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Über dieses Buch

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HARVARD COLLEGE LIBRARY

HARVARD

COLLEGE

LIBRARY

HARVARD COLLEGE LIBRARY

Ii

Ii I

I

G'

Geschickte

Griechenlands

vom

Anfange geschichtlicher Kunde

bis

Johann

auf unsere Tage

V

Wilhelm

!Z ink eisen

Privatdocenten d. Gesch. an der Univers. Lelnxig.

Erster

T

Alterthum und die

h

6

il.

mittleren Zeiten

Das bis zu dem Heerzuge König Rogers vonSicilicu nach Griechenland.

Leipzig

183 2.

Verlag Johann Ambrosius Barth.

Das bis zu dem Heerzuge König Rogers vonSicilicu nach Griechenland. Leipzig 183 2. Verlag Johann Ambrosius

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KÖNIGLICHEN HOHEIT

DEM

HERZOG ZU SACHSEN

etc.

etc.

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S R. KÖNIGLICHEN HOHEIT DEM HERZOG ZU SACHSEN etc. etc. i

I

>

I >

Durchlauchtigster Prinz,

Mein gnädigster Prinz und Herr!

abge schlossenes Ganze und nach seiner ge schichtlichen Entwickelung, in neuerer Zeit von vorurteilsfreien Standpunkte ais aufgefasst und behandelt worden, dass jefct eine selbst ständige Geschichte desselben nur dann auf Beachtung Anspruch machen dürfte , wenn sie den höchsten Forderungen Wissenschaft

Das hellenische Alterthum ist, als

so erhabenen, vielseitigen und

einem

, wenn sie den höchsten Forderungen Wissenschaft Das hellenische Alterthum ist, als so erhabenen, vielseitigen und

licher Genauigkeit und lebendiger, wahrer

Darstellung genügen würde.

Dagegen darf eine Geschichte des hel lenisches mittleren und neueren Zeiten, welche Alterthum nur Beziehungei zu jenen darzustellen versucht, vielleicht mi so eher auf nachsichtige

in seinen einflussreichsten

Landes und Volkes während der

das

Beachtung rechnen, je weniger sie bisher zum Gegenstände selbstständiger Forschung gemacht wurie.

während der das Beachtung rechnen, je weniger sie bisher zum Gegenstände selbstständiger Forschung gemacht wurie.

und Nachsicht, womit Eure Königliche Ho heit die wissenschaftlichen Bestrebungen auf hiesiger Hochschule zu beachten geru ich

die unterthänigste

hen , wagte Bitte um

die Zueignung des gegenwärtigen Versuches, die Geschichte Griechenlands im Zusammenhange

die

Nur im

Vertrauen

auf

die Huld

daher gnädige Erlaubniss für

darzustellen.

Ist mir ihre Gewährung eine der erfreu lichsten und kräftigsten Ermunterung zur

gnädige Erlaubniss für darzustellen. Ist mir ihre Gewährung eine der erfreu lichsten und kräftigsten Ermunterung zur

Fortsetzung meiner Studien , so genehmigen Eure Königliche Hoheit bei Uebersen- dung dieses ersten Bandes von meiner Seite die Versicherung der aufrichtigsten Dankbar

keit und der tiefsten Ehrfurcht, mit welcher ich verharre

Eurer Königlichen Hoheit

untcrtliKnigst gehorsamster Johann Wilhelm Zinkeisen.

Ehrfurcht, mit welcher ich verharre Eurer Königlichen Hoheit untcrtliKnigst gehorsamster Johann Wilhelm Zinkeisen.

Vorrede.

Gegenwärtiges Werk, wovon hiermit dem Publi kum seine Entstehung che in den Wintermonaten von 1828 auf 1829 vor einem gebildeten Kreise zu Dresden gehalten wur den. terndsten Stunden Glaubte ich dem damals schon mehrfach ausgespro dass eigentümlicher Forschung über die mittlere und neuere Geschichte Drucke übergeben werden möchten, noch nicht ent sprechen zu dürfen, so war er mir doch eine er freuliche Aufforderung zu weiterer Erforschung der Ein beinah wohin mich Reise durch Böhmen, Süddeutschland, Tyrol und die Schweiz zurückführte, ward ihr fast ausschliesslich gewid

zu

zweijähriger Aufenthalt zu München,

dunkelen Geschichte der Neuhellenen.

chenen Wunsche,

die dargelegten Resultate

der erste Theil

übergeben wird, verdankt

einer Reihe von Vorträgen, wel

Sie gehörten zu den heitersten und ermun

meiner jugendlichen Studien.

Ende

Griechenlands dem

des Sommers

1829

eine

met. Analogie gebildete Ansicht bekam jetzt erst histo rische Begründung, die Anschauung bisher wenig beachteter Zustände

Manche früher blos durch Combination und

gewann an Klarheit, das Ur

die Anschauung bisher wenig beachteter Zustände Manche früher blos durch Combination und gewann an Klarheit, das

so gestaltete sich mir und einem zusammenhängenden Ganzen, dessen Darstel lung, sicht men dürfe.

theil an

nach zu

die Geschichte Griechenlands nach

Bestimmtheit, und

wie ich meinte,

die Beachtung

und Nach

eines grösseren Publikums in Anspruch neh

Möglichste Aufhellung des Dunkels, welches noch zum grössten Theile über den Schicksalen Griechenlands während des Mittelalters und während der letzten Jahr hunder tc blieb der Forschung. Begründung und pragmatischer Entwickelung führte von selbst auf das zurück, dessen Geschichte nach ihren Hauptmomen ten daher sogleich mit in den Kreis jener Vorträge war und des vorliegenden Werkes bildet.

auch einen Theil

schwebt,

Ziel

Allein das Bedürfniss historischer

dabei

und

eigentlich Zweck

griechische Alterthum

aufgenommen worden

In den wenigen Abschnitten, welche die Ge schichte Altgriechenlands enthalten, kam es mir keineswegs darauf an, etwa neue Resultate blos meine Absicht, nach einer aus selbstständigem Quel lenstudium gewonnenen Anschauung, an diejenigen Beziehungen und Momente aus dem Leben und der Geschichte des alt hellenischen Volkes zu erinnern, die Würdigung von Klare und gedrängte Zusammenstellung mit selbst, war der Hauptgesichtspunkt,

die

von Thatsachen,

schienen.

schichte Griechenlands

tieferer Forschung zu geben,

welche mir für

Quellen

sondern es war

der späteren Ge

Wichtigkeit zu

seyn

beständiger Hinweisung auf

zu geben, welche mir für Quellen sondern es war der späteren Ge Wichtigkeit zu seyn beständiger

XI

welcher mich bei der Bearbeitung leitete. beachtung der Forschungen Anderer Tadel verdienen. des Gegebenen Hesse diesem Punkte dividuellen Ansichten und Zwecken des Verfassers ab, Werkes auf jede etwaige Anerkennung verzichtet, um Beurtheiler rechnen zu dürfen.

Nachsicht unbefangener

seines

würde

Nicht

nur

Ueber das Mehr oder Weniger

sich wohl streiten; allein in

hing nun einmal Alles von den in

welcher

desto

namentlich

mehr

auf die

für

diesen

Theil

Die Erforschung der neuhell ni s hen Ge- schichte, angeregt durch die Ereignisse des letzt- verflossenen Jahrzehntes, welche Griechenland in die Reihe selbstständiger Staaten gestellt haben, ist noch in ihrer Kindheit, und schon dieser Umstand anderes Verhältniss zu seinem Gegenstande und zum Publi kum. dig die Bahn zu brechen, auf der andern erwartet man Aufklärung über fast unbekannte Verhältnisse. Was in dieser Beziehung gegenwärtiges Werk bie ten mag, nige bereits gemacht wurden, andere vielleicht bald zu erwarten sind.

setzt den Bearbeiter derselben in ein ganz

Auf der einen Seite gilt es, sich selbststän

soll nichts als ein Versuch seyn, wie ei

Da die bisherigen Darstellungen der Geschichte Griechenlands gewöhnlich mit dem Untergänge des achäischen Bundes Anfang der neuhellenischen Geschichte bis auf die Selbst die Schicksale Griechenlands unter der Herrschaft der Römer und bis zur Trennung des ost

sen Zeitpunkt zurückführen zu müssen.

schliessen, so glaubte ich den

Herrschaft der Römer und bis zur Trennung des ost sen Zeitpunkt zurückführen zu müssen. schliessen, so

XII

römischen von dem weströmischen Kai- serthume , sind ja bis jetzt nur wenig beachtet und im Zusammenhange, so weit dieser überhaupt möglich ist, eigentlich noch nie von einem selbst ständigen Standpunkte aus dargestellt worden. Gleich wohl geben hierfür griechische und römische Schrift unter den Griechen die Geschichtschreiber Polybios , Appian, Dio Cassius und Zosimus; Plutarch, vorzüglich in Athenäos, Philostratos, Lukian, Euna- pios, die Geographen St rabo und Pausanias, vorzüglich aber die viel zu wenig beachteten Red ner Dion Chrysostomos , Actios Aristides, später Themistios und Libanios, mit welchen auch die Werke des Kaisers Julian zu ver binden sind,-¿Iann unter den Lateinern die spätem Biographen {Suetonius und die Scriptores hi storia e Au gust aè) gegeben von Arntzeii) weit mehr Ausbeute, als Das mühsam Aufgesuchte zusammengestellt worden, und so wäre es mir schon der Mühe Lohn, wenn ich durch das gegebene Bild etwas dazu bei getragen hätte, die klare Anschauung jener trüben Zeiten zu befördern und zu erleichtern.

steller der späteren Zeit, wie

seinen kleinen Schriften

vermischten Inhalts,

und Panegyristen (heraus

man gewöhnlich glaubt.

ist

in

möglichst leichter Form

Dasselbe gilt auch von der byzantinischen Für Unwerth der hier in wenigen Blättern dargelegten Resultate mehrjähriger angestrengter Studien wäre es ganz zwecklos, ten aufmerksam machen wollte, welche geschieht

Periode.

von Werth oder

die Beurtheilung

wenn ich auf die Schwierigkei

ten aufmerksam machen wollte, welche geschieht Periode. von Werth oder die Beurtheilung wenn ich auf die

XIII

und Darstellung gerade für diese Wer je Gelegenheit gehabt hat, irgend einen Theil byzantinischer Ge schichten selbst zu erforschen, kennt sie genugsam; und was die Laien betrifft, so würde ich es mir eher als Verdienst anrechnen, wenn gen wäre, viel Grunde liegenden Forschung bemerke Zwecke sche Geschichtschreiber , zum Theil mehrere Bei vielen war leider die traurige Gewissheit, dass sie über Grie chenland eben nichts enthalten; die einzige trostlose Ausbeute. sicherung Sammlung der Byzantiner keine Stelle unberück- und Geschichte Griechenlands während des' Mittelalters einigen Aufschluss gewähren mag. In gleicher Weise Kirchen und Rea angeführte abendländische Chronisten, von denen eini mit Sehr gern würde ich noch mehr auf die eigentlich kirchliche Litera haben; allein auf die Versicherung eines in diesem Fache bewanderten Freundes, dass ich für meinen Zweck gab ich den Plan sie ebenfalls in den Bereich meiner Forschung

liehe Forschung

Zeiten zu überwinden haben.

es mir gelun

durch Leichtigkeit der Darstellung so

wie möglich

das Beschwerliche

der

ihr zu

zu verhüllen.

Ich

daher

nur

im

dieses Werkes

Allgemeinen,

dass

zum

sämmtliche byzantini

Male, durchstudirt worden sind.

Ich glaube aber dagegen auch die Ver

geben zu

sichtiget geblieben ist,

dürfen,

dass in

der ganzen

welche über Zustand

sind auch die älteren griechischen

historiker ^ gesammelt

ding,

von Valois

und mehrere gehörigen

ger Gewinn

zu erwarten war,

Ortes

der grössten

Genauigkeit verglichen worden.

genommen

tur der älteren Zeit Rücksicht

daraus nur wenig gewinnen würde,

der grössten Genauigkeit verglichen worden. genommen tur der älteren Zeit Rücksicht daraus nur wenig gewinnen würde,

XIV

V

zu ziehen, für jetzt um so eher auf, je weniger mir meine Verhältnisse gestatten, langwierige Forschungen vielleicht um einer Kleinigkeit willen zu unternehmen.

Art Geschichte Griechenlands während der fränkischen Herrschaft und nach den byzantinischen Zeiten werde ich in der Vorrede zu dem zweiten Bande ausführ licher sprechen.

Quellen zur

Ueber

und

Benutzung

der

Dass die Menge von ephemeren Schriften über die Geschichte Jahre 1821 im Inn- und Auslande erschienen sind, für kritische Darstellung fast ohne allen AVerth ist, Was davon et wa noch Berücksichtigung verdient, bezieht sich meistens auf die Verhältnisse des letzten Jahrhun derts und der neuesten Zeit, und wird daher an werden. überhaupt nur zwei Werke in Betracht:

Geschichte der Halbinsel Morca wäh rend des Mittelalters. Ein historischer Versuch von Prof. J. Peil. Fallmerayer1). Erster Theü. Hellenen und Wiederbevölkerung des leeren Bo dens durch slavische Volksstämme. und Tübingen 1830. 1) Dnrch eine eben so unbegreifliche als unverzeihliche Nachläs sigkeit von meiner Seite, die ich den Augenblick erst entdeckt habe, ist dieser Name im Werke selbst durchgängig falsch FaUmereyer an- Das Einzige, was ich etwa r.u meiner Entschuldigung vorbringen könnte, ist, dasa ich den Na men in Recensionen, Anzeigen u. s. w. öfter so geschrieben gefunden, und während des Gebrauches des Buches den Titel desselben auch nicht ein einziges Mal genau angesehen habe.

i)

der Neuhellenen, welche seit dem

kann ich als bekannt voraussetzen.

ter

spä

passender Stelle genannt

und gewürdiget

Bei der Bearbeitung dieses Bandes kamen

Untergang der peloponnesischen

Stuttgart

statt Fallmerayer geschrieben worden.

Bei der Bearbeitung dieses Bandes kamen Untergang der peloponnesischen Stuttgart statt Fallmerayer geschrieben worden.

The history of modern Greece from its conquest by the Romans . C. 146, to the By Fol. I. H. London 1830.

geringe Hülfe gewesen, Erscheinen die Forschung überwunden hatte, theils aber auch weil sie durch Emer son hat, seinem Plane zufolge, die frühere Zeit, namentlich bis zur fränkischen Periode, ganz kurz, und Forschungen, abgehandelt; viele Hauptpunkte sind daher völlig unberührt geblieben, und in dem Ge gebenen finden sieh zahlreiche Irrthümer und Feh ler, nicht aufmerksam gemacht habe, weil überhaupt die Widerlegung jeder irrigen, aber anspruchslos ausge sprochenen, Meinung und Ansicht den Plan meines späteren Zeiten einer der schätz barsten Beiträge zur Geschichte des neueren Grie chenlands, und ich werde daher im zweiten Bande um so mehr auf dasselbe Bücksicht nehmen, weil der Verf. mehrere seltenere Werke te, durch glücklichen Zufall zu sehen bekömmt. Die grossen Erwartungen, mit welchen ich das Werk des Verfassers der Geschichte des Kai serthums sind ebenfalls in vielfacher Hinsicht getäuscht wor tref fende Bemerkung den Gegenstand, mit welchem ich

den.

Zeigte mir auf der einen Seite manche

2)

present time.

theils

Beide

weil

sind mir

ich

schon

Hauptschwierigkeiten

James Emerson, Esq.

nur

vor

ihrem

eigentümlicher

aus nicht das bieten, was ich erwartete.

fast nur fragmentarisch

ohne eigenthümliche

auf welche ich jedoch bei meiner Darstellung

Werkes

stören würde.

Für

die

dagegen ist Emerson' s Werk

benutzen konn

nur

die man nun einmal in Deutschland etwa

Trapezunt" in die Hände nahm,

ist Emerson' s Werk benutzen konn nur die man nun einmal in Deutschland etwa Trapezunt" in

früher von mir noch nicht beachtetem Gesichtspunkte, und forderte mich daher das Buch zu wiederholter Prü fung auf, so hinderten auf der andern eine Menge so mehr die Fortschritte meiner eigenen Studien, je eingehen musste, zu welcher mich die Wahrheit, der Stand der neu hellenischen Geschichtsforschung, der selbstständige, wissenschaftliche Charakter des Buches, ja die ei gene schienen. auf die gelegentlich gegebenen Anmerkungen, theils Mich haben meine Untersuchungen in manchen Fällen freilich zu ganz anderen Resultaten geführt, als der Ver fasser der Geschichte der Halbinsel Morca" gefun den hatte. storischem Sinne genaue Kenntniss der Quellen ver die Wahrheit Berichtigung oder weitere Nachweisung ist der Sache selbst Gewinn, und wird mich zu Dank verpflichten.

sey.

bereits vertrauter geworden war, aus einem

IrHhümer und Missgriffe

des Verfassers

um

mehr ich auf ihre Widerlegung

Aufforderung des Verfassers zu verpflichten

Ich verweise in dieser Beziehung theils

auf die letzten Blätter dieses Bundes.

Männern, die mit vorurteilsfreiem hi

binden, steht

Seite

Jede

die

Entscheidung zu ,

mehr

auf welcher

gefördert worden

Dürfte ich etwas für mich in Anspruch neh men, so ist es eben nur diess, dass ich ohne Vor« dass mich weder Be geisterung für Hellas untergegangene Grösse, noch Verachtung eines durch langes Missgeschick nieder gebeugten Volkes zu wissentlicher Verletzung ge Mir galt es alten "Hellenen redlich

nicht, Daseyn

schichtlicher Wahrheit führen konnte.

urtheil ans Werk ging, und

Untergang des

oder

geschlechtes nachzuweisen; ich habe aber

Wahrheit führen konnte. urtheil ans Werk ging, und Untergang des oder geschlechtes nachzuweisen; ich habe aber

XVII

geforscht, was ich fand fasst, und mit der lebhaftesten -Theilnahme so klar, Ist es gen, mit geschichtlichen Beweissgründen darzutliun, > dase sich Reste des alten Hellenenvolkes durch die Stürme vieler Jahrhunderte erhalten haben, wohlan denn, so mag es Gewinn seyn für Wissenschaft und Wahrheit: für den Ruhm des lebenden Geschlech tes gilt es mir gleich viel; mir steht es hoch, nicht wegen der Thaten seiner Väter, sondern weil es sich hebt durch eigene Kraft und That

mit Geistesfreiheit aufge-

mir gelun

als ich es vermochte, dargelegt.

"Was die äussere Form dieses Werkes betrifft, so ist die ursprüngliche Abtheilung in Vorlesungen vorzüglich deshalb beibehalten worden, weil die Na tur des Gegenstandes grosser Theil desselben nicht sowohl in erzählen als mehr in abhandelndem Tone nbgefnsst werden musste. wo es zu genügen schien, durch blose Andeutun gen, theils, wo es der Sache frommen mochte, aus in Ich kann in dieser Hinsicht für die grösste Genauig keit, Anführung bürgen, und glaube versichern zu dür fen, Absicht nachgewiesene Stelle findet. unseren Zeiten, ich möchte sagen leider, Viele, die mit selbstgefälli gem Uebermuthe tadeln wollen, und da meinen, es sey Brauen*, ein eitler Schmuck, den man mit leichter Müh' erwerben möge.

dem

es mit sich bringt, dass ein

viel

oder eigentlich darstellendem,

Beweissthümer aus den Quellen sind theils,

Anmerkungen beigefügt' worden.

führlich

den

für die gewissenhafteste

dass sich

Vergleichung und

im Buche keine falsch oder ohne

gibt in

Es

diese ehrwürdige Sitte der Väter

am Ende nichts, als ein

veralteter gelehrter

Mir und wohl Jedem, der

ohne gibt in Es diese ehrwürdige Sitte der Väter am Ende nichts, als ein veralteter gelehrter

XVIII

es redlich meint mit ernster Forschung, es nicht also. Anmerkungen wie ein theuer erkauftes Rüstzeug, dergleichen vor Zeiten schon Helden trugen, wenn auf dem Felde der Wissenschaft, vielleicht etwas rauh und unbe holfen, aber doch tüchtig im Streite, Leichtfertigen ein Unsere Kraft ist zwar nicht mehr den Waffen je ner Helden gewachsen ; allein ich meine, man brau che sich dessen nicht zu schämen, wenn man ein mal versucht, sie anzulegen; sind sie im Anfange lästig und beschwerlich í die Glieder fügen sich ins ungewohnte Eisen, und erhalten zuletzt doch Kraft und Stärke bei muthiger Ausdauer. Ich bin keineswegs gesonnen, mich denen zu zuzählen, die da wähnen mögen, sie können durch ungeschicktes Festhalten an verbrauchten Formen in vielbewegter Zeit die Geister fesseln; aber ich dass es weder Wahrheit noch Wissenschaft fördere, wenn Nich tigkeit und untüchtiges Wesen ihre Blösen mit dem Die gegebenen Anmerkungen sind überdem von der Art, dass sie den, der sie nicht beachten will, beim Le sen des Buches wenig stören werden; wer mit leb haftem Interesse an der Sache Kenntniss der Spra chen verbindet j dem werden sie willkommen seyn, da Theile aus Schriften sind, die man selten zur Hand hat, und noch seltener zu lesen pflegt. Zur Nachweisung bemerke ich, dass für die byzantinische Zeit die Schriftsteller nach den Aus gaben des Bonner Corpus ¿icriptorum Hiato

zum grössten

erscheint

Vielmehr betrachte ich dergleichen

sie auszogen zu ehrlichem Kampfe

Aerger, rüstigen Kämpfern ein Wohlgefallen.

habe die Ueberzeugung gewonnen,

Florgewnnde der Mode zu decken gedenken.

die angezogenen Stellen

zumal

ein Wohlgefallen. habe die Ueberzeugung gewonnen, Florgewnnde der Mode zu decken gedenken. die angezogenen Stellen zumal

XIX

riae Byzantinae" , so weit sie mir bei der Bear beitung zugekommen waren, übrigens aber nach der be kannten Paris er Sammlung angeführt worden sind.

Ein Werk, wie das vorliegende, bedarf natür na mentlich der zweite Band, nur durch freie Benu tzung werden. Liberalität, womit mir der Gebrauch der Universi tätsbibliothek zu" Göttingen, der königl. Biblio thek zu Dresden, der Hof- und Central- Biblio thek zu München, Ruthes und der Universität zu Leipzig, gestattet ward, zu besonderen öffentlichen Danke verpflichtet. Auch einigen Privatbibliotheken, reich an seltenen bin wie vorzugsweise zu Dresden der des Herrn Hof rath Böttiger, dessen freundschaftlicher Ermun terung überhaupt dieses Werk zum grossen Theile seine Entstehung verdankt, und der des Museums zu Mönchen, durch welche letztere ich namentlich Gelegenheit erhielt, eine beinah vollständige Samm lung aller politischen Schriften zu vergleichen, wel che Der Plan, von München aus Venedig zu besu chen, handschriftlichen Schätze für die venetianische Zeit musste lei Ueber die neuesten Ver den mündlichen Mittheilungen mehrerer Augenzeugen, denen ich sogleich hier nur den wackern Su- lioten

konnte,

grosser literarischer Hülfe, und

lich

gefördert

zum Theil sehr seltener Werke

Ich glaube mich daher für die ungemeine

Werken,

so wie der Bibliotheken des

ich

gleiche Anerkennung schuldig,

über Griechenland erschienen siud.

seit

1821

um durch die Benutzung der dortigen noch

vielleicht neue Besultate zu gewinnen,

der aufgegeben werden.

hältnisse

verdanke ich

manchen Aufschluss

Christos Andres, Begleiter des Markos

zu gewinnen, der aufgegeben werden. hältnisse verdanke ich manchen Aufschluss Christos Andres, Begleiter des Markos

Bozzaris bis zu seinem Heldentode, und jetzt Füh rer seines Sohnes zu München, und Herrn Capitán Heinze, noch gegenwärtig in griechischen Dien sten, mit dankbarer und freudiger Rückerinnerung an einige froh und lehrreich verlebte Stunden nenne.

Dem zweiten Bande, welcher die Geschichte, bis auf die neuesten Zeiten herabführen soll, wird ein Versuch möglichst genauer chronologischer An der Untergange des achäischen Bundes, in tabellarischer Form, ein Register, und eine nach den spätem By zantinern {Niketas Chômâtes, Georg Akropolita, Nikephoros Gregoras, Georg Pachymeres, Georg Phranr.es , Laonikos CJudkondylas , Joannes Kan- takuxenus und Joannes Dukas), Geoffroy de Vil- leltardouin, und der von Buchón, Paris 1825, her ausgegebenen Xgwvixa rwv Iv P(oi.iavia v.ai /Lidhoza èv rip MwQtq nolé/nmv xwv % , einer Hauptquelle

ordnung

neugriechischen Geschichte seit dem

für die fränkische Periode, besonders entworfene und mit den nöthigen geschichtlichen Erläuterungen versehene Charte Griechenlands, im Zustande des dreizehnten, vierzehnten und fünfzehnten Jahrhun derts, beigegeben werden.

Sehr ungern muss ich wegen der Menge un angenehmer Druckfehler die Leser ersuchen, vor dem Lesen selbst die angehängten Zusätze und Be richtigungen zu vergleichen.

Leipzig im Juli 1832.

