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Vor Zeitschrift für Stadterneuerung in Prenzlauer Berg und Pankow Ort 20.Jahrgang. April 2011 Laut Klubs
Vor Zeitschrift für Stadterneuerung in Prenzlauer Berg und Pankow Ort 20.Jahrgang. April 2011 Laut Klubs

Vor

Zeitschrift für Stadterneuerung in Prenzlauer Berg und Pankow

für Stadterneuerung in Prenzlauer Berg und Pankow Ort 20.Jahrgang. April 2011 Laut Klubs in der Bredouille

Ort

20.Jahrgang.

April

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Klubs in der Bredouille

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Konflikt hinter Kulissen

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Gedenken an Filmstadt

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Die Redaktion behält sich das Recht vor, Leserbriefe im Fall ihrer Veröffentlichung zu kürzen. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte wird keine Verantwor- tung übernommen. Die mit dem Namen des Autors ge- kennzeichneten Beiträge geben nicht immer die Meinung von Redaktion und Herausgeber wieder.

Energieberatung Prenzlauer Berg

Schönhauser Allee 63; 44 04 25 68 www.energieberatung-pb.de Email: info@energieberatung-pb.de

Kieztreff

Gleimviertel

Kopenhagener Straße 50, Dienstag und Mittwoch 15 bis 20 Uhr, Samstag 10 bis 15 Uhr, 44 12 459, Email: kieztreff@gleimviertel.de

BSR-Recyclinghof

Prenzlauer Berg: Behmstraße 74 Montag bis Freitag 9 bis19 Uhr; Sonnabend 7 bis 14.30 Uhr

Heinersdorf: Asgardstraße 3 Montag bis Mittwoch u. Freitag 7 bis17 Uhr; Donnerstag 9.30 bis 19.30 Uhr; Sonnabend 7 bis 15.30 Uhr

»Vor Ort«

im Internet

www.vorort-redaktion.de

Die

Zweite

Seite

Geförderte

Hofbegrünung

Auch im Jahr 2011 wird die Begrünung von Innen- höfen in Prenzlauer Berg vom Bezirksamt Pankow im Rahmen des 100-Höfe- Programms unterstützt. Das Grundstück für das ein Förderantrag gestellt wer- den kann muss in einem der beiden Sanierungsge- biete Helmholtzplatz und Teutoburger Platz oder im Geltungsbereich des Landschaftsplans IV-L-3 »Gründerzeitgebiete Prenzlauer Berg« liegen. Die Anträge können bis zum 31. August dieses Jah- res bei der S.T.E.R.N. GmbH eingereicht werden. Insge- samt stehen 3.600 EUR zur Verfügung, die Maximal- förderung je Hof beträgt 600 EUR. Teilnahmebe- rechtigt sind Eigentümer genauso wie Mieter oder Kiezvereine. Pankows Be- zirksbürgermeister Matthi- as Köhne nennt als Ziele des Wettbewerbs die Ver- besserung der stadtökolo- gischen Situation und der Erholungsmöglichkeiten

auf privaten Grundstük- ken, ein verbessertes Stadtbild, aber auch die Stabilisierung des Arten- reichtums in der Innen- stadt. »Darüber hinaus«, so Köhne, »schafft der Wett- bewerb einen Rahmen für nachbarschaftliche Begeg- nungen und Kontakte«. Am 2. November 1999 hat- te das damalige Bezirks- amt Prenzlauer Berg das 100-Höfe-Programm initi- iert. Bislang wurde mit sei- ner Hilfe die Neugestal- tung von insgesamt 54 Höfen gefördert. An- sprechpartnerin für weite- re Informationen und die Wettbewerbsunterlagen ist Monika Schröder ( 44 36 36 30).

Geschichte und Geschichten

Mit Vorträgen der Journali- stin Hannelore Sigbjoern- sen zum Wirken des Kul- turbunds in Prenzlauer Berg am 16. April sowie des Vor Ort-Redakteurs Hartmut Seefeld zum The- ma »Von der Mietskaserne

zum Edelloft: Umbrüche in Prenzlauer Berg ab 1990« am 14. Mai wird im Rah- men einer Kooperation von Rohnstock Biografien und der Volkshochschule Pankow die Veranstal- tungsreihe »Geschichte und Geschichten vom Prenzlauer Berg« fortge- setzt. In neun Vorträgen zwischen Herbst 2010 und Juni 2011 bekommen Neu- und Altbewohner die vielfältigen Facetten ihres berühmten Stadtteils ver- mittelt. Die Hintergründe für die Entstehung der Mietskasernen werden ebenso beleuchtet wie die Herausbildung einer italie- nischen Kolonie an der Schönhauser Allee oder die Geschichte des Wein- baus. Ergänzt werden die Referate durch Exkursio- nen sowie Begegnungen mit Zeitzeugen. Die Kurse finden samstags von 11 bis 15 Uhr bei Rohnstock Biografien, Schönhauser Allee 12 (Eing. Saarbrücker Straße) statt. Weitere Infos zur Buchung bei der VHS ( 90 29 51 700) oder Rohnstock Biografien ( 40 50 43 30).

