Am frühen Abend des 24. September
demonstrierten 60.000 AKW-Gegner
aus dem in· und Ausland gegen den
•Schnellen Brüter« in Kalkar. Viele
tausend AKW·Gegner - insgesamt
etwa 20.000 - waren aufgrund des
massiven Polizei·Terrors in der Nacht
vom 23. zum 24. September gegen die
von außerhalb Anreisenelen - Insbe-
sondere die norddeutschen AKW-
Gegner - nicht mehr in der Lage, an
dieM< Demo teilzunehmen; sie hingen
zu diesen Zeitpunltten entweder immer
noch in den massiven Polizei-Sperren
bzw. mußten Inzwischen umkehren.
Diele Demo Iot der bisher größte
MoboliN<ungs-Erfolg der westdeut·
schon AKW-Gegner. Er Oberbot alle
bisher dagewesanen nationalen Groß-
Kundgebungen in der BRD. Nach
Kaikar waren sogar noch mehr Oe-
monatrentengekommen (bzw. wollten
kommen), als aeinerzei1 am 19. Feb·
ruar nach Brokdorf und ltzehoe zu·
semmengenommen. Dieser Erfolg ist
dem zustandegokommenen breiten
BOndnis von AKW-Gegnem unter-
schiedlichster politischer und ideolo-
gischer Grundrichtung geschuldet.
Dieses breite Bündnis - vom KB !Ms
zum WSL - hat sich, von einzelnen
SchwechstoUen abgesehen, am 24.
Saplember in Kaikar bewährt! Der
großoniQe Mobolisie<uRQ$-Erfolg zeigt
u.E. an, deß auf diesem Weg des
sol'odenachen Zusammenstehens aller
AKW-Gegner wettergegangen we1den
kann und muß.
Oie Demonstranten haben sich
nicht an das Demo-Verbot direl<t am
Bauplatz gehalten. Sie haben die
hinter Kaikar befindlichen Polizeisper-
ren umgengen und z. T. beseitigt. Sie
haben gegen die polizeilichen Verord·
nungan und Verlügungen des Innen*
mtnlstera ihr Recht auf Demonstration
direkt om Bauplatz wahrgenommen
bzw. ertdlmpft. Der bewußten Durch-
brechung des Demonstrations-Verbo-
tes lief ein diesbezüglicher Beschluß
der Demo-Leitung unmittelbar vor Ort
voraus. Mft Ausnahme e.ines Grüpp·
chens von etwa 500 Demonstranten -
fast ausnahmstos Anhinger der OKP,
sowie einige Jusos und •Falkenc -
hoben olle Verbinde, Organisationen
und BOrverinitiativen diesen Beschluß
- Durchbrechung des Demoverbotes
- bewußt mitgetragen und mit durct>-
getühn. Dies ist ein nicht zu unter-
schiaencler politischer Erfolg, ange-
sichta der bisherigen, eher lllegalisti-
schonc Haltung beim BBU, WSL u.a.
Für die Masse der Demonstranten
selbst war dieser Einbruch in die
»Inegale Zone« ein teiJweisa geradezu

Erfolg, eine •innere Wiederaufrich·
tungc nach dem z.T. mehr als zehn-
2 atündlgen Spießrutenlaufen zwischen
entsicherten MaschinenpistOlen, nach
bewußt ernledrigenden •Durchsu-
chungen•. nach machtloser Hinnahme
aller möglichen Bullen-Schikanen, Be-
leidigungen und Drohungen, nach den
massiven OhnmachtagafOhlen ange-
sichts der auf jedermann gerichteten
Läufe der Maschinenpistolen.
Dio z.T. großartigen Erfolge im Zu-
sammenhang mit der Kalkar-Aktion
können und sollten aber nicht ver-
decken, deß der BRD·Staat eine neue
Phase im Kompf gegen die wetterhin
anschwellende AntJ..AKW-Bewegung
eingeleitet hat, und dies für alle
AKW·Gegner einigermaßen überra-
schend, Jedenfolio in dieser Fonn nicht
vorharsohber.
Oie AKW· BefOrworter haben ge-
gen dlo ein
neues, Ihr vorliufig letztes Argument
massenhaft Ins Spiel gebracht: die ge-
räuschvoll durchgeladene Maschinen-
pistole!
Oie Anti· AKW-Bewegung war es
bereits gewohnt, in diesem »liberalen
Rechtsstaat• (Scheel) ihr Grundrecht
auf Demonstrationsfreiheit nur noch
unter Mrschwerten Bedingungen«
wahrnehmen zu können. Oie AKW-
Gegner sind 01 gewohnt, ihre Groß-
kundgebungen gewissermaßen inmit-
ten von abhalten zu
müssen. Sie lind es gewohnt. von
knüppetscllwingonden Polizei-Tau-
sendschaften angegriffen, von Reiter-
staffeln auMinondergetrieben, von ab-
gerichte.." Polizei-Hunden angefallen
zu werden. Auf diese und andere
»liberale Rechtamittelc, die gewisser-
maßen als staatliche Zutaten zur Ent-
faltung Massenbewe-
gungen in diesem Staat üblich sind,
waren die AKW-Gogner auch diesmal
wieder eingestellt und - so gut es
Irgend ging - auch praktisch vor·
bereitet. Aber was macht ein AKW-
Gegner gegen drei auf ihn gerichtete
Mündungen entsicherter Maschinenpi-
stolen?
Geplant hatten die AKW-Gegner
für den 24. September eine f r i e d •
I i c h e Großkundgebung direkt am
Bauplatz ln Kalkar. Sie hatten einen
BoNtzungsvorsuch deo Bauget5ndes
von vornhorein - v.o. wegen der·
zeitiger Aussichtslosigkeit - ausge-
schlossen lohne des prinzipielle Recht
auf direlcten Wrderstancl unter Ein-
schluß einer Pletzbosetzung preiszuge-
ben), Sie waren allerdings gewillt, am
Bauplatz und nicht anderswo ihren
Protest zum Ausdruck zu bringen. Um
den f r i • d I I c h e n Charakter der
geplanten Massenkundgebung zu s i ..
c h e r n , beschlosaan die Organisa-
toren für einen d e f e n s i v e n
Selbstschutz der Demo zu sorgen.
Hierzu zählte ein eigener Sani-Dienst
ebenso wie wetterfeste Kleidung lge·
gen Wasserwerfer etc.), Schutzholme
!gegen PolizeiknOppel u.e.}, Gesichts·
schutz (gegen Trinengas u.a. Chemi-
kalien), sowie Schilde und Holzknüp-
pel für den Flankenschutz der Demo,
um diese gegen m6gllche Polizeian-
griffe und ·provoketiOf\10 ansatzweise
schützen zu können. Auch wenn siC-h
nicht alle Organisatoren aktiv am Auf-
bau des Selbstachuaes beteiligen
wollten, wurde er doch elfgemein (d.h.
von allen} empfohlen bzw. akzeptiert.
Ausnahmslos alle Organisatoran,
d.h. sowohl die Verbinde der sog.
• Gewaltfreiene, wie euch die unab-
hi ngigen B ii rgerinitil tNe(l u ncl die
sog. • K-Gruppeno lin diesem Fon
ohnehin nur der KB und die •KPOcl
haben sich auf dielen Kornpromi.ß der
politischen Vernunft und der optim&o
len Breite geeinigt. Dem Staatsapparat
und besonders dem Innenministerium
von NRW war dloo bottans bekennt.
Einmal, weil olle disbezüglichen Vor-
bereitungs-Oiskusaionen, Kontoren·
zen. Veranstaltungen. Siuungen der
Oemoleitung, des Verkehrsausschus-
ses etc. pp. ö f f e n t I I c h statt·
fanden (und natUrlieh sorgsam von
gewissen Steatsdiensten oobservienc
wurden). Zweitont, weil der StaBta-
apparat noch wie vor nicht gerade
schlechte Beziehungen zu
Teilen der Antl· AKW-Bewegung un-
terhält. Drittens, weil alle 61fendlchen
Aufrufe, Mitteilungen der Einzei.Ver·
bände I auch dlfl der b6sen oK-Grup-
penc} nichts onderoo als diesen Komc>-
romiß enthielten und ihn auch aktiv
propagierten.
Trott z.T. :tzur Schau getragener
Neugierde« und sogar :»krltischer
mahnung« durch Tolle der bürgerH-
chan Presse, war NRW·Innenmlnister
Hirsch IFDPI) vor der KaikarAktion
nicht in der Lage, auch nur ein einziges
»Indiz• der Öffentlichkelt dafür vorzu·
legen, daß in Kaikar mehr geplant sei.
als eben diese friedliche Großkuncl-
gebung, Auch die tonnenweise Aus-
beute der Polizei, die sie bei ihren sog.
>Durchsuchungs•- und •Kontrollcak·
machte (u.l . einige Zohntau·
send Schutzhelme, einige Tausend
kleinere Holzknilpppef) breehto buch-
stäblich n i c h t 1 zutage, was auf
anclere, alt die beschlosaonen Absict>-
ten der AKW-Gegner hitte rückschlie-
ßen können.
Die nachtriglich von der Polizet-
fühl\lng, Politikern und p,_ auf-
gestellte dummdreiste Behauptung,
das polizeiliche Bautegut (Helme,
Holzknüppel etc.) würde »bewetsenc,
daß die ursprünglichen Absichten der
AKW-Gegner andere els • friedlicbe•
gewesen seien, ist ein einigermaßen
bewundernswertes logisches Kunst-
stückcl>en: Seit wann ist . 01 m8glich,'
von Helmen, Holzknüppeln
oder auch »Sägen« und »BeUen« ein
AKW tu ttürmen, das durch einen 2,5
Meter hohen Betonwall, sowie einen 5
Meter und 2 Meter tiefen Was-
sergroben gaochüttt ist - von dem
Wlltau-6pfigen Polizeiaufgebot
mit Panzerwegen. Wauerwetfem u.a.
schwerem Gerft gaN w schweigen
twas im übrigen die oSigenc, •Beilec
und endere Kuriositäten, die <f.e Pofaei
ebenteils bei ihren oOurchsuchungsc-
aktlonen beschlagnahmt heben will,
so kenn seelenruhig davon
ausgegangen werden, daß diese ent·
weder reine polizeiliche Erfindungen
sind, oder ansonsten irgendwelchen
Handwerkern auf dem Weg zu ihrer
Arbeit weggenommen worden sind -
wlo intwle<:hen • · T. selbst von der
bOrgerliehen Prease zugestßnden wird
(vergl. z.B. >Bild« vom26.9.)
Oie Bark:hterstattung der Massen·
medlen, die lllch nach Kaikar einmal
mehr ofreiwilllgc tu Propaganda-Orga-
nen der weatdeut.chen Polizei- und
Bürge<ltriegsführung erniedrigte, het
auch dieMn Punkt peinlich - aber
keineswegs undurchocheubar - zu
utNChiffen und von • Tonnen
waffen6hnlichef t7J Gegenstände« ge-
schwafelt, die von der Polizei erbeutet
WO<den eeien. Da wurden Puderdosen
und UppanttifUI weiblicher AKW-
Gegner als ogeflhrliche Wurfgeschos-
se« VOfgettettt, eine stinknormale
Farbaprühdoce, die in Hamburg.
Wandsbek erbeutet wurde, wurde als
»Bombe« an die Presse weitergereicht
etc. pp. Oie geaetzlich vorgeschriebe-
nen und von den Bullen zu Outlenden
aus PKWa erbeuteten Wagenheber
W\Jrden von der Polizei zu »Eisenstan-
genc. •eisernen Schlagwaffenc um-
funktioniert. Oie normalerweise in
PKWs befindlichen 5-Liter-Bonzinkani-
stor (Ersatztank) wurden zu •Brand-
bomben«.
Wn wurde wirklich beschlag-
nahrnt7
Eine e<1te geneuere Analyse der
Pofizeieinsätte in der g.anzen
BAD loow;. der BGS-Einsätte sog.ar in
Holland) belegen recht eindeutig, daß
es der PolizeRührung euch gar nicht
um Versuche ging, >weit im Vorfeld•
der geplanten Großl<undgebung >Ge-
walttäter« auszuschalten, einen mög·
Iichen Besetzungsverauch des Bauge-
ländes durch vorzeitige Erbeutung des
dszu notwendigen Materials zu verhin-
dern.
Tatalchlk:h verfolgte die Polizei mit
ihrem Großeinsatz ganz andere Ziele,
njmlk:il:
1. Unmimolber sollte verhindert wer-
den, daß n den AKW-Gegnem
nach den erfolgreichen Großaktionen
von Wyhl, Brokdorf und Grohnde
erneut gelingen würde, eine erfolgrei-
che Großaktion in Kaikar Übelhaupt
zustanderubekommen. Oie Tatsache,
daß slmtlicha PKWs und Busse im
Schnitt fünfmal >gefilzte wurden - in
ExtremfAllen aoger bis zu <ehnmal -
und daß n bei den letzten oFilzungenc
selballlerstindlich auch nichts mehr zu
beschlagnahmen gab, zeigt, daß es
v.e. auf Verzögerung des Anmar-
sches, bzw. sogar dessen Verhinde-
rung ankam. Erfolg dieser Polizeitak-
tik: Verzögerung der Damo um etwa 6
Stunden; etwa 20.000 Demonstranten
konnten Kaikar nicht mehr rechtzeitig
erreichen und blieben gezwungener-
maßen der Demo fern. - Oe er-
folgreiche Großaktionen erfahrungs-
gemäß gute Vorauaaettungen für Auf-
schwung und VerbreitonJng der Be-
wegung - beaonders in der belief·
fonden Region, in diesem Fall NRW -
wollten die AKW-Befürworter
mit Hilfe ihrer Polizei den gegenteiligen
Effekt über ein Desaster am 24. Sep-
tember etfeichen. Das ist ihnen in die
Hose gegangen.
2.. Der massive, mit teilweise unvor-
stellbarer Brutalität ui'Kt in bisher
nie dagewesenem Ausmaß Yorgetra,.
gene Poli tei·Einsetz, die tßuaend Schi·
kanen, Einschüchterungen, Drohun-
gen (scharf zu schießen) etc. pp.
hatten das Ziol, Angst und Schrecken
unter den AKW-Gegnem zu \l'erbrei·
ten, sollten zu Lähmung, Resignation
und damit n a c h h a I t i g zur
Schwächung föhren.
Oieses Zlel der AKW-Betreiber ist
zumindest teilweiM aufgegangen und
het v. a. bei denjenigen AKW-Gegnem
zu nicht zu untene<:hltzenden seNech-
ten Stimmungen geführt, dietrottaller
Anstrengungen garnicht bis Kaikar
gekommen sind, die also die gesamte
Polizei-Brutalität auskosten mußten,
um dann - nach teilweise zwanzig-
stündigem Spießrutenlaufen - unver-
richteter Dinge wieder umkehren muß-
ten und die so um das nachträgliche
Erfolgserlebnis der großen Massende-
mo gebracht wurden.
3. Oie massiven Polizei·Einsätza, der
wie selbstve<*tändlich gehandhabte
Einsatz von scharf geladenen Schnell-
feuerwaffen, Panterwagen etc.
soll AKW-Gegner in den Augen der
Bevölkerung in die krim4nelle, wahl-
weise terroristische Ecko stellen. Oie
Anti-AKW-Bewegung toll isoliert wer-
den, ihr Widerstand gegen das Atom-
P<ogranvn erocheint als ein kriminelles
Unterfangen. Oie BeWikerung soll
vom massiven Polizeieinsatt auf den
Chera.kter der Bewegung zurückachlie-
ßen, geleitet von der Hetzkampagne
des regimetrauen Blitterwaldes.
Nachdem die AKW-Betreiber das
Recht auf Bauplatzbesetzung bereits
als verbrecherischen Akt, mittels der
ihnen hörigen (und bezahlten) Presse
und Politiker nicht ohne Erfolg in der
Öffentlichkelt hinstellen konnten, soll
jetzt selbst eine Kundgebung in unmit·
telberer Nähe einer Atom-Baustelle
Y&rboten werden, weil - wie dte
AKW-Betreiber behaupten - generell
ein Besetzungsverauch nicht auszu·
schließen sei. Oie Bourgeoisie het -
wenn auch juristiech (noeh?l nicht
abgesichert - um AKWs und Atom-
Baustellen Iektische Bannmeilen ge-
legt.
4. Angeoichta der angekündigten
Großaktion und der erwarteten
Anreise von AKW-Gegnem aus alfen
Himmelstichtungen, bekam die west-
deutsche BürgerkriegafOhrung den für
sie kaum bezahlbaren VO<Wand für
eine Großübung mit halbwegs »rea-
listischem« Hintergrund. Oie \Ion Poli·
tikem und Massenmedien skrupellos
angeheizte Stimmung soll vor der Be-·
völkerung den hemmungslosen Ein-
satz des poiltelliehen Machtßpparates
legitimieren hetfen. tGewissermaßen
unter der Hand wird die 6ftentliehe
Aufmerksamkeit vom politischen Ziel
der Demonstration abgelenkt und die
Berichterstßttung vor, wAhrend und
nach der Aktion auf daa Niveau
spannender Sponberfchte<1tattung
gebracht (oWer wird gewinnen7c,
•Greifen die Chaoten an7c etc.l.
Bereits in der Vorbereitung der De-
monstration hene lllch die knallharte
polizeistaatliche Linie für den 24.9.
angedeutet, nachdem alle Versuche
der Spaltung der AKW-Gegner in
•Gewalttäter« und •Friedliche• ge-
scheitert waren. Insbesondere der Be-
reitscheft der Linken •u akzeptablen
Kompromissen und einer flexiblen
Bündnispolitik z.B. geganüber dem
BBU war es zu verdanken, daß diese
Spaltungsvorsuche sich nicht durch-
setzen konnten. Nach diesem Sehe"
tem setzten Regierung und Polizei auf
eine horte, k()mj)<omißlooe Linie ge-
genüber den AKW-Gognem insge-
samt. Damit dokumentierte dieser
Staat u.a., daß ihm die sogenannten
ogewaltfroienc AKW-Gegnor euch nur
solange orecht und liebe lind, wie er
sie gegen die Militanten, inobesondere
cfte Kommunisten unter ihnen. einset·
zen kann. Unbeirrt wurde in der
öffentlichen Propaganda ohne clie
Spur einer Beweisführung vor dro-
henden »Gewalttaten• und einer .e ...
kalation der Gewalt• gewarnt.
Konsequent war daher das Verbot
der Demonstration auf der Wiese am
Bauplatt. Nach den Demonstrations-
verboten in Brokdorf am 19.2. und in
Philippsburg am 18.9. der dritte Fall,
der deutlich macht, daß in Zukunft
Protestaktionen der AKW-Gegner em
Bauplatt nicht mehr zugelauen wer-
den sollen. Oie Begründung für das
Verbot war bereits eine Vorwegnahme
des konkreten Vorgehans der Polizei,
wenn auch die konkreten Maßnehmen
und BeschlagnahtMaktionen noch
weit darOber hinaus gingen. So wur-
den den Demonstranten Autiagen ge-
macht wie
- Verbot von Konvoi-Fehren der an-
reisenden Fahrzeuge
- Fahnen- und Transparentstangen
nicht dicker als zwei Zentimeter
und nicht länger als 1,50 m
- Verbot von GeslchtatOchern, Gas-
masken und Schutzhelmen
- Verbot von Kraftfahrzeugen, Sani-
tätswagen und Lautsprecherwagen
auf der Demo salbet.
Oie Verbotsbegründung selber iat
Ausdruck einer auf Lügen und Vor-
drehungen aufgebauten •Bewelscfüh-
rung.
Neben licherfichen und absurden
Votwürfen (wie z. B. 2.000 oKP-Oe-
monstrantonc aus den Nlederltlnden
woUten mit Motocrou.-Fehrzeugen
über dje fetder fahren«) ist sie auch
Ausdruck einer krankhaften, in den
Bereich des Schwachsinns reichenden
Phanu.sie ihrer Verfasser:
- Hinter den erwarteten Polizeisper-
ren sollten »WaffenYerstecko« an·
gelegt werden, mit denen die Poli·
zei »von hinten• angegriffen wer-
3
den sollte.
- »Zur Ausrüstung einiger in Kaikar
.rwarretsr DemonstTBnten (sollen!
Brsndsiitzs, Molotow-Cocktails
und sogar Panzerfäuste gehöremr!
Derartige selbstgebastelte Begrün·
dungen sollen offensichtlich den mas-
sivsten Polizeieinsatz in der Gesc-hichte
der Bundesrepublik legitimieren. Es
kennzeichnet den Abbau demokrati·
scher Rechte in der BRD, daß eine
solche Verbotsbegründung in zwei
Instanzen vOt dem Verwaltungsgericht
bestätigt wurde! Auf einer solchen
Grundlage war die Taktik des Staats·
apparats in der E.ndphase der De-
monstrationsvorbereitung auch nicht
mehr sonderlich stark auf Spaltung
ausgerichtet, sondern setzte auf Angst
und Einschüchterung der Demonstran-
ten.
Nordrhein-Westfalens SPD-Ar·
beitsminister Farthmann, der zum
>linken« Flügel der Regierung gezählt
Wird, hatte vor der Demonstration
hemmungslos die AKW-Gegner als
»Poiit-Kriminelle« beschimpft. Wer an-
gesichts der »Beweise« für Gewalt am
24.9. trotzdem demonstrieren wollte,
wurde als »Sympathisant von Gewalt·
tätem oder Terroristen« be:eichnet.
Unverhohlen drohte Farthmann: »Das
, Gewaltpotentlaf des Staates sei
Honenfach als das der Pol1t·
G M1 OE.
Kriminellen'•. Und: »Unser Staat habe
sich aber aus rechtsstaatliehen
den . .. Selbstbindungen auferlegt, die
ihn darBn seine Gewalt
gegen innere Gegner voll einzuset·
zen. Diese Selbstbindung werde aber,
wenn die AKW· Gegner weiter auf ihrer
alctfven Gegnerschaft gegen das
Atomprogramm bestehen, ,in Rlch-
tung auf weniger Frelheit, wenlger
Rechtsstaat und mehr Polizelstaat'
aufgegeben« (alle Zitate aus »Rheini·
sche Post«, 21.9.1. Am 24.9. bewies
die SPD·Landesregierung, daß farth·
manns Worte nicht nur leere Dro-
hungen, sondern brutale Realität sind.
Damit offenbart sich auch eine neue
Qualität in der Entwicklung der SPD·
Politik. Macht sie sich doch mit diesen
Worten und Ta t e n die rechtse)(tre·
men Positionen des CDU/CSU·Stra·
tegen StrauSS zueigen, der bereits
nach dem Ableben des f rüheren Ge-
neralbundesanwalts Buback die Anti-
AKW·Bewegung voll mit in die Hetz-
jagd gegen »Terroristen« einbeziehen
wollte: »\Mi' kommen natiirllch mit
elnem neuen Anlauf . . . Man muß
dabei die ganze Breite des pol/tisehen
Verbrechens im Auge haben: Die
Bürgerkrlegsvorbereitungen und
gerkriegsähnlichen Aktionen künlich
in Grohnde gehören dazU« (StrauSS in
einem Interview rnit der ,.Bitd am
Sonntag« vom 10.4.nl.
,
Das heißt, bereits hier werden Tau-
sende zu potentiellen Terroristen und
Bürgerkriegern erklärt, die vielleicht
mal am Brokdorfer oder Grohnder
Bauzaun geschnippelt oder mitgezerrt
haben. Wenn heute im Rahmen der
»Terrorismus· Bekämpfung« größte
Polizei· und BGS·Manöver (mit Stra-
ßensperren, Durchsuchungen etc.)
veranstaltet und Gesetzesverschär·
fungen verschiedenster Art tz. T. in
Eilverfahrent über die Bühne gebracht
werden, so richtet sich das ganz direkt
auch gegen die Anti·AKW-Bewegung.
Die Bourgeoisie schafft sich im Rah·
men eines auf lange Sicht angelegten
Plans die Voraussetzungen, um kom·
mende Massenkämpfe der Arbeiter
und Angestellten gewaltsam nieder-
schlagen zu können. Unmittelbar hat
schon heute breite und z.T.
militante Bewegung der
Gegner einen Teil dieser staatlichen
Machtmittel zu spüren bekommen
(wie jetzt zuletzt in Kaikar, davor in
Brokdorf und Grohnde). Man muß
sich darüber im Klaren sein und sich
entsprechend vorbereiten, daß die
Herrschenden auch den kommenden
Kämpfen gegen AKWs mit dem Ein·
satz noch größerer Gewaltmittel be-
gegnen und die weitere Kriminali-
sierung der AKW-Gegner betreiben
werden.
AIAV A

_f\ .. TER \ Yf/Aj
uAUCH


Am 24.9. fand in der Bundesrepublik
Deutschland das größte Bürgerkriegs-
manöver seit Bestehen dieses Staates
statt. Etwa 50.000 Polizisten, ein
Drittel der Polizeistreitkräfte der
8 RD, waren im Einsatz, um etwa
70.000 - 80.000 Demonstranten ge-
genAtomkraftwerkeaus dem ln· und
Ausland aufzuhalten, zu durchsuchen
und zu bedrohen. Diese Zahl ist kein
Hirngespinnst :
- fast 10.000 Polizisten waren rund
um Katkat im Einsatz
- einige tausend an den Grenzen
- einige tausend in Nord·
rhein-Westfalen
(lt. ,.Weit", 29.9 .).
tausendein allen Bundesländern
Für d iese Zahl spricht auch unsere er·
ste Analyse der Polizeieinsätze. Ne·
ben Mammutsperren (.1.300 Polizi·
sten bei Sittensen in der Nähe von
Hamburg) gab es eine Vielzahl von
beweglichen Einheiten. Es war keine
Seltenheit, daß PKW·Fahrer, d ie völ·
lig unvermittelt und für die Polizei
Übethaupt nic-ht vorhersehbar, von
Hauptstraßen abbogen, an irgendei-
nem Ort der BRD auf eine größere
stießen.
Sowohl die Quantität des Polizei·
aufgebou, als auch deren Ausrüstung
mit Maschinenpistolen und Panzer·
fahrzeugen - das bewußt kalkuliefle
Risiko, auf Demonstranten zu schies·
sen - waren neue Erfahr\lngen der
westdeutschen (und der meisten aus-
ländischen) AKW-Gegner.
Diese neue Polizeitaktik fußte zum
einen auf den Erfahrungen b isheriger
Aktionen gegen AKW-Gegner und
der Erkenntnis, daß deren Aktionen
eher stärker als schwächer werden,
zum anderen zeigen sie die Bereit·
schalt der Herrschenden. mit allen
Mitteln Opposition, auch wenn sie
noch längst nicht die Wurzeln des Sv·
stems treffen. vernichtend zu be-
kämpfen.
Im Fall Kaikar wurde ohne Exi-
stenz einer Bundespolizei unter Um·
gehung rechtlicher Grundlagen bun·
desweit einheitlich vorgegangen, Poli·
zeisperren, Autobahnblockaden, Bar·
rikaden und illegale Beschlagnahmun·
gen durchgeführt. Hunderttausende
behindert, ohne daß der in den Not·
standsgesetzen lestgelegte ,.überge·
setzliehe Notstand" vorlag.
Grundrechte wie das Oemonstra·
tionsrecht und das Recht auf Frei·
zügigkeit wurden bedenkenlos außer
Kraft gesetzt.
Völlig überraschend kommt die
Po lizeitaktik nicht, wenn auch die
Bewegung gegen d ie Atomkraftwerke
am 24.9. überrascht. unvorbereitet,
zum Teil hilflos dieser Polizeistaats·
maschine gegenüberstand.
Das einheitliche Vorgehen auf
Bundesebene auch ohne die zuletzt
wieder besonders von der CDU/CSU
geforderte Bundespolizei geht zuriick
auf e inen Beschluß der lnnenmini·
sterkonferenz der Bundesländer vom
Sommer dieses Jahres. Darin wird für
zukünftige Großak. tionen das Durch·
suchen und die Beschlagnahme .. ge·
fahrliehen Gerät>" bereits bei der Ab·
fahrt am Ausgangsort oder auf dem
Anmarschweg empfohlen. Eine der
hierbei eingefühnen Neuerungen is t
die Anschaffung und Stationierung
mehrerer • .nach taktischen Gesichts·
punkten über das Bundesgebiet ver·
ceilcer TranSporthubschrauber"
(,.Spiegel", 25.7. 77) .
Diese sollen in kurzer ieit, flexi·
bel, größere Mengen Polizeieinheiten
an nahezu jeden beliebigen Ort zum
Einsatz bringen. ln Kaikar wurde ge-
übt, wie derartige Einsätze Uber die
Bühne gehen: in wenigen Minuten
V\1\Jrden mühelos hunden und mehr
Polizisten in voller Ausrüstung an
vorher auSgewählten Orten einge-
setzt.
ln der Zeitschrift " Kriminalistik"
hat ein fUhrender Vertreter des u.a.
für die .. Terroristenbekämpfung" zu·
ständigen Bundeskriminalamtes die
in Kaikar angewandte Takt ik für zu·
künftige Großaktionen empfohlen:
.. Die Polizei wird sich deshalb
konzeptionell avf eine vorbeugende
Verunsicherung und Störung der Ka·
der einstellen müssen. Präventivpoli-
zeiliche Maßnahmen der Schutz· und
Krimina/polizel, die bereits zum Zqit--
punkt der Vorbereirung und Planung
einsetzen, können verhlndern, daß
dleSII mllitanten Einheiten sich for
4
mieren, geplant anrücken und
schlossen und unter einheitlicher
Führung auftreten. Rejne defensive
Einsatzkonzeptionen iihnllch
darf werden auf Dauer die immer
aggressiver und mit UnterstüuUng
Immer größerer Massen anrückenden
militanten Störer nicht mehr aufhat·
ten.
.. Das bedeuter, daß neben die Be-
kämpfung terroristischer Unter-
9fllndbanden die Störung und Auf-
Iösung der bewaffneten Kader mao·
istischer Zusammenschlüsse als neu-
er pollzeilicher Schwerpunkt treten
muß ... Der Staatsschutzpolizei
wird dabei slcher die intensivere Be·
obachtung und Lokalisierung derar·
tiger Kader $10w/e die Erkundung
des zweckmäßigsten Zeitpunkts des
Zugriffs obliegen" (Abteilungspräsi·
dent im BKA. Römelt in ,.Krimina·
listik", 5/1977l.
Der verwendete Begriff ,.Kader"
ist durchaus nicht eng begrenzt aut-
oinige führende Vertreter zu ver ..
stehen, er umfaßt auch besondere
Teile der Bewegung, deren Gefähr·
lichkeit vnd vorwärtsstreibende Be·
deotung besonders hoch einge .
schätzt wird. So kommt es nicht
von Ungefähr, daß insbesonderedie
norddeutschen AKW . Gegner aus·
serordentl ich intensiv von d ieser
Taktik betroffen waren, ganz be·
sonders die Hamburger, d ie in die·
sem Sinne als militante Kader aoge·
sehen werden und entSQrechend
umfassend schon im Vorfeld der
Demonstration aufgehalten wurden.
Oie Polizeistaatliche Übung am
24.9. hatte ihre Wurzeln nicht da·
rin, daß aufgrund umfangreich ge-
planter militärischer Angriffe der
AKW · Gegner e ine entsprechende
Reaktion des Staatsapparats gebo·
ten erschien. Es war auch den Ver-
antwortlichen für den Einsatz vor·
her bekannt , daß nichts dergleichen
laufen würde, was die Beschlagnah·
meergebnisse der Aktion belegen.
Vielmehr ging es ihnen darum, ei·
nen politischen Schlag gegen d ie
Anti · AKW · Bewegung zu landen,
um sie zul'ückzuwerfen und zu
schwächen. Nur so erklärt sich, daß
in Kaikar die nach bürgerlichen und
polizeidienstrechtlichen Vorschrif·
ten gebotene , , Verhältnismäßigkeit
der Mittel" in keiner Weise gewahrt
wurde. Oie scheinbar völl ig überzo·
gene und unverhältnismäßige Ak·
t ion war daher kein Ausrutscher,
sondern wohlkalkuliert.
1
Um so beeindruckende( ist die
Reaktion der AKW · Gegner. Man
war unvorbereitet, hat aber nicht
resigniert und aufgegeben. Tau·
sende haben erbebliche Mühen auf
sich genommen, trotzdem und jetzt
gerade nach Kaikar zu fahren u nd
dabei zu sein.
Oer Atomstaat ist gefährlich und
mächtig, aber unbezwingbar! 5
I

