Sie sind auf Seite 1von 9

PAULUS, Apostel

Über keine Gestalt des frühesten Christentums besitzen wir so verschiedenartige Quellen wie zur Person des P. An
erster Stelle stehen die autobiographischen Zeugnisse der authentischen P.-Briefe [Röm.; 1./2. Kor.; Gal.; Phil.; 1.
Thess.; Phm.], an zweiter Stelle die erste Historiographie des frühen Christentums, die Apostelgeschichte des Lukas.
Schließlich begegnen in den (pseudepigraphen) Pastoralbriefen (1./2. Tim.; Tit.) eine Reihe biographischer
Bemerkungen. Jedoch besitzt jede dieser Quellen ihre eigene Problematik. Die P.-Briefe insgesamt (einschl. des Röm.)
sind Gelegenheitsschreiben. Wo sich P., so selten er es tut (Gal. 1,13-2,10; Phil. 3,1-14), zu seinem Leben und zu seiner
Biographie äußert, äußert er sich nicht nur in der Rückschau auf etwa 20 Jahre seines Lebens, sondern v. a. situations-
u. zeitgebunden. Dies bedeutet: P. schreibt nicht für seine Nachwelt, sondern in seine Gegenwart. Entsprechend
akzentuiert er seine Äußerungen, läßt manches fort, was in der gegenwärtigen Lage ohne Bedeutung, führt manches
aus, was vom biographischen Standpunkt her weniger bedeutsam erscheint. Der erste P.-Biograph Lukas entwirft ein
begeistertes P.-Bild. Trotz aller Begeisterung enthält Lukas dem P. den Aposteltitel vor und bindet ihn fiktiv unlöslich an
Jerusalem, wozu auch die Konstruktion nicht nur der ersten (Apg. 13 f.), sondern der insges. drei sog. Missionsreisen
des P. (mit ihren Anfangs- bzw. Endpunkten Antiochien/Jerusalem) gehört. Diese Darstellung fußt auf der lk. theol.
Grundkonzeption. Sie wird aber auch durch die weitgehend judenchristlichen, viell. vom Jakobus-Kreis abhängigen,
(Apg. 9; 13-28 verarbeiteten) Traditionen und Informationen über P. (wenn auch keine breiteren Quellen) begünstigt
sein, die Lukas zugekommen sind. An einer ausgesprochenen P.-tradition partizipieren die Pastoralbriefe. Aber im
Vergleich zu den authentischen Zeugnissen erkennt man die Abhängigkeit. Für die Rekonstruktion der paulinischen
Biographie kommt den authentischen Zeugnissen höchste Glaubwürdigkeit zu, sie bieten das biographische Gerüst. Die
lk. Angaben sollten nicht als weitgehend fiktiv (ähnlich den Angaben in den Past.) disqualifiziert werden, aber ihr
biographisches Gewicht ist jeweils zu prüfen. Die Selbstzeugnisse haben Vorrang, aber auch die Angaben der Apg. sind
gute, wenn auch oftmals eher indirekte Zeugnisse. -

Geburt und Tod des P. liegen im historischen Dunkel. Wahrscheinlich wurde P. im ersten Jahrzehnt n. Chr. geboren.
Lukas sieht »P. aus Tarsos in Cilicien« (Apg. 9,11; 21,39) in dieser Stadt auch geboren (22,3). Mit dieser schlüssigen
Vermutung konkurriert die Information des Hieronymus (De viris illustribus 5; ad Philemon 23), P. sei in Gischala
(Obergaliläa) geboren und seine Eltern seien im Zuge kriegerischer Ereignisse nach Tarsos gelangt. Obwohl Hieron.
selbst von einem »Gerücht« spricht, ist doch unerklärlich, wie der ansonsten unbedeutende galil. Ort in die Überlieferung
gelangte. Wie auch immer man die beiden Angaben zu harmonisieren versucht (Abstammung der Eltern; Herführung
des Bürgerrechts), der bedeutende Ort für die biographische Entwicklung ist Tarsos, wo P. aufwächst. Der Tod des P.
datiert wohl in die Mitte der 60er Jahre des 1. Jh. Nach 1. Klem. 5, geschrieben im Jahre 95, starb P., wie auch Petrus,
den Märtyrertod in Rom. Obleich Lukas der Apg. das positive Bild des freimütig in Rom predigenden P. ans Ende stellt
(28,31 in Erfüllung v. 1,8), dürften auch ihm Todesort und Todesart nicht unbekannt gewesen sein (vgl. 20,36 ff.; 21,10
ff.). Biographisch lassen sich drei Phasen unterscheiden: 1. Die vorchristliche Zeit (bis »vor Damaskus«), 2.
Lebenskehre und die Zeit als Missionar im Bereich der antiochienischen Theologie (bis zum Apostelkonvent und dem
sog. Antiochienischen Konflikt, Gal. 2,11 ff.), 3. Die Zeit als selbständiger Missionar. - 1. P. hebt demonstrativ gegenüber
den Vorwürfen jüd. Provenienz hervor (Phil. 3,5 f.; Gal. 1,13 f.; 2. Kor 11,22; Röm. 11,1), ein »Volljude« zu sein, nicht nur
seiner Abstammung nach, sondern auch von seiner Erziehung und Entwicklung im Pharisäismus her. So
außergewöhnlich die Entgegnung für einen Diasporajuden ist, so außergewöhnlich ist auch seine biographische
Entwicklung verlaufen. P. ist sicher in Tarsos aufgewachsen. Seine Familie gehörte den Pharisäern an (vgl. Apg. 23,6) u.
zählte wahrsch. zum tarsischen Stadtbürgertum. P. wird hellenistisch erzogen, genießt aber zugleich eine für das
Diasporajudentum typische jüd. Unterweisung. Seine Muttersprache war Griechisch. Die hebr. Schrift (das AT) konnte er
vielleicht lesen, geläufig war ihm aber die griech. Übersetzung (LXX). In jungen Jahren erlernte er einen
Handwerkerberuf, wohl den des Zeltmachers (Apg. 18,3). In diesen Jahren schließt er sich der pharisäischen
Laienbewegung an. Thora und mündliche Auslegung des Gesetzes sind ihm Richtschnur des Lebenswandels bis hin zu
einer fanatischen Befolgung. Dieser Eifer für das Gesetz läßt ihn den Gegensatz zum hellenistischen Judenchristentum,
zu den »Hellenisten« (Apg. 6,1-6), in besonderer Weise als gottwidrig empfinden. Daher verfolgt er im Bereich des
Diasporajudentums christliche Gemeinden (Gal. 1,13.23; Phi. 3,6; 1. Kor. 15,9). Die lk. Darstellung von Erziehung (durch
Gamaliel I., Apg. 22,3) und Verfolgertätigkeit in und von Jerusalem aus (8,1-3; 9,2; 22,4 f.; 25,10 f.; vgl. 7,58; 22,20)
samt dem dort lebenden Neffen (22,16) ist Fiktion. Sie scheitert letztlich an der unverdächtigen Selbstäußerung des P. in
Gal. 1,22 f. Skepsis gilt auch gegenüber der Auffassung, P. habe das röm. Bürgerrecht besessen (Apg. 16,37 f.; 22,25
ff.; 23,27; vgl. 25,10 f.; 21,25 f.; 28,19). -

