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Die Bibliothek  

der Großen Moschee von  
al‐Qayrawān / Tunesien  
Vorarbeiten zu ihrer Geschichte 

Werner Schwartz 

Köln 1986 
   
Diese Arbeit wurde 1986 zur Prüfung 
für  das  höhere  Bibliothekswesen  an 
der  Fachhochschule  für  Bibliotheks‐ 
und  Dokumentationswesen,  Köln 
eingereicht. 

© Werner Schwartz, 1986 
DIE B I B L lOT HE K
DER G R 0 S SEN M0 S eHE E VON
-
A L - Q AY R AWA N / TUN E SIE N
VORARBEITEN ZU IHRER GESCHICHTE

TEl L I

WER N E R S C H WAR T Z

KaL N 19 86
VORWORT

Auf die Bibliothek der Großen Moschee von al-Qayrawan wurde ich
erstmals durch den Restaurator der Staats- und Universitätsbibliothek
Göttingen, Herrn Günter Brannahl, hingewiesen. Ihm verdanke ich es,
daß ich im Rahmen eines Projekts der Handschriftenrestaurierung des
Auswärtigen Amtes, das unter seiner Leitung steht, im November/Dezem-
ber 1985 erstmals in die noch heute dort erhaltenen Bestände Ein-
blick nehmen konnte . Ihm und den tunesischen Verantwortlichen vor Ort,
Herrn Professor Ibrahlm ~abbuh und Herrn Dr . Murad Rammah, sei auch
an dieser Stelle für ihre Unterstützung Dank gesagt .
Daß die vorliegende Arbeit innerhalb weniger Wochen in vorliegen-
der Form fertiggestellt werden konnte, ist vor allem der Hilfsbereit-
schaft der Mitarbeiter der Bibliotheque Nationale und des Institut
des Belles Lettres Arabes in Tuni~, des Orientalischen Seminars und
der Universitätsbibliothek in Bonn, Herrn Dr. Miklos Muranyi (Bonn)
und Herrn Dr. Gottfried Wohlgemuth (Göttingen) zu danken, die mir hal -
fen, am Ort nicht vorhandene Literatur zu beschaffen, und weitere,
sonst nicht greifbare Titel aus ihren Beständen großzügig zur Verfü-
gung stellten. Schließlich wäre es unmöglich gewesen, die Arbeit zu
vollenden, ohne meine Frau Anna, die mir trotz eigener Belastungen
mit viel Geduld und Verständnis nahezu alle anderen Pflichten abgenom-
men hat. Ihr gilt mein besonderer Dank.

* * *
Zur besseren Handhabung sind die Anmerkungen an den Schluß von
Teil 11 der Arbeit gesetzt worden. Hinweise auf die Nummern der Liste
A (nach Autoren geordnete, in der Bibliothek nachgewiesene Handschrif-
ten) und der Liste B (Index der sonstigen beteiligten Personen der Li-
ste A) erscheinen im fortlaufenden Text und verweisen auf weitere In-
formationen in diesen Listen; in vielen Fällen ersetzen sie besondere
Anmerkungen.

*
I NHALT

TEIL I
EINLEITUNG 1

Bedeutung der Bibliothek 1. Moscheebibliotheken 1. Unter-


richt in der Moschee 2. Bücher als religiöse Stiftungen 3.
In der Moschee vertretene Wissenschaften 3.
Der F0 r s c h u n g s s t a n d 4

DER GESCHICHTLICHE HINTERGRUND 5

al-Qayrawan als Zentrum arabisch-islamischer städtischer


Kultur 5. Die übermittlung des antiken Erbes 6. Funktio-
nen der Großen Moschee 7. Sahnun 7. Rechtsschulen 8.
Die Gel ehr t e n i n a 1 - Q a y r a w a- n 8
Autonomie islamischer Wissenschaften 8. Das "Sammeln von
Büchern" 9. Privatbibliotheken 10. Der Lehrbetrieb 10.
Das Kopieren von Büchern und deren Umfang 11.
I s 1 ami s c h e s B u c h wes e n i m 9. und
10. Jahrhundert . . . . . . . . . . 12
Mündliche oder schriftliche überlieferung? Neue Quellen 12.
Drei Möglichkeiten der Entstehung einer Buchhandschrift 12.
Frühe Hörervermerke 14. Stellung der Handschrift in der
überlieferung eines Werkes 15.
Die 11 a l t e n W iss e n s c h a f t e n " . . . . 16
Das IIBayt al-Hikma" 16. Die medizinische Schule von al-
Qayrawan 16. IIAHe Wissenschaften" bis zum 5./ll.Jh. 16.
a 1 - Q a y r a w a nun t e r F a tim i den
und Z,. r i den .... ....... . . . . 17
Ismac,liten und Sunniten 17. Sunnitische Lehre unter den
Fatimiden 18. Die Bücher des Ibn al-Ha~~am 18. Sunniti-
sche Reaktion gegen die Schiiten i m 5./11.Jh. 19. Der Ab-
fall des Mucizz von den Fatimiden 20. Sein Werben um die
Malikiten 21 . Invasion arabischer Beduinen 21. Das Ende
des alten Qayrawan 22.

DIE BIBLIOTHEK IN DER MOSCHEE . . .23


Der bauliche Rahmen seit 221/836 23 . Die Maqsura des Mucizz
als Bib liothek 28.
( I II

Die S t i f tun g von Büchern . . 28


Daten zur Bibliotheksgeschichte 28 . Stiftungen für den
~amic cUqba und andere Moscheen 29 . Festlegung des Or-
tes durch die Stiftung 30. Nutznießer der Stiftung 30 .
Stiftungen aus Nachlässen 32 .
An f ä n g e der Bi b 1 i 0 t h e k 32
Nichtkoranische Literatur in der Bibliothek 32. Buch-
stiftungen der Zlriden 33. Die Bibliothek als Träger
einer religiösen und politischen Botschaft 34 .
0 e r U m fan g der Be s t ä n d e . . . . . . . . 35
Schätzung aufgrund der Inventare 35 . Geringes Volumen
der nichtkoranischen Schriften 36.
Die I n v e n t are 36
Das Schicksal der Bibliothek nach 449/1057 36. Die Bi -
:,'

bliothek als Tresor und Archiv 37. Eine erste Revision 37 .


al-cAbdarls Besuch 688/1289 38. Bedeutung der alten
Schriften für Biographen und Historiker 39 . Die zweite
Revision 39. Aufstellung der Bestände 39. Neuzugänge 40.
Ein drittes Inventar im 9./15.Jh. 40 .

DIE WIEDERENTDECKUNG DER BIBLIOTHEK UND IHR WEITERES


SCHICKSAL BIS IN DIE GEGENWART· . 42
Bibliothekswesen in Tunesien vor 1881 42. Der französi-
sche Versuch eines Handschriftenzensus 42. Besuche in
der Großen Moschee 43. Die Wiederentdeckung durch Mu -
hammad Bek Bayram (VI.) 44. Seine Beschreibung der Bi -
bliothek 45. Renovierung der Räume, Ordnen und Katalo-
gisieren des Bestandes 46. Hasan Husnl cAbd al-Wahhab 47.
an-Nayyals Initiative 47. Die Bestände nach Tunis 48.
Rückkehr der Bibliothek und Unterbringung in Raqqada 49.
Heu t i g e Be s t ä n d e der Bi b 1 i 0 t h e k . . 49
Ein b ä n d e und p a 1 ä 0 9 rap his c her
B e fun d 51
Alte Qayrawaner Einbände 51. Dekoration der Einbände 52.
Nichtkoranische frühe Handschriften ungebunden? 55 . Ma-
terial zum Studium früher Techniken 55 .

ZUSAMMENFASSUNG 57
( IV

L IST E A 59

Chronologische Tabelle 60
Korane . . . . 61
Nichtkoranische Literatur 63
Urkunden ....... . 89

TEIL 11

DAS I NV E NT A R VON 693/1294 91


übersetzung 92
Korrigenda zur Edition des arabischen Textes 115

L IST E B 116

L I T E RAT U R VER Z EIe H N I S . 126


Quellen 126
Moderne Literatur . 129

A N M E R K U N GEN zu Teil I 136


EIN LEI TUN G

Um Bedeutung und Geschichte der Bibliothek der Großen Moschee


von al-Qayrawän recht verstehen zu können, ist ein kurzer Blick
auf die allgemeine Geschichte islamischer Bibliotheken zu werfen.
Hier soll jedoch nicht erneut der Versuch einer zusammenfassenden
Darstellung unternommen werden. Letzteres ist in bislang unüber-
troffener Weise im Beitrag von Kurt Holter zum Handbuch der Biblio-
thekswissenschaft geschehen (Lit.Nr.58)1. Auch kann es sich nicht
darum handeln die lange Reihe jener Arbeiten fortzusetzen, die
Nachrichten zu einzelnen Bibliotheken aus literarischen Quellen
zusammenstellen 2 . Denn dies sei schon hier gesagt Quellen-
belege dieser Art gibt es zu unserer Bibliothek nicht 3 . Ihre Ge-
schichte im engeren Sinn läßt sich auf einer ganz anderen und zu -
gleich festeren Quellenbasis erforschen: den erhaltenen Beständen .
Während all jene Bibliotheken des islamischen Mittelalters,
deren bedeutendste nach der Zahl der Bände noch manche jüngere
Universitätsbibliothek unserer Tage übertrafen, längst nicht mehr
bestehen, ihre Bücherschätze Feuer und Plünderung zum Opfer gefal -
len oder sonst zerstreut worden sind, stehen wir hier vor einem
der glücklichen Zufälle der Geschichte: Die Große Moschee von al-
Qayrawän hat trotz aller widrigen Umstände Handschriften bewahrt,
die i m 3./9. und 4 ./10.Jh. 4 entstanden sind. Die Eigenart des er -
haltenen Materials macht es möglich, die Geschichte der Biblio-
thek nachzuzeichnen und wichtige Bereiche des geistigen Lebens
in jener alten Metropole des islamischen Magrib zu erforschen .
Obwohl die Bibliothek auch zu Zeiten ihrer Blüte im 5 . /11 . Jh .
kaum größeren Umfang erreicht haben wird und keines der erhalte-
nen Werke zeitgenössischer Historiker und Geographen sie der Er-
wähnung für wert erachtet, ist sie für die Forschung von größter,
noch kaum abschätzbarer Bedeutung . über ihre Bedeutung für isla-
mische Gelehrte der frühen Jahrhunderte wird unten noch ausführ -
licher zu reden sein.
Wir haben es mit einem Beispiel des ohne Zweifel ältesten is-
lamischen Bib lio thekstypus zu tun, mit einer Moscheebibliothek 5 .
Mit der Ausbreitung des Islams als Schriftreligion ging die Ver-
breitung seines Buches göttlicher Offenbarung, des Korans, über
die gesamte islamische Welt einher 6 . Zwar handelt es sich beim
2

Koran in erster Linie nicht um das zu lesende~ sondern um das zu


rezitierende Wort Gottesi, der mUndliche Vortrag des auswendig
beherrschten Textes hat fUr die Gläubigen Vorrang vor dem Studium
der niedergelegten Schrift, doch war die schriftliche Fixierung
fUr die unveränderte und zuverlässige Weitergabe von allem Anfang
an unerläßlich 2 . Auch war die schriftliche Form Voraussetzung da-
fUr, dem Rezitator durch Hilfszeichen den korrekten und kunstvol-
len Vortrag (ta~wld) in der Moschee zu erleichtern . Teilbände des
Korans (häufig in 30er-Teilung) wurden und werden bis heute dazu
verwendet, bei festlichen Anlässen bestimmte Abschnitte und auch
oft mit mehreren Rezitatoren zugleich die gesamte Schrift
zu sprechen 3 . Es ist also nur natUrlich, daß seit frUhester Zeit
in den Moscheen, sofern dies feste Gebäude waren, auch ein oder
mehrere Korane aufbewahrt wurden.
Damit haben wir nun noch keine Bibliothek . Zu deren Entste-
hung kann es erst im Zusammenhang mit anderen Funktionen der Mo-
schee kommen. An erster Stelle ist hier der Unterricht zu nennen.
Dabei kommt der Unterweisung kleiner Kinder im Koran, in Lesen,
Schreiben und Rechnen 4 , die sich ehe r auf die ausreichende Kennt-
nis des Lehrers (mu'addib) als auf BUcher stUtzte, geringere Be -
deutung zu. Weit wichter sind hier die Gelehrten, die die Moschee
zum Ort ihrer Sitzungen (ma~alis, sg. ma~lis) im Kreis der bei
ihnen lernenden Hörer wählten. Im Rahmen des Lehrbetriebs ist der
Gebrauch von BUchern vielfach belegt 5 . Das ein oder andere dieser
BUcher mochte in der Bibliothek deponiert werden, um fUr regel-
mäßig in der Moschee betriebene Lehre zur VerfUgung zu stehen.
FUr die zahlreichen auswärtigen, "auf der Suche nach Wissen"(fl
talab al-cilm) reisenden 'Scholare ' (talaba, sg. talib) konnten
grundlegende Werke des Rechts (fiqh) oder der Tradition (hadl!)
in der Moschee bereitgehalten werden. Hiermit hätten wir den An-
fang einer Bib liothek, die sich im Laufe der Jahrhunderte in je-
der größeren Moschee findet . In der seit dem 4 ./10. Jh . entstehen-
den Madrasa 6 wird der Lehrbetrieb mit zugehöriger Bib liothek in
festere institutionelle Formen gebracht ; die großen Moscheen be-
halten währenddessen ihre Funktion als Bildungsstätten bei .
Die in der Moschee aufbewahrten BUcher wurden dort als ' from-
me Stiftung ' der Donatoren zum unveräußerlichen Gut , allein dem
in der Stiftungsurkunde, einem in der Handschrift eingetragenen
( 3

Vermerk, möglicherweise angegebenen Zweck vorbehalten. Youssef


Eche hat als erster darauf aufmerksam gemacht, daß im w a q f bzw.
hub u s (fromme Stiftung) von Büchern eine besondere Problema-
tik liegt, denn nach allgemein gültigem islamischen Recht kann
sich die Stiftung nur auf unveränderliche, also meist immobile
Güter beziehen l . Die in diesem Punkt sicherlich nur vorläufige
Untersuchung von Eche stellt Lehrmeinungen aus verschiedenen
Rechtsschulen zusammen, die sich hinsichtlich der Zulässigkeit
des w a q f von Büchern widersprechen. Ein gewisser Konsens be-
steht lediglich darin, die Stiftung von Koranen (waqf al-masahif)
zuzulassen, da sie durch den Brauch der Muslime gerechtfertigt
sei. Nach Eche kommen wa q f - Bibliotheken, die er unter dem Be-
griff d Ü r a 1 - c i 1 m zusammenfaßt, nicht vor Ende des 3./
9.Jh.s auf. Ein Beispiel, das einen hanafitischen Rechtsgelehrten,
Nusayr b. Yahya (st.268/88l) aus Balb, als Stifter seiner Bücher
zugunsten der hanafitischen f u q aha' zeigt, nennt er jedoch
. 2
selbst für eine frühere Epoche, wenn sich daraus auch noch nicht
auf eine selbständige Bibliothek auf dieser Rechtsgrundlage schlie-
ßen läßt. Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang ist die Fra-
ge, ob es zulässig ist, gestiftete Bücher aus der Bibliothek zu
entleihen; Eche stellt hierzu meist bejahende Äußerungen der Ju-
. t en zusammen.
rlS 3

Der Schwerpunkt der in den Moscheen betriebenen Wissenschaften


lag eindeutig bei den islamischen im engeren Sinne, also Koranwis-
senschaft mit den verschiedenen Lesungen (qira'at) und der Exege-
se (tafslr), Prophetentradition (had,!) und Rechtswissenschaft
(fiqh). Hinzu kommen noch Theologie (kalam), Mystik (tasawwuf),
Sprachwissenschaft und Literatur, aber auch der besonders für die
Traditionarier (mu~addi!ün) wichtige c i 1 m a r - r i ~ a 1 (Bio-
graphie). Andere Wissenschaften, die durch übersetzungen auch das
Wissen der griechischen Antike und des Hellenismus rezipieren, an
erster Stelle Philosophie, Astronomie, Medizin und Pharmazie, sind
von der Moschee nicht grundsätzlich ausgeschlossen, haben ihren
eigentlichen Platz aber an Institutionen wie dem "Bayt al-Hikma"
(Haus der Weisheit) der Abbasiden in Bagdad oder an der entspre-
chenden a~labidischen Einrichtung in al-Qayrawan bzw. Raqqada 4
( 4

Der Forschungsstand

1956 veröffentlichte Ibrahlm ~abbüh den alten Si~ill (Lit.


Nr . 25) , das Inventar der Moscheebibliothek von 693/1294, das ich
in Teil II dieser Arbeit in deutscher übersetzung wiedergebe . Da -
mit liegt das bislang wichtigste bibliothekshistorische Dokument 1
vor, dessen Vergleich mit den heute nachgewiesenen Beständen (s .
Liste A) interessante Rückschlüsse auf das weitere Schicksal der
Bibliothek zuläßt . Einen Versuch , ihre Geschichte und heutigen Be-
stände in knapper Form vorzustellen, unternahm Muhammad al-Buhll
an-Nayyal in seiner 1963 veröffentlichten Broschüre (Lit.Nr . 94) .
Di eser Be itrag bli eb mir trotz allen Suchens bisher unzugänglich 2
Sein Inhalt wird jedoch kaum wesentlich über die früheren Veröf -
fentl ic hungen Nayyals (Lit.Nr.95 u . 96) und das hinausgehen, was
Joseph Schacht (Lit.Nr.105) daraus übernommen hat.
Schacht und nach ihm Miklos Muranyi (Lit . Nr . 91,92 , 93) haben
erstmals intensive Handschriftenstudien in al-Qayrawan bzw . in
Tunis, wohin die Bestä nde zeitweilig geb racht waren, und nunmehr
in Raqqada betrieben. Zwar galt ihr Augenmerk nicht in erster Li-
nie der Bibliotheksgeschichte, doch verdankt ihnen die vorliegen-
de Arbeit den größten Teil der verwertbaren Angaben zu den erhal-
tenen Handschriften und deren jeweilig em Einzelschicksal .
Verstreute, meist magere Angaben zur Bibliothek oder ihren Be -
ständen konnte ich überdies aus einer breiten Palette unterschied-
lichster Literatur gewinnen . Allgemeine bibliothekshistorische
Orientierung lieferten besonders die Arbeiten von Eche und Imad E.
Ghanem (Lit.Nr . 45 u.49).
Nicht zuletzt die vorliegende Arbeit belegt, daß die Geschich -
te der Bibliothek der Großen Moschee von al-Qayrawan in weiten
Teilen noch zu erforschen bleibt .
DER G E S CHI C H T L ICH E HIN T ERG RUN D

Mit der Gründung von al-Qayrawan1 auf den Resten einer älteren
Siedlung um das Jahr 50/670 erhielt das islamische Ifrlqiya 2 sein
politisches und geistiges Zentrum, das bis in die zweite Hälfte
des 2./8 .Jh. s auch Hauptstadt des islamischen Westens (al-Ma~rib3)
insgesamt war . Wie bei Basra, Kufa und al-Fustat handelt es sich
bei al-Qayrawan zunächst um eine Lagerstadt im neu eroberten Land.
Wie im Irak und in ~gypten führt das Zusammenleben der neuen ara-
bisch -isla mischen Herren mit den Einwohnern des Landes allmählich
zur Ausprägung neuer Formen der geistigen und materiellen Kultur .
Dabei ist ein Umstand zu beachten, der al - Qayrawan von den anderen
bekannten "G arnisonsstädten" (amsar) und Nordafrika allgemein von
den Ländern des Ostens unterscheidet :
Das romanisierte Nordafrika vor dem Islam hatte seine Basis in
der Stadtbevölkerung und erfaßte auf dem Land lediglich die land-
wirtschaftlich ertragreichen Ebenen . Ein Großteil der übrigen Land-
bevölkerung seit der arabischen Eroberung einheitlich Berber
(barbar) genannt war in bergige Regionen zurückgedrängt und
von römischer Zivilisat ion bestenfalls oberflächlich berührt wor-
den. Der Raum direkter römischer Herrschaft wurde bereits seit dem
4.Jh. schrittweise zurückgenommen. Wandalische Invasion und byzan-
tinische Rückeroberung im 6.Jh. hatten trotz des von Konstantino-
pel betriebenen militärischen Ausbaus eine Schwächung der auf ho-
her kultureller Stufe stehenden Städter zur Folge . Die politischen
Wirren des 7.Jh.s bei zunehmender Stärke der großen berberischen
Stammesverbände und schließlich das Eindringen der arabischen Hee -
re ließen viele ihre Zuflucht im byzantinischen Machtbereich auf
Sizilien und in Unteritalien suchen. Der Widerstand gegen die neu-
en Invasoren lag daher schon bald ganz in der Hand der Berber, die
erst nach schweren Rückschlägen unterworfen und zur Anerkennung
der Herrschaft des Islams gebracht werden konnten .
So stand anders als i m Osten, in ~gypten, Syrien , Irak und Iran ,
den Arabern in Ifrlqiya nur eine relativ schwache Schicht von Re -
präsentanten der längst nicht mehr blühenden städtischen Kultur
gegenüber . Di e große Zahl der Bevölkerung aber stellten die Berber,
die - teilweise nomadisierend - das offene Land beherrschten . Nur
allmählich islamisiert,wurden sie erst seit dem 5. jl1.Jh . durch
( 6

aus Oberägypten eindringende Beduinen arabisiert. In quantitativer


Hinsicht ruht die städtische geprägte islamisch-arabische Kultur
der ersten Jahrhunderte also auf einer recht schmalen Basis. Es
wundert daher nicht, daß sich für den Magrib auch im Bereich der
Bibliotheksgeschichte nicht jene Vielzahl von Anekdoten und Berich-
ten nachweisen läßt wie dies beispielsweise für den Irak oder Hu-
räsän der Fall ist.
Konnte im Osten das Interesse der abbasidischen Kalifen an den
Wissenschaften der Antike durch Gelehrte aus den eroberten Ländern
geweckt werden und gestützt auf diese eine übersetzungsbewegung
größter Bedeutung in Gang kommen, so finden wir im Westen nichts
Vergleichbares. Während im Osten zahllose Werke griechischer Auto-
ren, die man zum Teil eigens aus Konstantinopel kommen ließ, ins
Arabische übertragen wurden, kann für die parallele übertragung
lateinischer Literatur durch sprachkundige Bewohner Nordafrikas
kaum ein Beispiel benannt werdenI. Selbst in Spanien, das unter
dem Islam zu beispielloser kultureller Blüte aufstieg, kann von ei-
ner " übersetzungsbewegung" vom Lateinischen ins Arabische, auch ge-
ringsten Umfangs, nicht gesprochen werden. Der wichtigste Grund
hierfür ist zweifellos das Fehlen einer Gruppe einheimischer Ge-
lehrter im islamischen Magrib, die als Träger einer noch lebendi -
gen lateinischen Wissenschaft gelten konnte.
Auf arabischer Seite aber wurde das vielfach bestehende Inter-
esse an Werken der Antike durch vor allem in Syrien und im Irak
hergestellte übertragungen befriedigt . Besonders über Spanien, aber
auch von IfrTqiya nach Unteritalien 2 , hat so das Erbe der griechi-
schen Wissenschaften an das christliche Abendland weitergegeben
werden können. Durch seine Weitergabe und Fortentwicklung in der
islamischen Welt hat Europa seit dem 12.Jh. dadurch zugleich den
Einfluß arabisch schreibender Autoren erfahren, deren bedeutendste
Namen, wie Averroes oder Avicenna, noch heute im Bewußtsein des
Europäers erhalten sind.
Kehren wir zurück nach al-Qayrawän, dessen Geschichte hier nur
soweit umrissen werden soll, wie dies zur historischen Einordnung
der Bibliothek seiner Großen Moschee dienlich ist.
Von cIkrima, dem Freigelassenen des Prophetengenossen Ibn cAb -
bäs, der um die Wende zum 2./8.Jh . nach IfrTqiya kam, wird berich-
( 7

te t 1, er hab e i m r ü c kwä r ti gen Te i 1 des ~ ä mi c Cu q ba (d erG roBen Mo-


schee)' westlich des Minaretts, seine Sitzungen gehalten. Dabei
hat er ohne Zweifel nicht allein jene in der islamischen Tradi-
tionswissenschaft auf ihn zurückgeführten überlieferungen weiter-
gegeben, sondern auch seine ~äri~itischen2 Auffassungen vermittelt.
Wie jede große Moschee war auch diese Mittelpunkt des Lebens der
Stadt. Hier wurden nicht nur das Gebet verrichtet und vom Herr -
scher bzw. seinem Beauftragten die Freitagspredigt gesprochen, son-
dern ebenso Unterricht gehalten, Nachrichten ausgetauscht, Dispu-
tationen geführt, Recht gesprochen und leichtere Züchtigungen lan-
gewandtl; auch für die übernachtung reisender Muslime diente der
Betsaal als Schlafstätte . Hier kam das Volk zusammen, um einem neu-
en Herrscher zu huldigen; und andererseits konnte von der Versamm-
lung in der Moschee der Aufstand gegen einen ungeliebten Herrn aus-
gehen. Für cIkrima und andere Repräsentanten religiös-politischer
Bewegungen im Islam war es daher von besonderer Wichtigkeit, daß
ihr Wort auf diesem Forum gehört wurde.
Tatsächlich scheinen über 130 Jahre lang in al-Qayrawan alle
Vertreter widerstreitender Meinungen ungehinderten Zutritt zur Gro-
ßen Moschee gehabt zu haben. In einer Nachricht, die das Ende die-
ser Zeit betrifft 3 , werden zwei bäri~itische Gruppen (Sufriten und
Ibaditen) und die MuCtaz ili ten genannt, die in Disputationszirkeln
ungehindert ihre IIIrrl ehren verbreitet hätten . Diesen Zuständen
ll

bereitete der 234/848-9 im Alter von 74 Jahren zum Kadi ernannte


Sahnun b. Sac,d (st.240/854) kraft seines neuen Amtes energisch
ein Ende. Insbesondere untersagte er den IIHäretikern ll
, das Gebet
zu leiten 4 und Kinder zu unterrichten.
Doch nicht alle wollten sich dieser Anordnung eines Kadis fü -
gen, der eine erst seit relativ kurzer Zeit zu klar umrissenen Leh -
ren findende IIsunnitische" Rechtsschule (ma9hab) vertrat 5 und
bis zu seiner Ernennung als Lehrer dieses malikitischen Ma9hab ne-
ben ihnen Unterricht erteilt hatte. Wer sich widersetzte, wurde
gemaßregelt und als Missetäter in den Straßen umhergeführt . Andere,
die einlenkten, setzte Sahnün dagegen als seine Vertreter außer-
halb von al-Qayrawän ein 6 : Im Einvernehmen mit dem Herrscher, dem
Aglabiden Muhammad 1.(226-242/841-856), wurde mit dem malikitischen
Kadi auch di~ durch seine Vorgänger im Amt vertretene muCtaziliti-
sche Richtung als offizielle Doktrin der Abbasiden (seit al-Ma'mun)
( 8

und ihrer nordafrikanischen Vasallen entmachtetl.


Damit war aber keineswegs schon der Vorrang der Mälikiten für
die kommende Zeit gesichert. Unter den sunnitischen Rechtsgelehr-
ten gehörte die überwiegende Mehrheit um die Mitte des 3.j9.Jh.s
noch der irakischen Schule, d.h. dem Maghab des Abü Hanlfa an 2, und
in der Folge wechselten sich Hanafiten un~ Mälikiten als Träger
des obersten Kadi-Amtes ab. Eine Einrichtung, die auf Sahnün zu-
rückging und dem Kadi das ungestörte Anhören der streitenden Par-
teien und der Zeugen ermöglichen sollte, war ein in die Große Mo-
schee eingebauter Raum (bayt)3. Dieser Sitzungsraum des Kadis
wurde bei Amtsantritt eines "Irakers" (d.h. Hanafiten) regelmäßig
eingerissen und ebenso regelmäßig durch den nächstfolgenden "Me-
dinenser" (d.h. Mälikiten) wieder aufgebaut 4 . Dies mag als äußer-
lich sichtbares Zeichen bestehender Rivalitäten genügen.
Solche Differenzen konnten allerdings durchaus auch innerhalb
derselben Rechtsschule auftreten und sich an der richtigen Inter-
pretation des Rechts entzünden. Denn islamisches Recht ist reli-
giösen Ursprungs, von Gott gegeben. Zwar werden nicht alle recht-
lichen Normen durch den Koran festgelegt, doch gelten die Aussagen
und Taten des Propheten, der Brauch der von Gott rechtgeleiteten
Gemeinschaft wahrer Gläubiger und deren Konsens als gleichermaßen
gültige Quellen deS Rechts . Wenig Raum bleibt da für einen 'staat-
lichen' Gesetzgeber. Dem Herrscher obliegt vielmehr Achtung und
Förderung der Gelehrten, die sich um das richtige Verständnis (fiqh)
des Rechts (~arlca) bemühen und durch ihr qualifiziertes Gutachten
(fatwä, pl. fatäwin) einzelne Probleme und Streitfragen im Zusam-
menleben der Muslime zu lösen suchen.

Die Gelehrten in al-Qayrawän

Die f u q a h ä' (sg. faqlh, Rechtskundiger) bildeten mit den


übrigen Gelehrten (cälim, pl. culamä') eine von staatlicher Insti-
tution weitgehend unabhängige Gruppe (ahl al-cilm), die abgesehen
von der Fortentwicklung ihrer jeweiligen Disziplinen Lehre und Wei-
tergabe ihrer Werke nach selbstgesetzten Regeln betrieb . Auch stand
sie in selbständigem Austausch mit entfernten Ländern der islami-
schen Welt. Der Lebensunterhalt von Lehrenden wie Lernenden ei-
ne strenge Trennung gab es hier nicht ruhte gleichfalls auf pri-
( 9

vater Grundlage . Wenn ihnen nicht eine Unterstützung aus einer


religiösen Stiftung (waqf, hubus) zukam, wie sie in der Geschichte
der Madrasa (seit dem 4./10.Jh.) so häufig belegt ist, jedoch in
al-Qayrawän bisher nicht nachgewiesen werden konnte 1 , lebten sie
meist vom Ertrag ihrer Arbeit in Handwerk und Handel. So werden
für Angehörige der Gelehrtenklasse, die in den Handschriften der
Moscheebibliothek als Lehrer, Vorleser, Hörer oder Stifter einge-
tragen sind, neben Berufen wie Lehrer (mu'addib; vgl. B7) oder Ge-
betsrufer (mu'a~~in; vgl. B43) auch Wollweber oder -händler (saw-
wäf; vgl. B2,B45), Strohhändler (tabbän ; vgl. BIO), Honigsammler
(cassäl; vgl. B27), Satteldeckenmacher (barägiCl; vgl. B62) , Perl-
muschelhändler (sadafl;
. vgl. B67), Bader (ha~~äm;
. vgl. B8), Stie-
felnäher (barräz; vgl. B79), Schmiede (haddäd; vgl. B95) und ölpro-
duzenten (zayyät; vgl. B99) genannt 2 .
Unter den ältesten bedeutenden Gelehrten von al-Qayrawän ist
Yahyä b. Salläm (124-200/742-815), der vor allem Koranexegese lehr -
te. Sein "Tafslr", das in der Bibliothek in einigen Fragmenten er-
halten ist (AI93-A203), gehört zu den frühesten Werken dieser Dis-
ziplin . Allein durch eine in der Großen Moschee erhaltene Hand-
schrift ist ein weiteres Werk von ihm, das der Worterklärung ge-
widmet ist, "at-Tasärlf" (A204-A206), bekannt. Bedeutende Teile
daraus sind durch ~ind ~alabl vor kurzem ediert worden (Tunis 1979).
Zur folgenden Generation, der noch die unmittelbaren Schüler
des großen Rechtslehrers von Medina, Mälik b . Anas (vgl . AI40,AI41) ,
angehören, rechnet Asad b. al - Furät (st . 213 od .2 14/828 od . 829)3,
dessen " Asadiyya" (A28,A29) die erste breite Zusammenstellung mä-
likitischen Rechts ist und überaus befruchtend auf seine Zeitgenos-
sen gewirkt hat. Die "Asadiyya" wurde allerdings schon bald durch
das Grundwerk der nordafrikanischen Mälikiyya, die "Mudawwana" des
Sahnün (AI54-AI61) abgelöst 4 . Nicht zuletzt durch Sahnün wurde al-
Qa;rawän seit 191/806-7 5 zu einem wichtigen Zentrum ~älikitischer
Lehre. Manch einem Spanier und Nordafrikaner war es das eigentli-
che Ziel, über das hinaus er nicht weiter nach Osten strebte .
Die Blüte islamischer Wissenschaften in al - Qayrawän wird vom
Aufleben der Buchkultur begleitet . Das " Sammeln von Büchern" (~amc
al -ku tub), worunter wohl in erster Linie die übernahme des Textes
in einer "Vorlesung" und das oft eigenhändige Kopieren zu verste-
hen sind, wurde zu einer so selbstverständlichen Betätigung der Ge-
lehrten, daß ein Abweichen von dieser Regel ausdrücklich hervorge-
( 10

hoben wird. So im Fall von Sahnüns 1 Schüler Ibn al-Haddäd (B77)2,


der gleichwohl selbst verschiedene Werke verfaßte, die in der Gro-
ßen Moschee unterrichtet und ihrer Bibliothek nach seinem Tod (302
/914-5) gestiftet wurden (vgl.A93-A96)3. Schon um die Mitte des
3./9.Jh.s gab es in der Stadt bedeutende Privatbibliotheken, von
denen eine, die des wohlhabenden Gelehrten Abu 'l-Fadl Ahmad b.
cAl~, zwischen 251/865 und 261/874-5 für 1200 Dinar4·ver~auft wur-
de 5 .
cYsä b. Misk~n, von 280/893 bis 289/902 Kadi unter dem Agla-
biden Ibräh~m 11., führte während dieser Jahre einen Besucher in
ein Zimmer, das die Bücher seiner Bibliothek ganz ausfüllten; für
sämtliche Werke besaß er das überlieferungsrecht (riwäya)6. Die
Bibliothek der Großen Moschee besitzt noch heute Handschriften
des "~ämic" und des "Muwatta'" von Ibn Wahb (A122,A125), auf denen
vermerkt ist, daß cYsä b. ·Misk~n diese Werke 270/883 (7) und 290/
903 in seinem Haus unterrichtet hat. Unterricht 7 im eigenen Haus
zu erteilen, war ein häufig anzutreffender Brauch (vgl. auch A25).
So hielt Muhammad
. b. Sahnün,
. der seit 240/854 die Sitzungen seines
Vaters fortführte, diese sowohl in der Großen Moschee als auch im
.
elgenen Haus 8

Einer der Gelehrten, die als Lehrer (~aYb) den größten Zulauf
hatten, war Yahyä b. c Umar (8123). Den "Muwatta"', in dem die Leh-
ren Mäliks zusammengetragen sind, und die "Mudawwana" des Sahnün
unterrichtete er in der Großen Moschee. Wegen der Menge der Hörer
mußte der Vorleser (qäri') erhöht auf einem Stuhl sitzen, um auch
von weitem noch verstanden zu werden 9 . Ein Werk, das die Biblio-
thek noch heute bewahrt (A207), mag sein Bruder Muhammad 271/884
bei Yahyä b. cUmar in dessen Haus gehört haben. Unier der großen
Zahl sei ner Schül er werden besonders fl ei ßige "Büchersamml er" ge-
nannt, wie Abu Bakr Muhammad
. b. Muhammad
. at-Tammär 10 (i.e. der Dat-
tel verkäufer) und der arme 'Bibliophile' A~mad b. Mu~ammad al-Qa~-
r~ (st.322/933-4), der im Alter von sich sagen konnte, ihm sei in
vierzig Jahren keine Feder ausgetrocknetlI. Als al-Qasr~ eines Ta-
- c - .
ges Yahya b. Umar in Susa (Sousse) aufsuchte, bemerkte er, daß
sein Lehrer ein neues Werk niedergeschrieben hatte. Doch mittellos
wie er war, besaßerkeinGeld, um sich Pergament für eine Kopie zu
kaufen. So ging er zum Markt und erstand für sein Hemd die ersehn-
ten Blätter. Bevor er das kopierte Werk mit sich nach al-Qayrawän
( 11

nahm, verglich er es noch einmal mit dem Exemplar des MeistersI .


Das Kopieren zum eigenen Gebrauch war im 3.- 4./9 .- 10.Jh . wohl
die häufigste Methode, durch die Qayrawäner Gelehrte in den Be-
sitz der von ihnen benötigten Texte gelangten. Gelegentlich werden
sie einen anderen, vielleicht einen Schüler, mit dem Kopieren be-
auftragt haben. Zwar ist für das Jahr 329/940-1 erstmals ein Buch-
händler belegt, der aus dem Irak kommend über Ifrlqiya nach Spa-
nien weiterreiste 2 , doch wird das Abschreiben für eigene Zwecke
so regelmäßig berichtet, daß wir es zumindest für die Rechts - und
Traditionswissenschaften als generellen Brauch annehmen müssen . So
heißt es beispielsweise, daß Hamdun b . Mu~ähid al-Kalbl (st.321/
933) gesagt habe: "Mit meiner Hand habe ich 3500 Bücher (kitäb)
geschrieben, doch das Buch, mit dem ich ins Paradies eintreten
werde, habe ich vielleicht noch nicht aufgezeichnet" . Erst nach
richtigem Verstehen des Textes ging er daran, ihn niederzuschrei-
ben, wobei er alle schwierigen Wörter vokalisierte. Berühmt für
seine Frömmigkeit und sein großes Wissen hatte er Schüler in Ägyp-
ten wie im Westen; das Weitertragen des Wissens lag ihm am Herzen 3
Ähnlich wifd von seinem Zeitgenossen, dem Historiker und Biogra -
phen Abu Il-c Arab (B28) gesagt, er habe mit eigener Hand 4000 Bü -
cher (kitäb) geschrieben 4 . Fragmente in seiner Schrift sind in der
Moscheebibliothek bereits identifiziert worden (A32,AI19,AI28,AI29).
Die scheinbar sehr große Zahl von Büchern, die ein Einzeln er
kopiert haben soll, wird verständlich, wenn man bedenkt, daß mit
IBuch (kitäb) in dieser Zeit meist ein Heft von 14 bis 24 Blatt,
l

bis zu 30cm hoch und bis zu 20cm breit gemeint ist. Auch Blätter,
die vom Rand der Tierhaut geschnitten nicht mehr auf allen Seiten
gerade Kanten aufwiesen und hier und da auch Löcher hatten, wur-
den beschrieben. Diese d a f t a r (pl . dafätir) oder auch kur-
r ä s a (pl. karärls) genannten Hefte scheinen ungebunden benutzt
und aufbewahrt worden zu sein. Obwohl ein vollständiges Werk aus
einem Dutzend HefteS oder mehr bestehen konnte, scheinen stärkere,
auch wirklich gebundene Bände (sifr, pl. asfär) erst relativ spät,
vielleicht erst gegen Ende des 4./10.Jh.s Eingang in die Praxis
der islamischen Wissenschaften gefunden zu haben. Dies steht mög-
licherweise auch in Zusammenhang mit der Eigenart , der Entstehung
und We i te r gab e die s er Bü c her" .
11
( 12

Islamisches Buchwesen im 9. und 10. Jahrhundert

Die sich zur alten islamischen Buchkultur grundsätzlich stel-


lende Frage, ob mündliche oder schriftliche Tradierung des Wissens
und insbesondere der 'Werke' früher Autoren das bestimmende Medium
gewesen sei, ist in der wissenschaftlichen Diskussion immer wieder
behandelt worden, zuletzt mit einem Vorschlag zur Synthese der ge-
gensätzlichen Standpunkte von Gregor Schoeler (Lit.Nr.l08). Hier
ist nicht der Ort, dieses Problem grundsätzlich zu behandeln, doch
muß darauf hingewiesen werden, daß sich in al-Qayrawan die einzig-
artige Gelegenheit bietet, Handschriften zu studieren, die bereits
im 3./9.Jh. im Lehrbetrieb gebraucht wurden. Sie versprechen Ant-
wort auf manche Frage zu geben, die man bisher aufgrund weit jün-
geren Materials und literarischer Beric~te zu erhellen gesucht hat.
Um hier Fortschritte zu machen, sind allerdings einige "hilfs-
wissenschaftliche~ Methoden anzuwenden, die in der Orientalistik
bisher nur von wenigen praktiziert wurden, darunter insbesondere
die genaue paläographische Analyse aller Nachträge und Vermerke
auf einer Handschrift. So ist es beispielsweise entscheidend zu
wissen, ob ein Hörervermerk (samac) vom Schreiber in einem Zuge
mit dem übrigen Text aufgezeichnet wurde: hier wäre davon auszu-
gehen, daß die Handschrift für den Hörer, der das Recht zur Wei-
tergabe des Werkes erhält, hergestellt wurde. Sind Hörervermerke
dagegen nachträglich hinzugesetzt, läßt sich dadurch die Verwen-
dung der Handschrift im Unterricht und die Anwesenheit der genann-
ten Hörer belegen, offen bleibt aber, ob die Kopie für einen von
ihnen hergestellt wurde, ob sie selbst eigene Kopien anfertigten
oder anfertigen ließen.
An dieser Stelle sollen einige Bemerkungen zu Entstehung und
Tradierung von Werken im Qayrawan des 3./9. und 4./10.Jh.s genügen,
die sich wohlgemerkt auf die islamischen Wissenschaften im engeren
Sinne beziehen:
Fa 11 1: Der Lehrer (~ayh) findet sich zur Sitzung (ma~lis) in
der Moschee oder in seinem Haus im Kreis von Hörern (talaba)
ein, die von ihm die Erörterung eines bestimmten Problemkreises er-
warten. Der Lehrer behandelt einige Punkte und stützt seine Ansich-
ten neben Koranstellen und Prophetentraditionen auch auf die Auto-
( 13

rität anderer Rechtslehrer. Mit oder auch ohne seine Billigung


macht der eine oder andere Hörer Aufzeichnungen, in die auch die
Fragen von Hörern und die Antworten des ~aYbs eingehen können. Die
Sitzungen eines Tages oder einer Woche mögen zur Behandlung eines
thematischen Abschnitts genügen und in ein oder zwei Heften notier~
werden. Diese über einige Zeit, auch Jahre, fortgeführten und das
Wesentliche in knapper Form festhaltenden Mitschriften sind die
erste zusammenhängende schriftliche Fixierung des 'Werkes' jenes
Lehrers, der auch selbst einige Notizen besitzen mag. Parallel von
mehreren geführte Mitschriften zeigen begreiflicherweise Varianten ,
Andere Hörer geben Gehörtes ohne schriftliche Aufzeichnung später
in einem eigenen Kreis wieder, wo es dann erst zur schriftlichen
Fixierung kommt . Auch der ~aYb selbst nimmt bei Inhalt und Anord-
nung des Stoffes, wenn er den Problemkreis vor anderen Hörern er-
neut behandelt, Veränderungen vor.
Beispiele für den skizzierten ersten Fall sind zahlreich, man
denke nur an den am Beginn des Madhab stehenden M~lik, für dessen
"Muwatta' " (vgl.A25,A75,A112-Al17,A124-A126,A127,A140) Ibn Nasir ad-
dln (st.842/1438) nicht weniger als 79 überlieferer nennt, denen
mindestens ebensoviele Rezensionen entsprachen 1 . Für al-Qayrawan
- - 2
sei das Werk "Ahkam as-suq" genannt, das auf dieselbe Art im Un-
terricht des sch~n erwähnten Yahya b . c Umar (st . 289/902) entstand 3 ,
Die Hörer haben es mit den entsprechenden Abweichungen überliefert;
zwei dieser überlieferungen, die des Abü ~acfar al - Qasrl und des
Ibn ~ibl, sind uns erhalten und mittlerweile ediert . .
F all 2 : Ein ~aYb besitzt das Recht zur überlieferung eines
Werkes, dem bereits durch den 'Autor' oder einen Späteren schrift-
liche Form gegeben wurde. Im Unterricht läßt er es von einem Leser
vorlesen 4 , korrigiert dessen Fehler, kommentiert einige Passagen
und antwortet auf Fragen. Vorlesen kann auch ein einziger beim Leh-
rer sitzender Hörer. Mitschriften können als Zusätze zum Ausgangs-
werk die Erläuterungen des ~aYbs verzeichnen 5 . Der in seinem Unter-
richt verwendete Text kann zur Kollation von Mit - oder Abschriften
'
d lenen 6.

