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Helaba Volkswirtschaft/Research

Wochenausblick 18. September 2009

Redaktion: Alle Ampeln auf Grün


Dr. Stefan Mitropoulos KW 39: 21.09. – 27.09.2009
Tel.: 0 69/91 32-46 19
research@helaba.de
• Aktien: Nahtloser Übergang in die Jahresendrally?
• Devisen: Noch kein Dollar-Schub von der Fed
• Eurozone/Deutschland: Konjunkturklima weiter im Aufwind

Herausgeber:

Dr. Gertrud R. Traud Finanzmarktrückblick und -prognosen


Chefvolkswirt/Leitung Research
Veränderung seit... aktueller
Landesbank Hessen-Thüringen 30.12.2008 10.09.2009 Stand* Q4/2009 Q1/2010 Q2/2010
MAIN TOWER (in %) Index

Neue Mainzer Straße 52-58 DAX 19,1 2,4 5731 6000 (5800) 6200 (6000) 6500
60311 Frankfurt am Main (in Bp) (in %)

Telefon: 0 69/91 32-20 24 3M Euribor -216 -1 0,77 0,9 1,0 1,3


Telefax: 0 69/91 32-22 44 3M USD Libor -114 -1 0,29 0,7 0,8 1,1
10 jähr. Bundesanleihen 42 6 3,37 3,7 4,1 4,0
10 jähr. Swapsatz -20 4 3,55 3,8 4,2 4,2
10 jähr. US-Treasuries 133 4 3,38 3,9 4,2 4,1
(jew eils gg. Euro, %) (jew eils gg. Euro)

US-Dollar -4,6 -1,1 1,47 1,30 1,25 1,20


Japanischer Yen -5,4 -0,4 134 135 138 142
Britisches Pfund 8,9 -2,3 0,90 0,83 0,80 0,78
Schweizer Franken -1,7 -0,1 1,52 1,56 1,57 1,57
(in %)

Brentöl $/B 85,6 0,6 70 75 80 77


Gold $/U 16,0 1,7 1014 980 950 930
*Schlusskurse vom 17.09.2009

Bei Prognoseänderungen sind die vorherigen Werte in Klammern gesetzt


Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet
Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research
worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche

Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen


und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben

beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten,

für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität

wir aber keine Gewähr übernehmen können.

Sämtliche in dieser Publikation getroffenen

Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht

als Angebot oder Empfehlung für Anlageentschei-

dungen verstanden werden.


Wochenausblick KW 39: Alle Ampeln auf Grün

Markus Reinwand, CFA Aktien: Nahtloser Übergang in die Jahresendrally?

Anhaltend positive Konjunkturüberraschungen setzen das Bärenlager immer mehr unter Zug-
zwang. Mit dem vierten Quartal steht zudem die saisonal stärkste Phase für Aktien vor der
Tür.

Konjunkturdaten Die meisten der international führenden Aktienindizes erklimmen immer neue Höchststände in der
überraschen seit März 2009 laufenden zyklischen Hausse. Die entsprechende fundamentale Begleitmusik lie-
weiter positiv fern mehrheitlich positive Überraschungen bei den wichtigsten Konjunkturindikatoren. Indessen
zeigen die jüngsten Umfragen unter institutionellen Investoren zwar, dass das Szenario einer
Wachstumserholung inzwischen auch in eine etwas offensivere Allokation umgesetzt wird. Von
Euphorie, die im Sinne der Kontraindikation zur Vorsicht mahnen würde, kann derzeit jedoch
keine Rede sein. Vielmehr gerät das noch immer beachtlich große Bärenlager angesichts sich wei-
ter verbessernder Konjunkturdaten und steigender Notierungen an den Aktienmärkten zunehmend
unter Druck.

Bären unter Die Wette auf spürbare Kursrücksetzer im traditionellen Angstmonat September scheint nicht
Zugzwang aufzugehen und mit dem vierten Quartal steht die historisch stärkste Phase des Jahres unmittelbar
bevor. Nicht nur der durchschnittliche Kurszuwachs des US-Leitindex S&P 500 ist in den letzten
drei Monaten des Jahres am höchsten. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Kursverlusten
kommt ist mit 27 % am geringsten. Betrachtet man Jahre mit einer positiven Performance nach
den ersten drei Quartalen, reduziert sich die Verlustwahrscheinlichkeit im vierten Quartal sogar
auf 20 %. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass gerade bei institutionellen Investoren
aufgrund der Benchmarkorientierung in positiven Aktienjahren der Druck zunimmt, die Aktien-
quote zu erhöhen. Der Vergleich mit früheren Zyklen zeigt, dass hier noch längst nicht die Spitze
erreicht ist. Auch angesichts der immer noch üppigen Liquidität, die zudem in niedrigverzinslichen
Parkpositionen gehalten wird, besteht noch beachtliches Nachfragepotenzial bei Aktien.