2. Vor Damaskus (Apg. 9,3; 22,6; 26,12; vgl. Gal. 1,17) kommt der Umschlag. P. erfährt ein Offenbarungserlebnis (Gal.
1,12.16; 1. Kor. 15,8; 9,1; Apg. 9; 22; 26), wodurch sich sein ganzes Leben umkehrt. Aus dem Verfolger der Gemeinde
Gottes wird der von Gott berufene Apostel Gottes. Die volkstümliche Legende hat die Lebenskehre in das griffige Bild
gefaßt, »Saulus« sei zum »Paulus« geworden. Das Bild trifft die Sache, wenn es auch historisch und exegetisch
fehlgeht. »Paulus« war der griech.-röm. Beiname des jüd. Namens Saul(us). In der Apg. liegt der Namenswechsel 13,9
deutlich nach der ersten Berufungsschilderung (Apg. 9). -

Die Damaskusszene läßt sich als erstes Datum näherungsweise fixieren: Ausgehend vom Todesjahr Jesu (s.d.) 30 n.
Chr. und einer Verfolgungstätigkeit von 1-2 Jahren dürfte P. 31/32 vor Damaskus gewesen sein. Von diesem Datum her
lassen sich die weiteren Ereignisse nach den relativen Angaben in Gal. 1,17-2,1 einordnen: Von Damaskus aus
missioniert P. in der Arabia, dem nabatäischen Ostjordanland, und kehrt dann wieder, etwa 33/34 zurück (1,17). Von dort
muß er auf waghalsige Weise vor nabatäischer Verfolgung fliehen (2. Kor 11,32 f., zeitl. diff. zu Apg. 9,24 f.), sein erstes
eigenes Verfolgungserlebnis. Wenig später, etwa 3 Jahre nach der Berufung (1,18 gg. Apg. 9,26 ff.), kommt P. zu einem
14-tägigen Kurzbesuch zu Petrus nach Jerusalem (i.J. 34). Danach hält er sich in der weiteren Umgebung von Tarsos
auf, er missioniert Nordsyrien und Cilicien (1,21; vgl. Apg. 9,30; 11,25 f.). In den nächsten Jahren wechselt er in das
heidenchristl. Zentrum der Frühzeit nach Antiochien (vgl. z. T. Apg. 11,25 f.) und gewinnt mit der Zeit eine
gemeindeleitende Bedeutung neben oder vor Barnabas. Jedenfalls ist P. führender Repräsentant der antiochienischen
Delegation (Gal. 2,1; Apg. 15,2) zum Jerusalemer Apostelkonvent (48 n. Chr.), etwa 14 Jahre nach seinem ersten
Besuch. Anlaß, Darstellung u. Ergebnis der Zusammenkunft gehen bei P. (Gal. 2,1-10) und Lukas (Apg. 15,1-29) zwar
auseinander, können aber zu einem Bild zusammengebracht werden. Es geht im wesentlichen um die Grundsätze der
Heidenmission. Auf dem Konvent traten drei Gruppen auf: die Vertreter einer gesetzesfreien Heidenmission i. S. der
bisherigen antiochienischen Position, repräsentiert durch zwei der drei Apostel des Jerusalemer Führungskollegiums (s.
Gal. 2,9) Petrus u. Johannes; die Leute um den dritten, Jakobus, verlangten analog der jüd. Heidenmission minimale
Thoraobservanz (»Aposteldekret«, vgl. Apg. 15,19 ff.); eine dritte Gruppe judaisierender Judenchristen verlangte von
den Heidenchristen die Beschneidung. (Diese Gruppe dürfte eine Urzelle der späteren P.-Gegner bilden). Entgegen Apg.
15,22-35 endete die Zusammenkunft mit dem Kompromiß einer Teilung der Missionsgebiete (sog. »Heiden« an
Antiochien; »Juden« an Jerusalem) und dem Auftrag zu einer Kollekte an die Urgemeinde. Jedoch läßt Gal. 2,3.9 f.
erkennen, daß weitere 'Auflagen' zur Diskussion standen. Der Jerusalemer Kompromiß hält nicht lange. Schon bald
(48/49 n. Chr.) bricht der Konflikt zw. den versch. Gruppen in Antiochien (erneut?) auf (Gal. 2,11 ff.). P. kann seine
gesetzesfreie Position in Antiochien nicht durchsetzen. Über dem Konflikt über die sog. Mahlgemeinschaft zerbricht nicht
nur die Gemeinschaft zw. Juden- u. Heidenchristen, sondern auch die Gemeinschaft zwischen P. und Barnabas (2,13;
diff. Apg. 15,36 ff.) und noch weiter die Gemeinschaft zwischen P. und Antiochien. Nach diesem Bruch hat P. Antiochien
wahrscheinlich nicht mehr besucht. -

