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SCHULE 

DEN
FOTOGRAFISCHEN
BLICK
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Herzlich Willkommen

Kapitel 2: Die 4 Kategorien der Motive

Kapitel 3: Übungen

Kapitel 4: Fotografieren in eine "langweilige" Umgebung

Kapitel 5: Gewusst wie! (eine Liste mit coolen Fotografie Tipps)

Kapitel 6: Etc.....

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
Kapitel 1: Herzlich Willkommen
Du denkst der "Blick" ist etwas ganz automatisches. Es hat etwas mit dem Sehen
zu tun und wenn man sehen kann, dann hat man auch den Blick. Was man also
noch lernen muss, ist der technische Umgang mit der Kamera und schon bist du
eine richtige Fotografin!

Irrtum meine Liebe! Und wenn du glauben würdest, dass du an deinem Blick
nichts mehr verbessern musst, dann wärst du vermutlich auch gar nicht hier! 😉

Auch wenn du eine tolle Kamera und einwandfreies Equipment hast, machst du
noch lange keine guten Fotos. Vielleicht machst du auch schon gute Fotos, aber
es fehlt ihnen noch das gewisse Etwas. Es könnte sein, dass wir dieses "Problem"
mit dem aktuellen Workshop-Angebot "Schule den fotografischen Blick" lösen.

So erkennst du, dass dir der fotografische Blick fehlt:

* Du weißt dass überall tolle Motive lauern, aber es fällt dir nicht leicht sie zu
sehen
* Du hast den Eindruck, dass andere Fotografinnen mehr in der Umgebung
wahrnehmen als du selbst
* Du magst die Wahl deiner Motive, aber hast das Gefühl du könntest noch
spannendere Fotos machen

Manche kommen mit dem fotografischen Blick auf die Welt - sie erkennen einfach
das besondere in den Motiven und brauchen nur noch auf den Auslöser zu
drücken. Wenn dir der fotografische Blick fehlt oder dieser noch nicht richtig
trainiert ist, dann brauchst du nicht verzweifeln. Ich möchte behaupten: den
fotografischen Blick kann man um einiges einfacher schulen, als die Stimme einer
Sängerin! 😃 

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
Die Fähigkeit Motive, Licht und Kompositionen mit den eigenen Augen zu sehen
wird dir ganz neue Türen in der Fotografie öffnen.

Dabei ist es völlig egal, ob du gerade erst beginnst zu fotografieren oder ob du


schon sehr erfahren bist. Es ist in jeder Entwicklungsphase wichtig, das
fotografische Auge zu fordern und wieder "Schüler" zu werden.

Die Übungen die ich für dich zusammengestellt habe, werden dir beim Training
helfen. Du wirst überrascht sein, wieviele neue Motive du in deinem Alltag
entdecken wirst und welche sonst so banal erscheinenden Dinge du auf einmal
durch ganz andere (fotografische) Augen sehen wirst.

Bei diesem Workshop geht es nicht um Perfektionismus, sondern um Kreativität.


Und um Übung. In Sachen "Fotografischer Blick" wirst du nie ausgelernt sein.
Darum freue ich mich umso mehr, dass du die Übungen aus diesem Workshop
immer wieder zur Hand nehmen kannst um dich weiterzuentwickeln und deine
Kreativität anzuregen! Manchmal reicht ein kleiner Impuls und schon kommt
wieder alles in Schwung!

Der Prozess meines Zugangs ist immer derselbe: Sehen, überlegen und probieren!
Auch wenn du als Fotografin technisch perfekt bist - ohne das Motiv zu sehen,
wird dir nie der "golden shot" gelingen! Warum? Weil die Motivwahl nun einmal
der erste Schritt ist! Du kannst die Regeln der Fotografie beherrschen, das Spiel
mit dem Licht, die Komposition, die Einstellungen der Kamera - wenn du das
Potential im Motiv nicht siehst, dann werden auch die weiteren Schritte des
Prozesses nicht automatisch in Gang gesetzt.

Was du also brauchst um gleich starten zu können: einen freien Kopf, Offenheit für
neue Motive, Freude an neuen Ideen und Muße einige Dinge auszuprobieren! Und
schon geht es los!