aufgelesen

aufgelesen

aus: »Blühende Landschaften« von Peter Richter, Goldmann Verlag 2004

)Außerdem (

sogar für sächsische Ver- hältnisse unvernünftig viel Kaffee, und den grundsätzlich schwarz. Auf Mitmenschen, denen aufgeschäumte Milch und aufgeschäumte Le- bensverhältnisse wichtig sind, wirke ich deshalb möglicherweise manch- mal wie ein schlecht durchlüfteter Tatortkom-

missar. (

können die westdeut- schen Dachgeschossdep-

trinke ich

)

Von mir aus

pen in Ostberlin, wo ich heute wohne, auch Au- stern schlürfend über die

Straße rennen. Mein Fin- gerfood heißt wieder Bockwurst. ( )

) (

T. ist ein Bekann-

ter, der aus Bayern nach Berlin kam – aber nicht wie normale Leute, die in die Hinterhöfe Ostberlins ziehen, weil sie dort ein abenteuerlicheres Leben als zu Hause in West- deutschland vermuten. T. macht angenehmerweise

überhaupt keinen Hehl daraus, dass er nur des-

halb gekommen ist, um

dort zu sein, wo auch alle anderen sind, die den

Ton angeben. (

wünscht sich, dass Berlin zu einem »deutschen New York« wird, oder zu-

mindest die Schönhau- ser Allee zu einer preußi- schen Maximilianstraße. Mir dagegen wäre es lie- ber, wenn die Mieten hier so blieben, wie sie sind. ( )

)

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Das

Thema

Das Thema ©Hartmut Seefeld Seit bald zehn Jahren dauert der Streit zwischen Bezirk und Eigentümer um

©Hartmut Seefeld

Seit bald zehn Jahren dauert der Streit zwischen Bezirk und Eigentümer um dieses Grundstück an der Sredzkistraße 59 an.

Auf eigenes Risiko

Trotz Enteignungsverfahren will ein Investor am »Kolle« bauen Von H. Seefeld

So schnell wie der Bautrupp kam, so schnell war er auch wieder ver- schwunden. Die Männer rammten ein paar Pflöcke in den Boden und nagelten ein Schild mit der Aufschrift »Neubau eines Wohn- und Atelierge- bäudes« daran fest, buddelten ein paar Löcher in die Erde und stellten einen Container hinter dem Zaun ab. Fertig ist die Baustelle an der Ecke Sredzkistraße 59/ Rykestraße 38. Ganz formvollendet hat der Eigentü- mer, die Hamburger Ernst G. Hach- mann GmbH, beim Bezirksamt auch den Baubeginn angezeigt. Dort kann man sich über die Aktivitäten aller- dings überhaupt nicht freuen. »Es ist ein altes Sanierungsziel, hier einen Spielplatz zu bauen«, sagt der Pankower Bürgermeister Matthias Köhne. Es ist sogar ein sehr altes Ziel, denn bereits 1994 hatte der Bezirk den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan mit genau diesem Wunsch gefasst. Schon damals be- fand sich das Grundstück in Privatbe- sitz. Spätestens 2002, der Kollwitz- platz war längst hipp, tat der Eigentümer kund, dass er hier gern ein Wohn- und Geschäftshaus bauen würde. Angesichts der Brache habe

der Bezirk wohl doch kein richtiges Interesse an einem Spielplatz. Tat- sächlich wurde in den acht Jahren weder der Bebauungsplan rechtsver- bindlich festgesetzt, noch lag das für den Bau des Spielplatzes notwendige Geld bereit. Das war auch noch so im Januar 2008, als der Eigentümer nach diversen juristischen Scharmützeln einen ersten Sieg in Form einer Baugenehmigung davontrug. Doch dessen Freude darüber währte nur kurz, denn noch lag die 525 m² große Fläche im Sanierungsgebiet Kollwitz- platz. Somit war zusätzlich auch noch eine sanierungsrechtliche Genehmi- gung zum Bauen notwendig, die der Bezirk mit Verweis auf die Spielplatz- idee verweigerte. Spätestens 2009 sollte das Quartier aber diesen Status verlieren, und so war dann nach 14 Jahren Verfahrenszeit Eile geboten, zumindest eine Veränderungssperre zu verhängen. Am 16. Dezember 2008, sechs Wochen vor Aufhebung des Sanierungsgebiets, konnte Voll- zug gemeldet werden. Und da der Eigentümer noch immer nicht gewillt war, von seinem Vorhaben Abstand zu nehmen, beantragte das Bezirksamt im März 2009 bei der Enteignungsbe-

