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Am frühen Abend des 24. September demonstrierten 60.000 AKW-Gegner aus dem in· und Ausland gegen

Am frühen Abend des 24. September demonstrierten 60.000 AKW-Gegner aus dem in· und Ausland gegen den

•Schnellen Brüter« in Kalkar. Viele

tausend AKW·Gegner

-

insgesamt

etwa 20.000 -

waren aufgrund des

massiven Polizei·Terrors in der Nacht

vom 23. zum 24. September gegen die von außerhalb Anreisenelen - Insbe- sondere die norddeutschen AKW- Gegner - nicht mehr in der Lage, an dieM< Demo teilzunehmen; sie hingen zu diesen Zeitpunltten entweder immer noch in den massiven Polizei-Sperren bzw. mußten Inzwischen umkehren. Diele Demo Iot der bisher größte MoboliN<ungs-Erfolg der westdeut· schon AKW-Gegner. Er Oberbot alle bisher dagewesanen nationalen Groß- Kundgebungen in der BRD. Nach Kaikar waren sogar noch mehr Oe- monatrentengekommen (bzw. wollten

kommen), als aeinerzei1 am 19. Feb·

ruar nach Brokdorf und ltzehoe zu·

semmengenommen. Dieser Erfolg ist

dem zustandegokommenen breiten BOndnis von AKW-Gegnem unter- schiedlichster politischer und ideolo- gischer Grundrichtung geschuldet. Dieses breite Bündnis - vom KB !Ms zum WSL - hat sich, von einzelnen SchwechstoUen abgesehen, am 24. Saplember in Kaikar bewährt! Der großoniQe Mobolisie<uRQ$-Erfolg zeigt u.E. an, deß auf diesem Weg des sol'odenachen Zusammenstehens aller AKW-Gegner wettergegangen we1den kann und muß. Oie Demonstranten haben sich nicht an das Demo-Verbot direl<t am Bauplatz gehalten. Sie haben die hinter Kaikar befindlichen Polizeisper- ren umgengen und z. T . beseitigt. Sie haben gegen die polizeilichen Verord·

nungan und Verlügungen des Innen*

mtnlstera ihr Rech t auf Demonstration

direkt om Bauplatz wahrgenommen bzw. ertdlmpft. Der bewußten Durch- brechung des Demonstrations-Verbo- tes lief ein diesbezüglicher Beschluß der Demo-Leitung unmittelbar vor Ort

voraus. Mft Ausnahme e.ines Grüpp·

chens von etwa 500 Demonstranten - fast ausnahmstos Anhinger der OKP, sowie einige Jusos und •Falkenc - hoben olle Verbinde, Organisationen und BOrverinitiativen diesen Beschluß

- Durchbrechung des Demoverbotes

- bewußt mitgetragen und mit durct>-

getühn. Dies ist ein nicht zu unter-

schiaencler politischer Erfolg, ange- sichta der bisherigen, eher lllegalisti- schonc Haltung beim BBU, WSL u.a. Für die Masse der Demonstranten selbst war dieser Einbruch in die

»Inegale Zone« ein teiJweisa geradezu

•berauschenden~ politisch~moralischer

Wiederaufrich·

Erfolg,

eine

•innere

tungc nach dem z.T. mehr als zehn-

2 atündlgen Spießrutenlaufen zwischen

entsicherten MaschinenpistOlen, nach

bewußt ernledrigenden •Durchsu- chungen•. nach machtloser Hinnahme aller möglichen Bullen-Schikanen, Be- leidigungen und Drohungen, nach den massiven OhnmachtagafOhlen ange-

sichts der auf jedermann gerichteten

Läufe der M aschinenpistolen.

Dio z.T. großartigen Erfolge im Zu- sammenhang mit der Kalkar-Aktion können und sollten aber nicht ver- decken, deß der BRD·Staat eine neue Phase im Kompf gegen die wetterhin anschwellende AntJ AKW-Bewegung eingeleitet hat, und dies für alle AKW·Gegner einigermaßen überra- schend, Jedenfolio in dieser Fonn nicht vorharsohber. Oie AKW· BefOrworter haben ge-

gen dlo Ant~AKW·Bewegung ein

neues, Ihr vorliufig letztes Argument massenhaft Ins Spiel gebracht: die ge-

räuschvoll durchgeladene Maschinen-

pistole! Oie Anti·AKW-Bewegung war es

bereits gewohnt, in diesem »liberalen

Rechtsstaat• (Scheel) ihr Grundrecht

auf Demonstrationsfreiheit nur noch

unter

Mrschwerten

Bedingungen«

wahrnehmen zu können. Oie AKW- Gegner sind 01 gewohnt, ihre Groß-

kundgebungen gewissermaßen inmit-

ten von Trlne~olken abhalten zu

müssen. Sie lind es gewohnt. von

Polizei-Tau-

sendschaften angegriffen, von Reiter-

staffeln auMinondergetrieben, von ab-

Polizei-Hunden angefallen

zu werden. Auf diese und andere »liberale Rechtamittelc, die gewisser- maßen als staatliche Zutaten zur Ent- faltung demokrs~scher Massenbewe- gungen in diesem Staat üblich sind, waren die AKW-Gogner auch diesmal wieder eingestellt und - so gut es Irgend ging - auch praktisch vor· bereitet. Aber was macht ein AKW- Gegner gegen drei auf ihn gerichtete M ündungen entsicherter M aschinenpi- stolen?

knüppetscllwingonden

gerichte "

Geplant hatten die AKW-Gegner für den 24. September eine f r i e d • I i c h e Großkundgebung direkt am Bauplatz ln Kalkar. Sie hatten einen BoNtzungsvorsuch deo Bauget5ndes -

von vornhorein

zeitiger Aussichtslosigkeit - ausge- schlossen lohne des prinzipielle Recht

auf

schluß einer Pletzbosetzung preiszuge- ben), Sie waren allerdings gewillt, am Bauplatz und nicht anderswo ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. Um den f r i • d I I c h e n Charakter der

geplanten M assenkundgebung zu s i

c

v.o. wegen der·

unter

Ein-

direlcten

Wrderstancl

h e r n

,

beschlosaan die Organisa-

toren für einen

d

e f e n s i v e n

Selbstschutz der Demo zu sorgen. Hierzu zäh lte ein eigener Sani- Dienst ebenso wie wetterfeste Kleidung lge·

gen Wasserwerfer etc .), Schutzholme !gegen PolizeiknOppel u .e.}, Gesichts· schutz (gegen Trinengas u.a. Chemi- kalien), sowie Schilde und Holzknüp- pel für den Flankenschutz der Demo, um diese gegen m6gllche Polizeian-

griffe und · provoketiOf\10 ansatzweise

zu können . Auch wenn siC-h

nicht alle Organisatoren aktiv am Auf-

bau des Selbstachuaes beteiligen wollten, wurde er doch elfgemein (d.h. von allen} empfohlen bzw. akzeptiert. Ausnahmslos alle Organisatoran, d.h. sowohl die Verbinde der sog. • Gewaltfreiene, wie euch die unab- hingigen Biirgerinitil tNe(l uncl die sog. • K -Gruppeno lin diesem Fon ohnehin nur der KB und die •KPOcl haben sich auf dielen Kornpromi.ß der

schützen

politischen Vernunft und der optim&o len Breite geeinigt. Dem Staatsapparat und besonders dem Innenministerium

von NRW war dloo bottans bekennt. Einmal, weil olle disbezüglichen Vor- bereitungs-Oiskusaionen, Kontoren·

Siuungen der

Oemoleitung, des Verkehrsausschus-

zen. Veranstaltungen.

ses etc. pp.

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statt·

fanden (und natUrlieh sorgsam von

gewissen Steatsdiensten oobservienc wurden). Zweitont, weil der StaBta- apparat noch wie vor nicht gerade schlechte Beziehungen zu beo~mmten Teilen der Antl· AKW- Bewegung un- terhält. Drittens, weil alle 61fendlchen Aufrufe, M itteilungen der Einzei.Ver· bände Iauch dlfl der b6sen oK-Grup- penc } nichts onderoo als diesen Komc>- romiß enthielten und ihn auch aktiv propagierten.

Trott z.T. :tzur Schau getragener Neugierde« und sogar :»krltischer Er~

mahnung« durch Tolle der bürgerH- chan Presse, war NRW·Innenmlnister Hirsch IFDPI) vor der Ka ikarAktion

nicht in der Lage, auch nur ein einziges

»Indiz• der Öffentlichkelt dafür vorzu· legen, daß in Kaikar mehr geplant sei. als eben diese friedliche Großkuncl- gebung, Auch die tonnenweise Aus- beute der Polizei, die sie bei ihren sog. >Durchsuchungs•- und •Kontrollcak· ~onen machte (u.l . einige Zohntau· send Schutzhelme, einige Tausend kleinere Holzknilpppef) breehto buch- stäblich n i c h t 1 zutage, was auf anclere, alt die beschlosaonen Absict>- ten der AKW-Gegner hitte rückschlie-

ßen können.

Die nachtriglich von der Polizet- fühl\lng, Politikern und p,_ auf- gestellte dummdreiste Behauptung, das polizeiliche Bautegut (Helme, Holzknüppel etc.) würde »bewetsenc, daß die ursprünglichen Absichten der AKW-Gegner andere els • friedlicbe• gewesen seien, ist ein einigermaßen bewundernswertes logisches Ku nst-

stückcl>en: Seit wann ist .01 m8glich,'

mithi~e von

Helmen,

Holzknüppeln

oder auch »Sägen« und »BeUen« ein

AKW tu ttürmen, das durch einen 2,5 Meter hohen Betonwall, sowie einen 5 Meter breite<~und 2 Meter tiefen Was-

von dem

Wlltau-6pfigen Polizeiaufgebot

mit Panzerwegen. Wauerwetfem u.a.

schwerem Gerft gaN w schweigen twas im übrigen die oSigenc, •Beilec und endere Kuriositäten, die <f.e Pofaei ebenteils bei ihren oOurchsuchungsc- aktlonen beschlagnahmt heben will,

sergroben gaochüttt ist -

an~ht. so kenn seelenruhig davon ausgegangen werden, daß diese ent·

weder reine polizeiliche

Erfindungen

sind, oder ansonsten irgendwelchen Handwerkern auf dem Weg zu ihrer Arbeit weggenommen worden sind -

wlo intwle<:hen • ·T. selbst von der bOrgerliehen Prease zugestßnden wird (vergl. z.B. >Bild« vom26.9.)

Oie Bark:hterstattung der Massen·

medlen, die lllch nach Kaikar einmal mehr ofreiwilllgc tu Propaganda-Orga- nen der weatdeut.chen Polizei- und Bürge<ltriegsführung erniedrigte, het auch dieMn Punkt peinlich - aber keineswegs undurchocheubar - zu

utNChiffen verst.~chtund von • Tonnen

waffen6hnlichef t7J Gegenstände« ge-

schwafelt, die von der Polizei erbeutet WO<den eeien. Da wurden Puderdosen und UppanttifUI weiblicher AKW- Gegner als ogeflhrliche Wurfgeschos-

stinknormale

se«

VOfgettettt,

eine

Farbaprühdoce,

die

in

Hamburg.

Wandsbek erbeutet wurde, wurde als

»Bombe« an die Presse weitergereicht

etc. pp. Oie geaetzlich vorgeschriebe-

nen und von den Bullen zu Outlenden

Wagenheber

aus

PKWa

erbeuteten

W\Jrden von der Polizei zu »Eisenstan-

genc. •eisernen Schlagwaffenc um-

funktioniert. Oie normalerweise in

PKWs befindlichen 5-Liter-Bonzinkani- stor (Ersatztank) wurden zu •Brand-

bomben«.

Wn wurde wirklich beschlag-

nahrnt7

Eine e<1te geneuere Analyse der

~ Pofizeieinsätte in der g.anzen

BAD loow;. der BGS-Einsätte sog.ar in Holland) belegen recht eindeutig, daß es der PolizeRührung euch gar nicht um Versuche ging, >weit im Vorfeld• der geplanten Großl<undgebung >Ge-

walttäter« auszuschalten, einen mög·

Iichen Besetzungsverauch des Bauge- ländes durch vorzeitige Erbeutung des dszu notwendigen Materials zu verhin-

dern.

