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es gibt wohl kaum einen menschen auf der welt, der so eine faszination ausübt wi

e jesus.
jedes jahr erscheinen neue bücher über ihn. auch ganz unkirchliche zeitschriften
wie "spiegel" oder "focus" beschäftigen sich immer wieder mit diesem mann. über
keinen menschen wurde so viel geforscht und geschrieben. und trotz allem, was d
a geforscht worden ist, hört das fragen nicht auf: wer ist dieser mensch? die me
inungen darüber gehen weit auseinander.
die einen sagen: er war ein antiker psychotherapeut, andere halten ihn für einen
großen gesellschaftskritiker, noch andere für einen erleuchteten wie buddha. ab
er alle, die sich mit jesus beschäftigt haben, sind sich einig: er ist eine der
außergewöhnlichsten und beeindruckendsten persönlichkeiten, die auf dieser erde
gelebt haben. jesus fasziniert.
für den christlichen glauben steht jesus absolut im zentrum. von ihm, jesus chri
stus, hat der christliche glaube ja seinen namen. christen sind christusanhänger
. wenn man verstehen will, was christlicher glaube ist, muss man verstehen, wer
jesus ist. wer war, wer ist dieser jesus wirklich? eine menge leute, sogar manch
e theologen, behaupten: das können wir gar nicht wissen. die quellen über jesus
sind zu unzuverlässig. die sind erst viel später von irgendwelchen kirchenleuten
geschrieben worden, die jesus zu einem gottmenschen hochstilisiert und das bild
vom wirklichen jesus verfälscht haben.
schauen wir uns die quellenlage mal an: es gibt ein paar außerbiblische quellen,
die jesus erwähnen. der römische geschichtsschreiber tacitus schreibt ungefähr
115 n.chr., dass "christus unter tiberius vom prokurator pontius pilatus hingeri
chtet worden war." (tacitus, annalen 15,44)
der jude josephus, ein geschichtsschreiber, der im 1. jahrhundert lebte, erwähnt
ihn auch an einigen stellen. inhaltlich geben diese quellen aber wenig her. die
hauptquellen, die uns zur verfügung stehen, sind die vier evangelien, die im ne
uen testament stehen: das evangelium nach matthäus, markus, lukas und johannes.
diese quellen sind wesentlich zuverlässiger als der spiegel und andere populärwi
ssenschaftliche veröffentlichungen uns glauben machen wollen.
_die textüberlieferung.
die überlieferung der evangelien ist einzigartig gut. es gibt in der ganzen anti
ken literatur keine texte, die auch nur annähernd so gut überliefert worden sind
.
man braucht nur einmal die evangelien mit anderen texten aus der antike zu vergl
eichen: nehmen wir z.b. caesars "gallischer krieg". der ist zwischen 50 und 60 v
or christus geschrieben worden. die älteste abschrift, die wir heute noch haben,
ist von 900 n.chr. das heißt: zwischen dem original und der ältesten abschrift
liegen etwa 950 jahre. insgesamt gibt es nur 9 oder 10 handschriften. trotzdem h
at keiner unserer lateinlehrer bezweifelt, dass der text, den wir heute haben, w
irklich von caesar stammt.
die werke von plato sind um 400 v. chr. geschrieben worden. die älteste abschrif
t wird auf etwa 900 n.chr. datiert. zwischen dem original und der ältesten absch
rift liegen also etwa 1300 jahre. insgesamt gibt es nur 7 handschriften.
die evangelien wurden zwischen 60 und 90 n. chr. geschrieben. die älteste abschr
ift, sie ist nur ein fragment und enthält einen teil des johannesevangeliums, is
t ungefähr 120 n. chr. entstanden. wenn man annimmt, dass das johannesevangelium
um 90 n.chr. geschrieben wurde, dann liegen zwischen dem original und der ältes
ten abschrift nur etwa 30 jahre! es gibt eine ganze reihe von weiteren papyri, d
ie teile des nt enthalten und aus dem 2. und 3. jahrhundert stammen. das älteste
vollständige neue testament stammt aus dem 4. jahrhundert. insgesamt gibt es ca
. 5000 erhaltene griechische abschriften!
und das beeindruckende ist: sie stimmen inhaltlich völlig überein. es gibt zwar
kleinere unterschiede im wortlaut, abschreibfehler und ähnliches. aber es gibt s
o gut wie keine inhaltlich relevante stelle im ganzen nt, die textlich umstritte
n wäre. wir können mit gutem grund davon ausgehen, dass der text, den wir heute
haben, mit dem original übereinstimmt.