Wilhelm Zinkeisen.

dem Lesen selbst die angehängten Zusätze und Be richtigungen zu vergleichen. Leipzig im Juli 1832. Wilhelm
I n h a 1 1s a n z e i g . Erste Vorlesung.
I
n
h
a
1
1s
a
n
z
e
i
g
.
Erste Vorlesung.
Einleitung.
Scite. 3.
Leitende Idee, Plan und Gedankengang des Werkes.
Zweite Vorlesung.
Griechenlands Lage und natürliche Beschaffenheit im Verhält
nisse zu seiner Bestimmung und seiner Geschichte. In wie
fern werden durch jene die Interessen die Hauptmächte Euro
,
pas an den ferneren Schicksalen Griechenlands bedingt?
20.
Dritte Vorlesung.
Altgriechenland.
Wie bildete sich die Ansicht vom griechischen AHerthume?
Die Mythenwelt und das Heroenalter im Verhältnisse zur ge
schichtlichen Zeit. Bemerkungen über die Elemente der Be
völkerung Griechenlands und die Bildung des griechischen Vol
kes bis zum trojanischen Kriege.
00.
Vierte Vorlesung.
Politische Bildung Griechenlands nach dem trojanischen Kriege.
Die dorischen Wanderungen und ihre Folgen. Griechische
Kolonien im Osten und Westen , und ihr Einfluss auf die Ent-
wickelnng der Hellenen im Mutterlande. Entstehung und
Charakter des griechischen Bepublicanismus; Demokratie und
Aristokratie. Stammverschiedenheit im hellenischen Volke.
Dorismus und Jonismiis in ihrem Einflüsse auf die Bildung der
Staaten. Politische Entwickelung der Hauptstaaten bis zur
Zeit der Perserkriege; Sparta und Athen, die Lykurgische und
.
Solonische Gesetzgebung.
138.

Fünfte Vorlesung. Zustand Griechenlands beim Beginn der Perserkriege. Die Per-

und . Solonische Gesetzgebung. 138. Fünfte Vorlesung. Zustand Griechenlands beim Beginn der Perserkriege. Die Per-
XXII Seite. serkriege und ihre nächsten Folgen bis zum kimonischen Frie den. Athens Grösse und
XXII
Seite.
serkriege und ihre nächsten Folgen bis zum kimonischen Frie
den. Athens Grösse und der Zwietracht Aufang in Hellas.
189.
Sechste Vorlesung.
PeriMes und der pelopounesische Krieg bis zu dem Frieden des
Mikias und dem Auftreten des Alkibiades.
236.
Siebente Vorlesung.
Ausgang des peloponnesischen Krieges. Spartas Gewaltherr
schaft in Hellas.
Erneuerung der Perserkriege und der Friede des Antalkidas.
Thebens Erhebung und kurze Grösse.
Herstellung der Demokratie in Athen.
299.
Achte Vorlesung.
Zunehmender,Verfall. Der heilige Krieg. Einmischung Phi
lipps von Makedonien in die Streitigkeiten der Hellenen. Die
Schlacht beiChäronea. Vorherrschaft Makedoniens über Hel
.
las bis zum Ausgange des Demetrios Poliorketes.
.
367.
Neunte Vorlesung.
Die letzten Freiheits- und Vernichtungskämpfe der alten Helle
nen. Sieg über die Kelten. Die Bündnisse der Achäer
und Aetoler. Horns Einmischung in die Verhältnisse von .Ma
kedonien und Hellas bis zum völligem Untergange der Freiheit
.
der hellenischen Staaten.
,
411.

Zehnte Vorlesung. Griechenland unter der Herrschaft der Römer und als Theil des byzantinischen Kaiserreichs.

Griechenland als römische Provinz, zur Zeit der Republik und unter den Kaisern, bis zum Ausgange des Hauses der Anto nine. wirkte diese Auffassung auf Griechenland zurück? Einfluss der römischen Provinzialverwaltung. Verfall alter Sitte, Art und Kunst.

Wie fasste Horn das hellenische Leben auf, und wie

490.

Eilfte Vorlesung. Die Schicksale Griechenlands vom Ende des zweiten his zum Anfange ries siebenten Jahrhunderts. Neue Elemente der Be völkerung und des geistigen Lebens. Einfälle und Ansiedelung nordischer Völkerschaften germanischer und slavtscher Her

kunft Das Christcutlium und die Kirche.

.

.

und Ansiedelung nordischer Völkerschaften germanischer und slavtscher Her kunft Das Christcutlium und die Kirche. . .
Zwölfte Vorlesung. Seite. Griechenland vom Anfange des siebenten bis nm die Mitte des zwölften Jahrhunderts.
Zwölfte Vorlesung.
Seite.
Griechenland vom Anfange des siebenten bis nm die Mitte des
zwölften Jahrhunderts. Rückblick auf die inneren Verhält
nisse der Provinz Achaja. Neue Einfälle der Slaven Erwei
terung tmd fernere Schicksale ihrer Niederlassungen auf alt-
bellenischem Boden. Einige Lichtpunkte in der Dunkelheit
des zehnten und eilften Jahrhunderts. Berührungen mit dem
Abendlande. Die Heerzüge der Normannen nach Griechen
land nnter Robert Guiscard nnd König Roger von Sicilien.
709.

Anhang. Etw as über den Namen Morea" und noch einige Bemerkungen zu Kallmereyer's Geschichte von Morea im Mittelalter." 837.

den Namen Morea" und noch einige Bemerkungen zu Kallmereyer's Geschichte von Morea im Mittelalter." 837.

Geschichte

Griechenlands.

Erster

The

i

1

Geschichte Griechenlands. Erster The i 1

L'histoire ne peut plus être un simple amusement littéraire et s'adresser à l'imagination seule; elle doit aussi parler à la raison de l'homme. une leçon, et elle ne peut 'l'être qu'autant qu'elle rapporte les effets aux causes, et présente les faits non pas seulement dans leur succes sion chronologique, mais dans cet enchaînement qui les explique les uns par les autres, en les engeudrant les uns des autres.

Ce n'est pas assez d'être un tableau, il faut qu'elle soit

Cousin, cours de l'histoire de la philosophie du XVIII siècle. Leç. XIV.

un tableau, il faut qu'elle soit Cousin, cours de l'histoire de la philosophie du XVIII siècle.

Erste Vorlesung.

Einleitung.

Leitende Idee , Plan und Gedankengang des Werks.

Grosse Erscheinungen der Gegenwart, deren fernere Entwicklung wichtige Resultate für die Gestaltung zu künftiger Verhältnisse herbeiführen mag, sind am mei sten geeignet, die ernste Betrachtung der Vergangenheit denkenden Geistern zum Bedürfnisse zu machen. Je mehr sie auf die wichtigsten Interessen im Staats- und Völ kerlehen, und auf die geistige Entwicklung der Menschheit im Allgemeinen einen bildenden Einfluss gewinnen, desto mehr werden durch sie geschichtliche Studien belebt. Wohl möchte in dieser Beziehung kein Zeitabschnitt der Weltgeschichte mit dem ersten Viertel unseres Jahrhun derts verglichen werden können, in welchem die fast all gemeine Umgestaltung der einflussreichsten Staatsverhält nisse mehr oder weniger auch das innere Leben der ein zelnen Glieder der Staaten berührte, und auf diese Weise eine allgemeine Theilnahmc an der Erforschung vergan gener Zeiten anregte, in welchen man die wirkenden Ur sachen jener Umgestaltung suchen zu müssen glaubte. So cbarakterisirt neben einem eigentümlichen Interesse für Poesie und Philosophie ein lebhaft angeregtes Stu dium der Geschichte die Richtung der geistigen Bildung unseres Zeitalters. and Philosophie ihr höchstes Interesse für den mensch lichen Geist vornehmlich dadurch gewinnen, dass sie uns möglich machen, die Welt der Erscheinungen an eine

Wenn auf der einen Seite Poesie

i

1*

dadurch gewinnen, dass sie uns möglich machen, die Welt der Erscheinungen an eine Wenn auf der

i

Welt der Ideale anzuknüpfen, so erhält auf der andern die Geschichte dadurch ihre höhere Bedeutung für die Bildung des Geistes, dass sie uns nicht allein die Grösse, sondern auch die Schwäche des menschlichen Wesens in ihrer Wahrheit zeigt. kennen, nicht nur durch die grossen Begebenheiten ver gangener Jahrhunderte, sondern selbst durch jene schein bar kleinen Verhältnisse aus dem inneren Leben der Völ ker, die für die Erkenntniss des Ganzen uni so höhere Bedeutung erhalten, je mehr es uns vergönnt ist, durch Forschung ihren Zusammenhang mit den Erscheinungen zu ergründen, an die sich die Schicksale ganzer Völker knüpften, und welche Jahrhunderten ihren Character ga ben. Zeiträume das V crdammungsurtheil auszusprechen, nichts schmeichelt der Eitelkeit vielleicht mehr, als geschichtliche Characterc, die selbst gesunken durch ihre Grösse noch die Bewunderung der Nachwelt fesseln, nach eigner Willkühr oder dein Wohlgefallen der Zeit, zu erheben oder herab zusetzen, nichts mag der Thätigkcit des Geistes reichere Nahrung geben, als das Glück und Unglück im Lohen gan zer Völker, das Werden und Vergehen der Staaten, zum leichten Spiele des Verstandes zu machen. Doch grösser sind die Ansprüche, welche der Ernst der Geschichte und die Würde der Menschheit, wie sie sich in der Geschichte offenbart, an uns machen. grosser Zeiten und grosser Menseben nimmt wohl das tiefste Gefühl und eine rege Phantasie in An spruch, wie die begeisternde Dichtung, welche uns die Kraft des menschlichen Geistes unter den mannisrfach- sten Verhältnissen im Ideale zeigt; nicht kann es genü gen, mit kalt berechnendem Verstände die oft verborgen liegenden Fäden, Jahrhunderte reihen, das Verhältniss von Ursache und Wirkung, die unterscheidenden Momente einzelner Zeit Tiefes Eindringen genaue Würdigung der Verhüllnisse, unter welchen grosse ge<- schichtliche Charactere die Ilöhe menschlichen Kuhnies

Aus ihr lernen wir den Ernst des Lebens

Nichts scheint leichter zu seyn,

als über ganze

Die Darstellung des Geistes

eben

so

durch welche Jahrhunderte eich an

räume aufzusuchen und zu erkennen.

in die Beschaffenheit der menschlichen Natur,

so durch welche Jahrhunderte eich an räume aufzusuchen und zu erkennen. in die Beschaffenheit der menschlichen

5

erlangten, vonirtheilsfreie Auffassuug dessen, was die Resultate menschlicher Kraftüusserungcn in der Vergangenheit wa ren , können als die ersten Bedingungen gelten , unter welchen es uns möglich werden wird, die Hauptzwecke geschichtlicher Studien haupt eine höhere Bedeutung für die richtige Erkennt- ».! Die allgemeinere Theilnahine an geschichtlichen Stu dien bedingte auch die Art derselben und gab ihnen nach und nach einen eigenthiimlichcn Character. Begnügte man sich in früherer Zeit meistens mit in sich abgeschlossenen geschichtlichen Forschungen, so suchte man seit der letz ten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts der Geschichte durch pragmatische Entwicklung eine bestimmtere An wendung auf die Verhältnisse des Lebens zu gehen. Während Wahrheit im Einzelnen gewonnen wurde, bekam die Geschichte durch tung; sie wurde freier, vielseitiger und mit mehr Emst behandelt; man bestrebte sich, die Schicksale der Staa ten, die Bildung und das Leben der Völker in ihrem Zusammenhange zu erkennen, und im Verhältnisse zur Gegenwart zu würdigen. überhaupt geschichtliche Verhältnisse beurthcilen sollen, W fen bei dem gegenwärtigen Glücke einzelner Völker nicht vergessen, dass sie es vielleicht durch Drangsal und un ter dem Drucke gewaltsamer Verhältnisse erlangten, wäh rend bei andern für das unverschuldete Unglück der Ge genwart die Erinnerung au eine grosse Vergangenheit Diese Idee bestimmte mich zunächst zur Entwick lung der Getc/tic/Ue Griechenlands , welche ich in einer Ich will eine ge schichtliche Darstellung der wichtigsten Momente ;aus dea Schicksalen eines Landes geben, das dazu bestimmt war, die schönsten Blüthcn jedes Grossen undEdelen zu nähren, aber auch Zeuge zu seyn alles des Jammers und

.1

Die Gerechtigkeit, womit wir

oder ihren Untergang fanden, und kräftige,

zu erreichen, und ihnen' über

niss und Beurtheilung der Gegenwart zu geben.

durch jene

die Begründung geschichtlicher

diese überhaupt eine höhere Bedeu

ir dür

scheint eine solche Auffassung zu verlangen.

.

.!>

einigen Ersatz gewähren kann.

:

.

.

Reihe Vorlesungen zu geben gedenke.

eine solche Auffassung zu verlangen. . .!> einigen Ersatz gewähren kann. : . . Reihe Vorlesungen

Elends, welche uns die Menschheit in ihrer tiefsten Er niedrigung zeigen. ihren Bestiinmungsgrund und ihre Entschuldigung in sich selbst. nigfachsten Interessen geistiger Bildung uneerer Zeit; Griechenland im Mittelalter steht dem neuen germani schen Leben, was dein europäischen Staaten- und Völ kerleben seinen Charakter gab, mit seiner aus dem Al terthum geretteten leblosen Eigentümlichkeit, zu merk würdig gegenüber, Griechenland unter der Herrschaft eines asiatischen Völkerstamines, den Jahrhunderte nicht zu curopäisiren vermochten, bleibt eine für die ganze Weltgeschichte zu wichtige Erscheinung, und endlich Griechenlands neuesten Verhältnisse, als Resultate seiner wechselnden Schicksale, sind für seine eigene fernere Entwicklung und die Gestaltung des europäischen Staa tenvereins überhaupt von zu hoher Bedeutung, als dass nicht die Geschichte dieses Landes in allen Jahrhunder in Denn wollen wir mit freiem, unparteiischem Geiste würdigen, was Griechenland in seiner schönsten Zeit war, und wie es das geworden, was es jetzt ist, welchen Einfluss es auf Europas Gestaltung in geistiger und politischer Beziehung hatte, und welches seine hö here Bedeutung für die Weltgesichte ist, so kann dieses indem aus Griechenlands Vorzeit als wesentliche Bedingungen seiner heutigen Stellung be trachten. Man hat bisher die Geschichte Griechenlands in ih ren Thcilen zu abgeschlossen und deshalb zu einseitig aufgefasst. Jugendbildung im Allgemeinen ist in dieser Beziehung nicht ohne nachtheiligen Einfluss geblieben, indem mau eines Theiles gewöhnt wurde, die Geschichte Altgriechen lands als ein in sich vollendetes Ganzes, ohne Zusam menhang mit der Folgezeit, aufzufassen und darzustel len, andern Theiles vorzüglich die Seiten des griechi schen Lebens herausgehoben wurden, welche eben für

Der Gang und die Art der europäischen

wir die üauptmomente

Die Wahl dieses Gegenstandes hat

Griechisches Alterthum berührt zu sehr die man

ten

die allgemeine

sollte.

Theilnahme

Anspruch nehmen

nur auf rein geschichtlichem Wege geschehen,

zu sehr die man ten die allgemeine sollte. Theilnahme Anspruch nehmen nur auf rein geschichtlichem Wege

die Bildung dee Geistes die wirksamsten seyn zu müs sen schienen. lichsten Erzeugnisse des griechischen Genius, jene un erreichte Schönheit in Geist und Form, uns Ideale wur für Künste, übersah man nur zu leicht diejenigen Beziehun viel wenn man die Schicksale der Völker im Zusammenhange auflasst. Denn so erhebend auch immer der Wunsch seyn mag, Werken des über Altgriechen land waltenden Geistes in eine wenig bietende Gegen wart Erhabenheit, in ein Leben, das vielleicht den Zwecken der Alltäglichkeit dienen muss, begeisternde Anmut Ii zu bringen, so kann doch fiir die reinere und höhere Auf fassung der Geschichte Griechenlands nichts gewonnen werden, wenn wir bloss mit Bewunderung vor Athens ju gendlicher Grösse und Sparta's männlicher Kraft stehen; die Bewunderung erkaltet, weil sie immer auf sich selbst zurückkehren muss, und doch nicht vermag, mit schöpfe rischer Kraft den Bildern grosser Vergangenheit Leben Die Auf fassung der Geschichte Altgriecheulünds von einem all gemeineren, mehr politischen, Standpunkte aus gehört eigentlich ganz der neueren Zeit an, wo die Verhältnisse die verschiedenen Aeusserungen der Volksthätigkcit im Staate in ihrer ge genseitigen Beziehung und Gesamintwirkung für die Ent wicklung des Ganzen zu würdigen. Eben so wenig wurden die Schicksale Griechenlands unter der Herrschaft der byzantinischen Kaiser in ihrer Bedeutung für die Gestaltung der 'Verhältnisse des grie Ge schichte Altgriechenlands in Verbindung zu bringen, suchte man vielmehr die bedeutendsten Contraste zwischen bei den auf, und verlor auf diese Weise natürlich die be stimmtere Richtung für eine rein geschichtliche Würdi Selbst in neuerer Zeit ist nach GMon» Vorgange die byzantinische Ge

Während auf diese Weise die eigentüm

den

byzantinische Ge Während auf diese Weise die eigentüm den die Erzeugnisse der bildenden und redenden gen

die Erzeugnisse

der bildenden und redenden

gen des griechischen Staatslebens,

welche man

leicht als die wichtigsten erkennen möchte,

zu geben für eine unbefriedigende Gegenwart.

überhaupt mehr darauf hinführten,

chischen Volkes betrachtet.

Anstatt sie mit der

gung der byzantinischen Kaiserzeit.

überhaupt mehr darauf hinführten, chischen Volkes betrachtet. Anstatt sie mit der gung der byzantinischen Kaiserzeit.

schichte meist nur in ihrem passiven Verhältnisse zur Entwicklung des neueuropäischen Lebeus im Mittelalter betrachtet worden; man reihte den Gang der Geschichte an die Verbrechen der Herrscher und die ohnmächtigen Kraftiiusserungen des in sich selbst zerrütteten Volkes, ohne eigentlich den tiefern Sinn des nach und nach hin schwindenden alten Lebens für die nothwendige Gestaltung neuer Verhältnisse zu ergründen. Was endlich die Schicksale des unter der Herrschaft der Osmanen fortdauernden griechischen Volkes betrifft, so haben nur erst die Bemerkungen neuerer Reisenden, und etwa die eigentümliche Stellung des russischen Rei ches zur Pforte seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts auf die innere Ent wicklung und eigenthümliche Stellung der Neugriechen zur Pforte angeregt. pas seit der Begründung der osmanischen Herrschaft in Europa war gerade am meisten geeignet, die Interessen mehr an die bestimmtere Ausbildung des Staatensystems im Westen, als an die dem europäischen Leben ihrem Wesen nach überhaupt fremdartigeren Erscheinungen im Osten zu knüpfen. Die neuesten Schicksale des griechischen Volkes geben den höheres Interesse, und bestimmen zugleich die leitende Idee für gegenwär tige Darstellung der Geschichte Griechenlands in ihrem Zusammenhange.

eine bestimmtere Aufmerksamkeit

Der Gang der Geschichte Euro

der einflussreichsten Mächte

bisher wenig beachteten Zeiten ein

Es ist im Wesen des menschlichen Geistes begrün det, dass dem Gebildeten in der Erscheinungswelt über haupt nur das höhere Befriedigung gewähren kann, wo bei durch grösstmögliche Harmonie der Theile zu einan der das Ganze der ideellen Einheit am nächsten gebracht wird. denden Künste, wo das Verhältniss der Theile zum Gan zen durch die Möglichkeit einer schnelleren und in ge wissem Sinne gleichzeitigen Auffassung leichter und be stimmter erkannt werden mag, so findet es jedoch nicht weniger bei Darstellungen seine Anwendung, denen Spra

Gilt dieses vornehmlich von den Werken der bil

es jedoch nicht weniger bei Darstellungen seine Anwendung, denen Spra Gilt dieses vornehmlich von den Werken

9

che und- Schrift als Mittel der Mittheilung gegeben sind, nod die uns ihrer Natur nach in ihren Theilen eher, ale Die Einheit muss sich hier in der dem Ganzen zum Grunde liegen den Idee zeigen, durch welche die Erkenntniss des Ver hältnisses der Theile zum Ganzen leicht möglich werden mag. scheint, sche und practische Grundsätze zurückführen lassen, ei Idee der Behandlung geltend zu machen, so schwer ist es bei geschichtlichen Darstellungen einer Idee zu folgen, durch, welche das Mannigfaltige und sich Widersprechende, das Hohe und Lauf der Jahrhunderte Umgestaltete im Leben und Wir gegenseitigen Beziehungen Ein auf natürlichem Bedürfnisse beruhendes Streben, diese Einheit in die Geschichte nicht nnr einzelner ausgezeichneter Völker, sondern auch der Menschheit im Allgemeinen zu bringen, hat zwar man cher geistreichen Darstellung ihre Entstehung, aber auch nicht selten zu Missgriffen Veranlassung gegeben, indem man einer gewissen Vorliebe zu Systemen, denen man die verschiedenartigsten Erscheinungen anzupassen suchte, eine opferte. dieselben in ihrer Erscheinung und ihren Folgen; man kann sie nicht gleichsam durch Ideen beherrschen und umgestalten; Winde des Zufalls zusammengescheuchte Atome erschei nen, die im Ekel über eine unverschuldete Disharmonie znletzt in sich selbst zerfallen, wenn wir nicht an sie ein höheres Interesse knüpfen wollten, was uns die Er forschung der Geschichte zum Bedürfniss machte. Durch dieses Interesse aber muss das Erforschte bei dem For scher Leben und Einheit gewinnen, die sich dann bei der Darstellung leicht geltend machen lassen. Auf diese Weise glaube ich für gegenwärtige Vorträge über die Geschichte Griechenlands vielleicht eine leitende Ideo

in ihrer Einheit zum Bewusstseyn kommen.

Allein

so

wenig

Schwierigkeiten es zu

haben

bei Wissenschaften,

ne bestimmt hervortretende

welche sich auf theoreti

als leitendes Princip

Gemeine, das Bleibende und das durch den

ken eines Volkes in seinen

als Einheit erscheine.

rein geschichtliche Auffassung

der Vorzeit auf

Die Schicksale der Völker und Staaten bleiben

aber sie würden

uns auch nur als vom

Auffassung der Vorzeit auf Die Schicksale der Völker und Staaten bleiben aber sie würden uns auch

angeben zu können, welche einem allgemeineren Bedürf nisse entsprechen dürfte. . hungen, in welchen die Geschichte Griechenlands betrach tet werden kann, für unseren Zweck das Zeitinteresac herausheben, so lässt sich die uns leitende Idee leicht dahin bestimmen, dass wir Griechenlands Vorzeit in ih rer Beziehung zur Gegenwart betrachten, für seinen jetzi gen Zustand die Erklärungsgründe in seinen früheren Schicksalen durch geschichtliche Entwicklung suchen, und dadurch, dass wir die verschiedenen Perioden der Geschichte dieses Landes in gegenseitige Beziehung zu einander bringen, dem Mannigfaltigen in den verschie denen Aeusserungen der gesummten Volksthätigkeit eine .unserem Zwecke entsprechende Einheit geben. der vorzüglich dann sprechen, wenn aus seinen gegenwärti gen Verhältnissen cutscheidende Besultate für seine Zu kunft zu erwarten sind, und nothwendig erfolgen müssen. gewinnt und wird gesteigert, je mehr die Schicksale des fragli chen Volkes mit den Interessen anderer Völker in Be rührung stehen, und je weiter und tiefer überhaupt die zu erwartenden Veränderungen in die bestehenden Ver hältnisse des öffentlichen und des Privatlebens eingrei fen zu müssen scheinen. das Zeitinteresse, das sich an die Geschichte Griechen lands knüpft. Sind einzelne öffentliche Stimmen darinn zu weit gegangen, tung der politischen Verhältnisse Griechenlands als den geeignetsten Zeilpunkt ansehen, alle Interessen Europas durch eine neue territoriale Anordnung des europäischen Staatensystems zu ordnen und auszugleichen1), so läset sich doch nicht leugnen, dass bei der Bestimmung der

l) nur auf: Der Krieg im Oaten, aus dem Gesichtspunkte des Rechts, der Civilisation und der Politik betrachtet, ein Versuch die verschie denen Interessen der Kabinette Europas hiebet zu vereinigen von D. '

Ich verweite hier unter einer Menge unbedeutender Schriften

Wenn wir nämlich unter den verschiedenen Bezie

i

Geschichte eines Volkes können wir

Zeitinteresse

Dieses Zeitinteresse

natürlich an Bedeutung

Gross ist in dieser Beziehung

dass sie die zu erwartende Umgestal

A. hits, H limberg i8a8. v. S. 6 u. flgd.

,

an Bedeutung Gross ist in dieser Beziehung dass sie die zu erwartende Umgestal A. hits, H

ferneren Schicksale Griechenlands gerade diejenigen Punkte am ineisten in Betracht kommen, welche für die practische Politik Europas von der höchsten Wichtigkeit sind, und allerdings früher oder später für die Gestaltung der Verhältnisse der europäischen Staaten zu einander - Da wir die Geschichte Griechenlands der angegebe nen Idee zufolge in ihrem ganzen Umfange' zn betrach ten gedenken, keit des gegebenen Stoffes kaum eine geeignete Ausfüh rung gestatten, wenn wir nicht von dem durch jenes Zeit und ihn als vorherrschendes Princip bei der Durchfuhrung gelten las sen wollten. Wenn daher als Hauptfrage für unsere Zeit angeführt werden kann:

entscheidendem Einflüsse seyn können. ,

so würde die Grösse und Mannigfaltig

interesse bedingten Standpunkte ausgehen

IVa» wird Griechenland» Stel

lung als Staat an »ich und im Verhältnisse zu Europa im Allgemeinen für die Zukunft seyn Î so lassen sich eine politischen Verhältnisse auch bei der Darstellung seiner früheren Geschichte leicht als Hauptgesichtspunkt auffassen. Neben diesen, die sich zunächst auf die Wirk samkeit des Volkes im Staate beziehen, verdient vor züglich seit der Zeit, wo die Griechen eigentlich nicht mehr als ein Volk von freier Selbstständigkeit wirk ten, sondern ihre Eigentümlichkeit fremdem Einflüsse hingaben, die allmählige Umgestaltung de» Volktcha- ralrter» eine besondere Berücksichtigung, da hierinn ein Haupterklärungsgrund für die heutige Stellung der Grie chen zu suchen ist. gehören auch die für dieses Verhältnis wichtigen Er scheinungen in das Gebiet der Politik; so wie wir über haupt die wechselseitigen Beziehungen der verschiedenen Aensserungen der Volksthütigkeit nicht aus den Augen verlieren dürfen, wenn wir ein klares Bild von des Vol Die Religion, so weit sie auf formellen, vom Staate anerkannten, Aeuseerun- gen beruht, erhält gewöhnlich ihren Charakter durch die Formen der Verfassung; die Kumt finden wir im Ver hältnisse zu der Erhabenheit religiöser Ideale steigen und fallen;

frei schafft der Geist Grosses im Gebiete der

In weiterer Bedeutung des Wortes

kes Art und Weise haben wollen.