3. P. trennt sich von Antiochien und beginnt (etwa 48/49 n. Chr.) seine selbständige Mission an den Heiden. Über
Galatien, wo eine Erkrankung einen längeren Aufenthalt (Gal. 4,13 ff.) erzwang, kam P. nach Philippi (vgl. den Reiseweg
Apg. 16,6-11: galatische Provinz - Samothrake - Neapolis). Nach persönl. Mißhandlungen kommt er um 50 n. Chr. (über
Amphipolis und Apollonia, Apg. 16,12 ff.; 17,1, auf der Via Egnatia) nach Thessalonike (1. Thess. 2,1 f.). Nach einem
längeren Gründungsaufenthalt (2,1-12) zieht er durch Mazedonien und die Achaja (1,7 f.; vgl. Apg. 16 f.), mit einem nur
kurzen, da missionarisch erfolglosen Aufenthalt in Athen (3,1; vgl. Apg. 17,16-34), nach Korinth, wo er von etwa 50/51 -
52/53 bleibt (Apg. 18,1-18). Aus dieser Zeit stammt der 1. Thess. - Nach dem Antiochienischen Konflikt beginnt die
eigenständige, von einer Muttergemeinde unabhängige, Missionsarbeit des P., sowohl in wirtschaftlicher, ideller als auch
theologischer Hinsicht. Von den gegründeten Gemeinden selbst nahm P. in der Regel keine Unterstützung an, sondern
verdiente sich seinen Lebensunterhalt und ggf. das »Reisegeld« durch sein erlerntes Handwerk (1. Thess. 2,9; 1. Kor.
9,6.12.18; 2. Kor. 11,9; 12,14 ff.). Einzig der Gemeinde von Philippi gestattet P., ihn finanziell zu unterstützen (bes. Phil.
4,10 ff.). Die gängige Übung der Empfehlungsschreiben lehnt er, anders als seine Gegner und Konkurrenten, ab, wohl
mit der theologischen Begründung, Gott selbst werde sein Werk vollbringen. Dem Missionserfolg des P. liegt eine (nach
Röm. 15,18 ff.) bewußt verfolgte, angesichts der Parusienächsterwartung bes. ergonomische Missionsstrategie
zugrunde, gekennzeichnet zum einen durch den ökumenischen, die damalige Welt umspannenden Aspekt, zum anderen
durch die bes. Organisation von den politischen und wirtschaftlichen Zentren aus. Die neugegründeten christl.
Gemeinden wurden nach dem Weggang des Apostels in ihrer weiteren Umgegend selbst missionarisch wirksam (1.
Thess. 1,2 ff.). Den Kontakt zu P. hielten sog. Mitarbeiter (Timotheus, Titus u.a.) als Vertrauenspersonen beider Seiten. -
Die aus relativen Daten und Vermutungen über Reise- und Aufenthaltsdauer rekonstruierten biograph. Daten bis zum
Korinth-Aufenthalt lassen sich durch die absolute Datierung der Prokonsulzeit des Gallio in Korinth (vgl. Apg. 18,12)
aufgrund der sog. Gallio-Inschrift aus dem Apollon-Tempel in Delphi sichern, relative und absolute Chronologie decken
sich. Die weiteren biograph. Daten lassen sich nur noch aus Einzelangaben rekonstruieren. -

Von Korinth aus gelangt P. auf dem Seeweg nach Ephesus, wo er mit kurzen Unterbrechungen etwa 2-3 J. bleibt (vgl.
Apg. 19,8 ff.). Von hier aus schreibt er schon bald einen verlorengegangenen Brief nach Korinth (1. Kor. 5,9). In der
Kollektenangelegenheit besucht er noch einmal die Gemeinde(n) in Galatien (16,1; Gal. 4,13). Seine Abwesenheit (53 n.
Chr.) nutzen Gegner in Ephesus zur Agitation, wodurch er in Lebensgefahr gerät (1. Kor. 15,32). Zur Abfassungszeit des
1. Kor (u. des Gal., 54 n. Chr.) blüht sein Missionswerk wieder (16,9). P. will anschließend wegen der Kollekte über
Mazedonien nach Korinth kommen und längere Zeit bleiben, vielleicht dort überwintern (16,5 ff.). Freilich wird dieser Plan
vereitelt (2. Kor. 1,8-10), weil P. in »Asien«, also wohl in Ephesus, in Gefangenschaft gerät. Erst 1 oder 2 J. später wird
P. den Plan dann doch verwirklichen können (2. Kor. 2,12 f.). Daneben fällt in diese Zeit die wechselvolle und
spannungsreiche Korrespondenzsituation mit Korinth. Im J. 54 gelangen besorgniserregende Nachrichten zu P. (über
Timotheus), die ihn zur schriftl. Verteidigung seines Apostolates (sog. Apologie 2,14-7,4) zwingen. Die Situation erfordert
einen persön. Zwischenbesuch in Korinth (13,2). Sein Versuch, seinen Apostolat zu verteidigen, schlägt fehl, wieder in
Ephesus schreibt er den (zufolge 2,4) sog. Tränenbrief (2. Kor. 10-13). Ende dieses Jahres gerät er in Gefangenschaft,
der Sklave Onesimus flüchtet sich zu ihm (Phm.), die Philipper erfahren von seiner Notlage und unterstützen ihn, P.
schreibt den Phil. (ohne Kap. 3). P. kann freikommen, reist nach Troas und will nach Mazedonien. Dort erreichen ihn
(durch Titus) positive Nachrichten über die korinthischen Gemeindeverhältnisse, er schreibt den sog. Versöhnungsbrief
(2. Kor. 1,1-2,13; 7,5-16), dem die beiden Kollektenschreiben (2. Kor. 8 f.) folgen. Der letzte Besuch in Korinth findet
tatsächlich in einem Winter (56) statt. Von Korinth aus bereitet P. mit dem Röm. die Spanienmission vor - zu der es aber
nicht mehr kommen wird. Die letzte authentische P.-Nachricht Röm. 15,26 kündigt seinen Rombesuch an, nachdem P.
die Kollekte in Jerusalem abgeliefert hat, was Apg. 24,17, wenn auch nur beiläufig, bestätigt. Wieweit die weitgehend
legendarische und theol. durchwirkte Darstellung der Gefangenenreise nach Rom in der Apg. auf authentischen
Ereignissen basiert, läßt sich nicht mehr feststellen. - Die drei Phasen seines Lebens haben nicht nur eine eigene
biograph., sondern auch eine je eigene theol. Ausrichtung und Relevanz. In seiner persönlichen Haltung wie in seinem
theol. Denken bleibt P. Jude, wenigstens im Sinne eines weltoffenen Diasporajudentums. Subjektiv hat er dies nie
bestritten (Röm 9,1-5). Objektiv hat mit »Damaskus« jedoch der Blickwinkel gewechselt. Nicht mehr der aus der
Geschichte Gottes mit seinem Volk kommende Heilsanspruch und Verheißungsbesitz hat Gültigkeit, sondern die in Tod
und Auferstehung Jesu Christi neu gesetzte Erlösung konstituiert Heilsanspruch und Heilsgewißheit - über den
konventionellen Rahmen des Judentums hinaus. Der Gesetzesgott wird zum Vatergott, die Gesetzesnorm verfehlte
Norm, Gnade zum soteriologischen Kern- und Schlüsselbegriff. Mit seiner Berufung zum Apostel sieht sich P. in die
Reihe der Auferstehungszeugen gestellt (1. Kor. 15,8 ff.; Briefanfänge), daraus bezieht er seine apostolische Autorität.
Zugleich verallgemeinert er seine eigene Existenzwende. An seinem eigenen Erleben wird transparent, was Bekehrung,
zum Glauben Kommen bedeutet: Der Mensch wird neu geschaffen (2. Kor. 5,17 f.). Damaskus ist somit nicht nur ein
biograph. Schlüsseldatum, sondern stellt einen, wenn nicht den eigentlichen Schlüssel zu seiner Theologie dar. Von der
antiochienischen Theologie übernimmt P. v.a. die Christozentrik, baut aber auch insgesamt auf dieser theol. Richtung (1.
Kor. 15,3-5) und ihrem frühen Missionskerygma (1. Thess. 1,9 f.) auf. -