Der Nordzug 1
Sc:hleswlg· Holstein: Der Flonsburger
Konvoi 1150 wurde bereits
bei der Abfahrt am Ortsausgang auf
einen Parkplatz geiettat und von 70
Polizisten, MP - bewaffnet,
kontrolliert. Jeder etnzetne mußte
Personallen angeben, es wurde eine
Leibesvisitation durchgeführt. Die in
Schleswlg zusteigendon AKW·Gegner
hatten an threm Sammelplatz eben·
falls Personenkontrollen durchzu·
stehen. Der Konvo• erreichte Kai·
kar nicht, s.ondern mußte nach knapp
13 Stunden Fahrtuit in Sinensen
(hinter Hamburg) abbrechen.
Sperre Sittensen: die starkste der
an diesem Tag aufgebauten. 1300 Po·
lizisten waren nach offiziellen Anga·
ben hier im Einsatz. Sie waren MP·
bewaffnet, hatten kugelsichere We-st·
en an und wurden von Hunden be·
gleitet. Einsatztruppen hatten außer·
dem volle Knuppelausrustung. Die
Sperre war auf der Autobahn errlch·
tet mit spanischen Reitern. NATO·
Draht und ausgelegten Nagelkotten
gegen das Ourchb<eehen von Fohr·
zeugen. Oer Verkehr wurde l.ber ei·
nen Parkplatz gele•tet . Rings.um war
des Gelände ebenfalls von NATO·
Draht eingez&unt.
Auf dem Platz befanden sich 4
Wasserwerfer. 2 Panzerwagen, 50
PKWs. etliche VW-Busoe. 10 Plan·
wagen. mehrere Gefangenenuanspor·
ter. I Feldkucht. I fahrbare• Klo und
Schlafgelegenheiten für die Bullen.
Oie Wasserwerfer waren an Schläuche
angeschlossen.
AKW-Gegner und Busse werden auf
den Ranplatz geführt. Oie übrigen
Verkehrsteilnehmer sollen glauben.
es handele sich um eine der üblichen
Umlei tungen.
Sperre Sram$Cht: etwa 600 Polizist·
en m•t MP bewaHnet. nehmen d•e
Durchsuchungen vor. Um den Platt
NATO· Draht, Scheinwerfer erhellen
die Szene. Sichtbar sind 5 Mann·
$Chaftswagen, 2 LKWs, mehrere VW·
Busse. Streifenwagen und Motorra·
der. O•e Bullen waren aus Stade, Ol·
denburg, Aufich und Osnabrück. Ote
Politei war mit MP, Knüppel u nd
Schilden ausgenistet und hatte schar·
fe Hunde dabei. Neben Leibesvisita·
tionen wurden die Personalien fest ·
gestellt. O•e Bremer verloren hier thre
Helme.
Oie Demonstranten der Westküste
(etwa 90) hauen ebenfalls beim ge·
metmamen Treff in Huwm einen Po·
lizeiube(fall erlebt. Personalienkon·
trolle und Beschlagnahmungen wur·
den durchgeführt.
ln Klei umzingelten bewaHnete
Poltzttten den Treffpunkt. sodaß me·
mand unkontrolliert dtl Busse bestet·
gen konnte. Nach 19 Stunden Fahrt
erreichten dte Kieler in ttllwetser Zu·
sammanfahrt mit dem Hamburger
Zug Kalkar.
ln Holmmoor , kurz vor Hambufg,
erlebte e1n Tetl der schleswig·holnei·
mschan AKW-Gegner, dae erste Auto·
bahn.Vollsperrung. 01e 100 AKW·
Gegner aus Lübeck und Umgebung
mußten bereits vor der Abfahrt ihre
Busse w•eder verlassen, da 50 Poti·
zisten den Abfahrtsplatz ab<iegelten
und 1uf Leibesvisitation und Persona·
henfenstellung bestanden. Nach ms·
gesamt 4 Kontrollen und 19 Stunden
Fahrt erreichten sie Kalkar.
Hemburg,, Aus Harnburg waren
tosgesamt 42 Busse aufgebrochen
Nachdem es bereits auf dem Weg zu
den Sammelplätzen und auf einigen
Platzen zu 1nsgesamt 25 Verhaftung·
en kam, verzögerten PolizeiübergriHe
in den Stadtteilen Borgedorf, Har·
burg und Wandsbek d ie Abfahrt
zw1schon 2 1/2 und 5 Stunden. Von
den 42 gestar-teten Bussen erreichten
ted1ghch 11 nach Fahrueiten von 16·
19 Slunden und bis zu 1 0 Kontrollen
Kalkar.
Bereits vor der Autobahn fin·
gen 50 bewaffnete Polizisten einen
Te1l Zuges ab um hauptsachfleh
mit .. Belehrungen" und Drohungen
die Busfahrer einzuschUchtern. Ein
anderer Teil der Busse wurde i n ä hn·
ticher Weise am Ras1platz S1illhorn,
5km hinter Hamburg, behandelt.
Der Konvoi sammelte sich auf
dem RIStPlatz Hollenstedt zusam·
men mit Bussen aus Kiel und Lübeck.
Geschlossen ging die Fahrt weiter, bis
es ca. 55km hinter Hamburg eint
Autobahnvoll:spenung bei Sittensen
gab. E tWll 800 Meter vorher stoppte
der Zug. Quergestellte PKW' s bloek·
ienen alle Spuren, um zunächst Uber
Möglichkeiten eines Durchbruchs
oder einer Umgehung zu beraten {Sie·
6 he Augenzeugenberieht)
Auf dem Platz wurde von Poli·
z•sten gehlm1 und fotograften, dte
Fahrzeuge wurden sämtlichst kon·
trollien wobe1 d1e Kontrollen u nter·
schiedlich intensiv abliefen.
Der Aufenthalt fi.Jr die Bus.se dau·
ette hier zwtschen 5 und 7 Stunden.
Oll meisten kamen daher niCht viet
we1ter, nach 60 Kilometer Fahn, für
die 10 und mehr Swnden benötigt
wurden. war Schluß. E ndstatlon War
hier auch fur die Hälfte der 100 Lü·
neburger, die bereits auf der Land·
straße mauiv gef•lzt worden waren.
Bremen. Oie etwa 100 Bremerhaven·
er und Cuxhavenor AKW-Gegner hat·
ten kurz hinter dem Ortsausgang Bre·
merhaven die erste Kontrolle. 50 be·
waffnete Bullen und 10 Zivile filzten
dte Fahrzeuge Ein Mitfahrer wurde
wegen Bes1tzes von Etsenkugtln vor·
faulig festgenommen . Der Zug schloß
sich dann den Bremern an. Dort
narteten etwa 1000 in Richtu ng Kai·
kar-, wo sie nach Im Schnitt 6 Sperren
und 12 Stunden Fahrt ankamen. Be·
reits in Bremen wurde der Zug von
Streifenwagen
An 3 Autobahnauffahrten wurden
d•e Zugteile dann kontrolliert. Etwa
100 bewaffnete Polizisten mit Hun·
den fi lzten 5 Busse in Bremen·Arst·
en, Helme wurden zunachst nicht
beschlagnahmt. Ahnlieh erg1ng es "ier
Bussen in Bremen· Brinkum, d1e von
50 bewaffneten Bullen angehalten
wurden. Oie dritte Kontrolle findet
in Bremen-Hemelingen statt.
Insgesamt werden 11 Leute wegen
Besitz von Gasmasken oder Messern
feitgenommen. uberall wurden Per·
-sonalien kontrolliert.
Sperre Munstertand : der noichste
.. Treffpunkt' ' . Ursprunglieh war hier
der Sammelpunkt für einen der Nord·
zuge. U.a. stießen 120 O.nabrücker
hmzu. S•e hauen bere•ts in Leogench
eine erste kurze Kontrolle. ln Munst·
erland waren viele Polizisten stauo·
niert (einige Hundcrtschaftenl.
Trotzdem war die hier
lockerer. die Autobahn war nicht ge·.
sperrt Der Grund war wohl. daß d1e
se Sperre auch fur den normal n,..
Benelen Verkehr offen war. Ent·
sprechend freu ndlic her benahmen
sich dio Polizisten: sie liefen nicht
mit Kampfanzügen herum, sondern
die metsten in ihrer Ublichen Dienst·
k1eidung. Doch auch h1er gab es MP
Bewaffnete. Kontrollen und B ..
schlagnahmungen wurden durchije-
führt , Fahrtenschreiber der Busse
überprüf-t. Oie Busse durften nur im
Vier-Minuten-Takt abfahren. dadurch
wurden alle Züge auseinandergeris-
sen.
018 Münsteroner (etwa 700) hat
ten bereits an ihrem Sammelplatz
T as.chenkontrol le. Leibesvisitation
u nd d ie übliche Beschlagnahme.
durchgefuhrt von 50 MP·bewaHneten
Polizisten mit Hunden, erfahren. We
gen der vorher bekannten Situauon
auf dem Rastplatz Munsterland be·
schlossen sie über Bundesstraßen
Richtung Wesel zu fa hren. Trotz die·
ses spontan geplanten Umwegs gene·
ten sie in zwei Kontrollen. Zu·
nachst auf der 858 be1 Oorsten, dann
auf der B57 bei Xanten.
Der Nordzug 2
Oie zweite Kontrolle fi ndet an der
AutobahnauHahrt Bramsehe vor Os·
nabrüek statt. In diese Kontrolle ge·
raten auch die restltchen Busse des
Hamburger Zuges und als erste-s et·
wa 160 AKW·Gegner aus Oldtnburg/
Emden. Oie Autobahn wird 1n bei·
den Rich1u ngen voll gesperrt, der
Verkehr über die Ausfahrt Bramsehe
umgeleitet. Nur die erkennbaren
700 Wes1-Berli- AKW-Gegner er·
lebten bereits an versch1edenen Sttl·
len der Stadt Kontrollen. Oer Bus·
konvoi geriet in etne 150 Pol izisten
Slarke Sperre . Vor durchgeladenen
MPs fanden Kon trollen statt. Am
Grenzübergang Helmste<lt empfing
eine Hundertschaft Bundesgrenz·
sehua in voller Kampfausril>t\lng
(bewotfnet) den Konvoi.
während die meisten PKWs to·
tal gefilzt wurden, gelang os den
Bussen nach 2 1/ 2 stundigem Auf·
enthalt mit ihrer Selbsuchuuaus·
rüstung weiter-zufahren. Allerdings
nur bis zum Rastplatz Lauenau bei
Bad Eilsen. Hier war eine Autobahn·
vollspenung angelegt worden. Uber
500 schwerbewaffnete Polizisten un·
terstütz t von zwei BGS·Panzcrspäh·
wagen, waren hie r stationien. Nach
aofäng1icher Weigerung der Demon-
stranten. die Busse zu verlassen. ge·
lang es der Polizei durch Busfahrerer·
pressung, den Bussen die Weiter·
fahrt zu verwehren. 0 ie Busse muß·
ten nach 14 Stunden ihre fahrt ab-
brechen; d ie Besatzungen führten da·
raufhin in Hannover Protest·
kuod!)Cbung duch. Die PKW·Fahrer
erreichten nach 19 1/ 2 Stunden
Fahrt Kalkar.
Oie Busse aus Braunschweig. Wolfs·
burg und Salzgitter (250 Personen)
wurden ebenfalls stundenlang in Lau·
enau festgehahen : Totalfilzung und
Leibesvisitation. für Wolfsburg war
dies bereits d ie dritte Sperre. Für 60
Hildesheimer war dies die l weite
Kont rolle. nachdem sie bei der Ab·
fahrt von 15 Bullen vnd Zivilen 2
Srunden lang gefilzt und aufgehalten
MJrden.
Hannover: bereits au f dem Treff·
punkt Kla!)Csmarkt erwarteten 600
Bullen die 500· Kalk0r· Fahrer. Der
Markt war erhellt durch Scheinwer·
fcr. 1 Wasserwerfer war aufgefahren,
MP· bewalfnete Bullen fillteo d ie
Busse. mehrere Ä,KW·Gegner wurden
in Ausrüstung , mit in die Hand ge·
drückten Ketten gezwungen. sich
fotografieren zu lassen. Nach drei
Stunden war die Kontmlle vorbei.
Hannover und ein Bus aus Ha·
meintBad Pyrmont werden an einer
einfachen SpeNe auf dem Rastplatz
Giitersloh total gefilzt. Etwa 200
MP·bewaHnete Polizisten nehmen die
Aktion vor. Der Hamelner Bus \M.frde
bereit.s kurz h inter Hameln von etwa
40 Bullen gestoppt. Ausweise wurden
kontrolliert. jeder Demonst rant wu r·
de mit einer vor die Brust gehaltenen
Nummer fotografiert! Die verbleiben·
den Teile des Zuges wurden zusammen
mit den 400 Bietefeldern und 40 Det-
moldern in Rhynern auf dem Rast ·
platz erneut gefilzt. Hier sollte ur·
sprUnglieh der Sammelplatz für die·
sen Zug sein. Etwa 200 Bulten waren
dort aufgefahren. es fanden d ie üb·
Iichen Kontrollen stan, die Busse
durften nur im 3 -Minuten· Rhythmus
abfahren. Oie Sielefelder hatten be·
reits bei ihrer· Abfahrt in Ke-s$E!I ·
brink eine Kootrolle !)Chabt. BO
Polizisten mit Hunden und PKWs
durchsuchten dort die Busse.
Nordzug 3
Kassel. Um drei Uhr werden d ie
120 Personen in Breuna auf den Park·
platz gewunken. Ober 100 Po lizisten
mit MPs, Scheinwerferbeleuchtung,
Durchsuchung, Ausweisabgabe, Lei ·
besvisitation, sogar Schuhe mußten
ausgezogen werden. Für die Sperre
war die Autobahn auf eine Spur ver·
engt.
Zusammen mit 200 Göttingern
und Umgebu ng werden sie dann in
Haarstrang auf der Aaststätte gefilzt.
Als ein Kasseler verhaf-tet werden
soll. gibt es wegen der Gegenweh r
einen Schlaystockeinsatz. Für die
Kasseler ist nach acht Stunden fahrt
die Reise beendet.
Ab Kamener Kreyz durchfuhren
die Konvois aus dem Norden folgen·
de Sperren in Nordrhein.Wenfalen:
kurze Sperre am Kamener Kreuz ;
Autobahnabfahrt Herten:
Bundesstraße bei Lünen:
Kontrolle in Bocholt;
Kontrolle in Ouisburg;
bei der Ausfahrt aus Duisburg;
in der Nähe von Xanten;
Marienbaum, nahe Kalkar;
hinter der Autobahnabfahrt Aees;
Rheinbrücke Rees.
NRW·Züge
Bochum: 1. Kontrolle beim Bus-
einstieg, etwa 70 Polizisten durchsu·
chen die 400 Kalkar·Fahrer. Danach
folgen noch vier Verzögerungssper'·
ren. d ie letzte. bei Marienbaum.
Auch in Gelsenkirchen erlebten
die 100 AKW·Gegner gleich bei der
Abfahrt die erst e Kontrolle und
Durchsuchungmit Leibesvisitation .
Die Fahrzeuge aus Kamen u nP
Umgebung mit etwa 100 Insassen
wurden kurz vor dem Hauptbahnhof
Dortmund abgefangen. 14 Bullen,
MP·bewaffnet. durchsuchten d ie Wa·
gen. Nur 500 Meter hinter dem
Hauptbahnhof gab es eine erneute
Kontrolle.
Die 500 Oortmunder (darunter
100 Falken) wurden ebenfalls bei der
Abfahrt total geWz:t und von einem
starken Polizeiaufgebot bewacht.
Südzug
Nürnberg. An der Autobahnmeiste·
rei Hösbach (Rastpla\2 Spessartl der
erste Aufenthalt. Ca. 100 Polit isten
halten die 150 Nürnber!)Cr und 40
Würzburger an. Sie sind bewaffnet,
unter ihnen sind auch Mltglieder des
Bundeskriminalamts. 400 Polizisten
sind insgesamt da, der Platz ist durch
Scheinwerfer ausgeleuchtet. Während
die Busse verkehrstechnisch überprüft
werden, werden Durchsuchungen
und Beschlagnahmen vorgenommen.
Richtmikrofone zum Abhören der
Diskussion sind aufgestellt. Frühzei·
tig wird den Nürnbergern erklärt, daß
sie auf keinen Fall vor sechs Uhr fah·
ren sollen. Kurz vor sechs Uhr, nach
sieben Stunden Aufenthalt, geht es
dann tatsächlich wei ter. Bei der Kon·
trolle wurden die Ausweise fotoko·
piert. desgleichen Flugblätter.
ln Madenbach bei Wiesbaden trifft
sich der Südzug aus Bayern (Würz·
burg, München, Augsburg. außer
Nürnberg) mit:
- dem
Zug 170 aus Freiburg, 100 aus Stutt·
gart, 40 aus Karlsruho, 50 aus Offen·
burg, einem französischen Bus);
- mit den Bussen aus Frankfu rt/
Darmstadt u nd Umgebung ( 150 aus
Darmstadt, meh rere Hu ndert a,us
Frankfurt).
Während d ie Hessen oh ne Kon·
trolle bis dahin waren, mußten die
Baden·Württemberger bereits auf der
Raststätte Hardtwald die erste Poli·
zeikontrolle erleben.
Fast geschlossen fahrt dieser Sud·
konvot bei Honnef in eine Sperre, die
die gesamte Autobahn in Rich tung
Norden absperr t. und den Verkehr
auf einen Aastplatz leitet.
MP·bewaflnete Bu llen du rchsu·
chen die Busse oberflächlich. aber
zeit raubend.
Am T reffpv nk t Kö ln ·MUn.gersdorf
ueffen sich über 30 Busse des Südzu.
ges. Bis zum Ziel sind die Freiburger
Busse 20 Stunden unterwegs, die
Stuttgarter 17. Hier sind es nicht ein-
mal 100 Polizisten, die d ie Herausga·
be der gesamten SelbstschutzausrU-
stung u nd entsprechende Durchsu·
chung forderten. Obwohl in großer
Überzahl, müssen die Demonstranten
sich nach meh reren Stu nden dieser
Forderu ng beugen, da den Busfah ·
rern bei unerlaubtem Verlassen des
Sammelplatzes Strafe angedroht wur·
de. Weitere Sperren dieses Zuges in
NAW:
- Au tobahnabfah rt Nevß . Hier
stößt Aacheo (600 Leute) dazu.
Bereits am Sammelp latz wurden d ie
Aachener von 600 schwerbewaffne·
teo Bullen (d arunte r bayrische r BGS)
empfangen und d urchsucht.
Autobahnabfah rt Kerken;
Geldem
wenige Kilometer hinter Geldern;
h inter Go<:h;
2 km vor Katkar,
Charakteristisch für den engeren Ring
um Kaikar und die dort herrschende
Polizeikonzentration ist eine Vielzah l
kleinere r Sperren, die im wesentli·
chen die Fahnzeiten verzögem soll·
ten. Die größte Sperre ist die auf der
Reeser Rheinbrücke (siehe Augenzeu-
genberichtl. Welche Wirkung diese
Sperren hatten, belegen am besten ei·
nige Fahrzeiten:
holländische Grenze- Kaikar
(30 km) : 3 - 5 Stu nden;
Duisburg: 5 - 6 Stunden;
Aachen: 10 Stunden;
Oortmund: 7 1/ 2 Stunden;
Stu nden;
Bochum:7 Stunden usw.
Über Kontrollen und Sperren an den
Grenzen siehe bitte Teil zu Frank·
reich und den Niederlanden.
7
8
Augenzeugenbericht von einer
.. vorläufigen Festnahme".
»Auf die Straße, die den KlegesmBrkt
teilt, stellte ich meine Fototasche auf
das Pr/aster und wollte von dieser Bus
mä Selbsrau$1Ö$er und llngerer Be-
lichtungszeit eine Aufnahme machen.
Die dortigs lockere Z'INBite
war ca. zehn bis fünfzehn Meter ent·
lernt. , Was macht der denn da' und
schon rasten drei suf mich zu. Ich
konnte nicht schnell genug meine Se·
chen greifen und da haben sie mich
auch schon gegriffen. Wasich mitten
euf der Straße zu suchen habe, und als
das nicht zog (die Straße Wllr ja
schließlich selbst von Bullen gesperrt),
kam die Chose mit dem , Recht euf des
eigene Bild' (und des bei der Ent-
fernung, Belichtung und einem Weit-
winkelobjeictiv!J. Es kernen einige
AKW-Gegner hinzu. Ich hatte meine
Sachen noch nicht ganz gepackt, als
ich schon weggerissen wurde.
rere Bullen zerrten und schubsten
mich weg, wobei meine Brille runter-
fiel. Ich hatte die Arme schützend über
meinen gebückten Kopf gehalten. Mir
wurden diB Arme weggerissen, der
Kopf nach oben gerissen und ich sah
noch gerade, wis rechts von mir ein
Bulle aus höchstens sinem Meter
Entfernung mir eine volle Ladung
Chemical Mace lns Geslcht schoß,
d3nn sah ich gar nichts mehr. ln
diesem Moment wurde ich zu Boden
geschleudert und schlug mit dem Kopf
euf den Boden auf. Ich landete mä
dem Rücken gegen ein Verkehrsschild.
Ich war unfähig, selbständig wieder
aufzustehen. Ich wurde hochgerissen
und mußte mich mit erhobenen Armen
an elnen Bullenbus lehnen, obwohl mir
die Augen brannten sowie mein Kopf
und mein ROcken schmerzte. Der
Bulle, der mich festgenommen hatte,
fragte, ob ich einen Krankenwagen
brauchen wUrde. lrgendwis machte
lch wohl eine abwehrends Geste, so
daß er sagte, dann sei ja allss in
Ordnung. Warum ich denn heulen
würde, ob ich etwa behaupten wolle,
daß e r auf mich mit CM geschossen
hat und hielt mir aus ca. einem Meter
Entfernung ulne CM-Plstole vor's
Gesicht. Ich hatte 111/erdings keinen bei
Aktion genau srkennen können, dafür
ging das alles zu schnell. Mir V(Urde
gesagt, ich sei vorläufig festgenom-
men und meine Fotouchen seien b•
schlagnahmt, wieder die Begründung
, Recht auf dss eigene Bild'.K
Augenzeugenbericht über die
Festnahme von 5 AKW-Gegnern
am 23.9.77 (10. 15 Uhr) an der
Sammelstelle Wandsbek (Harn-
burg)
Als wir am Treffpunkt ankamen,
waren weder die Busse, noch andere
AKW-Gegner zu sehen. Lediglich ein
Pofizeifahrzsug war zu sehen. Als wir
vor einer Knsipa ankamen und Ober-
legten, ob wir reingehsn sollten, um
auf dle anderen zu warten, sahen wir
uns plötzlich von mehreren Einsatz·
Fahrzeugen und ZiVIlfahrzeugen um-
ringt, aus denen sowohl zivile als auch
uniformierte Bullen mit Maschinen-
pistolen und Revolvern sprangen, die
auf uns gerichtet waren. Wir mußten
unsere Personalausweise zeigen und
unser Gepäck wurde durchsucht, wo·
bei unsere Schutzhelme »entdeckt«
wurden. Als wir gegen diesen Oberfall
protestierten, wurde uns erklärt, daß
eine Personenkontrolle jtlderzeit zuläs-
sig sei und die Bedrohung durch die
Waffen, die direkt auf uns gerichtet
waren, einen »SelbstschutZ« dal$tel-
len würden. Uns wurde erklärt, wir
seien »Vorläufig festgenommen«.
Inzwischen kamen andere AKW·
Gegner den Platz, wir konnten uns
mit einigen unterhalten und tgJsere
Namen mit der Auffor-
derung, sofort den Ermittlungsaus-
schuß und Anwälte zu benachrichti-
gen. Außerdem forderten wir die
Freunde auf, andere zu
warnen, was nur sehr zögernd ge·
schah, so daß mindestens noch zwel
andere festgenommen wurden.
Unsere Grupps der f()nf Festge·
nommenen wurds getrennt. Zwei wur-
den in einem Zivilfahrzaug mit zwei
Uniformierten mit MaschinenpiStolen-
bewachung, unter völliger Mißach-
tung jeglicher Verkehrsregeln I Tempo
TOOn ohne Bleulicht nsch Alstsrdorf
gef11hren. Das Funkgerät war zuerst
noch in Betrieb, so daß wir wußten,
deß in g6nz Harnburg iJhnlich Oberfälle
stattfanden.
ln der Polizeikaserne wurden wir in
einen vorbereiteten Raum gebracht,
wo mehrere Bullsn vor vorbereiteten
Büchern saßen. Wir mußttm Angaben
zur Person und Beruf rnBchen. Inzwi-
schen wurde ein weiterer AKW-Geg-
ner hereingeführt. Wli' wurden erneut
durchsucht lan die Wend gestellt) und
mußten alle Sachen abgeben. Wir
wurdttn ln einen 1</einen Nebenraum
geführt. Unsere mehrmalige Forde-
rung, telefonieren zu dürfen, wurde
zuerst mit der Begründung abgelehnt,
es gäbe hier kein Telefon. Dis Auf·
forderung, in Begleitung eines Bullen
vor der Kaserne von einem öffent·
Iichen Fernsprecher anzurufen, wurde
iiberhaupt nicht beachtet. Oie nächste
Begründung war, daß von den Tele-
fonen hier auf dem Ge/5nde nur
Behördengespräche gefiJhrt werden
könnten. Das war glatt gelogen. w,·,
haben die Fords.rung zu telefonieren
noch mindestens ein Dutzend Mal
wiederholt. Uns wurde schließlich ver·
sprachen, daß wir bei der Vemeh·
mung durch die Kripo, die allerdings
nie (}rfolgte, telefonieren dürften, was
uns nlcht hinderte, die Forderung auch
weiter zu stellen. Namen oder Dienst-
nummern nannten uns die Bullen
nicht, bis auf einen in Wandsbek, der
sich als Einsatzleiter ausgab, seinen
Namen nur nuschelte, hörte sich so an
wie: von Waiden.
Im Nebenraum wurden erneut un-
sere Namen aufgenommen, wir durf-
ten rauchen, nachdem s.in Bulle den
anderen erklärt hatte, daß »die
schließlich such nur Menschen seiofl{(.
Anschließend wurden wir in die
Turnhalle abgeführt, wo wir bis 3.00
bzw. 3.3C Uhr gefangengehalten wur·
den. Nach und nach trudelten noch 18
weitere Gefangene eln. Wir durften
auf Turnbänken Platz nehmen und
froren zlBmlich in der ungeheizten
Halle. Ein höherer Bulle erkundigte
sich zyniSch, ob uns kalt sei, um
daraufhin zu erklären, daß wir es doch
sehr gut hirten, bei anderer Gelegen·
heit und anderen Gefangenen glnge es
ganz anders zu. Auf dle Toilette
durften wir einzeln in Begleitung eines
Bullen, vor dem Klofenster stand ein
Bulle mit MP. Später erhielten wir
unsere persönlichsn
Zeitungen, Lebensmittel etc. wieder.
mußten sie jedoch ln dle andere Ecke
der T urnha/le legen und konnten
einzeln unter Aufsicht einzelne Gegen-
stände entnehmen. Anfangs konnten
wir rauchen, was un.s später mit der
BegriJndung Brandgefahr verwehrt
wurde. Von einem neuen Gefangenen
härten wir, daß inzwischen Anwitlts
auf dem Gelinde eingetroffen waren.
Einer der ersten, der mit ihnen
sprschen konnte, nahm elne
Iiste von uns mit, so daß wir nach und
nach alle mit ihnen sprechen konnten.
Diese konnten uns noch einige Rat-
schllige geben und unsere Vermutung
best§tigen, daß es sich bei den Fest-
nahmen um eine völlige Recht$wldrig-
keit handle. Nachdem wit mit den
Anwähen gesprochen hatten, wurds
uns wieder erlaubt zu rauchen. Wäh·
ffJnd unserer Gefangennahme in der
Turnhalle waren immer zwischen fünf
und zehn Bullen zur Bewachung
anwesend. Unsere Stimmung war in
anbetrachr der Umstiinde gut, wir
waren alle empört Ober den Polizei·
terror, besonders Ober die Einschrä"..
lc.ung unseres Rttehts auf Freizügiglc.eit,
wir wollten schließlich alle woanders
hin. Die Begründungen für die Fest-
waren bei uns das MitfOhren
von Helmen. bei anderen Verdacht auf
Diebstahl von Gasm•sken, elnBm alten
Mantel. der wie ein Bullenmantel
aussieht, oder gar keine Begründung.
Ausweise hatten übrigens slle dabel.
Bel unSIIrer Entlassung wurde uns alles
zurückgegeben. auch die Helme, An ..
deren wurden nwalfenähnliche Gegen·
stände« beschlagnahmt. Die Entlas..
sung erfolgte ohne Begründung.
Die drei Frauen unserer Gruppe
wurden erst spiter abgeführt: Wir
wurden in einem VW-Bus mit zwel
andern ln Zellen neben uns zur
Ksseme Cari-Cohn$1r. gefshren.
Nachdem die ooiden sbgeführt wur-
den, wurde eine Festgenommene
fragt, ob dss ihr Helm sei. Sie bejahte,
der Bulle: »Aha, Helmehen und
SchminkköHerchen, nehmen wt; das
Dämchen mal ln der Kaseme
wurden unsere Personallen
gen. Daraufhin wurden wir drei in
Begleitung von drei männlichen und
zwei weiblichen Bullen in Block 3,
Zimmer 217 gebracht. W,'r Frauen
wurden im Gegensatz zu den M5nnern
einer Leibesvisitation unterzogen (von
Frau Wolter). Telefonieren durften wir
mit der gleichen Begründung wie oben
nicht. Um 0.30 wurde eine weitere
Gefangene in unseren Raum gebfBcht.
die in unserem Beisein einer Leibes-
visitation unterzogen wurde. Sie
wurde am Pro-Haus in der Feldstraße
festgenommen. 22 Uhr. Dienstnu",..
mern und Namen wurden uns nicht
genannt. bis auf die obigen. Wir
srhielten gegen 0.40 Uhr unsere per-
sönlichen Gegenstände zurück, ein-
zeln. Eine von uns mußte im Flur
längere Zeit warten, dabei lc.amen
weitere Gefangen8 an. Die Männer
wurden von den Beamten geführt. die
Frauen nicht. Die Polizeibeamten ha·
b8n sich dsrüber aufgeregt, daß
Anwälte da seien. Mehrmals sagte
einer. »wer hat dle denn bloß reinge-
lsssen«. Einer von uns wurde nicht
erlaubt, die Anwälte zu sprechen, sie
konnte ihnen lediglich ihren Nal'n6n
zurufen. Den Frauen wurde nicht er·
laubt, mit den Anwälten zu sprechen.
Entlassung wie oben.
Bericht von mehreren
Festgenommenen
Letzte MehJung:
Nach letzten offiziellen Polizeiangaben
Vv'llrden 141 Personen festgenommen.
Was wir befürchtet haben, ist schon
jetzt von Innenminister Hirsch ange-
kündigt worden. Die Festgenomme·
nen wegen JNerbotenen Wsf·
fenbesitlfJS(( und »Verstoß gBgen das
Versammlungsrecht« vor Gericht ge--
stellt werden (laut >FAZ«, 27,9.n). Es
ist zu e!Warten, daß weitere Anschul-
digungen folgen werden.
Verhaftungen und Festnahmen
Laut Angaben der Einsattleitung
wurden 112 Personen während des
f-IIW'!Ihvrg
Land 8t ""tf\
33
1 1
· Bullengroßeinsatzes ,,wegen des Ver·
dachts von· Straftaten" festgenom-
men. ln der offiziellen Obersicht liest
sich das folgendermaßen:
bnd "ne,nt..,d Pflt(
N...Ue•wch$:••
3 ll111 • la.IS!jv\(1 ,,
12 f'c11011111\
• PfllOIIfl)
3
9
• • •
• R
Konh'OI!UtiiO t A OtlfltOkl
Kontroll"t*'• • R Al""""g
'"" f;tnNil<tum 31 PetlO!It'Milr<OII 11 Oeuuch<l •
5
* 12 Pet»ntn I [.,gl•tener StWUbtil!l""
I l k •1(f'lt• •
2 S.!IIIUI)#9'1f
7 Utltf'll•\tt ..... tt ..-:.e•v•ufH
An dttrt G«tvull4fg""'9ul•lltt'l dt• gtSötmi M wouloChOII wuod$1\ 1.86 1'\ptone:" • .....,.,, '''
m1t ili:!m ...,,,l}len. 'odl ""'"tc!Joeh '" de• OefTionn .. I<O., rv bt'l tolfOt" Oaor-en ,.,.,,<lt' t<llt P.r$011
fl'lotl\, • • und $e..,,.,.,,I).IIYtr ...,.,11\!hllt'
8ft fo:\(9enommenen tm Eonw.tt""'m *Mrf<ll'l\ IOIQI'tldt Gtg1111UII'Idt sidttf'9Hlfll l
2>1 Schi.IUI!tlme. 8 GMmalktn: 4 Bf.rv,nkalltUtf l9flull!); 1 Bthlht• tn•l Vttd.>.nl'olr . 1 Btlltltt• '"'' Ziuon,n"fh., t .
• ,-taKiwn m•( OotV•fl ii$Mil, 15 GuMm•k""""Ptt "''t liCtwm nrle19rt; 24 9 Sei"!I"IJ'o'l'fk.teu')e
3 • .mel'lr'!re Sc:l!lt\olldern; 35 Mn11t1Nr<n9e l7 $ehfag.1-119f; 1 '-"'"•' • V $tUt, •
Al-k Iongen. 1 !!:oller mll VO<blo'l<fit'\11"'"': •
Bei dieser Obersicht wurde von
der Polizei nur sehr oberflächlich ge·
zähl t. Während für Harnburg .. nur"
33 Festnahmen gemeldet wurden,
sind es nach unserer Zählung rund
50, die zu verschiedeoen Bullenwir
chen geschleppt . wurden. Gezählt
\NOrden von den Bullen nur die Fe-st ·
genommenen, die in zentrale Stellen
1 Alstordorf und ins
t ier) gebracht worden waren.
Streng genommen haben die Bul·
len die Mehrheit der Oemonstran·
ten in ähnlicher Weise wie die Ver·
hafteten behandelt, durchgefilzt, die
Personalien aufgenommen und
Oll<
0\1 "b•H9
f',l"l...". vnd
nach Stunden wieder laufen
gelassen -mit dem Unterschied, daß
diese nicht mit auf die Wachen ver·
schleppt worden sind.
Für die festgenommenen AKW-
Gegner besteht die konkrete Gefahr,
daß sie ähnlich wie die in Grohnde
exemplarisch Herausgegriffenen mit
zusammenkonstruierten ,, Beweisen''
vor den Richter gestellt werden. Da-
rüber darf man sich nicht hinwegtäu·
sehen, auch wenn die Vorwände im
einzelnen völlig lächedich sind. Ein
treffendes Beispiel ist dafür die Pres·
Semitteilung des Ou isburger Polizei·
präsidenten übe( 'die Festnahmen aus
dem Konvoi des Grohnde-Lagers:
P<tHtfl'l t tll!l h Hl<J NI 2
5«:1\'l P(u,O""" "" Alttl'f twl!(. .... ltl Ul'l<f 15 hhof"' ,.l'lll bt• t-•roe• I<Ofll<..,lle <'-:!< SCI:utttiOI+lti ;Iu! rt.fo Gt!llolt4 SloOol'l
su•ln • • -non S.e _," •"' eonem food ' " N111:h1 Nm
1:r,1 $1. I IS tJh•l ""91/110ffen W\lttl.n 611• • • tlft. l.,•lt" o-1•11 6"'"'''" I"'OO:h$1 gwf.,holtl;ll•
tlc:t!e, • diCkt Yia.it, Kllbtl, Sclluuhrtmc. f•bb<!utf'l, und

