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Kritik der Evolutionstheorien Darwins und der Neodarwinisten

Geschichtlicher Hintergrund:

Im 19.Jahrhundert wurde eine lang geglaubte Antwort auf den Ursprung, Sinn und Ziel der Menschheit gestürzt und durch eine haarsträubend klingende Neue ersetzt. Die neuen Erkenntnisse der Wissenschaft, z.B. in der Astronomie, und die einsetzende industrielle Revolution führten die Menschen zu einem Hinterfragen des alten, durch die Kirche geprägtem Weltbild.

Die Menschen wollten frei und für sich selbst verantwortlich sein, gestärkt durch die Fortschritte auf vielen Gebieten der Wissenschaft, glaubten sie alles erreichen zu können. Die Stimmung in der Gesellschaft war äußerst optimistisch. In dieser Zeit lebte auch Charles Darwin (1809-1882), dessen Evolutionstheorie auf natürliche Auslese und Zufällige Mutationen beruht. Der alte Glaube an einen allmächtige, schöpferischen Gott, der alles Leben und alle Arten auf einmal vor 6000 Jahren erschuf und letztlich die vorherrschende Lehrmeinung von der Unveränderlichkeit der Arten hatten, zumindest bei ihm, ausgedient.

Aber nicht nur zwischen Kreationisten und Darwinisten entbrannte ein langer Streit. Viele Wissenschaftler, damals, wie heute, glauben, daß Mutationen und nicht die gesamte Evolution erklären können. Sie glauben, hinter der Entwicklung der Lebewesen einen Plan oder eine uns unbekannte Kraft erkennen zu können.

Problem einer Theorie:

Die Evolutionstheorie ist, wie der Name schon sagt, nur eine Theorie und hat somit wie alle wissenschaftlichen Theorien damit zu kämpfen, daß sie zwar versucht, die Wirklichkeit möglichst angemessen zu beschreiben, aber nie den Anspruch einer allgemeingültigen Wahrheit erheben kann. Der Nobelpreisträger Wolfgang Pauli drückte dies so aus:

"Historisch Einmaliges ist der Natur zugänglich, der Naturwissenschaft aber nicht." Versuche mit den vermuteten Bestandteilen der Uratmosphäre, der Ursuppe, konnten höchstens zeigen, wie Aminosäuren entstehen können, nicht wie die Aminosäuren tatsächlich entstanden sind. Des Weiteren bestanden die entstandenen Aminosäuren aus einem Gemisch von D-und L-Formen, natürliche Aminosäuren bestehen ausschließlich aus L-Formen.

Kritik an der Neodarwinismustheorie:

Christliche und atheistische Wissenschaftler entgegnen den Anhängern der Mutation- und Selektionsthese, daß durch Mutation keine neuen Informationen entstehen. Bakterien können durch Mutationen gegen Antibiotika resistent werden, aber nicht zu komplizierten Lebensformen (Amöben oder Vielzeller) werden. Zwischenformen von komplexen Organen und speziellen Körperbauelementen wären für die Tiere eher von Nachteil und sie würden so bei der Selektion aussterben. Solche Modifikationen sind nach dem "Alles-oder-Nichts- Prinzip" angelegt, z.B das Auge, das Ohr oder der Kiefer des Pythons. Sämtliche Mutationen hätten auf einen Schlag geschehen und zusätzlich perfekt aufeinander koordiniert sein müssen. Darüber hinaus existieren bei höher entwickelten Lebewesen Korrekturmechanismen gegen Mutationen. Durch die Selektion können sich durch Zufall entstandene, minimale, vorteilhafte Veränderungen weiterentwickeln, aber wie erklärt sich das Bestehen der komplexen Organe? So genannte Makromutationen müssten das Genom erheblich verändern,

und das unter den oben genannten Bedingungen. Die Wahrscheinlichkeit für solche Makromutationen wurde jedoch von Mathematikern auf sehr minimal berechnet, was bei vielen Naturwissenschaftlern zu Zweifeln an der herkömmlichen Evolutionstheorie führte.

1967 kam es deshalb zu einer Aufsehen erregenden Konferenz mit dem Titel "Mathematische Herausforderungen der neodarwinistischen Evolutionstheorie".

Ein weiterer Kritikpunkt am Neodarwinismus ist, daß er viele seiner Behauptungen erst gar nicht zu beweisen versucht, sondern es oft nur beim Erklären lässt. So gibt es z.B. einige Gattungen warmblütiger Fische, die nach neodarwinistischer Sicht den Vorteil hätten sich schneller bewegen zu können. Ob es wirklich ein Vorteil ist, wurde nie untersucht, ebenso wenig wurde erklärt, warum sich die warmblütigen Fische nicht durchgesetzt haben, wenn sie diesen angeblichen Vorteil besitzen. Professor G.C. Williams von der Princton University sagte:

"Das bloße Vorhandensein einer Adaption ist noch kein Beweis für ihre Notwendigkeit."

Um noch einige Zahlen für die Wahrscheinlichkeit des aus Zufall entstandenen Lebens zu bieten: die Wahrscheinlichkeit einer einzigen Aminosäure ist 1: 10 hoch 130 d.h unter 10 hoch 130 Versuchen wäre einer erfolgreich. Zum Vergleich: die Anzahl der Atome im Weltraum beträgt 10 hoch 80 und die Zeit der gesamten Evolution 10 hoch 9. Bei dieser geringen Wahrscheinlichkeit muß entweder beliebig viel Materie oder Zeit zur Verfügung gestanden haben, was beides nicht der Fall war. Des Weiteren besteht ein Protein aus hunderten von Aminosäuren, was die Entstehung durch Zufall nur noch mehr unwahrscheinlich macht.

Auch Ernst Haeckels Biogenetische Grundregel wird heute von vielen Wissenschaftlern angezweifelt. So z.B. vom Humanembryologen E. Blechschmidt:

"Wer das So genannte Biogenetische Grundgesetz an den heute bekannten Fakten der menschlichen Entwicklung prüft, findet keine Bestätigung der Haeckel`schen Vorstellungen.

Vielmehr erkennt er, daß das Biogenetische Grundgesetz ein fundamentaler Irrtum der Biologie ist. Es ist heute nachgewiesen, daß Haeckels Vorstellungen falsch waren und alle

Versuche, etwas von ihnen zu retten, mißlingen müssen [

].