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
Das ganzheitliche Entwicklungskonzept im Überblick:

Sehen, überlegen & ausprobieren

* Sehen = der Blick

* Überlegen = die Kreativität

* Ausprobieren = die Grundlagen verstehen und austesten

* Stil entwickeln = die kontinuierliche Ausübung von sehen, überlegen und


ausprobieren um sich selbst zu finden und sich von anderen Fotografen
abzuheben

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
„Ideen sind nur Ausgangspunkte. Um zu wissen, was man zeichnen will,
muss man zu zeichnen beginnen.“-Pablo Picasso -

Grundsätzlich möchte ich behaupten, dass es keine langweiligen Kulissen gibt.

Es gibt aber natürlich Ecken die weniger Spannung erzeugen als andere.

Es ist um einiges einfacher, ein tolles Foto von einem Sonnenuntergang, einer
atemberaubenden Talschlucht im Yosemite National Parkt oder einer
umwerfenden Frau zu fotografieren.

Was tun wir aber, wenn wir diese Kulisse gerade nicht vor der Hautür (und somit
vor unserer Linse) haben?

Wir könnten uns auf die nächste gute Gelegenheit vertrösten und hoffen, dass der
nächste Urlaub etwas Geeignetes bietet.

Und wenn nicht, dann warten wir auf den nächsten Urlaub! 😉 

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Das ist eine mögliche Strategie, aber ich würde sie natürlich nicht empfehlen.

Jedes schöne Foto das du machen wirst, wird eher Zufall als Können sein!

Ich möchte dich also dazu motivieren, jede vermeintlich langweilige Kulisse, zu
deiner spannendsten Aufgabe zu erklären!

Ganz nach dem Motto: wenn auf den ersten Blick kein tolles Motiv erkennbar ist,
dann schaffe dir ein tolles Motiv.

Analysiere deine Umgebung

Du hast bei dir Zuhause wahrscheinlich auch ganz viele Ecken und Gegenden, wo
du einfach keine Motive siehst.

Da scheint nichts zu sein und sich auch nichts zu tun.

Aber auch diese Gegenden können in bestimmten Lichtsituationen zum Leben


erwachen und eine ganz neue Perspektive eröffnen.

Das natürliche Licht kannst du klarerweise nicht selbst steuern - wenn das Wetter
regnerisch ist und der Nebel die Sicht trübt dann musst du es eben hinnehmen.

Wozu ich dich ermutigen möchte ist, dass du beginnst immer wieder "neu"
hinzuschauen.

Gib jeder Gegend immer wieder Chance dich neu zu überraschen und schaue
jedesmal mit "frischen" Augen auf die Umgebung.

Egal, ob sie beim letzten Mal fotografisch etwas hergegeben hat oder nicht. Weißt
du was passieren wird? 

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Du beginnst deinen Blick vom isolierten Motiv wegzulenken.

Du siehst das Motiv im Zusammenhang mit den Gegebenheiten des Moments.

Und das ist es, was den gewöhnlichen Blick vom fotografischen Blick
unterscheidet!

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Kapitel 2: Die 4 Kategorien der Motive
Motiv 1: Der Hingucker

Hingucker sind die Motive, die einen regelrecht anspringen.

Sie sind von Natur aus genial und ein tolles Fotoergebnis ist fast schon garantiert.

Denk zum Beispiel an den Grand Canyon oder den Eiffelturm.

Natürlich ist auch bei diesen Motiven der Bildaufbau zu beachten, damit du das
Motiv so in Szene setzt, wie es niemand vor dir getan hat.

Aber den Hingucker, wirst du immer ganz einfach erkennen. 

Motiv 2: Die Entdeckung

Entdeckungen sind Motive, die man erst einmal suchen muss, oder die man
zufällig entdeckt. 

Du wirst schnell erkennen, dass es sich um ein gutes Motiv handelt, aber sie
erfordern manchmal ein bisschen Kreativität im Bildaufbau um die richtige
Wirkung zu erzielen.

Du wirst mit der Zeit und mit der Schulung des fotografischen Blicks immer mehr
"Entdeckungen" vor deiner Kamera haben. 

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Motiv 3: Der Blender

Blender sind Motive, die auf den ersten Blick für Begeisterung sorgen.

Sie geben in Natura viel her, sind aber oft schwierig in ein Bild zu integrieren.

Blender sind zwar knifflig, aber eine großartige Übung.

Versuche öfter einmal einen Blender auszutricksen und durch geschickten


Perspektivenwechsel oder einen spannenden Bildaufbau zum Kunstwerk zu
machen.

Manchmal wirst du erkennen, dass das Motiv auch bei aller Spielerei keinen
fotografischen Nutzen hat.

Auch das ist eine wichtige Lektion die dir helfen wird, deinen fotografischen Blick
zu schärfen.

