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Aufklärung (1720–1790/1800)

Die Epoche der Aufklärung ist eine Zeit des Umbruchs und des


neuen Denkens. Die Menschen begegnen dem herrschenden System
kritisch und hinterfragen Kirche, Religion, Gesellschaft und Staat.
Missstände und soziale Ausgrenzung sollten durch Menschenrechte
ersetzt werden. Somit steht die Epoche in starkem Kontrast zum
Mittelalter. Dieses wird als dunkles Zeitalter des geistigen Verfalls
betrachtet, von dem es sich zu lösen gilt.
Die Vernunft des Menschen und sein Verstand rücken in den Fokus.
Eine wichtige Rolle spielte hierbei Immanuel Kant, der den Ausgang
des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit
forderte. Das heißt, der Mensch soll eine eigenständig denkende
Person werden und sich von den Machthabern emanzipieren. Der
lateinische Leitspruch der Aufklärung ist “sapere aude”, also “Wage
es, weise zu sein.”
Zudem forderten die Menschen Freiheit, Gleichheit und
Brüderlichkeit. Unter diesen Forderungen kam es 1789 zur
Französischen Revolution, die bewirkte, dass Klerus und Adel an
Macht verloren. Neben den deutschen Vertretern Immanuel Kant
und Gotthold Ephraim Lessing sind David Hume, Thomas Hobbes und
John Locke nennenswert. Hier erfährst du alles über das Zeitalter
der Aufklärung.
Empfindsamkeit (1740–1790)

Goethes literarisches Werk nahm seinen Anfang in der


Empfindsamkeit
Eine Unterströmung der Aufklärung ist die Empfindsamkeit. Sie
fordert neben der Rationalität und Vernunft der
Aufklärungsbewegung eine Erweiterung durch Subjektivität und
Emotionalität. Überschwänglichkeit ist in den Augen der Vertreter
kein Makel, sondern ein Zeichen von Menschlichkeit.
Beliebte Themen sind Freundschaft, Tugend, Naturnähe und das
Verhältnis zu Gott.
Wichtige Vertreter sind Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803),
Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769) und Sophie von La Roche
(1730–1807). Auch Goethe gibt mit seinem Frühwerk “Die Leiden des
jungen Werthers” (1744) ein gutes Beispiel für die Werte der
Empfindsamkeit. Auch wenn dieser Briefroman dem Sturm und Drang
zugeordnet wird, ist ein deutlicher Einfluss der Empfindsamkeit zu
erkennen.

Epoche der Aufklärung: Definition, 7 Merkmale, Vertreter & Werke

Die Aufklärung ist eine wichtige und wegbereitende Epoche in der


Geschichte. Sie war eine Zeit des Umschwungs und des neuen
Denkens. Die Vernunft und der Verstand des Menschen wurden zu
wichtigen Themen und Instrumenten der Philosophie und Literatur.
Wir haben alles Wissenswerte zur Aufklärung und eine Übersicht
mit den wichtigsten Merkmalen für dich erstellt.

Inhalt [Anzeigen]
Bei uns findest du alle wichtigen Informationen zum Zeitalter der
Aufklärung. Diese Epoche ist Wegbereiter einer neuen
vernunftgeleiteten Denkweise, die sich nicht länger Klerus und Adel
unterwerfen wollte. Philosophie und Literatur machten es zu ihrer
Aufgabe, den Menschen zu bilden, aufzuklären und sich ein eigenes
Bild von sich zu machen. Deshalb haben wir den Fokus besonders auf
den philosophischen Zeitgeist sowie die Literatur und ihre Merkmale
gelegt.

Die Epoche der Aufklärung

Die Epoche der Aufklärung (etwa 1700–1800)


Im Folgenden haben wir die Epoche der Aufklärung zunächst kurz
für dich definiert, die Entstehung des Begriffs erklärt und den
historischen Hintergrund erläutert. Zusätzlich findest du wichtige
Informationen über die beiden Strömungen “Empirismus” und
“Rationalismus”, die sich auf das wissenschaftliche Arbeiten der
Aufklärung auswirkten.