Die heute lückenlos gefundenen

Stadien der menschlichen Ontogenese (Embryonalentwicklung) haben unmißverständlich und für jedermann verpflichtend ergeben, daß menschliche Eigenart schon mit der befruchteten

Eizelle existiert."

Als Darwin im 19.Jahrhundert seine Theorie entwickelte, glaubte er, daß alle Lebewesen einem gemeinsamen Stammbaum d.h. Ursprung entstammen. Er erwartete, daß alle fehlenden Verzweigungen und intermediären Formen ("missing links") bald gefunden würden, doch auch heute noch sind im Lebensstammbaum zahlreiche Lücken und Probleme.

Eine weit verbreitete Methode, verwandtschaftliche Beziehungen unter den Arten festzustellen ist die Hämoglobin-Theorie (roter Blutfarbstoff). Arten mit ähnlichem Hämoglobin sollen näher verwandt sein. Meistens werden jedoch nur die passenden Beispiele publiziert. Daß das Hämoglobin des Haies dem Menschen ähnlicher ist als dem Karpfen, wird lieber verschwiegen.

Ein weiterer Kritikpunkt an den Methoden der modernen Wissenschaften sind die Altersbestimmungen. Es liegt ein klassischer Zirkelschluß vor, wenn Fossilien nach den geologischen Schichten und umgekehrt bestimmt werden. Auch die C-14-Methode ist nicht unbegrenzt anwendbar.

Präzise ist sie bei Altersbestimmungen zwischen 400 und 30000 Jahren. Bei älteren Funden wird die Datierung ungenau, was zahlreiche abweichende Ergebnisse und Falschmeldungen beweisen. Das Problem bei dieser Methode ist, das die Ausgangssituation unbekannt, und somit die Zeitskala nur relativ ist. So kann eine Blume, die am Rand einer Autobahn steht auf ein Alter von 30000 Jahren geschätzt werden, weil die extremen Belastungen der Pflanze durch Auspuffgase nicht berücksichtigt werden.

Das viele anerkannte Wissenschaftler und Geistesgrößen an Darwins Theorie zweifeln zeigt die folgende Sammlung von Zitaten. Sir Karl Popper, Philosoph:

"Weder Darwin noch irgendein Darwinist hat bisher eine tatsächliche kausale Erklärung für die adaptive Evolution eines einzigen Organismus oder auch nur auch eines einzelnen Organs gegeben. Alles, was gezeigt wurde - und das ist schon sehr viel- , ist, daß eine solche Erklärung existieren könnte - das heißt, sie ist nicht logisch unmöglich."

Richard Goldschmidt, ehemaliger stellvertretender Direktor des Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, später Professor für Genetik an der University of California in Berkeley:

"Ich könnte die Vertreter der streng darwinistischen Ansicht auffordern

die Evolution der

folgenden Erscheinungen durch Akkumulation und Selektion kleiner Mutanten zu erklären zu versuchen: Haare bei Säugetieren, Federn bei Vögeln, die Segmentierung der Gliedfüßer und Wirbeltiere, die Umwandlung der Kiemenbögen in der Phylogenie einschließlich der

Aortenbögen, Muskeln, Nerven etc.; ferner Zähne, Blutkreislauf, "

,

Komplexaugen (Facettenaugen),

Richard Lewontin, Professor der Chicago University, konnte sich die vielen verschiedenen Blutgruppen nicht erklären. Obwohl diese die einfachsten genetischen Voraussetzungen erfüllen, sind sie "äußerst geheimnisvoll in ihren Ursachen, und nicht ein einziger Fall ist durch die Theorie erklärt worden." Viele Wissenschaftler weisen aber gleichzeitig mit ihren Zweifeln an der herkömmlichen Evolutionstheorie darauf hin, daß ihre Kritik nicht eine Rückkehr zum Kreationismus bedeuten soll.

Vielmehr wollen sie die Evolutionstheorie mit den heutigen Erkenntnissen erweitern. Als damals die Astronomie erkannte, daß die Planeten sich nicht in einfachen Kreisen um die Erde drehten, wurde lange versucht, die Planetenbahnen immer komplizierter zu berechnen bevor man das geozentrische Weltbild zugunsten des heliozentrischen aufgab.

Die Kritiker des Darwinismus halten eine in gewissem Grade gelenkte Evolution und uns unbekannte kosmische Kräfte für sehr wahrscheinlich. Das Ei z.B. ist programmiert einen erwachsenen Organismus hervorzubringen und somit ein Beweis für die Möglichkeit einer gelenkten Entwicklung.

Kritik am Darwinismus:

Der zu den Planarien gehörende Wurm Microstomum frisst gelegentlich die Nesselzellen besitzende Hydra, verdaut aber weder die Nesselzellen, noch die Unreifen, aus denen sie

entstehen, sondern benutzt sie, um sie, wie Granaten, auf Feinde zu schießen. Solange das Microstomum bewaffnet ist, nimmt es seine normale Nahrung zu sich, sobald es keine Nesselzellen mehr besitzt frisst es wieder die Hydra.

Um diese Leistung zu erreichen, müssen das innere Deckgewebe des Verdauungstraktes, das Parenchym und die Epidermis des Microstomums perfekt zusammenarbeiten. Wie hat das Microstomum diese komplexe Routine erworben? Wie hat es gelernt, seine Nahrung zu regulieren ohne ein Gehirn oder Nervensystem zu besitzen? Es muß ein Gedächtnis und ein ererbtes instinktives Verhaltensmuster vorhanden sein.

Die natürliche Auslese kann nicht erklären, wie eine zufällige Mutation zu einem so eng koordinierten Programm geführt haben soll. Auch die Embryonalentwicklung zeugt von einer Zweckgerichtetheit. Wieso bilden plötzlich Zellen aus verschiedenen Teilen der Zellmasse ein Herz? Woher wissen sie, daß sie dazu bestimmt sind Herzzellen zu sein? Darwins Finken: Es gibt auf den Galapagos Inseln genug Früchte und Insekten. Warum änderten einige Finken ihr Nahrungsverhalten? Warum nicht alle? Erst nachdem sich die Finken zum Nahrungswechsel entschieden haben, war eine Veränderung ihres Schnabels für sie zum Vorteil. Die Verhaltensänderung ist somit der kritischer Faktor der Evolution und nicht nur Mutation und Selektion.

Warum haben sich nicht alle Lebewesen nach Darwins Theorie weiterentwickelt? Warum gibt es die "lebenden Fossilien", wie die Bienen aus dem Tertiär, die Quastenflosser aus der Kreidezeit oder den Ginkgobaum?

