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Tod - und was dann?

Biblischer Vortrag von Winfried Borlinghaus, Korntal,

während der Süddeutschen Tagung in Villingen am 31.10.1999

Das ist ein heikles Thema, denn kein lebender Mensch hat ihn erlebt; darum hat auch keiner von
diesem Geschehen wirklich Ahnung. Ich kann nur versuchen, mich diesem Thema anhand von
Berichten, von menschlichen Überlegungen und schließlich von Aussagen der Bibel zu nähern.

Jeder Herbst ist eine Illustration für Tod. Zunächst sieht es schön aus, wenn die Blätter bunt
werden, aber irgendwann fallen sie ab. Vielleicht hat das Gott deswegen so eingerichtet, damit
wir Menschen darüber nachdenken, was aus dem wird, was das ganze Jahr über gewachsen ist?
Die Blätter fallen ab, die Früchte verfaulen – wir bekommen den Tod vor Augen gemalt. Darum
sind auch die Gefühle im Herbst gemischt: Einerseits freut man sich über den goldenen Oktober,
andererseits neigt man zu Trübsinn, wenn es draußen grau und dunkel wird.

Unsere Zeit ist angesichts dieses Themas von einer großen Hilflosigkeit gekennzeichnet. In
manchen Krankenhäusern gibt es Sterbezimmer. In sie werden Menschen, bei denen sich der
Tod ankündigt, abgeschoben, damit die Mitpatienten nicht damit konfrontiert werden. Die
wenigsten Ärzte oder Schwestern setzen sich an das Sterbebett und begleiten den Sterbenden
bis zum letzten Atemzug. Manchmal kann man noch einen Pfarrer oder Priester holen, aber auch
die vermeiden so etwas in der Regel lieber. An den Universitäten ist für Medizinstudenten
Sterbebegleitung kein Thema.

"Das ganze Leben bewegt sich in Richtung Sterben. Im Grunde vermögen wir nicht, das Sterben
zu lernen. Zum Lernen gehört nämlich Übung und Wiederholung. Den Tod kann man nicht üben.
Aber weil der Tod eine das ganze Leben überschattende Wirklichkeit ist, kommt es darauf an,
dass wir uns mit ihm vertraut machen, und zwar im Sinne des Gebets: "Herr, lehre uns bedenken,
dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden" (Ps. 90,12) "Sterben lernen heißt leben
lernen" (Zitat).

Christen dürfen sich durch das Gebet zu Gott immer wieder daran erinnern lassen, dass ihre
Lebenszeit begrenzt und ihnen von Gott gegeben ist, sie gut zu nutzen. Gott aber setzt den
Zeitpunkt des Todes.

1) Die atheistische Existenz-Auflösung

Das ist ein Versuch, das Unheimliche des Todes ohne Gott zu verarbeiten. Zunächst muss von
der Definition ausgegangen werden, was Leben ist. Nach materialistischer Auffassung ist Leben
nichts anderes als ein System. Ein einschlägiges Buch erklärt dazu: "Alle Lebewesen, auch der
menschliche Körper, bestehen nach heute herrschender Meinung aus nichts anderem als
Molekülen, und die Lebensprozesse gehorchen ausnahmslos physikalischen und chemischen
Gesetzen. Leben wird als Systemeigenschaft verstanden. ... Leben hört auf, wenn das Netzwerk
der gegenseitigen Herstellung und Erhaltung zusammenbricht, und dies ist der Fall, wenn ein
konstitutives (bestimmendes, grundlegendes) Organ ersatzlos ausfällt" (J. Hoff / J. i.d. Schmitten,
"Wann ist der Mensch tot?"; Rowohlt ‘95; S.5 2f).

Rein materialistisch gesehen ist unser Leben nichts anderes als Biochemie. Das Denken sowie
die Begriffe Geist und Seele werden aus dieser Sicht nicht anders als ein interessantes Spiel im
Gehirn verstanden, als biochemische Abläufe der Nervenzellen. Sobald der Stoffwechsel zum
Erliegen kommt, ist die menschliche Existenz beendet. Es ist das Ende aller Wahrnehmung und
Erinnerung. Diese Ansicht ist heute sehr verbreitet. Aus dieser Position wird der christliche
Glaube als völlig irrig und veraltet angesehen.

Wenn man glaubt, dass es nach dem Tod nichts mehr gibt, kann man auch den Naturforscher
Ernst Häckel verstehen, der am Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts sehr stark die
Evolutionstheorie proklamiert hat. Er schreibt: "Ein grausamer und unaufhörlicher Kampf ums
Leben ist die eigentliche Triebfeder des zwecklosen Dramas der Weltgeschichte. Eine moralische
Ordnung und einen Plan können wir nur dann darin sehen, wenn wir den Triumph der
unmoralischen Stärke und die ziellosen Eigenschaften des Organismus ignorieren. Macht kommt
vor Recht, solange der Organismus existiert" (Anthropogenie 1905).

Diese Auffassung ist düster, aber konsequent. Durch Selektion und Mutation habe sich der
Mensch im Laufe der Zeit zufällig als komplexes Säugetier entwickelt. Aufgrund seiner
Gehirnleistung habe er beim jetzigen Stand der Evolution das Problem, über sich selbst
nachdenken zu können. Aber es gebe weder moralische Stärke noch ein Ziel für den
Organismus, sondern es gehe allein darum, seine eigene Art durch den Sieg über den
Schwächeren zu erhalten.

Konsequent zu Ende gedacht fehlt so dem Leben jeder Sinn; denn die Erhaltung der Art zu
sichern, ist als Lebensziel für das Individuum völlig bedeutungslos. Wenn es keinen Gott gibt,
wen sollte es stören, wenn der Mensch ausstirbt und alles Leben zugrunde geht? Wieso sollte
der Weltraum Interesse am Erhalt eines zufällig mehr oder weniger hoch entwickelten
Organismus haben?

Der Tod wird im Gesamtrahmen einer atheistischen Evolutionstheorie sogar zum gestalterischen
Element, und es ist im Sinne dieser Weltanschauung völlig legitim, wenn der Stärkere, ganz
gleich mit welchen Mitteln, den Schwächeren ausmerzt. Das Erbgut des Schwächeren hat es
nicht verdient, erhalten und an nachfolgende Generationen weitergegeben zu werden.
Außerdem: Wenn man glaubt, es sei naturgemäß und richtig, dass sich immer die robusteren
Arten gegen die schwächeren durchsetzen, dann steht dazu der heute so sehr geforderte
Artenschutz von Tieren und Pflanzen im krassen Widerspruch.

2) Die medizinische Deutung

Kürzlich wurde diese Deutung aktuell durch das Gesetz zur Organtransplantation. Im Rahmen
der Diskussion, die jahrzehntelang geführt wurde, gab es eine Kommission von Juristen,
Philosophen, Medizinern und Theologen, die versuchten, einen Konsens darüber zu finden, was
eigentlich der Tod ist. Das Buch von Hoff/ in der Schmitten "Wann ist der Mensch tot?", das
bereits oben zitiert wurde, ist eine Wiedergabe dieses gemeinsamen Versuches und der
Ansichten heutiger Gelehrter. Nach Lesen dieses Buches ist es erschütternd festzustellen, dass
es keine wirkliche Antwort gibt. Ziemlich hilflos wirkt der rationalistische Erklärungsversuch über
das Wesen und den Tod des Menschen. Die einzige einigermaßen klare Antwort ist von der
medizinischen Seite her gegeben worden. Und so gilt der Mensch dann als tot, wenn sein
Kreislauf für immer zum Stillstand gekommen ist und damit alle Lebensfunktionen erloschen sind.