Tatalchlk:h verfolgte die Polizei mit ihrem Großeinsatz ganz andere Ziele,

njmlk:il:

1. Unmimolber sollte verhindert wer- den, daß n den AKW-Gegnem nach den erfolgreichen Großaktionen von Wyhl, Brokdorf und Grohnde erneut gelingen würde, eine erfolgrei- che Großaktion in Kaikar Übelhaupt zustanderubekommen. Oie Tatsache, daß slmtlicha PKWs und Busse im Schnitt fünfmal >gefilzte wurden - in ExtremfAllen aoger bis zu <ehnmal - und daß n bei den letzten oFilzungenc selballlerstindlich auch nichts mehr zu beschlagnahmen gab, zeigt, daß es v.e. auf Verzögerung des Anmar- sches, bzw. sogar dessen Verhinde- rung ankam. Erfolg dieser Polizeitak- tik: Verzögerung der Damo um etwa 6 Stunden; etwa 20.000 Demonstranten

konnten Kaikar nicht mehr rechtzeitig erreichen und blieben gezwungener- maßen der Demo fern . - Oe er- folgreiche Großaktionen erfahrungs- gemäß gute Vorauaaettungen für Auf- schwung und VerbreitonJng der Be- wegung - beaonders in der belief· fonden Region, in diesem Fall NRW - biete<~, wollten die AKW-Befürworter mit Hilfe ihrer Polizei den gegenteiligen Effekt über ein Desaster am 24. Sep-

tember etfeichen. Das ist ihnen in die

Hose gegangen.

Der massive, mit teilweise unvor- stellbarer Brutalität ui'Kt in bisher nie dagewesenem Ausmaß Yorgetra,.

2

gene Politei·Einsetz, die tßuaend Schi·

kanen,

Drohun-

pp.

hatten das Ziol, Angst und Schrecken

unter den AKW-Gegnem zu \l'erbrei·

ten, sollten zu Lähmung, Resignation

gen

Einschüchterungen,

zu

schießen)

(scharf

etc.

und damit

Schwächung föhren.

Oieses Zlel der AKW-Betreiber ist zumindest teilweiM aufgegangen und het v.a. bei denjenigen AKW-Gegnem zu nicht zu untene<:hltzenden seNech- ten Stimmungen geführt, dietrottaller Anstrengungen garnicht bis Kaikar gekommen sind, die also die gesamte Polizei-Brutalität auskosten mußten,

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zur

nach teilweise zwanzig-

unver-

richteter Dinge wieder umkehren muß-

ten und die so um das nachträgliche

Erfolgserlebnis der großen Massende-

mo gebracht wurden.

stündigem Spießrutenlaufen -

um dann -

3. Oie massiven Polizei·Einsätza, der wie selbstve<*tändlich gehandhabte Einsatz von scharf geladenen Schnell- feuerwaffen, Panterwagen etc. soll d~ AKW -Gegner in den Augen der Bevölkerung in die krim4nelle, wahl- weise terroristische Ecko stellen. Oie Anti-AKW-Bewegung toll isoliert wer- den, ihr Widerstand gegen das Atom- P<ogranvn erocheint als ein kriminelles Unterfangen. Oie BeWikerung soll vom massiven Polizeieinsatt auf den Chera.kter der Bewegung zurückachlie- ßen, geleitet von der Hetzkampagne des regimetrauen Blitterwaldes. Nachdem die AKW-Betreiber das Recht auf Bauplatzbesetzung bereits als verbrecherischen Akt, mittels der ihnen hörigen (und bezahlten) Presse und Politiker nicht ohne Erfolg in der Öffentlichkelt hinstellen konnten, soll

jetzt selbst eine Kundgebung in unmit·

Atom-Baustelle

telberer

Nähe

einer

Y&rboten

werden,

weil

-

wie

dte

AKW-Betreiber behaupten -

generell

ein

Besetzungsverauch

nicht auszu·

schließen sei. Oie Bourgeoisie het -

wenn

auch juristiech

(noeh?l

nicht

abgesichert - um AKWs und Atom- Baustellen Iektische Bannmeilen ge-

legt.

4. Angeoichta der angekündigten Großaktion und der erwarteten

Anreise von AKW-Gegnem aus alfen

Himmelstichtungen, bekam die west- deutsche BürgerkriegafOhrung den für sie kaum bezahlbaren VO<Wand für eine Großübung mit halbwegs »rea-

listischem« Hintergrund. Oie \Ion Poli· tikem und Massenmedien skrupellos

angeheizte Stimmung soll vor der Be-· völkerung den hemmungslosen Ein- satz des poiltelliehen Machtßpparates

legitimieren hetfen.

tGewissermaßen

unter der Hand wird die 6ftentliehe Aufmerksamkeit vom politischen Ziel der Demonstration abgelenkt und die Berichterstßttung vor, wAhrend und nach der Aktion auf daa Niveau spannender Sponberfchte<1tattung gebracht (oWer wird gewinnen7c, •Greifen die Chaoten an7c etc.l. Bereits in der Vorbereitung der De- monstration hene lllch die knallharte polizeistaatliche Linie für den 24.9. angedeutet, nachdem alle Versuche der Spaltung der AKW-Gegner in •Gewalttäter« und •Friedliche• ge- scheitert waren. Insbesondere der Be- reitscheft der Linken •u akzeptablen Kompromissen und einer flexiblen Bündnispolitik z.B . geganüber dem BBU war es zu verdanken, daß diese Spaltungsvorsuche sich nicht durch- setzen konnten. Nach diesem Sehe" tem setzten Regierung und Polizei auf eine horte, k()mj)<omißlooe Linie ge- genüber den AKW-Gognem insge-

samt.

Damit

dokumentierte

dieser

Staat u.a., daß ihm die sogenannten ogewaltfroienc AKW-Gegnor euch nur solange orecht und liebe lind, wie er sie gegen die Militanten, inobesondere

cfte Kommunisten unter ihnen. einset·

zen

kann.

Unbeirrt

wurde

in

der

öffentlichen

Propaganda

ohne

clie

Spur einer Beweisführung

vor

dro-

henden »Gewalttaten• und einer .e

kalation der Gewalt• gewarnt. Konsequent war daher das Verbot der Demonstration auf der Wiese am Bauplatt. Nach den Demonstrations- verboten in Brokdorf am 19.2. und in Philippsburg am 18.9. der dritte Fall, der deutlich macht, daß in Zukunft Protestaktionen der AKW-Gegner em Bauplatt nicht mehr zugelauen wer- den sollen. Oie Begründung für das Verbot war bereits eine Vorwegnahme des konkreten Vorgehans der Polizei, wenn auch die konkreten Maßnehmen und BeschlagnahtMaktionen noch weit darOber hinaus gingen. So wur- den den Demonstranten Autiagen ge-

macht wie

- Verbot von Konvoi-Fehren der an-

reisenden Fahrzeuge

- Fahnen-

und

Transparentstangen

nicht dicker als

zwei

Zentimeter

und nicht länger als 1,50 m

- Verbot von GeslchtatOchern, Gas- masken und Schutzhelmen

- Verbot von Kraftfahrzeugen, Sani- tätswagen und Lautsprecherwagen auf der Demo salbet.

Oie

Ausdruck einer auf Lügen und Vor- drehungen aufgebauten •Bewelscfüh- rung.

Neben licherfichen und absurden Votwürfen (wie z. B. 2.000 oKP-Oe- monstrantonc aus den Nlederltlnden

Verbotsbegründung

selber

iat

woUten

mit

Motocrou.-Fehrzeugen

über dje fetder fahren«) ist sie auch

Ausdruck einer krankhaften,

in den

Bereich des Schwachsinns reichenden Phanu.sie ihrer Verfasser:

- Hinter den erwarteten Polizeisper-

ren sollten »WaffenYerstecko« an·

gelegt werden, mit denen die Poli·

zei »von hinten• angegriffen wer-

den sollte.

3

- »Zur Ausrüstung einiger in Kaikar .rwarretsr DemonstTBnten (sollen! Brsndsiitzs, Molotow-Cocktails

undsogar Panzerfäuste gehöremr!

Derartige

selbstgebastelte

Begrü

dungen sollen offensichtlich den mas-

sivsten Polizeieinsatz in der Gesc-hichte

der Bundesrepublik legitimieren. Es kennzeichnet den Abbau demokrati· scher Rechte in der BRD, daß eine solche Verbotsbegründung in zwei

Instanzen vOt dem Verwaltungsgericht

bestätigt

wurde!

Auf einer

solchen

Grundlage war die Taktik des Staats· apparats in der E.ndphase der De- monstrationsvorbereitung auch nicht mehr sonderlich stark auf Spaltung

ausgerichtet, sondern setzte auf Angst

und Einschüchterung der Demonstran-

ten.

Nordrhein-Westfalens

SPD-Ar·

beitsminister Farthmann, der zum

>linken« Flügel der Regierung gezählt

Wird, hatte vor der Demonstration

als

hemmungslos die

AKW-Gegner

»Poiit-Kriminelle« beschimpft. Wer an-

gesichts der »Beweise« für Gewalt am 24.9. trotzdem demonstrieren wollte, wurde als »Sympathisant von Gewalt· tätem oder Terroristen« be:eichnet. Unverhohlen drohte Farthmann: »Das , Gewaltpotentlaf des Staates sei .m~l· Honenfach stärker~ als das der Pol1t·

Kriminellen'•. Und: »Unser Staat habe sich aber aus rechtsstaatliehen Grün~

den

ihn darBn hinderten~ seine Gewalt gegen innere Gegner voll einzuset· zen. Diese Selbstbindung werde aber, wenn die AKW· Gegner weiteraufihrer alctfven Gegnerschaft gegen das

Atomprogramm bestehen,

wenlger

Polizelstaat'

Selbstbindungen auferlegt, die

,in

Rlch-

tung auf weniger

Rechtsstaat

und

Frelheit,

mehr

aufgegeben« (alle Zitate aus »Rheini· sche Post«, 21.9.1. Am 24.9. bewies die SPD·Landesregierung, daß farth· manns Worte nicht nur leere Dro- hungen, sondern brutale Realität sind.

Damit offenbart sich auch eine neue Qualität in der Entwicklung der SPD· Politik. Macht sie sich doch mit diesen Worten und Ta t e n die rechtse)(tre· men Positionen des CDU/CSU·Stra· tegen StrauSS zueigen, der bereits nach dem Ableben des f rüheren Ge- neralbundesanwalts Buback die Anti- AKW·Bewegung voll mit in die Hetz- jagd gegen »Terroristen« einbeziehen wollte: »\Mi' kommen natiirllch mit

Man muß

dabei die ganze Breite des pol/tisehen Verbrechens im Auge haben: Die Bürgerkrlegsvorbereitungen und bUr~ gerkriegsähnlichen Aktionen künlich in Grohnde gehören dazU« (StrauSS in einem Interview rnit der ,.Bitd am Sonntag« vom 10.4.nl.

elnem neuen Anlauf

,

Das heißt, bereits hier werden Tau - sende zu potentiellen Terroristen und Bürgerkriegern erklärt, d ie vielleicht mal am Brokdorfer oder Grohnder Bauzaun geschnippelt oder mitgezerrt haben. Wenn heute im Rahmen der »Terrorismus· Bekämpfung« größte Polizei· und BGS·Manöver (mit Stra- ßensperren, Durchsuchungen etc.) veranstaltet und Gesetzesverschär· fungen verschiedenster Art tz.T. in Eilverfahrent über d ie Bühne gebracht werden, so richtet sich das ganz direkt auch gegen d ie Anti·AKW-Bewegung.

Die Bourgeoisie schafft sich im Rah·

men eines auf lange Sicht angelegten Plans die Voraussetzungen, um kom· mende Massenkämpfe der Arbeiter und Angestellten gewaltsam nieder- schlagen zu können. Unmittelbar hat schon heute d~ breite und z.T.

militante Bewegung

Gegner einen Teil dieser staatlichen Machtmittel zu spüren bekommen (wie jetzt zuletzt in Kaikar, davor in

Brokdorf und Grohnde). Man muß sich darüber im Klaren sein und sich entsprechend vorbereiten, daß die Herrschenden auch den kommenden Kämpfen gegen AKWs mit dem Ein· satz noch größerer Gewaltmittel be- gegnen und die weitere Kriminali- sierung der AKW-Gegner betreiben werden.

der Atom~raft·

I~ GM1 OE.