Eine der wichtigste Schritte in der Evolution der Fische war die Entwicklung der Kiefer. Warum ist das Neunauge nicht ausgestorben, obwohl es diesen enormen Vorteil nicht besitzt?

Bakterien vermehren sich unter günstigen Bedingungen alle 20 Minuten und haben so die besten Voraussetzungen für eine Entwicklung. Warum gleichen die heutigen Bakterien immer noch den fossilen Bakterien, die 3,5 Milliarden Jahre alt sind?

Nach Darwin starben nachteilige Mutationen durch die Selektion sofort aus. Warum besaß der Irische Hirsch Megaloceros ein viel zu großes Geweih, welches ihn erheblich beeinträchtigt haben muß? Beim Kampf um die Gunst des Weibchens kämpfen Hirsche mit den Vorderläufern, wenn sich beim ritualisierten Kampf die Geweihe ineinander verkeilen sterben beide Tiere. Auch die Größe, der Dinosaurier ging über das Vorteilhafte hinaus ebenso der Schwanz des Leierschwanzes, dieser behindert den Vogel beim Gehen und Fliegen.

Eine weitere Merkwürdigkeit, ist der Pfauenschwanz. Warum sollte die Pfauenhenne ein so kompliziertes Muster verlangen? Welche Vorteile hat der Schwanz mit dem Augenfleck? Oder ist es eine schöpferische Laune der Natur?

Warum gibt es - besonders im Pflanzenreich- eine so große Formvielfalt ohne erkennbaren Vor- und Nachteilen d.h. mit neutraler Selektion? (Anzahl der Blütenblätter, Form der Blätter etc.) Wie sind sie entstanden und wie haben sie sich Stabilisiert?

Darwins Theorie geht von einem ständigen Konkurrenzkampf innerhalb und zwischen den Arten aus, wobei die Grenzen bei Darwin nicht so klar umrissen sind. Viele Arten leben aber in Gemeinschaften sprich Herden, Rudel etc. zusammen, in denen kein oder nur geringer Konkurrenzdruck herrscht, z.B. teilen sich Wölfe die Beute und unter Schmetterlingen wurde noch kein Konkurrenzkampf entdeckt. Die meisten Tiere entwickeln Mechanismen, um

Wettkämpfe zu vermeiden z.B. errichten sie Territorien und Reviere oder spezialisieren sich wie Darwins Finken.

Darwinisten glauben, daß alle Veränderungen auf Zufall beruhen und alle Veränderungen der Selektion unterworfen sind. Leider versuchen nur wenige diese Theorie wissenschaftlich mit Versuchen zu Untermauern. Stattdessen sammeln sie nur Beispiele für das Wirken der natürlichen Auslese. Experimente wie die mit den Moskitofischen bleiben die Ausnahme. Ein beliebtes Paradebeispiel für die natürliche Auslese ist die Schwarzfärbung des Birkenspinners. Jedoch bleiben auch bei diesem Beispiel einige Unklarheiten. Die Schwarzfärbung des Birkenspinners trat schon vor der Verschmutzung der Birken durch die industrielle Revolution auf. Warum starb er nicht durch die Selektion aus? Warum starben nicht die benachteiligten Formen jeweils aus? Warum sind die überlebenden Prozentsätze bei verschiedenen Arten so unterschiedlich? Warum trat eine Schwarzfärbung bei Spinnen und Marienkäfern auf, die gar nicht von Vögeln gefressen werden?

Darwinisten konnten bis heute auch nicht klären, warum man experimentell, außer in der Genmanipulation, noch keine neuen Arten oder Organe erzeugen konnte, obwohl es seit 60 Jahren Experimente mit Fliegen (Taufliege Drosophila) gibt.

Die neuere Genetik und die Rückkehr des Lamarckismus:

Die Erkenntnisse und Fortschritte in der Molekularbiologie der letzten 25 Jahre haben Darwins Evolutionstheorie stark ins Wanken gebracht. Darwin konnte damals noch nicht die komplexen Regelkreise von Mutationen und Genen überhaupt erkennen. Seine Vorstellungen erscheinen nach heutigen Maßstäben einfach und naiv. Durch die neuen Ergebnisse gewinnt außerdem eine andere alte Theorie wieder an Anhängern, die Rede ist vom alten "Gegenspieler" Darwins, Jean de Lamarck (1744-1829). Lamarck, dem Genetik und Mutationen fremd waren, wies als einer der ersten auf die Vererbung durch Anstrengung erworbener Eigenschaften hin. Darwin selbst war dieser Idee grundsätzlich nicht abgeneigt. Erst die Neodarwinisten lehnten Lamarck völlig ab. Boshaft könnte man aufgrund ihres übertriebenen Eifers gegen Lamarck auf ein schlechtes Gewissen schließen.

Ein gutes Beispiel für die Vererbung adaptiver Veränderungen sind die Schwielen des Straußes. Der Strauß wird schon mit Schwielen auf dem Steiß, der Brust und dem Schambein geboren. Man nimmt an, daß die Strauße einst diese Schwielen durch Beanspruchung der entsprechenden Körperteile entwickelten ähnlich der menschlichen Schwielen auf den Händen bei harter manueller Arbeit. Ebensolche Beispiele sind die Schwielen auf den Knien der Warzenschweine, die langen Beine der Wat- oder Stelzvögel und der Rüssel des Elefanten.

Das alles sind vorweggenommene Anpassungen, aber wie entstanden sie? Viele Naturforscher befürworten die Theorie der Vererbung erworbener Eigenschaften. Die meisten Genetiker bleiben jedoch bei der Theorie der zufälligen Mutationen und deren Vererbung, da sie sich nicht erklären können, wie ein Mechanismus funktionieren soll, der phänotypische Veränderungen ins Genmaterial speichert. Sie stellen sich lieber vor, daß die benötigten Gene alle durch Zufall und in einer sehr kurzen Zeit entstanden sind und daß sie an genau den Stellen Veränderungen (Schwielen) hervorbrachten, wo sie von Nutzen waren.