Streng genommen ist diese Aussage so radikal, dass Organtransplantationen nicht mehr
durchgeführt werden können. Denn wenn der Mensch ganz tot ist, also bereits die
Verfallserscheinungen beginnen, ist es für eine Organtransplantation zu spät. Dadurch ergibt sich
durch die moderne Medizin ein pragmatisches Problem: Das, was der Tod mit Sicherheit ist, darf
nicht wahr sein. Man muss die Definitionsgrenze nach vorne schieben, um mit den betreffenden
Organen noch etwas anfangen zu können. Da erhebt sich erneut die Fragestellung, wo der
Mensch seine Maßstäbe hernimmt, um zu entscheiden, was letztendlich richtig und falsch ist.

Schon 1968 forderte eine Kommission an der Harvard-Universität (USA) eine neue Definition des
Todes unter den pragmatischen Gesichtspunkten von Organtransplantation und Schonung der
Krankenhausressourcen. Man definierte den Tod als Gesamthirntod, der mit entsprechender
Medizintechnik einwandfrei festgestellt werden sollte. Wenn also keine Gehirnströme mehr
gemessen werden können, dann wäre der Mensch tot, auch dann, wenn im Kreislauf des
Menschen vielleicht noch einige Organe richtig versorgt werden. "Der Vorschlag der Harvard-
Kommission war ein voller Erfolg. Er setzte sich in den USA schnell durch und wurde innerhalb
weniger Jahre von den medizinischen Standesorganisationen der meisten Industriestaaten
übernommen" (Internetartikel: J. Hoff/ J. i.d. Schmitten: Kritik der Hirntodkonzeption; Der
"Hirntod" - eine Folge des medizinischen Fortschritts?)

Aber im Zuge der Diskussion rund um die Organspende und die geplante Gesetzgebung in
Deutschland trat bald große Unsicherheit auf: "Unter den gegebenen Bedingungen radikaler
gesellschaftlicher Pluralität ist es ebensowenig möglich zu definieren, was der Tod ist. Eine
solche Bestimmung gründet notwendig auf metaphysischen Annahmen: Das gälte für ein
Verständnis des Todes als Prozess der Loslösung einer Geistseele vom Körper ebenso wie für
eine am positivistischen Modell eines materialistischen oder physikalistischen Weltbildes
ausgerichtete Wesensbestimmung - denn mit der Definition des Wesens menschlichen Lebens
überschreiten die Naturwissenschaften den Rahmen dessen, was naturwissenschaftlich
begründet werden kann. ... Die Diskussion krankt daran, dass sie zu definieren versucht, was
nicht konsensfähig zu definieren ist" (Hoff / in der Schmitten; "Wann ist der Mensch tot?" Rowohlt
1995; S.201f)

Man kennt also Skrupel, die Existenz des Menschen einzig mit der Existenz des natürlichen
Organismus und seiner Hirnfunktion zu begründen, wie es sich viele wünschen würden.

Gesellschaftlicher Konsens?

Ein gesellschaftlicher Konsens über Wesen und Tod des Menschen in unserer extrem
pluralistischen Gesellschaft ist zur Zeit nicht möglich und auch nicht zu erwarten. Daher kann
man das neue Transplantationsgesetz nur als den Versuch einer Lösung ansehen. Dieses hat
der Deutsche Bundestag am 25. Juni 1997 mit 2/3-Mehrheit beschlossen, und inzwischen hat
auch der Bundesrat zugestimmt. Es lautet: "Wenn Ärzte den Hirntod eines Menschen festgestellt
haben, ist er voll-ständig tot. Ab dann dürfen diesem Toten Organe entnommen werden, wenn er
selbst oder seine Angehörigen der Entnahme zugestimmt haben" (Bundestagsprotokoll).

Dazu wird ausgeführt: "Vor der Organentnahme muss mit Sicherheit festgestellt sein, dass der
Spender tot ist. Die Kriterien für die Feststellung des eingetretenen Todes und die
Verfahrensregeln zum Nachweis dieser Kriterien sind von der medizinischen Wissenschaft nach
dem Stand der naturwissenschaftlich-medizinischen Erkenntnisse zu bestimmen. Die Definition
des Todes ist keine Aufgabe der Politik oder des Gesetzgebers. Die Feststellung des Todes
muss denen überlassen bleiben, die durch ihre Ausbildung, ihr Ethos und ihre berufsmäßige
Zielsetzung dafür geeignet sind: den Ärzten.

... Der Gesetzgeber hat zusätzlich eine unverrückbare Grenze gesetzt, die nicht überschritten
werden darf: eine Organentnahme ist unzulässig, wenn nicht zuvor der endgültige, nicht
behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms
(Gesamthirntod) nach Regeln, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft
entsprechen, ärztlich festgestellt ist. Auch damit definiert der Gesetzgeber nicht den Tod, legt
aber den Gesamthirntod als Mindestvoraussetzung für eine Organentnahme fest"
(Bundesdrucksache S. 4f).
Die Entscheidung also, wann ein einzelner Mensch wirklich tot ist, wird an die Mediziner
abgegeben. Das zeigt die Hilflosigkeit, eine übereinstimmende Antwort auf die Frage nach dem
Tod zu finden. Die Politiker winden sich, geben die Verantwortung an die Mediziner weiter und
sichern sich rechtlich ab.

Psychologie ist ratlos

Angesichts des Todes eines Menschen sind auch die Psychologen hilflos und greifen häufig auf
religiöse Ansätze zurück, womit sie die fehlende Antwort des Rationalismus auf die Todesfrage in
der Praxis bestätigen. Ein Beispiel aus einem aktuellen Ratgeber zur Begleitung Sterbender soll
genügen:

"Sprechen Sie mit dem Sterbenden. Sagen Sie ihm, dass Sie bei ihm sind und dass Sie bei ihm
bleiben werden. Halten Sie seine Hand. Sagen Sie ihm, dass Sie ihn lieben. Versichern Sie ihm,
dass alles gut ist, dass er keine Furcht zu haben braucht. Sprechen Sie ein Gebet, wenn Ihnen
das hilft. ... Tun Sie alles, was Ihnen jetzt gut tut, was Ihre innere Spannung abbaut. ... Sagen Sie
sich, dass wir alle sterben müssen, dass es keine Möglichkeit gibt, den Tod letztendlich
aufzuhalten. .... Dann tritt der Tod ein. ... Es gibt jetzt nichts mehr, was Sie für den Verstorbenen
tun könnten. Alles, was Sie nun tun, machen Sie für sich. Lassen Sie die Stille auf sich einwirken.
... Beten Sie." (Oskar Mittag, "Sterbende begleiten" ; Georg Thieme Verlag 1994)

Anstatt dem Sterbenden wirklich Hilfe und Trost zukommen zu lassen, ist dieser Rat wohl eher
darauf ausgerichtet, dem Psychologen selbst zu helfen, die "peinliche" Situation zu überstehen.
Die Psychologie ist also, wie man hieran sehen kann, angesichts der Sterbebegleitung ziemlich
ratlos.

