
viele griechische Städte wiedergewonnen, welche an der kleinafiatischen
Küste liegen, von denen sie mehrere erobert hatten, unter diesen Ny-
zantium. Und ebensoviele hatten sie durch Klugheit zu einem Bünd
nisse gebracht, weil sie Schonung gegen die Gefangenen angewendet
hatten. (7) Von da kamen sie mit Beute beladen, mit einem bereicher
ten Heere, nach den herrlichsten Kriegsthaten, nach Athen.

28
^loibiaäez V, 1—7. VI, 1—5. VII. 1—2.

Cap. VI.
l.1) Als diesen die ganze Bürgerschaft in den Piräeus entgegen
gegangen, war die Erwartung Aller, den Alcibiades zu sehen, so
groß, daß die Menge nach seinem Dreiruderer zusammenströmte, ganz
als «b er allein angekommen wäre. (3) So sehr nämlich war das Volt
überzeugt, sowol die früher unglücklichen, als die jetzigen glücklichen
Verhältnisse seien erfolgt durch sein Wirten. Daher schrieben sie sowol
den Verlust von Sicilien, als die Siege der Lacedämonier ihrer eigenen
Schuld zu, weil sie einen solchen Mann aus dem Staat« verbannt
hatten. Und sie schienen dies nicht ohne Grund zu glauben. Denn
nachdem er angefangen hatte, an der Spitze des Heeres zu stehen,
konnten die Feind« ihm weder zu Lande noch zu Wasser gewachsen sein.
>3) Als dieser aus dem Schiffe stieg, begleiteten jenen einen, obgleich
Theramen«s und Thrasybulus denselben Oberbefehl geführt hatten und
zugleich in den Pireäus gekommen waren, Alle, und er wurde, was
Niemandem vorher zu Theil geworden war, außer den Siegern zu
Olympia, mit goldenen und ehernen Kränzen allgemein beschenkt. Jener
nahm unter Thränen ein solches Wolwollen seiner Mitbürger an, in
dem er sich an die Bitterkeit der früheren Zeit erinnerte. (4) Nachdem
er in die Stadt gekommen, und eine Volksversammlung zusammen-
berufen war, redete er so, daß Niemand so hart mar, daß er nicht
über sein Schicksal gemeint und sich denjenigen als Feind bewiesen
hätte, »uf deren Betreiben er aus dem Vaterlande verbannt worden
war, ganz wie wenn ein anderes Volk, nicht jenes selbst, welches jetzt
weinte, ihn wegen Religionsentweihung verurtheilt hätte. (5) Es
wurden ihm also seine Güter vom Staate wieder zurückgegeben; und
ebendieselben Eumolpidm- Priester, welche ihn verflucht hatten, wur
den gezwungen, ihn wieder zu entsühnen: und jene Pfeiler, »uf welchen
die Verfluchung geschrieben stand, wurden in's Meer hinabgestürzt.

cap. vn.
(1) Diese Freude des Alcibiades war nicht allzulange. Denn da
ihm alle Auszeichnungen ertheilt, und ihm der ganze Staat im Frieden
und im Kriege übergeben worden war, damit er nach der Entscheidung
eines Einzigen geleitet werde, und da er selbst verlangt hatte, daß ihm
zwei Amtsgenossen gegeben würden, Thrasybulus und Adimantus, und
dies nicht verweigert worden war, und er mit oer Flotte nach Asten
abgesegelt war, fiel er in die Anfeindung zurück, weil er bei Cyme die
Unternehmung nicht ganz nach Wunfch ausgeführt hatte. (2) Denn sie
glaubten, daß er Alles durchführen tonne. Hieraus folgte, daß sie

29
Xez,o8, Übersetzung.
alles nicht ganz glücklich Ausgefühlte seiner Schuld beimaßen, da sie
sagten, daß er entweder nachlässig, oder böswillig gehandelt habe; so
wie es damals geschah. Denn sie beschuldigten ihn, daß er, bestochen
vom Könige, Cyme nicht hatte einnehmen wollen, (3) Daher sind wir
der Meinung, daß ihm am meisten die allzugroße Meinung von seinem
Geiste und seiner Tapferkeit zum Unglück gereicht hat. Er wurde
nämlich ebensosehr als er geliebt wurde, gefürchtet, er möchte stolz auf
sein Glück und seine Hilfsmittel nach der Alleinherrschaft verlangen.
Daher kam es, daß sie ihm in seiner Abwesenheit das Amt nahmen
und einen Anderen an seine Stelle setzten. (4) Als jener dies gehört
hatte, wollte er nicht nach Hause zurückkehren, und begab sich nach
Pactye, und dort befestigte er drei Verschanzungen, Borni, Bisanthe,
Neontichos; und als er eine Mannschaft gesammelt hatte, drang er als
der erste eines Staates Griechenlands in Thracien ein, indem er es
für rühmlicher hielt, sich mit der Beute der Barbaren zu bereichern,
als (mit der) der Griechen. Daher war er sowol an Ruf, als beson
ders an Schätzen gewachsen, und hatte sich die innige Freundschaft
einiger thracischen Könige verschafft.

cap. VIII.
(1) Dennoch konnte er nicht von der Liebe zum Vaterlande ab
lassen. Denn als Philocles, der Feldherr der Athener, seine Flotte
beim Aegosflusse aufgestellt hatte, und Lysander, der Feldherr der
Lacedämonier, nicht weit entfernt stand, der damit beschäftigt war, den
Krieg so viel wie möglich in die Länge zu ziehen, weil ihnen selbst
Geld in Fülle vom Könige gegeben wurde, dagegen den erschöpften
Athenern außer Waffen und Schiffen nichts übrig war: (2) da kam
Alcibiades zum Heere der Athener und fing dort in Gegenwart der
gemeinen Soldaten zu sprechen an: wenn sie wollten, so werde er den
Lysander zwingen, entweder zu kämpfen oder um Frieden zu bitten;
die Lacedämomer wollten deshalb nicht zu Schiffe kämpfen, weil sie
mehr mit der Landmacht als mit der Seemacht vermochten, ihm aber
sei es leicht, den Seuthes, den König der Thracier, dahin zu bringen,
daß er sie aus dem Lande vertreibe; darauf müßten sie nothwendig
entweder zu Schiffe kämpfen, oder den Krieg beilegen. (3) Obgleich
Philokles einsah, daß dies wahr gesprochen sei, so wollte er doch das
Verlangte nicht thun, weil er fühlte, daß er^ wenn er den Alcibiades
aufnehmen würde, ohne alle Bedeutung beim Heere sein werde, und
wenn ein glückliches Ereigniß erfolgte, er hierbei keinen Antheil haben
werde; wenn dagegen ein Unglück sich ereignete, er allein wegen dieses
Vergehens werde angeklagt werden. (4) Als er von diesem wegging,

30
^Icidiaäe« VII, 3—4. VIII, 1—5. IX, 1—5. X, 1.

sagte Nlcibiodes: weil du denn dem Siege des Vaterlandes wider


strebst, so ermahne ich dich daran, das Schiffslager dicht neben dem
Feinde zu halten. Denn es ist Gefahr, daß durch die Zügellostgkeit
unserer Syldaten dem Lnsander die Gelegenheit, euer Heer zu besiegen,
gegeben wird. (5) Und er täuschte sich hierin nicht. Denn als Lnscin-
der durch seine Späher erfahren hatte, die gemeinen Soldaten seien
aufs Land gegangen, um zu plündern, und die Schiffe fast leer ge
lassen worden, ließ er die günstige Gelegenheit, die Sache zu vollenden,
nicht aus den Händen, und beendigte durch diesen Ueberfall auf Gin
mal den ganzen Krieg.

c?Äi>. IX.
<1) Da aber Alcibiades nach Besiegung der Athener glaubte, daß
ebenbiefe Gegenden nicht genug sicher für ihn seien, verbarg er sich
tief in Thracien jenseits der Propontis, in der Hoffnung, dort sein
Schicksal sehr leicht verbergen zu tonnen. Mit Nichten. (2> Denn als
die Thracier merkten, daß er mit einer großen Summe Geldes gekom
men sei, stellten sie ihm nach; sie raubten das, was er mitgebracht
hatte, ihn selbst konnten sie nicht gefangen nehmen. (3) Als jener sah,
daß kein Ort für ihn sicher in Griechenland sei wegen der Macht der
Lacedämonier, ging er zu Pharnabazus nach Asien hinüber. Diesen
nahm er durch sein feines Benehmen so sehr für sich ein, daß Niemand
in der Freundschaft vor ihm den Vorrang besaß. Denn er hatte ihm
das Kastell Grunium in Phrngien gegeben, aus welchem er jedesmal
fünfzig Talente Abgaben nahm. (4) Mit diesem Glück war Alcibiades
nicht zufrieden, und er konnte es nicht ertragen, daß Athen, besiegt,
den Lacedämoniern dienstbar sei. Daher wurde er mit allen seinen
Gedanken zur Befreiung des Vaterlandes hingerissen. <5) Aber er sah
ein, daß dies ohne den persischen König nicht geschehen tonne und
wünschte daher, daß dieser ihm als Freund verbunden werde. Und er
wußte wol, daß er (es) leicht erreichen werde, wenn er nur die Mög
lichkeit, ihn zu besuchen, gehabt hätte. Er wußte nämlich, daß sein
Bruder sich heimlich zum Kriege gegen ihn rüste, mit Unterstützung der
Lacedämonier. Er sah , daß er große Gunst erlangen werde, wenn er
dies enthüllte.

Oax. X.
(1) Als er dieses eifrig betrieb und den Pharnabazus bat, daß er
zum Könige geschickt werde, schickten zu derselben Zeit Critias und die
übrigen Tyrannen der Athener zuverlässige Menschen zu Lyfander nach

31
Mp08, Uebersetzung.
Asien, die ihn benachrichtigen sollten, es weide Nichts von dem, was
er zu Athen eingefühlt hatte, von Dauer sein, wenn er nicht dm Alci-
biades beseitigte. Deshalb möchte er, wenn er wollte, daß seine Ein-
richtungen blieben, jenen verfolgen. <2) Der Laconier, hierdurch be
wogen, glaubte mit größerer Genauigkeit mit Pharnabazus verhandeln
zu müssen. Er kündigt ihm also die Verbindung auf, die der König
mit den Lacedämoniern hätte, wenn er nicht den Alcibiades lebendig
oder todt auslieferte. (3) Diesem konnte der Satrap nicht widerstehen
und zog es vor, das Mitleid zu verletzen, als daß die Macht des
Königs verringert würde. Daher schickte er den Sysamitres und
Bagäus, um ihn zu tödten, als er in Phrygien war und Vorkehrungen
für die Neise zum König traf. (4) Die Abgeschickten geben heimlich de«
Nachbarschaft, in der damals Alcibiades sich befand, den Auftrag, daß
sie ihn tödten. Da jene nicht wagten, ihn mit Waffen anzugreifen,
trugen sie des Nachts Holz um die Hütte zusammen, in welcher er
ruhte, und zündeten dieses an, damit sie den mit Feuer vernichteten,
den sie durch einen persönlichen Angriff überwinden zu können ver
zweifelten. W Sobald jener aber durch das Geräufch der Flamme
aufgeweckt wurde, entriß er, obgleich ihm sein Schwert heimlich weg
genommen worden war, den Dolch seines Vertrauten. Denn es war
mit ihm ein Mann aus Arcadien, sein Gastfreund, der niemals von
ihm weichen wollte. Er heißt diesen, ihm folgen und ergreift, was
gerade an Kleidungsstücken zur Hand war. Diese warf er hinaus ins
Feuer und schritt über die mächtige Flamme hinweg. (6) Als die Bar
baren sahen, daß er dem Feuer entflohen sei, tüdteten sie ihn mit aus
der Ferne geschossenen Pfeilen und brachten fein Haupt zu Pharnabazus.
Aber ein Weib, welches mit ihm zu leben pflegte, bedeckte ihn mit ihrem
Frauenkleide und verbrannte den Tobten in dem Feuer des Hauses,
das zur Tödtung des Lebenden angelegt morden war. So starb Alci
biades, ungefähr vierzig Jahre alt.

Oap. XI.

(1) Diesen von den Meisten in Übeln Ruf gebrachten Mann haben
drei höchst bedeutende Geschichtsforscher mit dem größten Lobe erhoben :
Thucndides, welcher gleichen Alters war, Theopompus, welcher etwas
später geboren wurde, und Timäus. Und diese beiden, die schmähsüch
tigsten Menschen, stimmten auf sonderbare Weise in seinem Lobe allein
zusammen. (2) Denn das, was wir oben gesagt haben, rühmten sie an
ihm, und dies noch ausführlicher: obgleich er zu Athen, in dem glanz
vollsten Staate geboren war, habe er Alle an Glanz und Würde des

32
^IcidiaäL» X, 2—6. XI, 3—6. Ibra^duIiiZ I, 1—4.

Lebens übertroffen; <3) nachdem er, von hier vertrieben, nach Theben
gekommen sei, sei er sosehr ihren Beschäftigungen ergeben gewesen, daß
Niemand ihm in der Arbeit und Kürperkräften gleichkommen tonnte
(alle Boeotier nämlich streben mehr nach Stärke des Körpers, als nach
Schärfe des Geistes); (4) ebenderselbe hätte bei den Lacedämoniern,
nach deren Sitten die höchste Tugend in das Ertragen gesetzt wurde,
sich sosehr der rauhen Lebensweise befleißigt, daß er in der Mäßigkeit
der Nahrung und des Haushaltes alle Lacedämonier besiegte; er sei
bei den Thraciern gewesen, weinsüchtigen und der Unzucht ergebenen
Menschen: auch diese habe er in diesen Dingen übertroffen; (5) er sei
zu den Persern gekommen, bei welchen das grüßte Lob mar, stark zu
jagen und üppig zu leben; diese Lebensweise soll er so nachgeahmt
haben, daß jene ihn hierin sehr bewunderten. (6) Hierdurch habe er
bewirkt, daß er, bei wem er auch immer war, als der Eiste und Ge»
liebteste genommen und gehalten wurde. Aber genug von Diesem, wir
wollen die Uebrigen beginnen.

VIII. Thmsybulus.
Op. i.
(1) Thrasybulus, der Sohn des Lycus, aus Athen. Wenn die
persönliche Tüchtigkeit an und für sich ohne Glück abzuschätzen sein
möchte, so möchte ich mol diesen zum Ersten Aller setzen. Das aber
sage ich ohne zu zweifeln: Niemand ziehe ich diefem vor an Treue,
Sündhaftigkeit, Geistesgröße, Vaterlandsliebe. l2> Denn was Viele
gewollt, Wenige gekonnt haben, das Vaterland von einem Tyrannen
zu befreien, das ist diesem zu Theil geworden, daß er nämlich das von
dreißig Tyrannen unterdrückte Vaterland aus dem Zustande der Skla
verei in den der Freiheit zurückführte. (3) Aber obgleich ihn in diesen
Tugenden Niemand übertraf, so haben doch sonderbarer Weise ihn
Viele an Berühmtheit überflügelt. Zuerst führte er im peloponnesischen
Kriege Vieles ohne Alcibiade« aus, jener nichts ohne ihn: was alles
jener durch eine besondere Naturanlage zu seinem Vortheil benutzte.
<4) Aber dennoch haben jenes die Anführer gemein mit den Soldaten
und mit dem Glücke, daß im Handgemenge der Erfolg von der Ein
sicht übergeht auf die materiellen Kräfte und die Gewalt der Kämpfen
den. Daher fchreibt mit vollem Rechte der Soldat sich vom Feldherrn
Einiges, das Glück aber das Meiste zu, und kann in Wahrheit be»
Nepo«, Übersetzung.
Haupte«, daß er hier mehr vermocht habe, als die Klugheit des An
führers. (5) Daher ist jene höchst ausgezeichnete That das Eigenthum
des Thrasybulus. Denn als die dreißig Tyrannen, von den Lacedämoniern
als Vorsteher eingesetzt, Athen von Knechtschaft niedergedrückt hielten,
die meisten Bürger, die mährend des Krieges das Glück verschont
hatte, theils aus dem Vaterlande verbannt, theils getödtet und die Gü»
ter der Meisten für den Staatsschatz eingezogen und vertheilt hatten,
erklärte er, diesen, nicht allein der Erste, sondern anfangs auch der Ein-
zige den Krieg.
c»p. n.
(1) Denn als er sich nach Phyle geflüchtet hatte, welches ein sehr
befestigtes Kastell in Attica ist, hatte er nicht mehr mit sich, als
dreißig von den Seinigen. Dies mar der Anfang zur Rettung der
Attiter, dies der innere Kern für die Freiheit des berühmtesten Staates.
(2) Und in der That ist er und seine Einsamkeit anfangs von den
Tyrannen verachtet worden, was eben jenen, den Verachtenden, zum
Verderben und diesem, dem Verachteten, zum Heile gereichte. Denn
dieser Umstand machte jene träge zum Verfolgen, diese aber stärker,
d» ihnen Zeit zum Rüsten gelassen wurde. (3) Um so mehr muß jenes
Sprichwort in den Herzen Aller sein: Nichts darf im Kriege ver
achtet werden; und daß nicht ohne Grund gesagt werde: die Mutter
des Bedächtigen pflege nicht zu weinen. <4) Dennoch «ermehrten sich
die Streitkräfte des Thrasybulus nicht nach seiner Erwartung. Denn
schon damals in jenen Zeiten redeten die Guten kräftiger für die Frei
heit, »ls sie (für sie) kämpften. (5) Von hier zog er nach dem Piriieus
hinüber und befestigte Munychia. Dieses »ersuchten die Tyrannen
zweimal einzunehmen; und als sie von dort schimpflich zurückgeschlagen
morden waren, flohen sie sofort mit Verlust der Waffen und des Ge
päckes in die Stadt. (6) Thrasybulus wandte ebenso sehr Klugheit, wie
Tapferkeit an. Denn er «erbot, daß die Fliehendm verletzt würden;
er hielt es nämlich für billig, daß Bürger die Bürger schonten, und
Niemand wurde verwundet, außer wer zuerst angreifen wollte; keinen
Gefallenen ließ er des Kleides berauben, Nichts berührte er, außer den
Waffen, deren er bedurfte, und was zur Nahrung gehörte. (7) Im
zwnten Treffen fiel Critias, der Führer der Tyrannen, als er nämlich
dem Thrasybulus gegenüber mit größter Tapferkeit kämpfte.

0»p. III.
(1) Als dieser gestürzt war, kam Pausanias, der König der La«-
dämonier, den Attitern zu Hilfe. Dieser machte zwischen Thrasybulus

34
?br28Mlu5 I, 5. II, 1—4. III, 1—3. IV, 1—4.

und denen, welche die Stadt inne hatten, unter folgenden Bedingungen
Fiieden: daß Niemand mit Verbannung bestraft würde, außer den
dreißig Tyrannen und den Zehn, die, später als Häupter gewählt, nach
Art der frühern Grausamkeit verfahren wären; oder daß ihre Güter
eingezogen würden, und daß die Verwaltung des Staates dem Volte
zurückgegeben werde. (2) Eine vortreffliche That des Thrasybulus ist
auch dies, daß, obgleich er nach Wiederherstellung des Friedens eine
sehr große Gewalt im Staate hatte, er das Gesetz m Vorschlag brachte:
daß Niemand wegen früherer Handlungen angeklagt oder bestraft würde;
und dieses (Gesetz) nannten sie das Gesetz der Vergessenheit. (3) Und
er besorgte nicht bloß die Antragstellung dieses Gesetzes, sondern er
bewirkte auch, daß es vollzogen wurde. Denn als Einige von denen,
welche zugleich mit ihm in der Verbannung gewesen waren, die Er
mordung derer vollziehen wollten, mit denen man von Seiten des
Staates zum Wohlwollen zurückgekehrt mar, verhinderte er dies und
gewährte das, was er versprochen hatte.

Oap. IV.
(1) Diesem wurde für so große Verdienste eine Ehrenkrone vom
Bolle gegeben, aus zwei Oelzweigen gemacht: und weil sie die Liebe
der Bürger, nicht die Gewalt erwirkt hatte, erregte sie keinen Neid
und war (für ihn) von großem Ruhme. (2) Vortrefflich sagte daher
jener Pittakus, welcher unter die Zahl der sieben Weisen gezahlt wurde,
als ihm die Bewohner von Mytilene viele tausend Morgen Land als
Geschenk gaben: Gebet mir dieses nicht, ich bitte euch, was Viele be
neiden. Mehret« noch verlangen möchten. Deshalb will ich von jenen
nicht mehr, als hundert Morgen, welche somol meine Genügsamkeit,
als eure Freigebigkeit anzeigen dürften. Denn kleine Geschenke pflegen
dauernd, große nicht bleibend zu sein. (3) Deshalb begehrte Thrasy
bulus, mit jenem Kranze zufrieden, weder mehr, noch glaubte er, daß
jemand vor ihm bevorzugt worden sei. ft) Als er später als Anführer
mit der Flotte in Cilicien gelandet war, und in feinem Lager die
Wachen nicht sorgfältig genug gehalten wurden, machten die Barbaren
des Nachts einen Ausfall, und er wurde von ihnen in seinem Zelte
getödtet.

35
Nepos, Übersetzung.

IX. Conon.
(?»!>. i.
(1) Conon ans Athen trat im peloponnesischen Kriege an die Staats
leitung, und seine Dienste in demselben waren von hohem Nerthe,
Denn einerseits stand er als Feldherr an der Spitze des Landheeres,
anderseits fühlte er als Flottenbefehlshaber große Thaten zur See aus.
Deswegen wurde ihm außerordentliche Ehre erwiesen. Denn er allein
stand allen Inseln vor; in diesem Amte eroberte er Pherä, eine Colo-
nie der Lacedämonier. (2) Er war auch am Ende des peloponnesischen
Krieges Feldherr, als die Truppen der Athener beim Ziegen » Flusse
von Lusander überwunden wurden. Aber damals war er abwesend,
und um so unglücklicher ging es. Denn er war sowol ein Kenner der
Kriegskunst, als behutsam im Oberbefehl. (3) Daher war es zu jener
Zeit Niemandem zweifelhaft, daß, wenn er zugegen gewesen wäre, die
Athener jene Niederlage nicht würden erlitten haben.

«üap. II.
(1) Als er erfuhr, daß die Lage der Dinge eine unglückliche sei,
und daß seine Vaterstadt belagert werde, fragte er nicht, wo er selbst
in Sicherheit leben sollte, sondern von wo er seinen Mitbürgern zum
Schutze dienen könnte. Daher begab er sich zu Pharnabazus, dem
Statthalter Ioniens und Lydiens, und zugleich Schwiegersohn und
Blutsverwandtem des Königs: und durch viele Mühe und große Ge
fahren bewirkte er, daß er bei diesem in hoher Gunst stand. (2) Denn
als die Lacedämonier nach Besiegung der Athener bei ihrem Nündniß
nicht blieben, welches sie mit Artaxerr.es geschlossen hatten, und den
Agestlaus nach Asien, um Krieg zu führen, geschickt hatten, größten»
theils angetrieben von Tissaphernes, welcher unter den Vertrauten des
Königs von dessen Freundschaft abgefallen und mit den Lacedämonier«
ein Äündniß eingegangen war, wurde gegen Diesen Pharnabazus für
den Feldherrn gehalten, in der That aber stand an der Spitze des
Heeres Conon, und nach seiner Bestimmung geschah Alles. (3) Dieser
hinderte den Oberanführer Agesilaus viel, und stand oft seinen Plänen
im Wege. Und es war ganz offenbar, daß, wenn jener nicht gewesen
wäre, Agesilaus dem Könige Asien bis an den Taurus würde entrissen
haben. l4) Nachdem dieser von seinen Mitbürgern nach Hause zurück
berufen worden mar, weil die Boeotier und Athener den Peloponnesiern

36
couou I, 1 — 3. II, 3—4. III, 1—4. IV, 1—3.

Krieg angekündigt hatten, befand sich Conon nichts destomeniger bei


dm Befehlshabern des Königs, und war diesen allen von höchstem
Nutzen.
0»l>. III.
(1) Tifsaphernes war vom Könige abgefallen, und dies war allen
Anderen mehr bekannt als dem Artaxerxes. Denn wegen deiner vielen
und großen Verdienste stand er beim Könige in Ansehen, auch wenn
ei in seiner Pflicht nicht verharrte. Und dies ist nicht zu verwundern,
daß er nicht leicht zum Glauben bewogen wurde, wenn er sich erinnerte,
daß er mit seiner Hilfe seinen Bruder Cyrus besiegt habe. <2) Um
diesen anzuklagen wurde Conon von Pharnabazus zum Könige geschickt,
und als er dort ankam, ging er zuerst nach Sitte der Perser zu den«
Lhiliarchen Tithraustes, der der Nächste neben dem Könige war, und
giebt ihm zu erkennen, daß er eine Unterredung mit dem Könige haben
wolle. Denn Niemand wird ohne diesen zugelassen. (3) Jener sagte
ihm: Es steht nichts im Wege, aber überlege, ob du lieber eine Unter
redung haben, oder schriftlich verhandeln willst, was du denkst. Es ist
nämlich nüthig, daß du den König, wenn du chm vor die Augen trittst,
mbetest — was jene Tr^oc/xvv^lll? nennen. Wenn dieses dir lästig
>st, wirst du ebensogut durch mich bewirken, wonach ou strebst. (4) Darauf
sagte Conon: Mir ist es in Wahrheit nicht beschwerlich, dem Könige
irgend eine Ehrerbietung zu erweisen: aber ich fürchte, daß es meinem
Lande zum Schimpf gereiche, wenn ich, da ich aus dem Staate geboren
bin, der gewohnt sei, die übrigen Völker zu beherrschen, lieber nach
der Sitte der Barbaren als nach seiner verfahre. Daher übergab er
ihm die Schriften, welche er wollte.

Oap. IV.
(1) Als der König diese gesehen hatte, wurde er sosehr durch sein
Ansehn bewegt, daß er sowol den Tissaphernes für einen Feind erklärte,
als auch die Lacedämonier mit Krieg verfolgen ließ, und ihm erlaubte,
wen er wolle zur Verwaltung des Geldes auszuwählen. Conon sagte,
diese Bestimmung sei nicht seine Sache, sondern des Königs selbst,
welcher die Seimgen am besten kennen müßte; aber er rathe, dieses
Geschäft dem Pharnabazus zu geben. (2) Von hier wurde er mit großen
Gaben beschenkt »ns Meer geschickt, daß er die Ausrüstung von
Kriegsschiffen den Cypriern, Phoeniciern und den übrigen Seestaaten
befehle, und eine Flotte herbeifchaffe, mit welcher man im nächsten
Lommer das Meer behaupten könne; indem er ihm als Gehülfen den
Pharnabazus gab, wie erHelbst es gewollt hatte. (3) Sobald dies den

37
!fsi!08, Uebersetzung.

Lacedämoniern berichtet mar, machten sie mit großer Sorgfalt Rüstun


gen, weil sie glaubten, daß ein größerer Krieg drohe, als wenn sie mit
dem Barbaren allein kämpften. Denn sie erkannten, daß ein tapferer
und einsichtsvoller Feldherr den Truppen des Königs vorstehen und
mit ihnen kämpfen würde, den sie weder durch Klugheit, noch durch
Truppenanzahl besiegen könnten. (4) Mit diesem Gedanken ziehen sie
eine große Flotte zusammen; sie segeln ab unter Anführung des
Pisander. Diese greift Conon bei Knidus an und schlägt sie in einer
großen Schlacht in die Flucht, nimmt viele Schiffe, mehrere bohrt er
in den Grund. Durch diesen Sieg wurde nicht allein Athen, sondern
auch ganz Griechenland, welches unter der Herrschaft der Lacedämonier
gewesen war, befreit. (5) Lonon kam mit einem Theile der Schiffe in
sein Vaterland, die von Lysander zerstörten Mauern, beide, somol die
des Piräeus als die der Stadt Athen selbst, läßt er wiederherstellen,
und giebt die fünfzig Talente Geld, welche er von Pharnabazus er
halten hatte, seinen Mitbürgern zum Geschenke.

(KP. V.
(1) Diesem ging es wie anderen Sterblichen, daß er unüberlegter
im Glück, als im Unglück war. Denn nach der Besiegung der Flotte
der Peloponnesier begehrte er, d» er glaubte, daß er die Gewaltthaten
gegen sein Vaterland gerächt habe, mehr, als er erreichen konnte.
- (2) Doch war dies nicht unpatriotisch und verwerflich, daß er lieber die
Hilfsmittel des Vaterlandes, als die des Königs vermehrt wissen wollte.
Denn da er sich durch die Seeschlacht, die er bei Knidus geliefert
hatte, ein großes Ansehen nicht allein unter den Barbaren, fondern
auch unter allen griechischen Staaten erworben hatte, fing er heimlich
an, sich Mühe zu geben, Ionien und Aeolien den Athenern wieder
zugewinnen. (3> D» diefes nicht sehr sorgfältig verheimlicht morden
war, entbot Tiribazus, welcher Sardes befehligte, den Conon, unter
dem Vorwande, daß er ihn in Betreff einer wichtigen Angelegenheit
zum Könige schicken wolle. Als er, seiner Botschaft Folge leistend, ge
kommen mar, wurde er ins Gefcingniß geworfen, wo er eine Zeit lang
war. (4) Einige berichten, daß er zum Könige abgeführt morden und
dort umgekommen sei. Dagegen schreibt Dinon, der Geschichtsforscher,
dem wir über persische Geschichte den meisten Glauben schenken, er sei
entflohen: jenes läßt er unentschieden, ob dies mit oder ohne Wissen
des Tiribazus geschehen sei.

38
couou IV, 4—5. V, 1—4. Dion I, 1—5. II, 1—3.

X. Dion.
c!»z>. i.
ll) Dion, der Sohn des Hipparinus aus Syralus, von edelm Ge->
schlechte, war in beide Alleinherrschaften der Dionvsier verwickelt. Denn
jener ältere hatte Aristomache, die Schwester des Dion, zur Frau, von
welcher er zwei Söhne, den Hipparinus und Nisäus zeugte; und eben»
soviel Töchter, Namens Sophrosyne und Arete: von denen er die ältere
seinem Sohne Dionysius zur Frau gab, demselben, welchem er das
Reich hinterließ; die zweite, Nrete dem Dion. (2) Dion aber hatte
außer der edeln Verwandtschaft und dem Ruhme hoher Ahnen viele an
dere Güter vom Schicksale: unter diesen einen gelehrigen Geist, freund
lich und zu den schönen Künsten geeignet; viel körperliches Ansehen,
das gar nicht wenig empfiehlt; außerdem große vom Vater zurückgelassene
Reichthümer, welche er selbst durch Geschenke des Tyrannen vermehrt
hatte. <3) Er war der vertrauteste Freund des altern Dionysius, und
zwar ebensosehr wegen ihrer Charaktere, als wegen der Verwandtschaft.
Denn obgleich ihm die Grausamkeit des Dionysius misfiel, so bemühte
er sich dennoch, daß er unversehrt bleibe, wegen ihrer engen Verbin»
düng, mehr noch um der Seinigen willen. Cr war in schmierigen
Lagen zugegen, und von seinem Rathe ließ sich der Tyrann sehr be
stimmen, wenn nicht in irgend einer Sache seine größere Begierde da
zwischen getreten war. (4) Die Gesandtschaften aber, die glänzender sein
sollten, wurden durch Dion verwaltet; und indem er diese mit Eifer
übernahm und mit Gewissenhaftigkeit ausführte, verdeckte er den grau
samen Namen des Tyrannen mit seiner Menschenfreundlichkeit. (5) Als
er von Dionysius zu den Karthagern geschickt wurde, verehrten sie ihn
hoch, so daß sie niemals einen griechisch Redenden mehr bewundert
haben.

<1) Aber dies entging dem Dionysius nicht. Denn er fühlte, zu


welcher Zierde er ihm gereiche. Daher kam es, daß er ihm allein am
meisten ergeben war und ihn nicht anders als einen Sohn liebte.
i2) Dieser nun konnte, als die Nachricht nach Sicilien gebracht morden,
Plato sei nach Tarent gekommen, es dem Jünglinge nicht versagen,
daß er ihn zu sich einlade, da Dion vor Begierde brannte ihn zu hören.
Er gab ihm also die Erlaubniß und ließ ihn mit großem Gepränge
nach Syralus holen. (3) Diesen bewunderte und liebte Dion so sehr,

39
N6z>08, Uebersetzung.
daß er sich ihm ganz widmete. Aber ebensosehr wurde Pinto «on Dion
erfreut. Daher lehrte er, obgleich er von dem Tyrannen Dionysius
schwer verletzt worden war, da er nämlich befohlen hatte, ihn zu ver
kaufen, dennoch wieder ebendahin zurück, bewogen durch die Bitten des
selben Dion. (4) Inzwischen verfiel Dionysius in eine Krankheit. Und
als er von dieser, die sehr schwer war, hart angegriffen wurde, fragte
Dion die Aerzte, wie er sich befinde, und bat sie zugleich, daß sie es
ihm geständen, wenn er vielleicht in größerer Gefahr wäre. Denn er
wollte mit ihm über die Theilung des Reiches reden, weil er glaubte,
daß die ihm von seiner Schwester geborenen Söhne einen Theil der
Herrschaft haben müßten. (5) Dies verschwiegen die Aerzte nicht und
berichteten dem Sohne Dionysius das Gespräch. Hierdurch bewogen
zwang jener die Aerzte, dem Vater einen Schlaftrunk zu geben, damit
Dion keine Gelegenheit zum Handeln habe. Als der Krame diesen ge
nommen hatte, starb er, wie vom Schlafe betäubt.

cap. III.
(1) Solches mar der Anfang der Reibung zwischen Dion und Dio»
nysius, und diese wurde durch viele Umstände gesteigert: aber doch blieb
in der ersten Zeit zwischen ihnen eine Weile ein erheucheltes freund
liches Verhältnih. Und als Dion nicht abließ, den Dionysius zu be
schwüren, daß er den Plato 'aus Athen herbeirufe und sich seiner Rath-
schläge bediene, so that ihm jener, da er dem Vater in etwas nach
ahmen wollte, den Willen. (2> Und zu eben derselben Zeit führte er
den Geschichtsforscher Philistus nach Syrakus zurück, einen ebenso sehr
der Alleinherrschaft als dem Alleinherrn geneigten Menschen. Aber
von diesem ist mehr erzahlt in dem Buche von mir, welches über die
Historiker handelt. (3) Plato aber war sosehr von hohem Einflüsse
uno wirkte durch seine Beredsamkeit so, daß er ihn beredete, der Tyran-
nis ein Ende zu machen und den Syracusanern die Freiheit zu geben :
aber von dieser Neigung wurde er durch dm Rath des Philistus ab
gebracht, und fing an noch bedeutend grausamer zu sein.

cap. IV.
(1) Als dieser nun sah, daß er von Dion an Geist, Ansehm, Be
liebtheit beim Volke übertroffen werde, gab er ihm aus Furcht, daß
er ihm, wenn er ihn in seiner Nähe hätte, irgend eine Gelegenheit, ihn
zu stützen, gäbe, einen Dreiruderer, mit welchem er nach Corinth
segeln sollte, vorgebend, er thue dies um (ihrer) Neider willen, damit
nicht, da sie einander fürchteten, einer von Neiden dem Andern zuvorkäme.

40
violl II, 4—5. III, 1—3. IV, 1—5. V, 1—5.

käme. (2) Als Viele über diese That entrüstet waren, und sie dem
Tyrannen zu großer Anfeindung gereichte, brachte Dionysius alles beweg«
liche Eigentljum des Dion auf Schiffe und schickte es ihm zu. So nämlich
wollte er, daß man glaube, er habe dies nicht aus Haß gegen den
Mann, sondern seiner Rettung wegen gethan. (3) Nachdem er aber
gehört hatte, daß er im Pelovonnes eine Schallt sammle und es Ver
suche, gegen ihn einen Krieg zu beginnen, gab er Arete, die Gemalin
«es Dion, einem Andern zur Frau, und ließ dessen Sohn so erziehen,
daß er durch Nachsicht mit den schändlichsten Begierden erfüllt wurde.
<4) Denn dem Knaben wurden, bevor er mannbar war, Buhlerinnen
zugeführt; er wurde mit Wein und Gelagen überschüttet, und es wurde
ihm keine Zeit zur Nüchternheit gelassen. (5) Dieser konnte so wenig
einen völlig veränderten Zustand seines Lebens ertragen, daß er, nachdem
sein Vater ins Vaterland zurückgekehrt war, (es waren nämlich Auf
seher ihm beigegeben worden, die ihn von der alten Lebensweise ab
bringen sollten), sich von dem obern Stocke des Hauses herabstürzte
und so ums Leben kam. Doch ich lehre zur frühein Erzählung zurück.
Cap. V.
(I) Nachdem Dion nach Korinth gekommen und eben dahin der
von demselben Dionysius vertriebene Herallides geflohen mar, welcher
Anführer der Reiterei gewesen war, fingen sie an auf jede Weise zum
Kriege zu rüsten. (2) Aber sie richteten nicht viel aus, weil man die
Tnlllnnis vieler Jahre von großer Macht glaubte. Deshalb wurden
wenige zur Theilnahme an der Gefahr bewogen. (3) Aber Dion, mehr
»uf den haß gegen die Tyrannen, als auf seine Militärmacht bauend,
leiste mit dem größten Muthe auf zwei Lastschiffen ab, um eine fünfzig
jährige Herrschaft, geschützt von fünfhundert Kriegsschiffen, zehntausend
Reitern, hunderttausend Fußsoldaten anzugreifen (was allen Völkern
wunderbar erschien), und warf sie so leicht nieder, daß er dm dritten
Tag, nachdem er Sicilien berührt hatte, in Syrakus einzog. Hieraus
lann man erkennen, daß keine Regierung sicher ist, wenn sie nicht ge
schützt (ist) von der Zuneigung (der Bürger). (4) Zu dieser Zeit mar
Tionysius abwesend und erwartete in Italien die Flotte, in der Mei
nung, d<rß Niemand der Gegner ohne zahlreiche Truppen zu ihm kom
men werde. (5> Hierin täuschte er sich. Denn Dion drückte den könig
lichen Stolz mit denen selbst nieder, welche unter des Gegners Herrschaft
gestunden hatten, und er bemächtigte sich des ganzen Theiles von Sin
ken, welcher unter der Herrschaft des Dionysius gestanden hatte; und
»uf gleiche Weise der Stadt Syrakus außer der Burg und der mit der
2tM verbundenen Insel. (6) Und er brachte die Sache so weit, daß
der Tyrann unter folgenden Bedingungen Frieden wollte: Sicilien sollte

41
Nspo«, Übersetzung.

Dion erhalten, Italien Dionysius, Syrakus ApollokrateZ, zu dem allein


Dion das größte Vertrauen hatte.

c«,p. vi.
(1) Diesen so glücklichen und so unvermutheten Begebenheiten folgte
eine plötzliche Veränderung nach, weil das Glück nach seiner Veränder
lichkeit denjenigen zu erniedern begann, den es' kurz vorher erhoben
hatte. (2> Zuerst erprobte es seine Macht »n dessen Sohne, den ich
oben erwähnt habe. Denn als er seine Frau zurückgeführt hatte , welche
einem Andern übergeben worden war, und er seinen Sohn von der
heillosen Ueppigleit zur Tugend zurückbringen wollte, erhielt er als
Vater eine sehr schwere Wunde durch den Tod des Sohnes. (3) Darauf
entstand Zwiespalt zwischen ihm und Heraklides, welcher ihm nämlich
die Oberherrschaft nicht einräumte und sich eine Partei erwarb. Und
dieser stand ebensosehr in Ansehen bei den Vornehmen, mit deren Ein
willigung er die Flotte befehligte, während Dion die Landarme« hatte.
(4> Dion ertrug dies nicht mit Gleichmuth, und führte jenen Vers des
Homer aus der zweiten Rhapsodie an, worin der Gedanke ist: Nicht
tonne der Staat durch die Herrschaft Vieler gut geleitet werden.
Diesem Ausspruch folgte große Anfeindung nach. Denn er schien da«
mit offen erklärt zu haben, daß er wolle, daß Alles in seiner Gewalt
sei. (5) Diese (Anfeindung) wollt« er nicht durch Nachgiebigkeit be°
sänftigen, fondern er strebte, sie durch Strenge zu unterdrücken, und
ließ den Heraklides, als er nach Syratus gekommen war, tödten.
<ü«.p. VII.
(1) Dies« That flößte Allen die größte Furcht ein. Niemand
nämlich hielt sich nach dessen Ermordung für sicher. Jener aber ver»
theilte, nachdem er den Gegner bei Seite geschafft hatte, ziemlich eigen«
mächtig den Soldaten die Güter derjenigen, welche, wie er wußte,
gegen «hn gesinnt gewesen waren. (2> Nach der Vertheilung derselben
begann schnell das Geld zu mangeln, da täglich die größten Ausgaben
gemacht wurden; und doch war nichts vorhanden, wohin er die Hände
ausstrecken sollte, wenn nicht nach den Besitzungen seiner Freunde.
Dies hatte zur Folge, daß er, d» er Soldaten gewann, die Vornehmen
verlor. (3) Durch die Sorge über diese Dinge wurde er niedergebeugt,
und, nicht gewohnt an Übeln Ruf, ertrug er es nicht mit Gleichmuth,
daß über ihn übel geurtheilt werde von denjenigen, von deren Lob-
sprüchen er früher m den Himmel gehoben morden war. Das Volk
aber sprach, als auch die Stimmung der Soldaten gegen ihn gereizt
war, freier und schalt ihn einen nicht zu ertragenden Tyrannen.

42
violl VI, 1—5. VII, 1—3. VIII, 1—5. IX, 1—3.

e»i>. VIII.
(l) Während er dies betrachtete und nicht wußte, wie er es be
schwichtige, und fürchtete, wohin das auslaufen werde, geht ein gewisser
Callicrates, ein Bürger aus Athen, welcher zugleich mit ihm aus dem
Peloponnes nach Sicilien gekommen war, ein schlauer Mensch und
ein durchtriebener Betrüger, ohne jede Gewissenhaftigleit und Zuner-
liissigleit, zu Dion und sagt: (2) Er schwebe in großer Gefahr we-
gen der gereizten Stimmung des Volkes und des Hasses der Sol
daten, welchem er auf keine Weise entgehen könne, wenn er nicht irgend
einem der Seinigen den Auftrag gäbe, vorzugeben, daß er sein Feind
sei. Wenn er «inen Tauglichen gefunden hätte, so werde er leicht die
Gesinnungen Aller erkennen und seine Gegner beseitigen, weil seine
Feinds dem ihm feindlich Gesinnten ihre Gesinnungen eröffnen würden.
W Als dieser Plan gebilligt wurde, übernahm Callicrates selbst die
Rolle und bewaffnet sich mit der eigenen Unllugheit des Dion. Zu
seiner Ermordung sucht er Genossen auf, besucht dessen Gegner, verstärkt
die Verschwörung. (4) D» Viele wußten, was betrieben wurde, wird die
Sache an Aristomache, die Schwester des Dion und an Arete, seine Gema-
lin, ausgeplaudert. Jene kommen von Furcht erschreckt, zu dem, wegen
dessen Gefahr sie in Furcht waren. Aber jener sagt, von Callicrates
werde ihm keine Feindseligkeit bereitet, sondern, was geschehe, geschehe
nach seiner Vorschrift, (b) Nichtsdestoweniger führen die Frauen den
Callicrates in den Tempel der Proserpin» und nöthigen ihn zu
schwören, daß leine Gefahr dem Dion von ihm entstehen werde. Derselbe
wurde durch diesen Eid nicht nur nicht von seinem Vorhaben abge
schreckt, sondern zur Beschleunigung angespornt, aus Furcht, es mochte
sein Plan eher offenkundig werden, als er das Wagniß vollendet hätte.

0«,p. IX.
(1) In dieser Absicht übergibt er am nächsten Festtage, als sich
Dion entfernt von der Versammlung zu Hause hielt und sich im
obern Zimmer niedergelegt hatte, den Mitverschmorenen die befestigten
Orte der Stadt, das Haus umgibt er mit Wachen, er beordert zuver
lässige Leute, welche nicht von den Thüren weichen sollten. (2) Er
nistet einen Dreiruderer mit Bewaffneten aus, übergibt das Schiff demPhi-
loftratus, seinem Bruder, und läßt das Schiff im Hafen hin und her be
wegen, wie wenn er die Ruderer üben wollte, in dem Gedanken, wenn das
Glück etwa seinen Plänen Widerstand leisten sollte, daß er (einen Ort)
hätte, wohin er zu seinem Heile fliehen könnte. (3) Aus der Zahl der
Seinigen aber wählte er einig« Jünglinge aus Zacynthus, die aller»

43
Ifez>n8, Uebersetzung.
kühnsten und allerstärksten, und gießt diesen den Auftrag, daß sie unbe
waffnet zu Dion gehen, so daß sie gekommen schienen, um ihn zu be
suchen. Diese wurden als Bekannte vorgelassen. (4) Aber nachdem
jene über seine Schwelle eingedrungen waren, verriegeln sie die Thüren
und fallen den auf dem Bette Liegenden an. Sie binden ihn fest, es
entsteht ein Lärm, so daß man es draußen hören konnte. (5) Hier war
es jedem leicht zu erkennen, wie früher gesagt morden, wie sehr ver
haßt die Alleinherrschaft sei und wie bedauernswerth das Leben
derer, welche lieber gefürchtet als geliebt werden wollen. (6) Denn
jene Wächter selbst hätten, wenn sie von gebührender Gesinnung ge
wesen wären, die Thüren erbrechen und ihn retten können, weil jene
unbewaffnet nach einer Waffe herausliefen und ihn lebend festhielten.
Als diesem Niemand zu Hilfe kam, gab ein gewisser Lyco aus Syracus
durchs Fenster ein Schwert, mit welchem Dion getödtet wurde.
Lap. X.
(I) Als nach vollbrachter Ermordung die Menge um ihn zu sehen
eingedrungen mar, werden einige von Unkundigen als Schuldige nieder
gehauen. Denn nachdem das Gerücht schnell verbreitet worden war,
daß dem Dion Gemalt »ngethan worden sei, liefen Viele zusammen,
denen eine solche That misfiel. Diese hauen, von falschem Verdachte ge
leitet, Unschuldige als Verbrecher nieder. (2) Als fein Tod bekannt
wurde, veränderte sich auf wunderbare Weise die Gesinnung des Volkes.
Denn diejenigen, welche ihn, als er lebte, einen Tyrannen schalten,
erklärten ebendenselben öffentlich für einen Befreier des Vaterlandes
und einen Vertreiber des Tyrannen. So war plötzlich das Erbarmen
dem Hasse gefolgt, daß sie begehrten, ihn, wenn sie könnten, vom
Acheron mit ihrem Blute loszukaufen. (3) Daher wurde er in der
Stadt an einem fehr besuchten Ort auf Staatskosten begraben und mit
einem Grabdenkmale beschenkt. Er starb ungefähr fünfundfünfzig Jahre
alt, vier Jahre, nachdem er aus dem Pelovonne« nach Sicilien zurück»
gekehrt war.

XI. Iphicrates.
c»p. i.
(I) Ivhicrates aus Athen ist weniger durch die Größe seiner
Thaten, als durch seine Kriegskunst berühmt geworden. Er war nämlich
ein solcher Feldherr, daß er nicht bloß den Ersten seiner Zeit gleich
gestellt wurde, sondern daß nicht einmal von den Früheren Jemand
(ihm) vorgezogen wurde. (2) Er befand sich aber viel im Kriege; oft

44
viull IX, 4—6. X, 1—3. IMerates I, 1—4. II, 1—5. III, 1, 2.

befehligte er Heere; nirgends führte er durch feine Schuld eine Sache


schlecht aus; immer siegte er im Rathe, und er war darin so stark,
daß er im Kriegswesen Vieles theils neu eingeführt, theils verbessert
hat. <3) Denn er veränderte die Waffen der Fußsoldatm, da sie
sich vor diesem Feldherrn sehr großer runder Schilde, kurzer Lanzen, kleiner
Schwerter bedienten. (4) Er aber machte im Gegentheil einen kleinen
Schild lpßlta) statt eines runden (wovon das Fußvolk später Peltasten ge<
«llnnt wurde) damit sie zur Bewegung und zum Handgemenge leichter
seien. Die Größe der Lanze verdoppelte er; die Schwerter machte er
länger. Auch veränderte er die Art der Panzer, und statt der Ketten»
panzer und der ehernen gab er leinene. Dadurch machte er die Sol
daten leichter. Denn, indem er die Last vermindert«, besorgte er, was
auf gleiche Weise den Körper deckte und leicht sein sollte.
oap. II.
l.1) Lr führte Krieg mit den Thraciern; Seuthes, den Bundesge
nossen der Athener, setzte er wieder in sein Reich ein. Bei Korinth
stand er mit solcher Strenge an der Spitze des Heeres, daß nie
mal« Truppen in Griechenland geübter waren oder dem Anführer
mehr aufs Wort gehorchten, (2) Und in eine solche Uebung brachte er
sie, daß sie, sobald das Zeichen der Schlacht vom Feldherr« gegeben
morden war, ohne Zuthun des Anführers so geordnet standen, daß sie
einzeln von dem erfahrensten Feldherr« aufgestellt zu sein schienen.
<3> Mit diesem Heere vernichtete er eine Mora der Lacedämonier:
wlls in ganz Griechenland außerordendtlich gerühmt wurde. Ein zweites
Mal schlug er in demselben Kriege ihr ganzes Heer in die Flucht.
!4, Hierdurch erlangte er großen Ruhm, Als Artaxerxes den ägyptischen
König bekriegen wollte, erbat er den Iphicrates von den Athenern als
Feloherrn, um ihn zum Anführer des Methsheeres zu machen, dessen
Zahl zwölftausend mar. Dieses bildete er so in der Kriegskunst, daß,
me einst römische Soldaten Fabianer genannt wurden, so die Iphi-
cmtischen bei den Griechen in höchstem Lobe standen. <5) Auch hemmte
ei, als er den Lacedämoniern zu Hilfe zog, den Andrang des Epami»
nonoas. Denn wenn nicht seine Ankunft nahe bevorgestanden hätte,
»iiien die Thebaner nicht eher von Sparta abgezogen, als bis sie es
eingenommen und durch Feuer zerstört hätten.
Oap. III.
(1) Er war aber groß sowol an Geist als an Körper und von einer
gebieterischen Gestalt, daß er durch den bloßen Anblick Jedem Bewun
derung seiner Person einflößte ; <2) aber in der Anstrengung allzuschnell er
müdet und von sehr geringer Ausdauer, wie Theopompus erzahlt hat; doch

45
Nepos, Übersetzung.

ein rechtlicher Bürger und von großer Zuverlässigkeit. Dieses zeigte er,
außer in vielen andern Dingen, ganz besonders bei der Beschützung der
Kinder des Maodoniers Umyntas. Denn Euiydice, die Mutter de«
Perdiccas und Philipp, floh mit diesen beiden Knaben nach dem Tode
des Umyntas zu Iphicrates und wurde mit seinen Kräften vertheidigt.
(3) Er lebte bis ins Greisenalter bei freundlicher Gesinnung seiner Mit
bürger gegen ihn. Wegen der Anklage eines Criminalverbrechens ver-
theidigte er sich nur Einmal zur Zeit des Nundesgenossenkrieges zu
gleich mit Timotheus und wurde bei dieser Verhandlung freigesprochen,
(4) Er hinterließ einen Sohn Menestheus, von einer Thracierin geboren,
der Tochter des Königs Kotys. Als dieser (Sohn) gefragt wurde, ob er den
Vater oder die Mutter hoher schätzte, sagte er, die Mutter. Als dieses
Allen wunderbar schien, sagte er: Mit Recht schätze ich (sie höher).
Denn der Vater hat, soweit es an ihm lag, mich als einen Thracier
erzeugt, dagegen die Mutter als einen Athener.

XII. Chllblias.
0s,p. I.
(1) Ehabrias, aus Athen. Auch dieser wird unter die grüßten
Feldherren gerechnet und führte viele denkwürdige Thaten aus. Aber
unter diesen strahlt am meisten hervor seine Erfindung in dem Treffen,
das er bei Theben lieferte, als er den Büotiern zu> Hilfe gekommen
war. (2) Denn als in diesem Agesilaus, jener ausgezeichnete Feldherr,
schon auf den Sieg vertraute, da die Miethshaufen von ihm schon in
Flucht geschlagen worden waren, so verbot er der übrigen Phalanx
von der Stelle zu weichen und lehrte sie den Angriff der Feinde auf»
zunehmen, indem sie das Knie auf den Schild stützten und die Lanze
hervorstreckten. Als Agesilaus diese neue Kampfart erblickte, wagte ei
nicht vorzurücken und rief seine Soldaten, die schon losstürmten, durch
die Trompete zurück. (3) Dieo wurde sosehr in ganz Griechenland
durch den Ruf verherrlicht, daß Ehabrias gewollt hat, daß die Statue,
welche ihm auf Kosten des Staates von den Athenern auf dem Markte
aufgestellt wurde, ihm in jener Stellung gemacht werde. Daher l<nn
es, daß später die Athleten und die übrigen Künstler sich dieser
Stellungen bei Errichtung von Bildsäulen bedienten, bei welcher sie
den Sieg erlangt hatten.
c?2p. II.
(1) Ehabrias aber leitete viele Kriege in Europa, als er Anführer
der Athener war; in Aegypten handelte er für sich selbst. Denn er

4S
IMorate8lII,3— 4.LIiÄ.dri23 I, 1—3.11,1— 3.111,1— 3. IV, 1.

ging dahin um dem Nectanabis zu helfen und setzte ihn wieder in sein
Reich ein. (2) Ebendasselbe that er auf Cnpern, aber im Auftrage des
Staates, dem Evagoras als Mitfeldherr beigegeben. Und nicht früher
ging er von dort weg, als bis er die ganze Insel durch Krieg völlig
besiegt hatte; wodurch die Athener einen großen Ruhm erlangten.
(3) Inzwischen brach zwischen den Aegyptiern und Persern Krieg »us.
Die Athener hatten ein Vündniß mit Artazerr.es, die Lacedämonier
mit den Aegyptiern, von welchen Ngesilaus, ihr König, große Vor«
theile zog. Als Chabrias dieses sah, zog er, da er m nichts dem
Agesilaus nachgab, freiwillig ihnen zu Hilfe und befehligte die Flotte
der Aegnpter, Agesilaus die Landtruvpen.

6»I>. III.
(1) Damals schickten die Feldherren des persischen Königs Gesandte
zu den Athenern, um sich zu beklagen, baß Chabrias im Bunde mit
den Negvptern gegen den König Krieg führe. Die Athener setzten dem
Chabrias einen bestimmten Termin fest und kündigten ihm an, daß sie
ihn zum Tode «erurtheilen würden, wenn er nicht vor diesem nach
Hause zurückgekehrt märe. Vei dieser Nachricht kehrte jener nach Hause
zurück und verweilte nicht länger als nüthig war. (2) Denn er war
nicht gern vor dm Augen seiner Mitbürger, weil er sowol glänzend
lebte, als auch seinen Neigungen allzusehr diente, als daß er dem Neide
oes großen Haufens entfliehen konnte. (3) Es ist nämlich dies der all
gemein herrschende Fehler in großen und freien Staaten, baß der Neid
de« Begleiter des Ruhmes ist, und daß man gern diejenigen verkleinert,
welche man zu hoch hervorragen sieht ; und nicht mit Gleichmut!) sehen
die Armen auf das fremde Glück der Reichen hin. Deshalb war
Chabrias, soweit es ihm gestattet war, meist abwesend. (4) Und nicht
er allein war gern von Athen abwesend, sondern fast alle Vornehmen
thaten dasselbe, weil sie glaubten, daß sie so weit von dem Neide (ent
fernt) sein würden , als sie von dem Anblick ihrer Mitbürger sich zurück
gezogen hätten. Daher lebte Conon meistens auf Cypern, Ivhicrates
in Thracien, Thimotheus auf Lesbos, Chares in Sigeum, Chares
zwar war diesen zwar nicht ähnlich sowol in seinen Thaten als in sei
nen Sitten, aber doch in Athen sowol geehrt als mächtig.

0»p. IV.
(1) Chabrias aber kam im Nunbesgenossentriege auf folgende Weise
um. Die Athener belagerten Chios. Chabrias war auf der Flotte
als Privatmann, aber er übertraf Alle, welche im Amte waren, an
Ansehen, und die Soldaten blickten mehr auf chn, als auf diejmigen,

47
Asxo«, Übersetzung.
welche befehligten. (2) Dieses beschleunigte seinm Tod. Denn mäh
rend er sich bemüht, der erste in den Hafen zu kommen und den
Steuermann das Schiff dahin lenken heißt, war er sich selbst zum Ver
derben. Als er nämlich dorthin durchgedrungen war, folgten die
übrigen (Schiffe) nicht. Während er nun von den andringenden Feinden
umringt aufs Tapferste kämpfte, fing sein Schiff, durchbohrt von einem
Schiffsschnabel, an zu sinken. (3) Obgleich er von hier entfliehen tonnte,
wenn er sich ins Meer gestürzt hätte, weil die Flotte der Athener in
der Nähe war, welche die Schwimmenden aufnahm, wollte er lieber
untergehen, als die Waffen wegwerfen und das Schiff verlassen,
auf welchem er gefahren war. Dies wollten die Nebligen nicht thun,
welche durch Schwimmen in Sicherheit kamen. Aber jener, in dem
Glauben, daß ein ehrenvoller Tod besser sei, als ein schimpfliches Leben,
wurde im Handgemenge kämpfend von den Geschossen der Feinde
getödtet.

XIII. Timotheus.
Ollp. I.
(1) Timotheus, der Sohn des Conon, aus Athen. Dieser ver«
größerte den vom Vater ererbten Ruhm durch viele (eigene) Vorzüge.
Er war nämlich beredt, unverdrossen, thätig, erfahren im Kriegswesen,
und ebenso sehr in der Staatsleitung. (2) Es gibt viele vortreffliche
Thaten von ihm, aber die nachfolgenden (sind) die glänzendsten. Die Ein
wohner von Olynth und Vyzanz unterwarf er im Kriege. Sarnos er
oberte er, bei deren Belagerung die Athener im früheren Kriege tausend
uno zweihundert Talente aufgewendet hatten. Dieses gewann jener
ohne alle Staatskosten dem Volke wieder. Gegen Cotys führte er Krieg
und brachte von diesem tausend und zweihundert Talente als Beute in
den Staatsschatz. Cyzicus befreite er von Belagerung. (3) Er reiste
zugleich mit Agesilaus dem Ariobarzanes zu Hilfe; als der . Laconier
von diesem baares Eeld genommen hatte, wollte jener lieber, daß seine
Mitbürger durch Land und Städte bereichert würden, als das annehmen,
wovon er einen Theil für sich selbst nach Hause bringen könnte. Daher
nahm er Critote und Sestus an.

L«,p. II.
(1) Eben dieser segelte als Befehlshaber der Flotte um den Pelo-
ponnes, verwüstete Laconien und schlug ihre Flotte in die Flucht.

48
Ouadriu« IV, 2—3. limutueus 1, 1—3. II, 1—3. III, 1—4.

Lorcyra brachte er wieder unter die Herrschaft der Athener, auch ver
bann er als Bundesgenossen (mit den Athenern) die Epiroten, Atha-
manen, Chaonen und alle diejenigen Völterschaften , welche an jenem
Meere anwohnen. (2) Hierauf standen die Lacedämonier von den,
langwierigen Streite ab und räumten freiwillig den Athenern die
Oberherrschaft zur See ein, und sie machten unter der Bedingung
Frieden, daß die Athener Anführer zur See wären. Dieser Sieg ge«
leichte den Attikern zu solcher Freude, daß damals zuerst der Friedens
göttin auf Staatskosten Altäre errichtet wurden, und dieser Göttin ein
Polstersitz aufgestellt wurde. (3) Und damit das Andenken an sein
Verdienst bleibe, stellte man dem Timotheus auf Staatskosten eine
Bildsäule auf dem Markte auf. Diese Ehre widerfuhr diesem allein
in der ganzen Zeit bis zu ihm, daß, d» das Volk dem Vater eine
Bildsäule errichtet hatte, eine solche auch dem Sohne gab. So erneuerte
die frische dicht daran gestellte (Säule) das alte Andenken an den
Vater.

Lap. III.
(1) Als er in hohem Alter war und aufgehört hatte, obrig
keitliche Aemter zu bekleiden, fingen die Athener an, von allen Seiten
durch Krieg gedrängt zu werden. Samos war abtrünnig geworden,
der Hellespont abgefallen, Philipp der Vtacedonier führte, damals fchon
mächtig, Vieles im Schilde; und als diesem Ehares entgegengestellt
worden mar, glaubte man, nicht hinreichend Schutz in ihm zu haben.
<2) Menestheus wird Feldherr, der Sohn des Ivhicrates, Schwiegersohn
des Timotheus, und man beschließt, daß er zum Kriege aufbreche.
Zur Berathung werden diesem zwei in Erfahrung und Einsicht aus
gezeichnete Männer gegeben, deren Rath er sich bedienen sollte, der
Vater und Schwiegervater, weil diese ein so großes Ansehen besaßen,
daß man große Hoffnung hatte, durch sie könne das Verlorene wieder
erlangt weroen. i3) Als diese nach Samos aufgebrochen waren, und
ebendahin Chares, da er ihre Ankunft erfahren hatte, mit seinen
Truppen absegelte, daß nicht etwas in seiner Abwesenheit ausgeführt
schiene, ereignete es sich, da sie sich der Insel näherten, daß ein
großer Sturm ausbrach; diesem hielten die beiden alten Feldherren
für gerathen auszuweichen, und legten ihr Schiff vor Unter. <4) Aber
jener, unbesonnen handelnd, gab dem Ansehen der Aelteren nicht nach,
und, wie wenn in seinem Schiffe das Glück wäre, kam er dort an,
wohin er gestrebt hatte, und schickte zu Timotheus und Iphicrates die
Aufforderung, daß sie ihm eben dahin folgen möchten. Von hier zog
er sich, als er unglücklich gekämpft und mehrere Schiffe verloren hatte,

49
Nepos, Uebersetzung.
dahin zurück, von wo er aufgebrochen war, und berichtete nach Athen,
es wäre ihm leicht gewesen, Samos einzunehmen, wenn er nicht von
Timotheus und Iphicrates verlassen morden wäre. (5) (Deswegen
wurden sie vor Gericht gefordert.) Das Voll, heftig, argwöhnisch, be
weglich, feindlich, auch auf die Macht neidisch, ruft sie nach Hause
zurück; sie werden des Verrath's angeklagt. In diesem Gericht wird
Timotheus verurtheilt, und seine Strafsumme wird auf hundert Talente
abgeschätzt. Er begab sich, vom Hasse der undankbaren Bürgerschaft
gezwungen, nach Chalcis.

0ap. IV.
(1) Als nach seinem Tode das Voll seinen Ausspruch bereutes strich
es neun Zehntheile der Strafe hinweg und befahl, daß sein Sohn
Conon zehn Talente zahle zur Ausbesserung eines Theiles der Mauer.
Hierbei wurde die Veränderlichkeit des Glückes bemerkt. Denn die
Mauern, welche der Großvater Conon von der Veute der Feinde dem
Vaterland« wiederhergestellt hatte, mußte der Enkel mit größtem
Schimpfe der Familie aus seinem eigenen Vermögen ausbessern lassen.
(2) Obgleich wir aber für das besonnene und verständige Leben des
Timotheus sehr viele Beweise bringen tonnten, so weiden wir mit dein
einen zufrieden sein, aus welchem man leicht wird ersehen können, wie
theuer er den Seinigm gewesen ist. Als er zu Athen als ganz junger
Mann vor Gericht stand, kamen nicht allein seine Freunde und seine
Privat°Gastfreunde, um ihn zu vertheidigen, zusammen, sondern unter
diesen auch der Tyrann Jason, welcher zu jener Zeit der mächtigste
von Allen war. (3) Während dieser in seinem Vaterland« ohne Tra>
banten sich nicht sicher glaubte, kam er ohne irgend eine Bedeckung nach
Athen, und schätzte den Gastfreund so hoch, daß er lieber sich einer Le-
bensgefahr aussetzen wollte, als dem Timotheus bei dem Kampfe für
den nuten Ruf nicht beistehen. Dennoch führte später Timotheus auf
Gehelß des Volkes gegen Denselben Krieg, und glaubte, daß die Rechte des
Vaterlandes heiliger seien als die der Gastfreundschaft. (4) Dies Zeit
alter des Iphicrates, Chabrias, Timotheus war das letzte der athe
nischen Feldherren; und kein Feldherr war nach ihrem Tode in irgend
einer Stadt des Andentms würdig.

50
limotlien« III, 5. IV, 1—4. Datums« I, 1—4. II, 1—3.

XIV. Tlltames.
l?»p. I.
(1) Ich komme jetzt zu dem tapfersten und einsichtsvollsten Manne
aller Nichtgriechen, mit Ausnahme der beiden Karthager, Hamilcar
und Hannibal. (2) Ueber diesen werden mir umsomehr berichten, weil
die Mehrzahl seiner Thaten theils allzu dunkel find, theils diejenigen,
welche glücklich für ihn ausfielen, nicht wegen der großen Anzahl der
Truppen, sondern wegen der Größe seines Verstandes, wodurch er Alle
übertraf, glückten; und wenn der Grund dieser <Thaten) nicht wird
entwickelt worden sein, so werden die Dinge nicht klar sein kön
nen. (3) Datames, der Sohn des Kamisares, eines Carters von Na
tion, und einer scythischen Mutter, befand sich zuerst bei Urtaxerxes
unter der Zahl derjenigen Soldatm, welche den Königspalast bewachten.
Sein Vater Kamisares hatte, weil er fowol persönlich tapfer und
thätig im Kriege als auch dem Könige bei vielen Gelegenheiten treu
befunden worden war, zur Provinz den Theil Ciliciens neben Cappa-
docien, welchen die Leucosyrer bewohnen. (4) Datames zeigte zuerst «in
militärisches Amt verwaltend in dem Kriege, welchen der König gegen
die Cadusier führte, was für ein Mann er sei. Denn nachdem hier
viele Tausend der königlichen Truppen getödtet worden waren, mar seine
Hilfe von großer Wichtigkeit. Daher kam es, daß ihm, als Kamisares in
diesem Kriege gefallen war, ihm die Provinz des Vaters übergeben
wurde.
0«,p. II.
(1) Von gleicher Tüchtigkeit zeigte er sich später, als Autophra-
dates auf Befehl des Königs diejenigen bekriegte, welche abgefallen
waren. Denn durch seine Bemühung wurden die Feinde, als sie schon
in das Lager eingedrungen waren, geschlagen, und das übrige Heer
des Königs gerettet; seit dieser Zeit fing er an größeren Angelegenheiten
vorzustehen. (2) Es war zu dieser Zeit Thyus, der Herrscher Paphla-
goniens, von altem Geschlechte von Seiten jenes Pylamenes abstam
mend, von welchem Homer sagt, daß er im trojanischen Kriege von
Patioclus getödtet worden sei. (3> Dieser war den Befehlen des Kö
nigs nicht gehorsam, weswegen er beschloß, ihn zu bekriegen, und mit
dieser Sache beauftragte er den Datames, einen Verwandten des Pa»
ihlagoniers (denn sie waren von Bruder und Schwester erzeugt). Des
halb wollte Datames zuerst den Versuch machen, den Verwandten ohne
Waffen zum Gehorsam zurückführen. Als er zu diesem ohne Bedeckung
gelommm war, weil er von einem Freunde keine Nachstellungen fürch

51
Nepo«, Übersetzung.
tete, wäre er beinah ums Leben gekommen. Denn Thyus wollte ihn
heimlich tödten. (4> Es war die Mutter mit Datames, die Tante des
Paphlagoniers. Diese erfuhr, was betrieben werde, und warnte den
Sohn. (5) Jener vermied durch Flucht die Gefahr, und erklärte dem
Thyus den Krieg. Als er in diesem von Ariobarzanes, dem Befehls
haber Lydiens, Ioniens und ganz Phrygiens, verlassen worden war,
setzte er nicht weniger eifrig den Krieg fort und nahm den Thyus
lebendig mit Frau und Kindern gefangen.

c»p. m.
<1) Er bemühte sich, daß die Nachricht von dieser Thllt nicht eher
zum Könige gelangte, als er selbst. Daher kam er, ohne daß jemand da
von wußte, dahin, wo der König war, und bekleidete am folgenden
Tage den Thyus, einen Mann von sehr hoher Statur und von er
schreckendem Angesichte, weil er sowol schwarz mar, als langes Haupt
haar und einen Herabhangenden Bart hatte, mit dem besten Kleide,
welches die königlichen Satrapen zu tragen gewohnt waren, und
schmückte ihn auch mit einer Halskette und goldenen Armbändern und
onderm königlichen Schmucke. (2) Er selbst bekleidet mit einem bäueri
schen Doppelmantel und einem struppigen Unterkleide, auf dem Kopfe
einen Iägerhelm, in der rechten Hand eine Keule, in der linken eine
Leine tragend, mit welcher er den Thyus gebunden vor sich her trieb,
wie wenn er ein gefangenes wildes Thier führte. (3) Als Alle auf
diefen hinsahen wegen der Neuheit des Schmuckes und der unbekannten
Gestalt, gab es Einige, welche den Thyus erkannten und es dem Kö
nige berichteten. Zuerst schenkte er (diesen) keinen Glauben. (4) Daher
schickte er den Pharnabazus auf Erkundigung. Sobald er von diesem
das Geschehene erfuhr, ließ er ihn sogleich zu sich kommen, überaus er
freut sowol über die That, als auch über den Schmuck, besonders aber,
daß der berühmte König unerwartet in seine Gewalt gerathen war.
(b) Daher beschenkte er den Datames auf glänzende Weise und schickte
ihn zum Heere, welches damals unter Anführung des Pharnabazus und
Tithraustes zum Kriege gegen Aegypten zusammengezogen wurde, und
gab ihm gleichen Antheil mit jenen am Oberbefehl. Nachdem aber
der König Pharnabazus zurückgerufen hatte, wurde jenem die Leitung
des Ganzen übertragen.
oap. IV.
(1> Als dieser mit größtem Eifer ein Heer ausrüstete und sich vor
bereitete, nach Aegypten aufzubrechen, wurden ihm plötzlich vom Könige
Briefe geschickt, daß er den Aspis angreifen sollte, welcher Cataonien in
Besitz Hütte, welche Völkerschaft oberhalb Ciliciens, in der Nachbarschaft

52
vatame« II, 4—5. III, 1—5. IV, 1—5. V, 1—4.

von Cappadocim wohnt. l2) Denn AspiZ, welcher eine waldige und
durch Verschanzungen befestigte Gegend bewohnte, gehorchte nicht allein
dem Befehle des Königs nicht, sondern beunruhigte auch die benachbarten
Gegenden und raubte, was immer dem Könige zugeführt werden mochte.
<3) Obgleich Datames von diesen Gegenden weit entfernt war und von
einer wichtigeren Angelegenheit abgezogen wurde, so glaubte er doch
dem Willen des Königs Folge leisten zu müssen. Daher bestleg er mit
wenigen aber tapferen Männern ein Schiff, indem er glaubte, (was
auch der Fall war), daß er Jenen, wenn er nichts ahnete, leichter mit
geringer Mannschaft niederdrücken werde, als, wenn derselbe vorbereitet
fei, mit einem noch so großen Heere. (4) Von diesem (Schiffe) nach
Cilicien gebracht, stieg er von da aus, marschirte Tag und Nacht, über
stieg den Taurus uno kam dahin, wohin er gestrebt hatte; er fragt,
wo Aspis sei; er erfährt, daß er nicht weit entfernt und auf die Jagd
gegangen sei. Während er dies auskundschaftet, wird die Ursache seiner
Ankunft erkannt, Aspis rüstet die Pisiden mit denen, welche er um
sich hatte, zum Widerstände aus. (5) Sobald Datames diefes gehört
hatte, nimmt er seine Waffen und befiehlt den Seinigen zu folgen; er
selbst reitet in gestrecktem Galopp auf den Feind los. Als Aspis ihn
«on ferne auf stch zukommen sah, fürchtete er sich sehr, und von dem
Versuche Widerstand zu leisten abgeschreckt, ergibt er sich. Datames
übergibt ihn dem Mithridates gebunden, um ihn zum Könige zu führen.
cap. V.
(1) Als sich Artaxerxes, während dies geschah, erinnerte, von
welchem großen Kriege er den Grüßten der Feldherrn zu einem so
kleinen geschickt habe, machte er sich selbst Vorwürfe darüber und schickte
einen Noten zum Heere nach Nee, weil er glaubte, daß Datames noch
nicht aufgebrochen sei, welcher sagen sollte, er möchte nicht vom Heere
weggehen. Bevor dieser dort ankam, wohin er gereist mar, traf er
auf dem Wege diejenigen, welche den Aspis fühlten, (2) Während nun
Datames durch diese Schnelligkeit großes Wohlwollen des Königs sich
erworben hatte, zog er sich den nicht geringeren Neid der Hofleute zu,
welche sahen, daß er allein mehr geachtet werde als sie alle. Deshalb
vereinigten sich Alle, ihn zu unterdrücken, (3) Dieses theilt ihm Pan-
dantes, der Hüter des königlichen Schatzes, ein Freund des Datames,
schriftlich mit, wobei er ihm anzeigt, er werde in sehr großer Gefahr
sein, wenn unter feinem Oberbefehl ein Unglück in Aegypten sich er
eignen würde. (4) Denn das sei die Gewohnheit der Könige, daß sie
unglückliche Ereignisse den Menschen zuschrieben, glückliche ihrem Glücke;
dadurch geschehe, daß sie leicht zu dem Untergange derjenigen angetrieben
würden, unter deren Leitung unglückliche Kriegsthaten ihnen berichtet.

53
Aspoz, Übersetzung.

würden. Er werde in desto größerer Gefahr sein, weil er diejenigen,


auf deren R»th der König am meisten höre, zu Feinden habe. (5) Als
jener fo Bedeutendes in dem Briefe gelefen hatte und schon nach 2lce
zum Heere gekommen war, beschloß er, vom Könige abzufallen, weil er
wohl wußte, daß dies der Wahrheit gemäß geschrieben sei. Und dennoch
th»t er nichts, was seiner Treue unwürdig gewesen wäre, <L> Denn
er stellte den Manürocles aus Magnesia an die Spitze des Heeres. Er
felbst geht mit den Seinigen nach Cappadocien ab und befetzt das
damit verbundene Paphlagonien, indeni er verbirgt, wie er gegen den
König gesinnt sei. Heimlich fchließt er mit Ariobarzanes ein Bündniß,
wirbt eine Mannschaft, übergibt die befestigten Plätze seinen Leuten
zur Bewachung.
c-»p. vi.
(1) Aber dies ging wegen der Winterzeit nicht sehr glücklich von Stat»
ten Er hört, daß die Pisiden einige Truppen gegen ihn ausrüsten. Er
schickt dahin seinen Sohn Arfidäus mit dem Heere. Der Jüngling fällt
in der Schlacht. Der Vater bricht ebendahin auf mit nicht eben großer
Mannschaft, verbergend, welche Wunde er empfangen hatte, weil er
wünschte, zum Feinde zu gelangen, bevor die Nachricht von der un
glücklichen Unternehmung zu den Seimgen gelange, damit nicht durch
die Kenntniß von dem Tode des Sohnes der Muth der Soldaten ge>
lähmt würde. (2) Er lommt dort an, wohin er gestrebt hatte, und
schlügt ein Lager an den Orten auf, daß er weder von der Menge
der Feinde umgangen, noch «erhindert werden lönnte, selbst seine
Mannschaft schlagfertig zu halten. (3) Es war mit ihm Metrobar
zanes, fein Schwiegervater, der Anführer der Reiterei. Diefer ver
zweifelte an der Lage des Schwiegersohnes und ging zu den Feinden
über. Sobald Datames dies gehört hatte, erkannte er, daß, wenn es
in die Soldatenmenge gedrungen wäre, daß er von einem so nahen
Verwandten im Stiche gelassene worden sei, es geschehen werde, daß die
Uebrigen dessen Beispiel folgen würben. (4) Er macht in die Menge
(öffentlich) bekannt: auf feinen Befehl fei Metrobarzanes unter dem
Scheine eines Ueberliiufers weggegangen, damit er desto leichter die
Fnnde, aufgenommen (von ihnen», tödten könne. Daher sei es nicht
geziemend, daß er im Stiche gelassen werde, und (es fei recht), daß
Alle ihm »uf der Stelle folgen. Wenn sie dies mit rüstigem Geiste
ausgeführt hätten, würden die Gegner nicht Widerstand leisten können,
weil sie sowol innerhalb der Verschanzung als außerhalb niedergehauen
würden, (5) Als dies gebilligt wurde, führt er das Heer hinaus, ver»
folgt den Metrobarzanes nur (zum Scheine); und als diefer beim
F««nde angekommen war, läßt Datames einen feindlichen Angriff ma

54
vatames V, 5-6. VI, 1—8. VII, 1—3. VIII, 1—2.

chen. (6) Die Pisiden, durch die Neuheit der Sache beunruhigt, kommen auf
die Vermuthung, daß die Ueberläufer treulos und nach Verabredung
gehandelt hatten, damit die Aufgenommenen (ihnen) zu größerm Ver
derben gereichen. Zuerst greifen sie diese an. Da jene nicht wußten,
«as geschähe oder warum es geschähe, wurden sie gezwungen mit de
nen zu kämpfen, zu welchen sie übergegangen waren, und es mit denen
zu halten, welche sie verlassen hatten. Und da leine von Beiden sie
schonten, wurden sie schnell niedergehauen. (7) Die übrigen Pisiden,
welche Widerstand leisten, greift Datames »n, schlägt sie beim ersten
Angriffe, verfolgt die Fliehenden, tödtet Viele und nimmt das Lager
der Feinde ein, <8> Durch eine solche Kriegslist warf er zu gleicher
Zeit theils die Verräther nieder, theils vernichtete er die Feinde und
wandle das, was zu (seinem) Verderben erdacht mar, zum Heile. Auch
haben mir nirgends weder einen geistreichern, noch einen schneller aus
geführten Plan irgend eines Feldherren gelesen als diesen.
Cllp. VII.
(1) Dennoch fiel von diesem Manne der älteste Sohn Snsinas ab
und ging zum Könige über und meldete (ihm) den Abfall seines
Vaters. Durch diese Nachricht bewogen schickte Artaxerxes, weil
er einsah, daß er es mit einem tapfer« und rüstigen Manne zu thun
habe, der zu handeln wagte, wenn er nachgedacht hätte, und gewohnt
wäre, früher nachzudenken als zu wagen, den Autophrodates nach Cap-
padoeien. <2) Damit er hier nicht eindringen könnte, gab sich Datames
Mühe, das Waldgebirg, in welchem die Thore von Cllicien liegm, im
Voraus zu besetzen. (3) Aber so schnell konnte er die Truppen nicht
zusammenziehen. Hiervon abgebracht wählte er mit der Mannschaft,
welche er zusammengezogen hatte, einen solchen Ort aus, daß er we
der von den Feinden umgangen, noch der Gegner vorübergehen konnte,
ohne daß er von doppelten Orten (von zwei Seiten) gedrängt würde,
und daß, wenn er nnt ihm kämpfen wollte, die große Menge der Feinde
seiner geringen Zahl nicht viel schaden könnte.
c»,p. VIII.
(1) Obgleich dies Autophrodates sah, beschloß er doch, lieber zu
kämpfen, als mit so vielen Truppen sich zurückzuziehen oder so lange
an einem Orte zu bleiben. (2) Er hatte zwanzigtausend barbarische
(persische) Reiter, hunderttausend Fußsoldaten, welche jene Cardaken
nennen, und von derselben Art dreitausend Schleuderer; außerdem acht
tausend Cappadocier, zehntausend Armenier, fünftausend Paphlagonier,
zehntausend Phrygier, fünftausend Lydier, ungefähr dreitausend Aspen-
dier und Pisiden, zweitausend Cilicier, ebensoviel Captianer, dreitausend

55
Nspos, Übersetzung.

Söldner aus Griechenland, eine sehr große Unzahl Leichtbewaff


neter. (3) Gegen diese Truppen bestand die ganze Hoffnung des Da-
tames in sich und in der natürlichen Beschaffenheit des Ortes, denn
er hatte nicht den zwanzigsten Theil dieser Soldatenzahl. Auf diese
vertrauend kämpfte er und tödtete viele Tausende der Gegner, mährend
von seinem Heere selbst nicht mehr als tausend Mann gefallen waren:
weswegm er am folgenden Tage ein Siegeszeichen aufstellte, wo Tags
vorher gekämpft worden war. (4) Als er von hier vorgerückt mar und
immer an Truppen schwächer in allen Schlachten Sieger blieb, weil er
niemals kämpfte, außer wenn er die Gegner durch Engpässe einge
schlossen hatte, (was dem der Gegenden Kundigen und mit Klugheit
Ueberlegenden immer glückte), (5) ermahnte ihn Autophrodates, da er
sah, daß der Krieg mit größerm Verluste des Königs als der Gegner
in die Länge gezogen würde, zum Frieden und zur Freundschaft, daß,
er sich mit dem Könige wieder aussöhne. (6) Obgleich jener glaubte,
daß diese <Versühnung> nicht zuverlässig sein werde, so nahm er doch
den Vorschlag an und sagte, daß er an Artaxerxes Gesandte schicken
werde. So wurde der Krieg, welchen der König gegen Datame« un
ternommen hatte, beigelegt. Autophrodates zog sich nach Phrygien
zurück.
c!»l>. IX.
(1) Aber da der König einen unversöhnlichen Haß gegen Datames
gefaßt hatte, so bemühte er sich, nachdem er gesehen hatte, daß er ihn
im Kriege nicht vernichten könne, ihn durch Nachstellungen zu tödten,
denen er aber zum grüßten Theil entging. (2) So wie, als ihm einst ge
meldet worden war, daß Einige ihm nachstellten, welche zu seinen Freun
den gehörten. Weil von diesen Feinde es hinterbracht hatten, glaubte
er weder, daß er es für wahr halten, noch daß er es vernachlässigen
müsse; er wollte erproben, ob Wahres oder Falsches berichtet worden.
(3) Deshalb reiste er dahin, auf welchem Wege sie gesagt hatten, daß
die Nachstellungen geschehen werden. Aber er wählte einen an Figur
und Wuchs ihm äußerst ähnlichen aus und gab ihm seine Kleidung
und befahl ihm, an dem Orte zu gehen, wo er selbst es gewohnt mar.
Er selbst aber fing an in militärischer Rüstung und Kleidung zwischen
den Leibwächtern den Weg zu machen, (4) Als aber das Heer an die»
fem Ort angelangt war. machen die Nachsteller, getäuscht durch die
Reihe und Kleidung auf den einen Angriff, welcher untergeschoben
war. Es hatte aber Datames denen, mit welchen er den Weg machte,
befohlen, daß sie bereit seien, zu thun, was sie ihn selbst (thun) sähen.
<5) Er selbst schleuderte, sobald er die heranstürmenden Nachsteller be»
merkte, Geschosse auf sie ab. Als Alle eben dasselbe gethan hatten,

56
vatilmez VIII, 3—6. IX, 1—5. X, 1—3. XI, 1—4.

stürzten sie durchbohrt nieder, bevor sie zu dem gelangten, den sie an»
greifen wollten.'
c?llz». X.
(1) Dennoch wurde dieser so schlaue Mann zuletzt durch eine List
des Mithridates, des Sohnes des Ariobarzanes, überlistet. Denn dieser
versprach dem Könige, er werde ihn tödten, wenn ihm der König ver
spreche, daß er, was er auch thun wolle, ungestraft thun dürfe, und
hierüber sein Wort durch Handschlag gegeben hätte. (2) Als er diese
vom Könige ihm gesandte Zusicherung erhielt, rüstet er Truppen und
schließt abwesend mit Datames Freundschaft, beunruhigt die Provinzen
des Königs, erobert Festungen, macht große Beute, die er theils den
Seinigen vertheilt, theils an Datames schickt; auf gleiche Weise über-
giebt er ihm mehrere Festungen. (3) Dadurch, daß er dies lange Zeit
so trieb, überredete er den Mann, daß er einen endlosen Krieg gegen
den König unternommen habe, da er ebenso wenig, damit er jenem
keinen Verdacht von Nachstellungen einstoße, weder eine Unterredung
mit ihm begehrte, noch sich bemühte, ihm näher zu kommen. Er un
terhielt von fern die Freundschaft so, daß sie nicht durch gegenseitige
Dienstleistungen, sondern durch gemeinsamen Haß, den sie gegen den
König gefaßt hatten, verbunden schienen.
c»p. xi.
(1) Als er glaubte, daß er dies genügend befestigt habe, benachrich
tigte er den Datames, es sei Zeit größere Heere auszurüsten und
den Krieg mit dem König selbst zu beginnen; und er möge über diese
Sache, wo er wolle, zu einer Unterredung kommen, wenn es ihm gut
schiene. Als der Vorschlag angenommen worden, wird eine Zeit 4ür
die Unterredung gewählt und der Ort, wo man zusammenkommen
sollte. (2) Hierhin kommt Mithridates mit einem einzigen Manne, zu
dem er das meiste Vertrauen hatte, einige Tage vorher, und vergräbt
an mehreren Stellen einzeln Schwerter, und bezeichnet diese Stellen
sorgfältig. Am Tage der Unterredung selbst schicken Beide (Leute) ab,
welche den Ort ausspähen und sich gegenseitig durchsuchen sollten.
<3) Darauf kamen sie selbst zusammen. Als sie hier eine Zeitlang in
Unterredung gewesen waren und nach verschiedenen Seiten sich getrennt
hatten, und Datames schon weit entfernt mar, lehrt Mithridates, be
vor er zu den Seinigen gelangte, damit er nicht einen Verdacht errege,
»uf eben denselben Ort zurück und ließ sich dort, wo die Waffe ver
steckt war, nieder, wie wenn er aus Müdigkeit auszuruhen wünschte,
und rief den Datames zurück, indem er vorgab, er habe etwas in der
Unterredung vergessen. (4) Inzwischen zog er das Schwert, das «er

57
Nepus, Übersetzung.

borgen war, heraus, nahm es aus der Scheide, bedeckte es mit dem Ge
wände und sagte dem Datames, als er tam, er habe beim Weggehen
einen Ort bemerkt, der in der Nähe war, welcher zur Errichtung eines
Lagers geeignet sei. l5) Als er diesen mit dem Finger zeigte, und je
ner nach ihm sah. durchbohrte er ihn von hinten mit dem Schwerte,
bevor jemand zu Hilf« kommen konnte. So wurde der Mann, welcher
Viele durch Klugheit, Niemanden durch Treulosigkeit überwunden hatte,
durch erheuchelte Freundschaft hintergangen.

XV. Epllminondlls.
e»i>. i.
(1) Epaminondas, Sohn des Polymnis, aus Theben. Bevor mir
über diesen schreiben, scheint Folgendes den Lesern im Voraus in Erin.
nerung gebracht werden zu müssen, daß sie nicht fremde Sitten nach den
ihrigen beurtheilen und daß sie nicht glauben, daß das, was ihnen
selbst allzugering ist, es ebenso bei den Uebrigen gewesen ist. <2) Denn
wir wissen, daß die Musik nach unser« Sitten unpassend ist für die
Person eines Vornehmen, tanzen sogar unter die Fehler gerechnet
wird; dies alles wird bei den Griechen sowol für angenehm als für
preiswürdig gehalten. W Da wir aber das Bild der Sitte und des
Lebens des Epaminondas darstellen wollen, fo scheint es, daß wir nichts
übergehen dürfen, was zu ihrer Erklärung gehören möchte. (4) Deshalb
werden mir zuerst von feinem Gefchlechte reden; darauf, in welchen
Wissenschaften und von wem er erzogen worden ist; dann über seine
Sitten und Geistesfähigkeiten und wenn sonst etwas der Erwähnung
werth sein wird; endlich von seinen Thaten, welche von sehr Vielen
den Verdiensten Aller vorgezogen werden.
<ÄP. II.
(1) Er wurde also gezeugt von dem Vater, den wir erwähnt
haben, von edelm Geschlechte, schon von den Vorfahren her arm hinter
lassen; unterrichtet aber wurde er so, wie lein Thebaner besser. Denn
er wurde sowol die Cither spielen als auch sie mit Gesang begleiten
gelehrt von Dionysius, welcher von eben solchem Ruhme unter den
Musikern war, wie Dämon «der Lamprus, deren Namen allbekannt
sind; die Flöte spielen von Dionysius, tanzen von Calliphron. (2) Zum
Lehrer der Philosophie aber hatte er den Lysis aus Talent, einen Pythagoreer ;
diesem nun war er so ergeben, daß er, der Jüngling, den finstern und

58
Oatamez XI, 5. Tpamwonäaz I, 1 — 4. II, 1 — 5. III, 1 — 6.

strengen Greis in der Vertraulichkeit (im Umgänge) allen Iugendge-


noffen vorzog, und ihn nicht eher von sich ließ, als bis er in den Wis
senschaften so sehr seine Mitschüler überflügelt hatte, daß man leicht
einsehen konnte, daß er auf gleiche Weise Alle in dm übrigen Künsten
übertreffen werde. (3) Und dies ist bei uns unbedeutend und viel
mehr verächtlich; aber in Griechenland gereichte es allerdings einst zu
großem Lobe. <4> Nachdem er ein mannbarer Jüngling geworden war
und anfing die Ringschule zu besuchen, strebte er weniger nach großer
Körpeitiaft, als nach Behendigkeit. Denn er glaubte, daß diese zum
Gebrauche der Athleten gehöre, Me Nutzen im Kriege verschaffe. (5) Da
her übte er sich am mefften im Laufen und im Ringen so weit, bis er
stehend (den Gegner) umfassen und kämpfen konnte. Den meisten Fleiß
aber verwandte er auf die Waffenübungen.

0»p. III.
(1) Zu dieser Stärke des Körpers kamen auch noch sehr viele gei
stige Vorzüge hinzu. Denn er mar bescheiden, klug, ernst, weise die
Umstände benutzend, kriegserfahren, persönlich tapfer, von sehr hohem
Sinne, so wahrheitsliebend, daß er nicht einmal aus Scherz log. <2) Auch
enthllltfam, gütig und auf bewunderungswürdige Weise geduldig', Be
leidigungen nicht allein vom Volke, sondern auch von seinen Freunden
ertragend; und vor Allem die anvertrauten Geheimnisse bewahrend,
was zuweilen ebensoviel nützt, als beredt sprechen; ein eifriger Zuhörer;
tenn er glaubte, daß man daraus am leichtesten lerne. (3) So oft er
daher in eine Versammlung gekommen mar, in welcher entweder über
den Staat gesprochen, oder eine Rede über die Philosophie ge
halten wurde, ging er niemals von da hinweg, bevor die Rede zu
Ende gebracht worden war. (4) Die Armut ertrug er so leicht, daß
er hinsichtlich des Staates nichts außer Ruhm empfing. Bei seiner
Erhaltung entbehrte er des Vermögens seiner Freunde: ihrer Hilfe
aber bedimte er sich zur Unterstützung Anderer so oft, daß man an
nehmen kann, ihm sei Alles Mit seinen Freunden gemeinsam gewesm,
<5). Denn wenn entweder einer seiner Mitbürger von den Feinden ge
fangen worden mar, oder die heiratsfähige Tochter eines Freundes
wegen ihrer Armut nicht verheiratet werden konnte, hielt er eine
Berathung mit seinen Freunden und bestimmte nach den Mitteln eines
Jeden, wie viel er geben sollte, (6). Und wenn er diese Summe zusam«
mengebracht hatte, fühlte er, bevor er das Geld nahm, den, welcher
darum bat, zu denen, welche zusammenschössen, und bewirkte, daß sie es
ihm selbst zahlten, damit jener, an welchen dieses Geld gelangte, wüßte,
wieviel er einem Jeden schulde.

59
Aepoz, Übersetzung,

oap. IV.
(I) Seine Uneigennützigkeit aber wurde von Diomedon aus Cyzi-
kus auf die Probe gestellt. Denn dieser hatte es auf Wunsch des Ar»
taxerxes übernommen, den Epaminondas mit Geld zu bestechen. Dieser
kam mit einer großen Summe Goldes nach Theben und brachte den
Micythus, einen jungen Mann, durch sünf Talente auf seine Seite,
welchen damals Epaminondas außerordentlich liebte. Micythus kam
mit Epaminondas zusammen und setzte ihm den Grund der Ankunft
des Diomedon auseinander. (2) Aber jener sagte dem Diomedon ins
Gesicht: Ganz und gar nicht ist Geld nöthig, denn wenn der König
das will, was den Thebanern nützlich ist, so bin ich bereit, es umsonst
zu thun; wenn er aber das Gegentheil will, so hat er nicht genug Gold
und Silber; denn ich will nicht den Reichthum des Erdkreises für die
Liebe zum Vaterland« nehmen. (3) Daß du mich, den (dir) Unbekannten,
zu Verleiten gesucht und dir ähnlich gehalten hast, wundere ich mich nicht
und verzeihe dir; aber entferne dich sofort, damit du nicht Andere be-
stichst, da du mich nicht (bestechen) konntest. Du Micythus, gieb diesem
das Geld zurück; wenn du dies nicht auf der Stelle thust, werde ich
dich der Obrigkeit übergeben. <4) Als Diomedon diesen bat, daß es
ihm gestattet sei, in Sicherheit hinauszugehen und das Seinige weg
zutragen, was er herbeigebracht hätte, sagte er: Dieses werde ich thun;
aber nicht deinet», sondern meinetwegen, damit nicht, wenn dir das
Geld weggenommen ist, jemand sage, das sei (dir) weggenommen zu
mir gelangt, was ich (mir) angeboten nicht hätte annehmen wollen.
(5) Als er ihn gefragt hatte, wohin er gebracht sein wolle, und jener
sagte nach Athen, gab er ihm eine Bedeckung, damit er in Sicherheit
dahin gelange. Damit war er aber noch nicht zufrieden, sondern be
wirkte auch durch den Athener Chabrias, den wir oben erwähnt haben,
daß er unverletzt ein Schiff bestiege. (6) Dies wird ein genügender Be^
weis seiner Uneigennützigkeit sein. Wir könnten zwar sehr viele an
führen, aber es muß Maß gehalten werden, da mir beschlossen haben,
in diesem einen Bande die Lebensbeschreibungen ausgezeichneter Männer
einzuschließen, welche einzeln mehrere Schriftsteller vor uns in vielen
tausend Zeilen entwickelt haben.

c«,p. V.
(1) Er war auch beredt, so daß lein Thebaner ihm an Beredsam
keit gleich war, und ebenso treffend in der Kürze der Antworten, wie
kunstgeübt in fortlaufender Rede. (2> Er hatte einen gewissen Mene-
clides, ebenfalls aus Theben, zum Neider und Gegner in der Staats

60
NpaminouäÄ« IV, 1—6. V, 1—6. VI, 1—4.

Verwaltung, hinreichend geübt im Reden, wie ein Thebaner natürlich;


denn jenes Volt besitzt mehr Körperlraft als,,Geist. (3> Weil dieser den
Epuminondas im Kriegswesen sich auszeichnen sah, pflegte er die The
baner zu ermahnen, daß sie den Frieden dem Kriege vorzögen, damit
nicht die Hilfe jenes Feldherr« begehrt würde. Diesem sagte jener:
Du täuschst durch deine Rede deine Mitbürger, weil du sie vom Kriege
abmahnst; denn unter dem Namen der Ruhe bereitest du (ihnen) die Knecht»
schuft. Denn der Friede wird durch den Krieg verschafft. (4) Deshalb
müssen diejenigen, welche ihn lange genießen wollen, im Kriege geübt sein.
Durum müßt ihr, wenn ihr die Eisten in Griechenland sein wollt, das
Lager, nicht die Ringschule besuchen. (5) Als eben jener Meneclides ihm
vorwarf, daß er leine Kinder und leine Frau hatte, und ganz beson
ders die Anmaßung, daß er glaube, den Kriegsruhm des Agamemnon
erlangt zu haben, sagte Jener: So höre doch auf, o Meneclides, mir
über eine Frau Vorwürfe zu machen, denn hierin will ich von Keinem
weniger (als von dir) Rath einholen. (Es stand nämlich Meneclides
im Verdachte des Ehebruchs). — (6) Was das aber betrifft, daß du
glaubst, ich eifere den: Agamemnon nach, irrst du dich. Denn Jener
nahm mit ganz Griechenland in zehn Jahren laum Eine Stadt ein;
ich dagegen habe nur mit unserer Stadt und an Einem Tage ganz
Griechenland befreit, dadurch, daß ich die Lacedämonier in die Flucht
geschlagen habe.

6»,p. VI.
(1) Als. ebenderselbe in die Versammlung der Arladier gekommen
nmr und forderte, sie möchten mit den Thebanern und Argivern ein
Nündniß schließen, und dagegen Kallistiatus, der Gesandte der Athener,
welcher damals Alle an Beredsamleit übertraf, «erlangte, sie möchten
lieber der Freundschaft der Attiler folgm, und in seiner Rede viel auf
die Thebaner und Argiver losfuhr und hierbei dies vorgebracht hatte :
(2) Die Arladier müßten darauf sehen, was für Bürger beide Staaten
hervorgebracht hätten, woraus sie von den Anderen urtheilen tonnten.
Argiver nämlich seien gewesen Orestes und Altmaon, die Muttermürder;
zu Theben sei Oedipus geboren morden, welcher, als er seinen Vater
getüdtet, mit seiner Mutter Kinder gezeugt habe. (3) Da sagte Eva»
minondas zu diesem, als er in seiner Erwiederung über das Andere
zu Ende gesprochen hatte und auf jene zwei Vorwürfe lam, er wundere
sich über die Thorheit des attischen Redekünstlers) der nicht beachtet
Hube, daß jene schuldlos geboren seien, nachdem sie aber zu Hause das
Verbrechen begangen hatten und aus dem Vaterlande vertrieben worden
maren, seien sie von den Athenern aufgenommen worden. (4) Aber

61
Ne^o», Uebersetzung.
am meisten strahlte seine Beredsamkeit zu Sparta hervor, als er vor
der Schlacht bei Leuctra Gesandter war. Als dahin die Gesandten
aller Bundesgenossen zusammengekommen waren, klagte er vor einer
sehr zahlreichen Versammlung der Gesandten die Gewaltherrschaft der
Lacedämonier so an, daß er ebensosehr durch diese Rede ihre Wacht er
schütterte, wie durch die Schlacht bei Leuttra. Denn damals bewirkte
er, was später sichtbar wurde, daß die Lacedämonier ihrer Bundesge
nossen beraubt wurden.

vap. VII.
(1) Daß er geduldig gewesen und die Beleidigungen von Seiten
seiner Mitbürger ertrug, weil er dafür hielt, daß es frevelhaft sei,
daß er dem Vaterland« zürne, dafür sind folgende Beweise. Denn als
ihn die Bürger aus Haß nicht hatten an die Spitze des Heeres stellen
wollen und ein des Krieges unerfahrener Feldherr gewählt worden war,
durch dessen Irrthum jene Soldatenmenge dahin gebracht worden mar, daß
sie Alle für ihr Heil sehr fürchteten, weil sie in den Engpässen ein
geschlossen von Feinden umringt waren: fing man an, die Umsicht des
Epaminondas zu begehren. (2) Er war nämlich dort als Privatmann
in dem Stande eines (gemeinen) Soldaten. Als sie von ihm Hilfe
baten, zeigte er keine Erinnerung an die Beschimpfung, befreite das
Heer aus der Umzingelung und führte es unversehrt in die Heimat
zurück. (8) Aber dies that er nicht Einmal, sondern öfter. Am be
rühmtesten aber war es. als er das Heer in den Peloponnes gegen die
Lacedämonier gefühlt hatte, und zwei Amtsgenossen hatte, von denen
der Eine Pelopidas, ein tapferer und strenger Mann, war. Als diese
Alle durch die Anklagen der Gegner verhaßt wurden, und ihnen eben
deswegen das Commando abgenommen worden war, und an ihre Stelle
andere Anführer nachfolgten: (4) gehorchte Epaminondas dem Volks-
beschlusse nicht und überredete die Kollegen, daß sie dasselbe thäten und
führte den Krieg, welchen er unternommen hatte. Denn er bemerkte,
daß, wenn er dies nicht thäte, das ganze Heer wegen der Unvorsichtig»
keit der Feldherren und ihrer Unkenntniß des Krieges untergehen werde.
!5) Es war ein Gesetz in Theben, welches mit Tode bestrafte wenn Einer
das Commando länger behalten hätte, als es durch das Gesetz vorher
bestimmt worden wäre. Da Epaminondas sah, daß dieses um den
Staat zu erhalten gegeben worden sei, wollte er es nicht zum Verderben
der Bürgerschaft anwenden, und führte vier Monate länger, als das
Voll befohlen hatte, das Commando.