Letztendlich waren diese Veränderungen von einem derartigen Vorteil, daß nur diese Tiere überlebten. Präzise Adaptionen entstammen also für die Genetiker einem Glücksfall. Professor Waddington bemerkte, daß in der Natur vorkommende Modifikationen häufiger

einen Vorteil brächten, als es auf der Grundlage des Zufalls zu erwarten wäre. Deshalb schließen viele Biologen bei den auftretenden Modifikationen auf die Reaktion auf ein Bedürfnis. Durch Zufall sind kleine Modifikationen und ihre weitere Entwicklung durch Selektion möglich, aber komplexe Modifikationen sind eher unwahrscheinlich. Letztere lassen vielmehr auf einen unbekannten Mechanismus schließen.

Der Paläontologe, H.F. Osborn drückte dies schon 1895 zutreffend aus:

"Wenn erworbene Variationen weitergegeben werden, muß es ein unbekanntes Vererbungsprinzip geben; wenn nicht, muß es einen unbekannten Faktor in der Evolution geben."

Der Giraffenhalsunsinn:

Als ein Beispiel für Lamarcks Theorie wird immer wieder der Giraffenhals angeführt. Um besser die Blätter der Bäume essen zu können, streckte sich die Giraffe immer mehr und so wurde ihr Hals durch die Vererbung der einmal erworbenen Eigenschaft immer länger.

Daß diese Behauptung nicht stimmen kann zeigt Folgendes: die weibliche Giraffe ist circa 60cm kleiner als das Männchen, somit hätte das Weibchen und mit ihr die ganze Art schon längst ausgestorben sein müssen. In Wirklichkeit benutzt die Giraffe nämlich ihren langen Hals, um trotz ihrer langen Beine grasen und trinken zu können. Außerdem war es Darwin der von den Giraffenhälsen sprach. Lamarck erwähnte nur die Giraffenbeine.

Beweise für Lamarck:

Lamarck behauptete nicht nur, daß Eigenschaften durch Beanspruchung erworben werden können, sondern auch, daß Eigenschaften bei Nichtbeanspruchung "verloren gehen" können. Beispiele hierzu sind die Maulwürfe und die Grottenfische. Durch die langzeitige Nichtbeanspruchung ihrer Augen bildeten sich diese zurück.

Darwinisten erklären dieses Phänomen wie folgt: durch Mutationen gehen die betroffenen Gene der Augen verloren, da auf der Sehfähigkeit im Dunkeln kein Selektionsdruck besteht sterben die betroffenen Tiere nicht aus. Diese Erklärung hat offensichtliche Haken.

Warum leben heute nur noch Tiere mit schlechten Augen, wenn Augen an sich kein Nachteil sind? Außerdem verschwinden Organe und Extremitäten nicht einfach, sondern bilden sich nachweisbar zurück (z.B. Schenkelknochen des Wals). Auch sind funktionsfähige Augen für den Grottenfisch oder den Maulwurf nicht von Nachteil. Der Muskel, der die Augenhöhle ausfüllt, benötigt mehr Energie als das Auge.

Der Wiener Forscher Paul Kammerer brachte mit seinen Versuchen weitere Beweise für Lamarcks Theorie. Er zeigte u.a., daß sich schwarze Alpensalamander im Tiefland wie Gefleckte Salamander, die dort heimisch waren, verhielten und umgekehrt. Außerdem färbten sich die gelben Salamander auf schwarzen Untergrund schwarz und die schwarzen Salamander auf gelben Untergrund gelb. Bei beiden Versuchen waren die erworbenen Eigenschaften vererbbar. Kammerer schaffte es bei den blinden Grottenolmen Augen zu entwickeln und somit zu zeigen, daß die Erbinformation für Augen noch im Genmaterial enthalten ist.

Insgesamt wurden für Lamarcks Theorie mehr Experimente unternommen, als für Darwins Theorie (z.B. Zucken der Rattenköpfe, Veränderung der Flachpflanze durch Dünger u.s.w.)

Revolution in der Genetik:

Ein Grund weshalb in der Genetik solange an Darwin festgehalten wurde, war der, daß man nicht erklären konnte wie das Genmaterial, also die DNA, durch äußere Einflüsse verändert werden konnte. Anfang der `70 Jahre machte Howard M. Termin von der University of Wisconsin eine sensationelle Entdeckung. Er zeigte, daß die Viren-RNS durch das Enzym reserve Transkriptase auf die Wirtszellen-DNS übertragen wird. Äußere Einflüsse können also durchaus Veränderungen des Genmaterials bewirken.

Der Streit der Theorien auf politischer Ebene:

Der Streit zwischen den Evolutionstheorien Lamarcks und Darwins beschränkte sich nicht nur auf die naturwissenschaftliche Ebene. Schon sehr bald waren die beiden Theorien auch Diskussionspunkte zweier konträrer politischen Systeme. Da Lamarcks Theorie davon ausgeht, daß sich die Lebewesen ihre Umwelt selber aussuchen und den Lauf der Evolution durch individuelle Wahl und freien Willen mitbestimmen, wurde sie vor allem von Marxisten befürwortet.

Darwins Theorie, die besagt, daß die Umwelt der Lebewesen ihre Evolution bestimmt und die Tiere passiv dem Zufall ausgeliefert sind, ähnelt hingegen mehr der Prädestinationsvorstellung mancher Christen.

Sprunghafte Evolution:

Darwin war der Meinung, daß die Evolution durch Akkumulation kaum merklicher Veränderungen und deren langzeitige Selektion vor sich ging. Die naturwissenschaftlichen Fakten zeugen jedoch von einer Diskontinuität der Evolution, d. h. von einer erkennbaren Sprunghaftigkeit im Plan bzw. der Lebensweise der Lebewesen. Gibt es tatsächliche Sprünge in der Evolution oder liegt ein Irrtum aufgrund der sporadischen Fossilienfunde vor?

Diese Evolution mit Saltationen wird Megaevolution bzw. Makroevolution (nicht ganz eindeutig) genannt - im Gegensatz zur Mikroevolution der Arten. Ein Beweis für diese Theorie ist der Übergang des Lebens vom Meer aufs Land. Warum verließen die Fische das Wasser? Bevor die ersten Tiere auf Land kamen, mußten sich Zwischenformen bilden, die sich schrittweise an das Land anpassen. Z.B. ist der Lungenfisch in der Lage, lange Zeit von Luft zu leben, außerdem kann er auf seinen Flossen gehen. Damit Fische am Land überleben können, brauchen sie Beine, Beckengürtel, Schultergürtel, eine verstärkte Wirbelsäule und Knochen. Knochen sind eine sehr komplizierte Konstruktion, und nach den Begriffen der Evolution etwas höchst Bewegliches, geradezu Fließendes.