3) Esoterische Todeserlebnisse

Sehr bekannt sind hier Frau Kübler-Ross und Dr. Raymond Moody geworden. Sie haben sich mit
Sterbeerlebnissen befasst und hunderte von Menschen befragt, die den klinischen Tod erlitten
haben und reanimiert wurden. Deren Erfahrungen haben sie zusammengetragen. Die beiden
Personen haben mit diesen Berichten unsere Gesellschaft extrem geprägt. Alles, was die Leute
über den Tod wissen, ist: Wenn man stirbt, wird alles gut. Es geht durch einen dunklen Tunnel,
aber am Ende kommt wunderbares Licht. Dann kommt einem jemand entgegen, der einen
herzlich lieb hat. Darum brauche man gar keine Angst vor dem Sterben zu haben -
wissenschaftliche Studien hätten das ergeben.

Meine Überzeugung ist, dass hier der Tod verharmlost wird, ähnlich so, wie man in früheren
Zeiten von dem "Freund Hein" sprach. Und ich frage mich, ob einem das wirklich hilft, wenn es
bei einem selbst ernst mit dem Tod wird. Frau Kübler-Ross schreibt: "Die Betreffenden
empfanden tiefen Frieden, Licht und Schönheit um sich her und eine unvorstellbare Liebe. Alle
erlebten sich als ganz vollkommen, viele drückten ihr Bedauern und Verärgerung darüber aus,
wieder in ihrem von Schmerzen geplagten kranken Körper zurückgebracht worden zu sein. In
allen geschilderten Fällen fürchteten sich die Patienten nicht mehr länger vor dem Tod" (aus
"Yoga-Journal").

Bemerkenswert ist, dass die Autorin inzwischen fast ausschließlich in esoterischen Zeitschriften
veröffentlicht. Und sie hat auch selbst "Außerkörper-Erfahrungen" gemacht und ist Engelwesen
begegnet. Sie hat den Schritt ins Jenseits selbst erlebt, und zwar in einer Art Trance. Sie
versteigt sich in diese Aussage: "Es ist so unglaublich schön gewesen, dass ich es als tausend
Orgasmen zu gleicher Zeit beschreiben würde - und das wäre immer noch ein schwacher
Vergleich. Ich empfand Liebe für jedes Blatt, jeden Baum, jeden Vogel, selbst für die Steine. Die
Steine waren genauso lebendig wie ich, und ich fühlte mich als Teil dieses ganzen belebten
Universums. Ich hatte kosmisches Bewusstsein erlangt." Die verwendeten Begriffe stammen aus
fernöstlichen Religionen und der Esoterik, und ich bin hier sehr vorsichtig, solche
Schlussfolgerungen als Realität zu akzeptieren.

Rauschen der Nervenzellen

Es gibt nämlich auch ganz andere Aussagen dazu. In seinem Buch "Zur Hölle und zurück"
(Verlag C. M. Fliß, Hamburg) schreibt der Herzspezialist Maurice Rawlings von
"Schnupperbesuchen in der Hölle" bei einigen Patienten. Zum Beispiel entpuppe sich das
vielzitierte Licht am Ende des Tunnel als Feuerring oder es herrsche totale Finsternis: "Ich ...
kann bezeugen, dass negative Erfahrungen viele Sterbeerlebnisse kennzeichnen."
Erschreckende Leere, totale Einsamkeit, jeder mit seinem eigenen Elend beschäftigt - sind
weitere Eindrücke von Betroffenen (vgl. Idea Spektrum 37/ 1997; S. 16ff). Diese Erlebnisseite
muss man mindestens genauso ernst nehmen wie die zuerst genannte. Sie ist bei Kübler-Ross
und Moody einfach ausgelassen. Darum sind "esoterische" Todeserlebnisse keine zuverlässige
Grundlage für das, was nach dem Tod kommt.

Das wird auch von anderen mehr rationalistisch eingestellten Leuten bestätigt. Eine in diesem
Jahr fertiggestellte Studie der Universität Konstanz, Fachbereich Soziologie, fasst zusammen:
"Auch die Behauptung, Nahtoderlebnisse verwiesen auf ein Leben nach dem Tod, wird durch die
Studie nicht bestätigt. Visionen beim Aushauchen des Lebens sind Produkte des Bewusstseins,
Rauschen der Nervenzellen, in Gang gesetzt von einer komplizierten Chemie des Gehirns und
geprägt von Kultur und eigener Biografie." Das kann man mit Beispielen nachweisen. Leute
wurden befragt, die solche Extremerlebnisse hatten, aber aus verschiedenen Berufen, Kulturen
und Ländern stammten: "Auch die Schweizer Bergsteiger, deren Nahtoderlebnisse der Geologe
Albert Heim (19. Jahrhdt.) veröffentlichte, durchquerten weder eine mittelalterliche Hölle noch
einen Tunnel. Sie fielen in alpinem Ambiente in einen herrlich blauen Himmel mit rosenfarbenen
Wölklein. Der regionale Charakter wird umso deutlicher, wenn man den Gang in den Schweizer
Berghimmel mit anderen Fällen vergleicht, die Knoblauch aus historischen Quellen
zusammengetragen hat. Der Hopi-Indianer, auf den Wegen in die ewigen Jagdgründe,
durchquert die Prärie. Eine Inderin reitet auf einer Kuh in den Himmel, während ein New Yorker
mit einem gelben Taxi dorthin fährt. Nur ein konkret erlebtes Diesseits kann im sterbenden
Gehirn solch filmreife Szenen hervorrufen. Würden sich die Sterbeprozesse der Menschen aller
Kulturen im Kern gleichen, dürften geografische und individuelle Besonderheiten keine große
Rolle spielen" (ebd.).

"Die Realität ist davon unabhängig, was ein Mensch hier und jetzt erlebt hat. Darum kann das,
was die Leute berichtet haben, keine Realität sein. Und die These von der Standarderfahrung
hält keiner Überprüfung stand. Die Vision gehorcht dem Zeitgeist" (ebd.).

Der Neurologe Prof. Dr. Heinz Angstwurm hat das wie folgt zusammengefasst: "Auch die
früheren Mitteilungen von Scheintod und die heutigen Möglichkeiten der Intensivbehandlung
einschließlich der fälschlich so genannten Wiederbelebung können zu dem Trugschluss verleiten,
die Grenze zwischen Leben und Tod sei fließend, unbestimmt oder verschiebbar. Der Mensch ist
dann tot, wenn die naturgegebene Grenze vom Leben zum Tod überschritten ist, und dann gibt
es kein Zurück mehr."

Alle "Nahtoderlebnisse" sind von lebenden Menschen erlebt worden, die nur einen Herz-
Kreislauf-Stillstand hatten oder ähnliches, aber sie waren noch nicht wirklich tot. Darum ist auch
anzuzweifeln, ob sie wirklich einen Blick ins Jenseits taten. Man verlasse sich auf keinen Fall auf
derartige Schilderungen! Der Mensch hat eine Grenze, hinter die er einfach nicht zu sehen
vermag. Schon aufschlussreicher wäre es gewesen, jenen Lazarus zu befragen, der bereits drei
Tage tot gelegen hatte und den Jesus Christus auferweckt hat (Joh. 11, 44). Aber darüber gibt es
nichts in der Bibel - und das ist sicher besser so!