ß.t, tltr tJbe<pllJiul'(l clff lnwutn wu•dc> bt• der Gtoll(hrnonn>llloo:l on (l!oM•it ;,IJ. •
<1l • • w•vn Bt• • VII",....,"V"'i' , .. t <\. "''(llcttn ioCII kOolvrttntljlo\ • fll>'ll
Kalilff 0" $tt dlt 1\btllt.t on <!<Nm z .. t l •'ffbo:tngt:n wo)llrn. br.tl.id'llf;'!l \0! d•e <'I (ltm W"ftn
f'.tfs.>nen aß'l 22 V 12..30 Uflo .,.......;.,. ,.._11$\Wft w••••ltf'l. l)llfll)lfl d.,
F-1111._ ufl!f (!ie Polill"! ... t Nummer
Dort werden die völlig norn)ale Zelt·
aust'Üstung und Schuuhelme plötz·
lieh zu .,höchst gefährlichen Werk·
zeugen". So nahmen die Bullen kur·
zerhand die Zeltausrüstung auf
•. Nummer Sicher", obwohl sie selbst
zugeben, daß diese als Behausung
benötigt worden wäre.
Ähnlich sieht es mit anderen Be-
hauptungen aus. Mindestens zwei
Personen wurden wegen des .. Ver·
da<:hts von Drogenmißbrauch" fest·
genommen, darunter der Presseko·
ordinator des holländischen LEK.
der Kopfschmerztabletten bei sich
trug oder ein Sani aus Wuppertal.
Ähnlich sieht es mit den weiteren
Festnahmevorwänden aus: Da wurde
ein Schüler in Harnburg festgenom·
men, um ihn seinen Ettern wieder zu
überstellen: ständig wurde ihm damit
gedroht, ihn in ein Heim einzuliefern.
Oa wurden drei Frauen festgenom·
men, weil sie sich geweigert hatten,
ihren Overall-Anzug ("Kampfanzug")
auszuziehen {Wuppertal). ln einem
Fall wurde wegen "Diebstahlsver-
dacht" festgenommen, weil einer
zwei Gasmasken mit hatte. Einmal
war es die Fahnenstange, zum
andern wurde die
le" als Festnahmegrund angegeben.
Oa wurde die Salmiakgeistflasche
ebenso wie das Taschenmesser plötz·
Hch zur .,Waffe" oder mit dem Tra-
gen eines alten Polizeiledermantels
machte sich ein weiterer des ,.Dieb·
sfahls" verdächtig. ln einem Fall wur·
den gleich zehn Leute verhaftet,
nachdem sie erst einmal bei einem
blitzartigen Bullenüberfall zusam·
mengeknüppelt worden waren. Ein 9
weiterer wurde festgenommen, weil .
er es gewagt hatte, die Bullen vor·
laut nach einer Ouittung für die be·
schlagnahmten Sachen zu fragen lalle
Fälle aus Hamburg). Ein Fotograf aus
Hannover wurde festgenommen,
nachdem man ihn vortler mit Olemi·
cal Mace .. behandelt" und anschlie-
ßend zusammengeschlagen hatte (sie-
he Augenzeugenbericht}. Der OOA·
Vorsitteode aus Dänemark wurde am
Grenzübergang in Handschellen ge·
legt. !..Begründung": Das BKA habe
angeblich nach einem Verbrecller ge·
fahndet, der dem OOA·Vorsitzenden
zum Verwechseln ähnlich sehen solfit
lieh sehen soll!).
Neben geziehen Provokationen
wie gegen den OOA· oder den LEK·
Sprecher oder gegen das .,rollende
Anü·Atomdorf" etc. waJ'en die Ober·
zahl der Festnahmen reine Polizei·
willkÜnnaßnahmen. um Demonstran·
ten ohne den Schatten einer recht·
Iichen Grundlage die Fahrt nach
Kaikar unmöglich zu mac-hen: Diese
Verhaftungen braucht der Polizei·
apparat, um nachträglich sein gesam·
tcs Grorsmanöver. das Mitführen von
Maschinenwaffen, Panzern .etc.legit i·
mieren zu können ...
»Schwere Waffen« beschlagnahmt
Von der Sicherheitsnadel bis zur Tomate
Um .. drohende Gewalttaten" abtu·
wenden, wurden umfangreiche
Kontrollen und Beschlagnahmeak.
t ionen durchgeführt. So hieß es of·
fizietl Was zutage gefordert wurde,
war aber fur die Polize1 mehr als
peinlich. Die Kontrolle von . nach
eigenen Angaben · 147.000 Per·
sonen und 75.000 Fahrzeugen hatte
8000 .. Waffen" erbracht. Darunter
allerdings nicht das für die Presse·
hetze erhofhe schwere Waffenma·
terial. ln einer von der Polizei noch
am 24.9. der Presse vorgelegten Be·
schlagnahmeliste als
schwerst e Waffen auf :
- 44 Axte
- 1 Machete
- 1 Gasrevolver
-80 Messer
- 2 .,Bolzenschutzgeräte"
- 32 Eisenstangen.
Dazu Weckglaser, Flaschen, Do·
sen und schwarzes Pulver als ,..Ge-
genS!Iinde zur Herstellung von Mo·
/otow - Cocktails"(siehe auch ne·
benstehende Liste der Polizei) .
Mal abgesehen von der Konstruk·
t ion des ,.Mollie" · Baus. war das
Ergebnis trotzdem dürftig. Ein nie
dagewesener Aufwand an Polizei
hatte nicht mehr an Ergebnissen
gebracht. Schon gar nicht laßt sich
aus den angegebenen Gegenst änden
der vorher prophezeite ,,Sturm auf
Kalkar" ableiten. Jeder, der die La·
ge realistisch einschätzt, wird fest·
stellen. daß mit den angeführten
,.Waffen' ' niemals ein von ta usen·
den Poli zisten gesichertes AKW z.u
stürmen oder gar ein bewaffneter
Angriff auf ausgerüstete Pol izeiein-
heiten möglich ist. So sah sich NRW
· Minister Hirsch denn auch genÖ·
tigt, noch ein bißchen
dicker aufzutragen. Zwei Tage nach
Kaikar wurde in der Fernsehsen·
dung ,.Report" das Waffenarsenal
im Bild vorgeführt. Darunter für
den ober llächlichen Beobachter
und Nicht · Fachmann sichtbar :
zwei Gewehre und :twel Revolver.
lO Was nicht dabeistand und auch nicht
erklärt wurde: es handelte sich um
zwei Luftgewehre und zwei Gasre·
volverl So wird Meinung und Stim·
mung gemacht!
Was wirklich beschlagnahmt
wird, ließe sich · bei jeder derart
massenhaft durchgeführten Kon·
<rolle an jedem beliebigen Tag fi n·
den. mal mehr, mal weniger. Aus·
nahme hiervon macht nur die
Sc:hutz.ausrüstung der Oemonstran·
ten; Helme, Gasmasken, Schu tzbfil·
len, die freiweg als •• WaUen" be·
zeichnet werden.
Oie durchgeführten Beschlag·
nahmeakt ionen zeigen. daß zweier·
Iei bezweckt wurde. Zum einen
wurde den die
Schuttausrüstung genommen. um
sie für Polizeiüberfälle schutzlos zu
machen. Zum anderen dienre die
Beschlagnahme völlig unsinniger
allein der Schikane, Ein·
schüchterung, dem Ze_itgewinn und
der Oemoralisierung. Es sollte je·
dem einzelnen die Aussic:htslosig·
keit von Widerstand und die Ohn·
macht gegenüber einem ,,atlmächti·
ger'" Willkürapparat eingescharft
werden. Wie wenig Kontrollen und
Beschlagnahmeaktionen mit .. Wal·
fensuche" zu tun hatten, belegen
unsere Aufstellungen verschiedener
beiSPielhafter. durchaus typischer
Seschlagnahmeaktionen. Dabei zäh·
len wir nicht die Fälle der Beschlag·
nahme von Schutzausrilstung auf,
die überall durchgeführt wul'de.
Gelsenkirchen: beschlagnahmt wur·
den Hosengürtel, Zitronensaft,
Asthmaspray, Sicherheitsnadeln
(gegen Quittung!), Tücher und Hun·
despray.
Bielefeld: ca. 25 Helme pro Bus. 20
Kni4Jpel, 50 Brillen, Gasmasken,
T ransparentst angen, Busstanclarten.
Tücher. Borwasser, Tragen aus dem
Sanltät,swagen, ein Film, Erste·Hilfe
-Material, Handschuhe. Knieschüt·
Zer, Megaphon, volle und leere Fla·
sehen, Rasierwasser. Körperspray,
Benzinkanister. verschiedenes
Werkzeug, Öldosen, Coladosen, Bo·
cchiakugeln, Tampons. Strickzeug,
kommunistische Zeitungen.
Osnabrück: aur!.er dem üblichen .
Eier IBegründung:Wurfgeschosse).
Kennzeichnung OS auf den Jacken
(Grund :unerlaubt e Uniformierung}.
Taschenmesser usw.
Hameln/Bad Pyrmont: u.a. ein
Dachgepäckträger von einem PKW,
damit könnten .. Enterhaken'' ge·
baut werden.
Hannover: u.a. Ki•\dertrillerpfe,fen,
Kennzeichnung H auf den Jacke•'·
Zeitung ARBEITERKAMPF, Flug·
blätter des Ermittlungsausschuß,
Radios. Filme.
Otdenburg: u.a. drei Paar Hand·
schuhe, zwei Tomaten, eine Ta·
schenlampe, ein ARBEITER-
KAMPF . eine Umhängetasche mit
Reiseproviant, ein Hosengürtel, eine
Plastiktüte mit Tempotaschentü·
ehern, ein Paar Socken. eine Tube
Salbe, Thermosflaschen.
Augsburg: Eier. Salmiakpastillen,
Mullbinden, Tesafilm, Tesakrepp,
Wurstdosen, 1/4 Liter Brennspiri-
rus, ein Regenmantel. zehn leere
Weinflaschen. Handschuhe, Kopf.
tücher, Halstücher, Autowerkzeug,
Mes.ser und Gabel, eine Gürteltasche,
Reserveöl für Auto, ein leerer Ben·
zinkanister. Die Beschlagnahme ei·
nes Behälters für Kontaktlinsen
konnte nur nach längerem Wider·
stand verhindert werden.
Oinslaken: bei der Kontrolle d(is
VW ·Bus' der Theatergruppe, die in
Kaikar auftreten sollte. werden
sämtliche Requisit en beschlag·
nahmr,darunt er wertlose Gasmas·
ken ohne Filter, Sektgläser, Halstü·
eher Schraubenzieher.
Freiburg: neben dem Üblichen wird
hier auch Ölzeug beschlagnahmt
sowie zwei Spielzevgwasserpist olen.
Harnburg: u.a.eine komplette Laut.
sprecheranlage, ARBEITER KÄM-
PFE ,vier Federballschläger, zwei
Magenbitter.
Augenzeugen berichten
Polizeiübung: Hubschrauberüberfälle
Aus mehreren Berichten, die wir
Uber Polizeiabsperrungen erhie1ten,
geht hervor. daß es wenige Kilometer
vor Kaikar häufigere Poli:zeihub-
schraubereiruäue hat. Bis zu
zehn Hubschrauber (in den meisten
Berichten ist von acht bts zehn die
Rede) landeten auf einer Wie.e neben
den Demonstranten und setzten in
kurter Zeit eine große Zahl von
amten für eine kurzen Einsatz ab.
Zumeist handelte e1 sich um Hub-
schrauber de• Bunde.grenzschutz, die
mit Polizisten besetzt waren. Der
Übungscharakter wird daran deutlich,
daß es keinerlei besonderen Anlaß für
den EinSlitt gab und außer Knüppel·
einsitzen auch keine Kontrollen und
Beschlagnahmeaktionen stattfanden.
Offensichtlich probt dte Polizei hier
ein flexibles E in.setzen großer Polizei·
einheiten. Dazu ein Bericht von Han,.
noveraner Augenzeugen.
Beim Zug durch ein Neubaugebiet
am Rande Katkars kreisten in niich·
ster Nähe acht Bundesgrenzschutz·
transporthubschrauber, seitlich ne-
ben uns, zusätzlich zwei Polizei·
hubschrauber, aus denen mit v;.
decgeräten und KBITiera gefilmt
rerer Wohnblöcke kam. setzte ein
Tran${JOrthubschrauber unmittelbar
neben uns - c.a. 20m/ - zwischen
den Wohnblöcken auf elncm Rasen·
(' .,._
"'.·\ ,·•
.., ., .__..a
. .. ...
stiick auf. Hier spi•lte gerade ein
Kind, das gerade noch vor der Lan·
dung weglaufen konnte. Der Zug
war so überrascht, daß er stehenblleb
und alle gebannt auf die Landung
starrten. Als ca. 20 bis 30 Bullen der
Polizeischule NRW unter der Ein·
satzleitung eines BGS-Offizlers aus
der Maschine sprangen. wurden
schnell Ketten um die SatJibu$$1! ge-
blldet. Die ausgezeichnet ausgerüste·
ten Bullen (chemical mac•. Schleg·
stock. Schilde, Rucksäcke, Kampfan·
züge etc. - Im Unterschied zu den
später landenden Einhelren aus der
Pfalz waren diese weder mit MPs
noch mit Granatgewehren ausgerü·
stet.) verlangten, die Wagen nach
Waffen durchWehen zu können, weil
- wie auch wir über Polizeifunk hör-
ten -in einem der Busse Material zur
Bauplatzerstürmung zu finden sei.
Kleine Schubserei, als zwei Bullen an
den ersten Wagen gingen und ihn
durchsuchten. Helme wurden nicht
beschlagnahmt. Den Bullen wurde
befohlen, die erstell beidert Wagen zu
bewachen. Die letzten beiden konn-
ten dadurch zurückfahren und sich
auf die Weise neben den Hubschrau·
ber stellen, um das Landen weiterer
Maschinen an der Stelle zu verhin-
dern. Da waren auf der anderen Stra-
ßenseite aber auf einem Parkplatz
zwei weitere Transporthubschrauber
und in einem Garren ein Polizeihvb·
schravber niedergegangen, aus denen
besser ausgerüstete Pfilzer Polizei·
schiiler sprangen.
Die Spitze des Demozuges setzte
sich in dem Moment in Bewegung.
Es wurde eine Gasse gebildet, in die
die Sanibusse fahren konnten, weil
sie für einen Moment von den Bullen
außer acht gelassen wurden. Die Bul·
len setzten dem Zug nach. erreichten
ihn an der Straßenecke, \1\10 ein weite·
rer k /einer Demozug zu uns gestoßen
war. Einkreisung der Saniwagen. Ver-
hältnismäßig wenig Bullen, denen
aber nur ungeschützte Demonstran·
ten gegenüberstanden. Die Bullen
drangten uns brutal unter Schlag·
stockeinsatz zurück. Bei der Keilerei
kamen etliche zu Fall. Mindestens
einer erlitt eine blutende Wunde und
Prellungen am Kopf.
Mit den Worten ,,Allgemeine Ver·
kehrskontrolle" wurde der Fahrer
aufgefordert, seine Papiere zu zeigen.
Ganz plötzlich die Anweisung weiter-
zufahren. Die Sanis fuhren dem Zug
voran und wiihrend versucht wurde;
den Zug zu formieren, waren die Bul-
len Im Laufschritt verschwunden.
Keine Beschlagnahmung. Die gesam-
te Aktion wurde von entsetzten Be·
wohnern von den Balkonen beobach·
tet.
'· ..
Zugüberfall. Einer der vielen Hubschrauberilberfälle galt einem Zug nach Kalkar. Ober Funk hatte die Polizei mit·
geteilt, daß .,schwerbewaffnete" AKW-Gegner dort drin säßen. ln einem äußerst menschengefährdenden Manöver
stoppten Hubschrauber den Zug kurz vor Kafkar. durchsuchten ihn mit bewaffneten Einheiten und ... fanden friedliche
Reisende und zugfahrende AKW·Gegner vor. 11

I
...
Linlu oben: 2 Hut.d'treutMr ttnd o-4andtt. Pollxlt1en tpringen
her•ut., 3 wthtre Hub&chraubtr 1ind Im Anflug.
Ein Hubschrauber M1Zt zur Linduno zwitehen den
auf einem Iehmeien RI.MnnUck tn. Ein dort Sf:llt·
.. ndtt Kind k8nn noch rec:ht&eitia flüd1ten.
Rtehtt mlne: Eine Frau (ke.ine ltt von der
Druckwelle tu Bodtn gttd'lleudtn wordtn. Im Hint.rvrund
rec:hu men den angehaltenen Zug von AJdtalker nach Kll·
kot.
A.tchb unttn: 8uUtn eu1 den Hubschr•u*n nüt.".n wf
O.monnranttn Iot; nlldt kurur z.it a..._n Ne sich zurück.
nm-.lic:t. ohne M etw. erfunden wunM.
Hannow<. Bei der Abf•hrt um 1.00
Uhr wurde durch Poilreifunk gege-
ben. dsß sich die mög·
liehst konspirativ in dflr Polizellcase,.
ne $1fflffllln sollten. O.nn wunHr>
mehten Tramporrf•hrzeuge an den
Weffenplltz (Potizelkesernel abkom-
mandiert. um etwas (?) abzuholen.
Das kurz vorwog.
D11r Triffpunkt dtN •
ten wer dtr K/ageRnt>rkt um 3.00
Uhr. Kurz ""'' 3.00 Uhr postierttm
sich die ersten Bullen in den Neben·
straßen. Dann um 3.00 der Ruf: Die
Bullen kommen. Die Zeit reichte ge.
noch, um einen geschlosseMn
Haufen zv bilden. tn waren ca. 300
Demonstranren zu d1ttWn Zeitpunkt
auf dem Platz. Donn waren sie d11:
Ca. 30 Fahrzeuge, darunter Monn.
OmnibuU4, Bullin,
Asservaten'""9M, em Wasserwerfer
und fl)8ter kam noch tnn LKW mit
Flurtichranloge. Der Platz wurde
blitzschnell umstollt mit den Button
aus den Mannschaftswagen und •us
den NIMMtrallen und dann noch
.tnmal m Felder unteneilt, wo·
bei die Demonstranttin in lclluWt-
re ufld eine größere Gruppe unterteilt
wurden. Die Bullen waren mit
Schlagsrock und Pinole bewaffnll,
ca. zehn biSzwöff Bullen hatten MPs.
Laut Polizeifunk sollen es 600 Butten
gewesen sem, darunter Krimlnafbtl-
amte mit gelber Bindo und Zivile.
Durch Leutsprecher wurden die De-
moauft.gen durr:hgog«Jen. das VOf
gehan wur<H mit G-tz
bogrundet. Dann fmg des Filzen en,
daß Bulle recht unterschiedlich
verlief. Es wurde von Kdminalbeam·
11n bzw. 8e.Jmtinnert durchgefuhn.
AbgenommM wurden Helme, Knvp·
pel. Tue"..,, Gasbnlten vnd Zitronen·
fldschchen, allerdings nicht bei alten.
So behielten fast alle Frauen ihre Tü·
eher, einlf}6 ihre Gasbrillen und sogar
die Helme. EingroBer Te1lwurdem11
Polaroldbmeras gefilmt oder foto·
grafiert. Dabei wurden einige gtJo
zwungen. ihre Helme oufzubeha/ton
oder Knllppel und Korren in die Han·
zu nehmen. Quittungen Uber dte
beschllfl".hmten bzw.
Prorokolle wurden zum Teil '-'et"Wf'·
gerr oder versucht abzuwimmeln.
Statt Oultrungen wurden so an viele
nur kleine Zettekhen mit der Num·
mer EinigtterhittltM nichtJ.
lnsgeumt zog SICh die Prozedur
bis gegen 6.00 h hm. Fiir die Durch·
suchung der Frauen gab es insgesomt
nur drei (I) Beamtinnen.
DINgesamte KU>gesmarkt war dar-
überhmws auch noch einmal Mit·
räumig ebgespern so d.S
später Ankommende froihzeitig abgo·
fangon und durchsucht werden konn·
ten. Ebenso erging es PKW·Fahrern.
die ihre F•hrzeug frrubeltommen her
ten und nun ihren W.gen \lOm Pl•tz
fvhren. S1e wvrden sofort ein Z'Nt!mn
Mal gefilzt, weil •• sio keine Bostärl·
gung iiber bereits erfolgte Durchsu·
chung IIOrwtJisenu konnten.
Einen Ubergriff lo1$1eten sich d1t1
Bullen, als sie emen eußerhalb dos
Ringes stehenden Fotografen uber·
fielen und übel zuriChteten. Er wurd•
vOI'Jiiufig fesrgenommen.
Gegen sechs Uhr Abfahrt nech
Gamsen zum Aurobahnrostplarz. Der
Versuch, mit anderon KonvoiS h1er
zusammonzustoiJen, mißlang. Es war
niemand mehr dort 1ußer unseren
ttier S.nibussen und
gen. Hlff wurde der Konvoi endgul·
rig zvsammengestellt Aufenthalt co.
112 Swndo. Ab Garbson schlichen
sich - wie auch aus Polizelfunk ent·
nehml»r - vier z,vilsrreifenwagen
zum Tttil ." der Sp1tze m .<Jen Zug
ein und begfetteten 1hn bis zur L1n·
desgrenzlt, .w sie .. abgeltist u wurden.
Bei Lsuen.au kam der Zug in die
.Weiche" und wurde bis Rehren uber
Landstraßen umgelelt•t. wei l zu der
Zeit in HohtJ Bad EIIStJn d1e Westber·
Iiner, Brounschweiger und Hildeshel·
mer gefilzt wurden.
Wir ksmen bis Gutersloh, wo wir
an einer einfachen Sperre auf
R•sl.PIIlz wurdiM. Hier wur·
de von den Bullen eine l>ußersr groind·
liehe Filzung vorgenommen. Daboi
wurden sie von Kollegen mit MPs im
Anschlag ,.geschlitzt". Insgesamt
schientm n uber 200 Bullen zu s.m.
WtJrde •lies, wat niCht
schon in Hannover kassiert wurde.
Kinderrrlllorpfeifen. restliche Helme.
Transparentstangen, gelbe k Ieins
FarbkmnzeJChen an den Autos,
AKW·Aufkteber und des .. H" auf den
Parkas, z. T. (A KJ Ulld
Flugblotter (z.B. wurde ein Ermitt·
lungsausschußmerkblall beschlag·
nahmt, duu Protokoll geschrieben
und e1na e1gene rieSJge Tüte angelegt)
ein PdkBt gelbes Papl•r. Filme, Ra
dio, Funkgeräte, Megophone und die
Transparente gegen die Krimina/i$/tr
rung. Dlenstnummern wurden grund·
sätzlich verweigen, zum Teil liUCh
Ouiuungen. dit! ent .uf Protesr gege.
ben wutden. Schi/Hng
konnte keine Rechtsgrundlage vorzei·
gen, SOtJdern verwin nur auf die
moauf,.n des LandkreiSeS, eine An·
ordnu"fl des lnnenmmiSim und des
Polizeige .. tz, ohne Konkretes zu btJo
nennen. Er weigcrtfJ slch, Widerspruch
zu Protokoll zu nehmen.
Ein wurde euseinanderp•
baut Em Fahrzevg wurfle srillgelegt,
weil dHI Reifen zu w<tnig Profil het•
ten und er durchgerostet sein sollte.
Eine Busbesatzung vorweigerte die
Durchsuchung. Schließtich ließen sie
es doch über sich ergehen, weit sich
die Abf•hrt 1mmer mllhr verzOgene
und d1e Bullen ein bel1ebiges Fest·
halten eines Demotel/s androhte,n,
wiJ'hrend sio gleichzeitig einzelne
PKWs aufforderte touvfahren, vm
den Konvo1 •ufzuspalten. Aufenrh•lt
hier biS gegen 11.00 Uhr.
Bis zur Raststätte Rhynem eml·
germaßen geschlossener Konvoi. Dort
nur /!) vereinzeltes Filzen. Dle Bus•
fahrer wurdan hiar 8"f/8m«ht und
verutJSJCMn. Sie SJch mcht
nach 15.00 Uhr erwischen lassan,
sonsc Wllrden sie oll Stunden stillge-
legt. müßten 400 DM Bußgeld zahfon
und VIAirden vier Punkte kriegen. Im
Hintergrund wi«fer •
mit MP. DIB ebfahrenden Wagen WtJr·
den nur tm Zeitabft.and bis eine Ml·
nute vom Plau gela$$1JJJ, Die voraus·
fahrende Spitze fuhr lsngsam, damit
sich d•r Zug wieder zusarrunenfirtd•n
konnte. Folge: Am nechsten Park·
platz wurdtm die ersum rav$f}ewvn·
ken und der ors-te Wagen bekam eine
Strafanzeige wogen Verkohrsbehinde-
rung. weil er nur 30 kmlh gefahren
sei.
Vor Duisburg fuhr denn aber doch
ein gr6ßerer Teil im Konvoi. MehrertJ
Fahrzougo schlugen sich aber völlig
allein bis Kslkar durch.
• Behihderungen sm Kam. ·
IW!r Kfftlz. wo nur 'IIIIen". attgehsltttn
und gefdzt wurden. Gegen 14.30 Uhr
wieder olne KOntrolle mit zehn Bul·
len. Als dor Busfahror hier zum x-ten
Mal diB untere Gepiickk/appe Minen
sollte, p/ame 1hm der Kragen und.,
schrie den Bullen unheimlich zusam·
mon. Dor wurde such $#Jhr klein und
wollte nur noch mal durch den Ws·
gen sehen. Bei der durr:h
Wesel w1rd der Korwoi w1eder auum·
andergerissen.
4 km weiter ditt nichste Konr·rol·
le. Kurze Verhandlung mlt den Bul·
len. Ergobnis: Keine Kontrolle, WBil
sie selbst such keifHin Nerv mehr Mt·
ren. denn gesemte Straße wurde
durch Auffahren in mehreren Re1hen
gesperrt, so daß eln irtM Hupkonzert
auch des .,öffentlichen" VerkehN
einsetzte. Weiterfahrt. Einzelne
den dann doch hinten noch raUS!gl-
wunken. 13
Wo sind wir denn hier?
Oder: Zu Fuß über die Rheinbrücke
Wir kommen unserem Ziel nJihJr.
Abfshrt Wesoll Rees Richtvng
Rht!inbrucke. Wir gehören zu den
VWJnigon Glücklichtin aus dem
Homburger Zug. bereir. nach 8
1/2 Stunden P'" PKW hier ange.
kommen slnd. GIBich hinter der
Autobahn war wi«<er eine Konrrol·
lt. wo wieder einiges beschfag·
nahmt wurrJs. 01bli hatte" wir
... ff'fr" vit!r S!Hrren durchfahmn.
mindntMS eben110vie!e allerdmgs
im Vorbfifahren g<tSthen. Nun ging
es in Richtung scMner Rhein. na
W6nlgstons ein schöner Anblick on
dlestm Tag (es gab ellerdingsspäter
noch mehr). Doch feh/g«<«ht.
W"t ...,.. der RhernbfiiCke ein Stau.
Und st:hne/1 erfuhren wir: Brücke
...an Poh'zei gesptJrrr. Totalfilzun.g.
Ouiilond lang.!8m ging es vor·
der Stau wurdo länger. Wir
dBIJ ich aus unSI'Jrem
W.n zu Fu8 ntK:h Kaikar 110rgeht!.
Ich machte mich IMJf d1e Socken.
Am Straßenrand wurdogepicknickt.
die Autos alle zehn Minuten em
PHr Meter vorgeschoben. Ober uns
kreisten Hubschrauber. bis zu sie-
ben konnte ich IIUsmochen. Lang·
um Wflrde es ungemütlicher. Von
Wfttttm sah ich
sten zwischen den Autos und den
Bussen. Ich kam n6hor. Die Bullen
waren vollausgenistOI, MP zum TDJI
im Anschlag, Kniippe/. Chemical
mace Gürtel odt!r im Stiefel. S1e
hatten Kampfanzuge an. Besonders
die jungen Knabon (zum Teil nur
18.1/Jhrealt) wurden vonden Korn·
mandogebern zum Filzen 911·
scht!ucht Ein Durcllwchungstrupp
bfsttJnd aus 10 • 20. Die nahmen
sich d,. Wagen 110r. e1mye umlager-
len diese, ,.sichertm'• sle. anders
durchsuchten. Busse wurden
zogon und exrta duchsucht. D/e ln·
sasun mußten dalu aussteigtm.
Eln KleintransporTer war df'ln.
Auf der Ladeflich6 hatte er Grun-
nugs für Hecken. Em dieher An·
sch6ißerbul/e kommandierte: alles
durchsuchen. wenn was gefundsn
witd, olles runter vom Wagon.
Riicksichtslos wurden die Pflanzen
durchwühlt, Proteste nicht bftK:ft.
ter. Ein MettN ein PKW.
Dit Insassen mußten raus. Leibesvi·
siratlon, natürlich nichts gefunden.
Gep/ick raus, alles durchgefilzt.
H•ndtaschen mußten auf dem Sitz
• werdm Einer wiihlt•
14 drin rum. Taschen wurden .,_.
packt. Ah1l Irgendwas in Si/berfo·
lie versteckt/ Auspacken/ Brot kam
zum Vorschollt Aufklappen/ Außer
Käse nichts gefunden.W&genheber
bfst:hlagnahmt. Warum? Sch!agwaf·
fe.KreuzschAissel für Redmuttem:
Sch/1J9waffe. Kanister: was ist drin?
Benzin/ Beschlagnahmt. 3 Dosen.
Aufschrift: SAE 20/50. Qffensicht·
lieh hochgcf5hrlicher Stoff. Alle
Beteuerungen halfen nichts: Be-
schlagnahmt. I()(}() Meter zuriick
1St eine Tankstelle. Da st•Mn
tiert · zig solcher DostJn, ab und zu
muß man Ia mal das Motorlil beim
Auto wecllstln.
Ein Auto weiter: Ford mit Kle.
WN KMMBIChen. Garantiert keine
DemonstfllntM. Kornt'fltJn offen ..
sichtlich vom Einkaufen. 2 Bullen
sind gerade damit beschiiftigt. zwei
Kisten Wein zu beschlagnahmen.
Molotow Cocktails von der
sei, ,_urienm:Jßig'" hergestellt?
Da110r •tne uralte Ent•. Schon
verdächtig gonug. Alles Aussteigen.
LeibcsvisltlJtion. 2 Bullen klopfen
genüßllch zwoi junge Miklclwn ab.
Schließlich liest man ja so viel von
Terroristinnen. Rundum stehen
zehn Bullen und dumm/ich.
Eine Pawntm greih ei n. Das dVr·
fen Sie nicht. /st verboten. Einer
drehe sich um. schubst sio mit dem
MP • Lauf. Was ist los. gohn sie
weiter; wollen Sie etwa behaupum,
ein Beamter hitte eine Frw ange.
faßt?
Der Widerstand ist schwach. Pro·
teste vereinzelt und unkoordiniert.
Hlcr fahron kaum 8CJsse Im Konvoi,
die Bullen stoßen deshalb fast nur
auf Gruppen von bis vier Leu·
ten. d/6 Wut rst groß, ttber ohn·
m5chtig.
Ich kommo an die Brücke.
Rechts und links ein Sandcomainer,
in der M1ttfl Platz. daS gor«ie ein
LKW durchkommt. Fullgjnger nvs·
SIM r«hts und links Rund·
um etwa 50 Bullen. zum Teil mit
MP im Anschlag. ln e/nem Sondcon·
tJJiner sml>t ein Bulle, Prachtexem·
plar von elnom Bullen. ln vollem
Wichs,erho/Nnen Hauptes,
Blick. mchts entgeht ihm, umsiChtig,
sofort zur Stelle, wenn es gilt, un-
mitrelbar drohende Gefahren abzu·
wehren. MP drohend erhoben. SS
wle sie lelbt und lebt. Da kommen
Sil!fbst wir JChwerbewaffneton Ter·
roristen nkht gegen .,.Ich 1as:se
mlline Knarre hilber stecken. VIBI·
leicht ein andermal.
Ich gehe durch die Sperre. Allein
zwischen 50 Bu/len. Halt. steht!n-
blo•bfn! Ich tu's ltebor. Abtasten.
mchts gefunden. Ich gestehe !rOtz·
dem. daß ich SChWflre Geschutze
dabei habe, und zeige mein Gasfeu-
erleug vor. Das nun wollten sich
nicht haben. Donn kann ich I•
gehen . Halt. P«kt mich einer 1m
H•ls, das Hals••JCh. Nicht doch,
m.ine einzige Waffe. Es hilft
nlchn. völlig ohnB muß ich Wfliter.
keine Quit tung, Bbluholen Sonntag,
12 Uhr. Kleve.
Ich gehe mirer. Ich sthe otw•
3(}() · 4()() Bullen. Es folgt ein w. ..
SIITVWrfer avf der Briicke. Rechts
und links Panzerwagen. Dbhinter
einige Bullen mit Funkgeriiten. Ei·
nlgo halten einon Stt/ck in der Hand.
Daron befestigt lange Nage/bretter,
die bfi Gefahr Im Verzug übfr
Straße gezogen VWJrrfen, um durch-
brechende FahrzfiiJ9'! zu sstoppen.
DMi von der Sorr• k.onnte ich ent·
decktlf). Dahintor Mannschaftsws·
gen, PKWs. VW.Busse und Lastw•·
gen. Zwei randvoll mit beschfag·
nahmten Materi•l. einer halbvoll
einer leer. Dann MEK.
Wlosbaden · oder vlslleicht Bundes-
kriminalamt? M•n hört. daß Carlos
ln dor Nähu sein soll! Und wieder
Bui/Bn, Bullen. Bullen ...
Obrigens, ...er es nic-ht glaubt,
tCh war auf dMJ Weg nach K•lklr,
1ur Demonstration gegen den
Schnellen Brüter ...
Ein Mitglied der AKW · Ne in
Kommission
KB • Homburv
Pwlq>latz Bad Elloen. Oie hintere
Tür des Bus 3 aus Braunschweig
war auf Anordnung der Polizei
vom Fahrer geöffnet worden. ln
der geöffneten Tür stand eine Frau
und versuchte, mit den Bullen zu
verhandeln, diese ließen sich je-
doch nicht auf eine Verhandlung
ein, sondern versuchten, sie mit 4
Poliziaten eus dem Bus zu zerren,
was ihnen jedoch nicht gelang. Im
Laufe des Geschehens versuchte
ein Typ, den vor der Tür befind-
lichen Sitz zurückzuklappen, um
damit den Eingang zu versperren
(Der Fahrer wollte die hintere Tür
nicht schließen). Als der Sitz he-
runtergeklappt war, versuchten
die Polizisten, diesen wieder vor•
zuklappen, hatten damit jedoch
auch keinen Erfolg, da er von
einem Businsauen festgehalten
wurde. Ziel der Bullen war es. die
Insassen des rauszuholen
und zu durchsuchen. Diesewollten
jedoch 1uerst mit dem Einsatzleiter
verhandeln, w8s t1e den Polizisten
auch sagten. Oie ließen sich darauf
je(loch.nicht ejn und 1errten weiter
•n dem Sitz, um sich Einlaß zu
verschaffen. Als der Businsasse,
der .deo Sitz festhlelt , diesen je-
doch trotz Aufforderung durch die
Sullen nicht'. losließ. z.Uckte einer
der Polizisten (POM Stecher) seine
chemische Keule und spritzte eus
ca. 50 cm eine Ladung ins Gesicht.
Der lnaasse ließ den Sitz sofort los,
wodurch der Weg für die Polizisten
natürlich frei war.
Bei dem Getroffenen wurde
eine starke Hornhautreizung fest-
gestellt {was ein Braunschw eiger
Arzt anestl,rte). Eine sich neben
ihm beflndUche Insassin bekam
von der Ladung noch einige Sprit-
zer ab, was sich jedoch nur in einer
leichten Reizung der Haut auswirk-
te.
"'nlaa.•.:..
INFORMATI ON FÜ R VCRK EHRS 'I EILHC.IH4ER
Werter Verkti'Hsteilnehmer !
Im R.1-hmen '1()1\ pol iLeilitnen Maßn,lt'unen ;'IUS Anl rt ß OOr • K.11kar I
Nordrhei n·Westfaten werden in Niedl;!rs:u;hsef'l auch
V erk th r s kon lrO l len
dufchgeti.lhrt.
Sie befinden si c:h I m Regi erungsbetirk Hanno\ICt Im Sereleh e!ner KontroHstcllo t
Oie Kontrollm*Bnahmon erstrecken sich zunächst aut die Überpn.ifvt\9 det mi tr.u-
führenden Auswei spapiere dt$ Fahr.Leuglllhrers und dle Üborpriit ung de s Fahr-zeu•
ges.
Untf)(stütlen Si e Im eigeMn Interesse di e polizeili chen M:lßnahmen I
IHRE POLIZEI
POUZEI NIEßERSACHSEN
REGIERUNGSPRÄSIDENT HANNOVER
ONAI'IEICHT OUFICM;