Motiv 4: Der Augenblick

Augenblicke sind nichts anderes als Momentaufnahmen.

Ein Augenblick ist Sekunden danach bereits wieder im Universum verschwunden.

Diese Motive verlangen die richtige Intuition und Fingerspitzengefühl - auch das
wirst du mit der Zeit entwickeln.

Was du bereits jetzt tun kannst und dich auf die Fotografie von Augenblicken
vorzubereiten: beobachte Menschen, Tiere und Situationen ganz genau - auch
ohne Kamera.

HIER IST EIN VIDEO ZUM THEMA

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Kapitel 3: Übungen
"Tue täglich eine Sache, die dich ängstigt"- Eleanor Roosevelt-

Übung Nr. 1 - Ein Spaziergang ohne Kamera

Du denkst es ist frustrierend ohne Kamera unterwegs zu sein, wenn sich


rundherum so viele geeignete Motive zeigen? Manchmal ist das auch sinnvoll!

Die beste Strategie um das Sehen zu lernen, ist das Sehen zu üben. Schließlich
siehst du mit deinen Augen und nicht mit deiner Kamera.

Die Kamera rahmt das Bild ein, aber sie sieht nicht mehr als du selbst!
Lasse also bewusst einmal die Kamera zu Hause liegen und lass zugleich auch
den Druck zu Hause.

Heute musst du nämlich kein tolles Foto schießen! 😃  Manchmal ertappt man
sich selbst  auf der "Jagd" nach einem schönen Bild.

Man knipst wahllos darauf los und ist später frustriert über das Ergebnis.

Obwohl ich professionell fotografiere, stehe auch ich oft vor einem Motiv und
knipse es regelrecht zu Tode bis ich resigniert weiter ziehe.

Ohne Kamera, hätte ich die Zeit und Muße das imaginäre Bild zu planen. Und das
ist eine schöne Übung!   

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Folgende Tipps dafür:

1. Umlaufe das Motiv deiner Wahl und schaue es aus allen Perspektiven an

2. Beantworte dir folgende Fragen und mache dir Notizen:

Gefällt mir das Motiv wirklich oder gibt es momentan einfach nichts in dieser
Umgebung das mir besser gefällt?
 Was würde ich gerade lieber fotografieren (schreibe das erste auf, das dir
einfällt) 
Was gefällt mir an diesem Motiv?
 Was ist die beste Perspektive für das Motiv?
Wie könnte ich das Motiv kreativer fotografieren?
 Könnte das Foto von einer Über- oder Unterbelichtung profitieren?
Möchte ich das Foto lieber minimalistisch gestalten oder brauche ich
Accessoires?
 Gibt es Störfaktoren? Wenn ja, wie kannst du sie ohne Photoshop eliminieren?
Würde das Foto besser in Farbe, Schwarz/Weiß oder in einer bestimmten
Bearbeitung wirken?

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Übung Nr. 2 - Ein Spaziergang mit dem Smartphone

Smartphone-Fotografie ist nicht grundsätzlich ein No-Go für Fotografinnen!

Die Technik wird immer besser und somit können sich auch die Ergebnisse
mittlerweile sehen lassen.

Ein großer Vorteil ist, dass du dein Smartphone wahrscheinlich immer dabei hast
und es somit optimal zum Üben verwenden kannst.

Wir klammern in dieser Übung einmal aus, dass die Tiefenschärfe deines
Smartphone-Fotos immer gleichbleibend ist und es sich daher für kreative
Fotografien nur bedingt eignet.

Diese gleichbleibende Tiefenschärfe wollen wir aber gleich für die nächste Übung
nutzen.

Mit dem Smartphone kannst du die Komposition deiner Bilder wunderbar üben,
weil sie durchgehend scharf werden.

Wenn sich das Motiv quasi isoliert und ohne Störelemente präsentiert, kannst du
dich vollständig auf die Bildkomposition und die Perspektive konzentrieren.

Sollte die Umgebung zu unruhig sein, musst du versuchen, das Motiv irgendwie
freizustellen.

Wie das ohne Photoshop funktioniert?

Versuche die Perspektive zu ändern, sodass du die unruhige Umgebung


ausblenden kannst oder gehe einfach näher an das Motiv heran.

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Was passiert mit dem Bild, wenn du deine Kamera etwas kippst?

Was verändert sich, wenn du deine Aufnahmeposition änderst?

Versuche auch, die Distanz zum Motiv zu verändern.

Gehe ein paar Schritte näher oder weiter weg um zu sehen, was sich im Bild
verändert!