AKW-Gegner betreiben werden. der Atom~raft· I~ GM1 OE. _f\ TER\ Yf/Aj • ~E_IN AIAV A (~

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AKW-Gegner betreiben werden. der Atom~raft· I~ GM1 OE. _f\ TER\ Yf/Aj • ~E_IN AIAV A (~

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~uAUCHNI[~

• Am 24.9. fand i n der Bundesrepublik Deutschland das größte Bürgerkriegs- manöver seit Bestehen

Am 24.9. fand i n der Bundesrepublik Deutschland das größte Bürgerkriegs- manöver seit Bestehen dieses Staates

statt.

Etwa

50.000

Polizisten,

ein

Drittel der Polizeistreitkräfte der 8 RD, waren im Einsatz, um etwa 70.000 - 80.000 Demonstranten ge- genAtomkraftwerkeaus dem ln· und Ausland aufzuhalten, zu durchsuchen

u nd zu bedrohen. Diese Zahl ist kein Hirngespinnst :

- fast 10.000 Polizisten waren rund

um Katkat im Einsatz

- einige tausend an den Grenzen

- ein ig e tausend zusät~fich in Nord ·

rhein-Westfalen

(lt. ,.We it", 29 .9 .).

tausendein allen Bundesländern Für d iese Zahl spricht auch unsere er·

ste Analyse der Polizeieinsätze. Ne· ben Mammutsperren (.1.300 Polizi· sten bei Sittensen in der Nähe von Hamburg) gab es eine Vielzahl von beweglichen Einheiten. Es war keine

Seltenheit, daß PKW·Fahrer, d ie völ· lig unvermittelt und für die Polizei Übethaupt nic-ht vorhersehbar, von Hauptstraßen abbogen, an irgendei- nem Ort der BRD auf eine größere

Poli~eieinhei1 stießen.

Sowohl die Quantität des Polizei· aufgebou, als auch deren Ausrüstung mit Maschinenpistolen und Panzer·

fahrzeugen -

Risiko, auf Demonstranten zu schies·

sen - waren neue Erfahr\lngen der westdeutschen (und der meisten aus- ländischen) AKW-Gegner.

Diese neue Polizeitaktik fußte zum einen auf den Erfahrungen b isheriger Aktionen gegen AKW-Gegner und der Erkenntnis, daß deren Aktionen eher stärker als schwächer werden, zum anderen zeigen sie die Bereit· schalt der Herrschenden. mit allen Mitteln Opposition, auch wenn sie noch längst nicht die Wurzeln des Sv·

stems

das bewußt kalkuliefle

treffen.

vernichtend

zu

be-

kämpfen. Im Fall Kaikar wurde ohne Exi- stenz einer Bundespolizei unter Um· gehung rechtlicher Grundlagen bun· desweit einheitlich vorgegangen, Poli·

zeisperren, Autobahnblockaden, Bar· rikaden und illegale Beschlagnahmun· gen durchgeführt. Hunderttausende behindert, ohne daß der in den Not· standsgesetzen lestgelegte ,.überge· setzliehe Notstand" vorlag. Grundrechte wie das Oemonstra· tionsrecht und das Recht auf Frei· zügigkeit wurden bedenkenlos außer Kraft gesetzt.

Völlig überraschend kommt die

Po lizeitaktik nicht, wenn auch die Bewegung gegen d ie Atomkraftwerke

am

Teil hilflos dieser Polizeistaats· maschine gegenüberstand.

auf

Bundesebene auch ohne die zuletzt

wieder besonders von der CDU/CSU geforderte Bundespolizei geht zuriick auf einen Beschluß der lnnenmini· sterkonferenz der Bundesländer vom Sommer dieses Jahres. Darin wird für zukünftige Großak.tionen das Durch·

ge·

zum

24.9. überrascht. unvorbereitet,

Das

einheitliche

Vorgehen

suchen und die Beschlagnahme

fahrliehen Gerät>" bereits bei der Ab· fahrt am Ausgangsort oder auf dem

Anmarschweg

Neuerungen ist

Stationierung

die

der

hierbei eingefühnen

empfohlen.

und

Eine

Anschaffung

mehrerer .nach taktischen Gesichts· punkten über das Bundesgebiet ver·

ceilcer

TranSporthubschrauber"

(,.Spiegel", 25.7 . 77). Diese sollen in kurzer ieit, flexi· bel, größere Mengen Polizeieinheiten an nahezu jeden beliebigen Ort zum

Einsatz bringen. ln Kaikar wurde ge- übt, wie derartige Ei n sätze Uber die Bühne gehen: in wenigen Minuten V\1\Jrden mühelos hunden und mehr Po lizisten in voller Ausrüstung an

vorher

setzt. ln der Zeitschrift " Kriminalistik"

auSgewählten

Orten

einge-

hat ein fUhrender Vertreter des u.a.

für die

Terroristenbekämpfung"

zu·

ständigen

Bundeskriminalamtes

die

in Kaikar angewandte

Takt ik für

zu·

künftige Großaktionen empfohlen :

Die

Polizei wird sich deshalb

konzeptionell avf eine vorbeugende

Verunsicherung und Störung der Ka · der einstellen müssen. Präventivpoli-

zeiliche Maßnahmen der Schutz· und

Krimina/polizel, die bereits zum Zqit--

punkt der Vorbereirung und Planung

einsetzen, können verhlndern, daß

dleSII mllitanten Einheiten sich for 4

mieren,

schlossen und unter einheitlicher Führung auftreten. Rejne defensive Einsatzkonzeptionen iihnllch Brok~ darf werden auf Dauer die immer aggressiver und mit UnterstüuUng Immer größerer Massen anrückenden militanten Störer nicht mehr aufhat· ten.

geplant anrücken

und g~r

Das

bedeuter, daß neben die Be-

kämpfung

terroristischer

Unter-

9fllndbanden die Störung und Auf-

Iösung der bewaffneten Kader mao· istischer Zusammenschlüsse als neu- er pollzeilicher Schwerpunkt treten

muß

wird dabei slcher die intensivere Be· obachtung und Lokalisierung derar· tiger Kader $10w/e die Erkundung

des zweckmäßigsten Zeitpunkts des Zugriffs obliegen" (Abteilungspräsi· dent im BKA. Römelt in ,.Krimina· listik", 5/1977l.

Der Staatsschutzpolizei

Der verwendete Begriff ,.Kader" ist durchaus nicht eng begrenzt aut- oinige führende Vertreter zu ver

stehen,

Teile der Bewegung, deren Gefähr· lichkeit vnd vorwärtsstreibende Be·

deotung

er umfaßt auch besondere

besonders

hoch

einge .

es von U ngefähr, daß insbesonderedie

norddeutschen AKW . Gegner aus· serordentl ich intensiv von d ieser

be·

sonders die Hamburger, d ie in die· sem Sinne als militante Kader aoge· sehen werden und entSQrechend umfassend schon im Vorfeld der Demonstration aufgehalten wurden. Oie Polizeistaatliche Übung am 24.9. hatte ihre Wurzeln nicht da· rin, daß aufgrund umfangreich ge- planter militärischer Angriffe der AKW · Gegner e ine entsprechende Reaktion des Staatsapparats gebo· ten erschien. Es war auch den Ver- antwortlichen für den Einsatz vor· her bekannt, daß nichts dergleichen laufen würde, was die Beschlagnah· meergebnisse der Aktion belegen. Vielmehr ging es ihnen darum, ei· nen politischen Schlag gegen d ie Anti · AKW · Bewegung zu landen, um sie zu l'ückzuwerfen und zu schwächen. Nur so erklärt sich, daß in Kaikar die nach bürgerlichen und polizeidienstrechtlichen Vorschrif·

nicht

schätzt

Taktik

w i rd . So kommt

betroffen

waren,

ganz

ten gebotene ,,Verhältnismäßigkeit der Mi ttel" i n keiner Weise gewahrt wurde. Oie scheinbar völl ig überzo·

gene

tion war daher kein Ausrutscher, sondern wohlkalkuliert. Um so beeindruckende( ist die Reaktion der AKW · Gegner. Man war unvorbereitet, hat aber nicht resigniert und aufgegeben. Tau· sende haben erbebliche Mühen auf sich genommen, trotzdem und jetzt gerade nach Kaikar zu fahren u nd dabei zu sein. Oer Atomstaat ist gefährlich und mächtig, aber n~ht unbezwingbar! 5

und

unverhältnismäßige

Ak ·

1

I

Sperre Sittensen: die starkste der an diesem Tag aufgebauten. 1300 Po· li zisten waren n
Sperre Sittensen: die starkste der an diesem Tag aufgebauten. 1300 Po· li zisten waren n
Sperre Sittensen: die starkste der an diesem Tag aufgebauten. 1300 Po· li zisten waren n

Sperre Sittensen: die starkste der an diesem Tag aufgebauten. 1300 Po· li zisten waren n ach offiziellen Anga·

ben

bewaffnet, hatten kugelsichere We-st· en an und wurden von Hunden be· gleitet. Einsatztruppen hatten außer· dem volle Knuppelausrustung. Die Sperre war auf der Autobahn errlch· tet mit spanischen Reitern. NATO· Draht und ausgelegten Nagelkotten gegen das Ourchb<eehen von Fohr·

zeugen. Oer Verkehr wurde l.ber ei· nen Parkplatz gele•tet . Rings.um war des Gelände ebenfalls von NATO· Draht e i ngez&unt .

4

Wasserwerfer. 2 Panzerwagen, 50 PKWs. etliche VW-Busoe. 10 Plan·

wagen. mehrere Gefangenenuanspor· ter. I Feldkucht. I fahrbare• Klo und

Bullen.

Oie Wasserwerfer waren an Schläuche

AKW-Gegner und Busse werden auf den Ranplatz geführt. Oie übrigen

Verkehrste il nehmer sollen glauben. es handele sich um eine der übl ichen Umlei tungen. Sperre Sram$Cht: etwa 600 Polizist· en m•t MP bewaHnet. nehmen d•e

vor. Um den Platt

Der Nordzug 1

Sc:hleswlg·Holstein: Der Flonsburger

Konvoi 1150 Pe rso ne n~ wurde bereits bei der Abfahrt am Ortsausgang auf

einen Parkplatz geiettat und von 70 Polizisten, 1.ell~ise MP - bewaffnet, kontrolliert. Jeder etnzetne mußte

Personallen angeben, es wurde eine

Leibesvisitation durchgeführt. Die in

Schleswlg zusteigendon AKW·Gegner

hatten an threm Sammelplatz eben·

durchzu·

hier im Einsatz. Sie waren MP·

Durchsuchungen

NATO·Draht,

die

$Chaftswagen, 2 LKWs , mehrere VW · Busse. Streifenwagen und Motorra· der . O•e Bullen waren aus Stade, Ol· denburg, Aufich und Osnabrück. Ote Pol itei war mit MP, Knüppel u n d Schilden ausgenistet und hatte schar· fe Hunde dabei. Neben Leibesvisita· tionen wurden die Personalien fest·

gestellt. O•e Bremer verloren hier thre Helme.

Scheinwerfer erhellen

sind 5

Mann·

Szene.