So wurde beispielsweise das "Kitab ad-dacwa wa-'l-bayyinat" des


A~hab (st . 204/819) von Yahya b. c Umar (st . 289/902) unterrichtet.
Eine von einem Hörer hergestellte Abschrift (A31) kollationierte
dieser mit dem Exemplar des Lehrers, der selbst das Werk nach Ibn
( 14

Abi 'l-Fayyäd (st.245/859) überlieferte 1 . Das erhaltene Exemplar


(A31) ist dann wiederum im Unterricht des Abu Bakr b. Muhammad al-
Labbäd (st.333/944) verwendet worden, der vermutlich selbst der
oben genannte Hörer des Yahyä b. c Umar war 2 .
F all 3: Ein 'Scholar' (tälib) erwirbt oder stellt die Kopie
eines Textes her, die er, wenn möglich, mit anderen zuverlässigen
Exemplaren des Werkes kollationiert. Ein Recht, selbst das Werk an
Hörer weiterzugeben, erwirbt er aber nur dadurch, daß er es bei
einem anderen ~ay~ hört, der seinerseits berechtigter Tradent ist.
Im selteneren Fall kann letzterer ihm das Recht zur Weitergabe
auch ohne Teilnahme an seiner Sitzung zugestehen.
Ein Beispiel ist hier vielleicht der in der Moscheebibliothek
erhaltene erste Teil des "Kitäb al-Citq wa-'t-tadblr" vom "S am ä c "
des Ibn Hablb (A82). Er wurde vom Exemplar des cAbd Alläh b. Is-
häq b. at-Tabbän (st.371/981) kopiert und dann mit dem Exemplar
des Abu 'l-c Arab (st.333/944) kollationiert. Später wurde die Hand-
schrift wiederholt im Unterricht gebraucht. Offen ist allerdings
die Frage, ob Abschriften ohne überl ieferungsrecht bei f i q h -
und ~ a d 1 ! - Texten in der frühesten Zeit ohne Einschränkung her-
gestellt werden durften. Diese Frage ist nicht zuletzt für die
Funktion der Moscheebibliothek von Bedeutung.
Saläh ad-dln al-Muna~~id (Lit.Nr.90) geht, wie viele andere,
von einer weitgehend mündlichen Tradierung von Werken und Wissens-
inhalten vor dem 5./11.Jh . aus und begründet dies u.a. mit dem Feh-
len von Hörervermerken aus früherer Zeit 3 . Daß ihm solche 1955
nicht bekannt waren, scheint mir jedoch allein an der Seltenheit
alter Handschriften zu liegen. Schon ein kurzer Blick auf die un-
ten der Liste A vorangestellte chronologische Tabelle, die auf den
mehr oder minder zufälligen Angaben über bereits nachgewiesene Qay -
rawäner Handschriften beruht, zeigt eine ganze Zahl von sam ä -
c ä t (sg. samä c , i.e. Hörervermerk) in Spalte S , sowohl für das
4./10.Jh. als auch für das 3./9.Jh. Der Versuch Muna~~ids, vor al-
lem auf Handschriften aus Damaskus seit dem 6./12.Jh. gestützt,
Lehrbetrieb, Tradierung von Werken und Beurkundung des erworbenen
überlieferungsrechts systematisch zu erfassen, bietet zusammen mit
seiner Zusammenstellung einer großen Zahl solcher Vermerke Gele-
genheit zu einem fruchtbaren Vergleich mit den weit älteren Doku-
( 15

menten aus al-Qayrawän. Hier jedoch möchte ich mich auf die Fest-
stellung beschränken, daß feste Regeln des Lehrbetriebs, wie sie
von al-Muna~~id vor allem für die Madäris von Damaskus beschrieben
werden, in so starrer Form hier sicherlich nicht anzunehmen sind.
Ein formal fest umrissenes Oberlieferungsrecht, das sich allein
auf das beurkundete 'Hören' des Werkes bei einem Lehrer l stützt,
ohne an erster Stelle Qualifikation und Absicht desjenigen in Be-
tracht zu ziehen, der das Werk weitergeben und verarbeiten will,
wird sich schwerlich nachweisen lassen.
Es ist die Zeit handschriftlicher Buchkultur, die sich nicht
der Mittel bedienen kann, die heute bei maschineller Buchproduk-
tion und sofortiger Kommunikation über beliebige Entfernungen dem
Schutz der Rechte von Verfasser und Verlag dienen. Hier kommt es
nicht auf die Sicherung materieller Interessen an, die in der heu-
tigen Ordnung im Vordergrund stehen, die aber für den Werkautor
auf dem Gebiet islamischer Wissenschaften kaum einmal am Ende sei-
ner Arbeit stand 2 . Vielmehr gilt es allein die Authentizität des
Werkinhalts, nicht einmal seines Wortlauts, zu sichern. Nur hier-
für ist es notwendig, Ursprung und Oberlieferungsweg des Werkes zu
kennen und festzuhalten . Die Kette der Tradenten aus vertrauens-
würdigen Gelehrten soll hierfür bürgen. Die Vermerke in den Hand-
schriften dienen dazu, diesen Weg in seinen einzelnen Schritten
festzuhalten, Vermerke, die jedoch keineswegs immer in schöner
Vollständigkeit anzutreffen sind:
An erster Stelle werden Titel bzw. Inhalt des Heftes und so-
dann seine r i w a y a (Oberl ieferung) bis zu dem Moment festge-
halten, in dem das Werk die vorliegende Form erhielt. Auch wird,
oft direkt an die Oberliefererkette anschließend, der Besitzer der
Handschrift 3 genannt, der sie zu eigenem Gebrauch schrieb oder
schreiben ließ. Am Anfang oder Ende des Heftes vermerkt e~ wann,
evtl. wo er den Text beim letzten Tradenten (räwin) der Kette und
vielleicht bei noch weiteren ~ u y Li b gehört, d.h. übernommen hat 4
Weiter wird in der Handschrift eingetragen, mit welchen Exemplaren
sie kollationiert wurde, wer sie im Unterricht gebrauchte, wer sie
vorlas und härte. Schließlich wird auch vermerkt, wessen Abschrift
davon kopiert wurde und welche jüngeren Exemplare mit ihr kollatio-
niert wurden . So wird die einzelne Handschrift zum Glied in den
Oberlieferungsketten, dessen Verbindungen in jeder Richtung festge-
legt sind.
( 16

Die "alten Wissenschaften"

Unser oben begonnener geschichtlicher Abriß verlangt auch, den


Versuch der Aglabiden zu nennen, nach abbasidischem Vorbild eine
auch den 'nichtislamischen' "Wissenschaften der Alten" dienende Aka-
demie einzurichten: das wahrscheinlich in der Residenzstadt Raqqä-
da außerhalb von al-Qayrawan geschaffene b a y t a l - h i k m a
(Haus der Weisheit). Hasan Husnl cAbd al-Wahhab hat dies~r nur
durch wenige Quellenbelege nachgewiesenen Institution eine eigene
Untersuchung 1 gewidmet und versucht, ihre Bedeutung für die Ent-
wicklung der Wissenschaften in Ifrlqiya zu bestimmen. Begründet
von Ibrahlm 11. (261-289/874-902) und geleitet von Abu 'l-Yusr a~­
~aybanl (st.298/9l0-l)2 hat das Bayt al-Hikma wohl kaum mehr als
vierzig Jahre bestanden. über seine Bibliothek haben wir keine
Nachrichten . Vielleicht fiel diese zusammen mit der Bib liothek des
aglabidischen Gründers, dessen besonderes Interesse für Philoso-
phie und Astronomie bekannt ist.
Während in den autonomen Gelehrtenkreisen von al-Qayrawan is-
lamische Wissenschaften weit im Vordergrund standen, wurden hier,
wie in Bagdad, vor allem die antiken Wissenschaften, die Medizin
und die Historie betrieben. Möglich ist, daß das Bayt al-Hikma
für die berühmte medizinische Schule von al-Qayrawan von Bedeutung
war 3 , deren Geschichte unter den Aglabiden beginnt und bis in die
Zeit der Zlriden reicht. Die Werke der Ärzte Ishaq b. cImrän (st .
294 od.295/907 od.908), Ishaq b. Sulaymän al-Isra'lll (st.ca.320/
932)4 und Ahmad b. al -~azz~r (st . 395/l004)5 gehören zur Gruppe je-
ner medizinischen Schriften, die Constantinus Africanus (ca.1015 -
1087) in der zweiten Hälfte des 11.Jh.s in übersetzungen und Adap-
tionen der Schule von Salerno übermittelt und damit die früheste
breite Rezeption und Assimilation arabischer Wissenschaft in Euro-
pa einleitet 6 .
Noch lange nach Ende der direkten Fatimidenherrschaft in Ifrl-
qiya (362/972-3) wurden Mathematik und Geometrie nach den "alten
Wissenschaften" von Ibn Bint Haldün (st.435/l043-4)7~ der zugleich
Rechtsgelehrter und in einer Reihe weiterer Disziplinen bewandert
war; er ist es auch, der einen Plan entwarf, al - Qayrawan durch ei-
nen Kanal mit dem Meer zu verbinden. Der bekannte Lehrer des Zlri-
den al-Mucizz b. Badls, Ibn Abi 'r-Ri~al (st . 426/l034-5)8, war
Astronom und Astrologe .
*betrieben
( 17

'Nichtislamische' Wissenschaften bleiben also bis zum Abbruch


der kulturellen BlUte von al-Qayraw~n in der Mitte des 5./11.Jh.s
lebendig. Doch so lohnend auch die zusammenhängende Beschreibung
geistiger und wissenschaftlicher Aktivität in diesen Disziplinen
wäre, sie fUhrte uns aber fort vom Milieu isla mischer Gelehrsam-
keit, deren Produktion sich in der Bibliothek der Großen Mosch ee
~iedergeschlagen hat, während anderes Schrifttum dort nur ganz

vereinzelt anzutreffen ist 1 .

al - Qayraw~n unter F~timiden und Z~riden

Der Sieg der der ism~c~litischen ~~ca angehörenden F~timiden


im Jahr 296/909 brachte mehr als eine Umwälzung fUr das Leben in
der alten Hauptstadt des islamischen Ifr~qiya. Zu den in unserem
Zusammenhang wichtigsten gehört, da ß der jeweilige Herrscher die-
ser Dynastie nach ism~cllitischer Lehre als im a m einzige Quel -
le fUr die verbindliche Interpretation von Koran und Prophetentra-
dition war; fUr eine 'freie' islamische Wissenschaft, insbesondere
im Bereich des Rechts, bleibt demnach kaum ein Spielraum. Die Ima-
me Kalifen (bulaf~', i.e. Nachfolger und Stellvertreter) im ei-
gentlichen Sinn leiteten sich in direkter Linie von cAll und
F~tima, Tochter Muhammads und Mutter seiner einzig Uberlebenden
männlichen Nachkommen, her und beanspruchten prophetengleichen,
wenn nicht höheren Rang. Als von Gott berufene und rechtgeleitete
Herren der islamischen Welt war ihre Aufgabe, vor Ende der Zeiten
den Rest der Erde ihrer Herrschaft zu unterwerfen. KriegszUge nach
Westen und Osten, mit Ägypten und dem fernen Bagdad als Ziel, be-
stimmten daher ihre nur bis 362/972-3 2 dauernde unmittelbare Herr-
schaft Uber Ifr~qiya.
Dem größeren Teil der sunnitisch und eher egalitär ausgerichte-
ten Gelehrten blieben diese schiitischen AnsprUche inakzeptabel.
Auch unter Gefahr fUr Leib und Le ben blieben sie der eigenen Auf-
fassung in Recht und Religion treu. So kam es nicht selten bei Ver-
richtung der äußerlich sichtbaren übungen religiöser Praxis zu hef-
tigen Konflikten mit dem f~timidischen Kadi und seinen Helfern 3 .
Einige wenige vertraten im Streitgespräch mit schiitischen Kontra-
henten die 'rechte' Lehre. Zu diesen gehören Ibn al-Haddäd (st .3 02
/914-5), dessen aus diesen Disputationen hervorgegangene Responsa
( 18

das alte Inventar der Bibliothek aufführt (A93)1. Dem bekannte


Rechtslehrer Abu Bakr b. Muhammad a1-Labbäd (st.333/944) untersag-
te die fätimidische Obrigkeit, Unterricht zu erteilen und Rechts-
gutachten 2 zu geben 3 . Eine Handschrift (A31), die 327/938 in sei-
nen, im Verborgenen fortgeführten Vorlesungen gebraucht wurde, ist
erha1ten 4 . Vielleicht ist es kein Zufall, daß gerade in dieser
Zeit, da sunnitischer Lehrbetrieb in der Großen Moschee unmöglich
wurde und dort nur noch Unterricht in arabischer Sprache und nicht-
religiösen Inhalten erteilt werden konnte 5 , das auf Jahrhunderte
hinaus einflußreichste Kompendium der wesentlichen Inhalte mä1 iki-
tischer Lehre, die "Risä1a" des Ibn Abl Zayd 6 geschrieben wurde 7 .
Der Lehrer des letzteren, as-Sabä'l (st.356/966), der die Anregung
zum Abfassen der "Risä1a" gegeben hatte, war entscheidend an der
Erhebung der Bevölkerung von a1-Qayrawän betei1igt 8 , mit dem sie
sich dem Aufstand d~s ~äri~iten Abu Yazld an-Nukkärl anschloß (332 -
336/943-947).
Der Krieg, in dessen Ver1auf 9 die Fätimiden zeitweilig ganz
auf ihre neue, auf einer Halbinsel ins Meer gebaute Hauptstadt a1-
Mahdiyya zurückgeworfen wurden, forderte auf allen Seiten größte
Opfer. a1 - Qayrawän, seit dem Schleifen der Stadtmauer 209/824 ohne
effektive Befestigungen, war räuberischen Kriegern und übergriffen
jeglicher Art ausgeliefert. Der Triumph der Fätimiden brachte zu-
mindest die für Erholung von Gewerbe, Handel und Landwirtschaft
bitter notwendige Ruhe . Und noch war die Lebenskraft der Stadt kei-
neswegs gebrochen . Auch der Aufbau einer fätimidischen Residenz-
stadt, Sabra
. a1-Mansuriyya,
. in ihrer unmittelbaren Nähe, die mit
dem Palast, dem Militär und der Beamtenschaft den Handel auf sich
zog, konnte die Expansion von a1-Qayrawän nicht bremsen . In der
Mitte des 4 . jlO.Jh.s erreichte es mit wohl mehr als hunderttausend
Einwohnern und einem noch um Leitungen aus den Bergen erweiterten
umfangreichen System der Wasserversorgung seine größte Ausdehnung.
Die Fätimiden, die sicherlich alles andere als Feinde von Bil-
dung und Wissenschaft waren 10 , zeigten nach überwindung des Auf-
stands gegenüber der sunnitischen Bevölkerung eine flexiblere Hal -
tung, doch belegt folgende Anekdote, daß sich die nichtschiitischen
Gelehrten auch zehn Jahre später noch nicht völlig unbehindert füh-
len konnten : Ibn al-Ha~~äm (st . 346/957) besaß eine bedeutende Bi-
b1 10 th e,
0 k d eren na h' O bene BOOuc her 11 zu-
ezu a 11 e se b st nle d ergesc h rle
0
19

sammen sieben Qintar 1 wogen. Als er seinen Tod nahen spürte, sprach
er mit Freunden über seine Sammlung. Da er keine Erben hatte, rie-
ten sie dazu, sie zur religiösen Stiftung zu machen und sie zu-
nächst bei drei verschiedenen Männern, darunter auch sein Schüler
Ibn Abl Zayd, unterzubringen, damit die Fatimiden die Bücher nicht
an sich brächten. So geschah es. Doch konnte der alte Gelehrte des
nachts ohne seine Bibliothek kein Auge zutun. Da lie ß er
zwei Drittel davon wieder in sein Haus bringen. So kam es, da ß bei
seinem bald eintretenden Tod allein das letzte Drittel, das bei
Ibn Abl Zayd geblieben war, vom Zugriff des Kalifen verschont
blieb. Vielleicht gehört zu diesem Rest der Gelehrtenbibliothek
jener Teil vom lI~amiclI des Ibn Wahb, der noch heute i m Besitz der
Moscheebibliothek ist (A122). Er ist mit dem Besitzvermerk des Ibn
al-Ha~~am versehen, der das Werk 290/903 in der Vorlesung bei cIsa
b. Miskln gehört hatte.
Mit der Verlagerung des Zentrums des fatimidischen Kalifats
nach Kairo 362/972-3 ging Ifrlqiya und seiner Hauptstadt ein er-
heblicher Teil der zuvor dort zusammenkommenden Gelder und Produk-
te verloren. Als eine Provinz unter anderen hatte der Magrib nun
seinen Beitrag zum Unterhalt des Staates zu leisten, dessen Glanz
sich weitgehend im wirtschaftlich ohnehin stärkeren Ägypten ent-
faltete. In Ifrlqiya war die fatimidische Vasallendynastie der Zl-
riden zunächst mit Feldzügen zur Sicherung und Erweiterung ihrer
Herrschaft im Mittleren und Fernen Magrib beschäftigt, ohne sich
viel um die Entwicklung ihres Kernlandes zu sorgen. Erst unter al-
Mucizz b. Badls (407-454/1016-1062) sollte dies anders werden.
Doch die Stadtbevölkerung begegnete ihm bei seinem ersten Aufent-
halt in al-Qayrawan 407/1016 mit einer heftigen Revolte gegen sei-
ne schiitisch-fatimidische Herrschaft, begleitet von schrecklichen
Massakern, auch in anderen Städten des Landes, an allen, die man
schiitischer überzeugungen verdächtigte. Ähnliches wiederholte
sich im folgenden Jahr und wurde nun mit großer Grausamkeit nieder-
geschlagen: Die Stadt wurden den Truppen von al-Mansüriyya zur Plün-
derung freigegeben.
Die Herrschaft des Mucizz, die die Lösung von fatimidischer
Oberhoheit und die Rückkehr zu sunnitischen Formen des Islams mit
sich bringen sollte, war gleichwohl ein letzter Höhepunkt in der
Geschichte von al-Qayrawan; sie ist auch von besonderer Bedeutung
( 20

für die Bibliothek der Großen Moschee . In seiner Abwendung vom is-
mäcllitischen Oberherrn in Kairo mußte al-Mucizz zur Legitimierung
seiner Herrschaft nach einer neuen Stütze suchen. Diese fand er
nicht allein in der formalen Anerkennung des fernen sunnitischen
Abbasidenkalifen in Bagdad, der froh,einen neuen Gegner der
Fätimiden zu unterstützen seinerseits die formale Anerkennung
dieses neuen Vasallen unter ihrer Oberhoheit aussprach. Zugleich
wandte er sich der Mälikiyya als fortan in seinem Reich einzig
maßgebender Richtung des islamischen Rechts zu .
Einen prächtigen Koran, den er der Großen Moschee stiftete
(A16), wählte al-Mucizz, um vor aller Augen seinen rechten Glauben
zu bekennen und sich von den ismäcllitischen Kalifen loszusagen,

Glaubensbekenntnis und Verfluchung der


Fätimiden durch al-Mucizz (nach ROY/
POiNSSOT S. 39 Abb.9).
die er wie es im folgenden von allen Kanzeln der Moscheen bei
der Fre i tagspredigt geschah ausdrücklich als Feinde Gottes
verfluchte. Mit eigener Hand schrieb er in den Koran :
"Der treuergebene Knecht Gottes, der Seine Religion stärkt (al -
Mucizz li - dlni-hl) spricht : Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt
außer Gott, daß Muhammad der Gesandte Gottes ist Gott segne
21

ihn und gebe ihm Heil und daß nach dem Gottgesandten Abü Bakr
der beste unter den Menschen ist, dann c Umar , dann CUtman und dann
cAl1 1, möge Gott an ihnen allen Wohlgefallen habe~
Bei Gott! Ich verfluche die Banu CUbayd (d.h. die Fatimiden),
Deine und Deines Propheten Feinde, möge uns Gott unsern Haß
auf sie alle zum Nutzen wenden
Ich habe diesen Koran der Großen Moschee von al-Qayrawan zu
Ehren Gottes, des Gütigen und Erhabenen gestiftet" .
al-Mucizz beließ es nicht bei solcher Demonstration, sondern
bemühte sich schon frühzeitig um die Gunst der Malikiten, die sich
bis zu seiner endgültigen Abkehr von den Fatimiden jedoch sehr zu-
rückhielten. Jene aus den eigenen Reihen, die freien Umgang mit
dem Herrscher pflegten, wie beispielsweise al-Baradicl (st.ca . 430/
1039)(B62)2, boykottierten sie persönlich und auch-als Rechtsge-
lehrte.
Dem armen Rechtskundigen Abü Bakr CAt1q as-Süsl (st . ca.450/
1058), der außerdem Traditionarier, Grammatiker und Lexikograph
war, sandte al-Mucizz durch einen Boten Geld, daß er sich damit
ein Haus kaufe. Abü Bakr wies dies mit der Bemerkung schroff zu-
rück, er möge es besser se i nen rechtmäßigen Besitzern zurückerstat -
ten oder an die Armen verteilen. Darauf ließ ihm al-Mucizz wert-
volle Bücher bringen, wie die "Mudawwana", die "Nawadir" und die
"Mawwaziyya,,3, doch auch hier war seine Ablehnung unzweideutig .
Als der Bote nun von seinem Herrn ausrichtete, diese Werke fänden
s i ch in seiner Bibliothek in großer Zahl, ohne Nutzen zu bringen,
sagte Abü Bakr nur : Schreib darauf "Gestiftet zugunsten der Wis-
sens suchenden (talabat al-cilm)" . So geschah es . - Tatsächlich
findet sich auf e i nem Fragment der "Mudawwana" in der Großen Mo-
schee der Stiftungsvermerk des Mucizz (A161)4 .
Nur kurze Zeit sollte dieser für die sunnitische Gelehrten-
schaft hoffnungsvolle Neubeginn dauern . Die arabischen Beduinen -
stämme der Banü Hilal und Banü Sulaym, von den Herren Kairos unter-
stützt und gleichsam als Strafexpedition gegen den abtrünnigen Zl-
ridenfürsten gebraucht, erreichten von Oberägypten aus auf ihrem
Zug von Plünderung, Raub und Brandschatzung im Jahr 446/1054 al-
Qayrawan . Lange hielt die Stadt den sie umlagernden Nomaden stand,
doch 449/1057 schließlich floh al - Mucizz nach al - Mahdiyya und gab
sie der zwei Tage später einsetzenden Plünderung und Verwüstung
22

preis 1 . Schon vor al-Qayrawan waren große Teile von Ifrlqiya von
der zerstörerisch hereinbrechenden Welle überflutet worden, andere
Städte sollten folgen. Einer derer, die sich entschlossen, das
Land zu verlassen, war der "Schmied von al-Mahdiyya" (al -Haddad
al-Mahdawl), cAll b. Muhammad al-~awlanl. Um seine Oberfa~rt nach
Alexandria bezahlen zu können, sah er sich gezwungen, mit seiner
Habe auch all seine Bücher zu veräußern. Vor seiner Abreise sprach
er die Verse 2 :
Läßt eine Seite wie die Sonne unter dem Schleier sehen, spricht sie zu mir,
'Verkauftest die Hefte und was an Habe bleibt, ist dies das letzte!'
Meine Hand auf dem Herzen, bald möcht es zerspringen, erwidre ich ihr,
'Wundre dich nicht über was du sahst, denn in der Zeit des Untergangs sind wir.'
Von dieser Katastrophe sollte sich al-Qayrawan nie mehr recht
erholen. Wenn auch das Leben nicht völlig aus ihm wich und man es
bald mit einer eilig errichteten Mauer weit reduzierter Länge um-
gab, haben wir es doch bis ins 19.Jh. mit einer Stadt zweiten Ran-
ges zu tun, die oft der Willkür der sie umgebenden arabischen Stäm-
me ausgesetzt ist. al-Qayrawan bewahrt in den folgenden Jahrhunder-
ten und in mancher Hinsicht bis heute nur deshalb besonderes Anse-
hen, weil es gleichsam Ausgangs- und Angelpunkt von Herrschaft und
Religion in den ersten, prägenden Jahrhunderten des islamischen
Nordafrika war.
Von as-Suyürl (st.462/1069), dem berühmten Rechtsgelehrten,
dessen Stiftung die Moscheebibliothek eine Anzahl wichtiger Texte
(A41,Al13,A142,A150,A175) verdankt, wird folgende Legende erzählt~
Als man nach der Verwüstung der Stadt durch die Banü Hilal daran-
ging, sie innerhalb eines engen Mauerringes wiederaufzubauen 4 , woll-
te man sein Haus, das nunmehr außerhalb zu stehen kam, auch auf
sein Drängen hin nicht in die Stadt einbeziehen; sein Fluch, daß
in ihr fortan keine Einigkeit mehr herrschen solle, sei Wirklich-
keit geworden. Tatsächlich bricht das bis dahin so rege geistige
Leben mit ihm nahezu völlig ab. 688/1289 kann der gelehrte Reisen-
de al-cAbdarl bei seinem Besuch in al-Qayrawan außer ad-Dabbag (st .
699/1300) niemand dort entdecken, der die Tradition islamischer
Wissenschaften weiterführt 5 . Diese haben ihr Zentrum nunmehr in
der hafsidischen Hauptstadt Tunis .
DIE B B L o T H E K N DER

G R 0 S SEN M 0 S eHE E

Die Geschichte der Großen Moschee beginnt mit der Stadtgrün-


dung. Den Platz, auf dem das vorgeschriebene gemeinschaftliche Ge-
bet verrichtet werden sollte, ließ der Stadtgründer und Feldherr
cUqba b. Nafi c al-Fihri abstecken. Nach ihm ist die Moschee bis
heute benannt: ~amic c Uqba . Nach etwa zwanzig Jahren wurde, unter
Hassan b. an-Nucman, der ursprüngliche, zweifellos sehr einfache
Bau erneuert. Im 2 . /3.Jh . kam es zu weiteren Veränderungen, darun-
ter vor allem der durch Vazid b. Hatim (155-171/772-788) wesent-
lich erweiterte Bau. Die wachsend~ Bevö lkerung 1 und der damit not-
wendig werdende immense Raum für die sich am Freitag versammelnden
Beter 2 ließen den Aglabiden-Emir Ziyadat Allah I. den früheren Bau
221/836 durch eine fast ganz neue Konstruktion ersetzen. Abgese-
hen von wenigen Ergänzungen besteht die Große Moschee in dieser
Form bis heute (vgl. den Grundriß S.24)3.
Dieser baulichen Kontinuität ist zu einem Teil vielleicht auch
die Erhaltung der ältesten Bestände der Bibliothek zu verdanken.
Wie in zahlreichen anderen Moscheen bis zum heutigen Tag wurden
auch in al-Qayrawan ein oder mehrere Koranexemplare in der Nachbar -
schaft der Gebetsnische (mihrab) aufbewahrt . Dies war sicherlich
auch schon in den, dem heutigen vorausgehenden Bauten der Fall.
An welchen Stellen der Moschee man diese Korane und auch andere
Bücher im einzelnen untergebracht hat, läßt sich für die Zeit vor
dem 5./ 11.Jh. nur vermuten. Denkbar ist, daß Schränke innerhalb
des Betsaals an der Wand der Qibla (Gebetsrichtung) standen 4 , doch
waren auch eine Reihe von abgrenzbaren Räumen für die Aufstellung
von Bücherschränken geeignet.
Der Geograph al-Bakri (st.487/1094) gibt Informationen wieder,
die einiges zur Lage und zum Aussehen der Räume in- und außerhalb
des Betsaals festhalten: "In ihr (d . h. im Betsaal der Moschee) gab
es (zuvor) eine m a q s ü ra . Doch Ziyadat Allah setzte seine Bau-
arbeiten in ihr fort, sodaß die heutige m a q s ü r a ein Anbau
(dar) auf der Südseite der Moschee ist, dessen Tür auf den Früchte-
markt hinausgeht. Er hat eine (zweite) Tür, durch die der Vorbeter
(imam) eintritt, nachdem er sich, bis die Zeit des Gebets herange-
rückt ist, in dem Anbau aufgehalten hat,,5. Hier wird auch gleich
die Funktion einer Maqsüra beschrieben, wie sie in den Hauptmo-
Gru ndri ß der Großen Moschee (nach H. SALADIN , Mosquee Taf . 2) ( 24

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( 25

Grundriß der Qibla-Mauer nach LEZINE,


Architecture Abb.27, S.68 . Das sich
vom Anbau in den Betsaal öffnende Fen-
o ster (B) deutet Lezine als Mihräb der
Moschee von Y~zid b. Hätim. S~hraf­
fiert habe ich die heüte abgerissenen
Teile des Anbaus.
scheen islamischer Städte schon früh
eingerichtet wurde 1 : Bevor der Herr-
scher oder sein Stellvertreter, der
im a m , den Betsaal betritt, um das
Gebet zu leiten, wartet er hier 2 . Lei·
tet der Herrscher das Gebet nicht
selbst, kann er auch vom Volk ungese-
hen innerhalb der Maqsura daran teil-
nehmen. Die von al-Bakrl erwähnte
frühere Maqsura war also im Betsaal
gelegen und sicherlich von einer Holz-
wand umschlossen. Die jüngere ent-
stand 221/836 oder in den folgenden
zwei Jahren 3 . Und noch eine weitere,
die Maqsura für die Frauen im östli-
chen Tei l des Betsaals, nennt al-Bak-
rl; sie sei durch eine (Holz-)Wand
von hervorragender filigraner Arbeit
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abgeteilt gewesen 4 . Bemerkenswerter-
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o heute vorhandenen und zu seiner Zeit
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durch al-Mucizz b. Badls errichteten
I Maqsura (vgl. die Abbildungen auf
o S.26 u. 27).
Mit dem nach al-Bakrl von Ziyadat
Allah I . angebauten Zimmer identisch
ist mit Sicherheit auch die für die
Zeit von Muhammad b. Sahnun (st . 256/
o
870) erwähnte m a q s u r a , ein
Zimmer (hu~ra), das ;ich an der Süd-
seite der Moschee befand und dem Vor -
beter (sahib as -sal at) zur Verfügung
5 .. ..
stand . Bei dem schon einmal ange -
( 26

Die Maqsüra des Mucizz b. Badis von Nordosten gesehen . Links


sind die ersten Stufen der aglabidischen Kanzel (minbar) zu
sehen . Zustand im letzten Jahrzehnt des 19 . Jh . s (nach H. SALA-
DIN, Mosquee Taf . 23) .
( 27

Die Tür der Maq~ura des Mucizz b. Badis . Zustand im


letzten Jah r zehnt des 19 . Jh . s (nach H. SALADIN , Mos-
quee Taf . 25) .
( 28

sprochenen b a y t , das der berühmte Sahnün selbst errichten


ließ 1 , handelt es sich jedoch wie bei der"Frauen-Maqsüra um einen
in den Betsaal eingebauten bzw . von diesem abgeteilten Raum . An
allen diesen Stellen können genauso wie später in der für al-Mucizz
b. Badls in prachtvoller f ili graner Holzarbeit ausgeführten Maqsü-
ra 2 Bücher und Korane untergebracht worden sein . Daß diese letzte
Maqsüra nicht erst im 7./13. Jh . zur Zeit der Aufstellung des In-
veniars 3 , sondern weit früher schon als Bibliothek diente, belegt
ein evtl. noch dem 5 ./11. Jh . zuyehöriger Stiftungsvermerk (tahbls)
(vgl. A183) : "Dieser ist e iner der Bände, die der Rechtsgelehrte
Abü Muhammad cAbd al-cAzlz b.a. Muhammad CAbd Allah b . CAbd al-~a ­
li1 4 z~gunsten der Wissenssuchende~ (talabat al-cilm) in der Stadt
al - Qayrawan und zugunsten der dortigen Maqsüra der Großen Moschee
gestiftet hat". Die Maqsüra wird hier eindeutig mit der Moscheeb i-
bliothek gleichgesetzt. Leider fehlen entsprechende Belege bisher
für die frühe r en Jahrhunderte 5 .

Die Stiftung von Büche rn

Nachdem der mögliche bauliche Rahmen der Bibl iothek in ihrer


Frühzeit kurz skizziert ist, stellt sich die Frage, seit wann über-
haupt eine Bibl iothek im ~amic c Uqba bestanden hat, die meh r als
nur eine Sammlung von Koranexemplaren war. Die chronologische Ta-
belle (S.60) zu Liste A, die lediglich die festen Jahresangaben
zu den aus wissenschaftlichen Publikationen 6 bekannten Handschrif-
ten zusammenstellt und kein statistisch verwertbares Material bie-
tet, zeigt, daß ein großer Teil der Handschriften bereits im 3./9.
Jh. in Gebrauch war. Doch kann daraus nicht direkt auf die Existenz
der Bibliothek schon in dieser Zeit geschlossen werden, da jene
Bücher oder Hefte auch viel später erst in die Moschee gelangt
sein können. Leider ist bisher das erhaltene handschriftliche Ma-
terial keineswegs vollständig bekannt und noch viel weniger unter
dem Gesichtspunkt der Geschichte der Bibli othek durchgesehen. So
sind vor allem die Vermerke, die aus Anlaß der Stiftung des Buches
vorn oder hinten darin eingetragen wurden, nicht systematisch auf -
genommen und mit den sonst vorhandenen Vermerken auch paläogra-
phisch verglichen worden. Er st so könnte das Schicksal eines Bu-
ches möglichst vollständig belegt werden. Doch wurde den Stiftungs-
29

vermerken bislang eher beiläufig Aufmerksamkeit geschenkt . Ihre


Daten wären für die Bibliotheksgeschichte von größter Bedeutung.
Der älteste t a h b , s (Stiftungsvermerk) , der bisher ent -
deckt wurde, steht in einem Koran und ist 295/907 von Fadl, der
freigelassenen Sklavin des verstorbenen Abü Ayyüb Ahmad b. Muham-
mad, eigenhändig eingetragen worden 1 : " ... Dies hat · Fadl ... ge-
stiftet, strebend nach Gottes Vergeltung und dem Paradies . Gott
segne den, der darin liest und für seine Stifterin betet . Fadl
schrieb im Muharram des Jahres 295" .

Stiftungsvermerk von Fadl Mawlät Ab, Ayyüb Ahmad


b. Muhammad (nach MUHAMMAD b. Sahnün, Einl eitung
S.39,·dort nach Muhammad al-Muadad al-WARTATÄNI,
al-Burnus fl Bärls: Tunis 1332/1913-4, S.203)
Viele moderne Autoren sprechen daher von einer seit dem 3./9.
Jh . bestehenden Moscheebibliothek, ohne aber zu berücksichtigen,
daß es sich im vorliegenden Fall um einen Koran, also nicht um ei -
nen Beleg für ein 'Bibliotheksbuch ' handelt. Wichtiger ist noch
das folgende, von an-Nayyäl mit Nachd ruck vorgetragene Argument 2
Der Stiftungsvermerk weist weder auf die Bibliothek noch allgemein
auf die Große Moschee hin . Dort werden allein Hoffnung auf Gottes
Lohn und ein Segenswunsch für die frommen Leser ausgesprochen.
Tatsächlich kann eine Stiftung, wie wir oben sahen, den genau-
en Ort angeben, wo das Gestiftete aufzubewahren ist. So stiftete
beispielsweise auch al - cAbbäs b . Muhriz seinen zehnteiligen Koran
der Groß e n r~ 0 s c he e zug uns t e n der dar i n Le sen den ", ein e S t i f tun g ,
11

die der Kadi 378/988 erneuerte (A5)3 . Auch finden sich heute in
der Bibliothek Stiftungsvermerke auf Koranen zugunsten anderer Mo-
scheen, Mas~id Gänim, Mas~id at-Tawf'q und Mas~id Ab, cAbd al-Mu~ ­
talib (A1,A9,A18). Einzig denkbarer Grund dafür, daß sie nicht an
( 30

dem Ort geblieben sind, für den sie bestimmt waren, ist die AufgabE
oder Zerstörung jener Betstätten . Denn Merkmal des hub u s ist
ja gerade seine immerwährende Festlegung .
Fragen wir nach Büchern, die keinen 'gottesdienstlichen ' Zwek-
ken dienen, also im eigentlichen Sinn eine Bibliothek ausmachen,
so ist festzustellen, daß ein t ah b 1 s ,das Aufbewahrungsort
und Verwendungszweck festlegt, keinesfalls regelmäßig anzutreffen
ist. In einigen Fällen wird immerhin die Große Moschee genannt,
wie zum Beispiel beim "Muwatta'" des Ibn al-Qäsim, den al - cAbdarl
688/1289 wahrscheinlich in ~~r Hand hielt (A102)~ Häufiger wird
lediglich al-Qayrawän als Ort der Stiftung genannt (A53,A54,A63,
A111,A113,A158) . Da die Mehrheit der Stifter Gelehrte waren, viel-
fach mit besonderem Schwerpunkt auf der Rechtswissenschaft , ist
anzunehmen , daß ihnen die Möglichkeit einer präz iser en Bestimmung
des Aufbewahrungsortes selbstverständlich bekannt war, sie aber
in der Absicht davon keinen Gebrauch machten, die freie Nutzung
ihrer Bücher nicht zu behindern. Dem entsprechen auch die Rechts -
gutachten von Ibn Abl Zayd (st . 386/996) und a l- Qäbisl (st . 403/
1012-3), wonach die Ausleihe von gestifteten Bücher n aus den Mo-
scheen zulässig ist 2 .
Be i Angabe des Verwendungszwecks bzw . der Nutznieße r f ind en
sich gelegentlich Angaben, die als eine gewisse Reglementierung
verstanden werden müssen. Stiftungen "zugunsten der Forschenden"
(calä talabat al-cilm, bzw. calä ahl al-cilm), wie sie sich aus
der Zeit nach der Verwüstung der Stadt durch die Banü Hiläl fin-
den 3 ) müssen hier noch als eher selbstverständlich gelten, da die
betroffenen Werke 'Nichtwissenschaftlern ' ohnehin nicht zugäng-
lich waren. Eine klare Demonstration von Eigenständigkeit und auch
von Abgrenzung gegenüber anderen liegt aber in der ausdrücklichen
Stiftung "zugunsten der Mälikiten". Das unten abgebildete Titel-
blatt einer Handschrift, die nur wenig mehr als drei Monate vor
dem gräßlichen Schiitenmassaker von 407/1016 fertiggestellt wurde,
ist ein typisches Beispie l für ein solches ta h b 1 s (A111)4.
Wörtliche übersetzung unter Beibehaltung der Zeileneintei lung
h
s z '"
De r z we i t e T eil vom T a f sir des
Muwatta' von Mälik ibn Anas , hervorgegangen aus Fragen , die Yahyä b. Ibrählm
Ibn M~zayn an clsä b. Dlnär und Yahyä b. Yahyä und Muhammad b. ·clsä
( 31

und Asbag b. al-Fara~ richtete, Gottes Segen auf sie alle .


Hierin ist die Erläuterung des zweiten Buches zum Gebet.
Von Y a h y ä ibn a 1 - H ä r i! ibn M a r w ä n
Gestiftet zugunsten derer, die der Lehre des Mälik b.
Anas und seiner Gefährten in der Stadt al-Qayrawän folgen.

Transkription mit Zählung der


ZeilenI:
1 (1) s z (2) al-~uz' at -tänl
min tafslr (3) Muwatta' Mälik
b. Anas mimmä sa'ala can - hü
Yahyä b. Ibrählm (4) b. Muzayn
cI~a b. Dlnar wa-Yahyä b. Yahya
2 c- _. .
wa-Muhammad b. Isa (5) wa -As-
3 bag b: al-Fara~ rahmat allah
4 Calay-him a~macln· (6) fl -
5
6 hi tafslr kitäb as-salät at-tän1 2
(7) li-Yahyä b. al-Häri! b. Mar-
- . c _. -
7 wan (8) hubus ala man yaqulu
bi-qawl Malik b. (9) Anas wa-
8
ashäbi-hl bi-madlnat al-Qayrawän
9

(Abb . nach ~ABBÜH Taf . 7)

Keine der bisher bekannten Handschriften, die zugunsten der Mälikiten


gestiftet wurden, nennt eine bestimmte Moschee, der sie zugedacht wa-
ren. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, unter welchen
Bedingungen die mälikitischen Gelehrten bis zum Zeitpunkt des Abfalls
der Zlriden von ihren fätimidischen Oberherrn lebten. Ihre gestifteten
Handschriften werden sie in privaten Moscheen, vielleicht auch bei be -
stimmten Gelehrten aufbewahrt haben. Frühestens in der Zeit des end -
gültigen Bruches mit Kairo in den Jahren um 440/1048 werden diese Bü -
cher in eine jedermann zugängliche Moscheebibliothek gekommen sein.
Dennoch scheinen mir diese Stiftungsvermerke Ausdruck e in er erstarken-
den, selbstbewußten Opposition . Sie sind daher frühestens für das Ende
( 32

des 4.jlO.Jh.s anzusetzen 1 .


Wie kam es nun überhaupt zu Buchstiftungen? Ein markantes Beispiel
aus der Mitte des 4./10.Jh.s ist schon oben beschrieben worden 2 : Ibn
al-Ha~~am, zu Tode erkrankt, stiftete seine Bücher "zugunsten de r ~'us­
lim~1I (c ala 'l-muslimln)3. Ähnlich soll es schon zuvor mit den Büchern
des Ibn al-Haddad (st.302/914-5) geschehen sein 4 . Auch ist es nicht
unwahrschei~lich, daß Abu 'l-c Arab (st.333/944-5) seine Bücher stifte-
te, denn noch heute sind acht Handschriften seiner Sammlung nachweis-
bar (A32,A34,A74,Al19,A128,A129,A143,A196)5! Schließlich steht es fest ,
daß as-Suy~rl (st.462/1069-70) seine Bücher vor dem Tod zum hub u s
bestimmte 6 . Auch eine Handschrift aus der Stiftung des Ab~ Muhammad
cAbd al-cAzlz (B40) trägt ein t a h b i s , das nach seinem Tod einge-
tragen wurde 7 .
Wir haben also davon auszugehen, daß ein erheblicher Teil der Bü -
cher als Nachlaß in die Moschee gelangte. Handelte es sich vor dem Tod
der Gelehrten um 'lebende' Privatbibliotheken, die laufend ergänzt wur-
den, so gelangten die Nachlässe vielleicht auf Umwegen 8 dann
in eine Bibliothek, die kaum einmal planmäßig erweitert wurde 9 . Denn
noch ist kein einziger Beleg dafür gefunden worden, daß Bücher für die
Moscheebibliothek kopiert oder gar gekauft wurden 10 . Diese Einschrän-
kung der Bestandserweiterung auf eher zufällig hinzukommende Buchstif -
tungen ist gemeinsames Merkmal wohl fast aller Moscheebibliotheken.
Dies betrifft nicht zuletzt auch die mögliche Bedeutung von Moschee-
bibliotheken für die islamischen Wissenschaften : Diese stützten sich
hier ist kein Zweifel möglich ganz überwiegend auf die privaten
Bücherschätze der GelehrtenlI .

Anfänge der Bibliothek

Von einem punktuellen Beginn, gar dem Gründungsjahr einer eigent-


lichen Bibliothek 12 im ~amic c Uqba kann nicht gesprochen werden . Wir
müssen vielmehr davon ausgehen, daß zu den Koranen, die dort 'schon
immer' zu finden waren, allmählich andere Bücher, oft aus Nachlässen,
hinzukamen. Denkbar ist, daß man dort auch gezielt bestimmte Werke be-
reithielt, die vom Kadi oder den Lehrenden gebraucht wurden. Letztere
Annahme ist zwar wahrscheinlich, aber doch nicht zwingend belegbar.
Eine einzige Handschrift (A34), die aus der Privatbibliothek des Abu
'l-c Arab (st.333/944-5) stammt, scheint darauf hinzuweisen, daß Bücher
aus der Großen Moschee tatsächlich im Unterricht gebraucht wurden . Sie
( 33

ist möglicherweise zusammen mit dem übrigen Nachlaß an Büchern des Ge-
lehrten in die Moscheebibliothek gekommen 1 . 25 Jahre später wurde eben
diese Handschrift, ~uz' 2 der "Kutub al-Citq" des A~hab, im Unterricht
dem Sohn des Abu 'l-c Arab , Abu 'l-cAbb~s Tam~m, vorgelesen.
Der erste unzweifel ·hafte und datierbare Beleg für eine in die Bi-
bliothek gelangende nichtkoranische Schrift stammt allerdings erst
aus der Zeit des Mucizz b. B~d~s. Es handelt sich um ein t a h b ~ s
des Herrschers selbst, der 424/1032-3 durch den Kadi auf einem Band
der "Mudawwana" eingetragen wurde (A161): "Dies gehört zur Stiftung,
die Gottes, des Allmächtigen und Erhabenen wegen unser Herr,
Schwert und Knecht Gottes, der Seine Religion stärkt (al-Mucizz li-
dlni-hl) und Gottes s u n n a 3 unterstützt, befohlen hat ... in der
Großen Moschee der Stadt al-Qayraw~n (ausgeführt) durch den Oberkadi
(q~di 'l-qud~t) cAbd ar-Rahm~n b. Muhammad b. cIs~ .. ". Bei der "Mudaw-
wana" des Sahnün handelt es sich um ein Grundwerk des malikitischen
MaQhab, ein Buch also, das sowohl für die Rechtsfindung als auch für
das Studium zu den wichtigen Hilfsmitteln gehörte. Im Unterschied zu
den Stiftungen aus Gelehrtennachlässen kann hier ein aktueller Zweck,
4
die Bereitstellung eines sehr gefragten Werkes, beabsichtigt gewesen
sein. Literarisch überliefert ist die Stiftung weiterer wichtiger Bü-
cher, der "Naw~dir" des Ibn Ab~ Zayd und der "Maww~ziyya" des Ibn al-
Maww~z, durch den Zlriden 5 . Wahrscheinlich ist, daß auch sie der Gro-
ßen Moschee zukamen. Angesichts hoher Kosten, die die Beschaffung von
Büchern bedeutete 6 , konnte seine Freigebigkeit hier nur willkommen
sein. an-Nayy~l ist zweifellos zuzustimmen, wenn er meint, daß auf al-
Mucizz und seine Hinwendung zur M~likiyya Qer Ausbau der Moscheebiblio-
thek zurückgeht?
Besondere Aufmerksamkeit erfährt die Moscheebibliothek allerdings
in anderer Weise schon vor seinem Herrschaftsantritt durch den zlridi-
schen Hof : Es ist in al-Qayraw~n die erste Dynastie überhaupt, für die
sich die Stiftung von Koranen nachweisen läßt und zwar erstmals 410/
1020 8 . Darin mag sich bereits die erwähnte Hinwendung zu dem nunmehr
in Ifrlqiya vorherrschenden Islam sunnitischer Prägung ankündigen, die
dann im t a h b ~ s des Mucizz selbst gipfelt, dem er die Verfluchung
der Ban ü Cu ba·y d v 0 ra n s tell t (A 16 ) 9 . Es ist ni c h tau s z u sc h1 i e ß e n, daß
bereits zweihundert Jahre zuvor auch die Aglabiden prächtig ausgestat-
tete Korane der Großen Moschee übergaben; nachgewiesen ist dies bis
jetzt nicht, obwohl Exemplare des 3 . /9.Jh . in einer ganzen Reihe von
( 34

Stiftungsvermerk der Fätima al-


H~dina von 410/1020 (nach ROY/
POiNSSOT Abb.7 S.29)
Fragmenten erhalten sind 1 . Für die Fätimiden andererseits muß die Stif-
tung von Koranen als relativ unwahrscheinlich gelten, da sie weder dem
alten al-Qayrawän noch dessen Großer Moschee, einem Prachtbau der von
ihnen gestürzten Aglabiden, eine besondere Auszeichnung zukommen ließen
Versucht man, Sinn und Zweck solcher 'frommer Stiftungen ' von sei -
ten der Zlridenfamilie zu deuten, wird als Anlaß kaum nur religiöse Mo-
tivation in Betracht kommen. Es war hier zumindest auch die Demonstra-
tion religiöser und politischer Gesinnung gegenüber der Bevölkerung
von al-Qayrawän, den Betern in der Großen Moschee, beabsichtigt . Der
geeignete Ort, um die von solch hochgestellten Stiftern überlassenen
Kostbarkeiten zu präsentieren, war natürlich die Maqs~ra . Hier konnte
? .
der Verwalter der Großen Moschee (qayyim al-~ämic~) einer ausgewählten
( 35

Zahl von Besuchern einen Blick auf solche Schätze gewähren. An diesem
Ort, wo sich der Herrscher häufig auch selbst aufhielt, und durch den
einzigartigen Rahmen, den die kunstvolle Holzwand der Maqsüra bei ei-
ner solchen Gelegenheit bildete, konnte sich jeder Besucher ausgezeich-
net fühlen. Ideale Voraussetzungen also, um einen günstigen Eindruck
im Sinne der Zlriden zu vermitteln.

