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DEUTSCHE NORM

Oktober 1999

DF

68740-1

Paneele

Teil 1: Definitionen, Bezeichnungen

ICS 01.040.79; 79.080

Panels – Part 1: Definitions, designations

Panneaux – Partie 1: Définitions, désignations

Vorwort

Ersatz für Ausgabe 1982-03

Diese Norm wurde vom NHM-Arbeitsausschuß 2.17 "Paneele" überarbeitet.

Diese Norm besteht aus 2 Teilen, Teil 2 siehe Abschnitt 2.

Anhang A ist informativ.

Änderungen

Gegenüber der Ausgabe März 1982 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

– Norm redaktionell überarbeitet.

– Norm neu gegliedert.

Frühere Ausgaben

DIN 68740-1: 1982-03

1 Anwendungsbereich

Diese Norm gilt für Paneele und Kassetten aus Holzwerkstoffen mit Decklagen. Sie dienen zur Bekleidung von Wänden und Decken.

Diese Norm legt Defintionen fest und regelt die Bezeichnung von Paneelen.

2 Normative Verweisungen

Diese Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser Publikationen nur zu dieser Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation.

DIN 4076-1 Benennungen und Kurzzeichen auf den Holzgebiet – Holzarten

DIN 68740-2 Paneele – Furnier-Decklagen auf Spanplatten

Fortsetzung Seite 2 bis 4

Normenausschuß Holzwirtschaft und Möbel (NHM) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.

Seite 2 DIN 68740-1 : 1999-10

3 Definitionen

Für die Anwendung dieser Norm gelten die folgenden Definitionen:

3.1 Paneele

Paneele nach dieser Norm sind oberflächenveredelte, im allgemeinen rechteckige Produkte mit Trägerplatten aus Holzwerkstoffen. Die Oberflächenveredelung wird im allgemeinen auf der sichtbaren Fläche vorgenommen. Die nicht sichtbare Fläche (Rückseite) kann mit einer geeigneten Decklage versehen sein. Paneele sind in der Regel wesentlich länger als breit; Kurzpaneele bis zu quadratischer Form werden Kassetten genannt.

3.1.1 Kassetten

Kassetten nach dieser Norm sind kurze Paneele mit einem Verhältnis Länge/Breite von maximal 4 : 1, oft quadra- tischer Form und gelegentlich mit Zierleisten.

3.2 Sichtseite (Vorderseite)

Die Sichtseite ist die dekorativ bestimmende Fläche des Paneels.

Die Decklage der Sichtseite kann z. B. sein:

Furnier, überwiegend melaminharzgetränkte Trägerbahn, thermoplastische oder duroplastische Kunststoff-Folie, Dekorpapier, Lack, Lackfolie, Metallfolie u. a.

3.3 Rückseite

Die Rückseite ist die nach dem Einbau nicht mehr sichtbare Fläche des Paneels; an sie werden keine dekorativen Anforderungen gestellt.

Die Ausführung der Rückseite richtet sich nach den technischen Erfordernissen.

3.4 Schmalflächen

Die Schmalflächen sind die durch den Abstand von Vorder- und Rückseite begrenzten schmalen Flächen des Paneels.

Sie können vollflächig, genutet oder anderweitig profiliert sein z. B. Nut und Feder, Rundkanten-, Fasenkanten-, S-Kanten-Profil usw.

Sie können mit Furnier, Folie o. ä. abgedeckt oder mit geeigneten Mitteln versiegelt sein.

3.5 Decklagen

Decklagen sind dünne, auf der Trägerplatte aufgebrachte oberflächenbildende Werkstoffe. Sie sind mit ihr ver- bunden, z. B. durch Verklebung.

Die Sichtseiten-Decklage und die Rückseiten-Decklage können aus jeweils unterschiedlichen Werkstoffen be- stehen.

3.6 Trägerplatte

Die Trägerplatte ist die tragende Lage eines Paneels. Sie besteht aus einem Holzwerkstoff (z. B. Spanplatte, Sperrholz, Faserplatte, Holzwerkstoff-Formteile).

3.7 Einsteckfeder

Seite 3 DIN 68740-1 : 1999-10

Die Einsteckfeder ist ein schmaler Streifen aus Holzwerkstoffen, Holz oder anderen geeigneten Werkstoffen zur Verbindung genuteter Paneele miteinander.

Die Sichtseite der Einsteckfeder kann durch Furnier, Folie, im Druckverfahren oder auf andere geeignete Weise oberflächenveredelt sein.

4 Bezeichnung

Paneele nach dieser Norm werden nach der Art der Sichtseiten-Decklage und gegebenenfalls nach der Art ihrer Oberflächenbehandlung bezeichnet.

4.1 Bezeichnung nach der Sichtseiten-Decklage

4.1.1 Furnier

Bei Furnier als Sichtseiten-Decklage ist ein Paneel nach dem Namen der Holzart (siehe DIN 4076-1) dieses Furniers zu bezeichnen:

BEISPIEL 1:

Paneel, Eiche-Furnier

Erhält ein Furnier durch technische Verfahren das Aussehen einer anderen Holzart, so ist wie folgt zu bezeichnen:

(Holzart)-Nachbildung (oder -Reproduktion) auf (Holzart)-Furnier.

BEISPIEL 2:

Paneel, Nußbaum-Nachbildung auf Koto-Furnier.

4.1.2 Kunststoff

Bei Kunststoff (Folien, Platten u. ä.) als Sichtseiten-Decklage ist ein Paneel als "kunststoffbeschichtet" zu be- zeichnen. Ist eine Holzart nachgebildet, so ist außerdem die betreffende Holzart verbunden mit dem Wort " -Nach-

bildung" oder "

-Reproduktion"

zu bezeichnen:

BEISPIEL:

Paneel, kunststoffbeschichtet, Eiche-Reproduktion

Als nähere Bezeichnung der Art der Kunststoff-Decklage ist zulässig:

a)

bei duroplastischen Kunststoffen: "duroplastisch kunststoffbeschichtet";

b)

bei thermoplastischen Kunststoffen: "thermoplastisch kunststoffbeschichtet".

4.1.3

Andere Arten von Sichtseiten-Decklagen sind entsprechend eindeutig zu bezeichnen.

4.2 Bezeichnung nach der Art der Oberflächenbehandlung

Wurde die Sichtseiten-Decklage werksseitig für ein bestimmtes Aussehen und/oder eine erhöhte Widerstands- fähigkeit gegenüber Verschmutzung, mechanischer oder chemischer Beanspruchung zusätzlich oberflächenbe- handelt, so kann dies wie folgt bezeichnet werden:

4.2.1 Gebeizt, wenn die Decklage durch Beizen farblich verändert ist.

4.2.2 Klar lackiert, wenn die Decklage (gegebenenfalls naturbelassen, gebeizt, grundiert u. ä.) mit einem durch-

sichtigen Lack überzogen ist.

Seite 4 DIN 68740-1 : 1999-10

4.2.3 Deckend lackiert, wenn die Decklage mit einem undurchsichtigen Lack überzogen ist.

5 Kennzeichnung

Die Kennzeichnung der Paneele und Kassetten ist in DIN 68740-2 festgelegt.

Anhang A (informativ)

Literaturhinweise

DIN 68765 Spanplatten – Kunststoffbeschichtete dekorative Flachpreßplatten – Begriffe – Anforderungen