_die verfasser der evangelien.
die evangelien selbst sind wahrscheinlich zwischen 60 und 90 n. chr. geschrieben
worden, also 30 bis 60 jahre nach den ereignissen, von denen sie berichten! das
bedeutet, es gab noch eine menge augenzeugen, die jesus persönlich gekannt hatt
en, die man befragen konnte, die dinge korrigieren konnten.
die verfasser der evangelien waren nach den ältesten quellen entweder selbst aug
enzeugen, die jesus kannten (matthäus und johannes, zwei seiner schüler) oder sc
hüler von augenzeugen. markus war ein reisebegleiter von petrus. lukas war ein f
reund von paulus und kannte auch die anderen apostel. das heißt, die evangelien
sind ganz nah dran an jesus und an denen, die ihn persönlich kannten.
_mündliche überlieferung.
nun darf man sich das mit der entstehung der evangelien nicht so vorstellen, das
s ein evangelist sich 30 oder 40 jahre nach den ereignissen hingesetzt und überl
egt hat: wie war das denn damals? sondern es gab eine gut gepflegte überlieferun
g von dem, was jesus getan und gesagt hat. mündliche überlieferung wurde im dama
ligen judentum ganz sorgfältig gepflegt. schüler haben sich die worte ihrer lehr
er, der rabbis, genau gemerkt. sie haben sie sogar oft auswendig gelernt. sie ha
ben sie wie einen schatz bewahrt und sorgfältig weitergegeben.
dr. rainer riesner, dozent für neues testament in tübingen, hat in einer großen
studie nachgewiesen, dass jesus seine schüler wie ein rabbi gelehrt hat. sie hab
en sich seine worte, seine gleichnisse und lehren eingeprägt und ganz gewissenha
ft weitergegeben. sie hielten ihn ja nicht nur für einen großen lehrer, sondern
für den messias, für den, der von gott kommt. und sie hätten sich gehütet, seine
worte wahllos zu verändern oder ihm sätze in den mund zu legen, die er nie gesa
gt hat.
wenn wir das alles zusammen nehmen, die zuverlässigkeit der textüberlieferung, d
ie nähe der evangelien zu den ereignissen und die genauigkeit bei der mündlichen
überlieferung, dann können wir davon ausgehen, dass unsere evangelien keine pha
ntasieprodukte sind, sondern uns ein zuverlässiges und realistisches bild von je
sus bieten.
_was berichten die evangelien über jesus?
auffallend ist zunächst, dass sie fast ausschließlich von den letzten 2, 3 leben
sjahren jesu erzählen. matthäus und lukas berichten von seiner ungewöhnlichen ge
burt, aber was dann passierte, wie er aufwuchs, was er bis zu seinem 30. lebensj
ahr machte, darüber schweigen sie sich aus. wir müssen wohl davon ausgehen, dass
jesus ein ganz normales leben als zimmermann in nazareth führte. dann, als er u
ngefähr 30 ist, beginnt er plötzlich in die öffentlichkeit zu treten.
jesus tritt auf als lehrer, als prediger. er geht in die synagogen und spricht d
avon, dass gottes herrschaft jetzt anfängt und dass es zeit ist, sein leben zu v
erändern. wenn jesus predigte, dann wurde es keinem langweilig. markus schreibt
einmal: die leute waren außer sich über das, was jesus sagte. manche waren schoc
kiert, andere begeistert. alle spürten: jesus redet nicht wie die theologen. wen
n er von gott spricht, dann ist das keine theorie, sondern er spricht von gott w
ie von einem, den er persönlich kennt. (mk 1,21-22). er nennt gott "abba". das i
st aramäisch und entspricht unserem "papa". da wird eine ganz tiefe, vertraute,
zärtliche beziehung zwischen jesus und gott deutlich. noch nie hat jemand so von
gott und mit gott gesprochen.