Trotz Aktienrally keine Euphorie Schlussquartal traditionell aktienfreundlich


% Index % %

80 1300 4
MSCI Aktien Welt (rechte Skala) S&P 500: Quartalsperformance* 3,2
1200 2,1
60 1,9 2
1100
40
1000 0
20 900 -0,5

800 80 -2
0 73
75
700 70 Relative Häufigkeit positiver Performance
-20 ML-Fondsmanager-Umfrage:
600 65 60
Nettoanteil mit Übergewichtung von 60 56 57
-40
Aktien (linke Skala) 500 55
-60 400 50
02 03 04 05 06 07 08 09 Q1 Q2 Q3 Q4

Quellen: Bank of America/Merrill Lynch, Datastream, * Mittelwert seit 1965


Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research

Börsenampeln weiter Der hohe Anteil positiver Überraschungen bei den Konjunkturdaten ist angesichts einer gleichzei-
auf Grün tig wachsenden Erwartungshaltung in den kommenden Monaten vermutlich nicht ganz zu halten.
Daher müssen auch kleinere Kursrücksetzter eingeplant werden. Das Szenario einer zyklischen
Erholung ist jedoch intakt und gewinnt zunehmend an Breite. Unsere Kursziele wurden somit
früher erreicht als bislang erwartet. Die Börsenampeln stehen u.E. weiter auf Grün. Daher ziehen
wir unsere Aktienprognosen um jeweils ein Quartal nach vorne.

2 Helaba Volkswirtschaft/Research · 18. September 2009· © Helaba


Wochenausblick KW 39: Alle Ampeln auf Grün

Christian Apelt, CFA Devisen: Noch kein Dollar-Schub von der Fed

Der Druck auf den US-Dollar dürfte bald nachlassen. Die kommende Notenbanksitzung wird
dem Greenback wohl keine größeren Impulse geben. Die Perspektive einer US-Zinswende
2010 wird dem Dollar noch vor dem Jahresende spürbar helfen.

US-Dollar als Die Schwäche des US-Dollar hält an. Der Euro-Dollar-Kurs notiert um 1,47. Positiv überraschen-
Carry-Trade-Währung de Konjunkturdaten aus den USA konnten dem Greenback nicht nachhaltig helfen. Im Gegenteil,
die einhergehende wachsende Risikoneigung an den Kapitalmärkten belastet weiterhin den US-
Dollar. Der Rückgang des US-Leistungsbilanzdefizits, gemessen am BIP, auf den tiefsten Stand
seit zehn Jahren stützte den Greenback nicht. Das Thema Carry Trades mit dem US-Dollar als
Verschuldungswährung rückt zunehmend in den Mittelpunkt. Bei den Dreimonatsgeldern liegt seit
kurzem der Dollar-Zins unter dem Yen-Satz, erstmals seit 1993. Der Greenback könnte damit
bevorzugt für Carry Trades genutzt werden, was die Währung zunächst weiter unter Druck setzen
würde. Außerdem gaben Aussagen des neuen japanischen Finanzministers Anlass zur Spekulation,
dass Japan an einem stärkeren Yen interessiert sei, was den Anreiz für Carry Trades in Yen redu-
ziert. Die wirtschaftliche Entwicklung in Japan lässt jedoch daran zweifeln, ob das Land tatsäch-
lich Interesse an einer stärkeren Währung hat.

Trotz der schwierigen Lage gibt es für die US-Währung auch kurzfristig Hoffnungsschimmer auf
eine Gegenbewegung. Denn der Euro-Dollar-Kurs ist stark überkauft und das Dollar-Sentiment als
Kontraindikator ist sehr negativ. Für eine nachhaltige Erholung benötigt der Greenback aber von
einer anderen Seite Rückenwind, nämlich von der Federal Reserve. Die Aussicht auf eine Zins-
wende der US-Notenbank könnte das Thema Carry Trades in den Hintergrund drängen bzw. deren
Auflösung zu einem deutlichen Dollar-Schub führen.

