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Kolbenschmidt Pierburg Group

Kolbenschmidt Pierburg Group Neue Werkstoffe und Prozesse für Pkw-Dieselkolben

Neue Werkstoffe und Prozesse

für Pkw-Dieselkolben

Kolbenschmidt Pierburg Group Neue Werkstoffe und Prozesse für Pkw-Dieselkolben

Einleitung

Dieselmotoren werden heute mit dem Ziel hoher Leistung und hohen Drehmomentes bei gleichzeitig niedrigem Kraft- stoffverbrauch entwickelt. Dabei sind auch hohe Ansprüche an Geräusch und Fahrkomfort zu erfüllen.

Die 2009 bzw. 2014 in Kraft tretenden europäischen Ab- gasnormen EURO 5 und EURO 6, werden die Entwicklung leistungsfähiger Einspritz- und Abgas-Nachbehandlungssys- teme weiter beschleunigen.

Um die daraus abgeleiteten künftigen Anforderungen erfül- len zu können, hat die KS Kolbenschmidt GmbH eine neue Generation von Aluminiumwerkstoffen für Kolben sowie eine neuartige Lasertechnologie zur lokalen Verbesserung der thermischen Ermüdungseigenschaften des Werkstoffs im Verbrennungsmuldenbereich entwickelt.

Die Weiterentwicklung der verwendeten Auslegungs- und Berechnungsmethoden, verbesserte Kolbenkühlung und die Reduzierung der Kolbenreibung kommen bei jeder neuen Kolbenentwicklung zum Einsatz.

kommen bei jeder neuen Kolbenentwicklung zum Einsatz. Thermische und mechanische Kolbenbelastung Die beschriebenen
kommen bei jeder neuen Kolbenentwicklung zum Einsatz. Thermische und mechanische Kolbenbelastung Die beschriebenen
kommen bei jeder neuen Kolbenentwicklung zum Einsatz. Thermische und mechanische Kolbenbelastung Die beschriebenen
kommen bei jeder neuen Kolbenentwicklung zum Einsatz. Thermische und mechanische Kolbenbelastung Die beschriebenen

Thermische und mechanische Kolbenbelastung

Die beschriebenen Kundenanforderungen führen zu höherer mechanischer- und thermischer Belastung des Kolbens. Die Forderung nach niedrigem Gewicht, gepaart mit geometri- schen Restriktionen (kleine Kompressionshöhe, kleiner Bol- zendurchmesser) für Spitzendrücke von 200 bar, treiben die konsequente Weiterentwicklung unserer Aluminiumwerk- stoffe sowie die Suche nach neuen Designlösungen an.

Die Gestaltung der Bolzennabe, die Feingeometrie der Bol- zenbohrung und die Bolzengeometrie sind die geometri- schen Maßnahmen zur Erhöhung der Nabenbelastbarkeit – allerdings mit Auswirkungen auf den Muldenrand, da in der Regel die Steigerung der zulässigen Beanspruchung der Nabe zu einer höheren Muldenrandbelastung führt. Deshalb ist immer ein Kompromiss aus Naben- und Muldenbean- spruchung nötig. Um die größtmögliche Kontaktfläche zwi- schen Kolbenbolzen und Nabe zu erhalten, wird der Augen- abstand durch Verwendung eines Trapezpleuels verringert. Hohe Kontaktdrücke zwischen Bolzen und Pleuel sowie die Gestaltfestigkeit des kleinen Pleuelauges setzen hier Gren- zen. Sind alle geometrischen Möglichkeiten – wie z. B. die

Sind alle geometrischen Möglichkeiten – wie z. B. die Abb. 1: Pkw-Dieselkolben ausgelegt für hohe thermische

Abb. 1: Pkw-Dieselkolben ausgelegt für hohe thermische und mechanische Belastung

gekrümmte Innenfläche der Nabe – ausgeschöpft, ist der Einsatz von Nabenbuchsen zur weiteren Belastbarkeits-
gekrümmte Innenfläche der Nabe – ausgeschöpft, ist der Einsatz von Nabenbuchsen zur weiteren Belastbarkeits-
gekrümmte Innenfläche der Nabe – ausgeschöpft, ist der Einsatz von Nabenbuchsen zur weiteren Belastbarkeits-
gekrümmte Innenfläche der Nabe – ausgeschöpft, ist der Einsatz von Nabenbuchsen zur weiteren Belastbarkeits-

gekrümmte Innenfläche der Nabe – ausgeschöpft, ist der Einsatz von Nabenbuchsen zur weiteren Belastbarkeits- steigerung der Kolbennabe sinnvoll. Diese Lösung befindet sich seit vielen Jahren im Serieneinsatz. Die Umstellung auf bleifreie Buchsenwerkstoffe im Rahmen der EU-Altautover- ordnung ist weitgehend abgeschlossen.

