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Grusswort

Nach der Ausbreitung in Asien ist die Vogelgrippe nun auf dem Vormarsch Richtung Westen.
Sie ist bereits in Teilen Europas aufgetreten. Als Überträger dieses Virus gelten vor allem Zugvö-
gel. Fünf Milliarden dieser Tiere pendeln alleine schon zwischen Europa und Afrika. Befallen von
dieser Krankheit werden primär alle Arten von Federvieh. Nebst Hühnern und Enten werden auch
Wachteln erwähnt. Kommt uns das nicht bekannt vor, dass Vögel vom Himmel fallen?
Als das Volk Israel in der Wüste murrte, sich gegen Gott auflehnte und nach Fleisch gierte,
liess der Herr vom Meer her Wachteln kommen und streute sie über das Lager. Und dann lesen
wir: «Als aber das Fleisch noch zwischen ihren Zähnen war und ehe es ganz aufgebraucht war,
da entbrannte der Zorn des Herrn gegen das Volk und er schlug sie mit einer sehr grossen Plage»
(4.Mo 11,33). Es wird nicht näher beschrieben, worin diese Plage bestand. War es vielleicht eine
Krankheit, eine Infektion, entstanden durch den übermässigen Verzehr von Wachteln? Drei Kapi-
tel weiter wird erwähnt: «Ich will sie mit der Pest schlagen und sie vertilgen …» (4.Mo 14,12).
Die derzeit grassierende Vogelgrippe, auch «Geflügelpest» genannt, hat schon etliche Men-
Inhalt schen befallen und endete in den meisten Fällen tödlich. Sollte ein solches Vogelgrippe-Virus
mutieren, sodass es von Mensch zu Mensch übertragbar wäre, müsste man mit einer weltwei-
ten Pandemie rechnen. Die Gefahr sei real und Experten erwarten in einem solchen Fall eine In-
Biblische Botschaft fektionsrate von bis zu 30 Prozent der Bevölkerung. Das alles macht vielen Menschen Angst. Es
erinnert an Offenbarung 9,15, wo die Rede davon ist, dass der dritte Teil der Menschen getötet
4 Weihnachten: Verheissung – Erfüllung –
Vollendung wird.
Die Geschichte mit den Wachteln in der Wüste ist nur eines von mehreren Ereignissen, das
16 Europa, Vatikan und Neue Weltordnung Tausenden von Israeliten das Leben kostete. So tat sich auch in 4. Mose 16 die Erde unter den
Rebellen und ihren Angehörigen auf, «und sie fuhren lebendig hinunter ins Totenreich» (V 33).
Im Blickfeld Und im folgenden Kapitel ist die Rede von einer Feuerplage, wodurch 14 700 Menschen umka-
9 Ohne Fundament gegen Fundamentalisten men (4.Mo 17,14). Einige Kapitel weiter heisst es: «Da sandte der Herr feurige Schlangen unter
13 Weihnachten ohne Jesus das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben» (4.Mo 21,6). Und in Kapitel 25 le-
14 Der Pilger und seine Fackel sen wir: «Da entbrannte des Herrn Zorn über Israel … Es waren aber durch die Plage getötet wor-
14 Bethlehem im jüdischen Land den vierundzwanzigtausend» (V 3.9). Das alles ist uns zum Vorbild und zur Warnung geschehen
(1.Kor 10,6-11).
15 Fällt Weihnachten aus? Die damaligen Ereignisse waren gegen Israeliten gerichtet, die von Gott abgefallen waren. Le-
sen Sie diesbezüglich auch Psalm 78,26-33. Die heutigen Katastrophen und Angst machenden
Fragen – Antworten Ereignisse reden zu einer ganzen gottlosen Menschheit. Dabei ist die Vogelgrippe nur eines von
20 Sind Weihnachtssterne heidnisch? vielen Schrecknissen, mit denen wir in letzter Zeit konfrontiert werden.
20 Zweifel Der Herr Jesus zeigt aber allen, die Gottes Kinder geworden sind, sehr bildhaft eine andere
21 Wunder nötig? Seite auf. Und das dürfen wir, die wir an Ihn glauben, als grossen Trost nehmen: Ohne den Willen
des Vaters im Himmel geht kein Vogel an dieser Seuche zugrunde, geschweige denn ein Mensch.
In Matthäus 10,29 sagt Jesus: «Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt
3 Grusswort keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.» Weltweit gibt es schätzungsweise 50 Milliarden
11 Aufgegriffen Zugvögel. Und unser Herr nimmt sich jedes einzelnen Vogels an – eine unvorstellbare Fürsorge. Je-
19 Streiflicht sus sagt dann weiter: «Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürch-
22 Dir kann nur Jesus helfen tet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge» (V 30). Welch grosses Vorrecht, einen solchen
22 Impressum Vater im Himmel zu haben, der bis ins Kleinste für uns sorgt! Was immer auch mit uns geschieht,
es ist an Ihm vorbeigegangen. Und Er ruft uns zu: «… fürchtet euch nicht»!
Das wohl wunderbarste «Fürchtet euch nicht!» in der Bibel lesen wir in der Weihnachtsge-
Bitte beachten Sie,
- dass unsere Abonnementsrechnungen für das schichte: «Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk wider-
Jahr 2006 in diesen Tagen verschickt werden. Wir fahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist
sind Ihnen dankbar, wenn Sie sie erst nach deren Christus, der Herr …» (Lk 2,10).
Empfang bezahlen. Sie erleichtern uns damit die In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachts-
Arbeit.
- dass unsere Büros zwischen Weihnachten und fest.
Neujahr geschlossen sind. In herzlicher Verbundenheit
Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und
Weihnachtszeit! Ihr Mitternachtsruf

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis


Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren
eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

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Biblische Botschaft

Weihnachten
mehr ein Wort glauben würde. Ein
triumphaler königlicher Durchbrecher
an der Spitze der Nation – welch eine
gewagte Aussage! Wie würde da wohl,
wenn der Zeitpunkt der Erfüllung ge-
kommen war, die religiöse und weltli-

Verheissung – Erfüllung – Vollendung che Macht erschrecken! Würde da der


dann herrschende König nicht alles
daransetzen, einen möglichen Rivalen
In der vor uns liegenden Weihnachtszeit gedenken von vornherein auszumerzen? Genau
das tat später König Herodes und liess
wir der Geburt des Sohnes Gottes im Stall von Beth- Ströme von Blut fliessen.
Noch gewagter wird Michas Prophe-
lehem. Dieses wunderbare Geschehen ist nicht etwas tie, indem er sogar den Geburtsort des
Friedenskönigs anzeigt: «Du, Bethlehem-
in sich Abgeschlossenes, sondern bedeutet Erfüllung Ephrata, du bist zwar gering unter den
Hauptorten von Juda; aber aus dir soll
göttlicher Verheissungen. mir hervorkommen, der Herrscher über
Israel werden soll …» (Mi 5,1).
Ob man dem Propheten Micha wohl
Burkhard Vetsch Wie nahe dieses Ereignis ist, wissen glauben durfte? Jawohl! 700 Jahre spä-
wir nicht, aber es wird stattfinden. ter traf das weltverändernde Ereignis in
Die Verheissung Auch der Prophet Micha kannte den Bethlehem ein, und zwar in aller Stille.
Zeitpunkt der Erfüllung seiner Prophetie Der verheissene Messias war in der Tat

D
er Durchbrecher wird vor ih- nicht. Wie gewagt war es doch für ihn, Durchbrecher in Potenz: Er durchbrach
nen hinaufziehen; sie werden eine so gewaltige Vision wie die eben Seine Herrlichkeit und trat als Mensch in
durchbrechen und zum Tor zitierte bekannt zu geben! War es nicht diese Welt ein. Er durchbrach Kreuz und
ein- und ausziehen; ihr König sträfliche Vermessenheit, den Menschen Grab. Keine Macht der Finsternis und des
wird vor ihnen hergehen und der Herr ein künftiges Grossereignis so detailliert Todes konnte Ihn festhalten. Und am
an ihrer Spitze» (Mi 2,13). anzukündigen? Und wenn es dann doch Ende der Zeiten, so sagt es Sein Wort,
Wir feiern Advent, den Vorboten nicht einträfe, nicht so einträfe? Micha werden dem grössten Durchbrecher aller
von Weihnachten. Heilsgeschichtlich war sich sicherlich bewusst, dass er Bande alle Feinde zu Füssen liegen.
stehen wir aber bereits im zweiten dann als Scharlatan und Volksverführer Woher hatte der Prophet Micha sein
Advent: Wir erwarten die Entrückung. gegolten hätte, dem später niemand Wissen, das dann auch mit solcher Prä-

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zision eintraf? Es konnte nur die eine was sein Herr tut; euch aber habe ich
Quelle sein, die göttlichen Ursprung Freunde genannt, weil ich euch alles
hatte: Gott anvertraute es Seinem treu- verkündet habe, was ich von meinem
en Diener durch den Heiligen Geist. So Vater gehört habe.» – Jesus möchte auch
war es auch bei den andern Propheten, mit uns vertrauten Umgang haben. Wie
die nahe oder noch ferne Ereignisse sieht es unsererseits Ihm gegenüber aus?
ankündigten. Den Korinthern schrieb der Apostel
Psalm 25,14 sagt: «Das Geheim- Paulus: «So soll man uns betrachten:
nis des Herrn ist für die, welche ihn als Diener des Christus und Haushalter
fürchten, und seinen Bund lässt er sie der Geheimnisse Gottes» (1.Kor 4,1).
erkennen.» Dies traf auch auf Abraham Bringen wir dem Durchbrecher doch
zu. «‹Abraham aber glaubte Gott, und unser von Egoismus und Fleischesart
das wurde ihm als Gerechtigkeit an- hartes Herz, damit Er es durchbrechen
gerechnet›, und er wurde ein Freund und verändern kann!
Gottes genannt» (Jak 2,23). Von Mose Das theokratische Bundesvolk Israel
wird berichtet: «Der Herr redete mit tat sich oft schwer damit, Seinem Gott in
Mose von Angesicht zu Angesicht, wie Gehorsam und Treue zu folgen. Deshalb
ein Mann mit seinem Freund redet …» sandte Er dem «Volk, das im Finstern
(2.Mo 33,11). Und Mose sprach visio- sitzt», in Seiner erbarmenden Liebe
när: «Einen Propheten wie mich wird dir immer wieder Rufer. Sie verkündigten Wer glaubt denn im Advent von heute an die sehr
der Herr, dein Gott, erwecken aus deiner als Stimme Gottes Gericht und Gnade. nahe Wiederkunft Jesu und stellt sich innerlich
Mitte, aus deinen Brüdern; auf ihn sollst Das fiel manchen schwer. Sie bekamen darauf ein? Bild: Adventskalender
du hören!» (5.Mo 18,15). König David ja auch schwer begreifliche Dinge zu
wird von Gott als «Mann nach meinem hören, wie zum Beispiel: «Denn ein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe
Herzen, der allen meinen Willen tun Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns und Sicherheit auf ewig. Und mein
wird», gelobt (Apg 13,22). gegeben; und die Herrschaft ruht auf Volk wird in Wohnorten des Friedens
Mit nur wenigen Auserwählten konn- seiner Schulter; und man nennt seinen wohnen, in sicheren Wohnungen und
te Gott einen solch vertrauten Umgang Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker an sorglosen Ruheorten» (Jes 32,16-18).
pflegen. Es waren Menschen, die Gott Gott, Ewig-Vater, Friedefürst. Die Meh- Einen überragend starken Führer, zu
im Gehorsam treu ergeben waren. rung der Herrschaft und des Friedens dem man mit Stolz aufschauen konnte,
– Das sollte man auch von uns sagen wird kein Ende haben auf dem Thron so sollte Er sein. Ja, wenn das nur bald
können! Was hindert uns denn, Ihm Davids und über seinem Königreich, wahr würde!
in Glauben und Treue nachzufolgen? dass er es gründe und festige mit Aber Jesaja verhiess auch einen
«Denn der Verkehrte ist dem Herrn ein Recht und Gerechtigkeit von nun an Knecht: «… verachtet war er und verlas-
Gräuel, aber mit den Aufrichtigen hat er bis in Ewigkeit. Der Eifer des Herrn der sen von den Menschen, ein Mann der
vertrauten Umgang», steht in Sprüche Heerscharen wird dies tun!» (Jes 9,5-6). Schmerzen und mit Leiden vertraut;
3,32. Unser Herr Jesus Christus pflegte – Aber ein Kind konnte es doch nicht wie einer, vor dem man das Angesicht
mit Seinen Jüngern auch einen freund- sein? Viel eher glaubte man Jesajas Aus- verbirgt, so verachtet war er …» (Jes
schaftlichen Umgang und anvertraute sage: «Das Recht wird sich in der Wüste 53,3). Aber nein, das konnte doch nun
ihnen Geheimnisse. In Johannes 15,15 niederlassen, und die Gerechtigkeit im wirklich nicht ihr Messias sein! Damit
sprach Er: «Ich nenne euch nicht mehr Fruchtgarten wohnen; und das Werk haben ja auch heutige Christen Probleme.
Knechte, denn der Knecht weiss nicht, der Gerechtigkeit wird Friede sein, Wer glaubt denn im Advent von heute an