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hörde des Senats die Einleitung eines Enteignungsverfahrens. Doch nun markieren Bauschild und Baucontainer die Inbesitznahme des Grundstücks durch den Noch- immer-Eigentümer. Ermutigt dazu wurde man durch eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts, das zwar die Baugenehmigung für ungültig erklär- te, nicht aber den zuvor erteilten positiven Bauvorbescheid. »So ein Vorbescheid hat den Charakter einer Baugenehmigung, er ist nur nicht so detailliert«, sagt der Stadtrat für Stadtentwicklung, Michail Nelken. Viel mehr möchte er dazu nicht sagen. Auch beim Eigentümer hält man sich bedeckt. Ein Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, verweist auf das weiterhin laufende Verfahren und dass es »noch keinen Grund zum Jubel gibt«. Ungeachtet dessen läuft das Enteignungsverfah- ren weiter. »Das Verfahren hat der Bezirk beantragt, nur er allein kann diesen Antrag auch wieder zurückzie- hen«, sagt die Sprecherin der Senats- verwaltung für Stadtentwicklung, Pe- tra Rohland. Und das sei bislang nicht geschehen. Kommt es zum Enteig- nungsbeschluss, erhält der Eigentü- mer eine Entschädigung, die bei diesem Grundstück in dieser Lage irgendwo zwischen einer halben und einer Million EUR liegen dürfte und aus der Bezirkskasse bezahlt werden müsste. Wird eine Enteignung ver- mieden, darf der Bezirk sich auf Schadensersatzforderungen einrich- ten. Und steht natürlich am Ende ohne Spielplatz da. In den kommenden Tagen wird es eine interne Abstimmungsrunde geben, kündigt Köhne an, der mit Verweis auf den hohen Bedarf den Standpunkt der Bezirksregierung kommuniziert, am Spielplatz festhal- ten zu wollen. »Alles, was der Eigentümer derzeit auf dem Grund- stück unternimmt, geschieht auf eigenes Risiko«, betont er. Das weiß man auch in Hamburg. »Wir haben zwar erste Vermarktungsbemühun- gen eingeleitet, beraten aber nur und erstellen eine Interessentenliste«, ver- lautet aus dem Unternehmen. Unge- achtet dessen hat man zumindest schon mal die ersten Pflöcke einge- schlagen. Es sieht aus wie die Besetzung des eigenen Grundstücks.

Das Interview

Prosperierende Pop-Kultur

Sören Birke: »Spielstätten für populäre Musik lassen sich innerstädtisch betreiben, ohne Anwohner in ihrer Ruhe zu stören. Dafür müssen aber vorliegende Konzepte umgesetzt werden«.

Wie weit haben Sie es von Ihrer Wohnung bis zum nächsten Klub?

Ich wohne in der Ackerstraße in Mitte. Bis zum Altdeutschen Ballhaus sind es keine 30 Meter, der Schokoladen, die Uschi Obermaier Bar und der Club der polnischen Versager sind nicht mal 100 Meter weit entfernt, und direkt gegenüber meiner Wohnung gab es lange Jahre die Seven-lounge. Jetzt sind dort allerdings zwei Restaurants.

»Clubsterben Berlin« ist der Titel einer Liste, die Sie kürzlich gemeinsam mit Rainer Grigutsch von der Club Commission in die Öffentlichkeit gegeben haben. Von den dort aufgeführten 37 Klubs sind bzw. waren neun in Prenzlauer Berg angesiedelt, darunter so populäre Einrichtungen wie der Knaack-Klub, das Soho House und die Kulturbrauerei. Wird Prenzlauer Berg bald zur Schlafvorstadt?

