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Drei Spatzen im Haselstrauch

In einem leeren Haselstrauch,


da sitzen drei Spatzen Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Äuglein zu, ganz zu
und obendrüber, da schneit es, huuuu!
Sie rücken zusammen, dicht, ganz dicht,
so warm wie der Hans, hats niemand nicht.
Sie hörn alle drei ihr Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind,
so sitzen sie noch.

Christian Morgenstern

Es schneit, es schneit

Du liebe Zeit!
Es schneit, es schneit.
Die Flocken fliegen
und bleiben liegen.
Ach bitte sehr:
noch mehr, noch mehr!

Hurra, es schneit

Es schneit, hurra, es schneit.


Schneeflocken weit und breit.
Ein lustiges Gewimmel
kommt aus dem grauen Himmel.
Was ist das für ein Leben.
Sie tanzen und sie schweben.
Sie jagen sich und fliegen,
der Wind bläst vor Vergnügen.
Und nach der langen, langen Reise,
da setzten sie sich leise
aufs Dach und auf die Straße
und frech dir auf die Nase.
Wintermorgen

Herr Winter hat die ganze Nacht


Schneeflöckchen her zu uns gebracht.
und wenn Du morgens aufgewacht,
ist Winter da, in ganzer Pracht!

Ein weisser Hauch von Zucker


weht über unser Dach,
und draussen spieln die Kinder schon,
die erste Schneeballschlacht.

H. Baldur

Wenn es Winter wird


Wintergedicht von Christian Morgenstern

Der See hat eine Haut bekommen,


so daß man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.

Und nimmst du einen Kieselstein


und wirfst ihn drauf, so macht es "KLIRR"
und titscher - titscher - titscher - DIRR.....
Heißa, du lustiger Kieselstein!

Er zwitschert wie ein Vöglein


und tut grad wei ein Schwälblein fliegen.
Doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis


und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen.
Doch so sehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu kalt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.

Aber bald, aber bald


werden wir selbst auf eignen Sohlen
hinausgehen können und den Stein wieder holen
Der Wintersmann

Wer klopft an unsrer Türe an.


Wer ist denn da?
Der Wintersmann!
Er ist gekommen über Nacht
und hat viel Eis und Schnee gebracht.
Lassen wir ihn herein?
O nein, o nein!
Sonst könnt' es gar im Zimmer schnein.
Er soll hübsch auf der Straße bleiben,
wir schauen durch die Fensterscheiben

Der Schneemann
von Robert Reinick

Steh, Schneemann, steh!


Und bist du auch von Schnee,
So bist du doch ein ganzer Mann,
Hast Kopf und Leib und Arme dran,
Und hast ein Kleid, so weiß und rein,
Kein Seidenzeug kann weißer sein:
Du stehst so stolz und fest und breit
Als wär' es für die Ewigkeit. -
Steh, Schneemann, steh! -

Wenn ich dich recht beseh':


So fehlt dir nichts auf weiter Welt
Du hungerst nicht, sorgst nicht um Geld.
Ich glaub' auch, dass dich gar nichts rührt,
Und wenn es Stein und Beine friert;
Der Frost, der andre klappern lässt,
Der macht dich erst recht hart und fest

Steh, Schneemann, steh!


Die Sonne kommt, Juchhe!
Jetzt wirst du erst recht lustig sein! -
Was ist denn das? Was fällt dir ein?
Du leckst und triefst ohn' Unterlass,
O Schneemann, Schneemann, was ist das?
Das schöne warme Sonnenlicht,
Der Menschen Lust erträgst du nicht?

Weh, Schneemann, weh!


Du bist doch nichts als Schnee!
Dein Kopf war dick, doch nichts darin,
Dein Leib war groß, kein Herz darin,
Und das, was andre fröhlich macht,
Hat dir, du Wicht, nur Leid gebracht.
Ich glaub', ich glaub', manch Menschenkind
Ist grade so wie du gesinnt:
Schnee, nichts als Schnee!

ABC, die Katze lief im Schnee

ABC, die Katze lief im Schnee,


und als sie wieder rauskam,
da hat sie weiße Steifel an
Oh jemineh, oh jemineh,
die Katze lief im Schnee.