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und ihn strikte abwies. Es ging dabei
Biblische Botschaft um die Anerkennung des Reichs des
Lichtes oder der Finsternis.
Seit jeher versucht Satan alle zu ver-
die sehr nahe Wiederkunft Jesu und stellt Seinen nahmen ihn nicht auf» (Joh 1,11). führen, besonders aber jene, die sich auf
sich innerlich darauf ein? Gewiss gab es Der Gottessohn, der aus Gehorsam zu die Seite Jesu stellen. Er sucht sich seine
damals Gerechte, die auf den «Trost Isra- Seinem Vater den Himmel verliess, war Opfer unter ihnen aus – und findet sie
els» warteten. Vielleicht galten sie auch bei den Seinen nicht willkommen. In leider auch. Satans Taktik, sich als Engel
als übertriebene Frömmler. Menschengestalt nahm Er sich Seines des Lichts zu präsentieren, ist erfolg-
Volkes an. Aus reinster Liebe zu den ver- reich. Darauf fallen viele leichtgläubige
Die Erfüllung lorenen Menschen kam Er als Heiland und leichtfertige Menschen herein und
und Erretter «in Sein Eigentum», zu Sei- werden in Sünden verstrickt, sodass er
«Als aber die Zeit erfüllt war, sandte nen Judengenossen – und wurde abge- sie mühelos abholen kann. Noch tobt
Gott seinen Sohn, geboren von einer wiesen! Welch ein unsäglicher Schmerz der Kampf zwischen dem Reich des
Frau und unter das Gesetz getan» (Gal muss das für den Herrn Jesus gewesen Lichtes und der Finsternis. – Auch Sie
4,4). – «Denn die Gnade Gottes ist er- sein! So musste Er klagen: «Jerusalem, müssen sich in Ihrem Herzen immer
schienen, die heilbringend ist für alle Jerusalem, die du die Propheten tötest wieder entscheiden, welcher Stimme
Menschen» (Tit 2,11). Damit wurde und steinigst, die zu dir gesandt sind! Sie Gehör schenken wollen!
der Himmel durchbrochen! (vgl. Lk Wie oft habe ich deine Kinder sammeln Durch die Geburt Jesu zu Bethlehem
2,13-14). Aus der Himmelswelt kam wollen, wie eine Henne ihre Küken vollzog sich in der Welt ein völliger
die Kunde: «Fürchtet euch nicht! Denn unter die Flügel sammelt, aber ihr habt Kurswechsel. Nicht nur mit der Zeit-
siehe, ich verkündige euch grosse Freu- nicht gewollt!» (Mt 23,37). rechnung und -zählung musste neu be-
de, die dem ganzen Volk widerfahren Der verheissene «Zweig … aus dem gonnen werden. Jesus löste auch eine
soll. Denn euch ist heute in der Stadt Stumpf Isais» (Jes 11,1), das fleischge- geistliche Revolution aus. Die verkehrte
Davids ein Retter geboren, welcher ist wordene Wort, war jetzt da! «Das Wort Denkart der jüdischen Menschen, die im
Christus, der Herr» (Lk 2,10-11). Die wurde Fleisch und wohnte unter uns; Gesetz erstarrt und verkalkt war, bekam
jubelnden Engel brachten den Hirten die und wir sahen seine Herrlichkeit, eine durch Jesu Lehre eine neue Dimension
Freudenbotschaft: «Herrlichkeit ist bei Herrlichkeit als des Eingeborenen vom in Richtung Himmelreich, von wo Er ja
Gott in der Höhe und Friede auf Erden, Vater, voller Gnade und Wahrheit» (Joh kam. Die neue Denkart Jesu brüskierte
und unter den Menschen Gottes Wohl- 1,14). Diese Herrlichkeit wurde nicht die überhebliche und selbstgerechte
gefallen!» Weihnachten veränderte die erkannt und Jesus nicht als Messias geistliche Obrigkeit. Zwar waren die
Welt. Wem könnte dieses wunderbare akzeptiert, weil Er schlicht und einfach Juden durch Johannes den Täufer auf
Geschehen zu Bethlehem gleichgültig und nicht wie ein weltlicher Herrscher den Mann, den er als «Lamm Gottes»
sein? Es bewegt Kinderherzen, es inspi- auftrat. So fand Er als Messias und Got- bezeichnete, vorbereitet worden. Denn
riert Künstler zu phantasievollen Dar- tessohn nicht die Ihm gebührende Aner- Johannes bezeugte, Jesus sei viel grösser
stellungen und Beschreibungen. Dichter, kennung und Ehre. Welch eine Tragik für als er, und er sei nicht würdig, Ihm die
Maler, Bildhauer und Musiker nahmen Israel! Er diente Seinem Volk, erbarmte Schuhriemen zu lösen. Lammesart sollte
sich dieser Thematik an und überboten sich der Kranken, half so manchen aus der Messias besitzen? Dieser Gedanke
sich in naiven, aber der Not. Er gab war den Juden völlig fremd.
auch künstlerisch den Hungernden Dann trat unser Herr Jesus Christus
wertvollen Wer- Jesus möchte auch mit Brot in Fülle, ret- als gereifter Mann unter Sein Volk. Gott
ken. Und in allen
Sprachen erklingt
uns vertrauten Umgang tete Menschen aus
dem Meeressturm,
selbst beglaubigte Ihn vom Himmel
herab mit den Worten: «Dies ist mein
das Gloria von haben. Wie sieht es gab Blinden das geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen
Lukas 2,14: «Herr-
lichkeit ist bei Gott
unsererseits Ihm gegen- Augenlicht und
Gehörlosen das
habe!» (Mt 3,17).
Die Juden hätten es wissen und er-
in der Höhe und über aus? Gehör. In Sünden fahren können, aber trotzdem fragten
Friede auf Erden, versklavten Men- sie Jesus nach Seiner Identität und Voll-
und unter den schen schenkte macht. Sie bekamen jedoch nicht das zu
Menschen Gottes Wohlgefallen!» Er die Freiheit, Besessene wurden frei hören, was sie von Ihm so gerne hören
Welch eine Gabe schenkte uns Gott und sogar Tote weckte Er wieder zum wollten. Stattdessen erklärte Er, dass Er
durch die Geburt Seines Sohnes! Die Leben auf! Er verkündigte ihnen das in Seines Vaters Namen wirke: «Ich habe
himmlische Welt wurde dadurch drama- Reich Gottes. Viele aus dem Judenvolk es euch gesagt, dass ihr mich gesehen
tisch ärmer, aber die Menschheit unsag- erkannten Ihn als Messias und huldigten habt und doch nicht glaubt. Alles, was
bar reich. Das müsste allenthalben und Ihm. – Aber dann geschah das Unbe- mir der Vater gibt, wird zu mir kommen;
bis heute unbeschreiblichen Jubel und greifliche: Sein Volk verachtete Ihn und und wer zu mir kommt, den werde ich
Freude auslösen. Alle Menschenherzen forderte für Ihn den Verbrechertod. Das nicht hinausstossen. Denn ich bin aus
müssten Ihm doch in Liebe und Vereh- bewirkte der altböse Feind, der Fürst dem Himmel herabgekommen, nicht
rung zufliegen! Ein grösseres Geschenk dieser Welt, der Satan und Gegenspieler damit ich meinen Willen tue, sondern
als den Heiland und Erlöser Jesus gibt Gottes. Er war wütend, weil Jesus in der den Willen dessen, der mich gesandt
es nicht! Wüste nicht auf seine sehr verlockenden hat» (Joh 6,36-38). Das hörten sie nicht
Aber es folgte die tragische Feststel- Angebote einging, ihm nicht Reverenz gerne. Ihnen wäre lieber gewesen, wenn
lung: «Er kam in sein Eigentum, und die erwies, sondern sich ihm widersetzte Jesus sich ihrer Autorität gebeugt und

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sich ihnen angeschlossen hätte. Somit
erwuchs eine erbitterte Feindschaft ge-
genüber dem himmlischen König Jesus
Christus. Und dieser Konflikt endete
damit, dass sie es mit Satans Hilfe fertig
brachten, Den ans Kreuz zu liefern und
zu beseitigen, der ihr Heiland und Erlö-
ser sein wollte.
Jesu Geburt, Sein unschuldiges Leiden
und Sterben, Seine Auferstehung aus
dem Grab und triumphale Himmelfahrt
revolutionierte die Welt und spaltete sie
in zwei Lager. Denn Jesus gegenüber
kann man sich nicht neutral verhalten.
Es gibt nur ein demütiges und dank-
bares Annehmen
Seines Wortes und
Seiner selbst – oder Es darf nicht bei der be-
widerspenstige Ab-
lehnung. Beides
schaulichen Weihnachts-
hat Konsequen- stimmung bleiben. Die die Weihnachts- ewige Zukunft hängt davon ab! In die-
zen, entweder die
himmlische Freude
Verlorenheit der Men- botschaft ist, es
blieb nicht dabei.
ser Sache toleriert Gott keine Neutrali-
tät und keinen «goldenen» Mittelweg.
oder ewige qualvol- schen erfordert mehr: Weihnachten Entweder wir nehmen Jesu Sühnetat zu
le Verlorenheit.
Aber welch eine
Das Kreuz ist das Herz- konnte nicht genü-
gen. Die abgrund-
unserem Heil an, oder wir verzichten
darauf und gehen dem ewigen Verder-
Glückseligkeit er- stück des Evangeliums! tiefe Verlorenheit ben in der Hölle entgegen. Darum ist
fahren diejenigen, der Menschen die Reichssache unseres grossen Königs
die den Herrn erforderte mehr. so ernst und duldet keinen Kompromiss
Jesus Christus als ihren Retter und Deshalb kann es bei aller beschauli- mit der Sünde. Denn zu hoch war der
Erlöser annehmen! «Allen aber, die ihn chen und lieblichen Weihnachtsstim- Preis, den Jesus für uns bezahlte. 1. Ti-
aufnahmen, denen gab er das Anrecht, mung nicht sein Bewenden haben. Alle motheus 2,4 sagt: Gott «will, dass alle
Kinder Gottes zu werden, denen, die Sünden aller Menschen erforderten ein Menschen gerettet werden und zur Er-
an seinen Namen glauben» (Joh 1,12). grösseres Opfer als alle Tieropfer im kenntnis der Wahrheit kommen.» Darum
Jesus macht glücklich und eröffnet Alten Testament, wo Ströme von Blut lassen Sie uns das Licht der Wahrheit
Seinen Nachfolgern eine paradiesische zur Sühnung der Sünden flossen. Schon erwählen und allem Betrug der Sünde
Zukunft, die himmlische Herrlichkeit. der Prophet Jesaja kündigte es an: «Er entschieden absagen!
Er will aber die volle Herrschaft über wurde um unserer Übertretungen willen Israel lehnte den rechtmässigen Kö-
unser Leben und fordert von Seinen durchbohrt, wegen unserer Missetaten nig ab. Aufgrund dieser Verwerfung des
Nachfolgern Selbstverleugnung und Lei- zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, da- Gottessohnes wurde dieses Volk zeitlich
densbereitschaft. Jesus sprach zu Seinen mit wir Frieden hätten, und durch seine begrenzt hintangesetzt. Das Heil wurde
Jüngern: «Will mir jemand nachfolgen, Wunden sind wir geheilt worden. Wir nun den Nationen gebracht. Israel tut
der verleugne sich selbst und nehme alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder uns herzlich Leid, denn es hatte infolge
sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wandte sich auf seinen Weg; aber der der Verwerfung seines Königs zwei Jahr-
wer sein Leben erhalten will, der wird’s Herr warf unser aller Schuld auf ihn» tausende in Blindheit und Verachtung
verlieren; wer aber sein Leben verliert (Jes 53,5-6). So musste der Herr Jesus unter den Nationen zu leiden – und
um meinetwillen, der wird’s finden» Christus als «Lamm Gottes» Seinen leidet weiter. Inzwischen aber wird die
(Mt 16,24-25). Leib und Sein Blut zur Tilgung unserer Reichssache des himmlischen Königs
Dem Gottessohn blieb das aller- Schuld opfern, denn Hebräer 9,22 sagt: weiter proklamiert, bis die Letzten
schwerste Leiden nicht erspart. Das «… ohne Blutvergiessen geschieht keine aus den Heiden in Sein Reich einge-
bedeutete, sich «zur Sünde machen zu Vergebung.» Jesus ist vor Gott das einzig hen werden. Darum gilt auch uns die
lassen» (vgl. 2.Kor 5,21) und alle Sünden gültige Opferlamm, Sein Blut genügt. Aufforderung Jesu: «Wenn jemand mir
aller Menschen aller Zeiten auf sich zu Darum müssen wir uns konkret ent- dienen will, so folge er mir nach; und wo
nehmen, um uns vom Lohn sowie von scheiden: Lassen wir es bei einer stim- ich bin, da soll auch mein Diener sein;
der Macht der Sünde und des Todes zu mungsvollen Weihnacht bewenden, oder und wenn jemand mir dient, so wird
befreien. Jesu Weg auf Erden war ein lassen wir uns zum Kreuz von Golgatha ihn mein Vater ehren» (Joh 12,26). Jesu
einziger Leidensweg von der Krippe führen und Jesu Versöhnung in Seinem Aussage aber ist unverbrüchlich: «… das
bis ans Kreuz, wo Er siegreich sprach: Blut zu unserer Erlösung annehmen? Das Heil kommt aus den Juden» (Joh 4,22).
«Es ist vollbracht!» (Joh 19,30). Krippe Angebot lautet: «Wenn wir aber im Licht Der Heilbringer wird auch Seinem Bun-
und Krone, Weihnachten und Golgatha wandeln, wie er im Licht ist, so haben desvolk noch das Heil bringen, nämlich
gehören zusammen. wir Gemeinschaft miteinander, und das dann, wenn sie Ihn sehen und erkennen
Bedenken wir: Das Kreuz ist das Herz- Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt werden, welchen sie durchstochen ha-
stück des Evangeliums! So wunderbar uns von aller Sünde» (1.Joh 1,7). Unsere ben, wie das Sacharja 12,10 verheisst:

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Gehorsam und Demut dem Ziel entge-
Biblische Botschaft genleben! Den Kindern Gottes verheisst
Jesus: «Im Haus meines Vaters sind viele
Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich
«Aber über das Haus David und über die auf die Vollendung. Dann erst wird es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch
Einwohner von Jerusalem will ich den wiederhergestellt sein, was durch Satan eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich
Geist der Gnade und des Gebets ausgies- und Sünde verdorben wurde. Im neuen hingehe und euch eine Stätte bereite,
sen, und sie werden auf mich sehen, den Paradies, von dessen Pracht und Herrlich- so komme ich wieder und werde euch
sie durchstochen haben, ja, sie werden keit wir noch keine Vorstellung haben, zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo
um ihn klagen, wie man klagt um den werden wir himmlische «Weihnachtsge- ich bin» (Joh 14,2-3). Da darf doch Ihr
eingeborenen Sohn, und sie werden schenke» bekommen. Wir werden vom Platz nicht leer sein!
bitterlich über ihn Leid tragen, wie man Baum des Lebens zu essen bekommen. Schon jetzt geschehen in der unsicht-
bitterlich Leid trägt über den Erstgebo- So sagt es Offenbarung 2,7: «… dem will baren Welt gewaltige Machtkämpfe, die
renen.» Das wird Israels Erlösung und ich zu essen geben von dem Baum des wir kaum erahnen. Aber in Bälde wird
Wiederannahme sein! Lebens, der in der Mitte des Paradieses auf der Weltbühne, dem Reich Satans,
Gottes ist.» Diese Früchte werden kei- ein globaler Kampf stattfinden. Der alt-
Die Vollendung nen bitteren Nachgeschmack haben. Ihr böse Feind will seine Herrschaft nicht
Genuss wird jedes irdische Weihnachts- kampflos abgeben. Wundern wir uns
«Stimmen des Jubels und des Heils Festessen übertreffen und der Jubel jede nicht, wenn die Menschen in Angst
ertönen in den Zelten der Gerechten: heutige Weihnachtsfreude übertönen. und Verunsicherung geraten und sich
Die Rechte des Herrn hat den Sieg Jesaja kündigte es mit folgenden Worten fragen: «Was kommt morgen auf uns
errungen! Die Rechte des Herrn ist an: «Die Erlösten des Herrn werden zu- zu?» Die sich heute ereignenden und
erhöht, die Rechte des Herrn hat den rückkehren und nach Zion kommen mit erschreckenden Katastrophen sind erst
Sieg errungen!» (Ps 118,15-16). – «Nun Jauchzen. Ewige Freude wird über ihrem das Vorspiel. Denn die Welt wird nicht
ist gekommen das Heil und die Macht Haupt sein; Wonne und Freude werden besser, aber das Bessere kommt danach,
und das Reich unseres Gottes und die sie erlangen, aber Kummer und Seufzen nach dem Gericht.
Herrschaft seines Gesalbten (Christus)! werden entfliehen» (Jes 35,10). Der im Himmel erhöhte Herr Jesus
Denn hinabgestürzt wurde der Verkläger Die herrliche Vollendung wird mit erwählte sich den treuen Apostel Johan-
unserer Brüder, der sie vor unserem Gott Jesu Wiederkunft zur Aufrichtung nes und liess ihn auf der Insel Patmos
verklagte Tag und Nacht» (Offb 12,10). Seines ewigen Reichs eingeleitet. Die Blicke in die Ewigkeit und in den Ablauf
Das Ziel Gottes ist: globale Liebe, Brautgemeinde Jesu erwartet heute im der Vollendung tun: «… zu zeigen, was
Wahrheit und Gerechtigkeit unter Seiner Glauben die Entrückung und bereitet rasch geschehen soll.» – «Ich bin das A
Herrschaft. Weder Weihnachten noch die sich darauf vor, ihrem Heiland und Erlö- und das O, der Anfang und das Ende,
Himmelfahrt Jesu kann Endziel bleiben. ser zu begegnen. Oder fürchten Sie sich spricht der Herr, der ist und der war
So gross die Weihnachtsfreude heute vielleicht davor? Dann nutzen Sie die und der kommt, der Allmächtige» (Offb
auch sein mag, die Kinder Gottes erwar- Advents- und Weihnachtszeit, Ihr Leben 1,1.8). Nach dem letzten Posaunenschall
ten im Glauben Grösseres, weil Jesus es ganz neu dem Herrn zu weihen! Wird jauchzen Stimmen im Himmel: «Die Kö-
verheissen hat. «Wir erwarten aber nach das ein Jubel sein, wenn wir dann die nigreiche der Welt sind unserem Herrn
seiner Verheissung neue Himmel und Erfüllung der Verheissung Gottes sehen und seinem Gesalbten (Christus) zuteil
eine neue Erde, in denen werden! Das ist der Lohn des Glaubens: geworden, und er wird herrschen von
Gerechtigkeit «… das Endziel eures Glaubens … die Ewigkeit zu Ewigkeit!» (Offb.11,15).
wohnt» (2.Petr Errettung der Seelen!» (1.Petr 1,9). Da Jesus bringt dann dem Vater den Lohn
3,13). Schon die zerplatzen alle menschlichen Wunsch- Seiner Schmerzen: die Ernte aller Seli-
Propheten sahen träume und Selbsterlösungsversuche gen, die sich retten liessen. Da dürfen
weit über un- wie eine Seifenblase. Gott führt Seinen Sie doch nicht fehlen! Sie wollen doch
sere Zeit Plan aus und übergibt Seinem Sohn die dereinst auch mit allen Geretteten, die
hinaus Herrschaft, um alles zur Vollendung zu zur Braut des Lammes gehören, mitju-
führen. Wenn wir beten «Dein Reich beln: «Hallelujah! Denn der Herr, Gott,
komme!» (Mt 6,10), wollen wir in der Allmächtige, hat die Königsherr-
schaft angetreten!
Lasst uns fröhlich
Ein grösseres Weih- sein und jubeln
nachtsgeschenk als und ihm die Ehre
geben! Denn die
den Heiland und Erlöser Hochzeit des
Jesus gibt es nicht! Lammes ist ge-
kommen, und sei-
ne Frau hat sich
bereit gemacht» (Offb 19,6-7). Freuen
Sie sich auf das kommende Christfest
– und freuen Sie sich noch viel mehr,
beim Hochzeitsfest des Lammes dabei
sein zu dürfen! 

8 MNR > Dezember 2005


Im Blickfeld

Ohne Fundament gegen gefährlich ist als der islamische. Unser


gefährlichster Feind kommt nicht von

Fundamentalisten
aussen, sondern von innen, aus der Mit-
te unserer eigenen Kultur. Er stellt einen
exklusiven Wahrheitsanspruch auf. Mit
Berufung auf das Johannes-Evangelium
Die Bibel warnt deutlich davor, dass in der letzten Zeit vor der Wiederkunft (14,6) spricht er denen, die anders glau-
Jesu die Verführung gerade aus den Reihen kommen wird, die sich christlich ben als wir, das Heil und die Wahrheit
ab. Er erklärt seine eigene Politik für
nennen und dass wir unsererseits dagegen für den Glauben kämpfen sollen «gottgewollt». Gegen eine gottgewollte
(Jud 3). Nachstehender Artikel ist ein Beleg dafür. christliche Politik können wir so wenig
argumentieren wie gegen den heiligen

D
er schleichende Fundamenta- und Kerzenschein. Mit Tannenduft und Krieg des Islam.
lismus in den Landeskirchen. Johann Sebastian Bach wird uns eine (…) Wer in der Ökumene mitmacht,
«Religiöse Rechthaberei findet Idylle vorgegaukelt, von der das kirchli- kann kein Fundamentalist sein, denn
sich nicht nur im Islam oder bei Chris- che Personal sehr wohl weiss, dass sie er bezeugt durch seine Mitgliedschaft
ten in den USA. Es gibt sie zunehmend nicht der Wahrheit entspricht. Wenn im Kirchenbund, dass er auch andere
auch in den Schweizer Landeskirchen», dann die Menschen merken, dass sie Formen des Christentums als die seini-
schreibt Walter J. Hollenweger. falsch informiert worden sind, reagieren ge anerkennt. Das ist der Hauptgrund,
(…) In der Schweiz und in Deutsch- sie mit Ärger. warum die römisch-katholische Kirche
land muss fast jeder Pfarrer drei alte Ich weiss das, weil ich Kurse gebe nicht Mitglied des Ökumenischen Ra-
Sprachen lernen und sechs Jahre lang für Menschen, die der Kirche fern oder tes der Kirchen sein kann. Nach ihrem
Theologie an einer anerkannten Univer- kritisch gegenüberstehen. Ich tue das, Selbstverständnis sind die nicht römi-
sität studieren. Da lernt er zum Beispiel, damit sie erkennen, auf welche Schätze schen Kirchen höchstens Kümmerfor-
dass Jesus nicht in Bethlehem, nicht in sie verzichten, wenn sie wegen der Kir- men der allein wahren Kirche.
einem Stall und nicht von einer Jungfrau che die christliche Tradition aufgeben. Die wissenschaftliche Theologie, die
geboren wurde. Die vom Zürcher Kir- Und das wollen sie eigentlich gar nicht. jeder Pfarrer (katholisch und evange-
chenrat herausgegebene Bibel erwähnt Aber sie wollen nicht «ständig angelo- lisch) studieren muss, hat gezeigt, dass
eine alte biblische Handschrift, die Jesus gen» werden, wie ein Teilnehmer klagte. es unterschiedliche (aber nicht beliebi-
als den unehelichen Sohn des Joseph Sie sind dankbar, wenn man ihnen hilft, ge) Interpretationen des Jesus von Naza-
bezeichnet (Anmerkung zu Matthäus die Bibel mit Verstand und kritisch zu reth gibt, von den vier Evangelien bis zu
1,16). Er oder sie lernt, dass Adam und lesen, wenn sie zu unterscheiden lernen Paulus und der Offenbarung des Johan-
Eva, Kain und Abel, Abraham und Isaak, zwischen historischen Berichten und nes. Wenn aber diese Unterschiede auf
Hiob und Noah keine historischen Per- theologischen Legenden. eine einzige Ideologie reduziert werden,
sonen sind, sondern historisierte Iden- Ob Jesus als Jungfrauensohn in Beth- verschwindet die biblische Ökumene.
tifikationsfiguren, die archetypische lehem geboren wurde oder nicht – das Dies führt zu einem gefährlichen und
Erfahrungen spiegeln. ist nicht nur irrelevantes Theologen- rechthaberischen Fundamentalismus,
Aber in den Gemeinden der Kirchen gezänk. Hinter dieser Auseinanderset- wie wir ihn in den USA beobachten kön-
klingt es ganz anders. Die Bethlehem- zung versteckt sich ein schleichender nen. Noch ist es bei uns nicht so weit.
Idylle wird behauptet mit Krippenspiel Fundamentalismus, der nicht weniger Aber die jüngste Geschichte zeigt: Wenn

MNR > Dezember 2005 9


durch ungelehrte Laien diese Bücher
Im Blickfeld schreiben, damit sie jedermann lesen
und verstehen könne.»2 In Apostelge-
schichte 4,13 heisst es: «Als sie aber die
religiöse Schwätzer in den Kirchen die rem warf er ihnen vor: «… wehe euch, Freimütigkeit von Petrus und Johannes
Oberhand gewinnen über besonnene ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr sahen und erfuhren, dass sie ungelehr-
und informierte Ausleger der bibli- Heuchler, dass ihr das Reich der Him- te Leute und Laien seien, verwunderten
schen Texte, dann ist es für den Staat mel vor den Menschen zuschliesst! Ihr sie sich; und sie erkannten, dass sie mit
fast unmöglich, Gegensteuer zu geben. selbst geht nicht hinein, und die hinein Jesus gewesen waren.»
Gegen fanatisierte Religion kommt man wollen, die lasst ihr nicht hinein» (Mt Doch Gott sei Dank gibt es auch heute
mit Argumenten nur schwer an. Darum 23,13). noch Ausnahmen wie damals den Apos-
muss die Gesellschaft ein Interesse da- Ihr grösster Fehler war, dass sie die tel Paulus. Ich meine damit die Theo-
ran haben, dass keine rechthaberischen Heilige Schrift lehrten, ohne ihr selbst logen, die an Jesus glauben, wie es die
Fundamentalisten – weder islamische zu glauben. Darum lehnten sie Jesus Heilige Schrift sagt. Diese haben heute
noch christliche – unsere Kanzeln be- ab! Doch das weitaus Schlimmere war, wahrlich einen schweren Stand und
herrschen. (…)1 dass Jesus sie ablehnte. Als es zu einem brauchen viel Gebetsunterstützung.
Ist es nicht interessant, dass gerade
die Gemeinden – oft auch Freikirchen
– das stärkste Wachstum aufweisen, die
von so genannten «Laien» geleitet wer-
den, die aber bibeltreu sind? Warum sind
es zumeist Freikirchen (und nicht die
grossen Staatskirchen) die immer neuen
Zulauf haben. Tim LaHaye schreibt in
einem seiner neusten Bücher: «Unab-
hängig von der Denomination weiss
ich von keiner liberalen Gemeinde,
die ein explosives Wachstum hätte. In
Wirklichkeit liegen die protestantischen
Hauptströmungen, die in den 30er und
40ern des vergangenen Jahrhunderts
weitgehend ‹Bibelkritik› akzeptierten,
heute im Sterben. Sie haben keine Bot-
schaft für die schuldbeladenen Opfer
unserer verweltlichten Gesellschaft und
für ihre sinnentleerten Herzen. Daher
suchen viele Menschen entweder nach
biblisch fundierten Gemeinden, die bib-
«Und Jesus verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott» lische Antworten auf die Frage des Le-
bens geben, oder sie geraten in die Arme
Dieser Artikel strotzt nur so von Höhepunkt in der Auseinandersetzung von Sekten. Suchende Menschen halten
vermeintlich eigenem, theologischen mit den «Studierten» Seiner Zeit kam, schwerlich Ausschau nach liberalen Ge-
Wissen und ist sicher auch deshalb ging Jesus hin und erwählte sich an ihrer meinden, die launisch und wechselhaft
in einem ziemlich hochmütigen Stil Stelle zwölf einfache Jünger: «Sie aber mit der Bibel umgehen. Irgendwie weiss
verfasst. Schade ist, dass dieser Artikel wurden mit Unverstand erfüllt und be- sogar der einfache Mann auf der Strasse,
so einfach und ungeprüft von einer Ta- sprachen sich miteinander, was sie Jesus dass Gemeindeleiter, die der Bibel keine
geszeitung übernommen und dadurch antun könnten. Es geschah aber in jenen Autorität zumessen, nichts anzubieten
vielen Menschen zugänglich wurde, Tagen, dass er hinausging auf den Berg, haben.»3
die ohne zu prüfen unvoreingenommen um zu beten; und er verharrte die Nacht Es ist doch traurig, wenn man drei
auf das eingehen, was ein Professor der hindurch im Gebet zu Gott. Und als es alte Sprachen und sechs Jahre lang
Theologie da schreibt. Sie dachten Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich Theologie an einer «anerkannten Uni-
beim Lesen vielleicht: «Der muss es ja und erwählte aus ihnen zwölf, die er versität» studieren muss, nur um zu
schliesslich wissen.» auch Apostel nannte» (Lk 6,11-13). lernen, dass
Als Jesus auf der Erde war, gab es Es verwundert einen nicht, dass Jesus • Jesus nicht in Bethlehem, nicht in ei-
solche studierten Leute auch schon. keinen einzigen dieser Studierten zu Sei- nem Stall und nicht von einer Jungfrau
Man nannte sie Pharisäer und Schrift- nen Aposteln berief. Ausser später der geboren worden sein soll;
gelehrte. Sie waren die Theologen und Apostel Paulus, waren es alles einfache • biblische Persönlichkeiten wie
Professoren ihrer Zeit, und das einfache Leute; Fischer, Angestellte und Zöllner. Adam, Eva, Kain und Abel, Abraham,
Volk schaute zu ihnen auf. Nur einer Schon der Kirchenlehrer Chrysostomos Isaak, Hiob und Noah keine histori-
nicht: Jesus. Im Gegenteil, Er brand- (347 bis 407 n.Chr.) lehrte: «Das Le- schen Personen gewesen sein sollen.
markte ihr angebliches Wissen, nannte sen der Heiligen Schrift ist Umgang Von wem sind diese Universitäten
sie Heuchler, verurteilte ihre Kritik und mit Gott. Deshalb liess Gottes Gnade anerkannt, die so etwas lehren? Sicher
distanzierte sich von ihnen. Unter ande- durch Zöllner, Fischer, Teppichmacher, nicht von Dem, der die Bibel inspiriert