Die Situation ist in der Tat schwierig. Viele der Einrichtungen auf dieser Liste sind in ihrer Existenz vor allem wegen Klagen von Anwohnern auf- grund von Lärmbelästigungen be- droht. Sie sind in dem Umfeld, in dem sie sich befinden, nicht mehr von allen gern gesehen. Das war nicht immer so. Das Schema der Verdrängung ist in der Regel das Gleiche: Ideenreiche Leute suchen sich eine location, etablieren dort erfolgreich ihren Klub, ziehen mit ihrem Erfolg ein großes Publikum an, machen dadurch den ganzen Stadt- teil bekannt, so dass er zum »Szenekiez« wird und haben dann von dem Image angezogene neue Nachbarn, die das bunte Treiben vor ihrer Tür allerdings überhaupt nicht mögen. In dieser Auseinandersetzung haben die Klubbetreiber jedoch extrem schlechte Karten, denn die Vorschriften sprechen klar zu Ungun- sten der Kultur. Es sind sehr alte Vorschriften, die einst zur Regelung

von Gewerbe- und Industrielärm erlassen wurden und in verschiede- nen Umweltzusammenhängen weiter gewachsen sind. Diese Vorschriften enthalten durchaus vernünftige Re- gelungen zum Schutz Lärmbetroffe- ner und sind auch eine gute Grundlage, die technisch-physikali- schen Möglichkeiten des 21. Jahrhun- derts zur Anwendung zu bringen, um Beeinträchtigungen durch Klubs na- hezu gänzlich zu beseitigen. Dafür muss Berlin aber Investitionslösun- gen erarbeiten.

Nun sind in Prenzlauer Berg die Nischen, wo sich Klubkultur entwickeln kann, durch die umfangrei- che Sanierung verloren gegangen. Ist das temporäre Dasein nicht ohnehin Teil dieser Szene, die Suche nach neuen Orten Teil des Selbstverständnisses?

Das ist altes Denken von Stadtent- wicklung: Kreative nehmen sich der Stadtbrachen an, entwickeln auf ihnen ein buntes Leben, dann kommt das »richtige« Geld, und sie werden wieder vertrieben, hin zu anderen Problemgebieten. Es gibt weltweit Beispiele, sei es in London oder in New York, wo es über viele Jahre hinweg genau so funktioniert hat. Doch schon in Berlin nach dem Fall der Mauer ist dieser Prozess deutlich langsamer vorangeschritten. Wir ha- ben in Prenzlauer Berg noch immer einen guten Mix aus attraktiven Angeboten für ein kulturelles Nacht- leben und Wohninfrastruktur mit Geschäften, Kindertagesstätten, Mu- sikschulen und Sporteinrichtungen. Das hängt nicht zuletzt mit dem Wertewandel zusammen. Viele, vor allem natürlich jüngere Leute, finden Identität und Orientierung nicht mehr so sehr in den Angeboten der Hochkultur, sondern in denen der Popkultur. Dafür sind Klubs unver- meidlich. Neben den weichen Fakto- ren Identität und Orientierung gibt es

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auch harte Argumente, welche die Popkultur vor allem zu einem prospe- rierenden Wirtschafsfaktor machen. Allein im Bereich der Musikwirtschaft wird in Berlin jährlich eine Milliarde Euro umgesetzt, das sind direkte Steuereinnahmen für das Land in Höhe von mindestens 100 Millionen Euro. Einen sehr wesentlichen Beitrag dazu leisten die Konzert- und Klub- veranstalter.

Das kümmert einen frischgebackenen Besitzer einer Eigentumswohnung in Prenzlauer Berg wenig, wenn ausgerechnet vor seinem Fenster Jugendliche nachts um vier Party machen…

Es gibt für den Bereich Stadtentwick- lung zahlreiche Sonderprogramme

den Bereich Stadtentwick- lung zahlreiche Sonderprogramme Zur Person Sören Birke(45); Geschäftsführender

Zur Person

Sören Birke(45); Geschäftsführender Gesellschafter Consense Gesellschaft zur Förderung von Kultur mbH in der Kulturbrauerei; geboren in Stralsund, Maschinen- und Anlagenmonteur, seit 1988 in Berlin, 1995 Magisterabschluss Kultur- und Theaterwissenschaft / Kulturelle Kommunikation an der Humboldtuniversität; bis 1999 in verantwortlichen Funktionen beim Pfefferwerk, seit August 2002 Consense GmbH, seit 2007 Aufsichtsrat bei der Berlin Music Commission e.G.

wie das Quartiermanagement, mit denen erfolgreich Einfluss auf die Entwicklungen in Problemkiezen ge- nommen wird. Wenn man vor der wachsenden Problematisierung des Verhältnisses zwischen Anwohnern und der Klubszene nicht die Augen verschließt, kommt man nicht umhin zu erkennen, dass auch Mitte und Prenzlauer Berg zumindest in dieser Hinsicht Problemkieze sind, wo der