"Es liegt auf der Hand, daß die Bildung der Knochen nicht eine, sondern eine ganze Explosion von Mutationen erforderte, die alle zu einem einzigen Zweck koordiniert wurden - unglaublich, daß das allein durch Zufall geschehen sollte, selbst wenn sich nebenbei nichts anderes ereignet hätte" (Gordon Rattray Taylor, Wissenschaftsautor)

Der Knochen entstand nicht in der Wirbelsäule, sondern auf dem Kopf als Desmal- oder Deckknochen. Desmalknochen werden aus Bindegewebe gebildet, aber die tiefer liegenden Schädelknochen und die Rippen, die Gliederknochen und ein Teil der Rückenwirbel entstehen zunächst aus Knorpelgewebe. In der Embryonalentwicklung werden die Knorpel durch

Knochengewebe ersetzt. Diese Umwandlung erforderte eine weitere koordinierte genetische Neuerung.

"Die Evolution hat es offenbar am liebsten recht kompliziert. Jedenfalls machten die Wirbeltiere in dieser Hinsicht, wenn schon in keiner anderen, einen "Sprung"." (Taylor)

Bis jetzt wurden keine intermediären Formen zwischen Flossenwesen und Tieren mit Gliedmaßen gefunden. Der Quastenflosser und der Ichtyostega kommen dieser gesuchten Form am nächsten. Bis jetzt fehlt aber dieser Beweis für die graduelle Evolution. Letztendlich bleiben einige Fragen übrig, z.B. warum kehrten einige Amphibien, Reptilien und Säuger (Wale und Delphine) trotz des angeblichen Vorteils des Landlebens ins Wasser zurück? Und wenn das Wasserleben ein Vorteil war, warum gingen nicht alle Tiere zurück ins Wasser.

Als Schluß könnte man daraus ziehen, daß die Tiere die Entwicklung wollten und selbst beeinflußten und nicht durch Mutation und Selektion dazu gezwungen wurden.

Das Wunder des Eis:

Um vom Wasser unabhängig zu werden, mußten die Tiere eine bessere Form entwickeln, um ihre Eier zu schützen. Die Gallertklumpen der Fische waren sehr vom Wasser abhängig und wären an Land vertrocknet. Die Reptilien besitzen deshalb amiotische Eier. Diese Entwicklung des Eis war wahrscheinlich eine Saltation, da es keine fossilen Funde von Zwischenformen gibt. Es wurde immer wieder angegeben, daß das Ei einer der entscheidenden Schritte der Tiere war, das Wasser zu verlassen. Mesosaurier haben das Wasser nie verlassen und legten dennoch Eier. Das amiotische Ei ist also keine Anpassung an das Leben das Leben an Land - obwohl es die Möglichkeit bot "ohne" Wasser zu leben - sondern eine Präadaption.

Vögel:

Paläontologen stellten fest, Federn und Schuppen haben sich aus Papillen der Haut entwickelt und bestehen aus Keratin. Und daraus schließen sie, daß sich Federn aus Schuppen von Reptilien entwickelt haben. Die Evolutionistin Barbara Stahl meinte, daß diese Entwicklung zur Feder "eine ungeheuere Zeitperiode und eine Reihe von intermediären Strukturen erfordert haben" muß. "Vorerst liefern die Fossilienfunde nichts, was diese Annahme rechtfertigen könnte."

Der Archäopteryx hatte schon voll entwickelte Federn. Diese konnte er jedoch nicht zum Fliegen oder als Kälteschutz verwenden. Wenn ihm diese Federn also keinen Vorteil brachten, warum wurden sie dann nicht das Opfer einer natürlichen Auslese? Es gibt noch viele andere Modifikationen, die als Zwischenform Schwierigkeiten machen würden. So bräuchte es für eine komplexe Modifikation schon sehr viele Zufälle.

Auch wenn diese vielen Zufälle tatsächlich in einem Zeitraum von 150 Millionen Jahren möglich sind, so ist die Anhäufung zu einem einzigen funktionellen Muster sehr unwahrscheinlich. Vögel brauchen zum Beispiel eine sehr hohe Körpertemperatur. Zwischenformen, die diese hohen Temperaturen nicht besitzen, könnten wahrscheinlich nicht überleben. Die heutigen Vögel sind in dieser Hinsicht alle gleich tüchtig. Die Wärmeregulierung erscheint voll entwickelt auf der evolutionären Szene, d.h. man hat bis heute keine Zwischenform gefunden. Ein andres Problem sind die flugunfähigen Vögel.

Verloren sie die Flugfähigkeit oder konnten sie nie fliegen? Wenn Fliegen ein Vorteil ist, hätten alle flugunfähigen Vögel aussterben müssen, nachdem sie diese Fähigkeit verloren haben. Und warum lernten weit angepaßte Vögel nie das Fliegen? Warum wurden die Gene, die die Riesengröße und damit die Flugunfähigkeit bewirkten, nicht ausselektiert? (Aepyornis, Emu, Kasuar, Nandu, Kiwi und Strauß) Ein ähnliches Problem sind die Pinguine.

Säuger:

Die Entwicklung der Säuger ist noch mehr im Unklaren. Sie erschien fast plötzlich und in einem weiten Verbreitungsgebiet. Aufgrund einiger Zähne und Schädelfragmente schließt man, daß im Jura schon 4 Ordnungen von Säugern existierten. Aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit der Zähne des Pantotheria (Ordnung) mit Reptilzähnen glaubt man, daß diese Ordnung die Ahnform vieler heutiger Säugetiere ist. Wahrscheinlicher ist aber, daß sich die Säugetiere aus mehreren Gruppen säugetierähnlicher Reptilien entwickelte, was viele neue plötzlich auftretende Stammeslinien beweisen.

Von einer Gruppe der säugetierähnlichen Reptilien, den Ictidosauriern, wird behauptet, daß sie die Lücken zwischen Säugern und Reptilien schloß. Alle diese Zwischenformen hatten jedoch noch nicht die säugertypischen Merkmale (4 Herzkammern, konstante Körpertemperatur, Behaarung, Lebendgeburten usw.). Wie erfolgten diese einschneidenden Veränderungen der Lebensform innerhalb einer geologisch gesehen kurzen Zeit? Man vermutet deshalb mit Recht eine Saltation. Professor G.G. Simpson, Darwinist:

"Das Fehlen von Übergangsformen ist ein beinahe universelles Phänomen. Die Linie, die die Verbindung mit gemeinsamen Ahnenformen herstellt, ist nicht mal in einem einzigen Fall bekannt."