4) Antworten von Religionen

a) Buddhistisch- hinduistische Reinkarnation

Im Buddhismus ist Gott alles oder nichts, wahr und falsch zugleich, ein unpersönliches Etwas. Er
wird aus der konkreten Lebenswirklichkeit ausgeklammert: "Die Götter sind lediglich Stufen einer
möglichen Wiedergeburt, keineswegs absolut und ewig und daher auch keine Hilfe für die
Erlangung des Heils." Im Hinduismus gibt es dagegen unzählige bildhafte Gottesvorstellungen -
Götter, die in der Volksfrömmigkeit für jeweils verschiedene Lebensbereiche zuständig sind. Das
Karma ist allbestimmend, der Tod schicksalhafte Konsequenz eines schlechten Karmas. Der
Buddhismus ist gar eine Religion, in der "der Einzelne selbst sein Heil wirkt", ganz unabhängig
von einem Gott. Damit trägt er sogar atheistische Züge!

Immer mehr machen sich diese religiösen Gedanken in der westlichen Welt breit, vor allem die
Anschauung des Nirvanas und der Reinkarnation. Allerdings werden diese hier positiv
verstanden. Man macht sich idyllische Vorstellungen darüber. So kann man hören: "Das ist doch
eine tolle Sache! Wenn ich sterbe, gehe ich in ein anderes Leben über. Ist doch super, wenn ich
die Welt mal als Eichhörnchen, als Vogel oder vielleicht auch als Mensch mit anderer Position
erlebe!" Man hat Angst, hier etwas zu verpassen, und wenn man dann "wiedergeboren" sein
würde, hätte man neue Möglichkeiten. Alles nachzuholen, was mir jetzt entgangen ist, das ist
eine Lieblingsvorstellung vieler Menschen unserer Gesellschaft.

Aber im klassischen Buddhismus sowie im Hinduismus geht es nicht darum, im nächsten Leben
das noch Wunderbarere zu erleben, sondern um den elenden Kreislauf des Leidens. Das Leiden
der Existenz kehrt mit jeder Inkarnation wieder. Der Hindu muss die Wiedergeburt in einer
niedrigeren Kaste oder in Gestalt eines Tieres befürchten. Deswegen sehnt er sich innigst nach
der Auflösung seiner Existenz im kosmischen Göttlichen, dem Nirvana. Die einzige Hoffnung ist
die Beendigung des Kreislaufs unendlichen Leidens, aber eben nicht die Hoffnung auf ein
nächstes Leben!

In irgendeine Allseele

Hierzu schreibt der Sanskrit-Philologe und Übersetzer der Reden Buddhas ins Deutsche,
Professor Hermann Oldenberg (1854 - 1920): "... diese Texte schließen uns den Blick in die
Seelen dieser ernsten Menschen auf, die so ganz und gar von dem einen Gedanken an die
Schrecknisse der Welt, an die Seligkeit des Weltentnommenseins erfüllt sind. Man sieht sie
beben vor dem Verhängnis von Alter und Tod. ... man sieht sie in jene Versenkungen eintauchen
und deren geheimnisvolles Glück genießen, die dem Inder so teuer sind - in stiller Seele die
Nähe des Nirvana empfinden, ..." (Herm. Oldenberg, "Die Reden des Buddha"; Herder 1993; S.
41). Hier ist gar keine positive Hoffnung auf Leben nach dem Tod, sondern Sehnsucht nach
Existenzauflösung, ähnlich der atheistischen, nur mit ewiger Verzögerung. Der Mensch verliert im
Tod auch seine Individualität. Er geht ein in irgendeine Allseele, ist aber nicht mehr der, der er
hier war. Wenn ich nach buddhistischer Vorstellung sterbe, finde ich mich im Jenseits nicht mehr
wieder. Ich habe mich aufgelöst, meine Existenz ist beendet.
Wie das aussieht und was das höchste Ziel ist, entnimmt man den "Reden Buddhas": "Der Begier
Ende, des Hasses Ende, der Verblendung Ende: das, mein Freund, nennt man das Nirvana. ...
Ohne Grundlage, ohne Fortgang ohne Halt ist es. Das ist des Leidens Ende" (ebd. S. 304). Man
versucht, sich mit meditativen Texten dem Tod zu nähern oder sich mit dem Nirvana auseinander
zu setzen. Hier ein typischer Text: "Die Körperlichkeit des Vollendeten ist dahinten geblieben, ...
Von der Betrachtung unter dem Gesichtspunkt der Körperlichkeit, .... ist der Vollendete erlöst. ...
Dass er zu keinem Sein gelangt, trifft nicht zu. Dass er zu einem Sein gelangt, trifft nicht zu. Dass
er zu einem Sein gelangt und nicht gelangt, trifft nicht zu. Dass er weder zu einem Sein gelangt,
noch nicht dazu gelangt, trifft nicht zu."

Es ist also alles nichts, im Prinzip ist es eine poetische Umschreibung des Nichts. Es gibt nichts
zu hoffen, nichts zu freuen, nichts zu empfinden. Dieses Ziel will und soll am Ende jeder Buddhist
erreichen.

b) Katholizismus

Die Buße bewirkt nach katholischem Verständnis nicht völlige Vergebung, sondern nur den
Erlass der ewigen Verdammnis. Was bleibt, ist eine zeitliche Strafe, die teils im irdischen Dasein
durch gute Werke teils durch Leid, Mühsal und dem leiblichen Tod ausgeglichen werden kann.
Wenn das nicht ausreicht, wird der Rest nach dem Tod am Reinigungsort durchs Fegefeuer
abgegolten. Dieses muss geschehen, bevor der Gläubige in den Himmel aufgenommen wird.
Durch Wallfahrten, Totenfürbitte, Messen, u.a. kann der Fegefeuer-Aufenthalt wesentlich verkürzt
werden. Das Fegefeuer ist eine Qual auf Zeit und kann per Ablass (gewährte Nachlassung aus
dem Genugtuungsschatz der Kirche) teilweise oder ganz entfallen (Bühne, "Ich bin auch
katholisch").

"Wer behauptet, nach erlangter Rechtfertigungsgnade werde jedem bußfertigen Sünder die
Schuld so erlassen und die Strafwürdigkeit für die ewige Strafe so getilgt, dass auch keine
Strafwürdigkeit zu einer zeitlichen Strafe mehr abzubüßen bleibe, sei es in diesem Leben oder im
zukünftigen, im Fegefeuer, bevor der Zugang zum Himmelreich offensteht, der sei
ausgeschlossen" (Neuner/Ros, "Der Glaube der Kirche", S. 518). "Wer sagt, stets werde mit der
Schuld auch die gesamte Strafe von Gott erlassen und die Genugtuung der Büßenden sei nichts
als der Glaube, mit dem sie fest annehmen, dass Christus für sie genug getan habe, der sei
ausgeschlossen" (Konzil zu Trient 1551, zitiert bei Bühne, "Ich bin auch katholisch", S.140f).