Sichtbar

falls

Personenkontrollen

stehen. Der Konvo• erreich te Kai·

kar n ic ht , s.ondern mußte nach knapp

13 Stunden

Fahrtuit in Sinensen

(hinter Hamburg) abbrechen . Oie Demonstr ante n der Westküste (etwa 90) hauen ebenfalls beim ge·

metmamen Treff in Huwm einen Po·

li zeiube(fall erlebt. Personalienkon·

Beschlagnahmungen wur·

Auf

dem

Platz

befanden

sich

Sperre

Munstertand :

der

noichste

Treffpu

nkt' ' . Ursprunglieh war hier

der Sammelpunkt für einen der Nord· zuge. U.a . stießen 120 O.nabrücker

hmzu. S•e hauen bere•ts in Leogench eine erste kurze Kontrolle. ln Munst· erland waren viele Polizisten stauo· niert (einige Hundcrtschaftenl. Trotzdem war die Atmosphe~e hier lockerer. die Autobahn war nicht ge·.

sperrt

se Sperre auch fur den normal n,

Benelen Verkehr offen war. Ent· sprechend freu ndlic her benahmen sich dio Poliz is ten : sie liefen n ic h t

m it Kampfanzügen herum, sondern

d ie mets ten in ihrer Ublichen Dienst · k1eidung. Doch auch h1er gab es MP

Bewaffnete.

durchije-

Busse

überprüf-t . O ie Busse durften nur im

Vier-Minuten-Takt abfahren. dadurch wurden alle Züge auseinandergeris- sen.

führt,

schlagnahmungen

Der Grund war wohl. daß d1e

Kontrollen

wurden

und

der

B

Fahrtenschreiber

018 Münsteroner

(etwa 700) hat

ten

bereits

an

ihrem

Sammelplatz

Tas.chenkontrol le. Leibesvisitation

u nd

durchgefuhrt von 50 MP ·bewaHneten Polizisten mit Hunden, erfahren. We

gen der vorher bekannten Situauon auf dem Rastplatz Munsterland be·

Bundesstraßen

R ichtung Wesel zu fa hre n. Trotz die·

ses spontan geplanten Umwegs gene· ten sie in zwei Kontrollen. Zu· nachst auf der 858 be1 Oorsten, dann auf der B57 bei Xanten .

schlossen

über

d ie

übliche

Beschlagnahme.

sie

D er Nordzug 2

700 Wes1-Berli- AKW-Gegner er·

lebten bereits an versch1edenen Sttl· len der Stadt Kontrollen. Oer Bus· konvoi geriet in etne 150 Pol izisten Slarke Spe rre . Vor durchgeladenen MPs fanden Kon trollen statt. Am Grenzübergang Helmste<lt empfing eine Hundertschaft Bundesgrenz· sehua in voller Kampfausril>t\lng (bewotfnet) den Konvoi. während die meisten PKWs to·

tal

gefilzt

wurden,

gelang

os

den

Bussen

nach 2

1/ 2

stundigem Auf·

enthalt

mit

ihrer

Selbsuchuuaus·

trolle und

Schlafgelegenheiten

Auf dem

für

die

den durchgeführt.

l n

Kl ei

umz ingelt en

bew aHnete

angeschlossen.

Platz wurde von Poli·

z•sten gehlm1 und fotograften, dte Fahrzeuge wurden sämtlichst kon·

trollien wobe1 d1e Kontrollen u nter· schiedlich intensiv abliefen .

fi.Jr die Bus.se dau ·

Poltzttten den Treffpunkt. sodaß me·

mand unkontrolliert dtl Busse beste t·

gen konnte. Nach 19 Stunden Fahrt erreichten dte Kieler in ttllwetser Zu·

sammanfahrt mit dem Hamburger Zug Kalkar. ln Holmmoor , kurz vor Hambufg,

erlebte e1n Tetl der schleswig·holnei·

mschan AKW-Gegner, dae erste Auto· bahn.Vollsperrung. 01e 100 AKW· Gegner aus Lübeck und Umgebung mußten bereits vor der Abfahrt ihre

Der Aufenthalt

ette hier zwtschen 5 und 7 Stunden. Oll meisten kamen daher niCht viet we1ter, nach 60 Kilometer Fahn , für die 10 und mehr Sw nden benötigt

wurden. war Sch luß . E nd s t atlon Wa r h ier auch fur die Hälfte der 100 Lü· neburger, die bereits auf der Land· straße mauiv gef •lzt worden waren . Bremen. Oie etwa 100 Bremerhaven· er und Cuxhavenor AKW-Gegner hat· ten kurz hinter dem Ortsausgang Bre·

merhaven die erste Kontrolle .

50 be·

w affnete Bullen u nd 10 Ziv ile

filzten

dte Fahrzeuge Ein Mitfahrer wurde wegen Bes1tzes von Etsenkugtln vor· faulig festgenommen . Der Zug schloß sich dann den Bremern an. Dort na rteten etwa 1000 in Ri chtu ng Kai· kar-, wo sie nach Im Schnitt 6 Sperren und 12 Stunden Fahrt ankamen. Be· reits in Bremen wurde der Zug von

Streifenwagen auseinanderger~ssen.

An 3 Autobahnauffahrten wurden

d•e Zugteile dann kontrolliert. Etwa

Hun ·

100 bewaffnete Polizisten mit

den fi lzte n 5 Busse in Bremen·Arst·

en, Helme wurden zunachst nicht beschlagnahmt. Ahnlieh erg1ng es "ier Bussen in Bremen· Brinkum, d1e von

angehalten

wurden. Oie dritte Kontrolle findet in Bremen-Hemelingen statt. Insgesamt werden 11 Leute wegen Besitz von Gasmasken oder Messern

50

bewaffneten

Bullen

feitgenomm en. ubera ll

-sonalien kontrolliert. Oie zweite Kontrolle fi nde t an der AutobahnauHahrt Bramsehe vor Os· nabrüek statt. In diese Kontrolle ge· raten auch die restltchen Busse des Hamburger Zuges und als erste-s et· wa 160 AKW·Gegner aus Oldtnburg/ Emden. Oie Autobahn wird 1n bei· den Rich1u ngen voll gesperrt, der Verkehr über die Ausfahrt Bramsehe umgeleitet. Nur die erkennbaren

wurden Per·

Busse w•eder ve rlassen, da 50 Poti· zisten den Abfahrtsplatz ab<iegelten und 1uf Leibesvisitation und Persona· henfenstellung bestanden. Nach ms· gesamt 4 Kontrollen und 19 Stunden Fahrt erreichten sie Kalkar.

Harnburg waren

tosgesamt

Busse

Hemburg,,

42

Aus

aufgebrochen

Nachdem es bereits auf dem Weg zu den Sammelplätzen und auf einigen Platzen zu 1nsgesamt 25 Verh aftung ·

en kam, verzöge rt en Polizeiübe rg ri He

in

Abfahrt

zw1schon 2 1/2 und 5 S tunden. Von den 42 gestar-teten Bussen erreichten

ted1ghch 11 nach Fahrueiten von 16·

19 Slunden und bis zu 10 Kontrollen Kalkar. Bereits vor der Autobahn fin· gen 50 bewaffnete Polizisten einen Te1l d~ Zuges ab um hauptsachfleh

den S tadtte ilen

und

Borgedorf,

d ie

Har·

burg

Wandsbek

mit

Belehrungen"

und Drohungen

die

Busfahrer ei n zuschUchtern.

Ein

anderer Teil der Busse wurde i n ä hn· ticher Weise am Ras1platz S1illhorn, 5km hinter Hamburg, behandelt.

auf

dem

men mit Bussen aus Kiel und Lübeck . Geschlossen ging die Fahrt weiter, bis es ca. 55km hinter Hamburg eint Autobahnvoll:spenung bei Sittensen gab. EtWll 800 Meter vorher stoppte der Zug. Quergestellte PKW's bloek· ienen alle Spuren, um zunächst Uber

Möglichkeiten

ode r e iner Um gehung zu beraten {Sie ·

Der

Konvoi

sammelte

sich

RIStPlatz

Hollenstedt

zusam·

eines

Durchbruchs

6 he Augenzeugenberieht)

rüstung weiter-zufahren. Allerdings nur bis zum Rastplatz Lauenau bei

Bad Eilsen. Hier war eine Autobahn· vollspenung angelegt worden. Uber 500 schwerbewaffnete Polizisten un· terstütz t von zwei BGS·Panzcrspäh· wagen, waren hie r stationien. Nach

Demon-

stranten. die Busse zu verlassen. ge· lang es der Polizei durch Busfahrerer·

pressung, den Bussen die Weiter· fahrt zu verwehren. 0 ie Busse muß· ten nach 14 Stunden ihre fahrt ab-

brechen; d ie Besatzungen führten da·

raufhin

Protest ·

aofäng1icher Weigerung der

i n

Hannover

~ ine

kuod!)Cbung duch. Die PKW·Fahrer

erreichten

Fahrt Kalkar.

Stunden

nach

19

1/ 2

Oie Busse aus Braunschweig. Wolfs· burg und Salzgitter (250 Personen)

wurden ebenfalls stundenlang in Lau·

enau festgehahen : Totalfilzung

und

Leibesvisitation . für Wolfsburg

war

dies bereits d ie dritte Sperre. Für 60

l weite

Hildesheimer war dies

die

Kontrolle. nachdem sie bei de r Ab· fahrt von 15 Bullen vnd Zivilen 2 Srunden lang gefilzt und aufgehalten

MJrden.

Hannover:

bereits

au f

dem

Treff·

punkt

Bullen die 500· Kalk0r· Fahrer. Der Markt war erhellt durch Scheinwer· fcr. 1 Wasserwerfer war aufgefahren, MP· bewalfnete Bullen fillteo d ie Busse. mehrere Ä,KW·Gegner wurden in Ausrüstung , mit in die Hand ge· drückten Ketten gezwungen. sich fotogr afie r en zu lassen. Nach drei Stunde n wa r die Kontmlle vorbe i.

Kla!)Csmarkt

erwarteten

600

Hannover

und

ein

Bus

aus Ha·

meintBad Pyrmont werden an einer

einfachen

Giitersloh total gefilzt. Etwa 200 MP·bewaHnete Polizisten nehmen die Aktion vor. Der Hamelner Bus \M.frde bereit.s kurz h inter Hameln von etwa

40 Bullen gestoppt. Ausweise wurden kontrolliert. jeder Demonst rant wu de mit einer vor die Brust gehaltenen Nummer fotografiert! Die verbleiben· den Teile des Zuges wurden zusammen mit den 400 Bietefeldern und 40 Det- moldern in Rhynern auf dem Rast ·

Hier sollte ur·

sprUnglieh der Sammelplatz für die· sen Zug sein. Etwa 200 Bulten waren

dort aufgefahren. es fanden d ie üb·

Busse

durften nur im 3 -Minuten· Rhythmus abfahren. Oie Sielefelder hatten be· reits bei ihrer· Abfahrt in Ke-s$E!I ·

Kootrolle

PKWs

BO

SpeNe auf dem Rastplatz

platz erneut

Iichen

brink

gefilzt.

Kontrollen

eine

mit

stan,

die

!)Chabt.

und

Polizisten

Hunden

durchsuchten dort die Busse.

Nordzug 3

Kassel. Um drei Uhr werden d ie

120 Personen in Breuna auf den Park· platz gewunken. Ober 100 Po lizisten

m it

Scheinwerferbeleuchtung,

Durchsuchung, Ausweisabgabe, Lei ·

MPs,

besvisitation,

ausgezogen

war die Autobahn auf eine Spur ver· engt.

Göttingern

und Umgebu ng werden sie dann in

Schuhe mußten Für die Sperre

sogar

werden.

mit

Zusammen

200

-

dem

baden·~oWrttembergischen

Zug 170 aus Freiburg, 100 aus Stutt· gart, 40 aus Karlsruho, 50 aus Offen· bu rg, einem französischen Bus);

Frankfu rt/

mit

den

-

Bussen

aus

Darmstadt u nd Umgebung ( 150 aus

Haarstrang auf der Aaststätte gefilzt.

Darmstadt,

meh rere

Hu ndert

a,us

A ls

ein

Kasseler

verhaf-tet

werden

Frankfurt).

soll. gibt es wegen der Gegenweh r

Ab

Kamener

Kreyz durchfuhren

Während

d ie

Hessen oh ne Kon·

einen Schlaystockeinsatz . Für die Kasseler ist nach acht Stunden fahrt die Reise beendet.

trolle bis dahin waren, mußten die Baden·Württemberger bereits auf der Raststätte Hardtwald die erste Poli· zeikontrolle erleben.

die Konvois aus dem Norden folgen· de Sperren in Nordrhein.Wenfalen:

Fast geschlossen fahrt dieser Sud· konvot bei Honnef in eine Sperre, die

kurze Sperre am Kamener Kreuz; Autobahnabfahrt Herten:

die gesamte Autobahn in Rich tung Norden absperr t. und den Verkehr

Bundesstraße bei Lünen:

 

auf einen Aastplatz leitet.

Kontrolle in Bocholt; Kontrolle in Ouisburg; bei der Ausfahrt aus Duisburg; in der Nähe von Xanten; Marienbaum, nahe Kalkar; hinter der Autobahnabfahrt Aees; Rheinbrücke Rees.

MP·bewaflnete Bu llen du rchsu· chen die Busse oberflächlich. aber zeitraubend. Am T reffpv nk t Kö ln ·MUn.gersdorf ueffen sich über 30 Busse des Südzu. ges. Bis zum Ziel sind die Freiburger Busse 20 Stunden unterwegs, die

NRW·Züge

Bochum: 1. Kontrolle beim Bus-

Stuttgarter 17. Hier sind es nicht ein- mal 100 Polizisten, di e d ie He rausga· be der gesamte n Sel bstsch utz ausrU-

einstieg, etwa 70 Polizisten durchsu·

Auch

in

Gelsenkirchen erlebten

stung

u nd

entsprechende

Durchsu·

chen die 400 Kalkar·Fahrer. Danach

chung

forderten.

