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Ringvorlesung Inklusion

17.12.20

Geschlecht(lichkeit) und Inklusion (Susanne Richter & Eva Reuter)

In der Einleitung zur Vorlesung wird durch Frau Reuter deutlich gemacht, dass sich die Vorlesung
weder konkret um Inklusionskonzepte noch um konkrete pädagogische Orte, wie Schule, drehen
bzw. diese behandeln wird, sondern vielmehr die Verschränkungen und Machtverhältnisse, die mit
der Kategorie Geschlecht verbunden sind und eine zentrale Dimension sozialer Ordnung darstellen,
beleuchten möchte, die auf den Erkenntnissen der recht jungen Geschlechterforschung beruhen.

Während die Dudendefinition zu Geschlecht sich im wesentlichen auf biologische, anatomische,


genetische und neurologische Aspekte bezieht, soll in der Vorlesung deren soziale Auswirkungen als
Schwerpunkt dienen.

Nach Einschätzung von Frau Richter wirkt Geschlecht als soziale Strukturkategorie bzw. sozialer
Platzanweiser. Exemplarisch wird ein Schaubild mit den Gehaltsunterschieden nach Geschlecht in der
privaten deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2016 erläutert.

Die im folgenden von Frau Richter anhand eines vergleichenden Schaubildes erstellte Analyse wirkt
im Redebeitrag lieblos zusammengestellt und nicht zwingend.

Zum aktuellen Stand und der Entwicklung der recht jungen Forschungsrichtung
Geschlechterforschung, berichtet Frau Reuter von vielfältigen Forschungsansätzen, der Entwicklung
einer gemeinsamen Geschlechtertheorie und interdisziplinären Zugängen. Den unterschiedlichen
Forschungsströmungen gilt als Konsens, dass Geschlecht als bedeutsame gesellschaftliche Struktur
besteht. Geschlecht ist historisch und zeitgebunden konstruiert, vor dem Hintergrund bestehender
sozio-kultureller Verhältnisse, exemplarisch erläutert an Bildbeispielen aus dem späten Mittelalter
sowie 1840, zur Veränderung von Geschlechtszuweisung anhand von Kleidungsstilen.

Die Ringvorlesung findet ihren konkreten Bezug zur Inklusion im Wortbeitrag der Frau Richter. Unter
den Stichworten Gleichheit und Differenz als Ergebnisse aus Geschlechterforschung versucht Frau
Richter die zentralen Wirkweisen der Geschlechterordnung (dieser Begriff wird in der Vorlesung nicht
definiert) zu vermitteln. Die drei Wirkweisen Binarität (Zweigliedrigkeit), Hierarchie (Rangordnung)
und Alterität (Verschiedenheit) werden mühevoll anhand eines Schaubildes mit 2 Toillettentüren
erläutert. Die Erläuterung kann von mir im Bereich der Binarität nachvollzogen, die konstruierten
Bezüge zu Hierarchie und Alterität nur schwer bzw. nicht nachvollzogen werden.

Anhand eines Buchbeispieles aus 2016 wird nachgewiesen, dass die erkannte Differenz in den
Erziehungswissenschaften mittlerweile angekommen ist, dort inhaltlich diskutiert wird und somit
Auswirkungen auf die Ausgestaltung von Inklusion nimmt oder nehmen wird. Schön hier das Zitat
von Adorno, welches gesellschaftliche Differenz ohne Angst, Wertung, Alterität u.ä. einfordert!

Fazit: Im Bereich der Einleitung wird deutlich wie unterschiedlich umfangreich zum Beispiel Duden
und Geschlechterforschung „Geschlecht“ definieren. Von daher hätten mich besonders
interdisziplinäre Zugänge zu Geschlechterforschung aus den Bereichen Biologie, Medizin, Genetik,
Neurologie etc. in der Vorlesung interessiert.