Günt er B e t t g e
>!.ur Si o':er $ t qJlur.g
1
Be scnlal;na h01e gP.mä ß §§ 17 ff . Brem . PG
Ch i.in:il"!:
:"'vr·cfblatt
dem ""tl.
L bez eichnete(n) Sache( n) wurd en
Kennzei ch e n 0/12.-/f [lj f estgestdlt .
Fahr t z i el Kfz. •o;ar dAR KernkrRf t werk Ka lkar.
in dem
Zur der: BentJtzu.n.g • Stra ftaten bei der Deo!On-
s t!'a.tior, ";n 24 . 0'}. 1'377 1r. und um l\al.ka::- mußt or. di e b e s c hl agnahmt
Sc und -:he 'A1tgens t ä nde wnr tien bei gle iohartig en Anlässen
i':ir \'erwendet .
ln Vorbereitung der von der Bremer Poti·zei vorgefertigtes Beschlagnahmeformular
15
Aus mehreren Berichten geht hervor,
daß die anreisenden Demonstranten
den Polizeiterror am 24.9. nicht wi·
derstandslos hinnahmen. Es gab ver·
sehiedene Aktionen, bei denen es
auch zu direkten Konfrontationen
mit der PoHzei k1m. Hier einige Be-
richte.
. . .
Bramen. Nach kurzem Halt beschlit·
ßen wir, zur n3chsten Auffahrt hinter
Lünen zu fahren. Oie Ist durch ein
scheinbar kleines Polizeiaufgebot ge·
sperrt. Spontan entschließen wir uns,
die drei Busse zu \letlassen. Wir fr•
gen nach dem Grund der Sperre. keo·
ne Antwort. Daraufhin besetzen wtr
die StraS, vor der Auflahn und stim·
men Sprechchore an: ,.Wir wollen
auf die Autobahn". Es kommen meh·
rere Mannschaft swagen angefahren,
Bullen mit gezücktem Knüppel sprin·
gen heraus. Wir bildeten Ketten. Oie
Bullen erhielten Befehl zur Räumung.
Mehrere MPs wurden a..f uns gerich·
tet. Wir proteStierten lautstark. Etn
Bulle zog seine Pistole. ein zwetter
entsicherte seine MP. Oie Bullen
rückten dann mit Knüppeln gegen
uns vor. Sie griffen sich einen Oe·
monstranten, zerrten ihn unter Schiet-
gen und Treten zum Mannschaftswa-
gen. Ein zweiter Demon$trant wurde
\IOn uns befreit . Wir kamen dann
mcht um dlt P.rsonaltenfeststellung
herum, warteten aber so lange. bts
der Festgenommene wieder freigelas-
sen wurde.
. . .
Bielefeld. Eine von uns geplante Be·
seuung des Kwnener Kreuzes schej..
terte. weil es mcht gelang, die Busse
zum Halten zu krtegen. Wir fuhren
dann <tweispurig la,.am. um den
Verkehr zu verzögern und so Druck
zur Freii111Jng der Hannoveraner
Busse zu machen. Daraufhin kamen
aus Richtung Ahynern Bullenwagen
mit Blaulichl und Martinshorn, fuh·
ren auf der Mittelspur zwischen den
Bussen durch und errichteten am
Autobahnkreuz Oortmund-NordoJt
eiM Sperre, um uns nach Frankfurt
Wir stellten zwei PKWs
vor den Bussen quer und bildelen
Ketten. Mit KnuPQeleinsatz und Hun·
den räumten die Bullen die Kette
und schoben die PKWs beiseite. Zwei
von uns hatten größere, zwei weitere
16 leicht e Bißverfetzungen. Wir waren
dann gtzwungen, zunachst in Rich·
tung Frankfurt loszufahren. Oie gan·
ze Akdon dauene zehn Minuten.
• • •
Aochon. Am Autob<ohndreiec:k Ne\Jss
wurden wir auf der rechten Spur ge·
stoppt. Drei Leute malten eon Schild,
durd'l das die Voruber1ahrenden auf
die hier ablautenden Schweinereien
aufmerksam gemacht wurden. Sie
wurden dauufhin festgenommen. Als
Reaktion besetzt en wir die vier Fahr·
spuren. Im Nu wurden unsere drei
Mitfahrer freigelassen, wir INUtden
von den Bullen gebeten, um Gottes
Zwirn die Bundesautobahn freizumr
chen und konnten wetterbhren.
. . .
Göttingen/ Kassel. Rastplau auf der
Suecke Kassei·Dortmund. ln einem
Kasseler Bus soll jemand festgenom·
men werden. Wir sofort alle hin und
Bus umstellt. Ern vergitterter KJein-
bus der Bullen fur den Festgenomm<>-
nen rollt heran. Ooe Bullen drohen
uns über Megaphon, unsere Busse zur
Abfahrt zu zwingen oder abschlep·
pen zu lassen. Auch don stellen sich
Leu te von uns vot die Busse. Vor
dem Kasseler Bu5 ziehen die Bullen
mit Knuppetn und MPs bewaffnet
auf. Soe haben Hunde dabei. Sie
knoppein dann los. Ein besonder e.._
friger venauscht nicht euvnal seine
MP mit dem Knüppel, sondern stößt
mot dem Lauf der Waffe den Oemon·
stranten in den Unterleib.
Et muß von einem Mitbullen dar·
an gehindert werden, der ihm die
Waffe abnimmt. Den Hunden werden
die Maulkorbe abgenommen und sie
werden auf uns gehetzt. Fast ist es
ein kleines Wunder, diß es nur drei
Leichtverleute gab. Schloeßlich
mußten wir unseren Widerstand auf-
geben, als ein weiterer TnJpp aus.ge·
1'\lstoter Bereitschaftspolizei Aufst el·
lung nimmt .
• • •
Homburv. Autobilhn«JfN>rt Sitten·
un. Polizeispe"B, von W*item zu se-
hen durch di e Schoinwerferbeleuch·
tung. Unser Zug stoppt etwa BOO m
vor der Sperre. Oie vortleren PKW
wertJen quergesrellt. Wir beraten, was
zu run ist. Zwei Spaher werden vor·
geschickt, um dM Loge BUszukund·
schaften. ln der Sperre befm<Mn sich
sieben Busse des Hamburger ,.Alter·
natlvplenums': die früher obfuhren,
total {16fllzt. Mittlerweile SINnmein
sich Verrrauensleuto dor über 30
&Jsst1 vorne. Die Späher kommen zu·
ruck. Ihre Angeben sind sie
konMn diB Stirke nicht genw •
sc:hatzen. Wir beraten. Der Vorschlag,
der wird: Vier Busb•
satzungen in voller SchutzBUSf11Stung
nach vor"., vor die PKW$. A/18 ande·
ren SuS$11 in Bereit schaft. Auf Kom-
mando olles rous und die Busse um·
stellen. um Durchsuchungen zu ver·
hirmrn. ln jedem Bus bleiben 'wel
bis dre. cmd mit
den Buslahrern. Wir ziehen denn im
Schmtempo Rich rvng S(Hrre und
fordern dt!<en Beseitigung. Der Vor·
schlag wlrd gegen eine Stimme ange-
nommen. Die Busbesatzungen der
vior Busse kommen nach vofiHJ. Es
wertitNo vil!< Ketten gebildet. Alles
läuft BUs!Jtlzeichnet ob. ln ollen Bus·
sen w1rd diskutiert. Wir $ind ent·
schlo$$1t), dll! Spem> zu durr:hbrt!-
chen. w#t)t) vnseren
n/ICh freit!< Durchfahrt mcht entrpro·
chen w1rtl. Unser Trupp 1)81 sich
StllrtbtN'811 fonnicrt. (1. nächste Seite)
Da kommen die Meldungen: Au·
tobolmgoliinde total abgeriegolr, NA·
TD·Draht, hunderte Bullen (spi·
ter bestitt,9t sich: 1.300),
se mit MP l>ewaffneL Auß4rtlenr er·
fahren wir: ln der IJ'Iflllltl BRO Rit!-
$111lBUfgebot an Polizei, ubt!rllll wird
gefilzt.
Erneute Beratung. nBCh fast drei
Srunden. mr beschließen efnstim·
mig: Rück fiihrung der Helme in
PKWs. um sie nicht don Bullen
zv iJberlassen. Langsames ranf.Jrren
an die Sperre, um schnellsrmögliche
Durchf•hrt zu wird ver·
handelt Wlf sr:hätzen ein, d•ß die
Bullen Mrt und berei t sind, uns aus-
zuhungern, damit wir nicht n«h
Kalk6r kommen, anderers6its dBs
KriJftcvtJrhältni$ zv ungunstig filr
uns /$t , um einen Durchbruch zu
versuchon. Dies wird angenommen.
Zun!Jchst blockieren wlr Wtllter dle
Autobllhn. ln der Zwisr:Mnnit
abmonttert,
MI_". PKWs fahren dun:h
dte Lucken zurück in Richrung
Hamburg. Nach kurzer Ze.t geht
auch dos nicht mehr, da die Gegen·
fahrbohn ebenfalls ge$()errt ist. Wlr
kommen an diesem Tag um die
Sperren und Kontrollen nicht
herum.
18
Als die Mehrtteil des Nord-Konvois
gegen Cl!. zehn Uhr morgens die
Sperre Ostetal passiert hatte, durften
die Busfahrer offiziell noch eine Stun-
de hinter'm Steuer sitzen. Nur Weni-
gen gelang es, für ihren Bus gegen
Aufl)<eis Ersatzfahrer 'ranzuschalfen,
de< Rest entschtoß sich zu ca. einem
Dnnet nach Bremen und zu zwei
Dritteln nach Hamburg zu fahren und
dort durch Demonstrationen und
Kundgebungen die Olfendtehl<oit übe<
die massiven Polizeiübergriffe der letz·
ten Nacht und des Morgens zu un·
terrichten. Gegen ca. zwölf Uhr kam
der rund 1.000 Personen starke Zug in
Hamburg auf der Moorweide an.
Sofort wurde Kontakt zum BUU·
Buro aufgenommen und die Vorbe-
reitungen für eine anschließende 0.
monstratlon durch die Hamburger
Innenstadt eingeleitet. Die meisten
AKW-Gegoer waren wllhrend der
Sammlung zur Demo ziemlich abge·
schlafft. Die Strapazen der letzten
Nacht, und vor allen Dingen die er·
fahrene Ohnmacht während der po·
lizellichen Willkürmaßnehmen steck ..
ten allen in den Knochen. Enn als übec
Megaphon ein Flugblatt des KB verle-
sen wurde. was einen groben Übe<·
blielt über die Polizetaktionen geb. kam
wieder leben in die Menge. Voelen
wurde klar, daß die Aufgabe jetzt darin
bestand, diese Sauerelen ao breit und
so eindrucksvoll wie möglich bekannt·
zumachen, daß das die einzige Mög·
Iiehkeil für uns war, noch der Kalkar·
Demonstration UnterstOttung zu lei-
sten.
Kurz darauf setzte eich dar Zug mit
Irischem Mut in Bewegung. Endlich,
nach mehr als zwö" Stunden mit
gebundenen Händen oone Aktion! Man
merkte richtig das Aufloben und die
wütende Entschlossenheit der Demon-
stranten. Parolen wurden gßrufen,
neben den bekennten auch . neue,
spOntane: »Die BAD, ein Bullenstaat
- verhindert unsere Kalkar...fahrtl•
Vorneweg trugen vier AKW·Gegner
das große Transporent •Bürgerinitiat>-
"" Umweltschutz Unterelbec - ·ohne
Stangen; die waren als sgefahrficlle
Angriffswalfenc Inzwischen beschlag-
nahmt worden ...
Auf dem Jungfernstieg blockierten
wir dann mit «Hnem Sitzstreik die
Straße für ca. 15 Minuten. Die be·
kannten Informationen wurden kurz
durchgegeben, ein Mi1glied der Ober·
elbe-Reglon hielt einen empÖrten Au·
genzeugenboricht . Dann ;ing es wei·
ter Richtung Mönckobefgstraße. Die
ganze Stadt war von Bullen wie leer·
gelegt.
Als der Demonstrationszug in der
Mönckeborvttaße einbog rauschten
mit Blaulicht und Sirenongeheul noch
zwei mit knapper Not, offenbar von
weit her herangeschaffte Mann-
schaftswagen 'ran und riegetten den
Weg zum Rathaus ab. Wir zogen
Richtung Mönckebrunnen weiter, ver-
teilten Flugblitter und zogen mit
Parolen etc. die Aufmerksamkeit der
Passanten auf uns. Die Offendichkeil
reagierte aufmerkNm und wesentlich
interessierter, als wohl viele von uns
angesichts der massiven •Anti-Ter·
rorismus-Propeganda« de• letzten
Wochen zu hoffen wegten. Auf der
abschlleßendan Kundgebung wurden
zunächst zwei Lieder gespielt. dann
hielt ein Sprecher der BUU, der die
Nacht über i m Büro <Jer Buu· Tele· :
Ion-Bereitschaft hatte, eine fesselnde
Rede über die gelaufenen
a.ktionen. Breite Empörung
rend dieser Oarsteltung vor allem aus
den Reihen der Passanten zu be-
merken. T otenatille herrschte während
der Ausführungen, Raunon und pfiffe
wurden bei Berichten von besonderen
Polizeischikanon laut. Der ganze Platz
SOlNie die Spitaleratraßo, die Moncl<&-
bergstraßo auf beiden Seiten etc.
waren mit Interessierten Menschen
gefüllt. Staobr Belfall kam auf , als der
Redner beido Fraktionen der Hambur-
ger Anti· AKW-Bawegung zur gemein.
samen Abwehr des auf·
forderte. Gegen Ende der Kundgebung
kam e;n lltorer Ko41oge zum Laut·
sprochorwagen, Oberreichte sein.SPQ.
Partei.,ch und bot derum, seinen
Austritt aus dieser prichtlgen Partei
belcannttugebon - für ihn sei das
Maß jetzt voll •••
Zum Abschluß verabredeten wir
uns noch für den Nachmittag, um
weiteren Menachen ln der Stadt das
Erlebte mitzuteilen. Frohen Mutes
gingen wir auseinander - das war
wirklich eine gelungene Aktton I
Die bürgerliche Preue haue sich
grolle Mühe gegeben, den Mobili·
sttrung,.rfolg der Kalkar·Demon·
strauon wochenlang durch gezief-
tes Aumreuen von Geruehten. Ver·
unglunpfungen und Lugen sowie
durch den Versuch. ..friedliche"
AKW·Gegner und 509enannte .. Chao·
ten· gegeneinander auszuSPielen, zu
behindern - und das am 24.9. in·
5Zenierte gigantische Bürgerkriegsma-
nover der Polizei im voraus tu
rechdertigen. Ein besonderer Dorn
om Auge war den AKW· Betreibern,
den Regierenden und 1hren
Sprachrohren. daß doe Kalkar·O ..
monstration von einem breiten Bünd·
nis getragen wurde. in dem weltan·
schauliehe und politische Meinungs·
verschiedenheilen hinter dem g ..
meinsamen Willen nach einer größt·
moglichen ProtestaktK>n am Ort des
.. Schnellen Briiters" zuruckgestellt
wurden. ln 8 r o k d o r f hane
d11 burger1iche Presse mit Hilfe von
Einschüchterungen. Drohungen und
Gruselstoties über die .,Chaoten"
errekht, daß die Demonstration am
19.2. dieses Jahres gespalten wurde,
daß namentlich der BBU sowie DKP.
Jusos usw. einen ursprUnglieh von
der Landeskonferenz gefaßten Be-
schluß über eine Demonstration
.. vor Ort" nachtroglieh wieder um·
sueBen und eine eigene Oemonstra-
tk>n im abseitigen lttehoe durch·
fuhrten. ln G r o h n d e hatten sich
diese Teile der Anti· AKW·Bewegung
am 19.3. (von ortliehen Ausnahmen
abgesehen) dann gl4ich völlig aus
der Protestaktion herausgehalten. ln
K a I k a r hette es anfangs zwar
auch masstve Schw.-9:enen über
das Zunandekommen einer gemein-
samen Aktion gegeben (u.a. weil der
BBU zeitweise die ganze Demonstr•
tion unter seinem Namen fUr sich
reklamieren wollte}. es konnte aber
schließlich ein vernunftiger Kompro·
miß erarbeitet worden. der allen Tei·
Ion der Anti AKW·Bewegung die
Plattform fiJr ••ne Qtsochloch soli·
dansehe Zusammenarbett bot. Als
d•eses Bündnis sk:h tmmer deutlicher
abzeichnete, und zwar mit dem er·
klarten Ziel, am Bauplatz und nir·
gendwo anders zu demonstrieren,
verstarkte die bUrgerliehe Presse
ihre Zersetzungsmanöver gegen die
lJemonnration. Muster war dabei

weitgehend die vor der dritten
Brokdorl· Aktion (19.2.) ll"laufene
Hetzkampagne.
,.Untrügliche Beweise"
über Gewalttaten
ln den Tagen vor der Ouisburger
Untemutzerkonferenz 127 ./28.8.1.
kolportierte die bürgerliche PrelSe
allerlei Behauptungen, wonach die
ganze Oemonstraüon quasi ein allei·
- Der Planungsausschuß und die Dt·
monstrationsleitung 5eien .. offen·
sichrlich ..• fest im Griff des KB'',
orakelte dit .. Weit" am 8.9.; dt·
her (II seien .. Gewa/rririgkirir.n
durchaus nich r .u:sgeschlossen ".
- Die .,Neue Ruhr· Zeitung" INRZ)
sah am 9.9. die ,Jieplanre fried·
liehe von radlke·
len Stoßtrupps unterwandert und
zu einem Angriff btt-
nuur".
AUF NACH KAlKlR
Und d• 1 WOlle wetden unter den Lammern weiden ... IWIII
Eine der zahlreichen Hetzkarikaturen vor der Kalkar· Oemon11tation
niges Unternehmen von .. Linksradi·
kalen" sei, zumindest aber von ihnen
dirigiert werde, und - logischerwei-
se ..... l so auch gewaltut•ge Au5em·
vorbereitet -.wrden.
- .. Lmk!VBdikale planen den Stwm
lltlf d<tn Btiiter in Kafftor svst..".
t1sch", schrieb die ,.Neue Westfa·
llsche" am 18.8.
- .. Noch Brokdorl droht in Kaikar
dltl niichste Gewafrpmbe", so die
FAZ am 19.8.
- Oie in .. Kalkar geplante Demon·
st,.ttOn wird wahi'$Cheinliclt nicht
friedliCh verktulen'; behiUptete
schiitBlich Springers .. Wtlt " arn
26.8
Nach der nationalen Unterstützer·
konferenz in Ouisburg wurden diese
Pressemärchen noch gezielter und
dreister;
- Laut .. FAZ" vom 10.9. waren es
KB und .. KPD". die ,.Gewalttiiti!J'
kBiten ... praktisch programmi•rt"
hätten. um die Kalkar·Demonstr•
tion .,zu elner dritten Mach
mit dtN Polizei werden (zu) •
sen."
Das .,Hamburger Abendblau"
phantasierte am 7.9. gar, daß .. K·
Gruppen der Polizei .... eine
Schlacht IH!fem"woll ten. und des·
t\alb zur Vorbereitung der Kalkar·
Demonstration uin den Unter·
gnJnd" gegangen seien.
Anfang September hatte NRW·In-
nenmen•ster die Meldung
rausgegeben, daß der Polizei nun·
mehr uUntrügliche Bsweiseu für die
angeblich beabsichtigte .. Schlacht
um Kslkar" vorliegen wurden
( .. NRZ". 9.9. ). ..Unterlagen und 19
20
lnformationenn darüber seitn im
Besitz der Polizei (,. Rhetniache
Post", RP, 13.9.1. Auf konkrete
Nochfragen auf Pressekonferenzen
und bei späteren Vtrr'\andkmQen
mit Delegationen des Dernonstra·
tionsbündnisses konnte Hirsch die·
se angeblich .. u ntrüglichen Beweise"
aber zu keiner Zeit vOflogen oder
auch nur näher benennen. Dennoch
nahm die bürgerliche Presse diese Be-
hauptung gierig auf u nd puttc:hte sie
zu großen Überschriften hoch, ohne
irgendwelche Zweifel anzumelden
oder gor die Haltlosigkeit dieser An·
schuld9Jngen deutlich zu mochon.
Stattdessen versuchte die Presse
selbst mit eigenem Erfindungsreich·
tum dem Innenminister zu Diensten
zu sein: Die .,Westfälische Rund·
schau" (17.9.1 hatte auf wohl geheim·
nisvolle Weise in Erfahrung gebracht,
daß .. Extremisten den Bauplstz stiir·
men und besetzen wollen. GtJWitzr
ow den Erfahrungen von Brokdorf"
t>anen diese .. ihre Waffen schon vor
•ln;g.r Zeit teilweiS8 bohn,.,nd
n«h Kaikar geschafft". AuS.rdem
uVHmuttlt die Polizei größere Men-
gen Schiii!IW•ffen verstedct" in Bau·
plaunahe. Die .. Westdeuttche All·
gemeine Zeitung" wußt e am glelohen
Tag einen anderen .,untrüglichen• Be-
weis" anzubri ngen: .. Die Hinweise
IIUS den Lagern der K-Gruppen spre·
cMn eine eindeutige 0) Sprsche.
Dlese Hinweise miisSI!n ernster ge-
nommtM werden, als es bisMr zu g&-
sch.nen scheint". Verschiedentlieh
wurden solche Hinweise an Publi·
kationen des KB .. herau.lesen",
in denen davon dit Rede war, daß
ein notwendiger S c h u t z vor zu
erwartenden Politeiübergriffen orga-
nisiert werden müsse; Springers
.. Weit" hane diese Art von .. Be·
welsführung" schon am 26.8. exer·
ziert.
Für e inen Teil der Presse war
schließlich fo lgendes Zitat aus einer
auf der Ouisburger Unterstiltzer· Kon,.
feren.t verabschiedeten Resol u tton
das beste .. Beweisstück" fur die .,ge-
walttitigen" Absichten der Demor>·
strant&n: ._Wir hatten einen gnchlo•
tenen und enuchloaenen Manch un·
wer Oemonstrationssprtte durch ei-
nt Polizeisperre für ein richtiges Vor·
gehen, um un,sere Recht zu veneidi·
gen. •• ln einigen Zeitungon wurde
dies einfach als .. Erklärung einer ...
K·Gruppe" umgelogen (..FAZ",
22.9.) oder mit der einleitenden e ..
mtrkung versehen: .,Kommunisten
hilben angedroht.. " C .. Bild", 21.9.).
Daß ein Beschluß auf einer Kon-
ferenz von Delegienen vertchiedener
Anti-AKW-Initiativen aus mehreren
Bundeslandern war, kiimmene diese
.. 9!Wissenhaften" Journalisten nicht.
Noch weniger freil ic h re ihten sie ditt-
ses Zitat in seinen wirk Iichen Zusam-
ein: Daß nä mlich onge·
sieht! der erklärten Absicht der teil·
nehmenden 81's und Gruppierungen,
bei dieser Demonstration k e i n e
Bauplan-Besetzung zu versuchen.
jede Polizeiabsperrung eine Provoka·
tion und eine völlig unakzeptable Be-
schneidung des Oemonstrationsrech·
tes war. Keine einzige Gt'\.lppierung
innerhalb der Anti·AKW·Bewegung,
d ie einen bedeutenden Anteil an der
Vorbereitung der Kalkar-Oemonstra·
tion hatte, hat die Absicht einer Bau·
platt-Besetzungunter den gegebenen
Umständen und zum gegebenen Zeit ·
punkt vertreten. Jede Behauptung in
der bürgerlichen Presse oder von sei·
ten der Polizei und der NRW·land ...
regierung, die von einem .. Sturm"
auf den Bauplau:, von einer •• Schlacht
um Kalkar .. und ahnlichem mehr
phantasiene, war keine .. Vermutung"
oder •• Befürchtung", sondern eine be·
wußt in die Weit ges.tzte Lüge .
die einzig und allein der Kriminalisie·
rung der Ant i· AKW·Bewegung und
der Vorbereitung des am 24.9. dann
auch erlebten gigantischen Polizet-
Aufmarsc:hes diente. Weil die AKW·
Gegner d a s wußten, und weil sie
vorher vielfache und biuere Erfah-
rungen mit bewaffneten Polizei-Ober·
fallen gemacht hauen (auch dort, wo
AKW-Gegner völlig urworbereitet
und schuulos den Potiteiknüppeln
gegenüberstanden). hatten sie sogar
die unbed ingte V e r a n t w o r •
1 u n g • die Demonstration gegen
den Bullen-Terror zu schütze n
und ihr Recht auf Demonstration
{wo s i e es wollen, und nicht, wo
die AKW·Betreibor es wollen!) zu
v e r t e i d i g e n. Die ab!urde Be-
hauptung eines engeblich vor·
beteitet·en •• Sturms" auf den
Bäuplatz wird nicht zulent auch
durch die großartige .. Ausbeute" der
Po lizei bei ihren im ganzen Bundes·
gebiet auf der Anreise durchgeführ·
ten Kontroll- und Beschlagnahmu ngs·
aktionen entlarvt: Das, wos die Poli-
zei einkaHiert hat. hätte nie und nim-
mer einen Sturm auf den mit e iner
5 m hohen Betonmauer und einem
6 m breiten Waswrgrlbtn abgesi·
cherten Bauplatz ermogliclu - selbst
wenn die Polizei n i e h t mit Ma-
schinenpistolen dahinter und davor
gestanden häne. So naiv Ist die Anti·
AKW-Bewegung boileibe nicht , daß
sie nicht wüßte, daß es dazu e iner
ganz anderen AusrUstung bedarf!
Spaltungsversuche mißlungen
Die Greuelmärchen ubor angeblich
.. gewalttätige Absichten" der .. K·
Gruppen·• zielten dareuf, das erreich·
te Biindnis zu zerschlagen und die
.,gemäßigten" Teile der Anti·AKW·
Bewegung zur Oistanzierung zu er·
pressen. Das ist in mehreren Prauebe-
richten auch sehr direkt ausgaspo-
chen worden. Erklä rungen de• BBU·
Vorstands. in denen die vorbereiteten
Pol izei-Manöver verurteil t wurden.
wurden von der Polizeigewerkschaft
in NRW a ls • .Alibi für Gewa/tsktf9·
nen" beschimpf! C.,FR", 1.9 .). Daß
BBU· Vorsouonder Schumacher gleich·
zeitig mit (der Sache leider nicht
dionlic:hen) Erklarungen zu scllllch·
ten versuchte, sie lNÜrden die .. Extre-
misten" schon ,.im Griff" behalten.
wurde _von der .,Rhelni5Chen Post"
(30.8.) als .,Selbstüberschätzung"
verhöhnt, und gekonten: ,.Es ist eine
Tatsache, daß olne so amorphe Ver·
einigung wlo der BBU nicht ln der
Lage ist, im F1iluusufernder Gewalt·
tiitigkeiten gr•ifbllre Venmn.ortung
zu tmgen". NRW-Innenminister
Hirsch versuchte den BBU direkt
zum Ausscheren aus dem Bündnis zu
erpressen: ,ßtirgariniriativen, denen
er grundsatzlieh die Seriosität nicht
absprec/16, müßten überlegen, ob sie
nlcht ihrt1 pollrlsche und moral/sehe
GiaubwilrrJigkelt durch Verquickung
mit gewolttli tlgen Gruppen verspiel·
ten" ( .. FR", 9.9.). Ähnlich auch d ie
.. FAZ" am 10.9. : • .Der Bundesver·
band der Bürgerinitiativen Umwelt·
schutzunddie zshlreicoondeut:schen,
holliindischen und belgischen Bürger·
initiatill#ln, die sich gegen das
Projekt ..,n Klllksr richten. habm
nun zu ent.chelden, wieweit sitt dit!
Verant"WOrtung furdie ihrerseits fried·
lieh geplante Oemonstratlon überneh-
men können. u Auch das schließliehe
Verbot der Demonstration direkt am
Bauplatz bei gle ichzeitiger .. Erlaub·
nis" def Oemonsttation in Kaikar
(vor allem einige COU·Politiker wo II·
ten d ie Demonstration eigentlich
g,;fnz verboten. zumindest aber au f's
andere Rheinufer verbannt haben),
gescllah laut Hirsch noch der DeYise:
,.Die Leut• !gemeint ist BBU usw. ;
Arvn. d. Red. ) müssen Gelegenheit
siclf zudisranzieren"(..NRZ",
23.9 .). Anders als seinerzeit in Brok·
dorf mißlang d ieses Spattung$1T\anö·
ver aber bei der Kalkar·Oemonstra·
tion.
.. Angst in Kalkar"?
Nach Brokdorf·Muster wurde in
der bürgerlichen Presse auch zusarn-
rnengeSPOnnen, daß die Poli:ei ganz
im Interesst ,.der Bevölkerung" in
und um Kaikar MJfmarschiere, daß
,.die Bevölkerung" vor der Demon-
stration .. Angst" habe und diese als
.. Gefahr für Ltlib und Leben" betrach·
te (SPD·Bezirkr.vorsitzender Hans·Ot·
to l;löumer, .. SZ", 22.9.). Die Ein·
woh'ner von Ke lkar seien n icht bereit,
.,auf Jahre hinaus die Möglichkeit in
Kauf zu nahmen, daß sich alle paar
Wochen Demonsrranten gegen den
Brüter einfinden und sie dadvrch
pr3ktisch im AusnahmezU$tand leben
muß" (Hoinz Seesing, CDU. naoh
.,RP"', 10.9.1.
Die Presse erfand, besonders in
den letzten Tagen vor der Demon·
stration, entsprechende Schlagzeilen:
- .,Bürger bBngOn um ruhiges Wo·
chenende" !.,WR", 21.9.1
_,Der Stadt Kaikar droht ei n Chs·
os" t .. RP", 21.9.1;
- .. Burger am Markt ..,n Kaikar:
,Ware nur schon ."., vorbei'
(,.WAZ", 22.9.);
- ,.Kalkar bangt dBm Samstag entge-
gon" ( .. RP", 22.9. );
,.Kalkarer BOI'(}{Jr befurchten Zu-
sammenstöße mit Atomgegnern
- Das Krahwerlc tNCht ihnen -
mger Afl!/S1" (,.Kolr, .. Stadt·An-
zeoger", 23.9.).
Al• .. Beleg" für d• Angne der Kalko·
rer Einwohner (d;e von der bürgerli·
01e polizeistaatliche Bürgeri<riegs-
ubung vom 24.9. fand in der bürget·
Iichen Presse am 25., 26. und 27 .9.
last uneingeschliinkt Lob u nd Be-
wunderung. Die ,,Rhaimische Post"
(26.9.) schwelgte geradezu in höch·
sten Tonen über ..die fast gesamt-
diUtsch (!I zu KontiOlle
Mffl" an den NH1d.m.in
dlln Demonsrranrft>": Otr Staat habe
siCh •• als wehrhaltu erwiesen, meinte
das ,.Hamburger Abendblatt"
(26.9.1; .,Der Rochtsstnt hat vor
Kaikar eine Schlt>eht gewonnen",
die .. Weit" (26.9 .1; ,.diePoli-
n i hatte den ChilOten und Gewalr-
tltBm ... den Schneid M>gel<auh': so
dlt .,Bild am SOnntag" (25.9.1. Ober·
nonvnen wurde quas1 generell, daß
d1e PoHzei einen ,.ftiedlichen Verlauf
der Demonstration erzwungen"
hatte; erzwungen durch ihre .. dele".
slve Taktik", wte Innenminister
Hirsch das Aufmarschieren von tau·
senden MP-bewaHneter Bullen be-
zeichnete, durch __..,•f•ilte Taktik"
und ,,bewundem$WMe
tung" I!! I. w1e der Kommentator der
.. Kölnischen Rundochau" (26.9.1
schneb. Der .. Kölner Stadt· Anzeiger"
(26.9.) ging in seinem Titelseiten·
Kommentar sogar soweit, daß er die
Demonstranten indirekt zum ,.Dank"
an die Polizei MJHOI'derte: ,,. .. nur
dillSBr Prävontion (Vorbeugung,
damit l ind die musenhaften Ourch-
a.chungen und Beschlagnahmungen
gemt11n; Anm. d.Red.l ist es zu ver·
dankM, dl/ß die 84<ichte uber Kaikar
hBUtt nichr von Zahlen der Toten
I! I und Verletzren bostlmmt werden.
So paradox es BUCh klingen mag:
Oie Polizel hat Ietzton Endes dieSB
Demonstrarion gerettet (I) und nicht
verhinden