Der zweite besonders kritische Bereich heutiger hochbelaste- ter Dieselkolben ist die Verbrennungsmulde. Künftige spe- zifische Motorleistungen von 70 kW/l und mehr, haben Mul- denrandtemperaturen von deutlich über 400 °C (s. Abb. 2) zur Folge.

Die Kombination aus thermischmechanischer Beanspru- chung (TMF) und der aus der Gaskraft resultierenden hoch- frequenten Beanspruchung (HCF) kann zu Rissbildung am Muldenrand oder anderen hoch beanspruchten Partien der Verbrennungsmulde führen. Dafür müssen die Werkstoffei- genschaften verbessert werden.

Neue Werkstoffgeneration – V4

Dieselkolben mit der neuen KS-Legierung V4 erfüllen im Be- sonderen die oben genannten Anforderungen. Die auf Alu- minium basierende Legierung verlängert in Bereichen ober- halb von 300 °C entscheidend die Produktlebensdauer. Eine gezielt entwickelte Legierungszusammensetzung sowie eine den spezifischen thermischen und mechanischen Kolben- belastungen angepasste, prozessgesteuerte Gefügestruktur (s. Abb. 3) machen dies möglich. Abb. 4 zeigt die damit im Muldenrand-Thermoschocktest erzielten Verbesserungen.

Neue Lasertechnologie – Lokales Muldenrand- umschmelzen

Für besonders hohe örtliche thermische und mechanische Belastungen am Muldenrand von Dieselkolben hat Kolben- schmidt ein hybrides Umschmelzverfahren entwickelt. Da- bei wird der hochbelastete Bereich mittels Lasertechnologie kontrolliert umgeschmolzen (Abb. 5).

450 ohne Kühlkanal 400 Muldenrand 350 Nut 1 300 250 Bolzennabe 200 mit Standard-Kühlkanal 150
450
ohne Kühlkanal
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Muldenrand
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Bolzennabe
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mit Standard-Kühlkanal
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Kolbentemperaturen (max.) [°C]

Spezifische Leistung [kW/l]

Abb. 2: Temperaturen im Pkw-Dieselkolben als Funktion der spezifischen Motorleistung

So entsteht ein optimiertes Gefüge mit einer feinen, homo- genen Mikrostruktur. Diese verbessert die thermischen Er- müdungseigenschaften des kritischen Bereichs um bis zu 60 %. Weitere Vorteile sind die höhere Prozessstabilität im Vergleich zum Gießen und die verbesserte Oberflächenqua- lität in der Bearbeitung. Das Laserumschmelzverfahren ist eine maßgeschneiderte Lösung, mit der sich Zuverlässigkeit und Qualität des Dieselkolbens deutlich erhöhen lassen.

Kolbenkühlung – DynamiKS ® – Neue Kolbenkühlungskonzepte

Zur effektiven Absenkung der Temperaturen besitzen Kolben einen ringförmigen Kühlhohlraum, der über eine am Kurbel- gehäuse fest installierte Düse mit Öl gefüllt wird. Das Öl nimmt Wärme auf und transportiert sie beim Verlassen des Hohlraums ab. Lage und vor allem Form des Kühlkanals be- einflussen das Temperaturfeld des Kolbens maßgeblich.

Aus diesem Grund entwickelt KS Kolbenschmidt seine Kühl- kanal-Bauformen stetig weiter. Standard bei KS Kolben- schmidt ist heute der ContureKS ® Kühlkanal mit seinem va- riablem Querschnitt, der sich bereits millionenfach im Pkw- und Nkw -Dieselkolben bewährt hat.

Die neueste Entwicklung, der DynamiKS ® Pumpkühlkanal (Abb. 6), nutzt die Dynamik der Kolbenbewegung zur Erzie- lung eines erhöhten Öldurchsatzes. Die besondere, zum Pa- tent angemeldete gestufte Gestaltung, zwingt dem Öl wäh- rend der Oszillation eine Geschwindigkeitskomponente in Umfangsrichtung auf. Die höhere Durchströmgeschwindig- keit erhöht den Wärmeabtransport wesentlich. Im Vergleich zum ContureKS ® wird am Muldenrand eineTemperaturabsen- kung von bis zu 20 °C erreicht.

Sowohl ContureKS ® als auch DynamiKS ® Kühlkanäle wer- den mittels über 40 Jahren bewährter Salzkerntechnologie wirtschaftlich hergestellt. Der DynamiKS ® Pumpkühlkanal ist bereits in Serie erprobt und kommt für höchste spezi- fische Motorleistungen zum Einsatz.