Danach lenken wir den Blick kurz auf eine moderne Perspektive
dieser Epoche: In der “Dialektik der Aufklärung” (1944) haben die
beiden Philosophen Adorno und Horkheimer das Thema Vernunft
erneut aufgegriffen. Diese Perspektive kann bei der Betrachtung von
Werken der Aufklärung hinzugezogen werden und ist vor allem für
einen Ausblick am Ende einer Analyse hilfreich.

Definition
Die Epoche der Aufklärung setzte etwa ab 1700 ein. Die
gleichnamige Literaturepoche reichte von etwa 1720 bis 1800.
Ziel der Aufklärung war es, den Menschen davon zu überzeugen,
seinen eigenen Verstand und seine moralische Urteilskraft zu
benutzen. Nur so könne er sich zu einer mündigen, selbstbestimmten
Persönlichkeit entwickeln. Moralisches Handeln und der Gebrauch
der Vernunft sollten der Gesellschaft zu einem unabhängigen,
glücklichen und humanen Leben verhelfen.

Zum Begriff
Die Entstehung des Begriffs “Aufklärung” hängt zusammen mit der
Verurteilung des Mittelalters als dunkle Epoche des Aberglaubens
und der Unwissenheit. Die Antike galt seit dem späten Mittelalter,
aber vor allem seit der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) als
geistiges und künstlerisches Ideal. Das Mittelalter wurde als
rückständige Periode des Verfalls angesehen. Neuzeitliches Denken
sollte nun Licht ins Dunkle bringen, deshalb auch der englische
Begriff “Enlightenment”, also “Erleuchtung” für “Aufklärung”.

Der Begriff “Aufklärung” wurde bereits 1770 üblich und durch


Immanuel Kants Essay “Beantwortung der Frage: Was ist
Aufklärung?” (1784) noch mehr geschärft und etabliert. Laut seiner
Definition ist Aufklärung “der Ausgang des Menschen aus seiner
selbstverschuldeten Unmündigkeit”. Unmündigkeit sei das
“Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu
bedienen”. Er erklärte den lateinischen Spruch “sapere aude”, also
“Wage es, weise zu sein.” zum Leitspruch der Aufklärung.

Enlightenment

Enlightenment: Aufklären bedeutet Licht ins Dunkle bringen


Der Begriff “Enlightenment” verdeutlicht besonders gut, wofür die
Epoche der Aufklärung steht. Das Licht als Metapher für
Erkenntnis wurde schon in der griechischen antiken Philosophie
verwendet. Im Barock findet man es zudem in Verbindung mit der
Wahrheit bei René Descartes (Philosoph, Mathematiker,
Naturwissenschaftler), später auch bei Gottfried Wilhelm Leibniz
(Philosoph, Mathematiker, Jurist, Historiker) und Johann Heinrich
Lambert (Mathematiker, Logiker, Physiker, Philosoph).

“Enlightenment” als Epochenbegriff wurde erst im 20. Jahrhundert


eingeführt. Ab dem 17. Jahrhundert war aber schon die Rede von “to
enlighten” für “Verständnis schaffen” und “enlightened” im Sinne
von “aufgeklärt” oder “über eine Sache erhellend informiert” sein.

Historischer Hintergrund
Im 18. Jahrhundert gab es einige politische und gesellschaftliche
Umbrüche. Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) hatte
Deutschland in 300 Einzelstaaten zerteilt, die jeweils für sich über
Gesetze, Politik und Wirtschaft entschieden. Die
vorausgegangene Reformation (1517–1648) nach Martin Luther
spaltete das Christentum und der persönliche Glaube trat bei vielen
Menschen an die Stelle, an der zuvor die Kirche gestanden hatte. So
kam es zu vielen religiösen Auseinandersetzungen und regelmäßigen
Bürgerkriegen.

Infolgedessen fingen die Menschen an, die Welt wie sie sie kannten,
zu hinterfragen. Sie wollten gegen die Missstände und
Ausgrenzung der unteren Gesellschaftsschicht durch Absolutismus
und Kirche vorgehen. Außerdem betrachteten sie sich erstmals als
selbstbestimmte Individuen, die ein Anrecht auf
Menschenrechte und Einfluss auf die Geschichte haben können.

