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IMC OnAir ...

Broadcasting show No. 34


– 5th August 2008 (Thuesday - 21:00-21:58 p.m.)
radio station: TideRadio 96.0 (www.tidenet.de)

Raga CDs des Monats:


„RAGAS auf westlichen Instrumenten
– indische Saxophonisten.“
- Moderationstext / DOKU v. 4.8.2008-1 -

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© 08/2008 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
Hintergrund ...
IMC OnAir gliedert sich als Radiosendung (Kabel/Antenne + Internetstream/PodCast)
historisch u. hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle
Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.
Projektbüro „Sinn-Macher.net“ – personalisierte Marke des
Ideengebers und Initiators Lothar J.R. Maier mit
Erstkonzeptionierung in 04/2003.
Die Inhalte dieser auf „Sinn“ fokussierten Website (www.sinn-
macher.net) befasst sich mit nahezu allen Aspekten rund um die
Begrifflichkeit “Sinn” (z.Z. ca. 70 Webpages). – Und reflektiert
das lebensphilosophische Verständnis, aus dem alle
Teilprojekte wie IMC entwickelt werden.
Die Teilprojekte von IMC sind Bestandteile des
Gesamtkonzeptes der EUFLEHTZ Stiftung i.G. (Europäisches
Forschungs-, Lehr-/Lern- u. Therapiezentrum für Life-Sciences)
– www.eufletz-stiftung.de .
IMC wurde gegründet zur Realisierung von
musiktherapeutischen Angeboten auf der Basis indisch
klassischer Musik, als Ergänzung zu dem segeltherapeutischen
Konzept „3iE“.
Unter IMC – India meets Classic subsumieren sich alle IMC-
Teilsegmente. Das Logo darf als Dachmarke aller Teilleistungen
und Sub-Brands verstanden werden.
„IMC OnAir“ steht für die Broadcasting-Plattform von IMC via
Radio (www.imcradio.net) und konvergenter Medien, wie das
PodCasting (RSS Feeds – Push-&Pull-Technologie) oder
PhoneCasting.

IMC-Förderinitiative „TablaPerformance – TablaGroup


Hamburg“, das erste der Öffentlichkeit vorgestellte Teilprojekt ...
unter der Themenüberschrift „Heimat – Individuum &
Gesellschaft“ wurde als Weltpremiere beim Festival der Kulturen
2005 das Textrezitativ (Deutschfassung) des englischen
Originalwerkes „Creative Unity“ (1922) von Rabindranath Tagore
interpretiert, Indien’s grösster Philosoph und erster
Nobelpreisträger für Literatur.
Culturebridge „Water is Life – Living with Water“ wurde im
Rahmen des Förderwettbewerbes der FHH in 4/2005 als
Konzept vorgestellt. Es legt den Focus auf Live-Performances
(„night of ragas“) u. Nachwuchsförderung (Schüleraustausch-
programm) mit dem Ziel des interkultureller Dialoges, für einen
KnowHow-Transfer von Indien nach Deutschland.
IMC – India meets Classic verfügt in seinem Gesamtansatz über
ein Konzept für musikpädagogische Arbeit an Schulen als
kleinere Teilleistung (6-wöchiger Workshop).
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(DOKU - Sendemoderation / 04082008-1)

Raga CDs des Monats:

RAGAS auf westlichen Instrumenten


– indische Saxophonisten.

Erstausstrahlung: 05.08.2008 (21:00-21:58 Uhr)


Wiederholungstermin: 08.08.2008 (03:00-03:58 Uhr)

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IMC OnAir/Raga CDs des Monats: RAGAS & SAX... - 5.08.08 (21:00-21:58 /Sendeplatz: www.tidenet.de)

[0.] Jingle (Intro)

IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik.

IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer
Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features.

Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet
finden Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den
Musikmeistern, zu indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und
vorgestellten CD-Titeln.

IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format


als Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm
zur indisch klassischen Musik zusammen unter:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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1.1. Begrüssung...

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer !


... ich heiße Sie herzlich Willkommen bei „IMC - India meets Classic“, mit
einer weiteren Sendung für indisch klassische Musik. Mein Name ist Lothar
J.R. Maier.
Es freut mich, für Sie aus der Reihe “Ragas auf westlichen Instrumenten“
unser heutiges Thema zu präsentieren: „indische Saxophonisten“.
Wie in all unseren Sendungen „Raga-CDs des Monats“ hören Sie Beispiele
original indisch-klassischer Musik. - Beachten Sie auch die Hinweise zu
unserem Hörertelefon und Internetangebot in dem weiteren Verlauf der
Sendung.

1.2. Einleitung... Bezug: frühere Sendungen... Violine, Harmonium

In unseren zurückliegenden Sendungen haben wir bereits zwei Instrumente


des Westens ausführlicher vorgestellt, die in der (süd-)indischen Klassik
einen festen Platz gefunden haben:

das Harmonium als Begleitinstrument und die Violine.

Dieses Streichinstrument ist Bestandteil jeder Performance der südindischen


Klassik; als Solo-/ Hauptinstrument hat es sich besonders in der
nordindischen Klassik etablieren können.

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2.1. Zur Geschichte… Funktion des Saxophon...


Das Saxophon war ursprünglich für den Einsatz in Sinfonieorchestern
gedacht.
Es wurde von dem Belgier Adolphe Sax im Jahre 1840 erfunden und in
Frankreich patentiert. Es gehört mit einem Rohrblatt-Mundstück zur Familie
der Holzblasinstrumente.
Die ursprüngliche Intention von Sax war, ein Holzblasinstrument der tiefen
Lagen zu schaffen.
In Sinfonieorchestern fand es zunächst keine Verwendung, haben die
zeitgenössischen Komponisten das neue Instrument weitestgehend
ignoriert.
Im Westen fand es daher nur Anwendung in Marsch- und Militärkapellen;
später wurde es bei Konzert- und Tanzmusik ein beliebtes Soloinstrument.
Mit dem Aufkommen des Jazz begann der eigentliche Siegeszug dieses
Instrumentes in seinen unterschiedlichsten Ausführungen: als Alt-, Tenor-,
Sopran-, Bariton oder gar Bass-Saxophon... Der dynamische Umfang und
sehr variable Klang des Saxophons war für das Improvisationsspiel im Jazz
prädestiniert.

2.2.1 Hörbeispiel 1... Anmoderation...


Eine Ausnahmeerscheinung ist der Jazzmusiker Rudresh Mahanthappa mit
indischen Wurzeln. Er wurde in 2006 vom Downbeat Magazine - mit
Rückschau auf die Entwicklung im Jazz in den letzten 4 Jahren - als der
aufsteigende Stern des Alt-Saxophon gepriesen.
Rudresh ist ausgebildet am berühmten Berklee College of Music und für
Jazzkomposition an der Chicago’s DePaul Universität.

2.2.3 Hörbeispiel 1... Abmoderation / Überleitung...


Die beiden Alt-Saxophonisten Rudresh Mahanthappa und Dr. Kadri
Gopalnath leiten zusammen das Dakshina Ensemble, mit dem sie bereits
im Herbst 2007 im Auftrage der Asia Society, New York auf US-Tournee
waren.
Im August 2008 wird beim Label PiRecords die von ihnen eingespielte CD
Kinsmen - Svajanam veröffentlicht.
Rudresh Mahanthappa hören wir nun in Zusammenspiel mit einem
Saxophon-Pionieer Indiens, Dr. Kadri Gopalnath in einem Ausschnitt aus
den Studioproduktionen zur CD Kinsmen - Svajanam. - Und wie das
Saxophon seinen Weg nach Indien gefunden hat, erfahren wir gleich... nach
diesem ersten Eindruck zweier herausragender indischer Musikmeister auf
dem Saxophon.
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3.1.1 IndoJazz… John Mayer, John Coltrane, Charlie Mariano… (1)