10 MNR > Dezember 2005


hat. Wer sich dafür entscheidet, solchen sie ist ein Buch wie jedes andere, ein
«Theologen» zu glauben, dem steht das Buch, dem ich nicht vertrauen kann. Aufgegriffen
frei. Ich aber schenke meinen Glauben Würde eine Aussage der Bibel nicht
lieber einem biblischen Theologen, der stimmen, würde ich auch alles übrige
von einem Feind des Christentums zu in Zweifel ziehen können. Hierbei ist «Die Welt steckt tief in Finsternissen,
dessen grösstem Verfechter geworden es doch seltsam, dass unzählige andere uns täuschen nicht die Kerzen. Du Herr
ist. Dieser schreibt: «Alle Schrift ist Theologen noch keinen Widerspruch kannst heilen was zerrissen, beginn in un-
von Gott eingegeben und nützlich in der Bibel entdeckt haben. Liberale seren Herzen.»
zur Belehrung, zur Überführung, zur Theologen mögen biblische Persönlich-
Zurechtweisung, zur Erziehung in keiten infrage stellen, Jesus und Seine
der Gerechtigkeit, damit der Mensch Apostel taten es nicht. Jesus bestätigte «Das Volk, das in der Finsternis wan-
Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem sogar die Glaubwürdigkeit eines Jonas delt, sieht ein grosses Licht, über den Be-
guten Werk völlig ausgerüstet» (2.Tim im Bauche des Fisches. Diejenigen, wohnern des Landes der Todesschatten
3,16-17). welche die Welt am positivsten und geht eine Leuchte auf» (Jes 9,1).
Was Jesu Geburt in Bethlehem an- nachhaltigsten geprägt haben, glaubten
geht, bezeugt uns die Bibel, dass sogar ausnahmslos an die ganze Heilige Schrift
die Priester und Schriftgelehrten der da- als das Wort Gottes. Sie bestätigten auch, Aktive Sterbehilfe soll in den Nieder-
maligen Zeit wussten, dass der Messias dass Adam und Eva, Abraham, Hiob und landen künftig auch bei Babys möglich
dort geboren werden musste. Diesbezüg- Noah historische Personen waren. Und sein. Laut «Groninger Protokoll» soll die
lich lesen wir: «Und er (Herodes) rief alle ebenso, dass Jesus in einem Stall zu erweiterte Sterbehilfe bei schwerstbehin-
obersten Priester und Schriftgelehrten Bethlehem von einer Jungfrau geboren derten Neugeborenen künftig dann mög-
des Volkes zusammen und erfragte von worden ist. lich sein, wenn beide Elternteile zustimmen
ihnen, wo der Christus geboren werden Natürlich dürfen wir die Bibel mit und «die Schädigung so stark ist, dass es
sollte. Sie aber sagten ihm: In Bethlehem Verstand lesen, aber nicht mit dem Ver- keine medizinische Möglichkeit gibt, dem
in Judäa; denn so steht es geschrieben stand eines Menschen, der Jesus Chris-
Kind zu helfen». Das Papier wird auch vom
durch den Propheten: ‹Und du, Beth- tus ausklammert; gerade davor werden
lehem im Land Juda, bist wir sehr gewarnt: «Habt
christdemokratischen Justizminister Piet
keineswegs die geringste Acht, dass euch niemand Hein Donner unterstützt.
unter den Fürstenstädten beraubt durch die Philo-
Judas; denn aus dir wird sophie und leeren Betrug, Im letzten Sommer hat die Nationa-
ein Herrscher hervorge- gemäss der Überlieferung le Ethikkommission der Schweiz verlauten
hen, der mein Volk Israel der Menschen, gemäss
lassen, dass sie Beihilfe zur Selbsttötung
weiden soll›» (Mt 2,4-6). den Grundsätzen der
unter gesetzlich klar definierten Bedin-
Sie zitierten eine Stelle, Welt und nicht Christus
die der Prophet Micha gemäss» (Kol 2,8). Der gungen als rechtlich und ethisch vertret-
im 8. Jahrhundert vor vorher erwähnte Kir- bar hält.
Christus von Gott einge- chenlehrer Chrysostomos
geben bekam (Mi 5,1). schrieb dazu: «Auch die Die Medizinerin Irene Lammers (Kob-
Ausserdem heisst es dort Augen sind schön und lenz) sagte: «Die Abtreibung ist leider auch
vom Kind von Bethlehem Chrysostomos (347-407 n.Chr.) nützlich, aber wenn
unter Christen zu einem ungeliebten Thema
weiter, dass «dessen Her- sie ohne Licht sehen
vorgehen von Anfang, von den Tagen wollen, so hilft ihnen ihre Schönheit
geworden. Lieber beschäftigt man sich mit
der Ewigkeit her gewesen ist». Welch und die eigene Kraft nicht, sondern der Schuld der Grossväter im so genann-
eine Blasphemie also, wenn eine alte schadet ihnen sogar. So ist es auch mit ten Dritten Reich. Sie sind jedoch weniger
biblische Handschrift, wie Hollenweger der menschlichen Vernunft. Wenn sie schuldig gewesen als wir heute. Denn sie
schreibt, in einer Anmerkung zu Mat- ohne den göttlichen Geist sehen will, lebten in einer Diktatur, wir aber könnten
thäus 1,16 Jesus als «den unehelichen steht sie sich sogar selbst im Wege. in unserer Demokratie ohne Schwierigkei-
Sohn des Joseph» bezeichnet. Der Satan führt die unverständigen ten gegen den Kindermord im Mutterleib
Mit solcher Infragestellung wird bibli- Untersuchungen und die schädlichen vorgehen.»
scher Fundamentalismus von Theologen Wortstreitigkeiten herbei, weil er die
angegriffen, die das Fundament aufgege- Leute müssig findet, ohne Sorge für
ben haben oder nie besassen. die Besserung ihres Lebens. Wie viele Esel werden in der arabischen Welt zu
Welcher Theologe besitzt die letzte Propheten haben begehrt zu sehen, was Bibeltransporteuren. Christen schicken die
Autorität, die biblischen Berichte als wir sehen, und haben es nicht gesehen, Esel mit Bibeln bepackt zu einem Was-
nicht historisch zu bezeichnen? Wer gibt und siehe, wir treiben unser Spiel mit serloch, an dem sie von anderen Christen
uns die letzte und zuverlässige Gewiss- solchen Dingen.» erwartet werden. So seien Hunderte von
heit darüber, was wahr und nicht wahr Der Autor des obigen Artikels behaup- Christen mit Bibeln versorgt worden.
sein soll? In einem Sprichwort heisst es: tet dreist: «Ob Jesus als Jungfrauensohn
«Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, in Bethlehem geboren wurde oder nicht
und wenn er auch die Wahrheit spricht.» – das ist nicht nur irrelevantes Theolo- Die israelische Regierung hat auf die
Das trifft auch auf die Bibel zu: Entwe- gengezänk. Hinter dieser Auseinander- weltweite Empörung gegen die Verletzung
der ist sie in allen Aussagen die absolute setzung versteckt sich ein schleichender der Religionsfreiheit in ihrem Land rea-
Wahrheit und höchste Autorität, oder Fundamentalismus, der nicht weniger

MNR > Dezember 2005 11


giert. Seit einigen Tagen schützt die Polizei Im Blickfeld
eine messianische Gemeinde in der südis-
raelischen Wüstenstadt Arad, die seit mehr
als 18 Monaten von ultraorthodoxen Juden gefährlich ist als der islamische.» Hier einzigen Herrscher,
mit Billigung der örtlichen Behörden schi- wird also der Glaube an die biblische und unseren Herrn
kaniert wird. Wahrheit dem islamischen Fundamen- Jesus Christus ver-
talismus gleichgesetzt. Wie plump, um leugnen» (Jud 4).
nicht zu sagen dumm ein solcher Ver- «… als sie euch
Anschläge auf protestantische Chris- gleich ist, zeigt die Tatsache, dass sich sagten: In der letzten
ten in der Türkei haben sich vermehrt. noch nie ein an Jesus gläubiger Mensch Zeit werden Spötter
Innerhalb des letzten halben Jahres sei- als Selbstmordattentäter in einen mit auftreten, die nach
en in mindestens fünf Städten Protestan- Kindern und Müttern vollbesetzten Bus ihren eigenen gottlo-
ten bedroht und ihre Versammlungsräume gesetzt und diesen in die Luft gesprengt sen Lüsten wandeln.
angegriffen worden. Von den rund 69 Mil- hat. Im Gegenteil, Jesus fordert uns auf, Das sind die, welche
lionen Einwohnern der Türkei sind 99 Pro- alle Menschen und Rassen zu lieben, Trennungen verur-
sogar unsere Feinde. Für den Glauben sachen, natürliche
zent Muslims und weniger als 1 Prozent
sollen wir zwar kämpfen, aber nicht mit Menschen, die den
Christen.
fleischlichen Mitteln wie der Islam im Geist nicht haben»
Heiligen Krieg, nicht mit Terror und Ge- (Jud 18-19).
Die Bibel bleibt das am meisten über- walt, sondern in der Kraft des Heiligen «Es gab aber
setzte Buch der Welt. Derzeit liegen Über- Geistes und mit dem Schwert des Wor- auch falsche
setzungen der Heiligen Schrift oder Teile tes Gottes. Der Apostel Paulus schreibt: Propheten unter
«Denn obgleich wir im Fleisch wandeln, dem Volk, wie
davon in 2377 Sprachen vor.
so kämpfen wir doch nicht nach Art des auch unter euch
Fleisches; denn die Waffen unseres falsche Lehrer
Der Fernsehunterhalter Harald Schmidt Kampfes sind nicht fleischlich, sondern sein werden,
hält eine Auferstehung aus den Toten und mächtig durch Gott zur Zerstörung von die heimlich Gott liess durch ungelehrte
ein Weiterleben im Jenseits für möglich. Festungen, sodass wir Vernunftschlüsse verderbliche Laien die biblischen Bücher
zerstören und jede Höhe, die sich gegen Sekten ein- schreiben, damit sie jeder-
Eine konkrete Vorstellung davon hätte er
die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden führen, indem mann verstehen kann
allerdings nicht. Es würde sich erst am En- Gedanken gefangen nehmen zum Gehor- sie sogar den
de seines Lebens zeigen, ob einer wirklich sam gegen Christus» (2.Kor 10,3-5). Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen;
Atheist sei. Diese Erfahrung habe er ge- Die Jungfrauengeburt Jesu in Beth- und sie werden ein schnelles Verderben
macht, als er während seines Zivildienstes lehem ist sehr wohl relevant, denn über sich selbst bringen. Und viele wer-
in einer Pfarrei beschäftigt war. «Da wur- ohne diese könnten wir gar nicht erlöst den ihren verderblichen Wegen nachfol-
de der Pfarrer von so genannten Atheisten werden. Wäre Jesus nicht von einer gen, und um ihretwillen wird der Weg
schreiend ins Krankenhaus geholt, wenn Jungfrau (gezeugt durch den Heiligen der Wahrheit verlästert werden» (2.Petr
der Tumor im Endstadium war.» Geist) geboren, sondern durch einen 2,1-2).
Mann gezeugt worden, dann wäre er «Der Geist aber sagt ausdrücklich,
in Sünde gezeugt worden und hätte die dass in späteren Zeiten etliche vom
Der Probst des Kirchenkreises Ham- uns vererbte Ursünde Adams und Evas Glauben abfallen und sich irreführen-
burg-Altona, Horst Gorski, meint: Die Kir- nicht austilgen können. So aber hat Jesus den Geistern und Lehren der Dämonen
che sollte nicht «an einem vermeintlich sowohl die Sünde (Einzahl) Adams und zuwenden werden durch die Heuchelei
sakrisankten Text festhalten». Es solle viel- Evas, als auch die Sünden (Mehrzahl), von Lügenrednern, die in ihrem eigenen
mehr ein Text geschaffen werden, «der für die wir täglich begehen, am Kreuz ge- Gewissen gebrandmarkt sind» (1.Tim
den Menschen unserer Zeit geeignet ist». tragen und weggenommen (vgl. Röm 4,1-2).
Im Blick auf den Kreuzestod Jesu Christi 5,12-17). Wir aber feiern auch dieses Jahr
Die Bibel warnt uns gerade vor sol- Weihnachten und danken Gott für die
meint der Probst, die alten Formeln von der
chen Verdrehern der biblischen Wahr- unaussprechliche Gabe Seines Sohnes
«Erlösung durch sein Blut» trügen «so vie- heit, die in der Endzeit vermehrt auf- und dafür, dass der König aller Könige
le Elemente untergegangener Weltbilder an treten und immer dreister werden. Sie von einer Jungfrau geboren in einem
sich, dass sie heute kaum noch verwend- selbst merken dabei nicht einmal, dass Stall zu Bethlehem zur Welt kam.
bar sind». sie es sind, die durch ihre Entstellung der Mit Titus 2,11 wünschen wir Ihnen
Wahrheit dazu beitragen, dass sich das ein gesegnetes Weihnachtsfest: «Denn
Wort Gottes erfüllt. Dazu vier Passagen die Gnade Gottes ist erschienen, die
Der Lutherische Weltbund hat sich für
aus der Bibel: heilbringend ist für alle Menschen.»
eine Zweistaatenlösung im «Heiligen Land» «Es haben sich nämlich etliche N.L. 
ausgesprochen. Es müsse zu einem unab- Menschen unbemerkt eingeschlichen,
hängigen, lebensfähigen palästinensischen die schon längst zu diesem Gericht 1
Walter J. Hollenweger, NZZ am Sonntag, 28.8.05
Staat kommen, der in Frieden neben einem aufgeschrieben worden sind, Gottlose, 2
Evangeliums-Mission, Nr. 204/05
sicheren israelischen Staat leben könne. welche die Gnade unseres Gottes in 3
Tim LaHaye, Die Entrückung, Christl.
Zügellosigkeit verkehren und Gott, den Verlagsgesellschaft Dillenburg, 2005

12 MNR > Dezember 2005


X-mas
Weihnachten ohne Jesus
Weihnachten ohne Christus ist wie ein Geburtstag ohne Geburtstagskind.
Das Wesentliche fehlt – eigentlich undenkbar, und doch wird es immer mehr
spielte sich nicht in Palästen, nicht in
Kirchen oder Herbergen ab, nein, nur
auf freiem Feld und in einem Stall.
Zwischen Haufen von Mist, wie das
eben so ist.
Kein Platz für Jesus Christus in den
praktiziert: Weihnachten ja, Christus nein. Kirchen, in den Medien, in der Gesell-
schaft. Vielleicht ist das der Grund,