ABC, die Katze lief zur Höh.


Sie leckt ihr kaltes Pfötchen rein
und putzt sich auch das Näselein
und ging nicht mehr, und ging nicht mehr
und ging nicht mehr in den Schnee hinein.

Kindergarten

- Ein Gedicht an die Eltern -


In einem Kindergarten gibt´s Pflanzen vieler Art,

sie brauchen einen Gärtner, der nicht an Dünger spart.

Der Dünger ist die Liebe, die´s kleine Herz ergreift

und reichlich angewendet, das ganze Leben reift.

Der Dünger ist das Helfen, das kleine Hände rührt

und reichlich angewendet, zur Nächstenliebe führt.

Der Dünger ist das Singen, das jedes Pflänzlein liebt

und reichlich angewendet, viel Lust am Leben gibt.

Der Dünger ist das Tanzen, das kleine Füße treibt

und reichlich angewendet, den Rhythmus einverleibt.

Der Dünger ist das Spielen, das Phantasie ernährt

und reichlich angewendet, im Leben wird zum Wert.

Der Dünger ist das Teilen, das hilft auf dieser Welt

und reichlich angewendet, die Zukunft neu erhellt.

Der Dünger ist das Beten, das kleine Seelen trägt

und reichlich angewendet das ganze Leben prägt.

Es gibt so viele Pflänzchen, ob schwarz, ob gelb, ob weiß

und für die schönen Blüten, da lohnt sich aller Fleiß.

Denn sorgsam aufgezogen, geliebt, gehegt, gepflegt,

wird so in jedes Pflänzchen ein guter Keim gelegt.


(Autor: Hans - Georg Wigge)

Muh, muh, muh

Muh, muh, muh,


so ruft im Stall die Kuh.
Sie gibt uns Milch und Butter,
wir geben ihr das Futter.
Muh, muh, muh,
so ruft im Stall die Kuh.

Die Spinne

Die Spinne hat ein Netz gemacht,


hat leise, leis' ihr Werk vollbracht,
in vielen Stunden wunderbar,
aus Fäden feiner als ein Haar.

Und wird es weggefegt,


sofort beginnt an einem andern Ort
die Spinne wieder: webt und webt
zum Zeichen das sie lebt

Der Hahn

Das ist der Hahn Riki.

Er kräht "kiki-riki".

"Kiki-riki – aufwachen!"

"Kiki-riki – geht schlafen!"

Immer wenn es ist soweit,


gibt er uns die genaue Zeit.

Alle wundern sich. Ich auch.

Hat er eine Uhr im Bauch?

Lückengeschichte

Es war einmal ein Hasenkind,


das saust und hoppelt wie der ...? (Wind)

Da schlüpft aus dem Mäusehaus


geschwind 'ne kleine Maus ...? (heraus).

Sie tanzt mit dem langen Schwanz,


den Mi - Ma - Mu - Mo - Mäuse- ...? (Tanz).

Das arme kleine Häschen denkt:


"Ach wer mir wohl sein Schwänzchen ...? (schenkt)!

Ich hab' nur eine Stummel,


'nen kleinen weißen ...? (Fummel)."

Dort hintern Stein, da liegt ein Strick!


Nur her damit! Oh, welch ein ...? (Glück)!

Den hat sich Häschen umgebunden


und tanzt und hoppelt viele ...? (Stunden).

Seht ihr den Fuchs, den roten?


Der schleicht auf leisen ...? (Pfoten).

Der rote Blitz, der schießt jetzt los,


oh weh, der Schreck ist ...? (riesengroß).

Doch nur den Strick


erwischt er - welch ein ...? (Glück)!

Mit deinem Stummelschwanz,


da bleibst du heil und ...? (ganz).

Mit einem langen Schwanz


wär's aus jetzt mit dem ...? (Tanz)!
Die Monate

Im Januar beginnt das Jahr.