Bedarf nach Neuordnung und Gestal- tung groß ist. Viele Einrichtungen, wie zum Beispiel die Kulturbrauerei, sind seit Jahren an ihrem Standort erfolgreich. Es gibt eine große überregionale Besucherschaft. Weil sich aber die Bewohnerschaft in den anliegenden Straßen im Laufe der Jahre gewandelt hat und Einzelne ein ausgeprägtes Faible für Klagen ha- ben, ist der gesamte Standort plötzlich in Gefahr. Und das ist eben kein ausschließliches Problem der Kulturbrauerei, das war beim Knaack- Klub so, beim Schmutzigen Hobby und im Grunde auch beim Icon. Die Herausforderung besonders auch für die Politik ist es deshalb, Strukturen zu schaffen, in denen die Besucher innerstädtische Angebote der Pop- kultur in all ihren Facetten nutzen können, ohne dass Anwohner Scha- den nehmen. Bei der behördlichen Abwägung von Anwohner- und Klubinteressen wäre es doch im Einzelfall legitim, einem verstörten Nachbarn eine neue Wohnung anzu- bieten statt einen etablierten Klub mit seinen Angestellten und Gästen, Umsätzen und Steuerzahlungen in seiner Existenz in Frage zu stellen.

Das wäre, wie Sie selbst gern sagen, neues Denken in der Stadtentwicklung. Was stellen Sie sich da noch vor?

Es ist zum Beispiel nicht zwangsläufig, dass jugendliche Klubbesucher per se ein unbeeinflussbarer Störfaktor sind. Der Zeitraum zwischen vier und acht Uhr morgens erscheint in Prenzlauer Berg noch völlig ungestaltet. Die Stadt lässt die Nacht im wahrsten Sinne des Wortes einfach mal austor- keln. Das geht auf die Dauer natürlich nicht gut. Ich könnte mir in dieser Frage vorstellen, dass Projekte mit dem Ziel initiiert werden, »marodie- renden« Jugendgruppen im nächtli- chen Straßenbild aufzuzeigen, dass die Stadt ihnen nicht allein gehört, auch nicht morgens um vier. Ein weiterer Ansatz sind die klassischen physikalischen Lösungen. Modernes Bauen und Sanieren kann es heute leisten, dass so unterschiedliche Nutzungen wie Konzerte in Klubs und ruhiges Wohnen sich nicht mehr a priori ausschließen. Das setzt voraus, dass Politik und Verwaltung die Klubs

Das Interview

endlich als zu erhaltenden Faktor wahrnehmen und nicht, wie beim Knaack, Genehmigungen erteilen, ohne eine Kontrolle der Situation vor Ort. Andererseits wäre eine Förde- rung von Maßnahmen zum baulichen Lärmschutz wünschenswert, denn diese Investitionen sind sehr teuer, und die Banken geben der Branche als Teil der von ihnen so eingestuften »Vergnügungswirtschaft« keine Kre- dite. Der finanzielle Spielraum der meisten Klubbetreiber ist ohnehin gering, und die Erteilung von Aufla- gen zur Durchsetzung des berechtig- ten Lärmschutzes bringt viele an den Rand des Ruins. Solche Unterstützungsleistun- gen sind keine Geschenke, Popkultur ist in einer Stadt wie Berlin Teil des Wirtschaftslebens. Bis heute werden Industrien wie Eisenbahnbau, Strom- erzeugung oder Medikamentenher- stellung gefördert. Mit der Kreativ- wirtschaft ist ein neuer Wirtschafts- zweig entstanden, der einen ver- gleichbaren Stellenwert eingeräumt bekommen muss. Zurzeit macht diese Branche 15 Prozent des jährli- chen Gesamtumsatzes in der Haupt- stadt aus, summa summarum 22 Milliarden Euro.

Wie ist denn die Situation in der Kulturbrauerei, wo Ihr Unternehmen Consense GmbH zwei populäre Einrichtungen, das Kesselhaus und das Maschinenhaus, betreibt?

Auch auf der Kulturbrauerei lastet ein enormer Druck. Jährlich zählen wir hier eine Million Gäste, dagegen stehen lediglich vier Beschwerde führende Anwohner. Und das seit Jahren. Doch diese vier haben die geltenden Verordnungen ganz auf ihrer Seite. Da kommt natürlich bei mir auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit auf. Erfahrungen auch anderswo zeigen, dass oftmals Lärmbeschwerden einem Mangel an Sozialverhalten der Betreffenden ge- schuldet sind oder auch ganz einfach Neid. Wir haben in den letzten sechs Jahren bis zu 15 Lärmgutachten in Auftrag gegeben mit ganz unter- schiedlichen Ergebnissen, aber im- mer mit beeinträchtigenden Aufla- gen. Mal müssen bestimmte Türen geschlossen bleiben, ein anderes Mal werden Veranstalter und Gäste im

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Zeitraum reglementiert, dann müssen in der Musik bestimmte Frequenzen herausgenommen werden. Unabhän- gig davon wurden zumindest hier immer wieder Investitionen in die Schallisolierung geleistet. Wir wollen auf jeden Fall weiter in vernünftige Lösungen investieren, brauchen da- bei aber Verständnis und Unterstüt- zung.