62
NMmiuonäaz VII, 1— b. Vlll, 1—5. IX, 1—3.

0«,p. VIII.
(1) Nachdem man in die Heimat zurückgekehrt war, wurden seine
Amtsgenossen wegen dieses Vergehens angeklagt. Diesm erlaubte Je»
ner, die ganze Schuld auf ihn zu schieben und zu behaupten, es sei
durch seine Bemühung geschehen, daß sie dem Gesetze nicht gehorchten.
Da Jene durch diese Vertheidigung von der Gefahr befreit worden waren,
glaubte Niemand, daß Epaminondas sich verantworten werde, weil er nicht
hätte, was er sagen sollte. (2) Aber er erschien vor Gericht, läugnete
nichts von dem, was «hm seine Gegner zur Schuld anrechneten, bekannte
sich zu Allem, was seine Kollegen gesagt hatten und weigerte sich nicht,
der Strafe des Gesetzes sich zu unterziehen; aber er bat sie um das
Eine, daß sie in sein Protokoll schrieben: (3) Epaminondas wurde
von den Thebaner« mit dem Tode bestraft, weil er sie zwang, bei
Leultra die Lacedämonier zu besiegen, welchen vor seiner Anführung
kein Nöotier in der Schlacht ins Geficht zu sehen wagte, (4) und weil
er in einer Schlacht nicht allein die Thebaner vom Untergänge rettete,
sondern auch ganz Griechenland befreite und die Angelegenheiten Neider
dahin bracht«, daß die Thebaner Sparta belagerten, d«e Lacedämonier
zufrieden waren, daß sie mit dem Leben davonkommen konnten; und
er nicht eher aufhörte, Krieg zu führen, als bis er Mefsene wiederher
gestellt und ihre Stadt belagert hatte. (5) Als er dies gesagt hatte,
entstand ein allgemeines heiteres Gelächter, und kein Richter wagte,
seine Stimme über ihn abzugeben. So ging er von dem Criminal»
piocesse mit größtem Ruhme aus.

vap. IX.
(1) Als derselbe in der letzten Zeit als Feldherr bei Mantine» in
Schlachtordnung den Feind allzulühn drängte, wurde er von den Lace-
dämoniern erkannt, und, d» sie glaubten, daß die Rettung ihres Vater
landes auf dem Untergange des Einen beruhe, machten sie Alle auf ihn
allein einen Angriff und ließen nicht eher ab, bis sie, nach einem großen
Vlutbade und nachdem Viele getödtet worden waren, den Epaminondas
selbst, welcher aufs tapferste kämpfte, durch einen aus der Ferne ge
worfenen Speer durchbohrt zusammensinken sahen. (2) Durch dessen
Hall wurden die Nöotier eine Zeit lang aufgehalten; aber dennoch wichen
sie nicht eher aus der Schlacht, als bis sie die Widerstand Leistenden
geschlagen hatten. (3> Epaminondas aber, als er merkte, daß er eine
tödtliche Wunde empfangen habe, und zugleich, daß er, wenn er das
Eisen, das vom Schafte des Speers im Körper zurückgeblieben mar,
herausgezogen hatte, sogleich das Leben aushauchen werde, hielt es so

63
Aex08, Uebersetzung.
lange zurück, bis man belichtete, die Büotier hätten gesiegt. (4) Nach«
dem ei dies gehört hatte, sagte er, ich habe genug gelebt, denn ich
sterbe unbesiegt. Hierauf zog er das Eisen heraus und gab auf der
Stelle den Geist auf.

«Äp. X.
(1) Er nahm niemals eine Frau. Als er hierin, weil er keine Kinder
hinterließe, von Pelopioas getadelt wurde, welcher einen Sohn von
übelm Rufe hatte, und dieser sagte, daß er hierbei schlecht für das
Vaterland sorge, sagte er: (2) Siehe zu, daß du nicht schlimmer sorgest,
der du einen solchen Sohn von dir hinterlassen wirst. Dennoch aber
kann es mir an Nachkommenschaft nicht fehlen. Denn ich hinterlasse
als meine Tochter die Schlacht bei Leuktra, welche nothwendig nicht
nur mich überleben, sondern auch unsterblich sein muß, A Zur Zeit,
als unter Anführung des Pelopioas die Verbannten Theben einnahmen
und die Schutzwache der Peloponnesier aus der Burg vertrieben, hielt
sich Epaminondas, solange die Ermordung seiner Mitbürger geschah, zu
Hause, weil er weder die Schlechten vertheidigen, noch sie bekämpfen
wollte, um nicht seine Hände mit dem Vlute der Seinigen zu bestehen.
Denn er glaubte, daß jeder Sieg übel Mitbürger unheilvoll sei. Eben
dies» stand, nachdem man angefangen hatte, bei der Cadmea mit den
Lacedämoniern zu kämpfen, unter den elften. (4) Ueber feine Tugenden
und sein Leben wird genug gesagt sein, wenn ich das Eine hinzufüge,
was Niemand in Abrede stellen dürfte, daß Theben fomol vor der Ge
burt des Epaminondas als nach seinem Untergange beständig fremd«
Hellschaft gehorcht hat; dagegen das Haupt Gliechenlanbs war, solange
Jener an del Spitze des Staates stand. Hielaus kann man erkennen,
daß dei eine Mann mehr werth war als der ganze Staat.

64
üpammonäaz IX, 4. X, 1—4. ?eloz>iä3,8 I, 1—4. II, 1—2.

XVI. Pelopidas.
o»i>. i.
(I) Pelopidas aus Theben, mehr den Geschichtsforschern als der
großen Menge bekannt. Ich bin in Zweifel, auf welche Weise ich über
die Verdienste dieses (Mannes) handeln soll, weil ich fürchte, daß, wenn
ich die Ereignisse zu entwickeln anfange, ich nicht sein Leben zu er
zählen, sondern eine Geschichte zu schreiben scheine; wenn ich nur die
Hauptpunkte berühre, daß es den der griechischen Literatur Unkundigen
nicht sehr deutlich erscheine, welch ein großer Mann jener gewesen ist.
Daher werde ich Beidem vorbeugen soviel ich vermag und sowol der
Ueieisattigung als der Untunde der Leser abhelfen, (2) Als Phöbidas,
bei Lacedämonier, das Heer nach Olynth führte und den Weg über
Theben machte, besetzte er die Burg der Stadt, welche Cadmea genannt
wird, auf den Antrieb sehr weniger Thebaner, welche es mit den La«
coniern hielten, um desto leichter der Gegenpartei Widerstand leisten
;u lönnen; und dies that er nach seiner eigenen Privatansicht, nicht
nach einem Staatsbeschlusse. (3) Deshalb riefen ihn die Lacedämonier
vom Heere ab und bestraften ihn mit Geld; gleichwol gaben sie die
V«g den Thebanern nicht zurück, weil sie, d» Feindschaft (zwischen
ihnen) entstanden mar, es für gerathener hielten, sie zu belagern, als
sie zu befreien. Denn nach dem peloponnesischen Kriege und der Ne-
siegung Athens glaubten sie, daß sie es mit den Thebanern zu thun
hatten, und daß diese die Einzigen wären, welche es wagten, ihnen
Nioerstand zu leisten. (4) Wegen dieser Gesinnung hatten sie ihren
Freunden die höchsten Aemter gegeben und die Häupter der andern
Partei zum Theil getödtet, Andere aus der Stadt verbannt; unter
diesen entbehrte dieser Pelopidas, von welchem wir begonnen haben zu
ichreiben, vertrieben das Vaterland.

L«,p. II.
(1) Diese Alle hatten sich nach Athen begeben, nicht um ein ruhiges
leben zu suchen, sondern damit sie durch die nächste beste Gelegenheit,
welche der Zufall geboten hätte, sich bemühten, das Vaterland wieder
zu gewinnen. (2) Deshalb wählten sie, sobald die Zeit zum Handeln
passend schien, gemeinsam mit denen, welche zu Theben dieselbe Ge
sinnung hegten, den Tag zur Unterdrückung der Gegner und zur Be-
fteiung des Vaterlandes aus, an welchem die höchsten Behörden ge»

65
NeuoZ, Übersetzung.

meinsam zu speisen pflegten. (3) Oft schon sind große Dinge mit nicht
sehr großen Mitteln ausgeführt worden; aber wahrlich niemals ist eine
so große Macht mit so geringem Anfange niedergeschlagen worden.
Denn zwölf Jünglinge kamen unter denen zusammen, welche mit Ver->
bannung bestraft worden waren, da überhaupt von denen, welche sich
einer so großm Gefahr aussetzen mochten, nicht mehr als hundert
waren. Und durch diese kleine Zahl wurde die Macht der Lacedämonier
erschüttert. (4) Denn diese machten damals ebenso sehr den Spartanern
welche die Oberherrenvon ganz Griechenland waren, als der Gegenpartei den
Krieg, und das hohe Ansehm ihrer Herrschaft, erschüttert von diesem
Anfange an, stürzte, und zwar nicht lange nachher, durch die Schlacht
bei Leuktr». (5) Als daher jene Zwölf, deren Anführer Pelopidas
war, bei Tage aus Athen weggingen, damit sie in der Abenddäm
merung nach Theben gelangen könnten: so gingen sie mit Jagdhunden,
Netze tragend, in Bauertleidung, um mit desto geringerm Verdacht die
Reise zu machen. Da diese zu derselben Zeit, da sie anzukommen
strebten, angelangt waren, kamen sie in das Haus des Charon, von
denl Zelt und Tag bestimmt morden waren.

llap. III.
(1) Ich will an diesem Orte einschieben, obgleich es nicht zu dem
beabsichtigten Gegenstande gehört, zu wie großem Unglück allzugrohes
Vertrauen zu gereichen pflegt. Denn es gelangte bald zu den Ohren
der thebanischen BeHürden, daß Verbannte in die Stadt gekommen
seien. Dies verachteten jene, dem Wein und Gelage ergeben so sehr,
daß sie sich nicht einmal Mühe gaben, über eine so wichtige Sache
nachzuforschen. <2) Es trat noch 'ein Umstand hinzu, der ihre Thorheit
mehr offenbaren könnte. Es wurde nämlich ein Brief aus Athen von
Archias dem einen von diesen, der Archias hieß, welcher damals die
höchste amtliche Stelle inne hatte, übergeben, in welchem Alles von
dem Auszug der Verbannten genau geschrieben war. Als dieser ihm,
da er schon bei Tische saß, übergeben wurde, schob er ihn, so wie er ver
siegelt war, unter das Polster und sagte: Auf morgen verschiebe ich
wichtige Geschäfte. l3> Aber jene Alle wurden, als die Nacht schon
vorgerückt war, vom Weine berauscht von den Verbannten unter An
führung des Pelopidas getüdtet. Als dies vollbracht mar, wurde die
große Menge zu den Waffen und zur Freiheit aufgerufen, und es
liefen nicht allein diejenigen, welche in der Stadt waren, sondern auch
von allen Seiten Leute aus den Ländereien zusammen, vertrieben die
Besatzung der Lacedämonier aus der Burg, befreiten das Vaterland

66
?eIaMs5 II, 3—5. III, 1—3. IV, 1—3. V, 1—5.

von der Belagerung, tödteten theils die Veranlasset der Besetzung der
Cadmea, theils verbannten sie sie aus der Stadt,

C»p. IV.
(1) Während dieser so stürmischen Zeit, mar Epaminondas, wie
wir oben gezeigt haben, solange als mit Bürgern gekämpft wurde,
ruhig zu Hause. Daher gebührt dies Lob der Befreiung Thebens allein
dem Pelopidas; die übrigen sind fast alle mit Epaminondas gemeinsam.
<2) Denn in der Schlacht bei Leuktra unter der Oberanführung des
Epaminondas, war dieser der Anführer der auserwählten Schnur, welche
zuerst die Schlachtreihe der Laconier niederwarf. (3) Außerdem war
er bei allen Gefahren zugegen, sowie er als er Sparta belagerte, den
einm Flügel anfühlte; und damit Messene desto schneller wiederhergestellt
werde, wurde er als Gesandter in's Land der Perser geschickt. Kurz
dies war die zweite Person in Theben, aber doch die zweite so, daß sie
dem Epaminondas sehr nahe mar.

C»x'. V.
(1) Er kämpfte aber mit dem Unglück. Denn einerseits lebte er
Anfangs, wie wir gezeigt haben, als Verbannter außerhalb des Vater»
landes, anderseits wurde er, als er Thessalien wieder unter die Herr
schaft der Thebaner bringen wollte, und sich durch das Gesandschafts-
recht hinlänglich geschützt glaubte, was bei allen Völkern heilig zu sein
pflegte, von dem Tyrannen Alexander aus Pherä zugleich mit Ismenias
«griffen und ins Gefängnis; geworfen. <2) Diesen bekam Epaminondas
wieder, indem er den Alexander mit Krieg überzog. Nach dieser Thai
konnte er im Gemüthe niemals besänftigt werden gegen dm, von dem
er verletzt morden war. Deshalb überredete er die Thebaner, sie mochten
zum Schutze Thessaliens ausziehen und seine Tyrannen vertreiben.
!3) Und als ihm die ganze Leitung dieses Krieges übergeben worden
und er mit dem Heere dahingetommen mar, trug er lein Bedenken, so
bald er den Feind erblickte, zu kämpfen. (4) Sobald er in diefer
«chlacht den Alexander erblickte, fpornte er, von Zorn entflammt, sein
Pferd gegen ihn, entfernte sich weit von dm Seinigen und fiel von
Äurfgeschussen durchbohrt. (5) Deshalb schenkten alle thematischen
Völkerschaften dem getüdtetm Pelopidas goldene Kränze und eherne
Bildsäulen, und seinen Kindern vieles Feld.

6?
Xspo«, Uebersetzung.

XVII. Agesilaus.
0»p. i.
(1) Agesilaus aus Lacedämon ist somol von den übrigen Feldherren,
als auch von Xenophon, dem Schüler des Solrates, außerordentlich
gelobt worden. Denn mit diesem ging er sehr vertraut um. (2) Dieser
hatte zuerst über das Reich mit Leotychides, dem Sohne seines Bruders.
Streit. Es ist nämlich den Lacedämoniern von den Vorfahren die
Sitte überliefert, daß sie immer zwei Könige, mehr dem Namen als
der Gewalt nach hätten, aus den beiden Familien des Protles und
Eurysthenes, welche als die Ersten aus dem Geschlechte des Herkules zu
Sparta Könige waren. (3) Von diesen war es nicht gestattet, daß einer
aus der einen Familie an Stelle der andern König werde. Daher
behielt jede von beiden ihre eigene Erbfolge bei. Zuerst wurde darauf Rück
sicht genommen, welcher der älteste von den Kindern dessen wäre, welcher
in der Regierung gestorben war. Wenn dieser aber keine männliche
Nachkommenschaft hinterlassen hatte, dann wurde der ausgesucht, welcher
an Verwandtschaft de« nächste war. <4) Der König Ngis war gestorben,
der Vruder des Agesilaus. Er hatte als Sohn den Aeotychides hinter
lassen, den er, als er geboren wurde, nicht anerkannt hatte; von eben
demselben hatte er sterbend gesagt, daß es fein Sohn sei. Dieser stritt
über die königliche Würde mit Agesilaus, seinem Oheim, aber er er»
langte das, wonach er strebte, nicht. (5) Denn auf den Vorschlag des
Lysander, eines wie mir oben gezeigt haben, parteisüchtigen und damals
mächtigen Mannes, wurde Agesilaus vorgezogen.

eap. II.
(I) Sobald dieser sich der Herrschaft bemächtigt hatte, überredete er
die Lacedämonier, ein Heer nach Asien abzusenden und den König zu
bekriegen; indem er zeigte, daß es besser sei, in Asien als in Griechen»
lllnd zu kämpfen. Denn das Gerücht hatte sich verbreitet, daß Arta»
xerr.es Flotten und Fußtiuppen ausrüste, um sie nach Griechenland
zu schicken. (2) Als ihm der Auftrag gegeben ward, verfuhr er mit
solcher Schnelligkeit, daß er eher mit den Truppen nach Asien gelangte,
als die königlichen Satrapen mußten, daß er aufgebrochen war. Dadurch
geschah es, daß er Alle unvorbereitet und nichts ahnend traf. (3) So
bald dies Tissaphernes erkannte, welcher damals die höchste Stelle unter

68
^z68il2N8 I, 1 — 5. II, 1 — 5. III, 1 —5.

den kömglichen Satrapen einnahm, bat er den Laconier um Waffen


stillstand, sich stellend, als ob er sich bemühe, daß die Lacedämunier
mit dem König einen Vergleich schlössen; in der That aber, um Truppen
herbeizuschaffen; und er erlangte diesen für drei Monate. (4) Jeder
von Neiden aber schwur, das er ohne List den Waffenstillstand be
wahren werde. Bei diesem Vertrage verharrte Agesilaus mit der größten
Gewissenhaftigkeit, dagegen betrieb Tissaphernes nichts anderes als die
Rüstung zum Kriege. (5) Obgleich dies der Laconier merkte, hielt er doch
seinen Eid, und sagte, daß er darin viel erreiche, daß Tissaphernes durch
seinen Meineid sowol die Menschen seinen Angelegenheiten abgeneigt,
als auch die Götter erzürnt mache; er aber befestige das Heer durch
Bewahrung der Eidestreue, da, es bemerkte, daß der Wille der Götter
auf seiner Seite sei ; und er mache sich die Menschen befreundeter, weil
sie gewohnt wären, diejenigen! zu begünstigen, welches sie ihr Wort
halten sähen.

c«,i>. III.
<1) Nachdem der Tag?des Waffenstillstandes vorübergegangen war,
hatte der Perser, da er nicht zweifelte, daß die Feinde, weil er selbst
die meisten Pallaste in Carte« hatte, und diese Gegend damals für die
bei weitem reichste galt, dahin hauptsächlich einen Angriff machen würden,
alle seine Truppen dahin zusammengezogen. (21 Aber Agesilaus
wendete sich nach Phrygien und verwüstete dieses eher, als Tissaphernes
sich irgendwo bewegte. Nachdem die Soldaten mit großer Beute sich
bereichert hatten, fühlte er das Heer nach Ephesus zurück ins Winter»
quartier ; er errichtete daselbst Waffenwerkstätte und rüstete mit großem
Lifer zum Kriege. Und damit sie desto eifriger bewaffnet würden und besser
ausgerüstet, setzte er Belohnungen aus, mit welchen diejenigen beschenkt
würden, deren Gifer hierbei ausgezeichnet gewesen wäre. (3) Dasselbe
machte er in den Arten der Hebungen, daß er diejenigen mit großen
Gaben beschenkte, welche alle übrigen übertrafen. Hierdurch also be->
wirkte er, daß er ein aufs Beste ausgerüstetes und geübtes Heer hatte.
>4) Als es ihm die rechte Zeit zu sein schien, die Truppen aus dem
Winterlager herauszuführen, sah er ein, wenn er öffentlich bekannt
machte, wohin er den Marsch zu nehmen gedenke, daß die Feinde es
nicht glauben und andere Gegenden mit Besatzungen besetzen würden,
und daß sie nicht zweifeln werden, daß er etwas anderes thun werde,
»ls er verkündet hätte, (5) Daher glaubte Tissaphernes, als jener ge
sagt hatte, daß er nach Sardes gehen werde, abermals Carlen schützen
zu müssm. Als ihn hierin seine Meinung getäuscht hatte und er sich

69
Nepo8, Übersetzung.
überlistet sah, marschirte er zu spät den Seinigen zum Schutze. Denn
als er dorthin gekommen war, hatte Agesilaus bereits viele Platze erobert
und große Beute erlangt. (6) Als aber der Laconier sah, daß die
Feinde durch Reiterei die Oberhand hätten, gab er niemals Gelegenheit
über sich auf offenem Schlachtfelde und wurde an den Orten handgemein,
wo die Fußsoldaten mehr wirkten. Er schlug also, so oft er in den
Kampf rückte, viel zahlreichere Truppen der Gegner, und verhielt sich
so in Asien, daß er nach der Meinung Aller für den Sieger gehalten
wurde.

0»I>. IV.
(l) Als er schon mit dem Gedanken umging in's Land der Perser
zu marschiren und den König selbst anzugreifen, kam ihm eine Nachricht
von Hause auf Sendung (Befehl) der Ephoren, die Athener und Böotier
hatten den Lacedämoniern den Krieg angekündigt; deshalb möchte er
nicht säumen zu kommen. (2) Hierbei ist ebensosehr sein Gehorsam
gegen das Vaterland, als seine Tüchtigkeit im Kriege zu bewundern.
Denn obgleich er an der Spitze eines siegreichen Heeres stand und die
größte Aussicht hatte, sich des Reiches der Perser zu bemächtigen, ge
horchte er mit solcher Ergebung den abwesenden Obrigkeiten, wle wenn
er als Privatmann auf dem Versammlungsort zu Sparta wäre. Daß
doch unsere Feldherren seinem Beispiele hätten folgen wollen! (3) Aber
kehren wir dorthin zurück. Agesilaus zog dem überaus reichen Lande
die gute Meinung von sich vor, und hielt es für viel rühmlicher, wenn
er den Gesetzen des Vaterlandes gehorchte, als wenn er im Kriege
Asien besiegte. In dieser Ueberzeugung also setzte er die Truppen über
den Hellespont und verfuhr mit solcher Schnelligkeit, daß er den Weg,
welchen Xerxes in einem vollen Jahre vollendet hatte, in dreißig Tagen
durchmachte. (5) Als er schon nicht sehr weit vom Peloponnes entfernt
war, versuchten die Athenienser und Böotier und ihre übrigen Bundes»
genossen sich ihm bei Coronen in den Weg zu stellen; diese besiegte er
alle in einer bedeutenden Schlacht. (6> Der allergrößte Ruhm dieses
Sieges war, als sehr viele von der Flucht sich in den Tempel der
Minerva gestürzt hatten, und man ihn fragte, was er mit diesen
machen wollte, daß er, obgleich er in dieser Schlacht einige Wunden
empfangen hatte und zornig auf alle diejenigen schien, welche gegen
ihn die Waffen gewandt hatten, dennoch die Religion seinem Grolle
vorzog und verbot, sie zu verletzen. (7) Und dies that er nicht in
Griechenland allein, daß er die Tempel der Götter heilig hielt; sondern
er bewahrte auch bei den Barbaren alle Götterbilder und Altäre mit

70
HFezilaus III, 6. IV, 1—8. V, 1—4. VI, 1—2.

der größten Sorgfalt. (8) Deshalb pflegte er zu äußern, er wundere


sich, daß diejenigen nicht unter die Zahl der Tempelräuber gezählt
werden, welche den bei ihnen Schutzsuchenden geschadet hätten; oder
daß diejenigen nicht mit schwereren Strafen belegt würden, welche die
Religion schwächten, als die, welche Heiligthümer plünderten.

(1) Nach dieser Schlacht wurde der ganze Krieg um Korinth ver
legt und daher der korinthische genannt. (2) Als hier in einer Schlacht
zehntausend Feinde unter Anführung des Agesilaus gefallen waren und
dadurch die Truppen geschwächt schienen, war er so weit von Ruhmes-
ftolz entfernt, daß er das Geschick Griechenlands beklagte, daß so Viele
von ihm besiegt und durch die Schuld der Gegner umgekommen wären;
denn bei solcher Menge hätten, wenn Griechenland gesunden Verstand
besäße, die Perser bestraft werden können. (3) Auch behauptete er, als
er die Gegner unter die Mauern getrieben hatte, und ihn Viele er-
mahnten Korinth zu belagern, daß dies für seinen Charakter nicht passe.
Denn er sagte, er" sei so beschaffin, daß er die Fehlenden zwinge, zu
ihrer Pflicht zurückzukehren, aber nicht die berühmtesten Städte Griechen«
I«nds zerstöre. (4) Denn, sagte er, wenn wir diejenigen vertilgen
wollen, welche mit uns gegen die Barbaren gestanden haben, so werden
wir uns selbst überwunden haben, während jene in Ruhe bleiben. Da
durch werden sie ohne Schwierigkeit, wenn sie wollen, uns unterdrücken.

0«,i>. VI.
(1) Inzwischen ereignete sich für die Lacedämonier jenes Unglück
bei Leuttra. Und damit er nicht dahin abgehen müsse, da er von den
Meisten zum Ausziehen gedrängt wurde, wollte er nicht fortgehen, wie
wenn er über den Ausgang eine Ahnung gehabt hätte. Auch bewährte
er sich, als Epaminondas Sparta belagerte, und die Stadt ohne Mauern
war, als ein solcher Feldherr, daß damals Allen klar war, daß Sparta
nicht mehr sein würde, wenn jener nicht gewesen wäre. (2) In dieser
gefährlichen Lage brachte die Schnelligkeit seines Rathes Allen Rettung.
Denn als einige Jünglinge durch die Ankunft der Feinde erschreckt zu
den Thebanern übergehen wollten und eine Anhöhe außerhalb der
Stadt besetzt hatten, mm Agesilaus, da er einsah, daß es sehr gefährlich
sein werde, wenn man bemerkte, daß jemand versuche, zu den Feinden
zu fliehen, mit den Seinigen dahin und lobte, wie wenn sie mit guter
Gesinnung gehandelt hätten ihren Plan, daß sie diesen Ort besetzt hätten,

71
Nez>05, Übersetzung.
und auch er habe bemerkt, daß dies geschehen müsse. (3) So gewann
er die Jünglinge durch falsches Lob wieder und nachdem er ihnen Ge
fährten von den Seinigen gegeben hatte, «erließ er den Ort geschützt.
Denn jene, nachdem die Zahl derer »erstärkt war, welche ohne Antheil »n
dem Plane waren, wagten nicht, sich zu bewegen, und um so lieber,
weil sie glaubten, daß das verborgen sei, was sie beabsichtigt hatten.

e»i>. vli.
(1) Ohne Zweifel haben sich die Lacedamonier nach der Schlacht bei
Leuttr» niemals erholt noch die alte Herrschaft wiedererlangt, während
inzwischen Agestlaus nicht abließ, womit er immer konnte, dem Vater»
lande zu helfen. (2) Denn d» die Lacedamonier vor Allem Mangel an
Geld hatten, kam jener Allen, welche vom Könige abgefallen waren, zu
Hilfe, und von diesen mit vielem Gelde beschenkt, half er dem Vater
land« auf. (3) Und hierbei ist jenes am Meisten wunderbar, daß er,
obgleich ihm sehr viele Geschenke von Königen und Fürsten und Staaten
gemacht wurden, niemals etwas in sein Haus brachte , nichts an seiner
Lebensweise, nichts an der Kleidung der Laconier änderte. <4) Er
war mit demselben Hause zufrieden, dessen sich Eurysthenes, der Ahnherr
seiner Vorfahren bedient hatte, und wer in dasfelbe eingetreten war,
tonnte kein Zeichen von Genußsucht, keines von Ueppigkeit sehen, da
gegen sehr viele Zeichen von Entbehrung und Enthaltsamkeit. Denn
so war es eingerichtet, daß das Haus jedes Dürftigen und Privatmannes
sich in nichts von demselben unterschied.

Na?. VIII.
(1) Und wie dieser so große Mann die Natur zu seiner Gönnen«
in der Zutheilung der Geistesgüter hatte, so behandelte sie ihn übel»
wollend bei der Nildung seines Körpers. Denn er war sowol von niede
rer Natur als von schmächtigem Korper und an einem Fuße lahm. Dies
entstellte ihn etwas, und die, welche ihn nicht kannten, verachteten ihn,
wenn sie seine Gestalt ansahen, diejenigen aber, welche seine guten
Eigenschaften kannten, konnten ihn nicht genug bewundern. (2) Dies
ereignete sich ihm, als er achtzig Jahre alt dem Tachus zu Hilfe nach
Aegypten gegangen war und mit den Seinigen auf dem Meeresufer
ohne irgend ein Obdach lag und ein solches Lager hatte, daß die Erde
mit Stroh bedeckt war und darauf nichts weiter als ein Fell gelegt
war; und ebendahin alle Begleiter sich in niedriger und abgenutzter

72
H865ilau5 VI, 3. VII, 1—4. VIII, 1—7. Lumenes I, 1—4.

Kleidung gelegt hatten, so daß ihr Aeußeres nicht nur Niemanden


unter ihnen als König anzeigte, sondern einen nicht sehr glücklichen
Menschen vermuthen ließ. (3) Als das Gerücht von seiner Ankunft
zu den Leuten des Königs gedrungen war, wurden schnell Geschenke
jeder Art dahingebracht. Als diese nach Agesilaus fragten, wollten sie
kaum glauben, daß es einer von denen sei, welche damals dalagen.
l4) Als diese im Namen des Königs, was sie gebracht hatten, über
gaben, nahm jener außer Kalbfleisch und Zukost von der Art, welche
die gegenwärtige Zeit forderte, nichts an; Salben, Kränze und den
Nachtisch vertheilte er unter die Sklaven, das Uebrige ließ er zurück»
tragen, (b) Daher «erachteten ihn die Barbaren noch mehr, weil sie
glaubten, daß er aus Unkenntniß dessen, was gut sei, jenes am Meisten
genommen habe. (6) Als dieser aus Aegypten zurückkehrte, uom Könige
Nektanabis mit zweihundertzmanzig Talenten beschenkt, um sie seinem
Volke zu geben, und in den Hafen gekommen war, welcher Menelaus-
Hafen genannt wird, zwischen Cyrene und Aegypten gelegen, verfiel
er in eine Krankheit und starb. (?) Dort übergössen ihn seine Freunde,
damit er desto leichter nach Sparta gebracht werden tonne, mit Wachs,
weil sie keinen Honig hatten, und brachten ihn so in die Heimath.

XVIII. Eumenes.
c»i>. i.
<1) Eumenes aus Cardia. Wenn sein Glück gleich seinem Ver
dienste wäre , so wäre er zwar nicht größer, aber viel glanzvoller und
viel geehrter, weil wir große Männer nach dem Verdienste, nicht nach
dem Glücke messen. (2) Denn da sein Leben in die Zeiten gefallen war,
in welchen die Macedonier in Blüthe standen, so entzog ihm, der unter
diesen lebte, viel (von seinem Ansehen), daß er einem andern Staate
angehörte, und nichts Anderes fehlte ihm als eine vornehme Abkunft.
<3) Obgleich jener in der Heimath von sehr vornehmer Familie mar,
sahen es doch die Macedonier zuweilen ungern, daß er ihnen vorgezogen
würde; doch ertrugen sie es wol. Denn er besiegte Alle an Sorgfalt,
Wachsamkeit, Ausdauer, Schlauheit und Regsamkeit des Geistes. (4) Er
gewann als sehr junger Mann die Freundschaft des Philippus, des

73
Nepos, Übersetzung.

Sohnes des Amyntas, und erlangte in kurzer Zeit seine innigste Ver
traulichkeit. Denn es leuchtete schon im Jünglinge die Anlage zur
Auszeichnung hervor. (5) Daher hatte er ihn als Schreiber um sich,
was bei den Griechen viel ehrenvoller ist, als bei den Römern. Denn
die Schreiber werden bei uns als Miethlinge, wie sie es sind, auch
wirklich betrachtet; dagegen aber wird bei jenen Niemand zu diesem
Dienste zugelassen, wer nicht von edler Geburt, von erprobter Treue
und erprobtem Eifer ist, weil er nothmendig Mitwisser aller Pläne
sein muß. (6) Diese Stelle der Freundschaft besaß er bei Philipp sieben
Jahre, Nach dessen Ermordung stand er dreizehn Jahre bei Alexander
in demselben Range. In der letzten Zeit befehligte er auch die eine
Reiterabtheilung, welche Hetärice genannt wird. Beiden aber war er
immer im Rathe zugegen und man ließ ihn an Allem Theil nehmen.

Oai>. II.
(1) Als Alexander zu Babylon gestorben war, und die Reiche un
ter seine einzelnen Vertrauten vertheilt wurden, und die oberste Leitung
demjenigen übergeben worden war, dem Alexander sterbend seinen Ring
gegeben hatte, dem Perdiltas: (2) woraus Alle geschlossen hatten, daß er
ihm die Regierung anvertraut habe, bis seine Kinder mündig gewor
den wären (denn Eraterus und Antipater, die ihm vorzugehen schienen,
waren abwesend, Hephästio war gestorben, den Alexander, was man
leicht wahrnehmen konnte, besonders sehr hoch geschätzt hatte) damals
wurde dem Eumenes Cappadocien gegeben oder vielmehr zugesagt. Denn
damals war es in der Gemalt der Feinde. (3) Diesen hatte Perdiltas
mit großem Eifer sich befreundet, weil er in dem Manne Treue und
große Thatigteit sah, überzeugt, daß, wenn er ihn gewonnen hatte, er
ihm überaus nützlich sein werde zu den Dingen, zu welchen er Anstalten
traf. Denn er gedachte, was fast Alle bei großen Herrschaften begeh
ren, die Antheile an sich zu reißen und zu einem Ganzen zu vereini
gen, <4) Aber nicht allein jener that dieses, sondern auch alle Uebrigen,
welche Freunde des Alexander gewesen waren. Zuerst beschloß Leonna-
tus Makedonien vorwegzunehmen. Dieser gab sich Mühe mit vielen
und großen Versprechungen den Eumenes zu überreden, daß er den
Perdikkas verließe und mit ihm ein Bündniß schlösse. (5) Als er ihn
dazu nicht bringen konnte, versuchte er, ihn zu tödten; und er hätte
es ausgeführt, wenn jener nicht heimlich des Nachts aus dem Bereich«
seiner Posten geflohen wäre.

74
NUMEUL5 I, 5—6. II, 1—5. III, 1—6. IV, 1—2.

Op. III.
(1) Inzwischen begannen jene Kriege, welche bis zur Vernichtung
nach dem Tode des Alexander geführt wurden, und Alle vereinigten
sich zur Unterdrückung des Perdikkas. Obgleich er diesen schwach sah,
weil er allein Allen Widerstand zu leisten gezwungen wurde, verließ
er doch den Freund nicht und war nicht begieriger nach seinem Wohle
als nach der Treue. (2) Perditlas hatte ihn über den Theil Asiens
gesetzt, welcher zwischen dem Taurusgebirge und dem Hellespont liegt;
und jenen allein den europäischen Gegnern gegenübergestellt. Er selbst
war gegen den Ptolemäus marschirt um Aegypten zu bekämpfen. (3) Da
Eumenes weder viele noch starte Truppen hatte, weil sie ungeübt Und
kurz vorher zusammengezogen waren, und da man sagte, datzAntipater und
Craterus heranrückten und mit einem großen Heere der Macedonier
den Hellespont überschritten hätten, hervorragende Männer durch Be
rühmtheit wie durch Kriegserfahrung; (4) <die makedonischen Soldaten
aber standen damals in demselben Rufe, in welchem jetzt die römischen
stehen; denn man hat stets diejenigen für die tapfersten gehalten, welche die
Oberherrschaft errangen); da sah Eumenes ein, dnß seine Truppen,
wenn sie erfahren würden, gegen wen sie geführt würden, nicht nur
nicht marschiren, sondern zu gleicher Zeit mit der Nachricht auseinander
gehen würden. (5) Daher war sein überaus kluger Plan der, daß er
die Soldaten auf Abwegen führte, wo sie die Wahrheit nicht hören
konnten, und sie glauben machte, daß er gegen irgend welche Barbaren
marschire. <6) Und so führte er seinen Plan durch und führte das Heer
in die Schlacht und begann das Treffen, bevor seine Soldaten mußten,
mit wem sie kämpften. Er bewirkte atzß jenes durch Vorausbesetzung
der Plätze, daß er mehr mit der Reiterei kämpfte, worin er stärker
war, als mit dem Fußvolk, worin er weniger stark war.

Lap. IV.
<I) Als bei derem heftigen Angriff« einen großen Theil »es Tages
gekämpft worden war, fällt der Feldherr Craterus und Neoptolemus,
welcher die zweite Stelle des Oberbefehls inne hatte. Mit diesem wird
Eumenes selbst handgemein. (2) Als diese einander umschlingend von
den Pferden auf die Erde gefallen waren, so daß man leicht erkennen
konnte, daß sie mit feindlicher Gesinnung gegeneinander stritten, und
noch mehr mit dem Geiste als mit dem Körper gekämpft hätten, kamen

" 75
Nepo«, Uebersetzung.
sie nicht eher auseinander, bis den Einen von ihnen das Leben ver
ließ. Von diesem wird Eumenes durch einige Schläge verwundet,
wich aber dennoch nicht aus der Schlacht, sondern drängte die Feinde
heftiger. (3). Nachdem hier die Reiterei geschlagen, ihr Führer Craterus
getodtet und außerdem Viele und meist Vornehme gefangen worden
warm, bat das Fußvolk, weil es in die Gegenden geführt worden war
daß es gegen den Willen des Eumenes nicht entkommen konnte, ihn
um Frieden. Als es diesen erlangt hatte, hielt es sein Wort nicht
und zog sich, sobald es konnte, zu Antipater zurück. (4). Eumenes gab
sich Mühe, den halbtodt aus der Schlacht getragenen Craterus wieder
herzustellen. Als er dies nicht konnte, ließ er ihn gemäß des Ansehens
des Mannes und der alten Freundschaft (denn er war mit jenem bei
Lebzeiten des Alexander auf vertrauliche Weise umgegangen) mit gro
ßem Begräbnisse beerdigen, und schickte seine Gebeine nach Makedonien
seiner Gattin und seinen Kindern.

.02?. V.
(1) Während dies beim Hellesvont ausgeführt wird, wird Per^öil-
kas beim Nil-Flusse von Seleucus und Antigonus getodtet, und die
oberste Leitung dem Antivater übertragen. Unter diesen Ümständen
werden durch Abstimmung des Heeres in ihrer Abwesenheit (diejenigen)
zum Tode verurtheilt, welche ihn verlassen hatten. Unter diesen Eu
menes. Von diesem Schlage getroffen, unterlag jener nicht, und führte
nichts desto weniger den Krieg fort. Aber «bleich seine geringen Mittel
seine Geistesgröße nicht brachen, so verminderten sie sie doch. (2) Als
Antigonus diesen verfolgte, w^rde er, obgleich er an Jeder Truppenart
Ueberfiuß hatte, oft auf den Märschen beunruhigt; und es war ihm
niemals vergönnt, handgemein zu werden, außer an den Orten, wo
Wenige Vielen Wiederstand leisten tonnten. (3) Aber in der letzten
Zeit wurde er, da er durch List nicht gefangen werden konnte, von der
Menge umzingelt. Dennoch machte er sich von hier mit Verlust der
Seinigen frei und floh in eine Festung Phrygiens, welche Nora genannt
wird. (4) Als er hierin belagert wurde und fürchtete, daß er an einem
Orte bleibend, die Pferde der Soldaten verliere, weil kein Raum war,
ihnen Bewegung zu machen; erfand er ein schlaues Mittel wie er die
stehenden Thiere erwärmen und übm könnte; damit sie desto lieber
Speise zu sich nähmen und von der Bewegung des Körpers nicht ab
gehalten würden, (5) Er zog den Kopf mit dem Riemen höher hinauf,
als daß es mit den Vorderfüßen ganz die Erde berühren tonnte ; dann

76
NnuielleZ IV, 3—4. V, 1—7. VI, 1—5. VII, 1.

zwang er es von hinten mit Schläge, in die Höhe zu springen und


mit den Fersen hinten auszuschlagen. Diese Bewegung brachte ebenso
sehr Schweiß hervor als wenn es im Freien umherliefe. (61 Hierdurch
geschah es, was Allen wunderbar schien, daß er die Thiere ebenso schön aus
der Festung herausfühlte, obgleich er mehrere Monate belagert worden war,
»i« wenn er sie auf freien Feldern gehabt hätte. (7) Bei dieser Belagerung
verbrannte er theils, so oft er wollte, das Rüstwerk und die Befesti
gungen des Antigonus, theils zerstörte er sie. Er hielt sich aber an
dem einen Orte, so lange es Winter war. Aber weil die Festung keine
Hilfe haben tonnte und der Frühling sich näherte, betreibt er zum
Scheine die Uebergabe und während er über die Bedingungen verhan
delt, hintergeht er die Befehlshaber des Antigonus und bringt sich und
die Seinigen unversehrt hinaus.

Lap. VI.
(1) Als Olymvias, welche die Mutter des Alexander gewesen war, zu
diesem nach Asien einen Brief und Noten schickte, um ihn um Rath zu
fragen, ob sie kommen solle, Macedonien zurückzuverlangen (denn da
mals wohnte sie in Epirus, und diese Herrschaft in Besitz nehmen solle,
(2) rieth jener ihr, sie möchte sich nicht bewegen und warten, bis der
Sohn des Alexander die Herrschaft erlangte. Wenn sie aber von Be
gierde nach Makedonien hingerissen würde, möchte sie aller Beleidi
gungen vergessen und gegen Niemand allzustreng verfahren. Hiervon
that diese nichts. (3) Denn sie zog nach Macedonien und benahm sich
dort sehr grausam. Sie bat aber den Eumenes in seiner Abwesenheit,
er möchte nicht dulden, daß die größten Feinde des Hauses und der
Familie des Philipp auch das Geschlecht umbringen, und er möchte den
Kindern des Alexander beistehen. (4> Wenn er ihr diesen Gefallen
thäte, so möchte er so bald als möglich Heere sammeln, welche er ihr
zum Schutze herbeiführen sollte. Damit er dies um fo leichter thun
könne, habe sie an alle Anführer, welche treu geblieben waren, geschrieben,
daß sie ihm gehorchen und seinen Rathschlägen folgen möchten. (5) «Hier
durch bewogen, hielt es Eumenes für besser, wenn es das Schicksal so
mit sich gebracht hätte, unterzugehen, indem er die Wohlthaten vergelte,
als undankbar zu leben.

Lax. VII.
(1) Daher zog er Truppen zusammen und rüstete zum Kriege ge
gen Antigonus. Weil mit ihm mehrere vornehme Macedonier waren,

77
A6P05, Übersetzung.
(unter ihnen Peucestes, welcher der Leibwächter des Alezander gewesen
war, damals aber Persis inne hatte; und Antigenes, unter dessen Be
fehl die Phalanx der Macedonier stand), fürchtete er den Neid, dem er
jedoch nicht entgehen lonnte, wenn mehr er selbst, der Ausländer, den
Oberbefehl annehme, als andere von den Vtacedoniern, deren eine
große Anzahl daselbst war; (2) und errichtete im Namen Alexanders
im Hauptquartier ein Zelt, und ließ in demselben einen goldenen Sessel
mit Scepter und Diadem ausstellen, und Alle täglich da zusammentun,«
men, um über die wichtigsten Angelegenheiten Beschlüsse zu fassen; in
dem Glauben, er würde wmiger beneidet werden, wenn er unter dem
Scheine des Oberbefehls des Alexander und des Namens desselben den
Krieg zu leiten schiene. (3) Dies bewirkte er. Denn da man nicht im
Hauptquartier des Vumenes, sondern des Königs zusammenkam und
dort über die Angelegenheiten berieth, so mar er gewissermaßen verbor
gen, obgleich durch ihn allein Alles geleitet wurde.

Lap. VIII.
(1) Er kämpfte bei den Parätacern mit Antigonus, empfing ihn
übel und zwang ihn nach Medien ins Winterquartier zurückzukehren.
Er selbst vertheilte in der benachbarten Gegend Persiens die Truppen
in die Winterquartiere, nicht wie er wollte, sondern wie der Wille der
Soldaten ihn zwang. (2) Denn jene Phalanx Alexanders des Groß«»,
welche Asien durchwandert und die Perser vernichtet hatte, forderte,
sowol wegen ihres alten Ruhmes, als aus Ungebundenheit, nicht daß
sie den Führern gehorche, sondern daß sie befehle, wie jetzt unsere Ve
teranen es thun. Daher ist zu befürchten, daß sie das thun, was
jene in ihrer Unmäßigkeit und allzugroßen Zügellosigkeit gethan haben,
daß sie Alles zu Grunde richten, ebenso die, auf deren Seite sie gestan
den haben, als die, gegen die sie gekämpft haben. <3) Denn wenn einer
die Thaten jener Veteranen lieft, durfte er sie (den Thaten) dieser gleich
erkennen, und dürfte der Meinung sein, daß nichts als die Zeit einen
Unterschied mache. Aber ich will zu jenen zurückkehren. Sie hatten
Winterlager genommen nicht nach den Bedürfnissen des Krieges, son
dern in Rücksicht auf ihre Schwelgerei, und hatten sich in weiter Gnt«
feinung von einander einquartirt. (4) Als Antigonus dieses erfahren
hatte und er einsah, daß er dem schlagfertigen Gegner nicht gewachsen
sei, beschloß er irgend einen neuen Kriegsplan zu entwerfen. Es wa
ren zwei Wege, wo man aus Medien, wo jener lagerte, zu den Winter
quartieren der Gegner gelangen konnte. (5) Der Eine von diesen ging

78
DuiuenL8 VII, 2—3. VIII, 1—7. IX, 1—5.

durch verlassene Gegenden, welche Niemand wegen Mangel an Wasser


bewohnte, übrigens war er <ein Weg) von zehn Tagemärschen; jener
aber, auf dem Alle gingen, hatte eine noch einmal so lange Krümmung;
aber sie war reich an Vorrath und hatte Ueberfiuß an Allem, (6) Wenn
er hier maschirte, sah er ein, daß die Gegner sein Herannahen erfah
ren würden, bevor er selbst den dritten Theil des Weges vollendet
hätte; wenn er aber durch Einöden eilte, hoffte er, daß er den nichts
ahnenden Feind überfallen werde. (?) Um dies auszuführen, ließ er
sehr viele Schläuche und Ledersäcke anfertigen; darauf Futter; außer»
dem gekochte Speisen für zehn Tage, damit so wenig Feuer als mög
lich im Lager gemacht würde. Den Marsch, welchen er beabsichtigte,
»«schmieg er Allen. So ausgerüstet marschiert er, wo er es beschlossen
hatte.

Oap. IX.
(l) Er hatte fast die Hälfte des Weges zurückgelegt, als aus dem
Rauche seines Lagers die Vermuthung zu Eumenes gelangte, daß der
Feind herannahe. Die Feldherren kamen zusammen; man fragt was
zu thun sei. Alle sahen ein, daß ihre eigenen Truppen nicht so schnell
zusammengezogen werden könnten, als es schien, daß Antigonus da
sein werde. (2) Da hier Alle unschlüssig waren und an den höchsten
Angelegenheiten verzweifelten, sagt Eumenes, daß er die Sache ordnen
weide, wenn sie Schnelligkeit anwenden und das Befohlene thun woll
ten, was sie vorher nicht gethan hätten. Denn in Netreff dessen, daß
der Feind in fünf Tagen herübergekommen sein könne, werde er be
wirken, daß er ebensouiele Tage aufgehalten werde; deshalb möch
ten sie nun hergehen und ein jeder seine Truppen zusammenziehen.
M Zur Abwehr des Angriffs des Antigonus aber faßte er folgenden
Plan. Er schickt zuverlässige Leute zum Fuße der Berge, die dem
Marsche der Feinde im Wege standen, und befiehlt diesen, daß sie beim
Einbruch der Nacht, so verborgen, wie sie es könnten, große Feuer
nuchten und diese in der zweiten Nachtwache verminderten, in der
dritten sehr klein machten; (4) und durch die Nachahmung des Ge
lrauches im Lager sollten sie den Feinden den Verdacht einflößen, daß
»n diesem Orte das Lager und ihre Ankunft vorher verkündet worden
iei; und eben dasselbe sollten sie in der folgenden Nacht thun. (5) Die
Keute, welchen es befohlen war, besorgten den Befehl eifrig. Antigo
nus erblickt bei Einbruch der Dunkelheit die Flammen; er glaubt man
l habe von
von seinem
seinem Anmärsche gehört und die Gegner hätten hier ihre

79
..
Nepo8, Uebersetzung.
Truppen zusammengezogen. (6) Er ändert seinen Plan, und, da er
sie nicht unvorbereitet antreffen tonnte, biegt er von seinem Wege ab
und wählt jene längere Krümmung des mit Vorräthen reich versehenen
Weges und macht dort einen Rasttag um die Müdigkeit der Soldaten
zu vertreiben und die Thiele zu erfrischen, damit er mit desto lriifti»
gerem Heere eine entscheidende Schlacht lieferte.

Oap. X.
(1) Hier besiegte Eumenes einen schlauen Feldherrn durch List und
verhinderte die Schnelligkeit desselben, und dennoch bewirkte er nicht
viel. (2) Denn durch den Neid der Anführer, mit denen er war und
durch die Treulosigkeit der macedonifchen Veteranen wurde er, nach dem
er als Sieger aus dem Treffen gegangen war, dem Antigonus über
liefert, obgleich das Heer ihm früher dreimal geschworen hatte, daß es
ihn vertheidigen und niemals verlassen werde. Aber so groß mar die
Verkleinerung seines Verdienstes von Seiten Einiger, daß st« lieber
ihr gegebenes Wort brechen wollten, als ihn nicht übergeben. (3) Und
diesen hätte Antigonus, obgleich er ihm sehr feindlich gesinnt war, er
halten, wenn es von Seiten seiner Brüder gestattet gewesen wäre,
weil er sah, daß er von Niemandem mehr unterstützt werden könne in
den Angelegenheiten, die, wie schon Allen klar war, bevorstanden.
Denn es drohten Seleucus, Lystmachus, Ptolemäus, schon an Hilfs
mitteln mächtig; mit diesen mußte er über die Oberherrschaft kämpfen.
(4> Aber es litten es die nicht, welche um ihn waren; weil sie sahen,
daß, wenn Eumenes aufgenommen wäre, Alle in Vergleich zu ihm
gering fein werden. Antigonus selbst aber war so sehr entflammt,
daß er nur durch große Hoffnung auf die größten Vortheile mild ge
stimmt werden konnte.

Oap. XI.
(1) Als er ihn daher in die Haft gegeben hatte, und der Befehls«
Haber der Wache ihn fragte, wie er wolle, daß er bewacht werde, sagte
er, wie der grimmigste Löwe oder der wildeste Elephant. Denn er
hatte noch nicht entschieden, ob er ihn beim Leben lassen solle, oder
nicht. (2) Es kamen aber zu Eumenes beiderlei Arten von Leuten,
theils die, welche aus Haß eine Augenweide an seinem Unglück haben
wollten, theils, welche wegen ihrer alten Freundschaft mit ihm

80
ViiiueiiL8 IX, 6. X, 1—4. XI, 1—5. XII, 1—4.

zu sprechen oder ihn zu trösten wünschten, Viele auch, welche be


gehrten, seine Gestalt kennen zu lernen, wie der wäre, den sie so lange
und so sehr gefürchtet und in dessen Verderben sie die Hoffnung
auf Sieg gesetzt hätten. (3) Aber als Eumenes länger im Gefängniß
war, sagte er dem Onomarchus, bei dem der Oberbefehl über die Wachen
mar, er wundere sich, warum er fchon drei Tage fo hingehalten würde.
Denn das passe nicht zur Klugheit de» Antigonus, daß er den Be
siegten so hart behandele, daß er ihn nicht entweder tödte oder frei
lasse. (4) D» er dem Onomarchus allzutrotzig zu sprechen schien, sagte
ei: Wie, wenn du solchen Muth hattest, warum bist du nicht lieber
in der Schlacht gefallen, als daß du in die Gewalt des Feindes kämest.
l,5) Diesem (antwortete) Eumenes: Wäre doch dieses geschehen; aber
es ereignete sich deshalb nicht, weil ich mit keinem stärkeren Manne
kämpfte, denn nicht habe ich mit Jemandem gekämpft, ohne daß er mir
unterlegen wäre. Dmn nicht durch die Tapferkeit der Feinde, fondern
durch die Treulosigkeit der Freunde bin ich unterlegen. Und dies ist
nicht unrichtig. Dmn er war somol von ehrenvollem Ansehen als
auch von festen Kräften zur Ertragung von Anstrengungen, und nicht
sowohl von großer Körpergestalt als von angenehmer Bildung.

«2P. XII.
(1) Da Antigonus über diesen nicht allein zu bestimmen wagte,
trug er die Sache dem Kriegsrath vor. Da hier Anfangs sehr Viele
bestürzt waren und sich wunderten, daß man noch nicht an dem die
Todesstrafe vollzogen habe, von welchem sie so viele Jahre so übel be
handelt morden wären, sodaß sie oft in Verzweiflung gerathen seien,
und welcher die größten Heerführer getödtet habe; (2> welcher endlich
allein so viel Gewicht habe, daß sie, so lange er lebte, nicht sicher sein
könnten, nach dessen Tödtung sie keine Schwierigkeiten haben würden;
endlich fragten sie ihn wen er zu Freunden hc.ben würde, wenn er
jenem das Leben schenkte? Denn sie würden nicht mit Eumenes bei
ihm zusammen sein. (3) Als er dm Willen des Rathes erkannt hatte,
nahm er sich doch noch sieben Tage Zeit zur Berathung. Dann aber,
als er schon befürchtete, es möchte ein Aufruhr im Heere entstehen,
verbot er, Jemanden zu ihm zu lassen, und ließ ihm die tägliche
Nahrung entziehen. Denn er fagte, daß er dem nicht Gewalt anthun
«olle, der einst sein Freund gewesen sei. (4) Er wurde jedoch nicht
länger als drei Tage von Hunger gequält, und, als man weiter
marschirte, ohne Wissen des Antigonus von den Wächtern erdrosselt.

61
Nepos, Übersetzung.

o«p. XIII.
(1) So wurde Eumenes, fünfundvierzig Jahre alt, nachdem er vlln
seinem zwanzigsten Jahre an, wie wir obm gezeigt haben, sieben Jahre
dem Philipp gedient, und dreizehn bei Alexander dieselbe Stelle gehabt,
von diesen «mes einem Reiterfiügel vorgestanden, nach dem Tode
Alexander's des Großen aber als Feldherr Kriegsheere angeführt, die
höchsten Führer theils geschlagen, theils getödtet hatte, nicht durch die
Tapferkeit des Antigonus, sondern durch den Meineid der Macedonier
gefangen, und hatte ein solches Lebensende. (2) Wie groß von ihm
die Meinung aller derjenigen war, welche nach Alexander dem Großen
Könige genannt wurden, kann am leichtesten darnach beurtheilt werden,
daß Keiner bei Eumenes Lebzeiten König, fondern Statthalter genannt
wurde; (3) Dieselben nahmen sogleich nach dessen Untergänge den
königlichen Schmuck und Namen an; auch wollten sie das, was sie
Anfangs erklärten, sie bewahrten den Kindern des Alexander das
Künigthum, nicht leisten, und eröffneten, was sie dachten, nach dem
der einzige Vorkämpfer aufgehoben war. Die Urheber dieses Ver
brechens waren Antigonus, Ptolemäus, Seleucus, Lysimachus und
Kassllnder. (4) Antigonus aber übergab den todten Eumenes seinen
Verwandten zur Bestattung. Diese begruben ihn mit einem ehren
vollen, kriegerischen Leichenzuge, unter Begleitung des ganzen Heeres,
und ließen seine Gebeine zu seiner Mutter, seiner Gattin und seinen
Kindern bringen.

XIX. Phocion.
o»?. I.

(1) Phocion «ms Athen. Obgleich er oft an der Spitze von


Heeren stand und die höchsten Staatsämter einnahm, so ist doch die
Sittenreinheit seines Lebens viel bekannter, als seine militärische

82
UnNellez XIII, 1—4. kdooiou I, 1—4. II, 1—5.

Thätigteit. Daher ist das Andenken an diese gar keine, der Ruf von
jener aber ist groß, woher er mit dem Beinamen „der Gute" benannt
wurde. (2) Denn er war beständig arm, obgleich er sehr reich sein
konnte wegen der zahlreichen ihm übertragenen Aemter und der höchsten
Stellen, welche ihm vom Volle gegeben wurden. (3) Als dieser
Geschenke von großem Werthe vom König Philipp zurück mies, und
die Gesandten lhn ermahnten, sie anzunehmen, und ihn zugleich er«
mahnten, daß er, wenn er selbst sie leicht entbehren könne, doch für
seine Kinder sorgen möchte, welchen es schwer wäre, bei der grüßten
Armuth einen so großen Ruhm des Vaters zu behaupten; <4) ant
wortete er diesen: Wenn sie mir ähnlich sein werden, so wird eben
dieses Gürtchen jene nähren, welches mich zu diesem Ansehen gebracht
hat; wmn sie aber mir unähnlich sein werden, will ich nicht, daß ihre
Verschwendung auf meine Kosten genährt und verstärkt werde.

lMp.II.

' (1) Als derselbe fast bis zum achtzigsten Jahre unter glücklichen
Verhältnissen gelebt hatte, kam er zuletzt in großen Haß bei seinen
Mitbürgern; zuerst weil er mit Demades in die Uebergabe der Stadt
»n den Antipater gewilligt hatte, und auf seinen Rath Demosthenes
mit den Uebrigen, welche sich, wie man glaubte, um den Staat wol
verdient machten, in die Verbannung getrieben waren; auch hatte er
nicht allein darin angestoßen, daß er dem Vaterlande schlecht gerathen,
sondern auch, daß er der Freundschaft keine Treue bewiesen hatte.
<3) Denn von Demosthenes emporgehoben und unterstützt, hatte er die
Stufe, welche er inne hatte, erstiegen, da er ihn dem Chares entgegen
stellte; von demselben war er in Processen, als er in einer Kriminal»
anklage vor Gericht stand, einigemal vertheidigt worden und frei da
von gegangen. Diesm vertheidigte er in Gefahren nicht nur nicht,
sondern gab ihn sogar preis. (4) Er fiel aber am meisten durch ein
Verbrechen, weil, als die höchste Gewalt des Volkes in ihm lag, und
er von Dercyllus gewarnt wurde, daß Nikanor, Kafsanders Befehls
haber, nach dem Piräus der Athener trachte, und auch verlangte, er
mochte Vorsorge treffen, daß die Stadt der Zufuhr nicht beraubt werde,
Phocion diesem vor den Ohren des Volkes erklärte, es sei keine Ge
fahr vorhanden, und versprach, daß er hierfür Bürge sein werde.
l.5) Aber nicht gar lange darauf bemächtigte sich Nikanor des Piräus.

83
Nepo«, Uebersetzung.
Als das Volk zu seiner Wiedereroberung bewaffnet zusammenlief, rief
jener nicht nur Niemanden zu den Waffen, sondern wollte sich nicht
einmal an die Spitze der Bewaffneten stellen; (obgleich Athen ohne ihn,
dm Piriius, nicht bestehen kann).

0»v. III.
(1) Es waren zu dieser Zeit zwei Parteien in Athen, von denen
die eine die Sache des Voltes, die andere die der Vornehmen betrieb.
Bei dieser war Phocion und Demetrius aus Phaleron. Beide (Par
teien) stützten sich auf den Schutz der Macedonier. Denn die Volls-
freunde begünstigten dm Polnsperchon, die Vornehmen hielten es mit
Kassander. (2) Inzwischen wurde Kassander «on Polnsperchon aus
Makedonien vertrieben. Hierdurch gelangte das Volk zur Herrschaft,
verurtheilte sogleich die Häupter der Gegenpartei zum Tode und ver
trieb sie aus oem Vaterland«; unter diesen dm Phocion und Deine»
trius aus Phaleron; und es schickte hierüber Gesandte zu Polnsperchon,
welche von ihm verlangen sollten, er möchte seine Beschlüsse bekräftigen.
Ebendahin reiste auch Phocion. (3) Als er dahin kam, befahl man
ihm, seine Sache dem Worte nach bei dem König Philipp, in der Th»t
aber beim Polnsperchon zu vertheidigm. Denn dieser stand damals
den Angelegenheitm des Königs vor. Imer, von Agandes angeklagt,
daß er den Piriius dem Nikanor uerrathen habe, wurde nach dem Be
schlüsse des Rathes in ein Gefängniß geworfen und nach Athen abge
führt, damit dort nach dm Gesetzen ein Urtheil über ihn gefällt würde.

0»i>. IV.
(1) Als man hier angekommen mar, geschah, weil er wegen Alteis
nicht mehr gut zu Fuße war, und auf einem Wagen gefahren wurde,
ein großer Zusammenlauf, indem Einige, des alten Ruhmes gedenkend,
sein Älter benntleideten; die Meisten aber von Zorn aufgestachelt wurden,
wegen des Verdachtes der Preisgebung des Piriius, und am meisten,
weil er sich im Gleisenalter den Vortheilm des Volkes entgegengestellt
hatte. (2) Man gab ihm deshalb nicht einmal die Erlaubniß über die
Sache zu sprechen und sich zu vertheidigen. Darauf wurde er, nachdem
einige gesetzliche Förmlichkeiten zu Ende gebracht waren, durch ein Ge»

84
riwcion III, 1—3. IV, 1—4. I'imoleou I, 1—4.

licht verurtheilt und dm Elfmännern übergeben, denen nach der Sitte


der Athener die von Staatswegen Verurtheilten zur Bestrafung über
geben zu werden pflegen. (3) Da er zum Tode geführt wurde, be
gegnete ihm Euphyletus, mit welchem er vertrauten Umgang gehabt
hatte. Als dieser weinend sagte: „O wie viel Unverdientes leidest du
Phocion"! sagte ihm jener: Aber nichts Unerwartetes. Denn dieses
Ende haben die meisten Männer Athens gehabt. (4) Bei diesem war
der Haß der Menge so groß, daß kein Freigebotener ihn zu beerdigen
wagte. Daher wurde er von Sklaven begraben.

XX. Timoleon.
(!«,!>. i.
(1) Timoleon aus Korinth. Dieser war ohne Zweifel nach dem
Nrtheile Aller ein großer Mann. Denn ihm allein gelang es, was
vielleicht Niemandem, daß er somol sein von einem Tyrannen unter
drücktes Vaterland, in welchem er geboren war, befreite, als auch von
Syratus, welchem er zu Hilfe gesandt worden war, die verjährte Knecht
schaft vertrieb, und das ganze, viele Jahre mit Krieg gequälte und
von Barbaren unterdrückte Sicilien durch seine Ankunft in die frühere
Lage zurückbrachte. (2) Aber hierbei wurde er von einem abwechselnden
Schicksale angegriffen, und ertrug, was für schwerer gehalten wirb,
mit viel mehr Weisheit das günstige als das ungünstige Geschick. (3)
Denn als sich sein Bruder Timophanes, von den Korinthern zum Heer
führer erwählt, durch Söldlinge der Alleinherrschaft bemächtigt hatte,
und er an der Herrschaft Theil nehmen tonnte, war er so weit ent
fernt von der Betheiligung an dem Verbrechen, daß er die Freiheit
seiner Mitbürger dem Wohle des Bruders vorzog und es für besser
hielt, den Gesetzen des Vaterlandes zu gehorchen, als zu herrschen.
(4) In dieser Gesinnung ließ er seinen Bruder, den Tyrannen durch
einen Opferschauer und durch einen gemeinschaftlichen Verwandten,
mit welchem die von denselben Aeltern erzeugte Schwester verheiratet
war, tobten. Er selbst legte nicht nur leine Hand an ihn, sondern

85
N8P08, Ueberfetzung.

wollte das brüderliche Vlut nicht einmal sehen. Denn mährend die
That verübt wurde, stand er fern auf der Wacht, damit ihm kein
Trabant zu Hilfe kommen könnte. (5) Diefe fo glänzende That wurde nicht
auf gleiche Weise von Allen gebilligt. Denn Einige glaubten, er habe
die brüderliche Liebe verletzt, und zerstörte« aus Haß den Ruhm seines
Verdienstes. Die Mutter aber ließ nach dieser That den Sohn weder ins
Haus zu sich, noch sah sie ihn »n, ohne ihn zu verfluchen und emen Bruder
mörder uno Ruchlosen zu nennen. (6) Durch diese Dinge wurde jener
so sehr bewegt, daß ei manchmal seinem Leben ein Ende machen und
von dem Anblicke der undankbaren Menschen durch den Tod sich trennen
wollte.

0^l». II.

(1), Inzwischen bemächtigte sich nach Dion's Ermordung zu Syralus,


Dionysius wieder Syralus, dessen Gegner von den Korinthern Hilfe
verlangten, und einen Heerführer forderten, dessen sie sich im Kriege
bedienen könnten. Dahin wurde Timoleon geschickt und vertrieb mit
unglaublichem Glücke den Dionysius aus ganz Sicilien, (2) Obgleich
er ihn tödten konnte, wollte er es nicht und bewirkte, daß er sicher
nach Korinth gelangte, weil die Korinther oft durch die Macht der
beiden Dionysier unterstützt morden waren, und er wollte, daß em An»
denken für diese Gefälligkeit vorhanden sei; und er hielt den Sieg für
rühmlich, bei welchem mehr Milde als Grausamkeit stattfinde, endlich,
damit man nicht allein mit den Ohrm hör«, sondern auch mit dm
Augen sehe, aus einem wie großen Reiche und zu welchem Schicksale
er ihn herabgestürzt habe. (3> Nach Abzug des Dionysius, führte er
mit Hicetas Krieg, welcher ein Gegner des Diunys gewesen war, daß
dieser aber nicht aus Haß gegen die Tyrannis, sondern aus Verlangen nach
ihr sein Gegner gewesen sei, dafür diente zum Beweise, daß er selbst
nach Vertreibung des Dionys die Herrschaft nicht aufgeben wollte. (4)
Nach dessen Besiegung schlug Timoleon die zahlreichen Truppen der
Karthager am Flusse Krinissus, und zwang die, sich zu begnügen, wenn
es ihnen gestattet wäre Afrika zu behalten, welche den Besitz Siciliens
schon mehrere Jahre behaupteten. Er nahm auch den italischen Heer
führer Mamerkus, einen kriegerischen und mächtigen Mann, welcher,
um die Tyrannen zu unterstützen, nach Sicilien gekommen mar, gefangen.

86
I'uuoleou I, 5—6. II, 1—4. III, 1—6. IV, 1.

0«,v. III.
(1) Als er nach Nollbringuna dieser Dinge wegen der Langwierigkeit
des Krieges nicht allein die Länderstrecken, sondern auch die Städte verlassen
sah, suchte er zuerst die Siluler, welche er lannte, zusammen; dann rief er
von Korinth Colonisten herbei, weil von diesen Syrakus Anfangs ge
gründet worden war. (2) Den alten Bürgern gab er das Ihrige
wieder zurück, unter die neuen vertheilte er die im Kriege leer gewor
denen Besitzungen; die zerstörten Mauern der Städte und die verödeten
stellte er wieder her; den Staaten gab er Gesetze und Freiheit zurück.
Nach dem überaus großen Kriege verschaffte er der ganzen Insel eine
solche Ruhe, daß er der Gründer dieser Städte schien, nicht jene, welche
Anfangs (Kolonien) dllhingeführt hatten. (3) Die Burg zu Syrakus,
welche Dionysius zur Ueberwachung der Stadt befestigt hatte, zerstörte
er von Grund aus, zertrümmerte die übrigen Bollwerke der Tyrannis
und gab sich Mühe, daß möglichst wenig Spuren der Knechtschaft übrig
blieben. (4) Obgleich er eine solche Macht hatte, daß er sogar wider
den Willen (der Syrakuser) herrschen konnte, und eine solche Liebe bei
allen Sikulern besaß, daß er ohne Widerstand das Reich erhalten tonnte,
so wollte er doch lieber geliebt als gefürchtet sein. Daher legte er, so
bald « konnte, die Herrschaft nieder, und lebte in der übrigen Zeit
seines Lebens als Privatmann zu Syrakus. (5) Und dies that er
nicht unerfahren; denn was die andern Könige durch ihre Gewalt vermoch
ten das behauptete dieser durch Wohlwollen. Keine Ehre mangelte ihm;
lein Gegenstand wurde später öffentlich zu Syrakus verhandelt, über
welchen man eher abstimmte, als man Timoleons Meinung erfahren
hatte. (6) Keines Rath wurde nicht nur jemals vorgezogen, sondern
nicht einmal verglichen. Und dies geschah ebenso aus Wohlwollen als
wegen seiner Klugheit.

N»P. IV.

(1) Als er schon im Alter vorgerückt war, verlor er ohne alle


Krankheit das Augenlicht. Dieses Unglück trug er mit solcher Gelassen
heit, daß ihn weder Jemand klagen hörte, noch daß er deshalb weniger

87
NezwF, Uebersetzung.
den hauslichm und öffentlichen Angelegenheiten beiwohnte. (2) Er kam
aber in das Schauspielhaus, wenn dort Volksversammlung gehalten
wurde, wegen seines Gesundheitszustandes von zusammengejochten Zug»
thieren gefahren, und redete so vom Wagen herab, was ihm gut schien.
Und das legte ihm Niemand als Stolz aus. Denn nie l»m etwas
Anmaßendes und Prahlerisches aus seinem Munde. (3) Denn wenn
er seine Verdienste rühmen hörte, sagte er nie Anderes, als: Er sage
und misse dm Göttem den größten Dank, daß, als sie Sicilien wieder
herzustellen beschlossen hätten, sie damals vorzugsweise ihn zum Führer
Hütten haben wollen. (4) Denn er glaubte, keine menschliche Angelegenheit
werde ohne den Willen der Götter ausgeführt. Deshalb hatte er in
seinem Hause der Glücksgöttin ein Heiligthum errichtet, und verehrte
es sehr andächtig.

(1) Zu dieser ausgezeichneten Rechtschaffenheit des Mannes kamen


(noch) wunderbare Zufälle. Denn die grüßten Schlachten lieferte er alle
an seinem Geburtstage, daher geschah es, daß ganz Sicilien seinen Ge
burtstag für einen Festtag hielt. (2) Als ein gewisser Laphyftius,
ein frecher und undankbarer Mensch, ihn gerichtlich belangen wollte,
weil er mit ihm, wie er sagte, einen Rechtshandel habe, und Mehrere
zusammenliefen, welche die Unverschämtheit des Menschen mit den Händen
abzuwehren versuchten, bat sie Timoleon Alle, sie möchten dies nicht
thun; denn damit dies dem Lamestius erlaubt sei, habe er sich den
grüßten Anstrengungen und äußersten Gefahren unterzogen. Denn
dies sei das Wesen der Freiheit, wenn Allen, was jeder wollte, nach
den Gesetzen zu versuchen erlaubt sei. (3) Auch sagte er, als ein dem
Laphyftius ähnlicher Mensch, Namens Demänetus, in der Versammlung
des Volkes seine Thaten zu verkleinern anfing, und etwas gegen Timoleon
loszog: jetzt erst sehe er feinen Wunsch erfüllt. Denn darum habe er
immer die unsterblichen Götter gebeten, daß sie den Syralusern wieder
eine solche Freiheit verschaffen möchten, bei welcher es Jedem erlaubt
sei, wovon er wolle, ungestraft zu reden. (4). Als er gestorben war,
wurde er auf Staatskosten von den Syralusern in dem Gymnasium,
welches das timoleonische heißt, unter Mitfeier von ganz Sicilien be
graben.

88
Cornelius Nepos (der Vorname ist unbekannt) war in Ober»
italien in der Nähe des Po geboren, daher ihn der ältere Plinius
?Hlli accol» (Anwohner des Po) nmnt. Sein eigentlicher Geburtsort
ist nicht genauer bekannt; Einige nehmen dafür Parma, Andere den
Flecken Hostilia bei Verona, wieder Andere Verona selbst an. Seine
Geburtszeit fällt um das Jahr 90 v. Chr.; er mar also bedeutend
lum 15— 18 Jahre) jünger als der ihm befreundete Cicero, welcher
106 v. Chr. geboren war. Von Nepos' Leben wissen wir nur, daß
er zu Rom sich ganz den Wissenschaften und der Geschichtschreibung
widmete, wegen seines edlen Charakters allgemein geschätzt wurde, in
innigem Freundschaftsverhältnisse mit den bedeutendsten Zeitgenossen,
namentlich mit Cicero, Varro, Catull und Ntticus (dessen
Ltben er beschrieben), stand, und ein hohes Alter (von mindestens
YO Jahren) erreichte. Aus der großen Zahl seiner Geschichtswerle ist
uns nur eine Sammlung von Lebensbeschreibungen (Vitas) aus»
gezeichneter Männer des Alterthums erhalten, die nicht blos durch das
Anziehende ihres Inhaltes, sondern auch durch Einfachheit und Natur»
lichkeit der Sprache und durch Anschaulichkeit der Darstlllung sich
«uszeichnen.

^raelatio.
1. 'Xou äubito, Htties, MrozhUL tore (d. i. tuturoz e«ee), qui
iuäiceut doo ßeuu» eeriptur»L leve et uou e»tiz äiguum persoui«
mnmiorum virorum, cum leßeut rectum ete. — uou äubito, ich zweifle
2 Xspo«, ?raet»,tio 2. 3.

nicht, in dem Sinne von: „ich weiß wohl", daher bei Nepos meist mit
dem acou«. c«»n i«M, constluirt (sonst üblicher mit guin, s. Gramm,)
— ^,«iou8, ein intimer Freund des Nepos, der auch dessen Leben be»
schrieben hat (s. am Ende der Vit»s). — xlelosyuk, eigentl.: die Meisten,
dann im Allgemeinen: „sehr Viele" — tors s. v. a. tuturo« «33«, s,
Gramm, — lore «ui iuäieeut, der Conjunctiv bei sunt yui, wenn dies
nur von einem allgemeinen und unbestimmten Falle spricht: es gibt
Leute, die «., s. Gramm. — doo ßsuus »eripturae: „diese Gattung
der schriftlichen, schriftstellerischen TlMigkeit, der schriftlichen Darstel
lung, Composition". — Isve, eigmtl.: leicht, figürl.: „geringfügig, un
bedeutend, ohne Interesse", s. Lexik. — äiZnum mit dem Ablativ (hier
personis) construirt, s. Gramnl, u. Lexik. — xerLön», eigentl.: Maske,
Larve des Schauspielers, dann: Rolle, Charakter des Schauspielers,
dann, wie hier, allgem.: „Charakter, Person" — cum lyzent «Iztuin
sacou«, ne«^. des H>a»-tle. Fe»'/', v. relsro), wenn sie berichtet, erzählt
lesen werden, im Deutschen auch mit dem F?ae«. zu übertragen: „wenn
sie berichtet lesen, berichtet finden" — yui8 «ioeusrit, indirekte Rede,
daher quis, nicht «zui, und daher der Conjunctiv, s, Gramm. — 6o-
esre, mit doppeltem Accusativ, jemanden etwas lehren. — eomniemorari,
in/?», M««. als Object sich beziehend auf das vorstehende yuum Iszsnt:
„oder (wenn sie lesen) daß erwähnt werde, er habe schön getanzt" —
enm 8»It»886 ew., aee««. c«m. in/in., abhängig von eonnuemoiAii
— 0Äut»re tibii8 (respectiver abl.), auf der Flöte tönen, spielen, d. i.
„die Flöte blasen."
2. lere, eigentl.: beinahe, fast; dann übertr.: gewöhnlich, in der
Regel, „aber das werden in der Regel diejenigen sein, welche «." -
exl>ßi8, untheilhaft, ledig, baar, mit dem genit. — Utterae 6i»ee»e.
„griechisches Schriftthum, griechische Litteratur."
3. *»eä omni», mäio»ii iuztituti» umiorum (abhängig von: 8i äi-
äieerint,): „sondern, daß Alles beurtheilt werde nach den Einrichtungen,
nach den Gewohnheiten der Vorfahren, nach altem Herkommen. —
»ämir»ri, nicht blos: bewundern, sondern auch, wie hier: „sich ver>
wundern, sich wundern," mit dem aec««. e«m »«/?«., s. Lexik. —
»203 8«out<>3 (L83L) mors8 eolUN (6llliorum) in exponLuäis viNutibu«
6
5lep<)8, ?r»et»,tio 4. 5. 3

«omni — 6raii, gewöhnt, 6r»eci, die Griechen. — virtut«8, nicht blos :


Tugenden, sondern auch allgem,: „gute, rühmliche Eigenschaften" —
in virtutit>u8 exponsuäi«, eigentl.: bei den darzustellenden Tugenden;
im Deutschen durch ein Verbalsubstantiv zu übersetzen: „bei, in der
Tarstellung der Tugenden, der rühmlichen Eigenschaften «." —
«uruill, näml. OlHiorum. — «eeutos («83S) mit dem «cou«. construirt,
f, Gramm.
4. Lummo viro, Dativ, Apposition zu vimoui, eigentl.: dem
obersten, ersten Manne der Nthenienser, daher überhaupt, wie hier:
„einem der eisten Männer." — civs» ein», seine des (Cimon) Mit
bürger. — uterentur soäem m8tituto, „diesm Gebrauch besaßen, hatten."
— utor ««n adl. (s. Gramm.) bedeutet eigentl.: Gebrauch machen
v»n etwas, sich bedienen, benutzen; aber auch allgem., wie hie»: „im
Besitz von etwas sein, etwas besitzen, haben." Der Conjunctiv utsrsu-
wr von der causalen Bedeutung des yu>?I>6 yuuin, da nämlich, weil
nämlich — iä c>niäem, dies eben, dies gerade, — uo8tri8 moribu8,
adverbialer nbl. : nach unsern Sitten, — 'äuoitur »äole8oeiitu1i3 lauäi
in üraeci»,, llildere <zu»n> plurimo8 »nilltore8: „es wird in Griechenland
den Jünglingen zum Lob« angerechnet, es gereicht ihnen zum Lobe
soviel Freunde, Gönner wie möglich zu haben." Wegen der doppelten
Dative bei dueiwr, s. Gramm. — I^oeäaeinälli, alte Locativform (wie
lloun, ruri, OartdüZini, s. Gramm.): zu Lacedämon (anderer Name von
Sparta). — "yuks uou eat »ä oeu»m, oouäuet» meroeäe. H^ä ceumu,
zur Tafel, zu Gastmalen (in manchen Ausgaben des Nepos steht: aä
Lceuam, auf die Bühne; dies ist aber unrichtig, da in Sparta ein
Gesetz des Lykurg den Frauen ausdrücklich dm Besuch des Theaters
überhaupt verbot), — eonäuetH, eigentl. : zusammengeführt, zusammen»
gebracht; übertr.: zu irgend einem Gebrauche herbeigebracht, d. i.: ,,ge»
miethet, gedungen."
5. I'otk 6r»6M, ist der ablat. lo«: „über ganz Griechenland", s,
Gramm.— OlMpias.LocativssürOIymMY: „zuOlympia alsSieger(vom
öffentlichen Ausrufer) ausgerufen, proklamirt, erklärt zu werden."
Olympia, der heilige Ort in Ms, wo die nach ihm benannten olympi»
schen Spiele gefeiert wurden. — populo e«3« »oeetaculo , dem Volke
4 üepuz, ?lüelatio 6 — 8. — Nilt. I, 1.

zum Schauspiele sein, dienen, — int^mia, nicht Substantiv, sondern


Adjectiv, auf a.u»e omni» sich beziehend. — pouuntur, s. v. a. äueuntui,
Qllbeutur, „was olles bei uns für theils . . . gehalten, betrachtet wird."
6. Loutra s», «igentl.: diesem gegenüber, diesem entgegen, d. i.:
„dagegen, hingegen." — z>!ere>ou«, sehr Vieles, s. oben §. 1. — quem
Itom»uc>ium, partitiver Genitiv: wen unter den Römern? s. v. ».
welchen Römer? quem, aec««. zu puäet, s. Gramm. — '»ut euiu«
m»tertumiii»8 uou teuet primum loeum »eäium? „oder wessen Haus
frau hat nicht den ersten Platz (den Vorderraum) im Hause inne?"
Die Endung »» in m»terl»«M»» ist alte Genitivendung der ersten
Declination, s. Gramm. — eeledrit»« „die zahlreiche Gesellschaft,"
7. multo »liter, um Vieles anders; ganz anders; multo, Maß»
ablatio, s. Gramm. — »äuibetui', d. i. »6-ii»bewi-, von einer Person:
wird hinzugnwmmen , hinzugebracht, mitgenommen, zugezogen. — se-
6et, sie fitzt, d. i, bleibt sitzen, bleibt zurückgezogen. — ß^naecöuitiz
(in manchen Ausgaben griech., ^vv«l^cvvcr<3, geschrieben), das im
Hintergebäude gelegene Frauengemach des griechischen Hauses.
8. testiuktio , ut explieem , „das eilende Verlangen, daß ich aus
einandersetze, erzähle :c." statt des üblichein te8tin»tio expliosnäi. —
in nee libro, in diesem Vuche, als erstem Theile des ganzen Wertes
(totiu« voluminiz), der mit der Biographie des Hannibal schließt (die
zwei dann folgenden Biographien von Cato und Atticus sind nur ein
Bruchstück des zweiten Buches oder Theiles, des »eouuäi lidri, das
römische Biographien enthalten hat, s. den Schluß der Biographie des
Hannibal).

I. NiltilläßF.
0^i>. I.
1. 'Ouin Mltltiäe», üliu8 Oimüuiz ^tliemeu»!», üoröret uuu»
omuium N»xime et «mtiquitate geueri» et ßlori» m»iorum et «u»
modeLtitl, e«Zetque (d. i. »tque eslet) e», aet»te, ut i»m eive» sui po«8eut
uou «olum deue sperre äe eo, «eä eti»m couti^tzre, (eum) t»Iem tntu-
rum (e3»e), qu»lem iuÄic»ruut eoßnltum : »celäit, ut^tdeuieuseL veüeut
wittere eolüuc« Ov,kr»oue»u». „Als Miltiades, Sohn des Cimon, der
Alhenienser, allein vor Allen am meisten hervorblühte (hervorstrahlte,
in hohem Ansehen stand), sowol durch das Alter des Geschlechts, als
durch den Ruhm der Ahnen und durch sein mildes Wesen, und (als)
« in dem Alter war, daß sein« Mitbürger schon nicht blos Gutes
von ihm hoffen, sondern auch vertrauen tonnten, daß er ein Solcher
sein (weiden) würbe, fü« den sie ihn, als sie ihn erkannt hatten, hiel»
ten: da ereignete es sich, daß die Athenienser Colonisten schicken woll»
im nach dem Chersonesus." (In manchen Ausgaben ist nach ^,tke-
mensis Punkt gesetzt: dann gelten die ersten vier Worte gleichsam als
Ueberschrift: „Miltiades, Sohn des Cimon, aus Athen"; und die
eigentliche Biographie beginnt alsdann: „Als er sowol durch das
Alter des Geschlechts lc.") — HHenisn«», der Athenienser ; im Deut«
schen üblicher mit Anwendung der Ortsnamen: „aus Athen"; so I^a-
eeg»e«ouiuL, aus Lacediimon, I'dsdllnuz, aus Theben, LartuHgmieuzis,
aus Carthago, — autiq.«tHte ßsusriz, de« Miltiades Geschlecht sollte bis
auf den König Kodrus, ja bis auf Aeakus, den Sohn des Zeus, hinauf«
reichen. — moäezti» ist die Eigenschaft dessen, der in allen Dingen,
besonders im Benehmen, das rechte Maß (moäns) hält; hier: '„das
gesetzte, milde Netragen gegen Andere, die Anspruchslosigkeit." — nun»
onmilnu (partit. Fenit.) m»xime, „allein unter Allen am meisten; weit
vor allen Andern," eine besonders verstärkende Steigerung. — ttortzret,
Conjunctio bei ou«, s. Gramm. — eäyu« ustats, ablat. der Eigen
schaft, „in dem Alter/' s. Gramm. — «ives, Mitbürger, wie?ra«f. z. 4.
— yuslem coZultum iudionrunt, d. i. qu»Iow iuäieariiut, euva ooFuitn8
WZet (»d ü»), da er von ihnen kennen gelernt worden, iuäioarunt,
zusammengezogene Form des pe»/. für iuäieavenmt — Ldersouesuiii,
Zielaccnsatio, s. Gramm, „nach der Chersonesus". Es ist die Oder-
z»v,s8n« liu-aeica, die Halbinsel am Hellespont gemeint, auf welcher die
Athenienser des Seehandels wegen einige Kolonien besaßen.
2. *Lt cum m»ßvu3 numerus «in» zeneri« ezset, und »ls dieser
Gattung (nämlich der Kolonisten) eine große Anzahl war"; das Re<
latiopionomen cuius zu Anfange des Satzes für st eiiu. — eiu» äs-
mizl»tioui3 »ueietatem, die Genossenschaft, d. i. die Theilnahme an
6 Nei>08, Nlilt. I, 3 — 5.

dieser Auswanderung. — 'äeleeti ex bis mi8«i sunt velpd.08 äeliber»-


tum (««x^n.), ,,s« wurden Auserwählte aus diesen nach Delphi geschickt,
zu berathen (sich Rath zu holen, um Rath zu fragen)." — aui eon-
8uleieut, Absichtssatz, s. v. a. ut ui cou8ulerent, daher der Conjunctiv,
s. Gramm.; der Satz ist nur weitere Erklärung des voranstehenden
äeüberütum. — cc»8ulere «i«g«em, mit jemand sich berathen, jemand
um Rath fragen, befragen, verschieden von eousulere al»e«l, s. Lexik.
— u»muue, begründende und erklärende Partikel: denn nämlich, näm
lich; uamque tum: „damals nämlich." — ^dreces, Nebenform von
lurlloes, die Thracier. — teueblwt, „hielten inne, hatten im Besitz."
— cum quibu3, wofür bei andern guten Schriftstellern üblicher auiduz-
eum (wie auch yueeum, meeum, teeum), s. Gramm.
3. impeilltorem, Prädicatsaccusativ, „sich zum Feldherrn nehmen."
— 'iueepts, tutur» (e»8e) prospera, aec. e. ,«/?«., abhängig von pr»e-
eeoit, als ve?bum ciecl«,a«cll: wenn sie dies gethan hätten, werde ihr
Unternehmen glücklich sein, glücklichen Erfolg haben."
4. 'Oum MIti»äs8, prc,leetu8 e!»3Le Luer8<>ue8um, doo or»euli
r«8pou8o, eum äeleetk manu, »eee88i88et I^emuum, et vellet reäi^ero
iucöla» eiu» iu8u!»e 5ub pot»8t»tem ^tueuiei>8ium, lltczue p02tul»8l>et,
luy l^emuii t«lcereut iä 8U^ 8poute: illi ete. „Als Miltiades, auf dies«
Antwort des Orakels mit einer auserlesenen Mannschaft zu Schiffe
nach dem Chersonesus abgegangen, nach Lemnus gekommen war :c."
üoe oraoulj resneuL« ist ablat. absol.l.- bei dieser Antwort (gleichs. als
diese Antwort gegeben war, Statt hatte und dgl., doch braucht lein Ner»
bum ergänzt zu werden); so heißt boe uuutio: bei dieser Nachricht, d»e
8Z>e: bei dieser Hoffnung u. dgl. — el»88e plotieizei , zur Flott«, zu
Schiffe abreisen, absegeln — I,emuum, Zielaccusati« bei Inselnamen;
I^emuuz, eine Insel im nördlichen Theile des ägäischen Meeres, süd»
westlich vom Chersones, s. die Karte v. Griechen!. — 8u» 8po»te, «ms
eigenem freiem Willm, aus eigenem Antriebe, freiwillig, s. Ler.il. —
iä taeereut, der bloße Conjunctiv für ut mit dem Conjunctiv nach
I>o8tul»re, f. Gramm.
5. 're8pc»äeruut, 8e iaeturo« (e3»e) iä tum, eum eto., „daß sie
dies dann thun würden, wenn :c." — äomo, von Hause, d. i. von
Xepo«, Mit. I, 6. II, 1. 2. 7

Athen. — veuto »quiloue, Apposition: „mit Nordwind"; was unmög»


lich war, da Athen südlich von Lemnus lag (s. d. Karte), also die von
Athen nach Lemnus Segelnden vom Südwinde dahin gebracht wurden.
— »d »eptentrionibr«, von Norden. — 'die (veutu«) teuet »äve^um
Ploüeiseeutibu», ^tlisuiz , „dieser Wind weht entgegen den von Athen
Absegelnden", teuere »äver8um saecu«. ne«t»'.), eigentl. das Gegenüber
halten, dah. vom Winde: entgegcnwehen. — protieizeeutibus, Dativ;
^tuenis, Ortsablativ: von, au« Athen.
6. yuo teuäeb»t, wohin er strebte, d. i. wohin sein Ziel ge«
lichtet war.

cx?. li.
1 . '?c>8taunm copi»e darbllrorum äiLieetas ellwt idi brevi tempore
et (Niltilläe») po!ltu8 erat tolk reßioue, «zuam petier^t, eowNuniit loo»
i6oue»c28teIIi8,ooUo<:»vit multituäinem,clu»m äuxer»t8eenlu, in »ßiis,
atn^ns loeupletllvit (e»m) credri» exenr8iouibu8. „Nachden: hier (im
Chersones) in kurzer Zeit die Truppen der Barbaren zerstreut waren,"
oder actio-, „nachdem er (Miltiades) hier in kurzer Zeit die Truppen
der Barbaren zerstreut und der ganzen Gegend, nach der er gestrebt,
sich bemächtigt hatte." Sowol der ablat. «b«ol. copüs äHeoti8 als
das Fa»-t. Fe»/. poUw8 gestatten im Deutschen die Auflösung in einen
besonderen Satz, s. Gramm. — drevi tempore, Zeitablativ. — b»rd»ri
sind alle Nichtgiiechen, Fremde, Ausländer, — äi8ieeti8, eigentl,:
auseinandergeworfen, in der Kriegssprache: auseinandergesprengt, zer»
streut. — totZ, regioue, ablat, zu potitus (xa?-tle. v, potior), s. Gramm.
— petierat, wie petiveiat, ^>l««g«a»lFe,/. v. peto. — o»8teili8, ckat.
zu i<Iouen8, s. Lexik.
2. ueu^ue miuu» . . u.u»m, „nicht weniger . . als," auch zu über»
setzen: „eben so sehr . . wie." — in e» re, in dieser Sache, in, bei
dieser Gelegenheit; auch kurz: „hierin, hierbei." — piuäeutiZ, u, teli-
eitate, Instrumentalablative: „durch Klugheit, durch Glück." — 'cum
äevi«88et exeroitu8 ü08tmm virtute luilituw. äevi«88et, völlig besiegt,
überwunden hatte. — 8uwn>K »eu^uiwte, Aduerbialablativ: „nach höchster
Billigkeit." — cou8lituere re8, die Landesangelegenheiten feststellen,
8 , NSP05, Mit. II, 3. 4.

ordnen, einrichten. — äeerevit, ^e^. v. cleceruo, beschließen, sich ent


schließen.
3. äizuitate regi^, Ablativ der Eigenschaft: „von königlicher Würde,
von königlichem Ansehen"; s. Gramm. — yuümvis, mit d. »«s»«it.
für yuamyu»!».: obgleich, obschon; mit d. eo«/««et..' wie sehr auch,
wenn auch noch so sehr, s. Gramm, — o»reo, e. adlat., f. Gramm. —
nomine, näml. regi» : „obgleich er den (Königs») Titel nicht hatte, nicht
besaß." — ueuue inaßi» imperio ou»m iustiti», eig. : nicht mehr durch
Feldherrngewalt als durch Gerechtigkeit; im Deutschen üblicher durch
Umkehrung übersetzt: „eben so sehr durch Gerechtigkeit wie durch Feld
herrngewalt," s. Gramm. — ueyue so seoius, nichts desto weniger;
»eeius, Comparativ des «Ho. seous, s. Lexik. — », o.uibus, auf deren
Veranlassung, Geheiß, Befehl; so ab bei Angabe dessen, durch den,
auf dessen Veranlassung etwas geschieht, s. Lexik. — praestale olüoi»,
Dienste leisten, erweisen, nützlich sein. — yuidus rebus, eig.: durch
welche Dinge; allgem.: „wodurch." — uon minus . . yukw, eben so
sehr . . als, s. oben §. 2. — yui u>i8el»ut, absolut ausgedrückt, zu ««
ganzen: eum: „die ihn abgesandt hatten."

4, "?o«ta.n»N vbersouesu« oouztitut» erat wli moäo, „nachdem der


Chersones auf diese Weise eingerichtet, geordnet war." — I^munm,
Zielaccusativ: „nach Lemnus." — ex z>2eto, dem Vertrage, dem Ueber-
einkommen gemäß, „zufolge des Uebereinkommens," s. Lexik, unt. ex.
— 8ibi, ihm, auf Miltiades bezogen, der im Hauptsatze (ex pneto z>o»w-
iat) Subject ist. — 'illi euim äixeraut, se«e äeäituro« (eZse urbeiu),
cum, (Mittages), protectu« äowo veuto bore», perveuizset eo, „denn
sie hatten gesagt, daß sie übergeben würden (die Stadt), wenn er, von
Hause mit dem Nordwinde abgereist, dahin (d. i. nach Lemnu«) ge.
kommen wäre." — veuto bore», wie oben I, 5 veuto »ouiloue, Ap
position, „mit dem Nordwinde." — üomo, von Hause. — eo, dahin,
d. >i. nach Lemnus. — «eee, blos verstärktes so (nicht etwa für so se,
sie sich), s, Aexil. ; bei äecUtuw» ist aus dem Vorhergehenden urdem zu
ergänzen. — "se »utem babere äomnm Obewouesi, ac«<«, oum l'«/ln.,
abhängig von dem aus dem vorhergehenden äixerunt zu ergänzenden
Nep25, Mit. II, 5. III, 1. 9

sixit: „er aber (sagte Miltiades) habe sein Haus im Ehersones." —


l!der3one8i, Locatio, s. Gramm.
5. 'praeter opinionem, gegen, wider Permuthen. — eeoiäerat von
<Höo, eig.: fallen, d»h. von Ereignissen, ausfallen. — 'wmeu (varez)
e»pti non «iirto, 8sc! »eeunä», lortuuk «,äverL»riorum. cllpti, eig. gefan«
gm, dah. betroffen, in Verlegenheit gebracht. — 6ieto, durch (ihr ge°
gebenes) Wort. — zeeullä», tortuuk, eigentl.: günstiges Geschick, dah.!
Glück, wie »äversa fortuua, ungünstiges Geschick, dah. : Unglück, s. Lexik,
unt, lortrma. — »uzi suut, zie»-/'. v. auäeo, ein vs»H«»n neutw-pa«>
«r«m; s. Gramm. — Lyeliläeg, die Cycladen, die westliche Inselgruppe
im iigäischen Meere (die östlich« sind die Sporaden), s. die Karte v.
Griechenland.

Lxr. III.
I. *v»riu«, rex ?sr8»riim, eizäem temporibu« cleerevit triliioers
exeroitum ex HÄ« in Nuwp»m etiulerre bellum Lo^tbig. „Um dieselbe
Zeit beschloß Darms, König der Perser, ein Heer aus Asien nach
Europa überzusetzen, um die Scythen zu bekriegen." 'Darius der
Äeltere, Sohn des Hnswspes, der von 521—485 v. Chr. über Persien
herrschte. — Der »dl«i. al>«ol. exercitu tr»isot« lann im Deutschen auch
ohne Zeitpartikel coordinirt übersetzt und mit dem Hauptsatze durch
und verbunden werden, s, Gramm. — trniicere, vom Uebersetzen über
ein Gewässer, s. d. Folg. — LoMae, die Nomadenvölker im Norden
Asiens und Europas jenseits des ?outu8 üuxiuuL, s. d. Karte. —
bellum iuterre »lieni, eigentl, : jemand den Krieg hineintragen (ins Ge
biet), d. i. jemand mit Krieg überziehen, ihn bekriegen. — pontem ta-
eere in tlumine, eine Brücke über den Fluß schlagen. — NiLtro (oder
I»tro), die unlere Donau (die obere Donau hieß viwudiuz), ^ luZ,
trzäuosret, Absichtssatz für ut e» tr»äuoeret, daher der Conjuncti«
qnt, Adverb.: wo, worüber. — äum »desZet, wahrend er abwesend
«äre, Gedanke des Darius, dah. der Conjuncti». — "rellyuit eustü-
<!« eins ponti» priuolpe», ^ua3 et«. priueipW, Oberherren,Oberhäupter
einzelner tleinasiatischen Städte, Häuptlinge. — lönia und ^«ölis, zwei
Provinzen in Kleinasien an der Küste des ägäischen Meres, s, d. Karte.
10 Nepo8, UM, III, 2—4.

— 'yuibus einguliß äeäerat zierpetu» in>peii» ipe«,luin urdiuin, „denen


er (jedem Einzelnen, d. i. von denen ei einem jedem) die beständige
Verwaltung, Regierung seiner eigenen (Vater-) Stadt übergeben hatte."
2. LiaecH, IwßuK, (respectiv. ablat.) lo^ueute«, eigentl.: die in
griechischer Sprache Redenden, d. i.: die Griechischredenden. — gui
iueolereut, der Conjunctiv beim Zwischensatze eines aeeu«. e. ,'«/?»., s.
Gramm. — '(8«) reteuturum (S88e) «üb 8u^ z>ot«8t2ts, daß er (die
Griechen in Asien) Gunter seiner Herrschaft behalten werde. — 8i tr»>
lüöilset opM», tueuä«, 8ui8 »mici», „wenn er die Bewahrung der
Städte seinen Freunden übergeben, anvertraut hätte." — tueuä»,
Mflie. /«t. xa«». zur Angabe des Zweckes beim Uebergeben einer
Sache, s. Gramm. — »s opz>re88«, »bl. ad.««!, aufzulösen: cum (od.
8i) i8 (Darin«) oi>i>le38U8 S88et, d. i.: „wenn er unterlegen wäre.'
oppilmi, eigentl. niedergedrückt werden, d. i. unterliegen. — reüuyuere-
tur, der Conjunctiv, wie im Vorstehenden incolersut, beim Zwischen»
satze des aeou«. e. l«)?n. — ^Nilti»äe8 5uit tum iu doo uumero. „Mil-
tiades war, befand sich damals unter dieser (Männer-) Zahl, unter
diesen Männern." — eui 'ore<>LlLtiil, Wirkungssatz, gleichs. welche
(Männerzahl) der (angegebenen) Art war, daß ihr jene Beaufsichtigung
anvertraut würde, dal), der Conjunctiv, s. Gramm.
*3. vlliwm Zßierß m»Iß rem z>iewi<zue »b Zc^tdi«, aeous. e. ,^n.
abhängig von nuutii »ü"erreut.! gerere rem male, die Sache schlecht,
d. i. unglücklich führen. — premi, si«/?«. M««.), eigentl. gedrückt wer
den, d. i. in die Enge getrieben werden, gedrängt werden. — 'ue
äimittereut c>ccu«iol>em Iidei-8u<i»s 6r»e<:i»e, ä»,t»m », lortun». —
äimittere, eigentl. fort lassen, gehen lassen, dah.: „fahren lassen, aufgeben,
unbenutzt lassen «." — oee»8io !iber»,n6»s 6i«eoiaß, Umwandlung
aus occ»8iu libslÄnäi 6r»eei»m, die Gelegenheit, Griechenland zu be
freien, zur Befreiung Griechenlands, f. Gramm. — ooc»8io ä»w »
lortun»,, die vom Schicksale gegebene, dargebotene Gelegenheit; t»»
tun» als persönl. Gegenstand gedacht, daher mit », s. Lexik, unt. »b,
4. luteriLset, j,l««g«a»NH). oon/. v. iutereo — tore, s. u. a. lutu-
r^m e«8e. — incoltzrem, Conjunctiv, ini Zwischensatze des «co. «. »«/°.
Noi>08, Uilt. III, 5. 11

— Lraeci genere (respectiu. abl.), Griechen von Geschlecht, Griechen.


— 'liberos luturo8 (esse) » äomiuLtioue et peilen!« ?er8»rum, „wür-
den frei von der Herrschaft der Perser und von der von ihnen
drohenden Gefahr (nämlich, wieder unter persische Herrschaft zu kom
men)." — 'ick ziosee elüei, et (quickem) t»eile, „dies könne nun (zwar)
leicht bewirkt werden." — ponte re8c>88o , abl. abzol. -- eum pou»
iWcizzu» o88et, „ wenn die Brücke abgebrochen worden," od. substan
tivisch übersetzt: „durch Abbrechung der Brücke," — reeeiuäere, eigentl.^
Zusammengefügtes auseinander reißen, losreißen, dah. i. peutem, eine
Brücke abbrechen. — 'regem iuteiiturum (e»«e) Mu«8 cliebu3 vel lerro
KoLtium vel iuopia. interire, untergehen, zu Grunde gehen, — p»u«3
llielwß, Zeitablatin. — vel . . . vel, entweder . . oder. — lerro unb
illopik, Instrumentalablatiue.
5. 'Cum pleri^ue »eeecksrent »ä lioo couLilium, HiLtiüeu» Ilile-
«ill8«d8titit , ne re» eouLeeretur. »eeecksre, eigentl : heran», herzu-
lreten: figürl. beitreten, beipflichten. — Allesius, der Milesier, „aus
Nilet", vgl. oben I, 1. (Miletus, eine große Handelsstadt an der klein»
«statischen Küste in Carien, s. die Karte). — olMItit v. od8i3to, sich
intgegenstellen, „sich widersetzen". — 'äieeu3, neu ickem expeckire >p8i8,
gui teuereut 8umm«,8 imperii, et multituckiui, „indem er sagte, nicht
liil und dasselbe sei ihnen selbst, die die Oberherrschaft inne hätten, und
der Menge (gleich) nütze, gleich vortheilhaft." iclem et (auch ao, ut,
cum) drückt das ganz gleiche Verhältnis; zwischen zwei Gegenständen
<ms: nun ickem expeckit miui et tibi, nicht ein und dasselbe nützt dir
und (oder : wie) mir, s. Lexik. — summa imperü, eigentl. : das Ganze,
die Gesammtheit der Herrschaft, d. i. Oberherrschaft, höchste Gewalt.
— vllrii reguu (abl. zu nitur): „auf der Regierung des Darius beruhe
ihre eigene Herrschaft." — guo lnäml. v»rio) exstineto, ablat. ab«o?.
aufgelöst in: et eum (si) i3 ex8tiuetu8 e83et, „wenn dieser umgekommen
märe." — *ip808, expu>303 potestilte, ck3,turo3 (e88e) pc>eu28 8M3 oivl'
bu8, „würden sie, vertrieben aus ihrer Macht, ihren Bürgern die Strafen
zahlen." ck»ie z>oeu»3 »lieui, jemandem Strafe zahlen, von jemandem
bestraft werden. — »bkorrere » eeterorum eousilio, abweichen von dem
12 NLP05, Uilt. III, 6. IV, 1.

Rathe der Uebrigen, der Andern. — eouüimari rezuum ?er3»niiu,


«ee, c. in/'., abhängig von' purer utile , „daß die Regierung der Perser
befestigt werde."
6. plurimi, eigentl. die Meisten; im Allgem.: „die Mehrzahl, die
Mehrheit," — sequi «euteutiam, einer Meinung folgen, beitreten. —
'uon üubitau«, eoneili», 8u» perveutur», (e88e) »ä »ure3 reZi», oum
t«,m multi eouZeii e88eut. neu äudiwn8 in der Bedeutung : wohl ruis>
send, überzeugt, mit d. «oe. e. ««/., s. ?rllef»t. I. — tarn nmltis oou-
«eiis, abl. «b«ol. (wobei das M,-tl'e. v. e«8e fehlt), „bei so vielen Mit
wissern." — äemißrllvit ^tKeuH» (Zielaccusativ), „zog (wieder) fort
nach Athen." — euiu3, näml. M1tiaäi8. — rütio, eig. Berechnung,
figürl, „Maßregeln, Plan" — valuit, eig^: War stark, figürl. „hatte
Geltung, galt." — *eum tuerit »mieior libsrtati omnium «zuani 8>i»e
äominationi, „da er geneigter war der Freiheit Aller als seiner (eigenen)
Herrschaft," »minor, Comparativ von amieu», das nicht blos substan
tivisch gebraucht wird: „der Freund," sondern auch adjectivisch e. ä»t.:
„freundlich, wohlwollend, geneigt," s. Lexik.