O bwohl

in großer

folgen noch vier Verzögerungssper'· ren. d ie letzte.bei Marienbaum .

Überzahl, müssen die Demonstranten sich nach meh reren Stu nden dieser Forderu ng beugen, da den Busfah ·

die 100 AKW·Gegner gleich bei der Abfahrt die erste Kontrolle und

rern bei unerlaubtem Ve rlassen des Sammelplatzes Strafe angedroht wur·

Durchsuchungmit Leibesvisitation .

de. Weitere Sperren dieses Zuges in

Die

Fahrzeuge

aus

Kamen

u nP

NAW :

Insassen

wurden kurz vor dem Hauptbahnhof Dortmund abgefangen. 14 Bullen, MP·bewaffnet. durchsuchten d ie Wa· gen. Nur 500 Meter hinter dem Hauptbahnhof gab es eine erneute

Umgebung

mit

etwa

100

Kontrolle.

(darunter

100 Falken) wurden ebenfalls bei der Abfahrt total geWz:t und von einem starken Polizeiaufgebot bewacht.

Die

500

Oortmunder

Südzug

Nürnberg. An der Autobahnmeiste· rei Hösbach (Rastpla\2 Spessartl der erste Aufenthalt. Ca. 100 Polit isten halten die 150 Nürnber!)Cr und 40 Würzburger an. Sie sind bewaffnet, unter ihnen sind auch Mltglieder des Bundeskriminalamts. 400 Polizisten sind insgesamt da, der Platz ist durch Scheinwerfer ausgeleuchtet. Während die Busse verkehrstechnisch überprüft werden, werden Durchsuchungen und Beschlagnahmen vorgenommen. Richtmikrofone zum Abhören der Diskussion sind aufgestellt. Frühzei· tig wird den Nürnbergern erklärt, daß sie auf keinen Fall vor sechs Uhr fah· ren sollen. Kurz vor sechs Uhr, nach sieben Stunden Aufenthalt, geht es dann tatsächlich wei ter. Bei der Kon· trolle wurden die Ausweise fotoko· piert. desgleichen Flugblätter. ln Madenbach bei Wiesbaden trifft sich der Südzug aus Bayern (Würz· burg, München, Augsburg. außer Nürnberg) mit:

- Au tobahnabfah rt Nevß . Hier stößt Aacheo (600 Leute) dazu . Bereits am Sammelp latz w urden d ie Aachener von 600 schwerbewaffne· teo Bullen (d arunte r bayrische r BGS) empfangen und d urchsucht. Autobahnabfah rt Kerken; Geldem wenige Ki l ometer h i nter Geldern ; h inter Go<:h; 2 km vor Katkar,

Charakteristisch für den engeren Ring um Kaikar und die dort herrschende

Polizeikonzentration ist eine Vielzah l

kleinere r

chen die Fahnzeiten verzögem soll· ten. Die größte Sperre ist die auf der Reeser Rheinbrücke (siehe Augenzeu- genberichtl. Welche Wirkung diese Sperren hatten, belegen am besten ei· nige Fahrzeiten:

Sperren, die im wesentli·

holländische Grenze- Kaikar (30 km) : 3 - 5 Stu nden; Duisburg: 5 - 6 Stunden; Aachen: 10 Stunden; Oortmund: 7 1/2 Stunden;

Wupperta~S Stu nden;

Bochum:7 Stu nden usw. Über Kontrollen und Sperren an den Grenzen siehe bitte Teil zu Frank· reich und den Niederlanden.

7

8

Augenzeugenbericht von einer

vorläufigen

Festnahme".

»Auf die Straße, die den KlegesmBrkt teilt, stellte ich meine Fototasche auf

das Pr/aster und wollte von dieser Bus

mä Selbsrau$1Ö$er und llngerer Be-

lichtungszeit eine Aufnahme machen.

Die dortigs lockere Z'INBite Bull~nketfe war ca. zehn bis fünfzehn Meter ent· lernt. , Was macht der denn da' und

schon rasten drei suf mich zu. Ich

konnte nicht schnell genug meine Se· chen greifen und da haben sie mich auch schon gegriffen. Wasich mitten eufder Straße zu suchen habe, undals

(die

schließlich selbst von Bullen gesperrt),

kam die Chose mit dem , Recht eufdes eigene Bild' (und des bei der Ent- fernung, Belichtung und einem Weit- winkelobjeictiv!J. Es kernen einige AKW-Gegner hinzu. Ich hatte meine

ja

das nicht zog

Straße

Wllr

Sachen noch nicht ganz gepackt, als

ich schon weggerissen wurde.

Me~

rere Bullen zerrten und schubsten

mich weg, wobei meine Brille runter-

fiel. Ich hatte die Arme schützend über meinen gebückten Kopf gehalten. Mir

wurden diB Arme weggerissen,

der

Kopf nach oben gerissen und ich sah

noch gerade, wis rechts von mir ein Bulle aus höchstens sinem Meter Entfernung mir eine volle Ladung Chemical Mace lns Geslcht schoß, d3nn sah ich gar nichts mehr. ln diesem Moment wurde ich zu Boden geschleudert undschlug mit dem Kopf euf den Boden auf. Ich landete mä dem Rücken gegen ein Verkehrsschild. Ich war unfähig, selbständig wieder aufzustehen. Ich wurde hochgerissen undmußte mich mit erhobenen Armen an elnen Bullenbus lehnen, obwohl mir die Augen brannten sowie mein Kopf und mein ROcken schmerzte. Der Bulle, der mich festgenommen hatte, fragte, ob ich einen Krankenwagen brauchen wUrde. lrgendwis machte lch wohl eine abwehrends Geste, so daß er sagte, dann sei ja allss in Ordnung. Warum ich denn heulen würde, ob ich etwa behaupten wolle, daß e r aufmich mit CM geschossen hat und hielt mir aus ca. einem Meter Entfernung ulne CM-Plstole vor's Gesicht. Ich hatte 111/erdings keinen bei Aktion genau srkennen können, dafür ging das alles zu schnell. Mir V(Urde gesagt, ich sei vorläufig festgenom- men und meine Fotouchen seien b• schlagnahmt, wieder die Begründung , Rechtaufdss eigene Bild'.K

Augenzeugenbericht über die Festnahme von 5 A KW-Gegnern

am 23.9.77 (10.15 Uhr) an der

Sammelstelle Wandsbek (Harn- burg)

Als wir am Treffpunkt ankamen, waren weder die Busse, noch andere AKW-Gegner zu sehen. Lediglich ein Pofizeifahrzsug war zu sehen. Als wir vor einer Knsipa ankamen und Ober- legten, ob wir reingehsn sollten, um auf dle anderen zu warten, sahen wir uns plötzlich von mehreren Einsatz· Fahrzeugen und ZiVIlfahrzeugen um- ringt, aus denen sowohl zivile als auch uniformierte Bullen mit Maschinen- pistolen und Revolvern sprangen, die auf uns gerichtet waren. Wir mußten unsere Personalausweise zeigen und

unser Gepäck wurde durchsucht,

wo·

bei unsere Schutzhelme »entdeckt« wurden. Als wir gegen diesen Oberfall protestierten, wurde uns erklärt, daß eine Personenkontrolle jtlderzeit zuläs- sig sei und die Bedrohung durch die

Waffen, die direkt auf uns gerichtet waren, einen »SelbstschutZ« dal$tel-

wir

seien »Vorläufig festgenommen«. Inzwischen kamen andere AKW· Gegner~llfden Platz, wir konnten uns mit einigen unterhalten und tgJsere Namen weitergeben~ mit der Auffor- derung, sofort den Ermittlungsaus- schuß und Anwälte zu benachrichti- gen. Außerdem forderten wir die Freunde auf, andere AKW~Gegner zu warnen, was nur sehr zögernd ge· schah, so daß mindestens noch zwel andere festgenommen wurden. Unsere Grupps der f()nf Festge· nommenen wurds getrennt. Zwei wur- den in einem Zivilfahrzaug mit zwei Uniformierten mit MaschinenpiStolen- bewachung, unter völliger Mißach- tung jeglicher Verkehrsregeln I Tempo TOOn ohne Bleulicht nsch Alstsrdorf gef11hren. Das Funkgerät war zuerst noch in Betrieb, so daß wir wußten, deß in g6nz Harnburg iJhnlich Oberfälle

stattfanden. ln der Polizeikaserne wurden wir in einen vorbereiteten Raum gebracht, wo mehrere Bullsn vor vorbereiteten Büchern saßen. Wir mußttm Angaben zur Person und Beruf rnBchen. Inzwi- schen wurde ein weiterer AKW-Geg- ner hereingeführt. Wli' wurden erneut

durchsucht lan die Wend gestellt) und mußten alle Sachen abgeben. Wir wurdttn ln einen 1</einen Nebenraum geführt. Unsere mehrmalige Forde- rung, telefonieren zu dürfen, wurde zuerst mit der Begründung abgelehnt,

len würden.

Uns wurde erklärt,

es gäbe hier kein Telefon.

forderung, in Begleitung eines Bullen

Dis Auf·

vor der Kaserne von einem öffent·

Iichen Fernsprecher anzurufen, wurde iiberhaupt nicht beachtet. Oie nächste Begründung war, daß von den Tele- fonen hier auf dem Ge/5nde nur Behördengespräche gefiJhrt werden könnten. Das war glatt gelogen. w,·, haben die Fords.rung zu telefonieren noch mindestens ein Dutzend Mal wiederholt. Uns wurde schließlich ver· sprachen, daß wir bei der Vemeh· mung durch die Kripo, die allerdings

nie (}rfolgte, telefonieren dürften, was uns nlcht hinderte, die Forderung auch weiter zu stellen. Namen oder Dienst- nummern nannten uns die Bullen nicht, bis auf einen in Wandsbek, der sich als Einsatzleiter ausgab, seinen Namen nur nuschelte, hörte sich so an wie: von Waiden . Im Nebenraum wurden erneut un- sere Namen aufgenommen, wir durf- ten rauchen, nachdem s.in Bulle den

anderen

erklärt

hatte,

daß

»die

schließlich such nur Menschen seiofl{(.

Anschließend wurden wir in die Turnhalle abgeführt, wo wir bis 3.00 bzw. 3.3C Uhr gefangengehalten wur· den. Nach und nach trudelten noch 18 weitere Gefangene eln. Wir durften auf Turnbänken Platz nehmen und froren zlBmlich in der ungeheizten Halle. Ein höherer Bulle erkundigte sich zyniSch, ob uns kalt sei, um daraufhin zu erklären, daß wir es doch sehr gut hirten, bei anderer Gelegen· heit und anderen Gefangenen glnge es ganz anders zu. Auf dle Toilette

durften wir einzeln in Begleitung eines Bullen, vor dem Klofenster stand ein Bulle mit MP. Später erhielten wir

unsere

Zeitungen, Lebensmittel etc. wieder. mußten sie jedoch ln dle andere Ecke der Turnha/le legen und konnten einzeln unter Aufsicht einzelne Gegen- stände entnehmen. Anfangs konnten wir rauchen, was un.s später mit der BegriJndung Brandgefahr verwehrt wurde. Von einem neuen Gefangenen härten wir, daß inzwischen Anwitlts auf dem Gelinde eingetroffen waren. Einer der ersten, der mit ihnen sprschen konnte, nahm elne Nam~~ns· Iiste von uns mit, so daß wir nach und nach alle mit ihnen sprechen konnten. Diese konnten uns noch einige Rat- schllige geben und unsere Vermutung best§tigen, daß es sich bei den Fest- nahmen um eine völlige Recht$wldrig- keit handle. Nachdem wit mit den Anwähen gesprochen hatten, wurds uns wieder erlaubt zu rauchen. Wäh· ffJnd unserer Gefangennahme in der Turnhalle waren immer zwischen fünf und zehn Bullen zur Bewachung anwesend. Unsere Stimmung war in anbetrachr der Umstiinde gut, wir waren alle empört Ober den Polizei· terror, besonders Ober die Einschrä"

persönlichsn

Gegenstände~

lc.ung unseres Rttehts auf Freizügiglc.eit, wir wollten schließlich alle woanders hin. Die Begründungen für die Fest- nahm~~n waren bei uns das MitfOhren von Helmen. bei anderen Verdacht auf Diebstahl von Gasm•sken, elnBm alten Mantel. der wie ein Bullenmantel aussieht, oder gar keine Begründung. Ausweise hatten übrigens slle dabel. BelunSIIrer Entlassung wurde uns alles zurückgegeben. auch die Helme, An deren wurden nwalfenähnliche Gegen· stände« beschlagnahmt. Die Entlas sung erfolgte ohne Begründung.