Das Land Berlin gilt noch immer als der größte Mieter auf dem Gelände der Kulturbrauerei, die sich im Eigentum der TLG befindet. 1991 war ein Vertrag mit einem Zins über umgerechnet 2,50 Euro/m² nettokalt mit dem Eigentümer vereinbart worden, der in diesem Jahr ausläuft. Wird es einen neuen Vertrag mit ähnlich guten Konditionen geben?

einen neuen Vertrag mit ähnlich guten Konditionen geben? ©Alexej Brykowski Nächtlicher Partyort Kulturbrauerei. Der

©Alexej Brykowski

Nächtlicher Partyort Kulturbrauerei.

Der neue Vertrag wird in diesen Tagen endverhandelt und dann unterschrie- ben. Streitpunkte gibt es nicht. Die Geschichte der Kulturbrauerei gilt als Erfolgsgeschichte, und alle Beteilig- ten sind ernsthaft bemüht, diese als solche auch in der Zukunft weiterzu- schreiben. Es ist natürlich zu erwar- ten, dass neue Konditionen ausge- handelt wurden, die sind mir derzeit aber nicht bekannt. Das Gespräch führte Hartmut Seefeld.

Tribüne

Tribüne meist dominieren. Aber auch der sehr hohe Anteil an Stammkundschaft die die Geschäfte rund um

meist dominieren. Aber auch der sehr hohe Anteil an Stammkundschaft die die Geschäfte rund um die Breite und Berliner Straße fußläufig erreichen kann, stimmte viele Händler optimi- stisch. Die Entwicklung des ehemali- gen Bahngeländes im vorderen Be- reich zur Berliner Straße am S- und U- Bahnhof Pankow wird mit der Hoffnung auf eine neue attraktive Eingangssituation in das Zentrum von Alt-Pankow verbunden. Hier konnte sich die überwiegende Anzahl der Befragten eine Ergänzung durch Schule/KITA, Wohnen sowie ergän- zenden Einzelhandel gut vorstellen, wohingegen ein weiteres Einkaufs- zentrum im fußläufigen Bereich als unmittelbare Konkurrenzsituation nicht zuletzt auch für das Rathauscen- ter an der Breite Straße eingeschätzt wurde. Welche Pläne letztlich auf dem Gelände des ehemaligen Rangier- bahnhofs realisiert werden, wird mit Spannung erwartet.

Hoffen auf Entwicklung

Von Stephanie Draack, Sprecherin der Interessengemeinschaft Alt-Pankow e.V.

Das Zentrum Alt-Pankow ist im Wandel. Die Straßenbaumaßnahmen in der Berliner Straße schreiten voran, und zahlreiche neue Bauprojekte entstehen oder werden auf bisher ungenutzten Flächen geplant. Es ist eine schwere Phase gerade für die Gewerbetreibenden in der Berliner Straße, die sehnsüchtig auf das Ende der Baumaßnahmen 2012 blicken. Bereits im Vorfeld der Straßen- erneuerung hatten örtliche Gewerbe- treibende die Interessengemein- schaft (IG) Alt-Pankow e.V. gegründet, um sich für die Aufwertung und Profilierung des Standorts einzuset- zen. Hierzu zählen auch die Organisa- tion der jährlichen, durch private Sponsoren finanzierten Weihnachts- beleuchtung im Pankower Zentrum und die Teilnahme am Lebendigen Adventskalender, der dieses Jahr zum zweiten Mal stattfinden wird. Mittler- weile ist der Verein in ein aktives Netzwerk von Pankower Akteuren eingebunden, die sich regelmäßig, seit diesem Jahr im neuen Kiezbüro in der Berliner Straße 10, zu Austausch, Diskussion und Kooperation treffen. Die Pankower Akteure verfolgen bereits seit 2009 mit großem Interes- se auch die Ideen und Pläne für eine Entwicklung des brachliegenden Rangierbahnhofes Pankow entlang der Granitzstraße. Nachdem die 250.000 m² große Fläche durch die Krieger Grundstück GmbH erworben wurde, stellte diese erstmals ihre Ideen und Pläne für das Gelände in einer Fach-Info-Tagung über städte- bauliche Entwicklungen und Baupro- jekte im Juni 2010 nicht nur Mitgliedern der IG Alt-Pankow und des Für Pankow e.V., sondern auch Vertretern der Wirtschaftsförderung, der Betroffenenvertretung sowie an- deren örtlichen Investoren von Bau- projekten vor. Die Idee, im mittleren Bereich der Fläche einen Themenpark anzulegen, wurde mit Blick auf die fehlenden Freizeitangebote in der näheren Umgebung als sehr positiv aufgenommen. Angesichts der Pläne,