0xr. IV.
1. Hoit«.utibu3 »miei«, «dl. ai>«ol. „auf Ermahnung, auf Anrathen
seiner Freunde." — quingentarum u«,vium, Genitiv der Eigenschaft,
s. Gramm. — eomriaravit oi»88em, rüstete eine Flotte aus. — pr»e-
teeit, setzte vor, ernannte zu Führern. — v»tim, aee. v. Vati«, s.
Gramm. — äuceuta (zu ergänzen aus dem folg. wiiia) peältum, zwei-
malhundert Tausend Fußsoldaten, miiia (auch milii», geschrieben) er
fordert den Genitiv, s. Gramm. — iutsr8ereu8 causam: „als Grund
(der Knegsrüstung gegm Griechenland) angebend" ; inter8ersu3 (p»«ic.
von interner«, 8erüi, sertum, 3.), eigentl,: dozwischenfiigend, figürl.:
vorschützend, vorgebend. — 1w3ti3 hier adjectivisch (wie oben III , 6
»miou«), dah. e. ci«i.: „er sei Feind den Athenern." — I6ui8, 5ie Io-
nier, Einwohner der ionischen Kolonien an der kleinasiatischen Küste,
s. die Karte. — expuAUÄZsent 8n,räi8 (andere Form des aeo. F?., s.
Gramm.), „Sardes erobert hätten." 8»r6s8, die Hauptstadt von Ly-
dien (s. die Karte), war beim Aufstände der tleinasiatischen Griechen
Nepo«, NM. IV, 2. 3. 13

gegen die persische Herrschaft mit Hilfe der Athener im Jahre 499
v. Chr. von den Griechen erobert und verbrannt morden. — »u» lnäm»
lich v»iii) praegiäi», seine Besatzung.
2. Das jetzt Erzählte geschah im Jahre 499 v. Chr. vrneteeti,
Vorgesetzte, Befehlshaber. — "clesse appulLk »ä Nuboenm, ablat. ab«ol.,
s. v. a. elHLzeiu »r<puleruut »ä Nuboeam et eeperuut etc., „(jene lünig»
lichen Befehlshaber) trieben die Flotte nach Euböa, landeten in Euböa,
und nahmen, eroberten schnell Eretria". Lnboek, die langgestreckte Insel
im ägiiischen Meere, gegenüber Phocis, Nöotien und Attila und nürd»
lich von den Cvclaben, s. die Karte. — »prMere (nicht zu verwechseln
mit »pi>eU»re) v. »ä-ziellere, eig.: an etwas herantreiben, dah. in der
Vchiffersprache 2. navem od. cl»»8em, das Schiff, die Flotte ans
Land treiben, anlanden, landen. Lretrw, die größte Stadt der Insel
Euböa, dem böotischen Theben gegenüber, s. die Karte. — eeperuut,
v, cspere, eigentl.: fassen, ergreifen, nehmen; in der Kriegssprache:
gewaltsam nehmen, d. i. von einem Orte: ihn einnehmen, erobern;
von Soldaten: sie fangen, gefangen nehmen, — 'omiißLyuL eives ein»
zeutiz abreptc», Participialconstruction, wie der vorstehende abl. ab«ol.
coordinirt in einen activen Hauptsatz zu verwandeln: kdripueilwl
«mue» eive» eiu« geuti« et wi»eruut eo» eto., „rissen, schleppten all«
Bürger dieses Volksstammes (nämlich auf der Insel Euböa) fort und
schickten sie «." eiu» Zenti8, dieses (euböischen) Volksstammes, als
Theiles der ganzen griechischen Nation. — neee^eruut »ä ^tüeaiu,
rückten heran, rückten, marschirten auf Attila los. ^ttie», die berühm
teste Landschaft im eigentlichen Griechenland, südlich von Vöotien, mit
der Hauptstadt H,tntzu»e, Athen, s. die Karte (wie heißen die übrigen
Landschaften des eigentlichen Hellas?) — äeäuxerunt, führten herab,
nämlich aus den Schiffen in die Ebene. — U»ra>bün2, griechischer aeeu«.
«. I»I»iHtlion, öui«, s. Gramm, ellmpum NaiÄtdüim, Apposition,
die Ebene Marathon oder von Marathon. Marathon, eine Ebene
nordöstlich von Athen, nicht weit von der Küste. — »d opMo,
„von der Stadt", nämlich : Athen. — mili», mit dem gemt. z>»88uum,
wie oben §. 1.
3. twe tumultu, Instrumentalablatio zu vermoti. — tuumltu»
11 Nspo«, Mit. IV) 4. 5.

(v. tumeo, emporschwellen aufschwellen) eigentl. das unruhige Auf»


schwellen, die Währung, der Lärm, dah. auch „der plötzlich ausbrechende
Krieg, die Kriegsgefahr." — xermuti, „unruhig bewegt, in Schrecken
gesetzt, erschreckt". — iHeeäaemouü , die Einwohner von Lacedümon
od. Sparta (in der Landschaft Laconien, f. die Karte). — ein» MQtzri«,
der Gattung, der Art, Zenit, der Eigenschaft. — yui, das ^on.
«lat. im Fe««« und n«me»'«« auf das folgende nomen bezogen, s.
Gramm., dah. «l««eul. undFlu^. zu demeroäröMok (d. i. ^kpock^o^o«,
v. H/<^«> Tag und ckp«^tlv, laufen), eig.: die den Tag über laufen,
gleichs. Tagesläufer, d. i. „Eilboten". — I^oeäaewousm, Zielaccu-
sativ, „Lacedümon". — yiiam ovu3 «88et oeleri »uxllio, „wie noth
es sei an schneller Hilfe, d, i. wie nöthig schnelle Hilfe sei", opus est
o. «bl»t., f. Gramm.
4. äomi, zu Haufe, d. i. in Athen selbst, — pmetüres, (aus prae-
itor v. prasire, vorangehen), die Anführer, Feldherrn. — gui z>rl>,e>
esLsnt, Absichtssatz, dah. der Conjunctiv: „welche dem Heere vorstehen
sollten." — eis wie Ü8 »bl. Fl«»', von is: „unter ihnen". — eoutLQtiö,
der Streit. — obvi»m irs »lieui, jemandem entgegengehen, in der Kriegs»
Sprache: dem Feinde entgegengehen, entgegenziehen. — »oiss, eigentl,
die scharfe Schneide, in der Kriegsfprache gleichs. die scharfe Kante des
Heeres, d. i.: die Schlachtlinie, und davon übertr., wie hier, „die
Schlacht", aei« äeoeruVre, „durch eine Schlacht entscheiden, eine Schlacht
liefern".
5. uitsdllwr v, uitor, eigentl. sich aufstemmen, figürl. „auf etwas
dringend — maxime, ganz vorzüglich, ganz besonders. — primo ^uo-
^us (abl. v. cluizclue) tempore, eigentl.: bei jeder ersten Zeit, d. h. so
bald wie irgend möglich, so schnell wie möglich. — rastr» lacers, ein
Lager machen, d. i. aufschlagen — 'st »uimum Ä,cc«88uiuiu (L88L) oi>
vidu8, aeeu«. c. in/, abhängig von dem aus nitedlltur, er drang darauf,
zu ergänzenden äioeu8. — et . . et, somol . . als, einerseits . . ^
andrerseits, auf der einen Seite . . auf der andern Seite. — aniu,u8,
der Geist, hier der Muth. — acees8uruw oividll8 lMttv.), eigentl.:
werde den Bürgern hinzutreten, d. i. werde wachsen, steigen —
cum viäsrsut uou äespsiLri äo virtute eorum, „wmn sie sähen, daß >
Nep08, Mit. V, 1—3. 15

man nicht verzweifle an ihrer Tapferkeit", ä«8perari, inM, M««,,


eigentl.: daß nicht verzweifelt werde, für das deutsche impersonale:
man. — 'et Koste« (auch dosti» geschrieben, gleichfalls aeeu«. Hil«^.)
fors (d. i.l.tuturo«'e88s) t»räi«re8 ekäem iß, ,,andrerfeits würden die
Feinde eben dadurch säumiger (zum Angriff) .sein". — '»uäsre, (näm
lich ^tiienieuLe») äimicare »äversug «e t»m exiguiz copii», „daß sie
wagen zu kämpfen gegen sie mit ,so geringen Streitkräften, mit so
wenigen Truppen". — 8«, auf .das Subject 5es Hauptsatzes do3te8
bezogen.

1. Iloe in tempore, nicht: in dieser Zeit (was mit bloßem ablat.


doe tempore ausgedrückt würde), sondern: in diesem Zeitumstande,
in diesem Schicksale, in dieser Lage. — »uxilio esse »lieui, jemand zu
Hilfe kommen, beistehen. — ?I»t»eeu8e8, Einwohner von Plattiä, einer
Stadt in Vöotien, s. die Karte. — e», nämlich die aus ?I»taseii8e8
zu ergänzende eivit»8: „die Stadt". — mille militum, der <7s»l»'t. bei
mille als Substantiv, s. Gramm. — armati, Bewaffnete, Krieger. —
completl«, sunt, wurden voll, wurdm vollzählig gemacht. — *au»e
wauu3ti»,ßrÄl>il,tmirl>,biIi oupiäitatepuZulluäi, „welche Mannschaft, welche
Schaar vor bewundernswürdiger Kampfbegierde brannte. eupiäita«
l>uzu»uäi, die Begierde zu kämpfen, deutsch zu Einem Worte verbunden :
„die Kampfbegierde, Kampflust".
^ 2. ut vlllußrit, das pe^/eet, co»V«<net. im Folgesätze zur Angabe
eines bestimmten historischen Factums, s. Gramm. — eiu8 «,uotulit»,te
impul8i, durch seinen Roth angetrieben, angeregt, bewogen.
3. "Oum äein p«8teru äie »,oie8 ill8truct3, e88et 8«d raäioidu»
monti8, regione uou ^peitizZims,, eummi8eruut proelium, „Als hierauf
am folgenden Tage die Schlachtlinie am Fuße des Berges, in einer
nicht ganz offenen, freien Gegend, geordnet war, liefern sie die Schlacht".
— »üb lÄäieidu» monti», am Fuße des Berges, raäix, eigentl. die
Wurzel; von Bergen gewöhnt, pl«»-. raäiee«: der Fuß des Berges.
— aeie in8truet^, »bl. «b«ol,, aufgelöst: eum »cie8 in8truet» e386t,
«der octiv: cum »oiem ill8tiuii88eut. — »oiem iuztruers, eine Schlacht»
16 Aexos, Mit. V, 4. 5.

leihe ordnen, eine Almee in Schlachtordnung aufstellen. — re^ons


1
uou »i>erti«8iu>^, dies ist die richtigste Lesart (Andere: e reßione, näml.
dostium, gegenüber dem Feinde). — «ommitttzre von eom-mittere, zu
sammenbringen, aneinanderbringen , dah. in der Kriegssprache eom-
wittere proeliuw, gleichst durch Aneinanderbringen der Kämpfenden ein
Treffen, eine Schlacht liefern. — u»wyue, erklärend: „es waren näm>
lich «." — '»idöie» eraut rlu-»e inulti» lool«, „es waren nämlich an
vielen Orten einzelne, einzeln stehende Bäume", als Erläuterung des
vorangehenden neu »z>eitie»iu>». — boo eousilio, ut eto., in der Absicht
(nämlich stellten sie sich in der angegebenen Weise auf), daß ,c. —
et . . et, einerfeits . . anderfeits. — teßerentur, nämlich die Athener,
— »iborum tr»ew, durch die Lage, Reihe der Bäume. — ne ollwäe-
reutur, daß sie eingeschlossen, umzingelt würden (nämlich die Athener),
ne, abhängig von imzieäire, s. Gramm.
4. *2tsi Vati» vicied»t loenm uon »ea.uuw lui», „obgleich Datis
den Ort als den Seinen nicht günstig erkannte". — our<ied»t e«nu>
ßere, verlangte, hatte Verlangen zu kämpfen. — *cMc>ü 2ibitr2t>»wr
utile äimic»re, l»riu«a.u»m I^oeäüemomi veuireut zudeiclio, weil er
es für nützlich hielt zu kämpfen, bevor die Lacediimonier zu Hilfe kämen,
vemieut, Conjunctiv, nach den Gedanken des Datis. — peuiwln eeu-
tum, aus dem Folgenden milia heraufzunehmen. — z>ecie», eyue», Fuß«
soldat, Reiter. — procweere in aoiem, in die Schlacht vorführen, vor»
rücken lassen.
5. :u <iuu, nämlich proelio. — plus vulere, mehr vermögen. —
ut proüigariut, wieder das F«»/. co»»)., wie obm §. 2 valuerit, zur
Angabe des historischen Factums: „daß sie die zehnfache Zahl der
Feinde zu Boden geschlagen haben". — »äeo xerterrueruut, absolut:
und einen solchen Schrecken erregten. — ut petieriut: wieder histu«
rlsch: „daß sie nicht dem Lager, sondern dm Schiffen zugeeilt sind". —
*et mdil est »cUmo uodiliu» dKe zmßuä, und nichts ist bis jetzt be
rühmter, es gibt bis jetzt nichts Berühmteres als diese Schlacht, aut
puZM, comparativischer Ablativ, s. Gramm.; und das F,-<m. «lat. c^uü
zu Anfange des Satzes zur engeren Anschließung an das Vorher«
gehende. — uobilis (für uoLeibili» v. uc>«eo, kennen), eigentl. was ge»
Nez>08, Mit. VI, 1. 2. 17

bekannt ist, dah. bekannt, berühmt. — null«, umquam, keine jemals, im


Deutschen gewöhnt, umgekehrt übersetzt: „niemals hat eine so geringe
Mannschaft so große Macht zu Boden geworfen," Diese Schlacht wird
nach dem Namen des Schlachtfeldes die Schlacht bei Marathon
Henannt; sie fand statt im Jahre 490 v. Chr. Geb.

(^r. VI.
1. *!5oll »lisuum viästur, äoeere, «Male z>i»LmiuN tmiug vietoiiÄ«;
2il tiibutuül Niltia«li, ut z>oL«it iutelleZi eo taeilius.eauäeiu e^e U2-
wlimi owuimo, civitatum. „Es scheint nicht unpassend, zu lehren (zu
belichten), welche Belohnung für diesen Sieg dem Miltiades ertheilt
worden ist, damit desto leichter eingesehen werden könne, daß ein' und
dieselbe Natur aller Staaten sei (daß alle Staaten ein' und dieselbe
Natur haben). euiu3 viotoiias, das F»-o«o»l. ?elat. cuius zur engern
Anschließung an das Vorhergehende, im Deutschen nur durch das
Ffono»l. liemonzt»'. dieses zu ersetzen, — »lienum, eig.: fremd, dah,:
nicht dazu gehörig, ungeeignet, unpassend, unangemessen; durch die bei
gefügte Negation uou wird, wie im Deutschen durch nicht, der positive
Sinn erhöht: nicht unpassend, d. i. sehr passend, s. Gramm. — yuo
l»ciliu3 für ut eo ikoiliu«, s. Gramm.
2. zwpuli u«»tii (subjektiver gemt.) douore», „die von unfern»
Volke ertheilten Ehrenbezeigungen, die Ehrenbezeigungen bei unserm
Volle." — yuou<I»m, einst, auf die Vergangenheit bezüglich, „vormals,
ehemals." — tenues, eig. dünn, dah. gering, ärmlich, von geringem
Nerthe. — od ß»m<zu<z für oduus e»m: die verbindende Partikel gus
wird häufig, besonders bei einsilbigen Präpositionen, »n das zweite
Wort angehängt, od enwaue ckulnin, und aus eben diesem Grunde,
„und eben darum." — ßloiioZi, ruhmvoll. — uuue autem, ergänze
«uut (aus dem vorhergehenden tueruut zu entnehmen). — eüusi »ta,u«
obsoleti, verschwenderisch und auch abgenützt: das elftere als Gegensatz
zu l2ii et teuuez, das letztere im Gegensatz zu ßlolioÄ. at<M (aus
^ä «ine, und dazu) schließt enger und gewichtuoller an als et und o.ue.
— "sie isperimu« fuisee olim »puä ^tbeuieuzeL, so finden wil, daß
18 Nepoz, Mit. VI, 3. 4. VII, 1.

es einst bei den Atheniensern gewesen ist." reperiiim3 H»-ae«en«, aber


repeilluu8 Fes/eet. v. roperio.
3. linie Ni1ti»6i, diesem Miltiades, mit besonderm Nachdrücke,
s, v. a,: diesem so ausgezeichneten, so hochverdienten Miltiades. —
libeiHrat, contrahirtes ^>l««guamzi«/. für Iiber»vor»t. — bonos, urspr.
Form von donol, Ehre, Auszeichnung. — portieu8 (gene^i«. ^em., s.
Gramm.), der Säulengang, die Halle, Gallerie. — koeelle, 77<>lXl^^,
(von 3lolx/Xo?, buntfarbig), die bunte Halle, Name der großen Ge
mäldehalle am Markte zu Athen. — ut im^go ein» lMltiaäis) p«.
uerstur prima in uumero äeoem r»i»etoruiu , „daß (auf dem Ge»
maloe der Schlacht bei Marathon) sein Nildniß als erstes (als Haupt»
figur) dargestellt wurde in der Zahl der zehn Feldherren." — isous
IiortÄletur milites etc., „und daß er (auf dem Gemälde) die Soldaten
ermuntert und das Treffen liefert", d. i. kurz ausgedrückt für:
und daß er auf dem Gemälde dargestellt wurde, wie er die Soldaten
ermuntert :c.
4. iäsiu ille poMus, mit besonderm Nachdrucke: eben jenes im
Grtheilen der Auszeichnungen anfangs so sparsame, athenische Volk. —
larFitiono maßi«tr»wum (subjectiv. Fenit.), durch die von den Ma-
aistratspersonen dem Volke gemachten Spenden, ertheilten Gaben. —
äeerevit trsceutH8 8t»wÄ8 vemetrio, erkannte dem Demetrius 3<X> Sta
tuen zu ». ließ ihm 3N0 Statuen setzen, treeeut»«, runde Summe; e§
waren deren 860. — Vemotriu8 ?t>a!ereu8, ein berühmter Redner und
Philosoph, unter Kassander Statthalter Athens im Jahre 318 v. Chr.,
in welchem Amte er die Stadt besonders durch große Gebäude ver
schönerte; und dafür setzten ihm die Athener so viele Bildsäulen, »ls
das Jahr Tage hat.

(3^>. VII.
1, seMHgiut» u»viiim, genit. der äußern Eigenschaft, s, Gramm,
— äsäKruut, gaben, übergaben. — 'ut pßrseauereiur bello M3u-
I»8, au»e »äiu,8r»ut d»rbaro8 , „daß er durch Krieg bestrafe die In«
seln, welche die Barbaren, (die Feinde) unterstützt hatten." — »siuv»re
c. «ec«»,, s. Gramm. — iu8ui»e, es warm die Cncladen. — yuo
Nepo«, Mit. VII) 2. 3. 19

imverio, abl. i««i«<m., vermittels dieses Commandos. — z>Ier»8^ue,


näml. iu«ulW — reäire »ä olücium, zur Verpflichtung, zum Gehorsam
zurückkehren.
2. '(ünm ex di» uoll p08«et reeoneilillre ?s,rum iu»ul»m, ellltam
npibuz, oratione, „als er unter diesen (Inseln) die auf ihren Reich»
thum stolze Insel Paros durch Ueberredung, durch gütliche Vor
stellung, nicht miedergewinnen, befreunden konnte." ?sru8, die Insel
Paros, eine der cycladischen Inseln, s. die Karte. — el«,wz, Mi-tie.
M«. v. 8t?ero, eigmtl. heraus», hervortragen, figürl. etlerre 8s od.
esserri »lilzu» re , sich einer Sache überheben auf etwas pochen,
trotzen, stolz sein «. — urbem overibu» elknsit, er schloß die Stadt
mit Nelagerungswerlen ein. — vinei8 »o tßLtuäiuioug eon8tituti8,
»bl. ab«ol., coordinirt aufzulösen in: viue»» »« te8tuäine8 eoustituit
et etc., „hierauf errichtete er Schirm» und Schutzdächer (Belagerung?«
Maschinen zum Schutze der Angreifenden) und rückte näher an
die Mauern heran." — muros, »eeu«. zu propmz, s. Lexit. unt.
prone.
3. Luin iilw in ßo esset, ut, als es schon auf dem Punkte», so
weit», nahe daran war, daß «. — OPpiäo, M. zu Miretur, s,
Gramm. — in eontineuti, „auf dem angrenzenden, benachbarten Lande."
— cou«pioieb»tur, „gesehen wurde, gesehen werden tonnte." — neseio
quo c»8u, „durch irgend einen Zufall"; ue»eic> cluig od. yui, ueecio
^u»e, nescio <iuiä ob. c>uc>ä u. s. w., zu Einem Ausdruck der Unbe
stimmtheit verschmolzen für «,Ii<M» od. yuiäam: irgend ein, eine»
eines lc. — uoeturuo tempore, „zur Nachtzeit, des Nachts." — ineen8U8
«t, eigentl.: wurde angezündet; hier allgem. medial.: „gerieth in
Nrand." — 'ut tlawm», ein» (näml. luci) est viz^ ^d ovz>iä»ui3 et
oppuzulltoridu«, „als dessen Flamme von den Städtern und Belagerern
gesehen wurde," ut c. Fei'/eet. ,'nck'e. wie, sobald als, s. Gramm. —
'veuit, in upimonem utrizyns, Lißnum äatnm (e«se) » cl»,88ikrii8 reZi«,
„l»m es Neiden in den Sinn (kamen Beide auf den Gedanken), daß
ein (Feuer-) Signal gegeben wordm sei von den Seetruppen des Kö
nigs." veuit »lioui in opmionem, sonst üblicher venit »lieui in meutern
2'
20 Xsp05, Mit. VII, 4—6.

es kommt jemandem in den Sinn, — reZis, des Königs, im Munde der


Griechen gewöhnt, auf den König von Persien bezogen.
4. äeterrerentur, eig. abgeschreckt wurden; hier überh,: „abge-
halten wurden." — tinieus, ne c1a88i8 regia aäveutaret, „fürchtend, aus
Furcht, die königliche Flotte komme heran." tiwe« mit ne can-
struirt, s. Gramm. — »äveutare, intensiv v. aäveuire, stark heranrücken,
herankommen. — iuceusiL oxeridus, «bl. ab«ol. coordinirt aufzulösen:
"(ut) iuceuäsret opera, «zuae 8tawernt, et reäiret ^tdeuas cum totiäem
uavidus atu.ue erat xrofeetus, cuni magna oneusione eivium 8uorun>,
„staß Miltiades) die Belagerungsmaschinen, die er aufgestellt hatte, in
Brand steckte, und mit so vielen Schiffen, als er abgereist war, nach
Athen zurückkehrte, unter großem Nerdrufse seiner Mitbürger." toticlem
ataue, ebensoviel als; atyue dient zu Vergleichungen, s. Lexik. —
cum on"en8ione, mit, unter Nerger; euni zur Bezeichnung des be
gleitenden Umstandes bei einer Handlung, s. Lexik.
5. aceusatus est etc., „er wurde also der Verrätherei angeklagt";
die Verben des Anklagens mit dem Genitiv des Vergehens, s. Gramm.
— a rege, vom Könige, d. i. vom Perserlönige. — eorrupws, eigentl.
verderbt; daher besonders durch Geschenke gewonnen, „bestochen." —
äi8<:e88i88et iuleetis redus («bl. ab«ol.), eigentl.: bei ungeschehenen
Dingen, d. i. unverrichteter Sache abgezogen sei (von Paros). — »eger
vulueribu8 (respeetiv. ab?ai.), „krank an den Wunden", s. Gramm. —
in oPpugv,km<to opziiäo, das H?a»-t. /«t. F<««, im Deutschen substan
tivisch: bei der Belagerung der Stadt, f. Gramm. — Huouiaiu uou
po88et, der Conjunctiv, weil Gedanke des Stesagoras. — veida lacere,
reden, sprechen.
6. *(!um causa eognit» esset, absoiutus 68t capitis et «ml-
tatus est pecuui»., „nach der Untersuchung der Sache ward er van der
Todesstrafe befreit und mit Geld bestraft, mit einer Geldstrafe belegt."
eoguoscere causam, die Rechtssache, die Anklage unterfuchen. — eaput,
eigentl. der Kopf, dann: das Leben, dah. capitis aecusare, auf Tod
und Leben anklagen, capitis 6»nmare, zum Tode verurtheilen, capitis
absolvere, von der Todesstrafe befreien. — atc>ue ea lis «estimat»
est ^uiu^uagiuta taleutis, und diese Rechtssache wurde abgeschätzt mit
NLP03, Mit. VIII, 1. 2. Hl

50 Talenten, Ii8, litis, eigentl.: Streit, dann: Rechtsstreit, dann


„Gegenstand des Rechtsstreits, Rechtssache". — aeztimaie e. «blat. des
nonlsn, s. Gramm. — wleutum, Talent, eine sehr große griechische
Geldsumme, in den verschiedenen griechischen Staaten verschieden, am
gewöhnlichsten das attische Talent im Betrage von 4125 Mark —
yuHutll» »umptlls erat tÄcws in olaZzem, wie viel Kosten auf die Flotte
gemacht, verwendet worden waren — 8umz>w8 (auch »umtus geschrieben)
von 8nmo, die zu etwas genommene, angewandte Summe, „die
Kosten." — in rMezeuti» («en<«. Hil«f. neut»-. näml. tempore), für die
gegenwärtige Zeit, zur Zeit, zur Stelle. — in, vinel», pudlio», eigentl. :
in die öffentlichen Fesseln, d. i. „in das Staatsgefängniß." —
odirs äiein eupremum, eigentl.: den letzten Tag begehen, d. i.
„sterben". Miltiades starb ein Jahr nach der Schlacht bei Marathon,
489 v. Chr.

l)^. VIII.
1. Mc etzi, lateinische Stellung; deutsch: „Obgleich dieser" (näml.
Miltiades). — crimine ?«,rin, „wegen des parischen Vergehens, wegen
des Vergehens bei Paros". — »oou8»re »liuuem erimins, jemand eines
Vergehens, einer Schuld anklagen, s, Lexil. — ä»mu»ri<>, die Ver
urteilung. — ukniane, erklärend: „die Athenienser nämlich". — ?i>
«i»träü t^l^miiF, „die Alleinherrschaft des Pisistratus". Piststratus war
Alleinherrscher (t^raullug) zu Athen seit dem Jahre 560 v. Chr.; er
starb 527 v. Chr. — plwoiz »imis, Zeitablativ. — »uts, hier Adver-
bium: vorher: „welche (Alleinherrschaft) wenige Jahre vorher gewesen
mar, stattgehabt hatte". — extimßzosrs o. aee««., sich vor etwas sehr
fürchten, etwas sehr fürchten.
2. nmltu« ver82w8 in stc, „der sich viel bewegt hatte in hohen
militärischen Aemtern". Imperium v. imper^re, eigentl, : Befehl, Herr
schaft, dah. milit. der Oberbefehl, das Commaudo. — MÄFuizuus (so
ist zu lesen, nicht m2gi8tratibu8<zuL), näml. imperÜ8, „und zwar in
hohen bedeutenden" (Aemtern). — privativ, der einzeln, für sich, ohne
Thiitigkeit für den Staat lebt, der Privatmann. — pr»S8ertiin oum,
vorzüglich da, zumal da, causal, daher der Conjunctiv: viäere
22 Nepos, NUt., VIII, 3. 4.

tur. — tr»bi »ä »liyuiä, gezogen, hingezogen werden zu etwas. —


imperii euz>iäit»8, im Deutschen in Einem Worte: Herrschbegier,
Herrschsucht.
3. 'u»,m LIielLouKsi obtiuuewt perpetullw äomiustionem oluue»
illo» »uuo8, au<>8 dadit»r»t, »tciueluer»t 2pell»w8 t^llluuu», 8eä m»tu»
LderLoiiezi , Locativ, s. Gramm. — *omiie8 illo8 lmuo8, aeeu». der
Zeitausdehnung: „alle jene Jahre", s. Gramm. — yuo8 dabitarat,
,, welche er sich (nämlich auf dem Chersones) aufgehalten hatte, welche
er dort gewohnt hatte", quo» ebenfalls wie »imo8 Zeitaccusativ
<nicht etwa Object zu b»dit»re, das hier ganz absolut steht.) — ob-
tiuere, etwas als Besitz inne halten, inne haben, behaupten. — »/>
r2uuu8, (r,,'?«?»'«?), eigentl. Herr, Gebieter, heiht den republikanischen
Griechen jeder Alleinherrscher. — er»t e<m8ecüw8, absolut: hatte
(sie, die Herrschaft, öo»m»tio) erlangt. — 8uorum voluuwto, durch
den Willen der Seinigen, d. i. seiner Mitbürger. — bouiwte, durch
Güte, Wohlwollen, Milde. — et badeutur et «Ueunwr t^r»uui,
eigentl.: sie werden sowol gehalten für Tyrannen, als Tyrannen
genannt; aber im Deutschen wird diese genauere partitive Aus-
drucksweise in Fällen, wo der Satz schleppend würde, fallen gelassen:
„Alle aber gelten für Tyrannen und heißen so". — baden, gehalten-,
betrachtet werden für etwas, gelten für etwas. — äiei, auch s. v. a.
2ppell»ri, genannt werden, heißen. — votestate perMuü, Ablativ der
Eigenschaft im Prädikat, f. Gramm.: „von beständiger Herrschaft, von
beständiger Gewalt". — "au»« (civit»3) «8» e8t libertüte, welcher
die Freiheit genoß", utor »Ii<M re, eigentl.: von etwas Gebrauch
machen, etwas benützen, sich dessen bedienen, dah. auch: etwas haben,
genießen.
4. ouum (cum) . . . tum, sowol . . . als. — bum^nitl«, das
menschliche Benehmen gegen jedermann, Menschenfreundlichkeit, Wohl»
wollen, Humanität. — commumt»», das freundliche Benehmen gegen
Niedere , Herablassung, Leutseligkeit. — »ättn«, der Zugang, Zutritt,
— pateret, offen war, offen stand. — 'eum pleeti mnoxium, aeeu». c.
in/', zu maluit, „daß er (Miltiades) unschuldig gestraft werde". —
Mpo«, Ullt. 23

*«e es«s äiutiu« m ümors, aee««. e. in/, ebenfalls zu m»Iuit: „daß es


(das Voll) langer in Furcht sei, in Furcht lebe".

Zur schriftlichen und mündlichen Wiederholung aus ?r»el»ti<)


und Hliltilläe»:
H,. Grammatisches. 1> welcher Casus ist und was heißt
I.»oeä»emoi>i? — 2) welcher Casus ist U»l»tbou»? — welcher Ilatim ?
welcher 8«u-äi3? — 3) welche Casus sind und was heißen OI^wMs
und ObersouWi an den betreffenden Stellen? — 4) wie heißen die
lempm-n tKematl'eÄ der beiden Verba »z>z>ello, und was bedeuten
beide? — 5) nenne einige Beispiele ») von Genitiven der Eigenschaft;
b) von Ablativen der Eigenschaft; o) von Zeitablativen ; ä) von re»
svectiven Ablativen. — 6) wie ist grammatisch zu erklären: eiu8 ze-
ueri», g«, vocantur (nicht guoä voo3,tur)? — 7) nenne einige Bei»
spiele von Conjunctiven in Absichtssätzen. — 6) mit welchem Casus
wird utor constiuirt? — b) nenne einige Beispiele dieser Construction
aus dem Gelesenen. — 9) nenne einige Beispiele mit dem ad?at. ab-
«ol. — b) auf wie verschiedene Art ist derselbe aufgelöst worden? —
10) nenne ein Beispiel von »s im Nebensatze, das auf das Subject
des Hauptsatzes sich bezieht.
L. Lexikalisches. 1) welches ist die Bedeutungsentwickelung
von »ci«8? — 2> desgleichen von tumultu»? — 3) welches ist der
doppelte Gebrauch von »mieus? — 4) desgleichen von dost«? —
5) was heißt enpiu in der Kriegssprache? — 6) wie ist die Bedeutung
von eomnlittere proeliumnach der eigentlichen Bedeutung von eomunttere»
zu erklären? — 7) was heißt bellunl inlerre »lieui und wie lautet die
betreffende Stelle? — 8) was heißt tyrlwuus? — 9) was bedeutet in
der Kriegssprache ») viuea? b) te»tuäo? — 10) was heißt c»M8 »ccu-
8»re, ä»wu»is, »b8olvere?
0. Geographisches. 1) wo liegt Lemnos? — 2) wo Paros?
— 3) wo Euboea? — 4) wie heißt der Hauptort von Euboea? —
5) wo liegt Sardes? — 6) wo Olympia? — ?) wo Platää? —
8) was sind Lycladen? — was Sporaden? — 9) welchen doppelten
Namen hat die Donau? — 10) wo lag Marathon?
24 Nepos, Ilielnizt. I, 1. 2.

v. Geschichtliches. 1) wer wir Pisistratus und wann lebte


«? — 2) welcher Darius unternahm den Krieg gegen Griechenland?
— 3) was war die Ursache dieses Krieges? — 4> wie hießen die
beiden Feldherren des Darms in diesem Kriege? — 5) was ist das
Nähere der Schlacht bei Marathon? — 6) warum starb Miltiades im
Gefängniß? und mann starb er?

II. 1Ii6ini8toc1e8.
c:^. I.
1, Die Worte IIwmiLtöLlez, Neöeii Ulms, ^tkemeusi» gelten »ls
Überschrift. AsöeU, lateinischer Fenit. eines griechischen «ome« auf
es, s. Gramm. — ^tußnien«!», der Athenienser, üblicher: „aus Athen",
s. Mit. I, 1. — "vitis, KM» (nämlich Themistocles) ineuuti» »äo-
Ißzesntias emsnäHt», sunt inaziii» virtutibu8, „die Fehler desselben in
angehender Jugend sind gut gemacht worden durch große Tugenden,
große Vorzüge". Kuius und iueunti« aHo1s»oenti»,s sind zwei subjective
Genitive zu vitia; die Fehler warm des Themistocles und seiner an»
gehenden Jugend; der zweite genit. im Deutschen zu umschreiben
durch „in". — iu6uuti8, genO. v. iuwuz, meuutig, H>»»-t«!. F»-ae«. von
ineo, angehen, beginnen, den Anfang nehmen. — ut lmtstZiÄtm',
„daß vorgezogen wird"; das H^aesen« co»y«net, nach dem Fe^seot.
emVuä«,t» sunt, weil die Handlung noch gegenwärtig Geltung hat;
ebenso bei Meuwr. — pare« putsuwr, „gleich geglaubt, -gehalten,
«gesetzt werden".
2, '«sä oräisnäus e«t (nänü. milii) ^d iuitio, „aber, doch ich
muß über ihn vom Anfange beginnen", oräieuäus est, Construction
des P«ft. /«t. ^pa»«,, wobei der active Dativ ausgelassen ist: wörtlich:
„rl muß angefangen werden" anstatt seine Lebensbeschreibung; vgl. so
^,Ioid. II, 6: rslia.uo8 oräi^mur, wir wollen von den Nebligen begin»
nen". — i>^t8r eiu«, der Vater desselben, im Deutschen: sein Vater. —
geuerosu« v. ßeuus (das Geschlecht): „von gutem, edlem Geschlecht, von
edler Geburt, vornehm". — uxoiem äucers, gleichs. eine Frau (in sein
ALP05, l'tißmizt. I, 3. 25

Haus) führen, d. i. heiraten. — «vis, Fe«««'« com««»«'», der Bürger,


die Bürgerin, hier /em. eine halikarnasische Bürgerin, „eine Halikar-
nasierin". llllIie»ruH8iam (so ist zu lesen, nicht H,etll>,ruHUk>,m), aus Hali-
larnasus, einer dorischm Stadt in Carlen (Kleinasien). — ex <zua
ulltll», von welcher geboren. — nüiiii« pr<>u»tu3 p»reutidu8 (Dativ),
eigmtl.: den Aeltern weniger bewährt, d. i. den Aeltern nicht nach
Wunsch lebend. — et . , et, sowol . . als. — Iideriu8, aHvei-b., zu
frei, zu locker, zu leichtsinnig. — reg tknnlmris, eig. : das Familiengut,
dah,: das Vermögen ; neZIizere rem familiärem, eig, das Vermögen ver
nachlässigen, dah. in verstärkter Bedeutung: es „verschwenden".
3. "guks coutumeli», dieser Schimpf, diese Beschimpfung, —
li-sFit (von traugo), eigentl.: zerbrach, d. i. beugte nieder, drückte nie»
der, schlug nieder. — erexit (v. erigo), richtete auf, erhob. — 'nam
cum illdic»Z8et eam (nämlich eoutumeliam) noii pu8Le exZtwßui «ins
5UNM», iuäuztrik, äeäiäit 86 totum rei pudlic»e, 8ervieu8 6ilizentiu8
kwieiZ atizue lamae. „Denn da er urtheilte (erkannte, sich überzeugte),
daß dieser (Schimpf) nicht könne ausgelöscht (getilgt) werben ohne
die größte Thätigkeit, ergab (widmete) er sich ganz dem Staate, in
dem er (zugleich) sorgfältiger den Freunden und dem guten Rufe
diente", üeäere 86 totum Äieni rei stärker als äare 8e etc., sich ganz
hingeben, sich ganz ergeben, sich ganz widmen. — re8 publica, auch
in Einem Worte re8puolic» (Fenit. reipudlicae ete), eigentl,: die
Volkssache (public«« zusammengezogen aus popülieus, pop!ieu8, v,
populu«, das Voll), daher die Staatsangelegenheit, der Staat. —
iuäiei» privat», Privatprozesse. — ver8»ri in »liyua re, eigentl.: in
etwas sich bewegen, dah.: sich beschäftigen mit etwas. — coutio po-
puli, die Versammlung. — proäinat, eigmtl.: trat hervor, dah,:
ging, kam. Das lmpn'/ect., wie in den folgenden Verbis ßereuatur,
reperiedat etc., drückt die oftmalige Wiederholung dieser Handlungen
»us, s. Gramm. — null«, i-W maiur, keine irgend größere, wichtigere
Angelegmheit. — zerere 3^igu»m rem, eine Sache verrichten, ausführen,
'<M»e er»ut opu8, was nüthig war; opu8 als Prädicat zum Nomi
nativ des Subjects (die andre Construction wäre: yuidu3 cpuZ erat),
s, Gramm. . .,.-..
26 Nepo«, Idemi8t. I, 4. II, 1. 2.

4. negus erat uiiuu« promptuz in ßereuäi8 «du» uMw, (iu) ex-


eozitRuäi», „und ei war nicht minder (eben so) gewandt in der Aus»
führung als in der Ermittelung (Auffindung) der Dinge". — pron».
pw8 (Hia/tie. v. promo, hervornehmen), eigentl. heraus-, hervorge-
nommen, dah. von Sachen: bereit>, zur Hand; von Personen: bereit,
auf dem Platze, rüstig, gewandt. — iu gereuM redu» etc., die zx»»-»
tleipla /«tu»-. M««l«'. durch Verbalsubstantive zu übersetzen. — 6e
iu8t»utibu8, neut»-. Flu,-., im Deutschen durch den Singular zu über
setzen: „von dem Vorliegenden, Gegenwärtigen". — luue^äiäeL, ein
berühmter griechischer Geschichlschreiber aus Athen, geb. 470 v. Chr.,
blühte zur Zeit des peloponnesischen Krieges, dessen erste 21 Jahre er
beschrieben hat. — ,eri»8imi, eig,: sehr wahr, dah. auch: sehr richtig.
— <HlIiäi3«ime, sehr einsichtig, sehr scharfsinnig. — il!u8tl»ii, ausge
zeichnet, verherrlicht, berühmt werden.

c>i>. ii.
1. '?rimu8 »utem ßr»üu« c»pe88en62e reipudlieae tuit beUo <üur-
eyr»eo, „der erste Schritt», die erste Stufe in der Uebernohme der
Staatsangelegenheit war im corcuriiischen Kriege". — c»pe88sre, (lie«.
eie»-at. v. c«pere) rempublienm, den Staat, die Staatsangelegenheiten,
die Staatslntung mit Eifer übernehmen. — beUo Lore^raeo, Zeitablativ.
(!oiexl»en8 zu Loreyr» gehörig, eine Insel im ionischen Meere, westlich
von Epirus, s. d. Karte. — »ä ouoä (deUum) gereuäum, zu dessen
Führung. — praetor (pr»e-itor: der vorangeht), der Anführer, Feld
herr, praetor t»ctu», zum Feldherr« gemacht, ernannt. — 'reclüiäit
eivitatem terociorem, er machte den Staat kriegerischer ; terox (v. ferus,
wild), stürmisch, im guten Sinne: muthvoll, muthig, kriegerisch; im
Übeln Sinne: wild, unbändig.
2. pccuui», publica, das Staatsgeld, die Staatsgelder. — reäire
ex met»Ui8, aus den Vergwerten als Ertrag einlommen, gewonnen
werden. Am Berg« Laurion in Attica, nördlich vom Vorgebirge Su-
nium (s. d. Karte), besaßen die Athener bedeutende Silbergruben. —
m»ßi8tr»tuuin , subjectiver </««»<.: Vertheilungen, Geschenke, welche
die Behörden (an die Bürger) machten. — pewunäere »lieni, ut,
Nei>05, luemizt. II, 3—6. 27

jemanden zu etwas überreden, veranlassen, bewegen. — ek pecuM, mit»,


von diesem Gelde. — ceutum «avium, Zenit, der äußern Eigenschaft,
s. Gramm.
3. yuk (näml. el»8le) essect», ablat. ab«oi., aufgelöst: et cum
b»eo elkects, e«eet, und als diese fertig gemacht war, ftrtig war. —
tregit, eig.: zerbrach (vgl. oben I, 3), figürl. : fchwächte, unterdrückte,
unterwarf. — 'äeincle reääiäit m»re tutum conLeet^uäu w^ritimo»
I>r»e<loue8. couseetllnäo, ablat. l'n«i»-«»l., durch das Verfolgen. — m»>
litiiuuZ praeäc», der Räuber auf dem Meere, Seeräuber. — iu quo,
wobei, und hierbei. — oru»re »ii^uem äivitii«, eigentl.: jemanden mit
Reichlhümern versehen, dah.: „bereichern". — z>eriti8limus, der ««Fei'l.
einen sehr hohen Grad bezeichnend: sehr erfahren". ueritu8 e. <?en,'t.
in etwas erfahren, s. Gramm.
4. uu»utae 8»Iuti und univeiWe Lraeciae, doppelter Dativ bei
«58« in der Bedeutung „gereichen", s. Gramm. — tuerit, der con-
M»et. der indirecten Frage, abhängig von coßuitum «8t, s. Gramm.
— »eoßniwm «8t bello ?er8ico, „ist im Perserlriege erkannt wo»
den". — Xerx«8, der Sohn des Darius, war seinem im Jahre 485
»erstorbenen Vater in der Regierung von Persien gefolgt, und unter»
nahm einen neuen Feldzug gegen Griechenland. — et m»ri et terrk,
eigentl. : sowol auf dem Meere als auf dem Lande, im Deutschen:
zu Wasser und zu Lande. — bellum interre »licui, den Krieg jemandem
gleichs. ins Land hineintragen, d. i. jemanden mit Krieg überziehen, ihn
bekriegen. — cum tautis eopü«, yuauta8 etc., mit so vielen Trup«
pen wie lc.
5. Imiu8 <näml. Xerxi8) c!»8li8 luit mille . . u»vium, doppelter
Genitiv (subjektiver und adjektivischer) zu cl»8Li3, deutsch: „denn seine
Flotte bestand aus . . Schiffen". u»ve8 lon^ae, lange Schiffe, d. i.
länglich gebaute „Kriegsschiffe". — quam (nämlich el»«Lem), aee««. zu
8eo.ueb2tur. — u»ve3 ouelüriae, Lastschiffe.
6. euiu» (näml. Xerxi8). — 'et cum ^tlieuieu8e8 äicereutur
peti msxime, «om,'n. c. in/?«., bei äioitur <s. Gramm.), wörtlich:
und als die Athenier.ser gesagt wurden, am meisten erstrebt zu wer»
dm, d. h.: „und als man sagte, daß es vorzüglich dm Ntheniensein

X
28 Nspoz, Ibemist. II, 7. 8.

gelte, daß es vorzüglich auf , diz Athenienser abgesehen sei". — luise-


ruut (näml. ^tbßuiell8L8) eon8ultuiu («upi». von eouslilo, Ralh ein
holen). — velpnoz (Zielaccusativ), nach Delphi. Delphi, Stadt in
Phocis am Parnassus, berühmt durch das Orakel des Apollo, s. die
Karte. — «zuiäug,«, das angehängte u»iu wie das deutsche ,,denn" bei
der Frage: „was sie denn thun sollten «." — äe rebus «uiz, eigentl. :
in Betreff ihrer Umstände, in Betreff ihrer Lage, dah,: „in ihrer
Lage". — respondit, eigentl.: antwortete, hier in der Bedeutung: „be
lehrte, schrieb vor (Mit. I, 3 steht auch : I^ttüas H,^aeeep»t), „befahl",
daher mit folgendem ut, s. Gramm.
?. 'oum nemo iutsllißeret , ^u<> iü rezzxmsum vllleret, „als
Niemand verstand, wohin diefe Antwort ziele", quo (Zieladverbium)
valept »Ii«iuiä, eig.: wohin etwas Geltung habe, gelte, dah. „was
etwas beabsichtige, bedeute". — perzuksit (nämlich ^tKsuiLUöitnis)
überredete, überzeugte sie. — eonlerrL 86 8uaauL in u»,?ß8, sich und
das Seinige auf Schiffe begeben. — 'euni siguitiokri lnurunl liMeuiu
8, äso, aee. c. «n/. zu per8un,«it; und eum das Monom, in Fenn« und
nume?«<« auf das folgende nome» murum bezogen, eigentl.: diese (näml.
die Schiffe) werden als hölzerne Mauer bezeichnet von dem Gotte,
d. i.: diese oder das werde unter der hölzernen Mauer von dem Gotte
bezeichnet, angedeutet.
8. 'Oum 12,1s eou8ilium probatum ßZzst, t»1s, ein solcher (Plan),
mit Nachdruck: ein so guter, vortrefflicher Plan. — «Munt aä 8u-
perwrez (Mves) wtiäem nav«3 trireNL8, fügen sie zu den früheren
Schiffen eben so viele, ein gleiche Anzahl Dreiruderer hinzu. — uavis
triremi» (tres-rLiimL), ein Schiff mit drei Reihen Ruderbänken (nicht
etwa mit drei Rudern). — omni», yuae moveri poteruut, neltts. Flu»',
inl Deutschen durch den Singularis: alles, was bewegt merdm konnte,
alles Bewegliche, — 8»I»mw» und Iroeötzua,, griechische Accusatio«
formen von 8alami8 und Iroexeu; es sind Zielaccusative zu usporttmt,
führen fort, bringen fort. Salamis, Infel im lakonischen Meerbusen
zwischen Attika und Argolis. Troezen, Stadt in Argolis nahe an der
östlichen Küste, s. die Karte. — " traäunt »resm »,<: 8acra proeurauä«,
8Äeeräotibu8 pÄuoiz^u« M2ioiibu8 natu, übergeben die Burg und die
Nexos, T'beiuiZt. III, 1—3. 23

Besorgung der Heiligthümer den Priestern und wenigen älteren Leuten.


— rumor natu (respectiv. ablnt,), eigentl. der größere an Geburt, d. i.
„der ältere" (entgegenges. minor u»tu, der jüngere).

«x?. III.
1. Quiu«, näml. Idemiztoelis — 'et Meedat m^ßis, äimieari in
terra, „und es gefiel (ihnen) mehr, daß auf dem Lande gekämpft
werde, daß man auf dem Land« kämpfe" ; der ,«M. M««V. äimieari
impersonal und unbestimmt. — uui oeeuMreut, Absichtssatz, daher der
Conjunctiv, — Inermop^Iae, ein Engpaß im Oetagebirge an der Süd-
grenze von Thessalien, der einzige schmale Weg aus Thessalien nach
Mittelgriechenland, s. die Karte. — lougiu» proßreäi, weiter vorwärts'
schreiten, weiter vordringen. — ni, näml. die zu Thermopylä aufge»
stellten Lacedämonier. — »u«tiußre vin» dostiuw, die Gewalt der Feinde
aufhalten, zurückhalten, hemmen. — oume3 iuterieruut, gingen alle
unter, kamen alle um. Es ist dies der berühmte Heldentod de«
Leonidas und seiner 300 Spartaner bei Thermopylä im
I, 480 v. Chr.
2. olüLsis communis, die gemeinschaftliche, vereinigte Flotte, —
^teuusium, ein Vorgebirg im Norden der Insel Euböa, s. d. Karte.
— eoutmeus terra, eig.: das zusammenhangende Land, d, i.: „das
Festland". — eouüizers euw no8te, eigentl.: mit dem Feinde zu
sammenschlagen, d. i.: „kämpfen". — anßustiae, enge Räume, Engen.
3. dlo, Ortsadverbium, hier. — p»r zuoelium, eigentl.: gleiches
Treffen, d. i. ein Treffen, in welchem auf beiden Seiten mit gleichem
Erfolg gekämpft wird, dah. mit Rücksicht auf den Sieg: „ein unent«
Ichiedenes Treffen"; äiZeeäere z>»ri vroelio, mit unentschiedenem Kampfe
auseinandergehen. — nou «uut ausi, nämlich ttraeoi. — »ußi sunt,
Pn/ect. «e«t^c> z?»»«lv«m, s. Gramm. — perieulum, uo, Gefahr, daß;
so ue bei Angaben der Furcht, Besorgniß, Gefahr «., s. Gramm. —
zuverare ^udoeam, eigentl,: über Euböa hinauskommen, d. i. in
der Schiffersprache: Euböa voibeischiffen , umschiffen. — vremi »uei-
M periculo, von einer zweifachen, doppelten Gefahr gedrückt», ge
drängt werden.
30 NSP05, 1Iisml5t. III, 4. IV, 1—3.

4. exkäverzum ^,tuen28, Athen gegenüber. — 8»l3,min». griech.


Accusotivform, s. oben II, 8. — ooll8tituere oI»88emZ, die Flotte
aufstellen.

0xi-. IV.
1. *^,t Posten Hill Xerxe» exMZllllverat 1Ii6rNoz>7lll8, »eoe58it pro-
tillu» »«tu, et, eum uulli äelenäereut, äelevit iä iueeiläio, po8tclu»u!
«»eeräote» iuterkecti^ ei»ut, <^u<>8 iuveneratiii »res. exzwßlmie, er»
stürmen, erobern, einnehmen. — prottuus, sofort, ohne Vorzug. — «tu
(«ec««.), griech. Wort («orv), im Latein, »nckecl., die Stadt, insvesond.
von Athen gebraucht. — »cceäer«, im feindl. Sinne: heranrücken, los«
rücken. — äeteuäeutibu8 , nämlich iä, was im Hauptsatze steht. —
äeleie »liyuiä iueeuäio, etwas durch Feuer vernichten, zerstören; eine
Stadt „einäschern".
2. *<üum el»88iari>, perterriti üluums, Iiuiu« (urbi«), nou »uäsreut
mauere, „als die (griechischen) Seetrupven, durch den Brand dieser
(näml. der Stadt) erschreckt, nicht wagten zu bleiben". — äomos «uas,
Ortsaccusativ wie bei Städtenamen, s. Gramm. — restltit v. re«iLto
> setzte sich dagegen. — 'et »iedat, (eo8) uuiver808 po88e «88e pare8,
te8wbatiir, (eos) üi«i>er8!)8 z>erituio8 (e»8e), »tM« »lürm»b^t Nur^-
Mäi regi I,»oeä3,em«uiorum,c>ui pweeiat Wm8umm»,e imz>eiii,iä lore,
„und sagte, daß sie alle zusammen (vereint) gewachsen sein tonnen (dem
Feinde), versicherte, daß sie zerstreut (vereinzelt, einzeln) untergehen
werden, und bestätigte dem Eurnbiades, Könige der Lacedämonier, der
damals das Obercommando hatte, daß dies sein (geschehen, stattfin«
den) werde". — z>»rem «88e (klieui), jemandem gleich«, ihm gewachsen
sein. — Imperium, das Kriegscommando, 8UMM» imperii, das Ober»
commando, xraee^e 8umm»e imperii, eigentl,: dem Obercommando
vorstehen, d. i. es haben.
3. miuu8 ^uam vellet^, weniger als er wollte, nicht so wie er
wünschte; der Conjunctiu vellet, als Gedanke des .Themistocles. —
üe servi» 8ui3, aus, unter, von seinen Sklaven'; so wird se gebraucht
zur Angabe des Ganzen, von dem etwas ein Theil ist, s. Lexil. —
yuem MeliWimum babuit, eig.: welchen getreuesten er hatte, d. i. dm
Nep08, Ibemizt. IV, 4. 5. V, 1. 31

getreuesten. ^- »ü regem, näml. zu Xerxes. — »uiz verbiz, ad?»t.


,n«t^«m., eig.: mit seinen Worten, d. i. in seinem Namen, mündlich,
«888 in lug«,, auf der Flucht sein.
4. 'et »i u! (2äver8klii) Üi3ce8«i88eut, (eum) coukeeturum <e88e)
bellum cum maiore I»bore et lougiu^uiore tempore — 8i äizee«-
LiZzeut, wenn sie auseinandergegangen wären, sich getrennt hätten. —
cum mkiore labore, mit größerer Anstrengung; cum zur Angabe des
begleitenden Umstand es; vgl. oum magu» «üeusioue oivium, Nlilt.
VII, 4. — yuo8 « aufzulösen in 8eä 8i eo8. — brevi, Zeitablativ
u. absolut, s. ». a. drevi tempore, in kurzer Zeit, bald, schnell. —
oppregLurum (e88e), werde er (Xerxes) sie alle bald unterdrücken. —
eo (Zieladverb) v»Ieb»t, zielte dahin. — 'ut omue8 eo^ereutur »ä
äßpuFulmsum iuzrlltiZ, „damit alle gezwungen würden zu einem ent»
scheidenden Kampfe wider ihren Willen" — iußr»ti8 (in manchen Aus
gaben iußiÄtiis) vom negirenden in und ßrati8 oder ßr»tii8 (mit Liebe,
gern). — äeouZuare, auslämpfen, zu Ende kämpfen, entscheidend
kämpfen.
5. u»o re »uäits, sablat. «b«ol.) b^rbaruZ eto,, aufzulösen: eum
l»llid»ru« 2uäi88et baue rem. — uib.il äoli (partitiver Genitiv) 8Übe88e,
daß yichts von List,, keine List dahinter stecke. — Ioou8 alieuu8 »lieui,
ein für jemanden ungünstiger Ort. — eoutr», Adverbium „dagegen"
— c>vportuui83imo (niiml. loeo), überaus bequem, überaus günstig.
— »uzustum m»re, eigentl. das enge Meer, d. i. der enge Theil, die
enge Stelle im Meer. — "ut multituäo u»vium eiu8 uou votuerit
explioari. ut mit dem iemF«« F>e?/eei., bei Angabe eines historischen
Factums. — explie^i, im medialm Sinne: sich entfalten, sich ent
wickeln, sich ausbreiten. — vietu« e3t, niiml. Xerxeg. — oou8ili«, durch
die Klugheit, Einsicht. — Es ist dies die berühmte Schlacht bei
Salamis, im I. 480 v. Chr.

««>. V.
1. Hic (Xerx«8) et«!, im Deutschen die Conjunction voran:
.obgleich er". — m»Ie, böse, in Beziehung auf das Schicksal: un>
glücklich; male rem gerere, eigentl.: die Sache unglücklich führen,
32 Nep08, Ibemizt. V, 2. 3.

d. i. im Unternehmen unglücklich sein, Unglück haben.— 'iterum


äezml8u8 68t (Xsrxe8) Zr»äu »b eoäem ClQemi8toLle). äeziellere illi-
<^uein ßr»äu, eigentl. ein militärischer Kunstausdruck: jemanden aus
seiner Stellung forttreiben, aus der Stellung drängen, d»h. figürl.:
„jemanden aus seiner vortheilhaften Lage bringen." — iterum (so ist zu
lesen, nicht Interim), abermals. — vereus, ue, fürchtend, daß; ne bei
Verben des Fürchtens, s. Gramm. — z>ei8evel»re (v. per-8everu8, sehr
streng), streng beharren bei Etwas, beharrlich fortfahren. — eertiorom
lÄLere »liyuem, eigentl.: jemanden einer Sache sicher machen, d»h.:
jemanden etwas wissen lassen, ihn von etwas in Kenntniß setzen, ihn
benachrichtigen. — iä »gi, ncc««. c. in/, zu oertioium tecit: dies werde
betrieben, „man gehe damit um". — llßllLsxouws, die Meerenge zwi«
schen dem cigäischen Meere und der Propontis, jetzt die Straße der
Dardanellen, s. d. Karte. — Mcolvere nontem, eig.: eine Brücke in
ihren Theilen auseinandernehmen, dah.: zerstören; vgl. oben im Leben
des Miltiades (3, 4) re8einäere zioutem. — exoluäeretur (Xerxs8) re-
äitu, von der Rücklehr ausgeschlossen, abgeschnitten werde, d. i. an
der Rücklehr verhindert werde. — Ver«uaäere »lieui »liamä, jemandem
etwas glaublich machen.
2. <M, Ortsadverb.: „wo". — »ex menmbus, Zeitablat., s.
Gramm. — eääem, Ortsadverb.: „ebendaselbst, ebenda". — minus
lyukin) äiedu» tn'LMt«,, in weniger als dreißig Tagen; minu» bei
Zahlbestimmungen, wie plus, »,mz>Iiu8 und Ioußiu8 oft ohne die Ver»
gleichungspartikel yu»m, s. Gramm. — reverzuz est, Fe>-/eet. ». re-
vertor, zurückkehren. — '»taue iuäie»vit, 86 uou 8uper»tum (e88ß) s,
1nemi8tocle, 8eä eou8erv^tum. — iuäi«»,vit,er urtheilte, hierimAllgem.:
„er war der Meinung, er glaubte".
3. HuroMs 8ueeuduit ^8i», „Asien unterlag Europa", eine bild
liche Vergrößerung im Sinne von: Persien unterlag Griechenland.
— baec: alter», viotori», (ergänze est), dies ist der andere, der zweite
Sieg ; »Iter, einer von zweien. — cum Nariltdonio troMeo, eigentl. :
mit der marathonischen Troväe; übertr,: „mit dem marathonischen
Siege, mit dem Siege bei Marathon". — tröp»eum, das mit den er»
beuteten Waffen, Rüstungen u. dergl. geschmückte Siegeszeichen, die
Nepoz, Iliemizt. VI, 1. 2. 33

Tropäe (im Deutschen auch Trophäe). Ueber die Schlacht bei Mara
thon s. oben im Leben des Miltiades, wo? — pari wo<io, adverbial,
ablot., s. Gramm. — 8«,I»mw», griechische Form des aee. von 83,1s,-
mi8, i8, s. oben II, 8 und III, 4. — maxim», ol»88!8 post meniori»»
doiuiuum, „die größte Flotte nach, seit Menschen Gedenken". — äevin-
cere, vollständig besiegen, überwinden.

0xi'. VI.
1. 'Lum H,tbemsv8e8 utereutur ?b»Ieri<:u z»Oltu ue^us mllzno
ue^u« bouo, „da die Athenienser den Hafen von Phaleron, einen
weder großen noch guten (der weder groß noch gut war) hatten";
uwi »li^u» re, eigentl.: etwas in Gebrauch haben, benutzen, oft auch
wie hier, allgem.: etwas „besitzen, haben". ?t>s,1srum, ein Demos,
<Kreisbezirt) und Hafen von Athen. — Imius (11ieim8t<>eli8) cou-
Älio, auf dessen Rath, Nnrathen. — trizilsx ?ir»esi zx>rtu8, der drei»
fache Hafen von Piräeus, det südwestlich von Athen gelegenen Halb
insel ?irn,eeu8 (griech. I?ll<>«<e»5z); er bestand aus drei Abtheilungen,
von denen jede einen besonder« Namen hatte; I) der eigentliche ?ir»e«ll»
tauch Amporium genannt, jetzt DrKKo oder korto I,eoiie), der geräu»
migste Theil; 2) 2e» (jetzt (Mratiotiln), südöstlich vom vorigen; und
3) ölnnielü«, (jetzt ?lluäri), östlich von 2s». Der Haupthafen ?iraeeu8
(ümpuriuiu) lag übrigens am Ausflüsse des Lephisus, eine Meile süd
westlich von Athen entfernt, und war mit derselben durch die söge»
nannten langen Mauern verbunden. — äiMitate, utilitÄte, respective
Ablative, „an Ansehnlichkeit, Pracht . . . Nutzen".
2. pr»eoiz>uc) 8iio perioulo (in manchen Ausgaben: z>i»keiz»u<>
periculo 8uo), mit seiner besondern Gefahr, mit seiner persönlichen
Gefahr. — d»rn«oruin exelll8ioue8, eigentl.: der Barbaren Ausfälle
!«us ihrem Lande), dah. mit zVezug auf Griechenland: „der Narba«
im Einfälle". — «M (näml. «»,««») nsgaient, „aus welcher (Ursache)
sie behaupteten, daß leine Stadt «." Der Conjunctiv usg^reut gh,
hängig von «I<meu8 , das wie »ptu» und <üssllu8 das Relativ mit dem
Conjunctiv nach sich hat, s. Gramm. ue߻re mit einem Objectsatze
34 Nepo«, Inymist. VI, 3—5.

im Deutschen zu übertragen durch: „sagen, daß nicht :c.". s. Gramm.


— ?elonoime»u8, die südliche Halbinsel Griechenlands (jetzt die Halb»
insel Mona genannt), s. d. Karte. — '(I^eeäaemouü) oou»ti sunt pro-
mdöre ^tüemeuse» »eäiuoluitez, „versuchten die bauenden, die im Bau
begriffenen Athenienser (davon) zurückzuhalten". eau3,ri, einen Versuch
machen, versuchen.
3. »lio s«tlve,t>.) spset^dat, eig.: sah nach einer andern Rich
tung hin, d. i. „zielte anderswohin". — »tyue, zu Mus, als einem
Worte der Ungleichheit, gehörend: „als", s. Gramm. — viäeri, schei
nen, den Anschein haben. — 'ut 1<»ceä»em<imi inteUißsreut, oert»-
insu tore (d. i. lutunun esse) sibi eum nis <!s priue!z>»tu, „daß die
Lacedämonier einsahen, erkannten, daß sie mit ihnen (den Athenien-
sern) einm Wettstreit über, um den eisten Rang, um die Oberherr
schaft haben werden".
4. *llu»rs voledlwt eo» (näml. H,td,euieu»es) esse ^u»m iuür-
missimos. ^u»n» beim Superlativ: so . . . wie möglich, s. Gramm.
— iustruere muro», eigenll.: aufeinanderschichten, dah.: „aufführen,
aufbauen". — ^ui vet«eut, Absichtssatz für ut (Iez»ti) vet»reut, dah.
der Conjunctiv, s. Gramm, vetnre, verbieten, wie iubßrs, befehlen,
mit dem <»««l». c. in/'.: ,H üeri, f. Gramm. — ins pilleseutidus,
<ll<lat. al>«.: während diese gegenwärtig waren, substantivisch über»
setzt: „während der Abwesenheit derselben, während deren Anwesen
heit". — äesitnmt s. v. a. äesiveruut, »ie»/eet. v. äesluo, ablassen,
unterlassen, aufhören. — '»« äix«ruut, »e missuro» (esse) lezllto» »ä
sos ä« e^ re.
b. suseipßre leMionem, eine amtliche Sendung, Gesandtschaft
übernehmen. — primo, Zeitadverb.: „zuerst". — '(lusmistocle»)
pr»eoepit, ut reli^ui leßllli «xireut tum, ouw »itituäo muri vi«le-
retui exstruot» s»tis. z>i»eoiptzre, vorschreiben, anordnen, die Anord
nung treffen. — ut tum eiireut (^tueuis), cum, daß sie dann erst
abreisen, wenn «, — exstruet», emporgerichtet, emporgebracht. —
l»<:erent, z>«eereut, couzerßieut, imperativischer Conjunctiv, nach
Verben de« R«then«, Wünschen« u. dergl., s. Gramm.; hie« im im
Nepus, Ibemizt. VII, 1. 2. 35

Fss/eet. wegen des H,«-/eet. des Hauptsatzes praeeepit. — »srvi »tyu«


üben, SNaven und Freigeborne, Sklaven wie Freie, d. h. Alle ohne
Unterschied. — laeerß opu8, das Well betreiben, Hand ans Werk le>
gen. — neun« u1lu8, im Deutschen wie «t uullu3: und leinen Platz
schonen. — pareßre e. <iat., s. Gramm. — sivs . . . «ivs e«8ßt, er
sei . . . oder; sL»et, «mFe»-/eet. ebenfalls wegen des PsT/eet. nn
Hauptsätze. — 8»csr . . . publica, geweiht . . . öffentlich. — uu<Il<zus,
von überall her, von allen Seiten (dagegen ublyue, überall, an allen
Orten). — iöüuenm, geeignet, brauchbar. — »<1 inuuielläum, substanti
visch: zur Befestigung. — eouswre ex »Ii<zuä iß, aus etwas zusammen»
gesetzt sein, bestehen. — »»esll», 8ez>uIo!-»CU6 eigentl.: lleine Tempel
(Kapellen) und Grabmäler, dah. übertr.: Tempel- und Grabsteine.

c^?. VII.
1. nt venit, sobald er kam, als er kam; ut mit dem Ferset.,
s. Gramm. — I^»eeä»Liu«i!«m , Zielaccusativ : nach Lacedämon, s.
Gramm. — 6»re oV«l»m, sich Mühe geben, sich bemühen. — äueere
tempuz, eigentl. die Zeit hinziehen, hinbringen, dah.: etwas der Zeit
nach in die Länge ziehen, hinziehen; hier von dem Hinausschieben des
amtlichen Erscheinens bei den Behörden — interpoiiers, eigentlich:
dazwischenstellen, figürl.: „vorschieben, vorschützen". — eum, wäh
rend. — queror, sich beklagen, Klage führen, klagen (dagegen iu»ero,
suchen), — *eumaue (näml. l'Kemi^ooleiu), couari lallsie (ec>8) in «K
re, und daß er sie hierin zu täuschen, zu hintergehen suche, oouari,
etwas versuchen, suchen.
f^ 2. sunt eon8e<:ntj, folgten nach. — ' nou multum muuitioui»
»»Peres»«, eigentl.: es sei nicht viel von der (auszuführenden) Be»
festigung übrig, d. i. rückständig; „es fehle nicht mehr viel an der
Befestigung, an den Festungsmerken". — muuitioui8, partitiver Zenit,
zu nmlium, s. Gramm. — »eeegzit »ä extwlc«, eigentl.: ging er
heran, trat er heran an die Ephoren (wie Z. 1. »äirs »s »»»ßistra-
tu«), dah. überh. : „ging er zu den Ephoren". ezMri, die Ephoren,
fünf jährlich gewählte hohe Staatsbeamte in Sparta, welche die wich.
3'
36 Nepo«, Idemi5t. VII, 3.

tigsten Staatsangelegenheiten leiteten und die Macht der beiden Kö


nige beschränkten. — peueg yu<>8, in deren Besitz, in deren Händen,
bei; peue8 dient (verschieden von dem meist localen »puä) v«rherr-
schend zur Bezeichnung des Befindens eines Gegenstandes bei jemandem
als dessen Besitzer, Eigentümer. — suinuium Imperium, die höchste
Staatsgewalt. — oouteuäit, behauptete. — ui», näml. iHoeäaemo
nii8. — äelllt» v. äetero, übelbracht, hinterbracht, berichtet. — illos,
Subjektsaccusativ , näml. I,ace(wemoni<)8; viro8 bonos, Objectsaccu»
slltiv zu mittere. Der aecu«. e. in/in. illo8 mittere eto. ist als
Subjectsatz abhängig von »eyiium esse; „daher <behauptete Themi-
stocles) sei es billig, daß sie rechtschaffene und hochgestellte Männer,
zu denen man Vertrauen habe, abschickten, daß sie die Sache erforsch
ten, ermittelten". — säem dauere alieui, jemandem Vertrauen schenken,
vertrauen. — a.ui exz>Ior«,reut, Absichtssatz für ut ii expwrareut. —
»mtere», reriuereut r2 (näml. Inemistoelew) «b^läem „unterdessen
mögen sie ihn als Geisel zurückhalten". — retiuerent, imperativischer
Eonjunctiv (wie oben VI, 5), s. Gramm.; das «inFez/eet. wegen des
^«»»/eet. eouteuäit im Hauptsatze. — «e, auf Themistocles als Sub-
ject des Hauptsatzes, bezogen. — odsiäem, Apposition zu 8e „als
Geisel".
3. *M08 ße8w3 ezt ei. M08, ursplllngl.: der Eigenwille des
Menschen, die Handlungsweise, die nicht durch Gesetz, sondern durch
eigenen, freien Willen bestimmt wird; dah. ßerßre morem »lieui:
jemandem seinen Willen thun; passiv: zeritur m<>8 Äioui, es wird je
mandem sein Wille gethan; und so in unsrer Stelle: es wurde ihm sein
Wille gethan, d. i. „es wurde ihm gewillfahret". — luneti , Hia^tle.
xe//'. v. tunßor, verwalten, e. «blat., s. Gramm. — douore», Ehren-
stellen, Ehrenämter, Würden. — ^tdenÄS, Zielaccusatiu, s. Gramm.
— '1uemi8tocle8 M88it, 8U08 coi!eM8 vroüeisoi oum IÜ8 (Ieg»ti«),
eigentl.: Themistocles befahl, daß seine Gefährten mit diesen abreisen;
iubere mit dem aeeu«. e. «n/?«. im Deutschen oft kurz durch „hnßen"
oder „lassen" übersetzt: „mit diesen hieß (od. ließ) Temistocles seine
Gefährten abreisen". — prae6icere Äiui, eigentl.: jemandem etwas
vorsagen, dah: „befehlen, einschärfen, rathen", mit folg. Absichtssatze,
NepOL, IKemizt. VII, 4. 5. 37

— ut ns, daß nicht, für uo, besonders gern, wie hier, bei amtlichen
Vorschriften gebraucht, s. Gramm. — äinüttsre »liquem, jemanden fort«
schicken, fortlassen, gehen lassen.
4. *r>08ta.u»m raws est, K<>8 perveui3»e H,tdeu»8. r»,tu8 «3t Hie,-
/eet. v. reor, meinen, der Meinung sein, vermuthen. — m»zi8ti»tu8,
die verwaltende, «gierende Behörde, hier: die Ephoren. — 8Sll»tu8,
der hohe Rath, Senat, in Sparta: die Gerusia (xrl>ov<7/«) ge-
nannt, d. i. der Rath der Alten, bestehend aus 28 lebenslänglich
gewühlten Männern über 60 Jahren. — liberrime, sehr frei, ganz
frei, ganz offen. — z>ioütöri, eingestehen, bekennen. — '^tdeuiei>8e8
8»ep8!83S, a.uoä zin^^^ut tacers commuiii iure Zeutium, 6ß08 publico3
8no8<i!ie pnrri<>8 »o pen»te8 muri8 8uo conzilio, u.u», po88eut äefsuäere
^eo8) l»ciliu8 »b uo8te, „die Athenienser hätten, was sie nach dem
gemeinen Völkerrechte thun könnten, die öffentlichen und ihre eigenen
Orts- und Hausgötter auf seinen (des Themistocles) Rath mit Mauern
umhegt (umgeben), damit sie (dieselben) desto leichter vor dem Feinde
schützen könnten". <iuoä taesre potent bezieht sich auf 8»eM88s äe«8
umr«. 8uo oouÄIio, das ^anomen, weil hier mit Nachdruck, dem
«mnen vorangestellt: auf seinen Rath. — äii pudlioi, die von allen
Griechen verehrten öffentlichen, Staats-, Landesgötter. Mtrii Äii, die
besonderen, attisch-vaterländischen Localgottheiten. i>eullte3, die Haus»
götter. 8uo8 bei p»trio3 äe«8 ebenfalls mit Nachdruck vorangesetzt:
„ihre eigenen attischen Landesgottheiten", im Gegensatze zu den äeiz
vublici8, den gemeinsamen Gottheiten von ganz Griechenland. —
ZÄepire, eigentl. mit einem Gehege, Zaun umgeben, einfriedigen, um»
hegen: dllh. überhaupt: „umgeben". — uuo taciliu8 für ut eo laciüus,
— äeksuäere »!i<zuem od. »liyuiä »d »Iia.ua, jemanden od. etwas vor
etwas wahren, schützen. — 'uo^ue teeiW« (H,tdsn!eu8S8 od. i/03) iu so,
quoä 88«et iuutils ssrkl,Loi»s (<i»tw). — in e<>, in diesem, d. i. hierin,
hierbei.
5. *i!Iolum (näml. Htdeuieu8ium) urdem L88e etc., ace«». e.
»'«/'. noch abhängig v. proie58u8 e8t. — ut ziropuzulleulum, wie
ein Bollwerk, eine Schutzwehr. — ovpoÄtum, das M^lie. bei «33e
im Neutrum (obgleich urd8 das Subject ist) wegen des zunächst
38 Nepos, Iiiemi«t. VII, 6. VIII, 1.

stehenden propußnaculum, s. Gramm. — »puü «zu»«,, nämlich urdew,


— e!ll8«e8 reßi»8 Ieei8Le uÄ,ull2ßimu, «ee««. e. «»lM,, obgleich im
Relativsatze (wo sonst in der m-atw M«H!«a der Conjunctiv gesetzt
wird), weil der Satz dem Gedanlen nach eigentlich unmittelbar von
z>rote88U8 «8t abhängt, s. Gramm. — taeere u»utr»8mw, etgentl.:
Schiffbruch leiden, scheitern, dah. überh.: zu Grunde gehen. — bis
zweimal, nämlich durch die zwei Schlachten bei Marathon und bei
Salamis.
6 *yui iutuereutur potiu« iä, a,uoä L88et utile äominztioni ip8o>
luu>, ^uani c^noä (S88et utile) uuive«3,e 6raeci»e. Die Conjunctive
intueleutur und eLset in Nebensätzen des aeeu«. e. i«/.; iutuelentur
zugleich wegen nui, das einen causalen Begriff einschließt: „die Lace-
dämonier handeln ungerecht, da, weil sie mehr das berücksichtigen «."
— iutueri, eigentl.: ansehen, betrachtm; dah. figürl.: „in Betracht
ziehen, berücksichtigen". — ' ^u«,re lenüttLreut 8e, 8i velleut reoipLre
5uo8 Ie߻to8, ^uo3 wi8Sllwt H^tIieuH8. rewitterent, imperativischer Con
junctiv, (wie oben VI, b u. VII, 2); und «s (nämlich 1ueini8toolem>
auf das Subject des Hauptsatzes bezogen. — reeipLre, zurücknehmen,
zurückerhalten. — uuo« nuseiÄut, der Indicatiu im Zwischensätze einer
«,,-ntto odligua, weil als historisches Factum vom Schriftsteller er
wähnt, s. Gramm. — «liter, auf andre Weise, sonst. — e88ent re-
cepturi, würden sie wiedererhalten, co»t/«Fat. H)e«I»/l»-a«t., hier für dm
fehlenden Conjunctiv des /«tu«, s. Gramm.

<^?. VIII.
1. 'IKnien, dennoch, nämlich trotz der hohen Verdienste, die er sich
um seine Vaterstadt erworben hatte. — effugere, entfliehen, a. aee««.,
s. Gramm. — yuo, M«t. ca««ae: „wegen deren" (der Befürchtung).
Es war die Furcht der Athener vor der Tyrannis, s. das Leben des
Miltiades e»n. VIII. — re^ularum 8ussiazii8, eigentl.: durch die Stim>
men der Scherben, b. i. „durch das Scherbengericht". Dies Gericht
bestand in Athen unter dem Namen Ostracismus («<?rp«x«7^«>c
v. sarßaxov, der Scherbe, das thönerne Stimmtäfelchen), und diente
dazu, allzu mächtige Bürger durch eine zehnjährige Verbannung für
Nspos, ^lismizt. VIII, 2. 3. 39

die Freiheit des Staates unschädlich zu machen. Jeder Bürger in


Athen hatte das Recht, den Namen desjenigen, den er durch den
vstracismus verbannt wissen wollte, auf ein thönernes Stimmtäfelchen
zu schreiben, und dieses an den hierzu bestimmten Ort hinzulegen:
8000 Stimmm waren nöthig, um die Verbannung des Bezeichneten
auf zehn (später auf fünf) Jahre auszusprechen. Der so Verbannte
lonnte sich seinen Aufenthaltsort außerhalb Athens beliebig wählen,
und erlitt auch sonst leinen Verlust seiner Bürgerrechte. — eieetu»
«>uoe3«it Hrzos Imbiwtum ssuM««»»); die Plliticipial'Construction
coordinirt aufzulösen in: eieetu« eut et eouoessit. eisotu», eigentl.:
herausgeworfen, d. i. «erwiefen, verbannt. — eonceätzr« iu »llyueui
loeuiu, irgendwohin sich begeben. — ^,lM8, nce. ^l«<»'. von >,rßi,
ürnm (Nebenform zu ^lß«8 «ncieel.), die Stadt Argos, Hauptort der
Landschaft Argolis im Pelovonnes,^s. die Karte.
2. die, Zieladverb: „hier" (in Argos). — virtute», geistige und
moralische „Vorzüge". — eun, umgua äiguitats, mit großem An
sehen, mit großer Auszeichnung; «um bei Angabe des begleitenden Um-
standes, s. Gramm. — yui aeou8»reut, Absichtssatz, dah. der Con-
lunctiv, s. Gramm. — eu« llbzentsw, ihn währmd, in seiner Ab
wesenheit. — yuoü tecis»et, der Conjunctiv bei guoä, weil Gedanle
der Lacedämonier, nicht des Autors. — t»e«re »oeiewteiu cum »liauo,
mit jemandem eine Verbindung eingehm, ein Nündniß schließen. —
cum rexs ?sr«s (so ist hier zu lesen, nicht ?6r8»rum), mit dem persi»
schen Könige; ?er8e» hier adjectivisch; vgl. so ^loib. 4, 7; 9, 5;
(H»br. 3, 1, — »ä oziprimeuö»»! 6raseiam, Construction mit dem
pa^t, M«,-. M««., substantivisch zu übersetzm: „zur Unterdrückung,
Unterjochung Griechenlands". — üoe erüniue abl. ab««l., eigentl.: da
diese Beschuldigung statt hatte, dah.: „in Folge dieser Beschuldigung,
auf diese Beschuldigung hin". — 6»nm»ii proäitioui», eigentl.: des
Nerrathes, d. i. als Verräther, Staatsverriither verurtheilt; der genit.
bei Verben des Nnllagens, Verurtheilens und Freisprechens, s, Gramm.
3. 'nt 2uäivit >6, 6«luißr»vit Oore^r»!» , guoä' viäed»t »e uou
ß»t!8 tntuni ^7818. — nt »uäivit, sobald er hörte; ut mit d. F«/eet.
»n<i»e<»i., s. Gramm. — äeniißrare, fortwandern, fortziehen. — Lor
40 Nepo», luemist. VIII, 4. 5.

cfill, Insel im ionischen Meere, s. oben die Anmerkung zu II, I. —


viäero «e tutum, sich sicher sehen, d. i. sich sicher glauben. — ^.rgiz,
Locatio, s. Gramm. — «um ibi luüm»äveiti«8et , priueipe» ein«
timsre, ue I<2e<:eä»emouiiet ^tbenieusesinäieVreut bellum bis propter
«6. eins, nämlich von Corcyra. — timere, ue, fürchten, daß, s. Gramm.
— bellum iuäieeie allem, jemand den Krieg ankündigen. — proprer «e
lniiml. Ibemisweleiu), 8e auf das Subject des Hauptsatzes bezogen.
— uospitium er»t (s» ist zu lesen, nicht tuerat), Gastfreundschaft war,
bestand. — coutußere »ä »ll^uem, zu jemanden seine Zuflucht nehmen.
— UoloWi, die bedeutendste Völkerschaft in Epirus, der westlichen
Hälfte von Nordgriechenland, f. d. Karte.
4. in piÄesenti» (accus. S>lu,-. ««tt»'., ergänze rempor»,) zur Zeit,
damals; fo oben I»Iilt. 7, 6. — eum rex abesset, ('lbemistooles!
Hrripuit, ut (rex) tueretur se (lAemistoclem) receptuio eo uuüore reli-
ginne, üliam p^rvulam eins (reßis) et conieeit «e eum eä in «aerarium,
^uo«l coleb»tur summ», easrimoiM. — u^uo maiore rellzione, aufzu
lösen in: ut eo mniore religione, „damit er (der König) ihn (Hhe-
mistocles), den Aufgenommenen (oder: nachdem er ihn aufgenommen
haben würde), mit um so größerer Gewissenhaftigkeit befchützte, ergriff
er dessen kleine Tochter und warf sich mit ihr in das Heiligthum,
welches mit größter Frömmigkeit verehrt wurde". — se reeeptmn, se
wieder auf das Subject des Hauptsatzes bezogen; — receptum, Hie»,--
t«'c., aufzulösen durch: eum reeeptus esset. — ekeiimom»,, die «>
ligiüse Handlung, der Religionsgebrauch, die Frömmigkeit, die sich
durch äußere Handlungen kundgibt. — iuäe, näml. ex s^crilrio. —
ä«,ts, äextia, abl»t. «bsol., mit Darreichung der Rechten. — i-eci-
pere aliyuein in üclem, jemanden in seinen Schutz aufnehmen. — <M2w
(nämlich üäem) praestitit (v. pr»est»re), das F^ono»». »-elllll«)., in
das Henlon«l,'»tw. mit et zu verwandeln: „und diesen hat er auch
gewährt."
5. exposeere aliyuem, jemandes Auslieferung fordern. — publice,
von Seiten des Staates, im Namen des Staates. — supplieem uou
proäiäit, „er lieferte den Hilfeflehenden nicht aus"; pioäere v.
pro-äne, eigentl.: herausgeben, dah.: ausliefern. — cousulere »Ucui,
Nepo«, Ibsmist. VIll, 6. 7. 41

für jemanden sorgen, Sorge tragen; dah. eousulere »ibi: für sich sor
gen, auf seine Rettung bedacht sein. — äitücile esse, nee«», e. «n/z«.,
abhängig von der in moumt liegenden Bedeutung des Sagens: „dmn
es sei schwer". — *euiu ver»llri tuto iu wm propiu^uo lue«, »eeu«. o.
«n^n., als Subjeclsatz abhängig von äilüeile esse: „daß er sich mit
Sicherheit an einem so nahen Orte aufhalte". — wto, nckv., sicher,
mit Sicherheit. — 'iwaue iussit, «um äsäüLi k^äulw», et cleüit, q.u«ä
esset 8«,tis praeÄäii, „daher befahl er ihn nach Pydna zu führen und
gab (ihm) genug Bedeckung mit". — k^äu», eine Stadt in Makedo
nien am thermaischen Meerbusen, s. die Karte. — äeäucere, jemanden
geleitend irgend wohin führen. — iu88it mit dem ace«s. c. in/?n. ^>c««.,
der im Deutschen actio übersetzt wird, s. die Gramm. — ouoä esset
für ut iä esset.
6. dle sativ,), iguötus omuidus u»utis, eseeuäit (so ist zu lesen,
nicht asceuäit) in n»ve«. esceuäere iu nllvem, eig.: vom Ufer aus
ein Schiff hinansteigen, d. i. ein Schiff besteigen; so auch unten
LpHm. 4, 5 (für das üblichere cov8eeuäere), — au»,e, nämlich navis.
— temz>est»s, das Unwetter, der Sturm. — X»xum, Zielaccusativ
beim Eigennamen: „nach Naxos hin, nach Naxos zu'. linxus od.If»xo8,
die grüßte unter den Cycladen (Inselgruppe im ägäischen Meere) öst
lich von Paros, s. die Karte. — 'llielmstoeles sensit, pereuuäum esse
«ibi, si pervemsset eo saci».), erkannte Themistocles, daß er untergehen
müsse (daß er verloren sei), wenn er dahin gekommen wäre. —
'co»ctus dao uecesÄtate, »perit äoiuiuo navi8, am sit, ziollieeus mult»,,
«i «erfasset se. »perire alicui, jemandem etwas eröffnen, entdecken. —
qm 8it, „wer er fei"; ciui, was für einer, welcher, welche Art (mit
Rücksicht auf seine Eigenschaft, Lage): was für ein Mann er sei (An
dere lesen y.uis). — si se eouverv»88et, 8« wieder auf das Subject des
Hauptsatzes bezogen.
7. »r ille, „Jener aber"; »t knüpft hier nicht einen entgegen
gesetzten Gedanken an das Vorhergehende an, sondern dient blos zum
Uebergange, zur Fortsetzung 'der Erzählung. — "ille (äowiuus uavis),
e»vtus wiserioorM ol»ii88imi viri, tenuit uavem iu »ncoris in s»Io
ßrueul »b iu«M cliem uoctsw^ue, „Jener, ergriffen von Mitleid mit
42 Nepo», Menlist, IX, 1—3.

dem hochberühmten Manne, hielt dos Schiff Tag und Nacht «or
Anker auf offener See weit entfernt von der Insel (Nazos). ol»ri8-
8Üm viri, objectiver Fenit. zu unseliooiäi». — 82lum, i (griech. <7«^,o?)>
die offene See. — 'ueyue z»»,83U8 est ^uem^ullm exire ex eK (u»ve),
und duldete (litt) nicht, daß irgend jemand aus demselben herausgehe,
„es verlasse". — üpuNuiu, Zielacmsatio: NpKssu«, «ine alte, be
rühmte Handelsstadt in Ionien Meinasien), am Ausfluß des Kaystrus,
nördlich von Milet und südlich von Snmrna, s. die Karte. — «x-
pouere, aussetzen, in der Schiffersprache: ans Land setzen. — 'et
ille CNienÜZtoole») ei retulit vv8te» Zriltiam pro meriti8, „und Jener
stattete ihm später th»tlichen Dan., c.b für sein Verdienst".

c4?. ix.
1. pleroLyue, sehr viele, vgl. ?r»et»t. 1. — it«, 8crip3i«»e, in
der Weise, d. i. des Inhaltes, so geschrieben, berichtet haben. —
Xerxe ressn«mte, «bl»t. ab«ol., „unter der Regierung des Herxes".
— Idue)äiäe8, s. die Anmert. zu I, 4. — »,et»te (respectio. ablot.)
proxiwM (näml. Idemiswoli), der Zeit nach (ihm) am nächsten. —
<1>ü, zu ergänzen eorum od. ex iis, „unter denen, welche". — eins-
äem «ivit»tl8, Zenit, der Eigenschaft: „aus derselben Stadt". —
Hrtaxerxez, mit dem Beinamen I^ougimäu!« (Langhand), der Sohn
des Xerxes, regierte von 461—425 v. Ehr. — I>i8 verbi«, in diesen,
d. i. in folgenden Worten.
2. veui »ä te, eigentl.: ich bin zu dir gekommen, d. i.: „ich bm
in deinem Lande". — 'gm uinuiuw <3ruiorum (partit. genit.) iutüli
pluriM» wÄÄ iu 6c>inull> tuaw, „der ich unter allen Griechen das
meiste Unglück über dein Haus gebracht Haie". 6r»ii für ürzeei, die
Griechen. — iu äonmm tuaiu iutuli, mit in für den gewöhnlichen Da'
ti» (iuierre »liguiä Meui) zur stärlern Hervorhebung der Bedeutung
des Verbums; vgl. unten Nluuilc. 4, 2: iu Itlllinm bellum iulerr«. —
ouiu luit, als es war; cum, Zeitpartikel mit dem Indicativ, s.
Gramm. '
3. iäem, eben ich, auch zu übersetzen durch: „ebenfalls, auch".
— multo plura dou», weit mehr Gutes, multo, Mahablativ bei
N6I>08, ^Keimst. IX, 4. X, 1. 43

Comparativen, f. Gramm. — in tut«, im Sichern, d. i. Sicher


heit. — proelio »pucl 8k!»mli>» l»cto, nachdem das Treffen bei Sa
lamis stattgefunden hatte, nach dem Treffen bei Salamis. — cer-
tiorem aliquem l»eere litten», jemanden brieflich benachrichtigen. — iä
»zi eto., „man betreibe dies, man gehe damit um" u. s. w., s. diese
von Themistocles dem Xerxes gegebene Nachricht, s. oben V, 1. — »d
IiWtibus eiicumiri, eigentl.: von den Feinden rings umgangen, b. h.
umringt-, eingeschlossen werden. — yuo mmtio, aufgelöst: et noo
uuutio, und durch diese Nachlicht; oder auch: „eine Nachricht, durch
welche «." — xsliculo, «bl. zu Iit>erl>tu8, f, Gramm.
4. exȧiww8, eigentl.: gleichsam wie ein Wild aufgescheucht, ge
hetzt, d. i,: „verfolgt". — yu»,in 8i, d. i. et 8i o»m. — uon ininuz
. . yuaiu, eben so . . wie. — me donum »micum Imdedi», du wirst
an mir einen redlichen, treuen Freund haben. — tortsm iuimieum
(me) exr,erw8 est, er hat mich als einen tapfern Feind erkannt. —
e», nee. H,l«f.: „um das aber bitte ich (dich)". — äe tü3 redu«,
in Betreff der Dinge, für die Dinge. — yu»8 teeum collo^ui volo,
die „ich mit dir besprechen will", teeuu, d. i, eum te, s. Gramm.
— »uuuum tempu8 (so ist zu lesen, nicht aunum temziori«), die Zeit
eines Jahres, ein Jahr Zeit. — äe8 und putiari», imperativ. Eon»
junctine, s. Gramm. — eoyue (auno)trau8a<:to, »bl. nb«c>l,, substan
tivisch zu übersetzen: „nach Verlauf desselben". — Miarin (me) venire
»ä te, „wollest du gestatten, daß ich zu dir lomme".

L^r. X.
I. *Nex u^mir»u8 nwZuiwäiuein auimi duiu«, »,ta.ue euz»ieu3, t»>
lem virum coneüwri 8idi, äeäit veui^m. mllßuituäo animi, die Geistes
größe. — eouciliari »lioui, für jemanden gewonnen werden. — venia»
ä»e, jemandem, „willfährig sein, willfahren, etwas gestatten, Erlaubnis; zu
etwas ertheilen". — ä»re teu>rm8 Äieui rei, seine Zeit etwas widmen,
— litterae »ermoyue ?er»l>,rum, Literatur und Sprache der Perser. —
kse« eruältu8 e«t, ut äielltur ete,, das^« «e«en« eo«). nach demHie^/eoi.,
weil die Handlung noch in der Gegenwart Geltung hat (s. oben I, 1).
multo eemmoäiu« , viel geeigneter, viel angemessener, besser, multo,
44 Nepu«, liiemizt. X, 2—4.

Ablativ des Maßes (s. oben XI, 3) — verd» taeere, die Rede, Sprache
führen, reden, sprechen. Die Thatsache erwähnt auch Quintilian:
(Idemi8to<:lem)ullummtr2»uuumoptimeiooutum e«8e?er8iee oouZtat.
2. 'ßr»ti68imuVi!Iu<!, iUuln(^rtHXßrxeli)oz>^re83urum (e»8s)<3r»,e'
«am dello, 8i veiiet uti 8ui« (nämlich Ibemiztoeliz) oouÄIii». — uti
8ui» eon8iIÜ8, von seinen Rathschlägen Gebrauch machen. — in ^8i»m,
nach Kleinasien, s. Lexik. — cou8tituere äomicUium »ibi, sich einen
Wohnsitz bestimmen, wählen. — Alzzueziae, Locativ, s. Gramm. —
UagnsLi»,, eine Stadt in Carlen am Mäander, südlich von Ephesus,
f. die Karte.
3. bi» yuiäem verbi», und zwar mit den Worten. — yuae prae-
berst, d. i. ut ea (urds) pr»eberet. — praedere p»nein, das Nrod
geben. — wlenta, s. die Anm. zu Alilt. VII, 6. — reäire, als Ertrag
„einlommen," — I,»mz>8aeum, näml. : rex ei äonarÄt, und ebenso beim
folgenden UMiiw. I.ll,mi>8»cu8, eine Stadt in Mysien, am Hellespont,
nördlich von ^,b)äu8, s, d. Karte. — Nxuutll, griech. »e««. v. 2lML,
«ine Stadt in Carien am Mäander. — op»omum (od. obLomuiu), die
Zukost, Alles, was zum Brot zugegessen wird, Fische, Fleisch, Obst
u. dergl. Es war Sitte der persischen Könige, begünstigten Personen
Liindneien für ihre Lebensbedürfnisse anzuweisen. So erzählt auch
Cicero (Verr. 2, 3, 23) und Xenophon (Xn»b. 1, 4, 9) von Städten,
welche den persischen Königinnen für den Bedarf ihres Schmuckes ge
schenkt wurden, — *äuo monument» duiu8 Wlln«ernut aä uo8trll!i> me-
luurillm, von ihm sind zwei Denkmäler bis auf unsere Zeit geblieben",
all, auch ohne usaue, den Endpunkt der Zeit bezeichnend: „bis zu,
bis auf", s. Lezik. — memoria, eigentl.: die Erinnerung; übertr.-
die Zeit der Erinnerung; dah. Ȋ n<)8trllw uienioriam, bis zu unserer
Zeit, bis zur Gegenwart, s. Lexil. — prope opMnm, in der NLHe
der Stadt, d. i. Athen (so Mit. IV, 2.).
4. üe cuiu3 werte, d. i. et üe morte ein» „über seinen Tod". —
multimoäis, «civ., zusammengezogen aus multi» moäiz, auf viele Arten,
vielfach, d. i. „verschiedenartig, verschieden". — auewrem xrodaiuul,
„nehmen als Gewährsmann an , treten seiner Ansicht bei". — ruordo
morwum (esse), an einer Krankheit gestorben sei — ueyne ue^t, und
N6P08, I'bsmist. X, 5. 45

leugnet nicht, stellt nicht in Abrede, gibt zu. — 8ump8i88e (eum) ,e>
neumn, aeeu« e. l'»/Tn., abhängig von lam»m tui88S: „es sei das Ge
rücht gewesen, er habe Gift genommen". — suk spouts, aus freiem
Willen, freiwillig, selbst. — 'oum äe^sraret, 8ß po88c« praeztare,
<;»»« P0IU01IU8 S88«t reßi äe opvrimeuclll lir2«cia,
5. 'iäem Cldu<!^äi6e8) proäidit ruemoril,«, 088» «U8 8ßr>ult» (S38e)
clllm ad »luici« iu ^ttio«,, «zuouianl uon oouoeäeretur Iegibu8, c^uoä
äanmatu» 68«ßt i)l«äitic>!ii8, proäßrs memorias, eigentlich: der Er
innerung, dem Andenken übergeben, daher: „berichten, erzählen". —
Wueeäerewr, impersonal: „es war nicht verstattet, nicht erlaubt";
der Conjunctiv, weil im Nebensatze des aeeu«. e. ««/?«., und Gedanle
des Thucndides; ebenso ezzet ä»mu»w8. — xroäitloms, s. oben VIII, 2.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung,


^. Grammatisches. 1) wie ist die Form Heoeli in der Ver
bindung Ueoeli t>I!u8 zu erklären? — 2) welche Form ist e«8eut re>
ceptuii? — 3) wie wird opii8 «8t construirt? — 41 was heißt ut ue,
und wann steht es besonders oft? — 5) nenne die Stelle mit ut und
dem F»-ae«ens eon> nach dem ^e^/eetum, und wie ist das Hn-ae«ens
zu erklären? — 6) nenne die Stellen mit ut und dem H>ei-/eet. »miie.
— 7) welche Regel gilt bei vereus, ue?
L. Lexikalisches. 1) was heißt maior ullw? — 2) was heißt
i-e« f»,mili»ii8? — 3) was heißt re^ublioa, »nd wie ist die zweite
Hälfte des Wortes entstanden? — 4) was heißt »upersie loeum? —
5>was heißt oertiorom t^eerL kliyuem, und wie ist der Ursprung dieser
Nedeutung zu erklären? — 6) welches sind die Nedeutungsstufen von
memoria? — 7) von eaerimouia? — 8) von z»roNM8?
L. Geographisches. 1) wo lag NaIio»rvÄ8U8? — 2) was ist
^ite»i8iuin ? — 3) wo lag Uagussi»? — 4) wo I^llmp8»oii8? —5) wo
k?«!»»? — 6) wo N»xo8? — 7> wo 'ldsrmop^Ille? — 8) wo 8uuium?
— 9> wo 8Ämui8? — 10) was ist ?ir»eeu8?
v. Historisches und Archäologisches. 1) wodurch ist
.,-'
46 Aez>08, Hrist. I, 1. 2.

1u«rmop?1»e berühmt? — b) nenne das Jahr des dahin gehörigen


Ereignisses. — 2) was ist das Nähere der Schlacht bei Salamis? —
3) wer ist ^tmeMäs» und wann lebte er? — 4) was sind Ephoren?
— 5) was ist die Gerusia? — 6) was ist Ostracismus? —
7) welche Verdienst« hatte Themistocles um das gesummte Griechenland?
— 8) und welche Verdienste hatte er um seine Vaterstadt insbesondere?

III. ^.ri8tlä68.

«41. 1.
1. XtKeniensis, der Nthenienser, deutsch üblicher: „aus Athen".
— »eyualil! IbLmMocli; der ck«liv. bei Adjectioen der Gleichheit oder
Aehnlichleit, s. Gramm. »eymUi» eigentlich: gleich geartet, von gleicher
Beschaffenheit, bes. von Lebenszeit: „zu Einer Zeit lebend, der Zeit
genoß". — itliano, d. i. et iw, „und auf diese Weise, und so (d. i.
da zwei so große Männer beinahe Zeitgenossen waren) geschah es, daß".
— couteuäsi-s, eigentl.: mit einander ringen, wettkämpfen, kämpfen;
daher «outenäsw oum Mauo, mit jemandem wettkämpfen, wetteifern,
streiten. — piiuoiMu« (v. prinoep?, der Erste, Obere), die erste Stelle,
der erste Rang im Staate. — odtreotaie (od-traetlu-e), jemandem entgegen«
handeln, entgegenarbeiten, mit jemandem rivalisiren; «btreewre inter ze,
einander entgegenarbeiten.
2. in Kis, in diesen, deutsch blos: in ihnen, bei ihnen. — 'yu»ut<,
«loquevti», »uteswret iunooeutike (lialw.). yu»uw, abl»t. des Maßes,
s. Gramm, „um wie vieles, wie viel". — »nte»t»rs »üeui rsi, eigentl. :
einem Gegenstände vor«, voranstehen, ftgürl.: ihn überragen, über
treffen, vor ihm den Vorrang behaupten". — iuuocenti», eigentlich:
Schuldlosigkeit, Unschuld; hier allgem.: fleckenloser, reiner Charakter,
Sittenreinheit. — excellednt »bstiueutik, zeichnete sich aus durch Un»
Eigennützigkeit. — 'ut unu» »vpellüw» »it coLuomiue /««t«« p«»t lue
Aep03, Hrist, I, 3. 4?

moriam b,omlnum, <^uoä o^uiäem uns »uclierimus, „daß er allein seit


Menschen»Gedenken< wie wenigstens wir erfahlen haben, mit dem Bei
namen bei Gerechte belegt worden ist." ut»ppsU»tu8 sit, dasLn/sot. eo»l>
iu»»et. im Wirlungssatze zur Angabe eines selbstständigen historischen Fac»
iums, s. Gramm, uuu»; er der einzige, d. i. er allein. — cn8nomiue
Iu8tu8, der ,loini»lat. Iu«tu8 als Prädicat zu uuus gehörig. — po»t
domlnuin memorizlu, eigentl.: nach der Erinnerung der Menschen, d. i.
seitdem die Menschen sich erinnern, „seit Menschen-Gedenken". — «zuoä
hmäem, das früher Gesagte beschränkend: „was wenigstens, soviel, soweit
wenigstens". — u»8, basH^onom. ^ei-sonals dem Verbum das Nachdrucks
wegen beigefügt. — 2uäier5nm8, H»e^ eo>V««et-> als mildere, weniger
bestimmte Aussage (e<»l/unetn!«« z>ote«tlai«), s. Gramm. — »uäire,
hören, vernehmen, auch vom Erfahren historischer Thatsachen. —
tluueii, correspondirend mit yu»mqu»m des Vordersatzes- obgleich . . .
dennoch, gleichwol. — eollabelnetu« . . mult»tu8 est, die Particivial-
conftruction ins ve,-bum /in«t«m mit «t aufgelöst: 'eolinbelkotu» s»t »
Inenustoole st mulwtuz e»t exsilio ^eoem »uuoium t«8tuIK IHK. ooll»-
dßl»eere, eigmtl.: zum Fallen bringen, wankend machen, figürl.:
stürzen. — umltilre (von mult», die Strafe, nicht zu verwechseln mit
wnltn«, », um, viel), bestrafen, strafen; hier mit doppeltem ablat.
in«e»-«mental,, näml. der Strafe, mit welcher er belegt, und des Ge»
richts, durch das er bestraft wurde. — äeesm lumuium, Fen«t. der
Eigenschaft zu exsilium: „zehnjährig« Verbannung". — te8tu.IK iM,
eigmll.: durch jenes Scherbchen, durch jenes Thontäfelchen , d. h,
übertr.: „durch jenes (bekannte) Scherbengericht", den Ostracismus, s.
die Erklärung zu Insmist. 8, 1.
8. gui «zuiäem oum, deutsch demonstrativisch: „als dieser nun" lc.
'euiu iÜL (^ri8tiäe8) ^uiäsm iutellizsret, multituäinem eoueit»tl>,N uon
p08»e rsprlinj. oouoit»tn8 , leidenschaftlich, aufgeregt, erregt, — rspri-
msre, eigmtlich: zurückdrängen, aufhalten, d. i. in der leidenschaftlichen
Bewegung, Erregung hemmen, d. i. besänftigen, beruhigen. — e«Ieu8,
weggehend (»us Athen), im Weggehen. — (eum) lUlimllävßittziet yuen-
äluu »ciioeutsm, eigmtl.: als er jemanden schreibend bemerkte, d. i. als
er jemnnden schreiben sah; die Verba der sinnlichen Wahrnehmung
48 Nepo«, 4list. I, 4. 5.