US-Geldmarktzins niedriger als in Japan: aber wie lange? Sehr negative Dollar-Stimmung
% In Tsd., inv. Index

Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research * Spekulative Netto-Short-Positionen im US-Dollar;


Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research

Fed vorerst in Warteposition In der kommenden Woche tagt die Fed. Der Leitzins wird unverändert nahe Null bleiben. Konkre-
te Aussagen bezüglich eines Kurswechsels sind noch nicht zu erwarten. In ihrer Erklärung wird
die Fed wohl eine positivere Einschätzung zur konjunkturellen Lage geben, zumal Notenbankchef
Bernanke das Ende der Rezession ausgerufen hat. Das Kaufprogramm für Staatsanleihen wird
vermutlich wie geplant im Oktober auslaufen. Aufgrund der niedrigen Inflation besteht zwar kein
dringender Handlungsbedarf. Die außerordentlich expansive US-Geldpolitik wird aber nicht dau-
erhaft durchzuhalten sein, ohne neue Verwerfungen zu verursachen. Deshalb wird die Fed vermut-
lich im zweiten Quartal 2010 erstmals den Leitzins anheben. Unter den führenden Notenbanken
wird die Fed damit der Vorreiter sein. An den Finanzmärkten dürfte dies noch 2009 thematisiert
werden und der Dollar damit seinen Sinkflug beenden.

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Wochenausblick KW 39: Alle Ampeln auf Grün

Dr. Stefan Mütze Eurozone/Deutschland: Konjunkturklima weiter im Aufwind

Das ifo-Geschäftsklima dürfte sich im September weiter aufgehellt haben. Günstiger sollte
vor allem die aktuelle Geschäftslage eingeschätzt werden, da sich die Auftragslage verbessert.
Dies dürften auch die Auftragseingänge für die Eurozone für Juli bestätigen. Das Geschäfts-
klima hat seinen langjährigen Durchschnitt noch längst nicht erreicht und besitzt damit weite-
res Aufwärtspotenzial. Die deutschen Verbraucherpreise, die voraussichtlich erst in der
KW 40 veröffentlicht werden, dürften im September im Vorjahresvergleich stagnieren.

Geschäftsklima Das ifo-Geschäftsklima ist in den vergangenen Monaten zwar deutlich angestiegen. Trotzdem ist
verbessert sich es mit 90,5 Punkten immer noch auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Die Verbesserung
ging – typisch für diese Phase des Zyklus – von den Erwartungen der Unternehmen aus. Die aktu-
elle Geschäftslage hat sich bislang nur wenig nach oben bewegt. Dies sollte sich in den nächsten
Monaten ändern: Der Auftragseingang der Industrie dürfte sich weiter bessern und somit auch die
Lagebeurteilung optimistischer ausfallen lassen. Bei den Erwartungen hingegen sind aufgrund der
bereits positiven Einschätzung Enttäuschungen nicht auszuschließen. Aufgrund dieser Situation
dürfte der ifo-Geschäftsklimaindex im September nur noch leicht angestiegen sein. Die Einkaufs-
managerindizes für die deutsche und europäische Industrie spiegeln stärker die aktuelle Lage wi-
der und dürften erneut zulegen. Im Dienstleistungsbereich ist aufgrund des erreichten hohen Wer-
tes vor allem in Deutschland nur noch mit einer Stagnation zu rechnen.

ifo-Geschäftsklima: Noch viel Raum nach oben Sinkende Preise nur für kurze Zeit
Index % gg. Vj.

Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research

Preise werden Rezession und Finanzkrise haben den Anstieg der Verbraucherpreise deutlich nach unten katapul-
wieder zulegen – tiert. Im Juli lag die Rate in Deutschland mit -0,5 % im Vorjahresvergleich sogar im negativen
Kernrate stabil Bereich. Zurückgehende Preise werden allerdings eine kurze Episode bleiben. Schon im August
lag die Inflationsrate bei 0 %. Dieses Ergebnis dürfte sich im September wiederholen. Entlastung
kommt von im Monatsvergleich zurückgegangenen Energiepreisen. Zudem sinken nach der
Hauptreisezeit im September regelmäßig die Preise für Pauschalreisen sowie für Beherbergungs-
und Gaststättendienstleistungen. Bereits in den nächsten Monaten muss mit wieder höheren Preis-
steigerungen gerechnet werden. Im zweiten Halbjahr 2008 waren die Energiepreise drastisch zu-
rückgegangen. Dieser Basiseffekt wirkt sich nun negativ aus. Relativ stabil verläuft die Kernrate
bei gut 1 %.