Der Umfang der Bestände

Bisher liegen nur sehr wenige Anhaltspunkte vor, die den Umfang des
Buchbestandes im 5./11.Jh. einzuschätzen erlauben. Da die bekannten
Quellen nichts von einem Eingriff der Fatimiden in die Moscheebiblio-
thek berichten, ein Vorfall, der vom größeren Teil der Autoren sicher
nicht unterschlagen worden wäre, kann davon ausgegangen werden, daß
diese Gefahr an ihr vorübergingI . Grund hierfür mag unter anderem auch
die geringe Zahl der Bücher gewesen sein . Dies paßt zu der Tatsache,
daß für die Zeit größter Blüte des gelehrten al-Qayrawan und unzähli-
ger Berichte über Lehrtätigkeit, Disputationen und Rechtsprechung in
der Großen Moschee (vom 3./9. bis zum 5./11.Jh . ) eine dort befindliche
Bibliothek von keiner 'erzählenden Quelle' erwähnt wird . Als Erbe frü -
herer Zeit wird also ein nur geringes Volumen an Koranen und Büchern,
hier wahrscheinlich kaum einmal im Umfang einer einzigen Gelehrtenbi-
bliothek, dem 5./11 . Jh . überkommen sein . Dazu gehörte sicherlich ein
erheblicher Teil der Korane, die heute und durch die alten Inventare
(A165,A165a) nachgewiesen sind.
Nach dem Inventar von 693/1294 bestanden die Korane meist aus ei-
ner Mehrzahl von Einzelbänden 2 , oft waren es 14 oder 30, auch einmal
60 Teilbände, die in eigens für die jeweiligen Koranexemplare gefer-
tigten Behältern aufbewahrt wurden. Manche solcher wahrscheinlich oft
mit Zwischenwänden 3 versehenen Behälter wurden ihrerseits in Truhen
gesetzt . Ein e Truhe, von Fatima al-Hadina, der Amme des Zlriden Badls
(386-406/996-1016), im Jahr · 410/1020 gestiftet 4 , also gleichzeitig mit
ihrem Koran (A13), wird wahrscheinlich zur Aufbewahrung des letzteren
gedient haben. Sicherlich hatten nicht alle Behälter eine Größe wie
die Truhe des in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Korans 5 der Fatima
(105 cm hoch, 145 cm lang und 75 cm tief) . Wenn man die durchschnitt-
lichen Ausmaße auch um mehr als die Hälfte kleiner annimmt, wird die
Vielzahl der bei der Revision von 693/1294 genannten Truhen und Behäl-
ter kaum in den kleinen Räumen 6 südlich der Qibla-Mauer Platz gefunden
haben. Es ist wahrscheinlich, daß ein Teil gut verschlossen im Betsaa1 7
( 36

und vor allem in der Maqsüra


des Mucizz stand. So war es
nicht nötig, die häufiger
benutzten oder vorgezeigten
Exemplare umständlich aus
den hinteren Räumen hervor-
zuholen.
Völlig ungeklärt ist
vorläufig die Frage, wie die
übrigen, nichtkoranischen
Bücher aufbewahrt wurden.
Zwar sagt Hasan Husnl c Abd
al - Wa h hab, sie sei eng 1 ei c h-
falls zu mehreren in einem
FiS'. G. - Texl (' n° 9 ((
Behälter (rabca) aufbewahrt
worden 1 , doch scheint er
Inschrift auf der Truhe der hier nicht von den erhalte-
Fätima al-Hädina von 410/ nen Resten, sondern allein
1020 (nach'RÖV/POINSSOT S.28) von den Angaben des Inven-
tars zu den Koranen auszugehen. Dort beziehen sie sich jedoch in kei-
nem Fall auf nichtkoranische Schriften. Es bleibt daher nur zu vermu -
ten, daß sie, analog zu Berichten über andere islamische Bibliotheken 2,
in wenigen Exemplaren flach aufeinanderliegend in Schrankfächern la-
gen, die möglicherweise auch verschließbar waren. Wenn wir eine Plün-
derung der Bibliothek durch arabische Beduinen im Jahr 449/1057 aus-
schließen 3 , so wird der Umfang des nichtkoranischen Schrifttums auch
im 5./11.Jh. kaum viel größer gewesen sein als das, was die beiden
älteren Inventare (A164,A165) verzeichnen. Dieses Volumen aber war
leicht in den kleinen Räumen der Qibla-Mauer unterzubringen, solange
man nicht alle Koranbehälter dort aufstellte. Daß Bücherschränke auch
in der Maqsüra standen, wird dadurch nicht ausgeschlossen 4

Die Inventare

446/1054-5, dem Jahr, in dem die arabischen Beduinenstämme al-Qay -


rawan erreichen, schreibt Ahmad b. Muhammad b . Ahmad b . Hagga~ noch
die "Mustabra~a" des c Utbl für sich ab 5 . 448/1056-7, als ' die Stadt be-
reits seit zwei Jahren von den räuberischen 'Arabern' umlagert ist,
kollationiert cAll b. Muhammad b . CUtman at-Tamlml seine Kopie des
( 37

"Muwatta' Abl Muscab" mit einer alten Handschrift (A25). Ein Band der
"Tabsira" (A135), Werk des bekannten zeitgenössischen Rechtsgelehr-
ten ~l-Lahml (st.478/1085-6)1, wird 451/1059-60 nach Plünderung und
Verwüstung, die auf die Flucht des Mucizz nach al-Mahdiyya (449/1057)
folgen, vielleicht schon nicht mehr in al-Qayrawan kopiert. Der alte
~ a y b des Labml, Abu 'l-Qasim as-Suyurl jedoch, hervorragender Leh-
rer und Jurist und geistiges Haupt der Sunniten (~aYb al-~amaca), wei-
gert sich, die zerstörte Stadt zu verlassen 2 . Als er dort wenige Jah-
re später stirbt (462/1069-70), überläßt er seine Bücher der Moschee-
bibliothek. Die Stiftung, "zugunsten der Gelehrten der Stadt al-Qay-
rawan", scheint fast wie ein schwacher Ausdruck seiner Hoffnung, daß
die früher so lebendigen islamischen Wis senschaften im alten Zentrum
Ifrlqiyas wieder aufblühen möchten 3 .
Die Buchstiftung des Suyurl kann andererseits auch als ein Hin-
weis darauf verstanden werden, daß man in der Großen Moschee einen
Aufbewahrungsort sah , der noch die größte Sicherheit vor Raub und Ver -
nichtung bot 4 . Manche Reste einer Privatbibliothek mag man in den Jah -
ren nach 449/1057 dorthin geschafft haben, um sie vor völligem Unter -
gang zu bewahren.
Dies macht eine weitere Funktion der Bibliothek sichtbar: Sie
diente spätestens seit der zweiten Hälfte des 5/11 .Jh.s auch als Tre-
sor für wertvolles Schrifttum, an dessen Benutzung man erst in zwei-
ter Linie dachte. Auch der Kadi, der zuvor für solche Zwecke sicher-
lich in seinen 'Amtsräumen ' , der zu jener Zeit im Südwesten an die
- 5
Moschee anschl ießenden dar a 1 - q a da' , Platz gefunden hatte,
benutzt die Bibliothek in den folgenden Jahrhunderten als Archiv für
Urkunden, die bei ihm hinterlegt wurden 6 .
Zu einem bisher nicht bestimmbaren Zeitpunkt, vielleicht schon
im Laufe des 6./12.Jh.s, wurde die Bibliothek auch wieder von Lesern
und anderen Besuchern aufgesucht. Dem Versuch, dabei auftretenden Ver-
lusten vorzubeugen und auch selbst einen überblick über das Vorhande-
ne zu gewinnen, diente eine erste Revision. Der Text des dabei aufge-
stellten Inventars ist als Zitat in einem späteren, 693/1294 aufge-
zeichneten, fast vollständig erhalten 7 . Dort wird unter anderem auf
acht Bände der "Tabsira" des Lahml hingewiesen, die man aus Tunis
erst durch Vermittl~ng des dort~gen Kadis zurückerhalten habe 8 . ' Aus -
leihei, in welcher Form auch immer, wurde also wieder praktiziert .
Eine Liste, die sicherlich bei dieser oder bei der Revision zu Ende
des 7./13.Jh.s angelegt worden ist, ist auf dem Einbandfragment eines
( 38

Korans erhalten und zählt die noch vorhandenen Teilbände des Exemplars
auf 1 .
Die Moscheebibliothek fand durchaus wieder wenn auch vielleicht
nur sporadisch das Interesse von Gelehrten. So besuchte der Anda -
lusier Muhammad b.a. 'l-Hatt~b b. Halll al-I~blll im Jahr 686/128?
die Stadt und stiftete s;in sechze~nteiliges Werk~ eine Kurzfassung
der "Hid~ya" des großen A~cariten al-B~qill~nl, der großen Moschee.
Ob diese Tatsache schon ein Zeichen für dort wiederauflebende wissen-
schaftliche Aktivität ist, bleibt ungewiß. al-cAbdarl, der sich zwei
Jahre später auf seiner Reise in den Orient mit seinem Sohn einige
Zeit hier aufhält, war offensichtlich nicht dieser Meinung: "Ich habe
in al-Qayraw~n nichts gesehen, das anzuführen und durch Erwähnung her-
vorzuheben wäre, außer der Moschee und dem Begräbnisplatz" 2 . Aus sei-
nem Bericht über den ~~mic c Uqba habe ich schon oben den Absatz über
den dort gezeigten cu!manischen Koran wiedergegeben 3 . al-cAbdarl be-
richtet außerdem: "In der Moschee besuchten wir die Bibliothek ("Bü-
cherhaus" 4 ). Man holte uns zahlreiche Koranbände in östlicher Schrift
hervor, darunter etliche ganz in Gold geschrieben, sowie gestiftete
Bücher (kutub muhabbasa) frühen Datums aus der Zeit des Sahnün und da-
5 · - . 6
vor; u. a . den 'Muwatta" des Ibn al-Qasim und dergleichen mehr" .
Wenn man diese Schilderung recht versteht, so wird die Bibliothek
in erster Linie als Sehenswürdigkeit, nicht aber als Arbeitsinstru-
ment für Wissenschaftler dargestellt. Die erwähnten Schriften sind we -
gen ihrer wertvollen Ausstattung oder wegen ihres Alters bemerkens -
wert, nicht wegen ihres 'Gebrauchswertes ' . al-cAbdarl darf hier auch
keineswegs als bloßer 'Kulturtourist ' mißverstanden werden . Vielmehr
hatte er ernsthafte 'wissenschaftliche ' Ambition und studierte in al-
Qayraw~n eine Zeit lang bei dem schon betagten Abü Zayd ad-Dabbag (st.
699/1300), dem einzigen Gelehrten von Rang, den er dort zu nennen weiß.
ad-Dabb~~ üb~rlieferte ihm eine große Zahl von Werken, für die er
selbst die r i w ~ y a besaß, und übergab ihm von einigen eigene Hand-
schriften? Wenn wir al-cAbdarls Urteil also als das eines Fachmannes
ernst nehmen, ist daraus zu schließen, daß die Bestände der Moschee-
bibliothek nur allzu selten Zuwachs durch neuere Werke erhalten hatten .
Die dort vorhandenen alten Werke verschiedener Disziplinen waren mitt -
lerweile von jüngeren abgelöst worden. Alte und noch benötigte 'Grund-
werke ' aber waren überall zu f i nden . Ihretwegen lohnte die Reise nach
al-Qayraw~n nicht, zumal auch ein lebendiger Lehrbetrieb kaum vorhan-
den war.
( 39

Für eine Kategorie von Gelehrten war aber auch der älteste Bestand
von Interesse, für Historiker und Biographen . Die "Ma c älim al-lmän",
das bekannteste Werk des Dabbäg (Lit.Nr.4), das auch al-cAbdarl von
ihm übernahm, gehört gerade dieser Disziplin an. Es wäre zweifellos
lohnend, zu untersuchen, ob ad-Dabbä~ für diese Qayrawäner Gelehrten-
geschichte auf die Handschriften der Moscheebibliothek als Quellen zu-
rückgegriffen hat.
Wenige Jahre nach dem Besuch des cAbdar, führte der Kadi der
Stadt, Abu 'l-cAbbäs Ahmad b. Ismäc,l ar - Rab c " die schon mehrfach ge-
nannte zweite Revision·durch 1 . Er konnte sich dabei im wesentlichen
an das ältere Inventar (A164) halten, das er nun in ein neues übernahm
und lediglich Abweichungen notierte. Obgleich zu vermuten ist, daß die
Bestände zur Zeit der ersten Revision grob in der Reihenfolge der auf-
gelisteten Titel untergebracht waren, war diese Ordnung inzwischen
wohl an vielen Stellen aus den Fugen geraten, derart häufig werden he-
rumliegende Bücher und Blätter erwähnt. Auch scheinen der ersten Re-
vision eine Reihe von Werkteilen oder - fragmenten entgangen zu sein.
Jedenfalls führt die erneute Sichtung der Bestände nicht selten zur
Ergänzung der Angaben in der älteren Liste. Demgegenüber ist nur we -
nig von Verlusten die Rede. Ein einziges Werk, oder eher die Mitschrift
eines ungenannten Werkes aus der Vorlesung bei Abu- c Imran
- - -
al-Fasi (st .
430/1038), konnte überhaupt nicht gefunden werden. Allerdings hatte
es auch nur den Umfang eines Heftes (A20) .
Auch diese Revision scheint nicht dazu geführt zu haben, daß die
Literatur systematisch geordnet und aufgestellt wurde. Froh,den Leit-
faden des alten Inventars zu haben, beließ man es dabei, die alte Ord -
nung wiederherzustellen. Die erste Abteilung, vermutlich in der Maqsü-
ra stehend, nahm die umfangreicheren, vollständigen Korane auf (Inv .
Nr .l - 11bis). Ihr folgte die große Zahl der unvollständigen Koranex-
emplare (Inv . Nr .12 - 57) und schließlich die nichtkoranische Literatur
mit ' eingesprengten' weiteren Koranen (Inv.Nr.58 - 125). Die Unter -
bringung der letzten Gruppe in den Räumen der Qibla-Mauer ist wahr-
scheinlich 2 . Versteht man das Inventar gleichzeitig als eine Art Stand -
ortverzeichnis, so erklärt sich auch, warum Korane noch in der letzten
Abteilung erscheinen : Die Unterbringung ihrer zum Teil sperrigen Be -
häl ter oder Truhen in jenen kl ei nen Räumen dem b a y t a l -
k u tub des Inventars ließ eine geschlossene Aufstellung der Ko-
ranexemplare nicht zu .
40

Die sorgfältige Beschreibung vor allem der wertvollen Korane und


die feierliche Art der Beglaubigung 1 des Inventars, zusammen mit einer
Incipit- und Explicit-Liste aller Seiten desselben, deuten darauf hin,
wie sehr man sich des außerordentlichen Wertes der Sammlung bewußt
war. Aber gerade die Art der Verzeichnung ihres Inhalts belegt besser
noch als die AusfUhrungen des cAbdar~, daß die Bibliothek zur 'Schatz-
kammer' der Moschee geworden war und nur wenige wirklich mit ihren BU-
chern arbeiteten.
Zu letzteren mag auch der oben genannte Reisende und Stifter sei-
nes eigenen Werkes, al-I~b~l~ gehört haben. Unbekannte andere Reisen-
de werden, vielleicht im folgenden Jahrhundert, auch jene christliche
Weltchronik in arabischer Sprache (AI76) aus Spanien mit sich gebracht
haben, die sich zusammen mit zwei weiteren christlichen Opuscula in
einer Handschrift der Bibliothek gefunden hat. Die wahrscheinlich la-
teinische Vorlage der Chronik konnte bisher nicht identifiziert wer-
den. Aufgrund des Inhalts ist sie jedoch dem spanischen Mittelalter
zuzuordnen. Die paläographische Analyse (mozarabische Schrift) weist
die Handschrift selbst dem Ende des 13.Jh.s oder einer späteren Epoche
zu. Die beiden anderen Werke enthalten zwei vorgebliche Streitgesprä-
che zwischen jeweils einem nestorianischen Katholikos und einem musli-
mischen Kontrahenten. Eines ist der bekannte Dialog zwischen Timothe-
us und dem Kalifen al-Mahd~. Es handelt sich also offenbar bei beiden
um Werke östlichen Ursprungs, die jedoch schon frUh die unter dem Is-
lam oder in engem Kontakt mit ihm lebenden Christen Spaniens erreich-
ten 2 .
Ein drittes Inventar der Moscheebibliothek, das im Jahr 809/1406-7
aufgezeichnet wurde, ist gleichfalls erhalten 3 . Auf nur einem Blatt be-
gnUgt es sich damit, die wertvollen Korane aufzulisten. Es ist daher
ein weite~er Beleg fUr die sich auch im 7./13.Jh. andeutende Neigung,
die Bibliothek lediglich als Schatzkammer anzusehen, aus der nur das
ein oder andere Koranexemplar fUr die religiösen Funktionen der Mo-
schee benötigt wurde. Möglicherweise ist der Zeitpunkt der erneuten
Inventarisierung aber nicht rein zufällig. Er fällt in die Regierungs-
zeit des von Tunis aus Uber Ifr~qiya herrschenden Hafsiden Abu Färis
(796-837/1394-1434), der als Förderer der Gelehrten bekannt ist. Auf
ihn geht auch eine der frUhesten hafsidischen BibliotheksgrUndungen in
in Tunis im Jahre 797/1394-5 zurU~k4: 27 Jahre später stiftet er bei
( 41

seinem Aufenthalt in al-Qayrawan dem ~amic c Uqba ein Exemplar der ka-
nonischen Traditionssammlung des Bubarl (A43). In der Großen Moschee
ist also,trotz der Beschränkung des dritten Inventars, noch immer eine
Bibliothek vorhanden, die zumindest die Hilfsmittel für eine erste Un-
terweisung in den islamischen Wissenschaften bereithält .
Der mir derzeit bekannte späteste Hinweis auf die Bibliothek vor
ihrer 'Wiederentdeckung' betrifft erneut einen Biographen . Es ist der
Fortsetzer und Bearbeiter der "Macalim" des Dabbag, Ibn Na~l at-Tanübl
(st.839/1439), der bei seinen Forschungen auch auf die ältesten Buch-
bestände zurückgegriffen haben mag. Für seine Wertschätzung dieses
Denkmals alter Qayrawaner Gelehrsamkeit spricht, daß er kurz vor sei-
nem Tod ebenso wie so viele vor ihm die eigenen Bücher als hub u s
der Großen Moschee hinterläßt 1 .
Auf Nachlässe von Gelehrten, aber vor allem auf Handschriften an-
derer Qayrawaner Moscheen, die man erst spät mit denen des ~amic c Uqba
vereinte, ist es zurückzuführen, daß bis heute bereits etwa dreißig
Titel alter Werke einem Vielfachen an Handschriften entsprechend
in seiner Bibliothek nachgewiesen werden konnten, die die sorgfältige
Verzeichnung von 693/1294 nicht aUfführt 2 . Bei fortschreitender For-
schung wird sich diese Zahl mit Sicherheit noch erhöhen .
D E WIE DER E N T D ECK U N G DER B I B L I 0 -

T H E K UND H R W E I T E RES S C H C KS A L
B S N D E G E GEN WAR T

Von einer Wiederentdeckung der Bibliothek des ~~mic cUqba kann


i m eigentlichen Sinne nur aus der Sicht der Außenwelt gesprochen
werden. Die wenigen gebildeten Einwohner der Stadt machten ohne
Zweifel gelegentlich Gebrauch von den jüngeren Handschriften, die
dort aufbewahrt waren. Im Bewußtsein, das alte islamische Zentrum
des Magrib zu vertreten, und mit einem gewissen Führungsanspruch
in religiösen Dingen gab man sich nach außen hin jedoch eher unzu-
gänglich und streng. Äußeres Zeichen hierfür ist, daß man, im Un-
terschied zu den übrigen Städten des Landes , im allgemeinen kei-
nem Nichtmuslim Zutritt gewährteI .
Dieser Situation ist es mit zu verdanken, daß bei einer bedeu-
tenden bibliothekspolitischen Initiative des Beys Muhammad as-S~ -
. . .
diq (1859 -1 882) keine Handschriften aus der Großen Moschee nach
Tunis geschafft wurden, wobei manches Fragment, dessen Bedeutung
nur dem Spezialisten erkennbar ist, hätte verloren gehen können.
1292/1875 hatte der Leiter der Idarat al-Awqaf (Amt für religiöse
Stiftungen), Mu~ammad Bayram al -~a mis, den Auftrag erhalten, die
seit dem 10./16.Jh. in der Zaytuna, der Großen Moschee von Tunis
bestehende cAbdaliyya-Bibliothek zu re organisieren 2 . Dabei sollten
ihren Beständen die Handschriften der übrigen Moscheen, Mad~ris
und Zawaya von Tunis und anderen wichtigen Städten hinzugefügt wer-
den. Der Bey war hierin wesentlich vom Vorbild des ägyptischen Khe -
diven und seiner Bibliothek, der heutigen Nationalbibliothek in
Kairo, bestimmt. Der Ausbau der tunesischen, fortan nach dem Bey
auch as-Sadiqiyya genannten Bibliothek konnte durch Muhammad Bay -
ram (V:) ·weit vorangetrieben werden 3 . Möglicherweise h~t ihn ledig-
lich die französische Okkupation von 1881, in ~ren Verlauf er ins
ägyptische Exil ging, daran gehindert, noch auf die Qayrawaner Bi-
bliothek zuzugreifen, von deren Existenz er wie sein Sohn 1897
andeutet 4 wohl gewußt hat.
Doch die nächste Gefahr aus der Sicht der Einwohner von al-
Qayrawan 5 ließ nicht lange auf sich warten. Zu Jahresbeginn* be-
auftragte der Minister für öffentlichen Unterricht in Paris die
beiden Orientalisten o. Houdas und Rene Basset, die arabischen
* 1882
43

Handschriftenbestände in Tunesien zu regis/trieren. Doch das Feh-


len von Katalogen und " l ' hostilite religieuse" ließen das Unterneh-
men nicht weit kommen . Wegen der bewegten Ereignisse in Tunis ge-
lang es ihnen nach zehn Tagen lediglich eine Handschrift zu Ge-
sicht zu bekommen, die "Macälim al-,män " des Dabbäg in der Bear-
beitung von Ibn Nä~, (Lit.Nr.4) . Enttäuscht verließen Basiet und
Houdas Tunis, dessen bedeutendste Bibliotheken, die der Zaytüna,
noch bis weit in das 20.Jh . den meisten Europäern verschlossen
blieben l , und versuchten ihr G1Uck in al-Qayrawän, das ihnen als
"seconde ville sainte de l'Islam" galt 2 . Dort war die Lage nicht
anders als in der Hauptstadt, doch konnten sie die "sourde resi-
stance" der 'Eingeborenen ' (indigenes) mit Hilfe der französischen
Militärbehörde brechen und Moscheen wie Grabstätten betreten . Ko-
o per a t i v z e i g te s ich j e d 0 c hau ß e r Sc he ich Mo ra 1 i (M ü r ä 1 , ? ), dem
11 11

Vorbeter der hanafitischen Moschee, offenbar keiner der religiösen


FUhrer der St~dt3.
Ihre Hoffnung, in der Großen Moschee eine der bedeutendsten
Handschriftenbibliotheken des Magrib anzutreffen, wurde gleich-
falls enttäuscht. Außer ein paar losen Blättern aus Rechtstexten
und einigen Koranexemplaren fUr den aktuellen Gebrauch sahen sie
weder hier noch in den Ubrigen größeren Moscheen e rw ähnenswerte
Handschriften. Sie schrieben dies den häufigen P1Underungen zu,
denen die Stadt bis in die jUngste Zeit ausgesetzt gewesen sei,
hegten aber auch und wohl nicht zu unrecht den Verdacht,
die "fonctionnaires ecclesiastiques musulmans" hätten beim AnrUk -
ken französischer Truppen die noch erhaltenen BUcher aus den Mo-
scheen bei sich in Sicherheit gebracht und damit "ihre Privatbi-
bliotheken bereichert", wie ähnliches zuvor in Algerien geschah.
Immerhin gelang es ihnen, den Katalog und eine Handschrift der
Privatbibliothek der gelehrten Banü cAzzüm einzusehen 4 .
Ihren Eindruck von der Großen Moschee beschreiben Houdas/Bas-
set wie folgt 5 : "Quand on entre dans la mosquee par Bab Elbehou ,
on se trouve dans l'allee qui conduit au mih'rab . A gauche on re -
marque quelques sieges massifs destines aux lecteurs du Qoran; ä
droite on voit la chaire qu i touche ä une magnifique boiserie qui
forme une enceinte reservee 6 appelee bei t e l ' i d d a
Clest derriere cette enceinte que se trouvent: ä droite, le cabi-
net de 1 imam (K); a gauche, 1 e t res 0 r (J) qui ne ren f ·e rme
1
( 44

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1
Maqsüra

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Ausschnitt aus dem Grundriß der Moschee bei HARRAZI,
Chapitaux I (1982), ergänzt um die Umrisse der Maq-
süra und einige an die der Qibla-Mauer vorgelagerten
~äume anschließende Anbauten (schraffiert). Di e e-
benfalls nachgetragenen Großbuchstaben, sind die von
H. SALADIN (s.u.) zur Baubeschreibung verwendeten.
pour le moment qu'une belle copie du Qoran et une large caisse
remplie des debris de manuscrits sans aucune valeur".
Henri Saladin, der im selben Jahr 1882 erstmals die Moschee be-
tritt, sagt in seiner detaillierten Beschreibung des gesamten Baus
Uber die der Qibla-Mauer vorgelagerten Räume, der beim Verlassen
des Betsaals links liegende Raum (J) enthalte Schränke mit einigen
schönen Handschriften l . In einem der beiden Ubrigen Räume (L) fän-
den sich BruchstUcke von Holzarbeiten ähnlich der der Maqsüra so-
wie Truhen mit Einband- und Manuskriptresten 2 , sodann ein~ stark
beschädigte Bronzelampe und Waffen des 16.Jh.s: Helme, Panzerhemd
und Armbrust 3 .
Als eigentlicher Entdecker der alten Bestände der Moscheebi-
bliothek muß jedoch Muhammad Bek Bayram (VI.)4 gelten, der im Au-
gust 1896 al-Qayrawän besuchte und darUber am 20. März 1897 vor
der ägyptischen geographischen Gesellschaft in französischer Spra-
che einen Vortrag hielt 5 . Darin werden erstmals Eigenart und Wert
der Handschriften angedeutet: Nach der Beschreibung der Maqsüra
und einer Bemerkung zur mangelnden Bildung der gegenwärtig fUr die
( 45

Moschee Verantwortlichen heißt es dort, "In dieser Maqsura befin-


det sich eine Tür, durch die man in eine weitere Maqsura eintritt,
die als Bibliothek (maktaba) für die Bücher der Moschee diente. In
einem Winkel liegen alte Waffen, Panzer, Helme und Lanzen, die die
Qayrawaner den Prophetengenossen und Eroberern (des Magrib), Gott
sei ihnen gnädig, zuschreiben. Sie liegen da hingeworfen auf dem
Boden, von Rost und Staub überzogen. In den Augen der Anwesenden
konnte ich nicht die mindeste Wertschätzung für sie sehen, ganz im
Unterschied zum sonstigen Brauch der Muslime, vielmehr jedes Vol-
kes. Man sagte mir, daß es einst viel davon gegeben habe, doch das
meiste verloren sei, was nicht \~under nimmt, solange sie noch in
den Winkel des Vergessens geworfen bleiben.
I n die s e r (z we i t e n) Ma q s u ra be f i n den s ich a uc h z we i g roß e
Schränke (bizanatan), angefüllt mit Paketen aus (beschriebenen)
Blättern, die mit Stricken und Kordel zusammengeschnürt sind, hoff-
nungslos ineinander verwirrt, überdeckt von Staub, Sand und Spinn-
weben . Dies ist alles,was von der Bibliothek von al-Qayrawan übrig
ist, für deren Sammlung seine Herrscher Sorge trugen. Wenn einer
dies sah, konnte ihm kaum der Gedanke kommen, welch wertvolle
Schätze darin liegen, und auch ich hatte die Wahrheit des Sprich-
wortes "fi 'z-zawaya babaya" (In Winkeln verbergen sich Schätze)
bisher nie so erkannt wie diesmal . Denn all diese Pakete bestehen
aus Pergamenten von Gazellenhaut, von schöner Hand in kufischer
Schrift geschrieben, vergoldet und geschmückt mit den wundervoll-
sten Verzierungen und Farben. Es sind Stücke alter Korane, Hadlt-
und Fiqh-Werke, alle in den ersten Jahrhunderten der Hi~ra ge-
schrieben . Bös ist die Zeit mit ihnen umgesprungen, bis man sie
schließlich in diesen Paketen ohne jede Regel und Ordnung sammelte,
große und kleine Formate durcheinander, eine Seite dieses Korans·· ·
mit einer Seite von jenem zusammen mit Seiten anderer Bücher ver-
schiedenen Inhalts usf . Als ich diese Pakete sah, sie öffnete und
durchsuchte, setzte mein Herz angesichts dessen, was mir entgegen-
trat, aus . Dann trennte ich mich von ihnen, seufzend und voll Kum-
mer darüber, daß sie (bisher) an einem Ort blieben, wo sie verlo-
ren sind und ihr Wert unbekannt bleibt".
Muhammad Bayram (VI.), der zu jener Zeit bereits die Gefahr
sieht, durch Zerstörung alter Gebäude und den Bau von Straßen und
Häusern nach europäischem Muster könne der historische Charakter
( 46

von al-Qayrawän verloren gehenI, war sich bewußt, auf eine Hand -
schriftensammlung äußerst seltener Art gestoßen zu sein. Als er-
sten Schritt, etwas zu ihrer Rettung beizutragen, machte er einen
"jungen, gebildeten Mann" 2 aus der tunesischen Awqäf-Verwaltung
auf seine Entdeckung aufmerksam . Dieser sagte ihm zu, bedeutende
Mittel für die Sanierung der Sammlung einzusetzen, damit Besucher
sie sehen und dort forschen könnten . Auch zeigte er sich zuver-
sichtlich, daß Bernard Roy, Generalsekretär der tunesischen Re-
gierung, der großes Interesse an arabischen Altertümern habe, die -
se Initiative von wissenschaftlichem Rang unterstützen werde.
Auf die Veröffentlichung von Bayrams Vortrag entgegnete Roy
mit einem an jenen gerichteten Brief, in dem er sein besonderes
Interesse an der Moscheebibliothek betont und zusagt, daß sein Ge -
neralsekretariat in Abstimmung mit dem Dlwän al-Awqäf für die In -
standsetzung der Räume und die Ordnung und Katalogisierung der Be -
stände Sorge tragen werde 3 .
Dieser Ankündigung entsprechend wurden die Räume an der Qibla-
Mauer für die Bibliothek hergerichtet und neue Bücherschränke auf-
gestellt. Diese waren neben den alten Handschriften für die Auf -
nahme einer großen Zah l von gedruckten Büchern bestimmt, die man
der Bi b1i ot h e k hin z ufüg t e 4 . Die s ern e u e r e Teil wu r dei m f 0 1 gen den
als die "allgemeine Bibliothek" (al-Maktaba al-CUmümiyya) bezeich -
net. Passend zum Format der Korane und anderen Handschriften stell-
te man aus Karton Kapseln her 5 .
Aufwendig gestaltete sich das Ordnen der Fragmente und das Zu-
sammenführen der verschiedenen, einem Werk zugehörigen BruchstUcke .
Bei Anlage des ersten vorläufigen Katalogs i m Jahr 1901 6 war diese
Arbeit lediglich bei den leichter zu sortierenden Koranhandschrif-
ten zu einem gewissen Abschluß gelangt. Blätte r ungeklärter Her-
kunft und beschädigte Fragmente bewahrte man in "Ordnern" (mahäfi . z,.
sg. ma~fa~a) , gleichfalls Kapseln, auf, deren Zahl durch fortge-
setzte Sortierarbeit bis in die Mitte dieses Jahrhunderts auf 262
7
anwuchs. Innerhalb der "Ordner" le gte man zusammengehörige Blät -
ter oder solche, die gewisse Gemeinsamkeiten zeigten, in Umschlä-
ge (milaff).
Urkunden und Fragmente, die offensichtlich nicht aus Büchern
stammten, waren zu Anfang lediglich in Kästen deponiert worden.
( 47

Der Initiative von Muhammad al-Muqdäd al-Wartatänl 1 , eines hohen


Beamten im Dlwän al-Awqäf, ist es zu danken, daß auch diese für
die Ortsgeschichte äußerst wertvollen Dokumente zwischen 1930 und
1937 von Muhammad Tarad sortiert und in den "Ordnern" unterge-
bracht wurd~n2. Üb~rreste alter Einbände wurden auf Anregung von
Louis Poinssot nach Tunis geschafft und zur Reinigung und Aufbe-
wahrung dem Bardo-Museum übergeben 3
Es ist hier die Stelle, auch Hasan
. Husnl
. c Abd al-Wahhäb (1884-
1969), eine der bedeutendsten Persönlichkeitenim kulturellen Le-
ben Tunesiens in diesem Jahrhundert, zu nennen. In zahllosen hi-
storischen Studien hat er wiederholt auf die Bedeutung der Qayra-
wäner Moscheebibliothek hingewiesen und auch sonst hat er mehr als
jeder andere befruchtend auf die moderne Geschichtswissenschaft
des Landes gewirkt. Editionen wichtiger Texte, darunter auch eini-
ge aus al-Qayrawän, wurden von ihm angeregt und zum Teil selbst
ausgeführt. Trotz seiner langen Laufbahn in öffentlichen Ämtern
verschiedenster Art, nicht zuletzt dem des Leiters des Institut
National d'Archeologie et d'Art (1957-1962)4, hat er immer wieder
zu Handschriftenstudien Zeit gefunden; seine bedeutende private
Sammlung ist in den Besitz der Nationalbibliothek übergegangen 5 .
Daß die Bibliothek des ~ämic c Uqba nicht wieder dem Vergessen an-
heimgefallen ist, sondern stets von neuem die Aufmerksamkeit von
Wissenschaftlern wie staatlichen Stellen auf sie gelenkt wurde,
ist unbestreitbar das Verdienst von Hasan Husnl cAbd al-Wahhäb.
Die Gefahr des Vergessens oder der Vernachlässigung bestand inso-
fern, als der wertvolle alte Bestand zu seiner Erschließung erheb-
liche Sachkenntnis und Geduld verlangt. Der Tatsache, daß wissen-
schaftliche Früchte nicht leicht zu ernten sind, ist es wohl auch
zuzuschreiben, daß die intensive Beschäftigung mit Qayrawäner Tex-
ten erst in den sechziger Jahren einsetzt.
Wahrscheinlich im Jahr 1949 trat Muhammad al-Buhli an-Nayyäl,
Beamter in der Awqäf-Behörde, mit einem Memorandum hervor, in dem
er die erneute Ordnung der gesamten Bibliotheksbestände, die Her-
stellung eines endgültigen Katalogs und fotografische Aufnahmen
der seltenen Handschriften vorschlug. Sein Plan fand die Zustim-
mung des Ma~lis al-Awqäf (Rat für religiöse Stiftungen), die nöti-
gen Mittel wurden bewilligt und eine Arbeitsgruppe unter Leitung
des Großmuftis (bä~-muftl) von al-Qayrawän, Muhammad at-Tahir as-
( 48

Saddäm, gebildet. Ihr gehörte unter anderen auch der Bibliothekar


der Großen Moschee und Sekretär des örtlichen Awqäf-Amtes, cUtmän
~aräd~ an. Offensichtlich von vorangegangenen schlechten Erfahru~gen
bestimmt, wurde vereinbart, daß alle Arbeiten, einschließlich der
Fotoaufnahmen, in der Bibliothek durchzuführen seien und es nie-
mandem, wer es auch sei, gestattet werde, ein Stück aus der Maqsü -
ra hinauszutragen 2 .
Die nun beginnende Durchsicht des Bestandes im Jahr 1950 führ-
te zur Entdeckung von Fragmenten bislang unbekannter Texte , von
denen mittlerweile einige ediert sind (Lit.Nr.5,13,28). an-Nayyäl
ist es auch zu danken, daß die Inventare von 693/1294 und 809/
1406-7 aufgefunden wurden, deren ersteres Ibrählm ~abbüh 1957 her-
ausgegeben hat (Lit.Nr.25). Mustafä Bü~ü~a machte insge;amt etwa
4000 Fotoaufnahmen von den wichtigsten Texten und von Schriftbei -
spielen der Koranexemplare 3 . Der Bibliothekar cU!män ~aräd widme-
te sich seinem Auftrag, alle Korane, Bücher und Fragmente in ei-
nem Heft, dem neuen allgemeinen Katalog zu verzeichnen.
Zu einem wichtigen Einschnitt in der Geschichte der Bib li o-
thek kam es in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre . Im Zuge
des Ausbaus der Nationalbibliothek in Tunis, wurde mit Datum vom
7.9.1967 ein Präsidentenerlaß (Nr . 296) bekannt gegeben, der
ähnlich wie es ein Jahrhundert zuvor für die Maktaba as-Sädiqiyya
geschah verfügte, daß die Handschriftenbestände öffentlicher
Bibliotheken des Landes zentral in Tunis zu sammeln seien. Im Zuge
dieser Maßnahme kamen 1968 auch die Handschriften der Qayrawäner
Moscheebibliothek, einschließlich der Druckschriften der Maktaba
al-CUmumiyya, in die Nationalbibliothek . Der handschriftliche Be-
stand wurde mit insgesamt 2300 Einheiten angegeben 4 . Die Nummern
der für diese überführung aufgestellten Titelliste stellen die
bislang letzten 'Signaturen ' dar, unter denen die Handschriften
aufzufinden sind 5 .
Daß für al-Qayrawän der Abtransport seines ererbten Kulturgu-
tes in die Hauptstadt schmerzlich sein mußte, ist naheliegend .
Auch wenn die Unterbringung der Bibliothek in der Großen Moschee
nicht mehr zeitgemäß und in mancher Hinsicht für die Texte nicht
optimal scheinen mochte und grundsätzlich die Aufbewahrung in ei -
nem eigenen Gebäude vorzuziehen war, wollte man den Verlust der
Handschriften, Zeugen der Blütezeit der Stadt, nicht hinnehmen.
49

Vielfältige Bemühungen führten nach fünfzehn Jahren endlich zum


Erfolg. Ein neuer Präsidentenerlaß (Nr . 1250) vom 11.9.1982 ermög-
lichte die Rückführung der Bibl iothek. In Raqqada, einst Residenz
der Aglabiden vor den Toren von al-Qayrawän, fand sie im März 1983
eine neue Unterkunft 1 . Im dortigen,von Ibrahlm ~abbuh geleiteten
und neu gegründeten Institut pour 1 ' Etude de la Tradition et les
Arts Islamiques,mit angeschlossenem Museum, dem Grundstock einer
modernen Forschungsbibliothek, einem Fotolabor und einer im Auf-
bau befindlichen Restaurierungswerkstatt, bestehen die bislang be-
sten Voraussetzungen für die wissenschaftliche Aufarbeitung der
Schätze aus der Großen Moschee. Mittlerweile ist auch ein neuer
Katalog in Arbeit, der die bisher detaillierteste Beschreibung al-
ler Handschriften zu liefern verspricht. Die jüngeren Bestände
sind bereits fast vollständig bearbeitet. Doch wird bis zur end-
gültigen Redaktion und erhofften Veröffentlichung des Katalogs im
Druck sicherlich noch einige Zeit vergehen.

Heutige Bestände der Bibliothek

Im Abschnitt zur Geschichte der Bibliothek ist schon wesentli -


ches zum Inhalt des alten Bestandes gesagt worden, sodaß hier le-
diglich zusammenzufassen ist. Es handelt sich um eine Sammlung von
Pergament- und Papierhandschriften 2 , die großenteils in der Zeit
vom 3./9. bis zum 5./11.Jh. entstanden und oft nur als Fragmente
erhalten sind . Neben einer großen Zahl von Koranexemplaren sind
darunter vor allem Rechtstexte, und hier überwiegend die des mali-
kitischen MaQhab, sodann Werke der Koranexegese (tafslr) und der
Traditionswissenschaft (hadl!). Andere Gattungen, wie beispiels-
weise historiographische oder biographische Werke, sind nur ver-
einzelt vertreten.
Aus einer späteren Zeit (6./12 . Jh . ff . ), in der die Bibliothek
auch als Archiv des Kadis gedient zu haben scheint, findet sich
eine große Zahl von Urkunden . Vereinzelte Stiftungen, so i m 7./13.
und im 9 . /15.Jh ., brachten auch erneuten Zuwachs im Buchbestand .
Die relative Größe dieser jüngeren Zugänge innerhalb der Bibl i o-
thek vermag ich gegenwärtig nicht abzuschätzen .
Handschriften, die meist nicht älter als 3 bis 400 Jahre sind,
kamen in einem, den ältesten Bestand um das fünf- bis sechsfache
50

übertreffenden Umfang erst in unserem Jahrhundert, zum Teil erst


seit Gründung des Forschungsinstituts von Raqq~da, hinzu. Dabei
handelt es sich einerseits um Privatbibliotheken alter Qayrawaner
Familien, die zu Stiftungen bestimmt wurden, andererseits um Hand-
schriften aus anderen Moscheen und Zaw~y~ der Stadt. Noch sind
nicht alle hinzugewonnenen Bestände in Raqqada zusammengezogen
worden, da die dort zur endgültigen Aufbewahrung vorgesehenen Räu-
me noch vorbereitet werden müssen . Wenn man den ältesten Teil et-
was willkürlich mit 2000 ansetzt, dürfte der Gesamtbestand mitt-
lerweile 10 000 Handschriften übersteigen. Eine sichere Aussage
wird erst nach Vollendung des erwähnten Katalogs mögl i ch sein .
( 51

Einbände und paläographischer Befund

Georges Mar~ais und Louis Poinssot haben in ihrer vorbildli-


chen Studie (Objets Kairouanais, IXe au XIIIe siecles . Fasc . l:
Reliures, Tunis 1948, Notes et documents 11, mit Zeichnungen von
Lucien Gaillard) bereits wichtigstes Material zu in al-Qayraw~n
gefundenen Einbänden zusammengetragen. Es handelt sich dabei aus-
schließlich um die überreste von etwa 60 Koranhandschriften aus
der Zeit seit dem 3 . /9.Jh. l . Poinssot hatte sie einige Jahre vor
Erscheinen ihres Buches in einem Raum östlich des Minaretts ent-
deckt. Dieser Raum hatte bis dahin zugleich als Magazin und als
Taubenschlag gedient, sodaß die stark beschädigten Einbandreste
und wenige Koranblätter unter einer Schmutzschicht verborgen la-
gen . Wahrscheinlich waren sie wegen der vielen in ihnen lebenden
Insekten aus den Bücherschränken genommen worden, um die übrigen
Handschriften nicht zu gefährden. Nach ihrer Entdeckung wurden
sie im Bardo - Museum von Tunis gereinigt (ebd.S.ll)2. Für alle Ein-
zelheiten der Einbände, insbesondere für die Datierung 3 und kunst-
geschichtliche Einordnung der Dekorationen auf den Einbanddecken
(vgl . die Beispiele auf den folgenden Seiten), ist die Studie von
Mar~ais/Poinssot heranzuz i ehen .

