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Landesversammlung des Arbeitskreises Energiewende (AKE) der CSU

26. September 2015

Antrag-Nr. Bayern soll bei allen Erfolgsindikatoren der Bundesländer- vergleichsstudie zur Energiewende eine Führungsrolle ein- nehmen.

Beschluss:

o

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o

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Zustimmung

Ablehnung

Überweisung

Änderung

Antragsteller:

AKE Oberbayern (Martin Ehrenhuber, Dr. Clemens Grambow, Martin Lechner)

Die Landesversammlung des Arbeitskreises Energiewende der CSU möge beschließen:

Der CSU Arbeitskreises Energiewende (AKE) fordert die Bayerische Staatsregierung auf,

bei allen Erfolgsindikatoren der Bundesländervergleichsstudie zur Energiewende eine füh-

rende Rolle anzustreben.

Begründung:

Laut der von der Agentur für Erneuerbare Energien in Auftrag gegebenen „Bundesländer-

Vergleichsstudie Erneuerbare Energien 2014“ zu den Anstrengungen und Erfolgen zur

Nutzung erneuerbarer Energien steht Bayern auf dem ersten Platz.

Bayern ist jedoch keineswegs überall Spitze: Bei genauerer Betrachtung der untersuchten

Kriterien schneidet Bayern gerade bei den Indikatoren schlecht ab, die für eine zukünftig

erfolgreiche Entwicklung der Energiewende in Bayern maßgeblich sind. Insbesondere bei

den politischen Anstrengungen zur Nutzung Erneuerbarer Energien ist Bayern seit 2012

von Platz 1 auf Platz 8 abgerutscht. Das bedeutet: Bayerns Führungsrolle bei der Ener-

giewende wird durch unzureichende politische Weichenstellungen seit 2012 zu-

nehmend gefährdet.

Es sind von der Staatsregierung konkrete Vorschläge auszuarbeiten, um Rahmenbedin-

gungen zu schaffen, die Bayern bei allen Erfolgsindikatoren auf einen vorderen Platz stel-

len. Zu prüfen sind dabei insbesondere Maßnahmen zu den folgenden Kriterien, bei denen

Bayern besonders stark im Rückstand ist:

Programme zur Förderung Erneuerbarer Energien: Bayern Platz 13 von 16

Siehe hierzu gesonderten Antrag „Einführung eines Bayernprogramms zur zusätzlichen

Förderung des Ausbaus Erneuerbarer Energien“

Ordnungsrechtliche Vorgaben im Wärmebereich: Bayern Platz 13 von 16

Ergebnisse des Energiedialogs für den Wärmebereich:

Steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung

10.000 Häuser-Programm

Förderprogramm „Energiekredit Gebäude“ für Unternehmer

Förderprogramme für bessere Information für Bürger und Kommunen

Diese Maßnahmen sind als erster Schritt zu begrüßen, aber sie sind ausdrücklich auf

Freiwilligkeit ausgerichtet. Es ist zu befürchten, dass allein durch freiwillige Maßnahmen

die Ziele des Bayerischen Energiekonzeptes (z.B. 4% Anteil von Solarthermie und

Umgebungswärme am Gesamtenergieverbrauch bis 2021) nicht erreicht werden. Daher

müssen zusätzlich baurechtliche Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien

geschaffen werden, wie z.B. durch die Einführung eines Landeswärmegesetzes (Vorbild:

EWärmeG in Baden-Württemberg). Siehe hierzu auch den gesonderten Antrag

„Energieversorgung in Neubaugebieten muss CO2-neutral gestaltet sein“.

Hemmnis-Vermeidung: Bayern Platz 15 von 16 sowie

Bewertung der Landespolitik zur Windenergie: Bayern Platz 16 von 16

Ergebnisse des Energiedialogs zur Windenergie:

Wir werden Anreize für Kommunen prüfen, um planerische Gestaltungsspielräume auszuschöpfen, z. B. die Förderung von Bebauungsplänen für die Windkraftnutzung.

Die versprochenen Anreize müssen zügig geschaffen werden. Nach Einführung und

Praxistest ist zu prüfen, ob diese Anreize ausreichen, um das Ziel des Bayerischen

Energiekonzeptes (mindestens 1000 Windenergieanlagen bis 2021) zu erreichen. Sollte

das nicht der Fall sein, ist die 10H-Regelung entsprechend zu modifizieren oder ganz

abzuschaffen.

Bewertung der Landespolitik zur Bioenergie: Bayern Platz 15 von 16

Ergebnisse des Energiedialogs zur Bioenergie:

Wir werden den Beitrag der Bioenergie stärken, insbesondere werden wir die Möglichkei- ten zur bedarfsgerechten Erzeugung zum Ausgleich der schwankenden Einspeisung an- derer erneuerbarer Energien ausschöpfen (Umsetzung Bayernplan), indem wir Informati-

on, Beratung und Forschung und Entwicklung fördern

Die Förderung von Information, Beratung und F&E ist zu begrüßen, reicht jedoch nicht aus. Vielmehr ist eine langfristige, strategische Einbindung der Bioenergie in das Gesamtkonzept zur Energiewende mit folgenden Zielen zu realisieren:

Nutzung von Biomasse- und Biogas-Anlagen vorrangig zur flexiblen Stromerzeugung (Decken der Residuallast)

Bessere Wärmenutzung

Produktion höherwertiger Energieträger (Biomethan, Biofuel)

Vorrangiger Einsatz von landwirtschaftlichen Abfall- und Nebenprodukten oder im Anbau ökologisch wertvollen Substraten Hierzu sind Landesmaßnahmen zur Anpassung bzw. Ergänzung der EEG-Förderung für die Erreichung dieser Ziele bei vollem Investitionsschutz einzuführen. Darüber hinaus muss sich Bayern auf Bundesebene für eine Weiterentwicklung der EEG-Regelungen zur Bioenergie im Sinne dieser Ziele einsetzen. Insbesondere dürfen Bioenergie-Anlagen mit flexibler Stromerzeugung nicht unter den „100 MW-Deckel“ fallen. Die Vergütungs- regelungen für neue Anlagen sind im Hinblick auf die o.g. Ziele anzupassen. Ferner sollte geprüft werden, inwieweit unter Gewährleistung des Investitionsschutzes auch die Vergütungen für Bestandsanlagen im Sinne der o.g. Ziele angepasst werden kann.