Betrachte das Motiv auch ruhig von allen Seiten.

Fotografiere es von vorne und von hinten, von rechts und von links.

Wenn es dir hilft, kannst du deine Erfahrungen notieren.

Übung Nr. 3 - Stelle dir vor, du besitzt die einzige


Kamera und die Welt gehört dir!
Glaubst du, du würdest freier fotografieren?

Ich denke schon!

Du würdest wahrscheinlich ähnlich wie ich einfach darauf los fotografieren und dir
keine Gedanken darüber machen, ob deine Fotos gut oder schlecht, richtig oder
falsch, ok oder phantastisch sind.

Dein Kopf wäre völlig frei und du würdest einfach nach Motiven Ausschau halten,
die dir gefallen.

Du würdest dich nicht stundenlang umsehen um zu überlegen, was jemand


anderes hier sehen und fotografieren würde.

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
Wie du vielleicht schon auf meiner Website gesehen hast, gestalte ich Foto-Walks.

Manchmal fragen mich meine Teilnehmerinnen: “Und, was kann man hier
fotografieren?”

Sie erwarten sich im ersten Moment eine Anleitung, entdecken aber dann recht
schnell einen wahnsinnigen Spaß daran, selbst nach Motiven zu schauen.

Öffne dein Bewusstsein und dein ganzes Sein für die Experimentierfreudigkeit und
erlaube dir, Dinge einfach einmal auszuprobieren ohne sie gleich zu bewerten.

Schnapp dir deine Kamera, dein Smartphone und deinen Notizblock und schaue
dich in deiner Umgebung bewusst um.

Halte Ausschau nach Motiven, die dir einfach gefallen. Arrangiere deren
Umgebung damit das Motiv gut zur Geltung kommt und fotografiere los.

Versuche möglichst unbedarft zu sein. Kein Hinterfragen.

Keine Wertung. Handle nach Gefühl, nach Intuition, nach persönlichem Gefallen.
Wenn dir das schwer fällt, dann behalte folgende Hilfestellung im Hinterkopf:

Welche Gefühle soll dein Foto auslösen?  

Ruhe, Aufregung, Sehnsucht, Geborgenheit ...

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Übung Nr. 4 - Lösche alles wieder!

Ja, du hast richtig gelesen! Aber zuerst brauchen wir etwas, das gelöscht werden
kann.

Bei dieser Übung möchte ich, dass du deine Kamera zur Hand nimmst.

Flaniere durch die Straßen deines Wohnortes und halte Ausschau nach Motiven.
Analysiere alles ganz genau.

Nimm dir Zeit alles bewusst wahrzunehmen. Entscheide immer individuell, ob es


ein Motiv auf ein Foto schafft oder nicht.

Stelle dir dieselben Fragen wie bereits in Übung 1.

Es geht in erster Linie immer darum, ob du selbst etwas ändern kannst, um das
Motiv wertvoller und interessanter zu machen.

Suche 50 verschiedene Motive.

Ja wirklich!

Das klingt erst einmal viel - aber du wirst sehen dass du sie schnell beisammen
hast.

Versuche alle 50 so gut und so interessant wie möglich aufzunehmen. Arbeite dich
zügig von Motiv zu Motiv.

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
Bedenke bitte, dass das nur eine Übung ist.

Der Anspruch ist nicht, das Foto des Tages zu schießen.

Heute fotografierst du um zu lernen!

Schaue dir deine Ausbeute anschließend auf deinem Computer an.

Und jetzt wird es schwierig: behalte nur EIN Foto.

Das beste Foto von den 50!

Diese Übung kannst du immer wieder wiederholen.

Du wirst immer gezielter Motive auswählen  und andere, die dich zu Beginn noch
begeistert haben, von Vornherein links liegen lassen.

Du lernst dich auf das zu konzentrieren, was sich bisher bewährt hat.

Und so werden deine Aufnahmen auch immer besser werden.

Und gleichzeitig wird die Wahl des einen Fotos von 50 auch immer schwieriger
werden! 

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Übung Nr. 5 - Sei dein eigener Schiedsrichter

Ob ein Foto gut ist, entscheidest alleine du.

Wenn es für dich nicht gut ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es für andere
gut ist auch relativ gering.

Lerne (und trainiere!!!) unbedingt, selbst zu entscheiden, ob ein Foto gut ist.

Das ist ein wichtiger Schritt für deine persönliche Entwicklung.

Bei der Beurteilung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

Stell dir folgendes vor: Jemand schaut deine Bilder an und eines der Bilder gefällt
demjenigen besser als alle anderen.