Besonders hervorzuheben ist eine Einbandart 4 , die sich in al-


Qayrawan bis ins 5 . /11 . Jh . findet und deren Ursprung die genannten
Autoren in ägyptischen Vorbildern vermuten . Die zeichnerische Re -
konstruktion zeigt den
Band eines Koranteils .
Zwei Holzdecken 5 bilden
Boden und Deckel eines
schachtelähnlichen Behäl-
ters, dessen hintere Sei -
tenwand der flexible Rük-
ken stellt. Die drei übri -
gen Seitenwände oder Rand-
leisten sind aus Leder,
stehen auf der unteren
Decke und schützen den
Schnitt . Lederbezogen, oft
Fig. 1 aus einem durchgehenden
(Nach Mar~ais/Poinssot S. 14) Stück, sind auch die bei-
( 52

den Decken und der Rücken. Einzelheiten der Verbindung des Buch-
blocks mit den Decken
,I:~
1
,- - zeigt die zweite Ab-
I! .' bildung.
.Ij

Das im Inventar so
1
1 häufig genannte rote
li
, I
Leder, heute ist es
I '
, .;. - - - eher braun zu nennen,
. .~:<~:.-~..:;: -; b
a ist vom Schaf. Es wur-
de überwiegend bei den
d
ältesten Einbänden ver-
arbeitet (ebd.S.16),
deren Dekoration (vgl.
das Beispiel auf der
e
nächsten Seite) vermut-
lich in folgender Wei-
Fig.3 se hergestellt wurde:
Der Buchbinder klebt
(Nach Marr;ais / Poinssot S.19) das Leder zunächst auf
das Brettchen, befeuchtet es und zieht dann mit dem Falzbein die
Linien, die den Rahmender Komposition bilden sollen . Das dekora-
tive Muster bringt er sodann mit verschieden geformten heißen Ei -
sen unter starkem Druck auf das Leder; Spuren davon sind auch auf
dem darunterliegenden Brettchen sichtbar, wenn das Leder einmal
entfernt wird (ebd.S.20).
Der Schmuck eines zweiten typischen Beispiels (s . übernächste
Seite) beruht auf einer möglicherweise in al-Qayrawan erfundenen
Technik, die nach der Invasion der Banu Hilal (M.5 ./1 1 .Jh. ) außer
Gebrauch kam (ebd.S.22): Angefeuchtetes Leder wird auf das Brett-
chen geklebt, auf dem zuvor Schnüre in der Form des herzustellen-
den Ornaments befestigt wurden. Nach dem Pressen wird beidseitig
der Schnüre, die als Wulst sichtbar bleiben, mit dem Falzbein
nachgezogen. Für diese Art der Dekoration wurde meist schwarz ge-
färbtes Ziegenleder verwandt (ebd . S . 16).
Mar~ais/Poinssot haben jene Einbandreste zusammengestellt, de-

ren ledergefertigte Randleisten teilweise erhalten sind, sodaß


sie durch ihre Höhe Aufschluß über die Zahl der im jeweiligen
Band enthaltenen Blattzahl geben können (ebd . S.1 12, Anm . 3) . Aus -
\
\
\
\

(Nach Mar~aisjPoinssot, Tafel XIV)


236 mm breit, 157 mm hoch, 3.j9 . Jh .
( 54

,~- ~,~~-,:" --
!l;.~,=~~~~~~~,.~;"c. · ,.
.. ~. -:.:~...fL!~l.r. ~.~4""-:-~--: .
.
, r

(Nach Mar~ais/Poinssot, Tafel XXVI)


176 mm breit, 115 mm hoch, 5 . /11 . Jh .
( 55

gehend von einer durchschnittlichen Stärke des Pergamentblattes


von 0,25 mm und Randleisten von 11 bis 36 mm Höhe schätzen sie
die Bandstärke auf etwa 44 bis 140 Blatt (ebd .S.17).
Wie bei der Frage ihrer Unterbringung in der Bibliothek (vgl.
0.S.36) tappen wir auch bei der Frage nach dem möglichen Einband 1
der frühen, nichtkoranischen Handschriften noch völlig im Dunkeln .
Bindungsreste haben sich bei diesem für die Forschung interessan-
testen Bestand bisher nicht gefunden. Ist daraus abzuleiten, daß
sie als lose Hefte benutzt wurden, wobei die Lage möglicherweise
durch eine im Falz liegende Schnur zusammenhielt?
Eine paläographische Analyse des alten Handschriftenbestandes
ist bisher nicht in Angriff genommen worden. Das für die Schrift-
geschichte äußerst reiche Material, meist genau lokalisierbaren
Ursprungs und nicht selten datiert, kann außerdem die Basis für
verschiedenartigste archäometrische Untersuchungen bieten 1a
Auf eine von Mar~ais/Poinssot beiläufig geäußerte Vermutung
(ebd .S. 60 Anm.4) möchte ich hier abschließend noch eingehen : "Sehr
wahrscheinlich bereitete der/selbe Handwerker, unterstützt von
Hilfskräften, die Pergamente und Leder vor, kalligraphierte und
versah die Werke in manchen Fällen mit Min~turen, band sie dann
ein und dekorierte die Decken der Einbände" . Sie stützen sich da-
bei auf einen, dem Koran der Fätima zugehörenden Eintrag, dessen
Ablichtung auf der nächsten Seite wiedergegeben ist. Wörtlich
übersetzt lautet die entscheidende Passage (vgl.A13) : "Diesen Ko-
ran hat cAl ' b . Ahmad al-Warräq durch Vermittlung (calä yaday) von
Durra al-Kätiba (Schreiberin) ... für die ehrwürdige Hädina (Amme)
... geschrieben, vokalisiert, dekoriert, vergoldet und eingebun-
den". Es scheint kein Zweifel zu bestehen , in diesem Fall ist ein
Koran in allen Arbeitsgängen von einem Handwerker hergestellt wor-
den, dem dabei sicherlich Helfer zur Seite standen 2 . Doch kann
von diesem einen Koran, dessen in jeder Hinsicht außergewöhnliche
Ausstattung schon mehrfach angesprochen wurde, auf die Herstellung
von Koranhandschriften im allgemeinen geschlossen werden? Für die
Blütezeit materieller Kultur in al-Qayrawän möchte ich eher eine
größere Spezialisierung im Handwerk annehmen .
( 56

(Nach Roy/Poinssot, S. 33)


Vermerk des Kall i graphen von (A13)
z USA M M E N F ASS U N G

Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand war die Bibliothek des ~ämic


c Uqba zur Zeit der größten Blüte islamischer Wissenschaften in al-Qay-
rawän (3./9. bis 5./11.Jh.) nur von geringer Bedeutung für deren Trä-
ger, die Gelehrten, die sich vielmehr auf ihre privaten Bibliotheken
stützten . Doch aus eben jener Zeit stammt der größte Teil noch erhal-
tener Handschriften und Fragmente, die oft aus Nachlässen in die Mo-
schee gelangten. Während weniger Jahrzehnte der ersten Hälfte des 5 . /
11. Jahrhunderts wurde die Bibliothek zum Ort der Demonstration auch po -
litischer Haltung des herrschenden Zlriden, al-Mucizz b. Bädls, und
seiner Familie. Nach dem Untergang des alten Qayrawän in der Verwü-
stung durch arabische Beduinen im Jahr 449/1057 verlor die Bibliothek
ihre eigentliche Funktion und blieb für längere Zeit nichts anderes
als ein Tresor wertvoller Schriften, der gleichzeitig als Urkundenar-
chiv genutzt wurde. In bisher nicht ganz überschaubarer zeitlicher
Schwankung erstmals wieder belegbar im 7./13.Jh. wurde sie je-
doch auch wieder von Gelehrten und vielleicht für den Schul betrieb ge -
nutzt. Insgesamt drei Inventare sind als wichtige bibliothekshistori-
sche Dokumente aus der Zeit vor der Türkenherrschaft (10./16.Jh.) er-
halten.
Die Wiederentdeckung des alten Handschriftenbestandes 1896 führte
zu einer seitdem nicht abreißenden Kette von Maßnahmen zu seiner Er -
haltung und Erschließung. Die eigentliche wissenschaftliche Erforschung
steht jedoch noch in den An-
Die Qibla-Mauer von außen gesehen, mit
Mibräb-Kuppel und vorgelagerten Räumen fängen. Eine moderne Restau-
(gezeichnet nach einer Luftaufnahme ~ rierung und vielleicht auch
P. Sebag, Kai rouan, 1963). '. '\
die archäometrische Analyse
des erhaltenen Materials soll
\'

i.r' "' /. : .\t . ...-- . ..~


erst jetzt beginnen.
Doch nicht nur wegen der
wissenschaftlichen Bedeutung
..
=-;:2~~; ..~ ....
~ ..;:.-~
-.-::.-=-:-::~- - '-
-_. -' . _-----~
'.
der sehr frühen Handschriften
wird die mittlerweile an den
Ort der aglabidischen Resi-
denzstadt Raqqäda verlagerten
Bibliothek großes Interesse
entgegengebracht. Als Zeugnis
hoher wissenschaftlicher und
auch materieller Kultur im
( 58

einstigen Zentrum von Ifrlqiya, das zugleich Ausgangspunkt der Isla-


misierung Nordafrikas und Spaniens war, ist diese alte Moscheebiblio-
thek sowohl für den tunesisch-arabischen Nationalstolz als auch für
alle religiös Gesinnten ein besonderer Glanzpunkt l
L IST E A
Die Liste A dient dazu, die im Inventar (Si~ill) von 693/1294 und in der moder-
nen Literatur nachgewiesenen Hss. übersichtlich zusammenzustellen. Sie kann jedoch
in keiner Weise die biobibliographischen Erläuterungen der benutzten Literatur er-
setzen; auf diese ist dafür zurückzugreifen. Auf jeden Titel folgen zunächst die S-
Nummern des SI~ILL (Inventar) unmittelbar neben die A-Nrr. gesetzt.
1. Korane (Al - A18) Nur bibliotheksgeschichtlich relevarit'eStücke sind nach dem
Alphabet der Stifter geordnet aufgeführt.
2. Nichtkoranische Literatur (A19 - A209) Allgemeine Hilfsmittel: GAS,
SCHACHT, MURANYI (1984) und ders.(1985) . Weitere Lit. bei der einzelnen Hs. Die Rei-
henfolge richtet sich nach 1.) Alphabet der Autoren, 2.) der Werktitel, 3.) der Ti-
tel von Werkteilen, und in Ermangelung anderer Angaben 4.) nach der Signatur .
Zu den Hss. werden, soweit vorhanden, meist nur Umfang und Beschreibstoff angege -
ben. Möglichst vollständig übernommen werden dagegen bibliothekshistorisch und bi-
bliographisch relevante Angaben, die aus den in der Hs. stehenden Vermerken stammen.
Die als Besitzer, Hörer, Stifter usw. genannten Personen werden durch ihre B-Nrr .
(Liste B ist der Index der sonstigen beteiligten Personen zu Liste A) identifiziert.
Für ihre Rolle bei Entstehung, Benutzung oder Stiftung der Hs. wurden folgende Ab-
kürzungen gewählt :
B = 'Besitz' der Hs . (vgl . Anm.3 zu S.15)
H = hudur / Anwesenheit beim Vorlesen eines Werkes aus der Hs .
K = kit~ba / Schreiben bzw . Kopieren der Hs.
M = muq~bala / Kollationierung der Hs.
Q = qir~'a / Vorlesen der Hs. im Unterricht
S = sam~c / Hören der Vorlesung des Werkes aus der Hs.
T = tahbls / Stiftung der Hs.
In der Liste können diese Funktionsabkürzugen mit der B-Nr. der handelnden Person
durch ein Pluszeichen verknüpft werden: S+(B32) bei (B123) bedeutet z.B., daß
Abu Bakr b. Muhammad
. al-Labbad (B32) bei Yahya
. b. cUmar (B123) das betreffende Werk
nach der Vorlesung aus der Hs. hörte, dessen A-Nr . diese Angabe zugeordnet ist. Zum
inhaltlichen Verständnis der verschiedenen Funktionen ist unbedingt der Abschnitt
zum islamischen Buchwesen (oben S.12-15) zu vergleichen.
Wegen der in der Lit. unterschiedlich angegebenen Signaturen, ist es möglich, daß
eine Hs. einmal unter zwei A-Nrr. erscheint. Stets werden alle genannten Signaturen
angegeben und zwar durch Schrägstrich getrennt in der Reihenfolge ihres Alters . Die
jüngsten, noch gültigen sind, soweit vorhanden, unterstrichen.
3. Urkunden (A209 - A216) Eine nachdem Ausstellungsdatum geordnete Auswahl .
Chronologische Tabelle zu Liste A 60

