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Haki Karer - Die unsichtbare Seele der kurdischen Freihitsbewegung

Haki Karer - Die unsichtbare Seele der kurdischen Freihitsbewegung

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Haki Karer - Die Unsichtbare Seele
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Haki Karer

Haki Karer ist 1950 in Ordu geboren. Er besuchte die Grundschule und das Gymnasium in Ulubey/Ordu und studierte an der naturwissenschaftlichen Fakultät von Ankara. Er war von der Entwicklung der revolutionären Bewegung, die in den 70er Jahren wuchs, beeindruckt. In der gleichen Phase lernte er Kemal Pir und Abdullah Öcalan kennen und schloss sich der sozialistisch orientierten "Apocular"-Gruppe um Öcalan an. 1973 war er wie Abdullah Öcalan im ADYÖD (Revolutionärer Hochschulverein Ankara) aktiv. Als Karer merkte, dass in Kurdistan eine Revolution nötig war und eine Nation, die andere Nationen unterdrückt nicht frei sein kann und die Befreiung des türkischen Volkes verbunden mit der Befreiung und Freiheit des kurdischen Volkes ist, brach er sein Studium ab. Kemal Pir, der nach 55tägigen Todesfasten gegen die Barbarei und Hafbedingungen im Gefängnis von Amed sein Leben verlor, teilte mit ihm die gleiche Meinung. Nach der Entscheidung "Rückkehr ins Land" an der Sitzung der Gruppe in Dikmen im Jahre 1976, ging Haki ohne zu zögern nach Êlih (Batman), obwohl er in Kurdistan sich nicht auskannte. Ihn akzeptierten dort einige Menschen nicht, weil er die kurdische Sprache nicht beherrschte. Deshalb verließ er Êlih und führte seine politische Arbeit in Dîlok (Antep) weiter erfolgreich fort. Wenn er nicht mal ein Cent in der Hose hatte, so leistete er Fronarbeit und wirkte bei der Führung dieser Bewegung mit. Er trug sehr viel Verantwortung als ein Revolutionär und um einen neuen Menschen für die Bewegung zu gewinnen, gab er sich viel Mühe. Ein Beispiel dafür:

Damals war die finanzielle Situation der Apoisten nicht ausreichend, weil sie überwiegend aus armen Familien stammten und in verschiedenen Bereichen arbeiteten, wo sie Geld verdienen konnten. Haki Karer arbeitete oft auf Baustellen und einer Namens Yilmaz schloss sich der Gruppe neu an. Als ein Eisverkäufer vorbei lief, hatte er Lust auf ein Eis. Deshalb fragte er Haki Karer, ob es möglich sei, Eis zu kaufen. Natürlich lehnte Haki Karer dies nicht ab und kaufte Eis, um ihn nicht einen negativen Eindruck zu hinterlassen. Haki Karer erzählte seinem Genossen nachdem sie das Eis fertig gegessen hatten, dass sie einen Fehler gemacht haben, weil zuhause ihre Genossen auf Brot warteten. Um diesen Fehler wiedergutzumachen, einigten sie sich untereinander, dass sie nach Hause gehen und den Genossen mitteilen werden, dass sie kein Geld verdient hätten und mit dem Tageslohn kein Brot kaufen, hungrig bleiben und das Geld dann ihren Genossen geben werden. Das ist ein Beispiel für den Umgang Sehid Haki Karers mit seinen Genossen und den großen Wert, die er auf die Menschen legte. In Antep wohnten die Mitglieder der Gruppe in einem gemieteten Haus und Cemil Bayik berichtete in einer Reportage der kurdischen Zeitung Serxwebûn von einem Ereignis bei dem Haki Karer dabei war: "In diesem Haus hatten wir Dynamit bewahrt . Es war für uns eine riesige Aktion dieses Dynamit zu besitzen. Vielleicht hat aus heutiger Sicht das Besitzen von Dynamit keine große Bedeutung. Für uns war es damals so, als würden wir eine Atombombe besitzen. So wichtig war das Dynamit. Wir erfuhren dass die Polizei um das Haus herum lief, deshalb diskutierten wir. Ich, Genosse Haki und Genosse Kemal. Soweit ich mich erinnern kann, waren sogar neue Mitglieder dabei. Wir überlegten wie wir ins Haus gelangen würden um das Dynamit zu retten. Außerdem waren in diesem Haus einige unserer Bücher, die wir auch retten wollten. In diesem Haus war was anderes nicht vorhanden. In dieser Diskussion kündigte Haki an , dass er in dieses Haus gehen werde und wir sollten ihn dabei Schutz geben. Sein Entschluss war der Grund für eine hitzige Diskussion. Am Ende sagte Genosse Haki, dass wir ihn schützen sollen und er werde in dem Haus gehen und diese Sachen holen. Schließlich waren die Sachen sehr wichtig. Mit diesem Beispiel wollte ich seinen großen Mut und seine Opferbereitschaft zum Ausdruck bringen. Wenn es eine Gefahr gab, wollte er diese Gefahr beseitigen. Den Genossen sollte nichts zustoßen. Wenn es drohte zu passieren, dann sollte es ihn treffen und nicht seine Genossen. Dort waren nur ein Bücher von uns und Dynamit, dass wir mühsam beschafft haben. Er wollte auf gar keinem Fall, dass etwas von uns in die Hände der Feinde geriet. Wenn es nötig war, war er bereit sein Leben dafür zu riskieren. Hier wird wieder sein Verständnis, sein Mut, seine Opferbereitschaft, seine Werte und sein großes Engagement für die Kameraden zum Ausdruck gebracht. Am 18. Mai 1977 wurde er durch ein Komplott einer kollaborierenden Gruppe namens Sterka Sor (Roter Stern) [auch "Beşparçacılar (Fünfteiler)" genannt] in einem Cafe in Dîlok (Antep) ermordet. Alaatin Kopan vereinbarte über Mehmet Uzun von der türkischen Linke, der später sich der Apocular-Gruppe angeschlossen hat, eine Verabredung.1 Haki Karer fand dies nicht in Ordnung und sagte zu ihm "Du hast es nicht gut gemacht, aber wenn es so ist, dann gehen wir, aber organisiert. Gehe nach Karşıyaka, nimm dort die Pistole mit