Gruppe

Wir

Die drei Frauen unserer

wurden erst spiter abgeführt:

wurden in einem VW-Bus mit zwel andern ln Zellen neben uns zur Ksseme Cari-Cohn$1r. gefshren. Nachdem die ooiden sbgeführt wur- den, wurde eine Festgenommene g~

fragt, ob dss ihr Helm sei. Sie bejahte,

und

SchminkköHerchen, nehmen wt; das

Dämchen mal mJ~{(. ln der Kaseme

wurden unsere Personallen eingetr~P gen. Daraufhin wurden wir drei in Begleitung von drei männlichen und

zwei weiblichen

Zimmer 217 gebracht. W,'r Frauen wurden im Gegensatz zu den M5nnern einer Leibesvisitation unterzogen (von Frau Wolter). Telefonieren durften wir mit der gleichen Begründung wie oben nicht. Um 0.30 wurde eine weitere Gefangene in unseren Raum gebfBcht. die in unserem Beisein einer Leibes- visitation unterzogen wurde. Sie wurde am Pro-Haus in der Feldstraße festgenommen. 22 Uhr. Dienstnu", mern und Namen wurden uns nicht genannt. bis auf die obigen. Wir srhielten gegen 0.40 Uhr unsere per-

sönlichen Gegenstände zurück, ein-

Flur

längere Zeit warten, dabei lc.amen weitere Gefangen8 an. Die Männer wurden von den Beamten geführt. die Frauen nicht. Die Polizeibeamten ha· b8n sich dsrüber aufgeregt, daß Anwälte da seien. Mehrmals sagte einer. »wer hat dle denn bloß reinge- lsssen«. Einer von uns wurde nicht erlaubt, die Anwälte zu sprechen, sie konnte ihnen lediglich ihren Nal'n6n

zurufen. Den Frauen wurde nicht er· laubt, mit den Anwälten zu sprechen. Entlassung wie oben.

der

Bulle:

»Aha,

Helmehen

Bullen in Block 3,

zeln. Eine von uns mußte im

Bericht von mehreren Festgenommenen

Letzte MehJung:

Nach letzten offiziellen Polizeiangaben Vv'llrden 141 Personen festgenommen. Was wir befürchtet haben, ist schon jetzt von Innenminister Hirsch ange- kündigt worden. Die Festgenomme·

nen ~len wegen JNerbotenen Wsf· fenbesitlfJS(( und »Verstoß gBgen das Versammlungsrecht« vor Gericht ge--

stellt werden (laut >FAZ«, 27,9.n) . Es ist zu e!Warten, daß weitere Anschul- digungen folgen werden.

Verhaftungen und Festnahmen

Laut Angaben der Einsattleitung wurden 112 Personen während des

· Bullengroßeinsatzes ,,wegen des Ver·

festgenom-

men. ln der offiziellen Obersicht liest sich das folgendermaßen:

dachts

von· Straftaten"

liest sich das folgendermaßen: dachts von· Straftaten" l~n(l f-IIW'!Ihvrg Land 8t ""tf\ bnd "ne,nt

l~n(lf-IIW'!Ihvrg

Land 8t""tf\

bnd "ne,nt

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Al-k Iongen. 1 !!:oller mll VO<blo'l<fit'\11"'"': S~n>OIIHI)it•

Bei d ieser Obersicht wurde von

der Polizei nu r sehr oberflächlich ge·

zä hl t. Während für

33 Festnahmen gemeldet wurden,

sind

50, die zu verschiedeoen Bullenwir chen geschleppt . wurden. Gezählt \NOrden von den Bullen nur d ie Fe-st · genommenen, die in zentrale Stellen 1 Alsto r dor f u nd i ns Polizeihauptq ~ a r­

Harnburg

n

ur"

es nach unserer Zählung ru nd

t ier) gebracht worden waren.

Streng genommen haben die Bul· len die Mehrheit der Oemonstran· ten in ähnlicher Weise w ie die Ver· hafteten behandelt, durchgefilzt, die Personalien aufgenommen und

Oll< Pvlvt<IIOII'<~Itnt

0\1 "b•H9

f',l"l

".

vnd lnl(l<t!~l<!)nntrll\t

nach ein~en Stunden wieder laufen gelassen -mit dem Unterschied, daß

diese nicht mit auf die Wachen ver· schleppt worden sind.

AKW-

Gegner besteht die konkrete Gefahr,

daß sie ähn lich wie die in Grohnde

exemplarisch

zusammenkonstruierten ,,Beweisen'' vor den Richter gestellt werden. Da- rüber darf man sich n ich t hinwegtäu·

sehen, auch wenn die Vorwände im einzelnen völlig lächedich sind. Ein treffendes Beispiel ist dafür d ie Pres· Semitteilung des Ou isburger Polizei· präsidenten übe( 'd ie Festnahmen aus

dem

Grohnde-Lagers:

Für

die

festgenommenen

Herausgegriffenen

mit

Konvoi

des

Für die festgenommenen Herausgegriffenen mit Konvoi des P<tHtfl'l t tll!l h Hl<J NI 2 5«:1\'l

P<tHtfl'l t tll!l h Hl<J

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Wcol,:tN~; tlc:t!e , HM'IImo:•~ diCkt

Yia.it, Kllbtl, ~

. ~UIIf9M, Sclluuhrtmc. f•bb<!utf'l, 6tn~tnfl.ln~!t< und

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ß.t, tltr tJbe<pllJiul'(l clff lnwu tn wu •dc> ~RIIel!C'UI, <I.J~- bt•

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der Gtoll(hrnonn>llloo:l on (l!oM•it ;,IJ. Swrt~•~

<\. "''(l lcttn ioCII ~n k Oolvrttnt l jlo\ S*'~'~".lSI•n fll>'ll t l •'ffbo:tngt:n wo)llrn . br.tl.id'llf;'!l \0! d•e <'I (ltm W"ftn

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F-1111

ufl!f (!ie W.~

Polill"!

t

Nummer Sie~

 

Dort werden die völlig norn)ale Zelt·

gedroht, ihn

in e in Heim einzu liefern.

aust'Üstung u nd Schuuhelme plötz·

Oa wurden drei

Frauen festgenom·

lieh zu .,höchst gefährlichen Werk· zeugen". So nahmen die Bullen kur· zerhand die Zeltausrüstung auf •.Nummer Sicher", obwohl sie selbst

men, weil sie sich geweigert hatten, ihren Overall-Anzug ("Kampfanzug") auszuziehen {Wuppertal). ln einem Fall wurde wegen "Diebstah lsve r-

zugeben, daß diese als Behausung

dacht"

festgenommen,

weil

einer

benötigt worden wäre.

zwei

Gasmasken

 

mit hatte.

Einmal

Ähnlich sieht es mit anderen Be-

war

es

d ie

Fahnenstange,

zum

hauptungen aus. Mindestens zwei

andern wurde die ,.Perso nenkontro ~

Personen wurden wegen des

Ver·

le"

als

Festnahmegrund angegeben.

da<:hts von Drogenmißbrauch" fest·

Oa

wurde

d ie

Salmiakgeistflasche

genommen, darunter der Presseko· ordinator des holländischen LEK. der Kopfschmerztabletten bei sich trug oder ein Sani aus Wuppertal. Ähnlich sieht es mit den weiteren Festnahmevorwänden aus: Da wurde ein Schüler in Harnburg festgenom· men, um ihn seinen Ettern w ieder zu überste llen: ständig wurde ihm damit

ebenso wie das Taschenmesser plötz· Hch zur .,Waffe" oder mit dem Tra- gen eines alten Polizei lederma nte ls machte sich ein weiterer des ,.Dieb· sfahls" verdächtig. ln einem Fall wur· den gleich zehn Leute verhaftet, nachdem sie erst einmal bei einem blitzartigen Bullenüberfall zusam· mengeknüppelt worden waren. Ei n 9

weiterer wurde fes tgenommen, weil .

er es gewagt hatte, die Bullen vor· laut nach einer Ouittung für die be· schlagnahmten Sachen zu fragen lalle Fälle aus Hambu rg). Ein Fotograf aus Hannover wurde festgenommen, nachdem man ihn vortler mit Olemi·

cal Mace

und anschlie-

ßend zusammengeschlagen hatte (sie-

he Augenzeugenbericht}. Der OOA· Vorsitteode aus Dänemark wurde am

behandelt"

Grenzüberga ng in Handschellen ge·

Das BKA habe

angeblich nach einem Verbrecller ge· fahndet, der dem OOA·Vorsitzenden zum Verwechseln äh nlich sehen solfit lieh sehen soll!).

legt. ! Begründung":

Neben geziehen Provokationen wie gegen den OOA· oder den LEK· Sprecher oder gegen das .,rollende

Anü·Atomdorf" etc. waJ'en d ie Ober· zahl der Festnahmen re ine Po lize i· willkÜnnaßnahmen. um Demonstran· ten ohne den Schatten einer recht· Iichen Grundlage die Fahrt nach Kaikar u nmöglich zu mac-he n: Die se Verhaftungen b raucht der Polizei· apparat, um nach träglich sein gesam· tcs Grorsmanöver. das Mitführen von Masch inenwaffen, Panzern .etc.legit i· mieren zu können

»Schwere Waffen« beschlagnahmt

Von der Sicherheitsnadel bis zur Tomate

Um

drohende

Gewalttaten" abtu·

wenden, wurden umfangreiche Kontrollen und Beschlagnahmeak .

tionen durchgeführt. So hieß es of·

Was zutage gefordert wurde,

war aber fur die Po liz e1 mehr als peinlich. Die Kontrolle von . nach eigenen Angaben · 147.000 Per· sonen u nd 75.000 Fahrzeugen hatte

erbracht. Darunter

alle rd ings nicht das fü r die Presse· hetze erhofhe schwere Waffenma· terial. ln einer von der Polizei noch am 24.9. der Presse vorgelegten Be· schlagnahmeliste tauch~n als schwerst e Waffen auf :

- 44 Axte

- 1 Machete

- 1 Gasrevolver -80 Messer

fizietl

8000

Waffen"

- 2 .,Bolzenschutzgeräte"

- 32 Eisenstangen. Dazu Weckglaser, F laschen, Do·

sen und schwarzes Pulver als ,

Ge-

genS!Iinde zur Herstellung von Mo·

/otow - Cocktails"(siehe auch ne·

benstehende Liste der Polizei) . Mal abgesehen von der Konstruk· t ion des ,.Mollie" · Baus. war das Ergebnis trotzdem dürftig. Ein nie dagewesener Aufwand an Polizei hatte nicht mehr an Ergebnissen gebracht. Schon gar nicht laßt sich aus den angegebenen Gegenst änden der vorher prophezeite ,,Sturm auf Kalkar" able iten. Jeder, der die La·

ge realistisch einschätzt, w ird fest·

stellen.

,.Waffen'' niemals ein von ta usen·

daß

mit den angeführten

den Po li z i sten gesichertes

stürmen oder gar ein bewaffneter Angri ff auf ausgerüstete Pol ize iein-

heiten möglich ist. So sah sich NRW · Minister Hirsch denn auch genÖ· tigt, n~htraglich noch ein bißchen dicker aufzutragen. Zwei Tage nach

AKW z.u

Kaikar

wurde

dung ,.Report"

in der

Fernsehsen·

das Waffenarsenal

im

Bi ld

vorgeführt.

Darunter

für

den

ober lläch lichen

Beobachter

· zwei Geweh re und :twel Revolver. lO Was n icht dabeistand u nd auch nicht

und

Nicht

Fachmann

sichtbar:

erklärt wurde: es handelte sich um

zwei Luftgewehre u nd zwei Gasre· vo lverl So wird Meinung und Stim· mung gemacht!

Was

wirklich

besch lag nahmt

wird,

ließe

sich · bei

jeder

derart

massen haft durchgeführten Ko n · <rolle an jedem be lieb igen Tag fi n· den. mal mehr, ma l weniger. Aus· nahme hiervon macht nur die Sc:hutz.ausrüstung der Oemonstran· ten; Helme, Gasmasken, Schu tzbfil·

len, die

freiweg a ls ••WaUen" be·

zeichnet werden.