Beziehen wir uns nun auf die Entwicklung des Instruments mit Blickrichtung
aus dem Westen auf Indien...
In dem ersten Höreindruck aus dem Zusammenspiel der Alt-Saxophonisten
Dr. Kadri Gopalnath und Rudresh Mahanthappa wird uns ein unter dem
Begriff IndoJazz geführte Musikstil präsent. IndoJazz hatte massgeblich auf
die Etablierung des Saxophons in Indien Einfluss.
Im Jahre 1966 gründete John Mayer das Qintett IndoJazz Fusions... es
besteht aus Sitar, Tabla, Tambura, Flöte und mit John Mayer selbst auf der
Violine und dem Harpsichord. IndoJazz Fusions darf als die erste „Hochzeit“
zwischen Jazz und der indischen Klassik gesehen werden.
John Mayer wurde 1930 in Kolkatta, dem ehemaligen Calcutta geboren.
Seine Eltern waren Anglo-Inder. John erhielt zunächst im Alter von sieben
(7) Jahren Violinunterricht an der „Calcutta School of Music“. In seinen
späteren Studien unter Melhi Metha wurde er ermutigt, sich für ein Studium
an der Royal Academy in London zu bewerben. Das theoretische Wissen
zur indischen Klassik erhielt er von Sanathan Mukherjee.
1958 präsentierte John Mayer in einer Uraufführung seine Komposition
„Dance Suite“ für Sitar, Flöte, Tabla, Tambura und Synphonieorchester. Es
spielte das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra.
John Mayer ist ein Komponist mit vollständiger Anerkennung in seinem
Heimatland Indien und in Übersee. Er ist heute Professor für Komposition
am Birmingham Konservatorium und hat mit der führenden
Nachwuchsgilde junger britischer Jazzmusiker seine Formation IndoJazz
Fusions wieder aufleben lassen.
3.1.2 Hörbeispiel 2... Anmoderation...
Wir hören nun in der Originalbesetzung IndoJazz Fusions mit dem im Jahre
1973 verstorbenen Alt-Saxophonisten Joe Harriott aus der Indo-Jazz-Suite
den Raga Megh, ein Ganztagesraga zur indischen Regenzeit.
Es spielen John Mayer – Violine / Harpsichord, Diwan Motihar – Sitar, Chris
Taylor – Flöte, Keshav Sathe – Tabla und Chandrahas Paigankar –
Tanbura. Im Weiteren: Eddie Blair – Trompete, Pat Smythe – Piano, Rick
Laird – Bass und Alan Ganley – Schlagzeug.

3.1.4 Hörbeispiel 2... Abmoderation / Überleitung...
Das war der Regenraga Megh, gespielt von der Formation IndoJazz
Fusions - in der Originalbesetzung der 60er Jahre des indischen
Komponisten John Mayer, mit dem Alt-Saxophonisten Joe Harriott.
Unter „Indo-Jazz Fusions – Volume 1 & 2“ ist diese Aufnahme bei Redial
Records (Polygram) als Doppel-CD wiederveröffentlicht...

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3.2.1 IndoJazz… John Mayer, John Coltrane, Charlie Mariano… (2)