(sehen, hören, mahrnehmen, treffen, finden) haben zur großem Veran»


schaulichung der Handlung gewöhnlich den «eeu«, e. Pa^l«z,io statt
des »oe««. o. «>/««., viäeo te 8criueutem, ich sehe dich, indem du schreibst
im Schreiben, s. Gramm. — "ut pellerewr (H,ri8tiäe8) patriä, Absichts
satz zu 8eribentem (es ist das Aufschreiben des Namen ^««iicie« auf
die teztulll gemeint). — "äieitur (H,ri8tiäe8) <zu»e8i88e »d eo, so soll er
ihn gefragt haben. — ieitur, (ich, du, er) foll, mit dem »«,«««. e.
l«M. (der nomin. ist hier aus dem Vorhergehenden zu ergänzen), s.
Gramm, — c>uae8i8Le für yuae8ivi88e v. «zuaero, «^uaerere »b »Ij<z<io,
eigentl.: von jemandem suchen, zu erfahren fuchen, d. h. : jemanden fragen.
— «zuare iä laceret, o^at«a obllg«» zu <M»e8i88e: „warum er dies
thue"; das «nyie^/eot. eo»»). vom Hie»-/eet. des Hauptsatzes abhängig.
— eommittere, ein Unrecht verüben, begehen, etwas verschulden, »er»
blechen. — our, hier relativisch: „weshalb, um dessen willen", bezüg»
lich auf c>ui<l; "our äuoeretur öißuu8 wuta poeua, weshalb er einer
so großen Strafe würdig gehalten würde. äißnu8 e. adlat,, s. Gramm.
4. ißnoiÄie ali<zuem, von jemandem keine Kenntniß haben, ihn nicht
kennen. — eladorare, sich beeifern, sich bemühen. — *ut appellaretnr
^««lu« praeter «etero«, Absichtssatz zu eladora38et. — praeter oetero8,
vor den Nebligen, vor Andern.
5. bic, dieser, im Deutschen allgemeiner: „er". — n«m perwlit,
eigentl.: er ertrug nicht, er duldete nicht; hier in Bezug auf die
Zeitdauer des Grtragens: er brauchte, er durfte nicht (bis zu Ende)
eltragen, er durfte nicht aushalten. — äe8eeuäit iuttraeoiam, eigentl.:
herabstieg nach Griechenland, weil die Küste tiefer liegt, als das Bin»
nenland (Persien); im Allgem.: nach Griechenland kam. — sexto ai»uo
1ii»u>, im sechsten Jahre, als, d. i. nachdem, po8t<zu»m. — expul8U8,
eigentl.: herausgetrieben, d. h. „verwiesen, verbannt". — re8tiwtu3 «8t
in Miriam, eigentl.: wurde er wieder eingesetzt ins Vaterland, d. i.
wurde er wieder zurückgerufen :c. — x<>pu!i8eito (in manchen Aus»
gaben auch getrennt geschrieben: popuü zeito), durch einen Volksbeschluß.
Nspu«, ^N8t. II, 1. 2. 49

L^r. II.
1. PUAM Ullvllli», das Seetressen, die Seeschlacht. — 8»l«unw2,
griech. ae««. v. 8»I»iuis, s. Gramm. — priu» gu»,m, mit dem Eon-
junctiv des lmp^. bei Erzählungen, s. Gramm. — libernri poevH,
die Nerbll des Nefreiens mit dem nblat., s. Gramm. — prnetor (p»e-
itor), Anführer, Feldherr. — »z>uÄ ?wt»e»s, bei Platäii, einer Stadt
in Nüotien am Asopus, s. die Karte. — Nariigmus, der Schwasser des
Xeixes, war «on ihm bei seiner Rückkehr nach Persien in Griechenland
mit einen, Heere zurückgelassen worden. — tusus, eigentl.: hingegossen,
zur Erde geschüttet, dah. in der Kriegssprache - „zu Boden geschlagen,
besiegt." Es ist dies die Schlacht bei Platiiä, im Jahre 479
°. Chr.
2. ' ueyue »liuä ulluiu illustre taewm dum» e»t in re wilit»ri,
^u»m inemoliÄ, Iiuins iwperii: (illustri», l«,ct»,) vero iustiti»« et»,e«zui-
t«>8 et innoeeuti»e (sunt) mult», es ist keine andere glänzende That
im Kriegsfache von demselben vorhanden als das Andenken an dieses
2bercomm»ndo : Thaten der Gerechtigkeit aber, der Billigkeit und der
Sittenreinheit (gibt es) viele." uegue ulluw im Lateinischen, nicht et
üllllum wie im Deutschen: „und keine." — memoria lmiu» imperü
lF«»»i. oh/eck), das Andenken an dieses Obercommando. — Bei den
Genitiven iustiti»e, »e<zuiwtis u. muueeutiae ist aus dem vorherge
henden tnetum als Subject zu ergänzen l»«t» und »ls Berbum: sunt,
sind vorhanden, existiren. — in primi» (nämlich taotis illuä erat, ut et«:.),
unter den ersten, vorzüglichsten (Thaten ist die, daß «.). — * ut, yuuH
l»otnin est »eyuitÄts eiu» (^ristiäis), ouw esset in eummrmi el»«»e
ttr»ec:i»e simul euin ?»us»ni^, c^uo äuee Ukläonius erat luMus,
«uwiu» mni-itimi impeiii tr»nskerretur »b I,»eeä»eluolliis »ä H,tue-
nieuses, „daß, was durch seine Rechtlichkeit geschehen ist, als er auf der
gemeinschaftlichen Flotte Griechenlands zugleich mit Pausanias sich be«
f»nd, unter dessen Anführung Mardonius in die Flucht geschlagen
worden war, der Oberbefehl zur See von den Aacedämoniern auf die
Athenienser übertragen wurde." — yno ällee, ablat. absol., im
Deutschen substantivisch mit dem nomen «b«t»-«et«»n zu übersetzen:
50 ÜLpo«, H,ri»t. II, 3. III, 1.

„unter dessen Leitung, Anführung," Pausanias war nämlich Anführer


der Lacediimonier in der Schlacht bei Platää. — »b I^»ceä»emoiüi8,
die ^»«zm«. »d steht nicht blos immer vor Vocalen, sondern auch vor
den Consonanten, nur selten vor d, p u. l, und in guter Latinitiit
nicht vor te, weil gewöhnlich »d» te oder », te gesagt wurde.
3, et m»ri et teil», eigentl.: sowol auf dem Meere als auf dem
Lande; im Deutschen durch den stehenden Ausdruck: „zu Wasser und
zu Lande." — äuees, Pradicat, I^oeäaemouii, Subject: „die Lacedä«
monier warm die Führer, Oberanführer." — iutemperimti^, eigentl.:
Unmiißigleit, hier: maßloses Nenehmm gegen Ander«, „Uebernmth."
— iu«MK, ^ii»tiäi8, durch die Rechtlichkeit des Aristides. — »e »p-
Meareut »<i 8ociet3,tem ^tuenieuzium, sich der Verbindung der
Athenienser anschlössen. — 'et selißsreut do8 äuoe» »idi »äve«uz
b»rd»ro», und diese sich zu Anführern wählten gegen die Barbaren.
u«8 äuee», nicht: diese Führer, sondern »ls Apposition: „diese als
Führer, diese zu Führern."

(^. III.
1. ' Nt ut repellerent do8 (b»rb»ro8> ea laLiliu», »i lorte eo-
u«,reutur renov»re dellum, ^risticle» äeleetu» e»t, u.m oonztituyret,
Quantum peouui»« ^ul^eciue eivit»3 äaret »cl »eäiüo»uä»8 ci»»8e«
2t«llie «ompllilwäoz eieroiw», »ty.ue «.uHärin^eu» et »ei»zeu» t»1snt»
oc»l1»t2 »uut <zm>l»uui8 velmn »rbitrio ein» t^ristiäi»). torte, eigentl.
«blot. v. to« (der Zufall, das Ungefähr) ^ durch Zufall, zufällig, »on
ungefähr; daher im Allgem. zur Bezeichnung einer Unbestimmtheit:
etwa, vielleicht; si forte, „wenn etwa." — oou»ri, den Versuch machen,
»ersuchen, »Ä el»88e8 «,eäiü<Nnä»3, Construction mit dem ^»»^«p.
/«t. j«««,v., substantivisch zu übersetzen: zur Erbauung der Flotten,
ebenso »ä eiereitu8 eomz»r«ms<»8, zur Aufstellung der Heere. — yu«m-
tum peeuui»e (partitiv. geuit.), wieviel Geld. — ä»et, der Conjunctiv in
der oratio obligu», abhängig von eon8tiweret. — äelsotu» est v. äellzo.
«userwahlen, erwählen. — <M o«n8titueret, Absichtssatz, s.v.a. ut oon8ti-
tneret, daher der Conjunctiv bei ym, f. Gramm. — «iu» «ditrio, nach
seiner Bestimmung. — yusariugen» et seilten», je 460, die Distribu»
Xepu», 4ri«t. III, 2. 3. 51

tivzahlen, wegen der jährlichen Wiederholung dieser Summe, ober auf


die Frage: wieviel jedesmal?, s. Gramm. — wleutum, eine hohe Geld»
summe der Griechen, das attische Talent ^ 4125 Mark, s. die An-
merl. zu Mit, VII, 6. — velum, Zielaccusativ bei Eigennamen:
„nach Delos." Velo«, eine llein« Insel unter den Cycladen, nördlich
»on Naxos und Paros, eine heilige Insel, weil nach der Mythe Ge>
burtsstätte des Apollo und der Diana; s. die Karte. — coulerie »li-
y!iiä in llli<zu8N loeum, etwas irgendwohin zusammentragen, zusammen»
bringen. — ' u»m voluerunt icl esse commune »erüiium, „denn sie
wollten, daß dies (nämlich Delos) die gemeinsame Schatzkammer sein
sollte." — iä wegen des folgenden »eiAnum. — yu»e omni» peouui»
für et d»eo omni» peouuill, und all dies Geld. — trgnzlktÄ est, ist
hinübergebracht worden.
2. die, näml. ^riztiäe«. — yuä »dztiueutiii,, abial. der Eigen»
schuft im Prädicate, s. Gramm. — »d«tiuentia, «igentl.: Enthaltsam»
leit, besond. in Rücksicht auf das Vermögen Anderer: „die Uneigen»
nützigteit." — luerit, der Conjunctiv in der «Tntte» ol>l»g«a, abhängig
»on illsioiuN. — ' <zu»m «zuoä äeoessit in t»ntll paupertllts, ut reii-
«.uerit vix, clut essrretur, oum pr^sluizzet tlwtiz rebu», „als daß er
in so großer Armuth starb, daß er kaum hinterließ, womit er begraben
werden konnte, obgleich er so bedeutendem Vermögen vorgestanden
hatte." — ouoä, daß, eigentl.: weil er starb ,c. — seeeäere, eigentl.:
fortgehen, d. h. „aus dem Leben fortgehen, sterben." — ut reliyuent,
das ^«-/eot. eo^'«««^ bei ut, weil der Nebensatz zugleich ein beson»
deres historisches Factum erzählt, s. Gramm. — <zm, «elvei'b., womit,
wodurch. — eüerrs, eigentl. hinaustragen, daher: den Todten hinaus
tragen, beerdigen, begraben. Der Conjunctiv wegen des im relativen
qul liegenden ut: daß er damit begraben werden konnte.
3. publice, von Staatswegen, auf Kosten des Staats. — ' et col-
loosrentur, üotibus ä»ti» (ablllt. <lb«ol.) üs oommum »srllrio, „uno
daß sie <die Töchter) verheirathet wurden, indem die Aussteuer aus dem
gemeinschaftlichen Schatze gegeben wurde." eoUoeare, eigentl.: wohin
stellen, legen, setzen, bringen; d. h. von einem Mädchen, es gleichs.
unterbringen, d. i. „verheirathen." — cle bei Bezeichnung des Ganzen,
4'
52 Nepo«, ?llN8. I, I. 2.

von dem etwas genommen wird: „aus, von," s. Lezil. — clee««»it


»utem, „er starb aber;" »uten, hier, wie auch das deutsche „aber",
blos Uebergangspartikel — pnst, lmuum cluaitum c><i2n>, eigentl: nach
dem vierten Jahre, als, d. i. vier Jahre nachdem. — ^tbeui», Orts-
ablatin bei Städtenamen: „aus Athen", s. Gramm.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung:


^. Grammatisches. 1) wie wird lateinisch ausgedrückt: „eine
zehnjährige Verbannung", und auf welcher Regel beruht der lateinische
Sprachgebrauch? — 2) wann wird statt des «o«t«. c. «nM. der ««m«.
e. Fa»-tl«pll> angewandt? — 3) wie ist die Construction mit äioitnr?
— 4) steht die Präposition »b nur vor Vocalen? — 3) wie wird äi>
zuu3 construirt? — 6) wie keyuali»?
L. Lezilalisches. 1) was bedeutet torte ursprünglich? — 2) welches
sind die Vedeutungsstufen von rspiiiusrß? — 3) was lann runItH
heißen? — 4) an welcher Stelle heißt publice blos öffentlich? was
heißt es noch und ursprünglich?
O. Geographisches. 1> wo lag ?l»t»e»s? — 2) wo v«1o»?
v. Geschichtliches. 1) wer ist Mardonius? — 2) wer Pau-
sanias? — 3) welche Verdienste erwarb sich Aristides um fein
Vaterland?

Oxr. I.
1. lHeeä»ellioum8, „aus Lacedämon", wie ^tueuieuzi« aus
Athen. — vlu-iu», wechselnd, veränderlich, unbeständig. — ß«uu» vit»e,
das Lebensverhältniß. — * ut eluxit virtutibu» sie obrtltu« Wt vitii»,
„wie er hervorstrahlte durch Vorzüge, so ist er überdeckt, verdunlelt
worden durch Fehler."
2. uuiu» iUu8tri«»iWuw, fubstantivifch ; eigentl.: dessen Glänzend
ste«, d. i. „seine glänzendste That." — proeliuin, llä ?I»t»e»8, die
Schlacht bei Platää. kl»t»s»e, eine Stadt in Böotien am Nsopus,
Xepo«, ?»u». I, 3. 53

s, die Karte. — ' u»mclus eum ille äux e«»et, N«rüouiu8, «atrLpe»
leziilS, Lteüug u»tione, geuer rezi8, st torti8 mlwu et pleuus oon-
»Mi in piimi» owuiuin kerLilrum, luz^tu« e»t cum üuosutis milibus
veöituu», Mo» IsZeiilt viritim, et viziuti (nämlich milibu») eqMum
ii»u6, it» uulßiH ullmu 6r»e<:i»e, 3,t<zne inze äux oeeiläit eu prue-
llo — Mo üuoe, «bl. ab«ol. durch ein «ome» »bzti'act. übersetzt:
unter seiner Anführung. — «»trLpes, der Statthalter einer Provinz
im persischen Reiche, — Neäu» uatioue, ein Meder seiner Nation nach,
d. i. «in Meder von Geburt ; natioue, respectio. »bl»t., s. Gramm. —
ießjg geuer, des Königs Schwiegersohn, nämlich des Königs Darius
hystaspis, also Schwager des Xerxes. — in primi» omuium kerg»-
nun, unter dm Ersten, unter dm Ausgezeichnetsten aller Perser. —
mlwu turtis, eigentl.: mit der Hand tapfer, d. i. von persönlicher
Tapferkeit. — euu»ilii pleuu8, einsichtsvoll: pleuii3 mit dem ge«»t.
construirt, s. Gramm. — milibu» (od. m!I1ibu8) peäitmu: mili», c.
gemt. construirt, s. Gramm. — viritim, Mann für Mann, jeden ein
zeln, leZLre, auslesen, aussuchen, — Ii»nä iw bei Adjectivm verklei
nernd: „nicht eben, nicht sehr;" n»uä it», m»ßu», „nicht eben groß,
nicht sehr bedeutend." — tußare, flüchtig machen, in die Flucht schlagen.
— eeelüit, von oaäo, fiel nieder, dah. in der Kriegssprache, wie auch
das deutsche „fallen", s. v. a. „getüdtet werdm, bleiben."
3. el»t>i8, eigentl.: in die Höhe gehoben, erhoben, dah. im Übeln
Sinne: stolz sich erhebend, stolz auf etwas. — ' coexit misoere z>Iu-
rim», eigmtl.: fing an, sehr Vieles in einander zu mischen, zu ver
wirren, d. i. die Verhältnisse in Unordnung zu bringen, Verwirrung
zu erzeugen. — miüor«, oououpiZoere, nach Hüherm, nach höherer Aus<
Zeichnung zu verlangen. — in eo . . uM<i, darin, daß; n.uoä zwsuis-
Let, weil, daß er gesetzt hätte, der Conjunctiu bei «zuucl, weil Gedanke
der Spartaner. — velptüs, Ortsablativ bei Städtenamen im Plural,
s, Gramm. DelM, berühmte Stadt in Phocis am Parnassus, mit
einem Tempel und Orakel des Apollo. — epißr»,mm»te «cripto, Mat.
2b«ol,, coordinirt mit dem Hauptsätze: et (ouoä) 8eiip8i83et epizram-
u>», und eine Inschrift (darauf) gemacht hätte. — d»ee seutenti»,
„der (folgmde) Ausspruch, Satz, Gedanke," — ' b«,rb3ro8 «88« äele
54 Xepo«, ?au«. I, 4. II, 1. 2.

to8 »pucl ?I»t«e»8 «uo 6uetu, ilt^uß (suw) Üeäi5»e üouum Hpollini
eiu8 vietori»« erg». — «uo cluetu, »blat. ab«ol., unter feiner Leitung. —
äslsr«, auslöschen, d«ch. von Personen: vernichten, vertllgen. — «rg«,
aliv,, eigentl.: aus Ursache, in Folge einer Sache, conftr. mit dem
genit. und demselben (wie «wss, und ßr»U^) nachgesetzt: „um willen,
wegen ;" eiu3 vietorme ergo, dieses Sieges wegen, für diesen Sieg.
4, ver»u«, Zeilen. — s«eulpßre »li^uiä, etwas auskratzen. —
ueyus »Uuä . . quam, „nichts weiter als, nur."

Cxr. II.
1. vypniw, NeIIe«i>outum, Zielaccusativ, s. Gramm. — vyz>ru«,
die Insel Cypern im mittelländischen Meere, südlich von Kleinasien,
f. die Karte. — UsIIesplintu», die Meerenge zwifchen dem ägäischen
Meer« und der Propontis, den jetzigen Dardanellen, f. die Karte. —
mizsniut, nämlich I.»,<:sä»ßm<>mi. — praeMi», die Besatzungen.
2. * U8U8 p»ri lelieitllte in e» rs eoepit ß«lkr« 8« sllltiu» »tM8
ÄppetLre m»iore» re». — utor z>«,ri teli«t»te, gleichen Glückes theil»
Haft werden; ablai. bei utor, s. Gramm. — »e ßerßrs, sich betragen,
sich benehmen. — »ppetsrs majore« res, nach größern Dingen streben.
— Ly^llntio «xzxizuato, ablat. nl>««l.: „nach der Eroberung von Ny>
zanz," — L^antiuin, Stadt in Thracien »m Bosporus, das heutige
Konswntinopel, s. die Karte. — in bis, unter diesen. — ' siinMlm«,
<««8) eü'ußi88k sx viu<:Ii8 pub>i«8. «iiuulare, thun, als ob etwas statt
hätte, sich stellen. — viuel» (vmoul») pudlie», eigentl.: die öffentlichen
Fesseln, bah. übtr. das öffentliche Gefängnis,, das Staatsgefiingniß. —
ot eu« Iii8, näml, mi3it, das aus rewi8it zu ergänzen. — Nretrieu-
8sm, aus Eretria, wie ^tkemeu8l8, aus Athen, I^»<:eä»e!u«>uii!3, aus
Lacedämon. Lretri»,, die Hauptstadt der Insel Euböa, s. die Karte.
— aui reäclsret, Absichtssatz, dah. oer Conjuncti«. «ääsrs littei»»
»linii, jemanden, einen Brief überbringen, — I>»«o, Folgendes, Nach,
stehendes. — ^twoMa^, griechischer Geschichtschreiber aus Athen, be.
schrieb den peloponnestschen Krieg. — proäer« mswori»«, der Erin
nerung», dem Andenken übergeben, d. i. berichten, erzählen. Die Ver«
bindung: in gnibu8 b»eo lui88e 8erii><H (a«e««. e. «»M.) "Nme^aise«
Xepa«, ?iM8. N, 3. 4. 56

memoria« traäiäit, lann im Deutschen nicht wörtlich übetjttzt werden,


weil das Relativum „in welchen" mit der Conjunction „daß" neben
einander nicht stehen kann. Man verwandelt daher den «ee««, c. »nM.
in den Hauptsatz, und schaltet den lateinischen Hauptsatz mit „wie"
ein: „in welchen, wie Thucydides erzählt, Folgendes geschrieben war,"
3. ' ?lui«»uil«, äux 8p«,rt»e, mi»it (ev8), ^uo8 oez>er»t L^lwU,
P<)»t<iu»,lu «oguovit propüi«>uo» W08, tibi mimen, »taue eupit, 3«
coniuuzi teeuin »ltluitate. — äux 8p»rtaL, Anführer von Sparta;
spart», weniger üblich als iHLsäaemc« , die Stadt Sparta in d«
Landschaft Laconien im Peloponnes, s. die Karte. L?2»uti (kurze Form
statt Ly^lwtii von L?2»,lltmm), Locativ bei Städtenamen: in Nyzan-
tium. — cognovit leo») provill<iuo8 wo», als deine Verwandten er
kannt hat. — misit, das Perfectum, in Briefen gewöhnlich für das
deutsche Präsens, mit Rücksicht auf die Zeit des Empfanges des Briefes,
in welcher die Handlung des Schreibenden bereits vergangen war. —
eupit ss eouiuußi («ee«s. e, in/««.), er wünfcht, daß er verbunden
werde. — »lümta», die Verwandtschaft durch Heirat, Verschwägerung,
Ichwägerschaft. — »i tidi viäetur, eigentl.: wenn es dir scheint, ins»
besond.: „wenn es dir gut scheint, wenn es dir zusagt, gefällt." —
ä«8, imperativ. Lonjunctiv, s. Gramm. 6»re nuptum («UD»».), eigentl.:
zum Heilathen geben, d. i. zur Frau geben, uubsre »lieui, eigentl.:
jemandem sich verschleiern, dah. von der Frau: heirathen (vom Manne:
iu matrimouium «iuoere aliquam).
4. ' »i leoeri» ich pollioetur, te re6»eturum (e»»e) et 8i«»t»m
et ceteram 6r»eoi»m"8ub tuam pote^wtem, 8e »,äiuv»ute. — teee-
ii8, /«i«»-. ««««<., wenn du dies gethan haben wirst, „wenn du dies
thnft." — 8« »äiuvlwte, «i>l«t. »b«al., mit seiner Unterstützung, mit
seiner Hilfe." — 8i volueri» «zuiä ß«ri se tu» rebu8, t»«e mitt»»
certum domiuem »<! oniu, «um quo oo!Io«zu»tur, „wenn du willst,
daß in Netreff dieser Dinge etwas geschehe, so schicke «inen zuverlässt»
gm Menschen zu ihm, mit dem er sich unterreden könne." — »i ?o>
wen», /«tu»-. e««et,, wie im vorstehendcn Li teeen». — c>nis, etwas,
in völliger Unbestimmtheit der Natur desselben, was es auch fei. —
l»ee mittas, eigentl.: mache, daß du sendest, ein umschreibender Im»
56 Aspo«, ?2ll3. II, 5. 6.

perativ, s. Gramm. t»«e, alte Form, weniger üblich als tao, mach«.
— ouiu a.uu eoI1oM»tul, Absichtssatz, daher der Conjunctiv.
5. * rei, MvlZu« mllgnopere «lllute tot dommuiu t»w neo«»»
»»riormn «idi, mittit coulestim H^wds^uul »,ä k»u8lwi«un ouin epi-
»toi» etc., 8»vl»u», H)»^tle. Fe»'/', v. gauäeo, einem ve,b«m «e«t^o-
H«»««v., s. Gramm, „erfreut." 8»lute, «bl. e«««»e, wegen der Ret-
Wng. — ueee88«n-iuL »lioui, j emandem nahe verwandt. — inittit, histo-
risches Präsens, s. Gramm. — collkuäars llli«zueiu, jemanden überaus
loben, die höchsten Lobsprüche ertheilm. — ue z>ar<»t oui rei «l e»
perücienäa u.u»e pollieetur, „daß er nichts spare, um das auszufüh»
ren, was er verspricht." pareo, mit dem <i»t. construirt, s. Gramm.
— <iu»e pullioewr, Umschreibung für promi»«»,, das Versprochene, das
Versprechen, daher der Indicativ, obgleich Nebensatz des «eeue. e. i«/i«. ;
das Mae«««« steht wegen des zi!-ae«en« nüttit im Hauptsätze.
6. »i perteeerit (e»), (euw) Inturuln (e»«s) repulsam uuUiu8 rei
» »e, wenn er dies ausgeführt, werde er (Pausanias) in keiner Sache
von ihm (Xerzes) eine Verweigerung erhalten. — repulsa (v. repeUo,
zurücktreiben), eigentl.: die Zurückweisung eines Kandidaten bei New«»
bung um ein Staatsamt ; repul3»m reterre, eine solche Zurückweisung
davontragen, erfahren, durchfallen! daher im Allgem.: in einer Bitte
eine abschlägig« Antwort erhalten, Abweisung, Verweigerung erfahren.
— ' vo»tyu»m ?ÄU3»ui»« voluulHtsm üuiu8 (Xerxi») ooßnover»t,
»i»erior t»ot>i» e«t »ä rem Zerenä»,!» et oeeMt in 8u»l»ielouem
I^lloe^Hemoniorum. — voluutilts eognitk, «ül»t. «h«ol., durch post-
a.u»m und das «ett'««»l aufgelöst, voluutag (v. volo), das Wollen,
die Zustimmung. Moor, rüstig, hurtig, rasch. — iaetu» ceoläit, Par<
ticipialconstruction, durch das «e»H«m /»»»<«»» mit st, aufgelöst. —
«»äere in »uLniownsm Meuiu», eigentl. : in jemands Verdacht fallen,
d. i. bei jemandem in Verdacht kommen, »fallen, verdächtig werden. —
in quo t»oto, in dieser Thai, d. i. während er mit diesen« beschäftigt
war. — revcxHtu«, »eeu8»tu8 lldsolvitur, die F<litl«Ml ebenfalls
«oordinirt ins ve^b««« Mit«»« verwandelt und durch et mit »dgoivi-
tnr verbunden: „er wird nach Hause zurückberufen, auf Tod und Leben
angeklagt, freigesprochen, doch mit Gelde bestraft, mit einer Geldstrafe
Ifepoz, ?llu«. III, 1 — 3. 5?

belegt." — äomum, Zielaccusativ wie bei Städtenamen, s. Gramm. —


c»piti8, genit. bei Verben des Nnllagens, s, Gramm. — e»uut, eigentl.:
ilopf, dann: Leben; dah. c»M» »cou8ilrs, gleichs. »ufs Leben, d. i.
auf Verlust des Lebens, auf Tod und Leben anklagen. — mulwri »1i-
yu5 re, mit etwas bestraft weiden, um etwas gestraft werden. —
yuuu od o»u8lw>, eigentl.: wegen welcher Ursache, d. i. weshalb, oder
demonstrativ: „und deshalb." Die Geldstrafe war in Sparta ent
ehrend, daher verlor Pausanias mit der Geldstrafe sein Amt.

o^>. m.
1. post uou multo, d. i. uou multo I>03t, nicht viel nachher, nicht
viel später; multo, ablat. des Maßes: um vieles; z>o8t, ««ivei-d,, nach
her, später. — ' et o»teteeit ibi eoLiwt«, (aeeu«, Fi«»-. «««<»-.) non
c»UiäK, 8eä «iemeuU r»tiov,e. — oatetaoeie, eigentl.: aufthun, öffnen;
ftgürl. : eröffnen, offenbaren, entdecken. — eogitat», das neut,-. H,l«s.
im Deutschen durch das «e«t^. m«F.: das Gedachte, d. i. sein Vor»
haben, seine Absichten. — o«Mäu8 (v. «»Iltzo, Schwielen haben, abge»
rieben sein), eigentl.: gewitzigt, dah. „llug." — äemeuz (von äs und
meu», ohne Sinn, ohne Verstand), unbesonnen, thüricht, albern; 6e-
weuti «tioue, auf unbesonnene Weise, Adverbialablativ, s. Gramm.
— mors» Mtiü, die vaterländischen Sitten. — eultus, die Lebensein»
richtung, Lebensweise.
2. »vvkr»tu8, die Pracht, der Prunl. — uteuatui, c. «blat., s.
Gramm, — ve»te Iloäicit, ablat, zu utebatm'. — 8Ä,teUe8, iti8, der
begleitende Diener, im Plural: die Dienerschaft, das Gefolge. — more
ker«»run>, nach der Art der Perser, nach Perserart, Adverbialablativ.
— » ^ulun (ü) oo8»ßut vorosti c^ui aätzwut, „als diejenigen, die zu«
gegen waren, ertragen tonnten." vo88eut, der Conjunctiv bei qu»m
nach einem Comparativ, weil der Satz ein Wirlungssatz ist (daher auch
vollständig «Mm, ut oder o.u»w o.ui), s. Gramm. — oui iläswut,
Relativsatz für das deutsche Substantiv „die Anwesenden, die Gegen
wärtigen, die Gäste" u. dgl.
3. ' uou ä«Mt »äitum convemeusi veteutibuz (nämlich luUtum),
58 Xepo«, ?2„3. M, 4. 5.

„er gab nicht die Eilaubniß, zu ihm zu kommen, dm Bittenden" (denen,


die darum baten), »äiw3, eigen«.: der Zugang, Zutritt, übertr. die
Möglichkeit, die Erlaubniß des Zutritts; dah. mit dem (adjectinen)
/7«!,t. des Gerundium«: die Erlaubniß des Besuchen« , des Besuches.
— 8p»rtllm, Zielaccusati«: „nach Sparta", s. Gramm, — Nolüi,»«,
ebenfalls Zielaccusativ : „nach Colonä." — in aß"» l'roitäe, im tro°
janischen Gebiete; 1>o»8 hier adjektivisch: „trojanisch," das Gebiet
von Tioja oder Troas, mit der Hauptstadt Troja »n der Nordluste
Kleinasiens, s. die Karte. — 38 couterre iu »li^uem locum, sich wohin
begeben. — eousili» iuimio», feindliche, nachtheilige Pläne; iuüuious
e. clat. (wie »mieu»), s. Gramm. — euw . . tum, sowol . . als auch,
nicht blos , . sondern auch. — enpere cousili», Pläne fassen, Ent<
schlüfse fassen.
4. rezeißlunt, s. v. a. l««eivsruut, H»e»/. v. rezcizoo, „erfahren."
— «um elav» (so ist zu lesen, nicht »eMl») „mit den Stäbchen, Stab."
ol»v», eigentl.: Stock, Stab, ist hier mörtl. Uebersetzung des griech.
»<evr«^^ («c^tlll», eigentl.: das Stäbchen, das Stöckchen.) In Sparta
pflegte man nämlich die geheime Depesche an einen auswärtigen Staats«
beamten auf «in Papier, das um ein Stäbchen gewickelt wurde, rings»
um zu fchreiben, und dann dieses Stäbchen herauszunehmen; nur der
auswärtige Beamte, der ein ganz gleiches Stäbchen zu diesem Zwecke
bei sich hatte, konnte mit Hilfe desselben das Schreiben entziffern.
' er»t «eriptum ze (näml. lHee<t»smonio«) ä»mu»tun>3 («88«) «nn>
e»Mi«, nisi reverteretur äonmw.
5. ' »perlms, 8« p«88e äepellere eti»mtmn iu8t«n3 perieulum
xeeuui» et poteuti»., „hoffend (in der Hoffnung), daß er auch damals
(jetzt) noch die drohende Gefahr durch Geld und Einfluß abwenden
tonne." — ut venit uue, sobald er hier ankam, ut mit dem ^es/eet.
«>Me. s. Gramm. — svliori, die Ephoren, s. die Anmerl. zu Lliem.
VII, 2. — viuel» ziubUe»,, eigentl. : die öffentlichen Fesseln, dah. „d«i
Staatsgefängniß." — ' n»m liest ouivi« evdäro lezldu» sornw, l»-
eers Uoe reg,, „denn es ist nach ihren Gesetzen jedem Ephoren ver»
stattet, dies selbst dem Könige zu thun." — liest »lieni taeere »U<zuic>,
es ist jemandem gestattet, erlaubt, es steht frei, etwas zu thun. — ouin«
A6P08, ?au8. III, 6. 7. 59

eoburo, jedem Gphoren, welcher es auch sei. — rsxi, des Nachdrucks


willen an das lEnde des Satzes gestellt: dies zu thun dem Könige,
d, i. selbst dem Könige. — Kino, näml. ex vincli« publioi». — exps-
clire 86, eigentl.: sich herauswickeln, dah. sich frei machm. — neyus
ea m»gi8, um nichts mehr, d. i. eben so wenig. — <Hisre, e. «bl«t,,
in Verben des Mangels, s. Gramm.: „frei sein von etwas." — no..
dsre «oeletlltß» eum »Iic>no, ein Nündniß mit jemandem haben, mit
jemandem im Bunde», verbündet sein.
6. genu», quus vc>c»tnr M'lötae,- hier ist das «lat«v«m und
l>«s veslmm in Geschlecht und Zahl auf das voranstellende «omen be»
zogen, daher yuoä v«e»wr; es könnte aber auch heißen ßeuu«, qui
llllot»« voelmtur, wie oben Mit. IV, 3: ourzoiem eiu3 ßensri», c>ui
liemerosronios voelwtur, letztere Ausdrucksweise ist auch die üblichere, s.
Gramm. — Ililüt»s (auch Ilbts«), griech. ZtXwres, ursprünglich Ein»
wohner der Stadt Helos, später Name der Leibeigenen in Sparta:
„die Heloten." — tunzi muners «srvoruni, Sklavendienste «errichten.
— e»3tim»b»,wr (?ÄU8»,ui»8) »ollioiwre, man glaubte, daß er auf
wiegle; «xi8tim«,tnr , wie äieitur mit dem nomln. (der hier nicht be»
fonders ausgedrückt ist) c. »nfin., s. Gramm. -^ 8ps übertat« (Jemt.
olycett), mit der Hoffnung, Aussicht auf Freiheit.
?. ' 8«ä ciuocl uulium »pertum crimen darum rerum er»t,
allein weil keine offene Schuld in diesen Dingen (hierin, in dieser Hin»
ficht) da war, vorhanden war, vorlag. — ' yuo (crimius) po38et »,r8ui,
deren er angellagt weiden tonnte. po8«et, der Conjunctiv, weil Ge
danke der Sphären. — »rguers, anklagen, mit dem »blal. der Schuld,
>, Gramm. — * uon putlldaut, oportsre iuciicari 8U8pieiouiKu8 6e
t»Ii t»>myus ol»ro viro, sie glaubten nicht, daß man richten müsse mit
(bloßen) Veldochtsgründen über einm so bedeutenden und berühmten
Rann." oportsrs, müssen, drückt hier die amtliche Notwendigkeit,
die Verpflichtung der Ephoren aus. — iuäieari, das H>a««iv. imper»
sonal, im Deutschen durch „man." — ex8psot»uäum (S88L), «oou«.
gent«M, abhängig von dem aus nun zmtkbkut zu ergänzenden put»-
baut, exi8tim«,b»nt: und meinten, man müsse warten. — ämu, bis,
«it dem Conjunctiv bei einer nicht als bestimmt ausgesprochenen Hand»
60 !5ep<)8, ?«w5. IV, 1—3.

lung, s. Gramm, — res ips» »verit »e, die Sache offenbart sich selbst,
von selbst.

<^i>. IV.
1. ' c!um iuterim H^ßMu» cluiä»in, »äolszeenMu», «zuenl pusmm
?2U8lwia« äilexer»,t venerio awore, »oeez>i83et eMtolluu »b so »ä
H,lt»b^um, eumyue ei veui88«t iu «U8pieioiiem, »Ii«zniÄ «««e »ori-
ptum in ek (epi8toIK) äs 8e, M0«1 nemo eorum reäl5»et, <^ui nÜM
erout «oäem («<iV.) 8uz>er t»Ii o»u83,: I»x»vit vinol» ez>i8tol»e, et
po8tHus,ui üeti»xer».t 8ißuum, ooZuovit, pereuuäem e«8e »ibi, »
z>ertuli8»et (eMtolaiu). ynem puerum, Apposition, den, als Knaben,
— amore veuerio <lilexer»,t (v. äiligo), mit unsittlicher Zuneigung
geliebt hatte. — veuit midi iu 8u»piei<mew, es kommt mir in den
Verdacht, d. i. ich argwöhne. — yuoä nemo eormll reäi3«et, „weil
Keiner von denen zurückgekehrt sei;" yuoä mit dem Conjunctiv, well
Gedanke des Argilius. — eorum, partitioer Genitiv zu uenoo. —
eoäem, eben dahin, auch auf Personen bezüglich; hier s. v. a. an den
selben (Artabazus). — »uver t»Ii o»u8»,, »uner s. v. a. äe, über en«
solche Sache, d. i. i« gleicher Angelegenheit. — laxavit viuel» episw-
I»e, er machte locker, löste die Bänder (Schnüre) des Brief». —
Ligumo, das Siegel. — perterre ez>i8tol»u>, einen Brief an dm Ort
seiner Bestimmung bringen, überbringen, abgeben.
2. er»ot . . (ea) «zu», «e«l»-. Hil«^., im Deutschen der «i«A. : „es
mar in demselben Briefe das (enthalten), was zu dem gehörte, wo»
über der König und Pausanias überein gekommen waren." res «w-
veuit iuter »Iiyu<>8, auch impersonal eouveuit iuter »Ii<iuo8, es kom
men Leute überein, s, Lexik. — ua« litter»«, diesen Brief; litter»«,
eigentl. : die Buchstaben, daher übertr. : das aus Buchstaben Zusammen»
gesetzte, das Schreiben, der Brief, s, Lexik.
3. uon e»t prnetereuuä»,, man muß nicht übergehen, d. i. es
verdient besondere Erwähnung. — ßr»,vitH8, eig. der Ernst, hier: t»s
streng besonnene Verfahren, die Bedächtigkeit, Gewissenhaftigkeit. —
uoo looo auf pr»etereuuä» bezüglich, an dieser Stelle (der Erzählung),
hier. — ne . . qMem., stets getrennt durch das gewichtvolle Wort
Rspo«, ?an». IV, 4. 5. sl

nicht einmal, auch , . nicht, selbst , . nicht: „denn nicht einmal durch
dessen (des Argilius) Anzeige wurdm sie getrieben, bewogen." — com-
pretleuÄLre, ergreifen, festnehmen, gefangen nehmen. — ' et puta-
»erunt, vim nou lutnideuälun e88e priu8 <zu»m ip3e iuäio»««et 8«.
insiolu-e 3«, sich anzeigen, sich angeben.
4. ' itllgue pr«,eoeperunt luii«: iuälei, ^uiä vellent üeri. pr»e-
eipere »lieui, jemandem Vorzeichnen, ihn lehren, unterrichten. — iuäex,
In«, der Anzeiger, Angeber. — yuiä vellent üeri, was sie wollten,
daß geschehe. — l'aenkri, Locati« bei Städtenamen, s. Gramm. IKe-
n»rum, >,' «., Vorgebirg und daran liegende Stadt in Laconien, südlich
von Sparta, s. die Karte. — auoä (tlmum) vinlari, ae«<«. o. ,«M.
zu putHüt, im Deutschen substantivisch: „dessen Verletzung die Griechen
für sündhaft halten." — eu, «ch>e»'d., dahin. — baue (siam) juxt»,
dicht neben diesem (Altar>; nixt», seinem Casus nachgesetzt (was auch
bei andern Präpositionen zuweilen geschieht, besonders nach dem I>sc>-
nom. seiat.: yuo Äe, <iu«>8 contr», yuo« propter für äe <zuo, eontr«,
quo», propter cluoz). — 8i <iui8 clniä, wenn einer was; die allge»
meinst« unbestimmte Ausdrucksmeise mit dem p/anom. «n<ie/in. yui8,
«zuiä, s. Gramm. — tme, Zieladverb: dahin, dahinunter (verschieden
ron lilo hier, und dine von hier; ebenso illie, illue, illino; i8tio, i3tue,
«tine, dort, dorthin, dorther), s. Gramm. — «zuis»« ex epuoi-i8,
«inige aus, von den Evhoren.
5. ut «mäivit, sobald er hörte, ut mit dem F«»/. »ncko., s. Gramm.
— eo, Zieladverb: dahin. — 'et oum viäsret (?»,u3luu».8) euiu (H.r-
zilinm), «upplieem sei, 3esentem in «,rK, «zunerit, guiä e»u«».e tHm
repeutiili oou3illi 8it. 8uz>Meem äei, Apposition zu ^uem: „als
Zchutzflehenden des Gottes; 8upz>Iex, somol Adjectiv als Substantiv,
s. Lexil. — eum viätzret eum 8eäentew, eigentl : als er ihn sitzend
sah, d. i.: „als er ihn sitzen sah;" die Verba der sinnlichen Wahr»
nehmung haben gewöhnlich zur grüßern Veranschaulichung statt des
noeu«. e. »«/?«. den »ee««. c. ^llst«. bei sich, s. Gramm, (ein gleicher
Fall war oben ^ri8t. I, 3: eum luüm»äverteret «^ueuälm» 30lit»eu-
tew). — quiä c»u8ae (partitiv. Fenit.), unbestimmterer Ausdruck als
qu»e e»u«»: „was irgend Veranlassendes es gebe für den so plötz
62 Aspo«, ?»N5. IV, 6. V, 1.

lichen Entschluß", oder: was der so plötzliche Entschluß für eine Ver
anlassung, was sür einen Grund habe. — »peiit, eröffnet, theilt mit.
— Hmü e«mz>eri»8et, OTntw obllg«<i, abhängig von »perit.
6. ' muclo ?»>i8«.ui»8, lullZi» z>erturb»,tu8, ooepit uiHre, „nun,
jetzt fing Pausanias, noch mehr beunruhigt, zu bitten an." — ue eniiu-
ti»,ret (nämlich gmä ex litteri» eomz>eri8«et oder eompert»,), daß el
nicht aussage. — ' nee proäeret »e, meiitmn optime äs illo, „und
ihn, der sich um ihn außerordentlich »erdient gemacht habe, nicht ver»
rathe." — 8«, nämlich Pausanias, auf das Subject des Hauptsatzes
bezogen. — deue meren äe »liyuo, sich um jemanden sehr verdien!
machen. — In ynoä «i dient cluoc!, als Relativum, nur zur An
knüpfung des neuen Gedankens: „wenn nun, wenn also, und wenn",
s. Gramm. — ' 8i äeäisset e»m veumm »idi «,to.ue 8ublev»83et (zel
implilHtimi Umti8 renn», tuwiuiu (e««e) ei u>»zua z»r»emio. — ä»ie
e<un vem»w, diese Gefälligkeit erweisen; veui» hier in der Ursprung»
lichen Bedeutung: das Entgegenkommen, die Willfährigkeit, der Ge<
fallen (erst später mit der besondern Rücksicht auf ein begangenes Un>
recht: die Nachsicht mit einem Fehler, d. i. die Verzeihung, Entschul»
digung). — 8ublevnie »liyuem, jemanden aufrichten, erheben (eigentl,
und figürl.), iwplil»tu8, verwickelt, verstrickt. — «8»e Moni magno
z>r»emio, jemandem zu großem Lohne gereichen; «8»«, mit doppeltem
tlativ. (eo»!mo<ii u. e^ect««), f. Gramm.

0^-. V.
1. ' LllN epdöri ooßuovi83eut n»8 «8, putüvelimt 8»tiu8, «um
oewpreueuäi in urbe. „Als die Ephoren diese Dinge (dies) erfahren
hatten, hielten sie es für besser, daß er in der Stadt festgenommen
werde." 8»,tiu8, Comparativ von »»tis, eigentl.: hinreichender, daher
überh. besser, dienlicher; 8»tiu8 putlu-e, sür besser, rathsamer halten,
— ' et cum (epuüri) e»8eut proteoti eo (in urbem), et oum ?»u-
8»ui»8, pozt^ulun iMe»ver»t ^rgilium, ut put»b»,t, le^slterewl
Iiaceäaeluouem: intellexit iu itiner«, eum iluu e»3et iu eo, ut oom-
prenenäeretur, ei vultu ouiu8ä»iu epliüri, y,ui enviedllt, eu« »ä-
moueri, iu8ic1i»8 üeri 8idi. — Meüto H,rzili<>, ut put»d»t, „nachdem
NSP08, rauz. V, 2—4. 63

er den Argilius, wie er glaubte, besänftigt hatte." — I^»oeä»emollem,


Zielaccusativ bei Städtenamen, „nach Lacedämon." — iu itiuere, auf
dem Wege. — iu so «88«, ganz nahe daran sein. — ex vulw, aus
dem Gesichtsausdrucke, d. i.: „aus der Miene, aus dem Blicke." —
»ämouere »liauem, jemanden erinnern, hier: „warnen;" emu »clmoueri,
daß er gewarnt werde, aoo««. e. l»M., abhängig von oupiedat. —
m«lHj»8 laeere »lieui, eigentl.: jemandem einen Hinterhalt legen, dah,
überh.: jemandem nachstellen.
2. Muciz »ute (alivei'b.) ßiMl>u8 clUlmi ^ui 8ea.uedlmwr, um
wenige Schritte vorher, früher, als die, die ihm folgten, p»uei» zr»>
äitw8, Ablativ des Maßes. — gu»e Oii»,i<:i<>i<:o8 voeatur, „welche
(nämlich IHiuerv») Olulleioico« (^«Xxlo<x«»«) (Bewohnerin eines eher«
nm Hauses, Tempels) genannt wird." Niuerv» ist der lateinische Name
der griechischen Athene ('^Isi/vu); und die Athene Challioikos ward zu
Spart« verehrt. — v»2v»e ein« »e«li», die Thürflügel dieses Tempels.
— obstruere, etwas verbauen, verrammeln. — äenmüri, eigentl.:
herabwerfen, dah. das Dach „abnehmen, abdecken." — <Mo taeiliu.8 in-
teriret, Absichtssatz für nt so t»<:iliu8 iuteriret. — 8ud äivn, unter
fteiem Himmel.
3. äieiwi, m»trem ?«,u8lmi»e vixi88« «o tempore, „man sagt,
daß die Mutter des Pausanias zu jener Zeit (noch) gelebt hat;" äiei-
tiir, impersonal: es wird gesagt, mit dem aee««. e. in/l«., statt der
üblicheren Eonstruction mit dem nomi», e. mM., f. Gramm. — ' »t-
<^ue (nämlich sieitur) e«,ui, i»m ulllFun u»,w, »twli88« iu primi8 I»>
piäeui »ä iutruituui »eäi8 »ü ol»uäeuäum ülimu, vo8tu.ulun eow-
pßrit Äe 8oe1tzrs Mi. müZuo ullw, von hohem Alter. — äe 8ee-
lere eoinusrit, sie erfuhr von dem Verbrechen; der «miioaliv. im
Nebensätze des ««?««. c. in/?«,, weil Gedanke des Autors. — iu ori-
wi8, unter den Ersten, zuerst. — »<l Klium elluiäeuäum, um den
Aohn einzuschließen.
4. deUi Fiorill, in Einem Worte: Kriegsruhm. — cum äe tem-
plo el»tu8 «88et, als er vom (höher gelegenen) Tempel herausgetragen
worden war. — ooute8tim, sofort, auf der Stelle. — etMre «wiuuun,
die Seele ausblasen, d. i. aushauchen.
64 liepoz, ?g,u8. V, 5.

5. ' oum wortuu8 SL8«t et uouuulli äioerent, eoro«8 eiu8 opor-


tsre inlerri eoäem, c>uo Iii (nämlich iuierreutur), o^ui eszeut s»ti »ä
»upplieiu«, „als er gestorben war, und Einig« sagten, sein Körper müsse
dahin geschafft werden, wohin diejenigen, welch« hingerichtet worden
sind." eniu» mortui eorvu» oum, Participialconstruction, aufzulösen
in« vei dun, /i«it«m mit et; oder auch substantivisch: „als nach seinem
Verscheiden Einige sagten zc." — Ä»re »liynem »ä »upoliomm, jemanden
zur Bestrafung, zur Marter geben; hier in Verstärkter Bedeutung: zur
Todesstrafe geben, hinrichten. — äispliouit, imversonal: es mißfiel.
— quo (looo), Ortsablativ: „wo." — posterius, späterhin, in späte
rer Zeit. — DeiMei i-e8pou8o, auf einen Orakelspruch des Delphiers,
d. i. des Apollo, dessen Orakel zu Delphi war (einige Ausgaben haben
äei velpuiei re8pou8o: „des delphischen Gottes", allein äei fehlt in
dm guten Handschriften des Nepos). — ertltu», ausgegraben. — »e<
pulw8 näml. «8t. — vit»in uousre, eigentl,: das Leben niederlegen,
ablegen; im Deutschen: den Geist aufgeben.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung:


H,. Grammatisches. 1) wie wird z>1eu«8 conftruirt? — b)
nenne das Beispiel mit pleuu» im ?»u8»m»8. — 2) wie wird ntor
construirt und wie heißen die gleichartigen Verba? — 3) was ist t«u:e
luitt»8 im ?»u8lmiW? — 4) welche Regel gilt bei d»o iuxt»? — 5)
wie ist de« Eonjunctiv bei c>u»,m nach einem Comparativ zu erklären?
— 6) was ist bei dem Ausdrucke 8i qm8 qmä zu bemerken? — b) wie
lautet der betreffende Satz im ?»u8»ui».8? — 7) wie ist der Indien»
ti» in einem Nebensatze des aec««. e. »n^n. zu erklären? — v) wie
lautet der betreffende Satz im ?»u3»ui»8? — 8) wie ist der Ausdruck
viäeo aliouem 8eäeutem zu erklären? — 9) ist die Ausdrucksweif«
äicitur, ulio^uem vixi88e, die Wiche?.
V. Lezilalisches. 1) was bedeutet o»äßre in der Kriegs»
sprach«? — 2) welches sind die Bildungsstufen von el»tu»? —
3) was heißt plurim» mi«esre? — 4) was bedeutet ergo mit dem
blepu«, (Ämuu 1^1. 65

Genitiv? — 5) was heißt lateinisch: auf Tod und Leben anklagen,


und wie ist der lateinische Ausdruck zu erklären? — welches sind die
Nedeutungsstufen «m eiMäu«? — 7) wie ist die Bedeutung „Brief"
des Wortes litte«« entstanden? — b) was heißen „Nliefe" im La»
teimschen? — 8) welches sind die Bedeutungsstufen von vsui»? —
8> ist »upplex Adjectiv oder Substantiv?
<?. Geographisches. 1) wo lag llelpui? — 2) wo Listri»?
— 3) wo L^^llQtium? — 4) wo L^pru«? — 4) wo 1?ro««? —
L) welches find die beiden lateinischen Namen für „Sparta"?
v. Historisches und Archäologisches. 1) wer ist lime?-
<M«? — 2) was sind Heloten? — 3) was ist die Scntal«? —
4) «er ist völpnlLu»? — 5) wer Niuerv» x«^'"'""««? — 6) weiche
Neldienfte erwarb sich Pausanias um sein Vaterland? — 7) worin
bestand sein Vergehen? — 8) auf welche Weise w«d es entdeckt und
wie bestraft? — 9) was wird hierbei von der Mutter des Pausemias
«zahlt?

«ÜX5. i.
1, >tk«uien8i«, der Athenienser, deutsch üblicher: „aus Athen". —
ll»w» »llmoäum, überaus hart; uämoäum kann dem Worte vor» und
nochgesetzt werden; nachgesetzt uerstiirlt es den Begriff besonders; hier
gleichs.: hart über die Matzen. — utor, eigentl.: in Gebrauch hoben,
gebrauchen, sich bedienen: aber auch allgem.: etwas „haben, genießen":
«hatte einen überaus harten Anfang sein« Jugend, fing sein« Jugend
mä einem überaus harten Schicksale an." — ll» as»tiin»t», die mit
Geld abgeschätzte Rechtssache, d»h.: die abgeschätzte Strafsumme; von
ihr ist Mit. VII, 6 die Rede: sie betrug 50 Talente, d. i. beinah«
siebzig Tausend Thaler. — tsneri ekä«m «u»t<xlis, (Ortsablatin), in
demselben Gefängnisse festgehalten werden. — emitttzre, eigentl.:
henwsschicken, dah. herauslassen laus dem Gefängnisse), freilassen. —
M (peonuib) «blat. zu multatu»; die Verb» des Strafens werden zu»
milen mit dem «bl«t. der Strafe verbunden, üblicher mit dem Fsnet.,
66 5sepo8, Limon I, 2 —4.

s. Gramm. Uebrigens irrt Nepos in dieser Angabe. Die Kinder der


jenigen, welche eine Schuld an den Staat nicht bezahlt hatten, traf
nur die Atimie («r^«, Rechtsentziehung) d. h. sie konnten an der
Staatsverwaltung nicht Theil nehmen, folange sie nicht die väterliche
Schuld getilgt hatten.
2. Kaders in mntrimouio aliou»«., eigentl.: jemand in der Ehe
haben, d. i. jemand zur Frau haben. — nomine, (respectiu. »blat,)
Npiuleeu, mit Namen Elpinice. — "äuetu» uon inazi» »mure ynam
moie, eigentl.: geleitet, veranlaßt nicht mehr durch Liebe »ls durch den
Gebrauch: im Deutschen üblicher durch Umkehrung: veranlaßt (bewogen)
ebenso sehr durch den Gebrauch als durch die Liebe. — »mnre
on»in more, der Gegensatz wird durch den Gleichllang der Wörter
rhetorisch gehoben; man nennt diesen Gleichklang in der Rhetorik:
Paronomaste. — eoäeln patre u»w, von demselben Vater Gezeugte,
Schwester von demselben Vater; in dem Ausdruck Mir« u»w» (wie
auch in z>«,tre 8euiw8, oiw8, eäitu») steht p«,tre für », o»,tre, der einzige
Fall, in dem bei einem Passivum die thiitige Person im bloßen «blai.
steht, s. Gramm. — uiors», Apposition zu u»t»8, die Schwestern zu
Frauen nehmen. — äueßre uxorem, eigentl.: eine Frau heimführen
ins Haus, dah. überhaupt: heirathen, zur Frau nehmen.
3. eupläu» eouiußii duiu» (näml. Noiulee»), nach der Ehe mit
dieser verlangend; oupiäu« mit dem Fenit., s. Gramm. — nun t»m
. . . «lmuu, nicht so sehr . . . als, weniger . . als. — Fsuerosu» (von
geuu8) von hoher Geburt. — generös»« . . peeunio8ii8, rhetorische Eni»
gegensetzung von gleichartig auslautenden Wörtern. — maßu»e peouni»«,
bedeutende Geldsummen; laosre m»ßn»8 z>eoum»8 ex met»U>8, große
Summen aus den Bergwerken gewinnen, ziehen. — «ßit <mm Limoue,
unterhandelte mit Cimon. — '»e »olnturmu (e88e) peeuniilu» pro illo;
der aeens. e. »n/in. abhängig von dem aus ezit zu entlehnenden
üieen» od. einem ähnlichen Ve»-i>. <ieei»^a«<li: „wenn er dies (die Nn
bindung mit Elpinice) erlangt hätte, so werde er für ihn (Cimon) das
Geld bezahlen.
4. eondioio, das Geschäft, der .Geschäftsantrag, Vorschlag. —
USMvit, 88 pil»8ur»w. («88«); ueßo für äioo, nou, f. Gramm.; dah. hin
liepoL, lüimou II, 1. 2. 67

umzuändern in: äixit, 5« uou pa88ur»N «83ß: „Elpinice sagte, erklärte,


laß sie nicht dulden weide." o»«8ur»m, F«»-t««z>. /«t. v. uatior. —
'progeuiem MIti»6i» iuterire iu viueliz public«, »oe. e. in/', abhängig
von passuram. — yuouiam pozzet, der Conjunctin, weil Gedanke der
Elpinice. — '»tgu« »e uuptur»N «3LL OalliHL scilltl«.^, »ec««. e. inM.,
abhängig von dem aus n«g»vit zu entlehnenden äiesuz. — uuders
c, liailv., s. Gramm., von der Frau; eigentl.: sich für jemand ver
hüllen, verschleiern, dah.: jemand heirathen.

0^?. II.
1. t»Ii moüo, Adverbialablativ: „auf diese Weise, so." — eusto-
M, »blat. zu Iider»tuz. — priueiMu», die oberste Stelle, der oberste
Rang im Staate. — 8»tis el<xzueuti»e, genug der Beredsamkeit, aus
reichende, hinreichende Beredsamkeit; s1oc>u6uti»,L , partitiver ge«»t.
bei Adverbien der Fülle od. des Mangels <Mti8, »Mtim, »iniuc!«, pH-
lum), s. Gramm. — liberalüH», eigentl.: Gesinnung eines freien Man
nes, Adel der Gesinnung; dann insbesond.: „Freigebigkeit". — pru-
«Kuli», eigentl.: Klugheit, Einsicht: hier mit d. Fsn,'t.: Kenntniß. —
i»8 eivile, eigentl.: das bürgerliche Recht, Ciuilrecht; hier im Allgem.
Alles, was im attischen Staat als Recht galt, „das Landesrecht". —
«« militari«, Kriegswesen. — » puero, eigentl.: vom Knaben an, d. i.
übertr.: vom Knabmalter an, von Kindheit auf, von Jugend auf, s.
lezil. unter »d. — ver»»ri in sxsroitidu», in den Heeren sich bewegen,
bei den Heeren sich aufhalten. — vopnlu» uib»uu8, das Voll in der
Lt»»t, die Bürger. — vblöre pluriumw. Äuotoritat« ftespectin. abl.), sehr
«el gelten an Ansehen, d. i, in sehr hohem Ansehen stehen.
2. Imperator, als Anführer, als Feldherr. — 8tr)siu5ii», griech,
acn«., s. Gramm. — Ltr^mou, Fluß in Theorien, von Norden nach
Lüden ins ägtiische Meer fließend, s. die Karte. — ^,mouipö!im, aeeus.
»uf im bei griech. Eigennamen auf is, s. Gramm, Hmpllinoli«. Stadt
in Makedonien, vom Strymon durchströmt, s. die Karte. — cou«tituere
«pviäum, eine Stadt gründen. — iu eolouikiu; iu zur Bezeichnung des
Zweckes: „zur Kolonie, zur Kolonisirung, als Kolonie." — !^<H>eu,
griech. ««««. der ersten Deklination. Il^eills, Vorgebirg in Ionien

66 Ifepo«, Oimuu II, 3— 5.

(Kleinasien), der Insel Samos gegenüber, s. die Karte. — äueeutarum


ullviluu, F«n,t. der äußern Eigenschaft, s. Gramm. — ol»««sm <le?iet»m
cepit, aufzulösen in: el»8»em äevieit et eepit, besiegte die Flotte und
nahm sie gefangen. — pari toituoH, abl. zu u»u» e»t, hatte gleiches
Glück, war ebenso glücklich. — in terr», zu Lande. Es ist dies die
von Eimon gegen die Perser gewonnene Doppelschlacht am Flusse
Eurnmedon (in der lleinasiatischen Landschaft Pamphylien, s. die
Karte) im I. 469 v. Chr.
3. nostmlu u«,vibu» o»z>ti», «blat. »b«ol., aufgelöst: po«tclu«u n»vee
do»tium oeperllt. — '»,t<zue postillvit maximan» vim barbarorum uuo
couourLu, „und schlug eine sehr große Schani Barbaren in Einem An
griff nieder", proLtr»vit, z,e»/eet. v. z>ro»teruo, zu Boden welfen, nie»
verwerfen, niederschlagen. — ooueursu», eigentl. : das Zusammenstoßen,
Zusammentreffen, in der Kriegssprache: der Angriff, Kampf.
4. 'oum potitu« e»8et m»ßuü pr»eäH, b»o vietori», et reverteretur
äommu, euuürmilvit, u.uoü i»in uouuuUlle m«ul»e äelecerlwt provter
Heeidittltem iwperii, neue lmiwilt»8, euezit l^Iieu»t»8 reäire »ä
olücium, „als er in diesem Siege große Beute erlangt hatte und nach
Hause zurückkehrte, befestigte er , weil bereits einige Inseln wegen der
Strenge der Herrschaft abgefallen waren, die gutgesinnten in der Treue, die
abtrünnigen zwang er, zur Pflicht (zum Gehorsam) zurückzukehren."
— Miri, e. ablat., s. Gramm.: einer Sache theilhaft werden, etwas
erlangen. — b»e vietorik, Zeitablatio, „bei diesem Siege". — äummv,
Zielaccusativ, „nach Hause". — «uieibiw», eigentl.: die Bitterkeit, die
Schärf« dah.: die Strenge. — Imperium, das Commando, Regiment.
— äeuoere, gleichsam: sich abthun, sich trennen von jemand: d«ch.: »b>
trünnig werden, abfallen. — olüomm, Wicht; dah. von Unterthonen:
der Gehorsam.
5. ',»oueteeit Levium, y.u»m etc., „er entblößte (von Einwohner»)
Scyros, welche ,c." Lenins, eine Insel im ägäischen Meere, östlich
von Euboa, s. die Karte. — eo tempore, damals. — voltzpe«, eine
Völkerschaft in Thessalien. — »eLgore«, eigentl.: die irgendwo sitzen,
d»h. für das üblichere iuoül»e, die Einwohner. — eiecit urbe insulüyue,
warf er aus Stadt und Insel; die Ablative urbe u. iusul», von dem
Nspos, Oimon III, 1—3. 69

e in sieoit. — äivi»it »gro« eividu«, vntheilt« die Ländereien unter


die Vllrger. — Ib»8li, Einwohner von Thasos, einer Insel im nörd
lichsten Theile des ägsischen Meeres, Thracien und Macedonien gegen«
über, s. die Karte. — opulenti^, ablat. zu lreto8, auf ihren Reichthum
«ertrauend, trotzmd. — m3,nubi»e, die aus der verkauften Beute
«lösten Summen, wogegen pr»eä» die Beute selbst bedeutet; also ui3
» »«mudii», aus diesen erbeuteten Summen. — «,rx H,tbeu»rum quk
»ä »»eriäiem verßit, die Burg von Athen, «o sie nach Mittag zu hin-
gmnndt ist, gelegen ist, liegt, b. i. kürzer ausgedrückt: die Südseite,
der südlich« Theil der Burg von Athen. — est ornat», eigentl.-
mive ausgestattet, mit dem Nöthigen versehen, d. i. befestigt.

Oxr. III,
1. '(?«» tloreret unu» m»xime in eivittlte bi» redu«, „als er
durch diese Thaten im Staate vor Allen am meisten sich auszeichnete".
— iuviäi», Neid, Eifersucht, — in e»uäem . . . quam für . . . in quam,
„in denselben Neid, in den «." — priucipeZ, Häupter. — ts»t»rum
zllslzzü», durch die Stimmtäfelchen der Scherben, d. i, durch das
Scherbengericht, den Ostracismus, s. die Anmerk. zu New. VIII, 1,
zllsr»FÜ«, <zuo<I illi «<7rp«x«7^o'v (o8tl»ei8mou) vneimt, „was st. i.
d,s Berurtheilen durch die Scherben, iuüioium od. ähnliches) jene
Qftracismus nennen"; das »-elatiu»m ist hier ««der auf das Vorher»
zehende bezogen (denn bann müßte yuae stehen), noch »uf das Folgende
!denn dann müßte es «zuem wegen des mazeulin. ö??ß«xe<7/«<j? heißen),
londern steht allgemein unbestimmt, blos auf den Gedanken des Vor
hergehenden bezogen. — äeoem «.uunrum, Zenit, der Eigenschaft.
2. poeultet »Uyuem »lieuiu» rei, es reut jemand eine That, f.
Gramm. — «wiwo lorti, mit Geistesftärle, Geistesgröße. — iuckeere
bellum »lieui, jemand den Krieg ankündigen, erklären. — 'eoutesti»
ieMerium not«,« virtuti« eiu8 oouLeeuwN est, es erfolgte fogleich (auf
die Kriegserklärung der Lacedämonier) ein Verlangen nach seiner be-
tonnten Tapferkeit; not»e virwti«, objectiver Zenit.
3. quoÄ ille uteb»tur bospitio I^»o8Ä»emoniorum, exi8tim«,vit3»tiu»
n>llteu«1er« I<»oec!»e»<>uem, et est proteotu» 8uK 8poute. uti ll08pitio,
70 Nepo«, Nmon III, 4. IV, 1. 2.

Gastfreundschaft genießen, in Gastfreundschaft stehen, Gastfteund sein


— 8»tiu8, oo»lpas. v. 8»ti«, «igentl.: hinreichender, daher allgem,:
besser; und 8»tiu8 exi8t!m»re, für geeigneter, besser erachten. — Ii»ce-
ällemLueln, Zielaccusativ bei Stadtenamen, s. Gramm. — 8uK «poute,
aus freiem, eigenem Antrieb, freiwillig, von selbst. — «ouoiliavit
M«em, er «ermittelte den Frieden.
4. *Ouin P«zt, ue<zue it», mnlto, m>88U8 «88et imperztor OWrn»
oum äueeuti« n»vidu8 et majorem pllrteiu ei«3 il>8ul»e äevioi88et: im-
z>IicNu8 «8t in morbum et iu<)rtuu8 «8t in oppictn Litio. r»v8t, «ulv.,
nachher, später. — negue it» lnulto, und nicht eben um viel; nmlt«,
ablcit. des Maßes. — (^prum, Zielaccusativ bei Inselnamen, s.
Gramm. <ü?z>ru8, berühmte Insel im mittelländischen Meere, südlich
von Cilicien. — oompUelu-i in mordum, eigentl. : in eine Krankheit ver
wickelt werden, d. i, fallen. — viti«, Apposition zu oppiäo, daher im
ablnt. Oitium, «ine südöstliche Küstenstadt der Insel Cypern.

0x?. IV.
1. *5uit enim tont», liberalitate, nt, oum nabelet nraeäi» oortoz-
gue oc>mv1»nibu3 loei», uiiw<zuam imz»o8uerit cu8t<iäem in ei» tructm
«ervauäi gratis,. tiwtZ, Iiberi>,!it»te, ablat. der Eigenschaft im Prädikat:
er mar von so großer Freigebigkeit. — praeäi», Güter, Besitzungen.
— ut v.uiuciuÄ,ill imp<>8uerit , das ^«-/ecl. oonM»let. im Wirkungssatze,
weil zugleich ein selbständiges historisches Factum angegeben weiden
soll. — iluzxiuere ou8toäeul in dort«, in den Gärten Wächter auf»
stellen: bei pouere u. colloeare wird in gewöhnlich mit dem »l>l. con>
struirt, s. Gramm. — ßl»M, ab^at., eigentl.: zu Gunsten, zu Liebe,
dah. H)saepo«. o. Fenl't. u. demselben meist nachgesetzt: um . . . willen,
wegen. — krucw8 8eiv»,uäi, F<«-t»e. /ut. M«s., substantivisch zu über
setzen: „der Bewachung der Früchte wegen, zur Bewachung der
Früchte". — impeäire, «zun miuu8, hindern, daß nicht s. Gramm. —
o.uidu3 c>ui8<zue vellet, niiml. lrui; irui <?. abl»t., s. Gramm.
2. veäi8eyuu3 (auch peäi88eyuu3 geschr.) eigentl.: der Fußfolger,
d. i. Begleiter, Diener. — eum 8eeuti 8uut, folgten ihm: 8eqn«l,
e. »ee«H., s, Gramm. — inäizeret opn« eiu8, seiner Hilfe bedürfte;
Nepo«, Oimou IV, 3. 4. 71

iuäigsre, häufig c. ge»l,'t., s. Gratnm. — oz>i», im Singular deftctiu


(gewöhnt, nur Ae««t., «ee««. u. »l>l«t..' npiz, npe», ope), der Bei»
stand, die Hilfe (nicht zu verwechseln mit opus, 8ri8, da« Werk, und
»per», »e, die Bemühung, Arbeit). — '3»exe, cum otkeuäeret »üuueni
iorwnü, et viäsret (emu) miui>8 bene vestltuiu, äeäit 8mim »lllieuluiu,
„oftmals, wenn er irgend jemand durch Zufall (zufällig), von Unge
fähr antraf und ihn nicht sonderlich gelleidet sah , gab er (ihm) seinen
Mantel". <Mßv,8un> viäeist, das LXll'tio. L»««. ins active «e»-b. ^n«t.
mit et zu verwandeln. — oüeuäere »li^uem, eigentl.: auf jemand
stoßen, dah. jemand treffen, ihm begegnen. — torwuk, ablnt. ,««t»>um.,
durch Zufall. — millu» beiie, weniger gut, nicht sehr gut, schlecht.
3. »ie eeu» e<xz>ieb»tur , so, d. i. so reichlich wurde das Mittag»
essen gekocht, zubereitet. — 'ut äevoearet «Urne», n^uo» viäi88et m,o-
<Ht«8 m loro. Hevoe»re, eigentl.: fortrufen, hier: vom Markte zu sich
rufen, zu sich zu Tische laden. — iuvoo2w8, uneingeladen. — quo»
viäiL8ßt, der Eonjunctiv, als Gedanle des Cimon bei der Anordnung
eines reichlichen Mahles. — üäe8, eigentl.: der Glaube; im Geschäfts»
leben: „der Kredit". — opeie, seine Bemühung. — re» lÄmiIi»ii8,
eigentl.: das Familiengut, dah. „das Vermögen". — p»up8re8 nwrwo»,
»erstorbene Arme. — 'qui uou relia,ui88eut, vmäe eilerieutur, die nicht
hinterlassen hatten, wovon sie begraben werden könnten, yui ucm rell-
^ui38eut, Wirkungssatz, abhängig von p»uz>«rs8, gleichs. so arm, daß
Ne nicht hinterließen, dah. der Conjunctin. — eüerre, eigentl. : hinaus»
tragen, dah. von Tobten: sie beerdigen, begraben. — extulit, er be<
grub, d. i. ließ begraben; so wird seh« häufig die Handlung, die
jemand verrichten läßt, ihm selbst zugeschrieben. — 8uc> 8umM, auf
seine Kosten.
4. »ic 8« ßereuäo, ablat. inzt»'. das geiioui., durch das »o»le«
l!«rbale zu übersetzen: „durch ein solches Betragen". — 8eour» (von
L« s. v. a. »ine, ohne, und cur» Sorge), sorglos, ungetrübt, heiter. —
»eerd», betrübend, Trauer erzeugend.
72 Nez>«8, I^simäor. I, 1.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung.


^. Grammatisches. 1> »ms ist grammatisch von opi« zu
»»erken? — 2) wie wird iuaißtzre constrnirt? — 3) welchen Casus
hat in bei von« nach sich? — 4) wie ist der «>l»t. Mre bei »»tu«,
8«mt>u, ort»» ete. zu erklären? — 5) wie wirb poenitst eonftruirt?
— b) »i« lautet die betreffende Stelle im Cimon?
L. Lexikalisches. 1) wie hängt das na««« zr»ti» mit der
ps«^»». zr»ti«l der Bedeutung nach zusammen? — 2) wie ist nubere
für „heirathen" zu erklären? — 3> wie ist 8eouru» entstanden? —
4) wie unterscheidet sich praeä» von n>»uudi»«? — 5) wie unterschei
den sich opi», ozm« und oo«r», »e, in der Bedeutung? — 6) »ie
hängt die Grundbedeutung von elferre mit der Bedeutung „begraben"
zusammen?
L. Geographisches, l) was war und wo lag U/oÄe? —
2) desgleichen 'Ni»»«»? — 3) desgleichen vypru«? — 4) desgleichen
Vitium? — 5) desgleichen Ztr^mcm?
v. Historisches. I) Was ist Timons größte Kriegsthat? —
2) »elches Verdienst erwarb er sich um die Stadt Athen? — 4) welche
Tugenden zeichneten sein Privatleben aus?

VI. I^83,uä6l.

0^. I.
1. I<»oeä»emomu8, „aus Lacediimon" — 'reliyuit w«V«mi l»>
nuun »ui, gu»s z>»rt» «r»t m»ßi» leli<:it»t« gmu» virtute, „hinterließ
«in«« grohon Ruf. von sich, der «ehr durch Glück als durch Person»
liches Verdienst erzeugt worden", luv.» sui lobjectio. F«»»t.), eigentl.:
Ruf seiner, d. i. von sich, äe »e, s. Gramm. — virtu» (von vir),
persönlich« gute Eigenschaft, Tüchtigkeit, Vorzüglichleit, Tugend, Ner-
dienst. — o2rt»N x»^llo. H,«-/'. v. p»riu, eigentl.: gebären, zeugen,
dah. allgem.-. „hervorbringen, schaffen, erzeugen". — »u»m »ppl^et,
Xepos, I^8»näer. I, 2. 73

(«um) oouleoiWe H.tb«meu»e8, gereutes bellum (in ?eloi>oune3io8l8ext<>


et »ioeÄm« »nno : st uou I»tet, <^u» ratione con8e<:utu8 »it iä, „denn
es ist offenbar (es ist bekannt), daß er die Athenienser zu Grunde ge»
richtet hat, als sie den Krieg (gegen die Peloponnesier) im 26sten Jahre
führten: und es ist nicht verborgen (unbekannt), auf welche Weise er
dies erreicht hat". »Mkret, impersanal, eigentl.: ist sichtbar, es liegt
zu Tage, es ist klar; constr. mit d. ae«<«. e. «'»/?«. als Subjektsätze.
— zu eonleoi88« ist der Subjectsaccusativ eum (^83,uärum) aus dem
Zusammenhange zu ergänzen; eontioere, eigentl.: fertig machen, gar
machen; dah. auch wie unser: garaus machen s. v. «. aufreiben, zer»
stören, selbst: tödten. — gereute bellum aufzulösen in: cum zerereut
bellum. — in ?elor>olme8io« (die Worte sind vielleicht erst später hinzu»
gefügt) gegen die Peloponnesier, die Einwohner des ?elopoune8U8, des
südlichen Theiles von Griechenland, dessen Hauptort Sparta war,
während Athen Hauptort des eigentlichen Hellas. Es ist hier der pe>
loponnesische Krieg gemeint, der zwischen Athen und Spart« vom
Jahre 431 bis 404 v. Chr. geführt wurde, und in dessen 26sten Jahre,
d. i. 4N5 v. Chr., Lnsander die Athener bei ^,SF08p<Mmi (in Thracien)
besiegte. — I»tet, ebenfalls impersonal: es ist «erborgen, unbekannt".
2. *u»m nou factum est virtute 8ui exereitu8, se<1 imm»ÄS8tiK
2äv«r8Hri«rum, «zui veusrunt in potestlltem uostium, «zuod non er»nt
»nsienteL 6ioto 8ui3 imper»toribu8, et reliyueruut u»ve8 et si8z>»lati
«unt iu »glis. immoäe8ti», Maßlosigkeit, Zügellosigkeit, von Soldaten:
Ungehorsam, Mangel »n Kriegszucht. — »uäiente8 uon er»ut äioto 8ui8
iNp«r»toribu8, sie gehorchten nicht dem Befehl ihrer Anführer, »uäire,
eigentl. : hören, dah. auch : gehorchen, dav. »näientem «88s äieto (<iativ.),
dem Geheiß«, dem Befehle gehorchen, dann im Nllgem.: gehorchen;
und in dieser Bedeutung mit einem neuen persönlichen Dativ ve»bun»
dm: »uäieutem e88« äieto »licui, jemand gehorchen, auf jemand« Be
fehl hören. — äi8r»»I»ri iu »ssiis, umherschweifen auf den Feldern. —
'«Di« iu pot«8t»tem »Iiouiu3, in jemanbs Gewalt kommen. — «zuo
Keto, eigentl,: durch diese That, dah. allgem.: hierdurch, in Folge
dessen. — 8« äesiseruut v. 8« äeser«, sich hingeben, ergeben; von Fein»
den: sich unterwerfen.

>"
74 Ilepnz, I^«2uäer. I, 3—5.

3. el»w8 v. euer», in medialen» Sinne: sich erhebend, d. i. sich


brüstend, stolz, — eum, causal „da". — lwte» »empsr , vorher stets,
vorher schon immer. — lÄetiosus, der eine Partei-, einen Anhang Hot,
herrschsüchtig, herrisch, — lwä»,x, kühn, im Übeln Sinne: tollkühn,
vermessen. — 8lbi inäulgere, eigentl.: gegen sich Nachsicht haben, dah.
überh.: sich gehen lassen, sich den Zügel schießen lassen. — ein» operk,
eigentl.: durch seine Bemühung, durch sein Wirken; hier- „durch seine
Schuld, durch ihn". — pervenir« in «äium Ä,!ioliiu8, in jemands Haß
kommen, gerathen, jemand verhaßt werden. — utz>ervenßriut, das pe^/hei.
co»V«netw. im Wilkungssatze, zur Angabe eines besonder« historischen
Factums, s. Gramm.
4. 'vHiu eum I^oeäaemoiiii äiotiw88ent, Qlluo e»u8»,m delli «88«
«itn, ut etc., „denn obgleich (mährend) die Lacedämonier immer erklärt
hatten, das sei ihre Ursache zum Kriege, baß :c." äiotitHre, ««-b.
/>«H«e»lt., wiederholentlich», immerfort sagen, »erklären, äußern. —
'I>^8lluäßr, po8tau»in z>otiw8 «8t ol»88>8 luiztiuin »puä ^.SF08 tiumeu,
molitu« L3t uiliil »liucl guam etc. — potlri, auch e. genit. (gewöhnlich
e. abl«t.), sich einer Sache bemächtigen. — 2,puä ^eß08 suinsu, bei
^ego8 tlumen, theilmeise Uebersetzung des griechischen Namen ^i^öz
7lor«^l0l (Ziegenstuß), ein Fluß und Ort im thracilchen Cheisones,
Lampsacus gegenüber, s. d. Karte. — inollri, eigentl.: in Bewegung
setzen, dah. „etwas betreiben". — 'cum »imularet, 86 taesre iä I^3«8-
äeemoniorum eau8», während er sich stellte, sich den Anschein gab, dies
nur der Lacedämonier wegen zu thun.
5. *u»n><zu8 P«8tyu»iu eieeer«,tuuäi<zue(e«8), <iui3tuäui38sutrebii3
H,tlieilieli8um, äel«ß«r»t äecem in »u»ou»,Hue eivitute, ^uibu3 com-
initteret 8ummuin impeiium pntßl>t2tymque ownium rerum. Zu eiseti«
ist aus dem folgenden F»on. i-elat««?. «^ui das ci«no««t/at»Vum im ent-
sprechendm Cajus «8 (als »blat. »b«ol.) zu ergänzen, s. Gramm,
eiietzi-e, eigentl.: herauswerfen, dah.: aus dem Staate verweisen, ver
bannen. — uuälyue, von überall, d. i. aus allen Orten. — <zui «tu-
<!ui88eut, der Conjuncti», als Gedanke des Lysander. — 8tuäsre, e.
ckit., s. Gramm., für jemand od. etwas sich bemühen, etwas eifrig
betreiben; dah. 8tuätzre rebu8 2liouiu8, für jemands Interesse thätig
!fep08, iH'zanäer. II, 1 —3. 75

sein, jemands Vortheil wahrnehmen. — «zuibnH.committeret, Absichtssatz :


um ihnen zu übergeben. — pote8ta8 «mumm rerum (objectio. Fe»»ii.>,
die Macht über alle Dinge, d. i. höchste Gewalt. — M8l oui, außer
wer. — coutiusrewr, der Conjunctiv, weil Gedanke des Lysander;
dagegen das folgende eonürmarat , der Indicativ, weil Angabe des
Autors. eontinKrs »liczuem Iinzpitio (»blat.) 8uc>, jemand in seiner
Gastfreundschaft haben, mit jemand gastfreundlich verbunden sein. —
*»ut (yui) «mürmaiAt (ablat), 86 lore (/"«l«n«m e««s) proprium
illin8, oder wer durch sein Wort, durch sein Versprechen gelobt hatte,
daß er ganz fein eigen sein, daß er ihm ganz angehören werde, pro-
prin«, was jemand eigen ist, ihm allein angehört: hier substantivisch
e. F«nt., gleichs. ganz fein Eigenthum.

0^. II.
1. äecemvirllli pote8t»ts eou8tituril, ablat. »b«ol..- „nachdem so in
allen Städten die Zehnmänner-Herrschaft eingerichtet war". — ipsiu»
nuw (adlat. i«Ht?-u!».). durch seinen Wink, d. i. nach seinem Vefehl.
— *ue euumerlluäo plur» 6s eoäem, damit nicht, wenn wir Mehreres
von demselben aufzählen.
2. 'lil»3um, Zielaccusatin bei Inselnamen: nach Thasos. ?d^8U8,
Insel im nördlichsten Theile des ägäischen Meeres, s. die Karte. —
«üverrere, eigentl.: sich irgend wohin abwenden, dah.: irgendwo „ein»
lehren". — praeeipu^ Las, ablat. der Eigenschaft im Prädicate, s.
Gramm. — srz», gegen, im freunblichm Sinne, dagegen in sowol
freundlich als feindlich. — proinäe 20 8i, gerade wie wenn, gerade als
ob; der Gedanke des Nepos ist: Lysander wollte Thasos zerstören,
weil er glaubte, daß die Thaster, die früher auf Seite der Lacedämo»
nier gestanden, dann aber für die Äthenienser Partei ergriffen hatten,
nunmehr den Letztern stets treu bleiben würden, als ob eifrige Feinde,
die später Freunde geworden, in dieser Freundschaft nothwendig immer
beharren müßten. — eou8t»nts8 iuimici, beharrliche Feinde. — per»
vertsrs, eigentl. umkehren, dah. zerstören.
3. luturuw, («88«), acou«, e. ,'»On., abhängig von viclit: es g«<
schehen werde, daß die Thasier sich zerstreuen oder für ihre Rettung
76 Ilepoz, I^ander. III, 1 —3.

gedacht sein würden. äilM, eigentl.: auseinanderstießen, auseinander'


gehen, dah.: sich zerstreuen. — oonsnlsre e. <i«i«v., für etwa« Sorge
tragen, sorgen. — Der Text des Nepos hat hie» eine Lücke. Es fehlt
die aus andern Quellen bekannte Thatsache, daß Lysander den Tha»
siern, die sich in den Herlulestempel geflüchtet hatten, völlige Ver
zeihung versprochen hatte, als sie aber seinen Worten vtltrauend den
Tempel »erlaffen, sie siimmtlich hatte umbringen lassen.

0Xr. III.
1. Es fehlt auch hier im Texte der Anfang des Satzes: doch
lann aus dem Folgenden als Subject zu »uswleruut: I^»es<i»emomi
ergänzt werden. — yuo äolors, durch diesen Schmerz, für: „durch den
Schmerz hierüber". — inire oouÄIi», eigentl.: Pläne entwerfen; dah.
im Allgem.: etwas beabsichtigen, im Schilde führen, beschließen, daher
als Object: tollere reße» I_.2<:ecl»eilloui<>lum, die Könige der Lacedii«
monier zu stürzen (wäre wir« oousili» nicht zu Einem Begriffe »er«
schmolzen, dann mühte es heißen: iuiit oousili» tullsuäi rsße8 1»»oe仫'
mouiorum s. Gramm.) — relerre «wui» »ä oraeul», eigentl.: Alles auf
die Orakel beziehen, d. i. Alles dem Ausspruche, der Entscheidung der
Orakel anheimgeben.
2. velpdos eormmpere, Delphi bestechen, d. i. die Oralelpriester
zu Delphi, velpui, Stadt in Phons am Parnassus (s. die Kart«),
mit dem berühmten Tempel und Orakel des Apollo. — e»t «m»tu»,
machte den Versuch, versuchte. — voäüiuuu »sortu» est, er ging «n
Dodona heran, d. i. macht« mit Dodona den Versuch, vasüu», eine
Stadt in Epirus (s. die Karte), mit einem uralten, in einem Eichen«
Haine befindlichen Orakel des Jupiter. — vot» «u»oipsrs, Gelübde «uf
sich nehmen, Gelübde thun — qu»s »olvsret, die er lösen wollte —
luppiter Illuuwoil (auch ^mmou geschrieben), der im cyrenäischn» Afril«
«uf einer Oase der Wüste von 2l»r»»rio» (s. die Kart«), in Gestalt
eines Widders verehrte Jupiter, der ebenfalls Orakel gab.
8. I»o 8pe, abl. ai»«ol., eigentl.: da diese Hoffnung statthatte,
d. i. bei, in dieser Hoffnung. — multum, «xivesb., „seht". — am
Nep05, I^5»u<Kr. III, 4. 5. IV, 1. 77

»«usl^eut, Absichtssatz, daher der Conjunctiv, s. Gramm. — eou»tu»


ewet, Conjunctiv, als Angabe der Priester.
4. »censlve (mit d. abl.) erimiue, eines Vergehens anklagen, s.
Vramm. — Oreuomeuü, Einwohner von Oieuomeuos, einer Stadt in
Nöotien, s. die Karte. — UftUtVtus, eine Stadt in Nöotien am lopai«
Ichen See. s. die Karte.
5. gu»w vere äe eo toret iuäieatuui, wie richtig über ihn abge«
urtheilt war (als er, nach dem Vorgehenden, freigesprochen wurde) im
Konischen Sinne, für: wie schlecht, falsch über ihn abgeurtheilt wurde.
— luret — esset — iuäieio tuit, clati«'. bei esse : diente zum Zeichen,
zum Beweis«. — iu äowo ein«, „in seiner Behausung, in seinem
Hause": so wird äow.u.8 mit iu verbunden, wenn es das Gebäude be°
zeichnet, in dem jemand wohnt: so auch unten H.Ieid. 2, 1; 3, 6;
Lo»m. 10, 3. — reZiK uoteswte äissolut«,, «bl«t. «b«ol., coordinirt mit
et aufzulösen; „daß sie die königliche Gewalt auflösen (d. i. aufheben)
und aus Allen ihn zur Führung des Krieges erwählen. — seä ita,
«eiiM, nämlich ui»tio (est), die Rede ist aber so, in der Weise ge
schrieben. — *ut viäeretur cwußruere seuteuti«,e äeüm, daß sie mit dem
Ausspruche der Götter übereinzustimmen schien. — äeüiu, alte Form
für äeoruiu. — 'yuan» (seuteuti»iu cleorum) se üllbituium (esse), ille,
üäeus peeuui»,, uou äubit»b»t, „daß er diesen (Ausspruch) aber erhalten,
erlangen werde, zweifelte er nicht, vertrauend auf sein Geld. — tiätzre,
c. «i»l., auf etwas vertrauen. — diu«: näml. or»tiouem. — UM«:»!-»»-
nus, aus Halicarnassus, einer Stadt in Carien, s. die Karte. — äici-
tiu- mit dem «o»u«. e. in/««., deutsch: „soll", s, Gramm. — senpsisse,
geschrieben, d. i. ausgearbeitet, gemacht haben.

C^r. IV.
I. lloo loco, an dieser Stelle, hier. — »»tiäoes, der Statthalter
einer Prooinz im persischen Reiche. — z>r»eteetus elassis, Apposition
zu Lysander: als „Anführer der Flotte". — in dell«; iu zur Bezeich»
nung der Zeitdauer: „im Kriege, mährend des Krieges". — ikoere
wult» eruHelltei »vareque, eigentl.: vieles grausam und habsüchtig voll»
bringen, d. i. viele grausam« und habsüchtige Handlungen verüben.
78 Xepo«, I^zzuäer. IV, 2. 3.

— '»tgue Zuspioluretlil, perlütum 6L8e Hs di« lßbu» »ä oives 8u<»8,


„und den Verdacht hegte, daß über diese Handlungen an seine Mit»
bürger berichtet n>«rden sei", «vis, sowol Bürger als Mitbürger
(nicht etwa coueivie). — peilütum sL»s, das Passiv impersonal: es sei
hinterbracht worden oder: man habe hinterbracht. — petere »d »Ii<iuo,
von jemand bitten, d. i. jemand bitten, ersuchen. — 8ibi, niiml. I^x-
«l«äro, auf das Subject des Hauptsatzes bezogen. >— te^timouiuin
6l»-e »lieui »ä »üclueui, jemand ein Zeugmß an jemand ausstellen. —
lnuetiws, die Gewissenhaftigkeit. — äegue «3, rs »ceuillts »orideret,
nämlich ut abhängig von petiit » ?baru,Äl)22<) : „und daß er hierüber
sorgfältig, genau schreiben möchte". — u«uu »uetoriwtsm siu« lutiiliun
(S88S) MÄßUÄM in eä rs, aeeu«. o. «n/?n., abhängig von dem aus pstiit
zu entlehnenden äieeu«: „denn sein Ansehen, sein Gewicht werde in
dieser Angelegenheit groß sein", d. i.: sein Urtheil werde hierin von
großem Gewicht sein.
2. liberaliter, nach Art eines freigebornen Mannes, d. i. „mit
Wohlwollen, wohlwollend, freundlich, artig". — lider ßr»uäi«, ein
großes, umfassendes Buch. — nniltis verdi«, mit vielen Worten, d. i.
„ausführlich, weitläufig". — eonseridere, aufsetzen, abfassen. — tsrre
»Ijyuem lauäibul, für das üblichere etlerr«, jemand mit Lob erheben,
rühmen, sehr loben (doch ist viell.: eum esert lauäidu» zu lesen, wie
HIeib. XI, 1 : nunc lüuäinu« extulsrimt), — ^uem, näml. librum. —
xioblllß, „billigen, gut finden". — äum Lizuawr, während es (das
Buch) gestegelt wird. — '»Iteruiu «udiecit eizulltum, schob er ein »n°
deres bereits gesiegeltes unter, — pari m«,Fuiwäius, tewtZ, «imilituiliue,
Ablative der Eigenschaft. — ut äi«eerui nou pozzet, daß man (es) nicht
unterscheiden konnte. — »eour^tizzime, »ufs genaueste.
3. duuc: (so ist zu lesen, nicht uiuo), nämlich üdrum, das Nepos
später aus Vergeßlichkeit nachfolgen läßt (vielleicht ist das Wort über
haupt aus dem Anfange des folg. Satzes unrichtig hierher gesetzt, so
daß der Satz ursprünglich mit ^eauäer begann). — clomum, nach
Haus« , in seine Vaterstadt. — res ße8t»e, Thaten. — inkximuz ma-
8i»tr»tus, die höchste Behörde, Oberbehörde: es sind die Ephoren ge
meint. — testiuwuü loco, an die Stelle eines Zeugnisses, d. i. «lls
Zeugniß, als Beweis. — 8ubmoto I^78»,uälo, nblat. clbsol.: „als Ln-
s»nder sich entfernt". — eoßuo88ent, zusammengezogene Form für cog-
u»vi88eut, >eig«ntl.: lennen gelernt hattenj, d. i. den Inhalt «rlannt
hotten. — äkcre »lieui librum legeuäum, jemand eine Schrift zu lesen
geben; lezeuäum, j>a?t. /«t, z>»««, bei ä»rs, traäere, mittsrs etc., s.
Gramm. — iu>prüäeu3>iu-z>rovläeil8), eigentl.: nicht vorhersehend, nicht
ahnend; dah.: „ohne Wissen". — iz>8« 8uu8 »eeu«»,tor, er selbst sein
eigener Ankläger.

Zur mündlichen und schriftlichen Wederholung:


^. Grammatisches. 1) welche Veispiele enthält die Vits, des
Lysander von Ablativen der Eigenschaften im Prädikate? — 2) in wel
chem Casus steht crimen bei »ccu8»r« ? — b> welches ist das betreffende
Beispiel im I^8»uäer? — 3) wie wird 8tuäsr« construirt? — 4) wann
steht ut im Wirkungsslltze mit dem ^e^/eet. con/«n«<l«? — 5) wie
wird äieitur, „soll", construirt 7 — 6) wie ist iuire eou3ili». mit fol»
gmdem »n/in, ^statt des Zenit, des gei'nnck'l) zu erklären? — 7) wie
wird das vei-bnm potior in der Regel, und wie nur zuweilen con«
ftruirt? — 6) wie lautet die Regel von äsi« mit dem ^a^tte. /«tu?-.

L. Lexikalisches. 1) wie unterscheidet sich erß» von iu? —


2) was heißt proprium «88S »Iiouiu8? — 3) wie ist die Redensart
Meto »uäisutew 8886 »Uom zu erklären? — 4) was heißt eouüotzre
»liquein? — 5) was heißt lateinisch „der Mitbürger"? — 6) was
heißt jmpruäoi!8 ursprünglich?
<ü. Geographisches. 1) wo lag velM? — 2) wo voäou»?
— d) worin ist voäüu» vslpbi ähnlich? — 3) was war und wo lag
^S8U8pot2mi? — 4) wo 0rouomsno8? — 5) wo ll»IicHru»8U8? —
8> wo U»!i»rw8? — 7) wo IUH3>i8?
v. Historisches u. Archäologisches, 1) welches waren im
peloponnesischen Kriege die streitenden Mächte? — 2> wie lange hat
dieser Krieg gedauert, und wann, nach Jahren vor Chr. Geb., wurde
80 Aspo«, H,Ioid. I, 1. 2.

ei geführt? — 3) wer gewann die Schlacht bei ^ezosootlum und


wann? — 4) was ist luppitei lliunmou (od. ^nunou)? — 5) welche
Chllralterfehler beflecken das Aeben des Lyfander? — 6) wie warb er
fein eign« Anklaget ?

VII. ^,1eidi3,ä68.
0^. i.
1. ^rbsnieu««, „aus Athen". — natura viästur experta, e«ee m
lux: gniä i«>88it slüesr«. — expsriri, den Verfuch inachen, probiren. —
guiä etüesie z>v88it, „was sie zu Stande bringen lönn«". ymä p<>8«it,
indirecte Frage, abhängig v. expsrt», daher der Conjunctiv, das Prä»
fens aber (statt des Imperfecta was nach sxperw erwartet werden
möchte), weil der Satz, als ein allgemeiner hingestellt, auch noch auf
die Gegenwart Bezug hat: was die Natur überhaupt vermöge, leisten
tonne. — eouswt, imperfonal, es steht fest, es ist gewiß; eou8t»t iuter
omues, es steht unter Allen fest, d. i. Alle glauben einstimmig, Alle
sind derselben Meinung. — meuwiiae prcMrs ä« kliauu, eigentl.: über
jemand der Erinnerung-, dem Andenken übergeben, überliefern; dcch.
überh.: „von jemand berichten, erzählen, schreiben", — niüll lui»«e
exeßllentiu» illo (comparatio. «blat.), «ee«». e. ««/?«., abhängig v.
eou«tllt: daß nichts Ausgezeichneteres gewefen ist, „daß es nichts Aus»
gezeichneteres gegeben habe, es sei in Fehlern, es sei in Tugenden".
2. in Ä,mz>Ii38im2 oifitilte, in dem angesehensten Staate. — 8mm»o
ßeußre, vom höchsten Adel. — luulto tormo8i88imu8 (multo, Naßabla»
tiv: um vieles, wird zuweilen zur Erhöhung des Superlatiubegiiffs
gebraucht, f. Gramm.): „bei weitem der wohlgestaltetste". — omwum,
partitiv. Zen»!. bei Superlativen: unter Allen, s. Gramm. — »et»tis
8iille, subjectiv. Henit., „seines Zeitalters, seiner Zeit". — »pt«3 »»
«nme» iß8, geschickt zu allen Dingen, d. i. geeignet für jede TlMigM.
— pleuu» cou8i!ii, der Genitiv bei Adjectiuen der Fülle od«r des
Mangels (f. Gramm,): „voll Verstand, Einsicht, reich an praktischem
Verstände". — der Satz: u«uq.ue tuit 8uiumu8 iwperatur et m»ri et
Nepo«, ^leid. I, 3. 4. II, 1. 81

tenn ist ein parenthetischer Erllärungssatz zu den Worten oousilii ple»


uuz: „er war nämlich ein ausgezeichneter Anführer zu Wasser und zu
Lande"; Nandus zugleich begründend und erklärend: „denn nämlich,
denn eben". — et m»ri et terrk sablatlvl. lo«), eigentl.: sowol auf
dem Meere als auf dem Lande; im Deutschen: „sowol zu Wasser als
zu Lande". — in primis (auch in Einem Worte inpi-imi« u. impriuli»
geschrieben), eigentl.: unter den Ersten, d. i. adverbialisch: „Vorzugs»
weise, ganz vorzüglich, ganz besonders"; ut iluprimiZ v»Ieret äieeuäo,
„daß er ganz besonders durch Beredsamkeit mächtig war". — ei»t,
nHml. eiu8 od. in eo — oommenällti«, concret: das Empfehlende, Ein
nehmende. — ori8 »t<zue or»tioui8; 08 bezieht sich auf die Aussprache,
oratio auf den Vortrag : „weil so viel Empfehlendes in seiner Sprache
und seinem Vortrage lag", ut nemo ei ^äieeucio) (nblat. ai>«ol.)
p088et ie8istere, ,,daß niemand ihm I^menn er sprach, bei einer Rede)
ividerstehen konnte, «iiceuän scheint aus dem vorhergehenden wie
derholt.
3. äive8, reich (in manchen Ausgaben steht dafür deiuäe: „als
dann, ferner") — p»tieu3, „ausdauernd". — Iider»Ii3, „freigebig".
— ncm niiüuz . . c>ullin, nicht weniger . .als; im Deutschen üb
licher in Gleichstellung: „eben so sehr . . wie". — vit», das Leben
in der Gesellschaft, das gesellige Leben. — vietu, (zu ergänzen in von
in vir»), im häuslichen Leben, im Haushalt. — <HlIiäi88ime, höchst
einsichtsvoll, höchst geschickt. — temporidu8 8ervieu8, „den Zeitumständen
dienend, den Umständen sich fügend."
4. Liinul »<:, sobald als. — «e remittere, eigmtl. sich gehen lassen,
nch loslassen; dah. „sich erholen". — o»u8» 8ube8t, eigentl.: es liegt
eine Ursache zu Grunde; dah. überh.: „es ist Grund vorhanden".
— »nimi iabol, eigentl.: Arbeit des Geistes, dah.: geistige Anstren
gung". — äi88olütu8, eigentl. aufgelöst, d. i. vom Charakter: „locker,
leichtfertig". — «iiver»», entgegengesetzt, widersprechend. ,

O«-. II.
1. in äomo, „im Hause" (aber äonw adverbialisch „vom Hause")
vgl. die Bemerk, zu 1,78. 3, 5. — ?sricli, lateinische Genitivform eines
82 Nepoz, ^Icib. II, 2.

griechischen nome» auf ez, s. Gramm, (so steht Xßöoli, ge«it. v. Xeoelez
Illsm. I, 1). verwies, einer der grüßten und gebildetsten Staatsmän»
ner der Athmienser; er lebte in der Zeit der höchsten Blüth« des athe-
niensischen Staates, zwischen dem Ende der Perserkriege und dem An
fange des peloponnesischen Krieges, d. i. zwischen 450 u. 430 v. Chi,
und starb zur Zeit der Pest, 429 v. Chr. — 'Hieitur tuisL« privizrm»
ein«, „er soll sein Stiefsohn gewesen sein"; äioitur mit dem «omm,
c. i«M., s. Gramm. Nepos' Angabe ist übrigens irrig; Alcibiaies
war nur ein entfernter Verwandter des Perikles. — eruältus näml,
est. — 8oer3te», berühmter griechischer Philosoph und Morallehrei,
Sohn des Bildhauers 8opdroui»eu8 und der Hebamme kdaenarste,
geboren 470 v. Chr. zu Athen, Lehrer der größten atheniensifchen
Staatsmänner und Philosophen, ward in seinem 70sten Lebensjahre
des religiösen Unglaubens angellagt und zum Tode verurtheilt; n
tranl den Giftbecher 399 v. Chr. — »ooe rum llippouieuii!, Uppositi«»,
zum Schwiegervater den Hipponikus. — ' äitizzimuN omuium lohnen-
tium 6r«,s<H linzu^, „den reichsten unter allen griechisch Redenden". —
äitiMmuL, Nebenform von äivitizgimu«, ««H>e^l. v. älvW, reich. —
omuiuln logueutium, der partitiv. gemt. beim ««ipei'l., s, Gramm. —
loc^ui 6r»eo», liuAiK (M«t. i»!8tf.), eigentl.: mit griechischer Sprache,
Zunge reden, d. i. griechisch reden, und loiusute» 6r»s<H Imßu5,
griechisch Redende, blos Fülle des Ausdrucks für OlÄsoi, Griechen lso
auch Nilt. III, 2: 6rH6<H linzus, Iuclu8ute3), — ünzsrs, eigentl. formen,
bilden: dah. figürl.: im Geiste „sich vorstellen, sich denlen, erdenken";
d. h. wenn er selbst in seinem Geiste das Bild eines vom Glücke be>
günstigten Menschen entwerfen wollte. — "ueyue z>o8«st oommiuizoi
z>Iura bono, uLll.u8 oorm^ui m^ior» (bau«,), «zimin etc., „(daß) er weder
mehr Güter auffinden, noch größere erfassen konnte, M theils de:
Zufall theils die Natur ihm zugetheilt hatte". — oommiuisoi, eigentl,
sich «rinnern, dah.s: durch Rückerinnerung „ausfindig machen, aus»
sinnen". — eougeyui, „erreichen, (geistig) erfassen".
2. ineuute »äols8oeuti», «blat. ab«ol.: bei beginnender Jugend,
d. i. in der ersten Jugendzeit (so ^twm. I: viti» iueuuti» »ä»Iez<:euti»e!.
— mors ür»«oorum, „nach der Sitte der Griechen, nach griechischer
NepOZ, ^icid. II, 3. III, 1. 83

Litte"; es war nämlich bei dm Griechen Sitte, daß ältere Männer


Jünglinge zu ihren Lieblingen wählten, die sie um sich hatten und
für deren Ausbildung sie sorgten. — in eis, unter diesen, unter ihnen
— uiklltwuem taeere äe »1ia.no, jemands Erwähnung thun, er
wähnen. — ?I»to, der grüßte unter den Schülern des Socrates und
einer der größten Philosophen aller Zeiten, geboren zu Athm in dem
selben Jahre, als Perikles starb, 429 v. Chr., Verfasser einer Anzahl
philosophischer Gespräche oder Dialoge, starb an seinem 82sten Geburts
tage, 34? v. Chr. — in L^mvöslo, in dem Dialuge, der den Titel
führt s^Mpoziiiill (griechisch Z"l>/t?l<5<»l«»i'), „das Gastmahl." — iuäucsre,
eigmtl. hineinführen, einführen, besond.: auf die Vühne bringen, auf«
führen, und hiervon übertr., wie hier, „jemand in einem schriftlichen
Gespräche redend vorführen, auftreten lassen"; inäuxit eommemoriuiteiu,
„n führte ihn erzählend vor, er ließ ihn erzählen". — ueaue »litsr . .
»c, und nicht anders . . als, ganz . . wie; 3,e und «,t«zus bei Ver-
zleichungen, s. Gramm. — »urzere, vom Lager aufstehen. — äetmerit,
nämlich sm-zere; der Conjunctiv, als Gedanke des Alcibiades.
3. lioituiu est, z>e//ect. v. ließt, es mar gestattet, erlaubt. —
«xlloz» luultll, viel Hassenswerthes, Gehässiges, Anstößiges. — äelicate,
»uf zarte, feine Weise. — ioouse, auf scherzhafte Weise. — maioi»
potioiÄyiie, das neut»'. xl«?. im Deutschen durch den Singular: Grö
ßeres und Wichtigeres.