Die theol. Konzeption des P. kann z.T. aus seinen Briefen explizit erkannt bzw. implizit erschlossen werden. Die
paulinischen Aussagen wie die Konzeption sind zeitbedingt und zeitgebunden. Neben P. entstehen und erhalten sich
nicht nur weitere und andere theol. Konzeptionen (z.B. Evangelientraditionen; Q), sondern die paulinische Theologie
entwickelt sich nach P. weiter (2. Thess.; Kol.; Eph.; Pastoralbriefe; Hebr.) bis hin zur kritischen Rezeption durch den
Verf. des Jak.. -

In die Zeit der Alten Kirche gehören verschiedene apokryphe Schriften aus dem 2.-4 Jh., die dem P. zugeschrieben
werden: »Acta Pauli«, ein biograph. Roman bestehend aus den »Acta Pauli et Theclae«, einem fiktiven 3. Kor. und dem
»Martyrium Pauli« (daneben versch. jüngere P.-Akten); eine P.-Apokalypse (vgl. 2. Kor. 12,2 ff.); ein Briefwechsel mit
Seneca; der Laodicenerbrief; sowie die Briefe an die alexandrinische Gemeinde, an die Makedonier sowie eine Predigt
(praedicatio) des P., die verlorengegangen sind. Wirkungsgeschichtlich gilt P. schon bald als Begründer der Weltmission.
Eine eigentliche Rezeption seiner Theol., die kirchengesch. wirkungsvoll werden sollte, setzt erst mit Augustin ein, führt
über Luther bis in die moderne Theologie Karl Barths. - P. ist oftmals Gegenstand künstlerischer und literarischer Werke.
In der Bildenden Kunst wird er verschiedentlich auch mit Petrus (mit dem er seit dem 3. Jh. den Gedenktag 29.6. teilt)
oder im Kreis der Apostel dargestellt. Insignien sind Buch und Schwert, typisch der fast kahle Kopf, das längliche Gesicht
und der lange Bart. Die bekanntesten Werke schließen an die Apg. an, v.a. an das Damaskuserlebnis (meist mit Sturz
vom Pferd verb.) bei Michelangelo, Pieter Bruegel d. Ä., Peter Paul Rubens, od. etwa an die Lystraszene (Apg. 14) bei
Raffael (in der Sixtin. Kapelle). Berühmt sind ferner das Apostelbild Dürers und das späte Selbstportrait Rembrandts als
P. Für das lit. Drama bot ebenfalls die Bekehrung dankbaren Stoff, im MA. anläßlich des Festes »Pauli Bekehrung« (seit
dem 8. Jh.: 25. 1.) verfaßt, bis hin zum Barock, in der Moderne bes. bei Franz Werfel (»P. unter den Juden«), das Motiv
wird symbolisch gedeutet in dem dreiteiligen Drama von August Strindberg (»Till Damaskus«).

Werke:

Von den 13 nt. Briefen, die P. als Absender nennen, gelten sieben als unbestritten echt: 1. Thess.; 1. Kor., Gal.; Phil.;
Phm.; 2. Kor.; Röm.

Lit.:

Forschungs- und Literaturberichte (mit Lit. bis 1980/1985): Erich Gräßer, Acta-Forschung seit 1960, in: ThR 41, 1976,
141-194. 259-290; ThR 42, 1977, 1-68; - Jürgen Roloff, Die P.-Darstellung des Lukas. Ihre geschichtlichen
Voraussetzungen und ihr theologisches Ziel, in: EvTh 39, 1979, 510-531; - Karl Hermann Schelkle, P. Leben - Briefe -
Theol., EdF 152, 1981; - Eckhard Plümacher, Acta-Forschung 1974-1982, in: ThR 48, 1983, 1-56; ThR 49, 1984, 105-
196; - Ferdinand Hahn, Der gegenwärtige Stand der Erforschung der Apg. Kommentare und Aufs.-Bände 1980-1985, in:
ThRv 82, 1986, 177-190; - Hans Hübner, P.-Forschung seit 1945. Ein kritischer Literaturbericht, in: ANRW II 25.4, 1987,
2649-2840; - Ders., Methodologie u. Theol.. Zu neuen methodischen Ansätzen in der P.-Forschung, in: KD 33, 1987,
150-176. 303-329; - Otto Merk, P.-Forschung 1936-1985, in: ThR 53, 1988, 1-81; - Darst. u. Unterss.: Günther
4
Bornkamm, P., Urban-Tb. 119, (1969) 1979 ; - Christoph Burchard, P. in der Apostelgeschichte, in: ThLZ 100, 1975,
882-895; - Alfred Suhl, P. und seine Briefe. Ein Beitrag zur paulinischen Chronologie, StNT 11, 1975; - Ders.,
Gestrandet! Bem. zum Streit über die Romfahrt des P., in: ZThK 88, 1991, 1-28; - Ders., Der Beginn der selbständigen
Mission des P.. Ein Beitrag zur Geschichte des Urchristentums, in: NTS 38, 1992, 430-447; - Ernst Dassmann, Der
Stachel im Fleisch. P. in der frühchr. Lit. bis Irenäus, 1979; - Ders., Archäologische Spuren frühchristlicher P.-Verehrung,
in: RQ 84, 1989, 271-298; - Jacob Jervell, Paul in the Acts of the Apostles. Tradition, History, Theology, in: Jacob Kremer
(Hrsg.), Les Actes des Apôtres. Tradition, rédaction, théologie, BEThL 48, 1979, 297-306; - Ders., Die Zeichen des
Apostels. Die Wunder beim lukanischen und paulinischen P., in: SNTU 4, 1979, 54-75; - Ders., Der unbekannte P., in:
Die Paulinische Literatur und Theologie. The Pauline Literature and Theology. Anl. der 50. jähr. Gründungs-Feier der
Universität von Aarhus hrsg. von Sigfred Pedersen, Teologiske Studier 7, 1980, 29-49; - Ders., P. in der Apg. und die
Gesch. des Urchristentums, in: NTS 32, 1986, 378-392; - Andreas Lindemann, P. im ältesten Christentum. Das Bild des
Apostels und die Rezeption der paulinischen Theologie in der frühchristlichen Literatur bis Marcion, BHTh 58, 1979; -
Ders., Der Apostel P. im 2. Jh., in: The New Testament in Early Christianity. La réception des écrits néotestamentaires
dans le christianisme primitif, BEThL 86, 1989, 39-67; - Ders., Paul in the Writings of the Apostolic Fathers, in: Paul and
the Legacies, hrsg. v. W. S. Babcock, 1990, 25-45; - Helge Nielsen, P.' Verwendung des Begriffs '. Eine Replik zur
Kreuzestheologie, in: Paulinische Literatur und Theologie [a.a.O.], 1980, 137-158; - Schalom Ben-Chorin, P., der
Völkerapostel in jüd. Sicht, 1980; - Martinus C. De Boer, Images of P. in the Post-Apostolic Period, in: CBQ 42, 180, 359-
380; - Donald A. Hagner, Paul in Modern Jewish Thought, in: Pauline Studies (FS Frederick Fyvie Bruce), 1980, 143-
165; - Helmut Köster, Apostel und Gemeinde in den Briefen an die Thessalonicher, in: Kirche (FS Günther Bornkamm),
1980, 287-298; - Gerd Lüdemann, P., der Heidenapostel I: Studien z. Chronologie, FRLANT 123, 1980; II.
Antipaulinismus im frühen Christentum, FRLANT 130, 1983; - Ders., P. und das Judentum, TEH 215, 1983; - Ders., Das
frühe Christentum nach den Traditionen der Apostelgeschichte. Ein Kommentar, 1987; - Franz Annen, Saulus, der
Christenverfolger - P., der Kritiker des Judentums, in: Kritik und Gegenkritik in Christentum und Judentum, hrsg. v.
Simon Lauer, Judaica et Christiana 3, 1981, 37-66; - Hendrikus W. Boers, The Problem of Jews and Gentiles in the
Macro-Structure of Romans, in: Neotestamentica (Pretoria) 15, 1981, 1-11 [= SEA 47, 1982, 184-196]; - Udo Borse, P. in
Jerusalem, in: Kontinuität und Einheit (FS Franz Mußner), 1981, 43-64; - Jost Eckert, Die Kollekte des P. für Jerusalem,
in: ebd. 65-80; - Ders., »Dreimal habe ich den Herrn angefleht...«. Krankheit in der Sicht des P., in: BiKi 43, 1988, 8-12; -
Karl Kertelge (Hrsg.), P. in den ntl. Spätschriften. Zur P.-Rezeption im NT, QD 89, 1981; - Hans Weder, Das Kreuz Jesu
bei P.. Ein Versuch, über den Geschichtsbezug des christlichen Glaubens nachzudenken. FRLANT 125, Göttingen 1981;
- Charles Kingsley Barrett, Essays on P., 1982; - Ders., P. als Missionar und Theologe, in: ZThK 86, 1989, 18-32; - Josef
Blank, P. -