Weitere Lösungsansätze zur Verbesserung der Kolbenküh- lung sind bei KS Kolbenschmidt in der Vorentwicklung unter- sucht worden. Dazu wurden für unterschiedliche Kühlkanal- formen in Kombination mit einer und mit zwei Kühlöldüsen Kolbentemperaturen an einem typischen Pkw-Dieselmotor gemessen und verglichen. Dabei zeigten insbesondere die Zweidüsenkonzepte nochmals eine deutliche Effizienzstei- gerung der Kühlung /1/.

eine deutliche Effizienzstei- gerung der Kühlung /1/. Abb. 3: Makrogefüge V4 im Muldenrandbereich
eine deutliche Effizienzstei- gerung der Kühlung /1/. Abb. 3: Makrogefüge V4 im Muldenrandbereich
eine deutliche Effizienzstei- gerung der Kühlung /1/. Abb. 3: Makrogefüge V4 im Muldenrandbereich
eine deutliche Effizienzstei- gerung der Kühlung /1/. Abb. 3: Makrogefüge V4 im Muldenrandbereich
eine deutliche Effizienzstei- gerung der Kühlung /1/. Abb. 3: Makrogefüge V4 im Muldenrandbereich

Abb. 3: Makrogefüge V4 im Muldenrandbereich

Muldenrand-Thermoschocktest

Verbesserungen [%]

86 % 48 % 17 % 340 370 400
86 %
48 %
17 %
340
370
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Max. Temperatur [°C]

Abb. 4: TMF-Ergebnisse V4

370 400 Max. Temperatur [°C] Abb. 4: TMF-Ergebnisse V4 Abb. 5: Pkw-Dieselkolben mit umgeschmolzenen Muldenrand 5

Abb. 5: Pkw-Dieselkolben mit umgeschmolzenen Muldenrand

Abb. 6: Pkw-Dieselkolben mit DynamiKS ® Kühlkanal Abb. 7: Stahl-Dieselkoben Ausblick Der Ringträger im Kolben
Abb. 6: Pkw-Dieselkolben mit DynamiKS ® Kühlkanal Abb. 7: Stahl-Dieselkoben Ausblick Der Ringträger im Kolben
Abb. 6: Pkw-Dieselkolben mit DynamiKS ® Kühlkanal Abb. 7: Stahl-Dieselkoben Ausblick Der Ringträger im Kolben
Abb. 6: Pkw-Dieselkolben mit DynamiKS ® Kühlkanal Abb. 7: Stahl-Dieselkoben Ausblick Der Ringträger im Kolben
Abb. 6: Pkw-Dieselkolben mit DynamiKS ® Kühlkanal Abb. 7: Stahl-Dieselkoben Ausblick Der Ringträger im Kolben

Abb. 6: Pkw-Dieselkolben mit DynamiKS ® Kühlkanal

Abb. 6: Pkw-Dieselkolben mit DynamiKS ® Kühlkanal Abb. 7: Stahl-Dieselkoben Ausblick Der Ringträger im Kolben

Abb. 7: Stahl-Dieselkoben

Ausblick

Der Ringträger im Kolben lässt sich dazu verwenden, einen speziellen Kühlkanal zu halten. Er besteht aus einem speziell geformten Blech, das mit dem Ringträger dicht verschweißt wird. Diese Bauform eignet sich besonders für Kolben, die aufgrund ihrer hohen Belastung im Bereich der Kolbenmul- de eine Verstärkung durch Keramikfasern – FibreKS ® – be- nötigen. Der für diese Kolben erforderliche Squeeze-Cast Gießprozess erfordert weniger Eingussteile, allerdings muss die Geometrie des Kanals für die hohen Drücke dieses Pro- zesses geeignet sein. Kolben dieser Bauart haben ihre Funk- tionalität bereits in vielen Motorläufen bewiesen.

Ein immer wieder diskutiertes Thema ist der Einsatz von Stahlkolben im Pkw-Dieselmotor.

Dabei ist zu beachten, dass die Vorteile des Stahlkolbens wie geringes Einbauspiel, niedrige Verbrauchswerte, hohe Lebensdauer zu verbinden sind mit den Kundenforderungen nach niedrigen Emissionswerten, geringem Gewicht, guter Kühlung sowie wettbewerbsfähigem Preis.

Dass dies möglich ist, zeigen neueste Ergebnisse aus di- versen Vorentwicklungsprojekten. Hier werden gezielt die Grundlagen für den Serieneinsatz dieser Technologie ge- schaffen. Abb. 7 zeigt einen Schnitt durch einen bei KS Kolbenschmidt entwickelten Pkw-Stahl-Dieselkolben mit ge- ringer Kompressionshöhe.

Als einer der führenden internationalen Kolbenhersteller kann Kolbenschmidt Pierburg die Synergieeffekte zwischen den Bereichen Großkolben, Nkw- und Pkw-Kolben zum Er- folg jedes dieser Produktbereiche nutzen. Dabei stehen die gesamten Erfahrungen aus den lokalen Entwicklungen in den Entwicklungszentren und Fertigungsstätten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien weltweit zur Verfügung.

Literatur

(1)Thiel N., Weimar H.-J., Kamp H., Advanced Piston Cooling Efficiency: A Comparison of Different New Gallery Cooling Concepts, SAE- paper 2007-01-1441

KS Kolbenschmidt GmbH · Karl-Schmidt-Straße · 74172 Neckarsulm Tel. +49 7132 33-0 · Fax +49 7132 33-2796 · www.kspg.com

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