0xi>. III.
1. Lellu ?eI«poilU63io, abl»t. tsmziai',, im peloponnestschen Kriege;
geführt zwischen Athen u. Sparta v. Jahre 431—404 u. Chr., so ge
nannt v. ?e!onollv.e»u», der südlichen Halbinsel Griechenlands, in wel
cher Sparta lag. — bellum inäicsre »lioiii, jemand den Krieg ankün
digen. — 8?r»c:u5»2i, die Einwohner von L^raeuZae, die grüßte Stadt
der Insel Sicilien, an deren Südostküste gelegen, f. die Karte. — »ä
ynoä chellum) zerenänm, das Hxn'tio. /ut«?. H»»««. durch das Verbal
substantiv übersetzt: zu dessen Führung. — colle^e, Gefährten, hier:
Manführer, Mitfeldherren. — ältti, n»ml. «uut, wurden ihm gegeben,
beigegeben.

84 Aepoz, ^leib. III, 2. 3.

2. 'oum iä (bellmu) »ppÄiklewi', eigentl. als dieser (Krieg) ver


anstaltet, betrieben wurde, d. i. „als man zu diesem Kriege sich rüstete,
mährend die Rüstungen zu diesem (Kriege) geschahen". — i>riu8y!i»i!i
el»38i8 exiist, „bevor, ehe noch die Flotte auslief"; der Conjunttiv bei
piiu8yuam (wie bei ll.utec>UÄ,m) als Angabe einer als unbestimmt in
die Zulunft hinausgehenden Handlung, s. Gramm. — »ooiäit ut,
„ereignete es sich, traf es sich, geschah es, daß". — uuK, uoete, Zeit»
ablatio : „in einer Nacht". — 2eiiu»,8, Hermes-lMerkurMulen, Her»
menstiulen, spitzauslaufende Säulen mit Heimes- ob. andern Köpfen;
solche standen zu Athen in großer Anzahl als Verzierungen auf öffent
lichen Plätzen, in den Straßen, auf Grabmälern u. dergl. — in opplcio
H,tbeui3, Apposition, in der Stadt Athen. — äeiieere, „herabwerfen,
niederwerfen, umwerfen". — ills, näml. Herme«. — Xuäoeläig, d. i,
Anoocides'Hermes. Ileiourlu8, der Mercurius der Römer entspricht dem
Heimes der Griechen — vooiwre, ve^b. />egue»lt. v. voenre, zu nennen
pflegen.
3. 'omu 2z>v»rßrst, Iioe nou «888 lllrtum 8iue m»FU^ couzsuLiooe
multorum, guoä nou oertiußret »ä priv»t»iu rem, 86<i »6 pudlieiuu:
n>Äßllu8 timor «8t iulß<:t!i8 multituäiui, ne eto., „da offenbar war, daß
dies nicht geschehen sei ohne Einverständniß, Vereinigung Vieler, weil
es nicht die Sache des Einzelnen, sondern des Staates betraf: ward
der Menge eine große Furcht eingeflößt, daß lc." »pMret, impersonal:
„es erscheint, es ist sichtbar, offenbar". — von 8iue, nicht ohne, die
doppelte Negation verstärkend: nur mit Hilfe, nur durch". — «»-
8su3io, eigentl.: das Zusammenstimmen, Einverständniß; daher im
Übeln Sinne: die Zusammenrottung, Verbindung, Verschwörung. —>
public» re8, die öffentliche, Staatsangelegenheit; publica zusammen
gezogen aus vovu1icu8 (woraus z>oolieu8 und publicum) von populuH
ursprünglich: zum Volke gehörig, dah.: öffentliche, Staats». — pen^
utzret, der Conjunctiv bei auoä, weil Gedanke der Athener. — inüotzl»
»liyuiä Meui, eigentl. jemand etwas hineinwerfen, dah. figürl.: jemand
etwas „beibringen, einflößen". — timor, ve, Furcht, daß es möchte :c.;
ue bei den Verben des Fürchtens für das deutsche „daß", u. umge
kehrt ut für „daß nicht", s. Gramm. — YM, /emin. des Fsono«.
Aepoz, H,Ieib. III, 4—6. 85

«'»«ieM, c>ui, clN8,e od. <iu», <zuoä, einer, eine, eines (fälschlich nimmt
mm zuweilen an, daß von <zu» nach ns, wie nach »i, ni»i, „um, die
Silbe ali abgefallen ist; aber »liyuis u. «1«», u. l>,I><zui und <zui sind
zwei verschiedene, wenn auch in der Bedeutung ähnliche Wörter, s.
lexil.). — vi«, Gewalt, Macht. — yu»e oppriruerst, welche unterdrücken
möchte; der Conjunctiv als Gedanke der Athener, oder auch als ein
Wirlungssatz, da dann «zu»« für ut 6» stände: „es möchte im Staate
eine plötzliche Gemalt <der Art) entstehen, daß sie die Freiheit des
Volles unterdrückte".
4. eouvemre in »liyiißm, auf jemand zutreffen, passen. — poteutior
eliztim»b»tur yMm privativ, er wurde für mächtiger gehalten als ein
Privatmann <sein sollte). — «isvineirs »lic^usm Iiber»Iit»,ts, „jemand
durch Freigebigkeit sich verbinden, verpflichten". — opsrk koreu8i, durch
Mühewaltung auf dem Markte, d. i. vor Gericht, bei Volksversamm«
liingen u. dergl. — reääßre »liizuem »uum, jemand zu dem Seinigen
machen, d. i. zu seinem Anhänger machen.
Z. yuare, das H«-on<>m. relativ, durch et u. das liemonztrat..- und
darum, dadurch. — in zmblieuin proäirs, eigentl. : ins Oeffentliche Her
wigehen, ausgehen, unters Volk treten, dah. : „sich öffentlich zeigen". —
ueaue <iui3<iu»N, im Lateinischen ist die Negation zur Partikel gezogen,
im Deutschen zum Pronomen: „und niemand, und keiner". — 'iw^us
!>»K«K»ut uou »oluiu 8p«m ml«im»iu, 8sä sti^m timoism(ml«im>iill) in
m, „daher hatten sie auf ihn nicht bloß die größte Hoffnung, sondern
hegten auch gegen ihn die größte Furcht".
6. »»peißsrß (auch »äspei^er« geschr.), eigentl. anspritzen, bespritzen,
dah. figürl.: durch einen moralischen Fehler „bestecken, beschimpfen". —
iukmjz,, durch Übeln Ruf. — m <iomo 8u», in seiner Behausung, in
seinem Hause; so mit M verbunden, vgl. oben die Bemerk, zu I^v8.
3, 5. — taeLre mMsri», geheime Religionsfeier, Geheimkultus, My
sterien abhalten — uet»8 (aus ue-ta«), eigentl.: nicht erlaubt; dah.
in religiöser Beziehung: verboten, sündhaft, frevelhaft". — iäaus
«ztimabatnr psitiner«, und man glaubte, daß dies gehöre; der nomM.
c. Infi», bei dem Pafsinum eines verbl «entisnH, f. Gramm.
86 Neposi H,Ieib. IV, 1. 2.

Cxr. IV.
1. Noo orimlue, »blat. ««««»«, „wegen dieses Verbrechens". —
eomvellllre »1io.uem, eigentl.: jemand anreden; d»h. im Übeln Sinne:
jemand schmähend anreden, schmähen, schelten. — iu8t»re, bevorstehen,
— 'tewpu8 proüeÄceuäi ^^ dellum, die Zeit der Abreise in den Krieg,
— iutuen Myui«!, eigentl.: etwas anblicken, ansehen; sigürl.: etwas
bedenken, erwägen. — neyue iguör»i!8, die doppelte Negation verstär
kend affirmativ: „wohl kennend". — cive«, Bürger, hier: „Mitbürger".
— '«i sellent, quiä »gi äe 8e, wenn sie wollten, daß etwas über ihn
verhandelt werde". — <zuiä, jn-ono»». M^eOn., von qui«, was, etwas.
äe «e, nämlich ^loidmäe; 8e bezogen auf das Subject des Hauptsatzes,
— '(p08tulad»t), oMß8tio Nllbereturpotiu8äepr»,e3eute, ^u»m»ocu8l>-
rewr »I>8en8 «limine inviäiae (gemt. ««h/eeti), „(fordert er,) daß die
Untersuchung über ihn lieber während seiner Anwesenheit gehalten,
als daß er in seiner Abwesenheit angeklagt würde von der Neschuldi»
gung des Neides". p08tul»n2t, daberewr ohne ut; auf die ve^ba des
Forderns oder Bittens (wie die des Ermahnens) kann der bloße Con»
junctiv ohne ut folgen, s. Gramm. — se präsente, eigentlich über
(ihn) dm Anwesenden, im Deutschen durch das «amen »bsis««««»«.-
bei, mährend seiner Anwesenheit; ebenso »d8eu8; in, während seiner
Abwesenheit.
2. 'inimiei vero «uz 6ecrevßruut, ^uie8eeuäum(e886)inpr»e8ei!ti,
yui» intellißedllut neu p»88e noeeri (ei), et ex8peot»uäum illuätempuz,
c^uo exiZset, ut llzßreäerentur ildzeutein. iuimin, hier Substantiv: die
Feinde; dah. o. Zenit. eiu8. — ^uie8eenäum (e88e), Fei^nlil«»« ohne
«iattv., allgem.: man müsse ruhen. — iu vr»e8enti (nämlich tempore),
adverbilllisch, für jetzt. — noeeri, das Passiv in impersonalem Sinne:
es könne nicht geschadet weiden, „man könne nicht schaden". — ex-
8peet»re, erwarten, abwarten. — yuo, näml. tempore, wann. — exire,
herausgehen (aus der Stadt), d. i. abreisen. — llßßrßäi, eigentl,:
Herangehen, dah.: feindlich Herangehen, angreifen. — it»oue s. v. «.
et iw, „und so".
NspoZ, H,Ioib. IV, 3. 4. 87

3. 'p«8tquam erßäiäsruut, eum pervsuis»« in 8ieilillin, leceruut


ilbzeutem rsum, izuoä vio1»,88et 8«,er». — lkosre »li^usm reuw, eigentl.
jemand' zu einem Angeklagten machen, d. i. jemand anklagen, reu»
<v. re8, Rechtssache), eigentl.: der, dessen Sache vor Gericht verhandelt
wird, dal), insbesond.: „der Angeschuldigte, Angeklagte, Verklagte",
s. Lexik. — yuoä viol»886t, der Conjunctiv, weil Gedanke der Anklä
ger. — 8aer», heilige Gegenstände, Heiligthümer (es sind die Hennen
gemeint). — »ä e»u8»iu äicsuänm, H,»^tle. /«t. H,«««. durch ein Ver
balnomen zu übersetzen: „zur Vertheidigung seiner Rechtssache, zu
feiner Vertheidigung". oimsam cüeere, eigentl,: eine gerichtliche Ver
theidigung vortragen, eine Vertheidigungsrede halten, d»h. überh.:
sich (oder als Anwalt: seinen Clienten) „vertheidigen". — 883ß in
ill»zuK 8z>6, in großer H «ffnung sein, große Hoffnung haben. — 8z>e8
proviueias bsuß Äämiui8tr»uä3,e, die Construction des M^iie. Mu7.
x«««iV. durch Verwandlung des F«'«nck,, mit dem es heißen würde:
8V63 bßne «,ämiui8tl»u<ji proviueillw; ins Deutsche durch den Infinitiv
mit „zu" zu übertragen: „die Hoffnung, seinen Auftrag gut auszu
führen", ploviuci» (von pro-viueo), urfprünglich das Land außerhalb
Italiens, das vorzüglich durch Eroberung zum römischen Staate ge
schlagen morden; dann die Verwaltung eines solchen Gebiets; und
hiervon im Allgem., wie hier: „die Amtsverwaltung, Amtsverrichtung,
das Amt, der amtliche Auftrag"; proviucikiu aämiuisti'klß : das ihm
gewordene Amt verwalten. — uon partzrs uoluit, eigentl.: er wollte
nicht gehorchen, d. i. er wollte nicht ungehorsam sein, er wollte sich
dem Befehle unterwerfen. — »8eßuä8rß in trirtzmsu, in den Dreiru-
derer hinansteigen, d. i. den Dreiruderer besteigen. trirsmi8, ein
Schiff mit drei Reihen Ruderbänke, ein Dreiruderer. — aä eum
(lßportanäui», um ihn fortzuführen, abzuführen (nämlich nach
Hause).
4. tcko nämlich triremi, »bl»i. in«t»'um. — 1tmli<>8, Ortsaccu-
l»tin bei Städtenamen: nach Thurii. Umrii, eine Stadt in Lucanien
(Nnteritalien), am Meerbusm von Tarent, s. die Karte von Italien.
— perveow» . . rsMt»u8 . . ls,tu8 . . 8udäuxit »e, Partinpialcon-
structionen, dem Sinne nach aufzulösm in: «um perve<:tu3 «88et . .
88 Ilepo?, Hlllib. IV, 5.

et reputaret . . ratus est . . et siibcliixit se; „als er von diesem


(Dreiruderer) nach Thurii in Italien gebracht morden war, und viel
bei sich überdachte :c. . . hielt er es für das heilsamste . . und" schlich
sich heimlich fort lc." — "repütans miilta äe iwmoäerata lieeiltiä eivinm
suorum, „vieles erwagmd hinsichtlich der ungezügelten Freiheit seiner
Mitbürger". — eruäelltas erß» uodües, Grausamkeit gegen die Vor»
nehmen; erga hier im feindlichen Sinne, wie in e. aee««. (gewöhnlich
ei-ßa nur im freundlichen Sinne). — evitare impeuäeutem tempestatem,
„dem drohenden Sturm auszuweichen". tempestas, das Ungewittei,
der Sturm, eigentl. u. figürlich; impeuclßre, eigentl.: überhangen,
über etwas drohend schweben (wie die Wolken bei bevorstehendem
Ungemitter), dah. figürl. von einem Ungemach „nahe bevorstehen,
hereinbrechen, drohen". — sudäucers 8e, eigentl. sich unterhalb fort
ziehen, d. i. „sich fortschleichen, sich heimlich hinwegbegeben". — ad
eustoäibus, „von den Wächtern hinweg"; ad hier local. — Niäew,
Zielaccusativ bei Stäbtenamen: „nach (der Stadt) Elis". — NU«,
Hauptstadt der gleichnamigen Landschaft im westlichen Theile des
Peloponnes, s. die Karte (wäre hier die Landschaft NU» genannt,
dann müßte es grammatisch in Niäem heißen, s. Gramm). — Iben«
Zielaccusativ: „nach Theben". — IKebae, Hauptstadt in Büotien
(s. die Karte), nach Athen und Sparta die historisch wichtigste Stadt
in Griechenland.
5. 'poLtc^uam gutem amlivit, 8e äamuatum (esse) capitis, etbom
publieata (esse), et, iä c^ueä veusrat usu, Dumnlpiäas 8aeeräüte8 coac-
tos (esse) a populo, ut äevoverent 8e (H,1cibiaäem), atgue exemplum
eins äevoticmis ineisum (esse) in pilk lapiäea et positum (esse) in pub-
lieo, ut memoria eins (äevotiuuis) esset testatior: äemißravit I^ace仫-
mönem. — äanmatum capitis, „zum Tode verurtheilt" ; der gemt, der
Strafe bei äamnare, s. Gramm, caput, eigentl. der Kopf, dann: das
Leben; dah. äamnare capitis, eigentl. zur Zahlung des Lebens »er-
urtheilen, deutsch: zum Tode verurtheilen. — boui8 pudlieatis, ablai.
nd«ol., coordinirt mit et zu übersetzen: „und daß seine Güter einge
zogen, confiscirt worden seien"; public»?«, gleichs. zur publica res, zum
Staatseigenthum machen, dem Staate zueignen. — iä e.uoä usu veno
Nepoz, H,Ioib. IV, 6. 89

r»t, „das, was geschehen war; das, was wirklich der Fall mar"; iä
c^uoä, vollerer Ausdruck für das bloße «ziioä, gewöhnt, gesetzt, wenn
das Relativum sich auf ein Verbum oder auf einen ganzen Satz be
zieht, wie hier auf die von den Priestern ausgesprochene Verfluchung.
— «zuoä U8u veuorat, was stattgefunden hatte; «8» veuit «,1iaui6,
ei'gentl.: es kommt etwas durch schickliche Gelegenheit, d. i. „es ereig»
net sich, es tragt sich zu, es geschieht". — Numolplcu»e, eine alte vor
nehme Familie zu Athen, Nachkommen des Eumolpus, der Mythe
zufolge Sohnes des Poseidon, und Stifter des der Demeter (Ceres)
geweihten eleusinischen Geheimkultus Mysterien). Das Priesterthum
dieses Kultus erbte sich in der Eumolpiden- Familie fort; die eumol»
pidischen Priester weihten in die eleusinischen Mysterien ein, und spra-
chen über den, der sie entweihte, den Fluch aus. — ut »s üevovsrsut,
daß sie ihn (den Alcibiades) verfluchten; »s, weil auf das Subjekt
des Hauptsatzes bezogen, äsvovers, eigentl. einer Gottheit etwas hin
gebend weihen; dah. auch: den unterirdischen Göttern weihen, d. i.
„verfluchen, verwünschen". — testatus, bezeugt, beglaubigt, bekundet.
— sxsmpluiu <v. eximo), die von etwas herausgenommene Probch
d»h. die von etwas genommene Nachbildung: Copie, Abschrift; sxem-
Mm «iu8 äsvotilwi«, „eine Abschrift dieser Verfluchung". — z»!!»,, der
Pfeiler (nicht zu verwechseln mit z>ll», der Ball). — pozltum iu public»,
öffentlich aufgestellt; iu e. ablat. bei pouere, s. Gramm. — I,»esä»e-
möuem, Zielacmsativ : nach Lacedämon".
6. lllllsälellrs, öffentlich aussprechen, öffentlich erklären, laut er
klären. — eou8u«»co, sich gewöhnen, dah. F«»/eet. «ou8uevi88s, sich ge
wohnt haben, dah. gewohnt sein, die Gewohnheit haben, pflegen; also
eonsuevelÄt: er pflegte. — iuimieus 8uo8, ae«<«. zu aäver3U8. iuiini.
eu8, hier Substantiv, der Feind, und zwar der Privatfeind, im Ge
gensatze von llostis, welches Feind des Staates, Kriegsfeind bedeutet.
— doste» oivitllti, Q03tl8 hier Adjectiv, dah. e. ciativ., s. Gramm. —
nun cum illtßllißßrsut ete., es ist fortgesetzte Rede des Alcibiades.
«um illtelljßLrellt, „da sie eingesehen hätten"; das »mz,e7/eet. statt
des pl««z«amIie^/'., als rhetorische Näherrückung der Handlung der
Zeit nach, s. Gramm. — reivuoUeae (auch getrennt rei pubücne
90 Aepa8, HIoid. IV, 7. V, 1.

geschl.), ckat. v. re»zmdU<» (od. r«8 public»), eigentl. die öffentliche,


die Vollssache, dah. der Staat. — ex e» eieei«3e, kurze Nusdrucksweise
für ex ek (näml. rspublie») e<>8 eieei88S 8e (näml. ^!eibi»äem), haben
sie ihn aus demselben vertrieben; der ae««. e. ,nM. abhängig von
prlle6i<Hre, — '»t<;u6 (ev8) z>arui«8S z>lu8 irae zu»e czuanl utillt»ti com-
muui, ace««, e. in^n., ebenfalls abhängig von praeäicHre, „und haben
mehr ihrer Aufregung, ihrem Aerger, Verblüffe gehorcht als dem ge
meinen Besten".
7. buiu8 (näml. HIoibi»äi3) ec>u3ilio, ablat. l»zt»-um., auf feinen
Nath, — cum ?ei«e (»ch.) reZe mit dem persifchen Könige; vgl. oben
die Bemerk, zu Ibem. VIII, 2. — »mieitüuu t»eere cum »Ii<;no, mit
jemand Freundschaft-, ein Freundfchaftsbünoniß schließen. — vse«IK»,
ein Grenzort gegen Büotien, s. die Karte. — piÄeMio po8itc>, »blat,
«lb«ol., aufgelöst )>urch cum: „und indem sie eine beständige Be«
fatzung hinein (in das befestigte Decelea) gelegt, hielten sie Athen im
Belagerungszustände. — eiu8äeu» opeiH, ebenfalls durch feine Ne>
mühung. — «, 8«oiet»ts ^tbeuien8ium, von der Verbindung mit den
Athenern. — czu« lncto, hierdurch. — inulto, abl. des Maßes beim
Compllllltiv, f. Gramm.: „um vieles mächtiger, viel mächtiger (als die
Athenienfer).

0^-. V.

1. ueque t»m . . yuam, nicht fowohl . . als vielmehr, nicht . .


sondern vielmehr. — bi8 rebu8, „durch diese Dinge, hierdurch", oder
bestimmter: „durch diese Bemühungen, Verdienste u. dgl." — »min
8uut lact! ^loibikäi, sind sie dem Alcibiades befreundet, sind sie
Freunde des Alcibiades geworden; »mi<:u8 hier adjectivifch e. llativ,,
s. Gramm, (so Mit. III, 6 : amieioi omnium libertMi ciu»m 8u»e so-
müllltioni). — »Iisu»tu8 2b «.liyuo, jemand „entftemdet, feindlich ge
sinnt". — »oerrimi viri, des überaus thatkräftigen Mannes. — peiti-
inueruut, I>e»-/ect. des ve»-b. »ne/wat, z>erti»e8eerß, fehr in Furcht ge»
rathen; im H?e»-/eet. „sich fehr fürchten, fehr fürchten". — das oe bei
Nepo5, HIeid. V, 2. 3. 91

pertimesoere, dmtsch „daß", s. Gramm. — äuow» c2riwte z>2tri»e


(Zenit. ol>)ectl), geleitet, bewogen von Liebe zum Vaterland«, aus Liebe
zum Vaterland«. — reäire cum »liyuu in ßr»ti»m, eigentl. mit jemand
in Wohlwollen-, in Freundschaft zurückgehen, d. i. mit jemand sich
wieder aussöhnen. — oum sui», mit den Semigen, d. i. mit seinen
Mitbürgern. — iuZtitueruut, sie beschlossen. — tempu3, die schicklich«,
gelegene Zeit, Gelegenheit. — ein» internciuiiäi, (ältere Form für
iuternoienäh.Construction des'x»?t. /«t.M««lv. für iuterüeiuuäi eum.
2. eellli-i, „verheimlicht werden, verheimlicht, verborgen bleiben";
eellu-i c. <i«t., eine seltme Construction; in der Regel actio mit dopvel»
tem aee««., passiv mit Einem aeo««,, verbunden: eelo te rem, ich ver»
heimliche dir etwas, eelkri» rem, dir wird etwas verheimlicht, s. Gramm.
— es, »»ß»eit»t6, adl«t. der Eigenschaft im Prädicate, s. Gramm. : „er
besaß einen solchen Scharfblick". — pr»,e3ertim eum, causal: ganz be»
sonders da er «. — »ttenäere, eigentl.: anspannen, dah. figürl. »tteu-
äere 2niinum »<I »li^uiä, den Geist, die Aufmerksamkeit auf etwas
richten. ^ »ä eüveuäum, „sich vorzusehen, auf seiner Hut zu sein". —
ze eoulerre et Äiyuem, „sich zu jemand begeben".
3. peiveuire in iutimllm lunioitilun »Uouiu», jemands vertrau»
testet Freund werden. — 'et (<mm) viäeret, «pe» ^tneuienzium »e-
ueZoere, po8t«zu»m re» in 8ioilia nillle ßeswe ezzeut, eoutr» (ope3)
I^aceällemonioruiii crezcere: «olloguitur iuitio eum ?i3lwäro etc.,
„und als er sah, daß die Kräfte der Athenienser nach dem unglücklichen
Erfolg der Unternehmung in Sicilien dahinschwinden, dagegen die der
Lacedämonier im Wachsen seien, (steigen): bespricht er sich zuerst mit
dem Feldherrn Pisander :c." — «eueseere, eigentl. alt werden, altern,
dah. wie vor Alter „dahinschwinden, schwinden, verfallen". — euu»
?jz»uäio plLetore, mit dem (atheniensischenl Anführer Pisander. —
imtio, zu Anfange, anfangs. — 8»nm8 od. 8an«>8, eine bedeutende
Insel im ikarischen Meere, an der ionischen Küste von Kleinasien, s. die
Karte. — per iuteruuutio», durch Zwischenboten, d. i. durch Unter»
Händler, Vermittlei. — tüeere meutionem äe »liqu», re, von etwas
„Erwähnung thun, etwas erwähnen, berühren". — e»ze eoäem »en»»,
i«n derselben Sinnesart, Gesinnung. — populi z>oteuti»,e (Hat.) uou
92 Xepos, H,Ieib. V, 4—6.

«,mieu3, lein Freund der Volksgewalt; »micms adjectivisch e. Hat. («gl,


zu Anfang dieses Capitels). — optimatium t»utor, ein Begünstig«,
Gönner, Freund des Adels, optimatss («on optimu«), die Vornehmen
Adligen, Optimaten.
4. »d doo, (näml. ?i8»uäro) 6s8tiww8, von diesem im Stiche ge>
lassen. — psr Ilir^^düluiu, durch Hilfe des Nhrasybulus. — 8u3r»-
glmt« 'lbermvous, »blat. al>«ol., mit dem Verbalnomen zu übersetzen:
auf Empfehlung, Befürwortung des Theramenes; 8uü'rag»ri (von 8ul-
lrllzium, die Stimme), seine Stimme für jemand geben, sein Gesuch
befürworten. — populneituw, der Volksbeschluß. — ißztitui, wieder
eingesetzt werden, hier: in seine «ollen Rechte. — »d8su8, in seiner
Abwesenheit (von Athen). — plasüeitur Mri imperi c» eum ete., eigentl.:
und wird mit gleichem Oberbefehl vorgesetzt wie :c., d. i. und wird
zugleich mit zc. Oberbefehlshaber.
5. dorum in imperio, unter der Anführung dieser Männer. —
yui vietore8 viguemnt, ,.die als Sieger mächtig waren, die Oberhand
hatten".
6. cum eoll6ßi8, mit den Mitfeldherren. — lüui», eine Landschaft
im südwestlichen Theile Kleinasiens, s. die Karte. — ÜLlIs3poutu8, die
Meerenge zwischen dem ägäischen Meere und der Propontis, s. die
Karte. — in «r» ^8i»,s, an der lleinasiatischen Küste; sr»,, »«, die
Küste, nicht zu verwechseln mit or», Flu^. «. c>8, on8, obgleich mit
demselben gleichen Stammes. -- «zuarum, näml. uibiuni, </e«it. MM,
zu <mmpIulS8: ,,«on denen sie mehrere erobert, mit Gewalt der Waffen
gewonnen hatten. — L?2»,utiiim, Stadt am thracischen Bosporus, d«s
spätere Konstantinopel, f. die Karte. — neyn« minu8 wulw», eigentl.:
und nicht weniger viele, d. i. „und ebm so viele". — oonMo, durch
kluges Verfahren, durch Klugheit. — »äiiiiixel»nt, eigentl. hatten an»
geschlossen (an Athen), d. i. hatten verbündet. — elemsiitiz, «iti in »li-
yusm, „Schonung gegen jemand anwenden, mit Schonung gegen jemand
verfahren".
Nepo«, ^loid. VI, 1—4. 93

0^. VI.
1. l>bvi««i cle8«eu68ie »lieui in »lillnem looum, jemand irgend
wohin entgegenkommend hinabsteigen, jemand nach einem (tiefer ge-,
legenen) Orte entgegengehen. — ?ir»eeu8, der große Hafen Athens,
auf Themistocles' Rath gebaut, s. ^dem. VI, 1. und die Anmerk. da»
zu. — ex8z>eowtio vi»suäi ^,Ieibi»äiz, gespanntes Verlangen, Alci»
biades zu fehen. — 'ut vuIZUZ eouüueret »ä, triremem ein», „daß
die Menge zusammenströmte nach seinen Dreiruderer." — pioiuäe »e
«i, gerade wie wenn, ganz als ob.
2. «ie erat z>si8U3,8ui!i populo (llailv.), „so, sosehr war das Volk
überzeugt", s. Lexik, unt. pewrwäeo. — et . . et, somol . . »ls. —
»ävei8»8, nämlich res, „sowol die früheren unglücklichen, als die jetzigen
glücklichen Verhältnisse seien erfolgt durch sein Wirken." — »missum,
«en«. v. »mi88ii», Ü8, der Verlust (dies Wort kommt nur an dieser
einen Stelle vor). — tribuedaut eulMS «u»,e, maßen ihrer eigenen
Schuld bei, schrieben ihrer eigenen Schuld zu. — Hunä expuli»8ent,
weil sie verwiesen, verbannt hätten; der Conjunctio, weil Gedanke der
Athener. — Mi-e« 683s, gewachsen sein.
3. ut e u»vi egre88u8 e8t, sobald als er aus dem Schiffe stieg,
als er aus dem Schiffe stieg. — ei8äem redu8 z>r»efuerlu»t, sie hatten
denselben Oberbefehl gefühlt. — illuin ullum omue8, jenen einen Alle.
— z>ro8e!iui, begleiten. — u«u veuit »Ueui, es ereignet sich jemand,
d. i. es wird jemand zu Theil. — OlxmMe vietore^ die Sieger von
Olympia. Olxmpi», der heilige Ort in Elis, wo die nach ihm be»
nmnten olympischen Spiele gefeiert wurden, s. die Karte ju. vgl.
?«el. § 5. — vulgo, ««ive»-b., allgemein, von aller Welt, von Hohm
und Nieder«. — I»elliulM8, „mit Thränen". — reuüu««, historischer
Infinitiv statt des ve?b. /?««t«m, s. Gramm, (kommt bei Nepos nur
an dieser Stelle vor), «min«« aliqmä, »n etwas sich zurückerinnern.
— »c«bit»,8 pri8tini temz>ori3, die Herbheit, Bitterkeit', die Trübsal
der frühem Zeit.
4. »8w, »nlieol., nach der Stadt (Athen). — ooutioue »ävocata,
»l>l»t. absol., aufgelöst in: cum eoutio »ävueilt» e8«et. — verb»,
94 Nepos, H,I<:id. VI, 5. Vll, 1.

t«,eere, reden, sprechen (so Ibem. X, 1: »puä rezem verb«, leoi88e).


— M nemo Win leni8 luerit, daß niemand so hart, so gefühllos mar;
das Fe»/eet. eo«^'. im Wirlungssatze bei Angabe einer besondern histo
rischen Thatsache: ebmso im folgenden i1I»crim»rit und o8teuäsrit. —
yuiu, hier, s. v. a. «zui (ut i») uou, der nicht, daß er nicht. — ülacri-
mnre o»«u llat. s. v. a. ea8ui) »lloiliii», über jemands Schicksal weinen.
— <>8tenä8ie 8e iuimicum »Ucui, „sich jemand als Feind beweisen";
immiou8 hier Adjectiu, e, <iai., s. Gramm, (so auch ?»u8«,n. III, 3:
eousili» illimic», eum z>»tri»s tum 8ibi). — Quorum ozierZ, (oblcit. in-
Ht«m.), „durch deren Bemühen, auf deren Betreiben." — zielli rMri»,
aus dem Vaterlande getrieben, verbannt werden. — proiuüe llc 8i,
gerade wie wenn, ganz wie wenn. — 8«,rrileßii ä«umn»re «li^uem, jemand
wegen Religionsentweihung verurtheilen; ä«,nm»re e. Fe«lt., s. Gramm.
b. re8tituere bona »licui, jeniand die Güter wieder zurückgeben.
— publice, von Staats wegen, vom Staate (die Güter waren bei der
Verurtheilung publieata, zum Staatseigenthum geschlagen worden,
s. oben IV, 5.) — Nunwlpi<l»,e Lkceräote8, s. oben IV, b. — äevaverlwt,
verflucht hatten, s. ebenfalls oben IV, 5. — reguläre, wieder entsüh
nen, vom Banne befreien. — M»e, im Flu?, (obm IV, 5 mar der
«l'ng,«l. z>il») sind die einzelnen Theile des Pfeilers, auf denen die In»
schrift angebracht war. — praeoim'iHwe, eigentl. kopfüber gestürzt, dah.
überh.: „hinabgestürzt, versenkt."

0z?> VII.
1. H,Ieibü«li, genit. für ^leibilMz. — uou uimi3 äiuturu», nicht
allzulange. — äeoeruere omue8 b<>uore8 Äieui, jemand all« Auszeich«
nungen ertheilen. — tot», re8z>ublio», der ganze Staat, die ganze
Staatsleitung. — äomi belli<iue, zu Hause (d. i. im Frieden) und im
Kriege; die Form belli nur wegen des Gleichlautes mit äomi (da
„im Kriege" sonst beUo heißt), s. Gramm. — uniu3 »rbitriu, nach des
Einen Entscheidung, Wille. — ol»88e iu H8l»,m pio5eetu8, die Partici»
pialconstruction coordinirt mit et übersetzt: „und er mit der Flotte
nach Asien abgesegelt war"; nun der Nachsatz: 'reeläit iu iuviäilmi,
guoä eio., „fiel er in die Anfeindung zurück, weil er bei Cnme die
Nsp05, H,Ieib. VII, 2—4. 95

Unternehmung nicht ganz nach Wunsch ausgeführt hatte. — v^msu,


griechischer aeo««..del Isten Declination. L^ms, eine große Seestadt
in Neolis an der lleinasiatischen Küste, s. die Karte. — ex «snteutia,
eigentl. nach Willensmeinung, Meinung, Wille, dah. „nach Wunsch."
2. 'uaui äueedaut, sum uoii po88« ßküoere nidil, „denn sie hielten
dafür, sie glaubten, daß er Alles durchführen könne." äiieLre, eigentl.:
führen, ziehen; dah. insbesond. in einer Rechnung: die Summe ziehen,
etwas berechnen, und hiervon im Allgem.: etwas irgend wie schätzen,
beurtheilen, „dafürhalten, glauben." — uinil . . uou pn88s, „daß nichts
sei, was er nicht . . könne"; oder die doppelte Negation affirmativ
übersetzt: „daß er Alles . . könne." — Nx quo üßdat, „hieraus ent»
stand, hieraus folgte." — *ut tiibusreut omni» minus propere FWt»
mlp»s (li«tlv.) eiu8, daß sie alles nicht ganz glücklich Ausgeführte
seiner Schuld beimaßen." — 'N3,m »rZuLdant («um), eorruptuin », reze,
uoIui83L eaperL O^msu. — llrzuLrs, beschuldigen.
3. "it^us putkuuu8, uiimamopimouLmillßsmi lltMßvirtuti8 tui38L
Maxime duio m»,!«, „darum sind wir der Meinung, das ihm am
misten die allzugroße Meinung von seinem Geiste und seiner Tapfer
keit zum Unglücke gereicht hat"; 6886 mit doppeltem llativ,, jemand
zu etwas gereichen, s. Gramm. — uou minu8 . . yu»m, nicht weniger
. . »ls, d. i.: „ebenso sehr . . wie." — ue <:<MLupi8<:erst tyllumidsm,
abhängig von timedawr: „er möchte nach der Tnrannis, nach der
Alleinherrschaft verlangen." — odroFare maZiLtratuin alieui, jemand
das Amt nehmen.
4. ?2«t?e, eine befestigte Stadt in Thracien an der Propontis,
s. die Karte. — ibi, d. i. in der Gegend von Pactye — m«,nu oullsotä,
»i>l»t. «i>«ol. s. u. a. eum iniuuun eullsßi83ßt; deutsch wohl auch:
„mit gesammelter Schaal." — 'z»rimu8 eivitati» Uraeei»s intmiit in
Ibleeiaiu (Nebenform von NrllUÄin) „als der erste eines Staates
Griechenlands drang er in Thracien ein" ; nämlich in das innere, freie
Thracien; bis zu seiner Zeit hatten die Griechen nur auf dem Cher«
sonnes festen Fuß gefaßt. — loeuplstari, das Passiv in medialer Be
deutung: „sich bereichern."

X"
96 Nexoz, ^leid. VII, 5. VIII, 1—3.

5. orsvsrat, „war er gewachsen." — parsre »ibi »mieitiHiu eum


»liguo, sich die Freundschaft jemands verschaffen, bereiten.

0^. VIII.
1. uso.us tillußu, dennoch . . nicht. — isesuLrs s, e»ritl>,ts Mn»e
<Fe«it. ob)'eetl), eigentl.: von der Liebe zum Vaterland« zurücktreten,
weichen, d. i. „ablassen, sie aufgeben." — H,sßN8 üumsu, lateinische
Uebersetzung von ^li/ö? ?roi«//oi (Ziegenstuß), ein Fluß und die
daranliegende Stadt im thracischen Chersones, s. die Karte. — praetor
(vrae-itor, der vorangeht), der Anführer, Feldherr, — eou8titusrs ei»«-
8sm 8UÄM, seine Flotte aufstellen. — oeouMuiu S88S in so, ut etc.,
„damit beschäftigt sein, zu" (mit dem Infinitiv). — bellum clueere,
den Krieg in die Länge ziehen. — K reg«, näml. ?sr82rum, — 8uz>pe-
äit»rs, etwas in Fülle darreichen, «geben, -liefern. — euutiÄ, hiei
«lloei-b., dagegm. — H.tnsnieu8S8 sxu»,u8ti, die (an Geld) erschöpften
Athenienser. — nitul erat 8uper, nichts übrig war; 8uper, hier «cive^.,
übrig; üblicher ist die Zusammensetzung 8uz>srsiÄt.
2. z>l2S8Suts vulzo, »bl«t. absol., im Deutschen durch das Verbal»
nomen: „in Gegenwart des großen Haufens, der gemeinen Soldaten".
— äZsis, vom rednerischen Handeln, „vortragen, sprechen, darstellen."
— .8« eoaeturuiu (S88s) I^8kuäruill ete., «e«t«. e, l«/in. zu LFSrs: „ei
wolle den Lnsander zwingen :c." — so . . ^uoä, deshalb . . weil. —
eonlüßsis ol»83s, eigentlich mit der Flotte zusammenschlagen, sich schla
gen, d. i. „zu Schiffe kämpfen." — psäs3tribu8 oopÜ8, durch die Land»
truppen, durch die Landmacht. — üsäucsrs aligusm, ut, jemand „dahin
bringen, dazu bewegen, daß zc." — tsirö, äspsllsrs «.li^uem, jemand
aus dem Lande vertreiben. — yuo taeto sie., ein Fi-onom. »-el»t»>. mit
dem «e«<«. c. ««/in., weil der Satz trotz des Relativums einen cooi-
dinirten neuen Gedanken enthält, f. Gramm. — uees88»riu, »ck,., noth-
wendig. — »ut (eo8) eoutlieturo8 (S38S) oI«,88S »ut ete., „entweder mel
den sie, (die Lacedämonier) zu Schiffe kämpfen, oder :c." — oumpouere
bellum, „den Krieg beilegen, Frieden schließen."
3. 'st8i ?bilöels8 lUlimaävertsl)Ä,t, iä üictum (S88s) vers, „obgleich
Philocles einsah, daß dies wahr gesprochen sei." — z»o8tu1aw, das
Aepoz, ^lcib. VIII, 4. 97

ne«r>. ^lm-. im Deutschen durch den Singular zu übersetzen: „das


Geforderte, Verlangte, die Forderung." — -8entieb»t, se, cum ^Ici-
bi»sein recevi«8et, tuturum (C88«) nullius momeuti apuä exerciwm.
— W«e uulliu» momsnti, „ohne alles Gewicht, ohne alle Bedeutung
sein." momeutum (zusammengezogen aus movimeutum, von movß«
bewegen), eigen«.: die wägende, wiegende Bewegung, dann: was
beim Wägen den Ausschlag gibt, das Gewicht, der Ausschlag; hiervon
figürl.: „der Einfluß, die Bedeutung, das Gewicht." Der F«M.
nullius nwmenti ist Fsnch. der Eigenschaft, f. Gramm. — yuia secunäi,
„etwas Glückliches, Günstiges, ein glückliches, günstiges Ereigniß." —
«ecunäi, Zenit. Fallit, beim ne«t>-. eines Hn-onomen, s. Gramm. —
«venire, herauskommen, erfolgen, geschehen. — »suam naitem lore
(d. i. tutur»m e«ze) uullam in e», rs, „er werde hierbei leinen Antheil
haben." — contra e», contra ^««pa«., „dagegen". — a.uiä »äversi,
„etwas Unglückliches, Ungünstiges, ein Unglück." — »cciätzre, „sich
treffen, sich zutragen, sich ereignen, geschehen." — -8e uuum
lnturuin 8L8L reum ein» äellcti, „werde er allein der Schuldige
dieses Vergehens sein, werde er allein wegm dieses Vergehens ange
klagt werden."
4. äi8ceäsn8, d. i. cum äisceäerer. — iuguit, „sagte er," wird
bei Anführung der Red« eines Andern stets nach dem Anfange ein
geschoben, s. Gramm. — uuouiam renußvH« vietoiias Mri»e, „weil
du denn dem Siege des Vaterlandes widerstrebst, hinderlich bist". —
'tmbea» o»8tr» nautic», iuxw nostem, „halte das Schiffslager dicht
neben dem Feinde"; n»be»3, imperativischer Conjunctiv, s. Gramm.
— l>erioulum «et enim, „denn es ist Gefahr"; euim nicht blos nach
Einem, sondern oft auch nach zwei und mehreren Wörtern des Satzes
gestellt. — ne, „daß", nach periculiim, wie nach den Ausdrücken des
Fürchtens, s. Gramm. — imlnoäestik miliwm, durch Maßlosigkeit,
Zügellosigkeit; von Soldaten: Ungehorsam. Mangel an Disciplin, an
Kriegszucht (dasselbe Wort von diesen atheniensischen Truppen gebraucht
I<v8»llH. I, 2). — occ»«ic> ovnrimeuäi vestri exercitus, die Construction
desM^ic. /«<«»-. Fa««. durch Umwandlung aus: occ»8io opprimeuäi
ve»trum exereitum; deutsch: „die Gelegenheit, wer Heer zu überwiil»
Cornelius üei>«». 7
98 Nepos, HIoid. VIll, 5. IX, 1—3.

tigen, zu besiegen." äare alieui oce»3ione» »lieuiu» isi, jemand Ge


legenheit zu etwas geben.
5. «» tÄlit »Ii<iueill, die Sache täuscht jemand, d. i.: „jemand
täuscht sich in etwas". — "vulßuiu ^.tbeuieusium exi88e in terillm z>r»e-
ü»wm (««z»n.) u»vs8uus lßliew» («88«) plleue maus», „die gemeinen
Soldaten seien aufs Land gegangen um zu plündern, und daß die
Schiff« fast leer gelassen worden", — tempuZ, „die gelegene, günstige
Zeit, die günstige Gelegenheit". — iiuMu», „der Anfall, Ueberfall". —
äelere towm bellum, den ganzen Krieg gleichsam wegwischen, aus
löschen, d. i. „auf Einmal-, rasch beendigen".

«xr. IX.
1. *^t cum ^leibiuäes, postguam ^,t!ieuieu8S8 vioti er»ut, »di-
tr»rewr eaäem loe», uou 8»,ti8 tut», 8ibi, »däiäit 8S psuitu» iu 1br»«i»m
»uprs, ?ropoutläem. — vioti8 Htusuien8ibu8, „nach Nesiegung der
Athenienser". — »s »däsre w »licluem looum, nach einem entlegenen
oder verborgenen Ort sich entfernen, »sich begeben, sich fortbewegen. —
8uz>r», kropuiitläem, über die Propontis, jenseits der Provontis. ?ro-
z>outi8, das Meer zwischen dem ägäischen und dem koutu» Nuxiuu8,
jetzt das Marmarameer, s. die Karte. — spsrai«, hoffend, in der Hoff
nung. — 8uam lulwu»,m, sein Schicksal, Geschick. — «ccüli, »n/i«. F«««.,
v. ocotllo (aus od-evlo), eigentl.: bedecken, zudecken, dah. „verbergen,
verstecken". — l»l8o, nämlich »perau3 od. 8per»vit: fälschlich, irrthüm«
lich, „mit Nichten".
2. z>o8tyu»m 8ou8eruQt, „als sie merlten". — iu8iäi»«l2oere, „Nach
stellungen machen, nachstellen". — »tMuIsniut, raubten.
3. oeru8u8, „als er sah". — uullum loouiu (S88e) 8ibi tutum, „daß
lein Ort für ihn sicher sei". — eapZi« »li^ueni 8u» dum«wit»te,
„jemand durch sein feines Benehmen für sich einnehmen, gewinnen".
— eum, nämlich ^leibiaäem, „daß niemand vor ihm in der Freund
schaft den Vorrang besaß". — ttruuiun» <H8trum, das Kastell 6rmümu,
ein kleiner Ort in Aeolis <Kleinasten), der zur Satrap« des PH»««»-
bazus gehörte. — ?dl78i», eine Landschaft im Innern Kleinasiens, s,
die Karte. — «.umaMzsu» taleuw, je-, jedesmal (nämlich jährlich»
Nepos, H,1oib. IX, 4. 5. X, 1. 99

50 Talente. — WIenw veetiZalis, Talente, Abgaben, «/enit. der Appo«


sition, s, Gramm, — talentum, eine große griechische Geldsumme, in
dm verschiedenen Staaten von verschiedener Höhe; das attische Talent
betrug 1375 Thaler unsers Geldes,
4. eontLutu», e. «l>l«t,, mit etwas zufrieden, s. Gramm, — 'ueyue
pnter»t z»»ti, ^tbßu»8 viet»8 8ervire I^Heedaemouii«, „und er tonnte es
nicht ertragen, daß Athen, besiegt, den Lacedämoniern dienstbar sei".
— f«iri »ä »liyuiä omni eoßitatioue, „mit all seinen Gedanken zu etwas
hingezogen», hingerissen weiden", — »ä Miiain Iiber»uä»n!, zur Ne»
fteiung des Vaterlandes.
5. viäed»t, „er sah ein, er erkannte". ?er8ß, ach', persisch, wie
»ben 4, 7. 'iäeoyue oupisb»t, eum lle^em) »äiungi 8ibi »mioum,
„daher wünschte er, daß dieser ihm als Freund verbunden werde". —
Heyne «iubiwdüt, und er zweifelte nicht daran, affirmativ ausgebrückt :
„und er wußte wohl, er wußte"; dah. mit dem aeou«. o. infin., (vgl.
so ?r»el»t. S. 1 : non äubito, lnre plero8yue). — *«e eouzeeuturum
(egze) l^eile, „daß er <es) leicht erreichen werde". — z>ote8t»8 eon»
veuiunäi «iu», die Möglichkeit, Erlaubniß ihn zu besuchen. — *u»,m
Zeiebllt, l^rum tratrem (eiu8> parare olllw dsllum ei etc., „er wußte
nämlich, daß sein Bruder sich heimlich gegen ihn zum Kriege rüste
mit Unterstützung der Lacedämonier. Es ist dies die Empörung des
jünger« Cnrus gegen seinen königlichen Bruder Artaxerxes II. Mnemon
(reg. v, 404—361), von welcher Xenophon in der Anabasis berichtet.
— 'viöebkt, «e imwrum (e88e) in^uam gratillin, 8i »perui38et iä. —
inire ßliltillm, eigentl.: in Gunst eingehen, d. i.: „Gunst erlangen,
erreichen". — »perlre, eigentl.: „aufdecken", figürl.: „entdecken".

Oxi-. X.
1. moUri »Iic>uiä, eigentl. : etwas mit Anstrengung bewegen, dah.
figürl, : „etwas eifrig betreiben, mit etwas sich eifrig beschäftigen." —
petere »b »liyuo, eigentl.: von jemand etwas <zu erlangen) fuchen,
K. i. „jemand bittm." — 0riti»8, Großoheim des Plato, der Vor»
nehmst« der von Lysander nach der Eroberung Athens im Jahre 404
». Ehr. daselbst eingesetzten Oberbehürde von dreißig Männern, welche
100 Nepos, H,Ioib. X, 2. 3.

den Namen der dreißig Tyrannen fühlten. — eerw8, sicher, zu»


»ellässig. — oertioreiv l«,oere »liyueui, mit folgendem aeo»«. e. in/l«,,
eigentl.: jemand gewisser in etwas, d. i. von etwas unterrichteter
machen; dah.: „jemand benachrichtigen". — »uilül e»rum rerum, ^m«
Me (I^V8»uäer) oou»titui88ßt ^,tdeui8, lore (d. i. luturum e38e) wtuiu,
lüsi 3U8tuIi88et ^,Ioidi»äem, „es werde nichts von dem, was er zu Athen
eingefühlt hätte, dauernd» von Dauer fein, bestehen, Bestand haben,
wenn er nicht den Alcibiades beseitigte, auf die Seite schaffte". —
r«,tum, H>a»-t. H)«/. v. reur (rechnen, berechnen), in passiver Bedeu
tung eigentl.: berechnet, abgemessen, dah.: feststehend, fest, giltig; und
dah. r»ww S88S, „fest bestehen, von Dauer sein, Bestand haben". —
8U8tuli83ßt, von tollere (»liyuem), eigentl.: jemand fortschaffen, dah.
im Übeln Sinne: „jemand auf die Seite schaffen, »us dem Wege
räumen, tobten". — ^tQ6M3, Ortsablatiu: „zu Athen", s. Gramm.
— *8i vellet, 8u»8 r«8 ße8<H8 uliluere, wenn er wolle, dah seine Ein»
richtungen blieben. re8 ge8t»e, eigentl. : ausgeführte Dinge, dah. Tha»
ten, Leistungen, getroffene Einrichtungen u. dgl. — ver8eaueretul,
imperativ. Conjunctio: „möchte er Jenen verfolgen".
2. 'I^eo, eoluiuutug IÜ8 rebu8, der Laconier (d. i. Lysander) hier»
durch bewogen: I^oo, Üui3, seltnere Nebenform zu I,»ceällemouiu3, aus
Lacedämon, hier zur Bezeichnung des Lysander. — »ocur»tiu3, „mit
größerer Genauigkeit, Bestimmtheit". — reuuntlut bui«: (e»), «iu»e
e38sut regi cum I^oeäÄemoiii^, ui3i ti2äiäi88et ^Ieibi»,äem vivu.iv »ut
morwum, ,,er kündigt ihm das (das Verhältniß, die Verbindung
u. dgl.) auf, das der König mit den Lacedämoniern hätte, wenn er
nicht den Alcibiades lebendig oder todt auslieferte", reuuutiare, „amt
lich aufkündigen". Mnige Ausgaben fchalten als Object zu reuuutiitt
das Wort 8ooiet»tem (Bündniß) am Anfange des Satzes ein, und
geben im folgenden Relativlatz: yu»e . . W8et.^ — re3 «3t alieui cum
alilzuo, jemand steht mit jemand in Verbindung, in Verhältniß.
3. uou tulit dune 8»träne8, wörtlich der Satrap hielt nicht gegen
ihn aus, d. i. er konnte ihm nicht widerstehen. — 'et maluit violare
<:lenieutl»M quam oz>e3 rege3 uüllui, und zog es vor, das Mitleid, das
Erbalmen zu ueiletzen, als daß die Macht des Königs verringert-, ge
Nep08, H,!cid. X, 4. 5. 101

schwächt würbe. — eomparare iter, die Reise vorbereiten, Vorkehrungen


zur Reise treffen.
4. *mi««i äaut olllm ue^ntium vieiuitllti, iuc>ua tu» H,ioibilläez
er»r, ut iuterüei»ut «um; „die Nbgeschicktm geben heimlich der Nach
barschaft, in der damals Nlcibiades sich befand, den Auftrag, daß sie
ihn tobten." — vioiuit»8, collectivisch für benachbarte Personen, Nach-
baren, dah. das Plural des Verbi: ut iuterliciluit. — kßgrLäi (»ä-grääi),
eigentl.: an jemand Herangehen, dah. im feindlichen Sinne: »ZgrLäi
Äliiznsill lerro, jemand mit Waffen angreifen. — oouterre lizua oire»
e»»»m, Holz um die Hütte zusammentragen. — *ut oontiLLreut («um)
iueenälo, ^uem z>v88e 8uper»ri manu äifüäedanr, „damit sie den mit
Feuer vernichteten, den sie durch einen persönlichen Angriff überwinden
zu können verzweifelten". — oouücere, eigentl.: fertig machen, b»h.
im Übeln Sinne: das Garausmachen, tüdten. — Die Construction
des Relativsatzes im ae«<«. e. »»/?«.: yuem 8uper»rl 6ifüäeb»nt, ist im
Deutschen nur durch Umänderung oder Umschreibung zu übersetzen;
hier durch Umwandlung des ^«s«lv. 8uper»ri ins Actio „überwinden",
so daß das Subject von äitNäebllnt zugleich Subject des «oeu«. c.
ln/i«. ist.
5. ut L8t exeit»,w8, sobald er aufgeweckt wurde, so wie er »ufge»
weckt wurde. — 8udäueere »Ueui uli^uiä, jemand etwas heimlich fort»
ziehen, wegnehmen. — 8ud»>Ä,li8 ftud-Ä»), eigentl.: unter den Achseln
befindlich, dah.: unter dem Arm befindlich; 8ud»1»re teluw, eine unter
dem Arm getragene Waffe, „Dolch". — yuiäkm, ex ^,re»,cli», ein
Mann aus Arcabien, ein Arcader. ^rekläi», eine Landschaft im Innern
des Peloponnes, f. die Karte. — do8i»e3, Apposition zu <Mä»m, sein
Gaftfreund. — äi8oeä8re, „von seiner Seite gehen, von ihm weichen".
— 'ludet (H,Ieidi»,äe8), dune (doMtem) 8e^ui 8e, et »rripil iä, ^uoä
v88tilueiitc>lUN tuit in pra^enti», „er heißt ihn, ihm (den Alcibiades)
folgen und ergreift was gerade an Kleidungsstücken zur Hand mar.
— ludere mit dem aeo««. e. in/!, s. Gramm, ludet, das H»-ae«e««
5i«io«e«m zur lebhaften Darstellung; so auch das folgende »rrlpit,
s. Gramm. — 8eyui, o. «<?«<«, , jemand folgen, s. Gramm. — «e auf
das Subject des Hauptsatzes bezogen, s. Gramm. — iä yuoä vestimeu-
.'
102 NepOL, ^.loib. X, 6. XI, 1.

turmu, das, was von Kleidern; der partitive genit. beim «««ts. des
^omo«., s. Gramm. — in pr»Wßutill («ee««. z,l«s. »leitt»'. nämlich
tempur»), „für die gegenwärtige Zeit, zur Zeit, eben damals, gerade".
— bis eiecti8 iu iguem, »blat. ab«ol., coordinirt mit et aufgelöst:
„diese (Kleider) warf er hinaus ins Feuer und überschritt die Gewalt
der Flamme, schritt über die mächtige Flamme hinweg".
6. etlußsre c. aeou«., etwas entfliehen, entkommen, s. Gramm. —
'iuterleesruut teiis mi88>8 emiuu», tödteten sie ihn mit aus der Ferne
geschossenen Pfeilen. — tßlum, eine zum Kampf aus der Ferne dienende
Waffe, Fernwllffe, Wurfmaffe, Geschoß, Pfeil, Spieß u. dgl. (zum
Unterschiede von »rinll,, welches die zum Kampf in der Nahe dienende
Waffe, wie Schwert, Dolch, Axt, Keule u. dgl. bedeutet). — emluu»
(v. e-mlwu8), eigentl.: aus der Hand entfernt, d. i. in der Fern« (nur
vom Kampfe gebraucht; das entgegengesetzte oommluus, d. i. eow-
MKUU8, handgemein, in der Nähe). — oousuerllt, zusammengezogene
Form des Flu«g«a»npe»'/'. aus cou8uever»t v. cousueseo, eigentl.: sich
gewöhnen, dah. F«,/. oon8uevi, ich bin gewohnt, d. i. ich pfleg«:
H,l««gua«lF. eou8ueveiam od. cuuLusrÄw, ich war gewohnt, d. i. ich
pflegte. — eouteewm eremavit, das F«»-ti«p. coordinirt mit et aufge
löst: „bedeckte ihn mit ihrem Frauentleide und verbrannte in dem
Feuer des Hauses den Tobten, das zur Tüdtung des Lebenden ange«
legt worden mar". — »nu<>3 aMärkßiuta u»tu8, vierzig Jahre alt, im
Alter von vierzig Jahren; u»w8, alt, mit dem ae««. construirt, s.
Gramm, (nach genauerer Angabe wurde Alcidmdes wenigstens 45 Jahre
alt). — odire äiem 8uz>remum, den letzten (Lebens») Tag begehen,
d. i. sterben.

<^r. XI.
1. Iluuo iutnmatum » pleris^ue, „diesen von den meisten in Übeln
Ruf gebrachten Mann. — ßi»,vi88imi bi8toriei, höchst gewichtvolle,
höchst bedeutende Geschichtsforscher, Historiker. — etlerre »U^uein l»u-
äibu8, jemand mit Lob emporheben, erheben, rühmen. (Nepos' N«»
hauptung bezieht sich nur auf die Anerkennung der außerordentlichen
Raturanlagen und Leistungen). - l'ImeMll'e», aus Athen, blühte zur
Nepo«, H,1eid. XI, 2 —4. 103

Zeit des peloponnesischen Krieges, dessen «sie 21 Jahre er beschrieben


hat. — eiu»äsm »etatis, Zenit, der Eigenschaft: „gleichen Alters". —
Ideopompu«, berühmter Redner und Historiler aus Ehios. — po8t
(<«lv.) »Ii<iu»uto (ablat. des Maßes), etwas später. — l'ünaeug, Hi»
storiler aus Tauromenium in Sicilien. — «iui ^uiäem äuo, und zwar
diese Neiden, nämlich Theopompus und Timaeus. — mllle<iieeuti«8iiui,
die schmiihsüchtigsten Menschen, ««p«'!. v. w»Ieä>on8 od. lullieäleeus,
Böses nachredend, schmähend. — ue»eio ^uo mogo, ich weiß nicht auf
welch« Weise, d. i. auf unbegreifliche, auf sonderbare, seltsame Weise.
— in illo mio"(H,Ieibi»äe) I»uä»uäo, Construction des Fa^iie. /«<«?.
^>«««. .- „in seinem Lobe allein". — eou8oieruut, Fs»/eot. v, cc>llzci«co,
„zusammenstimmen, übereinstimmen, übereintommen". (Andere Les»
art euueiuusrullt v. eoucluo, übereinstimmen, harmoniren).
2. »taue lloe («««<«.) »mpliu», und dies (von mir Erzählte), noch
weiter, ausführlicher. — gPlLuäiäissiiuK eivitate, bloßer ablat. wegen
der Apposition zu ^tdenis (oben 1, 2 stand: ulttns »n »mz»li88iinH
ci^tats), in dem höchst glänzenden, glanzvollen Staate. — '(eum)
3i>l>ei»888 oiuue8 «zilelläore »e äißuitllts vit»«, der aeo«». o. ,'«/?«. ab«
hängig von pi»eäie»ruut: „habe er Alle an Glanz und Würde des
Lebens übertroffen".
3. iuäe, nämlich ^tlwnm, aus Athen. — Idebl«, nach Theben,
Hauptstadt in Büotien, s. die Karte. — iuservirs 8wäü8 »lieuiu«, den
Bestrebungen, Beschäftigungen jemands ergeben fein, obliegen. —
«urum, nur dem Sinne nach auf IIied»8 zu beziehen, das hier für
deren Einwohner, Ibstmui, steht. — »eamper«« Ma.uem »liyu» rs,
jnnand in etwas erreichen, gleichkommen.
4. emläeio (^leibi^äem) äeäi88« 8s etc., weitere Erzählung der
Historiker. — ouorum moiidu8, nach deren Sitten. — 8un>m» virtu8
poueb»tul in p»tisutii>,, „die höchste Tugend wurde in das Dulden, Er»
tragen, in die Geduld gesetzt". — poued^tur, iMFei/. »ncil'eat., als
Gedanke des Nepos; in e. ablat. bei ponsre, s. Gramm. — Huriti»«,
„der Abhärtung, der rauhen Lebensweise". — piUAiuwui», viotU8 »ta.ue
cultu8, in der Mäßigkeit der Nahrung und des Haushaltes. — tui88e,
nämlich emn (^loibmäem): „er sei bei den Thraciern gewesen".
104 Nep08, H,Ieib. XI, 5. 6.

^diKcW, griech, «ceu«. der 3. Deklination. — «,uteee88i88e, näml. enm


(^Ioibi»äem): „auch diese habe ei in diesen Dingen übertroffen".
5. imitawm (eum S8«s) 8ie oonsuewäinem llorum, „dieser Lebens
meise soll .er so nachgeahmt haben, daß «." imiwri, o. »««,.,
s. Gramm.
6. quibu8 redu» e3soi»8L (sum), aeou«. o. in/., trotz des ^»-onom,
/el«tlv., als coordinirte Darstellung, s. Gramm. — priuesos WrizÄVM
pnnsrLwr IiabWetunzue, als der Erste und Geliebteste genommen und
gehalten wurde. — «atis äs büe. genug von diesem, elliptisch, zu
ergänzen Hierum est. — isliu.u<>3 oräiamur, mir wollen die Uebrigen
beginnen, anfangen, laßt uns von dm Uebrigen beginnen; imperatini-
scher Conjunctiv, s. Gramm. Das persönl. Object bei oräior, wie
oben ?uem. I, 2: oräi6uäu8 Wt.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung.


4. Grammatisches. 1) wie wird üost« construirt? — b) wie
lautet die betreffende Stelle im H,Ioibi»ä88? — 2) dasselbe ist von
llmieu3 anzugeben. — 3) wie wird eslnre in der Regel constrmrt? —
d) wie im H,loibi»Hs» ausnahmsweise? — 4) wie ist der «e«. o. m/.
in Relativsätzen zu erklären? — 3> was bedeutet multc, bei Super»
latiuen? — b) wie lautet die betreffende Stelle im ^leidiaäW? -
6) was ist bei timor, ns grammatisch zu bemerken? — 7) wie ist der
genit. bei Superlativen zu erklären? — 8) Aliäem, „nach Elis": ist
das die Stadt oder die Landschaft? — 9) welche Stelle erhält iu<M
in der Rede? — 10) welche Stelle euim? — 11) wie ist der Plural
in: vieüut»8 iuteltieiuut zu erklären? — 12) wie wird natu« in der
Bedeutung „alt" construirt?
L. Lexikalisches. 1) wie ist pudliou» entstanden und w«s
bedeutet es? — 2) was heißt reu8 ursprünglich? — 3) wie istcHpitü
ä«un»le der Bedeutung nach zu erklären? — 4) welches sind die Ne»
deutungsstufen von provinei»? — b) wie lautet die Stelle mit pro-
viuoi» im ^Ioibi»,ae8? — 5) wie unterscheidet sich M von pH»? -
6) was ist der Unterschied zwischen Iwsti« und immieuz? — 7) was
NSP08, 1?br25^d. I, 1. 105

zwischen »Nu» und tsl»,? — 8) was heißt verd» faesre? — 9) wie ist
die Bedeutung von r»tum S8t aus der Grundbedeutung von reor zu
erklären? — 10) wie ist die Bedeutung von osrtiorem taoers zu er«
lliren? — II) wie die von niiIUu8 momsuti e»se? — 12) wie hat
linesre die Nedeutung „glauben" erhalten?
0. Geographisches. 1) was mar und wo lag Ol^mpi»? —
2j desgleichen ^ego» üumeu? — 3) desgleichen ^reacli».? — 4) wo lag
II>et>»e? — 5) wo l'iiiirii? — 6) wo 8»mc>8? — 7) was war und
n>o lag HeIIe»poutuz? — 8) wo lag 8yr»ou3»s? — 9) was war und
m lag Ulis? — 10) wo lag L^»ntiurll? — 11) was war und wo
log ?l<,POUti3? — 12) wo lag VMS?
v. Historisches und Archäologisches. 1) das Jahr 429
v, Chr. sah einen großen Mann sterben und einen großen Mann ge
boren werden: welches sind dies«? — 2) wer ist soeräte»? — 3) in
welcher Beziehung stand ^,Ieibi»äe8 zu ihm? — 4) wer sind die 30
Tyrannen? — 5) was sind Eumolpiden? — s) was Hermen?
- 7) wie ist Nepos' Behauptung, daß Alcibiades zuerst in Thracien
eindrang, zu «erstehen? — 8) ein Grunbzug im Leben des Alcibiades
ist seine ausdauernde Vaterlandsliebe in allen wechselnden Lebensschick-
'Äen: welch« Beispiele hiervon sind von Nepos angegeben? — 9) auf
welche Weise starb Alcibiades?

VIII. Idl287dü1u8.
0XV. I.
1. Die Worte: liir^dülu«, 1>yoi Äius, H,tllSllieu8i8 bilden die
Ueberschrift zur nachfolgenden Biographie. — per 8e, „durch sich selbst,
»on selbst, an und für sich." — virw8, persönliche Tüchtigkeit, persön
liche Vorzüge. — tortur,», Glück. — ponÄsrluiä», 8it, abzuwägen, abzu»
Ichlitzen sein möchte; 8i mit d. F?»e«, eon). bei einem hypothetischen
Nche, dessen Möglichkeit zugegeben wird, s. Gramm. — äubito «m,
eigentl.: zweifle ich, ob ich nicht vielmehr, d»h. übertr, als weniger
bestimmt ausgesprochene Behauptung: „ich wäre fast geneigt, ich möchte
106 Xepo«, Lura^b. I, 2—4.

fast, ich möchte wohl", s. Gramm., so hier: Huditu »u pouam nune


primum omuiuw, eigentl.: ,,ich trage Bedenken, ich bin unschlüssig, «b
ich nicht lieber diesen zum Ersten Aller setzen soll; dah.: „ich wäre
wohl geneigt, ich möchte wohl diesen «." — iUuä sius ändio, nämlich
äieo od. ein ähnliches Wort; das »ins audio steht dem äubit» gegen«
über: „das aber sage ich ohne Bedenken, ohne zu zweifeln". — üäe,
oouswutiä ete,, respectiv. Ablative: „in Treue, Standhaftigkeit «." —
»mors in p3,tli»m, in Liebe zum Vaterlande, in Vaterlandsliebe.
2. (iä) uuio eoutißit, das ist diesem zu Theil geworden. — ut, daß
er nämlich. — 'ut viuäielU'Lt (p»tri»m) opprs83»m » trigint», t^rlumis
sx »ervitute in libsrwtem. trigiut«, t^ramii, die dreißig Tyrannen, die
nach der Eroberung Athens (404 ». Chr) daselbst von Lysander einge
setzte höchst« BeHürde. — vmäiears aliizuiä sx »sivituts iu Iibert»t«m,
„etwas aus dem Zustande der Sklaverei in den der Freiheit bringen,
zurückführen".
3. ußsoic» c>uo nwäo, eigentl.: ich weiß nicht, wie es zugeht, ein
Adoerbialllusdruck, s.v.a. „ganz eigenthümlich, eigenthümlich". — «mtel«
alia.usm »lia.«» rs, jemand in etwas übertreffen, — kslozxmuesio doli«,
«bl«t. te»npm-., „im peloponnesischen Kriege, geführt zwischen Athen und
Sparta von 431—404 v. Chr., geendet mit der Unterwerfung Athens
durch Lysander. — ^loidiääs», der reichbegabte Athener, Schüler und
Liebling des Solrates, Staatsmann während des peloponnesischen Krie»
ges (s. Nepos in der vorhergehenden Biographie). — «zuao uuivsrs» ille
(^1eibi»äs») lsoit luori uaturaii <iuoä»m bouo, welche alle (Thaten des
Thrasybulus) jener (Alcibiades) durch eine besondere Naturgabe zu seinem
Vortheile benutzte, — taoere wen (üblicher in Einem Worte luoriülcere),
zu seinem Vortheile anwenden; luoii, Fe«»t. ^etii, wie m»gui, z>»m,
peusi, üoeci ete. bei Verben des Schützens, Haltens, s. Gramm.
4. ill» oommuui», ftuut) imzierlltoriduz oum militibu» et (cum) lor-
timi^, „jenes haben die Anführer gemein mit den Soloaten und mit
dem Glücke." — w oououlsii proelü, „im Zusammentreffen des Kampfes,
im Handgemenge". — »dit rs» etc., „geht die Sache, d. i. die Entschei'
düng, der Erfolg über von der Einsicht auf die materiellen Kräfte und
die Gewalt der Kämpfenden", viro», »die Kräfte der Kämpfenden im
Nopos, LKiī7b. I, 5. II, 1. 107

Einzelnen, vim, ihre Gewalt in der Gesammtheit, wobei auch die Zahl
in Betracht lommt. — iurs »u«, eig.: mit seinem Rechte, d. i. „mit
«ollem Rechte." — 'inile» viuälekt llouuull» »l, impsr«,t(>le, lortun» vero
vinäio»t pluliiu», „der Soldat schreibt sich vom Feloherrn (d, i. vom
Ruhme des Feldherr«) Einiges, das Glück aber das Meiste zu. —
'»tgue potL8t vere pi»s«li<Hre, »e v»Iui88S die («xivesb.) p1u8clu2m pru-
äentilliu äü«8, „und kann <näml. der Soldat und das Glück) in Wahr
heit erklären, behaupten, daß er hier mehr vermocht habe, als die Klug»
heit des Anführers".
5. illuä m»ßi,iü<:6lltiL»imuiu l«,owm, jene höchst ausgezeichnete, große
Thllt ; m»8uitieLllti8«imu«, Superlativ v. w»guiücu8, s. Gramm. — pro-
priul» e«t 1dr^8yduli, ist das Eigenthum des Thrasubulus. — prÄSzio-
«iti, vorgesetzt, als Vorsteher eingesetzt. — 'tsuörsut Htdsn»8 oz>i>re883«
Lerviwt«, Athen von Knechtschaft niedergedrückt hielten — y.uibu8 iu
b«Uo p»i8er«.t lortuua, die während des Krieges das Glück verschont
hatte; ps,reLrs e.^atlvo, s. Gramm. — p»trik expsllers »Iic>usm, jemand
aus dem Vaterland« verbannen. — liou» pudlieilta, für den Staats
schatz eingezogen, confiscirt. — priu««p8, als erster, der erste. — 8«H
«tüun (so ist zu lesen, nicht st) 8olu8 iuitic», sondern anfangs auch der
einzige. — bellum iuäieers »Ueui, „jemand den Krieg ankündigen, er
klären".
0^. II.
1, ?bfl6u, griech. «o«<«. der 1. Dellin. M^Ie, eine Feswng in
Ättika an der Grenze von Nootien, s. die Karte. — ?dyle «zuoä «8t on,-
Ztellum, das ^elativum im ^en«« auf das folgende Substantiv bezogen,
s. Gramm. — e»8te!Iiim, (ckem»«. «. c»8trum in derselben Bedeutung),
Kastell, Fort, Festung. — muullu8, befestigt, fest. — HMo», die Land
schaft in Mittelgriechenland, deren Hauptstadt Athen mar, s. die Karte.
— äe 8ui8, von den Seinigen, von seinen Freunden, äe zur Angabe
des Ganzen, von dem etwas einen Theil bildet. — ^ewsi, seltener Name
für HM«, Einwohner von Nttica. — rüdur, eigentl.: jede sehr harte
Naumgattung, befand. Steineiche; dah. übertr.: der innere Kern, die
Grundlage, der Stamm, hier gleichsam: „der innere Kern für den Baum
der Freiheit: für die Freiheit des berühmtesten Staates", nämlich Athens.
108 Nepoz, Ilii-g^d. II, 2^-5.

2. Heyns . . . uou, die beiden Negationen verstärkende Bejahung:


„und in der That ist er und seine Einsamkeit anfangs von den (30)
Tyrannen verachtet (d. i. für unbedeutend, unschädlich betrachtet) wor»
den". — UM« quiÄem r«8, welche Sache eben, welcher Umstand eben,
auch kürzer: „was eben". — bme 6«8peoto (1lu-»»ydulo), diesem Bei»
achteten. — tmt illi8 psrnieii . . buio »»luti, „es gereicht« jenen zum
Verderben . . diesem zum Heile"; «88« mit doppeltem Dativ, „gereichen",
s. Gramm. — zwruioü, alte Nebenform desliattv. für p«ruieiei, s. Gramm,
— '23,m Iillee (i«8) lscit i!Io8 8«ßn«8 »cl p«r8«qu«näum, do8 »utem
rndu8tiors8, «um t«mpu» äatum «83st »s enmpllNlnclilm. — b«,s<: r«8,
dieser Umstand (die Nichtachtung von Seiten der Dreißig). — teruooie
»6 oowzmriuiäuni ä»tu, ablat. l»b«ol., causal: „da ihm Zeit zum Rüsten
<für den Kampf), zu den Rüstungen gegeben, gelassen wurde".
3. 'quo m»gi8 illuä pr»«o«z>tum <i«b«t «88« in »nimi8 omnimu,
z>w«c«ptum, Lehre, hier allgem.: „Regel, Sprichwort". — neous äici
sms «H«8», aeeu«. o. l»l/ln., abhängig von pr»eoez>wm: „und daß nicht
ohne Grund gesagt werde". — »»tism timiäi nou Lolsre üsrs, neeu«.
e. »«/?«, abhängig von äioi: „die Mutter des Bedächtigen pflege nicht
zu weinen (d. h. entweder: sie fürchte kein Unglück, oder: sie erfahr«
leine Trauer von Seiten ihres Sohnes). timiäu8 <«. timso), gewöhn!.:
furchtsam, scheu; hier im guten Sinne: „besorgt, bedächtig, vorsichtig".
4. pro opimous, nach der Meinung, nach der Erwartung, der Er
wartung gemäß, entsprechend. — oz>«8 »uot»,« 8unt, die Streitkräfte wur-
den vermehrt, mehrten sich, wuchsen. — i»m tun, iIÜ8 temz>oribu8, ver
stärkter Ausdruck: „schon damals in jenen Zeiten (mit einem Seitenblick «uf
feineZeit).— 'boui Io<zu«d»nwr tortiu8 pro lidsrwt« yullm zmßvabluit,
die Guten redeten kräftiger für die Freiheit, als sie (für sie) kämpften.
5. iuue, niiml. von ?d?I«. — in ?ir«,eeum tr»n8Üt, ging», zog
hinüber nach dem Piräeus. ?il»e«u8, der große Hafen von Athen,
auf Themistocles' R»th erbaut, f. die Anmert. zu Insm. VI, l. -
Alun^ed,!», »e, eine kleine Halbinsel vor Athen mit einem Hafen,
zwischen dem Piräeus und Phaleron (dem altern Hafen Athens), s. die
Kart«. — b»no, näml. Kluu^cui».«». — 8uut »äorti, eigentl,: sind daran
gegangen, d. i. haben unternommen, versucht. — »d «»aus (nlun^enit)
Nepo«, l^ra^d. II, 6. 7. 109

tiu-pitei repul«, die Participialconstruction mit cum aufgelöst:


et cnm »b eü, turpiter repulsi e8»eut, „und als sie von derselben
schimpflich, mit Schande zurückgeschlagen morden waren". — pro-
tmu3, sofort, ohne Zögern. — in «-dem, nach der Stadt, d. i.
Athen. — »rmi« impeäimsuti8c>ue »mi«8i8, abl»t. »b«ol. durch das
Verbalnomen zu übertragen: mit Verlust der Waffen und des

6. uti priläeutik, tortituäiue, Klugheit, Tapferkeit anwenden; utor


c. »bl»<., s. Gramm. — nou minu8 . . u.u»m, nicht weniger . . als,
im Deutschen durch Gleichstellung der Sätze: eben so sehr . . wie. —
'ukin vetuit oeäeute» violari, er verbot, daß die Fliehenden verletzt
würden; vet«,re, wie iubßre, mit aee««. e. i«M. I>a««,, wo im
Deutschen der inM. aet»«i. genügt: „er verbot die Fliehenden zu ver
letzen", s. Gramm. — "n»m ee28ed»t »eyuum, eivs» p»re8re oivibu«,
„denn er hielt es für billig, daß Bürger die Bürger schonten". —
eive» plu-eere, oe«<«. o. ,«/?«. abhängig von »eyuum S8t; pklreere, o.
ciat»l'. construirt, s. Gramm. — eive» eivibu,8, der Lateiner liebt diese
Wiederholung desselben Nomens, wo wir im Deutschen: „der eine
den andern" sagen, hier: „ein Bürger müsse den andern schonen". —
ueque yui8Hu»,ni, der Lateiner hat die Negation in der Partikel, der
Deutsche im Pronomen: „und niemand, und keiner". — aui prior
impuzuÄre voluit, der zuerst angreifen wollte, da er offensiu verfuhr. —
neminem i»eeutem, eigentl, : Niemand, der lag, d. i. der getödtet mar,
„keinen Tobten, keinen Gefallenen": i«,eele, liegen, insbesond. in der
Kriegsfprache: „todt auf dem Boden liegen, gefallen», getödtet sein. —
8poU»vit, eigentl.: er beraubte, er plünderte, d. i. er ließ berauben,
plündern; die Handlung auf den übertragen, der sie thun läßt. —
8poli»re »lignem v«8te, der ablat. bei den Verben des Mangels, s.
Gramm. — nil, andere, verkürzte Form für niüil. — ^norum iuäiZe-
b»t, deren er bedurfte: mäi^ers, o, genit., s. Gramm. — uu»e pertiue-
blmt, das «e«t»-. jill«-. im Deutschen durch den Singular: was
gehörte.
7. Lritia«, Großoheim des Plato (auch im Leben des Alcibiades
X, 1 ermähnt). — eum auiäem, als er nämlich. — exuäver«u3,
110 N6P08, 1br3,8?b. Ill, 1.

eigentl.: von gegenüber hei, dah. überh.: „gegenüber", H^-ae^o«, e,


aee«s. wie ndverlu». — lortizgime, mit größter Tapferkeit.

04?. III.
1. Iloe äeieeto, ablat, ab«,.- pozt^uaw die äeieotu8 erat, „als
dieser (Critias) gestürzt war", äeiieer« ali<zllalu, eigentl.: jemand
herab-, niederwerfen, d»h. in verstärktem Sinne: „stürzen, tüdten". —
Xttioi«, dm Leuten in Nttika, die damals unter spartanischer Herr»
schaft standen. — <zui teuebaut urbem, die die Stadt inne hatten, d, i.
die Besatzung von Athen. — tÜ8 eouäieiouibug, adverbialischer ablot.,
„unter, mit folgenden Bedingungen". Das deutsch« „folgende" drückt
der Lateiner durch lue aus. — *ue <zm »lüeersutur exilio, praeter
trimmt» t^llluuos et (praeter) 6e«em, gui, oreati po8tea praewre8, u«i
«laut mors 8upeiiori8 eruäelitatis, „daß Niemand mit Verbannung be
legt, bestraft würde, außer den dreißig Tyrannen und den Zehn,
die, später als Häupter gewählt, nach Art der frühern Grausamkeit
verfahren wären". — atüeere »Ilguew »UyM re, eigentl.: jemand mit
etwas anthun, daher je nach der Bedeutung des Ablativs zu über
setzen; hier: mit Verbannung anthun, d. i.: „mit Verbannung b«>
strafen, verbannen". — praetore« (prae-itore», die voran gehen), Ober»
Häupter, Häupter. — uti ali<zua re, ein allgemeiner Ausdruck: von
«twas Gebrauch machen, gebrauchen, sich bedienen, dah, auch: etwas
anwenden; dah. uti inore »Ii<zuo, irgend einen Gebrauch, ein Verfahren
anwenden; dah. uti innre 8uperiori8 eruäelitati», eig.: das Verfahren
der frühern Grausamkeit anwenden, d. i,: auf die frühere Weise
grausam verfahren. — 8ur>eric>r, der obere, dem Raum oder Range
nach; der frühere, der Zeit nach. — neve bona pudlioareutur, abhängig
von di8 eol>äicionidu8: oder daß die Güter eingezogen, conftscirt wür
den. — publieare doua, Güter zu Staatseigenthum machen, einziehen,
confisciren. — 'proeuratio reipnblieae recläeretur pnpul«, es ist ut
«us dem vorstehenden ue zu ergänzen: „und daß die Verwaltung des
Staats dem Volke zurückgegeben werde". re8pub!i<:», d. i. re8 pudli«,
die Staatssache, die Staatsangelegenheit, daher auch: der Staat,
publicum zusammengezogen aus pormttcl« (woraus zuerst poiilleu8, dann
Nep08, Idru^d. III, 2. 3. 111

vobllcu», dann xublicu» wurde) von poxuIuZ, das Volk, also eigentl.:
zum Volle gehörig; daher re» public», Sache des Volles, d. i. des
Staates, dm das Voll bildet.
2. 'z>r»eel»ruui "linas^buli uoc auoizue (e»t od. tuit), „eine vor»
treffliche That des Thrasybulus ist auch dies, daß «." pl»ecl»rum,
«eut»-«m des Adjectivs hier substantivisch s. v. a. z>r»eel»re iaetum,
daher der subjective genit. 1iir»»^buU. — recoueiliatK, z>»cs, «bl«t. ab-
«ol. mit dem Verbalnomen zu übersetzm: nach Wiederherstellung des
Friedens. — p«3«e plurimum m civiwte, sehr viel im Staate vermö«
gen, sehr große Gemalt im Staate haben. — legem terre, ein Gesetz
beantragen, in Vorschlag bringen. — 'ue ^ui« »eousarewr rerum
»nts »ct»rum ueve mnlwretur, „daß niemand wegen früherer Hand»
lungen angellagt oder bestraft würde; die Verba llecu»^re, u. multare
mit dem Fenlt. des Vergehens, s. Gramm, — eaniyue, nnmlich legem,
und dieses Gesetz. ^- 'illi llz>pell»ruut e»iu (legum) obliviouig, nanntm
sie das Gesch der Vergessenheit. lex oblivioui8 (Fenit. oUect«), ein
Gesetz, das Vergessen des Geschehenen anbefiehlt; der Ausdruck ist
Übersetzung der griechischen Benennung «ftv^or/« (das Nichtgedenken,
Vergessen), die Amnestie.'
3. uegue vere timtum ourevit dl»« (legem) ieieuäam, »eä eti»m
eseeit, ut v»I6ret, „und er besorgte nicht blos die Nntragstellung dieses
Gesetzes, sondern er bewirkte auch, daß es galt, daß es angewandt»,
vollzogen wurde". — curare mit aee««. und mit dem xa^tio. /«t«?.
z«««,, etwas besorgen, dafür sorgen, daß etwas geschehe, s. Gramm.
— vÄere, stark», machtig sein, gelten, in Geltung sein, dah. von einem
Gefetze: angewandt», befolgt werden. — 'cum yuiä»m ex ii» . . .
velleut taeere eaeäem eorum, cum umdu» reältum erat pudlice in gr»»
ti»m, als Einige von denen, welche ... die Ermordung derer vollziehen
wollten, mit denen man von Seiten des Staates zum Wohlwollen
zurückgekehrt war (d. i, ausgesöhnt mar). — ex iiZ, von», unter den
jenigen, ex hier zur Bezeichnung des Ganzen, von dem etwas ein
Theil ist, s. Lexik. — reäitum erat, das Passiv in impersonalem Sinn:
„man mar zurückgekehrt", reäire in gr»ti»m cum »liuM, eigentl.: mit
jemand in, zum Wohlwollen ^zurückkehren, d. i. mit jemand sich aus»
112 Nepo«, 1?iu-287b. IV, 1. 2.

sühnen (derselbe Ausdruck bei ^leib. V. 1: ue cum 8ui« iu ßwtüuu


reäirey. — publice, von Seiten des Staates, nämlich durch das er
wähnte Amnestiegesetz (Andere ziehen publice zu dem folgenden protu-
buit: er verhinderte dies im Namen des Staates, im Namen des
Gesetzes). — "prodibuit et pr»e8titit iä, yuoä erat pollioitus, „er «er»
hinderte dies (nämlich die Ermordung) und gewährte, erfüllte das,
was er versprochen hatte".

Ox?. IV.
1. pro tiluti» meritis, für so große, so hohe Verdienste. — buuo
li» coron», ein Ehrenkranz, eine Ehrenlrone: bouori«, genit. ob^eetil
ein Kranz, der Ehre bringt. — taet», näml. oerou». — o.u»m quoä,
das »-elatwum aufzulösen in et elmi : „und weil ihn (den Vhrentranzj
die Liebe der Bürger, nicht die Gewalt erwirkt hatte, erregte er leinen
Neid, und war (für Thrasybulus) von großem Ruhme. — vor dem
»'el»tw«»n HUÄM fehlt das «iemonsti'allvum e» (näml. eorou» als Sub
jekt zu dem nachfolgenden b«,buit. — expre8Ler»t, eigmtl.: heraus»
pressen, abzwingen, hier wegen des zunächst stehenden vi», daher muß
wegen des vorhergehenden «unor eine allgemeinere Bedeutung, die für
beide nomi«a paßt, angenommen werden; etwa: auswirken, erwirken,
zu Wege bringen. — b»beie inviäilun, Neid erregen, Neid auf sich
ziehen, beneidet werden. — milguk zloriü, «blat. der Eigenschaft im
Prädittlt.
2. "bene erzc» ?itt»ou» ille . . iuquit. ?itt»eu«, einer der sieben
Weisen Griechenlands, aus MMene »uf der Insel Lesbos. — tuMn
uumero »lic^uo (ablat.), unter irgend eine Zahl gehalten, gerechnet,
gezählt werden, — »»pieutum, andere Form des gs»n't. jil«»-. für z«-
pieutium, v. 82piell», der Weise. Die sieben Weisen Griechen»
lands, deren Denksprüche sich besonders auf das praktische Leben
bezogen, sind: 1) IdHle8 aus Milet; 2) 8ol<m, der berühmte Ge
setzgeber von Athen; 3> Li»8 aus Priene; 4) ?itt2ou8 aus My>
lilene; 5) LbUou aus Sparta; 6) cüeodülu» aus Linbos, und 7) ke-
rümäei aus Korinth. — N^tileuaei (richtiger als Nityleu.»«! geschr,!,
die Einwohner von Mytilene. — mult» nüli» iußerüm »Zri, viele
Nepo«, IbiÄ^b. IV, 3. 4. 113

Tausend Iucheit Land, juzerüiu, alte Form des <?enii. Fi««-., besonders
häufig bei Zahlangaben, wie uumüiu für uuNoimn, »inpliorniu fiir
llwonorarrmi u. dgl., s. Gramm, Mgerum, i, ein Morgen Acker, ein
Wuchert; der Fe,«t. hier abhängig v. wili», s. Gramm. — muuera, als
»^schenke, zum Geschenke. — iucM, bei Anführung der Rede eines
Andern gebraucht und einem oder einigen Wörtern derselben nachgesetzt.
— «ro vu3, «ingeschobener Zwischensatz: „ich bitte euch". — inviäeaut,
«»llenxiLCÄUt, beneiden-, verlangen möchten, könnten, unbestimmter Aus»
druck, dah. der eonMnetlv«« Mtentiali«, s. Gramm. — ex istis, näm
lich azriz, „aus, von jenen". — Hii»e iuäieent, welche anzeigen dürften,
ebenfalls oon^unei. ^ote«tial«H. — aecl>iit»8 lmimi, Gleichmut, hier:
Genügsamkeit. — vuliillta8, der Wille, hier in verstärkter Bedeutung;
„guter Wille, Bereitwilligkeit, Freigebigkeit". — äiutlua, dauernd, blei
bend. — proprio, eigen, Ligenthum, dah. s. v. a. „bleibend". — cou-
duerunt (für eon8ueverunt) , z>«/. v. eou8U68<:o, sich gewöhnen, dah.
H>ers. eigentl. sich gewöhnt haben, dah. „gewohnt sein, pflegen"; auch
von sachlichen Subjecten, wie hier: „kleine Geschenke pflegen . . zu sein".
3. iU», eorouä ooutentn8, mit jenem Kranze zufrieden; eonteutuz
c. abl«t. construirt, s. Gramm. — *ueyne exi8tim»?it, quemHUÄiu
lwteeezziLLe «s douore, „noch glaubte er, das jemand vor ihm in
Auszeichnung vorangeschritten, d. i. bevorzugt worden sei".
4. ssauentl tempore, in der folgenden Zeit, in der Folge, später,
— praetor, als Anführer. — o1«,88em appellere aä aliauew loouw,
die Flotte irgendwo antreiben, landen lassen, mit der Flotte irgendwo
landen. — Oilioi», eine Landschaft im südlichen Theile Kleinasiens, östlich
von Pamphylien, s. die Karte. — ueyne 8»,ti8 äiligeuter, und nicht
sorgfältig genug. — vigiliae aßunwr, die Wachen werden gehalten,
besorgt. — emotione lacts,, «dlat. absol., coordinirt mit et aufzu-
lösen: machten die Barbaien des Nachts einen Ausfall, und er wurde
»on ihnen in seinem Zelte getödtet. — darbari, alle Nichtgriechen, oft
auch für dosten, Feinde, gesetzt.
114 Aepoz, Oonou I, 1.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung.


X. Grammatisches. 1) was ist in will», inßerum das letz
tere Wort für ein Casus? — 2) wie wird iuäigtzis conftruirt? —
3) wie vetlure? — 4) was bedeutet «38« mit doppeltem Dativ? —
5) wie ist luorilÄcere! od. laoere luei-i zu erklären? — 6) in welchen
Sätzen steht 8i mit dem H^ae«en« eo^met.? — ?) wie heißt d«
Positiv von Mllzuitioellti88iluu3 und nach welcher Regel? — 8) wie
wird »eousaie und wulwis conftruirt? — d) wie lautet das betreffende
Beispiel im 1^r»3?dii1u3? . — 9) wie ist pi-aeelaruni 1bra8^duli z»
erklären?
L. Lexikalisches, 1) welches sind die Bedeutungsstufen von
robur? — b) wie lautet die betreffende Stelle in Ilna8^duln8? —
2) wie ist äubiw au der Bedeutung nach zu erklären? — 3) welches
sind die Bedeutungen von utor? — 4) wie ist Motzre o. «dlai. im
Deutschen zu übersetzen? — d) wie lautet die betreffende Stelle im
1dl»8xdul>i8?
d. Geographisches. 1) was war und wo lag ?ii»eeu3? —
2) wo kb^Is? — 3) wo Null^edi»?
v. Historisches. 1) wer ist ?itw<:u8? — 2) wie heißen die
sieben Weisen Griechenlands und wo waren sie geboren? — 3) wer
sind die dreißig Tyrannen? — 4) welche Verdienste erwarb sich
Thrasybulus um fein Vaterland? — 5) welche edle Characterzüge
erzählt Nepos von ihm?

IX. lü l) n 0 u.
c^r. I.
1. H,tv.emiei!8i5, aus Athen. — ?e1opouue8io bello, «b/at. temM,.
„im peloponnesischen Kriege"; der peloponnesische Krieg, geführt zwi>
fchm Athen und Sparta vom Jahre 431—404 v. Chr., endete mit
der Unterwerfung Athens unter die spartanische Herrschaft. — »eoeätzre
2,6 l«mz>udIioÄ.m , eigentl.: an die Staatsangelegenheiten Herangehen,
dah.: „an die Staatsleitung treten, ein Staatsamt übernehmen." Conen
!>cpU8, lüonou I) 2. 115

ti»t in den Staatsdienst im Jahre 413 v. Ehr. als Befehlshaber in


Ällupllktos. — in eogne, näml. dello, und in demselbm; das yue bei
Präpositionen, namentlich einsilbigen, gern an das ^omamen gehängt.
— ' opers, eiu8 tuit lu»8i>i, seine Bemühung, seine Dienste waren von
hohem Werthe, galten viel: «per»,, »e, die Mühe, die Thätigkeit, der
Timst (nicht zu verwechseln mit oper», H,l«?. von oz>u8, das Werl).
— ma^ni, Femit. Fi'etll, s. Gramm. — Praetor (z>rs,e-ltor, der voran
geht), der Anführer, Feldherr, hier als Anführer der Landtruvpen,
m Gegensatz von praeteews ela88i8, dem Flottenbefehlshaber. — z»e-
<!s8tle» exeereituZ, eigentl.: Fuhtruppen, dah. im Allgem.: „Landtruv-
?en, Landheere." — m»ri, zur See. — «zua» ob o»u8»8, eigentl.: und
niegen dieser Ursachen, dah. kurz: deshalb, deswegen, darum. — Kaders
sonorem »lieui, „jemand Ehre anthun, erweism." — omuibu» uuu8,
«ie Gegensätze mit Absicht neben einander gestellt: allen der Eine,
»lim er allein — in «zun, potezwts, in welcher amtlichen Gewalt d. h.
m welchem Amte. — kuerae, kleine Küftenstadt in Messenien, s. die
Karte. — rapere urbem, eine Stadt einnehmen, erobern.
2. extremo dello, eigentl, : im äußersten Kriege, d. i. im äußersten
Theile, „am Ende des Krieges"; so gewöhnlich bei den Adjectiven, die
eine Stelle an, auf oder in etwas (räumlich oder der Zeit nach) be
zeichnen, wie 8UMMU8, ineclius, extreiuu8: in 8umwa »rbore, nicht: auf
dem höchsten Baume, sondern: auf dem höchsten Theile des Baumes,
oben auf dem Baume, s. Gramm. — ^,eß08 tlumem, griech. ^i^ö?
^or«^»/ (Ziegenstuß), gewöhnlich ^e808z>oiÄ,n>i gen., Fluß und Stadt
im thracischen Chersonnes, Schlacht im Jahre 405, in welcher Lysander
die Athenienser besiegte (vgl. I^78»,uä. I, 4: ^leid. VIII, 1 u. 6). —
tum, damals, nämlich während der Schlacht bei ^ezo8 üuiuen. — atuit,
war abwesend. — eo peius, um so schlimmer; eo, ablcit. des Maaßes
bei Comvarativen, s. Gramm. — re8 «,äiniui8trkl,t», e8t, die Sache,
5>e Angelegenheit wurde geleitet, verwaltet; im Allgem.: „es ging
um so unglücklicher." — pruäeu8 (zusammengezogen aus proviäeu«,
vorhersehend, vorsichtig, dah.) klug, einsichtig; u. z>ruäeu8 »Iieuiu8 rei,
«ner Sache kundig, in etwas erfahren; pruäev.8 rei mi!it«,li8, die
Kriegskunst verstehend, Kenner der Kriegskunst. — äi!ißen8, sorgfältig,
116 Nepaz, Oouou II, 1. 2.

sorgsam: äilißeu« Ä,Iieuiu8 rei, etwas sorgfältig betreibend, in etwas


pünktlich; dah. äi!>Zeu8 imperii, bedachtsam, behutsam im Oberbefehl.
— uemiui ei»t äubiuiu, niemand war es zweifelhaft, d. i. Alle waren
überzeugt, dah. mit folg. »eo««. e. «m/in. — I»i3 temporidus, in jenen
Zeiten, zu jener Zeit, damals. — si «Füllet, wenn er zugegen gewe
sen wäre. — ' ^,t1ieuiLii863 uou Hceepturo« iuizze illain e«Il>,iuit»,teW,
aa««. e. ««M. zu uon er»,t äubium. — aeeipere e3,Iaiuitl>,tein, ein
Ungemach, eine Niederlage erhalten, d. i. erfahren; die Form aeeeM-
ras tui88e, eo^)«Fat, z)e«M/n«t,, sie würden nicht solche gewesen sein,
die spater erleiden sollten, d. i.: sie würden nicht erlitten haben.

Lxi.. II.
1. reim» «Meti8, ad?ai. ab«oi., coordinirt mit et aufzulösen: cum
2,uäi8«st, res Ä,lüiet»,8 e88e et z>Ätlig,m ob8iäKri, nou ^uaezivit ele.,
„als er erfuhr, daß die Lage der Dinge eine unglückliche sei, und daß
seine Vaterstadt belagert werde, fragte er nicht :c." — »Nigeie res,
die Dinge niederschlagen, d. i. zu Grunde richten — Mii«, das Va
terland, die Vaterstadt. — tut», «Kivei-b., sicher, in Sicherheit. — ez^e
praeÄäio oivibu8 Luis, seinen Mitbürgern zum Schutz, zur Hilfe dienen.
— «38« mit doppeltem tlati«.: jemand zu etwas dienen, gereichen, s.
Gramm. — eivi8, der Bürger und auch, wie hier, „der Mitbürger."
— 88 ooulerre aä Äi^uem, sich zu jemand begeben. — 83,t«H>eL,
Statthalter einer Provinz des persischen Reiches. — loni» u. I^äi»,
zwei Landschaften in Kleinasien <s. die Karte), die damals unter persi
scher Herrschaft standen' — euuäemyus venerum eto., nee««, zu ?d,iu>
l>lll>Z,2uill als Apposition, „und zugleich Schwiegersohn und Blutsver
wandter des (persischen) Königs", nämlich des König« Artaxerxes II,
Mnemon, der von 404—361 regierte; s. im folg. Kap. ß 1. — » et,
ut llpucl eum vidieret multum ZratiK, etkeoit multu I»,buie multiey.ue
peiieuli8. — v»!ere Multum ßiatiä apuä alicluein, „bei jemand viel
durch Gunst gelten, vermögen, bei jemand in hoher Gunst stehen," —
etleeit, er erwirkte, bewirkte.
2. H,tb.emell8id>i8 äevietis, alil«t. «d«ol., mit dem Verbalnomen
aufzulösen: „nach Besitzung der Athenienser." — mi«i8»eut m ^Ä«uu
5sep05, ciouou II, 3. 4. III, 1. 117

bell»wm s«<p»m.^, nach Asien geschickt hatten, um Krieg zu führen. —


Maxime iiupulzi, zu I^osänsiuollii gehörig: größtentheils angetrieben,
veranlaßt" (nämlich zum Aufheben des Bündnisses). — yui ex in-
tiluiz regis ele., kurzer Ausdruck: „welcher unter (aus, von) den Ver
trauten des Königs von dessen Freundschaft abgefallen und mit den
üacedämoniern ein Bündniß eingegangen war." — äsüotzrs ad aliyuo,
eigmtl. von jemand sich hinwegthun, sich entfernen, d, i. abfallen. —
Iimie »,äver8U8, gegen diesen (nämlich Agesilaus); »,ävW8U8 seinem
Cosus nachgesetzt, s, Gramm. — daditu» e»t imzislator, er wurde ge
halten für den Feldherrn. — r« «Miäem vsr^, adverbialischer ndlnt.:
„in Wahrheit«, in der That-, eigentlich nämlich." — eiu8<iuL arditrio,
und nach seiner Bestimmung, Anordnung. — omni«, Zszt«, 8uut, das
»eulr. ^l«»». mit dem Singular zu übersetzen: Alles wurde geleitet,
Alles geschah.
3, äux 8UUINIIL, Oberanführer. — neyus uou, die doppelte Ne
gation verstärkend affirmativ: „und es mar in der That, ganz offen
bar." — °" HgßZilauin erepturuin lui88« ^,8i»m rszi ?»uro tsnu8,
«c«<«. e. i«^«., abhängig v. luit »xsrwni: „daß Agesilaus dem
Könige Asien bis an den Taurus würde entrissen haben." — ersxtu-
lum tui»««, ««»«/«Fat. ^e^iP^ttHt., s. Gramm, — 1auru8, ein hohes
Gebirg in Lydien. — t»uu8, F?aez,<i«. e. abl. (selten e. ge««t.) und dem
Casus nachgesetzt: bis an, bis nach, nach . . hin, s. Lexik.
4. tzni, nämlich ^.Zssilau» — äomuni, nach Hause, d. i. ins Vater
land, heim. — Loeotii, die Einwohner der Landschaft Losntia in
Nittelgriechenland, s. die Karte. — bsllum iuäiosre alicui, jemand
Krieg ankündigen. — uibilo 8seiu8, eigentl.: um nichts anders, d. i.
nichts desto weniger; nibilo «blai. des Maaßes bei Comparativen, s.
Gramm. — z>r»elLctu8, Befehlshaber, General. — maxin«» U8«, zum
grüßten Vortheil, Nutzen, von höchstem Nutzen.