Evolutionsgeschwindigkeit:

In den 30er Jahren entstand die Theorie (Physiker, Professor J.D. Bernal), daß die Evolution in immer kürzeren Intervallen vor sich geht. Diese Behauptung kann aber nicht stimmen, wenn man sie daraufhin ausdehnt, daß neuartige Formen innerhalb großer Gruppen mit zunehmender Häufigkeit erscheinen.

Professor C.D Darlington, Sheridan-Professor für Botanik in Oxford und ehemaliger Leiter

des Horticultural Institute, vertritt die genau entgegen gesetzte Meinung: Er behauptet, daß sich die Evolution verlangsamt. Z.B. entwickeln ich die Prokarioten seit 1 Milliarde Jahren nicht mehr. Seit 500 Mio. Jahren gibt es keine neuen Stämme mehr. Vor rund 400 Mio.

Jahren entwickelten sich 47 fossile Ordnungen, in den nächsten 50 Mio

nur noch 3 neue. Im Erdmittelalter traten nur 4 auf und seitdem keine neuen mehr.

entwickelten sich

Genetiker behaupten, daß die Mutationsrate immer gleich bleib. Wenn sich die Mutationsrate auf der ganzen Welt veränderte, müßte ein gewaltiges Ereignis, z.B. kosmische Strahlung eingetreten sein. Wenn die Mutationsrate damals viel höher war als heute, würde dies erklären, weshalb man keine "Missing links" mehr findet. Eine andere Merkwürdigkeit ist die große Formvielfalt der Lebewesen und ihre Ungleichverteilung, obwohl die Unterschiede kaum merklich sind.

Wie funktionierte die natürliche Auslese z.B. bei der kohleartigen Pflanze Coleus barbatus, die weit verbreitet in Afrika und Asien existiert und ihren nahen Verwandten Coleus elongatus, den es nur auf Ceylon gibt? Warum sterben eigentlich so viele Arten aus? Man

berechnete das durchschnittliche Leben einer Gattung auf 24 Mio. Jahre, das einer Art auf 1 Mio. Jahre. Das heißt jetzt nicht, daß ein Stamm 1 Mio. Jahre existiert und dann stirbt, sondern meistens beginnt eine Population klein, wird dann zahlreicher und verschwindet dann wieder.

Explosive Radiation:

Exlosive Radiation bedeutet, daß Stämme, die eine ganze Zeit schon in kleinen Populationen existiert, plötzlich explodieren. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Säuger. Sie traten vor 200 Millionen Jahren auf, verzweigten sich aber vor 75 Millionen Jahren erst in größerem Maße d.h. sie explodierten. In nur 12 Millionen Jahren entwickelten sich die meisten Arten. Plötzlich existieren Fleischfresser, Nager, Beuteltiere, zahnlose Tiere, Pferde u.v.m. Nur wenige dieser neuen Säugetierformen sind bis heute ausgestorben. Wie kam es zu dieser

Explosion? (Veränderungen der Umwelt, neue Nischen, Wechsel der Mutationsrate

?)

Wenn man die Evolutionsgeschwindigkeit aller Stammeslinien betrachtet, erkennt man, daß die meisten Linien im Mittelfeld liegen d.h. deren Geschwindigkeit ist weder sehr schnell noch extrem langsam. Untersuchungen zeigen, daß langsam entwickelnde Linien viel länger leben als schnell entwickelnde Linien. Vielleicht entwickelten viele oder alle "Langsamen" einige Variationen, von denen nur eine einzige bzw. die Urform am Ende überlebte. Vielleicht entwickelten sie sich früher auch einmal schneller. Für die Anhänger der Selektionstheorie sind diese Ergebnisse nicht so erfreulich, da sie annimmt, daß sich die schnell entwickelten Linien besser an die Umwelt anpasst und so überlebensfähiger sein müßte.

Als Faktoren für eine rasche Entwicklung gilt allgemein: eine hohe Mutationsrate, eine kurze Generationsfolge und eine große Population. Aber natürlich lassen sich wieder Ausnahmen finden. Der Mensch hatte z.B. extrem ungünstige Bedingungen und entwickelte sich dennoch sehr schnell. Bakterien hingegen, die sehr günstige Bedingungen hatten entwickelten sich so gut wie gar nicht. Wie ist das zu erklären? eine Theorie, die Ergebnisse voraussagt, welche im hundertprozentigen Gegensatz zu den beobachteten Tatsachen stehen, ist zweifellos fehlerhaft. Z.B. begannen Quastenflosser, Haie und Neunauge mit einer sehr raschen Entwicklung, die heute bei einem völligen Stillstand steht.

Eine neue Theorie, die versucht Saltationismus und gradlinige Evolution ist der Punktualismus d.h. die Evolution verläuft in einer Reihen von "Sprüngen" mit relativ stabilen Zwischenstadien.

Letztlich ist der Zeitfaktor der Evolution sehr umstritten. Reicht die berechnete Zeit der Theorien überhaupt für die Evolution aus? Ein Beispiel für die benötigte Zeit ist die Öffnung Südamerikas für die nordamerikanischen Tiere durch die entstandenen Landbrücken zwischen den beiden Kontinenten vor etwa 3 Millionen Jahren. In dieser Zeit entstanden eine Reihe neuer Arten, aber keine neuen Gattungen. Wie viel Zeit benötigt eine neue Gattung? Wie viel ein neuer Stamm? Tatsache ist, daß sich die Stämme und Ordnungen relativ schnell entwickelt haben, also etwas Außergewöhnliches geschehen sein muß. Es ist also nach all diesen Erkenntnissen wahrscheinlich, daß die Mutationsraten wandelbar ist d.h. daß sie mal schneller und mal langsamer ist. Es müssen Mechanismen existieren, von denen wir noch nichts wissen.

Überspezialisierung und Spezialisierung:

Für Darwin bedeutete die Spezialisierung der Lebewesen eine andauernde Fortentwicklung des Lebens zum Vorteilhafteren, da die nachteiligen Veränderungen ausselektiert werden. Warum gab es dann so viele Lebewesen mit nachteiligen Überspezialisierungen? Weshalb starben so viele spezialisierte Lebensformen (mit rascher Entwicklung) aus? Warum spezialisierte sich eine Gruppe und die andere nicht? Wenn Nichtspezialisierung ein Vorteil ist, warum ist dann der Sicherungsmechanismus selektiert worden? Auf jeden Fall sterben Tiere nicht deshalb aus, weil sie sich zu langsam entwickeln, sondern weil sie zu schnell sind. Dies bedeutet somit, daß Darwin im Irrtum war und die Selektionstheorie eine Erneuerung benötigt.