Jude und Völkerapostel. Als Frage an Juden und Christen, in: ders., P. Von Jesus zum Christentum. Aspekte der
paulinischen Lehre und Praxis, 1982, 15-41; - Bernard Hungerford Brinsmead, Galatians - Dialogical Response to
Opponents, SBLDS 62, 1982; - Frederick Fyvie Bruce, The Curse of the Law, in: Paul and Paulinism (FS Charles
Kingsley Barrett), 1982, 27-36; - James D. G. Dunn, The Relationship between Paul and Jerusalem according to
Galatians 1 and 2, in: NTS 28, 1982, 461-478; - Ders., The incident of Antioch (Gal 2,11-18), in: JSNT 18, 1983, 3-57; -
Ders., The New Perspective on P., in: BJRL 65, 1983, 95-122; - Ders., »A Light to the Gentiles«: the Significance of the
Damascus Road Christophany for P., in: The Glory of Christ in the NT. Studies in Christology (FS G. B. Caird), 1987,
251-266; - David Flusser, Die jüd. und griech. Bildung des P., in: Erich Lessing, P. Zeuge Jesu und Völkerapostel, 1982,
150-181; - Morna D. Hooker, P. and the Convenant Nomism, in: Paul and Paulinism (FS Charles Kingsley Barrett), 1982,
47-56; - Robert Jewett, P.-Chronologie: ein Versuch, 1982; - Ulrich Wilckens, Zur Entwicklung des paulinischen
Gesetzesverständnis, in: NTS 28, 1982, 154-190; - Ernst Bammel, P., der Moses des Neuen Bundes, in: Theol (A) 61,
1983, 399-408; - François Bovon, L'homme nouveau et la loi chez l'apôtre P., in: Die Mitte des Neuen Testaments.
Einheit und Vielfalt nt. Theologie (FS Eduard Schweizer), 1983, 22-33; - P. W. Barnett, Opposition in Corinth, in: JSNT
22, 1984, 3-17; - David Alan Black, P., Apostle of Weakness, 1984; - Hans Hübner, Der Gal. und das Verhältnis von
antiker Rhetorik und Epistolographie, in: ThLZ 109, 1984, 241-250; - Ders., Gottes Ich und Israel. Zum Schriftgebrauch
des P. in Römer 9-11, FRLANT 136, 1984; - Ders., Was heißt bei P. »Werke des Gesetzes«?, in: Glaube und
Eschatologie (FS Werner Georg Kümmel), 1985, 123-133; - Egon Brandenburger, Paulinische Schriftauslegung in der
Kontroverse um das Verheißungswort Gottes (Röm 9), in: ZThK 82, 1985, 1-47; - Ders., Pistis und Soteria. Zum
Verstehenshorizont von »Glaube« im Urchristentum, in: ZThK 85, 1988, 165-198; - Christian Dietzfelbinger, Die
Berufung des P. als Ursprung seiner Theologie, WMANT 58, 1985; - John Fischer, Paul in his Jewish Context, in: EvQ
57, 1985, 211-236; - Ulrich Luck, Die Bekehrung des P. und das Paulinische Ev. Zur Frage der Evidenz in Botschaft und
Theol. des Apostels, in: ZNW 76, 1985, 187-208; - George Lyons, Pauline Autobiography, Toward a New Understanding,
SBLDS 73, 1985; - Ed Parish Sanders, P. und das palästinische Judentum. Ein Vergleich zweier Religionsstrukturen,
StUNT 17, 1985 (engl. 1977); - John M. G. Barclay, Paul and the law: observations on some recent debates, in:
Themelios (Leicester) 12, 1986, 5-15; - Eldon Jay Epp, Jewish-Gentile Continuity in Paul: Torah and/or Faith?, in:
Christians among Jews and Gentiles (FS Krister Stendahl), 1986, 80-90; - Christopher Forbes, Comparison,Self Praise
and Irony, Paul's Boasting and the Conventions of Hellenistic Rhetoric, in: NTS 32, 1986, 1-30; - Niels Hyldahl, Die
paulinische Chronologie, Acta Theol. Danica 19, 1986; - Beverly Roberts Gaventa, Galatians 1 and 2: Autobiography as
Paradigma, in: NT 28, 1986, 309-326; - Dietrich-Alex Koch, Die Schrift als Zeuge des Evangeliums. Untersuchungen zur
Verwendung und zum Verständnis der Schrift bei P., BHTh 69, 1986; - Heikki Räisänen, The Torah and Christ. Essays in
German and English on the problem of the law in Early Christianity, Publications of the Finnish Exegetical Society 45,
1986; - Ders., Paul's Conversion and the Development of His View of the Law, in: NTS 33, 1987, 404-419; - A. Vanhoye,
L'Apôtre Paul. Personalité, Style et Conception du Ministère, BEThL 73, 1986; - Francis Watson, Paul, Judaism and
Gentiles. A sociological Approach, MSSNTS 56, 1986; - Gerhard Delling, Die Bewältigung der Diasporasituation durch
das hellenistische Judentum, 1987; - Lloyd Gaston, Paul and the Torah [Ges. Aufs.], 1987; - Axel von Dobbeler, Glaube
als Teilhabe. Historische und semantische Grundlagen der paulinischen Theologie und Ekklesiologie des Glaubens,
WUNT 2,22, Tübingen 1987; - Peter Marshall, Enmity in Corinth. Social Conventions in Paul's Relations with the
Corinthians, WUNT 2,23, 1987; - Chris L. Mearns, The Identity of Paul's Opponents at Philippi, in: NTS 33, 1987, 194-
204; - Wolfgang Stegemann, War der Apostel P. ein römischer Bürger?, in: ZNW 78, 1987, 200-229; - Charles H.
Talbert, Paul on the Convenant, in: EExp 84, 1987, 299-313; - Heinz Warnecke, Die tatsächliche Romfahrt des Apostels
P., SBS 127, Stuttgart 1987; - Otto Böcher, Zeichen und Wunder im Neuen Testament, in: Hans-Henrik Krumacher
(Hrsg.), Geisteswissenschaften - wozu? Beispiele ihrer Gegenstände und ihrer Fragen. Eine Vortragsreihe der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz im Wintersemester 1987/1988, 1988, 13-20; - Ders., Das sog. Aposteldekret, in: Vom
Urchristentum zu Jesus (FS Joachim Gnilka), 1989, 325-336; - Raymond F. Collins, Letters that Paul Did not Write,
1988; - Klaus Haacker, Urchristliche Mission und kulturelle Identität. Beobachtungen zu Strategie und Homiletik des
Apostels P., in: ThBeitr. 19, 1988, 61-72; - Ders., Verwendung und Vermeidung des Apostelbegriffs im lukanischen