und fallen; frei schafft der Geist Grosses im Gebiete der In weiterer Bedeutung des Wortes kes

12

.

ffusentcAajft, linter dem Schutze freier, geordneter Ver fassungen, während der Despotismus die kleinen Krciese vorzeichnet, in denen oft grosse Geister ihre Kraft ohne höheren Zweck und würdigere Bedeutung an Kleinigkei ten aufreiben müssen; und selbst Familienleben und Sitte sind im Fortgange der Zeit dem Einflüsse der Verände rungen in der Verfassung unterworfen, wenn wir gleich dass gerade Staatsleben jedes Volkes seinen eigenthümlichen Chara cter gaben. des griechischen Lebens in den verschiedenen Zeiträu men bloss auf die formellen Acusserungen der Volks- tbätigkeit aufmerksam zu machen; vielmehr muss es uns darauf ankommen, den Geitt kennen zu lernen, welcher Denn selbst die verschiedenartigsten Beziehungen im Leben je des Volkes finden wir am Ende durch einen es bestimmt unterscheidenden Geist characterisirt, welcher tkcils ein der Schicksale desselben ist, theils unter dem Einflüsse Oertlichkeiten und äusseren Umständen im Fortgange der Zeit den Veränderungen unterliegt, welche wir daun als wirkende Ursachen der unterscheidenden Modifikationen Uebcrhaupt stehen Geist und Form bei der geschichtlichen Entwicklung der Volkscharactere in beständiger Wechselwirkung; und Geist möchte ich in dieser Beziehung die Kraft nennen, sich seine Anlagen den Verhältnissen gemäss zu höherer Voll endung entwickelt, durch welche es seine Eigentümlich keit unter dem Einflüsse des Fremden von Aussen und dem Wechsel der eignen Schicksale zu erhalten weiss, und auf welche alle Erscheinungen seines Lebens, als auf den inneren Bestimmungsgrund, zurückgeführt werden mögen. wenn sie schwindet, so kann man wohl mit Recht sagen, Gross und edel nennen wir den Geist eines Volkes, wenn jene Kraft sich in re ger, frischer Thätigkeit zur Erreichung der höheren Zwecke

annehmen müssen,

sie ursprünglich dem

Es genügt jedoch nicht bei der Würdigung

die Form erschuf, sie belebte und ihr Kraft gab.

natürliches Erzeugniss des

Ursprungs und

ersten

des Zeitgeistes betrachten können.

durch welche ein Volk

selbstständig bildet, und

Auf dieser Kraft beruht des Volkes Grösse, und

es sey der alte Geist gewichen.

welche ein Volk selbstständig bildet, und Auf dieser Kraft beruht des Volkes Grösse, und es sey

des Staat sieben s stark äussert; er wird uns klein und ge mein erscheinen, wenn sie nur dazu dienen muss, den Mechanismus eiumal stehender Formen schwach zu be leben und leicht zusammenzuhalten. Eine eigentümliche Schwierigkeit für die pragmati sche Entwicklung der Geschichte Griechenlands liegt in Reichen selbst für die Geschichte Altgriechenlands die uns erhal tenen Geschichtswcrkc nicht hin, uns ein klares Bild von dein Entwicklungsgange des griechischen Lebens und der griechischen Bildung zu geben, und können wir nach ih nen kaum für einen gewissen Zeitraum das Ganze des griechischen Lebens in seinen verschiedenen Beziehun gen auffassen, so wird dieser Mangel für die Zeiten der byzantinischen und der osmanischen Herrschaft über Grie chenland noch bei weitem grösser, indem die in jene Zeiten gehörenden Geschichtschreiber theils überhaupt nur die auf die herrschenden Familien und Stämme Be zug habenden Begebenheiten aufzeichneten, theils aber auch das Leben zu einseitig auifassten, und jener regen frischen und den Begebenheiten ihrer Zeit ermangelten, welche die Alterthums belebt, und zum treuesten Abbild der Wahr heit macht. sen seyn für den Character ihrer Zeit, Erkenntniss des Einzelnen im iunern Leben des griechi schen Volkes bieten sie nur wenig, und dieses Wenige ist zu genseitige Beziehung hingestellt, als dass sich der ge nauere Entwicklungsgang des griechischen Lebens daran knüpfen liesse. Plane, alle namhafte Begebenheiten aus der Geschichte Griechenlands aufzählen zu wollen, sondern ich kann, der angegebenen Idee zufolge, nur auf die Ereignisse vorzüglich Rücksicht nehmen, welche der Entwicklung in deu ver auf diese Weise durch ihren Einfluss mit den neuesten Verhält

schiedenen Zeiten

ihren Einfluss mit den neuesten Verhält schiedenen Zeiten der Unzulänglichkeit der Mittel zu derselben. Theilnahine

der Unzulänglichkeit der Mittel zu derselben.

Theilnahine an den Schicksalen ihres Volkes

Darstellungen der grossen

Geschichtschreibcr des

M old können jene Geschichtschreibcr Zeu

allein für die

sehr ausser allein Zusammenhange und ohne ge

Auch liegt es keineswegs in meinein

des griechischen Staats- und Volkslebens

ihren Character gaben,

und ohne ge Auch liegt es keineswegs in meinein des griechischen Staats- und Volkslebens ihren Character

14

niseen in gewisser Beziehung stehen, Und zur Erklärung derselben wesentlich beitragen möchten. Eine kurze An- gäbe der Hauptgesichtspunkte hierfür möge die Art und und den Gang gegenwärtiger Vortrüge näher bestimmen.

Um überhaupt den eigenthiimlichen Gang der grie chischen Geschichte zu verstehen, ist es nöthig, sich von Griechenlands natürlicher Beschaffenheit an sich, und seiner Lage im Verhältnisse zu den übrigen Theilen Ergibt sich hieraus seine natürliche Bestimmung, so lässt sich auch seine Geschichte im Verhältnisse zu dieser klarer auffas sen. Geschichte des Menschengeschlechts im Allgemeinen, sei ne Wichtigkeit für Europas politische Verhältnisse, und das Interesse, welches die Hauptmächte Europas nach ihrer verschiedenen Stellung an seine ferneren Schick eale knüpfen, vorzüglich bedingt. Bemerkungen hierüber geschichtlichen Entwicklung bilden und überhaupt die Beziehung der Ge Die geschichtliche Darstellung folgt am besten der durch in nere und äussere Gründe bestimmten Abtheilung in drei Hauptperioden. Die Geschichte Altgricchenlands, bis zur Unterwerfung unter die Herrschaft der Börner, bis wohin ich die erste Periode rechnen möchte, ist durch die ei- gentlmmliche Stellung Griechenlands xu Asien und tetne mannigfachen Beziehungen zum Leben des Mor genlandes überhaupt churacterisirt. Seit dieser Zeit, bis zum Schlüsse der zweiten Periode, der Gründung der osmanischen Herrschaft in Europa, sind die Schicksale Griechenlands Weit mehr an die Geschichte des Abend landes geknüpft; xu dem Bestimmtheit hervor, und gewinnen auf die Bildung des Ganzen bleibenden Einfluss, obgleich in der Zeit von der Trennung des abendländischen und morgenländischen Kaiserf hums bis zu den Kreuzzügen Griechenlands Lago äusserlich mehr von der Gestaltung der Verhältnisse iui

der Erde eine klare Ansicht zu verschaffen.

Durch sie ist seine Bedeutung für die Bildung und

werden den Ucbergang zur eigentlich

genwart zur Vorzeit bestimmter erkennen lassen.

die Beziehungen Griechenlands

europäischen Leben treten mit grösserer

genwart zur Vorzeit bestimmter erkennen lassen. die Beziehungen Griechenlands europäischen Leben treten mit grösserer

15

-

Morgenlande, ale «1er eigentümlichen Staatenbildung In der dritten Periode endlich, bis auf unsere Zeit, kann man die Bil dung de» europäischen Staatensystems, nach sei nen verschiedenen Entwicklungsstufen und seiner Stel lung zur Pforte^ als entscheidend für die Schicksale Grie chenlands betrachten, während ich dem osmanischen Des potismus, der durch seine Mittel die Erreichung seines Zweckes sich selbst vereitelte, nur einen mittelbaren und untergeordneten Einfluss zuschreiben möchte. Auf diese Weise lassen sich die bestimmenden Merkmale der ver schiedenen Perioden angeben, welche bei der Entwick lung im Einzelnen noch lebhafter hervortreten werden. Die Wichtigkeit der Geschichte AltgriecheiUandi for eine zusammenhängende Darstellung in der angege benen Weise liegt voruhemlich darinn, dass in vieler Be ziehung die Erklärungsgründe von Griechenlands späte ren Schicksalen, und namentlich seiner neuesten Verhält Die Ver bindung des Alten und Neuen in der Geschichte einzel ner Völker ist nicht bloss in bestimmt hervortretenden Erscheinungen sichtbar, sondern sie wird weit bestimm ter, selbst unter dem Wechsel der mannigfachsten Schick sale, durch Ideen und Ansichten, und wäre es auch nur durch Erinnerungen an die Vorzeit, erhalten, welche im Tolke fortleben, und ihren Einfluss auf den Geist des selben nachdem es sich der gewaltsamen Herrschaft seiner asia tischen Unterdrücker entzogen hat, in freier Selbststän digkeit wirken und leben, so kann es hierfür nur in der Periode seiner Geschichte Belehrung, Trost, aber anch Warnung finden, wo wir es in seiner freiesten Ausbil dung, ungehindertsten Kraftûusserung sehen. Grösse fällt freilich in eine Zeit, wo es noch kein euro päisches Staatensystem gab; und mag daher immerhin Griechenlands Herstellung in alter Art und Weise nur als Wunsch ten Zeitalter gelten, so verlangt es doch die Gcrcchtig

des vestliehen Europas abhängig war.

nisse im Alterthume zu suchen seyn möchten.

nie ganz verlieren.

Soll das griechische Volk,

in seiner individuellsten Entwicklung, in seiner

Griechenlands

der Bcgeistrung in einem einmal aufgereg

griechische Volk, in seiner individuellsten Entwicklung, in seiner Griechenlands der Bcgeistrung in einem einmal aufgereg

kcit uns, dass wir ein Tolk, das jetzt Europas Hülfe und Mitleiden anruft, auch in der Zeit seiner Grösse se hen, der wir so viel verdanken, dass wir den Ursachen nachforschen, welche diese Grösse vernichteten, und dann , Ueber Griechenlands Urùewohner und Einwanderer, sowie über deren frühesten Schicksale gehört nur soviel in den Kreis dieser Vortrüge, als nach den neuesten For schungen der Wahrscheinlichkeit am nächsten kommt, um die Ursachen und den Character der frühesten Cul- tur bestimmen zu küunen. menhang mit dein griechischen Heroenalter führt uns auf seine geschichtliche Bedeutung für das griechische Al wo durch hat eigentlich die IVelt der griechischen Heroen geschichtliche Wahrheit? so kömmt es bei ihrer Be antwortung weit weniger darauf an, objectiv bestimmen zu wollen, wo sich Wahrheit und Mythe trennen, als darauf, anzugeben, was die eigentümliche Bildung des griechischen Mythus und der Glaube des Volkes an jene Heroenwelt für die fernere Entwicklung des griechischen Lebens gewirkt haben, und inwiefern sie den Gang der grie chischen Geschichte bestimmten. Die Zeiten des trojani schen Krieges zeigen uns eines Theiles die Heroenwclt auf ihrer Höhe, andern Theiles bilden sie den Uebergang be stimmtere Gestaltung der politischen Verhältnisse cha- racterisirt ist. des trojanischen Krieges in den homerischen Gesängen gab ihm für das Ganze der griechischen Bildung seine höhere Bedeutung, weil sich an diese die formelle Ent wicklung der ästhetischen Cultur in ihren Uauptmonien- ten knüpfte, und durch sie überhaupt die erhabene An sicht von der Vorzeit bei dem griechischen Volke erhal ten wurde. janischen Kriege bis zu den Perserkriegen für die Ent wicklung des griechischen Volks- und Staatslebens ist, desto empfindlicher wird der Maugel au genügenden Aach-

erst unser Urtheil aussprechen.

,

Deren unmittelbarer Zusam

desselben in Bezug

auf eine nähere Würdigung

Ergibt sich dabei von selbst die Frage,

terthum.

zur rein geschichtlichen Zeit, welche

durch eine

Die epische Auffassung und Darstellung

Je einflussreiclicr die Periode von dem tro

geschichtlichen Zeit, welche durch eine Die epische Auffassung und Darstellung Je einflussreiclicr die Periode von dem

17

welche uns die Auffassung

richten über das Einzelne, des Ganzen erleichterten. tchen fWanderungen ward Griechenland in seinen politi Der Character die ser Wanderungen ist durch ihre Folgen bestimmt. Wirk so wurden sie auf der andern nicht weniger Ursache zu einem neuen, frischangeregten Leben, welches eben die Entwicklung der bereits gewonnenen Elemente zu jener Grösse Grie chenlands in den folgenden Jahrhunderten bedingte. Fas sen wir freilich die hierher gehörenden Haupterscheinun- gen in ihrem geschichtlichen Zusammenhange auf, so wurde durch sie zwar die Erweiterung, die vielseitigere und höhere Ausbildung des griechischen Lebens bewirkt, sie tragen aber auch wesentlich zu Griechenlands Ver fall und Untergang bei. Dieses gilt zunächst von der Ent stehung der griechischen Kolonien. Gewährten auf der ei nen Seite die Länder, in welchen sich vorzüglich griechi sche Kolonien festsetzten, wie Kleinasien, Unteritalicn, Sicilien der griechischen Bildung die reichsten Mittel zur Vervollkommnung, so wurden die Mutterstaaten auf der andern durch diese Kolonien in Verhältnisse verwickelt, welche im Fortgange der Zeit ihre Kräfte schwächen und ihren Untergang befördern mussten. Gleiche Verhältnisse selten von der Entstehung der rejmblicanischen Verfas- tungett, welche während des zweiten und dritten Jahr hunderts nach dein trojanischen Kriege in ganz Griechen land, Die dadurch bewirkte Vielseitigkeit der Bildung gab der Nation den sie bestimmt unterscheidenden Character und nachte sie zur Erreichung alles dessen fähig, was uns im griechischen Alterthume als gross und in seiner Art Tollendet erscheint. Allein wenn wir die republicanische Freiheit der einzelnen Staaten im Verhältnisse zur Ein des griechischen Bcpublicanismus vorzüglich dadurch hervor, dass er zwar die eigentümliche Entwicklung des indivi duellen Lebens gestattete und beförderte ^ aber nie die Elemente der Einheit, die in der That vorhanden waren

Ganzen auffassen, so treten die Mängel des

Durch die sogenannten dori-

schen Elementen heftig erschüttert.

ten sie auf der einen Seite vernichtend,

heit

mit Ausnahme von Epirus,

herrschend wurden.

2

Elementen heftig erschüttert. ten sie auf der einen Seite vernichtend, heit mit Ausnahme von Epirus, herrschend

und ihren Grund in einem lebhaften Gefühle der Natio nalität hatten,' zu einer dauernden Vereinigung des Gan Eben so vichtig war das bestimmtere Hervortreten der Stammvcrtehie- denheit, welche man wohl als ursprüngliche Eigentüm lichkeit des griechischen Volkes und als wirkende Ur die aber doch erst durch die dorischen Wanderungen jenen Character bekam, welcher sich in einer dauernden Span nung und endlich Alles vernichtenden Feindschaft äus Der Gegensatz des griechischen Volkes in sich des das in Griechenlands Blüthcnzeit durch Sparta und Athen gleichsam repräsen- tirt wurde. ionischen Lebens gewöhnlich durch die Eigentümlichkei ten der Staatsverfassungen beider Stämme begründet ge glaubt hat, scheint eine Verwechselung der Wirkung mit der Ursache zu seyn, da vielmehr bereits vorhandene do rische oder ionische Elemente den unterscheidenden Cha racter der Staatsverfassungen bestimmten. Die Entwick lungen dieser Stautsverfassungen und des inneren politi schen Lebens überhaupt bildet im Allgemeinen den Gang der Geschichte Griechenlands! bis zu den Perserkriegen, indem durch sie zugleich die Stellung der Hauptstaateu zu einander und deren Verhältniss zu dem kleineren Gemeinwesen des Festlandes und der Inseln mehr oder weniger bedingt w urde. Eine weitere Auseinandersetzung der angegebenen Punkte führt uns auf die Periode der Gescbichte Grie chenlands, wo es seinen grössten Glanz erreichte, aber ich meine die Zeit vom Anfange der Perserkriege bis zur makedonischen Vorherrschaft. Eine Characteristik die ses Zeitraums zeigt uns die Höhepunkte der geistigen und politischen Bildung der Hauptstaaten Griechenlands. Was bei der Zertheilung des Ganzen im Innern nur durch einen grossen Anlass von Anssen bewirkt werden konnte, das haben die Perserkriege bewirkt, sie brach ten

zen in kräftiger That bringen konnte.

sache seiner vielseitigen Bildung betrachten kann,

serte.

vorzüglich sichtbar in den Elementen

selbst ward

dorischen und ionischen Lebens,

Dass mnn den Unterschied des doriseben und

ionischen Lebens, Dass mnn den Unterschied des doriseben und auch seinem Verfall und Untergang entgegenging, das

auch seinem Verfall und Untergang entgegenging,

das lebhafte

NationalgefüM zu

kräftiger Einheit.

des doriseben und auch seinem Verfall und Untergang entgegenging, das lebhafte NationalgefüM zu kräftiger Einheit.

M

'

Allein war diese schon an sieh nur von kurzer Dauer, so wirkte der siegreiche Kampf gegen die Perser vorzüg lich in seinen Folgen nachtheilig auf das Verhältnis* der Die von den Athcniensern kräftig und der durch die Eifersucht zwischen Sparta und Athen ausge bildete Begriff einer Hegemonie in Griechenland, können in dieser Beziehung als die bedeutendsten Folgen jenes Kampfes für nationelle Selbstständigkeit betrachtet wer den. der einzelnen Staaten bis zur Ueberspannung steigerten, aus Gleichheit der Interessen hervorgehenden Einheit aufge hoben, obgleich der ebenfalls durch die Perserkriege be stimmter entwickelte Gegensatz zwischen Hellenen und Barbaren die gemeinsame Wirksamkeit der griechischen Staaten zum Schutze gegen den Andrang nothwendig machte. kannt dauernden Bündnisses der meisten griechischen Staaten süsserhalb des Peloponnes unter Athens Leitung, wel ches dann natürlich einen Gegenbund zur Folge hatte, an dessen Spitze Sparta, schon seit längerer Zeit die Leiterinn der gemeinsamen Angelegenheiten des Pelo ponnes, Athen entgegentrat. Der ursprüngliche Zweck dieser Vereinigungen war freilich blos Fortsetzung der » Perserkriege und Befreiung der griechischen Städte in beim eegen einander stehenden Bündnisse die Hauptidee ver dass zuletzt die Kraft, die dazu dienen sollte, den nachtheiligen Einfluss des Fremden abzuwehren, zur Vernichtung der eigenen Selbstständigkeit gemissbraucht wurde. Auf der andern Seite äusserte sich der glückliche Ausgang der Perser als er des allgemeine Nationalgefühl hob, und die Mittel ge währte die Bestrebungen des griechischen Geistes in der That für das Leben wirksam machen zu können; zugleich machte sich aber auch die durch das schnelle Glück ge-

erfasstc Idee

eiuer Herrschuft des

Meeres,

Denn während sie bei ihrer Entwicklung die Kräfte

wurde

durch

sie zugleich

die

Möglichkeit einer

der Asiaten

Dase man diese Nothwendigkeit er

hatte, zeigt sich in der Errichtung

Asien,

allein da

gleich

eines fort

Entstehen der feindlich

loren ging, so ist es wohl erklärlich,

kriege in so fern auf die erfreulichste Weise,

fort Entstehen der feindlich loren ging, so ist es wohl erklärlich, kriege in so fern auf

'20

steigerte Kraft in den einzelnen Staaten durch - Leiden schaften geltend, Lebensweise nur nachtheilig wirken konnten, und nach und nach eine Zerrüttung im Innern der Staaten herbei führten, welche nicht weniger zu Griechenlands Unter gang beigetragen haben mag, als die Spannung, welche die Staaten unter sich entzweite. Wir sehen Atlten nach den Perserkriegen durch po litische und geistige Vorfierrtchuft glänzen, während Sparta, gleichsam im Widerstreite mit sich selbst, den durch die Verhältnisse herbeigeführten neuen Geist nicht Eine meine Gährnng der Geister und unnatürliche Spannung; der politischen Verhältnisse bereitet die verhängnissvolle Katastrophe vor, durch welche griechisches Leben und Wesen in seinen innersten Tiefen erschüttert wurde. Zugleich ward aber auch die geistige Bildung zu jener Höhe entwickelt, in welcher sie uns das PerikleUche Zeitalter zeigt, und eine Reihe ausgezeichneter, durch kräftige Eigenthümlichkeit sclbststämliger Charactere gab überhaupt der schaffenden Kraft des griechischen Vol kes jene Mannigfaltigkeit, die uns, gleichsam unter der Herrschaft eines Alles belebenden Genius, als die schön ste Harmonie der verschiedenen Aeusserungen mensch Die allgemeine Characte- der einflussreichsten Begeben hinrei um seine Folgen für das Verhältnis der Staa ten Griechenlands zu einander, und für deren geistige und politische Stellung an sich bestimmen zu können. Athens wohl nicht unverschuldetes Unglück hob Sparta; aber Spartas Glück war keineswegs geeignet, den übri gen Staaten für den langen Jammer, und den Verlust dessen, wofür ren. chen Grundlagen aufgebaut; sie war das Erzcugniss ei ner aus unnatürlichen Verhältnissen hervorgegangenen Notwendigkeit; konnte also auch in ihren Folgen nicht erfreulich wirken.

die auf den alten Sinn und die alte

allge

mit dein alten Leben zu vereinen weiss.

licher Thatkraft erscheint.

ristik

heiten

und

die Angabe

des peloponnesiscAen

Krieges werden

chen,

sie gekämpft hatten,

Ersatz zu gewäh

Die Herrscliaft Spartat war nicht auf natürli

Gewaltsam waren die Erpressungen,

sie gekämpft hatten, Ersatz zu gewäh Die Herrscliaft Spartat war nicht auf natürli Gewaltsam waren die

21

sich Herrschaft der dreissig Tyrannen zu Atheu; aber auch die Revolution des Thrasibulus vermochte nur die For men der solonischen Gesetze als Schattenbilder ehema ohne den alten Geist nie Nur mit Unwillen ertrugen Spartas alte freie Bundesgenos Theben und Korinth, im lebhaften Gefühle ihrer In Theben brachte die von musste, das Gefühl der Selbstständigkeit zu kräftiger That; und Pelopida» und Epaminonda* traten als wür dige Rächer der erniedrigten Vaterstadt in dem so ge Allein wenn sich auch noch in diesem Kampfe Spartas und Thebens alte Kraft und Tüchtigkeit zeigte, wenn sich hier Charactere ent wickelten, welche den grössten der schönsten Zeit Griechenlands an so schen Sinnes und wonnen. in den traurigsten, aber auch zugleich wichtigsten, in der Geschichte Griechenlands; von einer richtigen hi storisch Verständniss der ferneren Schicksale Griechenlands, ab. Sparta, Theben und Athen, voll Erinnerungen an eine schnell vergangene Grösse, zerrüttet, als dass diese Erinnerungen hätten Kraft ge winnen können über die Gemüther, standen einander ge schwächt gegenüber; und während sich nirgends mehr ein kräftiges Streben nach Thaten, ein belebender Sinn für alte Tugend die Grundsätze, die man früher durch Handeln im Le zum leichten Die letzte Kraft, je des Gefühl für das Erhabene und Heilige, ward in dem so

gewaltsam die

welche

Sparta erlauben músete;

die

liger Grösse zu zeigen,

Leben, Kraft und Wirksamkeit erhalten konnten.

sen,

Kraft, die fremde Herrschaft.

scbmählige Behandlung,

die es

Sparta erfahren

nannten böotitchen Kriege auf.

ward

die

Seite gesetzt

werden

mögen,

durch ihn für die Herstellung griechi

doch

griechischer Nationalität nichts ge

Die Zeit nach dem böotischen Kriege gehört

begründeten Würdigung derselben hängt das

aber in sich selbst zu sehr

zeigt, werden die erhabensten Ideen,

ben geltend zu machen sich bestrebte,

Spiele des Witzes gemissbraucht.