Im Februar ist Fasching da.
Im März die Frühlingssonne lacht.
Im April das Wetter ärger macht.
Im Mai die schönen Blumen blühen.
Im Juni wir ins Schwimmbad ziehen.
Im Juli ist der Sommer da.
Im August gibt's Ferien mit Papa.
Im September gibt es reife Früchte.
Im Oktober steigen Drachen in die Lüfte.
Im November graue Nebel wallen.
Im Dezember die Schneeflocken fallen.

Fünf Hasen,

Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht.


Es macht ein jeder, ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen:


Die Sonn' will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen
wie kann man da legen
den Kindern das Ei?
O weih, o weih!

Da sagte der König:


So schweigt doch ein wenig!
Lasst Weinen und Sorgen
wir legen sie morgen!

Ich flieg

Ich flieg in den Lüften. Mein Freund ist der Wind.


Ich schweb' auf und nieder. Mein Freund ist der Wind.
Und hinten, da trag ich ein Schwänzlein zu Zier.
Doch bin ich kein Vogel. Bin nur aus Papier!

Ich segle hoch oben. Ich flieg mit dem Wind.


Es grüßt euch dort unten das Papierdrachenkind!

Tausendfüßler,

Tausendfüßler zog sich Holzschuh an


und ging mit zum Tanze dann,

Das fand er so wunderschön.

Und es klipperten, klapperten,


schipperten, schapperten,

tausend winzig kleine klipper, klapper,


schipper, schlapper

Beine,

und sich die weite Welt ansehen.


Das fand er so interessant!

Und es zippelten-zappelten,
trippelten-trappelten

tausend winzig kleine zippel-zappel,


trippel-trappel

Holzschuhbeine.

Ein Tausendfüßler wollt spazieren gehen,


musste seine Schuhe ausziehen,

das fand er gar nicht schön!


Und es zippelten-zappelten,
trippelten-trappelten

tausend winzig kleine zippel-zappel,


trippel-trappel

Holzschuhbeine.

Schnirkelschnecken

Sieben kecke Schnirkelschnecken


saßen einst auf einem Stecken,
machten dort auf ihrem Sitze
kecke Schnirkelschneckenwitze.
Lachten alle so:
"Ho, ho, ho, ho, ho!"

Doch vor lauter Ho-ho Lachen,


Schnirkelschneckenwitze-Machen,
fielen sie von ihrem Stecken:
alle sieben Schnirkelschnecken.
Liegen alle da.
Ha, ha, ha, ha, ha!

HIMPELCHEN UND PIMPELCHEN ( Fingerspiel )

Himpelchen und Pimpelchen die saßen auf einem Berg.


(Beide Daumen zeigen)
Himpelchen war ein Heinzelmann
und Pimpelchen war ein Zwerg.

Sie blieben lange da oben sitzen


und wackelten mit ihren Zipfelmützen.
(Hände auf dem Kopf wie Mützen erscheinen lassen)
Doch nach 66 Wochen sind sie in den Berg gekrochen.
(Daumen zwischen den geballten Fingern verschwinden lassen )
Da Schlafen sie in süßer Ruh,
(Kopf auf die Hände legen )
nun seid mal still, und hört mal zu
CH!.... CH!.....CH!......

KIKERIKI !!!
(Hände zum Krähen an den Mund)
Noch viel zu früh!
(gähnen)
CH!.... CH!.....CH!…..

Lustig, lustig, tralalalala,


Himpelchen und Pimpelchen sind wieder da.
(fröhlich in die Hände klatschen)

Himpelchen sagt: "Ich bau´ mir ein Haus!"


(Mit den Händen das Haus Zeigen)
Pimpelchen sagt: "Ich auch, ich auch!"
Pimpelchen sagt: "Mein Haus ist nicht ganz gerad´ ist das aber schad!"
(anzeigen)
Pimpelchen sagt:"Und mein Haus ist krumm, ist das aber dumm!"
Da kommt der böse Pustewind und pustet alles weg geschwind.
(pusten)
Drauf kam der liebe Sonnenschein und macht die Häuschen wieder fein.
(Hände, wie die Sonne kreisen)

(Aus meiner Zeit im Kindergarten)

HAMPELMANN

Hampelmann, Strampelmann, nimm dich in Acht,


wer hampelt und strampelt, der wird ausgelacht.
Hampelmann, Strampelmann, seid doch mal still,
weil ich in Ruhe dich ansehen will.