Die Menschen wollten sich emanzipieren, sich bilden, Grundrechte


besitzen und gegen Vorurteile vorgehen. All das war mit dem neuen
vernunftgeleiteten Denken der Aufklärung möglich. Die veralteten,
gottgegebenen Machtstellungen wurden als überholt betrachtet und
der Mensch selbst wurde Zentrum seines Seins. Das Bürgertum stieg
allmählich auf und wurde unabhängiger durch Bildung und selbst
betriebenen Handel. Die Forderung nach Freiheit, Gleichheit und
Brüderlichkeit führte schließlich zur Französischen Revolution
(1789–1799). So hatte die mittelalterliche Feudalherrschaft ein
Ende und Adel und Klerus verloren ihre Macht.

Philosophische Strömungen: Empirismus und Rationalismus

John Locke (1632-1704) war der Begründer des Empirismus


Empirismus und Rationalismus sind erkenntnistheoretische Ansätze,
die in der Epoche der Aufklärung eine wichtige Rolle spielten.
Der Empirismus hatte einen maßgeblichen Einfluss auf
das wissenschaftliche Arbeiten. Sein Begründer ist John Locke. Er
ging davon aus, dass man Erkenntnis nur erlangen könne, wenn man
Vernunft mit der Wahrnehmung unserer Sinne in Form von
Beobachtungen oder Experimenten kombinieren würde.

Der Rationalismus vertrat die Denkweise, dass überliefertes Wissen


nicht nur weitergeführt oder angenommen werden sollte. Es sollte
immer wieder rational hinterfragt werden, um Erkenntnis zu
erlangen. Hierbei werden andere Erkenntnisquellen wie
Sinneserfahrungen, Experimente oder religiöse Offenbarung für
unzulänglich gehalten. Der Begründer des Rationalismus ist René
Descartes, unter anderem bekannt durch seinen Leitspruch “Ich
denke, also bin ich.”

Dialektik der Aufklärung: Moderne Aufarbeitung der Epoche


Die “Dialektik der Aufklärung” (1944) ist eine Sammlung von Essays
von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Sie ist eine moderne
Weiterführung des aufklärerischen Gedankenguts der Epoche des
18. Jahrhunderts, in der die menschliche Vernunft neu
betrachtet wird. Horkheimer und Adorno stufen die Vernunft nicht
wie Kant als Lösung für ein friedliches, moralisches Zusammenleben
und als Unterscheidungsmerkmal zum Tier ein.

Sie vertreten die Meinung, dass Vernunft uns auch zum Tier werden
lassen kann. Zum Beispiel, wenn uns barbarische Handlungen als
einzige Lösung vernünftig erscheinen. Vernunft könne
demnach triebgesteuert sein, entweder von der inneren Natur des
Menschen heraus oder aber auch durch äußere Umstände. Gemeint
ist unter anderem die Beeinflussung der menschlichen
Sichtweise auf die Geschichte durch Philosophen oder Theoretiker.

Merkmale in kurz :

Verwissenschaftlichung von Literatur

 Vernunft, Humanität und Nützlichkeit bilden die Grundsäulen


der Literatur
 Das Gedankengut der Aufklärung sollte literarisch
transportiert werden
 Gedankliche Emanzipation und Forschung waren wichtige
Themen

Wichtige Gattungen in der Literatur

 Epik: der bürgerliche Roman (das Bürgertum rückte ins


Zentrum der Aufmerksamkeit), Fabel und Parabel übernahmen
wichtige erzieherische Funktionen (moralische Belehrung)
 Lyrik: es gab eine neue Formenvielfalt (Lehrgedichte,
Gedankenlyrik, gefühlsbetonte Oden und Hymnen)
 Dramatik: bürgerliches Drama als wichtigste neue
Untergattung (Neuheit: das Bürgertum durfte auf die Bühne,
die Figuren repräsentierten bürgerliche Ansichten),
bürgerliches Trauerspiel

Strömungen innerhalb der Epoche der Aufklärung

 Empfindsamkeit (1740–1790): zur Rationalität der Aufklärung


hinzu kommen Subjektivität und Gefühlsbetontheit als
Ausdrucksform (Themen: Verhältnis zu Gott, Freundschaft,
Naturnähe)
 Sturm und Drang (1767–1790): Protestbewegung gegen die
reine Vernunft, Geniedenken und idealisiertes Lebensgefühl
treffen Ehrfurcht vor der Natur

Ziel der Literatur:

 Den Menschen zum Nachdenken und zur Hinterfragung


aktueller Zustände bewegen
 Die Fähigkeiten des Verstandes ausbilden, um ein humanes,
moralisches und glückliches Zusammenleben zu ermöglichen

Vertreter und Werke:

 Immanuel Kant: “Beantwortung der Frage: Was ist


Aufklärung?” (1784)
 David Hume: “Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral”
(1751)
 Thomas Hobbes: “Leviathan. Oder Stoff, Form und Gewalt
eines bürgerlichen und kirchlichen Staates.” (1651)
 John Locke: “Ein Versuch über den menschlichen Verstand”
(1690)
 Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti (1772)
 Daniel Defoe: Robinson Crusoe (1719)
 Jonathan Swift: Gullivers Reisen (1726)

Kunst in der Aufklärung

"Mr. and Mrs. Thomas Coltman" von Joseph Wright of Derby (1772)
Von der Kunst beziehungsweise der Malerei der Aufklärung wird im
Nachhinein nicht viel gesprochen. Denn es ging vielmehr um die
Fähigkeit, Kunst zu rezensieren und sich kritischen Diskussionen
über Ästhetik zu widmen als um einen eigenen Kunststil dieser
Epoche. Dennoch gelangten die Künstler dieser Epoche zu einem
völlig neuen Selbstbild.

Sie eiferten nicht mehr ausschließlich der Natur nach, sondern


betrachteten sich als autonome Schöpfer. Die Schönheit dieser
Schöpfung solle fortan im Auge des Betrachters liegen und nicht
mehr im möglichst geringen Unterschied zum natürlichen Vorbild. Die
Werke sollten die Zeit überdauern und erhalten bleiben. Sie sollte
sich von Bevormundung oder Zensur befreien und einfach Kunst um
der Kunst willen sein. Diese Einstellung nimmt in der Aufklärung
ihren Anfang, doch erreicht erst im 19. Jahrhundert ihren
Höhepunkt

Liste weiterer Vertreter und Werke

Der Dichter Lessing (1729–1781)


Die ersten sechs der im Folgenden aufgeführten Vertreter stammen aus Deutschland. Ihre Werke werden unter
anderem im Deutschunterricht oder in einem literaturwissenschaftlichen Studium thematisiert und auf typische
Merkmale der Epoche analysiert. Beliebte Beispiele sind Gotthold Ephraim Lessings “Emilia Galotti” oder “Nathan der
Weise”. Sie eignen sich sehr gut zur Interpretation vor dem Hintergrund der Aufklärung. Die weiteren vier Vertreter
haben auch internationale Bekanntheit erlangt. Die beliebtesten sind “Robinson Crusoe” von Daniel Defoe und “Gullivers
Reisen” von Jonathan Swift.
1. Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781)
Nathan der Weise (Drama, 1779)
Emilia Galotti (bürgerliches Trauerspiel, 1772)
2. Christoph Martin Wieland (1733–1813)
Geschichte des Agathon (Bildungsroman, 1766/67)
3. Karl Phillip Moritz (1756–1793)
Anton Reiser (psychologischer Roman, 1785/86)
4. Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769)
Die Betschwester (Lustspiel, 1745)
Die zärtlichen Schwestern (Lustspiel, 1747)
5. Johann Christoph Gottsched (1700–1766)
Der sterbende Cato (Drama, 1732)
Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen (1730)
6. Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803)
Oden (1771)
7. Daniel Defoe (1660–1731)
Robinson Crusoe (Roman, 1719)
Kapitän Singleton (Roman, 1720)
8. Jonathan Swift (1667–1745)
Gullivers Reisen (satirischer Roman, 1726)
9. Alexander Pope (1688–1744)
The Rape of the Lock (deutsch: Der Lockenraub, Gedicht, 1712)
10. Denis Diderot (1713–1784)
Die Nonne (Roman, posthum veröff. 1792)
Jacques der Fatalist und sein Herr (Roman, geschr. 1765–1784, posthum veröff. 1792)
Von anderen Linke :