«z?. III.
1, non tllin . . YUÄM, nicht sowol . . als, weniger . . als, auch
in Umstellung der Nomina: mehr . . als: „und dies war allen andern
mehr bekannt als dem Nrtaxerxes." — multi« MÄ,zui8a.us uwritiz.
118 Nepo«, lüonou III, 2. 3.

ablai. eausae, wegen seiner vielen und großen Verdienste. — v«Iei«


az»uä alicluem, bei jemand Einfluß haben, in Ansehen stehen. — il!
nuriwäum, 8i etc., «oppelte Construction: dies ist zu verwundern,
wenn, daß «," — wiror, zuweilen mit »i construirt: ich wundere mich,
wenn — »ääüoi »ä creäeuäum, zum Glauben gebracht, bewogen
weiden. -^- iemim8eeu8, indem er sich zurückerinnerte, sich erinnerte,
— ' »e 3<iz>era88e tr»trem (^rum opsr», eins. Artaxerxes war seineni
Vater Darius Nothus II. im Jahre 405 v. Chr. auf den persischen
Thron gefolgt, fein jüngerer Nruder Cyrus, der Jüngere genannt <zum
Unterschiede von Cyrus dem Aelteren, dem Stifter des persischen Zlei
ches), stiftete eine Empörung gegen ihn an, die jedoch unterdrückt wurde;
Cyrus felbft fiel in der Schlacht bei Kunaxa 401.
2. gratis, (eigentl. «blat., zu Gunsten, zu Liebe), Hn-aepos. e. «<M,,
„um . . willen, wegen, um . , zu." — uÜ88U3, da« Fai'tl'np. coordi-
nirt mit et aufgelöst: „um diesen (den Tissaphernes) anzuklagen,
wurde Conon vor Pharnabazus zum König (Artazerxes) geschickt, und
als er dort ankam «." — ' primum »eoeszit ex mors ?er8»rum »il
onilillrelnun Litnr»u8teill, <iui eto., . . »t^ue ozteuäit, 8L velle eollö-
<M emn rege. — ex nwre, nach», zufolge der Sitte. — 'ediliarciiu!.
Vorsteher über Tausende, Chiliarch, hohe Hofstelle bei den Persern. -
teuere seounäum gilläum imperii, die zweite Stufe, die zweite Stellt
in der Regierung behaupten, hier.- „der Nächste neben dem Kenige
Staatstanzler sein." — OLteuäit, zeigt,, macht bemerklich, gibt zu ei
kennen. — ouUoHui eum »liguo, mit jemand eine Unterredung habn,
— »lue düe, nämlich ediliarolio.
3. iuciiut, nach einem und einigen Wörtern der Rede eines An
dein gesetzt, s. Gramm. — uuU«, mor» est, es ist lein Verzug voi
Händen, d. i. „es steht (der Unterredung) nichts im Wege." — x«
!ittsr«,8 azere, durch ein Schreiben», schriftlich verhandeln. — in cm-
8i>eotum venire, vor die Augen kommen, »treten. — ' te venenn
reZen», daß du den König anbetest. — Huoä n^ooievvyolv illi voc»»!,
„was jene (die Griechen) npolwvv^alv (Anbetung, Verehrung) nennen
Es ist die abgöttische Verehrung der persischen Könige gemeint, noch
welcher der ihnen Nahende sich vor ihnen auf die Erde warf und die
Aepo«, 0ouoll III, 4. IV) 1. 2. 119

Eide küßte. — ßiave, lästig, beschwerlich. — ouuüeies uibilo »eciu«


per me, auoä 8tuäe«, „kannst du eben so sehr, eben so gut durch mich
bewirken, was du wünschest, mornach du strebst." — eäitiz mauäati»,
«blat. ab««l.: „wenn du dm Auftrag (mir) übergeben haben wirst."
4. Mbi vero uou eÄ Zrave, „mir ist es in Wahrheit, wahrlich
nicht beschwerlich." — Kaders bouorem reZi, dem Könige Ehrerbietung
zu erweisen. — ovpiubrio, zum Vorwurfe, zum Schimpf. — * si
liw^r more potiu» barbarorum <zu»m llliu», «um ete. — ex ea,
näml. oiviwte — y.uile eousuerit (für oouLueverit), v. eousueLoo,
gewohnt sei. — luußi mors a1ia.uo, irgend eine Sitte anwenden, d. i.
nach irgend einer Sitte verfahren. — yuae buie volebat, ergänze
naäere aus dem folg. traäiäit.

0^. IV.
1. <Mbu8 (näml. »oripti«) ooßuiti« rex etc., ciblcit. «b«ol^ s. u. aH
^uill lex baee coßuovizzet. — ut iuäioarit, iusserit, permizerit,
M/eet. <?o«M^Ä. bei ut in Wirkungssätzm zur Angabe eines beson
der« historischen Factums, s. Gramm. — iuäiears »liiuem b»8tem,
jemand für einen Feind erklären. — bell« per8s<zui allizuem, jemand
mit Krieg verfolgen, d. i. bekriegen. — 'et (ut) ei (lüououi) permi-
zerit ellgere uuem. vellet, »ä äi8peu8auäam z>eeuuiam. — ui8z>eu8Ä,re
l>eomÜÄ,iu, eigentl.: Geld abwägend vertheilen, dah. überh. „verwenden.
vmoalten." — * uou uegavit, iä Arbitrium esse 8ui oou8illi, 8eä
i?«iu« ete. iä lu-bitrium, diese Entscheidung, diese Bestimmung. — ue-
z»e s. v. ». äioere uou, s. Gramm.; also hier: „Conon sagte, erklärte,
diese Bestimmung sei nicht seine Sache, sondern des Königs selbst." —
«3«e 3ui oousilii, genit. ««bH'ectl, eigentl.: seines Rathes sein. — se
^aäere, aee««. c. «mM.; anhängig von dem aus ueZavit dem Sinne
»ach zu entnehmenden äixit. — iä uegotü, dieses Geschäft; der Fenit.
beim ««<<,-. des F^onoi». s. Gramm.
2. biue, von hier. — aä mare, ans Meer, näml. das mittellän
dische. — * ut imPeiaret uaves 1ouZ3,8 0^r»rii8 ete,, „daß er die Aus»
rüstung von Kriegsschiffen den Lypriern, Phöniciern und den übrigen
«eestaaten befehle. — imxerare »Iia.uiä »lieui, kurzer Ausdruck:
120 N6P05, l^onon IV, 3—5.

jemand etwas als zu leistend, als Lieferung befehlen. — louzae u»vez,


lange Schiffe, d. i. Kriegsschiffe (die länglich gebaut waren). — L^
prii, die Vemohner von V^ru», einer großen Insel im mittelländi
schen Meere, südlich von Kleinasien, s. die Karte. — ?Qoeule«8, Ein
wohner von kdoeuies, Phönicien, einer Küstenlandschaft in Syrien,
s. die Karte. — " el»,88ßm<iu6 eompllrlU7St, yuk ete. — gu^ pc>»8et,
d. i. ut eßi, xozzet, Absichtssatz, dal), der Conjunctiv, s. Gramm. —
ä»,t<) aäiutore ?d«,ru»b3,20, «blat. »bsol., „indem er ihm als Schil
fen den Pharnabazus gab."
3. ut est uuutilltum, fobald er berichtet war. — uou «ins eur^,
die doppelte Negation verstärkend affirmativ : nicht ohne Sorgfalt, d. i,
mit großer Sorgfalt. — »ämiuistiÄre rem, die Angelegenheit besorgen,
d. i. hier: Vortehrumgen treffen, Rüstungen machen. — eunl darbln
8oluui, mit dem Barbaren», d. i. mit dem Perser allem. — ' u^m
viäßdant, äuoeiu loitem pruäsutem^us piÄßtuturum (ß83e) rezüz
opibu8 ae äimioaturum (S88ß) «eeuiu. — viäedilut; sie sahen ein,
sie erkannten. — reZias «i>e8, die Streitkräfte, die ,Streitmacht bei
(persischen) Königs. — 8«ouni, auf das Subject des Hauptsatzes bezogen,
8souiu der Form nach aus euui 86 wie m«eum, tsouw efe., s. Grmmn,
— couzilio, durch Kriegskunst, Kriegslist. — 8uz>er»ry pc>38eut, de:
Conjunctiv, weil Gedanke der Lacedämonier.
4. bao ments, mit diesem Gedanken. — pr«üei8ei, von de:
Schifffahrt: absegeln. — ?i8«,uälo Äueo, «blai. «b«ol.: unter Anfüh
rung, unter dem Befehle des Pisander. — aäortuz tuzat, Participia!
construction coordinirt mit et aufzulösen; „diese greift Conon bei Cni-
dus an und schlägt sie in einem großen Tressen in die Flucht." —
Ouiäu» (auch Nui6u8 geschrieben), dorische Küstenstadt in Carim, s. die
Karte. Die Schlacht bei Cnidus geschah im Jahre 394 v. Chi.
— seprimere us,vs8, Schiffe eigentl. niederdrücken, d. i. „in den Grün:
bohren, versenken" — cuuetÄ 6iÄsei»,, näml. auch die asiatischen
Griechen und die Inseln.
5 ' (Oouou) curat mur«8, äiruto8 » I<^8»,uäi'o . . reücieusod,
„läßt die von Lysander zerstörten Mauern . . miederherstellen." — eu»re
mit dem nee«», u. zxli-tie. /«t«»-. />«««., s. Gramm. — 2, Q^8«m«!i<i,
Nepo5, ciouou V, 1. 2. 121

nämlich bei der Einnahme Athens am Ende des peloponnesischen


Krieges, 404 v. Chr. — utrc>3yne ftnuro3) et ?iraeei st ^tdeuarum
„beide, sowohl die des Piräeus als die der Stadt Athen selbst."
?ir»eeu3, der große Hafen vor Athen, der auf des Themistocles Ruth
gebaut morden war, s. Ideiu. VI. — peeuuiae cluiu<iuaZint«, wlent»,,
30 Talente Geld; peenniae, </e««t. der Apposition, s. Gramm. — t«,.
teutiun, eine große Geldsumme bei den Griechen, in dm verschiedenen
Staaten von verschiedenem Weiche; das attische Talent betrug unge
fähr 4715 Mark Neichswährung. - oividu» «lii8, seinen Mitbürgern.

l««-. V.
1. mortale^ Sterbliche, gewählter Ausdruck für Komme«. — in-
cun«issr»lii3, unüberlegt, ««bedachtsam, unbesonnen. — zeeunä», »H>
verza lorMn»,, günstiges, ungünstiges Schicksal, d. i. Glück, Unglück;
das Bild beim Gebrauch der Wörter seeunÄuz u. aäver««» ist vom
Winde entlehnt: secunäu« (s. v. a. 8e<zllunäu3 v. 8Syuor, folgen), was
nachfolgt: daher venws 8eeuu<lu8, ein nachfolgender, von hinten wehen-
der Wind, und, weil ein folcher günstig ist, ein günstiger Wind; und
hiervon «ecunäu« überh. : „günstig, glücklich, erwünscht «." Umgekehrt
lläver8U3 (u. »äverto, zuwenden), nach vorn zugewandt, vorn, dah.
?«utu8 »sver8U3, ein vorn», ein entgegenwehender Wind, und »eil ein
solcher ungünstig ist, ein ungünstiger Wind; und hiervon aäverzu»
überhaupt; „ungünstig, unglücklich, feindlich." — cl»,38e kelopollne-
«orura siviet», »blat. ab«<il., „nach der Nesiegung der Flotte der Pe«
loponnefier/' ?e!oz>ouus8ii, die Einwohner des ?e!upoime8U8, des
südlichen Theiles Griechenlands, dessen Hauptort Sparta (od. Lace-
dämon) war. — 3e «Itum (e38e) injuria patriae, aeeu«. e. «n/ln.,
abhängig von putaret: „daß er die Unbilden, die Gewaltthaten gegen
sein Vaterland gerächt habe; patriae, ^e«it. «bieeti.
2. neque vero ea non pia et probaucla tusrunt, „loch war dies
was er verlangte) wahrlich nicht unpatriotisch und verwerflich." —
' potiu8 maluit, ope» patriae auzeri a.uam reßi3. potiu3 malmt,
pleonastisch, wie wenn wir sagten: er wollte lieber vielmehr. — taeer?
MzvHw, eine Schlacht liefern, — onme3 Vraeeiae eivit»te3, zu er»
122 Nei>o3> Cuuou V, 3. 4.

ganzen iutei aus dem Vorhergehenden. — äars oz>erlulu, M, sich


Mühe geben, daß lc. — lüula u. H,eo!l2, zwei Landschaften in Klein
asien, s. die Karte.
3. mwu« äilißeuisr, nicht sehr sorgfältig, mit nicht allzu großer
Sorgfalt, Vorsicht. — Laräe«, die Hauptstadt von Lndien am Palt»
lus, s. die Karte. — svoo«s, jemand amtlich rufen, „entbieten." —
8inMki>8, indem er sich stellte, unter dem Scheine, unter dem Ver
wände. — * 8L vLÜs lllittZrs suill aä regsiu cls M2gu» re. — 6e
MÄFUÄ «, „in Betreff, wegen, in einer wichtigen Angelegenheit." —
* cum Mreu8 nuntio IiuiuZ veuissst, „als er, feiner Notschaft Folge
leistend, gekommen war." — »liaMmäiu, einige Zeit lang, einige Zeit,
4. uouuulli leliyuerullt scriptum, eum »bäuetum (e»»e) iilüe »ä
rezeiu idill.us perizzß. — iuäs, local: „von hier." — »däucere »ü-
a.u«N, jemand (gefangen) „abführen." — «oripwm reliu<iil8le, eigentl,
etwas fchriftlich hinterlassen, d. i. in den Schriften berichten, besoni,
von historischen Schriften: „berichten, erzählen, melden." — «c>utr»W
(«««t»'. Fl«?.), dagegen, für das bloße «cke^b. «outr». — bistorleuz
Geschichtsforscher, HistlGiker; wogegen der eigentliche Geschichtschreibn
lateinisch rerum seripwi od. bloß «oriptor. — äß kersiei« «dm,
über persische Geschichte. — plurimum oreäer« Meui, jemand am
meisten glauben, den meisten Glauben schenken. — eNißiZsß, niiml. emu
(Lououem), er sei entflohen. — Äääubitnrs, anzweifeln, bezweifeln, in
Zweifel,! unentschieden lassen. — utrum liritckno »eieute »u ilupruäeute
ablat. abzol.: „ob mit Wissen oder ohne Wissen des Tiribazus." —
iwpiuäsus, v. m pruäsu«, nicht ahnend, nicht nermuthend, ohne Wissen,

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung:


^. Grammatisches und Stilistisches. 1) was ist gramma
tisch von ueZaie zu bemerken? — 2) wie ist der Ausdruck iä negotii,
„dies Geschäft", zu erklären? — 3) wie wird timZor construirt? —
b) wie heißen die übrigen gleichartigen ve^b»? — 4) was ist das
Nähere des genit. der Apposition? — 5) was heißt extiemuio, bellum,
»nd zu welcher grammatischen Regel gehört dies? — 6) wie wird
!fei>o3, viou I. 1. 123

teimz construirt und welche Stellung «hält es? — b) wie lautet


die betreffende Stelle im Lcmou? !— ?) was heißt esse mit doppel
tem eiativ? — 6) was ist bei z>otiu3 mÄIo stilistisch zu bemerken?
L. Lexikalisches. 1) was sind lon^ae u^ves? — 2) was ist
vom Gebrauch des Wortes nwrtklig zu bemerken? — 3) durch welche
Beiwörter erhält tortuu» die Bedeutung „Glück" und „Unglück", und
welche Bedeutungsentfaltung findet bei diesen Beiwörtern statt? —
4) wie ist lüstoiioug von rerum LoriM? unterschieden?
(?. Geographisches. 1) ^w»s war und wo lag ^auruz? —
2> wo lag t^plus? — 3) wo ^,eg03 üuinen? — 4) wo loui»? —
5> wo H,eoIiH? — 6) wo 8»räes? — 7) wo ?KosuiLe? — 8) wo
?l»erlle? — 9) wo ?ir«,eeu»?
v. Historisches und Archäologisches. 1) wie lange dauerte
der peloponnesische Krieg? — 2) in welchem Jahre war die Schlacht
bn^eßo« üuiuen (^eßo^otluni)? — d) wer war Sieger in derselben?
— 3) wann war die Schlacht ftei Oman«, und wer war in ihr
Neger, wer Besiegter? — 4) wer ist O^iu» der Jüngere? — 5) welche
Verdienste hatte Louon um sein Vaterland? — 6) welche um seine
Vaterstadt?

<^?. I.
I. 8^l»c,u«»uu8, aus Syratus. — implickw» utiHyuo txrlumiäo
viouMoruiu, in beide Alleinherrschaften der Dionysier verwickelt, ver
flochten, hineingezogen. — t^raums, die Alleinherrfchaft, besonders die
ohne Willen des Volkes erlangte (dagegen ist der Begriff des Harten,
Grausamm nicht nothwendig damit verbunden). — utrKgiiL t^lllllmäo
LiouMorum, für t^rsimiä« utriu8q.ue viou^sii, indem t^rknui»
DioilMuilliu als Ein Begriff betrachtet wird. —- viuu^zü, die beiden
Nionysius, der Aeltere und der Jüngere, Tyrannen von Snratus; der
Aeltere vom Jahre 406 bis zu seinem Tode 367 v. Chr., der Jüngere
124 XLP03, viou I, 2—4.

von 36? mit mehreren Unterbrechungen bis 345 v. Chr. — ille


8nz>srior, „jener ältere"; superior, vom Räume u. figürl. vom Ranze:
der obere; von der Zeit: 8er frühere, ältere. — nadörs «.Uyukin in
mlltriiuoiiio , jemand in der Ehe«, d. i. „zur Frau haben." — lliv-
PÄiinum mit langem i. — 8«z>dro8Meu mit kurzem ?. — Ersten mit
langem e. — guarum, partitiv. F««lt. zu ziriorsm. — Ä»re »,Ii<iulull
»lioui uuzituiu C«uz»n.), ein Mädchen jemand „zur Frau geben".
2. Q»twit mnltll, aÜÄ, donll »,b uatmK, er hatte, besaß viele andere
Güter vom Schicksale. — Fsnerosa mawruiu tama, Adelsruhm der
Vorfahren, Ruhm adliger Vorfahren, hoher Ahnen. — ab natui»; »b
nicht blos vor Vokalen, sondern auch vor fast «llen Consonanten,
f. Lexik. — iu bis, näml. boui«, „unter diesen." — MÄ^ua äiznit»«
eorvori«, viel körperliches Ansehen — qu»s uou Minimum ooiumsu-
ü«,t, „das (das Ansehen) gar nicht wenig empfiehlt": uon Minimum,
doppelte Negation verstärkend affirmativ: „gar sehr" (Redesigul
Litotes).
3. «88« intinuim ÄÜcmi, jemands vertrautester Freund sein —
ne^ue minu» . . quam, und nicht weniger . . als, deutsch durch
Gleichstellung ausgedrückt: „und zwar eben so sehr wegen ihrer Cha
raktere als wegen der Verwandtschaft. — * tamsu »wäedn,t, (s«n)
«alvum (e»3s), propter us<:L88ituäius!ll, m»Zi8 eti3m suorum e»u«»,
„so bemühte er sich doch, daß er (Dionnsius) unversehrt-, am Leben
bleibe, wegen der engen Verbindung, wegen der nahen Beziehung, mehr
noch um der Seinigen willen." — nscs88ituäo, eigentl. die Not
wendigkeit, dann: die enge Verbindung, enge Beziehung, in der man zu
jemand als Verwandter oder Freund steht, Verwandtschaft, Freund»
schnft. — ein« oou8ili« movetmtur multum, von seinem Rathe wurde
er sehr geleitet, d. i.: „ließ er sich sehr bestimmen." — uu» iu re, in
irgend einer Sache, in etwas; nug,, Ffonom. «neie/ln., v. qm, yu»e
(a.n«,)> quoä. — iutßroeszerat, (hindernd) dazwischen getreten war.
4. nuas 688«ut i!Iu8triurs8, „die glänzender sein sollten, mit
mehr Glanz begleitet sein sollten"; der Conjunctiv e88<?ut, als Ge
danke des Dionnsius. — ' et o»8 auiäen» odsuuclo üiüzenter, »ä-
n,iui8trg,näo näeliter t«gtzd»t (oder Isuisbat) oiuselizzimnm uomen
Zlepo«, Dion I, 5. 11^ 1. 2. 125

hinnni »uk numkmitate , „und indem ei diese (Gesandtschaften) mit


Eifer übernahm und mit Gewissenhaftigkeit ausführte, verdeckte (oder:
milderte) er den grausamen Namen des Tyrannen mit seiner Menschen
freundlichkeit, mit seinem milden Character."
5. liuue mi35uiu 8ii8peiLrunt, die Participialconstruction aufge-»
löst in: «um iui38il8 ezzet s, vion^io (»ä Lkrtliazillißi^eH) : „als er
von Dionysius zu den Carthaginiensern geschickt wurde, blickten diefe
zu ihm auf, d. l. verehrten sie ihn hoch, so daß sie niemals einen
griechisch Redenden mehr bewundert haben." <ÜÄ,ltnaLinieu8e8, die
Linwohner von Carthago, der berühmten von den Phüniciern gegrün»
deten Handelsstadt an der Nordküste Afrikas, in der Nähe des heu
tigen Tunis, f. die Karte. — 8u8pie8is, eigentl. vü« unten hervor-,
nach der Höhe fehen, aufblicken, emporblicken; besond. aus Achtung,
Belehrung zu jemand aufblicken; dah. überh. , wie hier, „jemand
Schächten, verehren, bewundern, anstaunen." — ut siut 3,ämir»ti, das
?n/eet. ea«Mnet. bei nt im Wirtungssatze zur Angabe eines beson
dern historischen Factums, s. Gramm. — HrkLeü, linZu», 1c»iußuteiu,
den mit griechischer Zunge (Sprache) Redenden, bloße Umschreibung
für Lraecuui, Griechen.

<üxi>. II.
1. Iikßo vic>l^8ium uon lußißdilnt, „dies entging dem Dionysius
nicht"; dllee, das ne«t,-. ^>l«^ , im Deutschen der Singular. — res
tußit kliyuem, es entgeht etwas jemand, es bleibt ihm unbekannt,
s. Gramm. — quanto «iu3,iueutc) stlall'o.), zu welcher Zierde. — »eu»
tietmt, er fühlte. — <iuc> üsoat, dadurch geschah, dies bewirkte; das
inPe?/',, als fortdauernde, sich wiederholende Handlung. — unimaxiws,
eine beliebte verstärkende Ausdrucksmeise: „ihm allein am meisten";
oft noch mehr durch omnium verstärkt. — iuäulßtzre alieui, „jemand
geneigt«, ergeben sein, sich ihm hingeben." — nou »seus «,o, nicht an
ders, als : »e (at^ue) bei Vergleichungen, s. Gramm.
2. ' gui (nämlich Vion^8iu8) «lmäem uou zwtmt uß^ars aäole-
Leeuti (vioni), cum tamk e8LLt psrlata in Zieiliam, ?l»wuem ve-
M83ß lareutuin, yuiu acoerseret eum (klatonem), cum Dion Ü2Z
126 IfepN8, Dion II, 3.

i»ret oupiäitHte eiu8 lluclienäi. „Dieser (Dionysius) nun konnte, »ls


die Nachricht nach Sicilien gebracht worden, Plato sei nach Tarent ge-
kommen, es dem Jünglinge (Dion) nicht versagen, daß er ihn (Plato)
zu sich einlade, da Dion vor Begierde brannte ihn zu hören."""—
?I»to, der größte Schüler des Sokrates, und einer der grüßten Philo
sophen aller Zeiten, geboren zu Athen im Jahre 429 n. Chr. In
seinem dreißigsten Lebensjahre begab er sich auf Reisen, um die Staaten
und ihre Gesetze kennen zu lernen, und kam auch nach Talent in Groß-
griechenland (s. die Karte von Italien). Er starb an seinem 82sten
Geburtstage. — ue^kie Meui »liyuiä, jemand etwas verweigern, ab-
schlagen. — neu potuit neZare, guiu, er tonnte nicht abschlagen, daß
er ihn nicht einlade; yuin nach negativen Sätzen für ut nou, s. Gramm,
— »ooer8ere, (ältere Nebenform von o,ree88ere) aliquem, jemand her
beiholen, einladen. — 2»ßrare eupiäitate sablai. «nst^ume«^ , vor
Begierde brennen. — onpiäitas ein» auäienäi, Construction mit dem
Hicli'tlo. /«t«»'.^«««. für das Fe»°«»l<i.: auäieuöi enm. — »uäire, hören,
besond. einm Lehrer hören, dessen Vorträge hören, lehren hören. —
äsäit lmio (vinui) veniam, eigentl.: er gab ihm die Willfährigkeit, die
Gunst; d. i. die Erlaubniß. — ' atque peräuxit enm (?I»tonßw>
8^raeu828 mllßuZ, ainditione, „und ließ ihn (Plato) mit großem Ge
pränge nach Syrakus geleiten, holen." — ambitio, (v. amdire, herum-
gehm), eigentl.: das Herumgehen des Kandidaten bei seiner Umtsbe
werbung, dah. die Amtsbewerbung; hiervon weiter: das Streben zu
gefallen, die Gefallsucht, Eitelkeit, Prahlerei, Aufschneiderei.
3. »äilmare, jemand liebgewinnen ; dah. im /p«/eet. jemand lieben.
— neyue vero minus, aber nicht weniger, d. i. aber eben so sehr. —
6eleetatus est viüne, wurde ergötzt, erfreut von Dion. — omn vio-
latus esset, obgleich er (Plato) verletzt morden war, guippe yuem,
da er nämlich befohlen hatte ihn zu verkaufen, iudere, mit dem »en«,
e. «n/?n. H«,««. (hier venumäkii), eigentl. befehlen, heißen, daß etwa,
geschehe, dah. kurz: etwas thun heißen, s. Gramm. In Betreff des
von Nepos Erzählten ist zu bemerken, daß Plato in einer lebhaften
Unterredung mit Dwnnsius ihm seine Fehler vorgeworfen hatte, wo
rauf Dionysius den geheimen Befehlt gegeben haben soll, den Plato
^LP08, Dion II, 4. 5. III, 1. 2. 12?

auf seiner Rückleise als Sclaven zu verkaufen. — eoäem reöüt, niiml.


?I»to 8^rae!i8Ä8. — Äääuoiuz z>l^^^u3 ei«8äein vinui«, bewogen
durch die Bitten desselben Nion.
4. * et o«uu ooutüetaietm' so (morbo) zr»vi, „und als er von
dieser (Krankheit), die sehr schwer war, hart angegriffen, stark gequält
wurde. — yu»erere »b »liquo, jemand fragen. — 86 badere, sich irgend'
wie befinden. — petere lld »liaun, eigentl. von jemand etwas suchen,
,u erhalten suchen, d. i.: jemand bitten. — mlliori perieulo, <M. der
Eigenschaft: „von, in größerer Gefahr." — äe pllrtieuäo reßno, über
die Theilung des Reiches. — * yiioä putabllt, ülio8 8orori8 8n»e ex
ill» U2,t«3 üebere u»bere plu'tein regui.
5. iä neu tlleuerunt, das verschwiegen sie nicht. — relerre 8ermo-
uem aä »Iia.uelu, das Gespräch jemand hinterbringen, berichten. —
' ille (näml. Viou^8!u8 üliu«) eoezit meäioos, ä«,re 8oz>c>rem p^tii,
ue pnte8t»8 llzenäi «88et vioui, „jener zwang die Aerzte, dem Vater
einen Schlaftrunk zu geben, damit Dion keine Gelegenheit habe zum
Handeln." — 8opor, eigentl.: der Mohnsaft; dah., wie hier, „der
Schlaftrunk"; und erst hiervon ist die Bedeutung: tiefer, fester Schlaf
entlehnt, Qoe (sopore) 8uwllto, adlat. ab«ol., in cum aufgelöst:
cum aezei- liun«: 8uiui>8i8«et, „als der Kranke diesen genommen
hatte, beging er, wie vom Schlafe betäubt, den letzten Leienstag." —
odire üiem 8uprem>uu, den lchten Lebenstag begehen, d. i. sterben.

<^i>. III.
1. iuitium «imulwti» Vic>ui8 et viou^zii, der Anfang der Rei
bung zwischen Dion und (dem jüngern) Dionnsius. — multi8 iebu8
iluct» ezt, sie wurde vermehrt, gesteigert durch viele Umstünde. —
Primi» temporibu», in der ersten Zeit. — 2liyu»mäin, einige Zeit
lang, eine Weile. — 8iniul»w »mieiti», verstelltes, erheucheltes freund»
liches Verhältniß. — inorein Zerere, den Willen thun. — imiwri
Mtiem in »Ii«iu» re, dem Vater in etwas nachahmen; imiwii e.
"«««., s. Gramm.
2. ui«tori<m8, ein Geschichtsforscher, Historiker, verschieden von
remw. 8eript<ii', od. bloß ^riptoi-, Geschichtschreiber — 3,mieu8 tyranne,
128 Repos, viou III, 3. IV, 1.

gewogen, geneigt vom Tyrannen; auiieii« als Aojectiu c. ciliiil)., s.


Gramm. — uon n>Hßi8 . . yuaiu, nicht mehr . . als, d. i. mit U«leh-
rung der uewiuÄ,, eben so sehr . . als: „eben so sehr der Alleinherr
schaft (wörtl. „dem Tyrannen") als oem Alleinherrn geneigt." vlur»
8>illt exvu8it»,, Wehreres ist auseinandergesetzt, entwickelt, erzählt. —
yui (lider) oou8orivtu8 est äe distorioi», welches abgefaßt ist, d. i,
welches handelt von den Historikern.
3. ?083S lluewritllts, durch Einfluß vermögen, d. i. von hohem
Einflüsse sein. — VÄ,1uitu.ue elogueutia, und wirkte durch seine Bered
samkeit. — ut ei z>er8U3,8eiit, daß er ihn beredete; ut wieder (wie
oben I, 5: ut «int aämiiÄti) mit dem Fe»/ect. eo»y«nei. zur An-
reihung einer neuen historischen Thatsnche, s. Gramm. — taeeie tmem
t^ilmuläig, ein Ende der Tyrannis zu machen. — », eM, das «lati-
v«»» schließt zugleich eine adversative Partikel ein: 8eä ad eg, etc. —
äeteirituz oeeziit, das H>a»-tie. coordinirt mit et aufgelöst: „aber von
diesem Willen, von dieser Neigung wurde er durch den Math des W-
lisws abgebracht, und fing an noch bedeutend grausamer zu sein." -
Äliu.u»nto, »dlat. des Maaßes: „um ein gut Theil, bedeutend."

o^>. IV.
1. ' oum die ymäem viäsret, 88 8upeiÄii «, Diene lUßeni»
etc., „als dieser nun sah, fühlte, daß er von Dion übeltroffen werde :c."
— vereng, ue, fürchtend, aus Furcht, daß ,c.; so ue, „daß," noch
verevl, s. Gramm. — 8eeuiu badere alicluem, jemand bei sich, in
seiner Nähe haben. — ' ue äaret M<^uÄ.m uee^3ioueiu 8u! oopri-
menäi, „daß er ihm irgend eine Gelegenheit zu seiner Unterdrückung
gäbe." — ooe28io 8iii opprimeuäi, ^»»i-tie, /«i^^.F»««. für das Fe^un^,
e. aee««.: «pprimelläi se, 8e auf das Subject des Hauptsatzes bezogen, —
nilvis trirem«, sonst auch bloß trirenck, ein Schiff mit drei Reihen
Ruderbänken, ein Dreiruderer. — uM, näml. nave. — Ooiintlluui,
Ortsaccusativ: „nach Corinth". Ouriutdnz, große griechische Handels
stadt am Isthmus, s. die Karte. — o8teuäeu8, zum Scheine an
gebend, vorgebend. — ' »e lacere iä utriu8<iue c»,u8»,, „er thue
dies um (ihrer) Neider willen." — tiniere iuter 8e, einander fürchten.
Xepus, violl IV) 2 — 5. V, 1. 129

— alteiuter kltsrum, einer von dm Beiden den andern. — praeoeeu.


pars, es jemand in etwas zuvorthun, ihm zuvorkommen, ihn über«
rumpeln, einen Vorsvrung vor ihm gewinnen.
2. inäiguari aliyuiä, etwas für unwürdig halten, über etwas ent
rüstet sein, es sehr übel aufnehmen. — maZuss iuviäi»«, <i«ttv., zu
großer Anfeindung, Gehässigkeit. — omni» yu»L movsri potsrant,
olles bewegliche Eigenthum, Gut <ganz so Ibem. III, 8); daher nach
Art eines Substantivs mit dem </e«it. vioui«. — yxiztimari volebat,
er wollte, daß man glaube. — oäio domini» (genit. ob^eei«), aus Haß
gegen den Mann.
3. eomMrare mHuum, eine Schaar sammeln — ' ut^us eoullri
iaoers bellum 8ibi, und es versuche, gegen ihn einen Krieg zu beginnen.
— äars HÜHuaill alioui uuptuiu s««Fln.), jemand zur Frau geben. —
iuzzit üliuin 8io eäuellri, er ließ den Sohn so erziehen; iubers mit dem
«ceu«. e. in/ln. F»««., für das deutsche „lassen" und den l'nM. aetw.
^ mäulgenäo, durch Gehenlassen, durch Nachsicht, Indulgenz. —
iNbuerewi-, gleichs. angesteckt-, d. i. erfüllt wurde.
4. obrusbatui^ er wurde überschüttet. — nulluni tempus relin^uL-
»Htur 8ot>rio, es wurde dem nüchternen leine Zeit gelassen, d. i. zum
Nüchternsein, zur Nüchternheit.
5. 118HU6 eo, so weit, so sehr; und mit der Negation vom folgen
den uou potuit Verbunden; „er konnte so wenig den völlig veränderten
Zustand seines Lebens ertragen, daß er, nachdem lc. . . . sich von dem
obern Stockwerke des Hauses herabstürzte und so ums Leben kam." —
»pvoziti ei-Hut eu8töäe8, „es waren Aufseher ihm beigegeben morden/'
^ l!?ä>loel6 ^b «liyuH ro, von etwas abführen, abbringen. — asäe»,
im F, «,-al. , das Haus (weil aus mehreren Zimmern bestehend). — ut
«« äeiecerit, iutsrisrit, P«/eet. co«^'., bei ut als Angabe eines histo
rischen Factums, s. Gramm. — «eä Ulue revertor, doch ich lehr«
d»rthin, d. i. zur früher« Erzählung zurück.

Cxi>. V.
1, eoäsm, aci«ie»-b., ebcn dahin, — ' llerac:1iäs8 6xpul3U5 »b
eoäem Diou^8io, u.ui etc., „der von demselben Dionysms vertriebene
130 Nepoz, vion V, 2. 3.

Heraklibes, der Anführer der Reiterei (nach unserer neuern Bezeichnung-


General der Kavallerie) gewesen war." — omni ratioue, adverbial,
adl«t.: auf alle Weise, d. i. mit aller Kraft. — oomMrare bellum,
zum Kriege zu rüsten.
2. proüeßrs, eigentl.: vorwärtsbringen, d. i.: „zu Stande bringen,
auslichten." — ' yuoä t^raunus (Andere lesen t^rknui») luultomm
»miorum puwdllwr m«,zuaruN upum, seltene gleichzeitige Verbindung
zweier Zenlilv» der Eigenschaft beim Subject und im Prädicat: „weil
man den Tyrannen (od. nach der andern Lesart die Tyrannis) viel«
Jahre (d. i. den vieljährigen Tyrannen oder die vieljährige Tyrannis)
von großer Macht (d. i. für sehr mächtig! glaubte." Der jüngere Diony-
sius regierte damals zwar erst zehn Jahre, aber die Regierungszeit
seines Vaters wird hier mitgerechnet, weil in ihr die Tyrannis mil
befestigt wurde. — peräucere aliyuem s,ä »oeistatem perioüli, jemand
zur Theilnahme an der Gefahr bewegen, jemand dahin bringen, an
der Gefahr Theil zu nehmen. — z>erieuli, Fenit. «b/eoti.
3. trtzws, gestützt, sich verlassend, vertrauend, bauend. — uou Kuu
. . <i>iam, nicht somol . . als vielmehr, weniger . . als, oder bei Um
stellung der nomi«», mehr . . als: „aber Dion, mehr auf den tzaß
gegen den Tyrannen als auf feine Militärmacht bauend, rechnend." —
copiiz und oäio sind »bl«5 im«t«i«e«t« zu Köln». — t^rlmni, genii,
ob^'eet. zu oäiuui, Haß gegen den Tyrannen. — * (viou) profeetuz est
uiHxiino lluim« <!ull,bu8 ouei»ri!8 UÄvibu», c>pz>UFUlltuui («uz»«.) im-
Zerium «zum^ullßiut», »unorum, mmiltuw <zmiißellti3 lou^j« ullvibn?,
üeeem (nliliuuz) eqMmu, eeutum milibu» peältum, et (yuoä vizuw
e«t ».ämiilldils onmibu« gsutlbus) pereülit »äeo tlleile, ut illtroieri»
8^r»,c:u3a8 pc>8t äieui tertmui yuani attiZerllt Lieililun. — lliou
z,r<ckow8 . . peroulit, die Participalconftruction durch das verl<,
^«itum und et aufzulösen: „aber Dion reiste ab (segelte ab) . . und
warf nieder «." proüoi8oi, von der Schifffahrt: „absegeln." — »nüuo
und li»vidu8, adverbial, ablat. — n»,ve3 ollerlu-ille, Lastschiffe. —
oppugulltulu imperiuui. um anzugreifen eine Regierung, eine Herrschaft,
— iiuperium guill^NÄßinta alluorum (genlt. der Eigmschaft) eine Heri°
schaft von fünfzig Jahren, im Deutschen durch das Adjectiv ausgedrücki:
Nei>05, vion V, 4—6 VI, 1. 2. 131
„eine fünfzigjährige Herrschaft." — wuuitum, u«eu«. neut«'. des Mstie.
^er/'., abhängig von Imperium: «eine Regierung, befestigt, geschützt von
fünfhundert Kriegsschiffen «." Iouß»e u»,ve», lange Schiffe, d.i. Kriegs
schiffe (weil diese länglich gebaut waren). — pereülit «Heu taeile, „er
«arf <sie, die Herrschaft) so leicht nieder." — ut iutroierit, daß er
einzog; das ^ei/eet. eo»»/«n«t. bei ut, s. Gramm. — p»8t üiem tertium
yu»m, nach dem dritten Tage, als, d. i. den dritten Tag, nachdem. —
intelllzi, das Fa««»v. impersonal: „hieraus kann man erkennen." -—
uizi muuitum denevoleuti»,, wenn sie (die Regierung) nicht geschützt
<ist> von der Zuneigung (der Bürger).
4. opperiri »liyniü, etwas erwarten, auf etwas warten. — " r»tuz,
neminem lläver8»riorum veuturiuu (e88e) »ä 8e 8ine illllßui» eopÜ8. —
M«8, glaubend, im Glauben, in der Meinung.
5. r«8 l»Ilit »liyuem, die Sache täuscht jemand, d. i. jemand
lauscht», irrt sich in etwas. — * viou iepi885it rezio8 8piriw8 Ü8 ipziL
<ablat. «>l«t«<m.) <iui etc., „Dion drückte den königlichen Stolz mit
denen selbst nieder, welche unter des Gegners Herrschaft gestanden
hatten." — regii 8viritii8, hier: das stolze Vertrauen des Dionysius
auf seine Macht, die nur große feinoliche Macht angreifen tonnte;
daher der Gegensatz; seine eigenen Unterthanen waren es, mit denen
er erdrückt wurde; und daher nblat. «'«»t^um. Ü8 ipzi» von Personen
lstatt des üblichen per eo8), weil diese eben als das Mittel des Um
sturzes bezeichnet sind. — z>otltu8 est mit dem genit., s. Gramm.
6. eo, Zeitadnerb: „dahin." — eui uui n»bebllt m«,xims,m üäem.
„auf den allein er das größte Vertrauen hatte."

«xr. VI.
1. eonsLuui »liyuiä, auf etwas unmittelbar erfolgen, etwas nach
folgen, auf den Fuß folgen. — ' ^uuä tortuua aclort» e8t äemergsre
8«il modilitllte (eum), c>uem extuier»t paulo mite. — »äoriri, e. in/»«,,
daran gehen, beginnen, etwas zu thun. — äemerZere, eigentl.: unter
tauchen, versenken (von Schiffen), dah. figürl.: jemand smken lassen,
erniedern. — eüerre, in die Höhe heben, erheben.
2, ' primum exerouit (lortuu») 8u»m vim iu tllio, „zuerst erprobte

132 Nepo«, vion VI, 3—5. VII, I.
^
es (das Schicksal) seine Macht an dessen Sohne." — » »ooepit p»i-eii3
ßr»vi83inmm vuluu8 morte tilii.
3. eonesllsrß prinoipatuiu, die Oberherrschaft (jemand) einräumen,
— oouiPLi'»!'« faetjousm, eine Partei erwecken. — negne minng, die
doppelte Negation verstärkend affirmativ : und eben so sehr — optima-
te« (v. oMiuu8), die Vornehmen, Adligen. — pr»s«88s elassi, der
Flotte vorstehm, Anführer der Flotte sein. — exeroitu« pe6ß8t»,
eigentl.: die Fußsoldaten (Infanterie), übenr.: die Landtruppen, die
Landarmee.
4. lerre »Ii<iui<! »e<iua lulimo, etwas mit Gleichmut ertragen. —
retsrr« ver8uni, einen Vers anführen, citiren. — id»z>8<>äl», die Rhav
sodie, das von einem Sänger (Rhapsoden) vorgetragene Gedicht, der
Gesang; besonders ein Abschnitt aus den Gedichten des Homer, die
ebenfalls von solchen Rhapsoden vorgetragen wurden — in quo,
näml. vei3u. — d»ee 8euteutill, „der Gedanke." — Der citirte lc>
rühmte homerische Vers befindet sich in der Ilias, Buch 2, Vers 20!
und 205, und lautet griechisch:

deutsch:
„Niemals frommt Vielherrfchaft im Volte, nur Einer sei Herisch«,
„Einer Regent."
mazuÄ iuvjäi», große Anfeindung, großer Haß. — * viäed»tiii- spernizze,
(snm)vel!e oluniÄ, S88S iu Zu», pot«8ta,to, „denn er schien damit offenbart»,
offen erklärt zu haben, daß er wolle, daß Alles in seiner Gewalt sei,"
5. blwo, näml. iuviäillul. — obsegmum, Nachgiebigkeit. — ounmt
intelüoieuäum llsraeUäeni, er ließ den Heraklides tödten; «ui-lu-e mit
dem aoo««. e. Kästle, /«tu^. F<««., etwas besorgen, etwas machen
lassen, s. Gramm.

exr. VII.
1. illo illterleew, »blllt. »b«..- „nachdem dieser getodtet Word
nach dessen Ermordung"; und ebenso »äversnrio remuw, „nachdem
den Gegner bei Seite geschafft". — auo8 leiebat 8ßU3l88« »civer«u8 8«
Nepo«, viou VII, 2—3. VIII, 1. 133

Instruction des «c««. e. «»^«., bei einem ^«»«m. ^el»t«'v., im


Neutschen nur durch Umschreibung wiederzugeben: „von denen er
wußte, daß sie gegen ihn gesinnt gewesen seien," oder: „welche, wie
ei wußte, gegen ihn gesinnt gewesen waren."
2. yuitiu.» (bouis) äivlzis, «blai. ab«ol., nach der Vertheilung der-
selben. — ' ne^ue zuppetebat, <^uo porrißsret mkuuz, „und doch
n>ar nichts vorhanden, wohin er die Hände ausstrecken sollte." — iä
tmm5ill«äi erat, dies war so beschaffen, fo angethan, d. h, dies mußte
zur Folge haben, daß «."
3. tllmzsblltur eurä ei^iuin rermn. — insuetu» inHle lluäieuäi,
nicht gewöhnt des üblen Ruf«s, an Übeln Ruf; inönetns, mit dem
Zenit, verbunden, s. Gramm. — lU2,Ie auäire, eigentl.: sich übel nen
nen hören, d. i. in übelm Ruf« stehen, eben so umgelehrt t>ene s,u-
Hlis, sich gut nennen hören, d. i. in gutem Rufe stehen, f. Lex.it. —
' llon ierebat »egiio auimn, exiztiivÄii m»Ie äe 8« llb ü», Quorum
läullibuz el»tu8 tuerat ante in ooelum, „er ertrug es nicht mit
Gleichmut (mit Ruhe, ruhig), daß über ihn übel geurtheilt (gedacht) werde,
»on denjenigen, von deren Lobsprüchen er früher in den Himmel gehoben
noiden war." — existimari, »n/?w. F««s. impersonal, „daß geurtheilt
»erde," — oüsnsä voluutate militum in eum, »biat. ab«ul., in oum
auszulösen: „als auch die Stimmung der Soldaten gegen ihn gereizt,
Endlich war." — Hioiiiabat, doppeltes »nle»»H«unm aus äiotllre ».
»licere, mit Eifer nennen, im Übeln Sinne: schelten, schimpfen: „sie
Halten ihn einen nicht zu ertragenden Tyrannen."

Ox?. VIII.
1. mtueu«, M^tie. coordinirt mit et aufzulösen: während er dies
idiese Zustände) betrachtete und nicht wußte, wie er es (diese Zu«
slimde) beschwichtige, nnd fürchtete, wohin das auslaufen (wie das
enden) werde." — 8e«i»rs, eigentl.: zum Sitzen bringen, figürl.: eine
Auslegung, einen aufgeregten, unruhigen Zustand besänftigen, beschwich
tigen. — »euwL 2ä ti-Hiiäem, gleichs.: zu Betrüge zugespitzt (denn
»cutuz ist ursprüngl. Fältle. F«««. v. »ouo, spitz machen), d. i. ein
durchtriebener Betrüger, Schurke.
134 Nep05, violl VIII, 2-

2. enm, näml. vionem. — «88S w»ßno in verieulo, er sei, schwebe


in großer Gefahr; (Andere lesen: wazuo perieulo, ohne in, adverbial,
ablat. d. h. er sei, lebe mit großer Gefahr). — ot?en8io populi (genit.
«uUeetl), die verletzte, gereizte, feindliche Stimmung des Volles. —
»lieui »uorum, irgend einem der Seinigen, seiner Leute, seiner An>
Hänger. — * Hui 3imul»ret 8e iuiinioum <e»3e) i!!i (vioni). — * «zui
mit d. Conjunctiu im Absichtssätze, s. Gramm. — immiou.8, hier Ad
jektiv, bah. mit dem eiativ. construirt; bald darauf aber Substantiv,
daher mit demge»nt.: yuoä iuimioi ein». — ' (enm) eoßmturuiu (ezze!
t»oile «,mmo3 omnium »tyne (eum) 8übl»wrum <e»8e) lläver»lu-ioz,
auoä iuimioi eiu» »perturi korent 8u»3 Äi38iÄeute3 8eu3u» — »nd-
Ikturuin (^a^tie. /««t«»-. v. tollo) »Äver8»ri<>8, er werde die Gegnn
aufheben, beseitigen, fortschaffen. — »perturi torent, ea»V«Fat. F«n-
M»-««t., eigentl.: sie würden Leute sein, welche eröffnen würden. -
8U03 3eu8U8, ihre Gesinnungen. — äizMeiite», abweichend, feinblich,"
3. wli oou3i!io probato, «blat. »bsol., mit oum aufzulösen: „als
dieser Plan (von Dion) gebilligt wurde." — exeipere parte», eii«
Rolle auf sich nehmen, übernehmen, parte», eigentl.: die Theile, dah,
besonders y, der dramatischen Sprache die einzelnen an die Schau
spieler gegebenen Theile eines Theaterstückes, d. i. die Rolle, und hin»,
übertragen überh.: „die Rolle, Funktion, das Geschäft, der Nuftiag
u. dgl." — 8« «lrmllt imvruöenti» viovi», er bewaffnet sich mit de:
eigenen Unvorsichtigkeit des Dion. — oov.ve.ujre «Iiq.iiem, zu jemcmo
in Besuch kommen, jemand besuchen, angehen.
4. nmlti» eou3oii8 <zu»e (re3) Zereretur, ablat. «b«ol., mit cum
aufzulösen: „da viele mußten, was betrieben würde, wurde die Sall
ausgetragen, ausgeplaudert 2c." — yuae (re») ^ereretur ist abhü'n«
von oon8eÜ8, das hier die Natur eines Participiums hat, s. v.«
cum lunlti »eirent, ^u»e (re») zereretur. — il!»s eouveuiuut (eu»l
6e euiu3 verioulo timeblwt, jene (Frauen) kommen zu dem, weg»
dessen Gefahr sie in Furcht warm. — ille neß»t, b. i. sieit, «!
folg, nou, s. Gramm.: „jener sagt, versichert, von Callicrates weit
ihm leine Feindseligkeit bereitet." — 8eä M» . . üeri, aee. e. »»/!>
abhängig von dem aus ne^are dem Sinne nach zu entlehnende
Aepoz, viou VIII, 5. IX, 1—3. 135
>
Hielt: „sondern, was geschehe, geschehe nach seiner Vorschrift, nach sei»
nnn Befehle."
5. uitülo 8eoiu«, eigentl.: um nichts anders, d. i. nichts desto
Weniger; uilülo adverbial, abl. beim Comparatiu, s. Gramm. — in
»eäem ?io8eri>lllÄe: in den Tempel der Proservina. ?ro8erMa, die
Gattin des Pluto, Beherrscherin der Unterwelt; sie wurde besonders
in Sicilien sehr verehrt. — * «oznut (eum) iurare, uitiil perioiili
tor« (d. i. luturum S88e) vioui »d illo, „nöthigen ihn zu schwüren,
daß leine Gefahr dem Dion von ihm entstehen (kommen) werde." —
uilül PeliouU, nichts von Gefahr; periouli partitiv. Fsnl't. s. Gramm.
— »ä maturauäum, zur Beschleunigung, zur Eile. — vsreu», ue,
fürchtend, daß «., aus Furcht, es möchte «.; über us in der Bedeu
tung „daß" bei vereor, s. Gramm. — eou»tH, aeo. Flu^., das Ge
wagte, das Wagniß.

0^. IX.
1. ' (L»IIiolÄtL8) trMt loo» muuitiorü, opMi eou8cü» u»<:
meute proximo äis te«to, eum lliou teußret «e äomi remütum »,
«ouveutu et leoudui88«t in oouelavi säitu. — oouLoü, die Mitver-
schwornen, Verschwörer. — u»e meute, in dieser Ansicht (nämlich:
daß geeilt werden müsse). — proximo 6i« lesto, am nächsten Festtage.
— eouclave eäitlm», das erhöhte, d. i. obere Zimmer, Zimmer des
übern Stockwerkes.
2. »»eiM Humum (viouis) euztoäÜ8; xikeüoit osrto», ^ui uou
äi»eeä»ut s, toribu». — 8»,epit, przetioit, P^ae««»« /li«lo/i«tm, zur
lebendigen» Darstellung: „er umgibt, er beordert." — eerti, sichere,
>. i. auf die man sich verlassen kann, zuverläßige. — y.ui . . . Äisoe-
ä»nt; der Conjunctiv bei o^ui im Absichtssatze, s. Gramm. — ' ludet,
e»m (u»vem) »ßit»ri iu portu, läßt es (das Schiff) im Hafen hin
und her bewegen. — ' 8i tortuuk ol>8titi88et torts eou8iIÜ3 (»ui8). —
karte, eigentl. adlat. v. lor3: durch Zufall, d. i. „zufällig, möglichen
Falls, etwa."
3. e uumeio 8uorum, aus der Zahl der Seinigen, seiner Lwte. —
2»exutdü näol68<:eute« , Jünglinge aus 2»oMliu8, einer Insel im
136 ^epu«, vioii IX, 4—6. X, 1.

ionischen Meere, Elias gegenüber, s. die Kalte. — gukm 3,liäaei88imoz,


f« kühn wie möglich, die allerkühnsten; c>ug,lu dimt beim Superlativ
zur Verstärkung, s. Gramm. — viribus maxiiuiz, ab?at. der Eigen
schaft, auf aäolesoeutez , sich beziehend: „von größter Körverkraft,
die allerstärlsten." — eaut iuerme» aä vionem, „daß sie unbewaffnet
zu Dion gehen." — saut, imperativ. Conjunktiv, s. Gramm, sin man
chen Ausgaben steht ut . . e»ut, was dasselbe bedeutet; dach ist dies
ut wol erst später zum bessern Verständnis; eingeschoben worden), —
' sie ut viäereutur venire eouvenieuäi eiii8 gratia, so daß sie ge
kommen schienen, um ihn zu besuchen. — oouveuieuäi eins, Conftruc-
tion des M^tio. /«i«f. M««. für das Fe^unH, eonveuleuäi eum. Ver
Fs«it. euuvenieuäi hängt von der F?aepo«. zraM , „wegen" cil. —
ziropter uotiti»m, wegen ihres Nelanntseins, als Bekannte.
4. ?c>riduz odLeratiZ, ablat. absol. coordinirt mit et: „verriegeln
die Thüren und fallen den auf dem Nette Liegenden an." — ut zx>zzet,
das ,'»nz)e»/eot. o<m^'«net. nach dem vorhergehenden passen« 2t, weil
dies als passen« ^i«lo«'««,» die Stelle eines Hie^/eoti vertritt. —
tori«, «<iv«^b., draußen.
5. ' Iiie tuit klwüe iutelleetu s««Fin.) cuivis, Zieut üiotnm «t
»ute, yUÄM mvi8il 8it LÜiZulÄriz xoteuti», et (^uklin) miserlwäa ftit)
vit» (eorum), c^ui mllluut, «e ivetui ^u»,iu aivllri, „hier war es jeder
mann leicht zu erkennen, wie früher gesagt worden, wie sehr verhaßt
sei die Alleinherrschaft und wie bedauernswerth (sei) das Leben derer,
welche lieber gefürchtet als geliebt werden wollen."
6 pruxM volimtkte, «blat. der Eigenschaft: „von eigener, eigent
licher, gebührender Gesinnung" (wie es ihnen zukam) — toriduL etkr»-
otiz, ablat. «b«ol., coordinirt mit et: „hätten die Thüren erbrechen
und ihn retten können." — telum lork üagitantez, nach einer Waffe
heraus riefen.

Oxr. X.
1. couteota eaeäe, ablat. ab«o?., mit dem Verbalnomen zu über
setzen: „nach vollbrachter Ermordung." — »d mscüs, von Unkundigen
Nep08, violl X, 2. 3. - 137

Uneingeweihten. — eouoiäuutur (von ooueiäo), weiden niedergehauen.


— üumereiite«, Unschuldige.
2. *ut t»otuni e3t Mlam äe morte duiu«, impersonal ausgebrückt:
als von seinem Tode öffentlich gemacht wurde, d. i. „als sein Tod
bekannt wurde." — piÄsäloare, öffentlich erklären-, öffentlich nennen.
— ' ut ouxereut reäimere eum ad H,ederuute (alte Form für Hebe-
route) «uo »»nßiüue, 8i z>a»8et, „daß sie begehrten, ihn, wenn sie
tonnten, vom Acheron loszulaufen mit ihrem Blute", lebendiger, an
schaulicher Ausoruck des heißen Verlangens. — reäimere »li^uew »b
zli<iuo ist ein stehender römischer Ausdruck vom Loslaufen der Ge»
fangen«« oder Sklaven: reäimere ellpto» od. eaptivo« ad tw3te, »,
plllsäombu» etc., die Gefangenen vom Feinde, von den Räubern los
laufen: hier als figürlich vom Loslaufen des Verstorbenen aus der
Gewalt des Todtenreiches mit dem Lösegelde ihres eigenen Blutes,
^cdeiuu» uuti8, der Fluß der Unterwelt, figürl. auch: die Unterwelt.
3. oelederrimc» loeo, an einem sehr besuchten, volkreichen Orte. —
«I»w8 Hc»n»w3 est, im Deutschen coordinirt mit „und": „er wurde
begraben und beschenkt," — eiTerre «liguem, eigentl.: hinaustragen,
Wh. den Todten (mit einem Leichenzuge) begraben. — pudliee, von
Staatswegen, auf Kosten des Staates. — üiem odire, eigentl.: den
bestimmten Tag, den Termin abhalten, dah. seinen Sterbetag abhalten,
d, i. „sterben," — u»w8, alt, mit d. «c«t«. construirt, s. Gramm.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung.


H,. Grammtisches. 1) welches ist der grammatische Gebrauch
von huiu? — 2) wie wird imiwr construirt? — 3) wie wird iuimi-
cu« construirt? — b) wie lautet die betreffende Stelle im viou? —
4) wie ist der Ausdruck couvev.iev.gi eiu3 zratia grammatisch zu er
klären? — 5) in welchem Falle lann das imFe^eet oon/«nctwi auf
ein Fs«e«en« folgen?
L. Lexilalisches. 1) was bedeutet ueee88ituäo? — 2) was ljuzpi-
eßrs. — 3) was 8<>i>or? — 4) welches sind die Bedeutungsstu«
fen von »mditio? — d) wie lautet die betreffende Stelle im Dien?

X"
238 Xepoß, IxdioiÄte«. I, 1. 2.

— 5) wie ist die Bedeutung „Rolle" von z>«ts8 entstanden? —


6) was bedeutet bsns »uäire und m»Ie »uäire, und wie ist diese Be
deutung entstanden? — 7) was heißt muism ßsrsre? — 8) wie ist
der Ausdruck: rsäimsre »liyuem ad ^ederunts 8uo 8ÄUßuiuß zu er
klären?
0. Geographisches. 1) wo lag Ooiiutbus? — 2) wo 2»c^u-
tbuz? — 3) wo lureuwm?
v. Historisches und Archäologisches. 1) wer ist Diony-
sius der Aeltere? — 2) wer Dionysius der Jüngere,? — 3) wer ist
?i-o8Ll-Mk? — 4) wer Plato? ^ 5) was bedeutet „Tyrannis" im
griechischen Sinne? — 6) was ist eine Rhapsodie? — 7) wie lautet
der homerische Vers über Allein, und Vielherrschaft? — 8) welches
find die wichtigsten Ereignisse im Leben des Dum? — 9) auf welche
Weise fand er seinen Tod?

X. IpdierateF.
c^r. i.
1. H,tdsuisu8i3, „aus Athen". — ucm tlun . . o.uluu, nicht so
sehr . . als svielmehr, d. i.: weniger . . als. — res ß«8we, Thaten,
besonders Kriegsthaten, Heldenthaten. — äi8eiz>I!u» millwik, Kenntniß
des Kriegswesens, Kriegskunst. — ' ut uou 8olum con>plu'»retur oum
Primi» «,st»ti8 8u«,s, 8sä (ut) yui8«iu»,m us äs mlü<>ribu3 U3,tu um-
äsm llutepoueletur, „daß er nicht bloß den Ersten seiner Zeit gleich»
gestellt wurde, sondern daß nicht einmal von den Aelteren, Früheren
jemand (ihm) vorgezogen wurde." — yuizyuanl äs uMioridus u»tu,
irgend einer von-, aus dm Aelteren, Früheren; äs zur Bezeichnung des
Ganzen, von dem etwas ein Theil ist. — m»ior natu, eigentl.: der
größere »n Geburt, an Alter, d. i. der Aeltere.
2. c,u>i>K, „durch Schuld, durch seine Schuld" (in manchen Aus
gaben steht: «ulpk 8uK). — tüutuin^us so (nämlich soimilio) vläuit,
„und er war so stark im Kriegsplan, in der Kriegsführung." — ' ut
Ner,08, IMcr»t. I, 3. 4. II, 1. 133

partim attulerit multa uov», in re militHri, partim teoerit melior«^


„daß « im Kriegswesen Vieles theils neu eingeführt, theils verbessert
hat." — ut »ttulerit, teoerit, das ^e^/ect. eo»n'«nei. bei ut, zur An«
gäbe eines historischen Factums, s. Gramm. — taeers alic^niä melius
etwas besser machen, d. i. verbessern.
3. peäestri», arm», die Waffen der Fußsoldaten (der Infanterie).
— cum utereutur, da sie sich bedienten, da sie hatten. — maximi
olipei, sehr große runde Schilde.
4. e contrario, im Gegentheile. — zielt», ein kleiner, leichter
Schild von der Gestalt eines Halbmondes. — parma, ein schwerer
runder Schild. — a guo, neutral: wovon, woher. — pelta8tae (grie
chisch »c^,r«<??ni1, Peltasten. — eon<mr8U8, das Zusammenstoßen im
Kriege, das Handgemenge. — genus lorioarum, nämlich Hoäit ; lorioa,
der Lederpanzer, Riemenpanzer, Panzer (dagegen ttwrax, der eherne
Vrustharnisch). — Die lorlea, war mit Thierhäuten bedeckt, und dann
mit Blech und einem kettenförmigen Ringüberzuge (dies sind die im
Text ermähnten ssrta) versehen. Die linteae, die Iphicrates ein»
führte, waren dichte leinene Geflechte, die wegen ihrer Leichtigkeit be»
quemer waren. — sxveäitiores, leichter, freier in den Bewegungen.
— pouäers äetraoto, ablat. «b«al., „indem er die Last veiminderte."
— ' ouravit, guoä »««zu« togßr^t oorpuz st 0886t levs, „besorgte er
(»eranstaltete er, führte er ein), was auf gleiche Weise (zu gleiche«
Zeit) den Körper deckte und leicht sein sollte." — asyuo . . ae, auf
gleiche Weise . . wie, ebenso . . wie. — teeret u. eszet, Conjunctive
als Gedanken des Iphicrates.

l^r. II.
I. LbiÄoe», die Bewohner von Inraoia, dem Lande östlich von
Nacedomen, am ägäischen Meere und dem ?<mtu8 Nuxlnu8, s. die
Karte. — reMwere ali^nem in rsguum, jemand in die Regierung,
in sein Reich wieder einsetzen. — Lorintnus, die große Handelsstadt im
Peloponnes, am Isthmus, s. die Karte. — tautä severitate, adverbiali«
scher nblat.: „mit solcher Strenge, so streng." — null»,« umquam . .
«opiae, im Deutschen wird die Negation der Zeitpartikel beigefügt:
140 Kexoz, IrMeiAt. II, 2 — 5.

„daß niemals Tiupp«n lc." — äicto auclieutez äuei, dem Befehl des
Anführers gehorchen; auäire äieto sci«t.) »lioui, jemand gehorchen, f. Lexik.
2. luiäucsrs «li^uew in e«,m eouzuetuäinem, ut et«. , jemand in
folche Uebung bringen, fo einüben. — 8iue äuci» upsr», ohne Vtit-
Wirkung, ohne Zuthun des Anführers. — ' ut Ziuguli viäereutur
ÄiLposNi (e3»s) »b vsritizzimo Imperators, „daß sie einzeln, daß jeder
Einzelne vor dem erfahrensten Feldherrn aufgestellt zu fein schien." —
ad peritisLiwo , »d nicht bloß vor Vocalen, fonder« auch vor Conf»-
nanten, nur feiten vor den Livvenconsonannten d, p, l; hier ein Bei»
spiel felbst vor p.
3. uoe exereitu, «blat. »««t»'«»». — iuterteeit möiluu I,aceä»e-
lnonioruiu, er tödtete, vernichtete eine Mora (Heeresabtheilung). mar»
(griechisch ^o'^«, gewöhnlich /ua5<>«>, eine Abtheilung des fpartanifchen
Fußvolks von 400 Mann und drüber (dies mor» nicht zu verwechseln
mit mora, ae, der Verzug). — * yuoä eelebratum e8t inaxime to<H
tiraeoiä, „was außerordentlich gerühmt wurde in ganz Griechenland",
tota Lraecik, Ortsablativ, besonders bei totu» gewohnlich, f. Gramm,
— iterum, noch einmal, ein zweites Mal, c>umL3 copi»« eorum (!,»-
«eäÄLmouiorum), ihr ganzes Heer.
4. ^rtaxerxe», mit dem Beinamen Uuemou, Sohn und Nachfolger
des Darin.» II. Ifotbus, regierte von ^04—361 v. Chr. — yuem pr»e>
Leeret, der Conjunttiv bei yui im Absichtssatze: „um ihn zum An
führer zu machen." — exereiw8 eouäuetieiu8, das Miethshe». —
numerus äuoäeeim uüliuiu; der g«»wt. der Eigenschaft. — ciueru (exer-
«itulu eoiuluetioium), äizeipliua militari», s. oben zu I, 1. — I'abia«,
Fabianer, Soldaten des H. I'abiuz I^aximu» Liruetator, Dictawrs im
zweiten punischen Kriege (vgl. unten Uimnib. 5, 1).
5. xroleetu» Iiaeeäaemouii» sudziäio sci«tlV.), „als er den La««
dämoniern zu Hilfe zog." — retaräavit impetu», verzögerte, d. i,
hemmte den Andrang, das Vordringen, die Gewalt des Evaminondas.
Npawinouä«,», berühmter Feldherr der Thebaner, der Sieger bei
Leuctr» und Mantinea. — ein«, näml. lobierätis. — »l>vropilla.ullre,
Ve,b. ne«t^., nahe kommen, herannahen; »äveutuz aporopin^uat, die
Ankunft ist nahe, steht nahe bevor. — LpartH, Qrtsablativ: „von
Nepos, Ipbierat. III, 1. 2. 141

Sparta." 8z>llit», bei Nepos seltener als I^eeäzeiuou für die Stadt
Sparta. — äels88eut, zusammengezogene Form des ^«sguampe»/.
eon^««et. für äelevi83eut v. äelere. äelsre uroem jiiesnoüo, eine
Stadt durch Feuer vernichten, vertilgen, zerstören.

«xr. III.
1. 8t »uilllo lüllßiio et corpore, von großem Geiste wie Körper;
groß sowul an Geist als an Korper. — imperatori» toi-iuk, von
einer gebieterischen Gestalt. — »ämiiationem 8ui, Bewunderung seiner
Person.
2. remi«8U8 niiuis, allzu schnell ermüdet. — pllruiu z>»tieu3, zu
wenig ertragend, von sehr geringer Ausdauer. — IbeopompuZ, em
berühmter griechischer Geschichtsschreiber. — proäere niemoriae, «igentl.:
der Erinnerung, dem Andenken überliefern, d. i. von Geschichtschrei»
bern: „belichten, erzählen." — bouu» «vi«, ein rechtlicher, wackrer
Bürger. — säe n>»ßn5, «bial. der Eigenschaft: „von großer Zuver»
liißigteit, Verläßlichkeit, ein Mann von Wort. — cum . . tum,
s«»ol . . als auch, als besonders; daher cum in »liis redu8, tum
»«liluo, außer in vielen andern Dingen, ganz besonders «. — in
Niemals lideris ^niMtae ^I»ee6öui8, bei der Neschützung der Kinder
des Macedoniers Amyntas. ^m^uwZ, Konig von Macedonien, Vater
Philipps und Großvater Alexanders des Großen. — NurMos, mit
kurzem i. — ^mimk morwo, ablat. ab«ol,, „nach dem Tode des
Anmntas." — eins «pibu«, mit seinen Kräften, mit seinem Vermögen.
— »cl seneotutem, bis ins Alter. — Menti« lwimis, «blat. ab«ol., „bei
freundlicher Gesinnung seiner Mitbürger gegen ihn." — ea,u8»m «»Mi»
«emel äicit, „wegen der Anklage eines Criminalverbrechens vertheidigte
ei sich nur Einmal." — «aus» e»Mi8, eigentl.: der Prozeß, die An
klage einer Schuld, bei der das Leben verwirkt wirb, äieere cÄU8»m,
die Rechtssache, d. i. die Vertheidigung in einem Processe (entweder,
wie hier, für sich selbst, oder als Anwalt für seinm Klienten) führe».
— deUo 8oei»,Ii , ablat. tempo?., zur Zeit des Nundesgenoffenkrieges,
eines Krieges, den die Nthenienser gegen ihre abgefallenen Bundesge
nossen Rhodus, Chios, »yzantium und Cos fühlten, 358 v. Chr.
"^"5"
142 Ifexoz, Ipliiolllt. III, 4.

mit ?imotlieu3, Feldherr der Athener (s. dessen Leben bei Nepos
Nr. XIII.).
4. !lsllß3tß», griechischer aee««. v. IckLU68t!ißU8 , s. Gramm, —
is, näml. Hleuestdeu» — Loti, als ge«lt. von Ootu8, dies steht »bei
für das griech. (üot^8, Fe««t. Ootd?o8, (ilorvz, vo?) — t»,e8re allanem
z>Iuri8, jemand höher schätzen, achten, plurk, Fsnit. p»-et«, s. Gramm,
— i<i euiu, für «um iä. — in<i>iit, bei Anführung der Rede eine«
Andern nach einem oder mehreren Wörtern gesetzt, s. Gramm. — lverito,
ackveiH., mit Recht, ganz recht. — yulwtiun, iu 86 luit, so weit es an
ihm lag, so weit es von seinem Willen »bhmg; 86 auf das Subject
des Hauptsatzes (pÄisr) bezüglich. — Ibisesm, (auch ^draoem geschrie
ben) nie zsumt, hat mich als einen Thracier gezeugt, zu einem Thri
ller gemacht (nämlich indem er sich eine Thracierin zur Frau nahm),
— ooutiÄ sä scicou«. H»l«»'. «e«t»-.), dagegen, s. v. a. daß bloße acivn-b,
eoutril. — lullter (nämlich m« Zeuuit) ^tll6llieil8em , näml. d» sie
«inen Athenienser zum Manne wählte.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung:


H,. Grammatisches. 1) vor welche Buchstaben wird 2, «01
welche ab gesetzt? — 2) welchen Einfluß übt das Adjectiv totu8 »M
den Casus des Ortsnamen?
L. Lexikalisches. 1) was bedeutet taeers aliquiä n>e1iu8? —
2) wie unterscheidet sich lorlek und tboi»x? — 3) was heißt e»uza
e»piti8 und woher die Bedeutung? — 4) was heißt «w8»ni sioere?
(!. Geographisches. 1) wo lag Ibr»,«»,? — 2) wo <?o-
rintdu8 ?
v. Historisches und Archäologisches. 1) wer ist H,rU-
xerxe« Hluemon? — 2) wer Npllwmon仫? — 3) was ist der »the-
niensische Bundesgenossenkrieg und wann wurde er gefühlt? — 4) was
sind Pel tasten und woher der Name? — 5) worin bestand das
Hauptverdienst des Iphicrates?
Aei>08, Odadr. I, 1—3. 143

XII. OKabriHF.
c^?. i.
1. ^tdeuisuzi«, aus Athen. — dllbtzri in sumiuiz äueit>u8, unter
die größten Feldherrn gerechnet werden. — rs» äiM»,« memoria, Th»-
ten, werth der Erinnerung, des Andenkens, d. i. denkwürdige Thaten';
öiZnu» mit d. «bl. construirt, s. Gramm. — »sä sx di8 (rsdu8) slüeet
etc., „aber unter diesen strahlt am meisten hervor seine Erfindung in
dem Tressen, das er bei Theben lieferte «.", d. i. die Erfindung, die
er in dem Treffen gemacht hat «.
2. iu eo, nämlich ziioelio. — ' ^zssMo, siimino äueeFüäente
viotoris, ew., «blat. ab««l. durch eum aufzulösen: „als Agesilaus,
jener ausgezeichnete Feldherr schon vertraute »uf den Sieg, da schon
die Methshaufen von ihm in die Flucht geschlagen worden waren."
— ' (t?d»dri»8) vstuit relilzuÄM plis,li«ß8iii eeäer« loeo, llt^ue änouit
(e^w) sxoipßis iluzitztuill Iiostium ßsuu obuixo »out« sciati«).), pro-
HecH b»8tk, „so verbot er der übrigen , Phalanx von der Stelle zu
»eichen und lehrte sie den Angriff der Feinde aufzunehmen, indem sie
das Knie auf das Schild stützte und die Lanze heruorstreckte." — iä
üovuin, das ne«t?. des Adjectivs substantivisch, dieses Neue, diese neue
Komvfart, diefe neue Stellung. — Hzssilau» eouweus nou est ausus,
„das H>»»-il'c, durch euni aufgelöst: „als Agesilaus diefe neue Kampf-
ort erblickte, wagte er nicht vorzurücken." — ' »taus revocllvit suos,
i»w inourrsutßz, tubK,, „und rief seine Soldaten, die schon losstürm
ten, durch die Trompete zurück." >
8. nsyue eo, snäve?b.), eigentl.: bis dahin, d. i. so weit, so sehr.
— totk 6rllsoi3,, Ortsablativ; „in ganz Griechenland", so gewöhn
lich bei Ortsnamen mit totu8, s. Gramm. — oelsbratuiu' «8t tamk,
„wurde durch den Ruf verherrlicht." — ' ut (H»,t>ii3,8 volueri^, st»,-
tuzm, «zu»« . . üsri Lidi illo 8taw, „daß Chabrias gewollt (gewünscht
hat , daß die Statue lc. . . , ihm in jener Stellung gemacht werde."
— ut volusrit, das 4>e»/eet eo»l/unet. bei ut im Wirkungssatze zur
Angabe einer besondern historischen Thatsache, s. Gramm. — di» 8tl^ti-
du», dieser Stellungen (doch scheinen diese beiden Wörter verderbt), —
144 Nexo«, (Hadr. II, 1—3. III, 1.

in 8<Ätui8 pouenäi«, „bei Einrichtung von Statuen." — anibu« zu


ergänzen in aus dem Voranstehenden.

(?>!>. II.
1. aäimuistlÄlL bello, Kriege verwalten, d. i. leiten, führen. —
8u» »poute, aus freiem, eigenem Willen, für sich felbst, ohne Staats
auftrag (im Gegensatze des bald nachfolgenden publlee). — ' us,iu pre-
leew« »chütum s«««pln.) Ifeotenebiu (andere Lesart: !fect»v2biu!,
eou8tituit re^uum ei. — Ueeteuebiu, griechischer «eeus. der 3ten
Deklination, f. Gramm. XeoteuebiZ, König in Aegnvten, war vom
Thron verdrängt morden. — »äiilvare all^uem, jemand helfen, mit d,
aee««. construirt, s. Grmnm.
2. O^pri, Ottsgenitiv bei Ißnselnamen, s. Gramm, l^xruZ, eine
große Insel im Mittelmeere, im Süden von Kleinasien. — publice,
von Staatswegen, im Auftrage des Staates, — aäiütol-, als Mitsein >
Herr. — uegue z>riu» . . lzuaiu . . äeviueeret, nicht früher, als bis
er besiegte; der Tonjunctiv äe^uoeret wegm z>iiu»^ullm, f. Gramm,
— äeviueere, völlig besiegen.
3. e<mü»re bellum, den Krieg gleichsam aufblasen, aufschüren, d. i.
anfachen, entzünden; im Passiv bellum eoutlatum est, medial: „dei
Krieg entzündete sich, der Krieg brach aus. — tÄeere mz^uks pr»eä»z
»b »liguo, großen Vortheil von jemand ziehen ; praeäa eigentl. : die im
Krieg gemachte Beute; dah. im Allgem.: „Ausbeute, Gewinn, Vol
theil." — eeäere illioui uulla iu re, jemand in nichts weichen, in nicht)
nachgeben, nachstehen. — xroteetu« »äiutum s«uxi«.) eo» (H,eß^z>tioi',
zog er ihnen zu Hilfe. — Peäe«tr«3 coxiae, eigentl. Fußsoldaten, dah,
übertr. Landtruvpen.

Lxi>. III.
1. z>r»,eleoU, die Kriegsvorgesetzten, die Feldherrn. — HHeu»«,
Ortsaccusativ: „nach Athen." — yueewm, ««x,»., „zu klagen, sich zu
bellagen." — bellum ^erere «um »li^uo »äversum ali^uem, den Kriez
im Bunde mit jemand gegen jemand führen. — z>rae»tituere äiem
certam Äioui, jemand einen bestimmten Termin festsetzen, anberaumen;
Repa«, hbabi-. III, 2—4. IV, 1. 145

sie«, Termin, F«»,«^,'« /e»»»««i, s. Gramm. — guam »ute, zu welchem


lTermin); die Präposition bei Fwmom!«. zuweilen nachgesetzt (wie
Hno äe, yusm oontr», u. «gl.). — ' äenuntiarunt, «e öllmu^tiiro«
iümll «llpiti», „sie kündigten ihm an, daß sie ihn zum Tobe verur-
theilen würden." — äamnare mit dem Zenit, der Strafe, s. Gramm.
e»M, eigentl.: der Kopf, dah. auch das Leben, und dal). eapitiZ »oou-
«Ve, auf Tod und Leben anklagen, capitis äiwMÄle, eigentl. mit dem
i!eben strafen, d. i.: zum Tode verurtheilen — noeuuutio, ablat. «b«ol,,
cizmtl.: als diese Nachricht stattfand, dah.: „bei diefer Nachricht."
2. uou libeuter 6888 ante oculo« eivium, „nicht gern vor den
Augen der Mitbürger sein, den Mitbürgern nicht gern im Auge sein."
— vivLre laute, glänzend leben. — iuäulßsre «ibi Iider»Iiu8, sich
»llzu gütlich thun, seinen Neigungen allzu sehr dienen, allzu locker
leben. — iuviäia vulßi, der Neid des großen Haufens. — esuFere,
entfliehen, mit dem aoe««. construirt, s. Gramm.
3. commune Vitium, der allgemein herrschende Fehler. — ' uso.ue
p»uvere8 intuuntiir alienam tortuuam opuleutium auimo »e^ue,
„und nicht mit Gleich muth, nicht ruhig sehen die Armen auf das
iiemde Glück der Reichen hin." iutuuuter von iutuor, Nebenform zu
mtneor, auf etwas Hinsehen, etwas betrachten. — Huo»ä ei iioedat,
so weit es ihm gestattet war. — pluriuwiu aderat, er war meist abwesend,
4. ' o.uoä putlldaut, 8e tuturo» («88«) tautuiu 2,d iuviäiK,^ «zulm-
tum rece88i83eut » cou8z>eotu «uorum, „weil sie glaubten, daß sie so
weit von dem Neide (entfernt) fein würden, als sie von dem Anblicke
ihrer Mitbürger sich zurückgezogen hatten." — Nvpri, Locatin bei
Inselnamen, s. Gramm. — I^esdo, Ligen, ergänze in vom vorhergehen
den w lüreei«,. 8,Zeuiu, ein Vorgebirg und die daran liegende Stadt
in Troas in Kleinasien, s. die Karte. — äi38iiuili8 üorum, diesen nicht
ähnlich, nicht gleich; äi88imili3 mit dem genii., s. Gramm.

<?Hi>. IV.
1. dello Loeiali, im Vundesgenofsenlriege; es ist der Krieg der
Äthenienser gegen ihre Bundesgenossen Kuoäu«, Odios, Lv2»ntium und
Co» im Jahre 358 v. Chr. — tali moäo, adverbial ablat.: „auf
146 Nepos, <Hadr. IV, 2. 3.

solche, auf folgende Weise," — <Hlu3 od. Llilc», «ine besonders durch
Wein und Marmor berühmte Insel im ägäischen Meere an der klein-
asiatischen Küste, s. die Karte. — ' 8eä lmteibl>t omue8, ^ui . .,
»uctoritHte, aber er übertraf alle . . an Ansehen. — ' niilite» »»pieie-
baut eum mazi« quam etc., „die Soldaten sahen-, blickten mehr «us
ihn, als «."
2. re» M2türl>t mortem klioui, etwas befördert, beschleunigt den
Tod jemands. — 8tuäet primu» iutiÄie portum, er bemüht sich, der
erste in den Hafen zu kommen. — * Kt^ue ludet, 8<iberQS,t<>rem äirigere
uavem so, „und heißt den Steuermann das Schiff dahin lenken";
iubere mit dem «ce««. c. ««M., etwas heißen, s. Gramm. — ip«e
tnit sidi xeruioiei, er war sich selbst zum Verderben; e««e mit doppel
tem Dativ, „jemand zu etwas sein, gereichen", f. Gramm. — e«,
«clvssb. „dahin." — oeterae, nLml. uave«. — perou838, ro»tro, durch
bohrt von dem Schiffsschnabel (eines andern Schiffes). — ooevit »iäere,
fing an sich zu setzen, d. i. zu sinken.
3. Kino, local, „von hier." — oum p»88et, obgleich er konnte,
— 8uder»t e1»,38i3 ^,tueuisu8ium, die Flotte der Athenienser war in
der Nähe. — <zug,e exeiperet ul.tHQte3, die die Schwimmenden aus
nahm; der Conjunctiv exoiperetj als Gedanke des Chabrias. — »rnu«
Ä,dieeti8, ablcit. «b«ol.: coordinirt mit et: „als die Waffen wegzuwerfen
und das Schiff zu verlassen." — uauäo, durch Schwimmen. — exi»-
timlw8, »glaubend, in dem Glauben. — oommmu8 (von «om-mäou«!
xuZUÄu», im Handgemenge», mit den Waffen kämpfend. — tei«., die
Wurfgeschosse, Geschosse (dagegen »rm»,, die zum Kämpf in der Nähe
dienenden Waffen, wie Schwert, Axt, Keule «.).

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung.


^. Grammatisches. 1) welcher Casus ist Neoteuebin? —
2) welchen Geschlechtes ist äik8 in der Bedeutung „Termin"? — 3) n>«
wird »Hiuv»,re construirt? — 4) welcher Modus steht bei priii8Hu»m?
— b) wie lautet die betreffende Stelle im Olll.brii.3? — 5) wie wird
6i38imili8 csnstruirt? — S) wie iudere?
Xspu«, liiuotb. I, 1. 2. 14?

2. Lezilalisches. 1) was heißt bellum eonüare und welches


sind die Bedeutungsstufen von eou2»rs? — 2) wie unterscheiden sich
»m» von tel»?
v. Geographisches. I) wo lag Ligeum? — 2) wo VKios?
v. Historisches. 1) wann wurde der athemensische Bundes»
gemfsenkrieg gefühlt? — 2) welche Kriegsthaten erzählt Nepos von
Ehobrms?

XIII. 7'iill8td6U8.
c<.i>. i.
1. H,tb,eni«!i8i8, aus Athen, Die Worte limotlwug, (lonouiz
Wu», H,tbemLll8i8, sind Ueberschrift »er Biographie. — ' bie »mit
^loimM »eoezMni » patrs multi8 virtutidu8, er vergrößerte den vom
Vater erhaltenen, ererbten Ruhm durch viele (eigne) Vorzüge, Ver«
dienfte." — perlto.8 rsi uMt»ri8 etc., „erfahren im Kriegswesen und
nicht weniger, und ebenso sehr in der Staatsleitung." perltus mit dem
g«nit. construirt, s. Gramm, eivitllti» rezeu仫, die Construction des
pai'tie. /«t, M««. für das ge^««<i.: psritu3 regeuäi eivitatsm.
2. ii»e<: Maxime iIIu8ti-iÄ, die folgendm, „die nachfolgenden (sind)
^«»glänzendsten, ausgezeichnetsten." — 0lMtIüc>8, die Einwohner von
OlMim8, Stadt in OKaloiäie« an der Grenze von Makedonien, s. die
Karte, — L^lmtio«, die Einwohner von L^lmtiuni, Stadt am thra-
tischen Bosporus, dem späten» Constantinopel, s. die Karte. — 8Hmu8
ad. 8luuo3, Insel an der Küste Kleinasiens, Ephesus gegmüber, s. die
Karte. — in gu», ozipuFnauäg,, Construction des M^tto. /üt«»'. j»a««.
durch das Nerbalnomen zu übersetzen: „bei deren Belagerung." —
3uperiors dello, im früher« Kriege. — wleuwiu, eine große Geld
summe bei den Griechen, in den verschiedenen Staaten von verschiede
ner Höhe; das attische Talent betrug ungefähr 4l2b Marl unsers
Geldes. — is, das ne«t?. allgemein: dies. — publio» iwz>eu8a, Staats
kosten. — Ooiii8, ein König in Thracien (griech. ^«rv?, voz). —
10'
148 Nepo«, Iim<M. I, 3. II, 1—3.

talent» z>r»eä26, Talente Beute; piÄsäae, Fenit. der Apposition, s,


Gramm. — 0)'2ieum «d. O^ieu», Stadt in Mysien, auf einer Land
zunge der Propontis, s. die Karte. — liberale Äiguem »li^u» «,
jemand von etwas befreien.
3. Äuxiü« , ' tlaiiv. , zu Hilfe. — Ä, «inn , näml. ^riodarsäu«. -
iHLo, der Lakonier, seltner als I,3,e«Ü2.emc>mu8, der Lacedämoniei,
als Bezeichnung eines Spartaneis. — peouuik uumsiatH, baaies
Geld. — * ouius pÄitem z«iL8et ierre äoiuuiu LU2m; „wovon er einen
Theil für sich selbst nach Hause nehmen tonnte." — äomum «UW,
Ortsaceusativ , auch bei der Verbindung mit den Fi-onom. xo««e«««,,
s. Gramm. — (^ritbüte, ein unbekannter Ort. — 8e8tii8, äolische StM
im thracischen Chersones am Hellespont, ^b^äuz gegenüber, s. die Karle,

«4i>. II.
1. e1»»8i ziraeleetu« , der Flotte vorgesetzt, d. i. Befehlshaber der
Flotte. — I^oomeen, griech. «ee««. der Isten Declin. I^iloouie«, die
Landschaft Laconien, in welcher spart» (I,aoeä»,emoll) lag, s. die Karle,
— Ooro^r»,, Insel im ionischen Meere, Epirus gegenüber, s. die Karte,
— - at^ue iäein »äiunxit soeio« Npirüw3 etc., „auch verband er (mit
den Atheniensern) als Bundesgenossen die Epiroten «." — Npirolse,
die Einwohner von Npii-u«, der westlichen Provinz Nordgriechenlands,
s. di» Karte. — ^,tbainäua8, (H»öu»8, griechische aeou«. der 3t«n Ne-
clination, s. Gramm. Htb»,maue8, die Einwohner von ^tbawWia,
einer östlichen Provinz in Epirus am Pindus, s. die Karte. — tümö-
u«8, eine Völkerschaft im nordwestlichen Theile von Epirus, s. die Karte,
— q.u»e (zentes) aäiLeeut illuä wäre, welch« (Völkerschaften) an jenem
Meere anwohnen; der aee««. märe von dem im oe»-bum enthaltenen »ä.
2. 8«K »poute, „aus freiem, eigenem Willen, von selbst." — prii-
cipÄ,tu3 imperii umritimi, eigentl : der Vorrang in der Seeherrschaft,
d. i. die Oberherrschaft zur See. — ?»oi, dem Frieden als Gottheil,
der Friedensgöttin. — publice, von Staatswegen, auf Staatskosten. —
znilvw«, ein mit kostbaren Decken belegter Polstersitz vor den Bild
nissen der Gottheiten.
3. ' et ut memoria I»u<1i8 buiu« (limotüßi) maueret, und d««
K'epos, 'limotli. III, 1—4. 149

mit dos Andenken an sein Verdienst bleibe." — Knie uui «,ute iä tempus,
„diesem allein in der Zeit vor ihm, d. i. in der ganzen Vergangenheit
bis zu ihm." — ' »io reeen« (statu«,) Äii, iuxt» z>o8it», reuov^vit
vetersin memoriam patri8. iuxtll, <iliv., dicht nebenan, dicht daran.

0^1-. III.
1. «33« MÄ^uo natu, in hohem Alter sein. — äe8i88et, zusammen»
Zezog. z»^«t«g^«ainH»e?'/. ec>?l/«»loi. , aus äe8ivi88et v. äesiuo, aufhören.
— premi sunt ooepti, singen an gedrängt zu weiden; das F»««ivum
v»n eoepi beim »n/l««t. Fl»««., s. Gramm. — äeüoere u. äeseizere,
beides: „abfallen". — mult» m<ilieb»tiil-, Mhrte schon viel im Schilde.
— nun 3kU>8 prae8iäii, nicht genug Schutz, nicht hinreichender Schutz.
^ «zti« o. F«nit. s. Gramm,
2. äeeeruNur, das ^>a««,'v. imversonal: es wird beschlossen, man
beschließt. — in eouziUuiu, in den Rath, zur Berathung, zum Rath.
— U8u 3»oieuti^<iu6 pra«8tllute8 , ausgezeichnet in Erfahrung und
Einsicht.
3. eoäem, ackvesd., „eben dahin". — illorum aäventu ooßuito,
<Hlat. nb«l»l., mit eum aufzulösen: „als er (Chares) ihre Ankunft
erfahren hatte" (in manchen Ausgaben ist Ulorum weggelassen, ohne
Ämderung des Sinnes). — * ue amä viäeretur gestiim (e38e) »d-
«eute 8e, „daß nicht etwas in seiner Abwesenheit, ohne ihn ausgeführt
lchiene." — »rbitrati 8upz>re88eruut, das Fili'tie. coordinirt mit et auf--
Mlösen; „diesem (Sturm) hielten die beiden alten Feldherren für ge»
rächen auszuweichen, und legten ihr Schiff vor Anker, legten bei";
«upprimere, eigentl.: niederdrücken, einhalten, hemmen; dah. in der
Tchisfeisvrache: „das Schiff vor Anker legen."
4. N8U3 temer^M lÄiioue, eigentl.: ein unbesonnenes Verfahren
anwendend, d. i.: „unbesonnen handeln." — ' uon es88it »uetoritkti
milinluiu u»tu. — pervsuit, fuhr heran, fuhr weiter. — ' atque mi»it
»untium »H limotueuw et IxdielÄtem, ut 8e<zuereutul eoäem
i«<iv«si>.). — Ililie, local, „uon hier, von da", bezüglich auf das nach
stehende 8e reeepit eoäem. — male re ze8<H etc., »l>l. ab«al. coordi-
mrt mit et aufzulösen. — Iittera8 publice misit, er schickte amtlich
150 Nep«8, limotb. III, 5. IV, 1—3.

ein Schreiben, d. i. er schrieb amtlich, berichtete amtlich. — sibi xro-


oUve lui88e, „es wäre ihm leicht gewesen"; procUvi» (von z>ro u.
elivuch, eigentl.: bergabwärts gehend, dah. ftgürl.: „leicht."
5. »eer, heftig. — inviäu» z>oteuti»s, neidisch auf die Macht; invi-
äu8 mit dem ge»nt., s. Lexik. — Ii8 eiu8 Ä,e8tinilltur eentum t^Isutis,
seine Streitsache, seine Prozeßstrafe, seine Strafsumme wird abgeschätzt
auf hundert Talente (so Mit. VII, 6: e«, lls guiuiiUÄFiut» tHlenti»
»S8tiiu»,t» S8t). — Lugleläieem, Ortsaccusativ: nach „Chalns."
Ou«,Iei8, Hauptstadt der Insel Euböa, s. die Karte.

cxr. IV.
1. * oum poxulum poenitörst iuäieü 8UI, „als das Volk seinen
Ausspruch bereute"; poenitit 3,1i^uem »1ieuiu8 rsi, s. Gramm. —
" äetl^xit uovem z>«,i-te8 multas et iu88it, Lonüusm, tilium «iu5,
ällrs äeeem t»1euta «,ä clulwäiliu Parten» muri reücislläkiu, „strich
es neun Zehntheile der Strafe hinweg, und befahl, daß fein Sohn
Conon zehn Talente zahle zur Ausbesserung eines Theile« der Mauer "
— äetlllbere, eigentl.: herabziehen, abziehen, dah.: «on einer Summe
hinwegnehmen, „von einer Schuld streichen." — mult», »s, die Strafe.
— cum 8UMMK ißnolnini«, tamiliae, „mit größtem Schimpfe der Fa
milie"; «um bei Angabe des eine Handlung begleitenden Umstände«,
s. Lexik.
2. * eum »utsm P088IMU8 proterrs plerayue teztimoui» Nluüc-
r»t»e 8llz>ißuti8«>uL vitae limotnsi, erimu« eouteuti uuu etc., „ob>
gleich mir für das besonnene und verständige Benehmen des Tinw»
theus «." — z>Ier»yue, eigentl.: die meisten; hier im Allgem. „sehr
viele." — »äo!«8eentlilu8, als ganz junger Mann. — eau8»iu «jicere,
vor Gericht eine Vertheidigung halten, vor Gericht stehen. — in «iz,
unter ihnen. — I«,8<m, Tyrann in Thessalien.
3. die cum . . uon »roitraretur, „während dieser in seinem Va
terlande sich . . nicht sicher glaubte." — 8iue ullo praeziäio, ohne
irgend «ine Bedeckung, Wache. — teoit uo«Mem tlwti, „schätzte den
Gaftfreund so hoch" ; wuti, Feilt, pretü, s. Gramm. — »äirs Pericu-
Win c»M8, sich einer Lebensgefahr aussetzen. — ' yu»m äee8«s 'limo
Nepo«, limotd. IV, 4. 151

tbeo äiluielwti äe tluu», als dem Timotheus bei dem Kampfe für
seinen guten Ruf nicht beistehen." — äe«88«, eigentl.: abwesend«, ent
fernt sein; ss688ß »lioui, jemand mit seiner Hilfe abwesend sein, „nicht
beistehen, nicht dienen.", — nun«: »äver8ii8, gegen diesen: die Hi^aep«».
dem H^onom. nachgesetzt, s. Gramm. — ' Ktyue äuxit, iur» patriae
SÄuetior» «88K gii»iu uo8z>itii.
4. ' b»e<: s,«t»3 Ipni<!r»ti8, LKabiias, limotuei lmt extreme
iiuperatoiiim ^tueuieuÄum, „dies Zeitalter des Iphicrates, Chabrias,
Timotheus war das letzte der atheniensischen Feldherren." — 6i8uu8
meulorii,, werth des Andenkens, denkwürdig.
(Viele Ausgaben fügen hier noch die ersten beiden Paragraphen
vom Leben des Datames bis zu den Worten rs» »pparere uou pote-
runt hinzu: s. die Erklärung im Leben des Datames bis zu Anfange).

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung:


^.Grammatisches. 1) was ist über die Stellung nuno »ä-
vei8u« zu bemerken? — b) wie lautet die betreffende Stelle im limo-
tll«u»? — 2) wie wird z>ei5tu8 construirt? — 3) wie poeultet? —
d) wie lautet die betreffende Stell« im limotnsu»? — 4) welche gram»
matische Regel kommt bei terrs »U<iuiÄ äowum 8u»m in Betracht?
— 5) mann wird das I>»««iv«»l von^eoepi gesetzt?
L. Lexikalisches. 1) was heißt pulvwar? — 2) welches sind
die Vedeutungsstufen von proellvi»? — 3) was heißt äes»8e Moni
von persönlichen Subjekten?
(!. Geographisches. 1) wo lag L^-Ieus? — 2) wo MM-
tbu8? — 3) wo 0d3l«i8? — 4) wo HHamiwi»? — 5) wo lag das
Gebiet der Ou»,äus8?
v. Historisches. I) welche Verdienste erwarb sich Timotheus
um sein Vaterland? — 2) welchen Freundschaftszug aus seinem Pri
vatleben erzählt Nepos?
152 Xepo«, DatHme« I, 1 — 3.

XIV. Vatiline 8.
««. i.
(Die Paragraphen 1 und 2 werden in vielen neueren Ausgaben als
Schluß der vorhergehenden Vir», betrachtet).
1. ölaximi oouzilü, Fenit. der Eigenschaft, s. Gramm.: „von
größter Einsicht, Klugheit, höchst einsichtsvoll." — dkrb2ru8, auslän
disch, fremd; dah. im Gegensatze des Griechen: „Nichtgrieche." —
exespti« äiiobuz O»rtliHgiuiell8ibu5, adlat. absol..- mit Ausnahme der
beiden Carthaginienser, die beiden Carthaginienser ausgenom««!." — ,
Ü3,milc3is et IlluuiibLIe. Lamilellr Laro^s, Feldherr der Carthager
gegen die benachbartm nordafritanischen Völkerschaften und namentlich
in Hispanien, zwischen dem ersten und zweiten vunischen Kriege, oder
von 240—228 v. Chr., der erbitterste Feind der Römer. — Dessen
noch berühmterer Sohn lllmmbal, Feldherr der Carthager im zweiten
vunischen Kriege (von 213—201 v. Chr.), der von Hisvanien aus
durch Gallien über die Alpen nach Italien zog, daselbst die Römer in
mehreren Schlachten besiegte, endlich aber auf Befehl der Carthager
nach Usrila zurückkehren mußte, und im Jahre 202 bei Zanm von,
römischen Consul ?. (d. i. ?udliu8) Oorneliu» Loipin besiegt wurde.
2. doo pluill, um so mehr; twc, ablat. des Maaßes bei Compa-
rativen, s. Gramm. — et ob8«»iior» . . et etc., „theils allzu dunkel,
allzu unbekannt, theils «."; der Comparativ mit „allzu», zu" übersetzt,
s. Gramm. — mazniwäo eupiarum, eigentl,: Größe der Truppen,
d. i.: „große Anzahl der Truppen, große Militärmacht." — ' yuoruw
r»,tio ni»i luerit exolilHt», r«8 llou potßrunt apuHrere; ^«nom.
,'elaiw. durch et und das ^smonstnck«,. aufzulösen: „und wenn der
Grund (der innere Zusammenhang) dieser (Thaten) nicht wird entwickelt
worden sein, so werden die Dinge nicht klar sein (nicht zur klaren An
schauung kommen) können."
3. Mre u. umtre, »bl«t., abhängig von natu«, für » paire u,
s, lvHtre, s. Gramm. — Oare, ablat., abhängig von patre: „einem
Carter von Nation"; natioue, refpecttv. «l>l»t. zu Oaie. <H»re8, die
Einwohner der Landschaft Carlen im südwestlichen Kleinasten, s. die
Aepo«, vllwms« 1^ 4. 153
Karte. — Le^di»»», eine Scnthin; die Le^ttms, Scythen, Nomaden-
voller im Norden Asiens und Europas jenseits des ?anw8 Luxiuu«.
— ' plimuiu tuit llpuä ^rtllxsrxeu iu uumsro eorum militum, (zui
tußbimtur regilmi. «88« iu uumeru 2li^uoiuN, sich unter der Zahl
iigmd welcher befinden, zu irgend welchen gehören. — ^rwxeixsz
Nuemou, König von Persien v. 404—361 v. Chr. — Werl rsgiam,
„den Königspallast bewachen, Wache, Garde des Pallastes sein." — mguu
lorti», eigentl. stark mit der Hand, d. i. „von persönlicher Tapferkeit,
persönlich tapfer." — 8tr«uuu8, rüstig, thätig. — multiz looi«, eigentl. :
»n vielen Orten, d. i. „bei vielen Gelegenheiten." — erat revertu«
üäeiiL re^i, „er war dem Könige treu befunden worden." — üabuit
l>ra«nemm ete,, „hatte zur Verwaltung, zur Provinz den Theil Lili-
ciens lc." proviuelil (von pro u. viucu), eigentl, das dem römischen
Staate, besonders durch Eroberung, zugefallene Gebiet außerhalb Ita
liens; dcch. auch: die Verwaltung eines solchen Gebietes; und hiervon,
wie hier: „die Verwaltung" eines Theiles des Perserreiches. — Oilioli^
eine Landschaft im südlichen Kleinasien, südlich von Lappaüoeia, einer
Landschaft im Innern Kleinasiens, s. die Körte.
4. luuzens uuliwre muu»8, ein militärisches Amt verwaltend,
bekleidend; tuußor, in der Regel mit dem ablat. construirt, s. Gramm.,
hier nach älterer Weise mit dem aee«». — apsruit, eigentl.: er er
öffnete; dah. figürl.: „er offenbarte, zeigte, legte dar." (In manchen
Ausgaben steht »pparuit, er erschien, er wurde sichtbar.) — in bello,
im Verlaufe des Krieges, wahrend des Krieges (dagegen bloß bello,
als Zeitablativ: im Kriege). — lüluinsii, eine Völkerschaft an der
Nordseite des Taurus und am kaspischen See. — multiz nülibu» r«-
xiornm iutsrt'setis , «blai. ab«ol., durch z>ozt<^ul>,in aufzulösen: „nach
dem viele Tausend der königlichen Truppen getödtet worden waren"
(Andere halten rSFiorum für einen spätein Zusatz). — oper«, ein» tuit
m»Fni, „seine Leistung war von großer Wichtigkeit." ouera, ««, die
Bemühung, Leistung, Hilf«. — uillzui, <?e»»t. H)»-etl», s. Gramm. —
' (nt) pllteru» pruviuci», traäsretiir ei, daß ihm die Verwaltung des
Vaters übergeben wurde."
154 Xez>08, vatkme« II, 1 — 3.