Beschlag·

nahmeak t io nen zeigen. daß zweier·

Oie

d urchgeführten

Iei

b ezweckt

wurde.

Zum

ei nen

wurde den O~monstranten

d ie

Schuttausrüstung genommen. um sie für Polizeiüberfälle schutzlos zu

machen.

u nsinn iger

Beschlagnahme

anderen d ienre d ie

Zum

völ lig

genst~mde allein der Schikane, Ein· schüchterung, dem Ze_itgewinn und

der

Oemoralisierung.

Es sollte

je ·

dem

e inzelnen die

Aussic:htslosig·

keit von Widerstand und d ie Ohn·

macht gegenüber e inem ,,atlmächti· ge r'" Willkürapparat ei ng escha rft werden. Wie wenig Kontro llen und

Wal·

fensuche"

unsere Aufste ll ungen verschiedener

beiSPielhafter.

Seschlagnahmeaktionen. Dabei zäh· len w ir nicht d ie Fälle der Beschlag· na hme von Schu tzausrilstu ng au f,

typischer

Beschlagnahmeaktionen mit

zu

tun hatten, belegen

durchaus

die überall durchgeführt wul'de.

Gelsenkirchen: beschlagnahmt wur· den Hosengürtel, Zitronensaft,

Sicherheitsnade ln

(gegen Quittung!), T ücher u nd Hun· despray.

Bielefeld: ca. 25 Helme pro Bus. 20 Kni4Jpel, 50 Brillen, Gasmasken, Transparentstangen, Busstanclarten. Tücher. Borwasser, Tragen aus dem Sanltät,swagen, ein Film, Erste·Hilfe

-Ma teria l,

Zer, Megaphon, vo lle und leere Fla ·

Asthmaspray,

Handschuhe.

Kn ieschüt·

sehen,

Rasierwasser.

Körperspray,

Benzinkanister.

ve rschiedenes

We rk zeu g, Öldosen, Co ladosen, Bo· cchiakugeln, Tampo ns. Strickzeug, kommun istische Zeitu ngen.

Osnabrück :

Eier

üblichen .

IBegründung:Wurfgeschosse).

aur!.er dem

Kennzeichnung OS au f den Jacken (Grund :u nerl aubt e Un iformier ung }.

Taschenmesser usw. Hameln/Bad Pyrmont: u.a. ein

Dachgepäckträger von einem PKW,

damit könnten bau t werden.

Hannover: u.a. Ki•\dertrillerpfe,fen, Kennzeichnung H auf den Jacke•'· Zeitung ARBE ITERKAMPF, Flug· b lätter des Ermittlungsausschuß, Radios. Filme. Otdenburg: u .a. drei Paar Ha nd·

Ta·

ARBE ITER-

ge·

Enterhaken''

schuhe,

zwei

Tomaten,

e in

eine

schenlampe,

KAMPF . eine Umhä ngetasche mit Reiseproviant, ein Hosengürtel, eine Plastiktüte mit Tempotaschentü· ehern, ein Paar Socken. eine Tube Salbe, Thermosflaschen.

Augsburg: Eier. Salmiakpastillen, Mullbinden, Tesafilm, Tesakrepp,

Bre nn spiri-

rus, ein Regenmantel. zehn leere Weinflaschen. Ha ndschuhe, Kopf. tücher, Halstücher, Au towerkzeug, Mes.ser und Gabel, eine Gürteltasche, Reserveöl für Auto, ein leerer Ben·

zi nka nister. Die Beschlagnahme ei·

nes

konnte

stand verh indert werden.

Kontrolle d(is

VW ·Bus' de r Theaterg r uppe , d ie in

Kaikar auftreten sollte. werden

sämtliche Requisit en beschlag· nahmr,darunter wertlose Gasmas· ken o hne Filter, Sektgläser, Halstü· eher Schraubenzieher. Freiburg: neben dem Üblichen w ird

beschlagnahmt

hier

sowie zwei Spielzevgwasserpist olen.

Harnburg : u.a.eine komplette Laut.

Wurstdosen, 1/4 Li ter

Behälters

für

Ko ntaktl insen

nur nach längerem Wider·

bei der

Oinslaken:

auch

Ölzeug

sprecheranlage,

ARBEITER KÄM-

PFE

Magenbitter.

,vier

Federballschläger,

zwei

Augenzeugen berichten

Polizeiübung: Hubschrauberüberfälle

Aus

mehreren

Berichten,

die

wir

stiick auf. Hier spi•lte gerade ein

und in einem Garren ein Polizeihvb·

Uber

Polizeiabsperrungen

erhie1ten,

Kind, das gerade noch vor der Lan·

schravber niedergegangen, aus denen

geht hervor. daß es wenige Kilometer

dung weglaufen konnte. Der Zug

besser ausgerüstete Pfilzer Polizei·

vor

Kaikar

häufigere

Poli:zeihub-

war so überrascht, daß er stehenblleb

schiiler sprangen.

schraubereiruäue g~ben hat. Bis zu zehn Hubschrauber (in den meisten

Berichten ist von acht bts zehn die

Rede) landeten auf einer Wie.e neben den Demonstranten und setzten in

kurter Zeit eine große Zahl von Be ~

amten

Zumeist handelte e1 sich um Hub-

schrauber de• Bunde.grenzschutz, die mit Polizisten besetzt waren. Der

Übungscharakter w ird daran deutlich,

daß es keinerlei besonderen Anlaß für den EinSlitt gab und außer Knüppel·

einsitzen auch keine Kontrollen und

Beschlagnahmeaktionen

für

eine

kurzen

Einsatz ab.

stattfanden.

Offensichtlich probt dte Polizei hier

ein flexibles E in.setzen großer Polizei· einheiten. Dazu ein Bericht von Han,.

noveraner Augenzeugen.

Beim Zug durch ein Neubaugebiet am Rande Katkars kreisten in niich·

ster Nähe acht Bundesgrenzschutz· transporthubschrauber, seitlich ne-

ben

uns,

zusätzlich

zwei

Polizei·

hubschrauber, aus denen mit v;. decgeräten und KBITiera gefilmt

rerer

Wohnblöcke

kam.

setzte ein

Tran${JOrthubschrauber

unmittelbar

neben uns -

c.a. 20m/ -

zwischen

den Wohnblöcken auf elncm Rasen·

und alle gebannt auf die Landung starrten. Als ca. 20 bis 30 Bullen der Polizeischule NRW unter der Ein·

satzleitung eines BGS-Offizlers aus der Maschine sprangen. wurden

schnell Ketten um die SatJibu$$1! ge-

blldet. Die ausgezeichnet ausgerüste·

ten Bullen (chemical mac•. Schleg· stock. Schilde, Rucksäcke, Kampfan·

züge etc.

Im Unterschied zu den

- später landenden Einhelren aus der

Pfalz

noch mit

waren

weder mit MPs

Granatgewehren ausgerü·

diese

stet.)

verlangten,

die

Wagen

nach

Waffen durchWehen zu können, weil

- wie auch wir über Polizeifunk hör-

ten -in einem der Busse Material zur Bauplatzerstürmung zu finden sei. Kleine Schubserei, als zwei Bullen an

den

durchsuchten.

beschlagnahmt.

Helme wurden nicht

ersten

Wagen gingen und ihn

Den

Bullen

wurde

befohlen, die erstell beidert Wagen zu bewachen. Die letzten beiden konn- ten dadurch zurückfahren und sich auf die Weise neben den Hubschrau· ber stellen, um das Landen weiterer Maschinen an der Stelle zu verhin- dern. Da waren auf der anderen Stra-

ßenseite

aber auf einem Parkplatz

zwei weitere Transporthubschrauber

Die Spitze des Demozuges setzte

sich in dem Moment in Bewegung. Es wurde eine Gasse gebildet, in die die Sanibusse fahren konnten, weil sie für einen Moment von den Bullen

außer acht gelassen wurden. Die Bul·

len setzten dem Zug nach. erreichten ihn an der Straßenecke, \1\10 ein weite·

rer k /einer Demozug zu uns gestoßen

war. Einkreisung der Saniwagen. Ver- hältnismäßig wenig Bullen, denen aber nur ungeschützte Demonstran·

ten gegenüberstanden. Die Bullen

drangten

uns brutal unter Schlag·

stockeinsatz zurück. Bei der Keilerei

kamen

einer erlitt eine blutende Wunde und

Prellungen am Kopf.

etliche zu

Fall.

Mindestens

Mit den Worten ,,Allgemeine Ver·

kehrskontrolle"

wurde

der

Fahrer

aufgefordert, seine Papiere zu zeigen. Ganz plötzlich die Anweisung weiter-

zufahren. Die Sanis fuhren dem Zug

voran und wiihrend versucht wurde; den Zug zu formieren, waren die Bul- len Im Laufschritt verschwunden. Keine Beschlagnahmung. Die gesam- te Aktion wurde von entsetzten Be· wohnern von den Balkonen beobach·

tet.

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Zugüberfall. Einer der vielen Hubschrauberilberfälle galt einem Zug nach

geteilt, daß .,schwerbewaffnete" AKW-Gegner dort drin säßen. ln einem äußerst menschengefährdenden Manöver

stoppten Hubschrauber den Zug kurz vor Kafkar. durchsuchten ihn mit bewaffneten Einheiten und Reisende und zugfahrende AKW·Gegner vor .

Kalkar. Ober Funk hatte die Polizei mit·

fanden friedliche

11

I Linlu oben: 2 Hut.d'treutMr ttnd o-4andtt. Pollxlt1en tpringen her•ut., 3 wthtre Hub&chraubtr 1ind Im

I

Linlu oben: 2 Hut.d'treutMr ttnd o-4andtt. Pollxlt1en tpringen

her•ut., 3 wthtre Hub&chraubtr 1ind Im Anflug.

O~runtM: Ein Hubschrauber M1Zt zur Linduno zwitehen den

Wol'lnl'llu~ernauf einem Iehmeien RI.MnnUck tn. Ein dort Sf:llt·

ndtt

Kind k8nn noch rec:ht&eitia flüd1ten .

Rtehtt mlne: Eine

Frau (ke.ine O.monstr~ntlnl ltt von der

Druckwelle

tu

Bodtn gttd'lleudtn

wordtn. Im Hint.rvrund

rec:hu J~t men den angehaltenen Zug von AJdtalker nach Kll·

kot.

A.tchb unttn : 8uUtn eu 1 den Hubschr•u*n nüt.".n

wf d~

O.monnranttn Iot ; nlldt kurur z.it a

nm-.lic:t. ohne M

etw. erfunden wunM.

n

Ne sich zurück .

Hannow<. Bei der Abf•hrt um 1.00 Uhr wurde durch Poilreifunk gege- ben. dsß sich die

Hannow<. Bei der Abf•hrt um 1.00 Uhr wurde durch Poilreifunk gege- ben. dsß sich die Ein&~tzleiter mög·

liehst konspirativ in dflr Polizellcase,.

ne $1fflffllln sollten. O.nn wunHr> mehten Tramporrf•hrzeuge an den Weffenplltz (Potizelkesernel abkom- mandiert. um etwas (?) abzuholen. Das kurz vorwog. D11r Triffpunkt dtN D~nStrlf)• ten wer dtr K/ageRnt>rkt um 3.00

Uhr.

Kurz ""'' 3.00 Uhr postierttm

sich die ersten Bullen in den Neben· straßen. Dann um 3.00 der Ruf: Die Bullen kommen. Die Zeit reichte ge.

~ noch, um einen geschlosseMn Haufen zv bilden. tn waren ca. 300 Demonstranren zu d1ttWn Zeitpunkt

auf dem Platz. Donn waren sie d11:

Ca. 30 Fahrzeuge, darunter Monn. schafuw~gen, OmnibuU4, Bullin, Asservaten'""9M, em Wasserwerfer

und fl)8ter kam noch tnn LKW mit

Flurtichranloge. Der Platz wurde blitzschnell umstollt mit den Button

aus den Mannschaftswagen und •us

und dann noch

den NIMMtrallen

.tnmal m ~ier Felder unteneilt, wo·

bei die

Demonstranttin in ~ine lclluWt-

re ufld eine größere Gruppe unterteilt

wurden.