W
eihnachtliches Modewort: einem der mächtigsten Verfechter einer dass viele Menschen sich von der
X-mas. Was bedeutet ei- von Religion gereinigten Öffentlichkeit. Kirche abwenden und Jesus Christus,
gentlich «X-mas»? Dieses So sollen sich beispielsweise Kinder und den Schöpfer und Erlöser, in Freien Ge-
Kurzwort für «Christmas» – Weihnach- Lehrer an staatlichen Schulen nicht ein meinden (Ställen) suchen – und finden.
ten – macht nicht nur in der Englisch «Frohes Christfest» wünschen dürfen, Die Gelehrten schütteln darüber nase-
sprechenden Welt die Runde, sondern sondern «Frohes Fest».1 rümpfend ihre Köpfe und verwundern
gilt auch im deutschsprachigen Raum in Für Einkäufe aller Art (Schmuck für sich. Sollen sie. Jesus Christus ist anders.
der Werbung und unter jungen Leuten Weihnachtsbaum, Geschenke usw.) Er ist woanders.
als modern. nimmt man sich Zeit, aber für den Schon für Herodes war der neuge-
Für das «X» gibt es unterschiedliche eigentlichen Inhalt von Weihnach- borene König der Juden eine Gefahr.
Deutungen: Die einen sehen darin einen ten, Jesus Christus, wird auch heute Aber wir haben Weihnachten endlich
Versuch von Atheisten und Befürwor- allermeist kein Raum gefunden. Dazu entschärft, ungefährlich gemacht: Nie-
tern einer allzu strengen Trennung von schreibt Leonhard Fritze (aus einem mand muss sich Weihnachten an Jesus
Staat und Religion, den Namen Christus uns zugesandten Artikel): Christus erinnert fühlen – dafür sorgen
im öffentlichen Raum aus Weihnachten pflichtbewusst Theolo-
zu verbannen. Andere führen das «X» Kein Platz. Auf den gen und Medien.
auf den griechischen Buchstaben Chi zu- Titelseiten der Zeitun- Wir haben Jesus
rück, mit dem im Neuen Testament der gen (Weihnachten Christus aus unserem
Name «Christus» beginnt. Unbestritten 2004) seitenfüllende, Vokabular gestrichen,
bleibt, dass «Christmas» klarer auf den farbige und wunderbar verleugnen Ihn. Ihn,
Ursprung von Weihnachten hindeutet religiöse Weihnachts- den wahren Friede-
als «X-mas». geschichten, viele fürsten. Wir sind Jesus
davon von Theologen Christus – den Sohn
Frohes Fest statt Frohe Weihnacht? verfasst. Was auffällt: Gottes – endlich losge-
In den USA, wo die Trennung von Niemand mehr bringt worden, auf überaus re-
Staat und Religion zu Weihnachten oft den Namen des Erlö- ligiöse Art und Weise.
seltsame Blüten treibt – Weihnachts- sers über die Lippen Wir sollten uns deshalb
krippen auf öffentlichen Plätzen sind – Jesus Christus. Nir- nicht wundern, wenn
verboten; Rudolf, das rotnasige Ren- gends ist sein Name Für Weihnachtseinkäufe aller Art nimmt es mit unserem Land,
tier, ist hingegen erlaubt –, wehren zu lesen. man sich Zeit, aber für den eigentlichen mit Europa – ja mit der
sich Christen gegen die Verbannung Kein Platz für die- Inhalt von Weihnachten, Jesus Christus, ganzen Welt steil berg-
von «Christmas» aus dem politisch sen Namen. Damals wird heute allermeist kein Raum gefunden ab geht. Kein Frieden
korrekten Sprachschatz. Viele tragen nicht in der Herberge ohne Friedefürst!
Abzeichen mit der Aufschrift «Merry – Jesus wurde schliesslich superimpro- Es wird sehr dunkel werden in dem
Christmas! Believe it. Say it.» (Frohes visiert in einem Stall (zu einem Stall Gott-losen Europa.
Christfest! Glaub daran. Sag es!). Die umfunktionierte Höhle) geboren – und
Aktion des «Alliance Defense Fund» heute wieder nicht. In Epheser 2,14 lesen wir in Bezug
zum Schutz der Bürgerrechte (Scotts- Kein Platz für Jesus Christus in der auf Jesus Christus: «Er ist unser Friede.»
dale, Bundesstaat Arizona) wird unter Kirche, in den Medien, in der Gesell- Wer Ihm keinen Raum macht und Ihn
anderem vom evangelikalen Moody schaft. aus seinem Leben ausschliesst, wird
Bible Institut in Chicago unterstützt. Die Hirten vom Feld hörten die Bot- ohne echten Herzensfrieden bleiben!
Sie richtet sich gegen die «American schaft der Engel, glaubten, kamen und N.L. 
Civil Liberties Union» (Amerikanischer sahen den Messias, ebenso kamen die
Bund für Bürgerfreiheit) in New York, Sternkundigen aus dem Osten. Aber es 1 IdeaSpektrum Nr. 52/53/04

MNR > Dezember 2005 13


Im Blickfeld

Weihnachten als
missionarische
Chance
Statt sich über Weihnachten zu strei-

Der Pilger und seine


ten, zum Beispiel ob das Datum der Ge-
burt Jesu richtig angesetzt ist, ob das
Weihnachtsfest heidnischen Ursprungs
ist usw., sollten wir besser die grosse
missionarische Möglichkeit nutzen, die
uns die Advents- und Weihnachtstage
Fackel
E
in Pilger gelangte nach einer Trotz ausblies. Verzweifelt sank der Pilger
bieten, Seinen Namen zu bezeugen. Da-
weiten und entbehrungsreichen zu Boden und beklagte sein einsames Un-
bei sollten wir nach der Weisheit trach- Reise zu einem berühmten Al- glück. Da erinnerte er sich plötzlich der
ten, wie wir sie beim grossen Heiden- tarlicht, an dessen Flamme er seine Bettlerin an der Stadtmauer, sprang auf
apostel Paulus in Athen finden, indem Fackel entzündete. Sorgsam die Fackel und eilte zurück. Er fand sie im Schutze
er nicht schroff den Götzenkult abwies, haltend, machte er sich alsbald wieder einer Mauer am Feuer sitzend. Als er
auf den Heimweg. Nach vielen Fragen sich aufgewärmt und seine Fackel wie-
obwohl dieser ihn schmerzte, und den und nahe seiner Heimat begegnete er der entzündet hatte, verneigte er sich vor
Athenern eine Standpauke hielt, son- einer Bettlerin, die ihn um Feuer von ihr und sprach: «Hättest du mich nicht
dern an die Gebräuche anknüpfte und seiner Fackel bat. Unwillig strebte der um dieses Feuer gebeten, ich hätte es auf
das Evangelium Jesu klar und deutlich Pilger weiter, wollte er doch das heilige immer verloren.»
Licht sicher und rein zu sich nach Hause Diese uns von jemandem eingesandte
verkündigte (Apg 17). bringen. Doch er konnte sich dem be- Geschichte erinnert uns im übertragenen
Selten sind die Menschen so offen, harrlichen Flehen der frierenden Frau Sinn an Worte der Bibel wie: «Wirf dein
etwas über den wahren Sinn des Weih- nicht erwehren und reichte ihr endlich Brot hin auf die Wasserfläche – denn
nachtsfestes zu erfahren, als gerade zur einen brennenden Kienspan von seinem du wirst es nach vielen Tagen wieder
heiligen Feuer. finden!» (Pred 11,1). Und: «Glückselig
Advents- und Weihnachtszeit. Hier bie-
Als er auf seinem Weg weiterging, kam sind die Barmherzigen, denn sie werden
tet sich uns eine gute Gelegenheit, fun- er in einen mächtigen Schneesturm, der Barmherzigkeit erlangen» (Mt 5,7).
dierte christliche Weihnachtsliteratur, die Flamme all seinen Bemühungen zum N.L. 
Kassetten und CDs und vor allem die
Bibel zu schenken. Dadurch können wir
den Menschen den tiefen Grund der Ge-
burt Jesu, Sein Sterben am Kreuz, Sei-
ne Auferstehung und Seine Wiederkunft Bethlehem im jüdischen
nahe bringen. Wir sollten jede sich bie-
tende Gelegenheit noch viel besser und
intensiver nutzen, und gerade auch zur
Land
Advents- und Weihnachtszeit den Na- Es gab immer schon Streit ums jüdische Land, solange es jüdisch war.
men Jesu bekennen. Praktisch alle Weltreiche stritten darum, und dieser Kampf hat bis heute
Die Hirten auf den Feldern zu Beth- nicht aufgehört. Warum? Eben gerade und nur deshalb, weil es jüdisch ist.
lehem gehen uns hier als gutes Beispiel Denn aus diesem jüdischen Land stammt dem Fleische nach der Welterlöser
voran: «Nachdem sie es (das Kind in der und dorthin wird Er zurückkommen.
Krippe) aber gesehen hatten, machten

D
sie überall das Wort bekannt, das ihnen a lesen wir doch ganz am An- schreibt die Bibel nicht im «römischen»,
fang im Neuen Testament von sondern im «jüdischen» Land. Bethle-
über dieses Kind gesagt worden war. der Weihnachtsgeschichte: «Als hem war also Teil eines existierenden
Und alle, die es hörten, verwunderten nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Gebietes. Schon damals.
sich über das, was ihnen von den Hirten jüdischen Lande …» (Mt 2,1). Auch zur Heute wollen uns gewisse Kreise gar
gesagt wurde» (Lk 2,17-18). N.L.  damaligen Zeit war Judäa besetzt. Dies- unterjubeln, Jesus sei ein Palästinenser
mal gerade von den Römern. Trotzdem gewesen. Auch heute, an eben dieser

14 MNR > Dezember 2005


Weihnacht, sagt die Bibel aber immer
noch «im jüdischen Lande». Gewisse
Kreise wollen uns ferner tatsächlich
weismachen, es hätte nie Juden im
Gebiet des heutigen Israels gegeben.
Schon im so genannten Dritten Reich
wurde die Menschheit erfolgreich mit
gewaltigen Lügen konfrontiert. Das ist
heute – ganz offensichtlich – wieder
der Fall. Wir dürfen uns also ernsthaft
fragen, ob wir uns wieder am Vorabend
eines weiteren – vierten(?) – Reiches
befinden. VERFASSER UNBEKANNT 

Fällt
Weihnachten
aus? Bethlehem
Ein Kind aus der Zeit des Zweiten
Weltkriegs schreibt viele Jahre später von unser Vater in einem russischen Gefan- Ein Engel des Herrn kündigte damals
seinen Erinnerungen, wie es die Advents- genenlager erkrankt und am 15. Oktober den Hirten das erste Kommen Jesu mit
verstorben ist. den Worten an: «Fürchtet euch nicht!
und Weihnachtszeit 1945 erlebt hat. Obwohl das ganze Ausmass der Denn siehe, ich verkündige euch grosse
Schreckensnachricht nicht in unsere Freude, die dem ganzen Volk widerfah-

M
it vier Jahren erlebte ich erst- Kinderherzen eindringen kann, spüren ren soll. Denn euch ist heute in der Stadt
mals die Vorweihnachtszeit wir, dass etwas zerbricht, zusammen- Davids ein Retter geboren, welcher ist
ganz bewusst mit all ihrem stürzt und abreisst. Wir drücken uns an Christus, der Herr» (Lk 2,10-11).
Zauber und Geheimnis. Wir Kinder die Mutter. Traurigkeit erfüllt den Raum. Und das Wiederkommen des Herrn
konnten in jener Zeit – 1945 – wahrlich Die Tränen mischen sich. Lange finden Jesus kündigten zwei Engel bei Seiner
keine grossartigen Geschenke erwarten sich keine Worte. Es ist totenstill. Himmelfahrt den verdutzten Jüngern
und mit üppigen Festlichkeiten rechnen. Mitten hinein in die stumme Ver- mit den Worten an: «Dieser Jesus, der
Es waren vielmehr die kleinen Dinge, zweiflung dringt meine kindlich be- von euch weg in den Himmel aufgenom-
die uns mit Vorfreude erfüllten. sorgte Frage: «Mutti, fällt Weihnachten men worden ist, wird in derselben Weise
Für unsere Mutter war diese wunder- jetzt aus?» Meine Mutter stutzt, gibt sich wiederkommen, wie ihr ihn habt in den
bare Zeit der Lichter und Geheimnisse einen Ruck, nimmt mich in den Arm und Himmel auffahren sehen!» (Apg 1,11).
von dunklen Schatten und tiefem Ban- sagt: «Nein, jetzt feiern wir erst recht N.L. 
gen überdeckt. Noch immer hatte sie Weihnachten!» Und dann beginnt meine
keine Nachricht von unserem Vater, der Mutter, ihre Traurigkeit und ihr Leid da- Axel Kühner
1

in russischer Gefangenschaft war. mit zu bewältigen, dass sie uns Kindern


Es wird Heiligabend. Die Spannung die Weihnachtstage gestaltet.
in den Kinderherzen erreicht ihren Hö- Die Weihnachtsbotschaft von der
hepunkt. Aufgeregt rennen wir durch Freude fällt nicht aus, weil es in un- Alle Jahre wieder feiern
die Wohnung. Es klingelt, der Postbote serer Welt so viel Leid und Tränen, wir am 24. Dezember
bringt einige Briefe. Mutter setzt sich Angst und Sorgen gibt, sondern gerade
an den Tisch und beginnt zu lesen. Wir deswegen und dann «erst recht» werden die Geburt eines jüdi-
springen lachend und tobend davon. Geburt und Kommen Christi verständ- schen Kindes, während
Als wir wieder in die Küche kommen, lich. Weihnachten fällt hinein in die
bleiben wir erschrocken stehen und ganze Dunkelheit irdischen Lebens.
täglich Seine Verwand-
verstummen. Mutter sitzt über einen Das Kommen Gottes in die Welt hat ja ten diskriminiert, boy-
Brief gebeugt, der in ihren Händen mit unserer Not und Trauer, unserem kottiert und verleumdet
zittert, und weint. Die Tränen laufen Leben und Sterben zu tun. So müssen
den Brief hinab, tropfen auf die Erde. wir «erst recht» Weihnachten feiern, das werden.
Nur mühsam gelingt die Erklärung. Ein Kommen Christi besingen, den Retter Frohe Festtage!
Kriegskamerad hat uns mitgeteilt, dass anbeten und den Heiland finden.1

MNR > Dezember 2005 15


Biblische Botschaft

Europa, Vatikan
und Neue
Weltordnung
Wie bereits in Teil 1 angetönt, wird es in abseh-
barer Zeit nicht nur die Vereinigten Staaten von
Amerika geben, sondern auch die Vereinigten Staaten
von Europa. Zugleich zeichnet sich in Gestalt der Verein-
ten Nationen (UNO) bereits eine Weltregierung ab – mit
Weltparlament, Weltgerichtshof, Weltbank, Weltarmee und
Weltpolizei. Auf dieses Ziel hin wirkt auch die römisch-ka-
tholische Kirche kräftig mit. TEIL 2 (SCHLUSS)

Dr. theol. Lothar Gassmann Am 30. Oktober 2004 jedenfalls,


einen Tag nach der Unterzeichnung,
Das wiedererstehende Römische wurde der Papst mit folgenden Wor-
ten zitiert: «Die Unterzeichnung ist
Reich und die römisch-katholische ein Ereignis, das auf gewisse Weise
Kirche den Prozess der Erweiterung (der EU;