Die Katastrophentheorien:

George Cuvier (1769-1832) entwickelte die Katastrophentheorie, die jedoch heute als von Lyell (1797-1875) widerlegt gilt. Angeblich gab es periodisch auftretende katastrophenartige Vernichtungen, bei denen viele Lebewesen vernichtet wurden. Diese großen Katastrophen erschienen jeweils am Ende geologischer Perioden. Kritiker weisen darauf hin, daß eine Art nicht als ausgestorben gelten kann, wenn man keine Fossilien mehr von ihnen findet.

Daß diese Kritik berechtigt ist, zeigen die gelegentlich gefundenen Überreste von Tieren, die man für ausgestorben hielt. Es gab mindestens 6 große Vernichtungswellen und viele Ideen, was die Ursachen der Katastrophen betrifft (Sonnenausbrüche, Supernova, Verringerung des Zustroms von Nährstoffen vom Land ins Meer, Steigen des Meeresspiegels, Meteoriten- und Kometeneinschläge). Warum konnten allerdings die Pflanzen relativ immun bleiben? Wie schafften es einige Tiere, diese Riesenkatastrophen zu überleben? Wieso starben die Dinosaurier, aber nicht die Säugetiere aus? Ein großes Problem der Wissenschaftler ist die ungenaue Datierung der Erdschichten. Aus dieser Fehlerhaftigkeit starben die Dinosaurier eine halbe Mio. Jahre nach den Foraminiferen und gleichzeitig wie sie aus.

Ernst Mayr: "Die Häufigkeit des Aussterbens ist ein großes Rätsel für mich. Viel zu wenig Aufmerksamkeit wurde den dafür verantwortlichen Faktoren gewidmet."

Unnatürliche Auslese:

Vielfach wird behauptet, daß die Warmblütigkeit der Säugetiere ein Vorteil gegenüber den Reptilien war. Warum nutzten die Säugetiere erst so spät nach ihrem Erscheinen aus? Wenn die Saurier im Vorteil waren, warum starben die Säuger nicht aus? Besonders wenn eine von Robert Bakker und anderen aufgestellte Theorie stimmt, daß die Dinosaurier in Wirklichkeit Warmblüter waren. Das Phänomen der Radiationen beruht wahrscheinlich auf der Eröffnung neuer Nischen. Das Opossum lässt jedoch einige Fragen aufkommen: Da es sich sehr wenig verändert hat, wird es oft ein lebendes Fossil genannt, dennoch haben sich einige Seitenlinien von ihm abgezweigt. Wenn das Opossum jedoch perfekt in seine Nische paßt, hätten die Seitenlinien ausselektiert werden müssen. Wie erfolgt die natürliche Auslese in diesem Fall? Man kommt zu dem Schluß: Die natürliche Auslese erklärt Adaptionen, aber nicht die Adaption.

Mimikry:

Mimikry bedeutet Schutz und Tarnung. (Tarnfarbe, Nachahmung bestimmter Stellungen) Z.B. nimmt eine Art von Schmetterlingen das äußere einer anderen Art an, die von Vögeln aufgrund ihres bitteren Geschmacks gemieden werden. Auch wenn es einige Ähnlichkeiten

gibt, die keinen offenbaren Vorteil bringen, gibt es sehr viele Beispiele für ein vorteilhaftes Mimikry.

Darwinisten erklären diese Veränderungen als Resultate der natürlichen Auslese, jedoch sind Mutationen eher unwahrscheinlich, da viele gleichzeitige Veränderungen notwendig sind. Das blattähnliche Insekt z.B. muß flach, oval und grün werden und eine Oberflächenzeichnung haben, die den Blattadern entspricht, außerdem muß es lernen, stillzuhalten. Einzeln würden diese Veränderungen das Insekt nur auffälliger machen.

Ein weiteres Beispiel für Mimikry ist die Färbung der Eier der Kuckucksähnlichen Vögel. Bis heute konnte man noch keinen Wirtsvogel entdecken, der fremde Eier gleich welchen Aussehens nicht ausbrütete. Worin liegt also der selektive Vorteil der Eifärbung? Es gibt noch weitere Beispiele für übergenaue Imitationen, die keinen offensichtlichen Vorteil bieten. Warum entstanden sie? Warum überleben unter normalen Lebensbedingungen Arten ohne Mimikry genauso gut? Warum entwickeln die Tiere nicht das Original, sondern kopieren nur?

Ein Rätsel bleibt auch die Farbveränderung des Pelzes bei Tieren im Winter und im Sommer. Eine mögliche Antwort ist, daß die Temperatur einen bestimmten Schlüsselreiz auslöst. Aber wie wurde dieser Mechanismus entwickelt? Farbwechsel und Temperatursinn müssen gleichzeitig mutieren, um einen selektiven Vorteil darzustellen. Warum bleibt das Männchen des Schneehuhns länger weiß, als es gut wäre? Warum übernehmen Moorhühner diesen offensichtlichen Vorteil der Pelzfärbung nicht? Warum sterben Schneehühner und nicht Moorhühner aus? Beim Eisbären scheint die Schutzfarbe weiß ebenfalls ziemlich sinnlos, da er keine natürlichen Feinde hat. Sollte er diese Tarnfarbe nur besitzen, um Seehunde zu täuschen, die in einem Eisloch nach Luft schnappen, um ihnen mit einem einzigen Prankenhieb die Wirbelsäule zu brechen und sie aus dem Wasser zu schleudern?

Die geradlinige Evolution:

Viele Wissenschaftler glauben an eine Art Plan oder Zweckgerichtetheit in der Evolution. Es gibt im groben 4 verschiedene Gruppen von rätselhaften Tatsachen: 1. Die Existenz von Trends, die Millionen Jahre lang anhalten. Wenn die Evolution auf Zufall beruht, wären zufällige Richtungsänderungen zu erwarten. 2. Dem wiederholten Ablauf gleicher Evolutionsprozesse oder dem gleichzeitigen Ablauf desselben Prozesses bei weit voneinander abweichenden Arten. 3. Das Erscheinen von Strukturen (Körperbauelementen) bevor sie benötigt werden, 4. Adaptionen und Entwicklungen wie die des Auges, die koordinierte, kaum durch reinen Zufall mögliche Veränderungen erfordern.