chen Prts5e ja bewußt anzustacheln
versucht wurde!) kamen dann solch
einlalllrtiche Dinge, daß Gtschalt$-
leute Ihren Laden am Demonstra-
tionstag geschlossen halten wollten
(z.T. wird das gestimmt haben; z.T.
haben Geschäftsleute extre Laden
aufgestellt: Verpflegungs· und Ge·
tränkobuden für die Demonstranten);
und daß 150 (!!I ge-
gen dte Demonstration gesammelt
wurden ( .. NRZ", 13.9.1 - wahrlich
Do• graulliehe Bild, da• d11 R•
gime-Presse vor der Demonstration
über die angeblichen Absichten der
.. Chaoten" gezeichnet hat, bleibt
auch danach best ehen: Oie .. Cha-
oten" haben Verletzte und Tote ge-
wollt I .. Nichr die angtlbliche (?!I
8ed10frcJng der Zukunft der Mtnlch·
hllit motivi«'t• tauSI!nd• d#r uberwift.
gend iungen Marsr:hierer von
karn. beteuene die ,.Rhe•nische
Post" (26.9.1 nochmals, .. sondorndie
Hoffnung (I) auf Krawall und PrOge-
feien, deren Opfer als M/Jrtyrer ihrer
kBUm llrtikulierbaren anarchlstischen
ld«Jiogie willkommen gewtSIN'I wä-
Kommentar eine'
Helmut Breuer folgt exokt der per·
verwn Phantasie, die Pater Boemsch
nach der dritten Brokdori-Oomon-
nration in der .. BamS" (20.2.1 au ..
gewalzt hatte: .. Die radikalstrNl der
radikalen Demonstrantendachton an·
ders: ,Wir haben Pech. wenn es koine
Toten gibt' ... Sie sind fanatisch und
zynisch genug, sich Opftr drNl ei-
gtr>#n Reihen zu wünschen. Am Iiebo
sttin oin Midchft>. SchntJr1WIItchft> in
Jeans. Unschuklig und wtf!rlos. Auf
den Schultern der GMOSUfl. Noch
wann und gerade erscltoSUfl. Rot
und tot. Und telegen. Dif Jungfrau
von Brokdorf. Heilige Johenns 77.
Ach. wlre das schön geweSlln."
Als .. Beweis" für die ,.kriminellen
Absichten" dienen der Polb:ei und
de< Presse die .. siche<genellttn" Ge-
genstande, nach fetzten Polize•anga.
ben 8.230 an der Zahl (.Welt",
27.9.). Vorwiegend werden diese in
der Presse einfach nach Polizeijargon
als ,.waffenähnliche Gegenstande"
bezeichnet, .. zum Teil sehr gefiihr·
lieh" ( .. WAZ", 27.9.1, wle es dann
oft noch ergänzend heißt. Oie am
ein beeindruckendes Ergebnis!
Tauachlieh haben die Einwohner
soweit wir das am Tag der Demon:
stration selbst erleben konncen
durchweg freundlich u nd keinesweg;
.. voll Angst" auf die Demonstration
reagiert. Nach Ablauf der Oemonstra·
tion werden wahrscheinlich noch
mehr, dte den Prtsse-rnärchen aufoe·
se:ssen se1n mogen, ein deutJieherts
Bild davon haben, wer tatsachlich
gewalnartg ist.
27 .9. in den me1sten Zeitungen ve{
öffentfiehten Bilder scheinen
unterstreichen: Da sieht man z.B. auf
dem in der .• Westdeutschen Allgenlei·
nen Zeitung" abgebildet en Foto· lm
Vordergrund zwei Gewehre, eine
Axt, drei Ienge Messer (vom groqen
Brotmesser bis zur Machete) und
einen ganzen Knüopel vet
schiedenster Art. fm Hintergrund Ii•
gen ein Schuahelm und zwei Gas-
masken. Oas gleiche Foto hat
.. Weh" in einem vergrößerten 1\Ut
schnitt gebracht, wo die beiden
wehre und die Axt noch deutllch.Jr
ins Auge springen. Oie .. Hamburger
Morgenpost'' hat ein anderes FotO
abgedruckt. lU( dem eigens zwei
Schaufensterpuppen in verwege('ler
Krieger-Post hergerichtet wurden, d1e
eine mit schwingender Axtf Außer ei·
nem wiederum g'Oß aufgereihten
Knüppelarsenol sieht man neben deh
Puppen nur einen einzigen Hel!"·
Was die Polizei möglicherwe•se
selbst alles dazugelegt hat. um d11
.. Beutegut" ein bißchen furch1err-t
gender zu gestalten. in nan.rhc\1
ohneh•n von n1emandem nachp'Jir.
bar. Fest neht allerding•. daß 1n den
Zeirungsberichten vom 26.9. (Mon-
tag) noch n i r g e n d wo z. B.
Gewehren die Rede war; d ie tauch teil
urpiOtzlich ln den Dienstag-.Meldun-
gen auf.
Noch entscheidender lind aber
zwei andere Dinge. Zum einen wird
durch d• Bilder und die Behauprung
von 8.230 .. waflenahnlichen" Gegen-
standen ein völlig falsches Bild von
dem wiedergegeben, was die Polizej
tatsächlich in 99% der Fälle den Oel
monstranten geklau t hat: Das reich!
von etlichen tausend Schualllhel
men, Schutzlllbrillen usw. biuu Re, 21
servt·Benz inkanistern, wasserfesten
Kleidu ngs.stücken, Reiseproviant (Li-
monadeflaschen usw.) und äh nli·
chem. Man muß s,ich dar an die hem·
mungstose Unverfrorenheit der
Polizei klar machen. die dies alles
als .. waffenähnllche Gegenstande"
beleichnet, m lt denen die Demon-
stranten eine .. Schlacht um Kalkar",
eon .,8/utvergi«<M>" ( .. K61nlscN
Rundschau", 26.9.)
wollten -und wie demgege.-,ber die
zehntausendfachen ,, Kon trollen' ' der
Polizei, mit vorgehaltener und t eils
entsicherter M•schinenpistoie durch·
gefuhn. als .,defensive (II) Taktik"
beschonigt wird!
Zum andern ist es eine vöiUg
absurde Unterstellung, die vergleichs·
wetse wenigen Gegenstände. die man
tauachlieh als .,waffenähnlicll" be-
zetehnen kann, al1 .,Beweis" fur eine
beabsichtigte Erstürmung des Bau·
plaues oder gar für ein gewolltes
,.Blutvergießen" usw. hinz:ustellen.
Eon Teil d .. on (z.B. 80 Messer lt.
Pohzeiangaben) sind schlicht und eirt-
fach Utensilien, die jeder benotlgt,
der langer un t"erwegs ist u nd sich
dabei verpfl egen muß. Ein zweiter
Tool (z B. 876 Knuppel lt. Polizeiar>-
gaben) sond (im Gegensatt zu d0<1
MPs der Polireoll reine Oofonsiv-
,.Weffen"1 mit denen Demonstranten
sich gegen zu erwartenden Polizei-
terror (siehe MEK·Überfall in Brok·
dorfl siehe Polizeiangriff in Grohndel
und und und I) tchutzenund veneidi-
gen. Bleiben z.B. die 44 Axta, eine
Machete usw. limmer lt. Polizelanga·
ben). Wir verraten kein Geheimnis.
wenn wir sagen, daß deraniges auch
bei Demonstrationen in Brokdorf
und Grohnde von einigen Oemon·
stranten mitgehlhrt "M.Jrde. Und je-
dermann (auch die Polizei) weiß, daß
memand mit Äxten etc. auf die
Polozeo IOSgeg•ngen ist, sondern daB
emf91 Demonstranten dam rt. Holz ge--
schlagen haben, um Gräben zu Uber·
queren, weil die Polizei Ihnen
normale Wege und Straßen versperrt
haue.
Ooe Lüge d• tausende sogenann·
ter .. waffenähnlicher Gegenstande"
dient der Po lizei ledigl ich zur Rech t·
fanlgung ihres gigantischen Bürger·
kriegsmanövers. zur KdmY'1alisierung
der Anti-AKW·ßeweg.Jng und zur
Propagierung ihrer zynischen For·
derung, <laß Demonstranten sich
schutz· und wehrlos der Po lizei aus·
Zuliefern hä tten und sich je nach Wit-.
Jen der Polizei widerttandslos zusam·
menknuppeln lassen müßton.
Nur äußerst wenige Pressestimmen
haben die massiven Polizeikontro llen
und d ie d abei erfolgten Beschlagnah·
men i.lberhaupt einer schüchternen
Kritik unterzogen. Die ,.Frankfurter
AundiOCioau" (26.9.) schrieb in einem
Kommentar von Hartwig Suhrbier
vorsichtig: ..... großzügig ging die Po-
/izslpressesrelle mit dem Begriff
22 ,WafftM und wlffMihnlicM G_..
an Grenzen entwaffnet
Ein Toter
in Kaikar
WamS Kalkar
Bt i du Of'monst ration &f:l t D
K ernkraFtwerk v om T yp
.. S<l hneller ßrUtt<r'" ln Kaikar
bahnte s it b am 1plUt n
e.ine Kraftprobe -awltiC'ht n
l)tomonstr i ntC"n und Poli1-d aa.
20 001 At0mkrafta: epu - darun-
t n milita.nte kommunlJIItehe
C ruppt n- Crot& d nu Vn-
"

Jllrseh z um ßau· c epla.nte A tom•
n or·t st anden sie
Potiu .ikordon &e-
• le.llwellt. i n einem Ab-
acht )fettrn. vo,,.e
Der Tac von Kaikar forderte
am frOhen Morcen be-reits du e.r-
Todesopfer. Otr Fahrr:r einH
Pkw haUe versucht, Im
dichten Nebel eJnen La$l:tug zu·
Er pro.llte dabei fron·
tat mlt einem Poilleiauto zusam ...
du bei Alde.kerk ein Waatn
mit Demonstrant..en verfolgte_, de.r
el.ne Sperre durchbrochen hatte.
Der Schutzpoilul-Utter Paul
Clatzt1. 38, starb noeh an der Un· .
1al1Jte11e. Dle OcmonJtrationale:f. ..
tußlt trklärtt. st<>
am Tod des Pollzlottn.
Oit .. Welt am SonnUg" ( 25.9.) brachte ihro .. Beridltotrbttung" über die
Kalkar-Demonstration unter obi9ef' Überschrift: •• Ein Toter in Kalkar ....
Dahinter verbarg sH:h nichts weiter als ein alltäglicher Verkehra.anfall. bei dem
ein Pollzist auf dem Weg zu seiner Einsatzstelle bei Aldekerk ums Leben kam.
Völlig aus dOf' Luft griff dl. .. WamS" dazu noch die Bemerkung: .. Oie Oe·
monrtrationsMitung ertdärte. sie sei .mitschuldig' am Tod des Polizisten."!
Oio S!>rlnger·Pr .... war offens,ichtlich, wie bei Brokdorf, geradezu gell de<aul.
dl8 es in Kaikar z u Toten kommt. Anders IiSt Sidl kaum erklären. daß sie
einen alltäglichen Vorkehrsunfall (aus Mangel anderer Toter) deran mit der
Kalkar-Demonstration in Verbindung brachte.
Stande' um: darunter WCJrdM
auch ErSiltzdosen mtt Mo-
torol, FahrrtKI·S4ii$Ch/ösw und
and8rtJS eingoreiht': Und einon Tag
später der gleiche Kommentator über
die Pressekonferem von Hirsch: uDer
lmwnministt!r konnttt iedoch keine
AnglbM dariibtH' milChen, wm viele
der btJ$ChlsgtW>mten Gegenstilode
wedor unter die Verbotsauflagen fie-
IM> noch zu Gewolttiitigkeiten {IHig-
""t w•rM>. " Selbst derart •O<siclltige
Etnwtnd.mgen wagt der übe>rwie-
gende Teil der Presse nicht mehr ge·
gendie Polizei vorzubringen.
Oie allermeisten Zeitung könnten
liir sieh den Untl<'titel .. offiziolltl 0<·
gan der Polizei" in Anspruch neh·
men. Oie .. Kölnltche Ru ndschau"
(26.9. ) z.B. über das Beutegu t : .. Tat·
sichlieh härten die Chao1en die Hölle
(I) am Brüter M>tfesse/n können."
S!>ringen .,Weit" (2.6.9.1 ist auch
gleich mit weiteren Vonchlagen zur
Hand: .. Schliel1/lch weiß m.tn ja
schon seit ei niger Zei t ", sch reibt de-
ren Kommentator A>cel Fersen, ,.daß
die gewalttiitigM> Anti-KtH'nkraft·
Demonstrationen •iM Arr
und Bewiihrungsfsld zukünftigtH' Ter·
rorlsren darstellen': Er fordert. daß
vier ,.Folgeru ngen" gezogen werden
mOißten: .
1. ,,Anklagen gegen jeden, dtH' d11 mit
Waffen und Werlczeugen angenx:kt
kam, mit schorfen Strafantrigon."
2 . .. Sorgfäl tige Registrierung und zu-
künftige /Jeob«htvng aller dieser
Waffentriger ... "
3 . .. Ein noch scharftH'es EmiChrin-
bei iedtlr Demonstrationser·
IIJUbnis ... Dle Orte, wo man Oe.
monstrationen zuläßt. k önnen
auch ein Stück vom krltl·
sitJrren Objekt wegliegen."
4. Demonsrntio"srecht ist wie-
der zu verschiirfen. Die Reformen
der letzten Jahre haben den Land-
frl«<ensbruch zum Kavaller$dellkt
gemacht. On a.serz ""'a
wwritM, daß auch solche
Leute - wiedtH' - strafrechtlich
zur Verantwortung gezogen wer·
den k önnen. diB sich ,nur' durch
Anwesenheit 11'1 einer gewMrtsti-
IJtH'I Demonstntion /Htetligen
.. Homburger Morgenpost", 'l7.9.n
.. Westdeutsche Allgemeine Zeitung", 27. 9.77
bzw. s., t!l"sten Auftrtltf!fl
von Gmaltumkeit nicht sofon
vsriiiSSIIfJ. u
Letzteres wurde dann auf i e d e n
Demonstranten z.B. der Kalkar·De-
monstratlon zutreffen - hatte doch
NAW· Mi nlsterpräsident Kiihn noch
kurz vor deren Stattlinden erklärt:
.,Ich warM /Jijtger un$/N'flS Lln·
des 110r dtr Teilnahme an jeder 0..
monstr•tion. m die sich offensicht·
lieh die Absicht der Gewalmnwen-
dung emzuf!Chleichen droht Ich sehe
dieSll Gefahr bei der Demonsrr•tion
in Kaikar gegendas Kernkraftwerk ... "
{.. AP", 23.9.). Was der .,Weit"·
Kornmentator hier zur Verschärfung
des Demonstrationsrechts .. anregt'',
wird im ubrfgen derzeit I!IUch schon
in den entSI)rechenden Bundesttgt-
Aus.schus•n zur gesetzesreifen Vor·
Iage dosku tien.
Namentlich mit der Gleichsetzung
von militanten AKW·Gegnern und
.,Terroristen" gehen i'etlt auch die
Versuche weiter, die als .,gem8ßlgt"
geltenden Teile der Anti· AKW·Bewe-
gung. insbesondere den BBU. unter
Druck zu Hir·sch nach der
Kajkar·Demonstration noch einm1l
,. Wenn s• .,nstgenommen werdtn
wollen, mUUM1 die Bürgerinirl4tlv•n
die Kraft haben. sich auf den Soden
der Rechtsordnung zu stellen und
sich von Gewalt zu dislallzieren ...
Was wir sn WMfen und gefiihri/Chllffl
Material gefunden haben, hirte
zwanzigm•l fiUsgereicht, ditl Demon-
srrarion zu verbieten und d•s vor
ru rechtfert•
gen" LWelt", 27.9.).
Um den BBU zur Aufkundiguno
des Bundnisses mit militanten AKW·
Gegnern zu erpressen, werden auch
über den Ablauf der Kalkar·Oemo
selbst weitore LUgen verbreitet.
Hirsch: •• 0111 DemonstrationsiiJJttJng
hatte dltl auf Gewslttätigkeiten pro·
grammiHren Radikalen nicht dltl
ganze Zelt 1m Griff." Es
hatten sieh ,.mit Larren bew81fnttiJ
Leute vom Kommunistischen Bund
(KBJ mit btJmalt•n G•sichtern en die
Spiere d•s Zuges gesetzt und über
Megaphon zum Angriff auf die Poli-
zei oufgerufen." !,.Kölnische Rund·
schau", 27 .9. - m anderen Versionen
die•er lJtgo word an•telle de• KB der
in KaJkar allerdings nur mit ein paar
Seriduerstltttrn vertretene KBW o•
nannt.)
Im .,Kolner Stadt·Anze1ger"
127.9.) versucht ein Wolfgang Gehr·
mann, don .. gemäßigten" AKW·Geg·
nern das Demonstrieren in Zukunft
sogar ganz Seine unge-
mein uberzeugende Argumentation:
HDa/1 d;. Umwttltschürzer in K•lkttr
und dt!m/JII!Chlt wohl wieder •ncktr,..
wo mit Dtlmonstrationen den roten
Polirrockern Geltlg6nheit zur Gewalt
schaffen. ist heute nicht mehr zu ver·
treten - 8UCh wenn in Katkar alltJs
gutging. Donn die gewählten Volkt-
verrreter sind inzwischen aufgewacht. 23

dM Tht!ma AromeMrgie wird mi r
großem Engagemenr und durchaus
konf//krreich im Rahmon der po/itl·
schon und rechr;sprochsndsn lnsriw·
tionen bearbeitet. D'- Demonsrrs".
ren hllbM somi t ihr Ziel
Oberflilssigerweise weiter zu prot•
stierM hsißr, das demokratische in·
Die biaher vorliegende BerichiBnlllt ·
tung ()ber Kaikar in der dänischen
Presse ist gekennzek:hnet durch eine
detaillierte Darstellung und Verurtel·
lung der Poli>eistaatamanöver gegen
die westdeuts<:hen AKW· Gegner. Bis·
her 127.9.) liegen jeweils mehrere
Arti<ej eus der finksliberalen T ageRei·
tung olnformationc und der Zeitung
der dlnischen Minderheit in Schles·
wig·Ho1stein »flensborg Avisc sowie
ein Artikel aus der größten Tage ..
zeitung »Ekstra·Biadet• vor.
Bere<ts am 22.9. war in •lnforma·
tionc unler der Oberwc:hrift >Groß.
dernonetretioo gegen deuts<:hen Ptu·
toniumreaktorc auf die Kriminalisie-
rung und PolizeibNtalltit eingegangen
worden. Es heißt dort:
•Dio Veranstalter logen übergroßen
Wen diNsuf, daß die Demonstretion
friedlich vtJtliufr. Trottdem WillJen sie
U nicht ZU g.tJnntitNMt; daß BS ttJt•
sichlieh so uin wird, eilein dsswe(Jtlll,
Wfliloln Oberaus groß01 Aufgebot von
Polizlli und Bundesgronzschutz da soln
wird, die erfshrungsgen>iß wH1 in
Brokdorf und Grohndo die Knüppel
locket Iitzen haMn. Blli einer iihnli·
ch8n Demon•rnrion mit übttr 50.000
Teilnehmern diesen Som!T18r in Frsnk·
reich gegen den Sehntli/on Brütet in
MsMI/e wer die Poilu/ so brutal, deß
8inM get6tet wurde; s11hr schwttr
verloat und einig• zu hohsn Gefäng-
nisstnfen verurteilt wurden. Schon
am MonUJg begenn d'- Polizei, KMkM
einzuMhmen ... «
Im folgenden werden das Oemon,.
stratlon.sverbot, Beaetzung von Schu-
len durch die Bullen utw. dargestellt.
ln der Ausgabe von •lnfonnationc
vom 24.9. erschien -'n Artikel unter
der Oberschrift IIHelme und TiJclw
sind Weffen in Deutschlendhr Hier
heißt es u.a.: NDie
Pof/zlli geht immer weitor in ihren Be·
stnbungen, Menschan an der Teil·
nehme on Anti-AKW·O.monstrefio.
non zu !>indem. EU>. rnr Polizsin»tho-
den war bisher schon, Dsmonstronten
snzuhlllten.. die lm Besitz von Waffen
odtlr w•ffeniihnlichen Gogenstiindon
wsren, \NBS alles betref. WBS die Polizei
dllfuntllf verstand/ Nun hat die Polizlli
111\Ye$ gefunden, wss M$
,ihfonsive WaHBn' bezoichMt . .. Dr.
VeronstelltN der KllfkM·Demonstretior>
fiihlon sich su&rihm Wln Teilen <Hr
WtJstdeutschsn Preu1, lnsbesond11r1
der Sprlngof' Presse, einer Hetze eus-
gesetzt, ditl•n Krirmnelis.ierung grenzt
24 ...•.
Sti'Umenr dtlr Demonstration wf die
Dauer wom6gllch wirkungslos zu ma-
chsn. Das w6re fatal, falls Bürgerpto·
test wirkfleh wieder eintn8/ nötig
werden sollte, um Volksvertrettlr IJUf·

Solcherart ,.Sorge" um das De-
monstrationsrecht ciirfte in der Anti·
AKW· I!Gwegung heute aber nur noch
auf Schmunzeln treffen. Scheinbar
,,gutmoinende" Kommentare der bÜr·
gerliehen Presse werden ebensowenig
wie Erpressung, LUge und widerliche
Hme die Anti·AKW&W09Jng
davon abhalten, ihren Kampf mit
i h r e n Mitteln fortzusetzen .
Das wird Im folgenden durch Zitata -·Bullenkontrolle in <1om Bus der W•t·
aus der •Bild· Zeitungc belegt. Am k()sten· Bis: Außerclam wurde ein ous-
2.6.9. veröffentlichte »Information« lührllcher Augenzeugenbericht ei-
einen ausführlichen Artikel eines Jour· AKW-Gegners der Minder·
nalisten, der salbst in einem west· heit abgedruckt, der die Oberschrift
deuts<:hen Bus mit nach Kaikar ge- trug: »Drei Flensburger Busse 8 Stun-
tohren war. Unter der Überschrift ihn eufgehllfrenl - Des Ziel ww, sie
JI'IQ.(){J() Demonstranten wurden von wan zu hindtNn, zu der !eglllen
dtN Polizei , Mrw.ffnet'hr hieß ea u.a.: t>.monstrtltiol'l in KlllkM zu
» ... Die ganze Woche vor dtlr O.mon- - Drohungen gegfN) Dänen und grin·
stration hatten die Pollzsi und dltl bür- sends Beamte mlt WtJißen TOchem in
gerliehe Prsss• Gerüchte kolportiert der Hand. als man umkehren mußteiN
über die gewelttitigen Absichten von ln dem ungekürzt abgedruckten
linksradikMf> ExtremistongruPPBt> bei Augenzeugenbericht wird das betof>.
dtl< DemonStretion und Belitz der ders achweinische Verhalten der BuJ.
Demonsrnnren Wln divemH> Weffsn. 1en gogen()ber den in den Bussen
Die Demonstretlonsleitunp hlltte alt mit!ahrendon Dänen hervorgehoben.
diese Behauptungen zuruckgewiesen Es heißt u.a.: »So segte er IAnm .. eln
und die einheitliche Forderung nach Bulle I zu mir: , Beh, 0/Jne/ Wart<! tn8n
einem fritJdlichen Ablauf der DtJmOn- eb, bis wir Euch gsnz Buf{Jtlk•uft
strarion untarsrrichan. AbM d;. Poliztli Ganz sJcW muß man
traf * VoriHJrMtungM. Bflrtlirs am o.n, a.tS $1/NM :>tenapumae reanstl·
Freita[/8bend wurde ein. Unzehl Wln sclw sind llfs die, die vitJ/e EG·Anhln·
Straßenblockeden auf allen -ren· gtN haben ... Als ich dereuf bestend zu
den Verbindungen nach Kslkllr errlch- bltJibBn tAnm •• um fOr andere Dänen
tet .ro« Es folgt ein detaillierter Bericht zu übersetzen).. erfuhr ich von elntJm
über die Bullenkontrollen und die an- BHmten, daß "' d;. Wut
geblichen Waffen, die sie beechlag- wiirih, wenn Leute wH1 ich ül#
nahmten. Der Artikel endet: J#Auf Getetzll sorechsn und erhielt llintN>
diese w.;.. effektiv , entw11Hnet', Schlag vor die Brust. Mir wird wirklich
standen die 40.CXXJ Dllmonstrsnren, Angst IHN dem Gttdttnken, was uns
die trotz des Polizeiübergriffs nach erwttrtet, wenn Wir g1mz autgekttvft
Kaikar gekommen waren, giinzlich sind/«
ungsschi)tzt ihn bewaffneten Polizei- Ausgesprochen scharf fiel ein
ketten gegttniiber. Und wiirih men der Kommentar von Otto Mev-
westdeutschen Presse gleuben, hat ISSW· Landtagsabgeordnetor) in der·
diese ,Entwllffnung' einB gswllfrssme selben Ausgabe von •Fiensborg Avisc
Entartung der O.monstretlon verhin- aus. Die Energieabteilung des SSW
dert.« Flensburg und der Parteivorsitzenda
»Ekstra· Biadet« brachte am 2.6.9. des SSW Flansburg hanen den west·
einen Artikel unter der Oberschrift deuta<:hen Kalkar· Aulruf unter1tüttt
Jl!iO.OOO fKOtesr;.ren gegsn <Hurschs lim Gegensatz zum Jugendverband
Atomkraft.:, in dem ein dinischor des SSW - der VOflittende des Ju·
AKW·Gog- zu Wort kam, der den gendverbandes hatte dam Sozialaus·
Anblick von Panzerwagen, Wasser· schuß, der unterachreiben wollte, du
werlern und Bullensperren als »grus8- verbotenU.
ligos Erlebnis« darstellte. ln dem Kommentar in »Fiensborg
Am ausführlichsten war die Kaikar Avisc heißt es u.a.: MDiese Versuche
Berichterstattung in der Zeitung der IAnm., die AKW-Gegner in einen T opl
dinischen Minderheit •Fiensborg mit den Terroristen und ihren Sympt·
Avis«, die sich die Wochen""' Kalkar, thlaanten zu schmeißen) eMben wir
im Gegensatt zu den andaren lokalen leidtN täglich in ihr BRD. DiejenigBn,
und regionalen Blättern in Schles· die versuchen, euf diese Weise Leuto
wlg·Holstein, durch eine sehr korrekte zu erschrecken und diejenigen, d.;.
Berichterstattung ausgezeichnet hat· sich .nchrec/c.en l•ss•n, nicht
te. Am 2.6.9. erschienen vier Artikel in <Hr Demokratie in <Hr Bunihsrepublik.
>Fionsborg Avisc mit dam Thema Es ist gur.. deß sich Teusen<h nicht
Kallcar. ln dam Leillrti<el wurde ein habenerschreckenfllssen. DieseLeuro
Überblick gegeben über die Polizei· haben tn8hr Verstlndnis fiir die Prin·
sperren. Ablauf der Demonstration zipirm der Demoluetie gezeigt tJis
usw. Ein weiterer Artikel unter der d;.jtJnlgen demokr•tlschen Organlu·
Überschrift »HBime und KnOppe! in tior>Bn, die es nicht gewagt heben,
Husum IHschmgnahmtl« schilderte die tJiMn Dtlmonstr•tionuufruf zu unter·
zflichnen odM die ihre Unrersclvih
tr.ben, bloß weil sie
fürchr.ten, dloß K· Gruppen auch ttJi.
Mhmen wurdlon und sie deshlllb ver·
dichtigt -den kiJnnten, en emem
Stnn(l mit Kommunisten zu n.htm.
Wv WISUI> * · dlo/S doll K·firuppen
p.; s<JicMn euhau--
cMn . .An ;.n.m Teg, en dem die
COUOCSU in der BRO z. B. für eine
schifftri Srrefg.sorzgobung oder die
Todeutraf• c!MnonstriBr11n "!Mrd# wer·
den genz bestimmt NPO·Leure und
.l'rottst in K1lk1t ohne Zwischen--
1111'' •• K1Ik1r..()emonstration ohne
Zwiflt:henfolle om-ltwfen" - .,Fried-
lk:her M..-sch" - .,Organi sacoren
n«>nen friedlichen Verl auf ei nen
polirifchen Siflgu . .. dies sind die
Schlegzeilen und ist auch der Tenor
der Berichterstattun.g in der nieder·
länddc:htn Presse uber Kalkar. Da·
neben wird won allen Zeitungen -
mit Ausnahme des rechten Heu-
blattes .. Oe Telegruf" - teils mit
Befremd'tn, t eils mit Kritik über den
Staatsterror breit baric-lltet, dem die
Demonstranten unterwurlen waren.
Wiederym mit Ausnahme des .,Tele·
graaf.. brlngon auch alle Zeitungen
auf Ihrer ersten Seite großformatige
Fotos von den Straßensperren,
StacheldrahtvOthauen und Durch·
suchungsaktionen.
Der rechte •Tetegraafc .• der Im Ge-
genaatz. z.u allen anderen Zeitun-
gen den Bericht Ober Kaikar weit
NICh hinten (Salto 9) vorbannt hat,
*chrolbt breit und genüßlich die
Behinderungen und Gewoltmaß-
Nihmen, denen die Atomkraftgeg-
ner auegueut waren. Befriedigt
stellt der Schreiberling Harry Mul·
ler fest: »0.. M-, die in
Deutlch!Md die öffentliche Ord·
nung euf,..,htool'helten mo-, he-
ben olchdlch Ihre Lektion gelernt.
Nech den blutigen Aktionen der
Buder-Melnhof-Bende, nhlloeen
Anechlllgen und der Entführung
andlore rechtsradikM Gruppen teilneh-
men ... Wenn wir eile für des Demon-
strationsrecht Mnt,.ten. müssen wN
!regen. ob dlos noch gewiihrMistot ist,
WIMI7 die Polizei ditl wichtigsten v ....
• gründ·
liehe Kontrolle durchführt dloß viele
Teilnehmer nicht zu dem fesegelegten
und legMn Treffpunkt {llllengen ...
V'WJI zu N<:ht kenn der Verdacht ent·
stehen, deß di<l Bthörden hi<lr eiMn
Weg gefunden tr.ben, um Leute •n
<IM T.Un•h,.,.. ointr Iegelen Oemon'
von ... ....,,..._ Schleyw Iet
... Pollzelmecht zur h6cheten S.
,..._ gelwecht.«
Eine Hetze dl"" Auam•ßos
stellt jedoch glücldlcherweiao ln
der niederlindlachen Pr""e die
dar. Das, vorxugsweise
von Springe,. • Wehe zitierte • Al*
gemeen Dagbledc - auch eine
durchaus rechte in
der Schlagzelle »Un g..-.
- -h-heu der-
Pollul .... Kelk-Demonetrlltlon:
Friedlicher Merech - & wurde
keum eine Feuet gebelh« und
achreibt dlea der Demonstrations-
leitung zu. »Die Orgenloatlon het
dle euf vortreffliche WelM
ln der H....S«. Ober das Polizei·
aufgebot heißt " ' •Autoritllten
und BQrvw heben M Semet8g
--u-. mh der Deonol<..-
de. Der lief von
I'Nitagnechten --T_..,,
ln v-u: Deutlchlend -