A
m 29. Oktober 2004 wurde die L.G.) abschliesst. Europa wurde um
Verfassung der Europäischen jene Staaten erweitert, die immer an
Union von Staats- und Regie- der Herausbildung der spirituellen und
rungschefs aus 25 Ländern institutionellen Fundamente des alten
auf dem Kapitol in Rom unterzeichnet. Kontinentes mitgearbeitet haben, die
Radio Vatikan kommentierte: «Den aber gleichzeitig in den vergangenen
Text der Verfassung, der völlig ohne Jahrzehnten an den Rand dieses Kon-
die Worte ‹Gott› oder ‹Christentum› tinentes gedrängt waren. Der Heilige
auskommt, unterzeichnen alle – Ironie Stuhl und ich persönlich haben diesen
der Geschichte – unter einer grossen, Erweiterungsprozess unterstützt, damit
historischen Papststatue.»1 Europa mit seinen zwei Lungenflügeln
War dies wirklich nur eine Ironie atmen kann: dem Geist des Westens
der Geschichte? Warum hat man denn und dem Geist des Ostens … Obwohl
gerade diesen symbolträchtigen Ort ge- in der EU-Verfassung ein ausdrück-
wählt? Hat der Vatikan vielleicht doch licher Verweis auf die christlichen
mehr mit der Vereinigung Europas zu Wurzeln fehlt, die doch die Kultur aller
tun, als viele denken? heutigen EU-Nationen bestimmt, bin

16 MNR > Dezember 2005


ich zuversichtlich, dass die Werte des handeln, sondern eher um ein Symbol Jungfrau mit ihrer ganzen Person in die
Evangeliums weiterhin die Bemühun- für Israel oder die Gemeinde. himmlische Herrlichkeit aufgenommen
gen jener Menschen inspirieren, die Dennoch hat diese Erscheinung bzw. ... Ich bitte die in den Himmel aufge-
für das Antlitz Europas verantwortlich ihre katholische Auslegung die Gestal- nommene Jungfrau Maria um ihren
zeichnen. Und ich hoffe, dass Europa tung der Europafahne stark beeinflusst. Beistand für die jungen Teilnehmer des
dieses spirituelle Erbe als Basis seiner Nach katholischer Vorstellung ist Maria Weltjugendtages ... In und mit Gott ist
Einheit bewahrt.»2 die Herrin Europas. Wir erinnern uns, sie jedem von uns nahe, kennt unsere
Immer wieder hat Johannes Paul II. dass auch Otto von Habsburg, ein über- Herzen, kann unsere Gebete hören,
(Karol Wojtyla) seinen Willen zur euro- zeugter Katholik, jahrzehntelang sowohl kann uns mit ihrer mütterlichen Freund-
päischen und weltweiten Vereinigung der Paneuropa-Union als auch dem «Or- lichkeit helfen und ist uns gegeben, wie
unüberhörbar bekundet, so zum Beispiel den vom Goldenen Vlies» vorstand, der der Herr sagte, als eine Mutter, zu der
bei dem interreligiösen Friedensgebets- Maria geweiht ist (s.Teil 1)). wir uns in jedem Augenblick wenden
treffen in Assisi im Oktober 1986 oder Papst Pius XII. hatte bereits am 24. können. Sie hört uns immer zu, ist uns
bei seiner Ansprache an die südwest- Dezember 1941 den Appell ausge- immer nahe und besitzt als Mutter des
deutschen Bischöfe vom 21. Dezember geben, «ein neues Europa und eine Sohnes Anteil an der Macht des Sohnes
1992. Dabei sagte er: «Ich begrüsse neue Welt aufzubauen». Immer wieder und seiner Gottheit.»8
eure Initiative, sich der umfassenden haben «Marienerscheinungen» – in
Herausforderung des europäischen Ei- Wirklichkeit «spiritistische Phantome» Brautgemeinde gegen
nigungsprozesses, gemeinsam mit den (E. M. Slade) – über ihre Medien dazu
Katholiken in allen Ländern Europas, zu aufgerufen, Europa und die Welt zu ver-
Babylonkirche
stellen. Dabei bin ich sicher, dass ihr einigen und diese «dem Herzen Marias Die Vereinigung der Menschheit
wie bisher die Aufgaben in dem noch zu weihen».7 geht heute mit Riesenschritten voran.
umfassenderen Einigungsprozess auf Obwohl manche denken, Papst Die Frage stellt sich: Nähern wir uns
dem Weg zur einen Welt nicht aus den Benedikt XVI. sei «reformatorischer» der Weltherrschaft des Antichristen in
Augen verlieren werdet.»3 als seine Vorgänger, darf man sich doch Verbindung mit der Hure Babylon?
Ebenso äusserte sich Wojtylas Nach- über seine tiefreichende katholische Prä- Denn zur Person des Antichristen
folger im Papstamt, Benedikt XVI., gung und unbiblische Marienverehrung gehört Babylon, das mit 1. Mose 11
bereits im Jahre 1995 (noch als Joseph
Kardinal Ratzinger): «Der Gedanke der
Nation muss durch den europäischen
Gedanken ergänzt und erweitert wer-
den, der wiederum in die weltweite Ver-
antwortung aller Kulturen füreinander
in der einen Welt einzufügen ist.»4
Auch die Europafahne gibt einen
Hinweis auf den Einfluss der römisch-
katholischen Kirche auf das vereinte
Europa. Sie besteht aus einem Kreis
aus zwölf goldenen fünfzackigen Sternen
auf blauem Grund. In der Internet-En-
zyklopädie Wikipedia wird festgestellt:
«Entwicklungsgeschichtlich geht die
Europaflagge auf die Flagge der Paneu-
ropäischen Bewegung zurück. Bei dieser
entstammen die zwölf Sterne (plus Son-
nenscheibe und Kreuz) der Bibel: ‹Und
es erschien ein grosses Zeichen am Him-
mel: Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, Die «sieben Hügel» in Offenbarung 17,9 deuten durchaus auf Rom hin
und der Mond unter ihren Füssen und
auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf keine Illusionen machen. So versprach (Turmbau zu Babel) zusammenhängt.
Sternen› (Offenbarung 12,1).»5 er zum Beispiel den Teilnehmern des Babylon ist das System, das mit dem
Ohne wirklichen Anhaltspunkt im Weltjugendtages in Köln im August Antichristen kooperiert. Die Hure
Bibeltext, wird diese Erscheinung von 2005 unter bestimmten Voraussetzun- Babylon ist die vom lebendigen Gott
der römisch-katholischen Kirche immer gen einen Ablass (!) ihrer zeitlichen abgefallene, religiöse Welt, die dem
wieder auf Maria, die «Mutter Gottes», Sündenstrafen im Fegefeuer. Und so Antichristen huldigt. Die Stadt Babylon
gedeutet. Dabei wird etwa übersehen, hielt er wenige Tage vor diesem Kölner ist die wirtschaftliche und soziale Welt,
dass im Zusammenhang (V 2) von «Ge- Grossereignis in seiner Sommerresidenz in welcher der Handel und der Verkehr
burtswehen» die Rede ist, die Maria, Castel Gandolfo eine Ansprache anläss- gemäss Offenbarung 18 stattfinden. Der
wenn sie – was die katholische Kirche lich der «Himmelfahrt Marias», in der Name «Babylon» könnte damit zusam-
lehrt – wirklich «sündlos empfangen er ausführte: «Wie Christus mit seinem menhängen, dass das Ereignis von Babel
worden» wäre, nicht haben dürfte.6 verherrlichten Leib von den Toten auf- (Sprachenverwirrung) wieder aufgeho-
Es kann sich also – auch vom bibli- erstanden und in den Himmel aufgefah- ben wird, indem man die Einheit der
schen Kontext her – kaum um Maria ren ist, so wurde die ihm voll zugesellte Welt auf allen Gebieten erstrebt: durch

MNR > Dezember 2005 17


gung hindurch zur himmlischen Herr-
Biblische Botschaft lichkeit (Mt 10,9-10; Apg 14,22; 2.Tim
3,12). Die Hure ist auf Geld und Macht
aus (Offb 17,4.18; 18,7.9-19); sie ist
das politische Welteinheitsreich, durch Entstehen einer Welteinheitsreligion. äusserlich prachtvoll, aber innerlich tot
das wirtschaftliche Einheitssystem und Das hat sich etwa bei den so genannten (vgl. Offb 3,1).
durch die Einheitsreligion, die eben «Friedensgebetstreffen» der Religionen • Die Gemeinde passt sich dem Zeit-
die antichristliche Anbetungsreligion in Assisi/Italien und an anderen Orten geist nicht an, sondern ist Salz und
sein wird. auf Initiative des Papstes auf schockie- Licht der Welt (Mt 5,13ff.; Röm 12,1;
Nun stellt sich mit Macht die Frage: rende Weise gezeigt. 1.Joh 2,15-17). Die Hure stellt sich
Bestehen Zusammenhänge zwischen der Dennoch ist die Identifikation der der Welt gleich und vertauscht Gottes
Hure Babylon und Rom? Hure Babylon (Offb 17,1ff.) mit der Geist mit dem Zeitgeist (Offb 17,2;
Die «sieben Hügel» in Offenbarung römisch-katholischen Kirche meines Er- 18,3).
17,9 deuten durchaus auf Rom hin. Ge- achtens zu eng. Ich stimme René Pache • Die Gemeinde hält Jesus Christus
rade in der damaligen Zeit, in der die zu, der schreibt: «Die Hure stellt nicht als dem einzigen Herrn und Erlöser
Johannesoffenbarung entstanden ist, hat lediglich eine bestimmte Gruppe von die Treue und lehnt jede Religionsver-
jeder sicherlich sofort an Rom gedacht, Abgefallenen dar, sondern alle falsche mischung ab (Joh 14,6; Apg 4,12). Die
wenn er von den sieben Hügeln hörte. Religion auf Erden. Es hat viele falsche Hure betreibt «Hurerei», das heisst: sie
Es waren ja zum Grossteil sehr proble- Christen bei den Katholiken gegeben, setzt heidnische Götzen mit dem Gott
matische Kaiser, die im 1. Jahrhundert aber ebenso bei den Protestanten,
nach Christus herrschten, sodass die den Orthodoxen und anderswo.
Anspielung auf Rom nicht verwunder- Geistlichen Ehebruch begehen
lich war. alle, die ihr Herz zwischen Gott
Ferner finden sich verschiedene und der Welt teilen, die bei einem
Kennzeichen, welche auf die römisch- strengen Dogma die Bekehrung
katholische Kirche zutreffen, in deren ablehnen, die vom Glauben an
Lokalisierung und Struktur sich auf die Bibel abweichen, indem sie
eine gewisse Weise das Römische Reich die Gottheit Jesu Christi und die
fortsetzt. «Katholisch» bedeutet wörtlich Sühnekraft Seines Blutes leugnen,
«allumfassend». Schon durch diese alle, welche Andersgläubige ver-
Selbstbezeichnung wird in der Deutung folgen ... Die grosse Hure ist die
Roms der Anspruch auf Weltherrschaft abgefallene Kirche, die Jesu Eigen- Heute geht die falsche Einheit in allen Sektoren mit Riesen-
oder zumindest globale Einflussnah- tum zu sein gelobte und nun mit schritten voran
me offen ausgesprochen. Es besteht der Welt Ehebruch treibt.»9
wirklich ein universaler Anspruch des Das tut eben nicht nur Rom, sondern der Bibel gleich und vermischt die Reli-
Papsttums, vor allem die Jurisdiktions- das geht leider quer durch die Konfes- gionen und Ideologien (Offb 17,2.5.15;
gewalt über alle katholischen Herrscher sionen hindurch. Dabei schliesse ich vgl. Hos 1,2; 3,1).
und im Grunde auch über die anderen nicht aus, dass Rom durch seine Macht • Die Gemeinde setzt sich zusammen
Regenten. Der Papst hat als «Vertreter und seinen Einfluss hierbei eine Schlüs- aus Gläubigen in allen Denominati-
Christi und Petri» die oberste Gewalt selrolle übernimmt und viele auch aus onen, die nur Gott wirklich kennt
der Rechtsprechung auf Erden. anderen Konfessionen verführt (s.u.). (1.Sam 16,7; Joh 17,20-26). Die Hure
Die römisch-katholische Kirche Was sagt die Heilige Schrift über den bringt die wahrhaft Gläubigen zuneh-
benutzt auch heute noch Latein als Unterschied zwischen Hure Babylon und mend in Bedrängnis (Offb 17,6).
Sprache. Ihre Würdenträger sind mit Brautgemeinde Christi? • Die Gemeinde fällt nicht auf falsche
wertvollen Stoffen, Scharlach und • Die Gemeinde ist die Braut. Die Zeichen und Wunder herein, sondern
Purpur, bekleidet, was auch in Offen- Hure ist die von Gott abgefallene Kir- orientiert sich allein am Wort der Heili-
barung 17 und 18 eine gewisse Rolle che, die nichts mehr mit Seiner Wahr- gen Schrift (Jer 23,28; 2.Tim 3,14-17).
spielt. Die römisch-katholische Kirche heit zu tun hat. Die Hure lenkt durch falsche Zeichen
ist sehr reich. Der Papst trug bis zum • Die Gemeinde ist Christus untertan. und Wunder von den rettenden Wun-
Zweiten Vatikanischen Konzil öffentlich Die Hure aber sitzt auf dem Tier (Offb den Jesu ab (vgl. Mt 24,24; 2.Thess
drei aufeinandergesetzte Kronen, die 17,3). 2,9; Offb 13,13).
«Tiara». Rom besitzt ungeheure Kunst- • Die Gemeinde ist das neue Jerusa- • Die Gemeinde wartet auf Jesu Wie-
schätze und Reichtümer. Es ist «trunken lem, die Hure das grosse Babylon. derkunft (2.Petr 3,11ff.); sie bereitet
vom Blut der Heiligen» (Offb 17,6), es • Die Gemeinde ist ein Organismus, Christus den Weg, indem sie viele in
hat – etwa anfangs als römische Staats- durch Gottes Geist geprägt und belebt, seine Nachfolge ruft (Mt 28,19-20).
macht und später durch die Inquisition während Babylon eine Weltorganisati- Die Hure bereitet dem Antichristen
der römisch-katholischen Kirche – vie- on ist, die aufgebaut wird durch Druck, den Weg, der sie zunächst für sein
le Gläubige verfolgt und getötet. Heute Zwang und falsche Religiosität. religiöses Gaukelwerk missbraucht, um
ist Rom – neben dem Ökumenischen • Während die Gemeinde arm ist, sie anschliessend fallen zu lassen (Offb
Rat der Kirchen in Genf – Vorreiter schmückt sich die Hure mit kostbarsten 17,3.16).
einer «interreligiösen Ökumene» mit Gewändern. Die Religion Babylons vermischt
dem Ergebnis einer antichristlichen • Die Gemeinde geht durch irdische also sämtliche Ideologien und Religio-
Vermischung der Religionen und dem Niedrigkeit, Verachtung und Verfol- nen miteinander und möchte sie unter