Jacke und Hose sind grün ,wie das Gras.


Rot sind die Haare, so rot, wie die Nas´,
blau ist die Mütze und gelb sind die Schuh´,
Hampelmann, Strampelmann, lustig bist du.

Aus meiner Zeit im Kindergarten

DER KASPAR

Der Kaspar ist ein lustiger Mann, schaut alle einmal her.
: er ist aus Holz und darum fällt ´s marschieren ihm so schwer. :

Die Zipfelmütz´ wippt hin und her, wenn er den Kopf bewegt,
: und wer nicht aufpasst, kriegt einen Schlag, wenn er die Arme hebt.:
Auch tanzen kann der Hampelmann im Takte gar zu gut,
: doch fasst ihn nur mit Vorsicht an, sonst geht er euch kaputt.:

Aus meiner Zeit im Kindergarten

SCHNEEWITTCHEN (Singspiel)

Eine böse Königin fragt ihr Spieglein leise:


"Sag, ob ich die Schönste bin,
Spieglein wahr und Weise."

Spieglein sagt:
"Das kann nicht sein, hinter hohen Bergen,
wohnt Schmeewittchen wunderfein
bei den sieben Zwergen."

Da erschrak die Königin, lief viel´ hundert Meilen,


wollt wie eine Hökerin
zu Schneewittchen eilen.

Reichte ihr ein Äpflein dar, wollt die Maid verderben,


weil das Äpflein giftig war,
musst Schneewittchen sterben.

Und die Zwerge hielten Wacht an dem Sarg aus Glase,


und mit ihnen Tag und Nacht
weinten Reh und Hase.

Und in wunderbarer Stund´ kam ein Prinz zum Walde,


küsst Schneewittchen auf den Mund,
sie erwacht gar balde.

Feierte das ganze Land und zum Hochzeitsfeste


war´n die sieben Zwerge all´
liebe frohe Gäste.

Aus meiner Arbeitszeit im Kindergarten in Löbejün

DER KLEINE REGENWURM

Bei Regenwetter und bei Sturm


Da wollt ein kleiner Regenwurm
Die Straße überqueren
Er ließ sich nicht belehren.

Die Mutti sagte:"Bleibe hier!"


Jedoch das kleine dumme Tier
gab nichts auf diese Stimme,
und das war grad das Schlimme.

Die Straße ist kein Tummelplatz,


zur Not vielleicht noch für den Spatz
Denn solch ein Spatz kann fliegen
und ist nicht leicht zu kriegen.

Der kleine Wurm ist schlechter dran,


weil doch ein Wurm nicht fliegen kann,
war noch so jung an Jahren
und wurde überfahren.

Fasching im Kindergarten (Hanna Künzl)

Omas alter Hut ist weg,


mit der grünen Schleife.
Opa sucht seit gestern
schon seine lange Pfeife.

Muttis Kittelschürze fehlt,


Tante sucht die Brille.
Lutz im Kinderzimmer ist
recht verdächtig stille.

Was das zu bedeuten hat?


Das Faschingsfest ist nah!
Und wenn Lutz gefeiert hat,
ist alles wieder da!

(Aus meiner Zeit im Kindergarten

Eine kleine Dickmadam

Eine kleine Dickmadam


fahrt mit einem Eisenbahn
Dickmadam die lacht,
Eisenbahn die kracht!
Der Schneemann !

Schneemann, Schneemann ,
Hast eine rote Nase dran !

Schwarze Augen , roter Mund


Bist zu dick und auch zu rund !

Kommt der warme Sonnenschein


Wirst du bald geschmolzen sein

Ich bitte dich, Gott, um die große Kraft


diesen kleinen Tag zu bestehen,
um auf dem großen Weg zu dir
einen kleinen Schritt weiterzugehen."

Es war eine Mutter

Es war eine Mutter


Die hatte vier Kinder
Den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter

Der Frühling bringt Blumen,


der Sommer den Klee,
Der Herbst bringt die Trauben,
der Winter den Schnee

Schneemann
Der Schneemann auf der Straße
trägt einen weißen Rock,
hat eine rote Nase
und einen dicken Stock.