neben dem Möbelmarkt auch ein Einkaufszentrum im Bereich der Prenzlauer Promenade zu errichten, wurden im Juni und August 2010 Befragungen unter den ortsansässi- gen Händlern durchgeführt, ob Be- fürchtungen einer Konkurrenzsituati- on bestehen. Die überwiegende Meinung der befragten Händler ergab, dass eine Konkurrenzsituation zu einem Einkaufszentrum im Bereich der Prenzlauer Promenade nicht befürchtet wird. Als Grund wurde die hohe Spezialisierung der vorhande- nen Geschäfte im Pankower Zentrum (Orthopädiefachgeschäft, Musikfach- geschäft etc.) genannt, die sie sich deutlich von den Handelsketten abheben, welche die Einkaufscenter

Termin:

Treff der Pankower Akteursrunde Mittwoch, 13. April; 19 Uhr Kiezbüro, Berliner Straße 10

Interessenten sind sehr willkommen.

Berliner Straße 10 Interessenten sind sehr willkommen. ©Hartmut Seefeld Einzelhändler im Pankower Zentrum hoffen

©Hartmut Seefeld

Einzelhändler im Pankower Zentrum hoffen auf die Entwicklung des brachliegenden früheren Rangierbahnhofs.

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Prenzlauer Berg ©Hartmut Seefeld Die Durchfahrt durch das »Immanuelkirchqurtier« nimmt bereits Konturen an. Anwälte

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Die Durchfahrt durch das »Immanuelkirchqurtier« nimmt bereits Konturen an.

Anwälte statt Arbeiter

Wohnen im Wandel an der Immanuelkirchstraße Von Hartmut Seefeld

Der Omnibusschaffner Ossig hätte sich bestimmt sehr gewundert. Auch sein Nachbar, der Schlosser Kluth, würde sicherlich staunen. Und natür- lich der Vertreter Bremer und ganz bestimmt der Arbeiter Stephan. Sie alle wohnten 1943 in der Immanuel- kirchstraße 14 im alten Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg. Heute steht vor dem Grundstück ein Bauzaun, an dem auf einer wetterfesten Plane großflächig ein Finanzierungsbeispiel für den Erwerb einer Eigentumswohnung vorgerechnet wird. Die Gesamtkosten für die Beispielwohnung würden, sozusagen auf den Cent genau, 411.381 EUR betragen. Schlosser, Arbeiter oder Schaffner werden an diesem Ort eher nicht mehr wohnen. Das Grundstück Immanuelkirch- straße 14 lag seit 1945 brach. Anfang der 90er Jahre hatte die Prenzlauer Berger Buchautorin Annett Gröschner erforscht, wie es dazu kam, dass hier eine solche Baulücke in der anson- sten unversehrten Straße klafft. Ihre Recherchen geben Zeugnis von sehr dramatischen Momenten. Ab 1896 stand auf diesem Areal ein Gründer- zeitgebäude, bestehend aus Vorder- haus und zwei Seitenflügeln. Es gab

32 Wohnungen und zwei Ladenge- schäfte. Am 11. März 1945 kündigten die Sirenen den 326. Fliegeralarm für Berlin während des Zweiten Welt- kriegs an. Die Menschen flüchteten fast schon routiniert in die Keller ihrer Häuser. Auch die Bewohner der Immanuelkirchstraße 14 packten schleunigst ihre Siebensachen und suchten Zuflucht unter ihrem Wohn- haus. Als am späten Abend alles wieder vorbei zu sein schien und die Sirenen bereits Entwarnung gaben, klinkte eines der abdrehenden Flug- zeuge gegen 21.30 Uhr seine letzte Bombe aus, denn die Piloten durften die tödliche Last nicht wieder mit nach Hause bringen. Es wurde ein Volltreffer, der das Wohnhaus bis auf die Grundmauern zerstörte. Zwei Tage lang brannte die Ruine, 33 Menschen sind aus den Luftschutz- kellern tot geborgen worden, drei weitere Bewohner blieben vermisst. Ein Großteil der Trümmer blockierte wochenlang die Straße, erst nach Kriegsende im Mai 1945 komman- dierte die russische Besatzungsmacht die Anwohner der Straße zum Aufräumen. Im September 1949 wurde das Grundstück schließlich

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enttrümmert. Und dann passierte dort 60 Jahre nichts mehr.