18 MNR > Dezember 2005


Umgehung der Wahrheit Gottes zum an-
tichristlichen Einheitssystem verbinden: Streiflicht
Die falsche Einheit nach Offb 17 und 18
ist am Entstehen.
Die wahre Einheit hingegen ist die
Einheit nach Johannes 17: die Einheit Weihnachtscomedy oder Weihnachtsfreude?
aller derjenigen – und nur derjenigen! –, Ein Speise-Restaurant lancierte ein Vierteljahr vor Weihnachten ein Inserat, in dem zu ei-
die an Jesus Christus als den lebendigen nem «Weihnachtsanlass mit Comedy» mit zwei Clowns eingeladen und 200 % Unterhaltung ver-
Sohn Gottes glauben, Ihn lieben und
Ihm durch alle antichristlichen Wirren
sprochen wurde. Und das in einem Pfarreizentrum.
hindurch die Treue halten. Jesus Chris- Was mit Weihnachten doch alles vermarktet wird! Hauptsache, es gibt Umsatz. Der altböse
tus selber beschreibt diese wahre Einheit Feind ist so erfinderisch und raffiniert, dass er sogar das Weihnachtswunder so abzuwandeln
mit folgenden Worten in Seinem Gebet versteht, dass Comedy statt die Botschaft von Christus, dem Retter der Welt, angeboten wird.
zum Vater: Weil die Welt Gott den Rücken zugekehrt hat, muss ein Ersatz geboten werden. Show und Un-
«Ich bitte aber nicht allein für sie terhaltung sind gefragt. Die Veranstalter sind erfinderisch und überbieten sich an Spass-Ange-
(meine Jünger), sondern auch für die,
die durch ihr Wort an mich glauben
boten, denn Spass muss sein. Mit trügerischen Humoresken lassen sich viele Menschen von
werden, damit sie alle eins seien. Wie der echten Freude ablenken und bezaubern. Und so wird das Heilige zur Farce heruntergespielt.
du, Vater, in mir bist und ich in dir, so Man muss sich darüber nicht wundern, denn viele haben Gott den Rücken zugekehrt. Und wenn
sollen auch sie in uns sein, damit die doch mal Religion sein muss, dann bitte keine «Sündertheorie». Sollte sich ein Prediger gar
Welt glaube, dass du mich gesandt hast» noch erdreisten, auf die Sünder-Bussbank zu verweisen, so hat er manchen seiner Zuhörer zum
(Joh 17,20-21). letzten Mal gesehen.
Heute geht die falsche Einheit mit
Riesenschritten voran. Es gibt eine
Als Christen sind wir gefordert, die Rettungsbotschaft unentwegt und «im Original» anzu-
«Globalisierung» in der Politik und bieten, auch wenn wir dabei auf Ablehnung stossen. Das kann sehr entmutigend sein. Die Zeit
Wirtschaft, aber leider genauso in christ- scheint nahe zu sein, wo man nicht mehr wirken kann. Dennoch schreit das Vakuum in den
lichen Kirchen und Gemeinden (auch in Herzen mancher Zeitgenossen nach Erfüllung. Und es geschehen tatsächlich auch heute noch
evangelikalen Verbänden und Kreisen). Wunder, indem verlorene Menschen offen werden, der Wahrheit zu glauben und sich von der
Alle Religionen und Konfessionen sollen frohen Botschaft von Weihnachten ansprechen zu lassen. Nutzen wir solche Gelegenheiten auf
zusammenrücken um des äusseren und
inneren Friedens willen. Einheit und
weise und taktvolle Art! Der Herr Jesus Christus verschafft sich nie mit Gewalt Einlass in die
Frieden werden über Eindeutigkeit Herzen. Darum muss die Herzenstüre von der Innenseite her freiwillig geöffnet werden.
und Wahrheit gestellt. Der Massstab ist Die Weihnachtsbotschaft ist eine Herzensangelegenheit, weil sie eine frohmachende Kun-
nicht mehr «allein Christus», «allein der de ist. Darum ist einfältiger Kindersinn gefragt, denn unverdorbene Kinder glauben gerne, was
Glaube» und «allein die Heilige Schrift», man ihnen verspricht. Es entspricht Gottes Art, Seine Verheissungen minutiös einzulösen, denn
sondern eine falsch verstandene Liebe Er enttäuscht nie. 4. Mose 23,19 sagt: «Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Men-
(ohne Wahrheit), eine Selbstverwirkli-
chungs-Ideologie und ein «Evangelium»
schenkind, dass ihn etwas gereuen würde. Was er gesagt hat, sollte er es nicht tun? Was er
zum Wohlfühlen. Hier sollten wir äus- geredet hat, sollte er es nicht ausführen?» Somit lässt der Apostel Paulus auch uns ausrichten:
serst wachsam sein.  «Denn so viele Verheissungen Gottes es gibt – in ihm ist das Ja, und in ihm auch das Amen,
Gott zum Lob durch uns!» (2.Kor 1,20). Es ist Gott sehr daran gelegen, uns Freude zu vermit-
Buchhinweis: Lothar Gassmann: EUROPA – das teln, weil Er Seine Geschöpfe liebt. Die Motivation des Apostels Paulus bestand darin, den
wiedererstehende Römische Reich?, 64 Seiten, heidnischen Korinthern als Gehilfen der Freude die Jesus-Botschaft zu verkündigen.
Euro 4,50. Erhältlich beim Verfasser: Dr. Lothar
Gassmann, Am Waldsaum 39, D-75175 Pforzheim,
Die Weihnachtsgeschichte der Bibel nach Lukas 2 ist eine ewiggültige Freudenbotschaft.
Fax 0049-7231-4244067, E-Mail: LOGASS1@t- Sie galt nicht bloss einigen jüdischen Viehhirten vor 2 000 Jahren, sondern sollte allen Men-
online.de, Homepage: www.l-gassmann.de schen vermittelt werden. Jene Bevorzugten, die die Botschaft aus Engelmund zuerst vernahmen,
1
Newsletter von Radio Vatikan, 29.10.2004, S. 1 überwanden ihre Scheu und konnten von dem Erlebten nicht schweigen, sondern «… machten
2
Newsletter von Radio Vatikon, 30.10.2004, S. 1 überall das Wort bekannt, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war» (Lk 2,17).
3
Deutsche Tagespost vom 22.12.1992 Und wir, sollten wir uns denn darüber nicht immer wieder von neuem freuen, dass uns ein
4
Deutsche Tagespost vom 18.5.1995
5
http://de.wikipedia.org/wiki/Europaflagge
Retter vom Himmel her geschenkt wurde und andere an dieser Freude teilhaben lassen?! Oder
6
Vgl. hierzu die gründliche Beweisführung von H.- begnügen wir uns damit, dass uns Heil und Rettung zuteil wurde? Es muss uns drängen, verlo-
W. Deppe, Marias Botschaft an die Welt, Bielefeld renen Menschen das Heil in Jesus Christus zu sagen und sie einzuladen, es auch anzunehmen.
1999, S. 15 ff. Es ist dann Seine Sache, die Herzen zu berühren und durch den Heiligen Geist zu neuem Le-
7
Vgl. die ausführliche Darstellung und Interpretation ben zu führen. Freude ist ansteckend, wenn sie echt ist. Die Ursache der Freude ist die Liebe
der «Marienerscheinungen» bei: E. M. Slade, Maria. Gottes, die uns im Herrn Jesus Christus geschenkt wurde: «… denn die Liebe Gottes ist ausge-
Die unbekannten Seiten der «Mutter Gottes»,
Wuppertal 2003
gossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist» (Röm 5,5). Da-
8
Aus der Ansprache Benedikts XVI. in Castel rum sind wir nicht davon dispensiert, die frohe Botschaft vom Mensch gewordenen Gottessohn
Gandolfo vom 15.8.2005 (zenit.org; Radio Vatikan). unentwegt weiterzusagen: «Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder
9
R. Pache, Die Wiederkunft Jesu Christi, Wuppertal, Gottes heissen sollen!» (1.Joh 3,1). Noch ist Gnadenzeit. Wie lange noch? B.V. 
11. Aufl. 1987, S. 176 f./S. 168

MNR > Dezember 2005 19


Fragen – Antworten
ich schaue ihn, aber nicht von
nahem. Es wird ein Stern aus Ja- Zweifel
kob aufgehen und ein Zepter aus
Israel aufkommen …» Der Stern, Ich habe mich vor einiger Zeit zu Jesus be-
der aufgehen sollte und aufgegangen kehrt, aber immer wieder steigen Zweifel und
ist, ist Jesus Christus, das Licht der Ängste in mir hoch.
Welt (Joh 8,12). Es ist, wie wenn der
allmächtige Gott das durch ein äus-
seres Zeichen noch untermauern
wollte, indem Er Gottsuchern im
G ut, dass Sie so kurz und klar ge-
schrieben haben «wo der Schuh
drückt». Ihr Leben hat durch die
entfernten Morgenland durch Hinwendung zu Jesus Christus Ewig-
einen Stern am Firmament keitsperspektiven bekommen. Das ist
eine unabänderliche Tatsache, denn es
steht geschrieben: «Wie viele ihn aber
aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes
Kinder zu werden, denen, die an seinen
Namen glauben» (Joh 1,12). Und: «Wer
den Sohn hat, der hat das Leben …»
(1.Joh 5,12). Das ist eine ewig gültige
Zusage, und wenn Gott etwas verspricht,
dann hält Er es auch ganz gewiss!
Was die Zweifel anbetrifft, müssen
wir uns zweierlei sehr bewusst vor
Sind Weih- Augen halten.
Erstens: Satan will grundsätzlich das
nachtssterne klarmachte, dass
der König der Juden
Verderben des Menschen. Wenn sich
nun ein Mensch zu Jesus bekehrt und
heidnisch? nun geboren worden war,
denn sie bezeugen: «… Wir haben sei-
wiedergeboren wird, dann hat Satan die
entscheidende Schlacht verloren. Das
nen Stern gesehen im Morgenland und hindert ihn aber keineswegs daran, den
Wie jeden Advent habe ich auch letztes sind gekommen, ihn anzubeten» (Mt betreffenden Menschen mit Rückzugs-
Jahr einen leuchtenden Stern ins Fenster 2,2). Mehr noch! In Israel angelangt, gefechten zu bedrängen. Zweifel sind
gehängt. Da sagte mir ein liebes Gotteskind, wurde ihnen der Weg zu Jesus bis ins dabei eines der Mittel, das der altböse
dass Sterne mit nur fünf Zacken von Amerika Detail gezeigt: «… siehe, der Stern, den Feind mit grösstem Vergnügen und lei-
kämen und okkult seien. Die Sterne müssten sie im Morgenland gesehen hatten, ging der oft mit Erfolg einsetzt, um Kindern
sechs Zacken haben. Man solle deshalb von vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, Gottes die Heilsfreude zu rauben!
den fünfzackigen Sternen Abstand nehmen. wo das Kindlein war» (Mt 2,9). Ein Got- Zweitens: Unsere Erlösung hängt
Ist Ihnen in dieser Hinsicht etwas Näheres teskind weiss auch um die Aussage des nicht von unseren Gefühlen ab! Wäre
bekannt? erhöhten Herrn in Offenbarung 22,16, das der Fall, wären wir die armseligsten
wo geschrieben steht: «Ich, Jesus, habe Menschen auf der ganzen Welt. Dann

V orweg: Lassen Sie sich die Freude


an den Weihnachtssternen, ob nun
fünf- oder sechszackig, nicht verderben,
meinen Engel gesandt, euch diese Dinge
für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin
die Wurzel und das Geschlecht Davids,
wären wir an einem Tag im Himmel
und am anderen in der Hölle. Die Bibel
spricht nicht unsere Gefühle an, sondern
obwohl beiden ein okkulter Hintergrund der glänzende Morgenstern.» Und da unseren Glauben!
nachgesagt wird. sollten wir auf Sterne verzichten, bloss Wenn ein Mensch zur Erkenntnis
Der fünfzackige Stern, auf den sich weil abergläubische Menschen ihn für seiner Sünden kommt und die Botschaft
Ihre Frage bezieht, kam im Mittelalter einen anderen Zweck missbrauchten hört, dass Jesus Christus für unsere Sün-
zwar tatsächlich als mystisches Symbol bzw. missbrauchen? Dann müssten wir den am Kreuz gestoben ist, dann wird
und abwehrkräftiges Zauberzeichen auf. auch das Kreuz, das Symbol des Erlö- er vor die Frage gestellt, ob er diese
Aber für Christen hat er von alters her sungswerkes Jesu Christi, aus allen Kir- Botschaft glauben will, ob er dieses Ge-
eine grundlegend andere Bedeutung: chen, Kapellen usw. usf. entfernen und schenk der Sündenvergebung und des
Er erinnert an den Stern von Bethle- müssten es aus allen Glaubensliedern ewigen Lebens annehmen will. Wenn
hem. Ein gläubiger Christ weiss um die streichen, denn das Kreuz wird heutzu- er das tut, dann ist das ein Glaubensakt.
Prophezeiung des Bileam in 4. Mose tage in schrecklicher Weise entehrt und Dieser wird vollzogen, indem der Betref-
24,17: «Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; missbraucht! E.V.  fende den Herrn Jesus um Vergebung

20 MNR > Dezember 2005


seiner Sünden bittet und Ihm sagt, dass
er fortan sein Leben Seiner Führung und Wunder nötig? den Herrn Jesus, sondern durch die Kraft
des Wortes Gottes, das durch den Heili-
Herrschaft anvertrauen will. Manche gen Geist lebendig gemacht wird.
haben bei diesem Glaubensakt starke Ich möchte gern ein lebendiger Baustein Es ist sehr wohl nachvollziehbar, dass
Gefühlsbewegungen, andere nicht. Das einer christozentrischen Gemeinde sein. Sie sich ein Wunder wünschen, damit
hängt zumeist davon ab, wie tief die Obwohl es nicht an Gemeinden mangelt, habe Ihr Mann möglichst schnell zum Glau-
Sündenerkenntnis in jenem Moment ist. ich, zu meinem Bedauern, noch keine gefun- ben kommt. Aber bedenken Sie, dass
Denn manch einer könnte es ja kaum den. Deshalb beten wir, meine Freundin und die oft schwierige Zeit an der Seite eines
ertragen, wenn er schon zu diesem ich, die wir uns ausser am Sonntag jeden Tag ungläubigen Ehepartners ein Gotteskind
Zeitpunkt erkennen würde, wie grund- treffen, dass der Herr uns einen Hirten nach geistlich reifen und wachsen lässt. Und
verdorben er in seinem Wesen ist. Doch Seinem Herzen erweckt und mit Einsicht, Schwierigkeiten, die wir im Glauben
je mehr er Jesus kennen lernt, indem er Weisheit und Erkenntnis ausrüstet und uns durch die Kraft Gottes überwinden,
in Gottes Wort liest und Sein Wort hört, eine Gemeinde schenkt. Der Herr möge hier dienen nicht nur uns, sondern auch
desto mehr deckt der Heilige Geist auf Seine Gemeinde bauen und uns mit einpfrop- unserer Umgebung zum Besten. Der
und führt von Erkenntnis zu Erkenntnis. fen in den Weinstock. … Wir brauchen ein Herr will Sie und Ihre Freundin durch
Das ist der Prozess der Heiligung. Gott Wunder, weil wir auch ungläubige Ehepartner Ihr stilles Zeugnis für Ihren Mann zum
wirkt Veränderung! haben. Segen setzen, und das geht nicht ab,
Warum aber haben Sie – und mit Ih- ohne dass Er Sie, die Sie eine Rebe an
nen leider viele andere – diese Zweifel,
diese Unsicherheit, ob Sie gerettet sind?
Weil Sie zutiefst in ihrem Herzen eben
W ir freuen uns über Ihr Verlangen,
ein lebendiger Baustein in einer
christozentrischen Gemeinde zu wer-
Seinem Weinstock sind, beschneidet.
Wozu? Damit Sie mehr Frucht bringen
– und das ist es ja gerade, was Sie sich
doch aufs Gefühl abstellen! Tun Sie das den, auch wenn Sie diese bisher in ih- wünschen! Also: Beten Sie nicht um ein
nicht länger und lassen Sie sich nicht rer vorwiegend katholischen Umgebung Wunder, damit sich Ihr Mann schnell
länger von solch destruktiven Gedanken noch nicht gefunden haben. Aber gewiss bekehrt, sondern um die Gnade, ihm
ist es so, dass es auch in Ihrer Umgebung durch Ihre Liebe und Ihren Wandel ein
Kinder Gottes gibt, die den Herrn Jesus Zeugnis zu sein. Bitte lesen Sie dazu sehr
Ihr Leben hat durch die Christus von ganzem Herzen lieben aufmerksam 1. Petrus 3,1ff., damit Sie
und Ihm nachfolgen. Halten Sie wei- nicht dem Irrtum verfallen, Sie könnten
Hinwendung zu Jesus terhin betend die Augen offen. Lesen Ihren Mann mit vielen Worten gewin-
Christus Ewigkeitsper- Sie zur Ermutigung einmal aufmerksam
1. Könige 19. Elia war zu jener Zeit tief
nen. E.V. 