Jahr A- Nr . H K M Q S T
231/845-6 144 x
258/871 162 x
270/883 125 x
271/884 207 x
272/885 50 x x
275/888 137 x x
276/889-90 33 x
278/891-2 29 x
279/892-3 35 x
288/900-1 127 x
290/903 122 x
~~~L~QZ ________ __
1~ {~Qr~Ql ______________ _____ ______ _____ ______ __
~

300/912-3 29 x
327/938 31 x
335/946-7 202 x
341/952 81 x
342/953 82 x
342/953 87 x
345/956 - 7 198,201,202 x
358/969 34,36 x
370/980 -1 204,206 x x x
371/981-2 204 x
376/986-7 203 x
378/988 5 (Koran) x
378/988 61 x
387/997 - 8 200 x
399/1008 108 x x
4öö7IöÖ9- ------ 66~68~73 ---------------------------x--- ------- --- -

402/1011-2 25 x
402/1011-2 44 x
404/1014 81 , 82 x
406/1016 111 x
407/1016 - 7 54 x
408/1017 - 8 54 x
410/1020 13 (Koran) x
413/1022 15 (Koran) x
420/1029 182 x
421/1030 159 x
424/ 1032-3 161 x
428/1037 18 (Koran) x
446/1054-5 185 x
448/1056 -7 25 x
451/1059-60 135 x
462/1069 - 70 113 x
~§§ZIIz~ ======= 210
611/1214 gQ~=IgrE~6~§1
(Urkunde) ==================~=======
x ===========
635/1238 211 (Urkunde) x
642/1245 212 (Urkunde) x
686/1287 132 x
688/1289 112 (x)
§~~L1~~~ ______ _1§~_{~r~~Qg~1 __________________ ~ _______ ____ ___ ___ _
824/1421 43 x
§~§L1~~~ _______ ~!~_{~r~~Qg~1 __________________ ~ _______ __________ _
~~§L1~§§ _______ ~1~ _ {~r~~Qg~1 __________________ ~ _______ __________ _
1004/1596 216 (Urkunde) x

H K M Q S T
Liste A 61

1 a 1 - Q u r ' -a n (Reihenfolge nach Namen der Stiftenden, aus -


genommen (Al) . Aus dem Si~ill sind nur die Stücke mit Stiftungs-
vermerk aufgeführt) .
~A__
1__~(_S_4_9~) 2 Teile, 12er - Teilung, Pergament, kufische Schrift,
1 7-zeilig . "hubus cala Mas~id Ganim" (B68); eine
nicht mehr bestehende Moschee in al - Qayrawan?
A 2 ( S 11 bis) 2 Teil e . 11 t a h b 1s I b rah 1m b . I s ha q 11 (B 8 4 ) .
1
A 3 (S47bis) 14 T., 30er-Teilung, Perg ., kufe Schrift, 6-zei-
1
lig. T+(B86) .
A 4 (S50) 16 T., Perg. T+(B98) .
1
A 5 Mar~ais/Poinssot Nr . 64 : verso der oberen Decke,

1 10er-Teilung, T.9, von 378/988 . "al-~uz' at-tasi c .


qala al-qadi Muhammad b. CAbd Allah b . Ha~im (B96), !abata Cindl
ta~dld·al-iibat awwalu-ha (?) al-cAbbas b. Muhriz habasa ca~_
rat a~za' fl-ha al-qur'an kamil wa-hlya ma~muca · fl t~but mu~ad ­
dad mu~allad b~ - ~ild ahmar wa-huna 'l-~uz' at-tasi c min -hu habasa-
ha bi-~amic madlnat al ~ Qayrawan cala man yaqra'u fl-ha ... ~~mada
11378". (BI).
A 6 Mar~ais/Poinssot Nr. 34A u . 34B : 9 . Jh . Jeweils verso
1
einer oberen Decke : T+(B2) .
A 7 Mar~a is /Po in ssot Nr . 53 : 9.Jh . Verso einer oberen
1
Decke : T+(B4).
A 8 Nr .7 4A u . 74B : Verso einer unteren
Mar~ais/Poinssot
1
Decke : " ... li-CAbd Allah b.a. 'l-Fahm b. Ahmad b .
CAbd ad-Da'im al-Ha~vwar l" (B6) . 11.Jh .
.ß. 9 Mar~ais/Poinssot Nr .1 05B verso: T+(B16) für Mas~id
1
at - Tawf l q am Bab Salm . T. 12 . 11 . Jh .
A 10 Mar~ais/Poinssot Nr.84 : T. 9, 11 . Jh . 11 ~addada hu -
1
bus ha9a 'l-~uz' al - qadl al - fadl Ahmad b. a~-~aYb
al-qadl al-imam Abi 'l-Barakat Muhammad b . H~~im ~ (B47) .
A 11 Mar~ais/Po i nssot Nr . R8 : T. 3, 11 . Jh . Wie (A10) :
I
T+(B47) .
A 12 Vgl . ~abbuh S. 339 u . ebd . Taf . l mit dem Beispiel ei -
I
ner Seite aus diesem Koran . Folgende Beschreibung
Liste A ( 62

nach Hasan Husnl cAbd al-Wahhab in der Einleitung zu Muhammad ibn


Sahnun, K. Adab al-mucallimln, S.39 und nach Roy/Poinss~t Nr . 9bis :
von 295/907. " .. haga ma .habasat. Fadl mawlat Abl Ayyüb Ahmad
. ibn
Muhammad (B64) rahima-hu 'llah talaban li-!awab allah wa-'d - dar
'- . - . - - c- - -
al-abira / ra~ima 'llah man qara'a fi-ha wa-da a li-~a~ibati-ha .
katabat Fadl bi-hatti - ha fl muharram sanat harns wa-tisCln wa-mi 'a-
.
tayn". Eigenhändiger Vermerk der Stifterin auf zwei sich gegenüber-
liegenden Seiten zu Anfang des kleinformatigen Korans.
A 13 Roy/Poinssot Nr.9b u . 9c: zwei lose Blätter eines
1
in vielen Blättern erhaltenen Korans (vgl . ~abbüh
S.340 Anm.3), 46x36cm, Perg., von 410/1020 . "Fatima al-Hadina
(B65) hadinat Abl Manad Badls habasat ha ga 'l-m~shaf bi ~ ~~mic ma-
- •• - C - • --c .. - --
dinat al - Qayrawan ... ala yaday al - qadi Abd ar-Rahman b . al - qadi
Muhammad b. CAbd Allah b. Ha~im(B21)~. Ra~adan 410/102Ö" / "kataba .
ha~a 'l-mushaf wa-~akkala-hü wa-rassama-hü wa~gahhaba-hü wa-~alla­
da-hü cAl1 · b . Ahmad al - Warraq (B55) li-'l-Hadina al-~allla
cala yaday Durra al-Katiba (B63) ... ". Vgl.IDRIS, Berberie 1,86 .
A 14 Mar~ais/Poinssot Nr.9 (mit vielleicht zum selben Ko-
1
ranexemplar gehörigen Einbänden Nr .1 0A, lOB, 11, 12,
13): T.3, 9.Jh. " ... b. Ahmad b. Ishaq as-Süfl" (B76), also wahr-
scheinlich Besitzer und Stifter.
A 15 Roy/Poinssot Nr.9quat.: von 413/1022. "hubus li-'l-
1 lah cazza wa-~alla bi-~amic al-aczam bi~madlnat al -
Qayrawan li-~amaCat al-muslimln mimma habasa-hü'cImran b. Ahmad b .
C - - c - ~ - -c
Imran al-Balawi (B88) ala yaday a l- qadi .. (B21) .. Rabi 1413".
A 16 Roy/Poinssot Nr.10: Auf einem losen Blatt (32x24cm)
1 von al-Mucizz b. Badls mit eigener Hand : "yaqülu
Cabd allah wa-wallyu-hü al-Mucizz li-dlni-hl, a~hadu anna la ilaha
illa 'llah wa-anna Muhammadan rasülu 'llah salla 'llah Calay-hi
wa-anna afdal an-nas bacd rasül allah Abü B~kr tumma c Umar tumma
cU!man !um~a cAll radiya 'llah can-hum a~macln. - Al lahu mma alCan
Banl CUbayd aCda'a-k~ wa-acda' nablyi-ka naffaca -na 'llah bi-bugdi-
hirn a~macln. Habastu haga 'l-mu shaf c ala ~amic al-Qayrawan li- .
wa~h allah al~karlm subhana-hü". (B108)
A 17 ~abbüh S.340 Anm.3: gestiftet von der Tante väterli-
1 chers~its von al -Mucizz (B108), Umm Milal (Bl17)1 .
Liste A ( 63

A 18 ~abbüh S.340 Anm.3: ~umada 11 428/1037 durch die


1 Mutter von al-Mucizz (B108), Umm al-cUlüw (BI18) ge-
stiftetl.

Abü Muhammad cABD ALLÄH IBN NÄFI c AS-SÄ'I~ (st .1 86/80Z):


2 T a f sir a 1 - Mu w a t t a '
A 19 Mur . (1985) S.12: R+(B81) von (BI23a) . Fo1.1v-4r, wo-
2 ran sich das Werk gleichen Titels des Ibn Muzayn an-
schließt. Sign. : 123-1-1550(-1556) / 1054 .
--- - - - - -
ABO cIMRÄN Müsa b. cIsa AL - FÄsI (365 od.368-430/975 od.978-1038):
3 Im 1
11 a' ('Diktat' - gemeint ist also wohl eine Mitschrift
11

bei Abü cImran und kein Werktitel . Vgl. auch Idris (1955) S.46 - 8)
A 20 (SI14)
-')
1 Heft, Perg. Fehlte 693/1294 in der Bibliothek.
J

ABO ISHÄQ (Ibrahlm b. Muhammad A~-~IRÄzI) (st.476/1083-4):


4 (über u s -u 1 a 1 - f i q h , Titel nicht erhalten)
A 21 Schacht Nr.33: Eine mal z a m a (Lage) von 4 Dop-
4 pelblatt mit einem weiteren Doppelblatt (=10 fol . ),
von kleinen Maßen, oriental .S chrift, braunes Papier . Während ~ab­
büh S. 383 Anm.2 das im Si~i ll genannte K.al-luma c (S83) mit dem
K . ~l-lumca fl usül al-fiqh (Kairo 1326) des ~lrazl identifizieren
möchte, sieht S~hacht in (A21) die Behandlung von f u r ü c an-
hand e in es Kommentars zur Risala des ~aficl . Si gn .: Mahfaza 40,
milaff 340 .

ABO ISHÄQ Ibrahlm b. Hasan b . Yahya al-Macafirl AT-TONISI (st . 443/


1051) :
c
5 a t - Ta l -i q a ( c a 1 a , 1 - Mud a w w a n a ) , vgl.
Maca lim 111,177 - 180 .
A 22 (S81) 8 Bände .
5
A 23 (SI07) 1 Heft, Papier .
5
A 24 (S122) 10 Hefte .
5
ABO MUScAB Ahmad b. a . Bakr al-Qasim b. al - Har it az-Zuhrl (st.242/
856) :
6 a 1 - M u w a t t a , , riw . Abl Mus c ab c an Ma 1 i k
Liste A 64

A 25 Schacht Nr.18 : Eine kur ras a (Heft, Lage), mit


6 ~uz' 2 des K.al-ha~~. 14 fol., Perg. Am Schluß vier
Kollationsvermerke : "(quri'a kitab) al-ha~~ cala Abl Muhammad C Abd
Allah b. a. Ha~im (=Ibn al-Ha~~am, st.346/957)(B 8); mit seinem
Exemplar und dem des Vahya b. Zakariya' (B124) wurden die Abschrif-
ten verglichen (qQbila): . Hatim b.. Muhammad b. cAbd ar-Rahmanat- ..
Tarabulsl (st.469/1076)(B74) kollationierte sein Ex. mit (A25),
~ ach dem e r da s Wer k vor Abu '1 - Ha san (a 1 - Qabi s 1 ) ( B11 0)1 402/1011- 12
in dessen Haus in al-Qayrawan gehört hatte; ebenso machte es Ah-
mad b . Muhammad b. Hi~am al - Iyadl al-Andalusl al-Qurtubl (B53):
448/1056-~ kollationierte cAll b. Muhammad abi 'l-Fa;a~ b. cU!man
at-Tamlml (B58) sein Ex. mit (A25). Vgl. ~abbüh S. 360 Anm.2 und
Mur.(1984) S.128 Nr . 24. Sign .: 219-1 - 1311(-1341) .

AL-A~FA~, Ahmad b. clmran b. Salama an-Nahwl (st.vor 250/864) :


7 T a f sir ~ a r i b al-Muwatta
A 26 Schacht Nr . 19 : 1 kurrasa, ca. 21 fol. überlie -
7 fert von Vahya b. c Umar (st . 289/902)(B123). Sign .:
207-1 - 1245(-1287) .

AHMAD IBN VAzID AL - QURA~I (st . 284/897) :


8 Kitab fi-hi ahadit fi , s - s u n n a
w a - ' n - nah y c a n a 1 - b i dCa
A 27 Mur.(1985) S.31 Anm .57: B+(B104) . Sign.: 95 mil aff
8 166

ASAD IBN AL-FURAT (st . 213 od.214/828 od.829):


9 al - Asadiyya
A 28 Schacht Nr.12: Am Ende unvollständiges Fragment , ca.
9 24 fo l. Darin K.al-Citq wa-'t-tadblr.
Sign.: 221 -1- 810( - 857) .
A 29 Schacht Nr .1 2 : Hochformat. Da rin: K.as-sariqa wa-
9
qat. C at-tarlq
.. auf ca.11 fol. 278/891-2 bei Muhammad
.
b . Aban (st . 284/897)(B94) gehört, 300/912 - 3 bei Ahmad b. Muhammad
b. al-Musayyib (B54),(der evtl . Hörer im ersten S~mac ist?): Ti -
tel und S.l bei an-Nayyal (1963) S.32 f. Sign .: 214 - 1-1035(-1056) .
Liste A ( 65

ASBAG b. al-Fara~ b. Sacld b. Näfi c , Abu cAbd Alläh (st.225/839):


10 a 1 - Ma ~ a 1 i s
A 30 (S97) 2 Hefte. Vgl. Mur.(1984) S.56.
10
Abu Oäwud AgHAB b. cAbd al-cAzlz b. Oawud (145-204/762-819), vgl.
die Liste seiner Werke bei Schacht Nr.8 S.235 u. Mur . (1984) S.97,
wonach sich zahlreiche ungeordnete Blätter seiner Schriften ("ku-
tub A~hab" bzw. "mudawwanät A~hab") in der Bibliothek befinden .
11 k i t ä bad - d a c w ä w a - ' 1 - b a y y i n a t
A 31 Mur.(1984) S.95 : 18 fol., vollständiges Heft. In der
11 R von Yahyä b. c Umar (BI23), mit dessen Exemplar kol-
lationiert. Q von 327/938; cAbd Alläh b . IShäq
. (BI0)(st.371/981)
hat es Abu g~kr b. Muhammad al-Labbäd (st.333/944)(B32) vorgelesen.
Vgl. Mur . (1985) S.23. Sign.: 1648
12 k i t a- b a 1 - gas b
A 32 Mur.(1984) S.96: 2 fol . , Titel- und Endblatt eines
12 Heftes, das Abu 'l-c Arab (B28) vom Ex. des Abu c Ay _
yä~ (B29) kopierte. Am Ende : "min kitäb Abl CAyyäL wa-qäla katab-
tu-hu min k. Sahnun wa-'l-masä'il kullu-hä li-Sahnun" . Sign .: 1650 .
13 k u t u b a 1 - h a ~ ~
A 33 Schacht Nr . 8 : ~uz' 4 u . 5 in der R von Sahnun . Ca.
13 20 fol. B+(B97). Am Ende sam ä C ä t , das älteste
von 276/889-90 .
14 k u tub a 1 - C i t q

A 34 Mur . (1984) S. 95-6 und (1985) S. 17-8 : ~uz' 2 in der


14 R von Sahnün . 14 fol., vollst. Heft . "li-Muhammad b.
Ahmad b. Tamlm (=Abu ' ;-c Arab , B28), hubisa li-'lläh cazz~ wa - ~al-
1~1I. (B28) hat es vom Ex . seines Lehr~rs Abu CAyyä~ (B29) kopiert
und anschließend damit kollationiert. Schon zuvor hatte er das k.
al - Citq in der R von Sahl b . c Abd Alläh (BI12) gehört . 358/969
C - -
las Abd ar - Rahman b. ~alfun (B20) das Ex . (A34) vor seinem Lehre r
Abu ' l-cAbbäs Tamlm b. Muhammad (B26), dem Sohn des Abu 'l-c Arab .
Sign .: 1649

15 Ma ~ ä 1 i s
Liste A ( 66

A 35 Mur.(1984) S.96-7: 14 fol. Im Anschluß an obigen


15 'Titel': "mimmä haddata-nl bi-hl Yahyä b. c Umar c an
Abl Ishäq Ibrählm b. cAbd ar-R~hmän b.a . 'l-Fayyäd can A~hab. Sa-
miCtu-hu min awwali-hl ilä äbiri-hl min Ya~yä b. c Umar sanat 279/
892-3". Der sich hier nicht nennende Hörer ist wohl, wie bei (A31),
Abu Bakr b. Muhammad al-Labbäd (B32), von dessen Hand mehrere
Nachträge in diesem Heft zu finden sind. Sign. : 1651
16 k i t ä b al-mukatab
A 36 Mur.(1985) S. 17: 358/969 Q+(B20) vor (B26).
16 Sign.: 1647 .
17 a s - Sam ä c (vgl. auf der vorigen Seite die Erläuterungen
zum Autor)
A 37 (S65) 14 Hefte.
17

A 38 (S82) 1 Heft.
17
A 39 ~abbüh S.363 Anm .1: Sign.: 1-1-1
17

AL - BARÄgICI, Abu 'l-Qäsim /Abü Sacld Halaf b. a . 'l-Qäsim al-Azdl


(st.ca.430/1038-9)
18 Mu h t a s a r a 1 - W a- d i h a
A 40 (S61) 1 Heft. Vgl. Ma c-alim III,148.
18

AL-BU~ÄRI,
810-870):
19 ( a 1 - ~ a m 1. c
a s - sah 1 h )
A 41 (S77) 29 Hefte. "tah bls as-Suyurl" (B116).
19
A 42 (S101) 1 Heft.
19
A 43 Brunschv ig I,366 Anm . 5 : 824/1421 vom Hafsiden-Sultan
19
Abu Färis (B34) gestiftet; vgl. dazu "Archives Gran-
de-Mosquee 88, n° 3". 2 Bände.
Liste A ( 67

AL-~AHOAMI, Abu Ishaq Ismacll b. Ishaq b. Ismacll b. Hammad al-


Azdl (199-282/815-895):
20 A h kam a 1 - q u r ' a- n
A 44 Schacht Nr.23: Fragment von 402/1011-2 mit 12 fol .
20 Sign .: 28-2-1789(-1813).

AL -~ UWAYNI, Abu 'l- Macall cAbd al-Malik , I Imam al-Haramayn ' (419-
478/1058-1085):
21 a 1 - I r ~ a d -
( i 1 a qawati C a 1 - a d i 1 1 a
f; usül
. a 1 - i C t i q a d ) , identifiziert durch
~abbuh S.364 Anm . 3; ediert Paris 1930, erneut Kairo 1950 .
A 45 (S93) 1 Band.
21

HABIB IBN NASR b. Suhayl/Sahl at-Tamlml (201-287/817-900):


22 k i tab a 1 - a q d i y a
A 46 Schacht Nr.25. Mur.(1985) S.13-4 hält eine Identifi-
22 zierung dieses Heftes mit einem Teil aus der Masa ' il -
Sammlung des Muhammad b. Sahnun, betitelt "Adab al - qadl/al - qada'",
für möglich. Sign.: Mahfaza 17 milaff 151

Abu -Muhallab AL - HAYTAM IBN SULAYMAN b . Hamdun al-Qaysl ( 3 . / 9 . J h .):


I

.
23 k i t a- b a 1 - q a- d i w a - 1 - q a d a
I - ,
A 47 Farahat ad-Oa~rawl (Hrsg . ) S.7-11: ~uz' 4 , 27 f 01 . ,
23 .
Papier, andalusische Schrift, ca. 4./10.Jh.). Vg 1 .
auch Schacht Nr.21. Sign. : 216-1-937(-989) .

CAbd Allah IBN cABO AL-HAKAM b. ACyan b. Lay! al-Misrl, Abu Muham-
mad (155-214/772-829):
24 a 1 - Muh t a s a r (Zu den zwei Werken dieses Titels , al - ka -
blr und as-saglr, vgl. Mur.(1984) S.l1)
A 48 (S67) 7 Hefte.
24
Liste A ( 68

25 a 1 - Muh t a s a r a 1 - k abi r ( f i ' l - f i qh


A 49 Schacht Nr.13: ca. 22 fol. in der R von Muhammad b.
25 c Abd Allah b. CAbd al-Hakam (B94a), "li-Sulad b.a .
.
'l-Qasim" (Bl15) . Vgl. Mur.(1984) S.7 ff. u. S.81-3.
Sign.: 215-1-990(-1034) / 85

IBN ABI 'L-GUMR, Abu Zayd cAbd ar-Rahman b. c Umar (st.234/848):


26 a 1 - Ma ~ a 1 i s
A 50 Schacht Nr.14: ca. 12 fol. "quri'a cala Yazld b. Ha-
26 lid wa-ana asmacu fl sanat 272/885" (B125). Es han-
delt sich um das k.az-zakat. Von späterer Hand ist die R des Abu
C Abd Allah Muhammad b. Masrur (B27) nach Yahya b. c Umar nachgetra-
gen. Vgl. Mur. (1984) S.60 u. (1985) S.21 : B+(B10) ~
Sign.: 214-1-1058(-1082) / 84/3

Abu Muhammad c Abd All äh IBN ABI ZAYD AL-QAYRAWANI an-Nafzl (310 -
386/922-996) :
27 Mu h t a s a r bzw . I h t i s a- r ( a 1 - Mu d a w w a n a
,
w a - 1 - m u h t a 1 i t a
A 51 (S74) 11 Hefte von verschiedener Arbeit.
27
A 52 (SI03) 5 Bände, sizilianische Schrift.
27
A 53 (SI04) 39 Hefte, Pergament, von verschiedener Arbeit. Auf
27 einigen steht : "habasa-hu Abu Sacld as-Sabtl (B42)
bi-madlnat al-Qayrawan".
A 54 Schacht Nr . 31 : ~uz ' 3 des k.an-nikäh . 2 kur r a -
27 .
s a s, (jedoch nur ca.) 11 fol. Wie die folgenden Tei-
le (A55-58) in den Jahren 407 und 408/1016 - 7 und 1017 - 8 von al-Ha-
ri! b. Marwän (B72) für seinen Sohn Yahya (BI21) geschrieben, der
es dann - wie eine Reihe anderer Schriften - stiftete : "hubus c ala
.
man yaqülu bi - qawl Malik .. bi-madlnat al-Qayrawan" . Mit Kolla-
tionsvermerken. Sign. : 220 - 1-137(-158) .
A 55 Schacht Nr . 31 : ca.15 fol . k . al-qa~f wa-'l-a~riba wa-
27
'l- ~inayat . Sign. : 220-1-199(-229) .
Liste A ( 69

-
A 56 Schacht Nr.31: 2 kur ras a s mit je 12 fol. ,Per-
27 gament. k. -al-qasm. Keine Signatur.
A 57 Schacht Nr.31: ~uz' 2 von kutub as-salam. Die erste
27 kur r ä s a eines ~uz'. Sign.: 223 -1-29 8 .
A 58 Schacht Nr.31: k.at-tabylr wa-'t-tamllk wa-'z-zihär.
27 1 kur r ä s a , am Ende unvoll ständig.

28 k i t a- b a -
n - n a wad .i r wa - ' z - z i y ä d ä t
c a - -a .
( a m f i 'l-Mudawwana min gay -
r i - h a- m i n al - um m aha- t ), vgl. Mur.(1984)S.30ff.
A 59 (SI05) 43 Hefte, Papier, sizilianische Schrift. T " c ala- man
28
yaqulu bi-qawl Mälik".
A 60 Mur . (1984) S.44: ~uz' 1 von k.ad-dacwä wa-'l-bayyi-
28
nät. 21 fol. Geschrieben von Härit
. b. Marwän (B72) ,
im Besitz seines Sohnes Muhammad (BI00). Mit dem Exemp lar des Au-
tors kollationiert (B75) . Sign .: 1624
A 61 Mur.(1984) S.44: ~uz' 2 von k.ad-diyät. 378/988 K+
28 (B72), B+(BI00). Sign .: 1625 . 33 fol.
A 62 Mur . (1984) S.42: ~uz' 1 von k.al-habs. 26 fol. Im
28 Be s i t z von I b r ä h1m b. ~1 u h a mma d b. Hass ä n (B 8 5 ) •
Sign .: 59 .
A 63 Mur.(1984) S.42-3: ~uz' 1 von k . al - ha~~ .. 31 fol . Auf
28 dem Titelblatt: "mimmä habasa-hu '~~~aYb al-faqlh al-
marhum Abu Muhammad cAbd al-cAzlz b. ~l-~alll calä talabat al - cilm
bi-madlnat al-Qayrawän". B+(B85), von dem es der Stifter (B40) of-
fenbar übernommen hatte. Sign. : g .
A 64 Mur. (1984) S.44: k. al - cidda wa-'n-nafaqät. 10 fol .
28
B+(BI09) . Sign.: 1620 ~
A 65 Mur.(1984) S.43: k.al-istihqäq . 17 fol. K+(B72),
28
B+(BI00 od . 121). Sign. : 507
A 66 Mur.(1984) S.44: ~uz' 1 von k.al-Citq. 23 fol. 400/
28
1009 K+(B72), 8+(8100) . Sign .: 1626 .
A 67 Mur.(1984) S.42: ~uz' 2 von k. al-Citq . 19 fol.
28
8+(B85) . Sign.: 58
Liste A ( 70

A 68 Mur . (1984) S. 43 : Fragm . von k. an - nikäh, "~uz' 1 min


28 an-Nawädir" . 18 fol . 400/1009 K+(B72), B+(BI00 od .
BI21) . Sign.: 509 .
A 69 Mur.(1984) S . 42: ~uz' 2 von k. an-nikäh, 18 fol.
28
B+(B85). Sign. : 2l .
A 70 Mur . (1984) S.43 : k. al-qat C fi ' s-sariqa, 28 fol.
28
T+(B40). Sign .: § .
A 71 Mur . (1984) S . 43 : ~uz' 3 von k. as-salät, 19 fol.
28
Sign .: g .
A 72 Mur. (1984) S.44 : ~uz' 1 von k.a~ - ~acrä', 18 fol .
28
Sign .: Wa!lqa 7 Nr . ll
Mur . (1984) S. 45 : Weitere Titel - und Endb lätter des Werkes finden
sich unter den Nrr . 1617,1618,1619,1620,1623,284,323,324,325,326 .
In den "Dossiers" 913 u . 918 weitere ungeordnete Blätter hierzu .
(Dieser Hin weis hat se i ne richtige Stelle nach dem folgenden A73).
A 73 Mur.(1984) S. 43 : k . at - ta~ylr wa-'t-tamllk, 18 fol .
28
400/1009 K+(B72), B+(BI00) . Sign .: 508 .

IBN AL-BARQI, Abü c Abd Alläh Muhammad b. c Abd All äh b. c Abd ar-
.
Rahlm b. a . Zurca al - Misrl (st. 249/863) :
29 k i t a- b f i - h i t a my i z t- i q a- t a 1 - mu -
h a d d i t i n
A 74 Mur . (1986) : 3 fol. und 2 fol. Es liegt das Ex . des
29 Ab u ' 1- c Arab (B28) vor, der den Text von Habib
-
b.
. c -
Nas r (B69) übernimmt. Am Ende des zweiten Fragments "sami a-hu
min Hablb b. Nasr (B69) A.bü Bakr" (B29a) . Signaturen: 1505 (3fol . )
und Watlqa 7 mahfaza 1 Heft 4 (2 fol . ) .

IBN BUKAYR, Abü Zakariyä' Yahyä b. c Abd Al l äh al - Qura~ l al - Mahzü -


ml (st . 231/845) :
30 a 1 - M u w a t t a ' , riw . Ibn Bukayr can Mälik
A 75 (S64) 8 Hefte von diesem und anderen Muwatta'ät . Zu Ibn
30
Bukayr vgl. Mur . (1984) Index .
Liste A ( 71

Abü Marwän cAbd al-Malik IBN HABIB b . Sulaymän al-Qurtubl as-Sula-


ml (174-238/790-852):
31 Wä d i h a s - s u n a n / a 1 - Wä d i h a
und
32 a s - S a m a
- c , vgl. Mur.(1984) S.14 ff. und (1985) S . 16-7. Es
handelt sich um zwei Werke, die auf das durch Ibn Hablb in den
Jahren 209-211/824 - 826 - 7 von medinensischen und ägyptischen Leh-
rern übernommene Wissen zurückgehen, wobei das erstere die erläu-
ternden Zusätze des Autors enthalten haben wird . Die Unterschei-
dung der Werke ist aufgrund des veröffentlichten Materials nicht
eindeutig möglich. Sofern angegeben, führe ich jedoch die Formu -
lierungen " min samä c .. " oder "min Wädih as-sunan" an, da sie
vielleicht einen Ansatz zur Unterscheidung bieten. Der Si~ill bie -
tet beide Titel (vgl . A76 und 78 bzw . A77 und 79) .
A 76 (S60) 9 Hefte . "Wädih as - sunan ".
31/32
A 77 (S62) 4 Hefte . "Samä c ".
31732
A 78 (S99) 2 Hefte."Wädih as-sunan".
31732
A 79 (SI00) 1 Heft. "Sama-c ".
31732
A 80 Schacht Nr .1 5 : ~uz' 4 "min al-~ihäd min Wädih as -
31732 sunan fl slrat al-imäm al - cadl fl mäl alläh". 2 fol .
Erstes und letztes Blatt einer kur ras - a .
Sign.: 497-2-2806(-2808) .
A 81 Mur . (1984) S.20: ~uz' 4 von k . al - ha~~ des "Wädih as-
31732 sunan". 7 fol. In der R+(ßI13). 341/952 Q vor (B27) .
M mit Ex . von (BIO). Weitere Q von 404/1014. Sign .: 275
A 82 Schacht Nr .1 5 und Mur . (1984) S . 20 und Mur . (1985)
31732 S.16-7: ~uz ' 1 des"k .a l - Citq wa-'t-tadblr wa -' l - ki-
t ä ba wa - ' 1 - wal ä' mi n sam ä c .. ,,1. M mit Ex . von (B 2 8) und i n der R
von Yüsuf b. Yahyä al-Magäml (st . 288/901)(BI26) und K vom Ex . des
( BIO) . M.i t S von 342 / 95 3 und Q von 404/ 1 0 13 . S i g n.: 2 14 - 1- 2 6 7 3 ( -
2707) / 278
Liste A 72

A 83 Mur.(1984) S.20: F ragm. aus k .- an-nikäh, auf 6 fol.


31732
an (A81) anschließend, vgl. die dort genannten R,
Q und M. Sign.: 275 .

A 84 Schacht Nr . 15 und Mur . (1984) S.21: 24 fol. k.al-qa-


31732
dä' fi 'd-dayn wa-'t-taflls,"min samä c ". In der R
von (BI26). Sign .: 221-1-2731(-2778) / 270 .

A 85 Mur.(1985) S.16 : 1 fol. u. mehrere weitere fol. des


31732 "k. a~-~ahädät al-awwal min samä c .. ". Zweites Fragm .
ist an Anfang und Ende unvollständig. Im Besitz von (B41) .
Signaturen: 272 (1 fol . ) und 273 .

A 86 Mur . (1984) S . 20: Fragm . aus k . as-salät, auf 5 fol.


31732
an (A81) und (A83) anschließend, vgl. die zu (A81)
genannten R, Q und M. Sign. : 275 .

A 87 Mur.(1984) S.21 und (1985) S.23: 11 fol. aus k.as-


31732
salat, ~uz' 6 "min Wadih as - sunan" . 342/953 Q im
selben Kreis wie (A81). Sign.: 277.

A 88 Schacht Nr .1 5 : ~uz' 6 "min Wadih as-sunan fi 's-sa-


31732 lat wa-huwa kitab al-imama wa~'i-camal f l-h a ". ·I~
der R von (BI26). Erstes und letztes Blatt einer kur ras a .
Sign.: 498-2-2802(-2804) .

A 89 Schacht Nr.15: 13 fol. über salat.


31732
Sign.: 214-1-2779(-2795) .

A 90 Schacht Nr.15: 2 fol. Ober salat


31732
Sign.: 216-1-2796(2799) .

A 91 Schacht Nr .15 und Mur.(1985) S.16: 12 fol. guz' 2


31732
von k.at-talaq in der R von (BI26). B+(B41).
Si gn. : 218-1-2708(-2730) / .271 .

A 92 Schacht Nr.15: ~uz' 3 von k .at-talaq. 2 fol., er-


31732
stes und letztes Blatt einer kur r ä s a
Sign .: 471-2-2800(-2801) .

IBN AL-HADDÄD, Abu CUtman Sacld b . Muhammad (217 od.219-302/832-3


od.834-5-914-5):
Liste A ( 73

33 a 1 - A ~ w b a

A 93 (S92) 1 Heft. ~abbuh S.36 4 Anm.2: Das Werk di e ses Titels


33 ist auch unter dem Titel al-Ma~älis bekannt.
34 a 1 - A m a- i , ein Kommentar zur Mudawwana
A 94 Schacht Nr.29: ca . 19 fol. Sign. : 220-1-1480(-1518)
34
K.at-talaq .
35 M a c a- n -r
'l-ahba
A 95 Schacht Nr.28: ~uz' 4, ca.15 fol.
35
Sign .: 220-1 -1 519(-1549) .
36 ( r a d d c a 1 a

A 96 Schacht Nr.30: ca.33 fol . Anfang fehlt, Ende ange-


36
brannt: Autor und Titel nach Isnaden und Abu ' 1-
cArab erschlossen. Vgl. auch Macälim II,295 u.297.
Sign.: 222-1-1156(-1221) .

IBN AL-MAWWÄZ, Abu CAbd Allah Muhammad b . Ibrahlm b . Ziyad al - Is-


kandarl (180-269/796 - 882) :
37 a 1 - M a w w a- z i y y a
A 97 (S59) 40 Hefte .
37
A 98 (S73) 67 Hefte .
37
A 99 Schacht Nr .22: 14 fol. Dieses und die folgenden 2
37 Fragmente in der R von Abu 'l-Hasan cAll b. cAbd Al-
lah b.a. Matar al-qadl al-Iskandaranl (st .33 9/950)(B37) . Zum Werk
. .
vgl. auch Mur. (1984) S.70-2. Sign.: 220-1-1954(-1982)
A 100 Schacht Nr . 22 : 11 fol. R+(B37).
37
Sign .: 221-1-1983(-2004) .
A 101 Schacht Nr . 22 : 21 fol . R+(B37) .
::7 Sign. : 221-1-2005(-2046) .
A 102 Schacht Nr .2 2 : 15 fol . In der R von Abu Bakr Ahmad
37
b . Mu~ammad b . ~alid b . Muyassir (st.339/950)(B30) .
Mehrere Fragmente. Sign.: 218 -1-1 886( -1 916) .
Liste A ( 74

IBN MUGIT (Abu 'l-Hasan Yünus b. Muhammad)


38 a 1 - Wa t a ' i q
A 103 (S85) 1 Band, der noch anderes enthält. Identifizierung
"'3"'8------'------'-
des Autors durch den Herausgeber nach Ibn ~ayr, Fih-
rist S. 290 .

IBN MUZAYN, Yahya b . Zakariya' b. Ibrahlm (st.259/873) :


39 a 1 - Mus t a q s i y a li - ma fl Muwatta' Malik mimma lam
yarwü - hu
A 104 (SI13) 1 Heft, Papier .
39
40 T a f s i r al-Muwatta'
A 105 Mur . (1985) S.12 : Dieses Heft mit 18 fol. i st in der
40 Bibliothek gegenwärtig fälschlich als "Te i l der Mu -
watta'" katalogisiert . Si gn .: 600/1 .
A 106 ~abbüh S. 362 Anm . 2 : Sign. : 19-39 - 6 .
40
A -I07 Schacht Nr.9 : k. al-Cataqa . Si gn .: Mahfaza 13 mi-
40
laff 95
A 108 Schacht Nr. 9 : 15 fo l. 399/1008 geschrieben und kol -
40 lationiert. Mi t sam a c a t . Es handelt sich um
~uz ' 5 mit dem k.al-~ihad . Sign .: 219 - 1- 1396(-1426) .
A 109 Schacht Nr . 9, Mur.(1985) S. 12 und (1986) Anm . 28 :
40 2 5 f 0 1 . von Fra gme n t e n aus k. a 1 - ha ~ ~1, ma s a ' i 1 f i 1 -
I

q ir ad, k . a~ - ~ufca , k. al-musaqat, bab al-mukatab, k. al - Catäqa und


k. al-aqdiya . In der R von Yahyä . b . Yahyä . al - LaY!l (123a), von ihm
dann I bn a l- Waddäh (st . 286/899)(B81) . Auf den ersten 6 Seiten der
Hs . steht Text (AI9) . Vgi . auch an-Nayyä l (1963) S. 39 .
Sign .: 123 - 1-1 550( - 1600) I 1054 .
A 110 Schacht Nr . 9 : 4 fol . Fragmente von ~uz' 7, 8 und 9,
40 die ursprünglich von ' nikäh ' bis ' licän ' r eichten .
Sign .: 221 - 1- 1472( - 1479) .
Liste A ( 75

A 111 Schacht Nr.9: 13 fol. Papier und Pergament . "tafslr


40 kitäb as-salät a!-!änl. li-Yahyä b . al-Häri! b . Mar-
wan . hubus cala man yaqu;u bi-qawl Mälik b . Änas wa-ashäbi-hl bi-
madlnat al-Qayrawän" . Am Ende: " .. wa-faraga min-hä Häri! b . Mar-
wän bi-batt yadi-hl fl awwal ~awwäl min sanat 406/13 . 3 . 1016"(B72) .
Sign . : 218-1-1354(-1380) .

Abu cAbd Alläh cAbd ar - Rahmän IBN AL-QÄSIM b. Hälid b. ~unäda al -


Utaql (st . 191/806) :
41 a 1 - M u w a t t a' ,riw . Ibn al - Qäsim c an Mälik
A 112 (S102) 1 ~uz' in der R von Sahnun . Orientalische Schrift.
41 " tahbls calä ~ämic al-Qayrawän" . ~abbuh S . 366 Anm . 1 :
al- c Abdarl(ß24) hat 688/1289 1 dieses Exemplar gesehen ~nd in seinem
Werk beschrieben .- Papier, 20 - zeilig .
A 113 Schacht Nr . 3 : Fragment mit T : "al - awwal min al-Mu-
41 watta' wa-huwa kämil fl i!nä (!) ca~ar kitäb . haba-
sa a~-~aYb al-faqih Abu ' l - Qäsim cAbd al-~ä l iq b . cAbd al - Wäri! as -
Suyur l (Bl16) rahima - hu 'lläh .. ~amlc hä~a ' d-d l wän calä ah l al-
c ilm bi - madlnat ~l - Qayrawän fl sanat i!nayn ( ! ) wa-sittln wa-arba c -
mi 'a" 462/1069-70 . Sign .: Mahfaza 13 milaff 87 .
A 114 Schacht Nr . 3 : 17 fol . Pe r gament. Der ganze k. al - bu -
41 yu c . Sign .: 218-1-1427( - 1471) .
-
A 115 Schacht Nr . 3 : 6 fol . Perg . Eine ku r r as a des
41 k. al-buyu c . Vgl . ~abbuh S. 360 Anm . 2 .
Si gn .: 221 - 1-1342( - 1353) .
A 116 Schacht Nr . 3 : Fragmente in schöner orientalischer
41 Schrift . Sign .: Mahfaza 13 milaff 85 .
A 117 Schacht Nr . 3 : äußeres Doppelblatt einer
-
kur r a -
41 s a . Sign .: Mahfaza 13 milaff 93

42 a s - Sam a- c (min Mälik)


A 118 (S63) 7 Hefte, wovon " jetzt" noch 4 Hefte und einige Re-
42 ste vorhanden sind . Vgl. auch Mur . (1985) S . 4 Anm . 12 .
Liste A ( 76

Abü c Abd All äh Muhammad IBN WADDAH b . Bazi-c al - Qurtubl (199-286/


815-899):
m a-
-
43 Ki t a b f i - h i ~ä'a m i n a 1 - h a d 1 t
, ,
f i n - n a z a r i a 1 a- h
A 119 Mur.(1986): 1 fol. Perg. Kopist und Besitzer ist
43 Abu 'l-c Arab (B28r. Vgl. Mur.(1984) S.20 Anm . 39 .
Sign.: 108

AbG Muhammad cAbd Alläh IBN WAHB al-Misrl al - Qura~l (st . 197/812):
44 (Ein f i q h - Buch
A 120 Schacht Nr.6: 22 fol. Perg. Anfang und Ende fehlen .
44 über '~ayd' und '9abä'i~'; Ibn Wahb übernimmt hier
direkt von Mälik, Sufyän at-Tawrl und Vünus b. Vazld.
Sign.: 464 -2-1 839(-1882) .

45 a 1 - ~ ä m i c ,vgl. die Ed . von Fragmenten durch David-Weill


A 121 Schacht Nr.5: 26 fol. k.al-cilm in der R von clsä
45
b. Miskln (B90). Sign.: 218-1-1601(-1652) .
A 122 Schacht Nr.5: 11 fol. bäb a~-~icr wa-'l-ginä' in
45 der R von cI sä b. Miskln (B90). "li-cAbd Alläh b .
Masrür"(B8). Gegen Ende der sam ä c ä t : "samiCtu-hü min clsä b.
Miskin bi-manzili-hi sanat 290/903" (Die Jahreszahl 270/883 bei
Mur.(1985) S.19-20 Anm.41 ist nach Auskunft des Autors entspre-
chend zu korrigieren). Vgl. an-Nayyäl S.34 f.
Sign.: 29-2-1817(-1838) / 266 .
A 123 Schacht Nr.5 (nicht selbst gesehen): Erster Ab-
45 schnitt über 'tafslr al - qur'än '. Sign.: Mahfaza 17
mil a ff 149 .
46 a 1 - Mu w a t t a , , riw. Ibn Wahb c an Mälik
A 124 Schacht Nr.4: 20 fol. Perg . K.al- muhäraba in der R
46 von Vünus b. cAbd al- AClä (st .2 64/877-8)(B125a).
In den vorl iegenden 2 kur r ä s a s ist das genannte Kitäb nicht
vollständig. Sign.: 211-1-1653(-1692) .
Liste A ( 77

A 125 Mur . (1985) S. 19-20 Anm . 41 : K. al - qada ' fi 'l-buyu c .


46 Q vor (B90) im Jahr 270/883 (oder ist auch hier
290/903 zu lesen? Vgl . oben AI22). Sign .: 1019 .
A 126 ~abbüh S.360 Anm . 2 : Sign .: 211-1-1601(ff.)
46

Abu 'l-Hasan cAll IBN ZIYÄD al-cAbsl at - Tünisl (st . ca.184/800) :


47 a 1 - M u w a t t a' ,riw. Ibn Ziyad can Mal i k
A 127 Schacht Nr . 2 und an - Nayfur (Hrsg.) S.106 - 8 : 9 fol .
47 Pergament . Am Schluß des edierten Textes (S . 237) :
lila ila ha illa 'llah wahda-hü, samica Hasan b. Ahmad (B73) ~amlca ­
hü can ~abala (B67) can ·S ahnün fl muha~ram sanat · 288/900-1". Nach
. .
der Ablichtung der letzten Seite der Hs . (ebd . S. ll0) scheint die-
ser Hörervermerk von der gleichen Hand wie der übrige Text zu sein.
Sign.: 217 -1- 858( - 876) / 872 und 873

AL-CI~LY , Abu 'l-Hasan Ahmad b. CAbd Allah b. Salih al-Küfl (181-


261/797-875):
48 K i t ä b man ta my i z a r-ri~ äl

A 12 8 Mur.(1986): fol.lr-7v der unter (A I29) beschriebe -


48
nen Hs. Sign.: 1516 .

49 -
K i tab Tab a q a t a h a 1 - Ba s r a wa -
a r - r i ~ a
A 129 Mur.(1986): fo1.7v-13r der Hs.(in der auf fol.13r-
49 14v die Ahädl! des al-Mufaddal fo lgen, vgl.u.), Pe r-
gament. In der R des Ahm~d b. MuCattib (Bsi). "li-Muhammad b . Ah -
mad b. Tamlm"(i.e. Abu·'l-c Arab , B28) . Am Ende : "katabtu-hü min ki-
tab Ahmad b. al-MuCattib". Sign.: 1516 9

cYSÄ IBN MISKYN (st.295/907 - 8) (zum Auto r s . auch unter B90) :


- , - ,
50 Ä d a b a 1 - w a k i 1 w a - 1 - w u k a 1 a
A 130 Schacht S.249 Anm.l (n icht selbst gesehen): Sign.
50
nicht bekannt.
Liste A ( 78

AL-I~BILI, Muhammad b. a. Il-Hattäb b . Halll


51 Tal h i s a 1 - kif ä y ami n k i t ä b a 1 -
H i d ä y a (Kurzfassung der IIHidäyat al-mustar~idlnll des Abu
Bakr b. at-Tayyib al-Bäqillänl, st . 403/1013)
A 131 (S124) Zahl der Bände od. Hefte nicht genannt.
51
A 132 ~abbüh S.369 Anm.l: Auf einem Band steht: lIal-bamd
51 li-Illäh, anfaga Mu~ammad b. a. Il-~a~~äb al-I~bl-
11 (891) al-hubus fl MUQtasar al-Hidäya li~l-qädl Abl Bakr fl sit-
tat ca~ar ~u~'(!), häga Is-s~bic min-hä, tawqlfan·cala Il-~ämic al-
aCzam bi-Il-Qayrawän, fl awäQir ~awwäl sanat 686/128r . Dies ist
das einzige, was Uber diesen Auszug bekannt ist.
Sign.: 5-38-8 .

AL-LA~MI, Abu Il-Hasan cAll b. Muhammad ar-Rabcl (st . 478 od.498/


1085-6 od. 1104-5)(vgl. Schacht S.247 Anm . 8) :
52 a t - Tab s i r a
A 133 (578) 3 Bände und ein vierter Te i 1 in Lagen .
52
A 134 (S79) 8 Bände, 20 - zeilig. T+(B43). Die Bände wurden aus
52 Tunis zurUckgebracht. Unter (S116) werden diese 8
Bände erneut genannt .
A 135 ~abbüh S.362 Anm . 3 : Ein 451/1059-60 geschriebenes
52 Fragment! Der Vatername des Autors wird hier mit
cAll angegeben. Sign.: 126-15-3 .

53 a 1 - L u mac fi usül al - fiqh (~abbüh S. 363 Anm . 2 identifi-


ziert den Autor als Abu Ishäq Ibrählm b . Muhammad a~-~,räz,\ vgl .
oben A21 und Schacht Nr.33)
A 136 (S83) 1 Band.
53
Liste A ( 79

AL-MÄ~I~ON, cAbd al-cAzlz b. c Abd All~h b.a. Salama (st.164/780):


54 K i t ~ ba 1 - b u Y uC wa-kit~b a t - tal ä q
min kutub cAbd al-cAzlz ...
A 137 Mur.(1985) S. 18 ff. : 8 fol., dünnes, teilv-Ieise ris-
54 siges Pergament, kleine magribinische Schrift. Am
Ende: "samiCtu-hu min AbI Hafs cAbd al-~abb~r (B36) ... sanat 275/
888 muqabal kullu-hu" und darunter, gerade noch lesbar: "qara'a
~amlca-hu cAbd All~h b. Ishaq b. at-T(abban)(BI0) wa-Muhammad b.
(?Hakmun?) az-Zayyät (B99) ·w a- c Abd al- ... ". Auf fol.lv:·"(sami c a ?
v . -c - - C - -
g)ami a-hu A(bu Muh)ammad Abd Allah b.a . Zayd (B75), qala abbara-
na Abu Bakr ... "(29a). Letzterer ist wohl Abu Bakr b . Muhammad,
dem sowohl der obige sam ~ c von 275/888 als auch die Kopie
selbst zuzuschreiben sind . Sign.: "Dossier" 461 mahfaza 59 / 150

55 -
K i tab a 1 - h a ~ ~ w a - kitab al-Cuqul
w a - k -
tab a t - tal a q min kutub cAbd al-cAzlz
A 138 Mur.(1985) S.8-9 und 17-8 : 2 fol . Perg. Erstes und
55 letztes Blatt eines Heftes . "li-Abi 'l-Q~sim Yahy~
b. Muhammad b. Tamm~m (B41). hubus li-'ll~h cazza wa-~alla cal~
man yaqulu bi-qawl M~lik wa-a~h~bi-hl". Auf dem Endblatt : "samica
~amlca-hu cAbd ar-Rahman b. ~~ifun (B20) wa-Abu 'l-Lay! b. Sac,d
(B39) ill~ m~ käna fr-hi min riwayat Hablb (B69) lam yaqra'-ha ,~­
~aYb, wa-Abu Bakr b. cAll (B31) wa-Ah~ad
. b. Hat
. im (B50)", wahr-
scheinlich aus der Mitte des 4./10.Jahrhunderts. Die vorliegende
Kopie ist wohl etwa 100 Jahre älter und mit einer noch früheren
Vorlage kollationiert worden. Sign.: "Dossier" 449 mahfaza 59/
1628

56 a 1 - M a k a- n , unbekannte und nicht identifizierte Schrift


A 139 (S90) 2 Hefte.
56

MÄLIK IBN ANAS (st.179/795):


57 a 1 - Mu w a t t a '
Liste A 80

A 140 (S95) Die erste Hälfte. Eine R wird nicht genannt .


57
58 R i s ä 1 a

A 141 Schacht Nr . 1: 1 fol. Pergament . Wahrscheinlich apo-


58
kryph. Sign. : 82-2-1815(-1816) .

59 M a s a- ' i 1 -
a 1 - h i 1 a f
A 142 (S110) 3 Bände, orientalisches Papier, orient. Schrift.
59 Mit T von as-Suyürl (Bl16). (Letzterer beschäftig-
te sich intensiv mit den Lehren anderer m a d a- h i b , vgl. Ma c-a-
lim 111,182-3).

Abü MuCäwiya AL-MUFADDAL IBN FADÄLA al-Misrl (101-181 od.182/719-


797 od . 798):
60 A h ä d 1 t

A 143 Mur.(1986): 2 fol. Perg. Fol.13r-14v der oben un-


60
ter (A128) und (A129) genannten Hs. B+(B28), Abu
1-c Arab h6rte diese Traditionen evtl . beim überlieferer Furät b.
Muhammad al-cAbdl (B66) selbst, schrieb sie aber nicht eigenhän-
dig auf. Sign.: 1516 .

61 K i tab al-muc~azät

A 144 ~abbüh S.339 Anm .2: 1 fol. ~uz' 41 . " qara 'a ~amlca­
61
hü cAbd Alläh b. Muhammad al-Lawätl (B13) sanat
231/845-6". Keine Sign. angegeben.

62 a 1 - Mu 9 n i f l usül ad-dln
A 145 (S84) 1 Te il. (Der Hrsg . identifiziert den Autor als den
62
muCtazi li tischen Theo lo gen , den Kadi cAbd al-~abbär
al-Hama9änl , st.415/1024-5).
Liste A ( 81

Abü cAbd Alläh MUHAMMAD IBN SAHNÜN (202-256/817-870) :


63 Ki t ä b Muh t a s a r a s - s i y a r
A 146 Mur.(1985) S.21 AnlTl . 45 u. S.47 Anm.l09: 28 fol.
63
B+(BI0). Sign.: Waflqa 7 Nro18

64 M u n a- z a r a ) , Streitgespräch zwischen dem nestoriani-


schen Katholikos Timotheus und den Kalifen al-Mahdl (158-169/775-
785)
A 147 Levi Della Vida in al-Andalus 19(1954)S.259 Anm .2
64 und in Etudes d'orientalisme , FS Levi-Proven~al I ,
S.176: ca . 38 fol., Papier, mozarab. Schrift, nicht älter als Ende
des 13.Jh.s n.Chr. Das bekannte, möglicherweise apokryphe Streit-
gespräch auf ungeorneten Blättern zusammen mit einem weiteren Ge-
spräch (AI48) und der Hs. des "Ta'rlh al-umam al-qadlma" zugehörig.
Keine Sign. bekannt.

-
65 M u n a z a r a ) , Streitgespräch zwischen einem ungenannten
Katholikos (~ä!allq) und einem Araber (acräbl)
A 148 Levi Della Vida wie unter (AI47): Unter den 38 un -
65 geordneten Blättern der unter (AI47) genannten Hs .

66 K i t a- b a 1 - M u q t a b a sI f i ~ a r h Mu -
w a t t a Ma- i k i b. n A n a s
A 149 ~abbüh S. 362 Anm.2 : 1 f 01 . , anonym . Sign . : 3-24 .
66

Abu 'l-Husayn MUSLIM b . al-Ha~~a~ al - Qu~ayrl an-Nlsäbürl (st . 261/


875) :
67 K i t ä b ( a s - Sah 1 h
A 150 (S76) 4 Bände, Papier. Auf jedem ~uz' der T des as-Suyü-
67
rl (B116).
Liste A ( 82

Abu 'l-Hasan AL-QÄBISI, cAll b. Muhammad b. Halaf al-Macafirl


(324-403/935-1012)
68 Mu 1 a h h a s al -Mu w a t t a ' / Kitab al - Mulahhis
li-Musnad Muwatta' Malik b . Anas, vgl. Idris (1954) S. 181
A 151 (S94) 1 Band.
68
A 152 ~abbüh S. 365 Anm.1: Sign.: 87-24-7 .
68

a s - S a d a- d - ...
69 f i u s u 1 a d d 1 n
A 153 (S111) 1 Band, entsprechend Band 2 des Werkes, das unten
69 unter dem Titel "Ta c 1 -iqat at-tamhld" (S88) genannt
ist.

Abü Sacld SAHNÜN b. Sacld b . Hablb at-Tanühl (160-240/776-854) :


70 a 1 Mud a w w a n a w a - ' 1 - muh t a l i t a
A 154 (S58)
.......,.-----'-----'-
64 Hefte von verschiedener Arbeit .
70
A 155 (S72)
...,....".----'-----'-
132 Hefte von verschiedener Arbeit .
70
A 156 (Sl15)
---=---'------'-
86 Hefte von verschiedener Arbeit , Pergament.
70
A 157
~----(~S-1_2-1~) 15 Hefte , Pergament.
70
A 158 Schacht Nr.16: 2 kur ras - a s von 6 und 9 fol.,
70
Pergament. k.al-hudüd
. fi 'r-ra~ m . "h. ubus ca1a man
yaqülu bi-qawl Malik b. Anas ... bi-madlnat al -Qayrawan". Keine
Signatur.
A 159 Roy/Poinssot Nr .9 qu in.: Auf dem letzten Bd .: "kata-
70
ba-hü C Abd Allah b. Muhammad b . Qutayba"(B14) am
15 . Rabl c I 421/1030. Keine Sign. angegeben.
A 160 ~abbüh S.359 Anm . 1 : Mehrere a~za' unter unten ange-
70
gebener Signatur und unter anderen Signaturen . Vgl .
2 andere Fragmente bei an-Nayyal (1963) S.29. Sign .: 6-1 - 1 .
A 161 Roy/Poinssot Nr . 9sex .: Auf einem innen auf die Buch-
70
decke geklebten Pergamentblatt: "mimma amara bi - tah-
Liste A ( 83

blsi-hl li-'lläh cazza wa-~alla sayyidu-nä sayf alläh wa-cabdu-


hü al-Mucizz (B108) li-dlni-hl al-mu'ayyad li-sunnat alläh ... bi-
'l-mas~id al-~ämic bi-madlnat al-Qayrawän calä yaday qadi 'l-qu-
dät cAbd ar-Rahmän b. Muhammad b. clsä" (B22) im Jahr 424/1032-f.
Keine Sign. angegeben.
A 162 Mur.(1985) S.19 Anm.41: Eine vollständige kur-
70 r ä s a , 258/871 geschrieben. Keine Sign. angegeben.

71 ~ a mä ' i 1 M a- i k ibn A n a s

A 163 (S109) 1 Heft, Pergament.


71

72 S i ~ i 1 1 li-maktabat ami c c Uqba bi-'l-Qayrawän*


~-

A 164 (S) Da s in (A165) vollständig wiedergegebene ältere, un-


72
datierte Inventar der Bibliothek. Vgl. die überset-
zung in vorliegender Arbeit .
A 165 (S) Vgl . die Ed . durch ~abbüh: Ein 693/1294 aufgezeich-
72
netes Inventar der Bibliotheksbestände, als Ergeb-
nis einer anhand des älteren Si~ill (A164) durchgeführten Revi-
sion unter Leitung des Kadis der Stadt, Abu 'l-cAbbäs Ahmad b . Is-
mäcll b. Ahmad ar-Rabcl, in Anwesenheit von 7 Zeugen : (~11),(B12),
(B18),(B23),(B56),(B105),(B111). 5 fol . Perg., 23x32 cm, 26-28 Zei-
len, orientalische Schrift. 1 fol. ist verloren. Keine Sign. ange-
geben (unten auf der letzten Seite steht jedoch: 2828) .*

SUFYÄN IBN cUYAYNA (st.198/813-4) :


73 A h ä d 1 t
A 166 Schacht Nr.17 (n icht gesehen): Fragmente . Traditio-
73
nen in der R von Sahnün und anderen.
Sign.: Mahfaza 17 milaff 133, 134, 135 .

72 *A 165a an -N ayyäl (1953) S.16: 1 fol., 809/1406 -7 geschrie-


72 ben. Verzeichnet ausschließlich Korane.
Liste A ( 84

Abu c All ~UQRÄN IBN c ALI al-Hamadän, ( s t. um 183/799):


- ,
74 a 1 F a r a i d
A 167 (S96) 1 Heft. V9 1 . ~abbuh S.365 Anm.2.
74

- ,
75 K i tab f i - h i t a f s i r ma s t a c 9v a m a
m i n Mu w a t t a -
t~ a k w a - t a f s i r
M u w a t t a 'c Ä b d A 1 -
a h i b n Wa h b
A 168 Schacht Nr.10: 1 fol. B+(B48) . Handelt es sich um
75 ein einziges Werk oder um 2 in der Hs . zusammenge-
führte Kommentare? Sign.: Mahfaza 13 milaff 91 .

76 T a f sir al-Muwatta'
A 169 (S75) 5 Hefte. Vgl. oben (A105) bis (AllI) , (A168) und
76
unten (A170).

77 T a f sir M u w a t t a '
-
Mal i k

A 170 Schacht Nr.11: 2 schlecht erhaltene mal z a m a s.


77 Im Besitz von ~alaf b. al-Fara~ al-( ... )(B70) . In
letzterem sieht ~abbuh S.362 Anm.2 den Autor des Werk~s.