sogenannten phokeischen Kriege aufgerieben;

und musste wohl Griechenland leicht die Beute des Frem den werden,

da es die innere Würde verloren hatte,

aufgerieben; und musste wohl Griechenland leicht die Beute des Frem den werden, da es die innere

welche zur Erhaltung der Unabhängigkeit nach aussen erforderlich war. Makedonien^

an Schicksale geknüpft werden sollten, gehört zu denjeni gen Staaten, die durch eine allmählige, geordnete Ent wicklung der innern Kräfte sich den Einflnss auf die "Verhältnisse anderer Staaten sichern. Ucbcrdem erzog Griechenland seinen Beherrscher selbst, indem Philipp durch theils die Schwäche Griechenlands kennen lernte, theils durch Staatsmännern seiner Bildung die Richtung geben konn te, welche ihn geschickt inachte, wirksam in seine Zeit einzugreifen. der Verhältnisse, und wohl mag es der unparteiischen Make beurtheilen, nls die eben erst durch den Verlust ihrer Unabhängigkeit zur wahren Erkenntuiss ihres Znstandes gebracht wurden. so, patriotischer Eifer eine gerechte Würdigung, und möch te wohl Griechenlands Untergang glänzender gewesen seyn, wenn es ohne äussere Anregung, kraftlos in sich Alexander benutzte es zu seinen Zwecken, und als nach seinem Tode eine unzeitige Begeisterung für Freiheit den unglücklichen Ausgang des Inmischen Krieges zur Folge hatte, ward dass donische Besatzungen erhielten, in jene unbestimmten welche durch Wechsel der makedonischen Herrscher herbeigeführt wurden. denschaften einzelner Herrscherfainilien geworden, ohne ward endlich die wiederholten Einfälle gallischer Völkerstäinme, die selbst bis in das Herz von Griechenland eindrangen, sehr ge

welches Altgriechenlands letzte

von Makedonien

den Umgang

seinen

mit den

Aufenthalt in

Theben

grössten Feldherren und

Was er that, that er unter der Gunst

Nachwelt eher

möglich seyn,

die Herrschaft

den von Schmerz darniedergedrückten Griechen,

wie Demosthenes

Philipps Klugheit verdient eben

Griechenland dadurch,

Verhältnisse verwickelt,

die meisten Städte make

den schnellen

Makedonien, seitdem es Gegenstand der Lei

inneren Halt und

bestimmte Richtung,

durch die Angriffe des Pyrrhos von Epe iros und

seitdem es Gegenstand der Lei inneren Halt und bestimmte Richtung, durch die Angriffe des Pyrrhos von

23

schwächt, die Herrschaft über Griechenland machen. auch Griechenland Selbstständigkeit begeistert und durch die Erinnerung getrieben, den achäücken und ätfdi&clien Bündnissen zu sammeln suchte, des eie, ge Feindschaft sich selbst zum Werkzeuge derer mach ten, denen sie mit Kraft hätten entgegentreten sollen. Der eitle Wahn, Sparta durch Wiederherstellung der lykurgischen Gesetze in alter Weise wieder zu voriger Grösse zu heben, entwickelte eine Reihe gewaltsamer 1 welche bei dem makedonischen Herrscher Antigonus II. Schutz zu suchen und seine letzte Kraft an Sparta und in dem Kriege gegen die Aetoler aufzureiben. Durch das Bündniss Philipps II. mit Hannibal ward Griechenlands Schicksal . zum ersten Mal von den Verhältnissen des europäischen Abendlandes abhängig gemacht. Roms gewandte Politik Griechen lands zu einander zu würdigen und seinen Zwecken gemäss zu benutzen. nische Herrschaft über Griechenland stürtzte, und dieses für frei erklärte, zuerst den Principat über Griechenland ; dass es dann durch dauernd genährte Parteiungen die griechischen Staaten zu entnerven suchte, und endlich, wie das durch den letzten Krieg mit Perseus ganz zer rüttete Makedonien, Griechenland zur römischen Pro vinz erklärte, lag eben so sehr in dem natürlichen Ent als

wicklungsgänge der bestehenden Verhältnisse, dem besonderen Wesen der römischen Politik. Läset sich so der Gang der griechischen Geschichte bis zum Schlüsse der ersten Periode in seinen Hauptmo nienten bestimmen, so wird es bei der Ausführung leicht seyn, die entfernter liegenden Punkte in ihrem Verhält nisse zur Entwicklung des Ganzen zu berühren.

und konnte wohl kaum noch Ansprüche auf

Aber wenn

noch einmal, von dem Gefühle für

an die Vorzeit zu. Tbaten

so konnte

doch

durch

griechischen Volkes nichts

seine Kräfte in

diese

für

die Zwecke

erreicht werden,

da

anstatt gemeinsam zu wirken,

durch gegenseiti

Verhältnisse,

den aebäischen Bund

nöthigten,

verstand die Verhältnisse Makedoniens und

Es gewann dadurch, dass es die makedo

in

den aebäischen Bund nöthigten, verstand die Verhältnisse Makedoniens und Es gewann dadurch, dass es die makedo

24

Nach Griechenlands Unterwerfung durch die Römer waren seine Schicksale an das Glück and Unglück sei und Abendlande, wodurch die zweite Hauptperiode der griechischen Geschichte cha- racterisirt ist, tritt schon in seinen Verhältnissen zu Horn lebhaft hervor. der Schauplatz der für den Gang der eltgeschichte bei Actium ward zweimal das Schicksal Roms, und somit Die Zeit der grie die Römer bis zur gänzlichen Trennung des morgenländi schen von dem abendländischen Kaiserthume bietet in ih ren einzelnen Erscheinungen wenig, woran sich eine be stimmte Entwicklung der Eigenthüinliclikcitcn des grie Nach dein Verluste sei ner politischen Selbstständigkeit tritt es eben nie mehr mit Entschiedenheit hervor, noch wirkt es bestimmend auf den Gang seiner Bildung und seiner Geschichte ein; selbst die mit dem AVesen des griechischen Geistes und der formellen Gestaltung des griechischen Volkslebens am engesten verbundenen Erscheinungen , Kunst und jede freie Acusserung stehen Einfluss fremder Verhältnisse, als dass ihre Fortbildung durch ein im Volke fortlebendes höheres Interesse und durch innere schaffende Kraft, belebt worden wäre. Fas sen wir aber Griechenlands Stellung unter der Herr schaft der Horner gen auf, so kömmt es für seine politischen Verhältnisse zu bestimmen, die römische Provincialverwaltung, nach, ihren durch die Schicksale des römischen Reiches bedingten Modifikatio nen, auf Griechenland hatte; in welcher wechselseitigen Beziehung das griechische und römische Leben zu einan der standen, und in wie fern theils das Christenthum, thcils die wiederholten Einfälle nördlicher Völkerstämme in Griechenland auf die geistige und materielle Umge

welchen Einfluss

ner Besieger geknüpft.

bestimmtere Beziehung zum

Seine Abhängigkeit vom

Griechenland war auch jetzt noch

wichtigsten Begebenheiten.

Bei

Pliarmlos und

der damaligen AVeit, entschieden.

chischen Geschichte von

der Unterwerfung durch

chischen Volkes reihen liesse.

der innern geistigen Schönheit,

mehr unter dem

in ihrer ferneren Entwicklung

in gewissen allgemeinen Beziehun

vorzüglich darauf an,

geistigen Schönheit, mehr unter dem in ihrer ferneren Entwicklung in gewissen allgemeinen Beziehun vorzüglich darauf an,

staltung des griechischen Volkes wirkten.

Die nähere Ge schichte Griechenlands unter byxantmùcher Herrscltuft seit der Trennung des morgcnländiscken von dem abend ländischen Kaiserthnnie. Finden wir hei der Geschichte Altgriechcnlands, un ter dem Eiufluss des aus dem Volke selbst hervorgehen den vielseitig angeregten Lebens, einen schnellen Wech sel der den Gang der Geschichte bestimmenden Ereig nisse, so lassen sich dagegen die Schicksale dieses Lan in Ilauptmomcnten nach grösseren Zeitabschnitten aulfas sen. nichts sehen, als jene Reihe von Greulen und Erbärm und, selbst ohne Rücksicht auf einzelne ausgezeichnete Charactere, die ans als Lichtpunkte in finsterer Nacht erscheinen soll ten, über das Ganze das Verdammungsurtheil ausspre chen wollen, so können wir daraus für die Entwicklungs geschichte des griechischen Volkes nichts gewinnen. Be trachten wir dagegen dieselbe in ihrem, wenn auch nur passiven, Verhältnisse auf der einen Seite zu dem Eu ropa im Mittelalter ncubelebenden Treiben, auf der an dern zu der Entwicklung asiatischer Völkerstämme, wel che auf die Schicksale des byzantinischen Reiches blei benden Einfluss gewannen, so erhält die griechische Ge schichte in dieser Periode schon dadurch ein eigentüm liches Interesse, Volkscharacters wirkenden Ursachen bestimmter erken sicheren Standpunkt für die geschichtliche Würdigung der Folgezeit gewin nen. angegebenen Standpunkte die geschichtliche Entwicklung sich nicht blos auf die Schicksale des eigentlichen Grie chenlands beschränken kann; vielmehr inuss sich über haupt der Gesichtskreis des Forschers nach aussen in demselben Verhältnisse erweitern, in welchem das innere Leben des griechischen Volkes an Selbstständigkeit und an sich selbst bestimmender Wirksamkeit verlor.

Aaseinandersetzung dieser Punkte führt uns zur

des

während des Mittelalters

ihren bestimmenden

Wenn wir freilich in der byzautinischen Geschichte

lichkeiten in den Herrscherfamilicn,

dass wir die auf die Umgestaltung des

nen, und somit überhaupt einen

Es leuchtet dabei von selbst ein, dass nach dein

dass wir die auf die Umgestaltung des nen, und somit überhaupt einen Es leuchtet dabei von

-

26

-

Die Entstehung eines oströmi&clien Kaiser!knim liatte die Gestaltung eines eigentümlichen Lehens in der neuen Hauptstadt zur Folge, das in seinen verschiedenen Be So wenig es daher auch unserem Zwecke entsprechen wür de, eine ausführlichere Entwicklung der byzantinischen Geschichte zu geben, schichtlichen Würdigung der Schicksale Griechenlands und des griechischen Volkes in dieser Zeit zunächst Die Ursachen und langen Dauer der byzantinischen Herrschaft bestim Im All bis zur Thronbesteigung des Hauses der Komnenen die Haupt- beziehungen dieselben. ter gewaltsamen Verhältnissen erzeugte byzantinische Despotismus äusserte sich, gleichsam im Widerstreite gegen das Leben und die Bildung des Abendlandes, durch eine bestehende Verfassung, welche, in der Hauptstadt ge pflegt, und bei dein Verschwinden des von iiineu wirken den Geistes nach und nach formell bis zu dem klein lichsten Hofccremoniel verbildet, mit. ihrem nachthciligcn die nicht ein der Hauptstadt getäuscht werden mochten. Wirkte freilich auf der einen Seite der formell bestimmt ausgebildete Staatsorgan ismus in so fem v ort heilhaft, als er wesent lich zur Erhaltung des Reichs beitrug, so traten auf der andern seine Nachtheile desto bestimmter in Bezug auf hervor. Kunst und Wissenschaft, als die schönsten Erzeugnisse Acs freien griechischen Geistes, auch unter dem Sturme der Vergangenheit herübergerettet in ein neues Leben, Verloren dadurch, dass man sie immer mehr den stren gen Formen des öffentlichen Lebens unterzuordnen suchte, Kraft, welche sich in ungehinderter Entwicklung nach den Be Wohl war man

die höheren,

mal durch dus glänzende Elend

Einflüsse vorzüglich die Provinzen traf,

ziehungen auch Einfluss auf die Provinzen gewann.

so müssen wir doch bei der ge

you jener ausgeben.

der Begründung

men zugleich den Character ihrer Geschichte.

gemeinen bleiben in der Zeit von Arkadim

Der durch Asiens Nähe und un

uus europäischen und asiatischen Elementen

des

Hofes

geistigen Interessen

der Nation

ihr eigentliches Wesen,

die innere

schaffende

und

dürfnissen des Geistes geltend macht.

geistigen Interessen der Nation ihr eigentliches Wesen, die innere schaffende und dürfnissen des Geistes geltend macht.

*

27

da aber dieses, gehemmt durch geisttödtende Formen, sich nicht bis zu einer edleren, selbstständigen Richtung zu erheben ver mochte, Wissenschaft aus der byzantinischen Zeit kaum andere Resultate zu erwarten, als die Mose Uebcrlieferung der aus dem Alterthum geretteten, aber durch eine Jahrhun derte lang falsche Auffassung und Anwendung fast ver die sie durch einen regen frischen Geist neubclebeu, und ihnen für die geistige Bildung der europäischen Menschheit ihre wah geben und unter dem Einflüsse derselben, kömmt die eigentüm liche Gestaltung des Christentums in Lehre und kirch licher Beziehung als Hauptpunkt für die richtige Wür digung des öffentlichen Lebens im byzantinischen Rei Die mit der grössten Spitzfindigkeit uud Bestimmungen des christlichen Cultus, die im byzanti und von hier ans selbst für das Verhältniss der morgenländischen zur abendländischen Kirche von hoher Wichtigkeit wur das daran Theil nahm, etwas auf, allein sie waren am we diese Anregung des Staatslebens machen. Leicht lassen sich dagegen ihre Nachtheile an gehen. liche Stellung zum Hofe schon an sich nicht zu jener Unabhängigkeit gelangen konnte, welche die Hierarchie und dauernde Herrschaft des Klerus über das Volk im Abendlande begründete und sicherte, verlor dadurch, dass sie in sich selbst zerfiel, nicht nur an Macht, sondern auch ihre innere würdige Haltung, durch welche sie auf des Volkes geistige und sittliche Bildung unter jedem Verhältnisse bedeutenden Einlluss hätte behaupten kön nen. ten geführt wurden, ward auf die Verhältnisse des Le bens übertragen;

sich eines gewissen Streitens hewusst;

so «aren für die Entwicklung der Kunst und

krüppelten Trümmer an eine Nachwelt,

re Bedeutung

che in Betracht.

konnte.

Neben

geführten Streitigkeiten

über Lehrsätze

der Verfassung,

formelle

nischen Reiche ihren eigentlichen Sitz hatten,

den, regten zwar deu Geist des schlaffen Yolkes,

nigsten geeignet,

andere höhere Interessen

auch in Bezug auf

geltend zu

Die Geistlichkeit, welche durch ihre eigenthüm-

Die Leidenschaftlichkeit, womit jene Streitigkei

das dadurch beförderte sittenlose Le

welche durch ihre eigenthüm- Die Leidenschaftlichkeit, womit jene Streitigkei das dadurch beförderte sittenlose Le

28

ben der Geistlichen benahm dein Volke bald den Glau ben an die Heiligkeit des Standes und wirkte überhaupt höchst verderblich auf die Ansichten von dem Verhält Das leidenschaftliche, gehaltlose Treiben, meist nur berech net, den aus zufälligen Gemüthsstimmungen hervorge gangenen Bedürfnissen des Augenblicks zu genügen, wo durch das Volk der Hauptstadt sich immer mehr ent in Reichs um so leichter Eingang, je mehr hier die Masse der Bevölkerung, unter dein Drucke schwerer Verhält nisse und durch Vermischung mit fremdartigen Elemen ten, bis zn jener Characterlosigkeit herabgesunken war, die bei einer geistlosen Empfänglichkeit für Alles, leicht dem Gemeinen die Herrschaft gestattet. Während alle diese Verhältnisse mehr oder weniger zur Umgestaltung der geistigen und politischen Elemente im eigentlichen Griechenland von innen wirkten, griffen auch die Europa und Asien mächtig erschütternden Völ- , kerbewegungen mit ihrem vernichtenden und neubeleben- deu Einflüsse gewaltig ein in die Schicksale des grie Reste Grösse, an denen sich manche Erinnerung von Jahrhun dert zu Jahrhundert fortgepflanzt haben mochte, gingen oder mussten Zwecken fremder Völker stanime dienen, welche, selbst gewaltsam hinweggerissen vom heimathlichen Boden, an das keine höhere Bedeutung knüpfen konnten, was, als lebloser Zeuge einer grossen Vorzeit, nur mit dem Geiste der ihm Entstehen und Leben zu geben vemrochte. Zwar entging das grie chische Festland, durch das unüberwindliche Byzanz ge schützt, dem Schicksale, welches Kreta und Sicilien von aber desto mehr war es den, seit dem Uebergange der Gothen über die Donau unaufhörlichen, Einfällen wilder Heerhaufen *la- vitcAen und germanischen Stammes von Norden her aus gesetzt, welche nach und nach eine völlige Umwandlung Je mehr überhaupt Europa

Seiten der Araber erfahren mussten;

erfasst und gewürdigt seyn wollte,

entweder gänzlich unter,

chischen Volkes.

nisse des religiösen zum sittlichen Leben zurück.

kräftete, gewann

den europäischen Provinzen

Selbst

die letzten

des

der alten

der Bevölkerung bewirkten.

kräftete, gewann den europäischen Provinzen Selbst die letzten des der alten der Bevölkerung bewirkten. den gemeinen

den gemeinen

29

in seiner Entwicklung fortschritt, desto unbestimmter und Reiches im Allgemeinen, und seiner europäischen Pro Zu den alten Feinden kamen unter der Regierung der makedo- und Russen im Norden, die Normannen im Westen; die be ständigen Kriege mit den Asien, des Reichs, während einzelne grosse Waffenthaten , wie die des genügen mochten, das Volk Uber den eigentlichen, er bärmlichen Zustand des Reiches zu täuschen, oder we In den entfernteren asiatischen Provinzen warfen sich einzelne Statthalter zu unabhängigen Herrschern auf, und gaben schon in dieser Zeit der wachsenden Macht der Seldschuken Ge legenheit, dem byzantinischen Kaiserthuine gefährlich zu werden. nungen in dieser Periode zu diesen allgemeinen Bezie hungen stehen, und in wie fern ausgezeichnete Chara ctere bestimmend auf ihre Zeit einwirkten, wird bei der der weiteren Auseinandersetzung im Zusammenhange klar werden. Während unter der Herrschaft der Komnencn durch die

dem WTesen nach wenig veränderte Verhältnisse

Grenzen des Reiches immer mehr beschränkt wurden, be kam die im Innern nach gleichen Verhältnissen über handnehmende Gährung dadurch eine eigentümliche Richtung, dass in den Kreuxxügen die kräftige, ritter liche Bildung des Abendlandes dem mehr nach morgen- ländischer Weise gleichgültig fortlebenden Volke schroff entgegen trat. Umgestaltung der politischen Lage Griechenlands und zur weitern Entwicklung des Characters seiner Bewoh ner beigetragen, kann durch die Angabe der einfluss reichsten Thatsachen bei weiterer Ausführung am leich testen dargethan werden. aater schwierigen Verhältnissen

gefahrlicher ward die Stellung des byzantinischen

vinzen im Besonderen, zu diesem neuen Leben.

doni*chen Kaiser neue hinzu, wie

die Magyaren

und Arabern in

Bulgaren

Italien und auf Sicilien erschöpften die Kräfte

Nikephoros P /tokos,

und Johannes Tximiskes

nigstens in Ungewissheit zu halten.

In welchem Verhältnisse die einzelnen Erschei

Was die Kreuzzüge im Allgemeinen zur

So sehr auch Alexias /., der

sieben

und

dreissig

Verhältnisse die einzelnen Erschei Was die Kreuzzüge im Allgemeinen zur So sehr auch Alexias /., der

Jahre eich den Thron, dem Reiche eine nicht unwür dige Stellung gegen seine Feinde selbst bei der Schwäche, seiner Nachfolger Johanne* und Manuel, nicht weniger ausge- xeichnet, die Anerkennung der unparteiischen Nachwelt dass die ohne Kraft und innere Haltung ge das durch lange Kriege geschwächte Reich den Kreuzfahrern überlassen uiuss- ten, hatten. - Wie unnatürlich an sich die Entstehung des latini- tchen Kaiserthums im griechischen Reiche war, so un wodurch man die ge Bei der Menge erhobener Ansprüche músete sich der neue Kaiser frei lich mit dem blosen Titel und geringer Macht begnügen, während sich neben ihm eine Menge kleiner unabhängi ger Königreiche, Herzog- und Fürstentümer bildeten, die durch das loose Rand des Feudalismus formell ver bunden eeyn sollten. weder die Elemente zur abendländischen Feudalverfas- noch diese überhaupt in einer und Ansprü entspra chen, geeignet schien, dem neuen Reiche die zu seiner Erhaltung nüthige Einheit zu geben, so konnte die Ge schichte des latinischen Kaiserthums nichts anders seyn, als eine Reihe unnatürlicher Verhältnisse, welche nie zu jener Kraft kommen Hessen, die es nüthig gehabt hätte, sich gegen äusseren Andrang zu sichern. Und wie konnten dem schwachen Reiche gefährliche Feinde feh len, so lange eich die von Sprösslingcn der alten byzan tinischen Herrseberfamilie begründeten Kaiserreiche zu von wo aus es auch seinen zeitigen Untergang Die an sich so vorübergehende Erscheinung des eine

fand.

nutzlose

Zeit,

sung vorhanden waren,

brechen

verdienen,

zu erhalten wusste,

mit welcher er sich den Ge

Zeit hingab,

und seine unmittelbaren

so wenig dürfen wir uns wundern,

epäteren Koinnenen,

meiner Sinnlichkeit ergeben,

von denen sie thörichter Weise Hülfe erwartet

zweckmässig waren

die Mittel,

wonnene Herrschaft zu sichern suchte.

Jedoch da im griechischen Reiche

selbst im Abendlande

wo

Begriffe

che nicht mehr ihrem ursprünglichen Wesen

Trapezunt und ISikea erhielten,

durch Michael Paläologu»

latinischen Kaiserthums,

grosse, aber

ursprünglichen Wesen Trapezunt und ISikea erhielten, durch Michael Paläologu» latinischen Kaiserthums, grosse, aber

31

Mahnung für Griechenland, war bleibend in ihren Fol gen. lebens herbeigeführten Ycränderungen ; vornehmlich gilt die wo sich selbst nach Wiederherstellung des griechischen Kaiserthuine, an vielen Orten , wie zu Athen und in deu Küstentädten, Während das wilde, unge zügelte Leben der Kreuzfahrer, deren Zwecken, sey ea nach Bedürfnis», oder nach launenhafter VV'illkühr, Al les dienen músete, Vernichtung der Werke der Kunst und Wissenschaft, ward auch das, was von alter Sitte und alter Sprache sich erhalten hatte, gewaltsam umgeändert durch Bei mischung fremder Elemente, die jedoch, weit entfernt, ein neues, kräftiges Leben zu begründen, nur dazu bei trugen, dem Ganzen jene unsichere, unbestimmte Stel lung zu gehen, in welcher das byzantinische Reich un beinahe zwei Auch war die Herst el- Inng des griechischen Kaiserthums, in seinem alten Um fange und mit die in viel bewegter Zeit von kräftigen Geistern anfge- fasst, illeiii dass derselben batte, geht leicht daraus hervor, duss er deu ihm ver wundeten Genuescrn und selbst seinen Feinden, deu La- die fernere Selbstständigkeit des lleichs dein Wesen nach unmöglich machten; denn um sich gegen seine Verbün deten halten zu können, musste er auf der andern Seite die Venetianer, der Genneser in sein Interesse ziehen und sich ihnen er geben. nen Verhältnissen zu fremden Mächten, *enn auch mter latinischer Herrschaft zerstückelten Reiches, bei den geringen Kräften des neuen Kaisers, eine zu grosse

tinern,

eine

ter den

üleichsain sich selbst überlebte.

Jedes Verhältnis des öffentlichen und des Privat

unterlag den

durch die

fränkische Herrschaft

ses von dem eigentlichen Griechenland,

fremde Herrschaft erhielt.

vorzüglich nachtheilig wirkte für die

l'aläologcii noch

hundert Jahre

dauernder Selbstständigkeit, eine Idee,

mag;

wohl bei der Nachwelt Verzeihung finden

selbst Michael Palüologus

nicht in ihrer vollen

die Ausführung

Bedeutung gewürdigt

Vorrechte und Vortheile zugestand,

die heftigsten Feinde und Nebenbuhler

V erlor er auf diese Weise alle Haltung in sei

so

war

eine,

nur formelle, Vereinigung

des

der Thcile

und Nebenbuhler V erlor er auf diese Weise alle Haltung in sei so war eine, nur

32

Aufgabe; und alle Versuche, sie zu lösen, konnten vei als Reihe von Kämpfen gegen die kleinen von Latinern bis zum Untergang des byzantinischen Reiches erhalten wussten. Vereinigung der griechüchen mit der latinisclten Kirche, mag ihn nun innere Ueberzeugung, oder der Wnnscli, durch Vereinigung und Ausgleichung sich feindlich ge genüberstehender Elemente seine Macht und des Reiches kann wohl beweisen, dass er fähig war, grossartige Plane zu fas seinen zeugt eben sowohl dafür, dass er seine Zeit und seine So bietet die letzte Zeit der byzantikischen Geschichte fast nichts, als den Trost, dass Völker und Menschen ihren letzten Schick salen entgegen gehen müssen, sobald sie die Würde der und das Heilige Während Ver schwörungen und Parteiungcn am Hofe und in der Haupt stadt einen schnellen Wechsel der schwachen Herrscher her beiführten, und die europäischen Provinzen, ihrem Schick des Abendlandes verwickelt wurden, gewannen die Türken den Reiches, und machten selbst Versuche, sich auf den eu ropäischen Küsten festzusetzen. Fremde Mietiiiinge soll ten jetzt das Reich schützen und wieder herstellen ; doch wenn auch diesen darum zu tluin seyn mochte, durch glänzende Waffenthaten ihren Numen zu erhalten bei der Nachwelt, so konnten sie am wenigsten für die Dauer und Würde des byzantinischen Reiches kräftig wirken, da es schon zit sehr gesunken war, als dass man noch ein dauerndes Interesse daran za knüpfen gewagt hätte. Johann V. erlangte dadurch, dass er dem griechischen Ritus völlig entsagte, weder die Gunst des Papstes, noch die Hülfe des Abendlandes; sondern gab nur den Fein den des Reiches einen neuen Reweis seiner Schwäche,

ter nichts zur Folge haben,

gestifteten Herrschaften,

die sich

eine ununterbrochene

gänzlichen

unabhängig zu

Auch die von Michael beabsichtigte

sen und

Gesichtskreis zu erweitern,

allein sie

Stellung nicht zu würdigen verstand.