Dieses Bild ist dir bis jetzt noch gar nicht so aufgefallen.

Eigentlich hattest du es eher aussortiert.

Du betrachtest es erneut und es beginnt dir irgendwie zu gefallen.

Je länger du es dir anschaust, desto mehr beginnst du es zu mögen.

NICHT GUT!

Wenn du die Meinung einer anderen Person übernimmst, verlierst du automatisch


den Draht zu dir selbst und zu dem, was dein eigenes Herz anspricht.

Es ist völlig ok, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Bilder


ansprechen.  

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
Wenn du deine Bestätigung zu sehr im Außen suchst, wirst du irgendwann
beginnen Bilder zu kreieren, die anderen gefallen anstatt dir selbst.

Natürlich ist es ein schönes Gefühl wenn jemand deine Bilder ansprechend findet
- aber in erster Linie geht es darum dich selbst künstlerisch auszudrücken.

Trainiere dein fotografisches Selbstbewusstsein, indem du dein gewähltes


Lieblingsfoto als dieses behältst, auch wenn eine andere Person ein anderes
ausgesucht hätte!

Fotografiere in erster Linie immer für dich.

Jeder hat seine Meinung und diese ist immer persönlich und subjektiv.

Das liegt in der Natur der Sache.

Jede Betrachtung eines Bildes setzt einen Prozess in Gang.

Das Bild wird mit persönlichen Erfahrungen verknüpft und löst individuell
Emotionen aus.

Deine Fotos werden nie jedem gefallen, darum konzentriere dich erstmals voll
darauf, deinen eigenen Geschmack zu treffen. 

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
Kapitel 5: Fotografieren in eine
langweilige Umgebung
Die Perspektive ändern
Wie schon öfter erwähnt, können schon kleinste Änderungen der Perspektive
große Wirkung haben.

Langweilige Kulissen können mit geringem Aufwand im Nu aufgewertet werden.

Das wohl ungünstigste Perspektivenstrategie ist wahrscheinlich die, gerade stehen


zu bleiben und schräg nach unten zu fotografieren.

Davon möchte ich dir schon einmal grundsätzlich abraten! Ansonsten ist alles
erlaubt. 😃

Hier ist vor allem Bewegung angesagt.

Manchmal reicht es, wenn du "nur" die Kameraposition veränderst, manchmal


musst du deine eigene Position verändern.

Es ist wirklich wichtig, hier viel zu experimentieren.

Vergleiche auch ruhig ein und das selbe Motiv aus unterschiedlichen Perspektiven
fotografiert - du wirst schnell merken, was die Perspektive alles verändern kann!

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©Girls with Cameras (Dawn Hänsch) 2020
Bildbeispiele:

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Mit Licht Spielen
Wir kennen sie alle, Gegenden in denen  einfach nur sehr wenig ist und in denen
sich nur sehr wenig tut.

Diese Gegenden können in bestimmten Lichtsituationen regelrecht zu Leben


erweckt werden.

Natürlich kannst du das nicht selbst steuern, denn wenn es regnerisch und trüb
ist, dann kannst du daran nichts ändern.

Aber wenn du gerade dort bist und entweder tolles Gegenlicht hast, oder hartes
Licht mit viel Schatten, dann kannst du anfangen zu spielen.

Bei Schattenbilder ist es wichtig, dass die Schatten nicht zu weich sind - harte Konturen sind hier
erwünscht. Schaue nach Schattenbildern die Geschichten erzählen.

Bei Gegenlicht muss die Sonne


wirklich sehr schwach sein, oder du
platzierst dich so, dass das Motiv ca.
90 % von der Sonne abdeckt wird.

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Accessoires als Hilfsmittel
Wow, das war schon einmal viel Input.

Wir sind auch schon beim letzten Kapitel des Workshops angelangt. Hilfsmittel
sind in der Fotografie absolut erlaubt.

Sie helfen nicht über mangelndes Können hinweg, aber sie können großes zur
Aufwertung einer unspektakulären Umgebung beitragen. Aber wie?

Stell dir eine völlig langweilige Umgebung vor.

Vielleicht eine grüne gemähte Wiese.

Keine farblichen Highlights, keine aufregenden Strukturen.

Einfach eine Wiese.


  
Stelle jetzt gedanklich eine Person oder ein Objekte in diese Szenerie. Vielleicht
lässt du ein paar Seifenblasen fliegen. Auf einmal schaffst du farbliche Akzente
und Strukturen die dein Foto zum Leben erwecken.