umgeben von....,...
• • • Wetfened\eu, die in
dem M.ae, ln dem men lid'l
Killkar nlhett, grot11kere Formen
.-mlmmtc. Die Demonstration
selbst bezeichnet »ADe als ... ,...
der vrö&ten Menlfeetat1onen 1n der
Geechichte der K_.rgle ... « .
•Hot Parole«, wie die boiden
e,.ten Zeitungen noch dem rech-
ten Lager zuzurechnen, berichtet
fast ausochlloßllch und sehr fak·
tenralch Ober die Behinderungen
der Demonetranten und relativiert,
st,.tion zu hlndtNn. Wir findttn; des Ist
verkehrt. Jeder der AKW·Gegner odM
AKW·Befürwotter muß die Mög·
Iiehkeil heben, desln Won und Schrift
kundzutun oder dtfiir mit .mer gesttz•
5chen fri«!fk:hen Oemonscretion .m.
zutntM. Wir wtNßn Wfldw eintt vet'•
d«kte noch eine oft- Einschrin-
kung des Oemonstr•tionsrecht8
nehmenhr
Oänemark· KommisaJon
KB I Gruppe Flensburg
was f ür eine wettdeutsche »kon-
servative« Zeitung ja völlig un-
denkbar ist. den »WaffenbeaiU«
der Demonstranten: •Ea echlen
dabei um Autowwtl-
- · Zelt8tllcke und ftt•red-
pwnpen D.l gehen«.
Das gemi81gt konaervative
»NRC Hendolobled«, des alch
durch eine recht aerf6ae Bericht·
eratattung (nicht nur. wee jetzt
Kaikar angeht) •uozolchnet, bo·
richtet. neben einem autführllchen
Bericht Ober Kundgebung und Do·
monstratlon, ln einem getonder-
ten Artikel Ober den Hubochrau·
berüberfall, Verhaftungen und die
oWaffen11: »0.. Begriff ,Weffen'
Iot jedoch noch und noch ln der
verg_.,..., Woche und um K ...
kar '-""' - dehniNir ue-·
den. ,._.,., von Tr--ten.
die den von ender1-
helb Zantimetem und die Linge
von-Metem---.
ten. wurden dazu Und
-tooFehrredf_, ...
in - Fnlhe von NI..._ ....,._
t.hren w..n, '-"nten ......._ an
der Gr"enZe, da&
- von Fehnldem -" duu
geh&ten, ... de& ... - ... de<
Grenze ebl .. fem mu&ten.
Auf der Suche nach .......,.,.,
Wortfon wurde du Fahrred .. ,_
gewiaenhllften lnopektlon ..,..,.
worfen, wobei die lnnenkente dw
l..empe nicht verg-n wurde.
Brom von der Lek IPIP·Kem·
mermltglledl ... Mh, wle dle Bue-
NRC ELSELAD
AI
2
emeen Dagblad HEr PÄi<Dt
TroUW
DEWMRHEID---
, ...... .. ,. ... , .... h . "" VOLKSOACBLAD NEDERLAHD Tol...
-----
cheufleure Ihre Waffen, d.h.
Sehlü-1 und Teile eue Ihren
Werla-Idaten llbllef..., mu&-.
0.. Rundfunlc .,_,. in
-., -•tlr• kurz :iereuf
Du-. von ,Sc:tolaljwoffen', die
.., der Grenze gefunden worden

•Trouw« zhlert mit deutJicher
Skepsls die Tartarenmeldungen
der westdeutachen Bullen und
ochlldert recht anseheulich die
Ourchauchungeaktlonen: •Ein
Auftreten der nlederllndlechon
..__ NonnMI in KAIIIulr
lconnta nicht .".,._., - ...
llinu- Ihre Glta,..... .., der Grenz.
zurückJunn mußten. Auch ln
dem Örtchen Keilcer HIIMot woron
Hhr atronge Kontrollen. ZUgret-
Mnde WW"den nicht nw zwelmll
Im Zug koutroltlert, 80ndem IIIUC:h
out dem Bohnhof von Kollcor von
ungofilhr zweihundert lieheim-
und mit Moechlnenplotolen be-
woffnoton Pollzl-n durcMudrt.
& gab keine wolbllchon Polblo-,
um weibliche o.mon.tr .. rten
zu clur<:houc:hen, obwohl .... for.
mell hitto werden lclln·
nen. Oie Kontrollen weren .a
otrong, do& HIIMot Strelchholzdo-
..., und Rllrifo . .....
...•
Trotz teitwelae detaillierterer
Berichterstattung und kritischer
(Unter)töne - eine dem Auemaß
des ataatlichen Terrors •uch nur
enaatzweise angemessene Kritik
findet sich i n keiner dl .. er Zet.
,,Ich hab ein Pllt AnkUI\digungen von der
Aumpf·O.monstreHonsleitung, dtt hier
lltll. sind von 16 Ltvten
steht Leute. dtt bisher en1 hetkommeu
konnten. Daher '" d•tsH. was tc:h h• sa·
9t, der Beschluß der stark .. 9trupfttn" Oe·
monnrationsltitung. Wie wh <fl,s von vor·
htrtln besprochen t\fben. ka.nn Ich hier ei·
nfge Ankundigun9fn maehtn:
Oas, wtS Mult MOrgen PMStet"l und •uf
den ZufahnJWtogl'n zu
Kllkar liuh, ubti'raliCht uns
nteht, Wir haben tehon seit einigen Wo·
choen bemerkt, daß die Strategie der Lan·
dtsrtglerung tindtuttg ist, d•üt Oemon.
strtrlon mehr O(ltt minder Z'U s.botieren.
Es gab h.iet ....-tehtedene
d• N tun. w,. man zuerst du Gerücht
'41Wbrtltet hM, ,., würde <lOCh nicht
tttltflnden, wtil man in dar dlrzehigen
pol lttschen Atmosphäre ntch t tlnt Groß·
dtmonnration machen könnte. Vtfsuche.
Teilt dtr Bürgertnlltit•ven aus dem
n•t \"41 •'"" 1'14Ctu ge-
tungen. Berichte. wie sie etwa in
mehreren Zeitungen wiederkeh-
ren. Ober beachlagnahmte Fahrrad,..
ochlöooer und lnoplziorto Strelcl>-
holuchechteln milgon goelgnot
sein. die unwichtigere Saite der
Bullonoktionon, nlmlich Ihre Ab·
eurdltät. aufzuzeigen. dienen aber.
betchränkt man aich auf diese
JtStorlesc. eher dar Varharmlo.ung
ei nes Polizeiei naatzes. dem " auf
einen Toten mehr oder weniger
nicht angekommen wäre.
Eine Ausnahme macht hier erst
die oozialdemokrotische •Volks·
krantc: Außer ei nem Oemonstra·
tl onsbericht und einem gro8for·
matlgen Foto auf der ereten Seite
ber1chtet der Bonner Korrespon·
dent Jan Luljten ouf Seite 2
schwerpunktmlßlg üb•r den
ata•tlichen Terror: »Die Mhr __.
gebreltoton
mon - eo eind wohrocholnNc:lt nie
zuvor mehr PoHzloton out den
Belnon geweMn wie Somotog -
woron zwelfelloo olne Folge der
-olttAtigen o.n--ln
Brolcdorf und o.-. 1m Feit von
Kollcor wor jedoch jedM Verhlltnio
ebhondengel<omrnMt zwlechon der
Mochtechou der Polizei und dem
Vortolndem der Möglichkeit, do&
.... ......_ ... -Ich ongekün-
dlgto o.rn-otrtrdon ln Oewelt
......-könnte.
Vor ollem ln Kollcor eoiiMot
wurde deutlich, da& w•hrec"--n-
lk:h nlemel• zuvor ein grö&erM
Ml&vorttiltnio bootoor-. hot zwi-
ochon den deo Stae-
fru(t'lttt 1'\at; vvir hoben es am etgenen Lei· •
bt \lfofs,)Urt. Nun ltt der Ton etwas hirter
9fWOtden. Man hlt l<.om•tfit$ Ob-
MtV*I Man hl' Leute kontrothen bis
zum es gtht nicht rnttu, Man hat wrtchie-
dtne fengenommtn oder vtelmthl' fettge ..
h.Dittn. Man het d.unn so in dtr Pres·
se durch die des lnntnmini·
stttt Hlf$C.h, d•e alle kenntf", daß in
K .. kat G.ruPI)tt"' gtwllltstMt Autl•f'\#ndtr·
plantn und f"ic:ht NIIU't - 11'1
den letnen Tagen die massr...en Aufrufe
det Mtnisterpr8sidtn1en, d es Al"belt&:mini·
slltt Fanhmann. O.t lnnenminitters Hlrtch.
lmmef sich d4l\l beruftl'l fuhlte, anal·
le •• sohden" und .,ehrlichen" und ,.JOtgs.t•
men" 8urge:r doch mogfichs1 httr nicht
n.aeh Kaikar zu kommen.
Et .st ein.e Sacht, d•e wir w vlt'Uth-tn,
daß der dreimalige Warneufru• der Poil·
zti, 'Ntnn man on die Sperre kommt,
JChQ(I im VOrfeld ge1an worden itt - Ietzt·
hch tchon tUt, dtt h .. r sind, 4th Im Ver·
dild\' s•nd. 11n tnnenten thrtl' 8rvs1 Ge·
teo und dem eigentlichen O..Che-
hen. Der Stoot h- eine Poil·
out die Beine geb<ocht,
... ob oin Bilrgerloieg

Ein besondere• StUckehen lei-
stete olch - ln Ihrer prektlachen
Politik wie in Ihrer Pratte - die
revlolonistioche KP (CPNI. Getreu
Ihrer Maxime •Spalten. w o wi r
nicht die Oberhond heben•. hette
die CPN fOr Semsteg ru oiner
Demonstration ln Den Haag aufga.
rufen. wo dann. noch der CPN·
T•geazeitung •Oe Wearheld«
•T- ... unter dem Motto
.v- für den u..-t' .. de-
monatriert haben. Oiesan Bericht
Ober Ihr boochlmendas Men6ver
bringt die »Waarheid« dann
größer outgemacht und mit dlclce-
r•n Schlagzeilen. am Monmg 1uf
der ereten Sei te neben einem
Bericht über Kalkar. der. was
olleine schon die Wiedergebe der
Fakten angeht, hinter einen gros·
aen Tell der oben zitierten bür-
gerlic hen (I) Zeit ungen zurilclcg-
filft. Der - von einer eoz1ald•
mokratJschen Z•1tung richti g mit
einer Bürgerkriegeaktion vergli-
chene - maßlose Staatlterror
wird ebenfalls mi t weni gen Slt·
zen. mehr pflichtgemäß, obgehen-
delt.
!Alle Zeitungen vom 26.9.nl
Zunmmenstallung und Obartet·
zung: Niedertanda-Kommisal on
walt anzuwenden und ttc::h hi-er nicht an ei-
ne lr1edliche un<;l teschJOS1il".
strltfOf\ z:u halten, w.e es alle Orgtnilat«>
ren dlfleS T1911 •mmer Wltdet btlllr•tt.gt
habtn.
Oie Strbt egie, dlt dahi nter liegt. in uns
ziemlich deutlich: der steiyendt Pt ott:st
V191n .Ctrnkrahwtrkt wird allmahlich un-
angenettm. tNe•l M nun wnkhch zu Wl.fktn
btgUW'Il und nicht nur ein h .. r und da -
w.r "* - htrmtoses Gepl•nktl '"·
man Yet$ucht unt mehr und mtht von c:lel'l
Beuptäutn und von den Ortschoflen weg•
zuholten und h l tllc:k in die Städtt, ln dtt
Siil• und die HaUHr z:utüeklutre_,.n, wo
ctltln iiOet nur noc:h am Fflnsth.,.,.....t
dtt O.skussion, d,. uns da 91b0t•n v..<trd.
wbtt Kttnkraftwtrk• konsumitfen kann.
Und d•es scheint htute in der TatlUCh zu
gelingen. All d1e Muldungen, d11 Ich hier
vorlit.gtn hab. alle datouf hi·
daß """ dcils Zustan<ttkom·
men und dM. Entsttften dilttef Otmon-
ttrahon erst gar ndu zulassen wttl
habtn unttfl Konvois, wit Siot wissen. ein
s-..dllonvot, tln • ein NordJcOt\•
'oi'Oi. d .. atlt mehr oder wentger noch in ih·
ren StaulOChern ntnen und von starken
Pohzt1kon1r011en nioC:ht werdan.
- t1 nttu •n n.,.ker Konw» mit meh,..
ren hundtfl Bua.en in Kotn 14"1" Spon-
pfatz Ebtf\sO Sind the 8uSM IUS dem We--
lautt S1100n n.<:ht htttutgtkonvnen.
- HoUandi-'C'ht Busse, wo es aud't
rtrt 150 • 200 gibt, sind tii"St 20 über
d•• GrenH tt&assen worden. Und dte ha--
ben nwl Stunc:itn gebraucht, bis dies
sitrt itt. Es gibt tiiO 10rgfahlgste doppet.
te Kontrollen bls auf Haut dtr ltvte.
- es gibt Flltnthm9n von Franzosen. es
gab eben elntn Hubschraubetsonder·
tlnlln geoen tintn Zug, der von Kleve
hlerher gekommen Ist. Der Zug wurde.
wie bei den Motukktrn•uf det Strecke ge-
SQ4ttt. Mit Matc-hlntnpl"olen festgehalten,
alles eussttlgen le,sen und hier $ämtliche
Abttlls, Toilttttn, alles durchkonuollien.
Wlt tlln lauft darauf hinevs.
da8 man d1Ht Großdemonstration .als
GtoßdemonsuMkm nM;ht rul.ssen wiU.
Durch IOkht $Qtf-rmalnthmen und durch
dll Httr.t uftd dll VerteumdUI"'!jllen. die in
dtft fW\l'M Tegen uber un• 1'\t'reingepras·
seh sind, dtn EtndNCk in <Jtr Öffentlich·
kttt N tfWtidt.n, <J.a 1S 91f nkht SO viele
IC.ernkrthwerktgllgMf gibt und da8 h-'C
Gto&ltn"'Inntrlllfontfl mit der einen oder
ltldtrtt'l St"''t oder Hetm, den man tln.
dtl. eb _,." g« nicht mehr fritdlich or·
gan1JI«t werden klN'IMn. tOnderl"'
Ml"n lblauftf'l m\ii.Sitn
w,r, von cttr
tung, sind det Mt1nung, daß ts e;n A.kt der
Solidai!Uit gegenüber tMnet'l ist, die auf der
Slt&ßt ftsttthllttn worden sind. unseren
normalun Ablauf hier nicht sumflnden zu
tauen, Not, dit O.mons1ra1ion, so wie
tie geplant Ist, hier planen zu IIssen. um
ln Olf Offtntllchkelt deutlich lU m&ehen,
daß ft hltr nicht 10 ilt, w1e man es 5M:h tf•
hoth. Es 'lnd nur 11nige IMJsend
men; 10ndtrn um deutlich lU 1'1\aChen, cla4
hier tln ttnt musWer Eingriff in dtrno·
Aeehlt durchgefuhn wird.

der Rumpfdemoleitung
an den nordrheln-
westfill.schen Innenminister
Hirsch, verlosen am
24.09., Prossokonferen•
in Kaikar
Ich ktnn nur hier en ditMr Stellt noch
einmal deotlle:h lfktiren, wenn uns aui
dinem Weg.. und gtr.clt in dlewr Situa-
tion so t'I\IIJ.$Iv ln Rtctltt wird,
soll der lnNOminln.,. und tllt, dlll dtfur
....-antwortlictl a.nd, niCht heute abend
und morgen da& dtt, die mit in-
nete. wCtdtf abl.et'llft
ten, ... h•tf II' niCht httgekommet\
lind, .s.ch thWS anditfes .uldlnken.
Und dd heilt, c»8 es gtWilt
nen gibt, die steh ua.rltgtn, Ob ste nicht
zurückfahren und dlt dtnn tben Ihre Ak·
donnicht ln l<tlktt m.ec:het'l,
Man $011 tiiO nicht komm.n und nach·
het enähltn, dleWt und jenes stand nicht
in der Vedügung des Obtrkrtildlrtktors
dfinntm und deshalb liebt Leutt.liebt 8uf·
9tf dieser Republik., ist ts • •so k.ltr, alle die
d.ahln fahren wollten, hiHen euch in
Kaikar Gew.t 1 gewollt.
leh ktnn v'elltleht noch t•ntn Punkt
sagen, den man euch tchon hier der Öf·
fentlichkeh truhltn kann. 0. itt die Bt-•
grundl.lnt. d"' diH Vtorweltuf'IIIOt'"ioe:ht gt-·
gen dlt ZuiHIUf'll unMrW Demonstration
.-n BaugeltnOt .,_t"hrt hac, w• schon
htrt an der Orttue dn
recht.s ia. ,.AUt ()relntJetOtM hilben tr·
tt*t, ct.a ww da&
der WkMt"tltnd et08ft
auch das Recht -..f BluplatlbnetNng
einsthUt8t. Und IUI dteltt aus
der Eft(llrung, daß alle Or·
g,nit;etoren auch geuot hlbtn, am 24.
kommt e'tne Bluf)lltlbtseuung ntcht in
Frage und Wlfd I\ICh nicht versucht, und
aUe oroanlse1orltd1en M•Bnahmtn w.,..
den getroffen, daß dies auch von einzel·
nen G.rUJ>Ptn n1cht dutehO'fhihl1 werden
kann.
V•rwa1tung591rlcht gt;togen, daß die
krahwerks·Gtgntt "ln lhflm Sinne", wie
es hefßt, ,.eiQtntllch Gtwah neigen".
Und ,,daß man sieh dt5halb vonttllel'l müt•
"· w.s wirt, ntcht drei bis vier tau·
stl'ld Pollzisttn in d1estm Bunker sitzen
würden, nemlleh da8 tuf der Witw, trotz
mthrmahget Ankundlguf'lt dir Trend zur
BaYp141tlbttttzung und dfthllb tur
waltan..wndung vorlleotn Wl,lrdt und man
(lllShalb dM m1tdrlrt Mittel nehmen musM.
nämlich dit von dtr
M wegzuhalten ...
Ich bin c»r Mefnung, 018 also hter
trou ehrlic:.Mr und nachPNfbet• Erltla•
rungen und organiMtOI'dChlr M.&Nhmen,
hter eh Gesinnung def Laute, 1hte
htische EinschaU:uftt betttaten tMII und
nicht das, was s.e an einem konkrttltn Tao
mit konkteten Maßnehmen und Vorbtrti·
tungen geuoffltf'l hlbtt'l. Und d'"· so mei·
ne ich, geht 11t0 ef'ltSChttdtn lU Wltit. Wir
werden ln elner d1t na·
turlich erst nach dieMM Ttg kOmMen ktnn
und hoffentli-ch auch Ihre Ollenttlchkeit
findet, diHtn Spruch der Alchttr tus Ous.-
teldot f doch noc:h tlnmtl ntchprVttn las-
sen, ob das denn so haltbar llt.
... Ob die Demonurec,on &b91tsagt
wird, wird sich um :r:wöH Uhr enu.ehtfden,
wenn wir von der Rumpfdtmon.strtllons·
Ieitung noch einmal :r:ultmme,.trettn
sind.
••• Atso tlft o.monnrMtonu:ug •n
Richtung Wiese 1tt 1• gtnehMtgt. Und wir
haben gt$11g't. dl& wir uns dls Recht, '"
der Nihe Oft W_.,. zu dlmonstrtlren,
nidn nehmen lasttn.
0"' mul man euch pot,t,sch durchn•·
hen. Well Wlf mtt dtt d' ..
geliefen wurde, IOWOht vom Obarkt1t1SC:h·
rektor wie euch YOn'l VtfWIItU"'OIIffld'll.
in ke.nster Welse zufr!.eden Min werO.n
und dieses wetdln wir lUCh btk..mpf.n,
O.h •• dt4 der Oemonttt•tionuug Rtch·
tung W•ese gehen wrurde, und W1t an dtr
ersten Polizeisperre whtn Wltrden, was sich
hah eben durchlttztn lt81.
Gewah soll nicht enoewendtt wefden.
Wl( haben gesagt, d\fl Wlfd e/nt Of1Ch101•
sene aber trltdllcht Otmonnrttion, tch
pertönlieh und die Mthrhtlt unserer
Mitglieder votn 88U sind dir Meinung:,
daß gewaltfiele Aktionen uns nur z.um
Erfolg bringen. Oas heißt nicht, deß wir,
wenn wir aut dts Recht, •n det WttH:
tu demonstrieren nicht vtr:r.chten. Ge·
walt wollen.
Mit leic:t'lttn Klln:unttn
Wir werden von allen bttolligten Un·
dem, das sind neun. sch•rfe Proteile an
d.. Botschatten bringen Bekennte Per-
5Önlichkeiten wtf'"don d19fttn kllfl'8n. daß
6eultche 8ehörden hl« dll Otmonnn-
tionsrecht brechen. w., werdltf'l dll nk:ht
hinnehmen. Wir hlbtn dem Hltrm M1nillef""
Herach vortltr 9tf\l deutich w.s
PMSiere-n k.tnn, wenn tf" un .... Otl"n()f\oo
Sltation sabouen. kh .,."_ den E•ndruck.
u...S Vertreter YOn Ihm httr im Swl,
dl8 k:h damit '" eine pttz Si·
gebracht word., bin Und Ich bit·
te die deuud-.e ,,. .. bttondtrs. d·e 14!11
Wochen tiM Hetzt gegen uns unterstutl1
hat durch Vetbrtlt.."..g ftltchtr 8trichct
vom Innenministerium. dtt d.t nlc:ht mehr
mitt"umac:htn. Man Nt die dp.e fUr unl ve·
spern: und ieh bin der Meinung, d>1ß fvr
ein liberales L11nd eine irele Prtsse dt sein
muß. Seh bine btiOndtrs die d•uttchtn
Journalisten hier, hieran nlc:ht mehr mltzu·
me.ehen.
k:h danke Ihnen. (Großer Applaus)
'
27
28
des l.andelijk Energie Komitee [LEK]
vom 75.9.77 Nij en
I
60.000 Menschen ttaben einhaltlieh
ln Kaikar gegen den Schnellen
der dort gebaut wi rd, de-
monetrlert.
Ungeachtet großer Behinde-
rungen sind tle nach Katkar ge-
kommen und haben, ohne alch von
der Hetzkampagne abhalten
a ... en. Ihren Protest auf dar Wiese
dH Bauern Mall gegenOber der
Kalker-Zentrale hören Ieuen.
.
Dies darf ein großer Erfolg für
die breite Bewegung von Um-
wett.chuuorganlaationen und po-
lltlachen Gruppierungen genannt
werden, die einheitlich fOr die
Demonstration gearbeitet haben.
Daß aovlele Menschen dem
Aufruf gefolgt elnd, iat auch von
großer Bedeutung für tukOnftige
Aktionen. Die deutsche Regierung
durch Innenminister Hlrech von
Nordrheln·Weatfalen, viele deut·
eche Presseorgane und Richter
haben von Anfang an veraucht, die
Demonstration zu verhindern. Zu-
trat hat Minitter Hirsch
Innerhalb dar Anti-Kernenerglebe-
wegung Zwletpalt zu säen, Indem
er die eine Hllfte als Kriminelle
bezeichnete und bekämpfte, um
ao die andere Hitfe vom Demon-
ttrieren in Kelkar abzuachreeken
Du Ist Ihm nicht gelungen. Da-
nach versuchte er, die ganze Anti-
Kernenergiebewegung in die kri-
.nl nelle Ecke zu drängen. Durch
dat Verbot dar Damonstntlon auf
Grund von Erfindungen Ober ge-
walttätige Aktionen verauchte er,
die Menschen zu verwirren. Ohne
deß dem Richter die Beweise für
dlue Beschuldigungen vorgelegt
und ohne daß unser
Rechtsanwalt gegen diese konkre·
tan Beschuldigungen auftreten
konnte. meinte der Richter das
Demonstration1verbot aufrechter-
halten zu mütaen. Dies wurde uns
FreltagmitUg talefonisch mitge-
teilt. Die Begrllndung d .. Gerichts
wir grotesk, eine rechtlich unhalt·
bare Konstruktion. Wir dürften
nicht auf die Wiese des Bauern
Maaa, weil der Bauplett nicht
hinreichend 1bgeslchert werden
sondern weil die Demon-
stranten versuchen kOnnten, den
Baupletz zu besetzen. Aloo etwa:
Men darf niemandem einen Füh-
rerachein gaben, weil m6glicher-
welae Menschen angefahren wer-
den könnten. Und das aiiN, wäh-
rend wir fortwährend betont ha-
ben, daß wir keine Beupletzbo-
oenung beabolchtlgen. Auch die
Pr .. se hat ln Deutschland en der
Krimi nalisierung in-
dem sie ungeprüft die Behaup-
tt.(ngen und LOgen von Hirach und
allerhand Gerüchte Obernehm, Oe-
zu gehörte u.e. die Verhaftung von
..Chi unserer Freunde eut dem
mobilen Anti -Atomdort Orohnda.
ln Ihrem Cemplngwagan wurden
leere Flaschen. Benzin, ein Bell.
Zeltatangen gefunden, die ohne
weiteres alt Waffen bezeichnet
während es alch mtaich·
lieh um stinknormale und notwen·
dlge Campersechen handelte. Dies
gHchah am Oonners·tag. ln der
Nacht vom auf Freitag
wurden sie wieder frelgelaaaen.
Um drei Uhr Freitagnachmittag
aprech Hl,.ch Im Radio Ober die
beochlagnehmten Waffen. Hiermit
blamierte er alch nicht. Dleo Sta-
dium hat dleoer Mlnloter ochon
lange überschritten: Daa ist
ochlechthln dreckiges Spiel.
Zahlreiche andere Schwierig·
kalten wurden noch von der PofiJ:ei
gemacht. die achl1mmsten auf der
Reite der Demonstranten nach
Kalkar. Man hat vor allem ver·
aucht, der Oemonatrationtleltung
die Mittel aua den Hinden zu
achtagen, die eJne gute und g•
weltlose Demonatra'tion gewlhr-
lelaten sollten. Der ganze Konvoi
aut Hamburg. in dem ein großer
Teil des Ordnerdienstoa mitfuhr,
wurde auf dar Autobahn mit Pan·
zarwagen und Sperren aufgehal-
ten. Nur mit gr68ter M ühe hat der
Konvoi aus Oulaburg die Leutepra-
cheranlage nach Kaikar durchbe-
kommen. Zahllote Menschen wur-
den elngeschOchtort. Vor allem
gegen die Franzosen wurde hart
eufgetreten. Dar niederlindlache
Konvoi ist nur tropfenweite durch-
gekommen, wlhrend von offiziel-
ler Seite ein zOgigor Durchgang
zug8:1agt war. Durch dlH alles
wurde a118S ao verzögert. daß das
Progremm euf dem Markt von
Kaikar nur taftweise durchgeführt
werden konnte und weit ln der Zeit
zurOckblieb. Hierdurch oah sich
eine Anzahl von Buasen aua den
NIMerlanden gezwungen, vorzei-
tig abzufahren.
Oie Demonilrenten haben elch
jedoch nicht aufhetzen laaaen,
sondern elnd ohne Ausnahme hin-
ter der Demonatrationalaltung J:.u
dem Acker vom Bauern Meas g•
zogen.
Wir finden •• vernünftig, daß
sich die Polizei nur um den Bau-
pletl herum aufotellto.
Wir haben einen großen mora-
llochen Sieg dadurch errungen,
daß wir mlt einer aehr breiten Be-
wegung unteren Protett gegen
den Sehnollen BrOter euf dem
Pion geäußert haben, den wir
dafOr gewlhlt hatten: Die Wiese
vom Bauern Maaa.
Durch die deuteehe Regierung
ftt der Kampf gegen Kernenergie
ln enge Verbindung mit dem Auf-
kommen für die demokratlochen
Grundrechte Dia deut-
acha Regierung behauptet. deSwir
diMer Rechte nicht wert olnd und
veraucht une von vornherein aus·
aarhalb des Gesetzes zu atetlen.
Wir haben una dagegen gewehrt
und heben gezeigt, daß nicht wir,
sondern die deutsche Regierung
ungHetlllch gehandelt hat.
Wir werden für unsere demo-
kratlochen Rechte weiterklmpfen,
wo euch immer.
Wir werden unseren Kampf
gegen dan Schnellen BrOter und
gegen Kamenergie an allen Fron-
ten fortsetzen und die intern•·
tlonele Bewegung noch veratir-
ken. Denn eint Ist sicher: Kaikar
darf nicht kommen.
Nljmegen, 25. September 1f77 -
Landelijke Energiekomitee
Oberoetzung:
Nlederlendo·Kommlsslon
Impressum
Kommunisti.sc:her Bund
ARBEITERKAMPF
Verlag J . Reents
Lerchenstraße 75
2000 Harnburg 50
V.i.S.d.P.: Koi Ehlen
Verlagsadresse
Auflage: 10.000
Preis: DM 3,50
30.9.1977
i
Am 24. Septembe< haben 50.000
Menschen an der Demonstration ge·
gen den Schnellen Brüter in Kaikar
teilgenommen. Darunter waren unge·
flihr 17.000 Holllinder, die durch Ihre
Anwesenheit einerMits ihren fest ent-
schlossenen Wider.tand gegen das
deutsch·nioderiindlochen Atompro-
granvn gezeigt haben, anderer$eits
- auch, deß U. lieh nicht ab-
ochrecl<eo lassen von der Gewalt, die
von Seiten dea Suoates angedroht
wurde. Sie fOhlen sich solidariscl'j mit
den verfolgten und kriminalisierten
AKW·G119nern in Deutschland. Die
Demonstration ist ein politischer Erfolg
gewesen und daher ein Schritt vor·
w!irts im Kampf gegen Kernknlft·
werl<e, weil Monoehen verschiedener
Nationaliläten und verochiedene< poli-
tischer Auffassungen oinheitfteh und
fest entschlossen doch demonstriert
haben, da, wo sie es IOr richtig hielten,
und die dort, wo der Staat die
Atomkraftwerke baut, entschieden
hatten lU demonstrieren. Dieser Erlolg
ist umso größer, weil die Vorbereitung
und die Durchführvng der Dernon·
stnllion stattgefunden heben unter
Umständen, die IOr uns Holländef
unvors'teßbar sind. Man muß sagen.
noch unvorstellbarer, wenn man be-
denkt. was unternommen wurde;
- Trotz 8nschücht'erungsversuchen
der deutschen Poillei 9119en hol·
Iindische Organisatoren des Vorberei·
tungsausschusses,
- trotz einer jedenlolls für holländi·
sehe Verhihnisse beispiejlosen Het·
•• det deutschen Pr-. wo immer
Wieder Yef'SUcht wurde, die AKW·G"9·
Wit llgtausend andert wurden auch die
Vemeter der OOA Ollintmark von deut·
khen PolizelkrJ,fttn ln unglaubfichtr Wei·
tu an de-r fahn ntc:h Kaikar behindtrt.
Eine rtgelr&ohte Poliltirazzia gab es
tchoo bei der Abfthlt tvs I..Ubeck. Diese
und dit ii:Jr-igen wihrtnd dl!l' Nacht erleb·
ten pollzeist•llic:t.en Aktion.n haben uns
.. , Auständlu zvtieff1 tehoc:k•en. Unbe·
grerfhc:h i n uns, dd d,. M.lan.ahmen der
Poliaiibehofden und Politikern der L&n·
defregietu.ngen ti'W.".,. Stnd, die angeb·
l•(tl um dfm AedHtsut .. IMIC)rgt SJnd. Wit
haben •m.mtf starktt d+to Sorge, ctaß d•e
txtreme dtK Rechtes auf
freit Meinung'Säußefung btiOrgter Bürg•
die BRO in einen Nncht• und Nebelstaat
umzuwandeln drotlt
•verlesen auf der Otmonruatlon de:r BUU
I
..., 28.9.7? •n HMnburo•