Menschheit in sich selbst verkennen,

zu gemeinen Zwecken missbraiichen.

sale überlassen,

immer mehr

in die Verhältnisse

leicht

die Herrschaft

über

asiatischen Theil des

Zwecken missbraiichen. sale überlassen, immer mehr in die Verhältnisse leicht die Herrschaft über asiatischen Theil des

Nachdem Adriano

die sie wohl zu benutzen verstanden.

pel und Gallipoli in die Hände der Türken gefallen wa ren, konnte sie nur ein schimpflicher Tribut noch einige Zeit von der Vernichtung des Reiches abhalten, und als der griechischen Herr schaft letztes Schicksal herbeigeführt zu haben schien, ward durch Timurt unerwarteten Sieg über die türki sche Macht bei Aukyra des byzantinischen Reiches En Jetzt hätte den günstigen Augenblick zur Ret Allein da dem Volke den Herrschern Energie fehlte, und überhaupt Niemand verstand, lebhafte Interessen anzuregen, für die man gemeinschaftlich mit Aufopferung gewirkt ha ben mochte, so erholten sich die Osmanen, dem schwa schnell wieder; als endlich- der, durch eine von Johann VI, wider den Willen des Volkes, erzwungene Vereinigung beider Kir* eben, gewonnene Pabst auch die Völker des Abendlan des zur Theilnahme an dem Kriege gegen die Feinde die Schlachten bei Warna und Kossova das Uebergewicht der Osmanen für immer. ren letzten Tag; und innerhalb zehn Jahren gelang es den Osmanen, die Trümmer des alten griechischen Reiches gewaltsam, wenigstens formell, zu jener Einheit zu brin gen, zu welcher es durch lang nicht zu gelangen vermocht hatte. jetzt höhere geistige Bildung Europas ausgegangen war, von der unnatürlichen Entwicklungsgeschichte eines asiati schen Völkerstammes auf europäischem Boden abhängig seyn, der nicht einmal europäisches Leben zu würdigen verstand.

von welchem die

Kraft,

der blutige Tag bei Nikopolis

de noch ein halbes Jahrhundert gefristet.

Kraft gegolten,

tung für Jahrhunderte zu nützen.

chen griechischen Reiche gegenüber,

des Christenthums bewog,

da entschieden

noch

Fünf Jahre nach der letzte

Schlacht erlebte

das byzantinische Reich

seineu

eigene Kraft Jahrhunderte

So sollten von

an die Schicksale des Landes,

Griechenland unter der HcrrscJiaft der macht Landes aus; und sie möchte leicht die schwerste seyn

der Geschichte dieses

Osmanen

die dritte Hauptperiode

3

der macht Landes aus; und sie möchte leicht die schwerste seyn der Geschichte dieses Osmanen die

34

fur geschichtliche Forschung und Darstellung; schwer, weil in ihr noch Vieles im Dunkeln ruht, was erst un ter günstigeren Verhältnissen künftigen Zeiten zu durch schauen vergönnt seyn mag; schwer aber auch deshalb, weil die Wuhrheit und die Würde der Geschichte mehr von uns verlangt, drückten Volkes, das uns durch Sitte, Art und grosse Erinnerungen näher steht, als seine Unterdrücker, Schmerz zu empfinden, und dem von Mitleid angeregten Gefühle die Herrschaft über ein unpartheiisches L'rtheil zu ge statten. tig eingegriffen schichte der Menschheit, sind Ausgezeichnetsten aller Zeiten an die Seite gestellt wer den mögen; allein wollen wir sie würdigen, wie sie es so Land Europas ist, die Wiege was das Leben veredeln und verschönern mag, welches sie grosses Elend gebracht haben; wir müssen bedenken, dass selbst das edelste Volk, der Gewalt der Verhältnisse unterthan, in unnatürlicher Stellung sich selbst verkennen und bis zur tiefsten Erniedrigung ent würdigen kann; und dass es der höhere Wcltgeist ist, wo

als über don Jammer eines unter

Die O miañen haben, wie jedes Volk, das mäch

hat in den Entwicklungsgang der Ge

und- Helden

verdienen,

schönste

ihre grossen

Tage gehabt;

aus ihnen hervorgegangen,

möchten

wir vergessen,

die den

dass

es

das

alles dessen,

über

sie wirken sollen

der Völkern die Stelle anweiset, zur Vollendung der Weltgeschichte. Bei einer geschichtlichen Würdigung der Gründung des osmanischen Reiches in Europa und dessen Einfluss auf Griechenland, kömmt es überhaupt darauf an, den Gegcusatz des europäischen und asiatischen Lebens klar aufzufassen, die durch diesen bedingte eigcnthümliche Entwicklung der osmanischen Macht im Verhältnisse zu Europa im Allgemeinen anzugeben, und dann theils den Zustand Griechenlands, seit der Zerstörung des byzan tinischen Kaiserthums, unter der Herrschaft der Pfor te, steme, in geschichtlicher Entwicklung zu zeigeu. ren die Schicksale Griechenlands ausschliesslich den Verhältnissen der Pforte abhängig gewesen, so wür-

theils

deren Stellung

im europäischen Staatensy--

den Verhältnissen der Pforte abhängig gewesen, so wür- theils deren Stellung im europäischen Staatensy-- Wä von

von

35

de die geschichtliche Darstellung sich am besten an jene drei Perioden reihen lassen, von welchen die erste, bis nach der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, uns die Pforte auf der Höhe ihrer Macht; die zweite, bis zum Anfange des achtzehnten Jahrhunderts, im allinähligen Sinken, und die dritte, bis auf die neuesten Zeiten, in Da jedoch auf der einen Seite in Griechenland selbst bestehende Verhältnisse, europäischen Leben und zur Politik des Abendlandes und des Nordens, weit bestimmter zur Gestaltung der Schicksale Griechen lands seit den letzten Jahrhunderten mitgewirkt haben, so dürfen wohl auch diese als leitend und bestimmend bei der Darstellung hervortreten. Zunächst kömmt hier das eigenthümliche Fortbe der schiedenen Elementen gemischten Bevölkerung Griechen lands, die man eben im Gegensatze zu den Osmancn als Neuzriechen bezeichnet hat, in Betracht. Nicht Untcr- schied der Sitte, nicht jene innere Kraft, die sich bei edlen Völkern gegen den gewaltsamen Einfluss fremder Elemente geltend macht, wirkte hierfür entscheidend; sondern die Politik der Sieger und die Gewalt äusserer Umstände. Denn während überhaupt jede Eroberung der Osmanen die gewaltsame Bekehrung der Besiegten zur Lehre des Propheten zur Folge hatte, lag es dagegen hn Interesse Muhameds II, den Griechen ihre Religion zu lassen, um jene Spannung der inorgcnländischeu und abendländischen Kirchen zu erhalten, welche wohl als Hauptnrsache der Theilnahmlosigkcit des Abendlandes an dem Untergange des griechischen Reiches betrachtet werden kann. griechischen Geistlichheit und die Schonung jeder re ligiös-christlichen Gemeinschaft, von Seiten des ersten osmanischen Herrschers von Constantinopel , war nichts, ah eine nothweudige Folge des einmal angenommenen Principe. unter dem Schutze der Geistlichkeit, dem Mittelpunkte kirchlicher Gemeinschaft, auch den nationellen Untcr

Und so konnte wohl der religiöse Gegensatz,

Die ausserordentliche Begünstigung der

ihrer Schwäche zeigen würde.

auf der andern dessen Beziehungen zum

byzantinischen Herrschaft au» ver

stehen

unter

3*

ihrer Schwäche zeigen würde. auf der andern dessen Beziehungen zum byzantinischen Herrschaft au» ver stehen unter

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,

schied zwischen Siegern und

Besiegten diesen, bei gesteigerter Gewalttätigkeit des herrschen den zu jenem Bewusstseyn bringen, welches der kräftigen Erhebung zu entscheidender That vorangehen musste. Es leuchtet von selbst ein, wie unter diesen Umstän den die Geistlichkeit politische Wichtigkeit bekam, und durch diese in die schwierigsten Verhältnisse verwickelt werden musste. mente, begründete aber auch vorzüglich ein rein mili tärische! Institut die Erhaltung und eigentümliche Stel ich meine die, seit den Zeiten des Helden Georg Kastriotta, in den ferne ren Provinzen des Reiches fortbestehenden unabhängi gen christlichen Heerführer, die man mit dem Namen Da die Pforte gleich An fangs weder Macht genug besass, alle Theile des neuen Reiches durch äussere Gewalt in gleicher Abhängigkeit zu .erhalten, noch überhaupt ihre militärische Organi sation geeignet war, Gebirgskrieg unternehmen zu können, so suchte sie die Hochländer von Albanien, Epeîros, Akarnanien, Make donien und Morea durch gewisse Vorrechte zu gewin nen, und die christlichen Heerführer dadurch in ihr In teresse zu ziehen, dass sie ihnen den Schutz ihrer Pro Nichts war natürlicher, als dass sich auf diese Weise in den ver schiedenen Theilen Griechenlands eine Anzahl militäri scher Gemeinwesen bildete, welche, unter der Anführung von entweder durch die Regierung selbst privilegirten Armatolen, oder nicht anerkanntet* Klephten, in dauern der Unabhängigkeit wirkten. seinen äusseren Feinden, gestatteten seinen inneren eine Unter dem hob sich der Geist der Unterdrückten, und unvermerkt in ches ein neues Leben, dem selbst durch vielfache Be ziehungen die fortschreitende Bildung des Abendlandes

gestaltete sich

erhalten, und

Stammes, dem unterdrückten Volke immer mehr

Neben dem kircldich -religiösen Ele

lung der Neugriechen zur Pforte,

Armatolcn bezeichnet hat.

einen beschwerlichen und langen

vinzen gegen äussere Feinde anvertraute.

den Planen der Pforte entgegen

Die Verhältnisse des osmanischen Reiches zu

ruhige Entwicklung.

Schutze der Wallen

den entferntesten Theilen des Rei

Die Verhältnisse des osmanischen Reiches zu ruhige Entwicklung. Schutze der Wallen den entferntesten Theilen des Rei

Mochten überhaupt die Neu

blieb.

nicht ganz fremd griechen cherte ihnen die Annahme der Bildung des Abendlan des, jeuiehr die Pforte in die Politik Europas verwickelt wurde, einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die politi Schon in der ersten Hälfte des siebenzehnten Jahrhunderts finden wir Torzugsweise Griechen als Grossdollinetscher und diplo matische Agenten der Pforte bei fremden Mächten, so wie die Stellvertretung der europäischen Nationen in den Handelsplätzen der Levante meistens durch Grie chen geschah. Beziehung, dass seit dem Anfange des achtzehnten Jahr hunderts ausschliesslich Griechen aus den vornehmsten Geschlechtern der Hauptstadt zu Hospedaren der Mol dau und Wallachey erwählt wurden, weil sich in diesen gleich Anfangs von der Pforte mehr begünstigten Pro vinzen, die, von dein Mittelpunkte des Despotismus ent fernt, fremdem Einflüsse am meisten offen standen, unter dem Schutze einsichtsvoller Hospedare ein eigenthüin- lieber Geist und jene höhere Bildung eutwickeln konn ten, welche mit den Grundsätzen der Pforte in geradem Widerspruche standen. ten, nisses der Pforte zu den ihr unterworfenen europäischen Provinzen, die Begriffe vom osmanischen Despotismus, die sich in späteren Zeiten bildeten, wo die Ohnmacht der Sultane der Gewaltherrschaft selbstsüchtiger Statt halter keine Grenzen setzen konnte, und die Befriedi gung einer unnatürlichen Herrschsucht an den unglück auf die frühere Zeit zu übertragen, wo der schroffe Gegensatz zwischen Herr schern und Beherrschten, durch das aus natürlichen Ver bältnissen hervorgegangene Bedürfniss einer gegensei Die Lage und natürliche Beschaffenheit des Landes bedingte den Grad der Abhängigkeit der einzelnen Theile Griechen So birgsländer des Continents, waren auch die Inseln vor

den Osman en geistig überlegen seyn, so si

schen Verhältnisse des osmanischen Reiches.

Yon höchster Bedeutung war in dieser

Ueberbaupt müssen wir uns hü

bei der Beurtheiluug des ursprünglichen Verhält

lichen Unterdrückten suchte,

tigen Ausgleichung sehr gemildert wurde.

lands von der Gewalt der Osmanen.

wie die Ge-

lichen Unterdrückten suchte, tigen Ausgleichung sehr gemildert wurde. lands von der Gewalt der Osmanen. wie die

Natur und

die

den kräftigeren 'Sinn ihrer Bewohner geschützt; und als sie dann die Oberherrschaft der Osmanen anerkannten, war es den Forderungen der politischen Lage der Pforte weit angemessener, die Inseln durch besondere Begün stigungen in ihr Interesse zu ziehen, als sie durch ge waltsame Bedrückungen von sich abwendig und zum si chersten Werkzeuge in den Händen ihrer gefährlichsten Feinde zu machen. fahren mussten, ging von der Habsucht des Capudan- Pascha aus, und lag eben so wenig im ursprünglichen Systeme der Politik der Pforte, als es dazu dienen konnte, den auf den Inseln ain ineisten genährten Geist Eben so eigen tümlich und einfliissreich war die Stellung der vor nehmeren Griechengeschlechter in der Hauptstadt zur Pforte, die unter dem Namen der Fanarioten bekannt sind. Herrschaft in Europa alle Bedeutung für ein würdigeres politisches Verhältniss ihres Volkes, so entwickelte sich in späteren Zeiten das Mittel wurde, sich Eiufluss auf die politischen Angelegenheiten der Pforte zu sichern, und einer angemessenen politischen Existenz des griechischen Vol kes zu wirken. Neben diesen Beziehungen für die einzelnen Theile des griechischen Volkes, welches Anfangs, durch Oert- lichkeit und Verhältnisse getrennt, nicht zu der Gleich die Einheit in Gesinnung und That zu bewirken vermag, kömmt im All gemeinen noch die Verfateung de» osmanüchen Rei ches in ihrem Einfltme auf die Unterworfenen in Be tracht. sche Despotismus ermangelte eben so, wie' der byzantini sche, der Umsicht und Vielseitigkeit politischer Grund sätze und Erfahrungen, welche nöthig gewesen wären, um ein Land, schen Reiches, dessen Bewohner aus so verschiedenen

gewaltsamer Unterwerfung durch

Was sie später von Gewaltthat er

der Freiheit gänzlich zu unterdrücken.

Verloren sie in der ersten Zeit der osmauischen

gerade unter ihnen am

meisten jene Bildung,

die

mittelst dieses entscheidend ¡fiir die Begründung

heit der Interessen gelangen konnten,

Der von Asien nach Europa verpflanzte osmani-

wie den europäischen Theil des byzantini

der Interessen gelangen konnten, Der von Asien nach Europa verpflanzte osmani- wie den europäischen Theil des

Elementen bestanden, in geordneter Abhängigkeit zu er halten. erhaltende Princip viel mehr auf der Persönlichkeit des Alleinherrschers, als auf einer zweckmässigen Organi die Wechsel der Herrscher die wirkende Kraft nicht ver loren hätte. so wie die ungleichmässige Begünstigung und Bedrückung einzelner Provinzen, nährte jenen Geist der Empörung, zu welchem der Grund nicht weniger in der asiatischen, der entwickelten sich nach und nach in verschiedenen Thei- len des Reiches, durch die Herrschsucht der Statthalter oder den kräftigen Freiheitssinn der Bewohner, fast un abhängige Gemeinwesen, in denen sich Gesetz und Ord oder kühr der Gewalthaber gestalteten, während im Organis der obersten Leitung des weder alten Formen der Verfassung, noch durch unzeitige Aen- derungen und Gewaltstreiche der Sultane gehoben wer den konnte. staltung des inneren Lebens der Unterworfenen, für die Entwicklung des Volkscharacters und die Stellung der Griechen gewirkt hat, bedarf kaum des Beweisses. Nicht weniger wichtig war aber auch hierfür das Vcrhàltniss der Pforte zum europäischen Staatensysteme. Die Zeit der Gründung des osnianischen Reiches in Eu ropa war für dieses die Eutwickluugspcriodc eines neuen Lebens; diess^ bestimmte das ursprüngliche Verhältnis Die religiösen Motive ei ner gemeinschaftlichen Thätigkcit gegen gemeinschaftli che Feinde fingen an ihre Kraft zu verlieren; neue In teressen, durch inneres Bedürfniss und äussere Umstän de angeregt, bedurften Zeit zu gegenseitiger Ausglei Spannung der Geister, Unbestimmtheit der Verhältnisse im Innern und in den gegenseitigen Beziehungen der Staaten des Abend landes zu einander, waren davon die Folge, und gestat

chung und zweckgemässer Gestaltung;

der Pforte zum Abendlande.

Der Grundfehler der Verfassung war, dass das

sation

des Staatslebens beruhte,

selbst bei

dem

Die unbestimmte Stellung der Statthalter,

europäischen Lehnsverfassung lag, und so

als in

nung

nach Bedürfniss der

mus

eintrat, die

durch

Menge,

nach Will

Ganzen eine Lähmung

strenges Festhalten

an den

Dass dieses Alles entscheidend für die Ge

die durch Menge, nach Will Ganzen eine Lähmung strenges Festhalten an den Dass dieses Alles entscheidend

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teten den durch dié Osmanen herbeigeführten Verände rungen im östlichen Europa eine ruhige Entwicklung. Als dann das Bedürfniss einer gegenseitigen Annäherung bei «Ven durch Verschiedenheit der Interessen getrennten Staaten die Bildung eines europäischen Staatensystejns begründete, war es wohl natürlich, dass man die Pforte, im Besitz der Hauptländer des östlichen Europa, als nothwendigen Theil desselben betrachtete; da jedoch die Grundprincipien der europäischen Politik, hervorgegan gen aus den allgemeinsten Forderungen der Vernunft, die in den Verhältnissen der Staaten zu Staaten ihre Anwendung finden, und gestützt auf die eigenthümliche Gestaltung des europäischen Staatenverkehrs in früherer Zeit, von welchem die Osmanen ausgeschlossen geblie ben waren, von Seiten der Pforte weder Achtung, noch Anerkennung erhielten, so konnten die Beziehungen der einer natürlich begründeten Bestimmtheit gelangen, sondera auf das Ganze einwirken. Bringt man hiermit noch in Verbindung, dass die euro päischen Besitzungen der Pforte gerade am ineisten ge eignet waren, mächte zu nähren, und dass man deshalb die Macht uud. den Einfluss der Sultane weit lieber als Mittel zur Er reichung spezieller Zwecke zu benutzen suchte, als dass man nach gemeinschaftlichem Plane gegen sie verfahren wäre, so ist eigentlich der Schlüssel zur Geschichte des Eine kurze Zusammenstellung der Hauptmomentc derselben mag der darauf folgenden Entwicklungsgeschichte des griechi schen Volkes gleichsam zur Grundlage dienen. Nachdem persönliche Grösse und Waifenglück des Eroberers von Konstantinopel die Unterwerfung oder tri butare Abhängigkeit der einzelnen Theile des byzanti nischen Reiches bewirkt hatte, bereiteteten seine unmit I Glanzperiode der osmanischen Herrschaft unter Sulci- man dem Prächtigen vor. ßajazet, im Kriege nicht von dem Glücke seines Vaters begünstiget, gab durch ge

telbaren Nachfolger,

Pforte zum europäischen Staatensysteme

nie zu

mussten immer nur störend

die gegenseitige Eifersucht der Haupt

osmanischen Reiches in Europa gegeben.

Baj'aset II

und

Selim

nur störend die gegenseitige Eifersucht der Haupt osmanischen Reiches in Europa gegeben. Baj'aset II und Selim

die

rechte und billige Regierung dem Reiche innere Kraft, und Selim sicherte durch seine Kriege gegen Persien und Egypten nicht allein das Reich vor feindlichen Ein fallen dieser Seite, sondern ward auch der Begrün Suleiman* Eroberun gen in Ungarn, und seine darauf folgende Tbeilnahme an der streitigen Könige trahi in diesem Lande, brachten die osmanische Macht zum ersten Male in ein bestimm teres und die Art, wie Franz I dieses für seine Zwecke zu benutzen suchte, zeigte, selbst im Widerstreite mit den Begriffen der Zeit, nur zu gut, welche Bedeutung die Pforte für die Entwicklung des europäischen Staatensy stems haben müsse. das europäische Staateusystem ward eigentlich Haupt mau dieser Zeit als Titeil dessen, was eigentlich seiner Na Um so weniger dürfen wir uns wundern, dass das sichtbare Sinken der Macht der Osmanen, nach Suleimans Tode, dem freilich in jener Zeit selbst vielbcwcgten Abend Die veränderte Le bensweise der Sultane machte die nächsten Nachfolger Suleimans zu Schwächlingen; mit zunehmender Schwä che der Herrscher traten die oben angegebenen Mängel der Verfassung immer bestimmter hervor. Empörungen' im Staatsgewalt machten ein kräftiges Auftreten gegen äus sere Feinde unmöglich. träge wenigstens einen Theil des früher Gewonnenen zu den die zu schien, ward bei weitem von der Vernichtung aufgewogen. wichtigsten Jahren des dreissigjährigen Krieges, das für ganz Eu ropa hätte entscheidend werden können, vermochte die in dem europäischen Theile des Reiches erlittenen Ver luste nicht zu ersetzen,

Murad' * IV

der

müssen

endliche

erhalten,

der einer osmanischen Seemacht.

den europäischen Hauptmächten,

Yerhältniss zu

Dieses Hereinziehen der Pforte in

ursache ihres Fortbestehens;

betrachtete sie seit

tur nach mit ihr in strengem Widerspruche stand.

lande nicht kräftiger benutzt wurde.

Innern und

Mangel

an Energie bei der

obersten

Man begnügte sich durch Ver

und seihst der scheinbare Gewinn,

Eroberung

der

Insel

Cypern

gewähren

osmanischen Seemacht bei Lcpanto

kraftiges Auftreten

in

den

da dio Verhältnisse im Osten

der Insel Cypern gewähren osmanischen Seemacht bei Lcpanto kraftiges Auftreten in den da dio Verhältnisse im

42

ganze Thätigkeit in

Anspruch nahmen.

seiuc Plane in Bezug auf Europa gingen mit seinem frühzei tigen Tode unter. beginnt die allmächtige Hegierung der Grottvezicre. So sehr auch als solche Mu/uimed und JLc/tmct Kttt- prili, und nach diesen KiuprUi Mustapha, Klugheit und Energie in der inneren Verwaltung mit kräftigem Auf so ging das Reich jedoch immer mehr seinem Vcrfnlle entgegen. Was etwa noch gewonnen wurde, wie die Insel Candía, ko stete ungeheuere Opfer, und stand mit den fast gleich zeitigen Verlusten früherer Eroberungen iu keinem Ver hältnisse. lich; während hier das früher Gewonnene verloren ging:, setzten sich die seln des Archipelagus fest, und die durch die Kosaken veranlassten Hiindel mit Itmsland, im Jahre 1680, ver wickelten die Pforte zum ersten Male von dieser Seite in Verhältnisse, der russischen Macht immer schwieriger werden inuss- ten, und nach und nach die Schicksale des osinauischcn Reiches vorzugsweise von der Gestaltung des nördlich- europäitchen Stautetuystem», welches im Laufe des acht zehnten Jahrhunderts seine bestimmtere Ausbildung er . Ueberhaupt lässt sich, seit dem Ende des sieben- zchnten Jahrhunderts, die äussere Geschichte der Pforte, im Verhältnisse zum europäischen Staatcntystcme, leicht nach den schnell auf einander folgenden Friedensschlüs sen, die als die allgemeinsten Resultate gelten können, bestimmen. witx, im Jahre 1699, war das Lebergewicht der europäi schen Mächte über die Pforte entschieden; Oestreich er hielt Siebenbürgen, Venedig M orea, und Russland Asow ; und wenn auch der nächste Krieg mit Russland iu so fern für die Pforte vortheilhaft war, als sie dadurch wie so musstc doch die in Passaro- wüxer Frieden (1718) erfolgte Abtretung von Temcswar

Seine

Mit seinen schwachen Nachfolgern

äussere Feinde verbanden,

treten gegen

Die Kriege in Ungarn waren alle unglück

Venetiancr in Morca und auf den In

welche bei der schnellen Entwicklung

hielt, abhängig machten.