Oxr. II.
1. 8e prüdere, sich bewähren, sich beweisen, sich zeigen. — ^uto-
xKioäiUes, ein Statthalter (Satrap) von Lydien. — z>6r8«u.iii »iMeii
dello, jemand mit Krieg verfolgen, bekriegen. — äeticsre, gleichs. sich
losmachen, sich trennen, dah.: „abfallen, Mrünnig werden." — ym
ex re, seit dieser Kriegsthat ; sx hier in temporalem Sinn, s. Lexik. "
z>r»e«88e niÄloribu» redu«, größern Angelegenheiten vorstehen, einen
grüßern Wirkungskreis haben.
2. ÜM»,3t68, Herrscher, Fürst eines kleinen Landes, Häuptling. -
?»M»goui», eine bedeutende Landschaft im nördlichen Kleinasien »m
?uutu8 Nuxmu8, zwischen Bithynien und Pontus, s. die Karte. -
» u»,w3 emtiyuo Zsuere », ?^>Ä,smeue illo etc., eigentl. abstmnmmd
von altem Geschlechte Seitens jenes Pylämenes; » hier in der Bedeu
tung: „von Seiten, Seitens, rücksichtlich." — ' yiiein iutßckctim
(L88S) a ?»troo1o Iroieo dello IIumeiu8 »it; der Relativsch m
«ee««. e. ««M., im Deutschen zu umschreiben, entweder: „von welche»
Homer sagt, daß er im trojanischen Kriege von Patroclus getödet
worden sei"; oder: „welcher, wie Homer sagt, von Patroclus im tn-
janischen Kriege getödtet worden ist." ?Mswsus8, König der Pafh»
lagonier, war im trojanischen Kriege Bundesgenoß des PriamuZ, »l»
wurde nach Homer Ilias b, 576 von Menelaus (nicht, wie Nepos li»
lichtet, von Patroclus) getödtet.
3. ' »8 uou erat 2,uäieu8 äiew reZi, „dieser war den Nefchlen bei
Königs nicht gehorsam"; auäirs, hören: »uäire «lleto <<iai»«.), dm
Worte Gehör geben, gehorchen, und hiervon, wie odeäire, mit dm
ckltiv. der Person: »uäire äiot« »lieui, jemand gehorchen, gehorsm
sein." — «oustitmt, näml. rex. — propiu^uu«, eigentl. nahe, dah. ins-
besond.: nahe verwandt, substantivisch: „der Verwandte." — ?»M-
zun!», des Paphlagoniers, d. i. des Ibuxs. — sxz>6i-iri voluit, ut etci
er wollte versuchen» einen Versuch machen, daß :c. — reäuoere »>-
yuem «,ä otlieium, jemand zur Pflicht, zum Gehorsam zurückfüh«»
— sine i>l»e8iäio, ohne Bedeckung, — »b awieo, von einem Freunde,
sich beziehend auf in8iäi»8. — ^ereretur, der Cunjunctiv bei o^noä, nB
Nei>08, DatameL II, 4. 5. III, 1. 2. 155»

Gedanke des Datames; versbatur märe bestimmte Behandlung des


Nepos. — z>Ä,eus intsrüt, er kam beinah um, -ums Leben.
4. erat MÄtsr oum v»ti>,ms, „es war die Mutter (näml. de^
Datames) mit Datames." — »mit»,, die Schwester des Vaters, Tante.
— * e» ie8üit, <^uiä »ßeiLtui, »,t«iu6 wouuit ülium, „diese erfuhr,
was betrieben werde, und warnte den Sohn." re8oüt, ^e^/eet. v.
r«8«8ou, erfahren.
b, bellum iuäioeiß »lioui, jemand den Krieg ankündigen, den
Krieg erklären. — z)i-»ßte<:tu8, der Vorgesetzte, Befehlshaber. — I^äia,
luui», ?Qi-78i», Landschaften Kleinasiens, s. die Karte. — üß8eitu8,
verlassen, im Stiche gelassen. — uilülo 8eßlliu3, um nichts lässiger,
-unthätiger, d. i. nicht weniger eifrig; uiuilo ablat. des Maaßes bei.
Comparativen, s. Gramm.

Lxr. III.
1. ' (D»,tÄ,«e8) äeäit «peis,w, ue kluo«, Imiu8 laeti z>erveuiret
z>nu8 »ü leßem c>uÄiu iz>8«. l«uu» llliouiu8 rei perveuit »ä «ligueui,
der Ruf, die Nachricht von etwas gelangt zu jemand. — oumidu8 in-
8eÜ8, ablat. ab«ol.; mit Ergänzung des H>n^t. Hin««, von S88L: „ohne
Aller Wissen, ohne das jemand darum wußte." — so, Zieladverb,
,,dahin", sich beziehend auf veuit. — maximi oorpuri8 terribiliguo
l»oiß, zur Abwechfelung Ze»llt. u. abl»t. der Eigenschaft neben einander,
s. Gramm.: „von sehr hoher Statur und von erschreckendem, furcht
barem Angesichte." — erat e»z>i!l« louZo dMlckuue z>l<'2!i88z,, ebenfalls
abiatl'v» der Eigenschaft: „er hatte langes Haupthaar und einen herab
hängenden, langen Bart." promittsre (v. z>ro, vorwärts, vor, u.
mitte«, schicken, gehen lassen), eigentl.: vorwärts gehen lassen, dal),
vionntteie, liilldam, den Bart herabmachsen-, lang wachsen lassen;
bard» z>iumi88ll, ein lang herabhängender, langer Bart, s. Lexik, —
«ousuerllllt, „pflegten", I»l««g««MPe7/. v. con8ue8<:8is, eigentl.: sich
gewöhnen, im Lei/set. : sich gewöhnt haben, d. i. gewohnt sein, pflegen.
— iegiu8 culw3, königlicher Schmuck, -Putz.
2. »ßresti äuplioi aiuicul«, mit einem bäuerischen Doppelmantel,
Doppelwamms; äuplex »wieulum, Doppelmantel^ bildet Einen Ne
156 Asp05, Vatame5 III, 3»-5.

griff, daher has Adjectiv »^ezti», ohne Verbindungspartilel neben


surilex. — «ireuwMw3, umgeben, umhüllt, bekleidet. — birtHqne
tuulcH, und von einem struppigen, haarigen Nnterlleide. — äextrg, mlmu
(näml. zereuz), „in der rechten Hand eine Keule, einen Knüttel, in
der linlen eine Leine, eine Koppel tragend." — ' ut »i äueei-et e»p-
tam ler»m besti»iu, „wie wenn er ein gefangenes wildes Thier, eine
gefangene Bestie fühlte."
3. oensvieere, eigentl.: vorwärtsblicken, vor sich Hinblicken, vor
sich hin sehen; daher prozpieere Hli<zuem, jemand ansehen, auf jemand
Hinsehen. — ißnüw turma, unbekannte Gestalt. — od eamyue rem,
nicht ob«iue e» rem; <zue wird bei einsilbigen Präpositionen gewöhn
lich an das zweite Wort gehangt. — »ou nemo, mancher, Einige, ver
schieden von nemo uou, jeder, s. Gramm. — gui »ßuozeeret, uuiltilllet,
die Conjunctive bei tuit «^ui, als allgemeiner unbestimmter Ausdruck,
s. Gramm. — »znozoere, jemand (bereits Gekannten) erkennen. —
»ecreäere (v. »6>«reä8re), gleichs,: glaubend beit»eten, beipflichten,
d. i. Glauben beimessen, Glauben schenken, stärker als das s»mplei
eieäsre.
4. exnlorkwm ««Sx«., „sich zu erkundigen, auf Erkundigung." —
» ut oompLrit rem ge»t»m sb boe, fobald er von diesem das Ge>
schehene erfuhr." — ' inzzit 8t»tim 3,<imitti (näml. Mu^m), „ließ er
ihn fogleich zu sich kommen"; iudere, mit dem »n/?n. I>aH«ri, wo nn
Deutschen der ,'«/?«, neiim, s. Gramm. — m»Moz>8re, (von Manchen
auch getrennt maßuo oz>ere geschrieben), eigentl. : mit großer Bemühung,
daher als «sve^d.: „überaus, außerordentlich, gar sehr, besonders,
u. dgl., — oum . . tum . . in z>rimi8, sowohl . . als auch . . vor»
züglich aber." — iuopiunuti, näml. 8ibi (rezi ^rtllxerxi), ihm, der
nichts vermuthete, d. i. unvermuthet, unerwartet.
5. äou^tum lnisit; das /«»-tie. coordinirt in das «e^b«m ^n»t«!«
mit et aufzulüsm: „daher beschenkte er den Datames auf glänzende
Weise, reichlich, und schickte ihn zum Heere." — eontnHere exereirum
aä llliguoä bellum, das Heer in irgend einem Kriege zusammenziehen,
— üuoe ?d»im»bz,2<), nblar. «b«ol., mit dem Verbalnomen zu über
setzen: „unter Anführung des Pharnabazus." — bellum ^ezvPtinw,
Nexo«, V»t2iue3 IV, 1 — 3. 15?

der ägyptische Kiieg, d. i. der Krieg gegen Aegypten. — " »taue i«88it,
eum S88e p»ri imperio »tc^ue iüos, eigentl.: und befahl, d«ß er von
gleichem Cummando, als jene sei, d. i.: „und gab ihm gleichen An-
theil «it jenen am Commando, am Oberbefehl." a,t«zue bei Bei»
gleichungen in der Bedeutung von au»m gebraucht, s. Gramm. —
po8te» vero ^u»N für z>o8te2quluu vero, „nachdem aber". — »umm»,
iNperü, eigentl.: das Ganze des Commando's, d. i. der ganze Ober
befehl, die Leitung des Ganzen.

c^. iv.
1. maximo stuäio, Adverbialablativ -, „mit größtem Eifer, auf das
eifrigste." — ^eg^tum, „nach Aegypten", Ortsaccusativ ausnahms
weise bei einem Ländernamen statt in He^pwni, s. Gramm. — ^8pim,
l«:c«««»t.^ eines griechischen Namens »uf i«, s. Gramm. — 6»t»oni»,
Landschaft im östlichen Kleinasien, zwischen Cilicien und Cappadocien,
s. die Karte. — c>ii2S ßen8, dem Sinne nach zu beziehen auf den Län
dernamen OaiHonia, daher auch das eine Localität bezeichnende ve^lmm
iaoet: „welche Völlerschaft oberhalb Ciliciens, angrenzend, in der Nach«
barschaft von Cappadocien liegt, d. i. wohnt." L»pMä'ooi»e, <l«t»«),,
abhängig von eontmi«, angrenzend benachbart.
2. * et »bripiedllt, <zu»e purt^reutur regi, „und raubte, was
immer dem Könige zugeführt werden mochte." Der Conjunctiv por-
tiu-entur, weil hier leine bestimmte einzelne, sondern ein« allgemeine,
sich öfteis wiederholende Handlung angegeben ist, s. Gramm,
3. morem ßerere voluntati »lieuiuL, dem Willen jemands Folge
leisten, folgen, nachkommen. — iä c>uoü »celäit, „das, was geschah,
was auch der Fall war"; iä auoä, vollerer Ausdruck für das bloße
i-ela^»«. yunÄ bei Beziehungen auf einen ganzen Satz <so im ^leib.
IV, 3: ><i gnoä U8U veuer»t>. — ' «« oppreszuruN («88«) taoiliu»
impruäent«« etc., daß er ihn, wenn er nichts ahmte, leichter mit
geringer Mannschaft niederdrücken werde, «ls, wenn derselbe vorbereitet
sei, «it einem noch so großen Heere." impruäen8 (o. i. das negirende
in u. xruäen» aus prc>vläeu8) , nicht vorhersehend, nicht vermuthend,
ohne Wissen, im Gegensatz zu pür»tu8, der vorbereitet auf etwas ist
158 I5ep08, vatllme» IV^ 4. 5.

— <zu2invi8, „wie fehl auch, noch so", bei Adjectiven zur Steigerung
des Begriffs.
4. ü»o (näml. ullvs) <iel»tu8 in Lilioiam, „von diesem (Schiffe) nach
Cilicien gebracht." — ezrezsuz . . taeienZ . . tranZiit, die Participi»
coordinirt mit «t aufzulösen: „er stieg von da (näml. aus dem Schiffe)
aus, marschirte Tag und Nacht, überstieg den Taurus, und kam d»->
hin, wo er gestrebt hatte (näml. zu kommen)." egrtzäi ex uavs, aus
dem Schiffe steigen, d. i. landen. — äie» uootez<iiis, ein stehender
Ausdruck, wie unser: „Tag und Nacht" s. n. a.: unaufhörlich, ohne
Unterbrechung. — 1»uiii8, ein hohes Gebirg im südöstlichen Kleinasien,
s. die Karte. — yuaerit, eoZuoseit, />»-ae»e«tl« Kl'«i«n'<n, zur leben-
digern Darstellung, s. Gramm. — «iuidu8 Ineiz, an welchen Orten,
s. v. ». das bloße «Äve^h. udi „wo". — »de88e, naml. ^,8pim. —
eum prolsotum <e88S) vsuilwm s««M«.), er sei auf die Jagd ge
gangen. — 'et äum 8pSLul2,tur e», e»u8» ll<lveutu8 eiu8 eoZun-
«eitur, und während er dies auskundschaftet, wird die Ursache seiner
Ankunft bekannt." yuae, das, was man ihm gesagt hatte. — »äveutn»
«iu3, (näml. V»,t»mi8), doppelter geini. «ub^eet,'. — ' ^,8z>i» oumz>är»t
?i8lä»8 euN ei8, c>uc>8 dadebat 8seuin, »ä re8i8tsuäum. eomplu'^re,
zurecht machen, in der Militärsprache; rüsten, ausrüsten. — ?i8i6»e,
die Einwohner von Pisidien, einer Landschaft im südlichen Kleinasien,
s. die Karte.
5. ' 8limit Kim», ludet 8n<>8 8ec>iii, ei nimmt seine Waffen, be>
fiehlt den Seinigen zu folgen, iudsie mit dem aee. c. »n/in., befeh
len, heißen, lassen, s. Gramm. — snuo oonciwto, abi, i««t^«!»., ab
hängig von vediwr, eigentl. : auf angetriebenem, angestacheltem Pferde,
d. i. in raschem, in gestrecktem Galopp. — vedere im Allgemeinen:
fortbewegen, und passiv vedi fortbewegt werden; daher je nach der
Bedeutung des beigefügten Ablativs: velii saun vom Pferde fortbe
wegt weiden, d. i.: reiten; vsui omiii, vom Wagen fortbewegt
werden, d. i.: fahren; vedi navi, vom Schisse fortbewegt werden,
d. i.: schiffen. — " ^,8pi8, eou8l)ieieu8 prooul eum lsrentem »ä 8«,
pertims8eit. Das Participium durch cum ec>n3pie8ret aufzu<
lösen: „als Aspis ihn von ferne auf sich zukommen sah, fürchtete er
N6Z105, vatkmez V, 1..2. 159

sich sehr." «um terentein »ä 86, eigentl.: ihn mährend er sich bewegte
zu ihm. terre, tragen, hier medial: sich tragen, d. i. sich rasch fort
bewegen, losstürmen. Das Fai-tio. /tt-«e«. statt des ««/»««<., abhängig
von e«n»pieien8 zur größern Veranschaulichung; so gewöhnlich bei
den Verben der sinnlichen Wahrnehmung (sehen und hören), wie
viüen te 8or!beuteiu, iluäio te leZentem etc., s. Gramm, — »<l »e,
das 3« auf das Subject des Hauptsatzes (^8pi») bezüglich. — cou»-
tu» re8i3tenäi, der Versuch zu wiederstehen, Widerstand zu leisten. —
— * Vllt»uie8 tr»6it tluue Nittinä^ti, äuoeuäum »cl rezem, „Data«
mes übergibt ihn dem Mithridates, ihn zum König zu führen."
t«lüit dune äueeusuiu; bei Verben des Uebergebens und Annehmens
wird der Zweck passivisch durch das ^>a?t,'e. /«tu»-. ^>a««,, ausgedrückt,
s. Gramm.

1. l-ßminl8eeii8, eigentl.: sich ins Gedächtniß zurückrufend, d. i.


sich erinnernd. — principe»» äueum, dm Ersten, Größten der Feld
herren, näml. Datames. — 88 ip8e iepiedeuäit, er tadelt sich selbst,
er macht sich selbst Vorwürfe darüber. — ^een, Ortsaccusati«, f. Gramm.
— ^ce, eine Stadt zu Phönizien, das heutige H,ore od. 8t. ^e»n
ü'^ore, s. die Karte. — ' guocl put»b»t V»,t2meu nouäum protee-
tum (e3«e). — c^ui äioeret, Absichtssatz; daher der Conjunctiv bei gui,
!, Gramm. — die, näml. umitiu8. — <iuo, Zieladverb, „wohin." —
eouveuit, näml. eo», vor dem relativ, ausgelassen: „er traf auf dem
Wege diejenigen, welche den Afpis fühlten."
2. ' et oum D»tÄiue8 eongeolitu« e»»et mazuam beusvoleutiHm
l«ßi8 b»e eeleriwte, „während nun Datames durch diese Schnellig
keit (in der Ausführung des königlichen Auftrages) großes Wohlwollen
des Königs sich erworben hatte." — ezeipere, eigentl.: auffangen,
aufnehmen, dah. figürl. exeipere iuviäi«,ui, den Neid auf sich ziehen.
-^ ' «l«i viäebaut, iUum uuum tieri pluri» <^uam 8e omuez, „welche
'ahen, daß er allein mehr (höher) geachtet werde, als sie alle." —
I>Iuri8, gen»t. F^ett», s. Gramm. — «zu» t»eto, abl«t. ««««ae: „des
160 ^epoz, vatnme« V, 3. 4.

wegen, deshalb, daher." — ooll8«utir« »ä ali^uis, zu etwas sich ver°


einigm, sich verbinden.
3. euzto« 8222« r«ßi»,e, der Hüter des königlichen Schatzes, der
königliche Schatzmeister. — »mieul vatawi, dem Datames befreun
det, ein Freund des Datames; »uiiou» hier objectivisch e. tiaiiv., s,
Gramm. — ' wittit uaeo perzeripta ei, <r sendet ihm dies geschrie
ben, »mitgetheilt, d. i. er theilt dies ihm schriftlich mit. — ' «um
tor« (d. i. tuturum «88«) m»ßuo psrioulo, er werde in großer Ge
fahr sein (schweben); w»ssuo verioulo, ablat. der Eigenschaft bei
e»8e, s. Gramm. — * 8i yuiä 2<iv«i8i 2coi<ii8L«t iu Xeß^Pto Mo
iwzierllllte, „wenn unter seinem Oberbefehl ein Unglück in Aegyvten
zustoßen würde " — «zuiä aävsrÄ, vartitiver ge««t. bei dem H^onom.
incie/Z«. guiä: etwas Unglückliches, irgend ein Unglück. — lleoisi88el,
eigentl.: zugestoßen wäre, Antecedenz zu lor«. — Mo imperlmt«, al>l.
al>«ol. mit dem Verbalnomen übersetzt: unter dessen Oberbefehl,
Oberleitung.
4. e»m «88« ete,, ae«l«. e. »«/i«. , abhängig von 6oc«t: „d«s
sei die Gewohnheit der Könige," «am auf das folgende »lomen eou-
8n«tuäin«iu bezogen, wahrend im Deutschen das «««<?. gesetzt wild.
— ut, nach dem ^i-onom. <iemon«t^. i8 in der Bedmtung: so ge
artet, von solcher Natur, von solcher Beschaffenheit, so daß der fol
gende Satz mit ut ein Wirkungssatz ist, s. Gramm, — o»,8u8 o.sv«r«i
. . 8«olmäi, unglückliche . . glückliche Ereignisse. — lortuu»« 8u»e,
ihrem Glücke. — yuo ü«ri, „dadurch geschehe", der aee«t«. e. «nM.
beim s«l«ttv«m statt des Conjunctivs in der oi-atto ob^guo, »eil
der Satz dem Sinne nach coordinirt von dem Hauptverbum äoeet
abhängt, s. Gramm. — uuutienwr, der Conjunctiv im abhängigen
Satze des aeo»«. o. ««/in. — ' illum foi« in du« nillior« <ll8<:rim!ue,
„er (Datames) werde in desto größerer Gefahr fein." düe, »blai.
des Maaßes beim Comparativ walor«. — ' Hunä bkbeat (nänilich
I>Ä,t»N«8) «08 iuimici88imo«, ymbu8 r«x ob«äi»,t lnaxim«. — Hindu«
I-6I ob«äi»t mlliim«, „auf die der König am meisten höre, d. i. »uf
deren Ruth er am meisten höre." ob«äir« von ob und anäir«, eigentl,,
wie hier, im Allgemeinen-, auf jemand hören, jemands Rede oder
^epo«, vatamez V, 5. 6. VI, 1. 161

Nath befolgen; üblicher: auf jemandes Vefehl hüten, d. i. gehorchen.


Der Conjunctiv odeäillt, als Gedanke des Pandates. — Kaders ali-
^llem iuiiuicum, jemand zum Feinde haben.
5. tklibuz eoznltig, ablat. »b«ol,, coordinirt mit st aufzulösen:
' eum ille ooßuovizzst tali«, littsri» et ikw veni88et H,een aä exerei-
tum, eoußtituit äe8ei88ere » rege, Hnoä non ißunradat, e», 8«iii>t2 (e88e)
vere-tHÜÄ, solches, mit Nachdruck: so Bedeutendes, so Wichtiges. —
litteris, adlat. ,««<»-., durch den Brief, aus dem Briefe. — uon ißuura-
b»t, doppelte Negation als verstärkte Bejahung, s. Gramm.: „er mußte
wohl, er nmr überzeugt." — ueyus . . gmcyimiu, und . . nichts, nach
oem lateinischen Sprachgebrauch, die Negation im Satze mit der Eon-
junclion zu verbinden, s. Gramm. — inäigniun säe suZ,, unwürdig
seiner Treue; wäiguu« mit d. ablat. construirt, s. Gramm.
s. N»Zuetem, aus Magnesia, einer Stadt in der kleinasiatischen
Landschaft Carte«, am Mäander, füdlich von Ephesus, s. die Karte. —
cuuiullLtHm Quio (näml. Lapplläuoille), das damit verbundene, zusam
menhangende. — «zuo voluutkte, »b?ai. der Eigenschaft im Prädicate:
von welcher Neigung, Gesinnung gegen den König er sei, wie er
!,cgcn den König gesinnt sei." — eompLrllt mlluum, er wirbt eine
3chaar, Mannschaft. — tr«,äit nrbeZ mnuitaZ tueuä«,8 8ui«, er über
lebt die befestigten Plätze seinen Leuten zur Bewachung; tinäere mit
dem «ee««. u. P«?ile. /«l««'. Hia««»«., f. Gramm.

0^?. VI.
1. llieinÄe tsmz>u8, im Deutschen in Einem Worte: Winterzeit.
— UÜUN8 piozxere, nicht sehr glücklich; minu« ohne comparativen Be»
griff: nicht fehl, nicht eben. — proeeäere, eigentl. vorwärtsschreiten,
daher figürlich von Ereignissen: fortfchreiten, von Statten gehen, ab»
l»fm, ausfallen. — «mäit, eigentl. er hört; dah. figürlich: „er er
fährt." »uäit, wie das folgende mittit, eaäit, z»roü<:i8oitur, P?»«««»«
«ton««» zur lebendigern Darstellung. — »äve«u8 8e, gegen ihn
Alltames); «e auf das Subject des Hauptsatzes bezogen. — ec>, Ziel-
«iblerb: „dahin", nämlich nach Pisidien, — »äole8eeu8, der Jüngling,
junge Mann (vom 17. bis 40. Lebensjahre). — uon it» oum maßn»
^ L«m°Ii!i3 U«z>«L. 11
162 Aspo8, Vatame8 VI, 2. 3.

manu, mit nicht eben großer Schaar, mit nicht sehr großer Mann>
schaft; ucm iw, nicht so sehr, nicht eben, nicht sehr, ein stehender Aus
druck zur Verminderung eines Begriffes. — ^uluitum vulim3 »eeepiszet,
welche Wunde (näml. den Tod des Sohnes) er empfangen hatte,
welche Wunde ihm geschlagen worden; vuwu3, eigentl. die Wunde a»
Körper, figürl. die dem Herzen geschlagene Wunde, der Verlust, dn
Schmerz, die Trauer. * (priu8) auam t»m», <le re Zs8tK msle per-
vsuirst «,ä 8uo8, „(früher) als das Gerücht, die Nachricht von der
unglücklichen Unternehmung zu seinen Soldaten gelangte." Der Eon»
junctiv pervsllirst abhängig von priiizquÄin, s. Gramm, — eoFlüt»
luorte ülü, ablat. «bzol,, mit dem Verbalnomen zu übersetzen: „durch
die Kenntniß (Nachricht) von dem Tode des Sohnes."
2. iis I«ei3, ut, an den Stellen (d. i. an solchen, an so be
schaffenen Stellen), daß; ut nach dem Hn-ono,». <ienw,!«t7»livum,
zur Anknüpfung eines Wirkungssatzes, s. Gramm, (vgl. auch oben
V, 4: s»,m «88e con8ULtuäiueill, ut eto.) — pouit, ut p088er, d«s
lnlpef/eei. nach dem H>«e«e»l« /»«to«««»», weil dies den Sinn
eines H>e,/eet» hat, s. Gramm. — ' ueaue impsäiri (näml. po8»et),
au« luiuu3 iz»8S d^dsret mlmuiu expeäiwm acl äiwiellncluni, „noch
gehindert weroen (tonnte), selbst seine Mannschaft fertig zum Kampfe,
schlagfertig zu halten"; impsäiro mit quo miiiu8 construirt, f. Gramm.
3. z>rilLls<:w8 sa.uit!im, Anführer der Reiterei (nach unserer Mili»
tärsprache: General der Cavallerie). — äe3z>Lrll,ti3 rebu3 Feueri,
nblai. «d«ol,, coordinirt mit 6t aufzulösen: „dieser verzweifelte an der
Lage des Schwiegersohnes, und ging zu den Feinden über." — ' 8«u-
8it, tuturum (e«86), ut eeteri 8ea.usreutui oc>u8iliuiu, 8i sxizset in
turbilm, 8« rslietum (e33e) ilb llomius tlliu uees83Äri<>, „er erkannte,
daß, wenn es in die Soldatenmenge gedrungen wäre (d. i. bei den Sol»
daten bekannt wäre), daß er von einem so nahen Verwandten iin
Stich« gelassen sei, es geschehen werde, daß die Uebrigen (dessen) Plan
(dessen Beispiel) folgen würden." exir« in turbum, gleichsam: in die
Menge hinausgehen, dah. figürl.: allgemein bekannt werden, — ue-
ce832rw3, eigentl.: nothwendig; dah. figürl.: durch natürliche oder
moralische Bande (des Blutes, der Verschwägern««., der Freundschaft «.>
Nep05, Vawms8 VI, 4. 5. l63

mit jemand verknüpft, verbunden, verwandt, befreundet und vgl.; hier


vom Schwiegervater — relingnere »liizuem, jemand verlassen, im
Stiche lassen. — futurum (esse), ut eto., Umschreibung des Mu«
«eeutui'u« «88S (eetero8), s. Gramm.; das impei'/eotttm »eyuerentur,
«bhüngig vom Vei'l'«»» des Hauptsatzes 8eu8it.
4. eäit in vulzu8, er macht in die Menge (d. i. öffentlich) be
kannt. — ' Netrod»r2kueiu proleotum (e88e) 8uo iu88u pro peMza,
ut reoeptu8 (»,b do8tjt>u8) iuterlieeret uo8te8 so tiloiliu«. pro pertilz»,
als Ueberläufer, unter dem Scheine eines Ueberläufers. — reoeptu8, auf»
genommen (vom Feinde). — ' uuare uou S88« pk^r, eum (näml. No-
trod^r^Knem) roliuizui, et (e88e p»,r), on>ue3 8egui (eum) eoute8tim,
„daher sei es nicht geziemend, nicht recht, daß er im Stiche gelassen
werde, und (es sei recht), daß alle ihm auf der Stelle folgen." —
p»r e88e, accu«. e. inM., abhängig von dem aus dem vorhergehenden
in vulgi» eäit zu entnehmenden äioit; p»r, eigentl.: gleich, gerade,
dah. figürlich par est mit einem Subjectsatze: es ist Passend, ent-
sprechend, angemessen. — omue8 8sq.ui, abhängig von dem aus uon
e«8s p»r dem Sinne nach zu entlehnenden affirmativen e88e ps,r,
es sei billig, recht. — ' et 3i teoi88eut uoe auimo 8treuuo, „und
mmn sie dies mit rüstigem Geiste, rüstig, macker ausgeführt hätten,"
— futurum., ut . . uou po88eut, abermals und hier nothwendige
Umschreibung des Futurums, weil po88e lein M»'t«'e. /«t«^. hat.
— intra valluw. et lori8, innerhalb der Berschanzung, im Lager, und
außerhalb
5. Q20 re prodat», »blat. absol.: als dies gebilligt wurde, Bil
ligung fand. — per8euMtur tÄUtum'sso ist zu lesen) „verfolgt ihn
nur", d. i. bloß zum Scheine, indem er ihn absichtlich nicht erreichte.
— ' et i8 cum perveueiHt M uo8te8, I)8,t»me3 ludet 8IFU» interri,
„und als dieser <näml. Metrobarzanes) beim Feinde angekommen
war, läßt Datames einen feindlichen Angriff machen." — iubet mit
d. ae«<«. e. »«/?«. F»««««., s. Gramm. — interre 8ißua, ein Militär.
Ausdruck, vollständig: mterre 8iFn», in Iioztem od. üo«ti, die Kriegs»
zeichm, Fahnen gegen den Feind tragen, d. i. den Feind angreifen,
einen Angriff machen.
11»
164 Aepoz, vatilme« VI, 6 — 8.

6. Nova re eommoti, eigentl. durch die neue Sache«, d. i. durch


den unvorhergesehenen, unvernmtheten Angriff in Bewegung gesetzt,
beunruhigt. — »ääueer« in oxiuianeiu, »uf die Meinung bringen;
passiv ilääüei in opiuiouem, auf die Meinung, in den Argwohn
gebracht werden, «kommen. — mM üäs, Udverbialablativ , eigentl, i
mit schlechter Treue, d. i. mit Treulosigkeit, treulos. — oow-
posiw, «bl«t. des F«7tle. Hie»'/'. F«««. von eomponere, in der Bedeu
tung: gemeinschaftlich verabreden, -festsetzen, bestimmen, übereinkom
men, dah. ex eompoßito oder (seltener), wie hier oompozito, adoerbia»
lisch: „nach Verabredung, verabredeter Maaßen." — ut reeez>ti «»zeM
NÄiori eÄÄmiwti, „damit die Aufgenommenen (ihnen) zu groherm
Verderben gereichen, «seien. m»iori <Hl3,lllit2,ti, ciat^. der Wirkung bei
«386. — eo8, näml. PeMZ»8. — ' enm illi (näml. peM^^^) iLuo-
r»reut, y^uiH »gerstur, »ut clu^rs üeret. — yuiä llßsrotur, was gemacht
würde, d. i. was geschähe. — 2,d nis^us, das yns bei einsilbigen Prä
positionen gewöhnlich an das zweite Wort angehängt. — stare 2b
M^uo, eigentl. auf iemands Seite stehen, dah. figürl.: es mit jemand
halten, zu jemands Partei gehören. — 'st cum ueutri pllroLreut
ei», „und da keine von Beiden sie schonten". Mrcers mit dem «lat.
construirt, s. Gramm. — couel«i, von eoueiäsr« (auö eou-olleäo), zu«
sammengehauen, niedergehauen."
?. reLiztente«, durch das ^»«om. «lail«. aufzulösen: welche wider
standen, welche Widerstand leisteten. — invkäit, pellit eto., F»-ae«e«ll»
^i«to»-«:a, zur lebendiger« Darstellung.
8. ts,1i oou»ili«, durch eine solche Kriegslist. — uno tempo«, „zu
Einer Zeit, zu gleicher Zeit, zugleich." — xereülit v. xsroellßrs, schmet
terte nieder, warf nieder. — ziioüiZÄvit, schlug zu Boden, überwäl
tigte, vernichtete. — * u.uoä «oZiwtiim tuer»t »ä ziornieieiu, was er
sonnen, »erdacht war zu (seinem) Verderben. — yuo, das i-el«<lv. für
das «iemonztl'at. Iiue zu Anfange des Satzes. — ' ueyue «8<iu»m
1ßßilnu8 eogitÄtum Koutiii8 uUiu8 imp6r»tori8 nec>uß laetum eeleriuL
düe sablat. oa«lPa^t.), „auch haben wir nirgends weder einen geist
reichern noch einen schneller ausgeführten Plan irgend eines Feld»
Herrn gelesen als diesen." — eozitatum, substantivisch: das Erdachte
Ilepoz, vawmez VII, 1— 3. 165
der Gedanke; »eutiu3 eoZitiUum, der scharfsinnigere, geistreichere Ge
danke, Plan.

l?^. VII.
1. H,b uee viro, näml. », vilwuis. — N»ximo natu üliuz, eigentl.:
der Sohn von größtem Alter, d. i. der älteste Sohn; natu, ablat.
der Eigenschaft. — aä rezem^ue für Ä,<I<iue rszsm ; uus bei einsilbigen
Präpositionen an das zweite Wort des Satzes gehängt (vgl. oben
VI, 6: »,d ui8qus). — äe Äeksetioue Nktri3 Äetülit, er hinterbrachte
(dem Könige) von dem Abfall seines Vaters. — sidi cum viro
lorti ae Ltreuuo ueFotium sz»e, „daß er es mit einem tapfer« und
rüstigen Manne zu thun habe." — ' nui »uäßret laesre, cum eozi-
t»zzet, et eou8ue888t eoZiwre vriu3 «^uain eoulln, „der zu handeln
wagt«, wenn er nachgedacht (überlegt) hätte, und gewohnt wäre,
früher nachzudenken (zu überlegen) als zu wagen." — eou3US83«t, zu
sammengezogene Form des HMsg«amz>ei'/eet. oo«)««et. für eov.8u.6-
vi«8st v. eov.8u.S3eo, sich gewöhnen, Fe»/eet. sich gewöhnt haben, dah.
gewohnt sein.
2. Ne, Localadverb, „hier", nämlich in Cavpadocien — vilieias
vnrwe, die Thore von Cilicien, d. i. die Engpässe des Taurus- und
Amanus-Gebirgs, durch welche man nach Cilicien gelangt.
3. coutrauers eopig,8, die Truppen zusammenziehen, zusammen
bringen. — ' äspul8U8 lld e» rs, äelszit wlsm loeuiu euiu e», mlwu,
<iu»,m eeutraxerat, ut ete., eigentl.: hietvon (näml. vom Zusammen
ziehen der Truppen) hinweggetrieben, abgebracht, d. i. hierzu außer
Stande, unvermögend, — Ioeu3 t»,1i3, ein Ort von solcher Beschaffen
heit, Lag« u. dgl., daher ut im Folgesatze. — usyue pr»etsriret «,äver>
8Hriu8, u,uiu, „noch der Gegner (Feind) vorübergehen konnte, ohne daß,
ohne «."; quin nach einem negativen Satze für ut uou, f. Gramm.
— quin premeretur imeivitidu3 Ioei3, ohne daß er gedrängt würde an
doppelten Orten (d. i. von zwei Seiten). — eo, nämlich loeo, daselbst.
— vellet, nämlich »äver8Äriu8. — (ut) multituclo üo8tiuN uou v038st
«Kezze multum 8U3,e paueitati, „daß die große Menge der Feinde seiner
geringen Zahl nicht viel schaden könnte."
166 Reuo«, DatameZ VIII^ 1—4.

c!x?. VIII.
1. stÄtuit eonßlüäi «Mm, er bestimmte (beschloß) zu kämpfen,
als zc., d. i. „ei beschloß, lieber zu kämpfen, »ls :c." oouzreui, zu
sammengehen, zusammenkommen, dah. in der Militärsprache: „hand
gemein werden, sich schlagen, eine Schlacht liefern." — i-etußere,
zurückstiehen, sich zurückziehen. — 8eäere, sitzen, in der Militiiifprache:
unthätig bleiben.
2. vizinti, aus dem Folgenden ist zu ergänzen: mili», daher dci
ge«lt. bllrd»rarmn eguitum. — bardm'i e«zuite8, ausländische, hier:
persische Reiter. — ouos, näml. venire». — M, näml. die Perser. —
eg,rääe»», griech. «e««. von o»ill»oe8, s. Gramm. — tri», näml. mius,
und ebenso bei den folgenden oeto, cleoem, yuiuaue eie. — ^.rmeuio-
rum, der Armenier, Einwohner von ^rmeui», einer Landschaft im süd
lichen Hochasien, s. die Karte. — ^ueuclioiuiu, Einwohner von H,8peii-
äo», einer Stadt in Pamphylien am Eurnmedon/s. die Karte. —
0»util«orum , Captianer, eine sonst unbekannt« asiatische Völkerschaft
— eouäuoti, Miethlinge, Söldlinge, Miethstruppen. — levis »riu»turH
die leichtbewaffnete Truppengattung, Leichtbewaffnete. — Maximum
uumerum, aee««. abhängig von dkbedkt.
3. u»3 aäver«u3 eopi»,«, gegen diese Truppen; die Hi»-aezx>«,t,
zwischen das Hn-onom. und das ««»len gestellt. — in 86 »taue u»tur»
loei, in sich und in der Natur (Beschaffenheit) des Ortes. — ' u«o.oue
uon Q»bsd»t v»ltei» vioe8im»m Iiuiu» (nämlich numeri) militmu. —
guibu3, nämlich 8e «,ta.ue u»wr» loci. — eoueläit, hieb zusammen,
hieb nieder, tödtete. — cum, während. — äe ip3iu3 exeroiw, vi»
aus seinem Heere; ä« zur Bezeichnung des Ganzen, wovon etwas
einen Theil ausmacht, s. Lexik. — nou 2mMu8 dominum mille, „nicht
mehr als Tausend Mann"; nou «uuz>Iiu8 ohne die Vergleichungspars
tilel guanl, s. Gramm. — nomiuum, Fenit. bei mille, s. Gramm. —
ti-ouaeum, ein Siegeszeichen, Siegesdenkmal. — uuo loeo, an welchem
Orte, wo.
4. castr» movere, das Lager bewegen, d. i. vorrücken. — inleriol
coM, geringer, schwächer »n Truppen, »n Mannschaft; eovliz,
AepyL, vawinez VNI, 5. 6. IX, 1—3. 16?

«spectiver abl«t. — supeiioieni äiseeäere, als Stärkerer, als Sieger


davongehen, Sieger bleiben. — m»u»iill eou8eiere, handgemein wer
den, sich ins Handgemenge einlassen, sich schlagen, eousereiet, der
Conjunctiv bei Angabe einer allgemeinen, unbestimmten Handlung,
s. Gramm. — peiito reßiouum, dem der Gegenden Kundigen; xeiltiis
mit dem ge^lt. construirt, s. Gramm. — e»IIiäe eozit»re, mit Klug
heit, List überlegen.
H, ' oum viäeret, dellum äüei maiore eillemitate rezi8 ^u»ui
»äver8g,ri<>ium. äucere bellum, den Krieg hinziehen, in die Länge
ziehen. — mlüore e«,I»mit»te, «blat. inocii, f. Gramm.: „mit größerm
Verluste." — Iwrtatus est, nämlich vÄtaweu; ebenso ut re^iret, näml.
v^tluue«. — reäire in zr»tilliu eum »liquo, eigmtl.: zum Wohl
wollen mit jemand zurückkehren, d. i. „sich mit jemand wieder aus
söhnen, versöhnen."
6. * et8i iUe z»uwd»t, Imne (näml. ßl»tiiuu) ucm lore (d. i. tu-
tumm S88S) üä»m. Üäu8, »,, UM, treu, zuverlässig, sicher. — * »tyue
äücit »e mi88urum («88e) legatos »ä H^rtaxeixem. — bellum 8e6s,tum
l«8t), der Krieg wurde beigelegt, beendigt. — 8e recipsre, sich
zurückziehen.

c^. IX.
1. 8ll8oipeie oäium in »Ii<zuem, einen Haß gegen jemand fassen;
in, gegen, im feindlichen wie im freundlichen Sinne, s. Lexik. — eum,
nämlich DkU»meu. — yuk3 plerasyue, nämlich iu»iäi»8: „die er meist
»lle vermied, denen er zum größten Theile auswich, entging."
2. 8iout, „so wie, so z. N." — 8ibi, näml. DatHmi, auf das Sub-
ject des Hauptsatzes bezogen. — esse in numero amiooinm, in der
Zahl der Freunde sein, sich unter den Freunden befinden, zu den
Freunden gehören. — äe o,uidu8, über welche — äelerre, berichten,
hinterbringen. — oreäenäum . . ueßlizeuäuN («88e) zu quoä ge»
hörig, »oe««. e. ,'«/z». — experiri, erprobm, versuchen, kennen leinen.
— veruiu lill8umne e88et relatum, „ob wahres oder falsches berichtet
worden sei."
3. eo, Zieladverb: „dahin." — in yuo itiuere, auf welcher Reise,
168 llepo«, vatilmeg IX, 4. 5. X, 1. 2.

auf welchem Wege. — lutur»8 («53«) iugiäiks, «ee««. e. ,'n/in., ab


hängig von <iixer»nt: „daß die Nachstellungen geschehen weiden." —
corpore et statuin, respective Ablative: an Figur und Wuchs. — 8imil-
limum 8ui, ihm äußerst ähnlich; zimiliz mit d. Zenit,, s. Gramm. —
oru»tii ve3titu<zue militari, in militärischer Rüstung und Kleidung. —
corporis eu«to3, Leibwächter, Leibmache.
4. oräius, durch die Reihe (in welcher der falsche Datameö
ging). — pr»eäiesre, eigentl.: vorhersagen, dah. insbesond.: prasäi-
cere aiioui, ut, jemand vorschreiben, befehlen, daß «, (so ^l>«mi3t,
VII, 3: l'lieiuiztoelez oulleziz praeäixit, ut ne priu3 I^aoedllemo
uiorum IßFHto» «ümitterent, auam eto.). — oum «^niduZ, seltener als
n.uit>u8onm (so Nilt, I, 2: I°breo?8, eum o.uibu3 «rmig erat üimi-
eÄuäum). — parati lÄoers, bereit zu thun. — yiwä, nämlich tÄc««.
5. tel», Geschosse, Waffen zum Kampf aus der Ferne (dagegen
»rm», Waffen zum Kampf in der Nähe, wie Schwert, Dolch, Keule,
Axt u. dgl.). — eouieeit, er schoß ab, er schleuderte. — doe iäem,
„eben dieses, dasselbe." — ' (iuziäiktoreg) oeeläsruut ooutixi, prir»-
«luklln eta., sie (die Nachstellenden) stürzten durchbohrt nieder, eh«
sie lc. — priu«a.uam mit dem Conjunctiv verbunden, s. Gramm. —
»ßZreäi, eigentl.: an jemand Herangehen (aä-zrääi), dah. feindlich:
jemand angreifen.

1. Nitreuio tempore, in der letzten Zeit, zuletzt, endlich. — u!


liosret, nämlich NitdriäKti. — laeere impüue, ungestraft thun. —
* at<iue (8i rsx) äsäi88et üäem äe eä rs äexträ, more ?er3arulu. —
äars üäem, sein Wort geben, die Versicherung, Zusicherung geben,
— äextr» (ergänze m»,im8), die rechte Hand, die Rechte; äars üclem,
äextrk, sein Wort durch Handschlag geben. — more, adverbial, adlat.:
nach der Sitte.
2. * ut (Nitliriäat88) »eoepit dane (üäem) mi83Ä,m a rsF«, „als
er diese vom Könige ihm gesandte Zusicherung erhielt"; die Zusicherung
durch Handschlag wurde nämlich auch entfernten Personen durch eigens
dazu abgeordnete Bevollmächtigte überschickt. — partim . . partim,
NepOZ vatllmez X, 3. XI, 1. 2. 169

thtils . . theils, einen Theil , . den andern, partim, alter Accusativ


für partem, dah. auch mit dem Genitiv izuarun».
. 3. * laei«uä<) baee äiu, dadurch, daß er dies lange Zeit so trieb.
— ' 3S (nämlich ^lituriäatem) 8U8oepi88c! iusuitilm dellum aäver8U8
lepsin. — uibilo mazi3, um nichts mehr, d. i. „eben so wenig." —
Luspieio inMiarum, ein Verdacht, ein Argwohn von Nachstellung. —
in eanspeetuin venire, eigentl. in den Anblick kommen, vor Nugen
kommen, d. i. jemand begegnen, ihm nahen. — »d8eii8, abwesend, in
der Entfernung, von fern. — zerkre amieitiam , Freundschaft halten,
unterhalten. — beneüeia, Dienstleistungen, Dienste. — 8U8einere
ollinm, «inen Haß fassen, hegen. — erz», (verwandt mit ver^o, wen«
den, neigen), eigentl,: hingewandt, gegen; bah. sigürl. von der Ge
sinnung, vom Benehmen gegen jemand, und zwar gewöhnlich von
freundlicher Gesinnung (im Gegensatze von contra, gegen, das meist
von feindlicher Gesinnung gebraucht wird); hier von feindlicher Ge
sinnung, wie im vorstehenden »äver«u8, — oontinsri, zusammengehalten
werden, verbunden sein.

(^r. XI.
1. - <üum (Nitl>liäato8) arditratu» «8t, 8« e«u2riua38!: iä 3kti3. —
taceie »Ucluem oertiorem, eigentl. jemand sicherer, gewisser in etwas
machen, dah.: jemand benachrichtigen. — tempiiz «386 parari, es sei
Zeit, daß bereitet werde «.; der Infinitiv p»r»ri u. 3U8<:ipi bei tsm-
ou3 683«, statt des Zenit, des gei>lln<iil parauäi u. 8U8oini«i!äi, s.
Gramm. — äeyue ea re, das «zue an äe gehängt: gewöhnlicher an
das folgende Wort: <le «ayus re. — 8i ei viäorotur, wenn es ihm
gut schiene, gefiele. — yuo loeo vellst, a>» welchem Orte, wo er wollte,
an einem beliebigen Orte. — probat» rs, al>l«t. ab«ol,, als der Vor
schlag gebilligt, angenommen worden (vgl. oben VI, 5: u»o re pro-
b»ta). — «zun (nämlich looo) eouveuirewr, das Passiv impersonal:
,,wo man zusammenkommen sollte."
2. cum nun, „mit einem einzigen Manne." — ante aliquot äie3,
eigentl.: vor einigen Tagen, hier ungewöhnlich für aliquot äisdu«
ante; „einige Tage vorher." — obruere ßl«,äio3, Schwerter vergraben.
170 5fep03, Dammes XI, 3— 5.

verstecken. — utriyue, nämlich vktameL und Mturiäate». — So selten


der Plural von uteraue, von zwei Einzelnen, vgl. unten limol. N, 2
u. Ilauuib. IV, 2. — * <iui ßx^Inrareut looum, Absichtssatz von mittnut
abhängig, dah. der Conjunctiv bei ^ui, s. Gramm. Das «»lzier/'eetum
nach mitwut, weil dies als F»-ae«e«« Ki«to«««n dem Sinne nach ein
H>s»/eet«m ist. — 8orut«u'sntur ip808, daß sie einander gegenseitig
durchsuchten. — iM, näml. Vatllme8 u. I«IitKriä»<«8.
3. äivsr88, nach verschiedenen Seiten, nach verschiedenen Rich>
tungen. — 2« quam ziiZviciollem parerst, daß er nicht (irgend) eine»
Verdacht erzeuge. — tßluiu, eigentl.: die Wurfwaffe, das Geschoß
(wie Spieß, Pfeil), übertr., wie hier: Angriffswaffe, Schwert (vgl,
im Vorstehenden Fl«ck'o« odru.it). — imz>o8itum, näml. in terram,
vergraben, versteckt, — la88ituäin«, «bl«t. e««««e.- „aus Müdigkeit,"
— 8iiiiü1lU!3, sich stellend, angeblich. — ' 8e odUtum L88K «^iiiäällm in
onIIuHuio.
4. uuä^tum texit, das FW-ile. coordinirt mit et aufgelöst: „er
entblößt es (das Schwert) von der Scheide, er zieht es aus der
Scheide, und bedeckt es mit dem Gewände." — äi^rsäisutsm, weg»
gehend, beim Weggehen. — e88e in eon^eetu, unter den Augen
sein; von einem Orte: in der Nähe liegen, in der Nähe sein. — »s
o»8tr», poiienä«, , zur Errichtung eines Lagers; die Construction des
Mi'iio. /«t»?. H«««»«. statt des Ze,'«»«!»».' »ä zxmeuüuiii o»8ti».
5. yueni, näml. locum. — re8vioere, zurücksehen, zurückblicken,
— »ver8iuu, den mit dem Gesichte Abgewandten, d. i. von hin»
ten, rücklings. — «imulatk »mieitik, durch geheuchelte, erheuchelte
Freundschaft.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung.


^. Grammatisches. I) welches ist die Stellung der Con-
junction yus bei einsilbigen Präpositionen? — b) wie lauten die
Hieher gehörigen Stellen aus dem V2WNIL8? — 2) wie unterscheiden
sich uou nemo und usmu uou? — b) wie lautet die Hieher gehörige
Stelle? — 3) wie wird kunzoi in der Regel und wie ausnahmsweise
Mzxi«, Hpamill. I, 1. . 171
«onftruirt? — b) wie lautet die Hieher gehörige Stelle? — 4) wie
ist der abiat. bei u»tu3 zu erklären? — 5) wie ist eouspioieus eum
lereutem grammatisch zu erklären? — 6) wie wird awieus construirt?
— b) wie lautet die betreffende Stelle? — 7) wij wird bei Verben
des Uebergebens und Annehmens der Zweck grammatisch bezeichnet?
— b) wie lautet die betreffende Stelle? — 8) wie ist das ünzie^
/eei«»n nach einem ^ae«en« zu rechtfertigen? — 9) wie wird impe-
äir« construirt? — 10) was ist bei dem Ausdruck tempuz est z>85«,ri
Hliyvüä grammatisch zu bemerken?
L. Lexikalisches. 1) was heißt bard» prowi88»? — 2) was
bedeutet darbaiii»? — 3) was bedeutet obeäire eigentlich? und wie
lautet die Belagstelle für diese Bedeutung im v»tÄws8? — 4) welches
sind die Bedeutungsstufen von proviuei»? — 5) welche von äiet»
auäiens «lioui? — 6) welche von imxiuäeus ? — 7) welche von neos»-
z«iiu8? — 8) was heißt 8t»re »d »Ii<zu<i? — 9) was heißt in der
Mlitüisprache Ligu» interre? — 10) wie unterscheiden sich der Nedeu»
tung nach tsla und llrm»?
v. Geographisches. I) wo lag ^,os und welches ist sein
jetziger Name? — 2) wo lag ^»pelläo»? — 3) wo lag der 1kuru8?
— 4) wo ^rmeui»? — 5) wo L»ri»? — 6) wo lÜÄppaänei»? —
7) wo Ollwoni»? — 8) wo Oilioi»? — 9) wo ?»M»8<)ui»? —
10) wo ?i8iäi2?
v. Geschichtliches. 1) wer ist ÜÄmillHr Lare»8? — 2) wer
llluuüdlll? — 3) wann wurde der zweite vunische Krieg gefühlt? —
4) welches sind die Hauptereignisse im Leben des V»tams8? — 5) auf
welche Weise fand er den Tod?

<^i>. i.
I. ?olxwui, Femt. von ?olxium8, nach dem griechischen
/7oXv^v«>5. — NLd«ul8, eigentl.: ein Thebaner; im Deutschen
172 . Nspoz, Npllmiu. I, 2 — 4.

üblicher „aus Theben". I'b.ebae, Hauptstadt in der griechischen Land«


schaft Nöotien (s. die Karte), nächst Athen und Sparta die berühm
teste Stadt in Griechenland. — z>ri>i8au»m 8erid»mu3, ehe mir schrei
ben, -handeln, -berichten; der Conjunctin bei z>riii8aMin, s. Gramm.
— tmeo praeeipieuäil (S33S) viäentur leotoridu8 sHai«v.)> „Folgendes
scheint den Lesern im Voraus in Erinnerung gebracht werden zu müssen."
— ' uevs »rditrsutur e», o,u»s 8uut leviora iz>8i», fuisse p»rj
inoäo »puä ostero«. — leviorÄ,, der Comparativ durch „zu-, allzu»" zu
übertragen: „allzugering, allzugeringfügig, ganz unbedeutend." — pari
moäo, auf gleiche Weise, gleichfalls, ebenso; nämlich levior», ge
ringfügig.
2. muziosn, griechischer »so«», der ersten Deklination. — nostriz
iuoridu3, «blat. mock».- „nach unfern Sitten." — »,d«88e 2, pergnuli,
prinoipi«, „unpassend sein für die Person eines Obern, eines Vor
nehmen." — persona, eigentl. die Larve, Masle des Schauspielers, doh.
übertragen: die Rolle des Schauspielers, der Character, die Person,
die der Schauspieler vorstellt; und hiervon übertr. im Allgemeinen:
der Character, die Person. — zaltars vern, tanzen aber, -vollends.
— ponßrs »liyuiä in vitii», etwas unter die Fehler rechnen; ponsre
mit in e. «blat., s. Gramm. — et zrat«, st I»uäs äizn»., sowohl an
genehm als preiswürdig.
3. eunsuewÄ», der Gebrauch, die Sitte, die Art und Weise, das
Verhalten. — uidil quoä pertineat, nichts, was gehören möchte, «»»-
^'unetlv»« ^ote«iial««. — »ä sam (nämlich e<m8uetu6ill8ui u. vit»iu)
äeelllrllnäÄ,«, zur Darstellung desselben; Construction des ^a^tte. /«tu»-.
Hia««. für das Fen<n<il«m »ä äeelHllwäum e»m, f. Gramm.
4. primulu . . «leinäe . . tum . . pastrem», dies die gewöhnlichen
Partikeln zur Angabe der Reihefolge: „zuerst . . hierauf . . dann . .
endlich." — 8i au» »li», eruut öi^ng, memoiik, „wenn etwas anderes,
wenn sonst etwas der Erwähnung werth sein wird": yu» non,»n.
Fl«?. »tsut?. des ^omom «ntie^nit. <iui, a.uae od. Hua, ^uoä, ein, «ine,
«in. — äizuu.8 mit dem »dlat. construirt, s. Gramm. — r«8 ^est«,
«igentl.: ausgeführte Dinge, d. i. Thaten, Kriegsthaten, Heldenthaten.
— 2 plüiimiz, von den Meisten, von sehr Vielen. — »utsziouiintiii-
Nepoz, Npamw. II, 1. 2. 173

?ii-tntidu5 omnium, sie werden vorgezogen den Verdiensten Wer.


nrtll« (v. vir), die Eigenthümlichkeit, rechte Eigenschaft des Mannes,
oie Tugend,
«^-. II,
1. igitur, daher; hier blos Uebergangspartitel: „also." — uaw«
patr«, gezeugt von dem Vater: der ablat. z>atre für 2, x^tre regel
mäßig bei natu«, s. Gramm. — <zuo äixiums (nämlich eum u»tum
«88«), den wir erwähnt haben. — douesto ßenere, von edlem Ge
schlechte, von edler Familie. — i»w », lu»ioridu8, schon von seinen
Voiältern her. — eruältu8, ergänze est: „unterrichtet aber wurde er
so, wie kein Thebaner mehr, d. i. besser." — nemo adjectivisch s.
o. a. nuUu«, keiner. — oiwwre aä souiuu olioräÄluin , singen zur
Cither, die Cither mit Gesang begleiten. — in musiei«, «««<»-. ^l««'. -
in der Musik. — neu minore ßloriZ,, abi»t. der Eigenschaft: „von nicht
geringerm Rufe, d. i. eben so berühmt." — vnmou und I.mnpru«,
zwei berühmte Musiker in Athen zur Zeit des Sokrates. — elmtgre
tioü« (nämlich ä«ew8 Wt), eigentl.: mit der Flöte tönen, d. i.: die
Flöte spielen, blasen.
2. praeeeptorem, Apposition zu I,v8im : „zum Lehrer der Philo
sophie." — I,v8iiu, »ccu«. auf -iw, von I^v8i8, s. Gramm. — lareu-
twun,, aus L2rentuiu, Talent, einer berühmten Stadt in Großgriechen-
Illnd (N»Zu^ (Hraeoi«,), in der römischen Provinz Calabrien, s. die
Karte von Italien. — ?vtQ28oreu8, ein Pythagoreer, Anhänger der
pythagoreischen Philosophie; r^tli^gSraz , ein berühmter griechischer
Philosoph, geboren auf der Insel Samos, lehrte ums Jahr 550 v. Chr.
in Unteritalien (in Lrotou u. Netapoutum). — 2äoIeLeen3 tristem et
zeveruiu 8eueui, die Gegensätze kavier««,« und »euex aneinandergestellt,
zur stärkern Hervorhebung des Gedankens: „daß er, der Jüngling,
den finster« und strengen Greis in der Vertraulichkeit (im Umgange)
allen Iugendgenossen vorzog." tristis, der trübe, düster, finster aus
sieht; 8«veru8, der streng, ernst im Benehmen ist. ut auteposuerit,
das H>e^/eet«m im abhängigen Satze, weil dieser eine besondere coor-
dinirte historische Thatsache enthält. — uenue prinz . . c>>i2m »nie
174 Nez>08, VpHiuiu. 11^ 3—5.

«68»it, hier bei plins tlUÄin der Indicativ Ä,llwe888it , weil eine be
stimmte historische Thatsache. — «oetrlu»«, die Gegenstände des Unter
richts, Lehrgegenstände, Lehren, Wissenschaften. — tauto «t>l»t, des
Maßes; „um so viel, so sehr." — ' (eum) »llpLillwinm («83«) z»»ri
muüo oinus» in oeteii» »rtilni».
3. ad no8tr«,m eou3uewäjuem, nach unserer Gewohnheit, nach un
serer Sitte; «,ä hier zur Bezeichnung der Richtschnur, der Gemäßheit,
der Norm: zufolge, gemäß, nach. — ooutLinuellä», zu verachten, ver
ächtlich. — uiiau«, eine Neliäftigungspartilel: „jedenfalls, allerdings,
schlechterdings." — eraut «Hguae I»,uäi, gereichten zu großem Lobe,
zu großem Ruhme; lauäi, der ei»t»V. bei' «386, s. Gramm,
4. sz>Qtzbu8, ein junger Mann, der das Alter der Mannbarkeit
<in Athen das 18, Jahr) erreicht hat, ein mannbarer junger Mann,
Gphebe. — paIak8trÄ,, der Ringplatz, die Ringschule, der Uebungsplatz,
wo junge Leute Leibesübungen trieben. — pklasstra« oxsiAul äare, die
Ringschule besuchen. — uou wm . . quam, nicht somol . . als,
weniger . . als. — 8Lrvirs Moni rei, auf etwas bedacht sein, nach
etwas streben, etwas zu erlangen suchen. — lnllzniwäo viriuui, große
Körperkraft. — veloeitSH, Schnelligkeit im Lauf und überhaupt in den
Bewegungen, Behendigkeit. — ' exiztimabat euim, Miliu(Nllml. niÄssni-
tuäiußm virium) pßrtiutzrs «l,ä U8um »rdletarum, baue (vLloeiwtem)
Ää utilitHtem belli. — exiztimadat, im linpei/eet., als fortdauernde
Handlung: „er war der Meinung."
5. exeroßdawr, das H)«s««i«»l in medialem Sinne: er übte sich.
— »ä enm üllsm, auoaä, bis fo weit, daß: so weit, bis; hier mit dem
Conjunctiv z><»83et verbunden, weil der Satz eine Absicht ausdrückt,
s. Gramm. — 8tan8, stehend, im Stehen; dies war die eine Art des
Ringens, den Gegner stehend zu überwinden; die andere Art bestand
im Ringen beim Liegen auf der Erde. — oomplsoti , (dm Gegner)
umfassen, umschlingen. — ooutsn.äsi's, (mit dem Gegner) kämpfen. —
iu »rmi8, in den Waffen, d. i. in den Waffenübungen. — plurimuiu
8wäii, den meisten Fleiß; 3tuäii, partitiver Fsnittv«« beim Superlativ,
j. Gramm.
Nep05, VpÄNiü. III, 1—3. 175

0^. III,
1. zraviz, eigentl.: schwer; figürl.: ernst. — uten» temporiduz,
die Zeiten, Gelegenheiten, Umstände benutzend; utor mit dem ablnt.
conftruirt, s. Gramm. — per!w8 delli, kriegserfahren; oerlw3 mit d.
.yenittv. conftruirt, s. Gramm. — lortis M»uu, eigentl.: stall mit der
Hand, d. i. persönlich tapfer, tampfestüchtig. — mümo wilxiino, nbl»t.
der Eigenschaft: „von sehr hohem Sinne." — äiliZeuL veritatis, „der
Wahrheit sich befleißigend, wahrheitsliebend"; äilißsnz mit d. genltn'.
conftruirt (vgl. Onuon I, 2; äüizsu» imperii). — inoo, «blllt««. ea«««e,
»us Scherz, Scherzes halber.
2. iäem, eigentl.: derselbe, eben ei; zur bloßen Fortführung der
Charakterschilderung, daher zu übersetzen durch: „auch, ferner." —
Mieu«, geduldig (im Ertragen von Kränkungen!- — in Ä,äinir»uäum
mociuw, auf. bewundernswürdige Weise. — - leren» iuiuri»8 nun 8oliiiu
ziopuli, 8eä etiuln amieoruio. — iniiirwe populi, lunieorum (genitiVi
«uh/eet«), Beleidigungen des Volkes, der Freunde, d. i. die vom Volke,
von Freunden angethan werden. — invrimi3 od. iNprimi«, ganz be
sonders, vorzüglich. — eel»u8 oommigsa, das Anvertraute, die anuer-
trauten Geheimnisse bewahrend. — uou wiiiiig . . <^n»,u>, nicht weniger
. . als, ebensosehr . . wie, ebensoviel . . wie. — äiserte äioere, beredt
sprechen, wohl reden. — 8wäi«8U8 auclieuäi, begierig zu hören, eifrig
im Zuhören, „ein eifriger Zuhörer" ; »tuäic>3U3 mit dem Fem'tiv. con-
struirt, s. Gramm. — ex uoe, näml. »uclienäo, daraus, davon. —
äl8<:i, das Passiv impersonal: „daß man lerne."
3. emn veui83et, wenn er gekommen war, so oft er gekommen
war, -kam. — eiroüw8, eigentl.: der Kreis, dah. übertr. wie das
deutsche Zirkel (das aus oireulu3 entstanden ist) s. v. a,: ein gesell
schaftlicher Kreis, eine Gesellschaft, eine Versammlung. — re8pubUe»,
(auch getrennt re3 Mdliea geschrieben), eigentl.: die Sache des Volkes:
denn publicum (zusammengezogen aus populleu», popllou», podlleu»)
von z>«l>ulu» gebildet, heißt ursprünglich: zum Volke gehörig; daher
re8 pudlieH übertr.: der gesammte Staatstürper, der Staat. — Imkere
«crmonem äe »Iiu.u» re, ein Gespräch halten über 3was, dispu
176 Nep08, Lp2mill. III, 4—6.

tiren. — esset llääucw«, der Conjunctiv abhängig oon priusgulmi,


s. Gramm.
4. äe rsziudlic:», oapere aliyuiä, hinsichtlich des Staate« etwas
empfangen. — ut . . ooxsrit, das j,e7/eel«m im abhängigen Satze,
weil die Handlung als eine besondere historische Thatsache angegeben
wird. — ' ut caruerit l«,oult»tidu3 muiooruiu in tueuäo «e, „daß ei
des Vermögens seiner Freunde bei seiner Erhaltung, bei seinem Unter
halte entbehrte." — enrßie o. «bl»l., etwas entbehren, nicht haben,
nicht genießen, s. Gramm. — taeulwtW, materielle Kräfte, Mittel,
Vermögen. — in weuäo «e, in seiner Erhaltung, Ernährung, bei
seinem Unterhalt; 8« auf das Subject des Satzes bezogen. — iäem
(so ist zu lesen, nicht üäe) wie zu Anfange des § 2. — usus est,
nämlich kmieorum taoultÄtibuZ. — 2<i l^io« «udlsVÄuäu« , Conftruc«
tion des FV-tte. /«t«^. H>a««. statt des FefuzMl.- »,ä LudlevlmHiuu
alio8, im Deutschen durch das Verbalnomen zu übersetzen: „zur Unter
stützung Anderer"; sublevars, eigentl.: von unten hervorheben, auf
richten, dah. figürl.: jemand in der Noth, im Unglücke aufrichten,
„unterstützen." — ut zw88it, das F^«e«e«« im abhängigen Satze nach
dem Le^/ectum, weil die Handlung als in der Gegenwart noch fort«
dauernd gedacht wird. — iuäie»ii, das Passiv impersonal: „daß nun
urtheilen kann."
5. eivium 8uc>rum, seiner Mitbürger. — virgo uubi1i3 klmiei, die
heiratsfähige Tochter eines Freundes; vir^o, die Jungfrau; selten,
wie hier, virZo aliouiug, die jungfräuliche Tochter jemands. —
eolloeüie, eigentl. jemand oder etwas wohin stellen, setzen; dah. ins-
besond. oollooaiß »liquam (virgiilew Mam, ete,), ein Mädchen verhei«
raten. — d»der6 eou8ilium, eine Bemthung halten, Rath pflegen. —
imperare, hier in der ursprünglichen allgemeinen Bedeutung: „etwas
anordnen (m-pariuw), bestimmen, festsetzen, vorschreiben." — xro Keul-
tlltibu», nach den Vermögensumständen, Mitteln.
6. ouiu, teoerat, wenn er gemacht, zusammengebracht hatte; das
^MzguamFei/. »nckeati«, mit cum bei einer wiederholten Handlung,
s. Gramm. — taeers 8uuuvHiu,, eine Summe zusammenbringen, sam
meln. — aääsdedat, das l'mPe»/eot,, als wiederholte Handlung; ebenso
Nexo8, Dxamiii. IV, 1. 2, 177
die folgenden <zuaered»t, eouleredlilit, l»eied»t. — <zu»erebl>,t, näml.
pecuni»in, „der darum anhielt, bat." — eonieredzut, zusammenschössen.
' 2t«^us laoiedat, ut ip«i uunierareut ei, „und bewirkte, veranstaltete,
daß sie selbst es ihm zahlten." — e», res, dieser Gegenstand, d. i. die»
ses Geld. — yuanwm oui^ue «lederet, „wieviel er einem jeden schuldig
sei, zu verdanken habe."

0xi>. IV.
1. «,utem, aber, dient hier als bloße Uebergangsvartilel. — ad-
Ztineuti^, die Enthaltsamkeit; in Bezug auf Geld: Uneigennützigkeit.
— O^ieeun, aus OM«um, einer Stadt in der tleinasiatischen Land
schaft Mysien, an einer Landzunge der kropouti«, s. die Karte. —
roglltu ^rtllxerxi», auf Bitten, auf den Wunsch des Artaxerxes; es ist
dies der Pclseikönig ^rwxerxe« II. MieMon, der vom Jahre 404 bis
361 v. Chr. regierte. — ' zuzeeperat eorrumpeuäniu NpÄminonäain
peeuuik, „er hatte es übernommen, den Evaminondas mit Gelb zu
bestechen"; die Verb« des Uebergebens und Annehmens ftr«,äere, Lugei-
ziere und dgl.) haben die Angabe des Zweckes im «e«l«. u. M^tie.
/«t«?. F«««lV. bei sich, s. Gramm. — l'debzz, Ortsaccusativ bei
Ztiidtenamen: „nach Theben", s. Gramm. — NieMuz, mit kurzer
Paen«lt»m<i zu messen. — talentum, eine große Geldsumme bei den
Griechen, in dm verschiedenen Staaten von verschiedener Höhe, das
attische Talent betrug ungefähr 4125 Mark unseres Geldes. — z>er-
äucere »liqnem »,<! 8U3,m voiuntktem, jemand zu seinem Willen be
wegen, bringen, auf seine Seite bringen. — pluiiuium Hiüzere, außer
ordentlich lieben. — eouvenire »lianem, mit jemand zusammenkommen,
jemand besuchen, zu jemand gehen.
2. »t, hier den Gegensatz vom Vorigen einführend: „allein." —
viomeäcmti eoram . . inyuit, er sagte dem Diomedon ins Gesicht,
eolllin steht hier ohne Casus. — wnM, bei der Anführung der Rede
eines Andern Einem oder mehrein Wörtern nachgesetzt. — uidil, hier,
adverbialisch, das verstärkte non: „ganz und gar nicht" — opus ezt
peeunik, eigentl.: es ist Noth an Geld, d. i. es ist Geld nöthig; man
kann peeuui» auch für den Nominativ halten, dann ist opus Prädikat:
Loinelius !?spo». 12
178 Xezws, Npümiu. IV, 3— 5.

Gelb ist nöthig; s. über die doppelte Construction uon opus est die
Gramm. — ea, yuae, das neut^. Flu?, im Deutschen durch den
«l'nF«l. zu übersetzen: „das, was." — qu»e sunt utilia Inedanis, was
den Thebanern nützlich ist." — riaratus sum kacere ßiatis, „ich bin
bereit es umsonst zu thun." — gratis, acl^e»-b., eigextl, ßratiis, ablot.
Fl«»-, von ßratia, aus bloßer Gefälligkeit, d. i. ohne Bezahlung, ohne
Belohnung, umsonst. — sin ausem, wenn aber; autem, pleonastisch,
denn sin allein heißt schon: wenn aber, s. Lexil. — contraria, n»ml,
vult: „wenn er aber das Gegentheil (vom Nützlichm) will" — satiz,
mit dem genit. verbunden, s. Gramm. — ' nolo accipere äiviti»5
ordis terraruiu pro earitkte patriae sFenit. ob^'eei»): „ich nehme
nicht den Reichthum (die Schätze) des Erdkreises für die Liebe zum
Vllterlande."
3. ' neu iniior at^ue ißllosco tibi, Huoä tu tentasti we u>-
coßuituiu atlzue existiinasti similem tui, „daß du mich, den (dir,
Unbekannten zu verleiten gesucht und dir ähnlich (für deinesgleichen»
gehalten hast, wundere ich mich nicht und verzeihe dir." — sirvM
mit dem genl't. des F?o»wm. H,e,«o,»aie (mei, tui, sui) construiit,
s. Gramm, egreäere, «mI>e?-ut. von sgreclior: geh hinaus (aus der
Stadt), entferne dich. — propere, acke^d., eilig, eilends, sofort. —
me uou potueris, nämlich corruiupere. — uisi tacis, der lnll»ca-
livu« Ffcie». zur Bezeichnung der bestimmten Handlung in der äugen«
blicklichen Gegenwart: „wenn du dies nicht auf der Stelle thust,"
— conkestiin (con-testim, verwandt mit testiuo, eilen), unverzüg
lich, eilends.
4. nunc, nämlich Dpamiuouclat«, — cum roßaret, als er bat. —
ut licsret (sibi) exire tuto »taue etlerre sua, <^uae attulisset. — tu»
causa, inea, deinet», meinetwegen; causa, zur Fsaepont. gewordene
abltli. von causa, aus Ursache, d. i. wegen, um . . willen. — ' >6
ereptuw perveuisse aä nie, <^uoä äelatum noluissem accipere, „das
sei (dir) weggenommen zu mir gelangt (in meine Hände gekommen),
was ich (mir) angeboten nicht hätte annehmen wollen."
5. ayuo, niiml. viorueäunte. — «Maesisset, näml. üparuinonäaL:
„als er ihn fragte." — ' a.uo vellet, se äeäüci, „wohin er wolle, daß
Xepos, Npamiü. IV, 6. V, 1. 2. 179

er gebracht werde, wohin er gebracht sein wolle." — ' et ille äixisset


Htneuas, „und jener gesagt hatte: nach Athen." — sati» nabere »liyui»!,
eigmtl.: etwas genug haben, dah. figürl.: „sich mit etwas begnügen,
mit etwas zufrieden sein." — * seä eüeeit eti»in z>er LdÄbriilm H,tue-
uieusein, äe ^uo leeiwu» meutiunsiu zupr», ut inviolatu» eseeuäe-
iet in uavem. — elüeere per »lignem, ut, durch jemand etwas be
wirken, veranstalten, besorgen lassen. — tkoere meutiouem äe »liyuo,
von jemand sprechen, jemands Erwähnung thun; es ist hier die Bio
graphie des Chabrias gemeint.
6. ' uoe erit testimonium 82ti» »dstinentiae, „dies wirb ein ge
nügendes Zeugniß, ein genügender Beweis seiner Uneigennützigteit
sein, wird genügen." — plurim», nämlich testimoui»,, sehr viele. —
Protnre, vorbringen, anführen. — eoueluäere, "einschließen, umfaffm
zusammenfassen. — yuoiuiu nämlich vitam. — multiz inilidu» ver
zuum, in vielen tausend Zeilen, Bezeichnng des großen Umfanges einer
Tchrift nach ihren Zeilen, versus (von vertu), eigentl. das Umdrehen,
Umwenden, daher vom Pfluge: die Furche; hiervon übertragen: die
Reihe, Linie, und insbesond. von der Reihe in einer Schrift: die Zeile,
Linie, und bei Gedichten: der Vers.

c>^. v.
1. nemo Inedauus, lein Thebaner; nemo adjectivisch, wie oben
II, 1. — eloguentik, respectiver ablat.: in der Beredsamkeit. — uegue
minus . . gullm, und nicht weniger . . als, und ebenso . . wie. —
«ouoiuuus, treffend, schlagend. — oruktus in xerhetu» oraticme, kunst°
geübt in fortlaufender/ ununterbrochener Rede.
2. obtrecwtorsm, Apposition zu Ueuecliäem: „er hatte einen
gewissen Neneeliäe» zu seinem Neider." Neneeliäes, mit langem i
gemessen. — iuHläem (von iuäe-iäem), von ebendaher: daher mal-
äem Illebi«, ebenfalls aus Theben. — in »ämiuiLtiÄuäg, rezmollea,
in der Staatsverwaltung. -" nt Ideblluum seilioet, wie einer «us
Theben nämlich/ d. h. so weit ein Thebaner in der Beredsamkeit ge
übt sein lann, so viel sich von einem Thebaner erwarten läßt (die
Erklärung hierzu folgt unmittelbar darauf), ut, ncive^b., im Ver-
12»
180 Nepoz, Npamin. V, 3—5.

hältniß, nach Maßgabe, wie. eoilioet (aus »oire liest), «sv«H,,


^bestätigt und vervollständigt das früher Gesagte: „versteht sich, be
greiflicherweise, natürlich." — u«,myue, nämlich, denn. — Mi genti
etc., „jenes Volk besitzt mehr Kürperkraft als Geist" (vgl. HIoib. XI, 3:
„alle Büotier streben mehr nach Körperlraft als nach Geistesschärfe ^
und Oioero in der Schrift vom tatum IV, ?: „zu Theben herrscht
eine dicke Luft, daher sind die Thebaner fett und stark").
3. i3, näml. Neneclläe». — re» miliUu-is, das Kriegswesen. —
tlorere, eigentl. blühen, figürl. hervorragen, sich auszeichnen — «per«,
Bemühung, Thätigleit, Dienste, Hilfe. — tÄlere »li^ueiu vei-bo,
jemand durch (trügerische) Rede täuschen, betrügen. — oivez, im Deut»
schen nicht blos „Bürger", sondern auch „Mitbürger." — otii nomine,
unter dem Namen der Ruhe; otii, Zenit, der Apposition, s. Gramm,
— eoueiliare, bereiten, verschaffen, erwerben.
4. ei,, nämlich pllee. — trui «K, (uaoe) äiuNuä, eigentl. : ihn (de>:
Frieden) als einen langen genießen, d. i. : „ihn lange genießen"; trnor
mit dem »blat. construirt, s. Gramm. — ' uteuäum e»t vobi8 sllat,)
castriz sablat.), nun p»1»e8trä, „ihr müßt das Lager, nicht die Ring-
schule besuchen." utelläum e»t, die Constmction des Fei-unciium mit
83»e und dem activen ll«t»V., s. Gramm, utor e. «bl., etwas in Ge
brauch nehmen «d. in Gebrauch haben im weitesten Umfange des
Wortes, d»h. je nach der Bedeutung des im adlat. beigefügten Nomens
zu übersetzm: etwas anwenden, sich dessen bedienen, etwas gebrauchen,
haben, einen Ort besuchen"«, dgl.
5. uuio, nämlich üpamiuouäHe. — yuoä nun daueret, der Con-
junctiv bei yuoä, weil Gedanke des NeueeUäes; ebenso beim folgmden
äuxizzet und viäeretur. — liberi, orum, eigentl. die Freigebornen,
Freien (im Gegensatze der zum Hausstände gehörenden Sklaven, des
Hausgesindes), daher die Kinder (in Beziehung auf die Aeltern, ohne
Rücksicht auf das Alter). — äuoere uxorem, eigentl.: eine Frau
heimführen, dah. iiberh.: eine Frau nehmen, heiraten. — maxime-
yue, nämlich obiieeret aus dem Vorstehenden zu ergänzen: „und
ganz besonders die Anmaßung (ihm vorwarf)." — * quaä (LMminen-
ä»z) viäeretur »ibi oouZeeutuz (ezze) ^lolillm belli ^.ßllmenuiölliz,
Aepos, Npainill. V, 6. 181

daß ei sich schiene <d. i. daß er glaube), den Kriegsruhm des Aga
memnon erlangt zu haben. — viüsri mit dem «omi». a ««/in. als
3ubjectsatz, s. Gramm. — ^ZaiuLiuuo od. H^aweumou, Sohn des
Atreus, Bruder des Menelaus, König von Mycenä, der berühmte
heldenmüthige Oberanführer der Griechen vor Troja. — 2,t ässlus,
aber so höre auf, „so höre doch auf"; »t zur Anknüpfung eines Ein
wurfes gegen eine gemachte Behauptung. — exprobrars »lieui <l«
2li<iu» is, jemand über etwas Vorwürfe machen, jemand etwas vor
rücken, vorwerfen. — ' uam volo uti eonsilio uuMu8 miun« (c^uam
tm) in i«t» re, „dmn hierin will ich von Keinem weniger (als von
dir) Rath einholen." nullius, hier substantivisch Keines, Niemands.
— iu ist», iL, in jener Angelegenheit, niiml. in der Heirat, im Deut
schen lurz adverbialisch: hierin, hierbei. — mmuz, zu ergänzen dem
Sinne nach H<i»w wo, nämlich oouÄIio. — uti ecmsilia »liouiu»,
jemands Rath gebrauchen, von jemand sich rathen lassen. — ll»döie
zuLpioiollsm »liouiu« rei, den Verdacht von etwas an sich haben, d. i.
im Verdacht von etwas stehen.
6. yuoä »utem putaz, was das aber betrifft, daß du glaubst,
was du aber glaubst; ^unä respectiver aeeu«. des F/omo«. ,el«i. in
Betreff dessen, was. — asmulari aliclueiu, jemand sich gleichstellen
wollen, nacheifern. — t»Il8ri8, das Passiv medial: du irrst dich, du
irrst. — lleeem Äunig, Zeitablativ: in zehn Jahren. — uuluu uroein,
Eine Stadt, nämlich Troja, welche die Griechen erst nach einer zehn
jährigen Belagerung durch Lift einnahmen. — ooutr» sä, sneo««.
H,l«^. «««i»'.) „dagegen", vollerer Ausdruck für das bloße as«e»H.
eoutr». — uus, urlis uozträ, näml. oum, aus dem Vorhergehenden zu
ergänzen: „allein, nur mit unserer Stadt." uuu8 im Lateinischen ad-
jectivisch zu urd« bezogen, im Deutschen adverbialisch: allein, nur,
lediglich, urb» u<>8tr», nämlich l'usvÄL. - äie uno, an einem Tage,
nämlich durch die Schlacht bei Leuctra, im Jahre 371 v. Chr, —
1<Ä<:eä»,eill<)uÜ8 luMti«, «dlat. absol.: „dadurch, daß ich die Lace«
dämonier in die Flucht geschlagen habe."
132 !lei>05, Npamiu. VI, 1, 2.

c^r. VI.
1. läew. cum . . veni88et elo., dieser Vordersatz reicht bis zu
Ende des §. 2; erst mit §. 3: die in re8r»ouäsnäo . . äixit, bezinnt
der Nachsatz. — conventuL, die Versammlung, besonders berathende
Versammlung, der Rath, große Rath. — ^.reääum, der Arkadier,
Bewohner der Landschaft Hieaäill. im Peloponnes, s. die Karte. —
taoere 8<>eiet»tem eum aliyuo, ein Bündniß mit jemand schließen, mit
jemand sich verbinden. — HiAvi«, den Argiver«, Bewohnern von
Argos, Hauptstadt der Landschaft Argalis im Peloponnes, s. die Karte.
— eoutra, aÄvel'b., dagegen. — ' ^ui prlleswbÄt omns8 sloyuentiä
so tempore, „der. damals Alle in der Beredsamkeit übertraf." —
«ZMi »micitiam Ä,Iiouiiiz, der Freundschaft jemands folgen, sich an
jemand anschließen. — mult»,, ncou«. Hil«,-. «e«t^. aduerbialisch-, „viel,
stark, sehr" (vgl. unten limol. V, 3: oum uouuulll!, iuv«Ii«i-etur iil
limolsout», »ls er etwas gegen limoleou losfuhr. — iuvZdi in
lllicluem, gegen jemand losfahren, jemand hart anfahren, schelten.
2. in ei», «e»t,., „hierbei." — ^,reääl>,8 äedtzrs auimllävßrtsrß,
ace««. c. in/««., abhängig von pc>8ui38st, hier als <ie?du,n Äeela^anck» :
gesetzt«, d. i. gesagt», geäußert hatte. — ^rcääa», griech. aceu«. für
H,ie»äL8, von ^,rell,8, 3äi8, s Gramm. — ' yuklss civeZ (auch ^uaUg
eivi8, als aee. F?««-.), utr3<iue oiviw8 proersil386t, „was für Bürger
jeder der beiden Staaten, beide Staaten hervorgebracht hätten." utsr-
Hus, jeder von beiden, beide, s, Gramm. — ex «>ml,u8 u. äe esteris,
Neides «e«ts. Hil«,.: woraus, über das Uebrige, d. i. über die übrigen
Eigenschaften, über den übrigen Werth derselben (der Thebaner und
Argiver). — H,rzlvn8, Argiver, aus Argos. — 0rß8ts8, der Sohn
des Agamemnon und der Klytämnestra, der seine Mutter tüdtete, weil
diese die Ermordung seines Vaters, ihres von Troja heimkehrenden
Gatten Agamemnon, durch ihren Buhlen Aegisthus veranlaßt hatte.
— H,IomÄSou, -Sohn des Amphiaraus, eines Helden und Traumdeu
ters in Argos, und der Eriphyle, tüdtete auf Geheiß des Vaters seine
Mutter und verfiel deswegen in Raserei. — mutrloläa (von mater
und eaeäo), der Muttermörder. — Ilwlii«, Ortsablativ bei Städte
Nepoz, ApÄinill. VI, 3. 4. 183

namen: „zu Theben, in Theben." — 0eä!pii8, Sohn des Lajus, Königs


von Theben, und der Iocaste, tödtete seinen Vater und heiratete seine
Vtutter, da er seine Aeltern nicht kannte. Seine Kinder hießen Neu-
«Iy8, kol^uleez, ^utizLns und IswöllL. — gui . . proere3,38e (so ist
zu lesen, nicht proereHZLSt), als besonderer »n/?n., zu welchem aus aui
der «eou«. guem zu ergänzen wäre, als besonderer Objectsatz abhängig
vom vorangehenden po8ui88st.
3. ' nuic Np^Nillou<l3,8 in r68z>onäeiiä<i, cum peror»88St äs
«eteri3, z>o8toMni pervLnit »Ä illa äuo «pprodria, äixit, 8ß aälnirari
»tnItitiHln rt>störi8, <zui eto., „da sagte Epaminondns zu diesem, als
er in seiner Erwiderung (Entgegnung) über das Andere zu Ende ge
sprochen hatte und auf jene zwei Vorwürfe kam, 'er wundere sich über
die Thorheit des attischen Redekünstlers, der nicht beachtet habe «." —
2,äinlr»,li Hliuuiä, nicht bloß: etwas bewundern, sondern auch, wie hier:
„über etwas sich wunde,rn." — rnetor, der Redelehrer, dagegen orator
der Redner; hier vielleicht mit Verachtung: der Redekünstler, Prunk-
redner, Phrasenmacher. — lwimaävsrttzrit, der Conjunctiv, weil Ge
danke des Epaminondas. — il!o8 n»to8 (e88L) mnuceiites, daß jene
(näml. Orestes, Alcmäon und Oedipus) schuldlos geboren seien. — äomi
«eelsrs aäu,i88o, «M«t. »b«ol., „nachdem sie aber zu Hause (im Vater-
lande, in der Heimat), das Verbrechen begangen hatten." »clmittsrs
8eelu8, eigentl.: ein Verbrechen an sich heranlassen, ihm zu sich freien
Zutritt gestatten, d. i. es begehen. — l6cez>to8 e8Ze, nämlich illo«,
„seien sie von den Atheniensern aufgenommen worden."
4. ßlüoßr«, hervorleuchten, hervorstrahlen. — 8p»rtÄ«, zu, in
Sparta. 8z»»r<H, seltnerer Name als I^eeäasmou, Sparta oder Lace-
dämon, Hauptort der Landschaft Laconien und des ganzen Peloponnes.
— !«Mti, <?enl't. «l«F«l., bezüglich auf eiu8: als er Gesandter war.
— yuu, Zieladverb: „dahin", näml. nach Sparta. — eoram, ^^ae^o«.
«. nl>l»t in Gegmwart, vor. — Iszationum, der Gesandtschaften «'«
ccmo^elo, d. i. der Gesandten. — ooarßusre alicluiä, eigentl.: etwas
von allen Seiten angreifen, d. i. heftig anschuldigen, anklagen. —
uon MMN» . . hukm, nicht weniger . . als, ebmsosehr . . wie. —
«oucutßre oz>s8 »Iieuiu8, jemanbs Macht erschüttern. — po3t, »Hve^b.,
184 Ifexo») N^muiu. VII, 1.

nachher, später. — ut I,3,osä»enioiiü privareuwr, Wirlungssatz zu


z>erteeit. — priv^re, berauben, verlustig machen, mit dem abl«t. con-
struirt, s. Gramm.

cxr. VII.
1. ?ui88e (eum), näml. NPluuiuouällm, «cell«, e. i«M. zu Ü2ee
8uut teztilnoui»,: „daß er geduldig gewesen und die Beleidigungen von
Seiten seiner Mitbürger ertrug . . dafür sind folgend« Beweise." —
esse lereutem, umschreibender Ausdruck für teils. — »uorum eivium
Zenit, ««h/ect«: Beleidigungen, die die Mitbürger anthun, verüben.
— * Huoä äuoeret, L88L »sl»8, 86 ir28<:i I>»tli»ß, „weil er dafür hielt,
daß es sündlich (sündhaft, frevelhaft) sei, daß er dem Vaterland«
zürne." — yuuä äuoeret, „weil er dafür hielt, weil er glaubte"; der
Conjunctiv aus bloßer Übertragung von dem, was gemeint wird,
auf das Meinen selbst; logisch richtiger wäre äncebat, s. Gramm —
netÄ5 (u. uß, nicht, u. ta«, erlaubt), religiös unerlaubt, sündlich, frevel
haft. — ir2,3<:i, auf jemand zürnen, mit d. liat. construirt, s. Gramm,
— oum eum etc., der Vordersatz reicht bis ob»iä«b»utur. — äui-
yus 688et ete., d. i. »tu.ue (oum) äux, imzieritu» delli, «88«t äe-
Ikotu8, „und als ein des Krieges unerfahrener Anführer gewählt morden
war." iwz>erltu3, mit d. Fen»t. construirt, s. Gramm. — <miu8 error«,
durch dessen Fehler, Schuld. — eu, Zieladverb: „dahin." — perti-
mezesrs 6« küyua rs, für etwas in großer Furcht sein, für etwas
sehr fürchten. — omue8, näml. uMte8. — äe 3läute, für ihre Ret»
tung. — guoä . . od8iäebautur, weil sie . . umringt waren, hier als
Gedanle des Nepos dargestellt, daher im Indicativ ; yuoä od8iäereutur
wäre Gedanke der Soldaten, s. Gramm. — ' «iiligsutill NPlumuou仫
eoept», e8t äe8i<leiari, Nachsatz: fing man an, die Nehutsamleit, Um»
ficht des Evaminondas zu begehren. — oueiM S8t, das H»a««w. von
coepi wegen des in/in. F«««. äs8iäerl^ri, s. Gramm. — äk8iäe»re
(von cl« u. dem Stamme 8IV, verwandt mit dem griech. F^lw,
/^<u, sehen; vgl. das von demselben Stamme gebildete eunMer»«),
nach etwas Abwesendem' Fehlendem Hinsehen, d. i. trachten, es vei>
langen, wünschen, sich darnach sehnen.
RLi><)8, Npamill. VU, 2—4. 18^

2. privktu» uumero mi!iti8, „als Privatmann (d. i. ohne militari»


sches Amt) in dem Stande eines (gemeinen) Soldaten, d. i. gemeiner
Soldat." z>riv»,tii8, der abgesondert», getrennt-, außerhalb der Ver
bindung mit der Staatsverwaltung lebt, der kein Staatsamt verleidet^
der Privatmann. — uumero, »biat. der Eigenschaft, bei welchem der
9sn»l. militis die Stelle des Adjectios milit»ri8, ersetzt. — aälüdere
memorillm alieuiuz rei, die Erinnerung an etwas herbeibringen, an
wenden, d. i. zeigen, blicken lassen. — eoutumeliae, ge»«t. oh/eet«:
die Erinnerung an die Schmach, Beschimpfung. — exereitum lidera-
tum reäuxit, das HKl^tie. coordinirt mit et aufzulösen: „befreite das.
Heer aus der Umzingelung, und fühlte es unversehrt in die Heimat
zurück." — äomum, Ortsaccusativ; „nach Hause", d. i. in das Vater
land, in die Heimat.
3. mlucime illustre, am meisten berühmt, am berühmtesten. —
?e!opnuu68U8, (eigentl. die Insel des Pelops, mythischen Königs von
Pisa in Elis), der Peloponnes, der südliche Theil Griechenlands, be
stehend aus den 8 Landschaften: Laconien, Messenien, Argolis, Arcadien^
Elis, Achllja, Eorinthia und Sicyonia. — Quorum »Iter, von denen
der eine; alter, der eine von zweien. — ?eloM»8, nächst Epaminondas
der berühmteste Feldherr der Thebaner, s. dessen Leben bei Nepos hin
ter dem des Epaminondas. — lii omues, diese alle (drei). — oiimmi-
du8 «,<lver8llriorum, durch die Anschuldigungen, Anklagen der Gegner,
— in iuvi<li«,m venire, in Haß kommen, d. i. verhaßt werben. —
od ekMHue rem, und eben deswegen; das hue nicht an die Präposition,
sondern an das nächstfolgende Wort gehängt. — adrößare Imperium,
lllicui, jemand das Commando abnehmen. — praetors» (prae-itore«),
militärische Vorgesetzte, d. i. Anführer, Befehlshaber.
4. populiscitum, auch getrennt populi 8eltum, der Volksbefchluß.
— ' »tu.ue z>er8u»8it eolleßiz, ut iaeereut iäem, „und überredete die
College» (Mitfeldherren), daß sie dasselbe thiiten." — * totum exer-
citum periturum (e88e) proMr impruäentiam iu»eiti»m<iue belli
pr»etorum, »ce««. c. »nM, , abhängig von »uim»Hverted»t. — in^
»oiti» delli sge/llt. oli/eett), Unkenntniß des Kriege«, Kriegsuntennt-
niß, Ungeschicklichkeit im Kriege. — praetnrum, genit. ««tz/ecti.
186 Nepos, Npamin. VII, 5. VIII, 1. 2.

5. mulwrs morte, mit Tode bestrafen. — retiuui88et, der Eon«


junctiv, als bloße Vorstellung: für den Fall, daß jemand behalten!
hätte. — pr»,kümwlll toret (d. i. L886t), das Passiv impersonal: als!
vorher bestimmt, festgesetzt worden wäre. — * oum NpainiuouäH»
viäeret, uauo (leßem) latlliu K88S rei publie»e eou8erv«mäl!,e 0»«»^ —
leZem tsrre, eigentl, einen Gesetzvorschlag machen, ein Gesetz in An«
trag stellen, dal), überhaupt: ein Gesetz geben. — oouterre, niiml.
baue lezem, anwenden, in Anwendung bringen. — yuLtuoi' meugibnz.
ablat. des Maßes, von äiutiu8 abhängig: um vier Monate länger,
s. Gramm.

«x?. VIII.
1. reältum est, das Passiv impersonal: „man ist zurückgekehrt,
— «iomum, nach Hause, d. i. in die Heimat, in die Vaterstadt. —
HeeüsÄls «linuem »Iic>uc> orimiue, jemand wegen eines Vergehens an»
klagen. — guidus für das Fi-onom. Hemonzti'. I>i8: diesen. — ' ut
trauzlerrsut omuem e»u3Ä.m in 8S ftäml. Np»miuouä»i!i), »tizue
«outenäereut, lklotum (S88e) 8uK operk, ut uou obsäirsnt lezi. —
tr3,u8lsrre e»u83,m »1i«:uiu8 rei in aü^uem, eigentl.: die Ursache von
etwas auf jemand übertragen, dah.: die Schuld von etwas auf jemau?
schieben. — in 8e, auf ihn (den Epaminondas); das 8« auf das Sub>
ject des Hauptsatzes bezogen. — eouteuäsrs, behaupten, erklären. —
«u» operk, durch seine Bemühung, Einwirkung. — ' ut nou odsäirent,
Wirkungssatz: „so daß, daß sie nicht gehorchten"; dah. ut uou, nich:
no. — * illi3 liberal^ perieulo uae äe5eu8ioue, «blai. absol. dura,
«um aufgelöst: „da jene (diese, sie) durch diese Verteidigung von
der Gefahr befreit worden waren." — liderare mit dem ndlat. con>
struirt, s. Gramm. — yunä uou ullberet, auiä öioerst, „weil er nicht
hätte, was er sagen sollte"; der Conjunctio baderst bei yuoä, weil
Gedanke der Thebaner. — yuiä mit dem Conjunctiv, weil indirectt
Frage.
2. »t, zur Anknüpfung eines völlig entgegengesetzten Gedankens:
„aber, nichts desto weniger, gleichwohl." — venire iu iuäioium, ins
Gericht kommen, vor Gericht erscheinen. — eorum, «s«t»-. Fl«?., im
Xepo8, Vpamiu. VIII, 3. 4. 187

Deutschen durch den Singular: von dem, davon. — ä»rs aliquiä


Moni) oriuimi, (jemand) etwas zur Schuld anrechnen, schuld geben.
— coulegsu« est omni», er bekannte sich zu Allem. — usque reeü«»-
vit, <zuc»ln!i!ii8 ete., „und wies nicht zurück (weigerte sich nicht), der
Strafe des Gesetzes (der vom Gesetzt bestimmten, der gesetzlichen Strafe)
sich zu unterziehen." quomiim8, bei Verben des Hinderns od. Wider
strebens mit einer Negation, s. Gramm. — petsre »liquid »d »liquc»,
von jemand etwas (zu erlangen) suchen, d. i. jemand um etwas bitten.
— in zierieulo 8uo, in seinem Erkenntnis;, Protokoll, perieüluni,
eigentl.: der Versuch, die Probe; übertr.: die mit einem Versuche in
der Regel verknüpfte Gefahr; hiervon besond. in der Gerichtssprache,
ws Gerichtsprotokoll, hier s. v. a. das Verurtheilungsdecret, die Ver-
urtheilung, das Todesurtheil. Nach Nppian verlangte Evaminonoas.
«s solle auf sein Grab geschrieben werden: „Dies ist der Sieger bei
Leuktra lc. Dieser ward von seiner Vaterstadt getödtet, weil er zu
ihrem Nutzen gegen das Gesetz handelte." Nach Plutarch wollte er
nichts aufgeschrieben haben, sondern verlangte nur, die Richter sollten
erklären, daß er jene Kriegsthäten gegen ihren Willen vollbracht habe.
3. multars (von mult», od. mulot», die Strafe), bestrafen, mit
dem ablat, der Strafe, s. Gramm, — I^euetra, orum, ein Flecken in
Büotien, südwestlich von Theben, berühmt durch den von den The-
banern unter Anführung des Epaminondas über die Spartaner er
rungenen Sieg im Jahre 371' v. Chr. — autL 86, nämlich ÜMmi-
nouällin; das LS auf das Subject des Hauptsatzes (petivit »d iis) be
zogen. — impeiÄtoi-sm , Apposition zu 86, im Deutschen durch das
nomen ad«t^«et. zu übersetzen: vor seiner Anführung. — nemo Loeo-
tiorulu, keiner der Böotier, kein Nüotier. — «,U8U8 tuit s. «. a. ÄU8U»
«8t, gewagt hat; »uäßr«, «'«fbum «e«t,o-p»««lv. , s. Gramm. —
H«pi«re, anblicken, ins Gesicht sehen. — in »oie, in der Schlachtreihe,
in der Schlacht.
4. rßtr»K8re aliguem »b »liqu», rs, eigentl.: jemand von etwas
zurückziehen, zurückrufen, dah. figürl.: jemand von etwas Bösem ent
fernen, retten; hier: ab iuteiitu, gleichsam vom Rande des Verderbens
zurückziehen, retten. — viuäieare aliqußm w lidsrtatem, jzmand
188 Nepo», Dpauüii. VIII, 5. IX, 1.

in den freien Zustand setzen, in Freiheit bringen, befreien, frei machen.


— eo, Zieladverb: dahin. — re3 utrorumhue , die Angelegenheiten
beider, nämlich der Thebaner und der Spartaner; uteru.lle, jeder von
beiden, hier im Plural, weil die nomina, auf die es sich bezieh:,
Mehrheiten bezeichnen, f. Gramm. — 8»ti3 dauere, 8i etc., genu«
haben, wenn :c., zufrieden fein, froh fein, daß :c. — 8Ävu8, gerettet,
unversehrt: 3»Ivum e«8e, mit heiler Haut-, mit dem Leben davon
kommen.
5. Ne88ene ie8titutä, ablat. ab«ol.: nach Wiederherstellung von
Messene, oder coordinirt mit et: „als bis er Messen« wiedeihergesM
und ihre (nämlich der Spartaner) Stadt belagert hatte. Hieben«, e«,
Hauptstadt der peloponnesifchen Landschaft Messenien, f. die Karte,
Sie war eine gefährliche Nachbarin von Sparta, und war daher «cn
den Spartanern wiederholt bekriegt und endlich zerstört worden; E»»-
minondas glaubte daher das wirksamste Mittel zur Schwächung Spartas
anzuwenden, wenn er Messene wieder aufbaute. — ri8U8 ouuüuiu, ein
Lachen Aller, d. i. «in allgemeines Gelächter. — ne^ue a.ui8yll»w,
und keiner; der Lateiner legt die Negation in die Conjunction, der
Deutsche in das Pronomen. — lerre 8uni»,ßiuin äs aliquo, feine
Stimme über jemand abgeben. — «, iuäieio c«,z>iti8 äi8ee88it, er ging
von feinem Criminalprocesfe aus. — iuäioium e»,piti8, ein Gerich:
«der Proceß über Tod und Leben, Criminalproceß. — mi^im» ßloriü.
adverbial. «i»l«t. mit größtem, höchsten Ruhme, höchst ruhmvoll.

Oxr. IX.
1. Nie, nämlich Nr>amiuou<I»8. — extrem« tempore, in der letzten
Zeit, näml, des Krieges zwischen Theben und Sparta. — UiwtiuW,
eine Stadt in der peloponnesifchen Landschaft Arkadien, s. die Karte,
Vei Mantine» war die zweite von den Thebanern gegen die Spar
taner gewonnene Schlacht im Jahre 362 v. Chr. — »oie instruct»,
»blllt. ,'n«t7«m.: „mit wohlgeordneter Schlachtlinie, in Schlachtord
nung." — »uä»eiu8, allzulühn. — iu8t»ie »Ii<iuem, in der Militär-
spra/he: den Feind drängen. — cogultu8, nämlich e5t, er wurde
Nepoz, Vpamin. IX, 2. 3. 189

ckannt. — ' «zuoä putabant, 8g,Iutem patriae 8it»m («888) in permeie


iüu8 (nämlich Npaminonäas), ,,da sie glaubten, daß die Rettung
;ies Vaterlandes (nämlich Sparta's) auf dem Untergang des Einen
eruhe." — 8lt2m, ^»astie. p«««. von «iuo, eigentl. irgendwo hinge-
etzt, gelegt, gelegm, befindlich ; dal), figürl.: res «iw L8t in »,Ii<iu» re,
,e Sache beruht, stützt sich auf etwas. — universi, allesammt, ins»
efammt, alle. — in unum, auf ihn allein. — rnazu», ollsäe, ablat.
>i«<>l., nach großem, vielem Morden, nach einem großem Nlutbade.
ll>M3<ius oecizi3, „nachdem viele getodtet worden waren." — 8p3.ro
!mlnn3 pereu88um, „durch einen aus der Ferne geworfenen Speer
lurchbohrt." emlniiz (von L u. iu3llU8), »us der Ferne (entgegenge
ht <:oiuWluu3 von eon u. in3,uu8, handgemein, in der Nähe),
— eonoläers (von oon-eääere), zusammensinkm. — viätzmnt Lp«,-
millouäilin eonoiäere, sie sahen, daß Epaminondas zusammensank,
kürzer: sie sahen den Epaminondas zusammensinken. (Statt ooneiäers
könnte es auch heißen: eoueiäeutLin, wie er zusammensank, s. Gramm.;
doch scheint diese Eonstruction des an««, e. z,«^t«e. bei viäer« hier
wegen der beiden vorhergehenden Pafil'cijna puzuautsm u. psreu83um
vermieden zu sein).
2. pugnH, der adlat. von dem in sxeß88erunt liegenden sx regiert.
— rez>uFU«wte8,ae«l« ,näml.I^»,<:sä»siuollio8 : die Widerstand Leistenden.
3, »t, hier zum bloßen Uebergange: Epaminondas aber zc. —
' 8« »ce«xi88e mortiksruiu vulnus, daß er eine tödtliche Wunde em
pfangen habe, — «ilnulque, nämlich aniiuaävertßrst, und zugleich
bemerkte). — ' (8S) emi88urnm (e8«e) 8tatim »uim«,nl, »i lerrum
«xtr«lxi88st, <^uo<t rem»,u8sr2,t in corpore ex dll3tili, „daß er, wenn
er das Eisen, das vom Schafte des Speers im Körper zurückgeblieben
mar, herausgezogen hätte, sogleich das Leben aushauchen werde." —
ti»8tUs (von Nll8tg,, Spieß), der Schaft des Spießes. — u8oue eo . .
quoilä, bis dahin . . bis, d. i. so lange . . bis, so lange . . als. —
retiuuit, nämlich terrinn. — rennutiatum «8t, das Passiv impersonal:
es wurde berichtet, man berichtete. — Der Indicatin steht hier bei
«uo»ä, weil die Handlung als bestimmtes historisches Factum darge
stellt ist, s. Gramm.
130 Xez>o5, Lpamin. IX, 4. X, 1—3.