!l« :u spatten in militant und ge-
waltfrei. um so unseren Kampf zu
brechen,
- trotz der im Grunde lächerlichen
Hetze hier, die angefangen hat mit
sogenannten »untrüglichen Beweisen«
mit aus dem Zusammenhang gerisse-
nen Zitaten,
- trotz eines enormen Poilleiaufge-
bots und das für eine Demon-
atration, die als gewalttoe angekündigt
war von allen Gruppen, die den Aufrvf
unterzeichnet hatten,
- trotzder Versuche am Tage selbst,
die die Demonstration kaputt ma·
chen sollten durch das Aulateilen von
Poliloioperren hundorte von Kilome-
tern von Kaikar entfernt mtt dem ein-
zigen Ziel, die Menschen solange fest·
zuhalten. bis ihnen cfoo Lust zu demon·
strieren vergehen so41te.
- trotz Versuchen. Gasmasken*
me, Taschenmesser, gefOIIte und
leere Flascher. SchlOsse!, Apfelsinen,
Zitronen und Tomaten, TaschentOcher
Kugalachreibor, Werk•ougkisten, Ab-
ochleppseile, Transparentstangen,
Wagenheber, flaschenöffner, Fahr·
rad1Chl6sser als ooffensNe Waffooc
derzustellen und so jeden Demon-
stranten als Terroristen zu bezeichnen,
haben die AtomenergiebefOrworter am
24.9. eine empfindliche Niederlage
erlitten. Sie wurden mit einer massen·
haften und fest geschlossenen Front
konfrontiert. Die Anti· AKW· Bewo·
gung hat gezeigt, daß ideolOgische
Unterschiede und AuseinandetMttu,..
gen Oblr unterschiedliche Kampf·
melhoden zur Seite 'gelegt werden
können, um den Kampf g119en den
schlimmsten Auswuchs des kapltalisti·
sehen Systems beginnen zu können,
das sich ae.lbst nur noch mit Me-
thoden, die direkt zum Poiluistaal
führen, aufrechterhalten kann, wo
demokratlache Rechte und Freiheit
nicht mohr möglich sein Wird zu·
gunsten der Interessen von wenigen.
Nach Malvllle (am 31. Juli! hat Kaikar
erwiesen, daß unser Kampf inter-
national möglich ist, daß wir das, was
wir am 24. gewonnen haben, nicht
wieder ver1ieren und solange weiter·
kämpfen werden, bis das Gablude des
Schnellen Brüters noch desteht als
Denkmal de<jenlgen, die erfolgreich
gegen eine Technologie go1cimpft ha·
ben, die von Leuten ausgedacht wur-
de, denen die Gesundheit von vielen
weniger Wart ist als das eigene
Interesse. Die Holländer und viele
andere haben •um ersten Mal sehen
können, wie diese Interessen von
wenigen vom Staat venekjigt werden.
Wir werden uns wiedersehen
in Kalkart
Es werden mehr sein!
Es lebe die Internetionale Solidaritiltl
SSK Nljmegen
Erklärung der
Politischen Leitung der OCT
Btl dtr lnterna1ionalen Oemonrtrltton \'On
Kalk er h.lbtn die westdeu11chtn Polizisten
tin besonders btutales VOt9fhtn if19en die
frenz:Oiitchen AKW-Gegner OfWehlt, die
etkommen w.,-en, um ihre
GtnotMn zu unt.entuuen, Otr wwstdeUI·
JCiw PohM•IPI)arat h.-t keine Muht ve·
scheut. um die AKW·Geonef ttnzuschueh-
tff'n und um insbesondere eHe IUIIi!ndi·
Genossen am freien Übtrgeng dtt'
Grenze lu hindern. Heute noctl su"KJ funf
ftanzbslsehe Genossen \ltrhehet aufgtund
tot ef willkürlicher Anklagen, 0.. Ziel die·
Mr enormen Provt:*ahontltrtttttt des
wtstdeutsc::t'len Staaaepparttts in offen.-
s.c:htlieh dilt Spaltung und die Sc:hwi!Chung
der Anti AKW·8ewogung
Wutdevtsc:he Poltltl 1\at dibei ge-
ntu <ht gtt!C:he chau\tinjst•.sche und rawisti-
sche Verheht1'.-tise geulflt wie d•t han·
zötiiiCht Polizei im Juh 1"' Malvtlle. Oar-
uberhlntus 9fht es unseren Htrrtchendeo
i"' Fr(lnlutiiCh vnd ln dtr BAD dltvrn, die
Ftlndseligkei1 und den Haß twlschen uns.·
ren VOfktrn zu schWen und dit rt..-olutio-
"*" ßtwt9ung in umeren belden Undern
tu ltolleoren, indem •• tewt!ts 111 AGent
aus. dem Auslond präsentiert werden
OCT klagt dltte absclleulid1t Poll11k tn,
wo dc>ch gltMmzlitiv Schmkft un<t Gh·
c:&rd sich ve-rstehen. um thte Pol•-
''-" auf dem Auc:ken 1-hrer Volker "'""'"
gen_ o.e OCT fotden dil! Frt .. aa\11'9 Mmt·
hcher und die Aufhtbung
atltt JUttnltc.Mn Vtrfotg-ungen unc:t cHt
Kriminahtltrvngsversuelle t»r Anti AKW·
Bewegung ln der BAD.
Oies. Manover des StMtsaPQ:trttet sind
auf der andtttn Seite zum Scheitern
teilt. Otm Htß der westdeuuchen ßulltn
und der wes1dtut1ehen Bourgeoisie glgtn·
iber der Anti AKW-Bewegung in 11'\rtm
Land ist nur dMl Ausmaß des ri .. iten Er·
folge$ 6tt Otmonst,.t.on VOf\ Kelklt
gleich. wo dilt Demonstranten es gelehlfft
hllbtn, tt01l uhUoser ProvobttOntn und
Sctuktnt"' ihrt Ziett aufrtehuuttl'ltltt1'
und dui'ChZuMUen. Nichu hat die Soll<.ta-
ri1at twttehtn den franzosi.scf'len und wtSt·
deunchen Gtnosttn und Genossinnen bre·
chtn konnen, dkt in Malville unter den
Offenslvgr•nottn geS(hmiectet und noch·
mab deutUch ln Katkar demonstrl..-t wur·
de. 25.9.71 29
•r
•,

••
'
30
Am 2•.s. demonstr.-cen b•t 111 80.000
AKW-Gegner bUt: dem Bundes-
gebiet 10wie aut dem eurOplllschen Aus·
land gegen den • .schr-.1'-" Btüter'' •n
Kalkw. OieW Otmonstrat.on konnte zu-
mndt kommen durch (he Beteiligung tlltr
AKW-Inhiati...en, die unabh6nglg von ihren
KampfYOrstellun9fn mobihtltt"t uf'd de·
t\abeon, wtr1tn d.es .. , Er·
foto d.., Sptltungswrst.ICMn
\IQn Rtgterungsstltt, die niC'hU unversU<Cht
ließ, u.e. durch noch nitt d19twe$ene Oe·
Einuu von Ttu·
senchchlften von Poliuiltlnheiten und
Bundelgtwnzschutz toWM •
def AKW-Gegntf' durch eingtKtZtt tnni·
chtrtt Milschinenplstolen, die Oemonma-
ti04\ zu verhindttn.
o....- GeKhlioo:. .. e,nl.t ..... tt '" " aveh zu
wrc»nken, 6tfl dte AKW.Oegner tn •h·
rem Otmonnrat;onsrecht festhiehen und
ei ne AbschlußkundGebung - wie
digt - auf der Wttse dts Bautr-n
durchfuhrten. l:echgtieh Anhinget der
OKP und des KBW mißachteten das tut
einmuuoen s;schluß dtf Dernonstrations·
Ieitung zustande Vorgehen:
So fanden Versuche von knapp 500
OKP·Anhaoge.-n, d .. DemonstratiOn von
• Kurs •n Aid'ltung dll besd'llonenen
Kundgebungsones abzubringen, wemg Oe·
achtuno;
ebtn'IO wie ctet Versuth -.o.n ca. 200
KBW·Af'lth.an9er"'· eine BauC)IMlbtMtzung
w initiieren. Vlt'lllehe dltser Arl dl..,..en
nlcht ' dtr Starkuno der Anti·AKW·Bewe·
guno, sondern sind kindische panelpoliti·
sehe Profilierune tbei d• OKP betOn-
dett • .onetzeltrW... beM'n K 8W
ders rldikal"),
OMtse Krhlk - wir betonen 01M vor·
beugend - bedeutet ktlnt Abvrtttzur'lg
-.on ln unwren Aethen •·
be•t•n \1\ete Kommunisten &Oiidamch mit.
Oie t.ahlteichen KonttcM·
1en und se•t*"' na;nli<:her Orgr
nt 1\111 am 24 9 und unmlttelbat VOfh«
und nKhher ltn bisller n1eht gekannte$
und von unetwar'tetes Aus·
mGß erreicht
So wurden bert1ts wr dtt' Abfahrt z. B.
tn TreffJWI"'ktt von Bur·
ger•l"'•ll.tt•ven durch m•t M.-schinenpinolen
bewDHneten Polizeieinheiten umSitlh; in
Busse u.nd PKWs tingedrul"'ggtn und
durchwuhlt, P..-sonenftttttellunttn in
hunderten \101"1 Fallen "o1Qr9tnotnrnen Otese
Obe-rtrtffe eskollerten sich auf <Mn AutO•
bahntl'l u .a. btl den PoiiZIISPerrtn S111en·
$1f'!, 8r•msctMt, Oammtf Berge. wo 8uHe
und PKWt erntut mit et'llltehen.en MMcftj .
nenptstoten durchs.uchl wurden. Lt•besvi·
sttat•onen und Zvsammel"'ki"'Üt)pelung von
AKW.Gegne'n in Hannover) waten
ct.azu das ,_.Beiwerk". V•hlf,tungen 1n uber
hundert Falt.\ wurden m1t den emi)Orend•
sten .,ßegrundunge-n" vo'o•nommen,
Ziel Repression w.ar zum einen,
dlt Oemom-trttion in Kt lk.ar :tu Mrhin·
dtrn, sowie &um ande,.n, die
und lU twronl'.,.,., um
Großdemomtr.tionen in Z., kuntt dufdl
dltMn Tenor ul"'möglich zu machen.
O•ß dies zum Teil oellngen konl"'te. wat
auuchließhc:h tufgrund der Tattache mOst·
l.c.tt, da& d .. Oemonst,.ntWI auf 6er 9t"
umten Al"'f•hn mit Pollret-T•uM:ndschaf·
1en konfront len und Mündunget"l
Maschinef'll)lstolttn
scJJnden. O.es unw-" da&
d .. BAD tn der Nacht tum 24.9 tu offe-
nen Polize•sla&ts-Methaden uberQtOIIngetl
111.
Oie BUU. dtt mit Abteheu d•tsen
Lt•terror wrurte.lt, weiter "" thtem
A«:ht aut Verlundeumg des Atom..PfO·
grtmms fest Uf'ld untersueieht dtl Parolen:
Wo Recht zu Unrecht wird,
wird Widerstiod :tur P1Ucht!
Keinen Schnellen &Uc., in Kaikar und
auch nicht anderswo I
Kei"' AKW in &okdorf und auch
•nderswol
und fi.(ft d•eten die Parate huuu:
w .. den
BUU Hamburo 25.9.77. 23.50 Uhr
BBU : Zwei Erklärungen
ZweiZungen
Während eine Reihe von BBU·Vor"
standsmitgliedern während der Ak-
tion solidarisch für das Bündnls von
Kaikar eingetreteft und auch ae·
schlosr<n geaen die Hetze auch aeaen
Unke Tolle der Demonstranten aufae-
treten sind (s. die ErkJJNn& von Lei-
nen - Mitclied der
in Kalkar), konnten es andere BBU-
FUh.rer nicht lassen,lhre spalterischen
Escbollren auch nach der Kalkar-Ak-
tion vorz:uteip,n. Die BBU.Vor·
standserkläruns nach der Aktion
tri&t teilweiSt offensichtlich die
Handscluift von Vontandsmlt&li".
dem, die nlcht bei der Kalkar-Aktion
bzw. bei den BuUennJzungen dabei
gewer<n sind.
So steht in der BBU-Bundesvor-
standserklüunl zum einen. daß
durch die Pollzet .,rücksichtslos*' die
"Menschenwilrde, und
VonammlußiSfreiheit" eingeschrlnkt
worden seien. Daneben wird schlank·
wea behauptet, daß "die erfreuliche
ZuriJckhalrulfl, die dlt Poliz.t wllh-
rtnd hot,
... vtrmftdttt" h.ltte, daß .. ousl6n·
diJcht Demou1tro11ttm lltgo·
tivttt Eindruck von Deutschltmd mit
IUICh HaJUe nehmen muftttn ", Das ist
zun1 einen völlig rret erfunden, denn
sämtliche Erklärungen der auslän·
diseben Antl-AKW.Cruppen haben
ihre Erfahnmgen mit der bundes-
deutschen Polizei keineswegs auf
dem Acker des Bauern Maas verges-
sen - im Ge1enteit
Das liegt duüberhinaus auf der
Wellenlänae der vöUJa staatslti!rigen
Presse. die von .,zwei Siegern.. -
nlmlich von der Poliu.i und den •• be-
sonnenen•• BUrgerinitiativen sprechen
möclftc. Gemllß dieser Linie behaup-
tet die ErklJrung des BBU-Bundes-
vonunds, "der ge ... a/tfreU:, {ritdliclre
lVIderstand •· hätte ,.dit Oberhafld be·
hatuu". Die Oberhand über wen?
Etwa über die ,.Gewalniter" in den
Reihen der Demonstranten - wie es
!out .,Spiegel" das BBU-Vorstands·
mltg)ied Schumacher als Aufaabe für
die formuliert
hatte - was dieser auf der Duisburger
Vorbereitungskonferenz hatte de·
mentiercn lassen?
Unter den beteili&ten Oemonst·
nnten hat keineswegs - wie es ei·
nige BBU-Vontandsmilglleder viel-
leicht gerne sehen mOchten, der ,,ge-
waltfme Widerstand" die Oberhand
behalten, sondern das Bündnis zwi·
sehen gewaltfreien und n1ilitant en
Teilen der Anti-AKW-Beweil'ng über
alle Spaltunp- und
versuche hinweg. Das wurde - ob es
ihnen paßt oder nicht - von "Cha<>-
ten"gruppen mitaetrag_en bzw. l.lnter-
stOtU.

UmwtiUd"'Utl
7500 Klrllt\lhe 21
$chflffkQOfWf9 31 I
Telefon: 0?21 • 5'1•4 77
dtn 24.9.71
Trou des massiven Versuchs der Nord·
Lanclesreglerung, die
OroBdti'I'\OC'Iftritlon gegen den Sau des
Schnellen 81'\ittr tu vorhi(Kjern, versam·
melttn steh am Wochenende in Kaikar
55.000 Ttllnthmer zu dem eiodrocks-
vollt1en und breitesten intern.ationalen
Bundnlt von Atomkraftwerbgegnern, das
et )t!T\1111 QIOibln hlt, Oie EntschiO$Mtt-
M•t und Sterke dielief lntemationaten,
polltitthen wu'd noch deutli•
eher, wtnn mtn den Etn•u won Polizei
und aunong,.nndtutz lftebt hat, der nur
•.tmln t•St. wtkht stNtliche Verltssung
in ••nOtn JM\ren heen konnen, wenn
der Wet zur •oa...c:hnotogtSChe-n Nutzung
der Atomtntr;te weiter beschritten wird.
Oie bel weitem i.bermgene ZurschiiU·
lttllung lt.Mtlicher Malc:ht euf dtn Zu·
fahnfWitln OKh stellt eine uner·
Betonung unwer lre•htitlkh-de-
mokratlsehtn Grundordnung dl:lt. Oie
nicksiehnlose Eintf'lg1mg von Grundrech·
Riesiges BulltNUfgebot (ca. zwei
Hundenschlften) in der .,üblichen"
AuStUStung) riegeln die Grenze ab, je-
der Bus wird co. 10 · 15 Min. laoc roe·
filzt. Die Bullen verhalt
wußt prO\IOkltiv, es werdt:.l aa
ehe Helme, Gasmaslcen und mehrere
Fehnen beschlagnahmt. Trotzdem
wird sämtlichen Bussen die Einre1se
verweigert.
Ca. 20 · 30 Franzosen wurde in
,dßn Paß gestempelt: ,.Einreise abge·
wiesen om 24.9., unerwünschte Per·
son ..• " ...
An dem kleinen holländischen
GrenzUbergang, wo wie dann hinge·
fahren waren, war zunächst kein Bul·
le :u sehen. Es wurde uns jedoch so·
fort die Einreise verwefgen (wahr·
$d'leinlich war von der Grenze in
Aot:htn schon eine entsprechende
,.Wwnung" durchgegeben worden).
AJs wir uns Protest auf der
hollandischen Seite niederlassen woll·
ltn und versuchten, 11e mit einigen
PKWs zu blockieren, zogen blitz·
schnell 1 • 2 Hundenschalten auf, die
uns mit K.nuppels.chlägen und mit
vorgehaltener MP noch ca. 30 · 40 m
ins hollandlsche Gebiet hineintri ..
ben. Von unserer Seite war Wider·
stand unmoglich, da ja die Helme
usw. schon beschlagnahmt waren.
Die im Radio groß aufgebauschten
,.Steinwurfe" usw. sind erfunden.
ten im Vor,.'d dtt O.monstratMMl, w.e
.. t und Ver·
sernmlungsfrtlht•t, wirft tin tnchutterndes
Schlaglicht a.uf d;e Attlos.gktlt, H11fiOiig
ktrt und gelstk)t Verfassung der pollttsch
in dlt11m landl.
Mit tlller muß dem
Vorwurf ent"'gengetreten werden, wo·
nach kommunistliCht Gruppen zeitweise
die Demonstration {lngtfuhrt hauon. Eben·
so sind die Versucht dtt Nordrhein·Wett·
telischen lnnenminlner• Hirsch als veram·
wonur19fikll tuNCkzuwelsen. die Atom-
in dtt geini9e N&ehbar•
sehah mit den Terroristen w rucken.
Nachdem Ofdntrd•nt:t und l..tutiQrt•
cher.nlagen eru SJ119tn 1• 00 Uhr tn Kat·
ker eintreffen konnten, vert1ef d« Massen·
proreu J.0...8rt in Mtlr QIIO('d,_ttn a.r,..
rcn. weh .. , lieft dtt Oemonstreltonszug
Nm uriPf\lnOich VOtge_...nen Vtnami'T\-
Iung:son in der Nlht dll be
9lb StNtltc:ht Hlttll und Hy"erte haben
sich ab Schlag lftf Wauer erwiltMn. Der
Bundts",.,band ßurglfintt ... .ven UmweJt·
schuu e. V, IBBU) hatte zuwnmen mir
den Orvantwtortn ildtrltit drt U
ge vötho in Off Hand Nec:h d1esem großen
Erfolg wird ts tll\tn HÖI'Itf)unkt '"'
Widtftt!N'Id gegen d!t Atome.nergie
vielleicht 3 4 kltonero Steonchen
(mehr Kieselsteine) sond geflogen, auf
je_den Fall keone Pflastersteone o.a ..
Von hier alS fuhren w1r nach ca.
Oiskus-
.vn uno Ut.. • "" Busfahrer
wieder in Abspracht mit dem Ver·
kehrsausschuß tu ' v uteren
hollandischen Gren. . ng beo
Nymwegen, 14 km von Kaikar ent·
fernt. Dort panierten wir eiru:eln zu
Fuß die Grenze. Bullen und BGS
standen mit Hunden und MPs bereit,
jeder mußte eln79ln durchgehen,
wurde abgetastet etc. Trou Stempel
sind hier doch einige riJbergekom·
menl.
Einem Bus (dte 1nderen Busfahrer
wollten nicht mehr) wurde schließ·
lieh die EinrttH tflalbt unter folgen·
den Schokanen
- mindestens 30 Min. Ourchsuchung
dH Busses. d h. sechs Bullen mit
MP standen davo<, drei oder vi« Bul·
len mit Hunden d.Jrchstobenen den
Bus.
- Erhebung einer .. BefordenJngs·
steuer" von 100 DM fur doo 2B km
hin und zunJck vom Grenzobergang
nach Kalkar.
Ein Schreiben, das. von französt.
sehen Behörden unterzeichnet, die
Befreiung von solcher Steuer beschei·
nigte und auf Deutsch abgefaßt war,
wurde nicht anerkannt.
wn ttner twtr1tn, •n•trnati(M't.llltn Oko
logiebeweg-ung gat,.en teln
Po$•tiv 1u vtrmel't(en fn dl4 ..-freuhd"'e
Zuruekhahung, die <f- Pohui wahrend dtr
Demonstration glltllgt hat, ntchdem sM!
tvvor l:uviel det Guten g.ttln Matte. Der
Rückzug der Polizei euf des Baugtl.inde
war das spate Ein.g&standn!s, man sich
in der Elnschhtung dt1 Demontmnion
völlig vergriffen hatlt. So konnte vltrmit•
den werden, daB Uber tehnHhJ,.nd ttusl•n·
disd'le Demonuranten tlnen negativen
Eindtuek von Oeuuehlllnd mit nech Hauw
nehmen mußtltn
Bedauerlich 111, dall das •
richt '" Oustetdarl bei Htnlf Entttheidung
gegen dee Qtg.,.IAtoren dtr Oemonstre·
tion .n;ct,t jut•strtd\ und Nehbl-logen, son·
dem ausschlit8hch poiUrtctl tnttch•ede"'
hat. N•c:ht 10ndem Gt·
Slftnuogssttafrecht ww d" Gtunc:ll .. t. O•es
sollten s•ch tukunhtg
nicl\t tNI"'r lttltlf'l 11'1 tUtm bleibt
fesnuhahen, daß dtt BBU m•t , .. ".n M•t·
gliechgruppen ln Kelker trlO.rtich v.-ar
Oe1 frutcillc:ht WldtrtUM"'d 1\in
die Obethand behalten 01tt tOllten d•t
staatlichen Otoane .tur K.enntnit nehmen.
Oat MMv·n.-KorrNtllll \IOn LI Tour du
o .,. enr :trt s h "'" elltn d.,n -.uMn tali
:JL 49 •d
monstnt•t n4kln Gentuso W.u
deutsche nach M"v•llt ftkOmtnen
sind, sind aud"' • von "'"' t\ICI"'
K.,kar gefahren
Es. sind dleglelchen. dlot •n Malv•llt und
Ka.lkar ihre AKWs a\Jfbtutn Slt be•de ge·
melnsam sind gegen d!& lntertllen d., Se·
volkerung und 1hr RedH, eloent:ttndig
lht Schicks.al enuchek1en tu können. beide
scl"'onen die L4tbens- und Ar·
beitsbedlngungen c.let Bevölkerung; zugun•
sten ihrer ln1or"'en .. t«tn s•e sie
aufs Spiel OesWifgtn Ist dtr der
westdeutschen •ller endertn AKW·
Gegner - unablleoglg von ihrer Staauan-
genorigkeit - gegen den Btu dfl SNR "'
Kalk•r aveh unser K..-npf
Der Prof1t,dat Gtld,d,., Atom und deor
Polize•staat k.ennen keine Grtnlen, gllf'IW<
so ...ethait es s<'h mit unwi'M Kemof fur
d.e Veneidigun(l ur\titt., tltmentanun
Ri!c-hte und f\lf unteren Stluud,utz o ...
ser K*"pf •SI l\1 fvtuen. Des·
wegen Sind wtt m11 eUen lnttrnehonafen
Akt!Otlen. unabhanglf von Ihren FOtmen
tolidaritt'h. d11 gegen dfr"' 81u von AKW$
linstwsondefe den von Sehntlien 8rutetn)
gerichtet sind w.r unttrRuutn un,..e
wt-stdeutschen Freunde. die d!tse Otmot1·
Stf&tion organi11trt hat:>tn klagtn d••
Polfzeistaatlfflln•ertn d"
Staates bn Wif ltiiC)en dM nohe.tu total•
verschwelgen dlnot wltntjgtn Erlolves
der westdeutschen Mt I AKW
durch die offltiellen Me•nmf)dittn an. Wir
fordern die Aufhebung ellor jurls:titchen
31
Franzosen
»une ünschte Personen«
Mit zu den kämpferischsten Teilen
der Demonstration in Katkar gehör·
ten die über 1.000 angereisten fran·
zösischen AKW-Gegner. Ihre Parolen,
die sie beim Einzug auf die Wiese des
Bauern Maas am Schnellen Brüter rie·
fen, V\1\Jrden von vielen westdeu t·
sehen AKW-Gegnern mitgerufen. Sie""
riefen:
Eh hop Kaikar - plus haut
qu'Hiroshima!
Kalkar, Malville-
Nous sommes tous des anti-nucleaires
allemandesl
(Wir sind alledeutsche AKW·Gegner!)
Le nucleaire nOn, n6n!
Le nucleaire nOn, n6nf
C'est du pro fit pour les patrons
et pour nous c'est Ia repression!
Das AKW - nee, nee
das AKW - nee, nee
Der chauvinistischen Hetze der
französischen AKW· Betreiber und
Staatsorgane folgte diesmal d ie Hetze
und Verfolgu'ng der westdeutschen
Behörden.
Selbst nach offiziellen Angaben
wurden 400 Franzosen an der
ze t uNckgewiesen zum Teil an zwei
verschiedenen Übergängen hinterein·
ander. Der eine Bus wurde fünf Me·
ter hinter der holländischen Grem:e
von bewaffneten Bullen überfallen
· (s. Augenzeugenbericht) und die ln·
sassen über d ie Grenze zuNckgeprü·
gelt. Im Rundfunk wurde das dann
als .. Schlacht" an der französischen
Grenze verkauft.
ln die Pässe der zurückgewiesenen
französischen AKW·Gegner wurde
reingestempelt, daß sie "unerwünsch·
te Personen " seien. T roudem sind
viele noch über d ie Grenze gekom-
men und haben in Kaikar mitdemon·
striert. .
Daneben wurden fünf französische
AKW·Gegner verhaftet, drei an der
holländischen Grenze. weil sie Helme
mitgeführt hatten, woraus dann von
den Bullen die Story gemacht wurde.
sie hätten ,.Schwarzpulver" mitge·
bracht. Auf Grund dieser Schikanen
,.begrüßten" viele französischen
AKW.Gegner die Bullen mit dem Hit·
ler·Gruß.
Bei einem Genossen leisteten die
französischen Bullen Amtshilfe und
verhafteten ihn noch in Frankreich
selbst, ebenfalls wegen lächerlicher
Vorwürfe.
das heißt Profit für KWU,
Polizei für uns und Oreck dazu!
Oie Mobilisierung der französi·
sehen AKW-Gegner ist nicht zuletzt
ein Ergebnis der intE!fnationalen Mo·
bilisierung und Solidaritä t bei der De·
Große Beteiligung der
holländischen AKW-Gegner
monstration in Malville. wie es in den sind 17.000 holländische
p AKW·Gegner nach Angaben des
arolen und Stellungnahmen zum Stroomgroep Stop Kaikar (SSK)
Ausdruck kommt. ..
Non, non. non au Programme nach Kaikar gef.ahren. Al·
nucliiaire - avec Giscard, Schmidt Ieu\ rund 1 00 Busse waren 10 Holland
ou Minerand • gestartet, aber auch ganze Fahrrad·
civil ou konv?is nach
(Nein nein nein zum Atompro· D1es hat nteht nur d1e Erwartun·
_ ' gen der
egal ob mit Giscard, Schmidt oder we•t 1st
Mi tterand, ob zivil oder militärischU InsbesondereangesiChts praktisch
Abfahrt in Freiburg um 19.30 Uhr.
ltt Breisach wollten wlr uns mit den
Franzosen treffen, die waren nicht
da. Unklar. wieso nicht. Dann Wei·
terfahrt nach Kehl, dort wNen dann
ca. 25 unserer französischen Freunde.
Uns wurde dorr berichtet. daß zehn
Franzosen nicht über dle Grenze ge-
kommen sind. Daboi ist ein Genosse
verhaftet worden wegen .,Waffenbe·
Das war ein Helm. ein Kr'N.Ip·
pel. eine alte Plastikflasche mit Lö·
ehern (als eine Art Ga$/TiaSke herge·
richtet und eine Flasche mlt
schurzmirrel. Er ist heute morgen
gegen eine Kaution von 1.500 DM
freigelassen worden. Die ersten drei
Stunden hat er nichts zu essen ge-
kriegt. Vott Freitag bis heute mor·
gen hatte man lhm verweigert. einen
Anwalt oder Fami/ienarweh6rige an-
32 zurufen. 26.9. 1977
bestehenden Oemonstrattonsverbots
als ein riesiger Erfolg :l u bewerten.
Bis in die Woche vor der Oemon·
stration hinein hatte noch eine Mehr·
heit der in Holland aufrufenden
Gruppen die Meinung vertreten. daß
bei einem Demonstrationsverbot
oder bei der ersten Sperre ieweils um·
gekehrt werden sollte. Das muß auch
vor dem Hintergrund gesehen wer·
den, daß in Holland selbst derartige
Poliz.eiprovokationen, wie sie in der
B RO gang und gäbe sind, völlig un·
vors-tellbar sind.
ln den Erk1ärungen der Polizei ist
groß damit geprotzt worden. daß
10.000 Demonstranten umgekeh rt
wären, als von der Demonstrations·
spitze von der genehmigten Route in
Richtung des Ackers des Bauern
Maas am Schnellen Brüter abgebogen
worden war. An der Sperre war von
einigen aufgeNfen worden, nicht
weiter zu ziehen, und holländische
AKW·Gegner teilweise massiv auf
mögliche Gefahren hingewiesen wor·
den. Dennoch sind nur sehr wenige
umgekehrt. Nur vorher wurden gut
1.000 holländische AKW·Gegner ge·
zwungen umzukehren, weil die Bus·
fahrer nicht rnehr bereit waren, län·
ger in Kaikar lu warten, auch hier
fuhren dennoch einzelne Buss.e ein·
lach leer zurück.
Weit über 10.000 Hollänel<lr sind
mit auf den Acker des Sauern Maas
gezogen. Dies wurde völlig zu Rech l
in der nachfolgenden Erklärung des
LEK als ein ,.großer Sieg" gefeien.
So wurde es auch für jeden sichtbar
von den hollandischen AKW-Gegnern
gesehen, wenn man sie beim Einzug
auf den Acker erlebt hat.
Dieser Erfolg hat nicht unwesent·
lieh dazu beigetragen, daß Provok ..
tionen der Polizei gegen den Demon·
strationszug zum Schnellen Brüter
unterblieben sind, weil es nicht ge-
lungen war, d iese Einheit der AKW·
Gegner aufzuspalten; auch nicht, ob·
wohl auch die holländischen Busse
stu ndenlang an den Grenzen aufge-
halten und ähnlich wie die westdeut·
sehen AKW.Gegner durchgefilzt wor·
den waren und unglaubliche Be·
schlagnahmungen über sich hatten er·
gehen lassen mUssen. Die Fahrzeit
von der Grenze zum 30 km entfern·
ten Kaikar betrug vielfach 3 · 5 Stun·
den!
Bei diesen Beschlagnahmungen
wurde von Gitarren bis zu Fahrrad·
schlössern und Schlüsseln von Bus-
fahrern alles mögliche eingesammelt.
was. dann in einem Bullenbulletin
kurz darauf als ,.Schlagwaffen" prä·
sentiert wurde -wie es in der ho113n·
dischen Presse nachzulesen ist.
Das Oe nstrationsverbot in Kaikar
- aus der Verfügung des Oberkreisdirektors
Wir drucken hier die wesentlichen Teile der Verfügung des Oberkreisdirektors aus Kleve gegen die Oe·
monstration am 24.9 . in Kaikar ab. Diese Verfügung ist ein besonders deutliches Dokument staatli·
eher Willkür von bisher Seltenheitswert. Damit wird nicht nur das Demonstrationsrecht für AKW-
Gegner weitgehend abgeschafft, sondern gleichzeit ig wurde damit der Vorwand für die Polizeistaats-
aktionen am 24.9. geschaffen. Bezeichnend für die Klassenjustiz in diesem Lande, daß sowohl das
Verwaltungs· als auch das Oberverwaltungsgericht den Staatsorganen den gerichtlichen Segen zusprach.
8tlt •. Aufzug un(f offtntlk:ht VtrNtnm·
lung am 24 9.77 in Kai kar
Bnue: Ihre Anmekfung vom 11.9.1977.
Etngonv am 13.9.1977
1. D•t dUICh Schreiben .•. a.ngtmtldtte
bfftntltche Venammlvng unt., frtttm
Hu<nMtl am 24.9.1977 ab tO Utlr 8Uf
dtm Milktplan in .C.Ik.Jr wtrd von fOI·
- Auf-abhäng;g gomoctn
a) Fvr Jt: 100 Tednehm« 111 Ordner
t+AZUitolf!of\. Otesef" (" euuc:tllotlhc:h
durCh tiM wetße Armtundt, dit nur dtf
8tHchnunog •• Ordner·· 1ragen dt•f. kennt·
lieh ru fl'\letltn. §§ 18 Abs. 1 und 2. t 9
Abt 1 Ve1s.G.
b) O•t durftn bt11 dt1 An·
und Abreise i n der Bundesrepublik
nicht ohne Genehmigung ln
gtld'IIOio"SeMn Verbanden fahntn, § 29
M< 2SIVO
H 0.. Mttfutlrtn von E•wnstangtn.
Scht.aststOC:ktf'. Wurllnktrn unct
ten Waft.n ttn S...nne des Ve..t:tmmlungt.·
...,.,.. .-s1 wefboten, § 2 Abt. 3 Vws t
Et dUJttn Fehnen· und Tr1ns
Wffdtn. Otren
Langt ntthl metu 111 1,.50 m und Otttn
'1 t:hrTW"Swt nicht mehr als 2 cm be
t ')tt V• ··1'\dung von Fahn.tn• und
mJP. eout& 3v$ Metoll u.o. '"