Schon in dem Waftenstillestande zu Carlo-

der Asow und Morea gewann,

dem, durch Eugen's Siege herbeigeführten,

Schon in dem Waftenstillestande zu Carlo- der Asow und Morea gewann, dem, durch Eugen's Siege herbeigeführten,

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und der Wallachey an Oestreich als bedeutender Ver last gelten, zumal da Venedig seine Eroberungen in Al banien und Dalmatien behielt. Um so mehr verdient der, nach einein erschöpfenden Kriege mit Persien, und un ier gefahrlichen Unruhen im Inneren, gewonnene vortheil- iiafte Friede zu Belgrad^ Servien und die östreichische Wallachey wieder verschaffte, obgleich die politi sche Stellung der osmanischen Macht zu Europa im All gemeinen dadurch keineswegs verbessert wurde. Denn auf der andern Seite begründeten, die, an sich zwar noch nicht entscheidenden, Vortheile der Russen am schwar zen Meere und in der Moldau das einstige Uebcrgewicht der russischen Macht in diesen Theilen des osmanischen Reiches. der kräftigsten Entwickluug für die gefährlichsten Fein bei ei- höchstes Interesse seyn musste, durch Unterdrückung des Geistes zu herrschen, konnte nichts geschehen, die innere Kraft des Volkes zu heben, den Bewegungen Europas jener Zeit zu entziehen, harte bei gänzlichem Mangel an Mitteln, seine politische Selbstständigkeit nach aussen zu sichern, weiter nichts zur Folge, Anderer in Verhältnisse verwickelt wurde, die man am meisten zu vermeiden gesucht hatte. So ward die Pforte durch Frankreich im Jahre 1768 zu einem Kriege mit Russland genöthiget, während dessen fünfjähriger Dauer Russland die ganze Grösse seiner Macht zeigte, deren Bedeutung für die Zukunft die Pforte in dein Frieden zu KitUehuck Kainardge nur zu sehr anerkennen musste. Dieser Friede entschied eigentlich die völlige Abhängig keit des osmanischen Reiches von Russland, zumal da er durchaus gar keine Garantie seiner Dauer in sich selbst hatte; das Manifest Katharina g fl} welches die Krimin xnr russischen Provinz erklärte, mag wohl an sich als gewaltsam gelten ; allein unter den bestehenden Verhält nissen war es nur natürlich, dass Bestimmtheit der, für

schen

und das Streben,

welcher der Pforte Belgrad,

(1739), glänzend genannt zu werden,

Ein beinahe dreissigjähriger Friede, die Zeit

de der Pforte, wirkte auf diese nur nachtheilig;

uer Regierung, deren

sich der Theiluahme an

politi

als dass man am Ende nach den Interessen

auf diese nur nachtheilig; uer Regierung, deren sich der Theiluahme an politi als dass man am

44

beide Thelle gleich nachtheiligen, Unbestimmtheit vorge zogen wurde. reich und Russland, von beiden Seiten ohne bestimmten Plan und gehörige Vorbereitungen unternommen, ver Die Friedensschlüsse zu Sistowa und Jassy gaben den gegenseitigen Grenzbe- stimmungen grössere Sicherheit, ohne dass die Pforte die Vortheile zu benutzen verstand, die für sie daraus hervorgehen mussten, dass die Hauptmächte Europas den Absichten Katharina's II auf das osmauische Reich Die seit dieser Zeit ein tretenden politischen Bewegungen im westlichen Europa, die alle Verhältnisse in eine gewisse Spannung versetz ten, berührten das osmanische Reich nur mittelbar , und es lag eben so wohl in der Politik der Pforte, als im Entwicklungsgange der Begebenheiten, dass sie nur mit telbar daran Theil nahm. formen, hervorgegangen aus der richtigen Würdigung des Verhältnisses der Pforte zum europäischen Staaten- sy steine, verfehlten ihren Zweck gänzlich, da sie theils an sich Gewaltstreiche waren, theils aber auch mit den Interessen der eigentlich herrschenden Classen des Rei Es ward da durch weiter nichts erreicht, als dass die bereits vorhan- handene Gährung neue Nahrung bekam, und der ein mal geweckte Geist der Opposition jeder natürlichen An nahme und Entwicklung europäischer Sitte uud Art im osmanischen Reiche hindernd entgegen trat. Nach der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts trat aber auch die cigetUhütnliche Stellung des griechischen Volkes zum europäischen Staatensysteme, namentlich zu Russland, immer bestimmter hervor, und bewirkte, im eine Reihe Begebenheiten, die zwar au sich noch nicht ent scheidend waren, aber doch deutlich genug zeigten, dass die bisherige Stellung des griechischen Volkes zur Pforte, den natürlichen Forderungen seines inneren und äusse ren Bedürfnisses nicht mehr entspreche. Nachdem unter den oben angegebenen Umständen die nationello Erhol

Vereine mit der inneren Entwicklung desselben,

Der kurz darauf erfolgte Krieg mit e st

änderte im Wesentlichen wenig.

entgegen zu arbeiten suchten.

Sc/im's III beabsichtigte Re

ches zu sehr im Widerspruche standen.

Wesentlichen wenig. entgegen zu arbeiten suchten. Sc/im's III beabsichtigte Re ches zu sehr im Widerspruche standen.

45

luug des griechischen Volkes im Gegensatze zu den Os- manen begründet worden war, lebte zwar in den einzelnen Theilen Griechenlands der Geist der Freiheit fort, ver lor aber bald, da im ersten Jahrhunderte der Herrschaft der Osmancn vicht behielt, und durch Verschiedenheit der Interessen die Kraft des Ganzen zu theilen wnsste, die höhere Rich tung für eine würdigere politische Stellung des griechi Weder im sechzehnten noch im siebenzehnten Jahrhunderte geeshah Seiten des Volkes selbst etwas Bedeutendes zu seiner geistigen und politischen Erhebung, und auch seine Beziehungen nun Abencllande waren in jener Zeit noch zu unbestimmt, Viel mehr war es natürlich, dass gerade in dieser Zeit jene nachtheiligen Seiten im Yolkscharacter der Neilgriechen, denen sie selbst die Begeisterung unserer Zeit nicht ganz freis prechen kann, ihre bestimmtere Ausbildung er hielten. Lande, unter dem Drucke der Gewaltherrschaft, sogar wo durch selbst erniedrigten, ungeordnete Leben unabhängiger Bergbewohner, die ihre schwächten, kaum als Gewinn für die höheren Interessen Für diese hatte eigentlich erst das achtzehnte Jahrhundert Bedeutung. Schon seit den letzten Jahren des siebenzehnten Jahr hunderts ward eine höhere geistige Bildung den Besse ren des griechischen Volkes Bedürfniss; und da sie die ses fast nur im Auslande befriedigen konnten, so wurden durch sie nicht allein die europäische Bildung, sondern auch jene Ideen, über die höchsten Interessen der Mensch heit, die im achtzehnten Jahrhunderte die Umgestaltung der einflussreichsten Verhältnisse vorbereiteten, nach Griechenland gebracht, und erhielten hier in, nach eu ropäischem Muster errichteten, Schulen, vorzüglich nach dem die Anerkennung derselben von Seiten der Regie

Kraft

als dass

schen Volkes im Allgemeinen.

der Despotismus der Pforte das Ueberge-

sie entscheidend hätten wirken können.

Denn während die Griechen auf dem platten

in den Gegenden,

griechische Bevölkerung vorherr

schend war,

sich

re Beherrscher

il dauernden Kaubzügen

unwürdiges Hingeben

an

ih

konnte das wilde,

gegen einander

des ganzen Volkes betrachtet werden.

il dauernden Kaubzügen unwürdiges Hingeben an ih konnte das wilde, gegen einander des ganzen Volkes betrachtet

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rung unter Selim III eine freiere Lehrart herbeigeführt hatte, ihre Pflege. der Griechen und die Erwerbung der Mittel zur einsti gen politischen Selbstständigkeit, war die günstige Ge staltung de» griechischen Handels im Laufe des acht zehnten Jahrhunderts. Entscheidend wirkten für diesen die Friedensschlüsse zu Kutschuck Kainardge und Jassy, welche Kussland freie Schiffahrt auf den türkischen Mee ren verschafften. Unter russischem Schutze erweiterten die Griechen ihre Schifffahrt nicht nur nach Westen, son dern gewannen auch in den stürmischen Zeiten der fran zösischen Revolution fast ausschliesslich den Levante- Handel, in dessen Besitze vorher die Franzosen gewe sen waren. Die Errichtung einer von Sellin III bestätig ten griechischen Handelsgesellschaft gab dem ganzen griechischen Handel mehr Sicherheit, und hatte die Ent stehung griechischer Handelshäusscr in den Hauptstäd ten Europas und den Stapclplätzen der Levante zur Fol ge, welche selbst für den geistigen Verkehr der Grie be Die Erweiterung des Handels stand mit der Ausbildung der Marine in beständiger Wechsclwirknng. Während sich daher auf diese Weise der Gesichts kreis der Griechen nach aussen erweiterte, kam ihnen auch ihr innerer Zustand gleichsam mehr zum Bewusst- seyn; an dieses schloss sich Wunsch und Hoffnung an; und wenn eine mögliche Befreiung von der Gewalt herrschaft der Osmanen zuerst nur von einzelnen küh nen Geistern als Ideal aufgefasst wurde, so bekam die ses Ideal nationeile Bedeutung, sobald durch den ersten Krieg Katliarina's II gegen die Pforte, im Jahre 1769, die wurde. für jetzt getäuscht werden mochten, die Idee der mögli durch einzelne, wenn auch an sich vorübergehende , Erscheinungen von Katharina's Plane zur Be freiung der Griechen, Riga's heldenmüthiges Erscheinen, der Einfluss der frais*

chen Befreiung lebte fort und bekam

Eben so wichtig fiir die Erhebung

chen mit dem gebildeten Europa hohe Bedeutung

kamen.

auf Russlands

Hülfe

gesetzte Hoffnung ncubelebt

So unglückselig uucli immer diese Hoffnungen

Zeit zu Zeit neue Kraft.

die Entstehung der Hetcrie,

Hoffnung ncubelebt So unglückselig uucli immer diese Hoffnungen Zeit zu Zeit neue Kraft. die Entstehung der

xösischen Revolution auf die Stimmung; der Gemüther, und die mit der lietitxiuihme der ùmischen Inseln durch die Franzosen, und der Expedition nach Egypten zu sammenhängenden Plane Napoleons in Besag auf Grie chenland, können in dieser Beziehung als die einfluss Wenn daher auch der Gung bestimmte Politik der Hauptmächte Europas zu Anfange unseres Jahr hunderts keineswegs geeignet waren, die Entscheidung für Griechenland herbeizuführen, zu welcher die Ereig nisse des letzten Viertels des vergangenen Jahrhunderts Erwartungen gemacht haben mochten, so bekamen doch die zur Begründung einer würdigeren »Stellung des grie chischen Volkes gewonnenen Elemente durch verschie Der im mer lebhafter werdende Verkehr mit dem viclbewegten Europa entwickelte die geistige Bildung der Griechen mit unglaublicher Schnelligkeit. Gelehrte Männer, voll von edler Begeisterung für Griechenlands alte Grösse, wurden durch Schrift und Bede die Verkimdiger einer neuen Ordnung der Dinge, und suchten mit der geisti gen zugleich die moralische Kraft ihres Volkes zu he Dazu kam die immer zunehmende Schwäche der dass sieh die entfernteren Statthalter nach und nach zu unabhängigen Gewaltherrschern aufwarfen, deren tyrannische Anmass- ongen, selbst ihrem Zwecke zuwider, mittelbar zur Er hebung des griechischen Volkes mitgewirkt haben. von Herrschaft über Albanien, wie sich bei weiterer Aus einandersetzung zeigen wird. in schen Hauptmächte an ihrem Schicksale, auf welche sie am meisten vertraut hatten, gerade jetzt am empfind dem Pforte zu Jassy, die haben, dann, seit der Begründung der Republik der ionischen lu tein unter englischem Schutze, von England aus eine leb-

Griechen

letzten Friedensschlüsse mit der

lichsten getäuscht.

Griechen

mentlich gilt

Pforte, die sich vorzüglich darin zeigte,

lfen.

reichsten betrachtet werden.

der Begebenheiten und die dadurch

dene Umstände eine bestimmtere Ausbildung.

dieses

Na

Ali Paschas unnatürlicher

Bezug

Freilich wurden

die

auf die Theilnahine der

europäi

Russland schien, schon

seit

gänzlich verlassen zu

und als diese

Freilich wurden die auf die Theilnahine der europäi Russland schien, schon seit gänzlich verlassen zu und

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haftcre Theilnahme an ihren Wünschen und Bestrebun gen erwarteten, anderen Interessen bestimmt, als für die Befreiung eines unterdrückten Volkes entscheidend aufzutreten. Ueber- haupt waren auf den ionischen Inseln, bis zur endlichen Entscheidung durch den Pariser Frieden im Jahre 1814) unter dem Wechsel verschiedener Herrscher, alle Ver hältnisse zu unbestimmt, als dass die Erwartungen, wel che die Griechen an eine Umgestaltung der Dinge dieser Seite geknüpft haben mögen, hätten in Erfüllung gehen können, Schutzherrschaft über die zur ionischen Bepublik erklär ten Inseln den Hoffnungen und Bestrebungen der Grie chen eher hinderlich, als förderlich. Unter solchen Umständen war es wohl natürlich, dass die Griechen, Theilnahme der europäischen Mächte fast gänzlich ge täuscht war, dung einer würdigeren politischen Existenz auf »ich allein verwiesen wurden. Bei einer geschichtlichen Darstellung des griechischen Freiheitskampfes kömmt es daher, nach dem sind, vorzüglich darauf an, die moralischen und physi schen Kräfte des griechischen Volkes in den verschie denen Theilen des Reiches, bei dem Ausbruche des Auf standes, genau zu erwägen, um durch eine richtige Wür digung des Verhältnisses der Mittel zum Zwecke einen sicheren Standpunkt für die Characteristik des Ganzen zu gewinnen. ner Folgen, die ich nach den vorhandenen Hülfsmitteln bis zur Anerkennung der Selbstständigkeit des griechi schen Volkes von Seiten der Pforte zu entwickeln su chen werde, lässt sich im Allgemeinen nach xwei Ab schnitten auffassen; von denen der erste uns die Grie chen allein im Kampfe gegen ihre Unterdrücker zeigt, der andere dadurch characterisirt ist, dass die Sache der Griechen zum Gegenstand der europäischen Politi/c gemacht wurde. Die mittelbare oder unmittelbare Theil nahme der europäischen Hauptmächte an dem ferneren

wurde die englische Politik ganz

und nach dieser Zeit war die englische

nachdem die Hoffnung auf thätige

bei jeder Unternehmung für die Begrün

die vorbereitenden Ursachen gehörig entwickelt

Die Geschichte des Aufstandes und sei

jeder Unternehmung für die Begrün die vorbereitenden Ursachen gehörig entwickelt Die Geschichte des Aufstandes und sei

Schicksale Griechenlands war eigentlich für die letzten Resultate des Freiheitskampfes entscheidend; er ward dadurch mit den politischen Verhältnissen Europas über haupt in bestimmtere Beziehung gesetzt und bekam für diese eine Wichtigkeit, die man dem blossen Volksauf- standc Anfangs nicht gehen zu dürfen glaubte. Die Angabe der Hauptbeziehungen hierfür gehört Und wenn wir daran ei nige Bemerkungen über des neuen griec/iitehen Staate» gegenwärtige Lage, die Mittel zu seiner politischen Exi stenz und die Kräfte, diesen Mitteln in zweckmässiger Entwicklung eine passende Anwendung zu geben, ge knüpft haben werden, so wird es uns möglich seyn, Grie als selbstständiger Staat und seine Stellung im europäischen an

der weitereu Ausführung an.

Staatensy steine,

für die Zukunft Im

Allgemeinen

und seine Stellung im europäischen an der weitereu Ausführung an. Staatensy steine, für die Zukunft Im

Zweite Vorlesung.

Griechenlands böge und natürliche Beschaffenheit im Verhältnisse seiner Bestimmung und seiner Geschichte. In wie fern wer den durch jene die Interessen der Hauptmächte Europas an den ferneren Schicksalen Griechenlands bedingt ¥

Je mehr ein Volk durch die Gunst der Natur und die Gabe des Geschicks dazu bestimmt zu eeyn scheint, der freien Regung seines Wesens in vielseitiger Thätigkeit eine kräftige Entwicklung zu geben, desto bestimmter ist die richtige Auffassung seiner Geschichte von der ge nauen Würdigung der Verhältnisse bedingt, welche för dernd und hindernd auf jene Entwicklung einwirkten. Ale entscheidend hierfür tritt des Landes Art und Lage her vor, das dem Volke als Schauplatz seiner Wirksamkeit dienen soll. zu seiner inneren und äusseren Geschichte, der Schlüssel zum Verständnisse der geistigen und poli tischen Steigen und Fallen, gegeben. dann die Bedeutung des einzelnen Volkes für das Ganze und leicht das Verhält nis angeben, in welchem es für die Gegenwart und selbst für die Zukunft zu den Völkern und Staaten ste hen mag, welche durch natürliche oder politische Ver hältnisse mit ihm in näherer oder fernerer Beziehung stehen. Freilich führt uns die geschichtlich begründete Be merkung, dass natürliche Verhältnisse mit der Steige

der Weltgeschichte würdigen,

nach ihrem periodischen

Nach diesen läset sich

Stellen wir diese in gegenseitige Beziehung

Bildung des Volkes,

nach ihrem periodischen Nach diesen läset sich Stellen wir diese in gegenseitige Beziehung Bildung des Volkes,

so ist uns

rung der Bildung im Leben der Völker auch etwas an bestimmendem Einflüsse verlieren, zu der Behauptung, dass Einklang des Volkes mit dem Vaterlande, des Staa tes mit der Natur, wohl hur so lange als das eigentlich Fördernde und Erhebende bei der Geschichte der Völ ker gelten kann, als das, was das Land dem auf sich selbst beschränkten Volke für seine geistige und politi sche Fortbildung gewährte, auch den Forderungen des fortschreitenden Zeitbedürfnisses und dein erweiterten gegenseitiges Verkehre Steht ein Volk mit der durch natürliche Ver der Bichtung der Zeit zu schroff gegenüber, und hat die Kraft nicht, diese ver möge jener Bildung zu beherrschen, so ist es in Gefahr und das, vas diese bedingte, des Landes Art und Lage', verliert fur die fernere Entwicklung seine Bedeutung und seinen Einfluss. spruch zwischen der natürlichen Bestimmung und der Geschichte einzelner Länder unseres Erdtheiles erklären lassen. chenland anwendbar ist, wird der Gegenstand dieses Vor-

der Völker und Staaten ent

spricht.

hältnisse erzeugten Bildung

seine Eigentümlichkeit aufgeben zu müssen,

sich der nicht seltene Wider

Hieraus mag

Was in den angegebenen Beziehungen auf Grie

Unter den Ursachen von Griechenlands Grösse in einer schönsten Zeit findet man gewöhnlich seine Lage and natürliche Beschaffenheit als die vorzüglichste ge nannt. ale musterhaft erschien, Kraft in That und Tugend, jene Höhe und Vielseitigkeit geistiger Bildung, die nie wie der erreichte Schönheit und Mannigfaltigkeit in den Wer ken der Kunst, des öffentlichen Lebens freie Anmnth und würdiger Ernst, gelten uns zuletzt als nothwendige Erzeugnisse des Einflusses, welchen günstige natürliche Verhältnisse auf die Entwicklung des menschlichen Gei stes und die Bichtung menschlicher Thatkraft äussern. Gewährte auf der einen Seite des Landes Lage, durch den Ländern, welche schon hohen Grad der Cultur er

Alles, was im griechischen Leben der Nachwelt

4*

Landes Lage, durch den Ländern, welche schon hohen Grad der Cultur er Alles, was im griechischen

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reicht hatten, namentlich Kleinasien und Egypten, dein griechischen "Volke die Mittel, welche dem schnell und lebendig auffassenden gen bin fast bis zur Vollendung gesteigerte Ausbildung so war es auf der andern der wohl- des schönsten, welcher dem griechischen Leben seine herrliche Eigen tümlichkeit und die stets neubelebende Kraft hei der Auffassung und Ausbildung fremder Elemente gab. Auf gleiche Weise hatte die den Griechen so cha- racteristische Vielseitigkeit der Ideen, und deren geeig nete Anwendung auf die Verhältnisse des Lebens, ihren Grund in der eigentümlichen Gestaltung des Landes an sich, welche jene Einförmigkeit in Leben und Sitte nicht gestattete, die den asiatischen Staaten im Allge meinen den. Character grosser, durch einmal bestehen den Mechanismus schwach belebter, Massen gieht. Ver schiedenheit des Bodens, vielfältiger W echsel von rauhem Gebirgsland und fruchtbaren Ebenen, die Nähe des offe nen Meeres bei wenig gewährenden Küstenstrichen, die strenge Abgeschlossenheit des Binnenlandes, gaben nach der Verschiedenheit des Bedürfnisses der menschlichen Thätigkeit verschiedene Richtungen; an diese knüpften sich die Ansichten über die höheren Interessen des ge sellschaftlichen Lebens, Werth dee Menschen, Religion und Staat an; und da bei gegenseitiger Mittheilung, durch Wechselwirkung auf einander, Ansicht und Thätigkeit immer mehr gesteigert wurden, so war es natürlich, dass das kleine Griechenland in kurzer Zeit die verschiede- denen Zweige der gesammten Lcbensthätigkeit zu einer Höhe ausbildete, welche, an sich wahr und tief begrün der einseitigen Auffas unerreichbaren Ideale Dennoch wird sich leicht erweisen lassen, dass Griechenlands Lage und natürliche Beschaffenheit, bei veränderten äusseren Verhältnissen, für seine späteren traurigen Schicksale von entscheidendem Einflüsse waren. Im Allgemeinen kommen für unseren Zweck hei ei ner geographischen Würdigung Griechenlands zwei Fra

gemässigten Klimas,

thätige Einfluss

Geiste eine nach allen Richtun

möglich machten,

det, das griechische Alterthum

sung späterer Zeiten fast zum

machte.

Geiste eine nach allen Richtun möglich machten, det, das griechische Alterthum sung späterer Zeiten fast zum

gen in Betracht : In welchem Verhältnisse steht es durch »eine Jjage xu den übrigen Theüen der Erde? -und dann :

fenheit sein innerer politischer Zustand, mid die von Bei Beantwor dass die dauernde Beschaffenheit von Oertlichkeiten die mit ihnen in Verbindung stehenden Verhältnisse in allen Jahrhun leicht als Allein da einet Thei- Bezie hungen der Länder zu einander zu verschiedenen Zeiten verschieden bestimmt, anderen Thciles bei fortschreiten des selbst über die Gewalt der Nater die Herrschaft gewin so leuchtet es von selbst ein, dass jene Be nur renn man zu Besultaten gelangen will, deren Wahrheit durch Natur und Geschichte zugleich -oll. Hingang zu den Einöden Libyens vertheidigte , eben so wenig denkbar sey, als solche Characterc in den freien Bergen Griechenlands sich natürlich ausbildeten ; l) allein nicht weniger wahr scheint es zn seyn, dass in unsern Tagen seihst ein Leónidas seinen Ruhm nicht an den Thennopylen suchen würde.

In wie fern ist durch seine natürliche Beschaf

diesem abhängige Bildung, bedingt? -

tung beider Fragen könnte

die Bemerkung,

derten auf gleiche Weise les der der Entwicklung die Kraft nen mag: merkung
derten auf gleiche Weise
les der
der Entwicklung
die Kraft
nen mag:
merkung

bedingen müsse,

leitende Idee angenommen werden.

Gang der Geschichte die gegenseitigen

menschlichen Geistes

eine beschränkte Anwendung gestattet,

menschlichen Geistes eine beschränkte Anwendung gestattet, begründet seyn Wohl ist es wahr, dass ein Leonidas, der

begründet seyn

Wohl ist es wahr, dass ein Leonidas, der den

Für die Lösung der ersten der oben aufgestellten Fragen ist es nöthig, die natürliche Begrenzung des Scharf be stimmte natürliche Grenzen haben 'Griechenland den Cha racter der Länder gegeben, welche, als in sich abge schlossenes Ganze, zur Entwicklung eines cigeuthiiuiH- Es ist jedoch hierbei keineswegs an jene strenge Abgeschlossenheit zu denken, welche das Leben ganzer Völker zu einem dauernden Kreislaufe auf sich beschränkter Thätigkeit macht, ohne

chen Lebens am geeignetsten sind.

griechischen Festlandes genau zn erwägen.

l) Vctgl. Kruse' s JUliai Bd. I. Vorredet

chen Lebens am geeignetsten sind. griechischen Festlandes genau zn erwägen. l) Vctgl. Kruse' s JUliai Bd.

54

freiere Regung Zweck«'. schen Lebens in der schönsten Zeit wesentlich, dass das Land, bei der Leichtigkeit eines freundschaftlichen Ver kehres mit benachbarten Völkern, seiner Natur nach der freien, eigentümlichen Entwicklung gewonnener Ele mente Schutz gewahrte gegen den Andrang störender Gewalten von aussen. Griechenland, von drei Seiten durch das inselreiche Meer umgeben, zeichnet sich durch eine in mehreren Beziehungen höchst günstige Formation seiner Küsten vor den übrigen es umgebenden Küstenländern aus. Eine Menge, sich weit in das Land hinein erstreckende, Buch die das Verbindung zwischen dem inneren und äusseren Ver kehre, andern Theilcs bieten die scharf hervorragenden so punkte gegen feindlichen Angriff dar. sten chenlands und die, mit ihr in Verbindung stehende, Süd- küste von Thrakien und Makedonien charaetcrisirt. Bei des ägäi- Wassers vom schwarzen Meere eine wenig abweichende Richtung von Nordosten nach Südwesten giebt, ihre auffallende Bil dung. ') genseitige Verhältniss der sich entsprechenden Küsten Kleinasieus und Griechenlands, und die wunderbare In selwelt, belebt, grosses Festland, Lyktonicn; und kann man auch hier über auf historischem Wege nicht zu sicheren Resultaten gelangen, so ist doch der Schluss von der eingeuthüm- lichen Formation der Westküste Kleinasiens, der Süd küste Thrakiens und der Ostküste des griechischen Fest-

j) Die Meinungen der Alten und Neueren über die Bildung dei Boaphorua durch die Strömungen vom schwarzen Meere her findet mau griammelt iu AüDRiossv Conslantinopel et le Bosphore de Thrace.

373. u. Ch. VIIÏ. p. 3os,

und kräftigere

Erhebung für

höhere

Vielmehr war es für die Bildung des griechi

für höhere Vielmehr war es für die Bildung des griechi ten befördern eines Theilcs Gebirgspässe eben

ten befördern eines Theilcs

Gebirgspässe eben

ganze belebende

viel natürliche Vertheidigungs-

ist hierdurch die

Am bestimmte-

Ostküste des eigentlicheu Grie

de erhielten durch die heftigen Strömungen

schen Meeres,

denen der Abfluss des

Die Phantasie der Alten, gestützt auf das ge

welche die Gewässer zwischen beiden Küsten

setzte an die Stelle des ägäischen Meeres ein

Pari. i8a8. Liv. U. Chap,

Ch. III.

.

3

7

Gewässer zwischen beiden Küsten setzte an die Stelle des ägäischen Meeres ein Pari. i8a8. Liv. U.