Er rührt sich nicht vom Flecke,


auch wenn es stürmt und schneit.
Stumm steht er an der Ecke
zur kalten Winterszeit.

Doch tropft es von den Dächern


im ersten Sonnenschein,
da fängt er an zu laufen,
und niemand holt ihn ein.

Robert Reinick

Beobachtung
Zarte, feine,
klitzekleine
Spuren findest du im Schnee?
Zarte, feine,
klitzekleine
Spuren – die sind nicht vom Reh!
Diese krickel
krackel Grüße
schrieb ein andrer Gast hierher:
Zickel zackel
Vogelfüße –
schau: Dort sind schon keine mehr.
Denn nun eben
fast im Schweben
hüpfte, pickte er im Lauf –
und
Mit einem Sprunge,
Schwunge
flog er zu den Wolken auf.
(Max Kruse, geb. 1921)
Du bist da, und ich bin hier
Du bist da, und ich bin hier.
Du bist Pflanze, ich bin Tier.
Du bist Riese, ich bin Zwerg.
Du bist Tal, ich bin Berg.
Du bist leicht, und ich bin schwer.
Du bist voll, und ich bin leer.
Du bist heiß, und ich bin kalt.
Du bist jung, und ich bin alt.
Du bist sie, und ich bin er.
Du bist Land, und ich bin Meer.
Du bist dunkel, ich bin hell.
Du bist langsam, ich bin schnell.
Du bist schmal, und ich bin breit.
Du bist Anzug, ich bin Kleid.
Du bist einsam, ich allein.
Komm, wir wollen Freunde sein!
(Frantz Wittkamp, geb. 1943

Kinder Gedichte

Du musst verstehn!
Aus Eins mach Zehn,
Und Zwei lass gehn,
Und Drei mach gleich,
so bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs -
So sagt die Hex -
Mach Sieben und Acht,
So ists vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins,
Das ist das Hexen-Einmaleins!

- Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 -

Zwei Tannenwurzeln - lustiges Gedicht für Kinder

Zwei Tannenwurzeln gross und alt


unterhalten sich im Wald.
Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.
Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.
Die eine sagt: knig; die andre sagt: knag;
Das ist genug für einen Tag.

- Christian Morgenstern 1872-1914 –

Regen und Unmut - lustiges Kindergedicht

Böses Wetter, böses Wetter!


Es entladen sich die Götter,
Reinigen ihr Wolkenhaus,
Und die Menschen badens aus.

- Franz Grillparzer 1791-1872


Kurzes Kindergedicht

Dem schönen Tag sei es geschrieben


Oft glänze dir sein heiteres Licht.
Und hörest du nicht auf zu lieben,
Doch bitten wir: vergiss uns nicht!

- Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Kurzes Gedicht für Kinder

Ein Wiesel sass auf einem Kiesel


Inmitten Bachgeriesel.
Wisst ihr weshalb?
Das Mondkalb verriet es mir im Stillen:
Das raffinierte Tier
tat's um des Reimes willen.

- Christian Morgenstern 1871-1914

Geburtstagsgedicht für Kinder

Leises Klopfen an der Türe:


Kann ich 'rein Mama?
Frisch gewaschen, frisch gebügelt
steht Rumpumpel da.
Rosen in beiden Händchen!
Wie der Kerl sich freut!
Kommt ans Bett, sagt: Guten Morgen,
Mutti Burtstag heut,
Vater putzt die grosse Stube,
die ist furchtbar schön;
Lauter Blumen! Und die Torte!
Komm, zu Vati gehn!

- Paula Dehmel 1862-1918

ICH-DU-WIR

Ich bin ich und du bist du!