Als neutestamentliche Belegstelle für die Fegefeuerthese muss 1. Kor 3,13 herhalten. Dort geht
es aber eindeutig um den Tag des Gerichtes, an dem die unnützen Werke, nicht aber die
Gläubigen selbst "verbrennen"! Dort geht es überhaupt nicht um ein Abbüßen von Sündenstrafen
als "Bußleistung". Gottes Vergebung durch Christus lässt dagegen keine Sündenstrafen offen,
wie dies etwa die Zusage Jesu an den mitgekreuzigten Mörder zeigt: "... noch heute wirst du mit
mir im Paradiese sein" (Lk. 23, 43).

c) Die Bahai´sche Tür

Die Baha‘i Religion, um 1860 (zur Zeit von Charles Darwin!) aus dem schiitischen Islam
hervorgegangen, betont den stetigen Wandel der Religion als wiederkehrenden Zyklus. Es geht
um eine Evolution der Religionen. Weil sich die westliche Welt sehr stark an die Evolution der
Welt angekoppelt hat, ist ihr solch eine Religion auch sehr recht. Die Zentralgestalt ist der
"wiedergekehrte Gottesoffenbarer" Baha u’ llah, der so ziemlich alle Messiasankündigungen aller
Religionen in sich vereint sehen und die aktuelle welt-weite Religion vermitteln will. Die heilige
Schrift ist die Kitab al-Aqdas (= "Heiligstes Buch"). Sie erklärt: "Ein wahrer Baha‘i strebt Tag und
Nacht danach, auf dem Pfade menschlicher Vervollkommnung voranzuschreiten. ... sein
Lebensziel ist es, sich so zu verhalten, dass er die Ursache dauernden Fortschritts wird." Alle
Religionen sollen durch Baha´i abgelöst werden mit dem Ziel der Weltregierung.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestimmte der Positivismus die Gesellschaft. Es
herrschte die Idee, dass der Mensch durch die Technik alles immer mehr in den Griff bekäme. So
glaubt auch diese Religion an den Fortschritt. Sie sagt über den Tod: "... der Tod ist wie die
Geburt eine offene Tür zu einem neuen, größeren Leben. ... die Empfindungen des Menschen
werden sogar tiefer, seine Wahrnehmungen weiter, sein Glück größer sein. Die Wirklichkeit des
Menschen ist seine Seele, nicht sein Körper, und diese Wirklichkeit unterliegt nicht dem Gesetz
der Zusammensetzung und der Auflösung. Der Mensch sollte sich stets als lebend, stets als
fortschreitend betrachten" (internes Traktat: Die Baha‘i-Religion in Frage und Antwort).

Gefährlich daran ist, dass manches dem sehr ähnlich ist, was in der Bibel steht. Die Bibel lehrt ja
auch, dass es nach dem Tod weitergeht; hier jedoch wird ihre negative Seite völlig ausgeblendet.
Hier gibt es weder Himmel noch Hölle, sondern nur den Himmel, und alles entwickelt sich nur
besser. Es geht in dieselbe Richtung wie bei Kübler-Ross, dass man den Menschen einfach nur
die Angst vor dem Tod nehmen will.

5) Die Suche nach Antwort in der Bibel

Die Bibel ist erfrischend anders. Sie unterscheidet sich mit ihren Aussagen über Lebenssinn, Tod
und Auferstehung grund-legend von den Ansichten der Religionen. Sie lehrt die Unauflöslichkeit
menschlicher Existenz als Individuum (vgl. Mk. 12, 26 f) und ein Weiterleben nach dem Tod.
Weder verharmlost sie den Tod noch romantisiert sie ihn. Der Tod ist der "Feind" des Lebens. Er
gehört nicht zur ursprünglichen Schöpfung.

Als Gott die Tiere und den Menschen geschaffen hatte, legte er fest: "´Sehet da, ich habe euch
gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Er-de, und alle Bäume mit Früchten,
die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem
Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben.
´ Und es geschah so" (1. M. 1, 29. 30). Das ist ein Hinweis darauf, dass der Tod ursprünglich
nicht in der Schöpfung war, dass pflanzliche Nahrung für Tiere und Menschen vorgesehen war.
Die Bibel unterscheidet das Leben von Pflanzen qualitativ von dem von Tieren und Menschen.
Wenn eine Pflanze gegessen wird, ist das in biblischem Sinne kein Tod, denn die Pflanze hat
keine "Seele", nicht den "Odem des Lebens" wie Tiere und Menschen (1. M. 2, 7; Ps. 104, 29.
30). Nur wenn Menschen und Tiere sterben, so ist das in biblischem Sinne ein Tod.

Folge der Sünde

Der Tod kommt erst durch den Sündenfall des Menschen in die Welt. Somit ist der Tod etwas,
was Gott in seiner Schöpfung eigentlich nicht vorgesehen hatte, zumindest nicht in der Form, wie
wir heute Tod erleben. Ebenso hatte Gott auch weder den Überlebenskampf, der sich in der
Natur abspielt, noch den körperlichen und geistigen Kampf des Menschen gegen seinen eigenen
Tod - denn ab der Geburt geht jeder spürbar dem Tod entgegen - vorgesehen. "Da machte Gott
der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase.
Und so wurde der Mensch ein lebendiges Wesen" (1. M. 2, 7). Wenn der lebendige Gott etwas
schafft, dann ist das und alles, was sich in seiner Nähe aufhält, zutiefst lebendig. Denn Gott
selbst ist das Leben.

Der Tod dagegen ist eine Strafmaßnahme Gottes: "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein
Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und
sollst zu Erde werden" (1. M. 3, 19). Es geht in diesem Kapitel eindeutig um den körperlichen
Tod. Außer, dass der Körper selbst dem Verfall unterliegt, beschreibt das Al-te Testament auch
die Lebenszeit als immer kürzer werdend. Hier setzt ein Verfallsprozess ein, den Gott selbst
verordnet hat. Doch der Tod hat auch eine geistig-seelische Seite: Er trennt von Gott selbst.
Trennung vom lebendigen Gott heißt Tod. So kann ein organisch Lebendiger geistlich tot sein.
Beide Seiten sind beim biblischen Begriff "Tod" zu beachten.

Der Chirurg Dr. Sherwin Nuland beispielsweise beschreibt sehr eindringlich und fast minutiös
genau den Sterbevorgang des Menschen. Er greift sechs Hauptkrankheiten oder Todesursachen
heraus, die ihm im Laufe seiner Berufspraxis begegnet sind, und zieht ein nüchternes Fazit: Der
Tod ist etwas Schlimmes, Unausweichliches. "Selbst nach monatelanger Krankheit zeigt der
Körper seinen Unwillen, sich vom Leben zu trennen. Bei manchen Sterbenden beginnen die
Muskeln durch Übersäuerung des Blutes unkontrolliert zu zucken. Einige Menschen stoßen einen
röchelnden Laut aus, der durch das krampfartige Anspannen der Kehlkopfmuskeln verursacht
wird, ebenfalls eine Folge der Übersäuerung. Manchmal zuckt der ganze Körper noch einmal
zusammen, Brustkorb und Schultern heben sich, das Leben entweicht. Es folgt ein langes letztes
Ausatmen, dann setzt unser Atem ganz aus" ("Wie wir sterben", Sh. Nuland). Dieser Todeskampf
kann sich über Tage und Wochen hinziehen. Für uns ist es schwer zu akzeptieren, dass
wahrscheinlich jeder einen mehr oder weniger langen Todeskampf erleben muss. Aber kein
Lebensalter ist davon ausgenommen.