Sign.: Mahfaza 13 milaff 94 / 10-29-6.

78 a t - T a h d 1 b
A 171 (S108) 14 Hefte. T des Abu Sac,d as-Sabtl (B42). ~abbuh.
78 S.367 Anm.1 identifiziert das Werk als "at-Tahdib
1 i - ' bti sä r al - Mud a ww an a" des Abu '1 - Qä si m ~ al a f b. a. '1 - Qä si mal -
- . - c- c-
Azdi, bekannt als al-Baradi i (vgl. Ma alim III,148) .

79 Tal h 1 s a z - z - -
y a d a t allatl zäda-hä Abu Muhammad
b. a. Zayd fi 'htisäri-hi 'l-Mudawwana
A 172 (S106) 5 Hefte, Pergament. T+(B42).
Liste A ( 85

80 T a c 1 i q a t a t - t a m h 1 d1
A 173 (S88) 1 Teil. Vgl. hierzu (Al53) : Im Si~ill werden sie
80 als zwei Teile des gleichen Werkes betrachtet.

81 a t - T a q r i b wa-'l-ir~ad fi 'l-usül
A 174 (S86) 6 Bände .
81
A 175 (S87) 2 Bände , mit T des as-Suyürl (BI16) für das Gesamt-
81 werk. Diese beiden Bände werden unter (SI12) er-
neut aufgeführt.

82 (T a ' r i h al-umam a 1 - q a d i ma )
A 176 Levi Della Vida in al-Andalus 19(1954)S.259 Anm.2
82
und in Etudes d'orientalisme, FS Levi - Proven~al I,
S.1 75-183 : mehr als 21 fol., Papier, mozarabische Schrift, nicht
älter als Ende 13 . Jh ., lateinische Randglossen . Eine bisher nicht
identifizierte lateinische Chronik in arabischer übersetzung; sie
enthält eine Weltgeschichte nach der Auf teilung in 6 Zeitalter.
Die g l eiche Hs . enthält die unter (AI47) und (AI48) genannten Dia-
loge. Signatur nicht bekannt.

83 (E in Buch über - 1
u s u a 1 - f i q h )
A 177 Schacht Nr . 32 : alte Schr i ft . Enthält Teil über 'i~­
83 mac ,. Sign .: Mahfaza 40 milaff 316 .

84 (Ein Buch über -


u s u 1 a 1 - f i q h )
A 178 Schacht Nr . 32 : a l te , orientalische Schrift. Ent -
84 hält gegen die Auffassung von a~-~aficl gerichtete
Ausführungen über die Gültigkeit von mur s a 1 - Traditionen . 4
fol . Sign .: Mahfaza 40 milaff 331 .
Liste A ( 86

AL-CUTBI, Muhammad b. Ahmad b. c Abd al-cAzlz al-Umawl (st.255/869)


85 a 1 - Mus t a h r a ~'a min as-samaCat / al-Mustabra~a min
al-asmica mimma laysa fi 'l-Mudawwana / al-CUtbiyya
A 179 (S66) 8 Hefte.
85
A 180 (S89) 2 Hefte.
85
A 181 Alle folgenden Nrr. des Titels in der Bearbeitung
85 von Ibn Abl Zayl- Mur.(1984) S.52: je 2 fol. des
K . al-~ana'iz. Sign.: 1645 und "Dossier" 144 .
A 182 Mur.(1984) S.52 : 16 fol. K .al-h a~~ . Q von 420/1029 .
85
Sign .: 'i2 .
A 183 Mur.(1984) S.52 : 2 fol . des K.al-istibra' wa -' l-
85
mudabbir wa-ummahät al - awlad . Auf dem Titelblatt :
"hada 's-sifr min al-asfar allatl habasa - ha al-faq,h Abu Muha mmad
cAbd al-cAzlz b. a~-~aYb al-faqlh Äbl Muhammad CAbd Allah b: CAbd
al-~alll (B40) cala talabat al-cilm bi-m;dlnat al-Qayrawan wa-cala
maqsurat al-~amic al~aczam bi-ha". Dieser T findet sich in ähnli-
che~ Wortlaut auf dem M~. Paris arabe 6151 K.al-Citq, das mit (A18~
ursprünglich einem Exemplar der CUtbiyya zugehört hat . Sign. : 1644 .
A 184 Mur. (1984) S.52: 15 fol . des I<.as-silm wa-'l-a~al.
85
T+(B40) . Sign.: 283
A 185 Schacht Nr .20: ca.11 fol . B+(B52) , 446/1054-5 ge-
85
schrieben. K.at-tabylr wa-'t-tamllk und K.al-bulc.
Mur.(1984) S.51-2: (A185), (A183) gehören mit einem in Paris lie-
genden Ms. wegen gleichem T+(B40) zusa mmen ; vgl. unter (A183).
Sign.: 220-1-114(-136) .
A 186 Mur.(1984) S.52: 19 fol. Kitab 1 von al -w asaya .
85
T+(B40) . Sign.: 280
A 187 Mur.(1984) S.52: 29 fo l. ebenfalls von Kitab 1 von
85
al -w asaya . T+(B40) . "qubila ~amlcu-hu bi-kitab Ab,
Muhammad b.a. Zayd wa-min-hu nusiha wa-samiCtu-hu Calay -h i" .
Sign .: 282
A 188 Mur.(1984) S.52: 6 fol., Fragment. Sign.: 144
85
Liste A ( 87

A 189 Schacht Nr . 20 : 25 fol. Sign .: 212-1 - 2622 .


85
A 190 ~abbüh S . 360 Anm.3: 2 Teile unter den Signaturen :
85 4-1-1 und 3-1-1.

YAHYÄ b . cAwn b. Yüsuf (st.296 od . 298/908-9 od . 910 - 1) :


86 K i tab a 1 - h u ~ ~ a
A 191 Schacht Nr . 27 : ca . 13 fol . T+(B80). U. a . über Qada-
86 riyya, ~ahmiyya und ~ukükiyya. Das Werk ist voll -
ständig aber in schlechtem Zustand . Sign .: 219-1-1693(-1718) .

YAHYÄ b. Muhammad b . Yahya b. Sallam (198-280/813 - 4 - 893 - 4) :


87 a t - T a s a r i f
A 192 3 Hefte . (Yahya b . Muhammad (B122) ist wahrschein -
(S98)
87 lich nur überlieferer des Werkes seines Großvaters
Yahya b . Sallam mit dem gl eichen Titel).

YAHYÄ IBN SALLÄM al - Basrl (124 - 200/742-815) :


88 T a f s i r a 1 - q u r ' n a (Mur . ,1984, S. 10 Anm . 14 : Von
di esem Werk sind insgesamt 850 fol . vorhandenJ
A 193 (S68) 11 Hefte . Si e wurden bei der Rev i sion 693/1294 von
88 auße r halb de r Maqsüra i n di ese zu r ückgeb r acht .
A 194 (S80) 4 Hefte .
A 195 ~alab l S . 45 : Entha l tend den Rest de r Sure 18 , al -
88 kahf. "li-Y ahya b. Muhammad b. Yahya b . Sa ll am at-
Taym l ll (B 122 l. Si gn .: 162 .
A 196 ~a l a bl S. 45 : ~u z' 36 i n der R von Muhammad b. Yahya
88 b . Sa ll am (B 106) . Das Exemp l ar von Abu ' l - c Arab
(B28 ), " had da t a - nl bi -h l ... (B122) 1I. Vg l. auch Abu ' l-c Arab S. 113 .
Si gn.: 170
A 197 ~a l abl S . 44 : Si gn .: 180 .
88
A 198 Schac ht Nr. 7 : 15 fo l. Su r e 33 bi s 36 . Mi t S von
88
345/956 - 7 . Sign .: 211 - 1- 691( - 721)
Liste A 88

A 199 Schacht Nr.7 : 15 fol . Sign .: 211-1-769( -798).


88
A 200 Schacht Nr.7 : 2 fol., das äußere Doppelblatt einer
88 kur r ä s a . In der R von Abü Däwüd Ahmad b . Müsä
al-Qaraw~, i.e. Ibn al-CAttär (st.244/858-9). Mit S von 387/997-8.
Vgl. die Abb. und weitereHss. bei an-Nayyäl S.26 f.
Sign.: 225-1-799(-802) .
A 201 ~alabl S . 57 : Eine 345/956-7 bei Abü Hafs cAmrün b.
88 Muhammad b. cAmrün as-Süsl (B35) im Unterricht ge-
brauchte Hs. Sign. : 249 .
A 202 ~alabl S.44, 53 u.57 : R hier so formuliert: "Tafs~r
88 Yahyä
. b. Muhammad
. b. Yahyä
. b. as-Salläm (!) at-Tay-
mi al-Basri" (B122). K von 335/946-7, S von 345/956-7 .- 345/956-7
unterrichtet bei (B35) . Die Hs. enthält ~uz' 16. Sign.: 252 .
A 203 Schacht Nr.7: 2 fol., das äußere Doppelblatt . Mit
88 S von 376/986-7. Sign .: 255-1-803-(806) .

89 a t - T a s ä r 1 f (vgl . A192)
A 204 ~alabl S. 52-3, S.49 Anm . 2, S. 56 Anm.1: 28 fol . Per-
89 gament , 28,5x16,5cm . ~uz' 1. "li- Yahyä b . Muhammad"
. .
(BI22) : Das Exemplar wurde im Unterricht bei einem bislang nicht
identifizierten Abü Zakariyä' (B44) gebraucht, vgl. folgende Ver-
merke: Q+(BI7) vor (B44) im J . 370/980-1. S+(BI14) bei (B44) im
J. 370/980 - 1 und H+(B89) u. H+(BI9) u. H+(B3) mit seinen beiden
Söhnen u. H+(B33) . 370/980 -1 S+(B59) bei (B44) . S+(BI5) 370/980-
981 vor (B44) . S+(B45) . 370/980-1 Q+(B95) u. S+(B71) u . H+(B7) u .
H+(B92) . Q+(B82) u . H+(B87) u. S+(BI03) u. S+(BI07) . 371/981-2
S+(B5) u . S+(B60) u. S+(BI19). Die Hs . ist also vielleicht um die
Mitte des 4 . Jh . s geschrieben . Vielleicht ist sie mit den unten fol -
genden zwei weiteren Teilen identisch mit den unter (S98) genann-
ten 3 Heften (vgl . A192) . Sign .: 211 - 1- 404( - 431) / Nr .1 51 mi -
laff 211
A 205 ~alabl S. 50 - 3 : 34 fol . Pergament, 29,5xI7cm . Sehr
89 klar und gegliedert geschrieben . Die drei erhalte -
nen Te il e (A204) bis (A206) gehörten wegen ihrer unterschiedlichen
äußeren Merkmale zu drei verschiedenen Exemplaren des Werkes . ~.2 .
Sign.: 11 -?- 434( - 465) / Nr .1 59 milaff 11 .
Liste A ( 89

A 206 ~alabl 5.50,53-4, 56 Anm . 1: 27 fol.


Pergament. Un-
89 geornete Blätter mit Lücken von ~uz' 4. "li-Yahyä
b. Muhammad" (B122). An Anfang und Ende schwer lesbare Vermerke
us dem Unterricht bei Abu Zakariyä' (B44): ~acbän 370/981 S+(B57)
bei (B44). Q+(B101) bei (B44) u. S+(B35) u. S+(B62) u. S+(B120) u.
S+(B83) u. S+(B38) u. S+(B49). S+(B46) u. H+(Bl14) u. H+(B89) u .
H+(B19) u. H+(B59). D.h. (A204) und (A206) sind gemeinsam im Un-
terricht verwendet worden. Sign.: 211-1-432(ff.) / 169

Abu Zakariyä' YAHYÄ IBN c UMAR b. Yusuf b. cÄmir al-Kinänl (213-


289/828-902):
~
90 a 1 - H u ~ ~ a f i r - rad d
I c a 1 a I _

~äfici

A 207 Schacht Nr.26: ca . 11 fol. ~uz' 12 . 271/884 S+(B102)


90 Bruder des Autors. Sign.: 219 - 1-1288(-1310) .

YÜSUF IBN YAHYÄ al-Azdl AL-MAGÄMI (st.288/901):


91 I b ä n a t m a d hab Mä 1 i k
A 208 Schacht Nr . 24: ca . 30 fol . Kitäb 1 u . 2 von ~uz' 3.
91
Im B von al - La~ml (B93) . Eine Widerlegung von a~­
~äficl . Vgl . an-Nayyal S. 39 . Sign . : 215-1-1719(-1778) .

92 U r k und e n ; hier ist lediglich eine Auswahl mit knappster


Inhaltsangabe aufgeführt, um zeitliche Verteilung und Eigenart des
Materials anzudeuten .
A 209 al-Maktaba at-tunisiyya S.185 : Pergament, datiert
92 letzte Dekade ~acbän 568/1173 . Sadäq- und Heirats-
vereinbarung zwischen Ra~ld ~ablb al-YäriCtl u~d Maryam bint Rumän
al-Yä r iCtl über 120 Dinar in Amlrl - Goldprägung und 3 Sklavinnen :
2 AC~amiyyatän im Wert von (zusammen) 30 Dinar und 1 Muwallada im
Wert von 30 Dinar .
A 210 al-Maktaba at-tunisiyya S. 184 : Pergament, fremdarti-
92
ge Schrift (ac~aml), datiert 10 . Ra~ab 611/1214. Yu -
suf b. Kulayb bekennt, Qäsim b . Hallfa b. Samha mit Absicht ge-
Liste A ( 90

schlagen zu haben, und verpflichtet sich zu bestimmter Wiedergut-


machung . Fünf Zeugen werden genannt .
A 211 al-Maktaba at-t~nisiyya 5 . 185 : Pergament, flüchti-
92 ge Schrift, datiert von der 2 . Dekade des Ramadan
635/1238. Sadaq-Vereinbarung zwischen Bräutigam Nubata b. Mucammar
al-Ba~all ~nd Braut Fidda bint CUqayl b . Salama al-Ba~all über 66
Dinar von 1maml-Prägung. Vier Zeugen werden genannt.
A 212 al-Maktaba at-tünisiyya 5 . 184: Pergament, datiert
92 12. Du 'l-qaCda 642/1245 . Feststellung des Todes
von Müsa b . cAll as-Sanha~l, bekannt als al-Azraq (ein Nachkomme
der Zlriden-Dynastie?), in der 2 . Dekade des Ramadan 642/1245 und
Bezeugung der Wiederverheiratung seiner Frau Fatima bint ~anüs al -
Was t a n1 mit Mü s ab. ... i n der 1 e tz t enD e kade des Ra ma dan 6 4 2/1 2 4 5.
Zwischen den Zeilen der Sadaq -V ereinbärung steht die Beurkundung
ihr er Scheidung von letzterem mit obigem Datum .
A 213/214 Monchicourt 111,66-8: Zwei Urkunden vom Ra~ab 856/
92 1452 , Pergament. Betreffend die Münzprägung in al-
Qayrawan.
A 215 Monchicourt IV,316-8: 59x14cm, datiert Anfang ~aw-
92 wal 965/1558, mit Siegel. über Schadensersatz für
die Plünderung der "dür wulät a~-~äbbiYYln" nach deren Flucht und
der Ankunft des Feldherrn Abü Muhammad Dargüt (i . e . Dragut der eu -
ropäischen Quellen). Mit dem Siegel des türkischen q i d vona'
al-Qayrawan, Abu 'l-Hayr ~atmän b. al - qa'id Muhammad at -Turkl. Ei-
ne der frühesten amtlichen Urkunden Tunesiens mit Siegel.
A 216 Monchicourt V,52-3:datiert Anfang ~acbän 1004/1596.
92 Erlaß (amra) des Paschas Husayn über die Nachfolge
des Abü Bakr als ~ a y b der t a r i q a seines Vaters Sldl Abü
CAbd Allah Muhammad al-Garyani.

N.B. Die Namen aus den Urkunden (A209 - A216) sind nicht in
Liste B (unten S.116 ff . ) aufgenommen worden, da sie
bibliographisch und bibliothekshistorisch ohne Bedeu -
tung sind.
DIE B I B L lOT H E K
DER G R 0 S SEN M0 S eHE E VON
AL - Q A Y R A WA N / TUN E SIE N
VORARBEITEN ZU IHRER GESCHICHTE

TEl L II

WER N E R S C H WAR T Z

K0 L N 19 8 6
DAS I N YEN T A R VON 693/ 1294

Zur Bedeutung der drei Inventare der Bibliothek der Großen Moschee
von al-Qayrawän ist schon oben (S.36 ff.) im Rahmen der Bibliotheks-
geschichte das nötige gesagt worden. 1956 hat Ibrählm ~ABBÜH das In-
ventar von 693/1294 unter dem Titel "Si9ill qadlm li-maktab~t gämi C
al-Qayrawän" herausgegeben (RIMA 2, S.339-371). Als das älteste Bi-
bliotheksinventar aus der islamischen Welt, das uns erhalten ist, ge-
be ich es hier in deutscher übersetzung wieder.
Der Gegenüberstellung seines Inhalts mit den heute in der Moschee-
bibliothek nachgewiesenen Handschriften dient Liste A in Teil I der
vorliegenden Arbeit (S.59-90).
Zur Beschreibung der Pergamenthandschrift von fünf Blatt verwei-
se ich auf ~ABBÜH S. 344. Die von ihm auf Tafel 2 wiedergegebene Ab-
lichtung der letzten Zeilen von fol.5v habe ich am Ende der überset-
zung reproduziert. Die Foliierung der Vorlage ist auf dem linken Rand
der übersetzung angegeben .
Die durch an-NAYYÄL in der Zeitschrift al-Fikr (2, 1957, S . 87-88)
zusammengestellte Liste von Korrigenda ist in der übertragung berück -
sichtigt worden. Da die Zeitschrift im allgemeinen nicht greifbar
sein dürfte, habe ich diese Liste unten S.115 in Kopie angefügt .
Die übersetzung versucht so wörtlich wie möglich der arabischen
Vorlage zu folgen. Besondere Termini werden zumindest einmal bei ih-
rem ersten Vorkommen in Klammern beigefügt .
Da alle nichtkoranischen Titel unter Angabe ihrer S-Nrr. (Nrr .
des Sigill, die vom Hrs~ stammen) in Liste A abrufbar sind, ist hier
auf eine bibliographische Kommentierung fast ganz verzichtet worden.
Das in dieses Inventar als Zitat aufgenommene ältere Inventar unbe-
kannten Datums stellt den Großteil des Textes dar . Soweit die Zusätze
von 693/1294 davon zu unterscheiden sind, habe ich sie durch engen Typen -
satz abgehoben . Weitere Glossen des gleichen Datums werden, soweit sie
der Herausgeber gekennzeichnet hat, innerhalb doppelter Gedanken-
striche -- aus dem übrigen Text herausgehoben .
( 92

( 0 a s I n 'v e n t a r )

fol.1v (1) ... in kufischer Schrift auf Pergament, fünfzeilig. Zu


Anfang jedes Teils ... in einem Holzkasten (bayt c üd ) befindet
sich ein mit vergoldetem Kupfer geschmückter Behälter (rabca) ...
in 7 Teilen großen Formats, beschrieben mit Gold, in kufischer
Schrift auf schwarzem Pergament (akhal) ... der Suren und der
Nummern der Verse (äy) und der a h z ä b in Sil ber, ( ... ) einge-
bunden mit geprägtem Leder (manqü~) über Brettchen (lawh), innen
ausgelegt mit Seide ... 1
(2) Ein Exemplar des Korans in einem Teil von elegantem
Format, in oriental ischer Schrift mit h i b r - Tinte auf orien-
talischem Papier (kä~id), 20-zeilig. Vergoldet an Anfang und En-
de wie auch die Surenanfänge, die (Zeichen für) Verse, a h z ä b
und a c ~ ä r . Eingebunden in rotem Leder mit eingeprägte·r
Schrift (tirs). Das Schloß (qafl) ist aus durchbrochenem Gold.
In einem schönen Holzkasten, der mit gestickter Seide ausgelegt
und mit schwarzem Leder bezogen ist .
(3) Ein Exemplar des Korans in 4 Teilen auf großem Blatt
(tabaq) orientalischen Papiers, in kufischer Schrift, 7-zeilig.
Die Surennamen, die Nummern der Verse und die Zeichen für a h -
z ä b, a c ~ ä rund ahm ä s sowie die meisten Vokal zeichen
(dabt) sind in Gold. Eingebunden mit Brettchen, die innen und
außen mit grüner Seide überzogen sind. Abgenutzt (tarahhala).
(4) Ein Exemplar des Korans in 4 Teilen, ganz überwiegend
aus orientalischem Papier, in kufischer Schrift, 7-zeilig . Su-
rennamen , Versnummern und Zei chen für a h z ä bund a c ~ ä r in
Gold, die Vokalisierung in grün, rot und blau (läzward). Der
Schmuck (hilya, des Deckels?) ist bis auf einen einzigen noch
übrigen Nagel verschwunden .
(5) Ein Exemplar des Korans in 30 Teilen von elegantem For-
mat, in kufischer Schrift auf Pergament, 7-zeilig. Jeder Teil an
Anfang und Ende vergoldet wie auch die Surenanfänge, die (Zei-
chen der) a c ~ ä r und die (Nummern oder Zeichen der) Verse.

1. Vielleicht handelt es sich bei den hier wiedergegebenen Zeilen um die Be-
schreibung zweier Exemplare des Korans . Vgl. die folgenden Nummern.
Inventar 93

Rot und grün vokalisiert. Eingebunden mit rotem, auf Brett-


chen befestigtem Leder, ein lederbezogener Behälter (rabca) in
einem Holzkasten.
(6) Ein Exemplar des Korans in 30 Teilen eleganten Formats,
in kufischer Schrift auf Pergament ... Rot und grün vokalisiert,
Jeder Teil an Anfang und Ende vergoldet. Suren/anfänge und Zei-
chen von a c ~ a r und Versen in Gold. Eingebunden in schwarzem
Leder, das in orientalischer Art auf ihres Schmuckes entblößten
Brettchen befestigt ist.
(7) Ein Exemplar des Korans in 1 Teil großen Formats, mit
orientalischem Papier und orientalischer Schrift. Anfang und En-
de vergoldet. Surennamen und Zeichen der Verse, a h z a bund
a c ~ ar in Gold. Berühmt für die Schrift des Ibn ÄSbat 1 . Ein-
gebunden mit geprägtem roten, außen auf das Brettchen gezogenen
Leder, innen mit grüner Seide ausgeschlagen.
(8) Ein Exemplar des Korans in 60 Teilen großen Formats,
in kufischer R,han,2-Schrift, 5-zeilig auf Pergament. Jeder Teil
am Anfang, bei Surennamen und den Zei chen für a h z a bund a c
~ ar vergoldet, einige Teile auch am Ende. Vokalisierung in Rot,
Grün und Blau (lazward). Einige haben lederbezogenes Holz, eini-
ge Seide über Leder auf Holz und einige Seide auf Holz. Bei allen
ist der Schmuck verloren.
So begegnet di e Beschrei bung di eses Koranexemplars im erl'lähnten Si ~ill .
Es wurde wieder aufgefunden: Mittlerweile ist einiges vom Einband verschlis-
sen (wa-qad tarahhala al-an bac~ mi kanat mu~a~~it bi-hl).
(9) Ein Exemplar des Korans in 8 Teilen großen Formats, in
kufischer Schrift auf Pergament, 18-zeilig. Surenanfänge sind
rot geschrieben. Eingebunden mit Leder auf Brettchen . Im ersten
Teil ein Loch (hurm).
(10) Ein Exemplar des Korans in 8 Teilen, in kufischer
Schrift auf Pergament, .. -zeilig ... in Rot. Jeder Teil ist an
Anfang und Ende, bei Surennamen und den Zeichen für a c ~ a r

1. Abu CAbd Allah Muhammad, lebte im 3. /9 . Jahrhundert, Hanafit, bekannt


für seine schöne Schrift. (Anm. des Hrsg . s)
2. Nach der Anm . des Herausgebers kann das Wort ebenso gut Oahmanl oder Ra-
manl gelesen werden. Vgl . auch unten Nr.40 . Zu Schriftarten vgl. lORIS, Berbe-
rie 11,772, Anm.11: ~arql, §arbl, rayhanl, tahsanl, dlwanl (nach ~UBRINI,cUn­
wan ad-diraya, Algier 1910, S.32-3).
Inventar ( 94

a h z ä b und Verse vergoldet. Eingebunden mit orientalischem 1


schwarzen Leder, befestigt auf Brettchen . Mäusefraß ... davon,
in einem eisenbeschlagenen (murakkan bi-'l-hadld) Holzkasten.
(11) Ein Exemplar des Korans in 1 Teil von großem Format,
in kufischer (Schrift auf Pergament 2 ) ...

fol . 2r (11 bis) ... gestiftet von Ibrählm ibn IShäq . Beide einge-
bunden in graviertem roten Leder auf Brettchen.
(12) 22 Teile eines Koranexemplars in 30er-Teilung 3 , in
Viertelblattgröße (fl rub c at-tabaq) orientalischen Papiers, in
Nabärl-Schrift, mit großen Vergoldungen, außer bei einem Teil.
In einem mit geöltem (madhun) Leder bedeckten Holzkasten, der
mit Kupfer beschlagen ist.
(13) 7 Teile eines Koranexemplars in 14er - Teilung, in ele-
gantem Format auf Pergament. Surennamen und Zeichen der a c ~ ä r
und ahm ä s in Gold . Eingebunden in geprägtem roten Leder auf
Brettchen. Zu Anfang jedes Teils steht geschrieben: \ (alif).
So finden sie sich im erwähnten Si~ill . Jetzt wurden die genannten Tei-
le gesucht und vorgefunden. Auch fand man unter umhergestreuten Blättern in
der erwähnten Maqsura 3 Teile, denen am Ende Blätter fehlen und die der glei -
chen Arbeit (cama ;) wie die vorgenannten 7 Teile zugehören. Man fügte sie
letzteren hinzu, sodaß es jetzt insgesamt 10 Teile einer einzigen Arbeit
sind, die mit dem erwähnten Zeichen versehen wurden.
(14) 2 Teile eines Korans in 14er-Teilung, in Pergament von
elegantem Format. Die Anfänge und das Ende eines Teils sind ver-
goldet. Surenanfänge und Zeichen der ahm ä sund a c ~ a r in
Gold. Der Rücken (zahr)
. jedes Teils ist gekennzeichnet mit: '---" .
(ba ' ) .
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt fand man unter verstreu-
ten Blättern in der erwähnten Maqsura 3 Teile, in denen noch einige Blätter
sind und die zur gleichen Arbeit wie diese vorgenannten 2 Teile gehören . Sie
wurden letzteren hinzugefügt, sodaß es jetzt insgesamt 5 Teile sind, die mit
dem erwähnten Zeichen versehen wurden.

1. Oder ist - trotz grammatikalisch eindeutiger Konstruktion - hier die Art


der Befestigung auf dem Deckelbrettchen gemeint? Vgl . oben Nr . 6.
2. Ergänzt nach den am Schluß des Inventars aufgeführten Kustoden. Demnach
fehlt zwischen fol.1 und fol . 2 ein Blatt . Die folgenden Zeilen gehören also
nicht, wie es im edierten Text scheint, zu Nr.11. Zählung "11 bis" von mir .
3. Hier beginnen die unvollständigen Exemplare .
Inventar ( 95

(15) 2 Teile eines Koranexemplars in 14er-Teilung, in Per-


gament von elegantem Format. Surennamen und Zeichen der a c ~ ä r
und a b m ä s in Gelb. Eingebunden mit geprägtem roten Leder
auf Brettchen. Zu Anfang jedes Teils gekennzeichnet mit: G (~lm).
(16) 12 Teile eines Koranexemplars in 30er-Teilung, in ele-
gantem Format auf Pergament. Jeder Teil an Anfang und Ende ver-
goldet wie auch die Surennennung und die Verse. In kufischer
Schrift 9-zeilig. Eingebunden in graviertes rotes Leder auf Holz.
Am Anfang jeweils gekennzeichnet mit : ..J (däl).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden diese Teile ge-
sucht und es stellte sich heraus, daß einem Teil am Anfang und Ende Blätter
fehlen. Auch fanden sich unter den in der Maqsüra befindlichen Teilen vier
von der gleichen Arbeit wie diese Teile. Davon sind zwei in Leder gebunden
(mu~alladän) und ohne Loch (burm)l und zwei ungebunden mit fehlenden Blättern .
Man fügte sie diesen Teilen hinzu, legte sie zusammen in einen Holzkasten
und kennzeichnete die genannten Teile mit dem erwähnten Zeichen. So sind es
jetzt insgesamt 16 Teile.
(17) 12 Teile eines Koranexemplars in 14er-Teilung, auf Per-
gament 7-zeilig. Zu Anfang jedes Teils eine Vergoldung und ebenso
bei den Surennamen, den Versen, a b m ä sund a c ~ ä r. Rot voka-
lisiert. Eingebunden mit geprägtem roten Leder auf Brettchen aus-
ser einem Teil, der ungebunden ist. Auf jedem Teil steht:) (zä') .
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden die genannten Teile
hervorgesucht. In der erwähnten Maqsüra fand sich ein Teil von gleicher Ar-
beit, der ihnen hinzugefügt und mit ihrem Zeichen versehen wurde . Es handelt
sich um Teil 14. Auch wurde die Decke des Teils gefunden, von dem es heißt,
er sei ungebunden, und mit ihm wieder verbunden. So sind es jetzt 13 Teile,
die man in einen Holzkasten mit Deckel legte, zusammen mit wiedergefundenen
Blättern, die einem der Teile fehlten.
(18) 2 Teile eines Koranexemplars in 3er-Teilung mit großen
Vergoldungen . Rot und gelb vokalisiert, 6-zeilig auf Pergament .
Eingebunden in graviertes rotes Leder auf Brettchen. Auf jedem
einzelnen steht : b (tä').
(19) 8 Teile eines Koranexemplars in 14er - Teilung auf Perga-
ment, 12-zeilig, grün vokalisiert. Surennamen, ahm ä sund a C
~ ä r in Gold. Eingebunden in geprägtes rotes Leder auf Brett -
ehen, außer einem ungebundenen Teil . Mittlerweile hat sich man-

1. Oder auch harm ,d.h. "Lücke (in einem Manuskript)" .


Inventar ( 96

ches von ihren Einbänden gelöst . Zu Anfang jedes Teils steht:


..:J (käf).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. In der genannten Maqsüra fand
man auch 3 Teile der gleichen Arbeit wie die vorgenannten; man fügte sie ihnen
hinzu und kennzeichnete sie mit dem erwähnten Zeichen . So sind es jetzt ins-
gesamt 11 Teile.
(20) 2 Teile eines Koranexemplars in 30er-Teilung auf Perga-
ment, 7-zeilig. An Anfang und Ende Vergoldungen. Surennamen und
ein Teil der Verse in Gold. Vokalisierung mit Gelb u~d Grün. Ein-
gebunden mit rotem Leder auf Brettchen. Zu Anfang jedes Teils
steht: J (läm).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden die beiden vorge-
nannten Teile untersucht, wobei sich herausstellte, daß das Ende von einem
verloren ist ... Blättern, die in der erwähnten Maqsüra sind . Man fügte ihn
den beiden hinzu und kennzeichnete ihn mit ihrem Zeichen, sodaß es jetzt 3 Tei-
le sind ... davon insbesondere erwähnt wurde.
(21) 6 Teile eines Koranexemplars in 10er-Teilung, 8-zeilig
fol.2v auf Pergament, rot vokalisiert. Anfänge und Enden vergoldet, wie
auch die Surennamen und die s a ~ a d ä t - Zeichen, außer 3 Teil en,
deren Anfang fehlt, und einem vierten Teil, dessen Ende fehlt.
Eingebunden in geprägtes rotes Leder auf Brettchen, außer einem
ungebundenen Teil und zwei Teilen, deren Decke teilweise verloren
ist. Der Anfang jedes Teils ist gekennzeichnet mit: f (mlm), ab-
gesehen von den Fällen, in denen der Anfang fehlt; hier wurde das
Ende gekennzeichnet.
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Diese Teile wurden jetzt unter-
sucht und man fand ihr Zeichen wie beschrieben ... denn es sind insbesondere
2 Teile, deren Anfang verloren ist. Unter den in der erwähnten Maqsüra von die-
sem Exemplar wiederaufgefundenen Blättern fand sich der Anfang eines der bei-
den zu Beginn unvollständigen Teile; man fügte ihn an und kennzeichnete ihn
mit ihrem Zeichen . Außerdem fand man unter den erwähnten Blättern zwei weite-
re Teile des genannten Exemplars und einiges von einem dritten Teil. Alles
wurde den genannten Teilen hinzugefügt, mit dem erwähnten Zeichen versehen und
in einen Holzbehälter (rabCat cüd ) mit Kupfergriffen gelegt .
(22) 2 Teile eines Exemplars in 7er-Teilung auf Pergament,
16-zeilig . Vergoldet an Anfang und Ende, bei (Suren)namen und
a c ~ ä r . Rot vokal i siert. Am Anfang jedes Teil s gekennzeichnet
mit : ~ (bä'). Eingebunden in rotes Leder auf Brettchen . Einiges
vom Einband eines Teils ist verloren.
Inventar ( 97

So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden die beiden vorge-


nannten Teile gesucht und gefunden. Auch fand man in der erwähnten Maqsura
2 weitere Teile der beschriebenen Arbeit, die den 2 oben genannten hinzuge-
fügt und mit deren Zeichen versehen wurden.
(23) 3 Teile eines Koranexemplars in 14er-Teilung, in elegan-
tem Format auf Pergament, 7-zeilig. Rot und grün vokalisiert. In
Gelb und Grün steht an Anfang und Ende ein Ornament (taCllm). Ein-
gebunden in rotes Leder, außer einem Teil, der ungebunden ist .
Jeder Teil ist am Anfang gekennzeichnet mit: \YO (sad).
(24) 5 Teile eines Koranexemplars in 7er-Teilung, auf Perga -
ment, 8-zeilig in kufischer Schrift. Rot vokalisiert. Surennennung
in Gelb . Eingebunden in rotes Leder auf Brettchen. Bei dreien
ist der Anfang mit den Decken (ag~lya1) verloren gegangen. Das
Ende jedes Teils ist gekennzeichnet mit: L (c ayn ) .
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Diese genannten Teile wurden nun
wieder gesucht und gefunden . Auch entdeckte man in der erwähnten Maqsura die
Anfänge von 2 Teilen mit ihren Decken wie auch einen sechsten mit der Arbeit
der vorgenannten Teile übereinstimmenden Teil, den man den anderen hinzufügte
und mit ihrem Zeichen kennzeichnete. So sind es jetzt 6 Teile .
(25) 6 Teile eines Koranexemplars in 10er-Teilung, in kufi-
scher Schrift auf Pergament, 10-zeilig. Rot vokalisiert. Surenna -
men in Rot und Grün. Verstrenner (mawäqif) in Grün. Eingebunden
in geprägtes rotes Leder auf Brettchen . Am Anfang jedes Teils ge-
kennzeichnet mit: ~ (fä'). Mit Stiftungsvermerk (9ikr tahbls).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden die genannten Teile
gesucht und gefunden. In der erwähnten Maqsura entdeckte man einen siebten und
zwar Teil 1 und Lagen (karärls) aus Teil 2. Dies wurde den vorgenannten Teilen
hinzugefügt. So sind es jetzt 7 Teile und einiges von Teil 2.
(26) 2 Teile eines Koranexemplars in 14er-Teilung, in kufi-
scher Schrift. Rot vokalisiert. Surennennung in Gold. Eingebunden
in geprägtes rotes Leder auf Brettchen . Am Anfang jedes Teils ge-
kennzeichnet mit: Ü (qäf).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden in der erwähnten
Maqsura 3 Teile von der gleichen Arbeit wie die beiden vorgenannten entdeckt,
diesen hinzugefügt und mit dem erwähnten Zeichen versehen . So sind es jetzt
insgesamt 5 Teile.

1. Vg l. oben den Abschnitt zu Einbänden .


Inventar ( 98

(27) 3 Teile eines Koranexemplars in 14er-Teilung, in kufi-


scher Schrift, 8-zeilig auf Pergament. Rot vokalisiert. Eingebun-
den in rotes Leder auf Brettchen. Von zwei Teilen sind Stücke
des Einbands verloren. In einem Teil finden sich Vergoldungen;
in zweien sind die Surenanfänge in Gelb. Der Anfang jedes Teils
ist gekennzeichnet mit: ~ (sln).
(28) 23 Teile eines Korans in 30er-Teilung von verschiedener
Arbeit, in elegantem Format. Alter hat sie zerstört. Ich ver-
zichte darauf, sie zu beschreiben, weil sie so verschiedener Art
sind. Sie sind in einem abgenutzten lederbezogenen Holzkasten ge-
sammelt, um sie zu schützen. Jeder Teil ist gekennzeichnet mit:
(hä') und ebenso der Kasten.
(29) 27 Teile eines Koranexemplars in 30er-Teilung, in kufi-
scher Schrift auf orientalischem Papier, 5-zeilig, mit großen Ver-
goldungen. Zu Anfang jedes Teils sind einige Seiten mit Gold be-
schrieben. Eingebunden in geprägtes rotes Leder auf Brettchen .
Die Anfänge von drei Teilen sind verloren. Alle sind in einem le-
derbezogenen Holzkasten gesammelt, der mit Kupfer verziert ist.
(30) Die erste Hälfte eines umfangreichen einteiligen Korans,
in kufischer Schrift auf Pergament, . .. -zeilig . Suren namen und
Vokalisierung in Rot, Gelb und Grün. Am Anfang gekennzeichnet
mit: p-D (~ä' ~ yä' - rä') .
fol . 3r (31) Ein Teil, der den vierten r u b c des Korans enthält .
In kufischer Schrift, 15-zeilig. Surennamen in Gold. Vokalisiert
in Grün und Rot. Am Anfang gekennzeichnet mit : ~ (mlm - alif).
(32) Die erste Hälfte des Korans in Lagen (karärls) von Per -
gament, in kufischer Schrift, 13-zeilig. In Gelb und Rot vokali -
siert . Der Anfang ist verloren . Am Ende gekennzeichnet mit : ~
(bä' - alif) .
(33) Die zweite Hälfte des Korans in Lagen von Pergament, in
kufischer Schrift,14-zeilig. In Grün und Rot vokalisiert . Anfang
und Ende fehlen. Am nunmehr letzten Blatt gekennzeichnet mit :
L (c ayn - al if).
(34) 2 Teile eines Koranexemplars in 30er - Teilung von sehr
schöner Arbeit mit großen Vergoldungen. Jeder Teil wird mit der
f ä t i h a eröffnet . In kufi scher Schri ft, 6-zei 1 i g. Ei ner der
beiden ist eingebunden in rotes Leder auf Brettchen und innen mit
Inventar 99

Leder ausgeschlagen, zwei Silbernägel als Rest des Schmucks. De r


zweite Teil ist ungebunden. Beide gekennzeichnet mit: Go (hä' -
al if).
So findet es sich im erwähnten Sigill. Jetzt wurden die beiden oben
genannten Teile hervorgesucht, wobei man feststellte, daß dem Teil, von dem
es heißt, er sei ungebunden, ein Blatt vom Anfang und eines aus der Mitte
fehlt. Auch entdeckte man in der erwähnten Maqsüra 4 weitere Teile des Koran-
exemplars, dem die zwei vorgenannten Teile angehören. Sie wurden diesen hin-
zugefügt und mit dem erwähnten Zeichen gekennzeichnet. So sind es jetzt ins-
gesamt 6 Teil e.
(35) 17 Teile eines Koranexemplars in 30er-Teilung, in ku-
fischer Schrift auf Pergament, in elegantem Format. Rot und grün
vokalisiert, 5-zeilig. Jeder Teil ist an Anfang und Ende, Suren-
namen, Versen und a c ~ ä r vergoldet. Eingebunden in geprägtes
rotes Leder auf Brettchen. Die Anfänge aller Teile sind verloren.
In einem mit rotem Leder bezogenen Holzkasten, gekennzeichnet
mit: ~~ (säd - säd).
So findet es si~h im erwähnten Sigill. Jetzt wurden die oben genannten
Teile gesucht und gefunden. Auch entdeckte man in der erwähnten Maqsüra zwei
Teile der genannten Arbeit, die ersteren hinzugefügt wurden, sodaß es nunmehr
19 Teile sind.
(36) 9 Teile eines Koranexemplars in 14er-Teilung, mit gro-
ber (gallz) Feder und h i b r - Tinte auf orientalischem Papier
geschrieb~n . Mit Löcher~ (~urm), Rissen (taqtl c ) und Tintenfraß
(harq
. hibr).
. Vergoldungen bei der Nennung der ersten Suren und
auch bei anderen . In einem eleganten lederbezogenen Holzkasten,
1
gekennzeichnet mit:
(37) 3 Teile eines Exemplars in 4er-Teilung, in kufischer
Schrift. Rot vokalisiert. 15 - zeilig . Jeder Teil an Anfang und En-
de vergoldet. Am Anfang sind (ganze) Verse mit Gold geschrieben,
außer bei einem Teil, dem der Anfang fehlt. Surennennung und a c -
~ ä r in Gold . Ein Teil ist eingebunden mit auf Brettchen befe-
stigtem roten Leder und auch innen mit Leder ausgeschlagen . Ein-
nem zweiten Teil ist einiges vom Einband verloren, der dritte ist
ungebunden. Einer weist Mäusefraß auf . Jeder Teil gekennzeichnet
mit: ~ (säd - tä') .

1. Im gedruckten Text fehlt das Zeichen. Keine Ergänzung bei an-Nayyäl.


Inventar ( 100

So findet es sich im erwähnten Si~ill. In der erwähnten Maqsüra ent-


deckte man den Einband (ga~a') des dritten Teils, der jetzt wieder mit ihm
verbunden wurde.
(38) 3 Teile eines Exemplars in 7er-Teilung, in ungebundenen
Lagen, 2 0 - z eil i g . Rot vokalisiert. Surennamen, a h za b und
a c ~ ä r in Gold . Sie waren verstreut und wurden jetzt vereint
und gekennzeichnet mit: {(lam - ha').
(39) 1 Tei 1, der di e Häl fte ei nes sub c des Korans ent-
hält. Von großem Format, in kufischer Schrift auf Pergament, 7-
zeilig . Vokalisiert in Rot und Grün. Mit großen Vergoldungen ver-
sehen. Eingebunden in schwarzes Leder auf Brettchen, innen aus-
geschlagen mit rotem Leder .
(40) 1 Teil eines Exemplars, eineinhalb h. i z b enthaltend,
von großem Format. In kufischer Schrift in Rlhanl-Duktus (bi-qalam
rlhanl)l, 5-zeilig . Rot vokalisiert . Eingebun~en in schwarzes Le-
der auf Brettchen .
(41) 25 Teile eines Korans in 30er - Teilung von elegantem
Format und orientalischem Papier, in kufischer Schr i ft, 5-zeilig.
Vokalisiert in Grün, Rot und Blau (lazward) . Alle Teile am An-
fang vergoldet, außer dort, wo h i b r - Tinte hingeraten ist . Su -
rennennung vergoldet . In einigen sind Löcher . Eingebunden (mu~al­
lada 2 ) in rotes Leder, das vom Alter verzehrt ist . Ein Teil ist
ungebunden . Gesammelt i n e i nem Holzkast€n in zwei Kästen 3
mit Deckel (gata') , woran zwei eiserne Ketten sind . Der Anfang
eines (sic) Teils i st gekennzeichnet mi t: 3 (waw) .
(42) 2 Te i le eines Koranexemplars in 14er-Teilung , in kufi -
fo l. 3v scher Schrift auf Pergament . Mit Rot und Grün vokalisiert . 8-zei -
lig . Eingebunden i n rotes Leder auf Brettchen. Der erste der bei-
den Teile gekennzeichnet mit: ~ (lam - alif) .

1. Vgl . oben die Anm . zu Nr.8 .


2. Sonst steht stets muga~~in, das ich ebenfalls mit "eingebunden" wie-
dergebe, be i Kästen u. ä . mit "bezogen ".
3. Die vom Hrsg . in Gedankenstriche (hier doppelte Trennungsstriche) einge-
schl ossenen Wörte r ver stehe ich als die am Schluß des Dokuments beglaubigten
Zusätze . Vgl . dort die Anmerkung des Herausgebers zum Ende der Kustodenliste ;
ob tatsächl i ch alle i n Gedankenstriche eingesch l ossenen Wörter so zu verstehen
sind, ist dort nicht gesagt .
Inventar ( 101

So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden unter den in der


Maqsüra befindlichen Blättern mehrere Lagen gefunden, aus denen sich drei
Teile zusammenfügen ließen, mit einer Lücke von mehreren Blättern (barm aw-
räq). Sie sind von der gleichen Arbeit und Unterteilung wie die beiden vor-
genannten Teile. Diesen hinzugefügt sind es jetzt 5 Teile, die mit dem erwähn-
ten Zeichen versehen wurden.
(43) 6 Teile eines Koranexemplars in 10er-Teilung, in orien-
talischer Schrift auf orientalischem Papier, 6-zeilig. Rot und
blau (läzward) vokalisiert. Jeder Teil ist zu Anfang und Ende
vergoldet eröffnet mit der f ä t i h a , außer einem Teil,
an dessen Anfang eine Zeile (?: ~abr) mit dem Beginn der Sure
"q a d sam i c a l l 1 ä h u,,1 steht wie auch die Suren-
anfänge, die a c ~ ä r und die Versnummern. In Leder eingebun-
den (mu~allada), das verschlissen ist (tarahhala). Mit etwa 2 Tei-
len zerrissene Blätter, die von den Mäusen verdorben wurden
wurden sie in einen eleganten Holzkasten gelegt . Die Teile
und der Kasten sind gekennzeichnet mit: ~ (läm - ba').
(44) 21 Teile eines Koranexemplars in 30er-Teilung auf Per-
gament, in sehr elegantem Format, 6-zeilig . Rot vokalisiert. Ein-
gebunden in Leder auf Brettchen. Mit Löchern (burrn), vom Alter
verzehrt. In einem zerbrochenen und zerfallenen Holzbehälter (rab-
cat c üd ) zusammen mit Blättern zugehöriger, verlorener Teile. Ge-
kennzeichnet mit: E (c ayn - c ayn ) .
So findet es sich im erwähnten Si~ill. In der erwähnten Maqsüra fanden
sich jetzt unter den dort liegenden Blättern Teile mit Lücken von
mehreren Blättern (barm awraq), die man den oben genannten Teilen hinzufügte.
So sind es jetzt 25 Teile, abgesehen von den (losen) bei vorgenannten Teilen
befindlichen Blättern.
(45) 2 Teile eines Koranexemplars in kufischer Schrift auf
Pergam~nt, 5-zeilig. Beide am Ende und einer am Anfang vergoldet;

dem anderen fehlt der Anfang . Die Zeichen für a h z a bund a c


~ ä r und die a-Vokalisierung in Gold; die u- Vokalisierung in Rot
und die i-Vokalisierung in Blau (lazward) und Grün. Zu Anfang je -
des Teils gekennzeichnet mit : U (ya ' ). Geprüft (wa-ubtubira) .

1. Sure 58:1 . Wenn wir den ersten diakritischen Punkt von ~abr vernach-
lässigen und hibr lesen, ergibt sich ein einleuchtenderer Sinn : " .. der
an seinem Anfang von Beginn der Sure ... an hibr - Tinte aufweist", d.h.
nicht vergoldet ist bzw . werden konnte.
Inventar ( 102

So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden diese zwei genann -


ten Teile untersucht und der, dessen Anfang fehlt, stellte sich als Teil 1
heraus. Bei ihm fand man eine Lage (kurräs), die den Anfang des ihm unmittel-
bar folgenden Teils darstellt. Man legte sie zu den vorgenannten zwei Teilen .
(46) 1 Teil eines Koranexemplars in 30er-Teilung auf Perga-
ment, in kufischer Schrift, 6-zeilig, mit großen Vergoldungen.
Es handelt sich um den Anfang der Erhabenen Schrift (al-kitäb al-
c z1z ). Eingebunden in geprägtes Leder auf Brettchen . Gekennzeich-
net mit: ~ . (läm - bä' - tä').-
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Diesem Teil wurden jetzt die 3
Teile hinzugefügt, von denen oben gesagt ist, daß sie sich unter den mit dem
erwähnten ~ (käf - läm - alif) beschriebenen Teilen fanden 1 . Diese Teile,
die man jetzt dem 1 Teil hinzufügt, wurden mit dem auf diesem stehenden Zei-
chen versehen. So sind es jetzt 4 Teile, deren einem eines der Brettchen des
Einbands fehlt (ahad . ga~ä'i-hl).
. lawhay
(47) 77 Teile der Erhabenen Schrift von verstreuten Exempla-
ren verschiedener Arbeit, die in einer mit Kupfer verstärkten
Holzlade (täbut c ud ) gesammelt sind.
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Unter umhergestreuten Teilen in
in der erwähnten Maqsura fanden sich auch:
(47 bis)2 14 T~ile eines Koranexemplars in 30er-Teilung, von elegantem
Format, auf Pergament in kufischer Schrift, 6-zeilig. Anfänge und Enden vergol-
det. Eingebunden (mu~allada) in Leder auf Brettchen. Von vollendeter (mutqana)
Arbeit. Auf einem steht der Stiftungsvermerk von (tahbls) Ibrählm ibn Muhammad
ibn Ibrählm geschrieben.
Es fanden sich auch:
(48) 6 Teile eleganten Formats von einem Koranexemplar in 30er-Teilung,
7-zeilig in kufischer Schrift. Mit dem Stiftungsvermerk (tahbls) des oben ge-
nannten Ibrählm (Nr.47 bis) und übereinstimmend mit dem Vermerk, der sich auf
einem der dort genannten Teile findet. Letzteren wurden sie hinzugefügt, sodaß
es jetzt 20 Teile sind. Alle wurden mit ~ (ma~ld/gepriesen) gekenn-
zeichnet und in einen Holzbehälter gelegt, der in drei Fächer aufgeteilt ist
(rabCat cud muqassama calä !alä!at buyut).

1. Laut Hrsg. auf den erhaltenen Blättern nicht erwähnt.


2. Diese Zählung von mir. Mit den folgenden Nummern (47 bis, 48, 49, 50, 51)