...
Zurück zum Saxophon... Das Quartett um den ... aus „A Love Supreme (Impulse!) – 1964
FreeJazzer John Coltrane der New Yorker "Ich will alles tun, was ich kann,
Avantgarde, das neben dem Quintett von Miles um Deiner, Oh Herr, wert zu sein.
Alles, was ist, hat mit Dir zu tun,
Davis einer der einflussreichsten Jazz- Danke Dir, Gott.
Formationen der 60er Jahre des letzten Gott ist. Er war seit je.
Er wird immer sein.
Jahrhunderts war, darf hier nicht ungenannt Worte, Klänge, Sprache, Menschen,
bleiben. Mit der Aufnahme von afrikanischen, Erinnerung,
Gedanken, Angst, Zeit:
orientalischen und auch indischen Einflüssen Es ist alles miteinander verwandt ...
kommt die spirituelle Haltung Coltrane’s Es ist alles durch Einen gemacht,
Alles in Einem gemacht, -
besonders zum Ausdruck. Gesegnet sei Dein Name.
Gedankenwellen - Herzwellen - alle
Nachdem Coltrane sich im April 1960 – nach einer Schwingungen -
Europatournee mit dem Miles Davis Quintett – auf alle Wege führen zu Gott. Danke Dir, Gott.
Die Tatsache schon, daß wir existieren,
eigene Pfade begab, schenkte Miles ihm zum ist Beweis Deiner Gegenwart, oh Herr.
Abschied ein gebrauchtes Sopransaxophon, Gott atmet durch uns so vollständig -
Und doch so zart, daß wir es kaum fühlen.
dessen nasaler Ton und die Möglichkeit zur Er ist alles, was wir sind.
Erzeugung von indischen und arabischen Klängen Danke Dir, Gott ...
Mögen wir niemals vergessen,
kam dem Interesse Coltranes entgegen und Auch im Sonnenschein unseres Lebens,
brachte ihn in seiner künstlerischen Entwicklung im Sturm und im Regen:
Überall ist Gott.
entscheidend weiter. Er ist auf allen Wegen und immer da.
Alles Lob sei Dir, oh Gott.
Der amerikanische Kritiker Ralph Gleason spricht Danke Dir, Gott, Amen."
Jon Coltrane das Verdienst zu, „das musikalische
Bewusstsein der jungen Menschen der westlichen Welt von Amerika nach
Asien verlagert“ zu haben..
So ähnelt John Coltranes Version von „My Favorite Things” mehr einem
indischen Raga als der ursprünglichen Komposition von Rodgers und
Hammerstein.

3.2.2 Hörbeispiel 3... Anmoderation...


Dazu eine Aufnahme von „My Favorite Things” aus dem Jahre 1961... ein
Livemitschnitt eines Konzertes in Baden-Baden, in der ursprünglichen
Besetzung Anfang der 60er Jahre, mit Reggie Workman am Bass, Eric
Dolphin, Flöte und Alt-Saxophon, McCoy Tyner – Piano, Elvin Jones –
Schlagzeug und John Coltrane auf dem Sopran- und Tenorsaxophon.
Kurze Zeit später, nach dieser Aufnahme löste Jimmy Garrison Reggie
Workman am Bass ab. Nach der berühmten Aufnahme von „Love Supreme“
im Jahre 1964 wird auch Elvin Jones durch den Schlagzeuger Rashied Ali
ersetzt.

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3.3.1 IndoJazz… John Mayer, John Coltrane, Charlie Mariano… (3)


Als letzter großer Meilenstein zur Annäherung des Westens an die indische
Klassik darf der amerikanische Alt-Saxophonist Charlie Mariano gezählt
werden..
Mariano lebte für ein Jahr im indischen Dorf Thiruvarankulum, und kam
hierbei mit der indischen Lebensweise und besonders der Musik in
Berührung. Seit etwa 1980 begann eine enge Zusammenarbeit mit der
indischen Sängerin und Komponisten R.A. Ramamani, die zu diesem
Zeitpunkt mit ihrer Gründung von „Jazz Yatra“ in Indien für Aufmerksamkeit
sorgte.
Aus der Zusammenarbeit gingen erfolgreiche Alben wie „Bangalore“, „Live
with The Carnataka College of Percussion“ und „Om Keshav“ hervor.
3.3.2 Hörbeispiel 4... Anmoderation...
R.A. Ramamani und Charlie Mariano hören wir nun mit „Addadala olle
dayitho”, einer in Indien heiligen Gebetsandacht, in der südindischen
Ragaform Reetigowla...

3.3.4 Hörbeispiel 4... Abmoderation / Überleitung...
Sie hörten die indische Sängerin und Komponistin R.A. Ramamani mit dem
amerikanischen Altsaxophonisten Charlie Mariano, und der Gebetsandacht
„Addadala olle dayitho“, in der südindischen Ragaform Reetigowla...
Die Aufnahme stammt aus einem Live-Mitschnitt beim alljährlich
stattfindenden Musikfestival am Karnataka College of Percussion in
Bangalore (Direktor und Gründer: T.AS. Mani).