Vorausgesetzt, man stirbt bei vollem Bewusstsein, dann erlebt man den Tod als Leiden, nicht als
wunderschönes Erlebnis. Denn Gott hat den Tod nicht eingeführt, damit der Mensch sich auf ihn
freut und ihn etwa noch als Höhepunkt seines Lebens empfindet. Sondern der Mensch soll den
Tod als Feind ansehen und empfinden. Nur wer das tut, versteht, was es für sein künftiges
Sterben bedeutet, dass Jesus gestorben ist und den Tod durch seine Auferstehung überwunden
hat. Christus ist in das Leiden des Sterbens vorausgegangen, damit wir immer einen bei uns
haben, der mitempfinden kann. Wenn wir uns in dieser Phase des Sterbens befinden, ist er der
Einzige, der sich wirklich auskennt. Ihn können wir um Rat fragen. Darum ist es wichtig, die
Aussagen der Bibel zu kennen.

a) Über das Sterben

In seiner Bergpredigt hat Jesus Christus seine Zuhörer gefragt: "Wer ist unter euch, der seines
Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?" (Mt. 6, 27). Die
Tatsache, dass unser Leben irgendwann zu Ende geht, ist eindeutig ausgedrückt, und wir können
dieses Leben nicht verlängern. Die heutige Medizin ist indirekt eine Gabe Gottes. Ohne Gottes
Zustimmung könnten wir sie auch nicht einsetzen. Aber auch sie ist irgendwann am Ende.

Sehr drastisch beschreibt dies Dr. Nuland, wenn er sagt, die Mediziner versuchten immer, am
Ende eine Krankheit für den Tod verantwortlich zu machen. Dieser stirbt am Schlaganfall, jener
am Herzversagen, die nächsten am Nieren- oder Leberversagen. Alles wird auch statistisch
genau erfasst. Er dagegen ist der Meinung, der Tod käme so oder so, er sei einfach gegeben. Er
sieht als Mediziner bei alternden Menschen einfach diesen unaufhaltsamen Prozess, der trotz
ausgeklügelter Medizin nicht in den Griff zu kriegen ist. Gott gibt die Lebensspanne und weiß um
Zeitpunkt und Ursache unseres Todes.

Menschlich machtlos

Schon das Alte Testament drückt sich sehr nüchtern über den Tod aus: "Denn es geht dem
Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt auch er, und sie haben alle einen Odem, und
der Mensch hat nichts voraus vor dem Vieh ..." (Pred. 3, 19). Mensch und Tier unterscheiden
sich, was den körperlichen Tod angeht, in keiner Weise. "Wie einer nackt von seiner Mutter Leibe
gekommen ist, so fährt er wieder dahin, wie er gekommen ist, und trotz seiner Mühe nimmt er
nichts mit sich in seiner Hand, wenn er dahinfährt" (Pred. 5, 14). Alles, was wir hier an materiellen
Werten aufbauen, auch vielleicht an Ehre und Anerkennung, bleibt zurück.

Jemand hat einmal gesagt, die wirklichste Stunde im Leben sei die Sterbestunde. Und so ist es
auch, denn da bleibt alle Heuchelei zurück. Etwas bislang Ein-geredetes oder Eingebildetes, zum
Beispiel, der Tod sei ein Lichterlebnis, hilft dann nicht mehr, ist keine dann tragende Hoffnung.
Das ist nur ein scheinbarer Trost, solange es mir gut geht, aber wenn es mir schlecht und ans
Sterben geht, bricht diese Scheinwelt zusammen und kein Trost ist zu finden. "Der Mensch hat
keine Macht, den Wind aufzuhalten, und hat keine Macht über den Tag des Todes ..." (Pred. 8,
8). Das ist noch einmal eine Bestätigung dafür, dass wir Menschen einfach mit dem Tod
konfrontiert werden, ob uns das passt oder nicht. Wir können den Zeitpunkt nicht selbst
bestimmen. Auf Selbstmord soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Es ist jedenfalls so,
dass wir über den Tod keine letzte Macht haben, auch trotz moderner Medizin nicht.

Zunächst ist festzustellen, dass die Bibel sehr ernüchternd, offen und ehrlich über den Tod redet.
Wirksame Hilfe im Sterben erfährt nur, wer vorher die schreckliche Realität des Todes, wie sie
die Bibel beschreibt, akzeptiert und die weiteren Antworten der Heiligen Schrift aufnimmt.

b) Über die Auferstehung

Das Alte Testament ist eine fortschreitende Offenbarung. Gott gibt den Propheten Lichtblicke.
Immer mehr wird die Auferstehung aufgeblättert, bis schließlich Jesus und dann seine Apostel
sehr deutliche Worte über die Hoffnung der Auferstehung sagen. Schon der Prophet Jesaja
kündigte an: "Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen ... und die
Erde wird die Toten herausgeben" (Jes. 26, 19). Dem Propheten Daniel wurde gesagt: "Du aber,
Daniel, geh hin, bis das Ende kommt, und ruhe, bis du auferstehst zu deinem Erbteil am Ende
der Tage!" (Dan. 12, 13). Das ist eine persönliche Verheißung an Daniel, dass er einmal
auferstehen wird.

Im Neuen Testament gibt es dann Hinweise darauf, wie das Leben nach der Auferstehung
aussieht. Den Sadduzäern, die den Glauben an die Auferstehung ablehnten, erklärte Jesus: "Ihr
irrt ... denn in der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie
sind wie Engel im Himmel" (Mt. 22, 30). Jesus weiß mehr, als sich Menschen vorstellen können.
Er weiß, was nach dem Tod kommt, und er hat auch die auferstehungsgläubigen Pharisäer
mehrmals schockiert mit Sätzen wie: "Ehe Abraham wurde, bin ich" (Joh. 8, 58). Jesus kam von
der Ewigkeit Gottes her auf die Welt und wusste, wovon er sprach, von der Andersartigkeit des
Lebens im Himmel. Eine wichtige Verheißung Gottes für die Auferstehung ist diese: "Wer an den
Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das
Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm" (Joh. 3, 36). Das ist insofern wichtig,
als hier deutlich auf zwei Möglichkeiten nach dem Tod hingewiesen wird: Auf das ewige Leben
oder den Zorn Gottes, der über dem Menschen bleibt. Und dieser Zorn Gottes war ja schließlich
auch die Folge der Sünde, weswegen der Tod in die Welt kam. Und dieser Tod setzt sich dann in
der Ewigkeit fort, nicht als Existenzauflösung, sondern als Trennung von Gott.

Gottes Wohngemeinschaft

Bevor Jesus seinen Leidensweg antrat und er die letzte Zeit mit seinen Jüngern zusammen war,
ermutigte er diese: "Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines
Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn´s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich
gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich
wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin" (Joh. 14, 1 - 3). Das könnte
man, salopp gesagt, eine Wohngemeinschaft Gottes mit seinen Kindern nennen. Hier geht es um
eine ganz enge Gemeinschaft mit Gott dem Vater in der Ewigkeit. Jesus hat uns das vorbereitet.