sind hier insgesamt fünf Exemplare beschrieben, die der alte Si~ill an einer
Stelle (Nr.47) zusammenfaßt. Nr.47 bis und Nr.48 gehören aber vielleicht zum
selben Exemplar.
Inventar ( 103

Auch fand man:


(49) 2 Teile einer Arbeit, in elegantem Format, auf Pergament in kufi-
scher Schrift, 7-zeilig; von einem Koranexemplar in 12er-Teilung . Von voll-
endeter Arbeitl . Auf beiden steht : "Gestiftet dem (hubisa cala ) Mas~id ~anim" .
Auch sie wurden in den Behälter (rabca) gebracht . Es handelt sich um Teil 1
und Teil 7.
Auch fanden sich:
(50) 16 Teile. In einem sind Löcher (~urm). Von eleganter Arbeit, alt 2 ,
meist sehr abgenutzt (tarahhala ak!aru-hu). Das meiste (Einband-)Leder ist
verloren. Auf einem steht der Stiftungsvermerk von (tahbls) . Muhammad
. al-Bar-
manl geschrieben. Alle auf Pergament. Auch sie wurden in den erwähnten Behäl -
ter (rabca) gelegt.
Man fand auch :
(51) 4 Teile eines Exemplars in 15er-Teilung, 9-zeilig auf Pergament ,
in kufischer Schrift. Rot vokalisiert. Eingebunden in Leder auf Brettchen. Sie
wurden ebenfalls in den erwähnten Behälter (rabca) gelegt und gekennzeichnet
mit : ~ (haklm/weise).
Die Summe dessen, was in diesem Behä l ter (rabca) zusammengetragen wurde,
sind 42 Teile. Der (fehlende) Rest von den im erwähnten Si~ill genannten 77
fol.4r Teilen macht daher 35 Teile. (Die vorhandenen) wurden jetzt in einen mit rotem
Leder bezogenen Behälter (rabca min cud ) gelegt.
(52) 18 Teile der Erhabenen Schrift von verschiedener Arbeit.
Verloren sind die Anfänge aller Teile und manches von den Einbän -
den. Sie wurden in einem alten Holzkasten (bayt c ud ) gesammelt.
(53) 6 Teile der Erhabenen Schrift, deren Enden mit einigem
von den Einbänden verloren sind. Sie wurden in den vorgenannten
Holzkasten gelegt.
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt legte man die genannten 18
und 6 Teile in den (unter Nr.51) erwähnten, mit rotem Leder bezogenen Holzbe-
hälter als den 35 Teilen zugehörig, die die oben genannten 77 vervollständigen
sollen.
(54) 9 Teile der Erhabenen Schrift, teils gebunden, teils un-
g e b und e n. J e der Teil g e ke n n z e ich n e t mit: 'J/. (b ara ka / Se gen ). Sie

1. Obwohl das im Druck stehende muttafiqay durch an-Nayyal nicht korri-


giert wird, lese ich entsprechend obiger Parallelstelle (Nr . 47 bis) mutqanay .
Andernfalls wäre hier die Aussage der ersten Zeile , "eine Arbeit", wiederholt.
2. Im Druck qadlmatu-hu statt qadlma.
Inventar ( 104

wurden in den erwähnten Kasten (bayt) gelegt.


So findet es sich im erwähnten Si~ill. Unter diesen Teilen hat man jene
vorgenannten Teile gefunden, die, wie oben gesagt ist, mit ihnen vereinigt
worden sind. Jetzt wurden die übrigen (erhaltenen) Teile, die in der erwähn-
ten Maqsüra verstreut und von der (gleichen) Arbeit sind, vervollständigt 1
und mit ihrem Zeichen versehen. Sie wurden in einen großen, nicht bezogenen
Holzbehälter (rabca) gelegt.
(55) 2 Teile der Erhabenen Schrift in eleganter Form, mit
beiliegenden (losen) Blättern. Auf beiden Teilen ist geschrieben:
~2(hä' - yä'). Man legte sie in den erwähnten Kasten (bayt).
.. So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden die beiden genann-
ten Teile in den erwähnten, nicht bezogenen Holzbehälter (rabca) gelegt.
(56) 16 Teile, deren Anfänge und Enden fehlen; von unter-
schiedlicher Arbeit. Man legte sie in das Fach eines Holzbehäl-
ters (fl bayt rabCat c üd ).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden die genannten Teile
in den erwähnten, nicht bezogenen Holzkasten (bayt 3 ) zu den darin befindli-
chen Teilen gelegt. Dazu legte man Lagen und (lose) Blätter der Erhabenen
Schrift, worunter der gleichen Arbeit zugehörige und andere, herumliegende
Blätter sind.
(57) Die erste Hälfte der Erhabenen Schrift, in mehreren La-
gen auf Pergament, mit unterschiedlicher Zeilenzahl , in kufischer
Schrift. In Rot und Grün vokalisiert. Gekennzeichnet mit: ~
(kutub/Bücher).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Diese erste Hälfte ist bereits
oben auf der dritten Seite dieses Heftes (daftar) genannt worden 4 .
(58) 64 Hefte (daftar) von " a l-Mudawwana wa-'l-mubtali~a",
von verschiedener Arbeit, mit Wiederhol/ungen .
(59) 40 Hefte von "a l-Mawwaziyya". In dreien davon sind Lö-
cher (burm) .

1. Der Sinn der zwei vorausgehenden Sätze ist nicht ganz klar . Entsprechend
unsicher ist die übersetzung .
2. Lesung unsicher .
3. Der Zusammenhang mit den Erläuterungen zu den Nummern 54 und 55 wie auch
die Femininform der Attribute verlangen, auch hier rabca (Behälter) und
nicht bayt (Kasten) zu lesen.
4. D.h. auf der zweiten Seite des zwischen fol . 1 und 2 verlorenen Blattes .
Inventar ( 105

(60) 9 Hefte des "Wadih as-sunan" von Ibn Hablb. Ein Heft
ist dur c h1 ö c he rt (m a b rum) .
(61) 1 Heft des "Mubta~ar al-Wadiha".
(62) 4 Hefte vom "S ama c" des Ibn Hablb.
-c .-
(63) 7 Hefte vom "Sama " des Ibn al-Qasim. In einem davon
sind Löcher (burrn).
(64) 8 Hefte des "Muwatta'" von Ibn Bukayr und anderer "Mu-
watta'at".
(65) 14 Hefte des "samaCI von A~hab.
(66) 8 Hefte von "al-Mustabra~a".
(67) 7 Hefte des "Muhtasar" von Ibn cAbd al-Hakam .
(68) 11 Hefte des "Tafslr al-qur'an" von Yahya ibn Sallam.
Dies gehört zu dem, was in die erwähnte Maqsura zurückgerufen wurde,
außerhalb ihrer war und durch Mühen und Nachforschungen ans Tageslicht ge-
bracht worden ist 1.
(69) Ein Koranexemplar in 7 Teilen von mittlerem Format, a uf
Pergament, in kufischer Schrift. Rot vokalisiert. 17-zeilig. Je-
der Teil ist an Anfang und Ende, an Surenanfängen und a c ~ a r
vergoldet. Von verschiedener Arbeit: 5 Teile mit Vokalisierung
in Rot, Grün und Blau (lazward) und zwei Teile allein in Rot.
Alle sind in rotes Leder verschlissen auf Brettchen ge-
bunden. In einem mit geprägtem Leder bezogenen Holzkasten. Jeder
Teil gekennzeichnet mit: lt:> (sad - 'a lif).
(70) 9 Teile eines Koranexemplars in 14er-Teilung, von ele-
gantem Format, in kufischer Schrift auf Pergament. Rot vokali-
siert. 9-zeilig.Jeder Teil ist an Anfang und Ende, Surennennung,
a c ~ a r und Versen vergo 1 det. Gebunden in geprägtes rotes Le-
der. Gekennzeichnet mit: \j( (kaf - alif).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt wurden diese genannten Tei-
le in einen eleganten Holzkasten ohne Deckel gelegt.
(71) Ein Koranexemplar in 30er-Teilung, dem 6 Teile fehlen.
Von eleganter Form, auf Pergament in kufischer Schrift. Rot voka-
lisiert. 6-zeilig. Jeder Teil ist an Anfang und Ende, an Versen
und Surenanfängen vergoldet. Gebunden in geprägtes rotes Leder
auf Brettchen. Ein Teil ist ohne Vergoldung. In einem lederbezo-
genen Holzkasten mit 2 Griffen aus Kupfer.

1. Vielleicht ist dieser Abschnitt auch dem alten Si~ill zuzurechnen.


Inventar ( 106

So findet es sich im erwähnten Si~ill. Jetzt fand man von den genannten
Teilen 26 und daneben 1 Teil von anderer Arbeit er ist von einem anderen
Exemplar , den man dem Exemplar, dem er angehört, beifügte . So bleiben
die genannten Teile jetzt 26 an der Zahl.
fo1.4v (72) 132 1 Hefte von "al-Mudawwana wa-'l-muQtali~a", von ver-
schiedener Arbeit, mit Wiederholungen.
(73) 67 Hefte von "al-Mawwaziyya".
(74) 11' Hefte des "Ihtisar" von Ibn abl Zayd, von verschie-
dener Arbeit .
(75) 5 Hefte des "Tafslr al-Muwatta'''.
(76) Das "Kitab Muslim" in 4 Bänden (asfar), auf Papierblät-
tern (fi 't-tabaq min al-kagid). Auf jedem Teil steht der Stif-
tungsvermerk (tahbls) von as-Suyurl, dem Rechtsgelehrten mö-
ge Gott ihm gnädig sein
(77) 29 Hefte des " Buharl" auf Pergament. Auf sie ist der
Stiftungsvermerk von as-Suyurl, des Rechtsgelehrten geschrieben.
(78) 3 gebundene Bände (asfar mu~allada) der "Tabsira" von
al - Labmi, ein vierter Teil, bestehend aus ungebundenen Lagen (ka-
rarls gayr mu~allada), und ein fünfter gebundener Teil (~uz' ha-
mis mu~allad).
So findet es sich im erwähnten Si~ill . Darüberhinaus findet sich in ei-
nem Abschnitt, der unten auf dem erwähnten Si~ill eingetragen ist (fl rasm
muqayyad bi-asfal as-si~ill al-ma~kur), die (folgende) Bemerkung (ma9kur):
(79) 8 Bände der "Tabsira"
. des Abu ' l-Hasan
. al - Labml, in ele-
ganter Form, 20-zeilig. Gebunden in rotes Leder . Auf ihnen steht
der Stiftungsvermerk des Gebetsrufers Abu Salih al-~ayr ibn Yasln
ar-Ra~ra~l zugunsten der Wissenssuchenden in a;-Qayrawan (c ala
talabat al-Cilm bi-'l-Qayrawan) . Nach 2 al-Qayrawan sind sie von
Tun i s möge es Gott schützen von dem, der sie dort 3 bei
sich hatte, durch Vermittlung des dortigen Kadis gekommen . Diese 2
genannten Teile wurden jetzt den 5 vorgenannten (Nr.78) hinzuge-
fügt . So sind es jetzt insgesamt 13 Teile .

1. "mi 'at daftar wahida (sic) wa-i!nan wa-!ala!un daftaran".


2. Von hier bis zum Schluß des Abschnitts liegt vielleicht eine Ergänzung
durch die Autoren des jüngeren Si~ill vor.
3. Im Druck la-ha . Ich lese bi - ha .
Inventar ( 107

(80) 4 Hefte des "Tafslr al - qur'an" von Yahya ibn as-Sallam


(sic).
(81) 8 Teile von a t-Ta Cllqa" des Abü Ishaq at-Tünisl .
l

(82) 1 Heft vom "S ama c" des A~hab .


(83) 1 Band enthaltend " a l - Luma c " über die Prinzipien der
Rechtswissenschaft ( usül al-fiqh) und anderes . Ein gebu nden in
Pergament .
(84) 1 Teil enthaltend " a l-Mugnl" über die Prinzipien der
Theologie (usül ad-dln) .
(85) 1 Band enthaltend die "Wa!a'i q " des Ibn Mugl! und an-
deres.
(86) 6 Bände von " a t-Taqrlb wa-'l-ir~ad" über die Prinzipien .
4 sind in Leder gebunden (mu~allada), einer in Pergament (m u~al­
lad bi-'r-raqq) und der sechste ist ein in Pergament eingeschla-
genes Heft (daftar Calay-hi raqq).
So findet es sich im erwähnten Si~ill. In einem unten auf dem erwähnten
Si~ill eingetragenen Abschnitt findet sich darüberhinaus :
(87) 2 Bände von " a t-Taqrlb wa-'l-ir~ad", mit orientalischer
Schrift in Viertelblattgröße. Mit Stiftungsvermerk von as - Suyuri
Gott möge ihm gnädig sein für das Gesamtwe rk (li-~amlc
ad-dlwan). Jetzt 1 wurden die beiden erwähnten Bä nde zu den vorge-
nannten 6 Bänden (Nr.86) gegeben . So sind es nun insgesamt 8 Bän -
de und auf allen ist der Stiftungsvermerk von as-Suyürl.
(88) 1 Teil von "Ta Cllqat at-tamhld", mit Löchern.
So findet es sich im erwähnten Si~ill. Eine Erläuterung dazu folgt wei-
ter unten (s.Nr.lll).
(89) 2 Hefte von "al-CUtbiyya".
(90) 2 Hefte von "al-Makan" (sic).
(91) 10 Hefte unterschiedlicher Art, die alle gekennzeichnet
sind mit: ~ (~lm) . '-
(92) 1 Heft der "A~wiba" von Abü cU!man ibn al-~addad.
(93) 1 Band enthaltend "al-Ir~ad" von Abu 'l-Macall. Mit Lö-
chern.
(94) 1 Band enthaltend "al-Mulahhas" von Abu 'l-Hasan al-Qa-
bi s 1.

1. Von hier bis zum Ende des Abschnitts ha ndelt es sich wahrscheinlich um
eine Ergänzung des jüngeren Si~ill.
Inventar ( 108

(95) Die erste Hälfte von "al-Muwatta'" in einem gebundenen


(mu~allad) Band .
(96) 1 Heft enthaltend die "Farä'id " des ~uqrän .
(97) 2 Hefte der "Ma~älis" des Asbag ibn al-Fara~.
(98) 3 Hefte von "at - Tasärlf" des Yahyä ibn Muhammad.
(99) 2 Hefte des "Wädih as-sunan" .
(100) 1 Heft des "Sa~äc" von Ibn Hablb.
(101) 1 Heft des "Buhärl".
Dies ist was im erwähnten Si~ill enthalten und verzeichnet ist an ge-
segneten Exemplaren der Erhabenen Schrift, an Hadl!-Büchern und Werken der
Wissenschaft (c i1m ), so wie es dort aufgeführt' ist . Unten auf dem Si~ill fin-
den sich Abschnitte (rusum), deren Inhalt im folgenden genannt wird, soweit
er mit Gottes, des Erhabenen Hilfe aufgelesen werden kann. Dazu gehört :
(102) Der "Muwatta'" des Mälik ibn Anas möge Gott an
ihm Wohlgefallen haben in der überlieferung (riwäya) des
Sahnun ibn Sacld, in einem Teil, in orientalischer Schrift, 20-
zeilig, auf Blattgröße (fi 't-tabaq) orientalischen Papiers . Al-
le Kapitel- und Buch( - überschriften) sind in Gold geschrieben .
Eingebunden in verschl i ssenes rotes Leder, innen ausgeschlagen
mit blauer (azraq) Seide . Auf ihm befindet sich ein Stiftungs-
vermerk zugunsten der Großen Moschee von al-Qayrawän.
So wird es in einem der unten auf dem erwähnten Si~ill eingetragenen
Abschnitte gesagt . Jetzt wurde der genannte Teil gefunden, sein Leder ausge-
bessert und die verschlissenen Pa rt i en wurden entfernt (uzlla tarahhulu-hu) .
(103) Der "Ibtisär" des Abu Muhammad ibn abl Zayd möge
Gott ihm gnädig sein ' in 5 lede~gebundenen (mu~allada) Bänden ,
teils in Halbblattgröße und teils in Viertelblattgröße . In sizi-
lianischer Schr i ft (hatt siqilll) .
So wurden diese Bände vorgefunden . Mehr als einem Teil ist jetzt das
Leder (des Einbands) verlo r en und ein Teil ist durch Ti ntenfraß verdorben
(tarahhala bi-akl al-hibr fl-hi) .
(104) 39 Hefte aus Pergament vom "Muhtasar" des Abu Muhammad
ibn abl Zayd, von verschiedener Arbeit . Auf einem steht geschrie-
ben : "Gestiftet zugunsten derer, die in der Stadt al-Qayrawän die
Lehre Mäliks und seiner Gefährten vertreten" (hubisa ca1a man ya-
qulu bi-qawl Mälik wa-ashäbi-h l bi-madlnat al-Qayrawän). Auf ei-
nem weiteren ist geschrieben : "Gestiftet von Abu Sacld as-Sabtl
möge Gott ihm gnädig sein in der Stadt al - Qayrawän" .
Inventar ( 109

(105) 43 Hefte von "an-Nawadir" des Abü Muhammad ibn abl


Zayd, auf Blattgröße (orientalischen?) Papiers (fi 't-tabaq min
al - kagid) . In Pergament gebunden . In sizilianischer Schrift. Auf
ihnen steht geschrieben : "Gestiftet in der Stadt al-Qayrawan zu -
gunsten derer, die die Lehre von Malik und seinen Gefä hr ten ver-
treten".
(106) 5 Hefte aus Pergament von "Talhls az-ziyadat" (Reini-
gung der Zusätze), die Abü Muhammad ibn abl Zayd in seiner Kurz-
fol.5r fassung (iQtisar) der "Mudawwana" hinzugesetzt hat. Auf ihnen
. - c- -
steht der Stiftungsvermerk des Abu Sa id as-Sabti .
(107) 1 Papierheft (daftar kagid) der "TaCllqa ll des Abü Is -
haq at - Tünisl .
(108) 14 Hefte aus Pergament von "at-Tah9lb". Auf ihnen
steht der St if tungsvermerk des Abü Sacld as -S abtl .
(109) 1 Pergament heft (daftar raqq) über die Vorzüge (~ama ­
'il) des Malik ibn Anas .
So findet es s ich in einem der erwähnten Abschnitte . Jetzt konnte das
genannte Heft in der erwähnten Maqsüra nicht gefunden werden.
( 1 10) 3 Bä n d e der "~1 a s a ' i 1 a 1 - Qi 1 ä f ", i n 0 r i e n tal i s c her
Schrift, in Blattgrö ße von orientalischem Papier. Auf ihnen
steht der Stiftungsvermerk von as-Suyürl, dem Rechtsgelehrten
möge Gott ih m gnädig sein
(111) Der zweite Band von "as-Sadad" über die Prinzipien der
Theologie, in Viertelblattgröße.
Unten auf dem erwähnten Si~ill findet sich:
Jetzt fand man Teil 1 dieser 2 genannten Teile, an dessen
Anfang Löcher sind.
Es ist der, von dem es im erwähnten Si~ill heißt, er sei ein "Teil von
'TaCllqat at-tamhld ' , mit Löchern" (Nr.88), mit der Bemerkung, daß er i m fol-
genden erwähnt werde.
(112) 2 Bände von "at- Taqrlb wa-'l-ir~äd".
Diese beiden werden hier angeführt, obwohl oben bereits darauf hinge-
wiesen wurde, daß sie den 6 Bänden von "at-Taqrlb wa-'l-ir~äd" hinzugefügt
worden seien und es nun insgesamt 8 Bände wären (Nr . 86 u. 87).
(113) 1 Papierheft in halber Blattgröße von "al-Mustaqsiya
li-ma fl Muwatta' Malik mimma lam yarwü-hu", es ist von Yahyä ibn
Muzayn verfaßt.
(114) 1 Pergamentheft vom Diktat (imla') des Scheichs Abü
Inventar ( 110

cImran al-Fasl.
So findet sich das Heft hier verzeichnet, doch befindet es sich gegen-
wärtig nicht in der erwähnten Maqsura.
(115) 86 Pergament hefte von "al-Mudawwana wa-'l-mu~atali~a",
von verschiedener Arbeit.
(116) 8 Bände der "Tabsira" von Abu 'l-Hasan al-Lahml.
Diese hier genannten 8 Bände sind die selben, von denen zuvor (Nr.79)
gesagt wurde, sie seien anderen hinzugefügt worden.
(117) 3 sub c der Erhabenen Schrift, auf Papier, 7-zeil ig.
In Leder gebunden. In kufischer Schrift. Rot vokalisiert.
(118) 4 Teile der Erhabenen Schrift in (30er)-Teilung 1 , auf
Pergament in kufischer Schrift. Am Anfang jedes Teils Vergoldun-
gen. Eingebunden in ... , der mit rotem Leder bedeckt ist.
Bei den hier genannten 4 Teilen handelt es sich um die, von denen es im
Si~ill heißt, sie seien zu zwei vorgenannten Teilen hinzugefügt worden, wobei
sie als "von sehr schöner Arbeit" beschrieben werden (Nr.34)2.
(119) 4 Teile der Erhabenen Schrift, auf Pergament in kufi-
scher Schrift, 6-zeilig. Gebunden in Brettchen, auf denen rotes
Leder ist.
Diese genannten 4 Teile waren in der erwähnten Maqsura unter den übrigen
Teilen der Erhabenen Schrift nicht zu identifizieren; vielleicht weil sie mit
zuvor erwähnten Teilen vereinigt worden sind.
(120) 1 Teil der Erhabenen Schrift, auf Pergament, 15-zeilig
in kufischer Schrift. Gebunden in Brettchen, auf denen rotes Le-
der ist.
Jetzt ließ sich dieser genannte Teil in der erwähnten Maqsura nicht
i dent ifi zieren.
(121) 15 Hefte auf Pergament von "al-Mudawwana". Einige sind
verschlissen.
(122) 10 Hefte von "at-TaCllqa" des Abu Ishaq at-Tunisl.
(123) Ein Holzkasten mit zugehörigem Deckel, in dem 13 Teile
der Erhabenen Schrift sind. Auf Pergament, alle in kufischer

1. Im Druck: ta~zi 'at guz'ayn (sic). Die Emendation nach Nr.34, vgl.
dazu das folgende.
2. Identifizierung durch den Hrsg. In seiner Liste von Corrigenda gibt an-
Nayyal an, daß die letzten Zeilen im Manuskript sehr schlecht erhalten und
daher nicht klar zu verstehen seien.
Inventar ( 111

Schrift geschrieben. Diese Teile sind von verschiedener Arbeit,


und von einigen sind die Anfänge verloren.
So findet es sich in einem Abschnitt unter dem erwähnten Si~ill. Von
derartigen Teilen, die in der Arbeit Teilen entsprechen, die in der Maqsüra
waren, fand man dort einzelne herumliegen (mu~azzi'a bi-hl 1 -sic). Jetzt sind
es 10 verschiedenartige, nicht zuzuordnende (mutanä!ara) Teile. Man legte sie
in einen Kasten aus Rohr (bayt min qasab).
(124) "Tablls al-kifäya min kitäb al-Hidäya" des ehrwür-
digen Kadis Abü Bakr ibn at-Tayyib, dessen Kurzfassung Muhammad
ibn ~alll besorgt hat.
Das ist das letzte, was sich am Ende des erwähnten Si~ill findet. Was
in der erwähnten Maqsüra gefunden, aber nicht im erwähnten Si~ill und nicht
unten auf ihm eingetragen ist, soll hier angemerkt werden, soweit es mit
des Erhabenen Gottes Hilfe identifiziert werden kann (hasbamä yatafassaru
bacd). Dazu gehört:
(125) Ein geölter Holzbehälter (rabCat cüd madhüna) mit Ecken (arkän)
und Griffen aus Kupfer, der unten zerbrochen ist. In ihm sind 26 Teile eines
Koranexemplars in 30er-Teilung. An Anfängen und Enden vergoldet. Auf orienta-
lischem Papier, in kufischer Schrift, 6-zeilig. Gebunden in geprägtes rotes
Leder, innen ausgeschlagen mit grüner Seide . Alter und Verschleiß haben ihnen
zugesetzt . In einigen sind Löcher. Bei den genannten Teilen sind zugehörige
Blätter des erwähnten Exemplars.
Dies wurde in der erwähnten Maqsüra vorgefunden .
Unter denen 2 , die anwesend ware~ bei der Untersuchung der oben erwähnten
gesegneten Koranexemplare und der wissenschaftlichen Bücher, die alle in die-
sem Heft nach vorausgehender Beschreibung stehen, und unter denjenigen, die
den Si~ill durchgegangen sind, von dem alles Verzeichnete, so wie es verzeich -
net ist, übertragen wurde, und die ihn am vorliegenden (Heft) überprüften und
ihn für korrekt befanden, abgesehen von dem, was in diesem Heft an Hinweisen
auf die Aufzeichnung dessen enthalten ist, was man als hinzugekommen, fehlend
fo 1 .5v oder sonst bemerkenswert feststellte . Die Untersuchung fand wie angegeben
statt, in Gegenwart des ehrwürdigsten, rechtskundigen Scheichs und gerechten
Kadis und sehr gelehrten, tugendhaften, leidenschaftslosen und würdevollen
Abu 'l-cAbbäs Ahmad, Sohn des ehrwürdigsten Scheichs und hochherzigsten, vor-

1. So im Druck. Auch der vorausgehende Satz insgesamt ist dort nicht eindeu -
tig formuliert.
2. Der Hauptsatz wird nicht zuendegeführt.
Inventar ( 112

züglichen Rechtskundigen und würdevollen, seligen Abü ~ahir Ismacll, Sohn des
Scheichs und Rechtskundigen Abu 'l-cAbbas Ahmad ar-Rabcl, des gegenwärtigen
Kadis der Stadt al-Qayrawan möge Gott seinem Erfolg und seiner rechten
Leitung Dauer verleihen und möge Er mit diesem gottesfürchtigen, mit seinen
Vorgängern (salaf) und mit seinem Helfer (cadd ) nachsichtig sein Seine
Untersuchung der erwähnten Koranexemplare und wissenschaftlichen Bücher und
seine persönliche Einsichtnahme wurden mit größter Gründlichkeit und Mühen
vorgenommen. Er führte die verstreuten Teile zusammen, ordnete alles nach sei-
ner (äußeren) Form 1 den entsprechenden Stücken zu und brachte es an seinen
richtigen Ort . Gemäß den Angaben in diesem Heft vereinigte er alles nach sei-
ner Zugehörigkeit, indem er damit die Gunst Gottes Er sei gepriesen
Seine freigiebige Vergeltung und Nähe zu Ihm erstrebt. Die genannten Koran-
exemplare und wissenschaftlichen Bücher wurden unter den Augen seiner darum
herstehenden Zeugen an ihren Platz in die Bibliothek (bayt al-kutub) in def
erwähnte Maqsüra zurückgebracht.
Dieses·genannte Heft wurde mit dem erwähnten alten Si~ill in die große
Truhe (gam Ciyya 2 ) gelegt, die sich in der erwähnten Maqsüra befindet, wo-
rin der erwähnte Sigill schon zuvor mit anderem bewahrt gelegen hatte
Die Bezeugung all dieser Angaben wurde mit dem Datum der letzten Dekade
des ~umada 11 (endete am 27.Mai) des Jahres Sechshundertdreiundneunzig (1294)
eingetragen, womit bezeugt wird, daß dieses Heft Eintragungen auf 11 Seiten
enthält:
Seite 1 endet mit "fi (sic) 'l-girm al-kablr bi-~att".
..
Seite 23 beginnt mit "kufi fi 'r-raqq" und endet mit "gufür".
Seite 33 beginnt mit "wa-sittat agza'" und endet mit "haka2a wugida mak-
c
tüb alay-ha"- .
Seite 4 beginnt mit "tahbls 4 Ibrahlm" und endet mit "hassatan".
Seite 5 beginnt mit "wa~sittat a~za'" und endet mit "~ayr".
Seite 6 beginnt mit "wa-guz' fl-hi" und endet mit "bi-'l-ahmar wa-'l-
ahdar" .

1. Das hier so wiedergegebene ~akl kann u.a. auch mit 'Gattung' übersetzt
werden.
2. So im Druck . Auf S. 343 der Einleitung spricht der Hrsg . jedoch von einer
großen gaCba ('etui, coffret' nach Dozy), was ich für die richtige Lesung
halten möchte und daran angelehnt übersetze.
3. Die ursprünglichen Seiten 2 und 3 entfallen auf das verlorene Blatt .
4. Im Druck ist das ya' von tahbls ausgefallen .
Inventar 113

Seite 7 beginnt mit "musattara !amänlya" und endet mit "min sabca wa-
sabc'n".
Seite 8 beginnt mit "~uz 'an 1 al-ma9kura" und endet mit "wa-ci~run ~uz"'.
Seite 9 beginnt mit "wa-mi'at daftar" und endet mit "Ibn ab, Zayd fi 'h-
tisäri-h'''.
Seite 10 beginnt mit "al-Mudawwana Calay-hä" und endet mit "al-ihtibär
f,-hi fi (sic) 'z-ziyäda aw an-naqs".
Diese Seite beginnt mit "wa-~ayr dälik hasbamä dUkira,,2.

Es bezeugen dies alles, so wie es verzeichnet ist, und, daß sich in der
erwähnten Maq~ura noch löchrige Hefte (burum dafätir) und verstreute Blätter
befinden, deren Identifizierung nicht gelungen ist und die eingepackt und so,
wie sie sind,in die erwähnte Bibliothek (bayt al-kutub) gelegt wurden, dies
alles bezeugen nach dem, wie es oben benannt ist:
1.) cAl ' ibn Husayn ibn Ahmad al-~älidini 2.) Qäsim ibn Hä~im ibn cAbd Alläh
ibn Hä~im 3.) cAbd Alläh· ibn Muhammad ibn cAbd al-~äliq al-Balh,
4.) cAbd ar-Rahmän ibn Sacld ibn·cAl' al-Fäsl 5.) cAbd ar-Rahmän ibn cAl ' ibn
cAbd Alläh Fasila 6.) Muhammad ibn cUtmän ibn cAl ' ibn cAbd ar-Rahmän 7.)cAbd
Alläh ibn Muhammad ibn cAbd ar-Rahmän ibn ab, Halaf 3

1. Das al i f fehlt im Druck.


2. Der Hrsg.: "Im Anschluß hieran habe ich elnlge Zeilen fortgelassen, womit
die Beglaubigenden fortfahren, um Ausgestrichenes oder Interpoliertes in diesem
Text festzuhalten und klarzustellen; wobei sie diese Zusätze vollständig wie-
dergeben. Ich habe hierauf bei der Entzifferung schwieriger Stellen bei diesen
Interpolationen zurückgegriffen". Teilweise sind diese ausgelassenen Zeilen
in der Ablichtung auf der folgenden Seite sichtbar,die das Ende der Hand-
schrift des Inventars wiedergibt (dort die Zeilen 1 bis 7).
3. Die Unterschriften stehen der Reihe nach von rechts nach links: Unter-
schrift 1 bis 3 in der vorletzten Zeile, Unterschrift 4 bis 7 in der letzten .
Sie lassen sich nicht mit letzter Sicherheit lesen.
h~t'0p~~!?)~~)LPb/j},;~~ ~l>I~I~~ L:-'~}"W~;';'})W:;»~~lr.. <~
i , ,/,ll.lt~!V!t.\t?J.J-v)l..?~: ~lf~",r(".,.u}Jj» ~-'~} ~~JV4.':.t~..".j':!L:r •. ,,' J
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:~~!J~I~}!L,~~~~~,ifv.)~~~~u)I~I~ ~b~~1.Ji>ef~hJ' ' 'I
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Die letzten Zeilen des Si~ill (fol . 5v)


mit den Unterschriften von sieben Zeu-
gen (nach ~ABBOH Tafel 2) .

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Korrigenda zum arabischen Text des 5i~ill (nach an-NAYYÄL, 1957, 5.87-8).
L IST E B

Im folgenden werden die in den Handschriften der Liste A (vgl.


Teil I dieser Arbeit) erscheinenden "sonstigen beteiligten Perso-
nen" in der alphabetischen Reihenfolge der Namen aufgeführt. Da es
sich lediglich um eine Art Index zur Liste A handelt, sind die
schon dort eingeführten Abkürzungen in Großbuchstaben hier ohne
1
weitere Zusätze durchgängig angewandt.
In der Reihung werden die arabischen Verwandschaftsbezeichnun-
gen (a . =abü, b . =ibn) nur vor dem ersten Namen berücksichtigt; in-
nerhalb der Namenskette für die Reihung nicht berücksichtigte Na -
mensteile stehen in Klammern. übergangen wird hierbei auch der ara -
bische Artikel. Fehlende B-Nrr. sind von mir gestrichen.

B 1 al-cAbbäs b . Muhriz
Vor 378/988 : T+(A5)
B 2 c Abd al - Ac la- b . Muhammad b . a . c -Isa- al - Hadraml al - ma c rüf bi -
'l-Anisl as-Sawwäf (3 . /9.Jh . )
T+(A6)
B 3 c Abd al-~abbär
370/980-1 : H+(A204)
B 4 c Abd al - Ham l d b . Sulaymä n (3 . /9 . Jh . )
T+(A7)
B 5 c Abd al-Kar l m b. Ahmad aS-Sadafl
371/980-1 : S+(A204)
B 6 cAbd Alläh b.a. 'l-Fahm b . Ahmad b . cAbd ad - Dä 'i m (5 . /11 .
Jh .) B+(A8)
B 7 cAbd Al l äh b . al-Fath a l- Mu'addib
370/980-1 : H+(A204)
B 8 cAbd Alläh (b.a . Hä~ i m) b . Masrür, Abü Muhammad at - Tu~lbl,
auch bekannt als Ibn al-Ha~~äm (273-346/886-957). Nach Gr ab -
inschriften haben Roy/Poinssot S . 269 eine Rekonstruktion
des Stammbaums seiner Familie versucht . Zu dieser bekannten
Kadi-Familie von al-Qayrawän vgl . auch Idris , Berberie
11,556-9. Weitere Familienmitg li eder unter B21,B22,B27,B96 .
290/903 : S+B+(A122) . Vor ihm Q+(A25) u . M mit seinem Exemplar.
Liste B ( 117

B 10 C Abd Allah b. Ishaq b. at-Tabban, Abü Muhammad (st.371/


981)
Nach 275/888: Q+(AI37). 327/938: Q+(A31). S+B+(A50).
M+(A81). K+(A82)
B 11 C AbdAllah b. Muhammad b. c Abd al-~aliq al-Balhl
693/1294: H+(AI65)
B 12 C AbdAllah b. Muhammad b. cAbd ar-Rahman b . a. Halaf
693/1294: H+(AI65)
B 13 C AbdAllah b. Muhammad al-Lawatl
231/845-6: Q+(AI44)
B 14 C AbdAllah b. Muhammad b . Qutayba
421/1030: K+(AI59)
B 15 C AbdAllah ar-Rabcl
370/980-1: S+(A204)
B 16 CAbd Allah b. Yüsuf ar-Ruql
3./11.Jh.: T+(AI0)
C -
B 17 Abd ar-Rahman ...
·
370/980-1: Q+(A204)
B 18 cAbd ar-Rahman b . cAll b . C Abd Allah Faslla
693/1294 : H+(AI65)
B 19 cAbd ar-Rahman cAll al-Kinanl
·
370/980-1: H+(A204).370/981: H+(A206)
C - -
B 20 Abd ar-Rahman b. Halfun
·
358/969: Q+(A34, A36). S+(AI38)
B 21 cAbd ar-Rahman b. Muhammad b. C Abd Allah b. HaMim b . Mas-
rür. Vgl. ·(B8)! Nach Roy/Poinssot identisch mit (B22) .
410/1020 : Durch ihn T+(A13). 413/1022 : Durch ihn T+(AI5)*
B 22 cAbd ar-Rahman b. Muhammad b . cIsa . Vgl. (B8)! Vgl.(B21) .
424/1032-3 : Durch ihn T+(AI61)
B 23 c Abd ar-Rahman b . Sacld b. cAll al-Fasl
693/1294 : H+(AI65)
B 24 al-cAbdarl, Muhammad b. Muhammad (st.737/1336-7)
688/1289: al-Muwatta' in der R des Ibn al-Qasim(vgl.A112ff.)
wurde ihm in der Großen Moschee gezeigt.
* zu B21: 428/1037: Durch ihn T+(AI8). Durch ihn T+(AI7)
Liste B ( 118

B 25 Abu 'l-cAbbas Ahmad b.a . 't-Tahir Ismac,l b . a. 'l-cAbbas


Ahmad ar-Rabc,
693/1294 : Ließ die Revision der Bibliothek durchführen
und das Inventar (AI65) anlegen .
B 26 Abu 'l -cAbbas Tamlm b. Muhammad b. Ahmad b . Tamlm (st .
371/981), Sohn von (B28)
358/969 : Vor ihm Q+(A34,A36)
B 27 Ab~ CAbd Allah Muhammad b. Masr~r al - cAssal (st . 295/907-8)
Vgl . (B8)
341/952 : Vor ihm Q+(A80). R+(A50)
B 28 Abu 'l-c Arab Muhammad
. b. Ahmad
. b. Tamlm (st.333/944-5)
K+(A32). B+T+(A34) . R+B+(A74). M+(A82) mit seinem Exem-
plar. R+K+B+(Al19). R+K+B+(AI28,A129) . B+(A143)
R+B+(AI96)
B 29 Ab~ CAyya~ b. Müsa (st . 295/908)
Von und mit seinem Exemplar K+M+(A34). K+(A32) von sei-
nem Exemplar, das er selbst vom Exe~plar des Sahnun ko-
piert hatte
B 29a Abü Bakr ... (mehrere Personen dieser Kunya)
Vor 287/900: S+(A74). Vor 386/996: R+(A137); hier handelt
es ~ichw~hrscheinlich um (B32).
B 30 Abü Bakr Ahmad b. Muhammad b. Halid b . Muyassir (st.339/950)
R+(AI02)
B 31 Abü Bakr b. c All
EtwaM.4./10.Jh. :S+(AI38)
B 32 Abü Bakr (Muhammad) b. Muhammad b. Wi~ah b. al-Labbad al-
La~m, (st.333/944)
275/888:S+(AI37). 279/892-3: S+(A35). 327/938: Vor ihm
Q+(A31). R+(A181ff.) an (B75)
B 33 Abu 'l-Fadl b. Muhammad a l-Azdl
370/980-1 : H+(A204)
B 34 Abü Faris, Hafsiden -Sultan (796 -83 7/1394 -1 434)
824/1421:T+(A43)
Liste B ( 119

ß 35 Abü Hafs cAmrün b. Muhammad b. cAmrün as-Süsl (st.395/


1004)
345/956-7: Bei ihm S+(A201,A202). 370/981: S+(A206)
B 36 Abu Hafs cAbd al-~abbar b. Halid b . cImran as-Surtl (194-
281/809-894)
275/888: Bei ihmS+(A137)
B 37 Abu 'l-Hasan cAll b. c Abd Allah b.a. Matar al-Iskandarl
.
(st.339/950)
R+(A99)
B 38 Abu Ibrahlm b . . . .
370/981: S+(A206)
B 39 Abu 'l-Lay! b. Sac,d
Etwa M.4./10.Jh. :S+(A138)
B 40 Abu Muhammad cAbd al-cAzlz b . a . Muhammad cAbd Allah b .
cAbd ai-~alll
Nach 446/1054-5: T+(A185). Vor seinem Tod: T+(A63).
T+(A70,A183,A184,A186,A187)
siehe (BIO)
B 41 Abu 'l- Qasim Yahya b . Muhammad b. Tammäm (l.Viertel 4./
10.Jh . ), wahrscheinlich aus der Familie von (B28)
B+{A82,A85,A91)
B 42 Abu Sac,d as-Sabt,
T+{A53,A171,A172)
B 43 Abu Salih al-~ayr b. Yasln ar-Ra~rä~, al - Mu'addin
T+(A134)
B 44 Abu Zakariya'
370/980-1 und 371/981-2 : Vor ihm Q+{A204) . 370/981 : Vor
ihm Q+{A206)
B 45 Abu Zakariya' Ahmad b. cAbd ar-Rahman as -Sawwaf
.
370/980-1: S+{A204)
B 46 Ahmad b . a. Bakr ...
370/981: S+(A206)
C-
B 47 Ahmad b . a . 'l-Barakat Muhammad b. Ha~im, Abu Isa-
5 . /11.Jh. : Erneuerte T+(A10,A11)
Liste B ( 120

B 48 Ahmad b. Haflf
·
B+(A168~

B 49 Ahmad b. Hafsün
. .
370/981: S+(A206}
B 50 Ahmad b. Hätim
A+(A138)
B 51 Ahmad b. MuCattib b.a. 'l-Azhar, Abü ~acfar (st . 276 od .
277/890 od. 891)
R+(A128,AI29)
B 52 Ahmad b. Muhammad b. Ahmad b. Ha~~ä~
· . .
Nach 446/1054~5:B+(A185)
B 53 Ahmad b. Muhammad b. Hi~äm al~Iyadi al-Andalusl al-Qurtubl
· .
402/1011-2: S+(A25)undMdamit
B 54 Ahmad b. Muhammad b. al-Musayyib
· .
30_0/912-3: Bei ihm S+(A29)
B 55 cAll b. Ahmad al - Warräq
410/1020: K+(A13)
B 56 cAll b . Husayn b. Ahmad al-Hälidlnl
693/1294: H+(A165)
C
B 57 Ali- b. Muhammad
. al-Balawi-
370/981: S+(A206)
B 58 cAll b. Muhammad Abi 'l-Fara~ b. cUtmän at-Tamlml, viel-
leicht mit (B93) identisch
448/1056-7: Hat sein Exemplar mit (A25) kolllationiert .
B 59 CAll b. Müsä al-Hawwärl
370/981: S+(A206)
C
B 60 Ali- b . . . . b . . . . al-Urbusi- (var .: al-Arisi)
- -

371/981-2 : S+(A204)
CAmrün b. Muhammad b . cAmrün as-Süsl siehe (B35)
B 62 - c-i, Abu 'l-Qasim
al - Bara9i - (var .: Abu- Sa c-id) ~alaf b . a . '1-
Qäsim (st. u~ 430/1038 - 9)
370/981: S+(A206)
Liste B ( 121

B 63 Durra al-Katiba
410/1020: Vermittelt Auftrag (?) für Herstellung von
(A13) .
B 64 Fadl Mawlat Abl Ayyüb Ahmad b. Muhammad
295/907 : T+(A12)
B 65 Fatima Hadinat Badls (st . 416/1025 ?)
410/1020: T+(A13)
B 66 Furat b. Muhammad al-cAbdl, Abü Sahl (st.292/904)
R+(A143)
B 67 ~abala b. Hammüd b. cAbd ar-Rahman b . ~abala as - Sadafl,
Abü Vüsuf (210-299 od.297/825 - 6 - 911 - 2 od . 909-10)
288/900-1 : Bei ihmS+(A127)
B 68 mas~id Ganim
T+(A1) für diese Moschee
B 69 Hablb b. Nasr b . Sahl at-Tamlml, Abü Nasr (201 - 287/816-
900)
Vor 333/944 : R+(A74)
B 70 ~alaf b . al - Fara~
B+(A170)
B 71 Halaf b. Ibrahlm ar - Rabcl
370/980-1 : S+(A204)
B 72 Hari! b. Marwan , Vater von (B121) und (B100)
Laut Roy/Poinssot S.37 sch ri eb er im gu 'l-~i~~a 450/1059
ein f i q h - Buch , doch muß das Datum verlesen sein, wegen
seinen sonstigen bis zu 72 Jahre früher l iegenden Daten :
378/988 : K+(A61). 400/1009: K+(A66,A68,A73) . 406/1016 :
K+(A111). 407 u .408/1016 -7 u.1017-8: K+(A54 bis A58)
B 73 Hasan b. Ahmad b . MuCattib b. a . 'l-Azhar, Sohn von (B51)
. .
288/900 - 1 : S+(A127)u .w ahrscheinlich K+(A127)
B 74 Hatim b. Muhammad b . c Abd ar - Rahman at - Tarabulsl (st . 469/
1076)
402/1011 - 2 : S+(A25) und M damit
B 75 Ibn abl Zayd, Abü Muhammad (310 - 386/922-996)
Mit seinem Exemp lar M+(A60) . S+(A137) . Von u . mit sei-
nem Exemplar K+M+(A187) u . S des Werkes bei ihm
Liste B ( 122

B 76 ... ibn Ahmad b. Ishaq as-Sufl


3./9.Jh.: T+(A14)
B 77 Ibn al-Haddad, Abu CUtman Sacld b. Muhammad (219-302/834-
914-5)
Seine Werke wurden in der Großen Moschee vorgelesen und
ihr nach seinem Tod gestiftet (~abbuh S. 340).
Ibn al-Ha~~am, Abu Muhammad CAbd Allah b . a. Ha~im s.(B8)
B 79 Ibn al-~arraz, Abu Zakariya' Yahya b. Muhammad b. c Abd
al-cAzlz (st.295/907)
R+(A181 bis A190)
B 80 ... ibn C Ifran
-
(?)
T+ CA 191 )
B 81 Ibn Waddah b. Bazl c al-Qurtubl, Abu CAbd Allah Muhammad
(199 - 286/815 -89 9)
R+(A19,A109)
B 82 Ibrahlm b.
370/980-1: Q+(A204)
B 83 Ibrahlm b. Ahmad
. ...
370/981: S+CA206)
B 84 Ibrahlm b. Ishaq
T+(A2)
B 85 Ibrahl m b. Muhammad b. Hassan
B+(A62,A63,A67,A69)
B 86 Ibrahlm b. Muhammad b. Ibrahlm
T+(A3)
B 87 Ibrahlm b. Ra~id al-Qura~l
370/980 -1: H+CA204)
B 88 crmran b. Ahmad b. cImran al - Balawl
413/1022: T+(A15)
B 89 CIsa b. Mansur
370/980 - 1 : H+(A204) . 370/981 : H+(A206)
B 90 cIsa b. Miskln (st.295/907-8)
270/883(?) : Vor ihmQ+(A125). 290/903: Bei ihm S+(A122)
Liste 8 ( 123

8 91 al-I~blll, Muhammad b . a. 'l-Hattab b . Halll


686/1287: T+(A132)
8 92 Ismacll b. cAll al-Muradl
370/980-1: H+(A204)
8 93 al-La~ml, Abu '1 - Hasan cAll b. Muhammad ar-Rabcl (st.
. .
478 od.498/1085-6 od.1104-5), vgl. (B58)
8+(A208)
8 94 Muhammad b. Äban al-Himyarl, Abu ~acfar (st . 284/897-8)
· .
278/891-2: 8ei ihm S+(A29)
B 94a Muhammad b . C Abd Allah b. C Abd al - Hakam (st.268/881)
·
R+(A49)
8 95 Muhammad b. C Abd Allah al - Haddad
370/980-1: Q+(A204)
B 96 Muhammad b. C Abd Allah b . a . cAmr Ha~im b. Masrur (st.399/
1009), vgl . (88)
378/988: Erneuert T+(A5)
8 97 Muhammad b . Ahmad b . Numay r
Vor 276/889~90: B+(A33)
B 98 Muhammad al-8armanl
·
T+(A4)
8 99 Muhammad b . Hakmun az-Zayyat
Nach 275/888 : Q+(A137)
8 100 Muhammad b. al - Harit b. Marwan, Sohn von (872)
Nach 400/1009 : 8+(A66,A68,A73) . B+(A60,A61,A65)
B 101 Muhammad Muhammad (sic) b . Ahmad b . Tab i t
370/981 : Q+(A206)
B 102 Muh a mma d b . C Um a r (a 1 - Kin a n l) (s t. 3 1 0/ 9 2 2 - 3 )
271/884: S+(A207)
8 103 Muhammad b . C Umar
370/980 - 1: S+(A204)
C -
B 104 Muhammad b . U!man (st . 318/930)
Vor 284/897 : B+(A27)
Liste B ( 124

B 105 Muhammad b. cUtmän b. cAll b . cAbd ar - Rahmän


.
693/1294 : H+(A165)
B 106 Muhammad
. b . Yahyä b . Salläm (st . 262/875-6)
R+(A195 bis A203)
B 107 Muhammad b . Ziyäd al - Urbusl (var .: al - Arlsl)
370/980-1: S+(A204)
B 108 al-Mucizz b. Bädls, Zlriden-Emir (406-454/1015-6 - 1062)
424/1032-3 : T+(A161). T+(A16)
B 109 Musä b . Hasan b. cAll b. (Sulaym?)
B+(A64)
B 110 al-Qäbisl, cAll b. Muhammad b. ~alaf (st .403/101 2-3)
Vor 346/957 : B+(A25), d~s er wahrscheinlich selbst bei
(B8) gehört hat . 402/1011 - 2: Bei ihm S+(A25) und M damit .
448/1056-7 : Mit seinem Exemplar (A25) wird eine Abschrift
kollationiert.
BIll Qäsim b. Hä~im b . c Abd Alläh b . Hä~im
693/1294 : H+(A165)
B 112 Sahl b . c Abd Alläh
Vor 3 3 3/ 944: R der .,", Ku tub a 1 - C i t q " des A~ hab a n (B 28 )
B 113 Sacld b . ~acbän b. Qurra al-Hawlänl (st .295/9 07)
R+(A81). R+(A119)
B 114 Salläm b.a. Bakr al-Azdl
370/980-1: S+(A204). 370/981: H+(A206)
B 115 .
B+(A49)
B 116 as-Suyurl, Abu 'l-Qäsim cAbd al-~äliq b. cAbd al-Wäri!
(st.462/1069-70)
462/1069-70:T+(Al13) . T+(A41,A142,A150,A175)
B 116a mas~id at-Tawflq
5./11.Jh.: T+(A9) fUr diese Mosc hee
B 117 Umm Miläl (st . 414/1023 - 4) , Tante väterlicherseits von al-
Mucizz b. Bädls (B108)
T+(A17)
Liste B ( 125

B 118 Umm al - cUluw (st . 445/1053 - 4), Muttet des (B108)


428/1037 : T+(A18)
B 119 CUtman b. Sacd al-Urbusl (var .: al-Arlsl)
371/981-2 : S+(A204)
Yahya (b . Muhammad) b . cAbd al-cAzlz siehe (B79)
B 120 Yahya b. cAbd ar - Rahman al-Ansarl
370/981 : S+(A206)
B 121 Yahya b. al-Harit b . Marwan, Sohn von (B72)
Nach 406/1016: B+T+(A111). Nach 407/1016-7: B+T+(A54) .
Vgl. (A65,A68)
B 122 Yahya
. b. Muhammad
. b. Yahya b. Sallam (198-280/813-4 -
893-4), Sohn des (B106)
R+(A196,A202) . R+B+(A195,A204,A206)
B 123 Yahya
. b . c Umar b . Yusuf b. cÄmir al-Kinanl, Abu Zakariya'
(213-289/828-902)
279/892-3 : Bei ihm S+(A35 ·). R+(A31) u. M mit seinem
Exemplar
B 123a Ya~ya b . Ya~ya al-LaY!l (st.233 od.234/847-8 od . 848-9)
R+(A19,A109)
B 124 Yahya b. Zakariya' b. c Abd al-Wahid al-Umawl, Abu Zaka-
riya'
R+(A25) u.Mmit seinem Exemplar
B 125 Yazld b. ~alid, Abu ~alid (st . 286/899)
272/885: Bei ihm Q+S+(A50)
B 125a Yunus b. cAbd al-Acla (st.264/877-8)
R+(A124)
B 126 Yusuf b. Yahya b. Yusuf b. Muhammad al-Azdl al-Magaml,
- C •
Abu Umar (st .2 88/901)
R+(A82,A84,A88,A91)

* vielmehr Schwester des (B108), vgl . (A18).


L I T E RAT U R VER Z EIe H N I S

In der alphabetischen Reihung werden die arabischen Verwandt-


schaftsbezeichnungen (a.=abu, b.=ibn) nur vor dem ersten Namen
berücksichtigt. Der arabische Artikel wird übergangen.

Q u e 1 1 e n

1. al-cABDARI, Muhammad b. Muhammad:


. ar-Rihla,
. ed. Muhammad
. al-
Fasl (Rabat 1968). Erster Teil in frz.übers.v. Cherbon-
neau, in Journal Asiatique 2(1954)144 ff . Fortsetzung in
dt.übers.v. W.Hoenerbach (Abhandlungen für die Kunde des
Morgenlandes 15, Leipzig 1940).
2. ABU 'l-c ARAB , Muhammad b. Ahmad b. Tamlm al-Qayrawanl: Taba-
qat culama'·Ifrlqiya wa-Tunis, ed. c All a~-~abbl w~-Naclm
Hasan al-Yafl (Tunis 1968).
3. al-BAKRI, Abu CUbayd: al-Mugrib fl dikr bilad Ifrlqiya wa-'l-
Ma~rib, ed. Mac Guckin de Slane (Algier 1857, reimpr.Bag-
dad o . J.).
4. ad-DABBÄG, Abu Zayd cAbd ar-Rahman : Macalim al-iman fl macri-
fat ahl al-Qayrawan, akmala-hü wa-Callaqa Calay-hi Ibn
NaXl at-Tanuhl, Bd.I ed . Ibrahlm ~abbuh, Bd .II ed. Muham-
,J _

mad al-Ahmadl Abu ln-Nur wa-Muhammad Madur, Bd.III ed. M.


• 2 •
Madur (Kairo 1968, 1972, 1978).
5. HAYIAM b. Sulayman al-Qaysl, Abu 'l-Muhallab: Kitab adab al-
qadl
. wa-'l-qada',
. . ad~Da~rawl (Tunis 1970) .
ed . Farhat
6. al-~U~ANI, Abu CAbd Allah Muhammad: Tabaqat qudat Qurtuba wa-
culama' Ifrlqiya, ed. cizzat al~CAttar al-Husaynl (Kairo
1372/1952) .
7. IBN ABI ZAYD al-Qayrawanl: ar-Risala, ed.et trad . Leon Bercher:
La Risala ou Epitre sur les elements du dogme et de la loi
de 1 Islam selon le rite malikite (Algier 1952, reimpr.
I

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5(1934)33-58 , VI in 7(1936)187 -2 21, VII in 7(1936)425-50.
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111. TALBI, Mohamed : L'emirat aghlabide 184-296/800-909. Histoire
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114. THOMPSON, James Westfall : The medieval Library (repr. New