o• Dlt von Tarnmitteln IGt
''chnmasken, Tuched, Gust'l'\l:lktn und
Schuutwlmen wird verboten, i 15 Abs 1
VtrsG
ht F"" d.e psanne det V•tnstll-
tung s.•nd fw i• 1.000 T••''*'"* ,.n
Tc>tltUttwoa;en tnJI AMChtu-8 1n dls Kt·
MIMIZ an totge.nden PtHikten IUIIUft.t
t.n· •es •olgtnd•e
2 Otr 60gemek:lete AufZ"U9 wird nur tuf
tolgendem Weg gestlltet:
Vom Markt in Kaikar ibet tftl! L 41
bis lu• AbZweigung der K 12 lAPPtl·
dorntr Straße) nach Appeldorn und
von dOrt tlus .,..., die K 12, 8 61 N
und 8 57zutück nach
Jtdtr tndere AufZ"ug wn Ktlktr 1um
(!es und itcM
Vf'fNmmlung auf dem Gtundi1UCk dn
Ma'S und auf -''-" tndeten
II\ 6M KernktJftwerit. ...,.."zendtn F&t
chtn Wf'boten. § 15 Abs 1 V.-,;G
FOIOif'lde stnd zu beachten
tJ Ote Versammlungs:retlnehmer mutttn
•n von 1e 400 Pertonen
jewetlt in Vierene•hcn marschieren.
Ote Aufsplitterung in Grup·
pon Ist nicht gestattet.
b) t<r•hf&hrteu9t alhtr An ltuc::h Sltn•
t•tdahrzeuge und l.lutsPrtChlf'Mlgtn)
durfen •n dem Auh:ug nicht mitge-·
fUhn
c) Ote AuHagen e, c:. r, o. h gelttln auch
fvr den Aufzug- .
3. Oie sofor-ti§lll Vollziehung vorstehender
Verfügungen wird Im ln•
tertstt angeordnet
Grunde
'
Am 13.9. 1917 meldeten def We.hbund
tufn Schuu:e dn L.twnt. dtf BuMewef·
hend der 8urgenntttati\4n Umwoetuc:hutt.
die Sürg...-inttiar•..-e StOP K:tlker und die
Outiburger Bürgennhletlvt gagen Atomen·
lagen, d•e KKW•Ntm-Grui)Pt K<Hn sowie
das Landetlgk Energ•e Komuoo ein& fut
(ten 24 9. 1977 geplante Vetaftmmlung
aut dem Marktpleu der Stach K•lker sow•e
emtn .. Anmarsch" auf d3S GrundstUck des
Landwirtes Josef M11s dem
Saugelande dl!l Schntlltn Bruten in Kai·
kar·Honnepel an_
(.s fo•n Clte Angabtft der Anmetdtt
fw die' Oemomuauonl
II
Gtmal § 1 S Abt. 1 VtnG ktnn dl4!' zu·
t:ti.nd.ge Behbrde d•• V.,Mmmlung \IOn
bHttmmten lbhJ,ngtg mbehen,
wenn nach den ehe offenth·
ehe S.cherhett oder Ordnung unmittelbar
gefahrdet ist.
Zunän(hge Bettördo tn Notdrhtn'I•WeSt·
falen ist nach der Verordnung l:ber die Zu·
Stbnd•gkeiten nach dem VttMmmlongsge·
senvom 5 1 l971 •ovo 81. s 36• gean·
den durch dte VO vom 29 10. 1974 CGV
S 2180) der Obetkte•ld"eluor.
E uw unmtnelbate Geitl"dung der
offenUlC:he-n Sdterf'lett und Ordnung im
s.nne des s 15 Abi 1 v...-tG ltegt -.,or.
wtnn bei Ourchfl.i\rung der V.-ummlung
ntCh den btlondeten Umsttindln, dll auf·
orund der Anmtldunt bti Erl•l der Vertu-
gong bestehen, ein Sehtden fur d•• offent·
liehe Su:herhett oder Ordnunt mh Wahl'·
schetnliehkett eintrtttn wird. Ngl. Oittel·
Gmuet, • und Vertomm•
lungsfrei heit, 6. Aufl, 1917, Nr. 12 lt,t
§ 1St. Oabet si nd an dtt Wtthrsch-einhch·
ke•t umw genngtre Anfotderungtn Z"U
stellen, je größer und folgenschwerer
<Wr Sc:haden ist. IBVerwG tn NJW 74,
810).
Etne eshebhche, m•t Stehefhen zu er-
wanende Gefahrdung cMt Offtftthcntn 54·
eherhttt und Ordnung tn Form w.n Betun-
defungen deS Stra&en•lllhff wn E•n·
r..,gsbtreic:h der K•lklr, Beetmrtch•
t.gungen des fltiSS· und
Im V!o'eiteren r&umhthtn Umfeld, Vernop·
fung notwendiger Rettungswege innerhalb
der Onschaft Kai kar 10Wtt twgien•sche
Mißstande sind zu erwm ttn, wenn die Ver·
tammfung ohne jegl•cht- Elntth•enkung zu·
velassen werden wurde. Olts Ollt
dete ange-sic:hts der erw1rttttn großen Zahl
\IOn Oemonsutntttn, CltJ hohen Anteils von
wahrscl'\ejnlich ort\jJnkund•gen Teilneh·
mero und dtr fut einen solchen Ansturm
völlig ibtrlordtntn lnfraw-vktur der
Stadt Kaikar.
Oie Ermeutnsentsc:htidung der Vet·
waltung hin"d'ullc:h dtr Auswahl notwtn·
djget .. Aufltgltl "lm Sinnedes § 15Abs. 1
VersG beruht eut dtt Überlegung, daS
auf d•tw We•se dtn wtc:Mntrtttenden ln·
teressen <* BtYolktfung 1n dtt
..-htlt\.lng <Iet 4>tfenthcMn S•d'letlW•t und
Ordnung und dtntn der Vetatmalter an
dir unbetchr.nkttn Al.nubung des Ver·
sammlungNtchtll 1n tnotmtuener Wetse
Rechnung tetraotn wtrdtn. O•t ertord•·
Iichen Etnschrinkungen ergeben s•ch aus
der von den VtrtnstaHern setbst hel'bei-
gefuhrttn Anlage der Demonstrat ion und
ihrem Urntang.
So war et erfordtrllch, das Mitführe n
von Tarn.mitteln, G.asmts.ktn und Sc:huu-
helmen ...,Jdruckhch Z\.1 vert)1eten. Gerade
dte Vtorwendung \IOn$chuU·
heltnen und Ternm•tteln l.a8t d&r"auf Khl•·
ßtn. daS dot Tt.-Mhmet selbs.t m11 etf'\1111"1'\
unfnedl.ehen v.,-'-uf der Vwsammlung
rechnen und sd'l 10woht wahrend der
OernonstrltiOf\ .chuuen als Iuch tm
N&ehhtneln eu,.r Vlfant'NOrtung entz.teh:en
wollen.
Wenn die Vtrtnl1ahtr. wiol 118 di&s in
einem GtrsJ)fkh mu meinem H&use er·
klin haben, eunchllellli c::h friedliche Dt ·
monnrat1onsmlt1tl t.nseutn wolltn, bf.
trifft 111 d1ttt Bftttmmung nicht. ln dit:•
sem fall 1st ein • .SelbnKhuu•· nicht er·
forderhch, wttl kelntrltl betutende Mall·
natu·ntn ,.,.., dHt v...-samtnlungs.tetlnth·
"* e'lJOf-ftn weJdtn lvvl. dazu: Be.schl.
des VGH M..lnc:htn VOM 304.73 - Az. :
158 VII 731
Ote Verofhchtung 1um von •
hetmen gtmlll i 21 e Abs. 2 StVO auf der
An- u-nd AtxttM bltrbt dtvon unbefllhn.
AUC-h das Mitfuhren von eigent:1'1 Sant•
tits-flihfzeugen dtr Veranstalter konnte
nic ht zugeiliHn werden. Das De utsche
Rout Kreuz und dtr Malteser· HilfKtienst
so'NOhl •n Kelker alt tuch entlang
des gesamttn Aulzuges austeiche nd Ret•
tungs· und S.n•tihnliltOnen eingerichtet.
Htnzu kommt, deß in der Vtrgangenhen
gera<lt von dtr avc:h h•er für den Etnsatt
des SannauchenstH Wr•ntwor1lK:hen
tunv der v.,." ... ,.,
m.Sbr-.ucht wurden Nm Ttanspon von
Waffen (l 8 8utttrfilt.l,., dteses auch
für die VettnsteUung •n Kaikar nicht aus--
gtschlossen w.rdtn ktnn. Wer- w dteset"
Veranctalluno 1nre•11. um Wtner Me1nung
und Oberzeugung Ausdruck zu verlet·
hen, dem ist IR tttter lin1e daran 9tlt·
gen, diet iiborhoupt wirkungsvoll tu n zu
k önnen. Btschrankunoen ln dem gt•
nannten Rf! hmtn bt(uhl'en die Art und
We•.st der Wi ll tnskul'l(jgebung lediglieh in
gedngem M\'lßl, 011 Veraammlungsrec::ht in J3
seinem KttnbtrttCh Wird n•c::ht nur nicht
••ngeschr.H\Iu. dllt RIChtNU1l.ibul"'9 ••ner
dtfar-t großen Zahl \101"1 MeNCtlen witd
dutd'l diese 8etc:hrlnkung eut erm0gh<:ht.
Gl••cha'elt •9 konntn durch d•• genannten
Anotdnungen die Ge,.hrdung der öffent·
Iic he n t nt tft:sstl\ und dlt Be tast unge n der
Bevölkerung, die zur Ermögli<:hung einer
lOichen Demonstration ln Kauf genommtn
werden mussen, zum1n<:M1t
werden.
111
o.t wn dem V"atltlalt" 1m Ansehtu& an
dllt 14.1f Otm Marktplatz in
K.alk.ar geplante Aufzug war in der ••
meldeten Form zu vttbltten. wetl d3dur<:h
dJt öffentliche Slchttheh und Otdnuno
ul\m•ttelbar gefahrdtt wird und ke in weni·
get belastendes Mhttl zur Verfügung steht,
d1t drohende Gefahr 6bzuwenden.
Schwerwieoenot Vtrtttt1.1ngen der Öf·
fantliehen S•cherhtU und Ordnung s1nd
!T\11 4)t0ßer Wal\rsc:hflnhc:hktlt Z:.t efWM·
ten. wenn <Iet Oemont:trauonszug sieh
zum Grunds.tuc" dft • MNS be·
wegt, daS dtrekt \lOt deft"t Baup&au des
.Ctrnkraftwerkn I"";' Nach den Erf&h•
rungen voran90!:'tt'1Qef , Vtrtnttaltungen
1 Brokdorf. ln unmlnelbatet Ni·
he eines Kern\trahwftlkes sowie d en vor·
liegenden Etkenrnnlutn uber Pläne und
Vorbefei tungen tlnnlnet Gruppen wn
O.monstranttn mu8 dtvon auS9891ngtn
'W'tfde-n. dall ftl an dttftm Ort Ta.lleh·
ketten und Angrtften auf dts Kernkraft.
weck kommen W'f.rd
So vt'fOifef\tt•c:f'Ut der .. lnfon'na1tOnt•
Z\Jr Ut11tUbhebenet
Nachr;chten'' Nr 1881189 bereits am
30.7.1977 4uf S. 14 unter dtr Uberschnft
•. Großkundgel)unt •m 24. September tn
Kalktr" ei nen Ar11ktl, in dem dte Bürger·
initiat ive Stop Ktllttr Uber den Stand der
Vorbertituf'l981\ u.t. btfichtet:
.••.• Wtr wollen uns um Kaikar St'.ltl"untll'\,
um <Sann zum Brvttr :ru mtrsctueren. Da·
bet rUc'ttn ntehl ab \IOn dem Recht,
dllt$t Kundgebung am S.Upfatz und mcht
ande>fswo durdnufuhren Wu haltef\ e1nt
anvemessene Ausruuung zum Selbsucnuu
f..., nchtiiQ' und wtrdtt'l 1n der
luSdruckh<:h euf dlt Ofg..lnisttruog t•nts
Selbstschutzes htn arbtlten Ole
Polizeiiherfälle hoben uns daß diotl
unerllißlich ist. Wir wollen gegen d ie Atom·
kraftwetke kampfen und stt'M:I nict'lt bereh ,
uns zum SPttlbell von PollzeiprovokaiiO·
ntn mKhen 1u les.-n "
Arn 27 .8. und 28 8 77 land in Outsburg
ttn ats •. Unttnt\ltlungskonferenz" dek: ....
rtenes • der KKW
Gtgoer fUr dtt Gro4kundgtbutlg em
Sd'lntlltn. 8ruttr ln K .. kar stan. Dabei
z:e1gte sich. daß d•t httr Vtr
trtter umerschledl,c:htttf
ditfer.ereMt Vorsleilungen iit)er die
DurchführUng gewaiU(tMOr Aktio nen hat·
ten. 8emtrkenswtn tfteheiMn 1edoeh d•e
organ•saronschen Mt6na.hmen. die ergrif·
ftn wutden und eus dtntt'l 1\trvorgeht, da8
m1t Ausetl\llndtfitUungen ZWJschen Oe·
und 0.. m jedem F.,l
So ''" San•lf•ttus
sd'l\.18 gebdctet. t•n Etm•ttlungsaustChu&
konstttUiett, de:r b41tondtrs dte Standorte
von Pohze•wachen, OJOn Schut•n und Turn
hallen tfltunden sollte 01 MM die Unter·
bnngung \IOn ftit9f:nomme(len Oemon·
.ttranten in Schulen und Turnhallen vermu·
tet, wurde überlegt, Wte BthtiUI'l9Aktio·
nefl anzulegen ttltn. Ott von
mtt der Polizet wtrd
auch dar.us deulltoeh, dl& ein Rechtsaus·
sc:hu8 gebildet werden 11011. der lur den
AechubetStand be1 .. ,., \l()rtb $11·
pllnten lber tt1nl•ch ntcht euszu:schl•t·
Benden KonfrontttiOn IOfgen soll.
Aus den wrhegtndtn Erkenmnissen
g-eht weher hervor. do8 milit411nte Gruppen
ln verschiedenen Stbdten Waffen h8f$t tl
len. unauffällige Tt&nsportwege ausge.
kundschaftet haben und in unmittelbarer
Nahe de$ l<e,nkra1twtrtc:s Depots anlegen
wollen, 1n <teonotn s•ch Schlf9Jtoelil.t und
lhnt<ht Gegenstande heftndtn
AUC'h ist be'llnnt. dll dM
Poltlt•funk .,.tz wkend der K1lk1r Oe·
monttrlttOn gt$1.Ört werden toll. O.rUbet
hlnJus hegen Erkenntnisse ..,or. n&c:h denen
KP-Gruppen aus den Niederlanden
zwer offitiell vetlavttn lt'ltten. daß s•e an
der Oemons.rration in Kaikar nicht tetlneh·
mtn iroffiziell mlt ct 2 .000 a k·
ttven KP·Mttghedern •nrelMn woUen, dte
.ufd,welthc:h Krawalle be11Mn. E• se1 be·
abtdu.gt, mit Motor.Cfo• Fehrzeugen
dtt Ftldtr zv ftnrtn. IOfern an den
Sc»rren d•e mitgefühnen fet'l,reuge nd'u
ClurchgtlaSM-n werdtn. Auch ttt wn meh·
ttftn holländtschen Gruppen belutnnt, GaB
Wlfftnwrstt-cke innerhalb der zu erwar·
Polizei$perten angelegt werden SOl •
ltn, dami t d ie unbewaftneten OemonsHa·
tloontltilnO'hmer a n den $penen durchge·
lasttn wtrden und dann dlt Malerialien
•u•nehmen können. Ansehlitßtl\d tOlle!\
dlt PoliUis,perren von h1nten angegriffen
Vwollfdtn, dtmrt nunmehr Ftnr.r: ..... und
unkontroiiiWl '" dn Ketnkrah-
hera.f'191bracht wtrdtt'l kOrlnen.
Schht811Ch •« m1tget:ttlt v.orden, daB
Mitglieder der Naturfreunde Frll\krti<:hi
und solche der Gruppe Gt1slan lG•oupe
IUtOI\omo dt soutien auK !nculpes aminu·
c l"'''' • Autonome GruPQt :t:ur Unter·
nYt:rung angeklagter • eme
Ttotnahme an der Oemonstrtüon tn Kelker
l)lantn. Btidt Gruppen gehoren zu denen,
dle '" MaiYIIIe an Al.t$SCh,.ltUnetn beteiligt
und denen beltiMt fSt, d.& stt
aueh •n Kaikar eine gew•t•mt 8tseuurv
des Ktrnkrtftwerksgelandes
den Fall, daß d4 8thötctttt das Btve-
ttn dts Gebietn zvvisd'ttn Ktlkar und dtr
Baustelle für verboten trkleten und en(·
sprechend Sperren aut den Straßen von
Kalk.nr tur errichten, wollen eini·
Olt VertammlungJtell nehm• YOr1uchen, die
Sl)trrtn mit allen zur Verfuvunt Stehenden
MtUtln LU durehbrtd'len.
ln ,,.,..".. 8etlrag .-us dem .,lnlo Berli-
nf'f' undogmauscher Gr-uPQtn 111 •• vom
218.77 hetSt t:s unter dtr Obenchrih
zur Fadcektemo 'NIIgtt\ Malvitte
- Aut nKh Kalkart .. :
.. Unbewaffnece Oemonstrlnten tn et·
ntm K1mpf gegen Poilu• zu
fuhren, heißt , sich unnOtliJ 111"\VtiK:h zv ge·
ftihtdtn und polhi$Ch zu (lemottJisieren .. :·
Außerdem ist bekannt geworden, daß
der Kommunistt&ehe Bund Wnu;Jeutsc:h·
lind CK8Wt u.nd die Kommunistische Par·
tt1 Owuchland (KPO) 111" cwan seven,
dt1' OemonutM.c>n t'IN'ft V«·
leuf w geben. $o hat dtf I(SW trfd.atl.
da& lUChauf ieden F•ll••ne Beteuung des
Blugttlno.s vetsue:hc wtf'dtn tolle. Falls
m1n 1u schwach dazu se1, m1.111t 1n tioem
,,H•nttthahsgefecht"der Rutk:tvg ongette·
lltn wtr<Htn.
Sfll bst wenn ""'n unteuttllt, daß ke10e
dtt lnmeldenden Burgerlnltt8ttVtn einen
unfutc:Hict\en, auf d1e Anwendung YOI\ Ge·
Wlft gttnc.httten Ablluf dtr Oemonstra·
tion verfolgt, auch bet Annahme lnedli·
ehtt z ... e und Malnahmen dt$ Aol'\a"llls
Otr Anmel..-. ware tm vot'lt49fnc:ten Fall
dtt bff.,-.thcht und Ordnung '"
einem HO<:hstt"r'\418 geflh,Ciet. we•l weder
<U Anme4der noch die Ttllnl'hmer das Er·
seh••nen und die Akttonen m•fltanttr
GruoOttn vtrh1ndtfn kOnnen, jedoch
ml1 Sicherheit zu efwAt.an sind.
Außer deJ Outchteuuno dt• Oemon·
SHa11ons1eitnehmer mtt m•llllnten Grup-
Qin trvtbt sich ern welttret GMah.rtnmo-
metlt • dtr raumilChen Utgrt dott Kern·
ktlftwetl'.s '" Ka .. : .... o .. l 8. der e•nz.ge
Zvflhruv.eg zum Krahwt1ktgetande.
fuhrt unrmnefbat am \l()rbel. o,.
Entftrt'lung zw.sche,., der l 8 und der da
t<trntcreftwerk umgebenden Gttlben.Zaun·
AnltOt beträg:t nur ca. 3m M c:ter eng"en
und 13m 31\ det b'eltltsttl"' Stell t. l n die·
tem minimalen Zwischenrtum bestthtn
kttntrle• Entlalt\.lngsmdghehkthtn ,.." po·
lire•hche Akt•v•taten. Wte d•• Ertehrungen
•u• 8rokdorf und zt!Qtn. wwden
danbet h•nw:t 1n diesem a...d't tfnge.
Mtnt Poltzlften von der heomrUektndttl
'" cten WaSMI'Vrlibln ,.
ctranqt, of'lne d•ß für d ie BNmttn ttM
• Odtr VertetdtQungsmögh<:h\t t it
besteht.
Erschwerend kommt hi nzu , d aß zur
Ausrustung ttniger 1n Kalk$r etwarttttn
Oemonuron,en Brandsätze, Molotowoock·
tads und soaa• Panzetiäuste gthörtn 101·
fet'l. Gegtl\ ttntn dtr Verdiehtiofl\ •st •n·
ZWil<:hen ••n Errn•ttlu-ngswrlahren
S 1 StG8 eingeleitet worden. Arve·
Sld'lotl d...., Bewaffnung einzell\tr Tttln..,.
mer kltln ausgeschlossen
daß wn den• Gtl•nde de$ Landw1rt tt Maat
aus Gtsehoue mh Brand· und Spft l'lgla·
dungen in d81 Gelände des Ker11kraftwt r•
kes hlnelnl)eftvert wetd ea. Wen n BuCh tl n·
wird, durch sorgsame KOt'! t rollen
der Otmonttrationsteilnehmtr d1t Mltnah ·
me von W•tfe., weitgehend zv unt trbin·
den. SO kann dtM jedOCh nicht mit
heit 'Afhindtn werden.
Zur Z.nl Mt mvtmi&I.Chtn Ollfnon·
strantlft 111 dll mtt
ca. 40.000 Mtnld'len zu t echnet'l 1St . Fw
den 24.9.77 sind allein 1.000 Busse Im ge-
samten Bundtagebiet z ur Fahrt nac"h Kai ·
kar ttngemietet worden.
Anoetlchtl de• großen Zahl von Oe·
monnrattonste!lnehmern. ih rer Ourchtet·
tung mu mtlhenren Krähen, det fur Cltr•
ar•ige AufmW5Che völlig ung6t19fnten
Srtaßennettl$ r-und um dM Ken\kr•ft wtrk
sowte dlsttn Uge i m Einwirltunotbtr..en
des vom Landw,rt Maas aogem1ettt tn Ge·
&indes und 6tf Sc:hw.engkl'tt, <* Kern·
krahwtfk unmmelbef am Bauplalu l\1
schuutn, ISt 11 auch bei Aufbiottung tinef
ma.1umaltn Zahl von Po lizeikrähel\ nicht
mögltc:h, eine ordnung19emäß. Ourc:hfütl ·
rung des lwthet' Teils d et geplenttn 0.·
I'I\Onst•atton sicherzust ellen. Der Aufl ug
1m Gt'lltndt Oft Bauern Maas und <.Utmlt
tn dte unmttteJblre Nahe det Ktrnkralt·
wer\ttt otflhtdel die ötfentliehe SICihtrhert
und Of"dnuno tn sok:hem Maß und •ul lOt·
cne w ..... da& • d.l$ v .. 'bOt oe. ge-
planten AubUfS d.e Geflhrdun·
..,.rhu•w;ttrn kann .
O•eMS Vtrbot tSI ntcl1t tuttUt untlf
dem G1$1Chupunkt des polize1lic:htn No t ·
standes gertcht fertigt. Oie Voraunetzun-
ge•l dtt politculichen Notatundes tlegen
vor, da ein Vorgehen n_. $f6·
rer n1c:ht möOI<h Od t\ aut.•e t1
zur Verh•ndtl ung VO• ungel\ •tt, Oht ..
dt& auch dtlf' Veransto. und •ndlf"t Be·
tetltgtt zur 8elethgung def St0rui"G tn An·
spruc:h genoft'lt'l'len werden nw&ttn. E .ne
Auw.nendtrsetzung \104" dem Kwnkraft·
werk eur dem Gelende dl!s l..alldwtrttl
ocler •uf dem Weg dorthtn wurdt
notgedru"9fn emen großen Tetl der Ni<:ht·
5tOrer in Mt\lejdenschah ziehen, '"*411 wt•
der Aaurn noch Zeit best eht. die mll hon·
ren Stö,..r tu •solieren, so daß, wie Erl ah-
rung,:berlchtt lur. 8rokdorf und Grohnde
zeigen, Mlb11 sd'lwere Körpetverltu:ungtn
der Dtnlonsuationsteilnehmer nteht lutg4t·
t(htos'itl und wrhmdert ".......den konnen.
IV
04e tofortoqt VoUz.ehbarktfl der
gongen zu I und 2. anzuotdntn, da
nach dem getchltdenen Sachverhalt tthtb·
l1che Oetunclhtit s· und Sad n c hMten sowie
$1Öfungen tftr öffentlich en O•dnung zu
betfUrchten w1ren, wenn die Voll tleh ung
des VPfbOts durch d ie Einlegung o;on
Aechummtln h11\1usgesdlobe-n und dtt
avf dtn 2• Seot..-nbef- 1977 •
V...,...t .. ,Uf'l9 ttOlZ def (lfdut(:h hotnoorge•
ruflf'rtn und unmne1baren Gefilhren tw
dtt afttnthc:he Ste:herheit urd Ordnui"G tn
der 1f191mef0ettn Form dur(;hgtfuhrt wer·
den konnte.
•es folq' d11 Rechtsmittelbelehrung•
Ottl. Or. Sehne kl er
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(Wenn das Gewoc:ht nu::hl eonwandfrel feslgestollr werden kann, oo 111 du Sdl6tlu"g•trgtb" • "" 5HIO''"
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Aus dem Inhalt:
Das Kernenergieprogramm der
BRD: Ziel Autorklo
Auf dem Weg z:ur Atommacht
Das "Bombengeschäft«
Export von AKWs. atomare Zuaam·
menarbelt und was dahlnterateckt.
FormotA4
48 Seiten
DM2,·
••• lt/tlrilelt und der WtlllrMI.,
Der • DeutsChe• ... s. 7
jf'j j_ ,. ,


Erscneint 14-tligig- 48 Seiten - DM 1,-
Abonnement nur (legen Vorausko"e
Jahresabonnement DM 1
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Der ARBEITERKAM PF Iet die zentrolo polltloche
Zeitung das Kommunlatlac:han Bundea. Diese
Zeitung aolltelesen. wer
• in Bet-rieb und Gewer'kachaft für die Interessen
der Arbeiter und Angestellten kämpft,
• in Schule und Univeraltlt gegen »Spar«polit ik
und politische Unterdrückung Widerstand leistet
• gegen die men.schan- und umweltfeindlichen
Atomanlagen in Brokdorf. WyhJ. Grohnde und
anderswo
• mit Befrehmgsbewegungen Aaien1, Afrikas
und Lateinamerikas solldarlach v erbunden Ist.
• und alt Linker atändlg derüber informiert sein
will.. was die Rechte tut.
• Frauen werden in di .. er G"etlschaft fn beson-
derer Weite ausgebeutet und unterdrückt. Der
ARBEITERKAMPF führt als einzige kommuniati·
sehe Z•ltung ln der BRD kontinuierlich und
umfouend den Kampf dagegen und für die voll·
etindige Befreiung der Freu .
• Wir berichten exekt und ausführlieh Ober elle
Formen politischer Unterdrückung (Berufaver-
bote. politische Entla01ungen, Gewerkachofto·
ausschlüue. Polizei· und Justlzterror) und
propagieren (in Auaelnandenetzung mit den
anderen Organisationen der weatdeutachen
Unken!. wie der Kampf dagegen und für den
Soz.iellsmue zu führen lat.

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