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Landesbildungsserver Baden-Württemberg Fach: Bildende Kunst, Kunstgeschichte: Renaissance

Aufbau einer Bildbeschreibung

1. Grundsätzliches zur Vorgehensweise

Bevor man mit der Bildbeschreibung beginnt, empfiehlt es sich, das Bild (oder die Zeichnung, das Foto usw.) sehr aufmerksam zu betrachten. Nur so wird dem Betrachter der wesentliche Inhalt des Bildes klar. Manchmal sind auch die scheinbaren Nebensächlichkeiten von großer Bedeutung. Wie bei anderen Textsorten ist der Aufbau einer Bildbeschreibung in drei Schritte gegliedert: Einleitung, Hauptteil und Schluss.

2. Einleitung

Ähnlich wie bei der Einleitung einer Inhaltsangabe sollte man den Bildtitel, den Namen des Künstlers und das Erscheinungsjahr nennen. Die Einleitung vermittelt eine kurze Einführung in das Thema. Leitfragen:

- Was zeigt das Bild hauptsächlich (Thema des Bildes)? Was wollte der Maler in erster Linie darstellen?

- Um welche Art eines Bildes handelt es sich? (Gemälde, Zeichnung, Fotografie)

- Wie lautet der Titel des Bildes?

- Von welchem Künstler wurde es geschaffen?

- Wie lautet die Bildquelle? (In welchem Museum hängt das Bild? In welchem Buch ist es abgedruckt? usw.)

- Wann wurde das Bild gemalt / fotografiert / gedruckt?

3. Hauptteil: Aufbau des Bildes

Im Hauptteil werden die Einzelheiten des Bildes in einer sinnvollen Reihenfolge beschrieben. Man kann dabei beispielsweise die Beziehungen der Personen zueinander beschreiben, die sich aus der Blickrichtung sowie aus Mimik und Gestik ablesen lassen. Wie die Begriffe Zuneigung und Abneigung bereits ausdrücken, lassen sich die Beziehungen von Menschen oft schon aus der Körperhaltung ablesen. Wie geht man vor? Es gibt zwei Vorgehensweisen, die sich bewährt haben. Man kann beispielsweise den zentralen Bildinhalt ausführlich beschreiben und im Anschluss daran die Details und Nebensächlichkeiten erläutern.

Auch der umgekehrte Weg ist denkbar: Man geht von Nebensächlichkeiten aus und arbeitet sich dann zielstrebig zum wesentlichen Kern des Bildes vor. Bei der Nennung und Beschreibung der jeweils zu beschreibenden Bildelemente ist es erforderlich, deren genaue Position anzugeben (Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund bzw. oberer, unterer, rechter, linker Bildrand oder Bildhälfte). Entscheidend dabei ist auch, welche Perspektive im Bild gewählt ist:

- Vogelperspektive: Das Auge des Betrachters liegt über den Gegenständen und Personen, diese sind sind von oben zu sehen.

- Froschperspektive: Das Auge des Betrachters liegt unter den Gegenständen und Personen.

- Normal- oder Zentralperspektive: Die Sehstrahlen des Betrachters gehen von einem zentralen Punkt aus, raumparallele Kanten scheinen in der Projektion in einen Punkt, dem sogenannten Fluchtpunkt zusammenzulaufen.

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Eine Bildbeschreibung sollte in einem sachlichen Sprachstil gehalten sein. Bei einem realistischen Bild sollten die persönlichen Empfindungen des Betrachters nicht zur Sprache kommen. Bei manchen Bildern - zum Beispiel bei künstlerischen Gemälden - sind jedoch hauptsächlich Stimmungen dargestellt, denen der Maler in Form von Sonnenuntergängen, Morgenröte oder nebligen Landschaften Ausdruck verliehen hat. Bei solchen Bildern enthält die Bildbeschreibung auch Eindrücke, Stimmungen, Wertungen. Die Bildbeschreibung wird im Präsens geschrieben. Bei einer Bildbeschreibung sollte man den Bildinhalt in einer sinnvollen Reihenfolge wiedergeben, also zum Beispiel…

-

vom Vordergrund zum Hintergrund,

-

von links nach rechts,

-

von oben nach unten.

3.1

Vordergrund

Leitfragen:

-

Was ist hauptsächlich zu sehen?

-

Was fällt dem Betrachter sofort ins Auge?

-

Was geht in den dargestellten Menschen vermutlich vor?

3.2

Hintergrund

Leitfragen:

-

Welche Personen und Gebäude sind dargestellt?

-

Wie sieht die Landschaft aus?

-

Welche Stimmung vermitteln die Farben und das Licht im Bild beim Betrachter?

3.3

Bilddetails

Beim Beschreiben des Bildes sollte man auch auf Kleinigkeiten achten. Oft verbergen sich dahinter weitere Informationen, das heißt möglicherweise sind sie auch Symbole für etwas anderes. (Eine Lilie zum Beispiel ist das Symbol für den Tod.) Allerdings sollten nur Bilddetails beschrieben werden, die für das Generalthema von Bedeutung sind, unbedeutende Nebensächlichkeiten sollten daher unbedingt weggelassen werden. Leitfragen:

- Was drückt die Körperhaltung der abgebildeten Personen aus?

- Welche Kleidung tragen diese im Bild?

- Welche Gedanken und Gefühle lassen sich daraus ableiten?

- Kann man versteckte oder offene Botschaften im Bild finden?

- In welchem Bezug stehen die beschriebenen Bilddetails zum Hauptthema des Bildes?

- Welche Bildsymbole sind zu finden? Was könnten sie bedeuten?

4. Schluss

Im Schlussteil sollten in erster Linie Aussagen zur Wirkung des Bildes stehen. Leitfragen:

- Aus welchen Gründen wurde der Bildinhalt genau so und nicht anders dargestellt?

- Wie wirkt das Bild auf den / die Betrachter? Bei einem realistischen Bild kann dieser Teil auch entfallen.

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