Aufklärung Literaturepoche Merkmale, Autoren & Werke


Aufklärung Literaturepoche

Die Literaturepoche der Aufklärung ist vor dem Hintergrund einer


gesamteuropäischen bürgerlichen Bewegung im 18. Jahrhundert zu betrachten,
die ihre Wurzeln in England und Frankreich hatte. Sie war geprägt vom
analytischen und kausalen Denken und dem Glauben an den Sieg der Vernunft
und des Fortschrittsdenkens. Dadurch entstand ein neues bürgerliches
Bewusstsein, das neben Vernunft auch die Freiheit als Grundprinzip ansah. In
diesem Zusammenhang wurden wesentliche Herrschaftsstrukturen zu Gunsten
des Naturrechts in Frage gestellt, das alle Menschen von Geburt an gleich in
ihrem Verstand und ihren Rechten betrachtete. Das bekannteste Beispiel für
diese Bewegung ist die Französische Revolution 1789.

Viele berühmte philosophische Grundsätze stammen aus dieser Zeit, wie zum
Beispiel „cogito ergo sum“ von René Descartes („Ich denke, also bin ich.“) oder
„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ von Immanuel Kant. In
der Literaturgeschichte schließt der Begriff der Aufklärung
die Epochen Empfindsamkeit und Sturm und Drang mit ein.

Name der Epoche

Der Begriff der Aufklärung wurde das erste Mal von Immanuel Kant 1784
griffig definiert: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst
verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines
Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist
diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des
Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne
Leitung eines anderen zu bedienen!“ Kant forderte also im Sinne der Aufklärung
das Bürgertum dazu auf, sich zu emanzipieren und der Unmündigkeit zu
entkommen. Hinter der Aufklärung steckt ein historisches gesellschaftliches
Konzept, das sich auf alle Bereiche der Gesellschaft, wie Politik, Philosophie und
Kunst, ausdehnte.
Merkmale der Epoche Aufklärung

Diese Grundsätze spiegelten sich auch in der Literatur wider. Die moralischen
und philosophischen Ansichten des verstandesgemäßen und tugendhaften
Handelns sollten in die literarische Öffentlichkeit gelangen und das breite Volk
erreichen. Wichtige Merkmale der Literatur der Aufklärung sind:

 Entstehung einer literarischen Öffentlichkeit: An die Stelle des Hofdichters,


der über die höfische Gesellschaft schrieb, traten nun freie Schriftsteller, die sich
dem bürgerlichen Leben zuwandten. Das machte sie zwar unabhängiger, allerdings
konnten viele ihren Lebensunterhalt nicht ohne einen Nebenverdienst bestreiten. Die
Literatur verbreitete sich immer weiter im Volk.
 Literatur im Sinne von Vernunft, Humanität und Nützlichkeit: Die Gedanken
der Aufklärung wurden durch die Literatur transportiert und thematisch lagen die
Schwerpunkte auf Forschung und Emanzipation. So entstanden auch immer mehr
wissenschaftliche und literaturtheoretische Schriften, die noch heute eine wichtige
Basis für demokratisches Gedankengut bilden.
 Neue Untergattungen – das bürgerliche Trauerspiel, bürgerliches Drama: Das
Drama und damit das Theater war die wichtigste literarische Gattung während der
Aufklärung. Mit Gotthold Ephraim Lessing wurde es dahingehend reformiert, dass nun
auch das Bürgertum auf die Bühne durfte und die Figuren in den Dramen bürgerliche
Tugenden vertraten.
 Erzieherische Aufgabe der Fabel: Neben dem bürgerlichen Trauerspiel stellten
auch Fabeln und Parabeln wichtige literarische Formen dar. Beide sollen den Leser
moralisch belehren. Während die Fabel dies mit Tieren als Protagonisten vollbringt,
stellt die Parabel der Bildebene eine Sachebene gleichnishaft gegenüber. Aus der
Bildebene, also dem Geschehen in der Geschichte selbst, sollen Schlussfolgerungen auf
der Sachebene getroffen werden, die den Leser zum Nachdenken anregen.
 Der bürgerliche Roman: Auch in der Epik verlagerte sich die Perspektive auf
das Bürgertum und einen bürgerlichen Protagonisten. Den Anfang machte 1766/67
Christoph Martin Wieland mit dem Roman „Agathon“.
 Formenvielfalt in der Lyrik: Die Lyrik der Aufklärung zeichnete sich durch eine
große Formenvielfalt aus, die sowohl subjektive und gefühlsstarke Oden und Hymnen
umfasste als auch aufklärerische Lehrgedichte und Gedankenlyrik.
 Sozialkritische Tendenzen in der Literatur: Das Streben des Bürgertums,
geistige Freiheit zu erlangen und sich gegen die Bevormundung durch die adeligen
Herren zu wenden, führte zur Verbreitung von Satire und politischen Schriften. Eine
Form der Satire sind die Aphorismen. Sie formulieren in meist nur wenigen Sätzen
einen lehrreichen Sinnspruch.
 Literaturepoche Empfindsamkeit: Innerhalb der Epoche der Aufklärung lässt
sich die Strömung der Empfindsamkeit verorten. Zeitlich ist sie von 1740 bis 1790
anzusiedeln. Dem rationalen Denken der Aufklärer wurde eine gefühlsbetontere
Ausdrucksform verliehen. Thematisch wurde zum Beispiel der Pietismus behandelt, der
die persönliche Auseinandersetzung mit Gott in den Fokus rückt. Daneben spielte
Freundschaft und Naturnähe eine zentrale Rolle.
 Literaturepoche Sturm und Drang: Ebenfalls in der Zeit der Aufklärung liegt
der Sturm und Drang (1767 – 1790). Merkmale sind das Geniedenken, Protest gegen die
reine Vernunft der Aufklärung, ein idealistisches Lebensgefühl und ein einfühlendes
Verhältnis zur Natur.