und ich werde zuhause die andere Waffe nehmen und dahin kommen". Haki Karer verließ sich auf Mehmet Uzun und fand die Waffe im Haus nicht, da die Waffe schon von Verrätern genommen wurde. Somit wurde ihm jede Möglichkeit zur Verteidigung vorenthalten und noch vor der Diskussion zog Alaatin Kopan die Waffe und erschoss ihn. Mit der Ermordung Haki Karers wollte der Staat der Gruppe "Apocular" eine Lektion erteilen, die Gruppe abschrecken und die Beteiligung der türkischen Jugendlichen an diesem Kampf verhindern. Obwohl die Bewegung in der damaligen Zeit in Dîlok (Antep) die politische Stärke hatte, flohen viele ins Ausland und blieben von der Sache fern. Weil Haki Karer wie Kemal Pir ein Türke aus der Schwarzmeerküste war und das kurdische Volk in Schutz nahm, war das für den türkischen Staat Verrat und die Strafe für Verrat war aus dessen Sicht der Tod. Sein unerwarteter Tod erschütterte Abdullah Öcalan tief und nach langen Überlegungen entschloss er sich, dass man nur durch die Gründung einer Partei dem Andenken Haki Karers gerecht werden kann und verfasste im Herbst des gleichen Jahres in Dîlok (Antep) einen Programmentwurf. Abdullah Öcalan beschrieb die Reaktion von sich selbst und der Gruppe in seiner Verteidigungsschrift "Die Verteidigung eines Volkes" mit folgenden Worten: "Dieser Schock war, als würde ein Kessel kochenden Wassers über unsere Köpfe gegossen. Es war ein Ereignis, das den Lauf der Geschichte veränderte." Die Apoisten zerstreuten die aus Kollaborateuren bestehende Gruppe und bestraften im gleichen Jahr in Iskenderun den Alaatin Kopan2. Ein halbes Jahr später kam es in dem Dorf Fis bei Lice, in der Haupstadt Kurdistans Amed zur Gründung der Arbeiterpartei Kurdistans („Partiya Karkerên Kurdistan„). In der ersten Konferenz rief die PKK den Monat Mai zum "Märtyrermonat" und den 18. Mai zum "Tag der Märtyrer" aus, weil in der kurdischen Freiheitskampf viele Revolutionäre wie Haki Karer, Ferhat Kurtay, Eşref Anyık, Necmi Önen,3 İbrahim Bilgin, Mehmet Karasungur und Führer der revolutionären Bewegungen in der Türkei Deniz Gezmiş, Mahir Çayan und İbrahim Kaypakkaya ihr Leben im Mai verloren. Haki Karer und Kemal Pir haben in einer Zeit, in der sich die türkische Linke gar nicht um die kurdische Frage interessierte, für die Befreiung Kurdistans und des kurdischen Volkes unermüdlich gekämpft. Haki, die "unsichtbare Seele"4 gilt in der PKK als zentrale Identifikationsfigur und bei der Erwähnung von Haki Karer kommt folgendes in den Sinn: Ideologie, Bewegung, Aktion, Wertschöpfung; Respekt gegenüber seinen Genossen, der Führung, dem Volk, der Menschheit, Vertrauen und für das würde er alles aufs Spiel setzen, im Leben kennt er keine Privilegien, die Situation des Volkes und der Arbeiterklasse. Ein Gedicht von Ali Haydar Kaytan, gewidmet an Haki Karer: "Es gab keinen Unterschied zwischen mir und anderen Dienern Gottes neun, Monate und zehn Tage in der Gebärmutter geblieben, geboren, aufgewachsen und gesprochen, war ich eine verzehrende Seele. Ich war der Freund, Angehörige, Verwandter, mit manchen von ihnen war ich wie ein Kamerad.

Ich war MENSCH.. ..... Sie haben meine Seele von mir genommen, bevor meine Frist abgelaufen war. An einem leuchtenden 18. Maitage habe ich mein Leben geopfert, habe mich auf meine Erde gelegt eine leidvolle Liebe Die gefetteten Kugeln haben meinen jugendlichen Körper durchbohrt. Ich war MENSCH.. ..... Auf meinen Tod hat die Mannschaft der Verräter mit ihren Gläsern angestoßen Aber eines wussten sie nicht: Ich war der, der von den Bergen, den Barrikaden den Feind durch Kugeln erschüttert, ich war der Orden an der Brust des Guerilleros."
[1] Weil sie einen weiteren Teil von Kurdistan unter der Besatzung durch den Sozialimperialismus sahen, hießen sie "Beşparçacılar". Die Organisation kam durch den türkischen Geheimdienst MIT zu Stande. [2] Alaatin Kopan befand sich davor in der "Halkın Kurtuluşu (Volksbefreiungsgruppe)"und führte als Agent die Gruppe Sterka Sor. Später wurde er in Iskenderun von der PKK bestraft. [3] Am 18. Mai 1982 setzten Ferhat Kurtay, Necmi Önen, Mahmut Zengin und Esref Anyik aus Protest gegen die Folter und gegen den Verrat im Gefängnis von Amed ihre Körper in Flammen. Als die Gefangenen versuchten die Flammen auszulöschen, schrien sie: Löscht das Feuer nicht aus, entfacht das Feuer! [4] Abdullah Öcalan bezeichnete Haki Karer als seine unsichtbare Seele, weil Karer ihn am besten verstand und seine Ideen und Gedanken in die Praxis umsetzte.

Quellenangabe: -Haki Karer PKK'nin Gizli Ruhudur (Haki Karer ist die unsichtbare Seele der PKK), Serxwebûn, 2003 Mai -Cemil Bayık - Parti Tarihine Yaklaşım (Annäherung an die Geschichte der Partei) -Abdullah Öcalan - Bir Halkı Savunmak (Die Verteidigung eines Volkes)

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