Ähnliches wird dem Apostel Johannes offenbart: "Und ich hörte eine große Stimme von dem
Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen
wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein ..." (Offb.
21, 3). Gott selbst tröstet. In dessen Arme laufen wir nach dem Tod. Das geschieht nicht, weil wir
uns das so wünschen, sondern weil Gott das verheißen hat.

Paulus bestätigt die Tatsache, dass der Tod eine Folge der Sünde ist: "Deshalb, wie durch einen
Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu
allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. ... Wie nun durch die Sünde des
Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit
des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt ... Denn wenn
wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in
der Auferstehung gleich sein" (Röm. 5, 12. 18; 6, 5). Hier ist ganz kurz zusammengefasst, wie es
zum Tod kam und wie er überwunden wird.

Die andere Biochemie

Über den Zustand des auferstandenen Leibes besteht diese Aussage: "Wie werden die Toten
auferstehen, und mit was für einem Leib werden sie kommen?... Es gibt himmlische Körper und
irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die
irdischen .... Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in
Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird
auferstehen in Kraft" (1. Kor. 15, 35. 40. 42. 43). Jesus selbst hat das seinen Jüngern
demonstriert, als er ihnen als körperlich Auferstandener begegnete. Daran konnten die Jünger
erkennen, was es heißt, die andere "Biochemie" Gottes zu haben. Jesus war ja nicht mehr an die
Physik und Chemie gebunden, die hier auf der Erde herrscht. Trotzdem war er als Individuum
erkennbar. Sein Körper war von unverweslicher und verwandelbarer Qualität.

c) Eindeutige, sichere Aussagen

Ganz sicher ist, dass der Körper verwesen und zu Erde werden wird. "Verbirgst du dein
Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder
Staub" (Ps. 104, 29). Auch der oben zitierte Dr. Nuland hat dies erkannt: Es ist eine Kraft da, die
die Lebenszeit begrenzt und den Tod herbeiführt. Die Bibel sagt, dass Gott, der das Leben
geschaffen hat, den Odem wegnimmt. Deshalb ist es auch seine Sache, das Leben in der
Auferstehung wieder zu geben.

Beim Tod verlässt der Geist - das gott-gehauchte Leben, das Wesen der Person - den Körper.
"Denn Staub muss wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott,
der ihn gegeben hat" (Pred. 12, 7). Hier wird eindeutig gesagt, dass es eine Trennung gibt, wenn
der körperliche Tod eintritt. Der Körper hat dann ausgedient und verfällt restlos. Gott ist nicht
etwa auf Knochenreste angewiesen, um Menschen wieder auferstehen zu lassen. Der, der dem
Gericht entgehen will, kann dies auch nicht durch Einäscherung und Verstreuen der Asche
erreichen. Jeder Mensch wird nach dem Tod lebendig werden müssen. "Wundert euch darüber
nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören
werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die
aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts" (Joh. 5, 28). Grundsätzlich gibt es also
für alle eine Auferstehung und eine Bewertung von Gott.

Zwei Ausgänge

Es ist eindeutig von einer Begegnung mit Gott nach dem Tod die Rede: "Denn der Vater richtet
niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben ..." (Joh. 5, 22). Also ist die Begegnung
mit Christus unausweichlich. Keiner kann sagen, er brauche nichts mit Christus zu tun haben.
Auch solche, die an einen eigenen Gott glauben, den sie sympathisch finden, werden spätestens
nach ihrem Tod merken, dass dies eine Täuschung war. Sie werden Christus als ihrem Richter
begegnen. Paulus bestätigt das: "... an dem Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen
durch Christus Jesus richten wird, wie es mein Evangelium bezeugt" (Röm. 2, 16).

Das Gericht Gottes enthält einen doppelten Ausgang: Ewiges Leben oder Verdammnis. Das sind
endgültige Zustände. "Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das
Gericht, so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum
zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum
Heil" (Hebr. 9, 27. 28). Hier steht also eine Einschränkung. Das Heil gilt nicht allen, sondern
denen, die auf Christus warten, die ihn kennen. "So werden auch der Himmel, der jetzt ist, und
die Erde durch dasselbe Wort aufgespart für das Feuer, bewahrt für den Tag des Gerichts und
der Verdammnis der gottlosen Menschen" (2. Petr. 3, 7).

Darüber, was diese beiden Zustände kennzeichnet, bestehen ebenfalls eindeutige Aussagen. Es
gibt eine Gottesnähe (Joh. 14, 3) und eine Gottestrennung. "Die werden Strafe erleiden, das
ewige Verderben, weg vom Angesicht des Herrn und von seiner herrlichen Macht, wenn er
kommen wird, dass er verherrlicht werde bei seinen Heiligen und wunderbar erscheine bei allen
Gläubigen, an jenem Tage ..." (2. Thess. 1, 9). Hier gibt es also eine Begegnung mit Christus und
eine Trennung im Gericht. Die einen gelangen in Wohngemeinschaft mit Gott, die anderen
werden weg-, hinausgestoßen. Das entspricht dem Gleichnis von der "königlichen Hochzeit", wo
schließlich ein Gast hinausgestoßen wird. Es heißt nicht, dass er ausgelöscht sei, sondern er ist
draußen, nicht mehr in der Nähe Gottes. Das meint das Wort "Verdammnis".

Die Verdammnis ist ein schrecklicher Zustand, eindeutig. Jemand, der hier gottlos-fröhlich gelebt
hat, darf nicht erwarten, dass die ewige Trennung von Gott ähnlich fröhlich sein wird. Das drückt
die Bibel mit verschiedenen, teilweise gegensätzlichen Bildern aus, zum Beispiel mit Feuer (Mt.
13, 40) oder Zähneklappern in Kälte (Mt. 24, 51). Wenn das nicht so wäre, würde es auch nicht
von Judas heißen, es wäre besser, er wäre nie geboren (Mt. 26, 24). Verdammnis ist ei-ne
schreckliche, ewige Strafe.

Im Gegensatz dazu ist das ewige Leben ein ausschließlich positiver Zustand ohne Leid. Das Leid
wird genommen (Offb. 21, 4). Hier ist von "Bäumen des Lebens" die Rede, die zur Genesung der
Völker dienen (Offb. 22, 2), und das ewige Leben ist ein Zustand höchster Freude, ganz
unabhängig davon, womit wir den Begriff "Freude" irdisch verbinden. Der Grund unserer Freude
wird Gott sein, und diese Freude wird alles übersteigen, weil wir Gott sehen werden, wie er ist.
"Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in
mancherlei Anfechtungen ... Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr
an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher
Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit" (1. Petr. 1,
6.8.9). Man merkt, dass Petrus diese Freude vermitteln will. Er hat selbst ja auch die
Auferstehung Jesu erlebt, und für ihn gibt es keinen Zweifel an der Begegnung mit Christus in der
Ewigkeit. Seine Freude darauf ist unaussprechlich.