Rolle der Kunst

Künstler und damit die Kunst gewannen im Zuge der Aufklärung ein neues
Selbstbewusstsein, das sich vor allem aus der Einheit von Kunst und
Wissenschaft speiste. Künstler zu sein hieß Schöpfer zu sein, von Schönheit, die
sich hinter der Natur versteckte, eine schöpferische Erfahrung zu durchleben.
Hinzu kam die Bedeutung der Werke als etwas Bleibendes, das als Zeitzeuge
überdauern würde.

In der Aufklärung wurde nicht länger die Forderung an die Kunst gestellt, die
Natur nachzuahmen und etwas Schönes zu schaffen, sondern das Urteil über die
Schönheit eines Kunstwerks sollte frei von Parteilichkeiten und Geschmäckern
sein. Kant definierte diese neue Schönheit als „Zweckmäßigkeit ohne Zweck“ und
das Urteil über diese sollte frei von Interessen sein, sondern ein allgemeines
Wohlgefallen auslösen. Dieses Prinzip lässt sich unter Autonomie der Kunst
zusammenfassen: Kunst im Sinne der Kunst, unabhängig von moralischen
Zwecken. Der Zweck lag darin begründet, künstlerische Werke von
Bevormundung und Zensur zu befreien. In den folgenden Jahrhunderten
entwickelte es sich immer weiter und erreichte seinen Höhepunkt im 19.
Jahrhundert mit „L’art pour l’art“ (Kunst um der Kunst willen) und seinem
Gegensatz der politischen Tendenzliteratur.

Bekannte Autoren der Epoche

Die wichtigsten Autoren und Vertreter der Epoche Aufklärung sind:

 Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781) – Leben und Weke – in Syllabus


 Christoph Martin Wieland (1733 – 1813)
 Karl Phillip Moritz (1756 – 1793)
 Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769)
 Johann Christoph Gottsched (1700 – 1766) LEben und Werke in Syllabus
 Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)
Bekannte Werke der Epoche

Die bekanntesten Werke der Epoche Aufklärung sind:

 „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing (1779) – Textbeispiel in


Syllabus
 „Emilia Galotti“ von Gotthold Ephraim Lessing (1772)
 „Geschichte des Agathon“ von Christoph Martin Wieland (1766/67)
 „Anton Reiser“ von Karl Phillip Moritz (1785/86)
 „Die Betschwester“ von Christian Fürchtegott Gellert (1745)
 „Die zärtlichen Schwestern“ von Christian Fürchtegott Gellert (1747)
 „Sterbender Cato“ von Johann Christoph Gottsched (1732)
 „Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen“ von Johann Christoph
Gottsched (1730)
 „Sudelbücher“ von Georg Christoph Lichtenberg (1765 – 1799)
 Diverse philosophische Werke und Schriften von Kant, Montesquieu, Voltaire und
Rousseau
Nathan der Weise von Lessing :

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