4.1.1 Nachwuchsmusiker und ihre indischen Vorbilder…


Neben dem Saxophonisten Ramnath Gopalkrishnan, der sich in der
indischen Filmindustrie einen Namen gemacht hat, und heute als Dozent an
der Academy of Indian Musics and Art in Chennai tätig, wurde Prasant
Radhakrishnan, der Vorzeigeschüler des indischen Pioniers auf dem
Saxophon, Padmashri Dr. Kadri Gopalnath.
Prasant wurde in den U.S:A. geboren und ist in Phoenix, Arizona (US)
aufgewachsen. Im Alter von 17 hatte er mit seinem ersten Album Swara
Sudha sein Debut, im Jahre 2000. Hier spielt er bereits mit den
renomiertesten Musikern der südindischen Klassik zusammen.
Besonders die Konzerte von Prasant in Indien mit Kompositionen im
langsamen Tempo u. einer kontrollierten Ausführung der Ornamentik
indischer Ragas (s.g. Gamaka-s) haben dazu beigetragen, dass sich das
Image des Saxophon als ein lautes u. schnelles Instrument, das bestenfalls
dazu geeignet ist, technische Übungen zu absolvieren, verändert hat.
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Während Prasant Radhakrishnan im Jahre 1996 seinen Unterricht bei Dr.
Kadri Gopalnath, dem indischen Pionier des Saxophonspiels in der
südindischen Klassik begann, kam für Gopalnath selbst der Wendepunkt
und internationale Durchbruch im Jahre 1980, beim Jazz Festival in Mumbai
(dem ehemaligen Bombay). Der kalifornische Jazzer John Handy forderte
Gopalnath spontan auf die Bühne, nachdem er sein Spiel gehört hatte. Das
Publikum war von dem harmonischen Zusammenspiel des karnatischen Stils
und des Jazz begeistert. Gopalnath war der erste indische Saxophonist bei
den BBC Proms in London im Jahre 1994. Gopalnath erlernte zunächst das
indische Blasinstrument Nadhaswaram, eine Art Oboe, und absolvierte ein
5-jähriges Gesangsstudium in Mangalore. Zum Saxophon fand er durch eine
Brass-Band, die in Mysore spielte. Sein erster Lehrer für dieses Instrument
war der Saxophonist dieser Gruppe, Lakshi Narasimhaiah. 1975 ging
Gopalnath nach Madras und nahm bei dem renomierten Musiker T.V.
Gopalakrishnan (TVG) Unterricht. Im Jahre 1977 gab Gopalnath in Madras
sein erstes Konzert.

4.1.2 Hörbeispiel 5 und 6... Anmoderation


Der Altsaxophonist Prasant Radhakrishnan veröffentlichte im Jahre 2007
die CD East Facing; wir hören daraus den Raga Mukhari. Es begleiten in
der Tradition des südindischen Ensembles auf der Violine B.U.
Ganeshprasad, auf dem Mridangam P. Satishkumar, den Ghatam spielt V.
Suresh und die Maultrommel wird von Bangalore B. Rajashekar geschlagen.
Im direkten Anschluss zu Prasant stellen wir seinen früheren Lehrer Dr.
Kadri Gopalnath gegenüber, mit „Nagumomu“ in der südindischen
Ragaform Abheri (= Raga KandAvandaruL u. vINAbhEri) des grossen
Komponisten der südindischen Klassik, Tyagaraja Swami. Die
Rhythmusstruktur ist Adi Thala, ein 8er-Beat. Raga Abheri findet sich auch
in der nordindischen Klassik, in dem Raga Bhimpalas wieder.
...
Auf der Website von IMC (Englisch) www.imcradio.net (Deutsch) finden Sie neben vielfältigen
Information rund um die Musiktitel ein Gästebuch, in dem Sie sich mit unseren Hörern zur indisch
klassischen Musik austauschen können. Registrieren Sie sich auch gerne für den Bezug des
kostenlosen Newsletters, und IMC - India meets Classic hält Sie regelmässig über neue Sendungen
auf dem Laufenden. Telefonisch können Sie bundesweit zum Ortstarif Ihre Wünsche an das
Redaktionsteam richten: 01801-993322-3863.