Zu 1: Beispiel für Trends in der Evolution sind die Pferdehufenbildung (3 Zehen zu 1 Zehe), die Abflachung des Schädels und die Abnahme von Knorpelgewebe bei Fischen und Fröschen, das Copes-Gesetz, welches besagt, daß alle Tiere immer größer werden, was aber leider nicht ganz stimmt. Zweifellos sind einige Größenzunahmen bei Tieren nicht ganz eindeutig zu klären. Selektionisten behaupten, daß größere Männchen mehr Chancen im Kampf um die Gunst eines Weibchens haben, wenn sie größer sind. Unglücklicherweise ist eine Größenzunahme in Klassen zu beobachten, wo es keinen Kampf um das Weibchen gibt.

Insekten jedoch, von denen manche kämpfen, bleiben klein. Außerdem gibt es Tiere und Pflanzen, die in ihrer Entwicklung kleiner geworden sind (Säbelzahntiger, Schachtelhalme, Schnecken & Austern) Auch gibt es keine Erklärung dafür, weshalb sich zwei Arten, die im selben Klima leben, und dieselbe Nahrung zu sich nehmen, größenmäßig nicht zwangsläufig gleich entwickeln (Falken & Adler) Insgesamt gibt es in der Tierwelt mehr kleine als große

Tiere, was nicht auf einen Vorteil von Größe schließen lässt, sondern eher einen unkontrollierten Trend zur Vergrößerung vermuten lässt. Das beweist auch die Tatsache , daß Größe meist mit Trägheit und Unbeweglichkeit verbunden ist.

Zu 2: Im Laufe der Evolution haben sich häufig ähnliche Organe und Organismen mehrmals entwickelt. Besonders gut lässt sich dieses Phänomen an den verschiedenen Fauna und Floras der einzelnen Kontinente beobachten.

Als die Kontinente der Pangäa (ganze Erde) vor Millionen von Jahren auseinanderdrifteten, ereigneten sich auf den einzelnen Kontinente teilweise parallele Evolutionen.

Einige Beispiele für diese gleichzeitigen Entwicklungen möchte ich hier nennen: das Auge entwickelte sich mindestens viermal, aber immer in einer anderen Form; Fledermausflügel ähneln stark dem Flügel des Pterodactylus, ein Reptil, das Millionen Jahre vor dem Erscheinen der Fledermaus ausstarb; der australische Thylacinus (Beuteltier) ähnelt stark dem europäischen Wolf; ein anderes australisches Beuteltier ähnelt unseren einheimischen Maulwürfen; die südamerikanischen Stachelschweine ähneln sehr den Stachelschweinen der Alten Welt usw. Lassen all diese Ähnlichkeiten auf einen Plan in der Evolution schließen?

Warum gab es in Australien und Südamerika Beuteltiere, aber nicht in Afrika, obwohl die Umweltbedingungen sehr ähnlich waren? Warum gibt es nur in Australien Kängurus?

Auch bei Pflanzen und deren Stammeslinien herrscht große Unklarheit. Botaniker und Zoologen versuchen seit 100 Jahren alle Lebewesen in einem Stammbaum mit einer Urzelle, dem Anzestor allen Lebens, unterzubringen. Und bis jetzt hatten alle Stammbäume enorme Lücken und Probleme. Heute ist die Meinung weit verbreitet, daß die evolutive Entwicklung immer wieder neu begann, nicht nur bei Organen, sondern auch bei ganzen Stämmen (sogar für das ganze Pflanzenreich)

C. Wardlaw von der University of Manchester bemerkte:

"Unser Wissen über viele Aspekte der Evolution der Pflanzen ist noch unzulänglich, um nicht

Wir wissen noch nicht - und es scheint da tatsächlich unter den Botanikern

zu sagen dürftig

keine klare Meinung zu geben -, ob das Pflanzenreich richtigerweise als monophyletisches oder polyphyletisches System anzusehen ist. Ebenso wenig wissen wir, wie wir die fortgeschritteneren Gruppen zu ihren mutmaßlichen einfacheren Vorfahren in Beziehung setzen sollen, z.B. die Moose oder Farne zu ihren vermutlichen Vorfahren, den Grünalgen, oder die Farne zu den Moosen, die Nacktsamer zu den Farnen, oder die Blütenpflanzen zu den Nacktsamern oder den Farnen. Was die große heutige Gruppe der Blütenpflanzen anbetrifft, wissen wir praktisch nichts über ihre Entstehung oder ihre Entstehungen und nur

wenig mehr über die Beziehungen zwischen ihren größeren Unterteilungen."

Dennoch finden sich in den meisten Lehr- und Schulbüchern immer noch Stammbäume der angeblichen Herkunft von Tieren und Pflanzen.

James Brough, Professor für Zoologie an der Cardiff University bemerkte:

"Es scheint in der Vergangenheit Evolutionswellen mit großen Umwandlungen organischer

Formen gegeben zu haben

gibt reichlich Beweise dafür, daß während dieser Evolutionswellen durch Mutationen

hervorgerufene Veränderungen nicht zufällig, sondern zielgerichtet waren

bei denen die natürliche Auslese eine geringe Rolle spielte. Es

"

Zu 3: Es gibt zahlreiche Präadaptionen in der Tier- und Pflanzenwelt. Beispiele hierfür sind die Fischentwicklung zu Landlebewesen, die Federn des Archäopteryx, das amiotische Ei des Reptils, die Umstellung der Nahrung einiger Einzeller von der Photosynthese zur komplexen Nahrungsaufnahme (sie brauchen dazu eine Reihe von Enzymen), der Kletterapparat von einigen Froscharten.

Abschließen möchte ich mit einem Zitat von Sir Alister Hardy, ehemaliger Linacre-Professor für Zoologie in Oxford und nun Professor emeritus, bei der Betrachtung des Problems homologer Strukturen und des Problems von Tieren mit derselben Gestalt in verschiedenen Umwelten:

"Ich mag vielleicht allzu skeptisch sein, aber ich kann nicht umhin, mich zu fragen, ob mit "

dem Evolutionsprozeß nicht noch etwas anders verbunden ist, was wir nicht verstehen

THE END