Erinnerung und Begegnung


Nach dem Tod gibt es auch ein Bewusstsein und eine Erinnerung an das irdische Leben (Lk. 16,
27). Aber es gibt auch biblische Hinweise, dass diese Erinnerung angesichts der Herrlichkeit
Gottes verblassen wird. (Jes. 65, 17). Die Individualität bleibt nach seinem Tod erhalten, wie an
Mose und Elia auf dem Berg der Verklärung zu sehen ist (Mt. 17, 3). Jesus erklärte den
Pharisäern: "Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen" (Lk. 22, 32) und zitierte
alte Glaubensväter, die ihre Identität im Tod behalten, weil sie bei Gott sind. Auch Jesus selbst
behielt nach seiner Auferstehung seine Identität. So wie das irdische Leben Folgen für das Leben
in der Ewigkeit hat, so wird es umgekehrt sein: Man wird sich erinnern können an das, was hier
gewesen ist, zumindest in Teilbereichen.

Es gibt auch eine neue Welt, ein neues Universum ohne Vergänglichkeit (Offb. 21, 1). Gläubige
erfahren auch ein Gericht im Sinne einer Beurteilung. Dieses ist nicht identisch mit dem
allgemeinen Gericht. Sondern Gott wird die Taten der Gläubigen beurteilen. Übrig bleiben wird,
was zur Ehre Gottes getan wurde, das andere wird vernichtet werden (1. Kor. 3, 12 - 15). Dabei
wird Gott mit uns über unsere Schuld sprechen (Röm. 14, 10b. 12). Doch eine besondere
Läuterung gibt es nicht, keinen Reinigungsort oder eine Bestrafung der Gläubigen nach dem Tod
(Joh. 5, 24).

Gläubige werden Christus ähnlich: ohne Böses (1. Joh. 3, 2). Ihre Begegnung untereinander ist
von Gottes Gemeinschaft geprägt (Offb. 7, 9; 21, 3). Doch die zentrale Begegnung jedes
Gläubigen ist die mit Gott. Diese wird Grund unserer Freude sein. Die Sexualität, die Beziehung
von Mann und Frau, wie sie das irdische Leben stark prägt, wird dort keine Rolle mehr spielen
(Mt. 22, 30).

6) Zusammenfassung

Wer diese biblischen Aussagen zusammenfassend bedenkt, kommt zu folgenden Ergebnissen:

· Der Mensch ist kein Zufallsprodukt der Evolution. Er ist ein sinnvolles und wertvolles
Geschöpf, und zwar unabhängig von der Wertschätzung anderer; er ist angelegt auf
Kommunikation mit seinem Schöpfer und den Mitgeschöpfen.

· Der Mensch bekommt durch die Offenbarung der Bibel geistig/geistliche Grundlagen für sein
Denken und Handeln von seinem Schöpfer zur Gestaltung des Lebens. Er ist seinen
Mitmenschen und anderen Mitgeschöpfen gemäß der Gebote Gottes verantwortlich. Das ist
meines Erachtens der wesentliche Grund, weswegen heute viele Menschen Christus und die
Bibel ablehnen. Sie fürchten sich vor Verantwortlichkeit, weil sie sich dagegen wehren, dann nicht
mehr autonom sein zu können.

· Der gläubige Mensch kann durch Gebet und Lesen der Bibel mit Gott kommunizieren. Das
unterscheidet uns von Tieren. Gott gibt dem Menschen damit die Möglichkeit für eine
persönliche, enge Beziehung. Dieser Umstand unterscheidet den Gott der Bibel von den vagen
Gottesvorstellungen unserer Zeit, wo auf die Aussage Wert gelegt wird, Gott sei keine Pers on.

· Die Furcht vor dem Tod wird dem Menschen durch den Glauben an Christus und seine
stellvertretende Sünde am Kreuz genommen. Das ist der große Trost, den die Bibel angesichts
des Todes gibt. Sie verharmlost den Tod nicht, sagt deutlich, dass der Tod zu Recht zu fürchten
ist, zeigt aber ebenso deutlich, wie man die Angst vor dem Tod überwinden kann - indem man
sich Christus anbefiehlt, der den Tod überwunden hat.
7) Wie ich dem Tod ins Auge sehen kann

1) Sich frühzeitig mit dem eigenen Tod beschäftigen, wie Mose es ausgesprochen hat: "Lehre
uns bedenken, dass wir sterben müssen ..." (Ps. 90, 12). Damit kann man gar nicht zu früh
anfangen, schon als Kind. Es ist schade, wenn Eltern die Kinder an dieser Stelle immer zum
Schweigen bewegen. Denn Kinder haben ihre Fragen, wenn sie etwa miterleben, wie die
Großeltern sterben. Kinder haben ein Recht, Antwort zu bekommen.

2) Den Tod als Feind und furchteinflößendes Ende des irdischen Daseins realistisch einschätzen.
Denn jeder kann es jederzeit mit ihm zu tun bekommen. "Der Tod ist eine Wirklichkeit, die nur
allzu oft aus einer Reihe zerstörerischer Ereignisse besteht. Ich habe nur selten Würde beim
Sterben erlebt. Das Bemühen um die Würde scheitert, wenn der Körper uns im Stich lässt. Nur
wenn wir offen darüber sprechen, was beim Sterben vor sich geht, können wir auch seinen
schrecklichen Aspekten begegnen. Jeder Triumph über eine Krankheit, wie glänzend der Sieg
auch ausfallen mag, ist doch nur ein Aufschub angesichts des unvermeidlichen Endes" (S.
Nuland). Wenn ich hier nicht die Hoffnung auf die Auferstehung hätte, wäre es wirklich zum
Depressiv-Werden.

3) Dem Frieden mit Gott höchste Priorität einräumen. Das bedeutet, sich Jesus hinzugeben und
seinen Sühnetod für sich persönlich glaubend anzunehmen.

4) Mit gläubigen Christen jeden Alters ab und zu über Sterben und Tod reden. Dieses immer
wieder einmal an Bibelabenden zum Thema machen! Es ist wichtig, sich hier gegenseitig Trost
aus Gottes Wort zuzusprechen.

5) Das Leben als Geschenk Gottes begreifen, über das ich keine freie Verfügungsgewalt habe.
Dabei geht es darum, das Unwichtige des Lebens vom Wichtigen zu unterscheiden und
entsprechende Prioritäten zu setzen. Hier rangieren Beziehungen vor Sachwerten. Bei den
Beziehungen kommt die Beziehung zu Gott vor den Beziehungen zu Mitmenschen, erst darauf
folgen die Sachwerte.

6) Unbereinigte Schuld erkennen und vor Gott und den Geschädigten in Ordnung bringen. Wer
hier Dinge aufschiebt, erhält bald einen unerträglichen Ballast.

7) Im weitesten Sinne gehört dazu, sein "Haus zu bestellen" (Jes. 38, 1), also seine
Erbangelegenheiten zu regeln. Man kann damit vielleicht auch eine Vertrauensperson
beauftragen. Durch rechtzeitige Regelung vermeidet man, dass man den Angehörigen neben der
Trauer noch den Organisationsstress zumutet.

8) Mit Jesus als dem Auferstandenen über den eigenen Tod reden, ihn jetzt schon um seine
Sterbebegleitung bitten.

9) Den göttlichen Trost erkennen. Biblische Verheißungen über das Leben nach dem Tod
auswendig zu lernen, wird zu wirksamer Hilfe. Es kommt die Zeit, in der jemand nicht mehr lesen
kann oder in der das Kurzzeitgedächtnis versagt.