jesus hatte, soweit wir wissen, keine theologische ausbildung. aber er legt das
gesetz gottes mit einer unglaublichen souveränität aus: im gesetz gottes steht:
auge um auge, zahn um zahn. ich aber sage euch: wenn dich jemand auf deine recht
e backe schlägt, dann halte ihm auch die linke hin. jesus stellt seine worte auf
eine ebene mit den geboten gottes. er beansprucht für sich dieselbe autorität.
er redet nicht wie ein gesetzesausleger, sondern wie ein gesetzgeber!
die kraft, die jesus in seinen worten zeigt, die zeigt er auch in seinem handeln
. jesus heilt kranke. immer wieder berichten die evangelien davon. er macht blin
de sehend. er spricht ein wort, und ein gelähmter kann wieder laufen. er berührt
mit seinem finger die zunge und die ohren eines taubstummen, und er kann hören
und reden. das spricht sich herum. die menschen kommen in scharen zu jesus in de
r hoffnung, von ihm geheilt zu werden. und jesus heilt sie wirklich. er macht me
nschen an leib und seele gesund. es gibt im ganzen nt keinen fall, wo jesus eine
n menschen, der ihn um heilung oder hilfe bittet, abweist.
es gibt leute, die haben ihre schwierigkeiten mit heilungen und anderen wundern.
kann das überhaupt möglich sein? haben sich das die evangelisten vielleicht nur
ausgedacht? oder sind diese heilungen, wenn sie denn passiert sind, nicht auch
psychosomatisch zu erklären? ich glaube, die heilungen und anderen wunder spiele
n eine viel zu große rolle in den evangelien, als dass man sie als erfindungen d
er evangelisten abtun könnte. johannes der täufer wurde auch von den menschen ti
ef verehrt als ein mann gottes. aber es wird in den evangelien kein einziges wun
der von ihm berichtet, von jesus dagegen endlos viele. meines erachtens kann man
die heilungen auch nicht alle psychologisch erklären. dazu sind sie zu untersch
iedlich und die fälle oft zu schwerwiegend. einer, der von geburt an blind ist,
kann nicht durch seelische aufmunterung wieder sehen! (joh 9) interessant ist, d
ass auch die gegner von jesus seine wunder nicht bestritten haben. in späteren j
üdischen schriften wird gesagt, dass jesus in ägypten zauberei gelernt hat und d
arum außergewöhnliche taten tun konnte!
wie immer man es deutet, die menschen, die jesus begegneten, spürten: in diesem
mann stecken außergewöhnliche, übernatürliche kräfte. und immer wieder, wenn leu
te das erlebten, kam die frage auf: wer ist dieser mensch?
jesus hat nicht nur außergewöhnlich gelehrt und außergewöhnliche taten vollbrach
t. seine ganze persönlichkeit war einzigartig und faszinierend.
jesus war ein mensch aus einem guss, ohne brüche, ohne faule kompromisse. er hat
sich überhaupt nicht von den damaligen konventionen bestimmen lassen. wir sehen
ihn in gemeinschaft mit leuten, mit denen kein anständiger mensch etwas zu tun
haben wollte. er fasst leprakranke an. er lässt sich von einer prostituierten di
e füße waschen und lädt sich bei einem korrupten beamten zum mittagessen ein. da
s leiden anderer menschen geht ihm unter die haut. er setzt sich so für andere e
in, dass er manchmal keine zeit zum essen findet.
aber dann kann er sich auch plötzlich aus der menschenmasse zurückziehen und ein
e ganze nacht allein auf einem berg verbringen und mit gott sprechen. er hat kei
ne angst vor der einsamkeit, kann wochenlang allein in der wüste sein, kann dann
aber auch mitten im menschengetümmel fröhliche feste feiern. er durchschaut die
menschen und hat doch gleichzeitig ein tiefes erbarmen mit ihnen.
einmal wird eine frau zu jesus gebracht, die beim ehebruch erwischt worden ist.