55

landes, so vie der besonderen Beschaffenheit der im ägäischen Meere zerstreneten Inseln, auf vorhistori sche, durch grosse Naturrevolutionen herbeigeführte Ver änderungen in diesen Gegenden, nur natürlich. Für hef schwarzen spricht die schon angedeutete Strömung des ägäischen Meeres; [auf einstige vulkanische Erschütterungen, wel che in jenen Gegenden am vernichtendsten gewirkt zu haben scheinen, deutet selbst die Mythe hin, welche den Beides vereint mag die Trennung Asiens von Europa auf diesem Punkte verursacht haben, welche für die geschichtliche Entwick lung beider Länder und ihr gegenseitiges Verhältnis« zu Die Trennung führte eine verschiedene Ausbildung gleichar tiger Elemente herbei, die dann, durch gegenseitige Mit theilung in ihren Wirkungen gesteigert, wohl die vor züglichste Ursache seyn möchte, dass wir die Griechen schon in so früher Zeit auf einer Höhe der Bildung fin- dsn, wie sie kein anderes Volk in seiner Kindheit ge kannt hat. Für ein gewisses natürliches Verhältniss der Inseln ägäischen Meeres zu den Küstenstrichen der drei

des es umgebenden Länder, sprechen sowohl die fast regel mässig den hervorragendsten Theilen des Festlandes ent sprechenden Inselreihen, als auch die bestimmte Rich tung der von dem Continente Griechenlands aus über die Inseln nach der kleinasiatischen Westküste fortlau fenden Höhenzüge. gruppe von Skiathoe, Halonesos, Skopelos und Peparethos (Chelidromia) genau der, weit in das Meer sich erstrecken den, Halbinsel von Magnesia, und bildet, mit den klei neren dazwischen liegenden Inseln, dann Lemnos und Imbros in Verbindung gebracht, einen leichten U eber An das, den hervorragenden Theilen und Einschnitten des Küsten landes von Lokris, Euböa schliessen sich in gerader südöstlicher Richtung Andres, Teños, Mykone, Delos, Naxos, Amorgos, und

tige Lebcrschweuimungen vom

Sitz des Vulkan

auf Lemnos suchte.

Meere her,

einander von höchster Wiohtigkeit geworden ist.

So entspricht die nördliohste Insel

gang nach dem thrakischen Chersones.

Böotien und Attika entsprechende

geworden ist. So entspricht die nördliohste Insel gang nach dem thrakischen Chersones. Böotien und Attika entsprechende

geben mit icn kleineren benachbarten Inseln und Kos einen gleichen Uebergang nach den Landspitzen yon Kni dos und Halikarnassos. schlicssen sich in gleicher Richtung an das Vorgebirge Suniuin (Cap Colonna) die Inseln Koos, Kythnos, Seri- phos, Siphnos und Mclos mit ihren Nebeninscln, so, dass sich beinahe mit Gewissheit nach» eisen lässt, wie eich die Gewalt der hereinbrechenden Finthen immer in be stimmten Kreissen an den mit einander in natürlicher Verbindung stehenden Höhepunkten des festen Elemen

Gleiche Verhältnisse bewirkten die Bildung der Kü Der Stryuwnische, Singitischc, denen die heutigen Golfe von Contessa, Moute Santo, Cassandra und Saloniki entsprechen, wurden durch den Widerstand gebildet, welchen die Gebirge der chalkidischen Halbin sel dem Andränge der Meereswogen in dieser Gegend leisteten. Südlicher erhielt der grosse Pelasgische Meer busen des Ptolemäos, der die heutigen Golfe von Volo und Zeituni umfasst, seine Gestalt durch den die Mag netische Halbinsel durchlaufenden Gebirgszug, welcher in dem Vorgebirge Aeantium endigt, und erstreckt sieb, mit mehreren grösseren Einschnitten bis zu dem ehema ligen knemidischen Vorgebirge unweit Thronium in Lo- kris. fast parallel fortlaufende Sunium, Vorgebirge Skylläum in Argolis (Cap SkjlH), den weiten Saroniscben Meerbusen, jetzt Golf von Egina, mit sei und der Westküste des gebirgsrei- chen Argolis und der Ostküste Lakouiens eingeschlos sene Argolische Meerbusen, jetzt Golf von Nauplia. Zwei grosse Meerbusen , der Lakonische und Messeuische, die jetzigen Golfe von Kalokythia und Koron, bilden die äus serte Südgrenze, und geben dem Péloponnèse an die sem Punkte die Gestalt, welche die Alten veranlasste,

tes gebrochen hat.

sten

des Festlandes.

Westlich von dieser Inselrcihc

Toronäischc und Thennäische Meerbusen,

Kleinere Buchten bildet die von hier mit Euböa

welches dann

neu

kleinerou Buchten

schliesst sich der

von

Küste

bis

mit dem

zum Vorgebirge

gegenüber liegenden

Inseln umfasst.

neu kleinerou Buchten schliesst sich der von Küste bis mit dem zum Vorgebirge gegenüber liegenden Inseln

Hieran

diesen Theîl Griechenlands vergleichen. Weniger basenreich, als die Ostküste, ist dio von dem ionischen und adriatischtn Meere gebildete West- kiiste. sche Meerbusen, jetzt Golf von Lcpanto, hervor, wel den trennt, und dadurch nicht weniger zu verschiedener BiU dung des öffentlichen Lebens in den verschiedenen Thei- len Griechenlands, nls zur Beförderung des inneren ge Nächst diesem ist der nördliche Ambrakischc Meerbusen, Golf ron Arta, ehemaligen Kyparissischcn und Kyllenischcu Meerbusen vie einige kleinere Buchten, nur als sanftere Wölbun Finden wir also Griechenland auf drei Seiten von Gewässern natür lich begrenzt, so gibt ihm eine nicht weniger bestimmto Begrenzung von der Landseitc her im Norden natürli chen Schutz für die eigentümliche Entwicklung seines inneren Lebens, Hochland als die Grenze des eigentlichen Griechenlands bis

mit einem Palmblattc zu

Am bestimmtesten tritt liier der grosse Korinthi

cher

Peloponnes von

dem übrigen Griechenlande

genseitigen Verkehrs beigetragen haben mag.

von einiger Bedeutung, während die, dem

Golfe von Arkadia und Glarenza,

entsprechenden,

gen «1er Küsten betrachtet werden können.

mag man nun Thessaliens nördliches

betrachten, oder dieses, nach späteren Annahmen, zu den Nordgebirgen Makedoniens ausdehnen. Yon der angegebenen natürlichen Begrenzung Grie chenlands ist auch sein Ver/üiltnis* zu den es umgeben den Ländern bedingt. welche im Osten vom schwarzen, im Westen vom ud ria tischen Meere begrenzt ist, und von welcher das eigent liche umfasst, in ihrer Einheit auf, spruch Napoleons, dass, wenn er Herr von Europa wäre, nur Constautinopcl seine Hauptstadt seyn könne, im All gemeinen bei der lichen Enropa zu den Nachbarländern leiten. hiermit der grosse Mann anders gemeint haben, als dass gerade Griechenland, im weiteren Sinne mit Thrakien

Was kann

Fassen wir dabei die Halbinsel,

Griechenland nur den kleineren südlichen Theil

so könnte uns ein Aus

Bestimmung des Verhältnisses des öst

Halbinsel, Griechenland nur den kleineren südlichen Theil so könnte uns ein Aus Bestimmung des Verhältnisses des

in Verbindung gebracht, durch seine Lage zur Begrün dung einer Weltherrschaft am geeignetsten seyî Denn ein Alleinherrscher Europa ist nicht denkbar , ohne die asiatischen Küstenländer des schwarzen und mittellän dischen Meeres, Afrika^ seinen Befehlen gehorchte; und wäre dann wohl eine politische Selbstständigkeit, gegründet auf freie, na bei den asiatischen und afrikanischen Binnenvölkern möglich, wenn ihnen der Zugang zu den Meeren, die sie vorzüg lich mit europäischer Bildung in Verbindung setzen wür den, nur nach dem Willen des Beherrschers von ganz Europa offenstünden? allgemeineren, gleichsam ideellen, Gesichtspunkte auf den engeren Kreis der durch natürliche Verhältnisse be dingten Wahrheit zurück, ziehungen fies eigentlichen Griechenlands zu der Nach barländern in einem anderen Lichte. Seine oben angegebene nördliche Begrenzung ist wohl vorzüglich Ursache, dass Griechenland nie mit den Ländern Europas, welche ihm am nächsten liegen, in und dass ihm über haupt europäische Art und Weise bis auf die neueren Zeiten fremd der Zeit ihrer Blüthe kein Bedürfniss, ihren Gesichts die bestimmteste Grenzscheide nationeller Eigentümlichkeit, zu erweitern, mit europäischem Leben von dieser Seite fast nur passiv und feindlicher Art, und steigerten', durch ihren störenden und Vernich» tenden Einfluss, bei den dem Leben des Orients ver wandteren Griechen die Abneigung gegen europäische Bildung; selbst unter dem Drucke der osmanischen Ge waltherrschaft blieb die Empfänglichkeit für orientalische Sitte und Art bei dem griechischen Volke überwiegend, und wenn auch die lebhaftere Theilnahme der europäi seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts, die Griechen selbst

class die schönsten Länder der Erde,

Kleinasien,

so wie die Nord- und Westküste von

turio müsse Entwicklung des inneren Lebens,

Westküste von turio müsse Entwicklung des inneren Lebens, Allein gehen wir von diesem so erscheinen auch

Allein gehen wir von diesem

so erscheinen auch die Be

bestimmtere Beziehung gekommen,

geblieben ist.

Fühlten die Griechen in

kreis über ihr nördliches Hochland,

die Griechen in kreis über ihr nördliches Hochland, so waren die späteren Berührungen schen Staaten an

so waren die späteren Berührungen

kreis über ihr nördliches Hochland, so waren die späteren Berührungen schen Staaten an den Schicksalen Griechenlands,
kreis über ihr nördliches Hochland, so waren die späteren Berührungen schen Staaten an den Schicksalen Griechenlands,

schen Staaten an den Schicksalen Griechenlands,

kreis über ihr nördliches Hochland, so waren die späteren Berührungen schen Staaten an den Schicksalen Griechenlands,

59

darauf hingewiesen hat, dass von einem bestimmteren Verhältnisse zu der fortschreitenden Bildung Europas ihre würdigere politische Stellung bedingt ser, und dass die Gestaltung des europäischen Staatenvereine ein en geres Anschliessen Griechenlands an denselben nothwen- dig mache, so scheint doch die neugriechische Bildung nördlichen Europa ausgehen zu müssen, als von den Nachbarländern, wel che durch die Natur nicht weniger, wie durch die der Entwicklung des griechischen Lebens stets fremdartigen Elemente ihrer Bildung von Griechenland bestimmt ge schieden blieben. Weit natürlicher, als zu seinen nördlichen Grenz ländern, sind die Beziehungen des griechischen Festlan des zu dem wettlichen Europa begründet; und sie wür den selbst in der Geschichte mit mehr Bestimmtheit her vortreten, wenn nicht das ursprüngliche Verhältniss zu Asien den Kraftäusserungen des griechischen Volkes nach aassen eine überwiegende hin gegeben hätte. ster Zeit nicht nur auf die Inseln des mittelländischen Meeres, sondern auch in die Küstenländer des Westens verpflanzt; den Interessen und der Art des Mutterlandes zu sehr getrennt blieben, so gewannen sie entweder, unter dem Einflüsse fremder Eigentümlichkeit, eine ganz verschie dene Entwicklung, oder fanden nach kurzer Blütho ei nen zeitigen Untergang. die Börner dem griechischen Leben feindlich entgegen, und so sehr man sich auch beinühete, den griechischen Geist mit römischer Tapferkeit zu vereinigen, so waren doch die Elemente des inneren Lebens beider Völker zu fremdartig, als dass eine glückliche Ausgleichung auf Mit dem Verfall des römischen Reiches verlor die bindende Gewalt ihre Kraft; das Ganze löste sieh auf in seine Elemente, und Griechenland ging, wie zuvor, getrennt von dem neu seinem Schicksale Die

weit mehr dem westlichen und

Bichtung nach dem

Orient

Griechisches Leben ward in frühe

allein da die Kolonien auf dieser Seite von

Später trat der Westen durch

die Dauer zu erwarten gewesen wäre.

aufkeimenden Leben des Westens,

entgegen , das ihm von Osten her bestimmt war.

durch die Dauer zu erwarten gewesen wäre. aufkeimenden Leben des Westens, entgegen , das ihm von

gewaltsame Verpflanzung dea neueuropäischen Lebens nach Griechenland zur Zeit der¡ Kreuzzüge, war eben so wenig, wie der sparsame Verkehr mit den Handels plätzen des mittelländischen Meeres, geeignet, der Bil dung des Westens in Griechenland einen bleibenden Ein- fluss zu sichern; der osmanischen Herrschaft in Europa dio letzten Trüm mer des altgriechischen Geistes nach dem Abcndlaude gerettet wurden, Geistesleben einen frischen Aufschwung gaben, blieben sie fast ohne alle rückwirkende Kraft auf das Land ih Die geistige und politische Bildung des neueren Europa, in ihrer entwick lungsreichsten Periode fast nur auf den Westen beschränkt, mnsste auf diese Weise für Griechenland so lange nutz los bleiben, als das innere Bcdürfniss einer gegenseiti gen Annäherung zwischen den Hauptstaaten Europas und Dieses Bcdürfniss ward geweckt durch den Gang der Ereignisse des letz ten Jahrhunderts, mehr machte sich auch das natürliche Verhältniss Grie chenlands zu dem westlichen Europa durch eine bestimm tere Hinneigung der Neugriechen zu europäischer Bil dung geltend, die jetzt wohl als Grundbedingung einer würdigeren Stellung dee griechischen Volkes für die Zu kunft betrachtet werden mag. Aehnliche Verhältnisse verhinderten, bei gleicher Leichtigkeit natürlicher Verbindung, die bestimmtere Be ziehung Griechenlands zu den tüdlichen Küstenländern Was Griechenland in frü bekam eigen das griechische Volk bei gesteigerter Vervollkommnung des inneren Le bens seinen Gesichtskreis nach aussen erweiterte, war Egypten zu sehr in sich selbst abgeschlossen, als dass sein finsterer Geist für die frische Regsamkeit des grie gehabt hätte; und gewaltsam konnte wohl schon deshalb griechische

und selbst, als nach der Begründung

und hier, gleichsam neugeboren, dem

res Ursprungs und ihrer ersten Pflege.

dem neugriechischen Volke fehlte.

und je lebendiger es wurde, desto

des mittelländischen Meeres.

hester Zeit aus Egypten erhalten haben mag,

eine egyptischcr Art und Weise

tümliche Ausbildung;

ganz fremde,

und als dann

chischen Lebens freie Empfänglichkeit

mag, eine egyptischcr Art und Weise tümliche Ausbildung; ganz fremde, und als dann chischen Lebens freie

Bildung nicht verbreitet werden, weil ein ganz anderer Geist, als der der Eroberung, das griechische Volk be lebte, so lange es sich in seiner naturgcmässen Reinheit zu erhalten wusste. vorhanden war, als Alexandrien mit Gewalt zur Pflege« rinn griechischer Wissenschaft gemacht wurde, beweist genugsam die Richtung des wissenschaftlichen Treibens und die Art des gesellschaftlichen Lebens in Alexandrien. So wichtig auch dieses für die geistige Entwicklung der es fur ein bestimmteres Yerhältniss Egyptens zu Griechen Beide blieben nach dieser Zeit einander getrennt gegenüber stehen, und selbst die Aehnlichkeit ihrer Schicksale in neuerer Zeit wirkte eher trennend, als dass sie eine gegenseitige Annäherung be gründet hätte. der nordafrikanischen Küste, welche, zum Theil selbst griechischen Ursprungs, bei ihrer Entwicklung durch be stimmtere Beziehungen zu den afrikanischen Nachbar staaten, und den Arestlich -europäischen Küstenländern des mittelländischen Meeres, griechischer Art und Weise nach nnd nach entfremdet wurden. Ganz anders gestalteten sich dagegen Griechenlands Verhältnisse zum Osten. bindung mit der asiatischen Westküste, Ursprung, grosse Erinnerungen aus einer thatenreichen Vorzeit, Alles, was eine gegenseitige Beziehung zwischen Län dern und Völkern fest begründet, wiess die Griechen fast zu jeder Zeit auf den Orient hin, und machte den Gang ihrer Bildung und ihrer Geschichte in vieler Be Der Mangel an Nach richten über die früheste Bildungsgeschichte Kleinasiens lässt uns freilich über den Einflusa kleinasiatischer Staa ten auf Griechenlands Urgeschichte, so wenig er geleug Er ist verbürgt durch die mannigfachen Berührungen zwischen beiden in der Zeit, Gewissheit Griechisches Leben erhielt von Kleinasien aus

Denn dass diese schon nicht mehr

so

Menschheit im Allgemeinen war,

land von Bedeutung werden.

wenig konnte

Gleiches gilt von den übrigen Staaten

Nicht nur die natürlichste Ver

sondern auch

Verwandtschaft des Geistes und

ziehung von diesem abhängig.

net werden kann, im Dunkel.

über welche uns

geben.

geschichtliche Denkmale

und ziehung von diesem abhängig. net werden kann, im Dunkel. über welche uns geben. geschichtliche Denkmale

der Sitte,

seine kräftigste Anregung, und fand, in Kolonien dabin verpflanzt, eine freie Empfänglichkeit und eigentümli che Ausbildung. Unter dem schnellen Wechsel verschie denartiger Schicksale hat selbst in neuerer Zeit dauernder Verkehr den Länder auf einander erhalten; fanden doch die letzten Trümmer des in sich selbst zerfallenen griechischen Kai serreiches, als es zu Anfange des dreizehnten Jahrhun derts die Beute abendländischer Ritter wurde, zu Nikea und Trapezunt Schutz und neue Pflege; und selbst das Jahrhunderte lange Unglück, welches die europäischer Bildung ganz fremden Osmanen von dieser Seite über Griechenland brachten, konnte bei seinen jetzigen Bewoh nern die einmal entschiedene Neigung zu der Bildung Vielleicht könnte man die vorherrschende Empfänglichkeit für diese, im Wider streite mit der moralisch notwendigen Abneigung gegen die Osmanen, bei den Neugriechen als Hauptgrund je ner Unbestimmtheit und Characterlosigkeit betrachten, welche sie uns bis auf die neuesten Zeiten in einem Zu stande geistiger und politischer Erniedrigung erschei nen lässt. Eben

die der südlicheren Westküste Man hält vielleicht nicht mit Unrecht die Phöniker in Bezug auf die Aus bildung des Staatslebens für Vorläufer der Griechen, wenn gleich die Phöniker noch mehr auf ein religiöses Princip die Formen ihres Staatsorganismus zurückführ ten, was sich vorzüglich in dem Nationalheiligthuine dee Fehlte dann später den Verbindungen Griechenlands mit diesem Theile der asiatischen Westküste der eigentlich politische Cha racter, che die Griechen mit den Bedürfnissen, Genüssen und Annehmlichkeiten des orientalischen Lebens in dauernder Bekanntschaft erhielten, einen desto bestimmteren Ein fluss auf die Gestaltung des inneren Lebens der Bewoh ner von Griechenland, welche für die Umwandlung des

ein

gegenseitigen Einfluss beider

für die Umwandlung des ein gegenseitigen Einfluss beider des Orients nicht vertilgen. so lassen hungen Griechenlands

des Orients nicht vertilgen.

gegenseitigen Einfluss beider des Orients nicht vertilgen. so lassen hungen Griechenlands zu sich bestimmteren Bezie

so

lassen

hungen Griechenlands zu

sich

bestimmteren Bezie

Asiens in allen Zeiten nachweisen.

Herknies zu Tyrus auszusprechen scheint.

so gewannen sie als Handelsverbindungen, wel

Asiens in allen Zeiten nachweisen. Herknies zu Tyrus auszusprechen scheint. so gewannen sie als Handelsverbindungen, wel

63

Volkscharacters im Allgemeinen in gleichem Grade an Wichtigkeit zunehmen mnsste, in welchem das öffentli che, loren ging.

' Diese kurze Angabe der allgemeinsten Beziehungen in den gegenseitigen Verhältnissen Griechenlands zu den es umgebenden Ländern Durchfuhrung im Einzelnen Erläuterung und Bestätigung finden. allgemeinen Ansicht von der Entwicklung der griechi schen Geschichte, die auf die Beantwortung der zwei Bezug habenden Bemer kungen über Griechenlands natür/ic/te Betchajfeiiheit an tich folgen.

ten oben aufgestellten Frage

Für jetzt mögen, zur festeren Begründung der

wird bei der geschichtlichen

als bestimmendes Motiv, ver

politische Leben,

Je mehr Griechenland durch seine natürliche Be grenzung zur Einheit in Bildung und Lebensweise sei ner Bewohner bestimmt zu seyn scheint, desto auffallen der ist die Erscheinung, dass sein natürlicher Zustand im Innern der Einheit geistiger und formeller Entwick Nur wenn wir beides, die natürliche Begrenzung Griechen in gegenseitige Beziehung zu einander bringen, wird es sich erklären, lassen, warum die erstere nicht immer ihrer natürlichein Bestimmung, als Schutzwehr freier Eigentümlichkeit im Leben des Staates und der Familie, entsprochen hat. Verschiedenheit der Interessen, natürliche Folge ver schiedener örtlicher Verhältnisse, und die dadurch her beigeführte gegenseitige Abneigung der einzelnen Land schaften nach aussen fast zu allen Zeiten unmöglich. Zwei Dinge wirkten in dieser Beziehung entscheidend: die Bildung der dieser zum grossen Theil abhängigen klimntiac/ten Verhältnwe. Griechenland, in weiterer Bedeutung, ist durch die Natur in drei Theile getheilt, von denen jeder geeignet scheint,

Oberfläche des griechischen Festlandes, und die

gegeneinander, machte die thätliche Einheit

lands und seine innere Beschaffenheit,

lung

legt.

unüberwindliche Hindernisse in Weg

unabhängig von den andern, ein eigeiithümli

seine innere Beschaffenheit, lung legt. unüberwindliche Hindernisse in Weg unabhängig von den andern, ein eigeiithümli

Die Berg, kette des Oeta und Pindus trennt Thessalien und die nördlicheren Theile dem eigentlichen, oder Mittel- griechenland, während der südliche Theil, die pelopon- übrigen Festlande durch den korinthischen Meerhusen getrennt, ein in sich abge schlossenes Ganze bildet. Inseln, so sehr sie auch durch ihre Lage in näherer Be ziehung zu einem der drei Hanpttheile des Festlandes stehen, können Ganzen, welche mehr individuelle Entwicklung begün stigt, als das Bedürfniss gegenseitiger Annäherung er regt, ebenfalls nur als fur sich bestehende Theile be trachtet werden. birgsland ist, so bilden sich von selbst eine Menge klei ner Landschaften, welche natürlich begrenzt, zur Bil dung selbstständiger Gemeinwesen am geeignetsten schei nen. der vorhandenen sind Hügelreihen durchflössen, wcl- ' che mit den Höhenzügen der benachbarten Gebirge in Verbindung stehen. Thessalien, dann in Böoticn um den See Kopais und in dem Flussgebiete des Asopus; in Attika die Gegenden ron Athen und Eleusis, die Thriasische Ebene und die durch den Sieg über die Perser ewig denkwürdige Mara thonische. Für den Peloponnes erhalten die kleinen Ebe nen um so mehr Bedeutung, je mehr sich hier die Ge birge zusammendrängen; Erwähnung verdienen hier die Hochebene des heutigen Tripolizza, die alte Arkadische und Mänaliscbe Ebene, die Niederungen des sogenann die in Argolis die Gegend Argos; lichsten Theile das Flachland um den Ursitz der messe nischen Könige, Stenyklaros, und die spartanische Ebe i Der schnelle Wechsel dieser an sich unbedeutenden Thalebenen mit den znin Theil beträchtlichen Hochge birgen begründet zugleich den so auffallenden Contrast klknatitcher Verhiilinitto in Griechenland, der sich in

ches Leben In Bich entwickeln zu können.

nesische Halbinsel, dem

Die grösseren und kleineren

bei der natürlichen

Getrenntheit des

Da Griechenland grössten Theils Ge-

Grössere Ebenen fehlen gänzlich, und die meisten

Die bedeutendsten Ebenen sind in

ten bohlen Elis, in Achaja

Paträ;

Ebene beim heutigen

in dem süd

ne in Lakonien.