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115. VAJDA, Georges: Les certificats de lecture et de transmission
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Waraqat siehe Nr.57.
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117. ZBISS, Sliman-Mostafa: Nouvelles inscriptions de Kairouan
(Tunis 1977; Notes et Documents 3e sero vol.1).
A NME R KUNGEN
Anmm. zu S.l - 2 137

Seite 1
1. Den jüngsten überblick zum islamischen Bibliothekswesen der ersten Jahr-
hunderte veröffentlichte Ernst KLINGMüllER (Lit.Nr.67). Ich habe dem Autor für
die übersendung des erst kürzlich erschienenen Beitrags zu danken.
2. Zu diesen Arbeiten vgl. HOLTER S.188 ff ., EeHE S.X~XIV, Gerhard ENDRESS
(in : Grundriß der arabischen Philologie I. Sprachwissenschaft, hrsg.v . Wolf-
dietrich Fischer, Wiesbaden 1982) S.306 ff. und auch KLINGMüllER S.201 Anm.1.
Vgl. auch im Literaturverzeichnis dieser Arbeit die Nrr . 39,51,52,74-77,86(S.
164ff.) und 98.
3. Als geringfügige Ausnahme kann hier lediglich der unten zu besprechende
Bericht des cAbdarl aus dem Jahr 688/1289 gelten. Vgl . auch Anm.d zu S.l.
4. Datumsangaben mit Schrägstrich: An erster Stelle das Datum muslimischer
Zeitrechnung, an zweiter Stelle das christliche.
5. So z.B. auch MEZ S.164.
6. Auf die Frage der Verbreitung des Korans in der Rezension des Kalifen
cU!man (23-35/644 - 56) für die Authentizität dieser muslimischen Tradition
sprechen erhaltene Fragmente des 1./7.Jh.s und auf die Thesen einiger Orien -
talisten von einer endgültigen Rezension des Textes in weit späterer Zeit (2 . H.
2./8.Jh.) kann hier nur hi~gewiesen werden. 688/1289 zeigte man in al-Qayrawan
dem Reisenden cAbdarl einen Koran, der zu jenen gehört haben soll, die cU!man
in verschiedene islamische Städte sandte. über seinen Besuch in der Großen Mo-
schee sagt er: IIIch sah dort auch einen vollständigen Koran, zwischen zwei mit
Leder überzogenen Holzdeckeln zusammengefaßt, und zwar unpunktiert und unvoka-
lisiert. Seine Schrift war östlich, sehr klar und schön. Er war 2 1/2 Spannen
(~ibr) lang und 1 1/2 Spannen breit. Man erzählt, daß dies das Exemplar sei,
das cU!man - Gott habe Gefallen an ihm! - nach dem Magrib schickte, und daß es
von der Hand des cAbd Allah b. cUmar geschrieben sei; und Gott weiß es besser!"
(nach der übersetzung von W.Hoenerbach in AKM 15, S.125).
Seite 2
1. Zur ursprünglichen Bedeutung des Wortes qur'an vgl. auch William A.
GRAHAM in Die Welt des Islams 23/24(1984)361 ff.
2. Die Aufzeichnungen der Prophetengenossen waren nach islamischer überlie-
fe rung die Grundlage für die von cU!man veranlaßte Zusammenstell ung des Textes.
3. Vgl. die im Inventar aufgeführten Koranexemplare in verschiedener Tei-
lung. Ein solches Exemplar wird dort batma genannt , was seine Funktion bei
der Rezitation (auch : batm al-qur'an) belegt.
4. Zu Unterr ichtsinhalten im kuttab (Koranschule) vgl. Hasan Husnl cAbd
al-Wahhab in der Einleitung zu MUHAMMAD b. Sahnun S.42-5.
Anmm. zu 5.2 - 7 ( 138

5. Zu Fragen der Funktion, Entstehung und Verbreitung des Buches vgl. unten
den Abschnitt zum Islamischen Buchwesen (5.12-15).
6. Vgl. das HANDWORTERBUCH des Islam und jetzt auch ENCYCLOPAEDIA of Islam,
2.Ausg., s.v. "madrasa". Eine systematische Untersuchung zur Madrasa im Bereich
Tunesiens steht noch aus (vgl.Lit.Nr.38).
Seite 3
1. Vgl. ECHE 5.68 ff.
2. Ebd. 5.72.
3. Ebd. Kap.XI S.383-91.
4. Dazu unten 5.16.
Seite 4
1. Ein weiteres Inventar auf nur einem Blatt aus dem Jahr 809/1406-7 ist
ebenfalls erhalten (an-NAYYAL, 1953, 5.16).
2. Zwar ist er im Katalog der Biblioth~que Nationale (Tunis) unter der Sig-
natur 026(611) - 4/142 - t....
verzeichnet, doch war bei meinem Besuch die-
se nur 41 Seiten starke Arbeit nicht im Magazin. Ebenso erfolglos blieben per-
sönliche Nachforschungen in al-Qayraw~n (der Verfasser ist mittlerweile verstor-
ben), beim Institut des Belles Lettres Arabes in Tunis, Bestellungen Uber den
deutschen Leihverkehr sowie Anfragen in London, Paris, Algier und Kairo.
Seite 5
1. Siehe ENCYCLOPAEDIA of Islam, 2.Ausg., s.v. "al-Kayraw~n" (M.Talbi).
2. Etwa dem heutigen Tunesien und Ostalgerien entsprechend.
3. Nordafrika, im Osten mit Tripolitanien beginnend, und das islamische
Spanien (al-Andalus).
Seite 6
1. HASAN Husnr cAbd al-Wahh~b, Bayt al-hikma at-t~nisr (Waraq~t 1,200 ff.)
vertritt die gegenteilige Auffassung, nennt als einzigen, späten Beleg aber den
Bericht von al-Hasan
. b. al-Wazz~n / Leo Africanus (st. nach 957/1550), der in
Tunis ein pflanzenkundliches Werk Plinius' des Älteren (st.79 n.Chr.), wohl Teil
seiner "Naturalis historia", in arabischer Sprache gesehen haben will. Ein wei-
teres Beispiel, eine Handschrift der Moscheebibliothek (AI76), wird uns noch be-
schäftigen.
2. Dazu auch unten 5.16.
Seite 7
1. ABU 'l - cARAB 5. 82-3. Weitere Quellen dort Anm.l.
Anmm. zu S.7 - 10 ( 139

2. Zu den das umayyadische Kalifat vielfach bedrohenden ~äri~iten vgl. das


HANDWöRTERBUCH des I s 1am s. v. "Khä ri dj iten" .
3. al-MÄLIKI 1,276-7.
4. Eigentlich eine Aufgabe des Herrschers oder seines Stellvertreters. Ei -
ner der wenigen, die diese Pflicht selbst wahrnahmen, war Ibrählm b. al-Aglab
(184-197/800-812), der Begründer der nach ihm benannten Dynastie (ar-RAQIQ S.
222). Sahnün führt daher das Amt des Vorbeters (imäm) erstmals als feste In-
stitution ein (al-MALIKI 1,277).
5. Sahnün
. selbst ist durch seine große ISUmme I mälikitischen Rechts, die
"Mudawwana", selbst entscheidend an der Ausbildung einer eigentlichen Rechts-
schule beteiligt. Vgl. in den Beständen der Bibliothek die Nrr. (AI54) bis
(AI62).
6. c1YÄD, Tarä~im S.104.
Seite 8
1. Vgl. TALBI, Emirat S.231 ff., aber auch S.541.
2. cIYÄD, Madärik IV,56.
3. Haben wir hier an einen aus Mauerwerk errichteten Raum in einer der Säu-
lenhallen oder an ein lediglich mit Holzwänden abgeteiltes ISeparel in der Art
der m a q s ü rades Mucizz b. Bädls (vgl. unten S.26) zu denken?
4. al-MÄLIKI 1,277 .
Seite 9
1. Nach lORIS, Berberie 11,775 gab es zur Zeit der Zlriden in Ifrlqiya noch
keine Madäris.
2. Eine umfassende Untersuchung zu Berufen und wirtschaftlichen Resourcen
islamischer Gelehrter bis ins 5. /11.Jh. hat HayyimJ. COHEN (Lit.Nr.40) durch-
geführt.
3. Asad befand sich zunächst auf "irakischem Weg", wandte sich aber nach
dem Tode Mäliks dessen Ma~hab und vor allem seinem in Ägypten lehrenden Schüler
Ibn al-Qäsim (vgl . AI12 -AI18) zu.
4. TALBI, Kairouan 5.320 ff.
5. Ebd . S. 329.
Seite 10
1. Sahnüns Wertschätzung des Buches ist verschiedentlich belegt, vgl . z . B.
al-MÄLIKI 1,270-1 .
2. al-HU~ANI S.201 .
3. ~ABBÜH S. 340 .
4. Eine 4,23g schwere Goldmünze.
Anmm. zu S.10 - 14 ( 140

5. al-MÄLIKI 1,388. Vgl. WARAQÄT 1,338.


6. Diese Bibliothek befand sich in Raqqäda (WARAQÄT 1,338 nach IBN FARHÜN) .
7. Auch Unterricht für Kinder wurde oft in Privathäusern gehalten. Außerdem
gab es einfache Schulräume (makätib, katätlb), die an Moscheen angeschlossen
waren. Die Unterrichtung von Kindern in der Moschee selbst war durchaus üblich
- sogar handwerkliche Anleitung gab man dort (vgl. ABU 'l-cARAB S.146-7 über
einen 'Nähkurs' in der Moschee Ibn Abl Nasr) - twurde jedoch wegen der Störung
der Betenden nicht gern gesehen. Mädchen und Jungen wurden wohl meist getrennt
unterrichtet (umfassend zu diesen Fragen HASAN
. Husnl
. cAbd al-Wahhäb, Lamha can
al-katätlb bi-Ifrlqiya, in MUHAMMAD
. b. Sahnun
. S.31-69).
8. MUHAMMAD b. Sahnun, Einleitung S.20.
9. al~~U~ANI S.23Ö und cIYAD , Tarä~im S.262 und 266.
10. al-HU~ANI S.223. .
11. WARAQÄT 1,340 nach den "Madarik" des cIYÄD. Ebenso das folgende.
Seite 11
1. HASAN Husnl cAbd al-Wahhäb (Waraqät 1,340) sagt, zahlreiche Handschrif-
ten von seiner Hand und mit datierten samäCät (Hörervermerken) befänden sich
in der Moscheebibliothek, doch habe ich solche bisher nicht nachweisen können.
2. Ismacll b. al-Qäsim al-Ba~dadl (WARAQÄT 1,242 nach IBN ~AYR).
3. c1YÄD, Madärik V,147, vgl. WARAQÄT 1,339.
4. WARAQÄT 1,340 nach al-MÄLIKI, cIYÄD,Madärik und IBN NÄ~I, dem Fortset-
zer der "Ma cälim" des DABBÄG.
5. Meist enthält ein Heft einen oder mehrere Abschnitte bzw. Teile (~uz',
pl. a~zä') des Werkes. Vgl. auch Liste A.
Seite 13
1. Vgl . MURANYI (1984) S.127-30.
2. Lit.Nr.29, eines der ältesten hisba- Werke .
3. Vgl. auch YAHYA b. cUmar , Einleitung S.16-7.
4. Ebensogut ka~n der ~aYb selbst vorlesen, vgl. (A138) .
5. Vgl. Liste A zu dem Werk des IBN HABIB, "as-SamäclI bzw. "Wadih as-sunan",
(A76 ff . ) .
6. Vg l. z.B . (A187) .
Seite 14
1. MURANYI (1984) S. 95. Das Werk ist entstanden im ' Unterricht' des A~HAB,
der auf die von Ibn Abi 'l-Fayyäd an ihn gerichteten Rechtsfragen Antwort gibt.
Anmm. zu S.14 - 16 ( 141

2. (A138) bietet einen schönen Beleg dafür, daß ein ~aYb ein Werk auch in
Auswahl bzw. unter Auslassung bestimmter Passagen unterrichten konnte.
3. al-MUNA~~ID S.232-3.
Seite 15
1. Im Damaskus des 8.-9./14.-15.Jh.s konnten auch Lehrerinnen (~aYbat, sg.
~aYba) des tJanbalitischen Ma9hab hadlt- Werke unterrichten (vgl.Nr.10 u.ll
bei al-MUNA~~ID S.246-7).
2. Dichter, Historiker und sonstige Literaten jedoch konnten von Herrschern
und Großen gelegentlich reich für ihr Werk belohnt werden. Aber auch hier war
dies ein einmaliges 'Honorar ' und beruhte nicht etwa auf dem Ertrag des Buch-
verkaufs.
3. Der Name des 'Besitzers ' wird nach Titel und Tradenten mit dem Partikel
"li-" eingeleitet, wie es später allein für die Angabe des Verfassers üblich
wird. SCHACHT und MURANYI sprechen hier meist allein von einem Besitzvermerk,
w ährend ~ALABI (vgl.Lit.Nr.28) dari~ die Angabe des überlieferers sieht. Mei-
nes Erachtens handelt es sich hier, wie oben dargelegt, meist um den überliefe-
rungsberechtigten Besitzer der Handschrift .
4. Vgl. (A34), das Abu 'l-cArab bei Abü CAyya~ hörte und kopierte und schon
zuvor bei Sahl b. CAbd Allah gehört hatte.
Seite 16
1. Bayt al-hikma at-tünisl, awwal ~amica ifrlqiyya li-'l-culüm, in Waraqat
1,190-266 .
2. Vgl . auch TALBI, Emirat S.695 mit Anm . 1.
3. Hierzu HASAN
. Husnl
. cAbd al-Wahhab, at-Tibb
. al-carabl fl Tünis, in Wara-
qat 1,267-322 und AHMAD b. Mllad, at-Tibb al-carabl at-tünisl fl ca~arat qurun -
(Tunis 1401/1980) S. 31- 76 .
4. Der Isaac Iudaeus des lateinischen Mittelalters.
5. Nach WARAQAT 1,342 starb er im Jahr 369/980 . Die Bücher seiner Familie,
der Banu 'l-~azzar , die er bei seinem Tod zurückließ, wogen 20 qintar, d.h .
813,5 kg oder nach fatimidischem Maß 875 kg. Zum Volumen eines "Buches" (kitab)
vgl. auch oben S. ll .
6. Vgl. SCHIPPERGES S. 17 ff .
7. Vgl . lORIS, Deux maitres S. 34-5 und Anm . 32 .
8. Dem Abendland durch die übersetzungen seines "al-Bari c fl ahkam an - nu~üm'
unter anderem als Abenragel bekannt . Vgl . lORIS, Berberie 11,810-1.
Anmm. zu S.17 - 18 ( 142

Seite 17
1. Die Erforschung der in al-Qayrawan und Ifrlqiya lebendigen Naturwissen-
schaften und technisch-handwerklichen Entwicklungen könnte gleichwohl von Inter-
esse für archäometrische Untersuchungen an Materialien aus der Bibliothek sein.
Ehe r kurios, aber dennoch kennzeichnend für in dieser Zeit mögliche Phänomene
ist die Erfindung des 'Füllfederhalters' durch den Fatimiden al-Mucizz li-dlni
'llah acht Jahrhunderte vor entsprechenden Entwicklungen in Europa (an-NUcMAN ,
Ma~alis S.319-20; vgl. die dort von den Hrsgg. angegebene Lit.).
2. Nachdem ihre Vorstöße nach Ägypten vier Jahre zuvor (358/969) die lang
ersehnte Eroberung des Landes gebracht hatte.
3. Vgl. z.B. cIYAD , Tara~im S.412: Der Kadi al-Marwazl bestellt Muhammad b.
Sulayman al-Qattan (i:e. Baumwollhändler od. -weber) und Ahmad an-Na~~~r (i .e.
Tischler) in die Große Moschee und bestraft sie mit je 300 Stockhieben, weil er-
sterer den Kalifen schmähe und letzterer den schiitischen Fastenmonat, den um
einen Tag früher angesetzten Ramadan, nicht einhalte.
Seite 18
1. Während sunnitische Quellen (gleiches gilt für bari~itische) 'ihren' Ver-
treter in solchen Disputationen stets als in der Sache überlegen darstellen,
zeigen fatimidische Texte begreiflicherweise das umgekehrte Bild (z . B. an - NU c -
MAN, Ma~aiis S. 365) .
2. Solche sollten nicht mehr nach malikitischer Lehre, sondern nur noch
nach ismacllitischem Ma~hab erfolgen . So befahl es der erste Fatimide , CUbayd
Allah al-Mahdl (C IYAD , Madarik V,121) . Vgl . auch an-NUcMAN, Ma~~ lis S.97 .
3. IDRIS, Oeux juristes S.126.
4. Vgl. MURANYI (1984) S.95. Ein anderes Beispiel für geheimen Unterricht
(c 1YAO , Madari k V,104) : Muhammad at-Tarazl (i . e . Sticker; st.317/929) lehrte im
Haus eines Schülers. Bei anderer Gelegenheit schlug ihn der fatimidische Kadi
im ~amic cUqba vor allen Leuten (ebd .S. 105) . Vgl . MURANYI (1985) S.22.
5. HASAN Husnl cAbd al - Wahhab, al -Clnaya bi -'t-taCllm, in Waraqat 1, 108.
6. Auch er nahm an den verbotenen Vorlesungen des Ab~ Bakr b. Muhammad al -
Labbad teil (MURANYI , 1984, S. 95) .
7. Zumindest in einer ersten Version schon im Jahr 327/938-9 . Obwohl es im
15 .Jh . heißt, se i t Erscheinen des Werkes sei kein Jahr vergangen, ohne daß ein
Kommentar dazu geschrieben wurde, ist bisher kein Fragment der "Risala" in der
Bibliothek der Großen Moschee gefunden worden! Vgl . lORIS , Oeux juristes S. 139 .
8. lORIS, Oeux juristes S. 133 .
9. Dazu Lit . Nr . 68 und 53 .
Anmm . zu 5.18 - 23 ( 143

10. So besaß die neue fätimidische Residenzstadt bei al-Qayrawan, Sabra al-
Man~üriyya, eine "al-~izäna ~~-~arlfa" genannte Bibliothek, wo es auch eine aus
Seide hergestellte Erdkarte gegeben haben soll. Ein Bericht zeigt den Fätimiden
al-Mucizz, wie er sich dort weit besser als sein Bibliothekar (bäzin al-~utub)
zurechtfindet (WARAQÄT 1,334 u.336-7 nach al-MAQRlzI und an-NUcMÄN, Ma~älis).
11. Zum Volumen von "Büchern" (kutub) oben 5.11 . Vgl. auch Anm.5 zu 5.16 .
Seite 19
1. 284,375 kg oder nach fätimidischem Maß 303,25 kg.
2. lORIS, Oeux juristes 5. 131-2 nach al-MÄLIKI, ad- OABBÄG, cIYÄO, Madärik
und anderen Quellen.
Seite 21
1. Die vier "rechtgeleiteten Kalifen" (al-bulafa' ar- ra~idun), deren erste
drei von den Schi i ten als Usurpatoren der Rechte cAl,s angesehen werden .
2. Sogar seine Bücher sollten nicht gelesen werden (d . h. im Unterricht) .
Einige wollten allerdings davon seine ausgezeichnete Kurzfassung der "Mudawwa-
na" ("lbtisar al-Mudawwana") ausnehmen (ad-OABBÄG IIl , 148) . Vgl . lORIS, Contri -
bution S. 348-53 . Vgl . auch (A40) .
3. Vgl. (Al54) ff . , (A59) ff. und (A97) ff.
4. lORIS , Oeux juristes S. 184-5 nach ad-OABBÄG , MA~LÜF und cIYÄO , Madarik .
Si ehe auch WARAQÄT 1, 347 : "Zweifellos stammen die meisten noch (in der Großen
Moschee) erhaltenen Bücher aus den übe r resten dieser Schenkung" .
Se i te 22
1. Vg l. z. B. I BN a~ - ~AMMÄc S. 136-8.
2. WARAQÄT 1,350 , i m Kami l-Versmaß :
qalat wa-abdat safhatan ka - '~-~amsi min tahti 'l -qina C,
biCta ' d-dafati~a ~a-h,ya abi ---ru ma yubäCu min i ; l -mata C,
fa - a~abtu - ha wa-yadl calä kabd l wa-hammat bi -' nsida c ,
l a taC~ab l mi mma ra ' ayt i fa-nahnu fl zamani ' d ~ diyaC ,
3. ad- OABBÄG 111,184 .
4. Im Verlauf im wesent li chen der heute existenten Stadtmauer entspre-
chend .
5. Hoenerbachs übersetz ung des cABOARI S. 109 ff .
Seite 23
1. Zu versch i edenen Mög li chkeiten der Schätzung ihrer Zahl vgl . Kap . 3 be i
ZAIOAN S. 64- 97 .
2. c1YÄO , Tarä~im S. 302 .
Anmm. zu S.23 - 29 144

3. Zur Baugeschichte liegen zahlreiche Arbeiten vor. Zu den kontroversen Punk-


ten zuletzt GOLVIN (Lit.Nr . 50).
4. Von einem Schrank zur Koranaufbeahrung neben dem Mihrab in der Großen Mo-
schee von Damaskus spricht IBN ~UBAYR, Rihla (Beirut 1384/1964) S.242. Vgl. GHAN EM
S.44.
5. al-BAKRI S.24~
Seite 25
1. Zu Damaskus IBN ~UBAYR (wie vorletzte Anm . ) S.238.
2. bayt al-cidda , ' Wartezimmer', nannte man in al-Qayrawän die Maqsüra im
19.Jh.
3. Auf Ziyädat Alläh folgte 223/838 Abu 'l-cIqäl al-Aglab .
4. al-BAKRI S.24.
5. cIYÄD, Tarä~im S.180.
Seite 28
1. Vgl. oben S.8.
2. Zur Maqsüra allgemein SALADIN, Mosquee S.67-71. Zu ihrer Inschrift vor allem
FLURY S.35-44.
3. Vgl. die übersetzung in Teil 11 dieser Arbeit. Dort (S.112 u.113) wird aus -
drücklich von der Bibliothek in der Maqsüra gesprochen, wobei davon auszugehen ist,
daß hier zur Maqsüra alle Räume gerechnet wer-den: der durch die Holzwand i m Betsaal
abgeteilte und die direkt daran anschließenden hinter der Qibla-Mauer.
4. Es war mir bisher nicht möglich, den Lebensdaten dieses faqlh (B40) und
eines anderen (B85) nachzugehen, von dem er eine weitere Handschrift (A63) übernom-
men hat. Allerdings gibt die von (B40) vorgenommene Stiftung eines dritten Textes
(A185) einen Anhaltspunkt : Er wurde 446/1054-5 geschrieben und war vor (B40) im Be-
sitz eines anderen (B52) .
5. Für das 9./15. Jh. wird auch von der Großen Moschee von Tunis, az-Zaytüna,
die nach dem Vorbild derjenigen von al-Qayrawän im 3./9.Jh. erbaut wurde, berichtet,
daß dort eine maqsüra als Bibliothek diente (vgl. z.B. IBN aM-~AMMÄc S.124).
6. Bei den hier wichtigsten Arbeiten von SCHACHT und MURANYIgilt das Hauptin-
teresse allerdings ohnehin den ältesten Werken , die in jüngeren Handschriften kaum
anzutreffen sind.
Seite 29
1. (A12) . Transkri pti on mit Angabe des Zeil enendes : "Bi smi '11 äh ar-rahmän ar-
rahlm / hädä mä habasat Fadl Mawlät / Abl Ayyüb Ahmad b. Muhammad / rahima-hu 'lläh
. . . . , c
talaban li-tawäb / alläh wa-'d-där al-ähira // rahima 'll äh man qara'a fl-hä wa-da ä
Anmm. zu S.29 - 32 ( 145

/ li-sähibati-hä wa-katabat Fadl. fi / 'l-muharram


. sanat Qams wa-tisCln / wa-mi'a-
tayn". Von anderer Hand folgt ein "sadaqa" (es ist wahr), wohl die Bekräftigung des
Stiftungsaktes durch denjenigen, vor dem er vollzogen wurde; spätere Vermerke nennen
an solchen Stellen den Kadi.-Hasan
. Husnl
. cAbd al-Wahhäb (z.B. in MUHAMMAD
.. b. Sahnun,
Einleitung S.39) sieht in Fadl auch die Kalligraphin des in Fragmenten erhaltenen
Korans. Doch weder der Wortlaut des oben wiedergegebenen tahbl s , noch der Ver-
gleich zwischen dessen Schriftzügen und der Schrift des Korantextes selbst (ein Bei-
spiel bei ~ABBÜH Taf.1 gegenüber S. 340) legen dies nahe.
2. an-NAYYAL (1957) S.804: Im Rahmen seiner Kritik an der Edition des Inventars
von 693/1294 durch ~ABBÜH (1956) wendet er sich hier mit einiger Schärfe gegen die
frühe Ansetzung der Bibliothek .
3. Ebenso: (A13,A15,A16,A17).
Seite 30
1. Vgl. auch (A132) von 686/1287 und (A161) von 424/1032 -3.
2. lORIS, Berberie 11,771 nach al -WAN~ARI~I VII,24,197,228.
3. (Al13) durch as-Suyurl im Jahr 462/1069-70 und (A63) durch Abu Muhammad cAbd
al-cAzlz b. ~alll (vgl. oben Anm . 4 zu S.28).
4. Vgl. auch (A54 - A58) .
5. Eine alte "Signatur"; darunter links die 1950 vergebene Signatur 218-1-1354
(die erste Ziffer gibt den "Ordner" an, die zweite den Bücherschrank, die dritte
die laufende Nummer der Fotoaufnahme; vgl. SCHACHT S.226). Unten auf dem Blatt wird
die "Ordner"-Nr. wiederholt: "218?". Unter den 13 fol. der Hs. sind sowohl Perga-
ment- als auch Papierblätter (SCHACHT S.235-6).
Seite 31
1. Vgl. auch SCHACHT S.235-6. Dort ist für Zeile 4 "b. Yahyä" ausgefallen.
2. Von Zeile 2 bis 6 ist aus inhaltlichem Zusammenhang, trotz verschiedener
Schriftarten, ein Schreiber anzunehmen. Die folgende Zeile 7 sowie die beiden zusam-
mengehörenden letzten Zeilen werden zu jeweils verschiedenen Zeitpunkten nachgetra-
gen worden sein. Für weitere Rückschlüsse fehlt das Vergleichsmaterial und auch die
Prüfung der Hs. selbst.
Seite 32
1. Das gilt wohl auch für (A138) , von dem MURANYI vermutet, es sei etwa in der
Mitte des 3./9.Jh.s entstanden. Der tahbls ist aber eine spätere Eintragung (vgl .
MURANYI, 1985, Abb.1 am Schluß des Bandes, Zeile 2-3).
2. Vgl. S.18-19.
3. cIYAD , Madärik V,331.
Anmm. zu S.32 - 33 146

4. ~ABBÜH S.340 gibt keinen Beleg für seine Aussage, daß sie der Großen Moschee
gestiftet worden seien.
5. Ein tahbls das er oder vielleicht seine Erben in eine Hs. eintrugen,
spricht lediglich von einer Stiftung "Gottes wegen" (hubisa li-'l1ah)(A34).
6. Zumindest der tahbls von (Al13) scheint nach seinem Tod eingetragen wor-
den zu sein: "habasa a~-~~Yb ... rahima-hu 'l1ah".
7. (A63):·lIhabasa-hu '~-~aYb .:. al-marhüm".
8. Erinnert·sei an die Bücher des Ibn ai-Ha~~am, die zunächst bei Ibn Abl Zayd
blieben.
9. Zwei Stiftungen von Herrschern, (A161) und (A43), beide 'Grundwerke' betref-
fend, sind hier evtl. als Ausnahmen zu betrachten.
10. Selbst für die so reich dokumentierte Geschichte der Madrasa konnte bisher
nur ein Beleg aus dem 8.j14.Jh. für Damaskus benannt werden (GHANEM S.195-6).
11. Jede öffentliche Institution brachte auch Zwänge mit sich, die der großen
Unabhängigkeit der Träger islamischer Wissenschaft widersprachen. Erinnert sei auch
daran, daß im Islam im allgemeinen nicht von einem Klerus gesprochen werden kann.
12. Die moderne Definition ist der historischen Situation naturgemäß fremd.
Seite 33
1. Hier wie in vielen ähnlichen Fällen fehlt letzte Gewißheit, ob Abu 'l-cArab
tatsächlich selbst der Stifter ist. Zwar heißt es, daß er selbst der Kopist sei (MU-
RANYI, 1985, S.17, Anm . 37), doch kann der tahbls (zum Wortlaut vgl. A34), der
sich dem Besitzvermerk anschließt, von anderer Hand sein .
2. Vgl . oben S.21 den Bericht über Abü Bakr CAt1q as-Süsl.
3. Zur Bedeutung von "sunnat allah ", 'Stra fgerichte Gottes auch HANDWÖRTER-
I

BUCH des Islam s.v. "Sunna". Doch scheint mir hier nicht nur ein Bezug zur korani-
schen Bedeutung des Begriffes, sondern auch eine Anspielung auf sunna im üblichen
Sinne, d.h. den durch Gottes rechte Leitung normsetzenden 'Brauch ' des Propheten,
vorzuliegen. Damit wäre dies ein weiterer Beleg für das frühe Werben des Mucizz um
die Gunst der Sunniten vor seinem Bruch mit den schiitischen Fätimi den (vgl . o.S. 21) .
Offenbar handelte es sich um mehrere Bände der "Mudawwana", die be i dieser Gelegen-
heit gest i ftet wurden; statt sunnat a11 ah" hei ßt es in ei nem anderen Ei ntrag sun-
11 11

nat nablyi-hl"(vgl. auch Anm . 1 zu A161) .


4. Vgl . auch WARAQÄT 1,349 .
5. Oben S. 21.
6. Ein Exemplar vom lI~a micll des Ibn Wahb kostete vor 407/1016 300 Dirharn (lORIS,
Berberie 11,771, Anm . 6 nach ad - DABBÄG) .
Anmm. zu S.33 - 35 ( 147

7. an-NAYYAL (1957) S.805-6 möchte darin allerdings geradezu die Bibliotheks-


gründung sehen. Die frühere Existenz einer Bibliothek in der Maqsura lehnt er aus
folgenden zwei Gründen als höchst unwahrscheinlich ab: 1.In aglabidischer Zeit habe
die Maqsura zur Versammlung des Herrschers mit angesehenen Gelehrten und mit dem Ka-
di gedient, was keinen Platz für Bücher gelassen habe. 2.Die Unterdrückung und Ver-
folgung der Malikiten durch die Fatimiden mache sunnitische Bücher in der Großen Mo-
schee zu ihrer Zeit nicht wahrscheinlich.- an-NAYYAL meint darüber hinaus, die Bi-
bliothek sei im wesentlichen aus der ursprünglich Abu Bakr CAt1q as-Susl zugedachten
Stiftung, ergänzt um die Stiftung des Suyurl, entstanden.
8. Der berühmte Koran der Fatima, Amme des Abu 'l -Manad Badls (A13); vgl . die
Ablichtung des tahbls auf S.34 (s . außerdem S.36 und S.56). Zu Fatima vgl . auch
lORIS, Berberie 1,86. Wahrscheinlich etwa zur gleichen Zeit stiftete Umm Mallal (bzw.
Milal), Tante des Mucizz, ihren Koran (A17) .
9. Vgl. oben S.20-21.
Seite 34
1. MAR~AIS/POINSSOT ordnen diesem Jahrhundert allein 54 Einbände zu (Nr . 1-54)!
2. Diese Amtsbezeichnung findet sich in Rechtsgutachten (fatawl) des Suyurl
(st . 462/1069-70); s . lORIS, Berberie II,573 . Von einem Bibliothekar oder einer ande -
ren für die Bibliothek zuständigen Person wird nichts berichtet .
Seite 35
1. Daß eine solche Gefahr bestehen konnte , zeigt das Beispiel des Ibn al-Hagv-
~am (s . 0.S .18- 9) .
2. Zur Ein bandtechn i k s . unten S.51 f f.
3. Vgl . im Inventar die Nrr . 48 und 56 (Teil II, S.102 u.104) .
4. Vgl . die Abb . der Stiftungsinschri ft auf S. 36 nach ROY/POINSSOT Nr . 9a, S. 28.
Transkr ipt i on : "hubus cala ~amic madlnat al -Qayrawan mimma amarat bi - hl Fatima Hadi -
nat Badls fl san~tCa~ara wa-arbacami'a ibt i ga ' an wa~h allah al-karlm wa - taiab(a~) ·
ma r data - hu ".
5. Er ist ein gutes Beisp i el für ei ne Prachthandschrift , die wohl zum Vo r zei-
gen , aber kaum für prakt i sche Zwecke bei der Rezitation geeignet war .
6. Genaue Angaben zu den Innenmaßen fehlen , doch erlaubt die vielleicht genau-
este Zeichnung , die oben S. 25 nach LEZINE , Arch i tecture Fig . 27 , wiedergegeben ist,
die gemeinsame Länge der Räume auf etwa 9, 60 m, ihre Tiefe auf etwa 2,80 m zu schät -
zen . Di e Innenhöhe wird kaum 2 m übersteigen . Zu beachten ist, daß durch Türen und
Fenster de r Stell - oder Stapel raum erheblich eingesch r änkt wird .
7. ROY/POINSSOT fanden die Truhe der Fatima dort vor .
Anmm. zu S.36 - 38 ( 148

Seite 36
1. WARAQÄT 1,329.
2. Vgl. auch die Abb. bei GROHMANN S.433, von dort übernommen bei GHANEM S.3 .
3. Dieser Frage wird bei der Untersuchung der Hss. noch genauer nachzugehen
sein.
4. In der bibliotheksgeschichtlichen Einleitung zu Bd.1 des 1326/1908 erschie-
nenen Handschriftenkatalogs der cAbdaliyya-Bibliothek (gegründet durch den Hafsiden
Abü CAbd Allah Muhammad v., 899-932/1494-1526, in der östlichen Säulenhalle·de~ Zay-
tüna) wird das Fassungsvermögen der Maqsüra auf 5000 Bände modernen Formats bzw. auf
25000 Bände alter Größe (d.h. nicht mehr als zwei Lagen oder Hefte) geschätzt. Er-
halten seien etwa 7000 "alte Bände", die wenigsten davon vollständig (BARNÄMA~ I,
S.~lm). Weder die letztere Zahl noch die Schätzung des Fassungsvermögens beruhen
auf einer nachprüfbaren Grundlage; für das Erschließen der ursprünglichen Größe der
Bibliothek bieten sie keinen Anhaltspunkt.
5. (A185). Möglicherweise gehören hierzu auch die beiden anderen erhaltenen
Teile des Werkes, die (B40) später der Großen Moschee stiftete (vgl. unter A183) .
Seite 37
1. Erverließ al-Qayrawan, um sich in Safaqus/Sfax niederzulassen.
2. Vgl. lORIS, Berberie 11,730 .
3. (AlB) . Siehe auch oben S.22 .
4. So auch an-NAYYÄL (1957) S.806 .
5. Lokalisiert von HASAN Husnl cAbd al - Wahhab, Bisat S. 45 ohne Angabe der
Quelle .
6. Vgl . die Auswahl von Urkunden am Schluß der Liste A (A209 ff . ) .
7. (A164) . Vgl . in Teil 11 dieser Arbeit den Text der Obersetzung, wo die Zu-
sätze von 693/1294 durch engeren Typensatz abgehoben sind .
8. Vgl . Inv . Nr . 79 und auch Nr . 68 auf der vorausgehenden Seite.
Seite 38
1. MAR~AIS/POINSSOT
S. 129, Nr . 56 (ein Koraneinband des 4. /l0 . Jh . s) : "Was uns
von der rabca (Koranbehälter) bleibt : (Teil) 4, 5, 6, 7, 9, 10, 12, 13, 15, 16,
21, 24 , 25, 30, .. 2, ... ". Hier reißt das Blatt ab . Die Aufzählung ist in Zahlwör-
tern, nicht in Ziffern niedergeschrieben .
1a . (A131,A132) . Dieses "Talbls al-kifaya min kitab al - Hidaya " genannte Werk
fand sich als letzter Nachtrag auf dem ersten Inventar (vgl. Inv.Nr . 124) . Dieses
verzeichnet darüberhinaus noch weitere, frühere Neuzugänge bzw . nachträglich gefun -
dene Werke : Inv . Nr.102 bis 123 .
Anmm. zu 5.38 - 42 ( 149

2. al-cABDARI in der übersetzung von Hoenerbach 5.124.


3. Oben Anm.6 zu 5.1.
4. bayt al-kutub ist mit ECHE eher als 'Bibliothekszimmer' zu übersetzen.
5. 5tiftungsvermerke des 3./9.Jh.s konnten in den heute vorhandenen Beständen
mit Ausnahme des Korans der Fadl (A12) noch nicht nachgewiesen werden.
6. In der übertragung von Hoenerbach 5.125.
7. Ebd. 5.109-111.
5eite 39
1. Für das folgende vgl. die übersetzung in Teil 11, 5.92 ff . Meines Wissens
handelt es sich um das älteste erhaltene Bibliotheksinventar in der islamischen Welt,
das bis heutebekannt ist. Für eine Ablichtung der letzten Zeilen s. Teil 11, 5.114.
2. Zu den Bibliotheksräumen oben 5.23-28 und besonders auch 5.35-36.
5eite 40
1. Auf den rechtsgeschichtlich bemerkenswerten Beleg, den diese Urkunde dar-
stellt, kann hier nur hingewiesen werden: Die gewachsene Bedeutung des schriftlichen
Beweises im Islam, ermöglicht durch ein neu herausgebildetes Rechtsinstitut, das des
'Notariatszeugen' (~ahid, pl.~uhüd, auch cadl , pl.cudül ). 5ieben solcher Zeugen,
'Zeugen des Kadis', nahmen nach erfolgter Revision an dem Vergleich von Inventar mit
Beständen teil und unterzeichneten dieses damit zur Urkunde gewordene Dokument (s .
Teil 11, 5.113 der übersetzung und 5.114 die Ablichtung der Unterschriften). Zum
Institut der "temoins instrumentaires" vgl. BRUN5CHVIG, Hafsides II, 135-8.
2. Giorgio LEVI DELLA VIDA in al-Andalus 19(1954)5 .259, Anm.2 und ders. i n Etu -
des d'orientalisme, F5 Levi-Proven~al 1,175-83.
3. an-NAYYÄL (1953) S.16. Ich habe es bisher nicht einsehen können.
4. BARNÄMA~ S.ha' bis ha'.
5eite 41
1. al-KINÄNI, Einleitung S.~ln.
2. Beim Vergle ich des Inventars mit Liste A habe ich all jene 5chriften hier
nicht mitgerechnet , bei denen Probleme der Identifizierung von Werk und Autor zu
möglicherweise nur äußerlich verschiedenen Tite ln führen konnten .
5eite 42
1. Muhammad Bek BAYRAM (VI .) in al-Muqtataf 21(April 1897) 5.245.
2. TARRÄzI 5.222-3. Vgl . auch die Biographie M. Bayrams (V . ) aus der Feder sei-
nes Sohnes i m Anhang zu Bd . 5 seines enzyklopädischen Werkes "5afwat al,..iCtibar" (Kai -
ro 1311/1893-4) 5.ya'; und MUHAMMAD cAbd al-Qadir Ahmad 5.185: Vgl. auch o. Anm . 4 zu
5eite 36.
Anmm. zu S.42 - 46 ( 150

3. Auch eine große Zahl von Handschriften aus dem Besitz der Bayram-Familie
ging in die Sammlung ein (BARNÄMA~ S.ba').
4. al-Muqtataf 21 (April 1897) S.244.
5. Von dort hat man auch entschiedener als andernorts dazu aufgerufen, den vor-
rückenden Truppen der ungläubigen Franzosen Widerstand zu leisten, und hat versucht,
den Kampf der arabischen Stämme zu organisieren.
Seite 43
1. TARRÄzI S.222.
2. Tourismusindustrie und Reiseführer (z.B. Guide bleu, Tunisie, 1974, S.226)
verwenden den recht europäischen Begriff der "heiligen Stadt" bis heute in wohlver-
standenem Eigeninteresse.
3. BCA 3(1884) S.5-6 (Lit.Nr.60).
4. Ebd. S.18l.
5. BCA 1(1882) S.177 (Lit.Nr.59). Die in Klammern gesetzten Großbuchstaben habe
ich eingefügt, um die Verbindung zur Abb. auf S.44 herzustellen.
6. D.h. die Maqsura.
Seite 44
1. Die an dieser Stelle im französischen Text gesetzte Indexziffer verweist
auf eine im Druck fehlende Anm.1.
2. Sind dies wirklich jene, die Poinssot ein halbes Jahrhundert später in einem
Raum östlich des Minaretts entdeckte (s.u.S . 51), einer von mehreren Räumen, die
schon Ende des 19.Jh.s "debris de toute nature" enthielten? Vgl. ROYjPOINSSOT S.l1,
Anm.1 und SALADIN, Mosquee S.37 unter R, S, T. Letzterer fand übrigens ebenfalls die
Unterstützung von Scheich "Mourali" (ebd .S. 67 Anm.1) .
3. SALADIN, Mosquee S.37(Erläuterung zu dem in den Jahren 1882-1896 erstellten
Grundriß ) .
4. Sohn des oben (S . 42) genannten M. Bayram al-~ämis.
5. In arabischer Sprache gedruckt in al-Muqtataf 21 (April 1897) 5.241-6; da-
nach die folgende übersetzung. Auf M. Bayram (VI . ), als denjenigen, der erstmals wie-
der auf die Schätze der Bibliothek aufmerksam machte, weisen auch TARRÄzI 5. 216-7,
an - NAYYÄL (1953) S.16 und ~ABBOH S.341 hin .
Seite 46
1. al-Muqtataf 21~ S. 246 . Eine vom französischen Militär erstellte, anschauli-
che Lageskizze der Stadt aus der Zeit unmittelbar nach der Okkupation geben HOUDASj
BASSET in BCA 1(1882) wieder. Dort ist zwar bereits die Telegraphenleitung nach Susa
jSousse, aber noch nicht die Pferdebahnlinie eingetragen, mit der M. Bayram (VI.)
1896 anreiste . '11" (April 1897)
Anmm. zu S.46 - 48 ( 151

2. Ihn zu identifizieren, war mir nicht möglich.


3. Gedruckt in al-Muqtataf 21 (Mai 1897) S.391. In einem Nachsatz zum Brief
wird Roy der Dank der Araber ausgesprochen, seine Fürsorge für die Bibliothek sei
den übrigen französischen Großtaten hinzuzurechnen. Im Vortrag, bzw. in seiner ge-
druckten arabischen Version, hatte M. Bayram (VI.) einen anderen Ton anklingen las-
sen (dortS.245): War Nichtmuslimen einst der Zutritt zu al-Qayrawan verwehrt wor-
den, so kämen jetzt Juden und Christen hinein, die ihre Namen im Innern des Mina-
retts an die Wände schrieben, im Schutze französischer Gewehre, getragen von
tunesischen Soldaten.
4. TARRAZI S.217. Dort ist von "Tausenden" gedruckter Bücher die Rede.
5. Diese Kapseln äußerlich der Buchform ähnlich, bieten gerade Platz für die
jeweilige Handschrift, um bei senkrechter Aufstellung das Zusammenknicken der Blät-
ter zu vermeiden. Bei Entnahme und Wiedereinführen der Hs. in die enge Kapsel wird
das teils sehr empfindliche Material jedoch sehr belastet.
6. 1911 nach an-NAYYAL (1953) S.16.
7. ~ABBÜH S.341.
Seite 47
1. Im Innenministerium wurde ihm die Aufsicht über das arabische Unterrichts-
wesen übertragen (MONCHICOURT 11,307 Anm.1). Sein Buch, "al-Burnus fl Bads" (Tunis
1332/1913-4; vgl. MUHAMMAD b. Sahnün, Einleitung S. 39 Anm.2), in dem er auch auf
die Moscheebibliothek zu sorechen kommt, blieb mir leider unerreichbar.
2. MONCHICOURT 11,307 Anm.1 und ~ABBÜH S.341 .
3. Zu den Einbänden unten S.51-56.
4. Beim Machad al-qawml li-'l-a!ar wa-'l-funün liegt heute auch die Verantwor-
tung für die mittlerweile in Raqqada untergebrachten Bibliotheksbestände.
5. Ihr Verzeichnis wurde inzwischen veröffentlicht: Bibliotheque Nationale de
Tunisie, Catalogue general des manuscrits, premiere partie, Fonds H.H.Abdelwahab
(Tunis 1975).
Seite 48
1. Er war es auch, der 1953 und 1964 Joseph Schacht bei seinen Handschriften-
studien zur Seite stand.
2. Das Auftauchen von Fragmenten des berühmten "blauen Korans" (vgl. Inv.Nr.1:
"schwarzes Pergament") in internationalen Sammlungen (neuerdings auch in der Biblio-
thek des Agha Khan) mochte diese Vorsichtsmaßnahme bestimmen .
3. an-NAYYAL (1953) S. 6. Die Negative gingen zur Aufbewahrung zur Administra-
tion des Antiquites im Institut National d'Archeologie nach Tunis . Die Liste der
Anmm. zu S.48 - 55 152

aufgenommenen Texte bei an-NAYYÄL (1963); eine "handlist", angelegt von ~aräd, be -
nutzte SCHACHT (S.226) in al-Qayrawän.
4. MUHAMMAD
. cAbd al-Qädir Ahmad
. S.183. MURANYI (1984) S.42 und ders. (1985)S.1 .
5. Freundliche Mitteilung von Dr. Muranyi (Bonn). In Liste A sind diese Num-
mern unterstrichen.
Seite 49
1. MURANYI (1985) S.l.
2. HASAN Husnl cAbd al-Wahhäb (al-Bardl wa-1r-raqq wa-Il-kägid, in Waraqät 11,
Tunis 21981 , S:151-68) hat einen ersten überblick über die Geschichte von Papyrus,
Pergament und Papier in Ifrlqiya zusammengestellt und dabei auch auf seine Beobach-
tungen in der Moscheebibliothek zurückgegriffen.
Seite 51
1. In der ägyptischen Nationalbibliothek war aus dem 3./9.Jh. bis dahin nur ein
einziger Einband bekannt (MAR~AIS/POINSSOT S.6) .
2. Dort befinden sie sich wohl zum größten Teil noch heute. Andere Einbände und
Reste von nicht unbedeutender Zahl sind Bestandteil der jetzt in Raqqäda liegenden
Handschriftenbestände .
3. Sofern die Datierung sich auf paläographische Anhaltspunkte stützt, sind
MAR~AIS/POINSSOT offenbar wesentlich ausgegangen von Bernhard MORITZ, Arabic Palae -

ography, Kairo 1905 (Publications of the Khedival Library 16). Daher kann insoweit
nur von vorläufigen Ergebnissen gesprochen werden.
4. Der bis in die jüngste Zeit im Orient gebräuchliche Einband "mit Zunge" (li-
sän) ist allgemein bekannt und braucht hier nicht vorgestellt zu werden. Er findet
sich in al-Qayrawän bei jüngeren Handschriften seit dem 6./12.Jh.
5. Laboruntersuchungen in Algier führten zur Identifizierung verschiedener Holz-
arten: gewöhnliche Feige (ficus carica), edler Lorbeer (laurus nobilis), weiße Pap-
pel (populus alba), schwarze Pappel (populus nigra), Aleppo Pinie (pinus halepensis),
gewöhnliche Tamariske (tamarix gallica) . Meine Verdeutschung der französischen Aus-
drücke trifft vielleicht nicht immer den deutschen Fachterminus . Siehe MAR~AIS/POIN ­
SSOT S. 69 Anm.4.
Seite 55
1. Für die jüngeren Texte vgl . oben Anm . 4 zu S. 51.
1a. Herr G. Brannahl (Göttingen) macht mich auf ein Werk aufmerksam, das für
al-Mucizz b. Bädls niedergeschrieben wurde und praktische Anleitung für die Arbei-
ten des Schreibers, Kalligraphen , Illuminatoren, Papierherstellers und Buchbinders
gibt . Wegen der zeitlichen Nähe seiner Aufzeichnung zur Entstehung vieler Qayrawäner
Anmm. zu S. 55 - 75 ( 153

Hss . ist es von besonderer Bedeutung bei der Rekonstruktion alter Techniken . Das
Werk, vermutlich eine Zusammenfassung und Aktualisierung älterer Traktate, wurde
aufgrund von drei Hss. ediert durch cAbd as-Sattär al - Halü~l und cAll cAbd al-Muhsin
- c - c _.- c - - .
Zaki : UMDAT al-kuttab wa- uddat ~awi 'l-albab, al-mansub li - 'l-Mu izz b. Badis, in
Revue de 1 Institut des Manuscrits Arabes 17(1971)44-172. Bereits 9 Jahre zuvor er-
I

schien eine reich kommentierte übersetzung des Werkes : Martin LEVEY, Mediaeval Ara-
bic bookmaking and its relation to early chemistry and pharmacology, in Transac-
tions of the American Philosophical Society N.S. 52,4(1962) S. 1-79.
2. Durra, die Schreiberin bzw . Sekretärin, ist dies zumindest nach dem Wort-
- c -
laut des Vermerkes nicht gewesen. Dennoch vermuten HASAN
. Husni
. Abd al-Wahhab
und nach ihm lORIS, Berberie 11,772 in ihr eine Mitarbeiterin des Kalligraphen . Sie
verstehen dabei die Wendung IIcalä yaday .. " offenbar im Wortsinn als "durch die Hand
von". Vgl. aber die gleiche Wendung in verschiedenen Stiftungsvermerken und nicht
zuletzt im tahbl s von (A13) selbst!
Seite 58
1. Vgl . beispielsweise HASAN Husnl cAbd al-Wahhäb in Waraqät 1,114 .
Seite 62
1. Stiftung vermittelt durch (B21) zugunsten der Großen Moschee (lORIS, Berbe-
rie 1,141 nach HASAN Husnl cAbd al-WahhäbJ
Seite 63
1. Nach lORIS, Berberie 1,142-3 vielmehr die Schwester des Mucizz. Stiftung
vermittelt durch (B21) zugunsten des Mas~id Abl cAbd al-Muttalib am Bäb Salm (nach
HASAN Husnl cAbd al-Wahhäb).
Seite 64
1. Er ist Besitzer von (A25).
Seite 71
1. Im Bes.itz von (B41).
Seite 74
1. Das "kitäb al-ha~~" ist nach MURANYI dem Text von (A19) zuzurechnen, ~Jie
auch der unten genannte überlieferungsweg (B81) von (B123a) .
Seite 75
1. Bei ~ABBÜH lautet die Jahreszahl im Druck fälschlich 699/1299-1300.
Anmm. zu S.76 - 87 ( 154

Seite 76
1. (B28) übernimmt das Werk von (BI13).
Seite 78
1. Es ist jedoch wahrscheinlich das Werk des Ab~ cAbd All~h al-Hasan b~ H~tim
al-Azdl (s. lORIS, Berberie 11,703 mit Anm.82).
Seite 81
1. cIYÄD, Mad~rik 11,84 nennt unter diesem Titel einen Kommentar des Ab~ Muham-
mad b. as-Sayyid al-Batalyusl an-Nahawl.
Seite 83
1. HASAN Husnl cAbd al-Wahh~b gibt den etwas abweichenden Wortlaut eines tah-
Q1S auf einem anderen Band der "Mudawwana" (Waraq~t 1,347). Der Name des Kadis
entspricht dort (B21).
Seite 85
1. Wahrscheinlich ein Kommentar zum "Kit~b at-tamhld" des Ab~ cUmar b. cAbd al-
Barr (IYÄD, Mad~rik II,84) oder zum "Kit~b at- tamhld li-mas~'il al-Mudawwana" des
Bara9icl (iDRIS, Vie religieuse S.351-2).
Seite 86
1. Dieser übernahm es in der R des Ibn al-Harraz (B79) .
Seite 87
1. Wahrscheinlich liegen dieses und die meisten der folgenden Stücke (AI95 -
A203) in der R seines Vaters (BI06) vor.