Werk, in: NT 30, 1988, 9-39; - Bernard Lategan, Is Paul Defending His Apostelship in Galatians? The Function of Gal.
1.11-12 and 2.19-20 in the Development of Paul's Argument, in: NTS 34, 1988, 411-430; - Jerry W. McCant, Paul's
Thorn of Rejected Apostleship, in: NTS 34, 1988, 550-572; - Daniel Marguerat, 2 Corinthiens 10-13. Paul et l'Expérience
de Dieu, in: ETR 63, 1988, 497-519; - C. Tresmontant, Schaoul qui s'appelle aussi P. La théorie de la métamorphose,
1988; - Michael Wolter, Die Pastoralbriefe als Paulustradition, FRLANT 146, 1988; - Ders., Der Apostel und seine
Gemeinden als Teilhaber am Leidensgeschick Jesu Christi: Beobachtungen zur paulinischen Theologie, in: NTS 36,
1990, 535-557; - Jürgen Becker, P. Der Apostel der Völker, 1989; - Walther Bindemann, Verkündigter Verkünder. Das
Paulusbild der Wir-Stücke in der Apostelgeschichte. Seine Aufnahme und Bearbeitung durch Lukas, in: ThLZ 114, 1989,
705-720; - D. Goodblatt, The Place of the Pharisees in First Century Judaism: The State of the Debate, in: JSJ 20, 1989,
12-30; - Otfried Hofius, P.-Studien, WUNT 51, 1989; - Günter Klein, Antipaulinismus in Philippi. Eine Problemskizze, in:
Jesu Rede von Gott und ihre Nachgeschichte im frühen Christentum. Beiträge zur Verkündigung Jesu und zum Kerygma
der Kirche (FS Willi Marxsen), 1989, 297-313; - Walter Schmithals, P. als Heidenmissionar und das Problem seiner
5
theol. Entwicklung, in: ebd. (FS W. Marxsen), 1989, 235-251; - NTApo II , 41-44 (Wilhelm Schneemelcher). 193-243
(Ders./Rodolphe Kasser). 44-40 (Cornelia Römer). 381-438 (Aurelio de Santos Otero9. 628-633 (Wolf-Peter Funk); - Udo
Schnelle, Wandlungen im paulinischen Denken, SBS 137, 1989; - Gerd Theißen, Legitimation und Lebensunterhalt: ein
Beitrag zur Soziologie urchristlicher Missionare, in: ders., Studien zur Soziologie des Urchristentums, WUNT 19,
3
Tübingen 1989, 201-230 (zuerst in: NTS 21, 1974/5, 192-221); - Jürgen Wehnert, Die Wir-Passagen der Apg. Ein
lukanisches Stilmittel aus jüdischer Tradition, GTA 40, Göttingen 1989; - Ders., Gestrandet. Zu einer neuen These über
den Schiffbruch des Apostels P. auf dem Wege nach Rom (Apg 27-28), in: ZThK 87, 1990, 67-99; - Neil Elliott, The
Rhetoric of Romans. Argumentative Constraint and Strategy and P.s Dialogue with Judaism, JSNT.S 45, 1990; - Scott
Hafemann, 'Self-Commendation' and Apostolic Legitimacy in 2 Corinthians: a Pauline Dialectic?, in: NTS 36, 1990, 66-
88; - Dennis R. Mac Donald, Apocryphal and canonical narratives about Paul, in: Paul and the Legacies of Paul, 1990,
55-70; - Ders., The Acts of Paul and the Acts of Peter, in: SBL. Seminar Papers 128, 1992, 214-224; - Andreas Schmidt,
Das historische Datum des Apostelkonzils, in: ZNW 81, 1990, 122-131; - Alan F. Segal, Paul the Convert. The
Apostolate and Apostasy of Saul the Pharisee, 1990; - Dixon Slingerland, Acts 18,1-17 and Luedemann's Pauline
Chronology, in: JBL 109, 1990, 686-690; - Ders., Acts 18:1-18, the Gallio Inscription, and Absolute Pauline Chronology,
in: JBL 110, 1991, 439-449; - Helga Botermann, P. und das Urchristentum in der antiken Welt, in: ThR 56, 1991, 296-
305; - Martin Hengel, Der vorchristliche P., in: P. und das antike Judentum, hrsg. von dems.(Ulrich Heckel, WUNT 58,
1991 [engl.: Ders., The Pre-Christian Paul, 1992]; - Traugott Holtz, Geschichte und Theologie des Urchristentums. Ges.
Aufs., WUNT 57, 1991; - Susanne Krahe, Das riskierte ich. P. aus Tarsos. Ein biograf. Roman, 1991; - Reinhold Reck,
Kommunikation und Gemeindeaufbau. Eine Studie zu Entstehung, Leben und Wachstum paulinischer Gemeinden in den
Kommunikationsstrukturen der Antike, SBB 22, 1991; - Karl Olav Sandnes, Paul - One of the Prophets?, 1991; -
Johannes Schoon - Janssen, Umstrittene »Apologien« in den P.-briefen. Studien zur rhetorischen Situation des 1.
Thess., des Gal. und des Phil., GTA 45, 1991; - Thomas Söding, Zur Chronologie der paulinischen Briefe. Ein
Diskussionsvorschlag, in: Bibl. Notizen 56, 1991, 31-59; - N. Baumert, Antifeminismus bei P.? Einzelstudien, Forschung
z. Bibel 68, 1992; - Eugen Biser, P. Zeuge, Mystiker, Vordenker, 1992; - Wolfgang Feneberg, P., der Weltbürger. Eine
Biographie, 1992; - Dieter Georgi, Remembering the Poor. The History of Paul's Collection for Jerusalem, 1992; - Hans-
Josef Klauck, Gemeinde zwischen Haus und Stadt. Kirche bei P., 1992; - T. J. Learly, Paul's Improper Name, in: NTS
38, 1992, 467-469; - Jerome Murphy-O'Connor, Prisca and Aquila, in: BibRev 8, 1992, 40-51; - Ders., Paul and Gallio, in:
JBL 112, 1993, 315-317; - Karl-Wilhelm Niebuhr, Heidenapostel aus Israel. Die jüd. Identität des P. nach ihrer
Darstellung in seinen Briefen, WUNT 62, 1992; - Robert F. Stoops, Peter, Paul and Priority in the Apokryphal Acts, in:
SBL. Seminar Paper 128, 1992, 225-233; - Richard Valantasis, Narrative Strategies and Synoptic Quandaries, in: ebd.
234-239; - John Reumann, Contributions of the Philippian Community to Paul and to Earliest Christianity, in: NTS 39,
1993, 438-457; - D. J. Verseput, Paul's Gentile Mission and the Jewish Christian Community. A Study of the Narrative in
3
Galatians 1 and 2, in: NTS 39, 1993, 36-58; - RGG V, 166-190 (Günther Bornkamm); - LThK 8,216-228 (Josef
Schmid/Rudolf Schnackenburg); - KLL 5,7271 f. (C. Detlef G. Müller). 7272-7279 (Wolfgang Schenk); - EWNT 3, 139-
145 (Horst Balz); - EKL 3, 1088-1097 (Jürgen Roloff).