Die bedeutendsten Ebenen sind in ten bohlen Elis, in Achaja Paträ; Ebene beim heutigen in dem

keinem Lande ähnlichen Umfange wiederfindet. Denn wenn auch die Bemerkung Hero dot's, dass, indem die äusser- etenTheile der Erde die schönsten Gaben der Natur erhal ten, Deilas hei weitem das schönste Klima zu Thcil ge worden sey, in so fern wahr und begründet ist, als die im Allgemeinen über Griechenland herrschende Wärme, welche durch frische Bergluft und den Einfluss der na hen Meere gereinigt und gemässigt wird, Geist und Kör per freundlich anspricht, und ihre freie Entwicklung zu narurgeinässer Vollendung fördert, so sprechen doch so wohl die Andeutungen alter Schriftsteller, als auch die Bemerkungen neuerer Beisenden dafür, dass sich die höheren Gebirgsgegenden durch unfreundliche Kälte, und die tieferen, eingeschlossenen Thäler durch unge sunde, schnellem Wechsel unterworfene Luft auszeich nen. Verhältnisse auf der Halbinsel des Peloponnes, welche durch die schroffsten Gegensätze von Höhenzügen und Thalebenen in der Bildung ihrer Oberfläche characteri- sirt ist. Klima Lakonien selbst kälter und rauher, als im nördlichen Hellas. Reisenden sieht man in Morea in einem Monate drei in Messenien Sommer, und in Arkadien Winter in dem ei nen Monat März zusammenfallen. Dass sich bei so grosser Verschiedenheit klimati scher Verhältnisse, selbst in einem Lando von geringein Umfange, characteristische Verschiedenheiten der Be wohner erzeugen, ist eine nothwendige Folge natürlicher Ursachen. des Klimas auf die Aeusserungen der menschlichen Gei der Entwicklung den Einwirkungen äusserer Verhältnisse ganz entzogen seyn dürften, zu hoch angeschlagen, so lässt sich doch Oertlichkciten für die formelle Bildung des Volkslebens von hoher Wichtigkeit sind, dass diese formelle Bildung in beständiger Wech selwirkung zu dem Geiste, der sie belebt, stehen muss,

Am auffallendsten ist dieser Contrast klimatischer

Die Schneegebirge des Taygetos machen das

Nach den Versicherungen neuerer

Jahreszeiten vereint, indem

in Lakouien Frühling,

Denn hat man auch bisweilen den Einfluss

steskräfte, die aúf gewissen Punkten

nicht leugnen, dass Klima und

5

Frühling, Denn hat man auch bisweilen den Einfluss steskräfte, die aúf gewissen Punkten nicht leugnen, dass

und auf diese Weise klimatische und örtliche Verhält nisse als wesentliche Bedingungen der Verschiedenheit So bestimmt, um nur auf das Nächstliegende hinzudeuten, die Kleidung be. dingt die Art der Bedürfnisse, die Bedürfnisse die Be und diese geben eben dem Geiste des Volkes seine individuelle Richtung. Gleiches gilt bei den zur Erhaltung nöthigen Mitteln, welche, als Erzeugnisse des verschiedenen Bodens und klimatischen Einflusses, verschiedene Pflege und verschiedenen Ge nuas bedingen. Dass in Griechenland eine durch dergleichen Ver hältnisse bestimmte Verschiedenheit der Bewohner in den einzelnen Landschaften zu einer Zeit stattgefunden, wo der naturgemässen Ausbildung individueller Eigentüm lichkeiten keine äusseren Hindernisse im Wege standen, ist durch die Denkmale griechischen Alterthums jeder Art genugsam erwiesen. linter dem Einflüsse wechselnder Schicksale bis auf un sere Zeiten erhalten hat, und jetzt bei der neuerworbe nen Selbstständigkeit des griechischen Volkes, selbst mit dem Grade der zur eigenthümlichen Entwicklung ge statteten Freiheit im gleichen Verhältnisse wieder stei Auch geben schon die Alten, ausser dem allgemeinen Unter schiede dorischer und ionischer Eigentümlichkeit, ge wisse characteristische Merkmale der einzelnen Yölker- stämme Griechenlands an. Die Aetoler, eingeschlossen in wilden Bergwäldern, gelten ihnen als wild und räu berisch; die Böotier, durch ihre Gestalten vor den übri gen ausgezeichnet, für gross am Körper aber klein am Geiste; tig; die Arkader als einseitig, unbeholfen und beschränkt, als ihre Heerden zu hüten, und auf der arkadischen Syrinx zu blasen, worinn sie jedoch erst in späteren Jahren einige Fertigkeit er langten,

in den Volkscharacteren betrachtet werden können.

das Klima die Kleidung des Volkes,

schäftigungen des Lebens,

Dass sie sich in ihren Grundzügen

gen dürfte, liegt in der Natur der Sache selbst.

die Thessaler als sarkastisch und schmähsüch

indem sie zu nichts fähig wären,

uud selbst unter den Attikern wird bloss den

Thessaler als sarkastisch und schmähsüch indem sie zu nichts fähig wären, uud selbst unter den Attikern

Atheniensern das Lob einer vielseitigen Bildung gege ben. nen Urtheile, durch Zeugnisse alter Schriftsteller entge gengesetzter Art, etwas beschränkt werden dürften, so zeugen sie doch genugsam dafür, dass die Phantasiege bilde dem idealisirten Leben einzelner griechischer Vülkerstämme der falschen Autfassung des griechischen wo man eich an die Stelle jener erhabenen Schönheit, wel che das natürliche Erzeugniss hellenischer Anmnth und Thatkraft war, den verfeinerten Genoes eines thatenlo- sen Lebens und ein passives Hingeben an unbestimmte Gefühle ohne Kraft und höheren Zweck träumte. Schwieriger ist es freilich, in späterer Zeit, wo die Beimischung fremdartiger Elemente der Bevölkerung Griechenlands überhaupt einen unbestimmten Character gab, für die Bewohner einzelner Landschaften bestimmt Es durfte nach Auflösung der alten Verhältnisse und gegen seitigen Beziehungen langer Zeit, ehe die als schroffe Gegensätze sich gegenüberstehenden Elemente einer neuen Bevölkerung zu befriedigender Ausgleichung gelangen mochten. Wo sich unter der Herrschaft der Börner und während der byzantinischen Kaiserzeit Beste der alten Be völkerung erhalten hatten, trennten Hass, Leidenschaft und schenden Stamm von dem beherrschten, ohne dass da durch etwas für die Erhnltung nationeller Eigentümlich keit gewonnen wurde. flüsse unwillkürlicher wechselseitiger Mitteilungen in Sitte und Art; und an ihre Stelle trat, nachdem die besseren Kräfte des Volkes unter dem Drucke schwerer Verhält nisse erschöpft waren, jene geistlose Gleichgültigkeit, welche die Bewohner Griechenlands zur Zeit des byzan tinischen Kaiserreichs characterisirt. Was in dieser Zeit als Kraftäusserung des griechischen Volkes erscheint, war viel mehr das Erzeugniss gereizter Leidenschaftlich keit, die, hervorgegangen aus dem Gefühle der Schwä

Wenn nun auch diese etwas zu allgemein gehalte

Alterthums in späteren Jahrhunderten angehören,

unterscheidende Merkmale angeben zu wollen.

be

Erinnerung an gegenseitige Gewaltthat den

herr

Diese verschwand unter dem Ein

5*

Merkmale angeben zu wollen. be Erinnerung an gegenseitige Gewaltthat den herr Diese verschwand unter dem Ein

che, eich selbst vernichtend wirkt, als ein im Bewusst- seyn der Kraft begründetes Streben, eelbstständig zu zeigen. Hatte die bereits zu einer Masse verschmolzene Bevöl kerung Griechenlands sich zur Zeit der Unterwerfung unter die Herrschaft der Osmanen als Nation durch kräftigen Wi derstand geltend machen sollen, so trat vielmehr die na türliche Empfänglichkeit der Neugriechen für die Genüsse des Orients als vermittelnd hervor, und so finden wir, dass der characteristische Unterschied zwischen beiden Yölker- stümmen durch gegenseitige Annäherung, keineswegs zum Yortheile der Unterworfenen, sehr gemildert wurde. die durch ihre Entfernung und ihre Lage vor fremdem Ein flüsse mehr gesichert waren, und auf den Inseln konnte sich ein in alter Kraft, halten, lebte, ster Zeit, auch in den ihrer Nation mehr entfremdeten Theilen der neugriechischen Bevölkerung, neu belebt wurde und sich zur Herstellung nationellcr Selbstständig keit in T baten äusserte.

sich als Nation

Nur in den Theilcn des griechischen Festlandes,

alter Sitte getreuer Stamm er

in welchem ein bestimmtes Natiouolgefühl fort

durch den Gang der Ereignisse in neue

bis es,

Es ergiebt sich nach diesen wenigen Bemerkungen das Verhältniss, in welchem Griechenlands natürliche Betchaß'enheit zu seiner geittigen und polititc/ten Ent die Diess gilt nicht bloss für die sondern auch Gab bei der Abgeschlossenheit des Ganzen die natürliche Ge trenntheit im Innern der menschlichen Thätigkeit eine so reichen Natur und frei von störendem Einflüsse von aus sen, Zweige geistiger Bildung erzeugte, so hob sie zu glei cher Zeit durch die nothwendige Getrenntheit des politi schen Lebens die Einheit des Geistes und der Kruft auf, welche nöthig gewesen wäre, um die Erhaltung dessen*

wicklung steht,

von selbst.

dingung der letzteren.

Jene

ist

Zeit seiner Grösse und

seines Glanzes,

Grundbe

für die seines Verfalls und seiner Erniedrigung.

welche unter der Gunst einer

vielseitige Richtung,

schnelle Entwicklung Vollendetes in jedem

durch

seiner Erniedrigung. welche unter der Gunst einer vielseitige Richtung, schnelle Entwicklung Vollendetes in jedem durch

was man in freier Selbstständigkeit gewonnen hatte, zum ' gemeinsamen Interesse zu inachen, und in späterer Zeit, in stimmteren Gegensatz zu den übrigen Ländern Europas brachte, seine politische Existenz und nationeile Eigen tümlichkeit zu schützen. Dem griechischen Leben fehlte ein solcher Gegensatz in der Zeit seiner freiesten Ent wicklung; dieser Mangel begründete zwar seine wesent liche Schönheit, aHein er benahm zugleich die Möglich keit ihrer selbstständigcn Dauer unter den Einwirkungen veränderter Verhältnisse. Wenn wir daher Griechenlands natürliche Bestim mung, bedingt von seiner Lage und physischen Beschaf fenheit, an sich betrachten, so war wohl kein Land so sehr geeignot, schaftlichen und politischen Lebens neben den schönsten zn nähren und zu pflegen; es hat diese Bestimmung er reicht in der Zeit seiner Grösse, und diese Grösse ward eben dadurch vernichtet, dass seine spätere Geschichte Denn wenn auch die Nachwelt, in dem Glauben, von den Grie chen sey die höchste Bildung erreicht worden für alle Jahrhunderte, mit Bewunderung nach jenen Zeiten des Ruhmes und der Grösse des griechischen Volkes hin- ckt, so drängt sich doch dem unbefangenen Beobach ter die Frage auf:

nicht jener natürlichen Bestimmung entsprach.

Bluthen des menschlichen Geistes hervorzurufen,

als der Gang der Weltgeschichte Griechenland

be

die reichste Mannigfaltigkeit des gesell

hat Griechenland das erreicht, was

konnte, und hat es durch seinen kurzen

es erreichen Glanz im Alterthume seine Bestimmung für die Weltge schichte erfüllt? ausserhalb der Grenzen geschichtlicher Forschung, und kann sich bloss auf den Wunsch beschränken, dass Grie chenland im Mittelalter hätte höher stehen, und in den letzten Jahrhunderten ein besseres Schicksal erfahren mögen. Doch vielleicht mag auch dieses für seine schön ste Bestimmung gelten, dass seine frühe Grösse, selbst vernichtet, für alle Zeiten unsterblich blieb, und seine Bil dung noch in späten Jahrhunderten ein Gemeingut aller Völker ist, welche für sie empfänglich sind.

Die Antwort hierauf liegt eigentlich

Jahrhunderten ein Gemeingut aller Völker ist, welche für sie empfänglich sind. Die Antwort hierauf liegt eigentlich

Es ist wahr, Griechenland war nicht geschickt, der Gewalt materieller Kraft eine gleiche Kraft in erzwun gener Einheit entgegen zu stellen; was es erreicht hat, beruhte aber auch nicht auf dieser, und ward nicht durch diese erreicht. durch sich selbstständigcn Geiste, der das griechische Alterthum belebte, jede materielle Kraft für die höheren Zwecke geistiger Schönheit fruchtbar zu machen wusste, und, gleichsam unsterblich, selbst über den Trümmern Dieser Geist war es eben, welcher die schönsten Bliithen des griechischen Lebens, die Kunst und Wissenschaft, noch lange nach dem Un tergange der politischen Kraft und Selbstständigkeit der griechischen Staaten, in gleicher Vollkommenheit und neubelebter Entwicklung erhielt. Dieser Geist, keiner materiellen Gewalt unterthan, ward selbst von den Be- siegern Griechenlands mit Eifer erfasst, auf eine eigen tümliche Weise gepflegt, und auf die späte Nachwelt Ubertragen, wo er sich, obgleich oft verkannt, und auf ihm ganz fremdartige Verhältnisse angewendet, unter den Stürmen der Jahrhunderte bis zu einer Zeit erhielt, in in passender Anwendung das, was er erschuf, Kunst und Wissen schaft, durch ihn neu zu beleben, und ihn in der jugend lichen Frische seiner Wiedergeburt hinüberzutragen auf das Land seines Ursprungs und seiner ersten, schönsten Entfaltung. Hierinn liegt Griechenlands höhere Bedeutung für die Weltgeschichte. Länder der Erde, und durch diese gross zu seyn in der Geschichte der Menschheit, war nie Griechenlands Be aber geistig; sollte es herrschen, und diese Herrschaft, nicht vergäng lich wie jene, der Zeit und des Raumes, hat es behauptet durch alle Jahr hunderte. Treffend sagt in dieser Beziehung Fr. Schlegelt » )

Vielmehr ging es aus von jenem einzig

ehemaliger Grösse fortlebte.

deren freier Aufschwung

im Stande ist,

ihn

sei

ner ursprünglichen Reinheit zu erfassen,

Gewaltherrschaft zu üben über die

stimmung, und sie konnte es nicht seyn;

sondern gleichsam frei von den Banden

l) Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte.

nicht seyn; sondern gleichsam frei von den Banden l) Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte. I.

I. Bd. S. *<j6.

Nicht die republicanischen Verfassungen, und die schnell vorübergehende Freiheitsepoche der alten Griechen, wel- cber der Bürgerkrieg und die Anarchie auf dem Fusse nachfolgte; und nicht die makedonische Wclterobcrung, die nur von kurzer Dauer war, bestimmen die Stelle, welche die Griechen in dem grossen Ganzen der allge meinen Geschichte einnehmen, und den wichtigen und grossen Antheil, welchen sie an der Entwicklung der Menschheit haben. liehene Antheil war das natürliche Licht der menschli chen Wissenschaft in seiner vollen Ausbreitung und der höchsten Klarheit der künstlerischen Darstellung. Nur hier, in diesem geistigen Gebiete, haben sie eine aus serordentliche Kraft gehabt, und sind sie eine grosse Macht in der Welt durch alle Jahrhunderte gewesen, Plato und Ari der Grosse, das ist ungefähr der kurze Inbegriff und we- sentliche Gehalt alles dessen, was von den Griechen dauernd und fortwirkend auf die Nachwelt übergegan- gen ist; die classische Grundlage dieser griechischen Wissenschaft in der allgemeinen Geistesbildung, der Schönen Kunst, und besonders der herrlich belebenden alten Poesie, wie es sich versteht, mit dazu gerechnet."

Dieser ihnen beschiedene und ver

und auch für die Nachwelt geworden.

stoteles weit mehr,

als Leonidas

und Alexander

Nach dem Bisherigen lässt sich leicht erkennen, in wie fern Griechenlands Lage und physische Beschaffen heit fur die Gestaltung seiner Geschichte und Bildung im Alterthume und in der Zeit seines Verfalls von Be deutung war, wie sie wesentlich dazu gewirkt haben, Griechenland in die angegebene Beziehung zur Weltge schichte zu bringen, und wie überhaupt Glück und Un glück, Grösse und Erniedrigung des griechischen Volkes Allein gehen wir von der Vorzeit auf die nächste Vergangen so erscheint auch Grie chenlands Lage und natürliche Beschaffenheit in Bezie hungen, stimmtheit hervorgetreten und erkannt worden sind.

Je

durch die Natur seines Landes befördert wurde.

heit und die Gegenwart Uber,

die früher wenigstens nie mit so grosser Be

durch die Natur seines Landes befördert wurde. heit und die Gegenwart Uber, die früher wenigstens nie

r-

72

incbr sich nämlich Griechenland / in neuerer Zeit durch Verbindungen aller Art, Handel und geistige Bildung mehr zu dem westlichen und nördlichen Europa hingezo gen fühlte, desto mehr musste es im Verhältnisse zu dea übrigen Staaten von Europa an politischer Wichtigkeit gewinnen. " seine äusseren Verhältnisse zu einem wesentlichen Theile des europäischen Staatensysteins bestimmt, auch durch innere Beziehtingen mit diesem in genauere Verbindung zu bringen, möglich gewesen war, werden, da es, so wenig auch bis jetzt in dieser Bezie hung erreicht seyu mag, als eine Richtung der Zeit in der europäischen Politik gelten kann, den einzelnen Staa ten in ihren gegenseitigen Verhältnissen eine, den inne ren Bedürfnissen entsprechende, äussere Gestaltung zu geben. essen der sicht zu erwartende -Ausgleichung verzögern ; aber eben so natürlich ist es auch, ihr günstig zu eeya scheinen, Hoffnungen und Plane an deren allein durch das Zusammentreffen geeigneter Umstände herbeigeführt werden mag. Als ein solches Ereigniss hat man die all mithl ige Er hebung Griechenlands und sein bestimmteres Anschlüs sen an den europäischen Staatenverein betrachtet; man glaubte, jene gewünschte Ausgleichung, welche selbst durch die politische Umgestaltung Europas im ersten Viertel unseres Jahrhunderts nicht erreicht wurde, durch eine zweckmässige Vereinigung Griechenlands mit dem europäischen Staatensysteme erreichen zu können. Alles was Griechenland in dieser Beziehung gewähren kann, und wodurch es seine hohe Wichtigkeit für das europäi sche Staatensystem gewinnt, beruht auf seiner Lage und den natürlichen Verhältnissen, in welchen es durch diese zu den es umgebenden Ländern steht. Denn was könnte ein Staat, im Innern zerrüttet, ohne Einheit and Kraft, seit Jahrhunderten ausgesogen durch die unnatürliche

Das Bedürfniss, das östliche Europa, durch

als es unter den bisherigen Verhältnissen

musste um so lebhafter gefühlt

Es ist natürlich, dass die widerstreitenden Inter

verschiedenen Staaten jede in dieser Rück

knüpft,

dass mau an Ereignisse, die

Realisirung nicht mit

Gewalt, sondern

verschiedenen Staaten jede in dieser Rück knüpft, dass mau an Ereignisse, die Realisirung nicht mit Gewalt,

73

Habsucht wilder Eroberer, an sich für Schütze bieten, welche seinen Besitz wünschenswerth machten ? Könnte für die unendlichen Anstrengungen, welche seine Eroberung, man gekostet, Ersatz ein den Stufen Thrones, darniedergebeugt von dem Jammer langer Jahr, hunderte, den Trost und das Glück erflehen würde, die kein nicht Math und Kraft hat, diese in sieb selbst zu finden und zu beleben. Dem griechischen Volke ist Allem nöthig, dass es durch moralische Kraft selbst die Natur seines Lan unter allein keine Zeit seiner Geschichte, selbst nicht die seiner kräftigsten Tha- Was Griechenland jetzt, als freier, selbstständiger Staat wer den mag, diese bedingte Stellung im europäischen Staatenvereine} ist bei weitem mehr von den Interessen der Hauptmächte Europas abhängig, als von den Mitteln, die das griechi sche Volk in sich selbst haben mag, sich als Staat un Um so wichtiger ist die welche Interessen knüpfen die Hauptmächte Europas an die politische Umgestaltung des ostlichen Europa nach ihren territorialen Bexie/ - gen zu demselben?

Erörterung der Frage:

ter Staaten geltend zu machen.

ten, kann

kann, wenn es

oder,

Oder ist der Beiz so

gross,

es so nennen will, seine Befreiung,

wohl ein solcher Staat, für die Ströme Blutes,

wenn

gewähren?

Volk zu beherrschen,

das

doch nur

an

des auf sein eignes Unglück gegründeten

ihm selbst

Herrscherwort geben

politischen Einheit,

des überwinde und sich zur

welcher Forin es auch sey, gestalte;

hierzu bestimmte Hoffnungen machen.

seine politische Entwicklung und seine durch

Als allgemeinster Gesichtspunkt tritt hierbei das In teresse des europäischen Handels hervor, welches eben es gleicher Wichtigkeit ist, aber nicht leicht zu einer für alle gleich befriedigenden Ausgleichung gebracht werden kann, au einer Beihe widerstreitender Bestrebungen der Grossmächte Europas Veranlassung gegeben hat, wel che der neueren europäischen Politik characteristisch

dadurch, dass

für die

einzelnen Hauptstaaten von

gegeben hat, wel che der neueren europäischen Politik characteristisch dadurch, dass für die einzelnen Hauptstaaten von

6Íud.

Der europäische Theil dee osmanlschen Reiches,

und besonders Griechenland mit den Inseln des Archi pel, fache Wichtigkeit für die Bedürfnisse und die Richtung Jemehr sich nämlich Ameri ka von Europa unabhängig macht, und je natürlicher es daher ist, dass Europa die durch seine Bedürfnisse ein mal herbeigeführte Abhängigkeit von der neuen Welt aufzuheben suche, desto bestimmter muss sieb die Auf auf jene Tbeile des östlichen Europa richten, welche sowohl durch den Handel mit vaterländischen Producten, als auch durch ihre leichte Verbindung mit Asien und Egypten am meisten geeignet sind, für das, was man unfreiwillig aufgeben musste, Ersatz zu gewähren. Was Venedig zur Zeit der ersten Entdeckungen der Portugiesen und Spanier, als einziges Mittel, sieb als Handclsmacht zu behaupten und seinen Handel dem fort schreitenden Bedürfnisse gemäss zu vermehren, erkannt hatte, nämlich durch die Eröffnung der Laudcuge von Suez eiue leichtere Verbindung mit Asien zu erhalten,1) liegt in neuerer Zeit im Interesse aller derjenigen Staaten, wel chen der fast ausschliessliche Handel Englands mit In dien wicklung erscheinen muss. Mächte, welche Häfen im mittelländischen Meere haben, wie Frankreich, Spanien, die Staaten des südlichen Ita liens und Oestreich, so gilt es nicht weniger in entfern terer Beziehung von denjenigen Binnenstaaten, welche durch natürliche oder künstliche Verbindungen mit den Küstenländern des schwarzen und mittelländischen Mee res leicht in ein bestimmteres Verhältniss gebracht wer den können, so wie die Staaten an den Ufern der Donau, Würtemberg, Baden, Baiern, zu denen dann, durch den

Betrifft dieses zunächst die

gewinnt gerade jetzt durch seine Lage eiue zwei

des europäischen Handels.

merksamkeit der handeltreibenden

Nationen

als wesentliche Beschränkung ihrer freieren Ent

l) Lei Iiisionen» »' accordent à rapporter , que lora de» nouvelle*

découverte» dea Portugaii et dea Espagnole Veniae offrit plusieurs million* au aoudan d'Egypte pour couper à fraia l'ístbme de Sue» par un canal." au dis - neuvième -tiède. Paria, i8ai. p. 12g.

Df.rton Lee Turre dan* la balance politique d« V Europe

un canal." au dis - neuvième -tiède. Paria, i8ai. p. 12g. Df.rton Lee Turre dan* la

oft projectirten Verbindungskanal zwischen Rhein und Donau, die preussischen Rheinprovinzen, selbst Belgien Polen würde durch den Prath und Dniester an dem Handel des mittelländischen Meeres Theil nehmen können; und wenn auch die Ge fahren der Schifffahrt auf dem schwarzen Meere einige Hindernisse in den Weg legen sollten, so könnten diese doch durch eine zweckmässige Verbindung der Flüsse, welche in die Donau fallen, mit denen, welche in das adriatische Meer oder in den Archipel sich ergiessen, grösstenteils vermieden werden. Die Hauptsache bleibt immer, dass die Hindemisse, welche bisher die zweckmässige Gestaltung der Industrie nnd mittelländischen Meeres verzögerten, durch die Grün dung eines selbstetändigen griechischen Staates, und des een Anschliessen an die Interessen der europäischen Po Griechen des Archipel können unter einer zweckmässig eingerichteten Regierung, die vorzüglich darauf sieht, die innere Cnltur des Landes durch ge die Stapelplätze für alle Colonialwaaren werden, welche man bisher mit grösseren Kosten entfernteren Gegenden bezog; Baumwolle nnd Seide; Kaifee Arabien; Zucker die Ufer des Nil; und der Handel mit Ostindien kann auch ohne des rothen, über Egypten geführt werden, wenn man einmal in Griechenland einen bestimmten Anhaltepunkt für den europäischen Verkehr in jenen Gegenden gewonnen hat, welchem aus man auf die Nachbarländer einwirken nnd mit ihnen sichere Verbindung unterhalten kann.

und Holland kommen könnten.

des Handels in den

östlichen Küstenländern des

litik, wenigstens zum Theil entfernt werden.

land nnd

die Inseln

schickte Benutzung seiner Hilfsquellen zu heben,

Griechenland selbst, Egypten und Syrien geben

mittelländischen Meeres mit dem

die Verbindung

Gehen wir nach diesem allgemeinen Gesichtspunkte auf die Interessen der einzelnen Staaten über, so ist es Rutslandy welches von jeder Veränderung der politischen am Nicht allein Gleichheit der Religion, welche Grie

Verhältnisse im östlichen Europa

meisten berührt

wird.

politischen am Nicht allein Gleichheit der Religion, welche Grie Verhältnisse im östlichen Europa meisten berührt wird.

Glien und Russen einander näher bringt, und nicht je ner unversöhnliche Nationalhass zwischen Russen und' Osnianen, welcher durch wiederholte Kriege seit einem Jahrhunderte genährt, nie ein sicheres friedliches Ver- hältniss zwischen beiden Völkern erwarten lässt, bestim men Russian ds Antheil an den Schicksalen Griechenlands. Das innere Redürfuiss, dem Staate eine seiner Grösse und schaffenden Kraft angemessene Wirksamkeit nach aussen zu geben, und durch diese die Bildung zu heben, gibt Russland die entschiedene Richtung nach dem Sü den, welche es so lange verfolgen muss, bis es in dieser Viele sei ner unerinesslichen Ländereien, die, ihrer Natur nach auf sich selbst beschränkt, ausser allem Verkehre bleiben müssen, sind für seine politische und geistige Entwick sehr geringer Redeutung. Für diese muss es Ersatz suchen im Süden, um seiner Civilisation und seinem Handel die dem Ganzen ange messenen Erweiterungen geben zu können. Schon Peter der Grosse hatte richtig erkannt, dass Russlands Macht auf der Erweiterung seiner Grenzen nach Süden hin beruhe; und alle Reherrscher Russlands, seit dem Anfange des letzten Jahrhunderts, deren Geist gross genug war, Plane zu fassen, welche der Grösse ihres Reichs entsprächen, haben diese Richtung verfolgt. aber noch fehlt dem Russlands Handel kann sich sieht frei entwickeln, so lange es bloss in dem Besitze ist, welche werden müssen; und dieses ist der Fall mit den vier Das weisse Meer ist den grössten Theil des Jahres hindurch nicht zugänglich, ist der Weg von Archangel durch dieses Meer nach dem als dass er für den Handel mit Vortheil benutzt werden könnte* Das baltische Meer ist durch den Sund geschlossen, und seiner Natur nach wenig geeignet, einen ausgebrei teten Handel zu sichern; die Newa, die Düna bei Riga

Weltmeere zu weit und zn beschwerlich,

Reziehung seine Zwecke erreicht haben mag.

lung als Gesammtstaat von

Viel ist bereits erreicht worden;

Werke die Vollendung.

solcher Meere