Die deutschen Importpreise lagen im Juli um 12,6 % unter ihrem Vorjahresniveau. Damit dürfte
allerdings auch bei diesen Vorproduktpreisen der Tiefpunkt erreicht worden sein. Schon im Au-
gust wird der Rückgang geringer ausfallen. Ähnlich wie bei den Verbraucherpreisen wird in den
nächsten Monaten ein energiepreisbedingter Basiseffekt hierzu führen. So ist der Ölpreis seit Jah-
resanfang 2009 um fast 50 % auf rund 50 € pro Barrel gestiegen.

4 Helaba Volkswirtschaft/Research · 18. September 2009· © Helaba


Wochenausblick KW 39: Alle Ampeln auf Grün

USA: Indikatoren der KW 39


Patrick Franke
Tel.: 0 69/91 32-47 38 Helaba- Bloom berg
Zeit Land Periode Indikator Vorperiode
Prognose Consensus

Montag, 21.09.2009
Deutschland:
16:00 US Aug Frühindikatoren, % m/m 0,8 0,7 0,6
Dr. Stefan Mütze
Mittw och, 23.09.2009
Tel.: 0 69/91 32-38 50 Einkaufsmanagerindex (Verarb.
09:30 DE Sep 49,5 51,0 49,2
Gew erbe, Vorabschätzung)
Einkaufsmanagerindex (Dienst-
09:30 DE Sep 53,8 54,0 53,8
Euroland: leistungen, Vorabschätzung)
Dr. Stefan Mütze Einkaufsmanagerindex (Verarb.
10:00 EZ Sep 48,5 49,8 48,2
Tel.: 0 69/91 32-38 50 Gew erbe, Vorabschätzung)
Einkaufsmanagerindex (Dienst-
Ulf Krauss 10:00 EZ Sep 50,0 50,4 49,9
leistungen, Vorabschätzung)
Tel.: 0 69/9132-47 28 Auftragseingänge
11:00 EZ Jul % m/m, s.a. 2,0 2,0 2,5
% y/y, s.a. -26,5 k.A. -27,8
Großbritannien: 20:15 US Sep FOMC-Zinsentscheidung; % 0,25 0,25 0,25
Christian Apelt, CFA
Donnerstag, 24.09.2009
Tel.: 0 69/91 32-47 26
G20 Treffen in Pittsburgh, USA
10:00 DE Sep ifo-Geschäftsklima 90,7 92,0 90,5
Renten: Erstanträge auf
14:30 US 19. Sep 550 546 545
Claudia Windt Arbeitslosenunterstützung, Tsd
Verkauf bestehender Häuser, Mio.
Tel.: 0 69/91 32-25 00 16:00 US Aug 5,27 5,35 5,24
(JR)
Ulf Krauss
16:30 US Chicago Fed Präsident Evans
Tel.: 0 69/91 32-47 28
Freitag, 25.09.2009
Geldmenge M3
10:00 EZ Aug % 3 mma 3,0 3,1 3,4
Währungen: % y/y 2,6 2,7 3,0
Christian Apelt, CFA Auftragseingang langlebige Güter,
14:30 US Aug 0,0 0,1 4,9
Tel.: 0 69/91 32-47 26 % m/m
16:00 US Aug Neubauverkäufe, Tsd. (JR) 440 440 433

19:15 US Fed Gouverneur Warsh


Aktien: im Laufe der Woche
Dr. Gertrud R. Traud Importpreise
Tel.: 0 69/91 32-26 65 08:00 DE Aug % m/m 0,7 0,9 -0,9
% y/y -11,4 -11,3 -12,6
Markus Reinwand, CFA
Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research %
Tel.: 0 69/91 32-47 23

Immobilien:
Dr. Stefan Mitropoulos
Tel.: 0 69/91 32-46 19

Rohstoffe:
Heinrich Peters
Tel.: 0 69/91 32-47 33

5 Helaba Volkswirtschaft/Research · 18. September 2009· © Helaba