Wolfgang Weiß

Literaturergänzung:

Holzner, Josef: Paulus. Ein Heldenleben im Dienste Christie in religionsgeschichtlichem Zusammenhang dargestellt.
1937; -

Holzner, Josef: Paulus - sein Leben und seine Briefe. Freiburg. 1953; -
Holzner, Josef: Paulus : sein Leben und seine Briefe; in religionsgeschichtlichem Zusammenhang / dargestellt von Josef
Holzner. 24. Aufl., Freiburg im Brsg. 1959; -

Joachim Gnilka, P. von Tarsus. Zeuge u. Apostel. Freiburg i.Br. 1996 (=HThK : Suppl.bd.; 6);-

T. Seland, Saul of Tarsus and early zelotism. Reading Gal. 1,13-14 in light of Philo's writings, in: Bibl 83.2002, S. 449-
471:-

Eugen Biser, D. unbekannte P. Düsseldorf 2003;-

Carsten Burfeind, P. in Arabien, in: ZNW 95.2004, S. 129f;- A feminist companion to P. Amy-Jill Levine, ed. London
2004; - Peter Eckstein, Gemeinde, Brief u. Heilsbotschaft. E. phänomenolog. Vgl. zwischen P. u. Epikur. Freiburg i.Br.
2004; - Ruth Schäfer, P. bis zum Apostelkonzil. Tübingen 2004;-

Klaus Berger, P. 2., durchges. Aufl. München 2005; - James D.G. Dunn, The new perspective on P. Tübingen 2005
(=WUNT; 185);- Biographie u. Persönlichkeit d.P. Hrsg. von Eve-Marie Becker u. Peter Pilhofer. Tübingen 2005
(=WUNT; 187); - Ekkehard W. Stegemann, P. u.d. Welt. Zürich 2005; - John Dominic Crossan and Jonathan L. Reed, In
search of P. How Jesus' apostle opposed Rome's empire with God's kingdom. London 2005; - Lutherische u. neue
Paulusperspektive. Hrsg. von Michael Bachmann. Tübingen 2005; - Richard H. Bell, The irrevocable call of God. An
inquiry into P's theology of Israel. Tübingen 2005; - Luca Bertolini, Il nulla e la filosofia. Idealismo critico e esperienza
religiosa in F.R. Torino 2005; - Edward Stourton, P. of Tarsus: a visionary life. Mahwah, NJ 2005; -

Hanneliese Steichele, P. - e. Lehrmeister in Sachen Menschlichkeit, in: KatBl 131.2006, S. 14-17; - Dossier: Paolo
apostolo per il nostro tempo, in: Vita pastorale 94.2006, S. 88-110; - Ingo Broer, Neues zur P.chronologie?, in: BZ
50.2006, S. 99-104; - Daniel Havemann, Ein "krankhaft gereiztes Temperament". D. psychol. Unters. d.
Damaskuserlebnisses u.d. Frage nach Charakter u. Persönlichkeit d. Apostels P. im 19. Jhr., in: Eschatologie u. Ethik im
frühen Christentum. Fs. für Günter Haufe zum 75. Geb. Hrsg. von Christfried Böttrich. Frankfurt a.M. 2006, S. 91-100; -
Adelbert Denaux, De verrijzenis van Jezus Christus in de brieven van P., in: Collationes 36.2006, S. 5-30; - Schalom
Ben-Chorin, P. Gütersloh 2006; - Chantal Reynier, P. de Tarse en Méditerranée. Paris 2006;- Jérome Murphy-O'Connor,
Jésus et P. Vies parallèles. Paris 2006; - Dossier: Saint-Paul, in: RSR 94.2006, S. 327-441; - Christof Landmesser,
Luther u. P. E. Rezension in exeget. Perspektive zu e. Buch von Volker Stolle, in: NZSTh 48.2006, S. 222-238; - Paulus
u. Johannes. Hrsg. von Dieter Sänger u. Ulrich Mell. Tübingen 2006; - Peter Wick, P. Göttingen 2006; - Horacio E. Lona,
Kleine Hinführung zu P. Freiburg i. Br. 2006; - Tor Vegge, P. u.d. antikr Schulwesen. Schule u. Bildung d. P. Berlin 2006;
- Challenging perspectives on the Gospel of John. Ed. by John Lierman. Tübingen 2006; - G. Filippi [u.a.], Pauliana I, in:
Bollettino dei monumenti, musei e gallerie pontificie 25.2006, S. 85-162; - Nils Aksel Rösaeg, The blinding of P., in: SEA
71.2006, S. 159-185; - Rudolf Bohren, Große Seelsorger - große Heilige. Von Jesus von Nazareth bis Hildegard von
Bingen. Unter Mitarb. von ... hrsg. u. eingel. von Dietrich Stollberg. Waltrop 2006; -

Hyam Maccoby, Der Mythenschmied. P. u.d. Erfindung d. Christentums. Freiburg, Br. 2007; - Gabriel Vahanian,
Résurrection et acculturation de la foi. La nouvelle vague d'études pauliniennes, in: Foi et vie 106.2007, S. 87-92; -
Johan Strijdom, On social justice. Comparing Paul with Plato, Aristotle and the Stoics, in: HTS 63.2007, S. 19-48; - Lena
Einhorn, D. Rätsel von Damaskus. Waren Jesus u. Paulus ein u. dieselbe Person? München 2007; - Winfried Elliger, Mit
P. unterwegs in Griechenland. Stuttgart 2007; - Sigurd Grindheim, Apostate turned prophet. P's prophetic self-
understanding and prophetic hermeneutic with special reference to Galatians 3.10-12, in: NTS 53.2007, S. 545-565;-
Henri Dominique Saffrey, Paul (Saul), un juif de la diaspra, in: RSPhTh 91.2007, S. 313-322; - Bogdan Piwowarczyk, Ein
großer Bekehrter lenkt d. Blick direkt auf Christus. Zum P.-Jahr 2008, T.1, in: KlBl 87.2007, S. 296-298; - Gerd Theißen,
The new perspective on P. and its limits. Some psychological considerations, in: PSB 28.2007, S. 64-85; - Lucien
Legrand, New look on St P. A few thoughts on a recent book, in: IThSt 44.2007, S. 311-321; - Claude Troisfontaines,
L'attente d'un médiateur. Maurice Blondel lecteur de Saint Paul, in: Philosophie et théologie. Festschrift Emilio Brito.
Leuven 2007, S. 243-263; - Beverly Anne Gaventa, Our mother Saint P. Louisville 2007; - Hyam Maccoby, Der
Mythenschmied. P. u.d. Erfindung d. Christentums. 2. Aufl. Freiburg/Br. 2007; -

Bogdan Piwowarczyk, Ein großer Bekehrter lenkt d. Blick direkt auf Christus. Zum P.jahr 2008 ; 2. Teil, in: KlBl 88.2008,
S. 4-6; - John M. Samaha, St. Paul, apostle of letter-writing, in:HPR 108.2008, Nr.6, S. 60-63; - Johannes Paul
Abrahamowicz, Ein Friedhof als Wallfahrtsort. Der Hl. P. u.d. Beichte, in: Diakonia 39.2008, S. 116-122.

Letzte Änderung: 28.03.2008

BBKL Band VII. (1994) Spalten 45-57