spektiven bekommen betrübt, denn er meinte, ganz allein zu


sein und keine Glaubensgenossen mehr
zu haben. Doch der Herr zeigte ihm,
quälen, sondern halten Sie den Schild dass da noch 7 000 waren, die an Ihm
des Glaubens hoch! Stützen Sie sich auf festgehalten hatten (1.Kön 19,18)!
1. Johannes 1,7 und 9, und wenn An- Obwohl sehr erfreut über Ihr Verlan-
fechtungen kommen – und sie kommen gen, dem Herrn noch näher zu kommen
bestimmt –, dann triumphieren Sie mit und Ihm noch besser zu dienen, müs-
Hiob: «Ich weiss, dass mein Erlöser sen wir Sie aber auch warnen, denn Sie
lebt!» (Hiob 19,25). schreiben am Schluss Ihres Briefes: «Wir
Es kann aber auch sein, dass Zwei- brauchen ein Wunder, weil wir auch
fel hinsichtlich der Gotteskindschaft ungläubige Ehepartner haben.» So ver-
auftauchen, weil wir in Sünde gefallen ständlich dieser Wunsch einerseits ist,
sind. Vielleicht haben wir diese Sünde so gefährlich ist er andererseits! Denn
noch nicht bekannt oder wir sind so von unser Glaube soll und darf sich nicht auf
uns selbst enttäuscht, dass wir unsere Wunder abstützen, sondern auf Gottes
Gotteskindschaft infrage stellen. Der Wort! Mit dieser Aussage schmälern
biblische Weg nach einer Niederlage wir Gottes wundersames und wunder-
aber ist, dass wir Busse tun, um Ver- bares Wirken nicht, sondern bezeugen
gebung bitten und diese Vergebung mit Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit,
in Anspruch nehmen, das heisst, dass dass wir es mit einem lebendigen, all-
wir glauben, dass das Blut Jesu Christi mächtigen Gott zu tun haben, der auch
unser Gewissen von den toten Werken heute noch grosse Dinge zu tun vermag.
reinigt, damit wir dem lebendigen Gott Bemerkenswerterweise tut Er das oft
zu dienen vermögen (Hebr 9,14, vgl. völlig unspektakulär, in aller Stille. Das
auch Eph 1,7; Hebr 4,16 usw.). hat ganz gewiss erzieherische Gründe,
Ich vermute, dass wenn Sie es lernen, denn Er will ja eben gerade nicht, dass
sich allein auf Gottes Wort abzustützen, – wenn auch vielleicht unbewusst
auch Ihre Ängste allmählich verschwin- – Wunder und Zeichen unser Glaubens-
den. Wenn das nicht der Fall sein sollte, fundament bilden, sondern Sein Wort! Verfallen Sie nicht dem Irrtum, Sie könnten Ihren
dann schreiben Sie uns doch diesbezüg- Ehemänner kommen in den wenigsten Mann mit vielen Worten gewinnen. Ihre Liebe und
lich noch etwas ausführlicher. E.V.  Fällen durch Wunder zum Glauben an Ihr Wandel sind die beste Predigt

MNR > Dezember 2005 21


Vorschau Dir kann nur Jesus helfen
Die nächste Ausgabe erscheint am
22.12.2005, mit u.a. diesem Thema*:
Beachtet und geliebt
«Die Wiederkunft Jesu erwarten»
In Lukas 19,1-10 wird uns die Begegnung des Herrn Jesus mit Zachäus beschrieben, der
*Änderungen vorbehalten
in den Augen der Juden ein Verräter war, weil er sich in den Dienst Roms hatte stellen lassen.
Die Juden hassten die Zöllner und mieden jeden Kontakt mit ihnen. Die dadurch immer grös-
ser werdende Einsamkeit war für Zachäus unerträglich geworden.
Impressum Wie viele Menschen leiden auch heute unter Einsamkeit, gerade in der Weihnachtszeit. Es
gibt nicht wenige, die eigentlich alles haben und trotzdem allein sind. Der Mensch ist jedoch
Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf auf Gemeinschaft angelegt; in einer immer kälter werdenden Gesellschaft ringt er deshalb
www.mitternachtsruf.ch um innere Wärme und Geborgenheit. Wie viele Menschen mögen Weihnachten alleine ver-
GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992) bringen. Niemand interessiert sich wirklich für sie. Niemand liebt sie und stillt ihre Sehnsucht
VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo, nach Geborgenheit.
Jonathan Malgo
Zachäus suchte Jesus. War es Neugier? War es nur spannend, Jesus einmal zu sehen, über
SCHWEIZ Missionswerk Mitternachtsruf, Ringwiesenstrasse 12a, den er zuvor Wunderliches gehört hatte? Oder war es mehr – eine Sehnsucht, eine Hoffnung,
CH 8600 Dübendorf, Tel.: (0041) 044 952 14 14
DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V.,
dass dieser Jesus auch die Lösung sein könnte? Der letzte Ausweg aus seinem Problem der
Kaltenbrunnenstr. 7, DE 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001 zermürbenden Einsamkeit?
ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist Zachäus hatte von der Liebe Jesu gehört und dass Er niemanden zurückstossen würde. Er
ausserdem in englischer, französischer, holländischer, italienischer,
portugiesischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und mag sich gedacht haben: «Mit Jesus kann ich nur gewinnen.» Aber wird Jesus ihn überhaupt
ungarischer Sprache erhältlich. wahrnehmen, ihn, den kleinen und minderwertigen Zöllner? So beschloss er spontan, auf ei-
REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 952 14 16, nen Maulbeerfeigenbaum zu steigen, der am Wege stand, wo Jesus vorbeikommen würde.
Fax: (0041) 044 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch,
Mitarbeiter: Brigitte Hahn, Friedgard Huber, Werner Huber, Elke Genau das tat er denn auch. Aber schon kamen wieder Zweifel bei ihm auf: «Wird Jesus mich
Lieth, Norbert Lieth, Conno Malgo (Ltg.), Fredy Peter, Elsbeth Vetsch vielleicht blossstellen, sobald Er mich erblickt?» «Ja, mache ich mich nicht lächerlich, wenn
LAYOUT (Adresse Schweiz) E-Mail: layout@mnr.ch, Mitarbeiter: man mich im Baum sieht? Werde ich gar zum Gespött von ganz Jericho?»
Daniel Malgo, Gabriel Malgo, Jonathan Malgo
Bei allen Bedenken, die Zachäus hatte – es kam ganz anders. Als Jesus unten am Baum
SEELSORGERLICHE FRAGEN (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044
952 14 08, E-Mail: seelsorge@mnr.ch, Mitarbeiter: Werner Huber, vorbeiging, blickte Er auf, sah Zachäus und blieb stehen. Zachäus stockte der Atem, vielleicht
Marcel Malgo, Samuel Rindlisbacher, Elsbeth Vetsch, lief es ihm auch kalt den Rücken herunter. Für Jesus schien es jedoch nichts Wichtigeres zu
ADMINISTRATION, VERLAG UND ABONNEMENTE (Adressen Schweiz
und Deutschland siehe oben) Tel. Schweiz: 044 952 14 15,
geben als diesen verachteten Zöllner. Jesus, dem alle Menschen nachliefen und Ihn um Hei-
Fax Schweiz: 044 952 14 11, Tel. Deutschland: 07745 8001, Fax lungswunder anflehten, schenkte Zachäus Seine ganze Aufmerksamkeit und nannte ihn sogar
Deutschland: 07745 201, Tel. alle anderen Länder: 0041 44 952 bei seinem Namen.
14 15, Fax alle anderen Länder: 0041 44 952 14 11, E-Mail:
verlag@mnr.ch, Mitarbeiter: Hannelore Dölker, Ruth Dölker, Martina Liebe Leser, vergegenwärtigen Sie sich: Als Jesus ans Kreuz ging, tat Er es auch für Sie.
Lang, Thomas Lieth, Elishevah Malgo, Marianne Malgo, Peter
Malgo, Wanda Malgo, Stephan Nabulon, Susanne Peter, Beatrice Als Er Ihr Flehen im Gebet erhörte, tat Er es nur für Sie. Und da glauben Sie, Er hätte heute
Rindlisbacher, Esther Roos, Rebeca Winkler keine Zeit mehr für Sie? Heute noch gilt es auch Ihnen, was in einem Chorus so anklingt: «Je-
TECHNISCHER DIENST Markus Hollenweger, Nathanael Winkler sus starb für dich, Jesus starb für mich, ja, für uns alle starb der Herr. Gottlob, Er starb für
ISRAELREISEN (Adresse Schweiz) Tel: (0041) 044 952 14 18, mich!» In den Augen unseres Herrn sind Sie wert geachtet. Er hört Ihr Gebet. Er vernimmt Ihr
Fax: (0041) 044 952 14 19, E-Mail: reisen@beth-shalom.ch,
Mitarbeiter: Fredy Peter, Fredi Winkler (Haifa, Israel) Flehen und Suchen.
BUCHHALTUNG (Adresse Schweiz) E-Mail: buchhaltung@mnr.ch Jesus sah Zachäus nicht nur im Baum sitzen, sondern forderte ihn auf: «Zachäus, steig
Mitarbeiter: Wafa Malgo; Treuhandstelle: HWT, 8305 Dietlikon eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren» (Lk 19,5). Zachäus hätte
STUDIO (Adresse Schweiz) E-Mail: studio@mnr.ch, Mitarbeiter: diese Bitte nicht einmal auszusprechen gewagt, so abwegig schien ihm ein solcher Gedanke,
Govert Roos, Stephan Rindlisbacher
dass der grosse Lehrer zu einem verachteten, als gottlos geltenden Mann ins Haus kommen
SENIORENZENTRUM ZION Ringwiesenstr. 14, CH 8600 Dübendorf
Tel: (0041) 044 802 18 18, Fax: (0041) 044 802 18 19, E-Mail: würde. Aber für Jesus, der immer nur den Willen des himmlischen Vaters tat, war es sogar
post@seniorenzentrum-zion.ch, Heimleitung: Walid und Astrid El
Khouri, Heimleitung Stv.: Walter und Ursula Dürr
ein Muss.
HOTEL BETH-SHALOM P.O.Box 6208, Haifa-Carmel 31061, Israel
Zachäus reagierte darauf nicht wie viele von uns es tun würden: «Nein, Herr, nicht jetzt.
Tel: (00972) 04 8373 480, Fax: (00972) 04 8372 443, E-Mail: Komm morgen wieder. Auf so hohen Besuch bin ich nicht vorbereitet, und ausserdem bin ich
beth-shalom-israel@mnr.ch, Leitung: Fredi und Beate Winkler doch viel zu gering.» Diese Worte würden zwar recht fromm klingen, aber Zachäus handelte
EINZAHLUNGEN Schweiz: Postscheckkonto 80-47476-4 Zürich
oder Zürcher Kantonalbank, 8330 Pfäffikon ZH, Konto-Nr. 1152-
ganz anders: «… er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden» (Lk 19,6). Sicher hat
0472.519, BC-Nr. 752. er innerlich tief aufgeatmet und es hat in seinem Herzen jubiliert: «Endlich jemand, der sich
Deutschland: Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90,
Konto 06-600 530 oder Postbankkonto 3911-709 Stuttgart, um mich kümmert, dem ich nicht gleichgültig bin. Jemand der mich liebt.» Zachäus’ Reaktion
BLZ 600 100 70, «Missionswerk Mitternachtsruf» Zweig zeigt, dass er nicht nur aus reiner Neugier auf den Maulbeerfeigenbaum gestiegen ist, son-
Deutschland e.V., Geschäftsstelle DE 79807 Lottstetten
Österreich: Postscheckkonto 438 5903, Allgemeine Sparkasse Linz dern Jesus sehnsüchtig gesucht hat.
«Für Konto 0000-118902 Missionswerk Mitternachtsruf» Das gilt auch heute: Wer Jesus von Herzen aufrichtig sucht, wird Ihn gewiss finden, weil Er
DRUCK EKM-Nyomda, Palóc utca 2, H-1135 Budapest sich finden lässt (Jer 29,13-14, Lk 11,9). Zachäus hat ganz spontan und mit Freuden Ja ge-
ABONNEMENTSPREIS JÄHRLICH Schweiz CHF 18.–, Deutschland sagt zu Jesus. Es war der glücklichste Moment seines Lebens. Und so geht es jedem, der Ja
EUR 12.–, Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–, Übersee EUR
24.–. Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar) sagt zu Jesus. Die Botschaft Jesu an Zachäus lautete: «Heute ist diesem Haus Heil widerfah-
und werden automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie
nicht einen Monat vor Jahresende gekündigt werden.
ren …» (Lk 19,9). Das bedeutet: Auch für Sie, den allseits verhassten «Zöllner», ist Jesus als
ZWEIGSTELLEN-VERZEICHNIS www.mitternachtsruf.ch/weltweit
rettender Erlöser da. Auch Ihnen eröffnet Er die Chance zum ewigen Leben in Gottes Reich.
Sie sind dann nicht mehr einsam, sondern in die Gemeinschaft derer eingefügt, die durch Je-
INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE
N.L. > Norbert Lieth, T.L. > Thomas Lieth, B.V. > Burkhard Vetsch, sus Christus Sinn und Ziel für ihr Leben gefunden haben. T.L. 
E.V. > Elsbeth Vetsch

22 MNR > Dezember 2005