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4.2.1 Indische Klassik... Ragas & Sax…


Die Verbindung zwischen Jazz und indischer Klassik, die Interpretation von
Ragaskalen auf einem für den Jazz typischen Instrument, worin liegt sie
begründet?
Im Buch „Die Welt ist Klang - Nada Brahma“ (vollst.: Die Landschaft des
Bewusstsein“ aus dem Jahre 1988 des deutschen Musikjournalisten und -
produzenten Joachim Ernst Berendt, international als Jazzpapst bekannt,
ist es treffend beschrieben: „Das, was all diese Musiker spielen – die
asiatischen wie die westlichen – unterscheidet sich von der traditionellen
europäischen Musik dadurch, dass es „modal“ ist. Das heisst, es basiert
nicht auf den ständig wechselnden Akkordgeriisten, die unserer
abendländischen Musik unterliegen, sondern auf einer Skala, einer „mode“ –
letztendlich auf einem einzigen Akkord – will sagen: Es ist sehr viel ruhiger,
sehr viel weniger „nervös“...“
Weiter ist bei Berendt zu lesen: „Modale Musik hat mit einer bestimmten
geistigen und spirituellen Haltung zu tun.“
Und in den Worten des indischen Komponisten John Mayer, der bei Melhi
Mehta die westliche Musik und von Sanathan Mukherjee die indische Klassik
erlernte, ist die „die indische Musik im wesentlichen um eine lineare Technik
herum gebaut. Es gibt keine Harmonik im westlichen Sinne. Ihre
Abwesenheit wird kompensiert durch eine komplexe Rhythmik. Ähnlichkeiten
gibt es in der kompositorischen Technik des Serialismus.“ In der westlichen
Komposition behandelt man hier atonale Sequenzen. In der Improvisation
von Ragas, dem System der indischen Skalen, werden tonale Sequenzen
verwendet.“

4.2.2 Hörbeispiel 7... Anmoderation...


Die von Berendt beschriebene spirituellen Haltung mag uns eindrucksvoll
nochmals der Pioniers auf dem Saxophon, Dr. Kadri Gopalnath geben... in
einem Jugalbandi, einer Duettform mit dem Bansurispieler, Pravin
Godkhindi auf der indischen Bambusflöte. Pravin wurde in zwei
Stilrichtungen, den indischen Musikschulen ausgebildet, der Kirana
Gharana, im Gayaki-Stil und Gatkaari, dem TantraKaari-Stil. Pravin
Godkhindi ist gleichermassen mit eigenen Jazzformationen mit der
Spielweise des Westens vertraut. Wir hören nun aus der CD Raag Rang den
Raga Malkauns, mit Dr. Kadri Gopalnath auf dem Saxophon

4.2.4 Hörbeispiel 7... Abmoderation / Überleitung...


Das waren Dr. Kadri Gopalnath, Saxophon und Pravin Godkhindi auf der
Bansuri, der indischen Bambusflöte… mit Raga Malkauns aus der CD Raag
Rang...

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5.1. Begegnung zwischen Südasien und West...