die strafe, die im gesetz dafür vorgesehen war, ist die steinigung. den leuten,
die die frau bringen, geht es gar nicht um die frau. sie wollen jesus eine falle
stellen: was sagst du dazu? soll sie gesteinigt werden? wenn jesus nein sagt, s
tellt er sich gegen das gesetz gottes. wenn er ja sagt, bringt ihn das in konfli
kt mit der römischen besatzung. jesus bleibt gelassen. er hockt sich auf die erd
e, malt mit dem finger im sand und lässt die leute warten. dann steht er auf und
sagt: wer von euch ohne sünde ist, der werfe den ersten stein. die ankläger ver
stehen. einer nach dem anderen schleicht sich allmählich davon. als jesus mit de
r frau allein ist, sagt er zu ihr: ich verurteile dich nicht. geh und sündige ni
cht wieder. (joh 8)
gegenüber den autoritäten seiner zeit, den theologen und priestern, aber auch ge
genüber herodes und pilatus und den anderen politikern beweist jesus eine selten
e unabhängigkeit. er deckt ihre heuchelei auf, ohne rücksicht darauf, dass ihm d
as selbst nachteile einbringen wird. als sie ihm den prozess machen, da versucht
jesus nicht, sie von seiner unschuld zu überzeugen oder überhaupt irgendet- was
zu seinem vorteil zu tun. er ist unbestechlich ehrlich, selbst als es um leben
und tod geht. und am kreuz, wo alle anderen nur noch fluchen, hat er für seine f
einde gebetet: "vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"
was für ein mensch!
jesus hat die liebe, die er predigte, selbst gelebt. reden und handeln waren bei
ihm eine einheit. er war frei und selbstbewusst wie ein könig. und doch war er
sich nicht zu schade, seinen schülern die füße zu waschen!
jesus - der wahre mensch. ein mensch, so wie gott ihn sich gedacht hat.
_wie sah jesus sich selbst?
es gibt aber etwas, das ist noch aufregender als seine worte, seine taten und se
ine persönlichkeit. das aufregendste an diesem menschen ist, was er von sich sel
bst sagt. wie er sich selbst sieht. das war es, was die leute damals am meisten
schockte und was schließlich dazu führte, dass sie ihn töteten. wie hat jesus si
ch selbst gesehen? welchen anspruch hat er erhoben?
ich möchte euch einladen, einige beobachtungen zu teilen:
* wir haben schon gesehen, dass jesus seinen eigenen worten eine autorität b
eimisst, die ebenso hoch, wenn nicht höher ist wie die des gesetzes. "es steht g
eschrieben... - ich aber sage euch..." nun ist das gesetz ganz unbestritten gott
es gesetz. diese überzeugung hat jesus mit seinen zeitgenossen geteilt. das heiß
t aber, er beansprucht, dass seine worte göttliche autorität haben!
* die evangelien berichten, dass jesus einzelnen menschen sünden vergibt.
das klingt auf den ersten blick ziemlich harmlos. aber man muss sich einma
l klarmachen, was das bedeutet! stell dir vor, ein bekannter von dir leiht sich
dein schönes, neues fahrrad aus. ein paar stunden später kommt er völlig zerknir
scht wieder: "du, dein fahrrad ist leider geklaut worden. ich war nur kurz beim
aldi und hab' vergessen, es abzuschließen, und als ich rauskomme ist es weg." du
bist natürlich stinksauer. dann komme ich daher, höre eurem gespräch zu und sag
e dann deinem bekannten: mach dir keine sorgen. ich vergebe dir deine schuld.
das wäre total lächerlich. schuld kann nur der vergeben, an dem man schuld
ig geworden ist und nicht ein unbeteiligter dritter. und sünde, schuld gegenüber
gott, kann nur gott vergeben. wenn jesus sünden vergibt, dann ist das entweder
totaler unsinn oder er erhebt tatsächlich den anspruch, dass er an gottes stelle
steht, dass er auf irgendeine weise ganz eng verbunden ist mit gott.