Die

Bullen

waren

mit

Schlagsrock

ca. zehn biSzwöff Bullen hatten MPs. Laut Polizeifunk sollen es 600 Butten

gewesen sem, darunter Krimlnafbtl-

amte mit gelber Bindo und Zivile. Durch Leutsprecher wurden die De-

moauft.gen durr:hgog«Jen. das VOf gehan wur<H mit i~mem G-tz bogrundet. Dann fmg des Filzen en, daß f~ Bulle recht unterschiedlich verlief. Es wurde von Kdminalbeam·

11n bzw. 8e.Jmtinnert durchgefuhn.

AbgenommM wurden Helme, Knvp·

,, fldschchen, allerdings nicht bei alten. So behielten fast alle Frauen ihre Tü· eher, einlf}6 ihre Gasbrillen und sogar die Helme. EingroBer Te1lwurdem11 Polaroldbmeras gefilmt oder foto·

pel. Tue"

und Pinole bewaffnll,

Gasbnlten vnd Zitronen·

grafiert. Dabei wurden einige gtJo

zwungen. ihre Helme oufzubeha/ton

oder Knllppel und Korren in die Han·

~ zu nehmen. Quittungen Uber dte

beschllfl".hmten G~tand~ bzw.

Prorokolle wurden zum Teil '-'et"Wf'· gerr oder versucht abzuwimmeln.

Statt Oultrungen wurden so an viele

nur kleine Zettekhen mit der Num·

mer ~.

lnsgeumt zog SICh die Prozedur bis gegen 6.00 h hm. Fiir die Durch·

suchung der Frauen gab es insgesomt

nur drei (I) Beamtinnen. DINgesamte KU>gesmarkt war dar- überhmws auch noch einmal Mit ·

EinigtterhittltM nichtJ.

räumig ebgespern

worden~ so d.S

später Ankommende froihzeitig abgo·

fangon und durchsucht werden konn·

ten. Ebenso erging es PKW·Fahrern. die ihre F•hrzeug frrubeltommen her

ten und nun ihren W.gen \lOm Pl•tz

fvhren. S1e wvrden sofort ein Z'Nt!mn Mal gefilzt, weil ••sio keine Bostärl· gung iiber bereits erfolgte Durchsu·

chung IIOrwtJisenukonnten.

Einen Ubergriff lo1$1eten sich d1t1 Bullen, als sie emen eußerhalb dos Ringes stehenden Fotografen uber·

fielen und übel zuriChteten. Er wurd•

vOI'Jiiufig fesrgenommen.

Gegen sechs

Uhr Abfahrt nech

Gamsen zum Aurobahnrostplarz. Der

Versuch, mit anderon KonvoiS h1er

zusammonzustoiJen, mißlang. Es war niemand mehr dort 1ußer unseren

ttier S.nibussen und Zivi/streifen~

gen. Hlff wurde der Konvoi endgul· rig zvsammengestellt Aufenthalt co. 112 Swndo. Ab Garbson schlichen

sich - wie auch aus Polizelfunk ent·

z,vilsrreifenwagen

nehml»r

-

vier

zum

Tttil ." der Sp1tze m .<Jen Zug

ein und begfetteten 1hn bis zur L1n·

desgrenzlt, .w sie

abgeltist u wurden.

Bei Lsuen.au kam der Zug in die

.Weiche" und wurde bis Rehren uber Landstraßen umgelelt•t. wei l zu der Zeit in HohtJ Bad EIIStJn d1e Westber· Iiner, Brounschweiger und Hildeshel·

mer gefilzt wurden.

Wir ksmen bis Gutersloh, wo wir

an einer einfachen Sperre auf d~

R•sl.PIIlz g~eitet wurdiM. Hier wur·

de von den Bullen eine l>ußersr groind·

liehe

Filzung

vorgenommen.

Daboi

wurden sie von Kollegen mit MPs im

Anschlag ,.geschlitzt". Insgesamt

schientm n uber 200 Bullen zu s.m.

Bescht~gnahmt WtJrde •lies, wat niCht

schon in Hannover kassiert wurde.

Kinderrrlllorpfeifen. restliche Helme.

k Ieins

Transparentstangen,

gelbe

FarbkmnzeJChen

an

den

Autos,

H" auf den

Parkas, z. T. Zol~ungen (A KJ Ulld Flugblotter (z.B. wurde ein Ermitt· lungsausschußmerkblall beschlag·

nahmt,

und e1na e1gene rieSJge Tüte angelegt)

ein PdkBt gelbes Papl•r. Filme, Ra

AKW·Aufkteber und des

duu Protokoll geschrieben

dio, Funkgeräte, Megophone und die

Transparente gegen die Krimina/i$/tr

rung. Dlenstnummern wurden grund·

sätzlich

verweigen,

zum

Teil liUCh

Ouiuungen. dit! ent .uf Protesr gege.

ben

wutden.

Einsstzl~ittN Schi/Hng

konnte keine Rechtsgrundlage vorzei·

gen, SOtJdern verwin nur auf die De~

moauf,.n des LandkreiSeS, eine An· ordnu"fl des lnnenmmiSim und des

Polizeige

tz,

ohne Konkretes zu btJo

nennen. Er weigcrtfJ slch, Widerspruch

zu Protokoll zu nehmen.

Ein W~n wurde euseinanderp•

baut Em Fahrzevg wurfle srillgelegt, weil dHI Reifen zu w<tnig Profil het•

ten

und er durchgerostet sein sollte.

Eine Busbesatzung vorweigerte die

Durchsuchung. Schließtich ließen sie es doch über sich ergehen, weit sich die Abf•hrt 1mmer mllhr verzOgene und d1e Bullen ein bel1ebiges Fest·

halten

eines

wiJ'hrend

sio

Demotel/s androhte,n,

gleichzeitig

einzelne

PKWs aufforderte touvfahren, vm

den Konvo1 •ufzuspalten. Aufenrh•lt

h ier biS gegen 11. 00 Uhr.

Bis zur Raststätte Rhynem eml·

germaßen geschlossener Konvoi. Dort

nur /!) vereinzeltes Filzen. Dle Bus•

fahrer wurdan hiar 8"f/8m«ht und

verutJSJCMn.

Sie

SJJI~n SJch mcht

nach

sonsc Wllrden sie oll Stunden stillge- legt. müßten 400 DM Bußgeld zahfon

und VIAirden vier Punkte kriegen. Im

Hintergrund wi«fer •.Bewachung~ mit MP. DIB ebfahrenden Wagen WtJr·

den nur tm Zeitabft.and bis eine Ml· nute vom Plau gela$$1JJJ, Die voraus·

fahrende Spitze fuhr lsngsam, damit

sich d•r Zug wieder zusarrunenfirtd•n

konnte.

15.00 Uhr

erwischen

lassan,

Folge: Am nechsten Park·

platz wurdtm die ersum rav$f}ewvn· ken und der ors-te Wagen bekam eine

Strafanzeige wogen Verkohrsbehinde- rung. weil er nur 30 kmlh gefahren sei.

Vor Duisburg fuhr denn aber doch ein gr6ßerer Teil im Konvoi. MehrertJ Fahrzougo schlugen sich aber völlig allein bis Kslkar durch.

We~ter• Behihderungen sm Kam.·

IW!r Kfftlz. wo nur 'IIIIen". attgehsltttn

und gefdzt wurden. Gegen 14.30 Uhr

wieder olne KOntrolle mit zehn Bul·

len. Als dor Busfahror hier zum x-ten Mal diB untere Gepiickk/appe Minen sollte, p/ame 1hm der Kragen und., schrie den Bullen unheimlich zusam·

mon. Dor wurde such $#Jhr klein und wollte nur noch mal durch den Ws ·

gen sehen. Bei der Dt~rchfahrt durr:h

Wesel w1rd der Korwoi w1eder auum · andergerissen. 4 km weiter ditt nichste Konr·rol·

le.

Kurze Verhandlung mlt den Bul·

len. Ergobnis: Keine Kontrolle, WBil sie selbst such keifHin Nerv mehr Mt ·

ren. denn d~e gesemte Straße wurde

durch Auffahren in mehreren Re1hen gesperrt, so daß eln irtM Hupkonzert

VerkehN

auch

des

.,öffentlichen"

einsetzte. Weiterfahrt. Einzelne wu~

den dann doch hinten noch raUS!gl-

wunken.

13

Wo sind wir denn hier?

Oder: Zu Fuß über die Rheinbrücke

Wir kommen unserem Ziel nJihJr. Abfshrt Wesoll Rees Richtvng Rht!inbrucke. Wir gehören zu den

VWJnigon Glücklichtin aus dem Homburger Zug. d~ bereir. nach 8 1/2 Stunden P'" PKW h ier ange.

kommen

slnd.

GIBich

hinter der

Autobahn war wi«<er eine Konrrol·

lt.

wo

nahmt

ff'fr"

wieder

wurrJs.

einiges

beschfag·

01bli hatte"

wir

vit!r S!Hrren durchfahmn.

mindntMS eben110vie!e allerdmgs im Vorbfifahren g<tSthen.Nun ging es in Richtung scMner Rhein. na

W6nlgstons ein schöner Anblick on dlestm Tag (es gab ellerdingsspäter noch mehr). Doch feh/g«<«ht.

W"t

Und st:hne/1 erfuhren wir: Brücke

der RhernbfiiCke ein Stau.

,

an

Poh'zei gesptJrrr.

Totalfilzun.g.

Ouiilond lang.!8m ging

es

vor·

wins~ der Stau wurdo länger. Wir

~hlossen. dBIJ ich aus unSI'Jrem W.n zu Fu8 ntK:h Kaikar 110rgeht!. Ich machte mich IMJf d1e Socken. Am Straßenrand wurdogepicknickt.

die Autos alle zehn Minuten em

PHr Meter vorgeschoben. Ober uns

kreisten Hubschrauber. bis zu sie- ben konnte ich IIUsmochen. Lang· um Wflrde es ungemütlicher. Von

Wfttttm sah ich Unmenget~ Polat~

sten zwischen den Autos und den

Bussen. Ich kam n6hor. Die Bullen

waren vollausgenistOI, MP zum TDJI

im Anschlag, Kniippe/.

mace MT~ Gürtel odt!r im Stiefel. S1e

hatten Kampfanzuge an. Besonders die jungen Knabon (zum Teil nur 18.1/Jhrealt) wurden vonden Korn·

Chemical

mandogebern

zum

Filzen 911·

packt. Ah1l Irgendwas in Si/berfo· lie versteckt/ Auspacken/ Brot kam zum Vorschollt Aufklappen/ Außer Käse nichts gefunden.W&genheber bfst:hlagnahmt. Warum? Sch!agwaf·

fe.KreuzschAissel

für Redmuttem:

Sch/1J9waffe. Kanister: was ist drin? Benzin/ Beschlagnahmt. 3 Dosen.

Aufschrift: SAE 20/50. Qffensicht· lieh hochgcf5hrlicher Stoff. Alle Beteuerungen halfen nichts: Be- schlagnahmt. I()(}() Meter zuriick

1St eine Tankstelle. Da st•Mn garan~

tiert · zig solcher DostJn, ab und zu muß man Ia mal das Motorlil beim Auto wecllstln.

Ein Auto weiter: Ford mit Kle.

WN

KMMBIChen.

Garantiert keine

DemonstfllntM. Kornt'fltJn offen

sichtlich vom Einkaufen. 2 Bullen sind gerade damit beschiiftigt. zwei

Kisten

Molotow

Wein

zu

beschlagnahmen.

von der Mo~

Cocktails

sei, ,_urienm:Jßig'" hergestellt?

Da110r •tne uralte Ent•.

Schon

verdächtig gonug. Alles Aussteigen. LeibcsvisltlJtion. 2 Bullen klopfen genüßllch zwoi junge Miklclwn ab.

Schließlich liest man ja so viel von

Terroristinnen.

Rundum

stehen

zehn Bullen und grit~ndumm/ich. Eine Pawntm greih ei n. Das dVr·

fen Sie nicht. /st verboten. Einer

drehe sich um. schubst sio mit dem MP Lauf. Was ist los. gohn sie

weiter; wollen Sie etwa behaupum,

ein Beamter hitte eine Frw ange. faßt? Der Widerstand ist schwach. Pro· teste vereinzelt und unkoordiniert.

Hlcr fahron kaum 8CJsse Im Konvoi,

mlline Knarre hilber stecken. VIBI·

leicht ein andermal. Ich gehe durch d ie Sperre. Allein zwischen 50 Bu/len. Halt. steht!n-

blo•bfn! Ich tu's ltebor. Abtasten. mchts gefunden. Ich gestehe !rOtz· dem. daß ich SChWflre Geschutze dabei habe, und zeige mein