4. iuuuit, sagte er, einem oder mehreren Worten der Rede eines
Andern nachgesetzt, s. Gramm. — lerro eitrlleto, ab?at. «bsol., com-
dinirt mit et aufzulösen; „hierauf zog er das Eisen heraus und :c."
— eiHuiiuHtu« e«t, er wurde entseelt, er hauchte das Leben aus, er
gab den Geist auf, er starb.

<?^i>. X.
1. vioiem äueere, eine Frau nehmen, heiraten, vgl. oben V, 3.
— in quo, neutral: hierin, hierbei. — cum repreueuäeretui 2 ?e!o-
pläa, als er von Pelopidas getadelt wurde. — qnoä . . uou relin-
queret, weil er nicht hinterließe: der Conjunctiv, weil Gedanle tes
Pelopidas, — iulämi« (von in, un, und laiu», Ruf), von übelm Ruft,
verrufen, berüchtigt. — ' atc^ue (cum ?elopi<il«) äioeret, eum (naml,
Npamiuoiiäam) eou8ulsrß male pHtri»« iu eo, „und sagte, daß er
hierbei schlecht für das Vaterland sorge." — oonsuieie alieui, eigentl/
Rath pflegen, sich belachen für jemand siiattu. eommocii) , dah. für
jemand Sorge tragen, sorgen; dagegen oou8u!ere ali^uem, jemand zm
Nerathung zuziehen, jemand zu Rache ziehm, um Rath fragen, sich
mit jemand berathen.
2. viäe, ue tu z>ei»8 oou8n!»8, siehe zu, daß du nicht schlimmer
sorgest (für das Vaterland), d. i. bedenke, ob du nicht :c. — pein«,
emnpasat. von male, s. Gramm. — qui relioturu« 8i8, Causalsatz:
„der du (d. i. da du) einen solchen Sohn von dir hinterlassen wirst",
dah. der Conjunctiv. — ueque vero, dennoch aber . . nicht. —
pußUÄ, I^euctrle», die leuctrische Schlacht, im Deutschen üblicher-
„die Schlacht bei Leuctra." — o.u»e . . sit ueee»8e e8t, welche noch-
wmbig sein muß. — ueoe88e «8t, es ist nöthig, e« muß, mit dem
Conjunctiv construirt, s. Gramm. — 8uper8tltem e88e Äiem, jemand
überleben, i .
3. quo tempore, in welcher Zeit, d. i. zur Zeit, als :c. — äuee
relopiäil, «blat. al>««l.: unter Anführung des Pelopidas; »gl. das
Leben des Pelopidas Cap. II. §. 5. — ex8üle8, die (aus Theben) Ver
bannten, teuere «e äomo sablat. loe»), sich im Hause halten; äorr,»
selten für äomi. — ' ue oruent»iet m»i!U8 8»uss>ime 8uorum, um nichl
^epos, Npiumu. X, 4. 191

seine Hunde mit dem Blute der Seinigen (d. i. seiner Mitbürger) zu
beflecken. — civilis, (von «vi»), zum Bürger», zum Mitbürger gehörig;
dclh. civilis vietori«,, der Sieg über Mitbürger. — Oaämia (auch L»ä-
iuea geschrieben) die Burg von Theben, benannt von ihrem Erbauer
(?2Hmu8, der ums Jahr 1550 u. Chr. aus Phönizier, nach Nöotien
< inwanderte. — puzu» (so ist zu lesen, nicht puzuari) euyzüt, der
Kampf begann. — 8tkre in xrimik, unter den Ersten (in der Schlacht)
stehen, d. i. in den Vorderreihen kämpfen.
4. 8» »äinuxero, wenn ich werde hinzugefügt, bemerkt haben; im
Deutschen gewöhnlich durch das 5>f«e«e»« übersetzt: „wenn ich hinzu
füge, bemerke." — yuoä nemo it (so ist zu lesen, nicht e»y iuüti»,8,
,,n>as niemand in Abrede stellen dürfte (möchte)." iuütwe (von iu,
un, u. tÄteoi, bekennen), das Leugnen, nur im aee««. in der Ver
bindung irs iuütills, eigentl. ans Leugnen gehen, d, i. leugnen, in Ab
rede stellen. — »Ute üp»iaiuo!iä»ill imtum, eigentl.: vor dem gebornen
spaminondas, im Deutschen: vor der Geburt des Epaminondas. —
Iieipstuo, «li«?e»-b. : beständig, stets, — xarei-L alisuo imperio, fremdem
Befehle gehorchen. — ocmtrg, ß» saeou«. Fl«»', «««t»^, dagegen^ vol
arer Ausdruck für das bloße «<i«e,'b. eoutlil. — Pl^kuerit, ^^ ^^^
junctiv im Nebensätze des «e«<«. e. lnM.: (Hisdil«) 5ui88S o»put»
toUus ttiaseias. — iMslligi z>ot«8t, impersonal: man kann erkennen,
einsehen, die Ueberzeugung gewinnen: — pluris, F«»t»t. ^,-et,'«, von
hoherm Werthe, mehr merth. — civit»8, der Staat, der ganz« Staat,
nämlich Thebm,

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung.


^. Grammatisches. 1) welcher Casus ist ^reää»8? —
2) was ist das Nähere vom lateinischen Genitiv auf i bei griechischen
Namen der 3ten Declination? — d) wie lautet das betreffende Bei
spiel bei Np»iuiu<>u6H3 ? — 3) wann wird Hu«»ä mit dem Indicativ,
mann mit dem Conjunctiv verbunden? — 4) wann steht oum mit
dem Indicativ des Plusquamperfektums? — 5) wie ist das F«»/eet.
192 Nepo«, Rpamiii.

bei ut im abhängigen Satze zu erklären? — 6) welcher Modus steht


bei priu8<zu»lu? — 7) wie wird opus e«t conftruirt? — 8) wie ue-
ce8«L est? — d) wie lautet die betreffende Stelle im Npamiuonäa«?
— 9) wie wird viäsri conftruirt? — 10) was ist der Genitiv der
Apposition? — 11) was ist über den Conjunctiv in dem Ausdruck
Huoä äuoeret, weil er glaubte, grammatisch zu bemerken? — d) nie
lautet die betreffende Stelle im üp«,n>iu<>uä»8? — 12) wie unterschei
den sich im Gebrauch ut ucm und ue? — 13) wann wird der Plural
von utsrque gesetzt? — 14) was ist über den Gebrauch von eoepi bei
,'«M«'ttv« P»««»«« zu bemerken? — d) wie lauten die betreffenden
Stellen im Rpauiiuoiiäaz?
8. Lexikalisches. I) wie ist Form und Bedeutung von
Zi»ti8 zu erklären? — 2) was heißt onlloearß »liyu»m? und woher die
Bedeutung? — 3) desgleichen uxorsrn äuoere? — 4) welches sind die
Bedeutungsstufen von dem Substantivum v6l8U8? — 5> welche von
eirculu8? — 6) von i-68pudli<:2,? — 7) sind die Wörter libsri, die
Kinder, und libsri, die Freien, dem Ursprünge nach mit einander ver»
wandt? — 8) was bedeutet situw, S38s in »Ii<zu», rs? — 9) wie untn-
scheidet sich der Bedeutung nach enuzulsrs mit dem Dativ und mit
«dem Accusativ? — 10) welches sind die Bedeutungsstufen von peri-
«uwm? — 11) desgleichen von äeÄäerars? — 12! was heißt 3oilie«t?
— b) wie lautet die betreffende Stelle im IÄMm,ill<m<I»8?
0, Geographisches. 1) wo lag I»rsutum? — 2) wo v?»-
«uz? — 3) was ist der ?sIopoime8U8? — b) woher sein Name? und
welches sind seine einzelnm Theile? — 4) wie heißt die Hauptstadt
von Laconien im Lateinischen? — 5) wo lag ^rZN8? — 6) moUs33Si>e?
— 7) was war Oaänies,? — b) woher der Name? — 6) wo log
1>suotr»,? — 9) wo Nkutine»?
v. Historisches. 1) wer ist ^Magora«? — 2) wer H,ß«-
Insuman? — 3) wer 0rs8ts3? — 4) wer ^.Ismason? — L) «er
0«äipu3? — 6) wie heißen dessen Kinder? — 7) wer ist Oaämu«?
8) wie heißen die beiden Schlachten, die Epaminondas gewann? -
b) in welche Jahre v. Chr. gehören sie? — 9) welches sind die Haupt
momente im Leben des Epaminondas? — 10) welche Eigenschaften
VV-,^- '"
Xepoz, ?eloz>. I. 1. 2. 193

cühmt Nepos besonders an ihn«? — 11) wer mar sein Zeitgenoß,


Landsmann und Mitkämpfer für Thebens Grüße? — 12) was ist das
Nähere von dem Tode des Gpaminondas? und welches waren seine
letzten Worte?

XVI. relopiäaF.
o>?. l.
1. Ibsnlmuz, der Thebaner, aus Theben. — lliztorleuz, der Ge
schichtsforscher, Historiker; dagegen rerum «erixtor, der Geschichtsschrei
ber, Historiograph. — vulzo, der 'großen Menge, dem großen Haufen.
— ' äudito, gueluaäinoäum expönam äs virtutibu« 1>uiu8, „ich bin
in Zweifel, auf welche Weise ich über die Verdienste dieses (Mannes)
handeln soll". — vereor, ne, ich fürchte, daß od. es möchte; ue bei
Verben des Fürchtens in der Bedeutung daß, s. Gramm. — res,
die Thatsachen, Begebenheiten, Ereignisse. — nMugers summas, die
Hauptpunkte berühren; — ruäis, eigentl. ruh, dah. figürl. ruäiz »1i-
cuiuz isi, wie iguaruL, in etwas unerfahren, einer Sache unkundig.
-- ' ue »pparekt luiuu» Iuei6e, es möchte nicht sehr deutlich erscheinen,
nicht sehr klar sein; minus ohne comparativischen Begriff: nicht sehr,
nicht sonderlich. — <iuim«iZ tusrit Ms vir, „welch ein großer Mann
jener gewesen ist". — utrique rei, Beidem. — c^uautuN potuero, so
riel ich vermögen werde, so viel ich vermag, — meäeri mit dem tlati«.
wnstruirt, s. Gramm.: „und ich will abhelfen (vorbeugen) sowol der
Uebersaltigung als der Untunde der Leser". — cum . . Win, sowol
. . als auch; einerseits . . andrerseits.
2. ?uoßdlä»,8, Feldherr der Lacedümonier zur Zeit des Pelopidas.
NlMnum, Zielaccusativ bei Städtenamen: nach Olynth. Ol^ntnus,
eine Stadt auf Chalcidice im südlichen Macedonien, nordöstlich von
der Halbinsel Pallene, s. die Karte. — per Insd»,«, über Theben, ge»
hört zu iter. — Okäwea, die Burg von Theben, benannt nach ihrem
Erbauer Hanaus, der angeblich ums Jahr 1550 v.Chr. aus Phünizien nach
ll«ri«Ii>i« H«i>»«. 13
194 N6P05, pelop. 1^ I.

Nüotien einwanderte. — impul8u p^ueorum lueb^uurum, auf den


Antrieb sehr weniger Thebaner, einer sehr kleinen Anzahl von Thel»>
«ern. — ' gui, <^uo l»oiliu3 resiztereut aäver3Hri»,e laetiom, «wöe-
V»M rebu8 iHCÜuum. — <^un llloiliu« s. v. a. ut so laeilius, Ab»
sichtssatz, daher der Conjunctiv re8i8tereut. — Äclvers^riÄ, t»<:tio, die
gegnerische Partei, Gegenpartei. — 8tuuere rebus alieuiu3, eigentl,^
jemands Angelegenheiten günstig sein, d. i. es mit jemand halten, auf
jemands Seite sein. — I^eünes, seltener als I^aeeäaemouii, die
Laconier, Spartaner. — 8uo z>riv«.t<> eou8ilio, nach seiner eignen
Privlltllnsicht; nou publieo ouusilio, nicht nach einem Staatsbeschluffc,

8. quo laeto, ablat. e««««e.- wegen welcher That, weshalb, des


halb. — removeie Äiquem l>,d exereitu, jemand vom Heere entfernen,
einen Feldherr» abrufen. — mu1t«,luut peouuiü,, sie bestraften ihn mit
Geld. — ne<zue en m»Zi8, eigentl.: aber um nichts mehr, d. >,-
„eben so wenig aber, dennoch . . nicht, gleichwol . . nicht". -
* quuä, oum iuimieitiilß 8U8oel)tlle ssseut (iuter eo8>, clucebm
8l>,tiu8 808 «dziäßri quam liberlu-i, weil sie, da Feindschaft (zwischen
ihnen) entstanden war, es für gerathener hielten, daß sie (die Thebaneij
belagert würden (im Belagerungszustände seien), »ls daß sie befrei!
würden. — 3U3eipei-e iuimic>iti»8 , feindselige Gesinnungen fassen, in
Feindschaft gerathen. — 3»tiu3, mehr genügend, dah. nützlicher, vm»
theilhafter; äuoere 8Miu8, etwas vortheillMfter glauben. — ' uu»
exi8timilb»^t, rem e«3e 3ibi oum I!iebaiii8 z»03t ?eInpollue«iM
bellum »tque ^,tbeu»8 üivicw3, denn nach dem peloponnesischm Kriege
und der Vesiegung Athens glaubten sie, daß sie es mit den Thebancni
zu thun haben. — ?6lop«llQe3iiim bellum, der veloponnesische Krieg,
der zwischen Athen und Sparta vom Jahre 431—404 v. Chr. gefühlt
wurde, und mit der Unterwerfung Athens unter die spartanische Hen<
schaft endete — po8t, ^rbeu»8 äeviotll8, die Construction des Mftic,
im Deutschm durch das Verbalnomen übersetzt: nach Besiegung, Unte»
werfung Athens. — ^tbeu»e, Hauptort in der Landschaft ^ttie» im
eigentlichen Griechenland, s. die Karte. — rem «33« »lioui cum »lian«,
es mit jemand zu thun haben. — eo3, nämlich l'bebkuoz. — »ävei
Nepo«) ?e!oz>. I, 4. II. 1. 2. 195

»uz, a«i«e^b., entgegen; «,ävsr«u8 rezi8tere, sich entgegenstellen, Wider


stand leisten.
4. b»,e meuts, »blat. ea««ae, wegen dieser Gesinnung, wegen
dieser Ansicht. — Äwiei, Freunde Anhänger. — 8umm»8 ziotsztatez,
die höchsten Gewalten, die. höchsten Aemter, Stellen. — partim . .
2,Iios, abweichende Redeweise statt partim . . partim oder »Ii<>8 . .
alias: zum Theil, Andere. — eiiosrs »liyusm iu exilium, eigentl.:
jemand herauswerfen (aus der Stadt) ins Exil, d. i. ins Exil schicken,
aus der Stadt verbannen. — in yuidu3, unter denen. — sxor«i 8u-
mu8, v. exoräior, wir haben begonnen. — oarebat Mriä, mtbehrte
das Vaterland, war vom Vaterland« entfernt.

Ox?. II.
1. «muel, lers, fast alle, beinahe alle. — H.tbsua8, Zielaccusativ
bei Städtenamen: „nach Athen". — eouteir« 8L »1iq.uo, »sich irgend
wohin begeben. — uou yuo, d. i. nun ut eu, nicht um dadurch, nicht
um. — auem, welchen, hier s. v. a. cluemeumguß, welchen immer,
welchen auch. — Ioou8, die geeignete Stelle, die schickliche Gelegen
heit. — ex proximo, adverbialisch: in der nächsten Zeit, zunächst,
zu yueiu<iu6 (od. ^uem) gehörig: die nächste beste Gelegenheit, —
turs, der Zufall. — eo, nämlich Inou, ablat. ,'n«t^«»»., durch dieselbe
l Gelegenheit). — uiti, eigentl.: sich anstemmen, sich stützen, sich an
strengen; dah. mit dem imM..- etwas zu thun sich bestreben, -bemühen.
2. quam S8t vi8um, sobald als es schien, sobald es schien; daher
lüim mit dem F«/eet. i«<ilc«t., s. Gramm. — tsmpus rei Ksreuäa«,
geeignete, passende, rechte Zeit, eine That auszuführen, zu handeln.
— eollllxiultßr, gemeinsam, im Einverständniß. — iäem 3eutirs,
derselben Ansicht sein, gleiche Gesinnung hegen. — äelezerunt
äieiu . . ßum, Hu«, sie wählten . . den Tag, an welchem lc, —
aä iuiillioo« opprimeuäo8 etc., die Construction des Hiai'tle. /«t«»'.
H>a««. im Deutschen durch das Verbalnomen übersetzt: zur Unter
drückung der Gegner und zur Befreiung des Staates. — maximi
in»ßj8tl2tu8 , die höchsten Behörden. — eou8usr»nt (v. cou8U68co>,
eigentl. sich gewöhnt hatten, d. i. gewohnt waren, pflegten. — »i
13' «
196 Nepoz, ?eloi>. 11^ 3. 4.

uml epülari, gemeinsam-, zusammen speisen, ein gemeinsames M!


halten,
3. ' mllßu^s re8 «uut Zeswe 8llez>s iiou it^ inÄguiL eopiiz,
„oft schon sind große Dinge mit nicht sehr großen Mitteln ausgeführ!
worden". — uc>u it», nicht eben, nicht sonderlich, nicht sehr, ein vcr
lleinernder Ausdruck. — pioteet« , bekräftigendes Adverb: in der
That, wahrhaft, wahrlich. — uumou«,n! tautae opS8 3uut protü-
ZlliHß ad tau, teuui luitio, „niemals ist eine so große, so bedeutende
Macht niedergeschlagen, gestürzt worden von (mit) so geringem An»
fange" (d. i, indem der erste Angriff so gering, so schwach an Kräf»
ten war). — ex Ins, von denen, unter denen; ex hier zur Be
zeichnung des Ganzen, von dem etwas ein Theil ist, s. Lexik. —
inultÄti exilio, mit der Verbannung (mit dem Exil) bestraft..—
oiim omuino, wahrend überhaupt, während im Ganzen. — uon
llmMus, »icht mehr, nicht über. — yui 8i osserreut, die sich aussetzen
mochten, die Handlung ist hier nicht als Thatsache, sondern «ls
bloße Vorstellung angegeben, daher der Conjunctiv beim H>?o«<M
«l»t. — Hu» MueitÄts s. v. a. st bu,o z>«,uoit«,te , und durch diese
kleine Zahl.
4. di, diese, nämlich die geringe Zahl Verschmorner. — m»
mllgiz . . yu»m, im Deutschen in der Weise umzustellen, daß d»z
nomen des c^uem vorangeht, und mit: „ebenso sehr . . als" zu über
setzen: „denn diese machten damals ebenso sehr den Spartanern,
welche die Oberherren von ganz Griechenland waren, als der Gegen
partei den Krieg". — bellum mterre »Uoui, jemand mit Krieg über
ziehen, jemand den Krieg machen, ihn bekriegen. — ' et w»ieLw
impeiii eorum. (näml. I^eeäaeiuouioiiim), pereul«» »b boe miti«,
eouoiäit, ue^ue it» multo p<)8t, I,euetlie3, z»uguä „und das hohe
Ansehen ihrer Herrschaft (ihrer Herrschergröße), erschüttert von diesem
Anfange an, stürzte, und zwar nicht lange nachher, durch die Schlach!
bei Leuctr»" — multo, ablat. des Maaßes: um vieles, viel, —
Iveuotrleg, PUL2», die Schlacht bei I^euotr», einem Flecken in Böo-
tien, südwestlich von Theben (s. die Karte), in welcher Epaminondns,
Feldherr der Thebaner, die Spartaner besiegte, 371 v. Chr. — »er
Nepoz, ?elap. II, 5. III, 1. 19?

eulzo v. ^ereollere, erschüttert, wankend gemacht. — eouoläit, stürzte


zusammen.
5. * ollm igiwr Uli äuoäeoim . . exizzsnt iuteräiu H,t!islli3,
ut po88sut pLlvsmre Ldsdas vssperazeeute ooelo: sxierunt cum
canibug venatieiz, „als daher jene Zwölf, deren Anführer Pelopidas
war, bei Tage aus Athen weggingen, damit sie in der Abenddämmerung
nach Theben gelangen könnten: so gingen sie mit Jagdhunden, Netze
tragend, in Nauernkleidung, um mit desto geringerm Verdacht die
Reise zu machen". — cum exizzeut . . exieruut, eine etwas lässige
Ausdrucksweise. — iuteräiu, (von inter u. äis8), während des Tages,
bei Tage. — vs8z>er«,8eLrs , Abend werden; «oelum v68per»,8oit, es
ist Abenddämmerung, es dämmert zu Abend. — vLstitu agrezti, abl«t.
der Eigenschaft, s. Gram. — yuu miuors 8U8z>ioioiiL, s. v. a. ut so
miuore 8U8picione; ^uo für ut oo bei Comvarativen, s. Gramm. —
tempore iz>3o, ganz zu derselben Zeit, genau zur Zeit. — «zu« (näml.
tempore) 8tuäuerlmt (näml. xerveuire), „da sie anzukommen strebte»
trachteten". — äomum 0IiÄiüui3, ins Haus des Sharon. — äsvsuire
Äliguo, wohin gelangen, kommen. — 2 auo tsmz>u8 et äis« erat äs,w8,
„von dem Zeit und Tag (nach deutscher Redeweise: Tag und Stunde)
bestimmt worden". — ä»w8 im Zen«« m»«e. nach dem zunächststehen
den «amen äiL8.

Lz.?. III.
1. übst, «e?b. i»y,e,«o«..- es beliebt, es gefällt (mir), ich will
— intsroöuZre, eigentl. dazwischenstellen, figürl.: einschiebm, einmischen,
in eine Red« einflechten. — 86iuu<:tuui »,t> is pi<)i>o8itl>,, getrennt
von dem vorgesetzten (beabsichtigten) Gegenstände, zu dem in Rede
stehenden Gegenstande nicht gehörig. — ' pervsmr 8t»tim »ä aure8
mllßi8tr»wuiu Idebauorum, „es gelangte bald zu den Ohren der the-
banischen Behörden, daß lc." — iä, dies, nämlich die Nachricht von
der Ankunft der Verbannten. — U8«us so, bis so weit, in so hohen,
Grade, so sehr. — us Huasrers guiäsm, nicht einmal nachforschen,
nachfragen, Nachfrage halten. — ut labolarint, daß sie sich Mühe
gaben, sich bemühten; das Fe»-/ect. eon/««ct. bei ut im Folgesatze,
19s 5epo5, relop. III, 2. 3.
weil die Handlung als besondere historische Thatsache dargestellt ist,
s. Gramm.
2. »eeessit, <iuo<I: es trat hinzu ein Umstand, der «. — unoa'
»xeiiret, der (nämlich der Umstand) darthun«, offenbaren möchte,
tonnte; durch den Conjunctiv ist die Handlung als die Folge des
vorangehenden »eee^it dargestellt, s, Gramm. — HMeniz, Ortsablo
tiv: „von, aus Athen". — um ex di», H^ebiae, dem einen von die»
sen (thebanischen Magistratspersonen), der H,reuia8 hieß. — maximuz
MÄ,ß>8tr»tu3, die höchste amtliche Stelle. — in qM, nämlich epistnl»,
— perzeript»,, genau, vollständig, beschrieben. — qu»,e, nämlich
eMtol». — i»m »oeub»uti, dem schon bei Tische Liegenden (Litzen»
den), ihm, da er schon bei Tische saß; »coübÄre, eigentl. an etwas
liegen; daher besonders bei der Malzeit (wie es vorherrschend
römische Sitte war) am Tische auf einem Sovha, mit dem linken
Arm aufgestützt, liegen. — siout er»t 8izll»w, so wie er (der
Brief) versiegelt war. — 8udi!c:ieu8, hinunterschiebend, hinterschie
bend. — in orWtwulu, nämlich äiem, auf den morgendm Tag, am
morgen.
3. iUi omuß», niiml. lU8Zi3tillw8. — üüee ?eloM», »blat. ai«o/,
durch das Verbalnomen übersetzt: unter Anführung des Pelovidas.
— yuiim8 redu8 eouleotig, ablat. ad«ol, durch cum aufzulösen: cum
uae re8 oouleot»e e38eut, als dies vollbracht war. — vulzo voe»w
ad Alma liderwtemlzue . . ooneurrerunt, der adl»t. <lb«ol. coordinirt
mit et aufzulösen: die große Menge, das Volt wurde zu den Waffen
und zur Freiheit aufgerufen, aufgeboten, und «. — uuäloue, von allen
Seiten. — odsiäio, Nlolade, Belagerungszustand. — liberale mit
dem <lbl»t. construirt, s. Gramm. — «m<:t<>re8, die Urheber, Anstifter,
Veranlasser. — ^»ämtzile oeeupauä'»,«, Construction des Fa^tie. Mus.
f«««. für das gei'ttillii^m.' neeupsuäi (ü»äme«l,m, deutsch durch das
Verbalnomen zu übersetzen: der Besetzung der Cadmea. — eiieere »li-
^»<>m m exilillm, eigentl. jemano herauswerfen (aus der Stadt) ins
Etil, d. i. jemand aus der Stadt verbannen.
Nepoz, ?elop. IV) 1—3. 189

o^r. IV.
1. Uno tllm wrbiäo tempore, «bl»t. te,„Hia^,«.- „während dieser
so stürmischen Zeit". — «out siM» äoeuiiuuZ, wie wir oben gelehrt
hoben, näml. im Leben des Npanüuouä^ X, 3. — u.uo«,6 . . äimi-
eatum ezt, so lange als gekämpft wurde; auo»,ä mit dem Indicativ
in der Bedeutung: so lange als, s. Gramm. — baee l»u« liberan-
ällruiu Idedlu-uiu , dies Lob (dieser Ruhm, dieses Verdienst) der
Befreiung Thebens. — z>roz>riu8, eigen, eigenthümlich, Pelopidas
allein gehörend, zukommend, gebührend. — eeterae lere omues, näml.
lauäe«.
2. I^euetriea puzu», »blelt. iemFo««.' in der Schlacht bei Leuctra,
s, oben 2, 4. — imperatore Vpamiuenä», «blat. »b«ol. mit dem Ver»
blllnomen zu übersetzen: unter der Oberanführung des Epammondas.
die, näml. ?e!oz>iä»,8. — z>ro8ternere, niederwerfen, zu Boden werfen,
zu Boden fchlagen.
3. Ȋesse oiuuiduz z>erioull8 (cklii,?.), bei allen Gefahren, bei
ollen gefährlichen Unternehmungen zugegen sein. — oppuLnavit, niim»
lich Np2wiuollä»,8. — teuuit, nämlich ?elopiäll8. teutzre, halten, inne
haben, besitzen, dal), in der Militärsprache: tenöre »Iterum eoruii, den
einen von beiden Flügeln befehligen, commandiren, anführen, (so
lliou VI, 3: cum viou exercitum z>eäe8trem teneret). — ^uü^ue,
d, i. et yuo, s. v. a. et ut eo, und damit desto, nicht zu verwechseln
mit dem acivei'b. Huüyue, auch. — Ne88sue, ae. u. Ne88öue, e8,
Hauptstadt der peloponnesischen Landschaft Messenien, westlich von
Laconien, s. die Karte, Die Stadt war von den Spartanern zerstört
worden und wurde von Epaminonoas wieder aufgebaut, s. Spam. VII,
5, — in I>er8»8, ins Land der Perser, nach Persten; so steht häufig
der Name des Volkes für den des Landes, s. Gramm. — äeulyue,
zum Zusammenfassen des Gesagten in Einen allgemeinen Schlußge«
danken: „überhaupt, nzzl einem Worte, kurz", — b»ee luit altera
?er8«ii2 ?Kedi8, „er (Pelopidas) war die zweite Person in Theben".
l>»eo, auf das folgende nomen im ge««« und n«me»-u« bezogen, s.
Gramm. — z>er8oim, eigentl.: die Larve, Maske des Schauspielers,
200 Xepoz, ?elop. V, 1, 2.

dann: die dem Schauspieler zugetheilte Rolle, der Charakter, die Person,
der Mensch, der irgend eine Function verrichtet, irgend eine Rolle im
Leben spielt. — proxima, sehr nahe, ganz nahe.

<^. V.
1. (üouüietare , eigentl.: stark-, heftig zusammenschlagen, d«ch.
figürl. medial coutUetari cmm »lioM re, sich mit etwas schlagen, mit
etwas kämpfen. — tortim», das Schicksal, Geschick; »äverZa tortuua,
Misgeschick, Unglück; 8eelmä» lortuua, günstiges Geschick, Glück. —
et . . et sowol . . »ls, nicht bloß . . sondern^ auch. — iuitio, zu
Anfange, anfangs. — earere MM, das Vaterland entbehren, außer
halb des Vaterlandes leben. — Ines^Ii»,, die östlich« Landschaft
Nordgriechenlands, s. die Karte. — ' atyue (cum) arditraretui, «e
teetum (e38e) Zatiz iure leZMouiz , „und als er durch das Gesandt
schaftsrecht sich hinlänglich geschützt (sicher) glaubte". — legere, be
decken, decken, dah. figürl. teetum esse aligiiK, re, durch etwas gedeckt-,
geschützt-, sicher sein. — yuoä, nämlich iu3 leMiomI. — cou3u,e33et,
contrahirte Form des H>l««2«<a»lz)e^/'. für eouLuevisLet; couzuezcere,
eig.: sich gewöhnen; d»h. eou8uevi, ich habe mich gewöhnt, d. i. ich
bin gewohnt, ich pflege; oonzuegzet, pflegte; der Conjunctiv als Ge
danke des Pelopidas. — t^ranuuZ, Alleinherrscher, Allemherr, der ohne
den Willen des Volkes die Herrschaft inne hat, er regiere übrigens
mild oder hart. — ?beraeii8, von kklrae, einer Stadt im südlichen
l'KeZLalia ?elazzioti3, s. die Karte. — l8mewÄ3, der College des
Pelopidas in der Gesandtschaft. — eomr»retleu3U8 oc»meetu3 e3t, das
H>a^i«e. coordinirt mit et aufgelöst: „er wurde ergriffen, festgenommen,
und ins Gefängniß geworfen". — vinoüla, eigentl. die Fesseln, dal),
übertr. das Gefängniß.
2. reeuper»,re (von re und oaziere), etwas (Verlornes) wieder»
erlangen, wiederbekommen, dah. reeuperare «äi^uem, jemand (einen
Gefangenen) wiederbekommen. — per38^ueW, indem er verfolgte;
per3eaui llli^uem bell«, jemand mit Krieg überziehen. — i«, näml.
?elopiäil8. — Me^ri animo, im Gemüthe besänftigt werden, versöhnt,
ausgesühnt werden. — persuaäere Äieui, jemand überreden. —
Nepo«, ?6loz>. V, 3—5. 201

vroünzei «.lioui zudziäio, jemand zum Schutze ausziehen, ziehen, mar-


schirm. — t^lkmuoz, im F?««-. von Alexander und seiner ganzen Fa°
milie. — eiiiz, nämlich 'lusgLaliae.
3. " et oum zun«»», tiuiuz belli äklta ezzet si, „und als ihm
die ganze Leitung dieses Krieges übergeben worden". — summa, «,e,
das Höchste, Oberste, Ganze; summ», delli, das ganze des Krieges, d. i.
die ganze Leitung, die Leitung. — eou.ue, d, i. Ktyue (cum) eo; oo,
Zieladverb: „dahin, nFmlich nach Thessalien". — äuditare mit dem
inHnit,, Bedenken tragen, etwas zu thun. — Ämulao, sobald als, so
bald, mit dem Fe^/eet. inck'eat. construirt, s. Gramm.
4. ut Äuiin2,ävsitit, wie, sobald als, als er bemerkte; ut in die»
ser Bedeutung mit dem Fei/eet. inck'oat., s. Gramm. — iueensu«
>>H, entzündet, entstammt von Zorn. — prueul äigressu« 2 »ui« . .
couoläit, das F»,t«o. coordinirt mit et aufzulösen: „er entfernte sich
weit von den Seinigen und fiel zc." — oouisotu«, Ü8, das Abwerfen,
Abschießen: oouieotus telorum, daß Abschießen von Wurfgeschossen,
Pfeilen «,, dah. überhaupt: abgeschossene Pfeile; eoufo88U8 ocmisotu
telurum, durchbohrt von Wurfgeschossen. — tßlum, Waffe für den
Kampf in der Ferne, ein Spieß, Lanze, Pfeil u. dgl.; dagegen
arm»,, Waffen für den Kampf in der Nähe, wie Schwert, Dolch,
Keule, Axt u. dgl. — seeuvM vietoM, »b?«t. te»npo«« .' „im zweiten
Siege". — iueliuawe, eigentl.: geneigt, gesenkt; dah. übertr.: in
schlimmere Lage gebracht, gesunken, verschlimmert. — ooMs, Streit
kräfte, Truppen.
5. auo l^cto, eigentl.: durch diese That; dah. im Nllgem.: hier
durch. — äoull,re lllia.ueln alia.uk re, jemand mit etwas beschenken.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung:


^. Grammatisches. 1) mit welchem Modus wird »imulao
verbunden? — 2) wann wird es mit dem pe»/eet. con^'unct. ver
bunden? — 3) was ist das Nähere über den «blativ«« der Eigen
schaft? — 4) wie ist der Satz mit uou maZis . . au»m, ins Deutsche
202 5Iep08) ^Fe8Ü. I, 1.

zu übertragen? — 5) was ist das Nähere über den Conjuncti» dn


bloßen Vorstellung? — 6) wann wird yuo»Ä mit dem Indicatin c«n-
struirt? — b) wie lautet die betreffende Stelle im ?s!opiä»8? —
7) wie wird Iider»re construirt? — 8) wie äouare?
L. Lexikalisches. 1) was heißt non iw? — 2) was aeeu-
blu-s? — 3) was niti mit einem Infinitiv? — b) wie lautet die be
treffende Stelle im keloMas? — 4) was bedeutet teuere in d»
Milittirfprache? — 5) was kann yuoHue bedeuten? — 6) was heißt
Hlimuuz? — 7) was 8ummk belli? — 8) welches find die Vedeu-
tungsstufen «on z>er8on»? — 9) wie unterscheiden sich in der Bedeu
tung arm» und tel«,? — IN) wie ist eiieere in exilium der Bedeutung
nach zu erklären?
0. Geographisches. I) was war und ws lag daäwe»? —
Kl woher der Name? — 2) wo lag XtneuHe? — 3) wo Ol^utlnu?
— 4) wo ?KeiÄe? — 5) wo I^suotr»? — 6) 'wo Ue88ene?
v. Geschichtliches und Archäologisches. 1) wer ist 0»ä-
mu8? — 2) wann, zwischen welchen Städten und mit welchem Aus
gange wurde der peloponnesische Krieg geführt? — 3) wann, zwischen
wem und mit welchem Ausgange wurde die Schlacht bei I^euetr» ge
liefert? — 4) wie saßen die Griechen und Römer bei Tische? —
5) welches sind die Hauptmomente im Leben des Pelopidas? —
6) wie starb er?

XVII. ^F68i1au8.
c-xr. I.
1. I,aeeä»ell>oi>m8 , aus Lacedämon, aus Sparta, cum . . tum
sowol . . als auch. — 8eriz>tor, Schriftsteller, Autor, hier insbes«n5
s. v. a. rerum ^livtoi', „Geschichtsschreiber". — eximie, zu eolliluä«ui
gehörig: „außerordentlich". — «, Xenopdoure, näml. in dessen Leben
des Ngesilaos. Xenöpuon, aus Athen, geboren um 446 v. Chr., ein b>
Nepuz, ^zezil. I, 2. 3. 20?

rühmter Feldherr und Schriftsteller, Schüler des Socrates, daher


hier 8oorklti<:ii8 genannt. — eollauäare, in allen Stücken», ganz-,
sehr loben. — uti »liouo tamiliariter, mit jemand vertraut um»
gehen.
2. uabßre «outentioueiu eum »liclun, mit Jemand Streit haben,
in Streit sein. — », m»ioridu8, von den Vorfahren. — I^eeäaenw»
i>Ü3, ckltlv..' den Lacedamoniein. — uomiue und imperio, respectiue
Ablative, von reze8 abhängig: „Könige, mehr dem Namen, als der
Gewalt nach". Die beiden Könige in Sparta waren in ihrer Gewalt
durch die fünf Ephoren und die Gerüst« (dm Senat) überaus be»
schränkt. — ?rooli, lateinischer ssenMv. von ?rools8, s. Gramm.
?rc>cle8, Sohn des ^,ri8toäeiuu3 , Nachkomme des Herkules. — z>riu-
cipe8, die ersten in der Reihefolge. — ex progeuie Üerollli3, aus dem
Geschlecht« des Hercules; daher sie Herakliden genannt wurden.
8p»rt»e, Locativ: „in, zu Sparta", spart»,, seltner als I^aee6«,ewon^
die Stadt Spart», Hauptstadt in der Landschaft Laconien, und be»
deutendster Ort im ?e!uponue8u8, s. die Karte.
3. * uou 1ioed»t, (regem) üeri ex »Iter» (famili») uorum (reZum)
in loeum lllteriu» familiae, „von diesen war es nicht gestattet, dah
einer aus der einen Familie an die Stelle der andern (König) werde",
oornni, Fenitt'v. F»i-t»'t»«««, von ihnen, nciml. von den Königen. —
alter doppelt gesetzt in verschiedenen Casus, wofür wir im Deutschen
sagen: „der eine des (dem den lc.) andern". — seri, nämlich regem^
aus dem Vorhergehenden zu ergänzen, «e«l«, e, l'»/?n. als Subjektsatz,
zu uou licedat. — licet, impersonal: es ist verstattet, erlaubt, zulässig.
— utra^ue, nämlich lamili», jede von beiden (Familien), jede; der
Singular bei uterque, wenn die «tmnn», auf die es sich bezieht, im
Singular stehen. — 8»U8 oräo , ihre eigene Reihe in der Regierungs-
nachfolge, ihre eigene Erbfolge. — primum, zuerst, zunächst. —
ratio uadedatur, es wurde Rücksicht genommen, es wurde beachtet. —
inaximu8 natu (respectio. ablat.), der größte an Geburt, d. i. der
älteste. — S83et und äeoe38i88et, die Conjunctive als Gedanken der
Epartllner. — rezu»u8, als Regent, als König, in der Regierung.
— 8in, abgekürzt aus 8i-ue, eine adversative Bedingungsvartilel, hier
204 Xsp«8, ^FL8i1. I, 4. 5. II, 1.

ohne vorhergehendes si: „wenn dagegen, wenn jedoch, wenn »bei",


— i», nämlich — propmyuitate, resvect. «bl»t. in der Verwandtschaft,
4. quem Ulltum Ulm »Zllülllt, das F»»-ti<:. mit oum oder dem
Verbalnomen aufgelöst: den er, als er geboren wurde, (bei der Ge
burt) nicht anerkannt hatte." Äßuürat, contrahirtes ^l««g««u»z>ef/',
für azuoverat von ÄFiioseo. »ZooseLlS aliquem, jemand als zu ihm
gehörend, als den Seinigen anerkennen. — Morien», sterbend, beim
Sterben, vor dem Tode. — 8uum «888 äixerat, eigentl. : er hatte ge>
sagt, daß er sein (nämlich Sohn) sei, d. i. er hatte ihn als seinen
Sohn erklärt. — douor regui, die Ehre des Königthums, die könig
liche Würde. — patiuu», der Vatersbruder, der Oheim von vätei-
licher Seite, dagegen avuueuluz, der Mutterbruder, der Oheim von
mütterlicher Seite.
5. I^8lmäio LuLrazanw, ablat. »d«ol. mit dem Verbalnomen
übersetzt: „auf den Vorschlag des Lysander". ^lMgari, seine Stimme
für jemand oder etwas abgeben, für etwas stimmen, etwas empfehlen,
— ut o8tsuälmu8 8upr», wie mir oben gezeigt haben, nämlich im
Leben des Lysander I, 3: eum ante«, »smper t«,<:tio8U8 ÄuäaxlW
tui88et. — t»,Ltio8U8, ein Parteimann, Parteihaupt. — tu» tempori-
du», zu dieser Zeit, in dieser Zeit, damals. — autelatu» «8t, er wurde
vorgezogen, nämlich dem Leotvchides.

c^. n.
1. Limulatoue poMu8 e»t imperii, „sobald er der Herrschaft sich
bemächtigt". — 8imul»tyue mit dem H,e»/eei. l«<iie«t., s. Gramm,
— potlri gewöhnlich mit dem «blat. aber auch, wie hier, mit den,
Zenit, construirt, s. Gramm. — z>er8u«,äsre »lieui, jemand überreden,
— emittere, herausschicken, absenden. — bellum tkeere Moni, jeman»
den Krieg machen, ihn bekriegen. — regi, dem Könige, näml. der
Perser; so rex häufig für den Perserkönig. — 8»tiu8, eigentl.: ge
nügender, befriedigender, dah, überhaupt: besser, nützlicher, vortheil»
hafter. — <iiuüo»ri, das Passiv impersonal; „daß gekämpft werde, daß
man kämpfe". — lama exit, das Gerücht geht aus, d. i. verbreitet
sich. — H^wxerxes, nämlich der Perserkönig ^rwxerxe» II. Nlllemon,
ss!^'

Aepoz, Hß68il. II, 2 — 4. 205

der von 404 bis 861 v. Chi. regierte. — quo3 . . nütteist, ein Ab
sichtssatz, s. v. ll. ut e«8 mittsißt, um sie zu schicken. — yuo8 auf das
zunächst stehende «amen sxereitus bezogen, s. Gramm.
2. ö»tk potsztate, ablat. ab«al., „als ihm der Auftrag (nämlich
ein Heer nach Asien zu führen) gegeben ward". — uti e. «blat.
eigentl. Gebrauch von etwas machen, etwas gebrauchen, anwenden,
zeigen, beweisen; uti eelsritats, Schnelligkeit anwenden, mit Schnellig
keit verfahren. — ut . . perveueiit, Folgesatz, daher ut mit dem
Conjunctiv, s. Gramm. Das Fe»/eet. eon^unet. bei ut, weil die
Handlung als ein besonderes historisches Factum angegeben wird, s.
Gramm. — * gullm reßii satiHpae «eireut sum pioleotum («386);
der Conjunctiv Leireut von xriu8 quam abhängig, s. Gramm. — pro-
seisei, abreisen; in der Militärsprache: ausrücken, ausziehen, sich in
Bewegung setzen. — quo factum «8t, dadurch wurde bewirkt daß :c.,
dadurch geschah es daß «. — uneuäßre aliqusm, eigentl.: auf jemand
stoßen, dah.: jemand treffen, finden; otisuäsre »liquem imxallltum^
jemand unvorbereitet treffen, d. i. ihn überrafchen. — impiüäeu8
<«, >u, un, und z>roviäsv,8, vorherfchmd), der etwas nicht vorhersieht,
nicht ahnet, nicht vermuthet.
3. ut ooßuovit, wie er, sobald er erkannte (erfuhr); ut, in der
Bedeutung: sobald als, mit dem H,e?/eet. inck'cat,, s. Gramm. —
Mtzrs aliquiä ad «Aquo, etwas von jemand fordern, bitten, wünschen.
^ », I^acüue, von dem Laconier, d. i. von Agesilaus. — «mülan^
mit d. aco««. e. «„/?«., sich stellend, als ob zc. — ut oouveulrßt, im-
personal, daß übereingekommen werde, daß ein Uebereinlommen statt
finde; eouvtzuit »lieui oum Mquo, jemand kommt mit jemand überein,
schließt mit jemand einen Vergleich. — io veiä, adverbial, ablat..-
der wahren Sache nach, in Wahrheit, in der That. — »ä eopia8
eollMrau仫, abhängig von pstivit inäuci»,8 : (er wünschte Waffenstill
stand) um Truppen herbeizuschaffen. — ea8c>us nämlich iuäuoill8,
4. iulÄvit uterquß, jeder von Neiden schwur, Beide schwuren;
MerouL mit dem Singular des ve^b», s. Gramm. — 8e eouLsrvaturum
(szze), daß er bewahren-, unverbrüchlich halten werde. — 8umm3, üäo,
adverbial «bl«t,, mit größter Gewissenhaftigkeit, höchst gewissenhaft.
206 NepU5, HZesil. II, 5.

eoutlll e» (aee««. Flui', «««et»-.,) dagegen, umschreibender Ausdruck für


das aeivefb. contr». — nibil »äiuä yuani eomz>»r2,vit oellulu, em
elliptischer Ausdruck für: niuil »liuä /e«t yii»m eomp^r^vit bellum,
wörtlich: er betrieb nichts anderes, als er rüstete zum Kriege, zur Be
zeichnung des unausgesetzten, eifrigen Betreibens einer Handlung,
hier des Rüstens: er betrieb die Rüstung zum Kriege aufs „eifrigste",
f. Gramm.
5. I^eo, der Laconier, d. i. Agesilaus, wie oben § 3. — »er-
v«,re iiiLiuriwäiiill, seinen Eid bewahren, halten. — ' »tyue ckcebat,
8« eouzsHin' multuiu in so, yuoä etc., „und sagte, „daß er darin viel
erreiche (gewinne), daß :c. — st . . et, sowol . . als auch, nicht blos
. . sondern auch. — Äbalieukle aliyueiu »d »Ii<iu3, re, oder seltener,
wie hier, bloß kli^u», re, jemand einer Sache entfremden, -abgeneigt,
machen. — 8u»,e r«8, feine Angelegenheit, sein Interesse. — 8idi nämlich
'I'i38Ä,pnerui. — * 8e Äiitem eouüriUÄle exereitum eou8erv»,t^ reli-
gione „er aber (nämlich Agesilaus) befestige, verstärke das Heer durch
Bewahrung der Eidestreue". — religio (v. re-lig^re), eigenU.: die
Gottesverehrung, Gottesfurcht (äußere oder innere) Religiosität; daher
insbesond.: religio inri8iurlmäi oder, wie hier, bloß religio, die reli«
giüfe Bedächtigkeit, Gewissenhaftigkeit in der Eideserfüllung, die Eides
treue, die eidliche Verbindlichkeit. — eum g^iiuHÄvelteret, nämlich
«xereitu8: „da es bemerkte". — mimen äeornm laeere 8eouin, „daz
der Wille der Götter auf seiner Seite sei, mit ihm sei". — muneu
(von uu«, zuwinken), eigentl.: das Zuwinken, zunicken, dal), übertr.: der
Wink, der Wille, dah. insbesond.: der Wille der Gottheit, der göttliche
Wille; und hiervon übertr.: die Göttlichkeit, die göttliche Allmacht,
u. concret: die Gottheit; hier unmeu äeurum s. v. a. äii, die Götter,
— taoere cum ali^no eig.: mit jemand handeln, dah.: es mit jemand
halten, auf jemands Seite fein, mit ihm sein. — ccmoiliaie aliqnew
«ioi kmioiurem, jemand sich befreundeter, gewogener, geneigter machen.
<Muä eou8ue83eut, nämlich nomine»: „weil sie (die Menschen) gewöhn:
wiiren, pflegten". — eon8ue»8eut, contrahirtes Hil««g«ampe, /. für eou-
8uevi38ent v. eoußiiezeers, eigentl.: sie hatten sich gewöhnt, dah.: sie
wären gewohnt, sie pflegten. Der Conjunctiv eou8ne88eut bei yuoä,
Nepo«, H^ezil. III, 1. 2. 20?

weil Gedanke der Soldaten, s. Gramm. — stuätzrs allem, eigentl: für


jemand sich beeifern, d. i. jemand gewogen«, günstig sein, ihn begün
stigen. — ' HUN8 viäßrsut oun«srv»rs liäem, welche sie sahen ihr
Wort bewahren (halten).

l^r. III.
1. «lies inäucilllmu, der Tag, d. i. der Termin, die Frist des
Waffenstillstands. — barbnru», eigentl.: der Nichtgrieche, Ausländer,
hier s. v. a. der Perser. — non äudit»u8, nicht zweifelnd, d. ^ glau
bend, erwartend, dah. mit dem aee««. o. in/3«.: doste» t»otur«8 <«88e)
iruptztum eto. — ipziu», nämlich Ii88l>z>Iierui8. — äomieilia, hier:
, .Schlösser, Paläste". — Laria, südwestliche Landschaft in Kleinasien,
s. die Karte. — lus temporiou«, ablat. tempt»'. .- in diesen Zeiten, da
mals. — multn loeuMtigzim» , bei weitem die reichste; multo, abl«t.
des Maßes: um vieles, zur Verstärkung des Superlativs, s. Gramm.
— puwbawr, sie wurde geglaubt, -gehalten, sie galt für «. — so,
Zieladverb: dahin, nämlich nach Carlen.

2. »s eonverters «liouo, sich irgend wohin wenden. — kuryZi«,,


eine Landschaft im Innern Kleinasiens, östlich von Lyoien, s. d. K«rte.
— U8yu»m, irgend wo, moveret, der Conjunctiv von z>riu8ou»m ab
hängig, s. Gramm. — ' militiduz loouz>lstl>,ti8 mllgu», praeä»,, «blat.
ab«ol..- „nachdem die Soldaten mit großer Beute, sich bereichert hat
ten". loeupletÄli, das Passiv medial: sich bereichern. — ' reäucit
exereitum Npbesum lüemlltum (««pin.): „er fühlte das Heer nach
Ephesus zurück ins Winterquartier". NpbsLum, Ortsaccusativ : „nach
Ephesus." Npuezu», berühmte reiche See- und Handelsstadt in der
tleinasiatischen Landschaft Ionien, s. die Karte. — lüemaww, um zu
überwintern, H«M«. in um, vom Vei'lnon der Bewegung reäuoere
abhängig, s, Gramm. — ibi, nämlich Npdezi, zu Ephesus. — cMeluiz
»rmorum iu8tituti8, nblat. clb«ol., coordinirt mit et aufzulösen: er
errichtete daselbst Wasfenwerlstätten, und «. — »pxarsie bellum, den
Krieg vorbereiten, sich zum Kriege rüsten. — milguil, iuäiiLtM,
adverbial, adl«t,,,mit großem Eifer, mit großer Thätigkeit — n.uo
208 ^epu8, ^ßL«ü. III, 3—5.

«tuäio8iu8 eie. s. v. ll. als ut eo 8tuäio8iu8 e<e., Absichtssatz: damit


sie desto eifriger. — »,lm»re, mit Waffen versehen, bewaffnen. —
oiiiÄ,le, mit dem Nöthigen versehen, ausrüsten. — ynibus, (nämlich
pr»ewÜ8) äouareutur, Absichtssatz: mit welchen (d. i. daß mit ihnen)
diejenigen beschenkt würden. — ' Quorum iuäu8trii>, kuizZst ezregi»
in ek re, „deren Eifer hierbei ausgezeichnet gewesen wäre".
3. iäem, dasselbe — pl-aeLtars eeterig (llattv.), alle übrigen über»
treffen. — »Meere «I!<zueiu milZui» muueridu3, jemand mit großen
Gaben (Belohnungen) beschenken.
4. tempuz, die rechte, geeignete Zeit. — tempu8, extranere ooz>i»z,
die rechte Zeit, die Truppen herauszuführen; der in/in. bei tewpu«,
statt des Fenlt. des Zei'unM extrauenäi, s. Gramm, (vgl. v»,t»m. XI,
1: tßlupu» esse Mrari MÄ,iore3 exereitu8), — ' «i prunullti»83et
plllam, <^uc» e88et l«,eturu8 iter, „wenn er öffentlich bekannt machte,
wohin er dm Marsch zu nehmen gedenke". — yuo, Zieladuerb: wohin.
— e8«et l»etuiu8, oon/«Fat. H'ei'i^i'clzlle«, s. Gramm. — b<>8ie8 uoo
oreäiwro8 (e88e), «e««. o. im^m., abhängig von viäit: „er sah ein,
er erkannte . . daß die Feinde es nicht glauben werden". — neouMe
»Ii2,8 reßione8 z>r«,e8iäii3, andere Gegenden mit Besatzungen einnehmen,
besetzen. — ueo äuoit«,tuio8 («88e), und sie (nämlich die Feinde) wei
den nicht zweifeln, werden glauben. — (eum) ikoturuw. «8»e »liuä
»o z>rouuuti»83et, „daß er (nämlich Agesilaus) werde etwas anderes
thun, als er verkündet, angegeben hätte". — »e bei Wörtern der Gleich
heit und Verschiedenheit für yuam: „als" s. Gramm.
5. ' eum ille äixi83et, 8« iturum 8»iäl8, „da er gesagt hatte,
daß er nach Sardes gehen werbe". — 8kräi8 Nebenform des acou«,
Hilusal. für 8»läe8, s. Gramm.: der ace«s. als Zielaccusativ bei
Städtenamen: „nach Sardes", s. Gramm. 8aräs8, die Hauptftadi
der kleinasiatischen Landschaft Lydien, s. die Karte. — «lwäem (ülu-i»»,
dasselbe Carlen, d. i. abermals Carlen, wieder Carlen. — äe-
tenäenäam, ergänze e88e: daß er wieder Carlen zu decken, zu schützen
habe, schützen müsse. — in yuo, d. i. et in eo, und hierin. — ovioio
tallit »Iliyueiu, die Meinung, Erwartung täuscht jemand. — ' »tone
(«um) viäi88et, 8e vietum e83e oou3ili«>, und als, es sich durch Lift
N6P08) ^sezil. Iil^ ß. iv, 1. 209
ierwunden, d. i. als er sich überlistet sah. — proleetus est 8ßro
liz sclatw. eom»lo<il) V^^siäio scicltW. e/^eetu«), er marschirte zu
ät «b den Seinigen zum Schutze. — illo, Zieladverb: „dvrthin," nam°>
H nach Sardes. — multi» loci» 6xz>ußNÄ,ti8, «blat. ab«ol. coordiniit
it et aufzulösen: „hatte Agesilaus bereits viele Plätze erobert und
che Veute erlangt". — potiri, mit dem «bi»t. construirt, f.
ramm.
6, iHeo, öm3, der Laconier, d. i. Agesilaus, wie oben II, 3. u. 5.
- zunerar« alicM rs, durch etwas überlegen sein, die Oberhand
ben. — * tsoit uuln^uilm z>ote8t^tem »ui in o»mi><), eigentl.: er
i niemals Gelegenheit von (über) sich auf offenfm Schlachtfelde. —
i, genlt. ob^'eetl, seiner, von sich, über sich. — eou8sruit inlllmm Uli»
im etc., „er lieferte die Schlacht an den Stellen, wo die Fuß-
Knien mehr wirkten." — eonzersis, eigentl.: zusammenknüpfen,
ilnüvfen, verbinden, dah. in der Militiirsvrache: feindlich-, zum
impfe aneinanderbringen; eousersi-s wauiim, handgemein werden,
mpfm. — vklsreut, der Conjunctiv, weil Gedanke des Agesilaus. —
üFreszus est, er rückte in den Kampf. — multo, ablot. des Maaßes,
> vieles, weit, beim Comparatiu, s. Gramm. — vei-sari, sich
fhalten, sich verhalten, verfahren, — ut äuosretur, daß er gehalten
«>e.

0^. IV.
1. uieäitÄii auimo, eigentl.: im Geiste bedenken, d. i. mit etwas
lgehen, mit dem Gedanken umgehen. — in ?er8»,8, ins Land der
rser, nach Persien; der Name des Volkes für den des Landes ge»
t, s. Gramm, (vgl. kelop. IV, 3: in ?«i«»8 est protsews). —
m«, Ortsablativ wie bei Städtenamen: „von Hause", s, Gramm.
2Ü88U epnöroiuui, auf Sendung, d. i. „auf Geheiß, Vefehl der
hören." Es war dies im Jahre 394 v. Chr. — epnöri, die fünf
hsten Staatsbeamten zu Sparta, welche selbst die Macht der Könige
Schranken hielten, die Ephoren. — iuäleßrß b IIum »lioui, jemand
> Krieg ankündigen, Krieg ansagen. — u« äuditaret vsuirs, „er
cht« nicht anstehen, nicht säumen zu kommen"; das lmpe,/eet. con>
210 Xepo5, Hßezil. IV, 2. 3.

M«et. bei Aufforderungen, Vorschriften, die sich auf die Vergänglich


bezichen, f. Gramm.
2. m doo, adverbial.: „hierin, hierbei". — uou minus . .
nicht weniger . . als, «bensofehr . . als. — z>iet»8, eig. kindliche
Verehrung, oaher in Nezug auf das Vaterland: die Vaterlands!»
der Gehorfam gegen das Vaterland, der Nürgergehorsam. — »u«p«
»liauiä, eigentl. auf etwas aufblicken, emporblicken, dal), sigürl.:
Achtung, Verehrung, Bewunderung u. dgl. zu jemand «der et!
aufblicken, jemand oder etwas „verehren, hochachten, bewunl,
u. dgl. — yui für u»N is, i« euiw; „denn als er zc." — netoi
hier adjectivifch, wie die ««»»««<» auf tor u. trix häufig, f. Owmm,
daher vietori sxeroitui , dem siegreichen Heere. — K^bKre üiucm
lllieuiu» rei, das sichere Vertrauen, die sichere Aussicht auf etm
haben, üäuci«, reZui potiuuäi, die Construction des Fa^ti«. /uw
z>»«5. für das g«-««<ii«nl: üäuoi» ziotiiiuäi reLUUiu, die Aussicht di
Reiches (der Perfei) sich zu bemächtigen, pollii gewöhnlich mit ln
ablat. construirt, zuweilen aber auch mit dem aoou«. od. mit bei
As«., s. Gramm. — tlwN moäesti^, adverb. Ablatw: mit solch
Anspruchslosigkeit, Selbstbeherrschung, Ergebung. — ciietn, säal«
»uäisus , eigentl.: auf die Rede hörend, d. i. der Rede gehorche»!
und hiervon überhaupt: gehorchend, mit einem neuen <i»ilv.: äul
auäieu« iu58is, „den Befehlen gehorchend". — iussum, i (v. iubeo
der Befehl. — privatu», ein Privatmann. — eomitium, der Lei
sammlungsort für das Volk bei öffentlichen Verhandlungen, Wahl«
u. dgl., der Volksversammlungsort. — 8z>»it».e entweder Z«>«
««b^<etl. zu oumitiuiu, oder Locativ: „zu Spart«". — ' utilx«
iluper«,toro8 uostri voluisseut 8«<iui ex!Klo,pl»m I»uiu8! „daß doch«
ser« (b. i. die römischen) Feldherren seinem Beispiele hätten folg«
wollen!" utiuaw. mit dem impe^/eet. und H,l««g«<l»»z,t»/., bei Wü«
schen, deren Verwirklichung nicht erwartet werden kann, s. Gram». -
«am, mit dem »oe««. construirt, s. Gramm., jemand oder etwas ft
gen, nachahme
3. iUuc, Zieladvrrb: „dorthin", d. i. zu Agestlau«. — «äe»m°<
laßt uns zurückkehren, mir wollen zurückkehren; imperotivischer M
Xepoz, H^ezil. IV, 4—6. 211

junctio, f. Gramm. — praepouere aüyuiä Moni rei, etwas einem


Gegenstande vorsetzen, d. i. vorziehen. — äuxit multo Floriosiu», „er
hielt es für viel rühmlicher."
4. d3,o ineute, ablat. c««««e: wegen dieser Gesinnung, wegcn
dieser Ansicht, in dieser Ueberzeugung. — traüeere, eigentl. hinüber»
werfen, hinüberbringen, dah, von Localitäten, besonders von Gewässern,
hinüberschiffen, construirt mit dem aeeu«. sowol des übergeschifften
Gegenstandes als des Gewässers, über welches übergesetzt wird; hier
mit beiden Accusativen. — llellezvouwz (das Meer der NeUe, welche
darin ertrunken), die Meerenge zwischen dem thracischen Chersones und
Kleinasien, die aus dem ägäischen Meere in die Provontis führt,
jetzt die Straße der Dardanellen genannt, s. die Karte, uti celsritate,
Tchnelligkeit anwenden. — Xerxe«, Sohn des Darius Hystasvis,
König von Persien seit 485 v. Chr., der den von seinem Vater be
gonnenen Krieg gegen Griechenland fortsetzte, aber in der Schlacht bei
Salamis 480 v. Chr. besiegt, zur Rückkehr nach Persien gezwungen
wurde. Er starb 465 v. Chr. — auuc» verteute abl«t. tempo»-«,«,
eigentl.: in einem sich wendenden Jahre, d. i. im vollen Kreisläufe
eines Jahres, im vollen Verlauf eines Jahres, in einem vollen Jahre,
vertsre sowohl actio: wenden, als neutral: sich wenden. — die, dieser
«, d. i. Ngesilllus. — ut rrkusierit, nämlich iter, daß er den Weg
durchgemacht hat; das Fe^/ect. conMnei. bei ut im Wirkimgssatze,
weil die Handlung als besonderes historisches Factum dargestellt wird,
s. Gramm.
5. K»u<1 ita, louge, nicht so gar weit, nicht sehr weit, d. i. ziem»
lich nahe, nahe. — abesse ab aUa.uo loeo, von irgend einem Orte
entfernt sein. — kelopouuezu« (die Insel des Pelovs), der südliche
Theil von Griechenland, bestehend aus den 6 Landschaften: Laconien,
Messenien, Argolis, Arcadien, Elis, Achaja, Sicnonia und Corinthia,
jetzt die Halbinsel Nore». — Oorouea, eine Stadt in Nöotien, westlich
vom Kopais-See. Die hier erwähnte Schlacht bei voroue» fand
statt im Jahre 394 v. Chr.
6. vel maxi»» 1«m«, das allergrößte Lob, der allergrößte Ruhm;
vel, zur Verstärkung des Superlativs, s. Gramm. — (cum) «zu»«
14»
212 Nepo5, ^ezil. IV, 7—8. V, 1. 2.

ißretur »b eo, impersonal: „als man ihn fragte", «zu^rere »l,


ali^uu, eigentl.: von jemand zu erfahren suchen, d. i. jemand um
etwas fragen. — " yuiä veUet üsri 1>i» sablat.): was er wolle, d»z
mit diesen geschehe, laesre ali^uo sab/at.), mit jemand (etwas) machen,
anfangen. — lläversu» ative^b. entgegen; lsrre arina lläverLu«, die
Waffen entgegentragen, die Waffen gegen jemand wenden. — »ute-
tei-re «lißiouem ir»ß, slinilü.) die Religion seinem Grolle vorziehen
— * vetuit «03 viowri, er verbot, daß sie verletzt würden, im Teul-
schm mit aetivem Infinitiv: „er verbot sie zu verletzen"; so bei iubeo
u. vsto, s. Gramm.
7. dabtzre templ», «iluetÄ, die Tempel heilig halten.
8. z>r2,eäiead»,t, er pflegte zu erklären, zu äußern: das «mFei-ftei,
bei wiederholter Handlung, s. Gramm. — ' (so«) uou imdöri uumein
3»eri1Lßurum, gui etc., „daß diejenigen nicht unter die Zahl der Tcm<
pelräuber gezählt werden", lodere alicluem unwero s«bial.^), »ligu«-
rum, jemand unter jemand zählen, für etwas halten, uumero ailu?,
der Eigenschaft, s. Gramm. — «Herilegi, eig. Heiligthumsschanler,
Tempelschänder; hier im engern Sinne, Tempelräuber, analog dem
folg. <jui lim», «poliüieut. — eoium, nämlich Limulilerorum aruiuiü-
gus, bei den Götterbildern und Altären, in den Tempeln Schutz suche».
n,tücerß aliqMM poeuiz, jemand mit Strafen belegm. — wiuuere reli-
Lioneln, die Religion mindern, schwächen; die Conjunctive nünnerem
und 8z>o1i»i«ut, weil im abhängigen Satze des accus, c. t'n/i«.

C^i-, V.
1. ooulsirs belliiin, den Krieg wohin verlegen. — LoiiuttlUi,
die größte Handelsstadt Griechenlands, auf der Landenge (Isthmus
von Corinth) gelegen, die den Peloponnes mit Hellas verbindet, s.
die Karte.
2. die, Localaduerb; „hier". — ^.Zesilku äuce, abl«t. «b«Ä,^
unter Anführung des Agesilaus. — eo lltoto, durch diese That, durch
diese Niederlage, dadurch. — iuzoleuti»,, das ungewöhnliche, auffällige
Betragen der Uebermuth, Stolz; inzolenti» Aoi-ine, z,^ Ruhmes»
stolz — », «e, nämlich ^8e«iwo, das «e auf das Subject des Haupt
Xsp08, H,8L8Ü. V, 3. 4. 213

slltzes bezogen. — oouoläi88snt, gefallen wären, umgekommen wären,


— vitio 2äver82li<lluiu , durch die Schuld der Gegner, der Feinde,
nämlich der Athemenser und Böotier. — iM multituäin«, nbl»t.
ab«ol.: „bei solcher Menge, bei solcher Schaar". — si mßN3 6il>,e-
«i»s S88st 8»l»l, wenn der Sinn Griechenlands vernünftig wäre, wenn
Griechenland gesunden Verstand besäße. — I>ßr8»3 potui88e ä»is
supplieiuiu, «e«<«. e. «nOm., abhängig von dem aus eomn!i8ßr«,tu3 «3t
zu entlehnenden ve»-b«iw tieelasemsi: „denn bei solcher Menge hätten
die Perser . . Strafe zahlen können"; äars 8upplieium, Strafe zahlen,
zur Bestrafung gezogen werden, bestraft werden.
3. iäem . . neMvit, iä oouvemrs 8ug,s virtuti, auch behauptete er
daß dies nicht passe für seinen Charakter. — iäeni in fortlaufender
Erzählung von demselben Gegenstände adverbialisch durch <auch, ebenso'
u. dgl. zu übersetzen, — nszar« mit einem «e«<«. e. in/?«, für äieero
uon, s. Gramm. — ocmveuire »lieui isi, zu etwas paffen, stimmen
für etwas sich schickein. — virw3 (von vir) die gute Eigenschaft eines
Mannes, Mannheit, Tugend, der gute Charakter. — * äixit enim, 3s
«83s eum, <^ui eto. — «ogsret u. expußnllrßt Conjunctive in Folge
lätzen nach «um in der Bedeutung von t»Iem, so beschaffen, solcher, f.
Gramm.
4. iuquit, sagte er, bei Anführung der Rede eines Andern einem
oder mehrern Wörtern nachgesetzt. — 8i volusrimu8, s/«t«^. enaet.),
eigentl. wenn wir werden gewollt haben, als vorhergehende Hand
lung (Antecedenz) des exßuziiavLrimuz ; im Deutschen durch das Prä
sens zu übersetzen: „wenn wir wollen", — 8tare eum aliyuo aäver»
«U8 »Uyusm, niit jemand stehen gegen jemand, d. i. auf jemands
Seite sein gegen jemand. — expußll»verimu8 spe^/eet. eo»l/«n<:t.), wir
möchten besiegt-, überwunden haben; unbestimmter Ausdruck, dal),
der eo»^'um«t. Mtent«'<H«, f. Gramm. — illi8 (näml. l>arb»,ri8) <zme8-
esutidu», ablat. «b«al. „während jene in Ruhe bleiben, ruhig sind,
ruhig zusehen, unthätig bleiben. — «zu« taeto, dadurch. — 8in6 nsgo-
tio, ohne Mühe, ohne Schwierigkeit. — gnum voluerint sMus. e«:«et,)
wenn sie wollen weiden, wenn sie wollen.
214 Nepos, ^8e«il. VI, 1—3.

(^. VI.
1. »eeläit, es ereignete sich. — I,suetr», ein Flecken in Böotien
südwestlich von Theben, s. die Karte; berühmt durch die Schlacht 371
v. Chr., in welcher die Thebaner unter Epominondas die Spartanei
besiegten. — yuo für et eo (Zieladverb): „und damit er nicht dahin
abgehen müsse". — uoluit exirs, ut «i äiviuaret äe sxitu, er wollte
(überhaupt) nicht fort gehen (aus Sparta), wie wenn er über den
Ausgang eine Ahnung hätte. — iäem, auch, ebenso, s. oben V, 3. —
wlem imperatorem, Apposition zu 8«: als einen solchen Feldherr« —
eo tempore, in dieser Zeit, damals. — ut , . Kpparuerit omnibu«
s<iai.): „daß Allen klar war"; — ut mit dem Fe^/ect. conMnct,,
Gramm. — tuturam tui88e, eo»!)«F»t. H>e»'lp^»'a«t. : würde sein,
2. üisoilmsil (v. äizeeruo unterscheiden), eigentl.: was unterschei
det, dah. figürl.: der entscheidende Punkt, die entscheidende Lage, und
hiervon übertr., wie hier, der gefährliche Moment, die gefährliche
Lage, die höchste Gefahr. — eapere loeum, einen Ort einnehmen, be
setzen. — locus eäitu8, ein hoher Ort, eine Anhöhe. — yui . . viäeret,
Causalsatz: „da er einsah, erkannte". — tore <d. i, futurum essch ve»
iiieioLizsimiuu, daß es sehr gefährlich sein würde. — 8i »nimlläverLUm
«88st, das Passiv impersonal: „wenn man bemerkte". — coul>ri, den
Versuch machen, versuchen. — ' ut «i teei88ent buno ^uimo (adverbial,
llblat.), wie wenn sie mit guter Gesinnung gehandelt hätten". —
— * et 86 (nämlich ^zeziwum) c>u«o.ue »uiillÄävelti88e, iä äebere
üeri, «ee««. c. ««/»«., abhängig von dem aus lauäavit, dem Sinne
nach zu entlehnenden Ve^bnm cieela^anck (äixit, oder ähnliches): „und
auch er habe bemerkt, erkannt, daß dies geschehen müsse."
3. reeuperare »liyuem, jemand wiedergewinnen (vgl. kelop. V
2 : duuo I5Miuiuouä»3 recupsrllvit), — »äiuuetis oomitiduz äs 8ui8,
«blat. absol.: „nachdem er (ihnen, . nämlich den jungen Leuten) Ge
fährten von den Seinigen beigegeben hatte". — relioM loeuin tutum,
er verließ den Ort gesichert, geschützt, gedeckt (nämlich vor dem Ver-
rath der jungen Leute.) — illi, näml. »äole8oeutuli — »uoto uumero
eurum, U.U! etc., »bl»t. «l»«o?,, „da die Zahl derer vermehrt, verstärkt
Nepo«, Hzezil. VII, 1—3. 215

war, welche «." — exper», mit dem Ze«»t. construirt, s. Gramm.:


nicht theilhaft, untheilhaft, ohne Antheil. — n<m «uut 3,u«i commovsre
L«, „wagten nicht sich zu bewegen, -eine Bewegung zu machen",
^u8i sunt, Fsi/eet. des oei'bllm ^««t^o-Fas». »uäere, s. Gramm. —
soc>ue Iibeutiu8, und (dies) um so lieber, d. i. sie hielten sich um so
lieber ruhig an ihrem Platze. — yuoä krbitradaiiwr latörs (sn), weil
sie glaubten, daß (das> verborgen sei. — yuae ooZitavsraut, was sie
gcvncht, beabsichtigt hatten; der inH«'«iilv. hier als Gedanke des Ne-
pos; coßitllsssnt, wäre Gedanke der jungen Leute.

Lx?. VII.
1. ?»8t 1<suotlio»m PUMÄM, eigentl.: nach der leuctrischen
Ichlacht, im Deutschen üblicher: nach der Schlacht bei Leuctra. —
reüoers 88, eigentl.: sich wiederherstellen, d. i. sich erholen. — uou
äesUtit iuvars patriaw, er stand nicht ab, er ließ nicht ab, er horte
nicht auf, das Vaterland zu fördern, ihm nützen. iuvare mit dem
<lce««. construirt, s. Gramm. — <zuibu3oum<zue rebus poZset, womit
er immer tonnte.
2. msißtzre peounik, an Geld Mangel haben; inäißßre, mit d.
«blat. construirt, s. Gramm. — a rege, vom Könige, nämlich der
Perser: vom Persertünige. — praeMio, zum Schutz, zur Hilfe; «et»'-
l»« e/^eet«« bei ezze, s. Gramm. — ' st ä«uatu8 »d biz w»ß23,
icculü^, 8ublsv3,vit z>»tri»ll>, und von diesem mit vielem Geld« be
schenkt, half er (damit) dem Vaterland« auf.
3. in bue, adverbialisch: „hierin, hierbei". — ä^uaztae, Fürsten,
Herren, Beherrscher kleinerer Ländergebiete, Dynasten. — yuoä «ou-
Mit uibil uwHuaw äomum »uam, Causalsatz, abhängig von tuit aämi-
i-llbile: „daß er niemals etwas in sein Haus brachte". — uilül um-
czullm, im Deutschen wird die Negation nicht dem Pronomen, sondern
der Zeitpartilel beigegeben. — äowum 8u»m, Zielaccusatw, wie bei
Städtenamen, auch mit Beifügung des S>^on. H>o««e««iv. , s. Gramm.
inulHrL ali<zuiä 6s a1ia.ua rs, etwas an, in etwas verändern. — !<»-
cüuum, der Laconier, seltner als I^csäaemouioruin.
216 Nepo«, HHELil. VII, 4. VIII, 1. 2.

4. tuit ooutentu8 mit d. ablat., s. Gramm.: „er war zufrieden,


er begnügte sich". — czu«, usus tuerat, dessen sich bedient hatte, das
bewohnt hatte. — NurMKeus«, j. oben I, 2. — prugeuitor, der Ei«
zeuger, Urheber, Ahnherr. — u,aiore8, die Vorfahren. — yuani, f. «. a,
et eara: „und wer in dasselbe (näml. das Haus) hineingetreten war,"
— contra e«, sae«««. H,l«?. «e«t^.)> dagegen, umschreibender Aus
druck für das «cke^b. contra. — plurlma, näml. 8ißua: „viele Zeichen
Beweise". — vaüentis,, die Erduldung, Entbehrung. — iustnieta.
nämlich äomu8. — ' ut (domu8) euiusviz indpi« »tc(ue privati <ü3el-
ret in null», re, „daß das Haus jedes Dürftigen und Privatmannes
sich in nichts (von demselben, näml. vom Hause des Agesilaus) unter
schied" — null» in re, eigentl.: in leiner Sache, im Deutschen kürzer:
in nichts."

c^?. VIII.
1. l'autrleeui, Apposition: „zu seiner Gönnerin". — in tnvueii-
äis virwtibu» »nimi, Construction des M,t. M«««. Hi»«8. statt des
gsl'ltillll««: in tridueuäo virtut«8 animi, s. Gramm.: „in der Zutei
lung der Geistesgüter". — * sie n»ew8 «8t waleüealu (näml. Mt»
rara), so hatte er sie <die Natur) als übelwollend: d. i. „so behau
delte sie ihn übelwollend, stiefmütterlich". — in corpore ünzenao,
wieder ^«^t,e. /«tu^. S>«««., wie im Vorstehenden: „bei der Bildung
seines Körpers". — Ltaturä üumili u. corpore exißuo, «blat. dn
Eigenschaft: „von niederer Statur, von schmächtigem Körper". — altei«
peäe, respect. nbl»t.: „an einem Fuße"; alter, einer von zweien. -
yuae re8, im Deutschen kurz: „was". — coutemnedant, näml. «im,
verachteten ihn; das l'»lz>e?/ect«nl als wiederholte Handlung, !
Gramm.
2. U8U3, Ü8, eigentl.: der Gebrauch; übertr.: die schickliche 6c-
legenheit zu irgend einem Gebrauche; dah. U8n venit aiiquiä, es n-
eignet sich, es trägt sich zu, es geschieht. — annorum oetoZinta, g««i
der Eigenschaft, f. Gramm.: im Alter von achtzig Jahren, achtzig
Jahr alt. — " cum . . i88et in ^eß^pwui 1»cno 8ub8iäio, „»>s
er nach Aegypten gegangen war dem Tachus zu Hilfe" ^
XSPU5, ^FS8iI. VIII, 3—5. 21?

izzet, contrahirte Form des Fl««gll«imHie»'/'. für ivi88et. — 1«,o!lU8,


ein Usurpator in Aegypten. — »et»,, ae (griechisches Wort, «xr^'>, das
liebliche, schattenreiche Gestade, Meeresufer. — accumusre, sich hinlegen,
im Fe»-/eel. »eeudm, ich habe mich hingelegt, ich liege. — Stratum,
i, die Unterlage, das Lager. — t»Is, solcher Art, der Art. — teot»
ezzet, bedeckt war. — 8tramentum, i, das zum Decken-, Unterftreuen
Dienliche, die Streu, das Stroh. — du«, dahin, darauf. — ueyue
Ämplius yuam, nichts weiter als. — eorum ornatu», ihr Anzug. —
ut . . 8ißuiti<:3,let neminem re^em iu m'8, „daß er (der Anzug) nie
mand unter ihnen »ls König anzeigte". — rezem Apposition zu
neminem. Andere nehmen neminem adjectivisch : gar keinen, und über
setzen: „daß er . . gar keinen König unter ihnen anzeigte". — nun
o«»ti88imu8, nicht sehr glücklich, in nicht sehr glücklichen, nicht in den
besten Umständen. — praebere susnioiouem, die Vermuthung gewäh
ren, uermuthen lassen.
3. Imiu», nämlich ^ßsÄIai. — aä regioZ, zu den Leuten des
Königs (Tachus). — munera euiu8«zue zeneri8 sunt allatg, eo (Ziel-
lldverb): „Geschenke jeder Art wurden dahin gebracht". — IÜ8 auae-
rentibuz, ckitiv., abhängig von üäe8 iaet», e8t, eigentl.: „diesen nach
Agesilaus Fragenden wurde kaum der Glaube beigebracht, d. i.: als
diese nach Agesilaus fragten, wollten sie kaum glauben". laeere üäsm
»lieui, jemand den Glauben von etwas bereiten, beibringen, jemand
glauben machen. — oM tum acoildllblwt, die damals dalagen.
4. yui, nämlich regii. — reßi8 (laelii) verdis, eigentl.: nach den
Worten des Königs d. i. im Namen des Königs (vgl. Inemist. IV,
3: ut ei nuutwret 8ui8 verdiz, daß er ihm berichte in seinem Namen),
verdi«, adverbial, adlut. — vitulinu8, (von vitulu8), vom Kalbe, Kalbs-,
substantivisch vitulina, ue (ergänze eg,rc>), Kalbsteifch. — 8sounä», meu8«,,
eigentl. der zweite Tisch, d. i. der Nachtisch, das Dessert (Obst, Back
werk u. dgl.). — oster» lelerri iu88it, „das Uebrige ließ er zurück
tragen"; iudere mit dem »ee««. e. «'«M. Hi«««., für das deutsche:
heißen oder lassen, mit dem in/?«, »et«., f. Gramm.
5. «MO taeto durch diese That, Handlung, d, i. : dadurch, deswegen,
daher. — - quoä arbitrabantur eum 8umz>8i88e z>oti88imum ül»,
218 Nepos, Hßezil. VIII, 6.

(nämlich vitulmain ete.) ißuorNntia bouklium rerum. — dollaruw


lulum, Fe««t. ob)'«etl.- aus Unlenntnitz guter Sachen, aus Untennt-
niß dessen, was gut sei.
6. wleutuw, eine große Geldsumme bei den Griechen, in den ver
schieoenen Staaten von verschiedener Höhe, das attische talentum be
trug ungeführ 4025 Mark Reichswahrung. — qu»6 ills ä»ret, Ab
sichtssatz: daß er sie gebe, um sie zu geben. — NeuelKi, d. i. portuz
>IensKi, Menelaushafen. — L^ltzuze, alte und berühmte Stadt in
Nordafrika, westlich von Aegypten, Hauptstadt der nach ihr genannten
Landschaft O^reuaicll, s. die Karte. — implioitus in mortui«, eigent
lich: in eine Krankheit verwickelt, verstrickt, d. i. in eine Krankheit
verfallen, von einer Krankheit befallen; s. oben Lim. III, 4 (dagegen
die Form imMeaw«, laus IV, 6. Oic>u I, 1), — äseßäsrs, eigentlich
fortgehen, hinweggehen, dah. insbefond.: ,,aus dem Leben gehen, ster
ben". — Huo iaeiüuz für ut eo ikeiliu«: „damit desto leichter", Ab
sichtssatz. — Zp^tÄm, Zielaccusatio bei Städtenamen, s, Gramm,
„nach Sparta". — msl . . osrk. Die Spartnner balsamirten die
Leichname mit Honig; die Perser mit Wachs. — eireumkullHers »!i-
czuem cer»,, jemand mit Wachs umgießen, übergießen. — üomm»,
Zielaccusativ wie bei Städtenamen: nach Hause, d. i. in die Heimat.
— rLisrre »lihusm äomum, jemand nach Hause, in die Heimat zu
rückbringen.

Zur mündlichen und schriftlichen Wiederholung.


H. Grammatisches. 1) was ist das Nähere über ,den latei
nischen Genitiv auf i bei griechischen Eigennamen der 3ten Declin»-
tion? — 2) welche grammatische Form ist 8»räi»? — 3) wann steht
ut mit dem M^seet. »ntiieati««? — 4) wann mit dem Fei/eet. con-
/««et»«'? — 5) wann hat »e die Bedeutung von yuam? — 6) wann
wird utiuÄN mit dem «MFe?/eet. od. Fl««gua»lpe^/ect. verbunden? —
d) wie lauten die betreffenden Stellen im ^Zenltm«? — 7) wie will
potlri in der Regel und wie zuweilen construirt? — d) wie lauten
Nez>o8, ^865il2U5. 219

die betreffenden Stellen im ^ße8i!»u8? — 8) was bedeutet vsl bei


Superlativen? — 9) wie wild vetu construilt? — 10) was ist der
impellltivische Conjunctiv? — 11) wie wild inäigere construilt? —
12) wie iuvare? — 13) wie expsis? — 14) wie 8«^ui? — 15) wie
ist die Redensart uiiül »lluä yuaw zu etklälen? — d) wie lautet die
betreffende Stelle im ^ßezilauz? — 16) was bedeutet multo beim
Zuperlativ? — 17) wann wird das ««x»n«m in uiu gebraucht? —
18) wie ist der Conjunctiv bei yui nach iZ zu erklären? — 19) wie ist
die Constiuction: teiupu« «8t sxtrkderß oopia» zu erklären?
L. Lexikalisches. I) welches sind die Vedeutungsstufen von
religio? — 2) welche von uumeu? — 3) was bedeutet taeere ouru
llliquo ? — 4) wie ist der Ausdruck äiotc, »uäieutern «88« »lieui zu er-
llären? — b) wie unterscheidet sich der Bedeutung nach rMruu8 und
avuuc:ulu8? — 6) was bedeutet eonveuit alicui cum aiic>u<i? — 7) was
heißt kdalieuürs und wie wird es construilt? — 6) was bedeutet
Uüüeeiß und wie wird es construirt ? — b) wie lautet die betreffende
stelle im ^ß«8il»,u8? — 9) was heißt üäem laeers «,Ucui? — 10)
ms veidiz o.U«:>iiu8?
0. Geographisches. 1) was war und wo lag Oaria? —
Ä desgleichen der ?eIopouue8U8? — 3) desgleichen der lleUe8z>outu8?
— 4) wo lag Iienetr»? — 5) wo 8p«,rt»? — 6) wo üz>d«8U8? —
'! wo 8kräß8? — 8) was war und wo lag kdr^gia? — 9) des»
gleichen (Elenas? — 10) wo lag 8aräe8? — 11) wo Ooriutuuz?
v. Geschichtliches und Archäologisches. 1) wer ist Xeno-
Kon? — 2) gegen welchen Hrrkxerxs8 führte ^8e8il»,u3 Krieg? —
3) wer ist Xerxe8? — 4) wie viele Könige regierten gleichzeitig in
Tparta? wer war ihr Ahnherr? und durch welche Behörde war ihre
Nacht beschränkt? — b) zwischen wem und wann wurde die Schlacht
b« I^netr», geliefert? — 6) welches sind die wichtigsten Momente aus
bem Leben des ^868>Iau8 ?
220 Aepos, Numene8 I, I —3.
»

XVIII. N um SN 6 8.
c>i>. i.
1. Ollräii^nu8, aus Oaräi«,, einer Stadt im tracischen ChersoneZ.
s. die Karte, — par, ssleich, mit dem ckatw. constluirt, f. Gramm,
— tortuu«,, das Schicksal, insbesond. das günstige Schicksal, das
Glück. — niulto, <Mat. des Maßes bei Comparativen, s. Gramm-
um vieles, viel. — mmor . . Mustriol, ergänze tuiznst, — illuztrior,
glanzvoller, metlri eigentl.: messen; figürl. msUri Myuem »!iq,uz
re, jemand nach etwas messen, schätzen, beurtheilen. Dem Sinuc
nach soll dieser Satz zur Begründung des: uon ills yuiäem m«üoi
dienen. Gumenes wäre, wenn er eben soviel Glück wie Verdienst ge
habt hätte, verehrter gewesen, aber freilich nicht größer: denn die Größe
des Mannes wird nicht nach dem Glücke, sondern nach dem Verdienst«
gemessen.
2. in es, teuipor», nämlich Philipps und Alexanders. — 6etr»iit
multum ei viventi inter ec>3, yuoä eie,, es entzog ihm, der unter
diesen (nämlich den Macedoniern) lebte, viel (von seiner Geltung,
seinem Ansehen), daß :c. — cletr^liLre, eigentl. : niederziehen, nehmen
herabsetzen, erniedrigen, verkleinern. — ssss alieuks eivitatis (Fsnit,
der Eigenschaft), eines fremden Staates, aus einem andern Staat
sein, einem andern Staate angehören. — ßemsrog» 8tirp8, vornehme
adlige Abstammung, Abkunft.
3. äomß8tie<, summa Fßusrs, «blat. der Eigenschaft, eigentl. : von
heimatlichem, vaterländischem hohem Geschlechte, d. h. in der Heim»«
von sehr Vornehmer Familie. — ' Naoeäoues lsredant inäigns, eum
ÄNtepom «idi, „die Macedonier ertrugen es unwillig, daß er ihnen
vorgezogen werde". — leres inäi^ue, mit Unwillen ertragen, ungern
sehen; mit dem aee«». e. inM. als Objectsatz. — ue^us . . uou, die
doppelte Negation bejahend, s. Gramm. — ueaus wmeu nuv,Mie-
d^ntur, doch erduldeten, ertrugen sie es wohl. — iuvenil gehört zu
beiden vorhergehenden Substantiven.
4. Vei2ä«IeL<:eiiwIu8, als sehr jung« Mann (er war damals, 342
v. Ehr,, gegen 20 Jahr alt). — »eeeäere 2,ä lluüciti»iu »licluiu«, zur
Freundschaft jemands hinzutreten, d. i. gelangen. — kdiliMus, Sohn
des ^w^uwL, Vater Alexanders des Großen, König von Makedonien
u. 360—336 v. Chr. — iuU«», tilmiliarit»,», genaueste Vertraulichkeit.
— inäöwL virtutis, die natürliche Anlage zur Auszeichnung.
5. Kaders kliyuem aä manum, jemand zur Hand», bei der
Hand-, in seiner Nähe», um sich haben. — seribks loeo, an der
Stelle eines Schreibers, d. i. als Schreiber, Secretär. — 6rnii,
seltner »ls 6raeei, die Griechen. — umlto iwnoriüceutiuz, viel ehren
voller. — ' 8eribÄ6 exiztimkutur re verk, lllereeuillii apuä uu8,
zieut, 8>ii>t re verü,, „die Schreiber werden bei uns als Miethlinge,
wie sie es sind, auch wirklich betrachtet." — re ver», adverbialisch in
Wahrheit, in der That. — aziucl illo8, nämlich Lr^io«. — uizi dc»-
UL8w loeo, nämlich 8it. doue8to loeo, «blat. der Eigenschaft: von
edler Geburt, von edler Familie. — üäe et iv.äli8trik eoZuitK, eben
falls «biat, der Eigenschaft: „von erprobter Treue und erprobtem
Eifer." — * neee88e e«t, eum «88e z>artieii)6in omuiuiii eouLÜioiulil,
eigentl. : es ist nüthig, daß er theilhaft sei aller Pläne, d. i. : „er muß
nothroendig Mitwisser aller Pläne sein." — ueee88e e8t, sowohl mit
dem Conjunktiv, als, wie hier, mit dem acen«. e. »«/?«. construirt,
s. Gramm. (Ein Beispiel mit dem Conjunctiu steht Rpamiu. X, 2:
<ziiÄS ziuZuÄ ilUNortÄ,Ü8 8it ueoe88e ezy. — Mrtl<:ez>8 (von p»l8'
e»r»io), theilnehmmd, Theil habend, mitwissend, mit d. genit. con
struirt, s. Gramm.
6. ' teuuit, Ilime locum amioili^e , er besaß diese Stelle der
Freundschaft. — Ulo (nämlich kbilippo) interteetn , ablat. ab«ol.:
als dieser getüdtet worden war, nach dessen Ermordung. Philippus
von Macedonien wurde im Jahre 336 v. Ehr. bei dein Hochzeitsfeste
seiner Tochter von einem gewissen ?Ä,u8»ui2,3 ermordet. — «88e eoäem
ßl»äu (ablai, der Eigenschaft), in demselben Range stehen. — ^,Ie-
xkuäer, Sohn des ?dilii>i>u8, König von Makedonien, und wegen
seiner großen Eroberungen der Große genannt, regierte von 336—323
v. Ehr. — uovl88iwo tempore, in der letzten Zeit, nämlich der Re°
222 IfLpoL, NumeuL« II, l.

gierung Alexanders. — pi«,ee,88s »Is«, eine Truppenabtheilung befeh


ligen, führen. — klter«^, seltne Form des ciatw, si«F. für »Iten.
s. Gramm. — lletHLrios (griech. ^r«<<»lx^), die Schwadron der He
tären (der Freunde) ün macedonischen Heere, der auserlesene Theil der
Reiterei (der aus gebornen Macedoniern bestand). — utriyue, tiatn,.
Beiden, nämlich dem Philipp und dem Alexander. — 2<i«58S in «<»»-
Mo, im Rathe zugegen sein. — uabsie »li^ueiu p^rtielpem »,Iicmii5
rei, jemand an etwas Theil nehmen lassen, paitieop« mit dem F«««i,,
s. in Vorstehendem Z. l>.

<?^. ll.
1. ' H,lLx»uäro morwo L^d^Ioue, ablat. ab«ol.: als Alexander
zu Babylon gestorben war (323 v. Chr.). Lkdyloue, Ortsablativ bei
Städtenamen, s. Gramm. — o.uum rezua ete., der Vordersatz reicht
bis zu den Worten Mrimi teeernt: „als Alexander zu Babylon ge-
storben war, und die Reiche unter seine einzelnen Vertrauten vertheilt
wurden, und die oberste Leitung demjenigen übergeben worden war,
dem Alexander sterbend seinen Ring gegeben hatte, (nämlich) dem
Perdiccas: woraus Alle geschlossen hatten, daß er ihm die Regierung
anvertraut habe, bis seine Kinder mündig geworden waren (denn
Craterus und Antipater, die ihm vorzuxchm schienen, waren abive
send, Hephüstio war gestorben, den Alexander, was man leicht wahr
nehmen konnte, besonders sehr hoch geschätzt hatte)." — 6i«perti«
reZu», die Reiche zertheilen, eintheilm; mit dem ckativ: jemand zu
theilen, unter jemand vertheilen. — summ», rerum, die oberste Le>,
tung. — tueuä», zur Bewahrung; die Construction mit dem ^««-t«,
M«s. z>a««. bei den Verben des Uebergehens (hier traäsre), s. Gramm
2. * eum (näml. H^Iex»uärum) c«n>lui»i«8e reßuuin ei (näml. ?enlic
«»e): guo»ä etc., er habe ihm die Regierung anvertraut (übergeben,,
bis lc. — liberi ein«, näml. ^lexlwäi-i, seine Kinder. — perveni«
in Lu»m tuttzlnm, in seinen (eigenen) Schutz kommen, d. i. mündig«,
volljährig werden. Der Conjunctw z>ervem8«eut von yuo»ä m der
Bedeutung „bis" regiert, s. Gramm. — <Ä»tkrv.3, ^utiMer, llepu»ez
Nepu«, Numeuez II, 3^5. 223

tio, Generale des Alexander. — enteoeäere lllic^uem, eigentl,: vor je


mand gehen, figürl.: jemand im Range vorgehen, vorangehen. —
guem unum . . plurimi leeer»t, „den er allein (d. i. besonders) sehr
hoch schätzte." plurimi, genit. I>»-et«, s. Gramm. — ' o^uoä po«8et
inteUlßi i«,cile, das Passiv impersonal: was man leicht einsehen (er°
kennen, wahrnehmen) tonnte; passet, allgemeiner, unbestimmter Aus
druck, co»»)«»»et. Mtemtl'all«, s. Gramm.; das lMF>e,/ect«m, weil im
Hauptsätze ein teinp«« der Vergangenheit (leeor»t). — noe tempore,
mit diesen Worten beginnt der Nachsatz: „in dieser Zeit, damals."
— LappHÜoei», «ine Landschaft im ostlichen Kleinasien, s. die Karte.
— «ive potius äicw, oder vielmehr versprochen, zugesagt. — erat,
näml. ^applläoei»,.
3. iiuuo, nämlich üumenem. — aäiuuzere »li^ueiu sibi, jemand
mit sich verbinden, sich befreunden. — in nomine, in dem Manne,
nachdrucksvoller als in eo. — uou äubitan», nicht zweifelnd, d. i.
überzeugt, mit dem ace««. e. in/in.: (eum, näml. Numeneni) fore
»ibi m»ßno lisui. — peUiotzre, (von pei-I»,eio), an sich ziehen, d. i.
gewinnen. — esse »lieui m»ßuo U8ui, jemand zu großem Nutzen ge
reichen, überaus nützlich sein. — * uain cogitkdat corripere 2tc>ue
eumpleeti partes omnium, „er (nämlich Perdiccas) gedachte die (Reichs-)
Antheile (nämlich aller Generale) an sich zu reißen und zu einem
G«nzen zu vereinigen. — terre, in der Regel, gewöhnlich.
4. «eteri o^uo^us omneZ, auch alle übrigen; c>uo«iue, auch, einem
Worte nachgesetzt, s. Gramm. — pr»e<ie8lin»,vit, (so ist zu lese»,
nicht äe«till«,ver»,t), von prae, äe und' dem Stamme 8w, s. v. a. 8i8w,
eigentl. vorher feststellen, dah. figürl. festsetzen, bestimmen, beschließen.
^ persunäeie kllcni, nt, jemand überreden, daß er zc. (oder: zu zc.);
v«r8UHäere mit dem ckrt«v. construirt, s. Gramm. — tacere 8ocie-
taten» cum »U0.U0, mit jemand ein« Verbindung schließen, sich mit
jemand verbinden, vereinigen. — secum, nämlich cum I^eouukw; das
«« »uf das Subject des Hauptsatzes bezogen.
5. peräüoere »li^uem, jemand zu irgend einer Handlung bewe-
Zw, vermögen; hier in Gedankm zu ergänzen: mit ihm sich zu ver
binden. — eon»«, versuchen, den Versuch machen. — lecket, absolut,
224 Nepo«, Nmuellk« III, 1 —4.

„er hätte es ausgeführt." — clam nootii, heimlich des Nachts. — ex


I>r»e«iäü8 eins (naml. I^eoullÄti), aus seinen Besatzungsplätzen, aus
seiner Garnison.
c?^. in.
1. euvMre bell», die Kriege (gleichsam wie ein Feuer) aufblasen,
anfachen, d. i. erregen, beginnen. — »ä iuteiueeioneill, bis zur Ver
nichtung; »ä, bis zu, bis an, die Grenze mit- einbegriffen. — omnes
eoueurrerunt, eigentl.: alle liefen zufammen, d. i. figürl^ alle ver
einigten sich, machten gemeinschaftliche Sache (321 v. Chr.), — »ä
opprimeuäum ?eräieeiliu, zur Unterdrückung des Perdiccas, den Per-
diccas zu unterdrücken. — viäebat, näml. Nulnene». — unuz, er allein.
uuu8 uluuibn» nebeneinandergesetzt, um den Gegensatz stärker hervor
zuheben: „allein Allen." — " ueaue tiiit euriiäior »illuti» ^ulliu üäei,
und er war nicht begieriger (er strebte nicht mehr) nach seinem (eige
nen Wohle, als nach der Treue; euMu« mit dem Fenit. construirt,
s. Gramm.
2. ^lluru» Moli», das Gebirg Taurus, das Taurusgebirg, im
südöstlichen Theile Kleinasiens, s. die Karte. — llellespouwZ, die Meer
enge zwischen dem ügäischen Meere und der ?ropouti8, jetzt die Straße
der Dardanellen genannt, s. die Karte. — ' iz>8e erat xroteetus »ö-
ver8«8 ^to1em»,eum oppu^uatiim s««xi?l.) ^,eg^ptum, „er selbst war
gegen den Ptolemäus marschirt, um Aegyvten zu bekämpfen," das
««zM«in in um bei Verben der Bewegung zur Bezeichnung der Ab
sicht. ktulera»eu8, General Alexanders des Großen, nach dessen Tode
ihm Aegnpten als Antheil zufiel', Stammvater der NegentenfamiNe der
Ptolemäer in Aegyvten.
3. Nuiuell68 cluum etc., dieser Vordersatz reicht bis in §. 4 zu den
Worten 8umm», imperü putireutur. — magnae oopi»e, große Streit
kräfte, viel Truppen. — uou multo gute, nicht viel vorher, kurz vor
her; multo, «blat. des Maßes: um vieles, viel. — * (emu,) »atem
H,utiz>3,ter et Or»t8ru.8 äiLeieuwr aäveutare »tc^ue trlw8i88e Helles-
I>outum eum lu»ßilo exeieitu Alaoeäouuin. — »äveutare, heranziehen,
heranrücken. — cum . . mm, sowol . . als auch.
4. eiant s5 laniK («blnt. der Eigenschaft), standen in demselben
Nepos, Nnmeue» III, 5. 6. IV, 1. 225

Nufe. — yuk (nämlich lam^) liomluü nuue tsrulltur, eigentl.: mit


welchem (Rufe) jetzt die Römer herumgetragen, d. i. ausgegeben, erklärt
meiden, in welchem jetzt die Römer stehen. — eteuim, denn freilich,
denn, «der auch ein betontes: und. — (ü) dMti sunt 8emz>er tor-
tizzimi, gui ete., man hat stets diejenigen für die Tapfersten gehalten,
welche die Oberherrschaft errangen. — votlri in der Regel mit dem
»blak, zuweilen auch mit dem gemt. construirt, f. Gramm. — Der
Lonjunctiv votiieutui, weil der Gedanke allgemein, nicht auf einen be>
stimmten Fall bezüglich ausgedrückt ist. — uon moäo neu itur»8 (e88e),
nämlich eopiks, aee««. e. »«/in., abhängig von intelligebat: „daß sie
nicht nur nicht marschiren, sondern zu gleicher Zeit mit der Nachricht
auseinandergehen (sich zerstreuen) würden." oum im temporalen Sinne-,
„zugleich, zu gleicher Zeit mit."
b. Hsvii« itiueribu8, auf Abwegen. — et (ut) üi8 z>ei8u»6eret
und daß er sie überredete (glauben machte). — 8e, nämlich Numenem,
daß er «.
6. itaq.ue, hier s. u. a. »t<iue iw, und so. — teuuit doo proposi-
wm, er behauptete sein Vorhaben, er führte seinen Plan durch. —
Meers exeroitum iu »eiem, eigentl. das Heer in die Schlachtleihe
heraus (nämlich aus dem Lager, aus den Zelten) führen, d. i. das
Heer in die Schlacht führen. — seireut, der Conjunctiv von priuz
<Mm abhängig, s. Gramm. — oiun a.uibu8, seltener als guiduseum,
I Gramm.), „mit wem" — oonterre arm», eigentl. die Waffen zu
sammenbringen, aneinanderbringen, dal), im Allgem.: kämpfen, sich
schlagen, ein Treffen liefern. — vnlöre ÄioM re, an, in etwas stark,
tüchtig sein, in etwas vermögen. — äeterior, schlechter, weniger gut,
weniger stark, schwächer.

0xi-. IV.
1. tzuorum aeerrimo oou»ur»u, »bl»t. iemxo»'.: bei deren sehr
heftigem Aneinandeikommen, d. i. bei deren heftigem Angriffe.— m»ßll»in
Mitem, »ec««nt. der Zeitdauer, s. Gramm.: einen großem Theil. —
cum esset pußUHtum, das Passiv impersonal: als gekämpft worden
war, als man gekämpft hatte. — teußre 8eouuäum locum imperii,
226 XspoZ, Lumens» IV, 2—4.

eigentl. die zweite Stelle des Oberbefehls inne haben, d. i. zweit«


Obercommandeur sein. — oououriers oum llli^uo, mit jemand (i»