Aus den Merkmalen des Jazz und den
Ravi Coltrane, Sohn der
indischen Ragas ist leicht nachzuvollziehen, Jazzlegende John Coltrane, wurde
dass die Tradition der Begegnung zwischen von seinem Vater nach dem
indischen Sitarmeister Ravi Shankar
dem Westen, insbesondere dem Jazz und der benannt. Wir haben zu Beginn
indischen Musikkultur, der indischen Klassik unserer Sendung auf Coltrane Bezug
genommen.
bis heute unverändert anhält...
Ravi war mit seiner Mutter und
Jazzpianistin Alice Coltrane (1937-
5.2. Aktuelle Produktionen/Projekte… Miles 2007), im Jahre 2005 auf
Davis from India / Vija Indientournee, gemeinsam mit dem
Jazzsänger Al Jarreau, dem Jazz-
Pop-Crossover-Gitarristen Earl
Abschliessend dazu zwei Beispiele: Klugh (Smooth Jazz) und Pianisten
George Duke.
Vidya ist eine neue Formation mit einer Debut-
Als ein europäisches Beispiel darf
CD im Mai 2008. Sie wurde gegründet von das bereits im Jahre 1981
dem Saxophonisten Prasant Radhakrishnan. gegründete Saxophonensemble, die
Kölner Saxophon Mafia genannt
Mit Vidya werden die Virtuosität des Jazz mit werden. Das Ensemble entwickelte
sich stilistisch innerhalb des Jazz
der Melodik der Ragas und den rhythmischen unter Einflüssen z.B. indischer
Feinheiten der südindischen Klassik, der Stilelemente zu einem
Repräsentanten Zeitgenössischer
karnatischen Musik kombiniert. Musik weiter. Der Saxophonist Roger
Hanschel, Bandmitglied der Kölner
... und Rudresh Mahanthappa - ihn hörten wir Saxophon Mafia konzertierte mit der
zu Beginn unserer Sendung mit dem indischen 1994 gegründeten Gruppe „Planet
Blow“ (Lu Hübsch (Tub) u. Jörn
Saxophon-Pionier Dr. K. Gopalnath - war für Schipper (drums)) und indischen
Aufnahmen von „Spanish Key“ zum dem Sängerin Sandhya Sanjana. -
Sandhya stammt aus Mumbai und ist
Projekt „Miles from India - a Celebration of the im klassisch-indischen Gesang
Music of Miles Davis“ im Studio. - Dieses ausgebildet; sie entdeckte später den
Jazz und ist weltweit in einer Vielzahl
einmalige Hommage an Miles Davis wurde von von Weltmusik- und Fusionprojekten
dem indischen Pianisten Louis Banks und New involviert.

Yorker Produzenten Bob Belden iniziiert.

5.3.1 Hörbeispiel 8 und 9...


Die Doppel-CD „Miles from India“ ist im Frühjahr 2008 bei Times Square
Records (New York) erschienen. Rudresh Mahanthappa wird begleitet von
einer Vielzahl herausragender Musikern begleitet, wie Gino Banks am
Schlagzeug, dem indischen Pianisten Louiz Banks, Rakesh Chaurasia auf
der Flöte, Selva Ganesh auf der Kanjira, Adam Holzman auf den Keyboards,
Dave Liebman auf der indischen Flöte oder... Shankar Mahadevan, im
indischen Gesang.
Aus der CD Vidya von Prasant Radhakrishnan hören wir zunächst den
Raga Mohana, in der Struktur Pallavi, eine Ausdrucksform des
südindischen Gesangs, die dem Musiker den gröstmöglichenFreiraum zur
Improvisation gibt. Auf dem Bass David Ewell, an den Drums Sameer Gupta.
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6.3.4 Hörbeispiel 8 und 9... Abmoderation / Überleitung


Zuletzt hörten wir zwei jüngere Vertreter der indischen
Saxophonistengilde…. aus der CD Vidya mit Prasant Radhakrishnan in
der Ragaform Mohana und Rudresh Mahanthpappa mit „Spanish Key“
aus der Doppel-CD Miles from India, ein Liveauftritt am 1. Juni 2008 in Los
Angeles…

7.1 Verabschiedung...
Das war IMC - India meets Classic - eine Sendung für indisch klassische
Musik.
Ich hoffe, Ihnen hat die heutige Sendung "Raga CDs des Monats“ mit dem
Thema „indische Saxophonisten“ aus der Reihe „Ragas auf westlichen
Instrumenten“ gefallen. - Sie hörten dazu Beispiele des indischen
Komponisten John Mayer, der Jazz-Legende John Coltrane und der
Saxophonspieler Dr. Kadri Gopalnath, Prasant Radhakrishnan und
Rudresh Mahanthappa, und ein Beispiel der indischen Sängerin R.A.
Ramamani... in Begleitung des amerikanischen Saxophonisten Charlie
Mariano.
Vielen Dank für’s Zuhören. - Am Mikrophon war Lothar J.R. Maier.
- Und vielleicht bis zum nächsten Mal. - Namaste.

7.2 Abspann...

Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres


Radiosenders.

- Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
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Authoren:
Lothar J.R. Maier (Endfassung)

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