Mein Fazit das ich dir gerne mit auf den Weg geben möchte: mach immer das
beste aus der jeweiligen Situation und lass dich von vermeintlich umaufregenden
Kulissen oder Motiven nicht entmutigen.

Ganz im Gegenteil: nimm die Herausforderung an und sehe es als Ansporn, auch
aus ungünstigen Ausgangssituationen das maximale Ergebnis herauszuholen.

Wenn nichts da ist, dann erschaffe und komponiere dein Bild einfach selbst! 😃 

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Bildbeispiele:

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Kapitel 5: Gewusst wie!
"Fotografie ist so einfach, deshalb ist es so kompliziert" - Paul Rand -

Hier sind abschließend ein paar zusammengefasste


Infos und Tipps, die dir beim Schulen deines
fotografischen Blicks helfen:

Wenn du merkst, dass deine Begeisterung fürs Fotografieren an einem Tag


schwindet, dann zwinge dich nicht sondern höre für heute auf zu fotografieren.
Manche Motive entpuppen sich als keine Motive. Das ist völlig ok.
Überlege bei jedem einzelnen Foto, ob du gerade “abfotografierst” oder ob du
versuchst ein Kunstwerk zu erschaffen. Auf die Dauer werden dich nur
Kunstwerke glücklich machen.
Je öfter du die oben genannten Übungen machst, desto mehr Gefühl wirst du
für gute Motive entwickeln
Ein Foto ist immer gut oder schlecht (oder fantastisch). Du nimmst an diesem
kostenlosen Workshop teil, weil du bereits den Unterschied zwischen guten
und weniger guten Fotos erkannt hast (auch wenn du vielleicht noch nicht
sagen kannst, nach welchen Kriterien du dies entscheidest).
Sei immer ehrlich mit dir selbst. Ist das Foto gut, weniger gut oder absolut
großartig? Konzentriere dich auf alles was absolut großartig ist und mache dir
Gedanken, warum sich dieses Bild von anderen Bildern abhebt.

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Das sind die Anfänge der Fotografie. Natürlich gehört
noch einiges mehr dazu, als den fotografischen Blick
zu trainieren!

Bist du kreativ?
Das "Sehen" ist eine wichtige Fähigkeit in der Fotografie.

Wie schaut es aber mit deiner Kreativität aus?

Ein kreativer Geist ist in der Lage, mehr zu sehen als es auf den ersten Blick zu
sehen gibt.

Es nimmt alles Vorhandene als Inspiration und erweitert diese durch kreatives
Schaffen.

Ein geschärfter Blick braucht unbedingt einen kreativen Geist. Sie gehen Hand in
Hand.

Es herrscht sozusagen ein ständiges Wechselspiel zwischen dem Sehen und dem
Vorstellen.

Der geschulte Blick erkennt und die Kreativität lässt etwas daraus entstehen.

Es gibt Menschen, die von Natur aus viel Kreativität mitbringen.

Aber auch hier darf ich dir sagen: Kreativität ist erlern- und trainierbar!

Desto mehr du dich auf eine kreative Denkweise einlässt, desto mehr du dich
inspirieren lässt, desto mehr du deine kreativen Prozesse in Gang bringst, desto
kreativer wirst du werden.

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Vielen Dank, dass du an dem Workshop teilgenommen hast.

Ich hoffe, ich konnte dir viele Anregungen geben, um deinen fotografischen Blick
zu schärfen.

HIER kannst du dich über das weitere Workshop-Angebot informieren.

Jetzt, wo du deine Blick geschärft hast, heißt es deine Kreativität anzuregen.

So werden erblickte Motive schnell zu kreativen Bildern.

Wenn du das Gefühl hast, dass du noch nicht so richtig im kreativen Schwung bist,
oder deiner Kreativität einfach neue Impulse und Inspirationen geben möchtest,
dann wird dir der Workshop "Creative Flow" gefallen.

Schritt für Schritt kannst du deine Kreativität entwickeln oder auch neu
entdecken!  

Wann immer du also das Gefühl hast den Blick für die "richtigen" Motive zu
verlieren, schau hier wieder rein und lass dich erneut auf die Übungen ein!

Viel Freude beim Ausprobieren!

Liebe Grüße
Dawn xo

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Bildnachweise - ein Dankeschön an den Fotografen und Fotografinnen bei


Photocase.com

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Radu Bercan / photocase.com
..... und Morningside Photography (Andrea Dawn Hänsch = ich :) )

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