* diese einzigartig enge verbundenheit mit gott bringt er auch explizit zum
ausdruck: an mehreren stellen in den evangelien spricht er von sich als dem "soh
n". wir wollen uns nur eine stelle, vielleicht die wichtigste, anschauen. das sy
nhedrium, das war der senat der juden, der war in judäa für die inneren angelege
nheiten und die rechtssprechung zuständig, hatte jesus gefangennehmen lassen. di
ese leute wollten jesus unbedingt loswerden und suchten nach einer anklage, mit
der sie ihn zum tode verurteilen konnten. die einzige anklage, die da in frage k
am, war die der gotteslästerung. darauf stand die todesstrafe.
und darum stellt kaiphas, der hohepriester und vorsitzende des senats, die
entscheidende frage an jesus: bist du der christus, der sohn gottes? wenn ein m
ensch sich zum sohn gottes erklärt, dann macht er sich damit gott gleich. und da
s ist, nach jüdischem verständnis, blasphemie. jesus weiß, dass es jetzt um lebe
n und tod geht. er fängt aber keine diskussion an, versucht nicht, sich herauszu
winden, sondern bejaht die frage: "du sagst es. ich bin's." (mk 14,62) das synhe
drium fällt darauf das urteil: jesus hat wegen gotteslästerung den tod verdient.
jesus hat also den anspruch erhoben, gottes sohn zu sein. er hat damit etwas ung
eheuerliches behauptet, nämlich dass er aus gott hervorgegangen ist, aus gott st
ammt und von ihm kommt. er hat dafür mit dem leben bezahlt.
_in jesus zeigt uns gott sein herz.
an einer anderen stelle sagt er: "wer mich sieht, sieht den vater." (joh 14,9) d
amit sagt er: ich bin so sehr eins mit gott, meinem vater, dass man an mir sehen
kann, wie gott ist. wer jesus ansieht, der sieht gott, der sieht das wesen gott
es. in dieser person jesus zeigt uns gott sein herz.
stellt euch mal vor, das wäre wahr, dass an jesus gottes wesen sichtbar wird! da
müsste man jetzt noch mal die ganzen geschichten, wie jesus den menschen begegn
et ist, an seinem inneren auge vorbeilaufen lassen:
* wie jesus die kleinen kinder auf den arm genommen und sie gesegnet hat.
* wie er sich bei dem zolleinnehmer, den alle anderen hassten, eingeladen un
d sein leben neu gemacht hat.
* wie er der ehebrecherin sagt: ich verurteile dich nicht.
so ist gott! so geht er mit uns um. wer jesus sieht, der sieht gott ins herz.
an jesus glauben bedeutet, ihm das zu glauben, ihm zu glauben, dass er von gott
gekommen ist, dass er der sohn gottes ist. im zentrum des christlichen glaubens
steht die überzeugung, dass in diesem menschen, jesus von nazareth, gott selbst
zu uns gekommen ist, sich offenbart hat. jesus ist sozusagen der menschgewordene
teil gottes.
gott hat sich in jesus aber nicht nur gezeigt. er hat noch etwas wichtigeres get
an. wir sahen in der letzten einheit, dass das grundproblem von uns menschen dar
in besteht, dass unsere beziehung zu gott kaputt ist. die sünde, das misstrauen
gegen gott, hat uns von ihm getrennt.
sie steht zwischen uns und gott wie eine tiefe kluft. immer wieder versuchen men
schen, diese kluft von sich auf zu überbrücken, zu gott, zur quelle, zurückzufin
den. manche versuchen es durch ethische anstrengungen, versuchen, bessere mensch
en zu werden und so die verbindung wiederherzustellen. oder man versucht es durc
h religiöse leistungen oder durch meditationsübungen, durch okkulte praktiken. m
enschen unternehmen alles mögliche, um diese kluft zu überbrücken.
und nun sagt das neue testament etwas ganz erstaunliches: gott hat diese kluft v
on sich aus überbrückt. nicht nur wir menschen haben sehnsucht nach gott. er hat
sehnsucht nach uns. gott sieht, dass alle unsere bemühungen, die kluft zu überw
inden, zu kurz greifen. darum schlägt gott in jesus selbst eine brücke zu uns un
d stellt die verbindung wieder her.
jesus ist gottes weg zu uns. und darum unser weg zu gott.
er hat das selbst einmal so gesagt: ich bin der weg und die wahrheit und das leb
en. niemand kommt zum vater außer durch mich. (joh 14,6)
jesus ist die brücke, die uns mit gott verbindet. in jesus berührt die göttliche
wirklichkeit unsere wirklichkeit. in jesus läuft uns gott entgegen wie der vate
r im gleichnis dem verlorenen sohn entgegenläuft und nimmt uns in seine arme.