Wenn ich rede, hörst du zu.
Wenn du sprichst, dann bin ich still, weil ich dich verstehen will!
Wenn du fällst, helf ich dir auf und du fängst mich, wenn ich lauf`.
Allein kann keiner diese Sachen - zusammen können wir vieles machen.
Ich mit dir und du mit mir -
DAS SIND WIR!!
Fünf Finger stehen hier und fragen:

„Wer kann denn diesen Apfel tragen?“


Der erste Finger kann es nicht,
der Zweite sagt: „Zuviel Gewicht!“
Der Dritte kann ihn auch nicht heben,
der Vierte schafft das nie im Leben.
Der Fünfte aber spricht:
„Ganz allein, so geht das nicht!“
Gemeinsam heben kurz darauf
fünf Finger diesen Apfel auf

Ri-ra rum, der Winter ist bald um !


Der Frühling kommt mit Sonnenschein, bringt viele, viele Blümelein.
Und wenn die Vöglein Lieder singen, alle Kinder fröhlich springen.
Ri-ra rum, der Winter ist bald um

Die kranke Puppe

Ach, die Puppe ist so krank,


liegt so bleich dort auf der Bank.
Hat heute noch kein Wort gesprochen,
ißt nicht, was ich auch mag kochen.
Jetzt bekommt sie eine Pille
und dann leg' ich sie ganz stille
in ihr warmes Bett hinein,
morgen wird ihr besser sein

Die Monate

Jänner und Februar sind der Monat erstes Paar.


März, April und Mai, sind der Monat' drei.
Juni, Juli und August sind schon acht,
es fehlen just noch vier Monate.
Der September, der Oktober, der November und der Dezember.
Nun ist es aus, kommt ein Dutzend grad' heraus

Jänner, Jänner du bringst uns das neue Jahr.


Im Februar, im Februar noch jedes Jahr es lustig war.
Im Monat März, im Monat März, da grünet und sprießt es allerwärts.
Der April, der April, der tut immer was er will.
Im Monat Mai, im Monat Mai, da blühen Blümlein mancherlei.
Im Juni zieht der Sommer ein mit Himmelblau und Sonnenschein.
Im Juli ist die Schule aus, da ziehen wir auf's Land hinaus.
Der August, der August bringt Wanderfreud' und Badelust.
Der September ist uns wert, weil er uns viel Obst beschert.
Im Oktober reift der Wein, das Winzerfest freut Groß und Klein.
Im November Winde weh'n, alle Blumen schlafen geh'n.
Der Dezember bringt viel Freud', er bringt uns die Weihnachtszeit

Schmutzig

Pfui, schmutziges Näschen, pfui, schmutzige Hand,


sie bringen den Kindern nur Schand'.
D'rum will ich waschen und putzen das Näschen
und so rein sein, wie im Wald das Häschen.

Wenn die Hände schmutzig sind, sind die Leute bös' auf's Kind.
Rein die Hände, rein Gesicht, schmutzig Hände mag man nicht !

Zähneputzen

Putze, putze, putze, putze, putze dir die Zähne rein,


nur herunter mit dem Schmutze, Zähne müssen sauber sein.
Sind die Zähne rein, schmeckt das Essen doppelt fein.
Putze, putze, putze, putze, putze dir die Zähne rein.

Fingerspiel

Fünf Männlein sind zum Markt gelaufen,


um einen Weihnachtsbaum zu kaufen.
Der erste sucht das Bäumchen aus,
der zweite trägt es stolz nach Haus.
Der dritte stellt es zu Hause auf,
der vierte hängt den Schmuck darauf.
Der fünfte steckt die Kerzen dran.
Und alle zusammen zünden sie an.

Backe, backe Kuchen

Backe, backe Kuchen,


der Bäcker hat gerufen.
Wer will guten Kuchen backen,
der muss haben 7 Sachen.
Eier und Schmalz,
Zucker und Salz,
Milch und Mehl,
Safran macht den Kuchen gel.

Freundschaft ist wie ein Regenbogen:

Rot, wie ein Apfel, süß bis ins Innerste.


Orange, wie eine brennende Flamme, die niemals auslöscht.
Gelb, wie die Sonne, die deinen Tag erhellt.
Grün, wie eine Pflanze, die nicht aufhört zu wachsen.
Blau, wie das Wasser, das so rein ist.
Purpur, wie eine Blume, die bereit ist, aufzublühen.
Indigo, wie die Träume, die dein Herz erfüllen.
Mögen wir alle Freundschaften finden, die dieser Schönheit gleichen