Exklusive Extras

Bis es schließlich die Goldmann- group erwarb. Unter dem Motto »Raum zum Leben. Individuell und modern.« wollen die Berliner Projekt- entwickler hier das »Immanuelkirch- quartier« entstehen lassen. Das Un- ternehmen ist seit neun Jahren am Markt und hat erste Referenzen bei der Altbausanierung unter anderem in der Lychener Straße 50 und auch gleich um die Ecke in der Winsstraße 62/63 hinterlassen. Für ihr Neubau- projekt, die Hochbauarbeiten sind bereits in vollem Gange, benutzten die Investoren gern die Worte »authentisch« und »hochwertig«. Das T-förmige Stadthaus mit großen Glasfronten gen Süden wird in 18 Eigentumswohnungen aufgeteilt. Die kleinste Wohnung umfasst 93 m², die größte, zugleich auch als Penthouse im Angebot, bietet 262 m². Wobei da noch nicht die 61 m² große Dachter- rasse berücksichtigt wurde. Damit auch wirklich keine Missverständnis- se unter Bewerbern aufkommen, wird mit weiteren Details geworben. Luxu- riöse Wellnessbäder, Saunen, Kamine und private Gärten werden als exklusive Extras angeboten. Zur Erinnerung: der Neubau entsteht nicht am Rande des Grunewalds oder am Ufer des Wannsees, sondern mitten im Winskiez mit seiner weit überdurchschnittlichen Dichte von 238 Einwohnern/Hektar. In ganz Prenzlauer Berg sind es lediglich 129 Einwohner/Hektar. Diese hohe Ver- dichtung hat auch Konsequenzen für den Neubau, denn durch das Gebäu- de hindurch wird auch weiterhin das Blockinnere erschlossen – ein Senio- renheim, ein Jugendhotel, eine Kita, ein Fitnessklub und nicht zuletzt eine Tiefgarage. Der Leipziger Architekt Mark Aretz hat nun insofern versucht, aus dieser Not eine Tugend zu machen, als er die 33 neuen unter- irdischen Stellplätze gleichfalls über die bestehende Einfahrt erschließt. Mit Blick auf das Projekt spricht der Bauherr gern auch von einem Spagat zwischen Anpassung und Abgren- zung. Gemeint ist da wahrscheinlich aber nur die Architektur.

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LIDL legt jetzt los

Baubeginn auf dem Areal des Finnländischen Grunds Von Albrecht Molle

Das 16.000 Quadratmeter große, als Finnländischer Grund bekannte Ge- lände zwischen Bornholmer, Malmö- er, Finnländischer und Norwegerstra- ße war mit Ausnahme eines im 2. Weltkrieg zerstörten Kirchenbaus aus den 1920er Jahren und des nach der Wende abgerissenen DDR-Grenzkon- trollpunkts, wo sich am 9. November 1989 erstmals seit dem Mauerbau die Schranken nach Westberlin wieder

eine Bebauung vorzubereiten, die in zwei Abschnitten erfolgen soll.

Flachbau mit Obergeschoss

Wie Matthias Eisentraut von der LIDL Dienstleistungs GmbH & Co. KG, die ihren Sitz im baden-württembergi- schen Neckarsulm hat, jetzt auf Anfrage von Vor Ort bestätigte, entsteht im ersten Bauabschnitt im

von Vor Ort bestätigte, entsteht im ersten Bauabschnitt im ©Hartmut Seefeld Auf der ehemaligen Grenzabfertigungsanlage

©Hartmut Seefeld

Auf der ehemaligen Grenzabfertigungsanlage an der Bösebrücke beherrschen jetzt Bohrer und Bagger die Szene.

öffneten, nie bebaut. Auch mehrjähri- ge Zwischennutzungen durch einen Gebrauchtwagenhändler und einen holländischen Blumendiscounter ge- hören längst der Vergangenheit an. Nun aber geht der Dornröschenschlaf dieser letzten großen Stadtbrache im nordöstlichen Teil von Prenzlauer Berg, der das Pankower Stadtentwick- lungsamt aufgrund ihrer Lage am S- Bahnhof Bornholmer Straße eine »hervorgehobene städtebauliche Si- tuation« attestiert, zu Ende. Auf dem weitläufigen Areal, das sich seit mehr als vier Jahren im Besitz der Handelskette LIDL befindet, sind schon seit Wochen Bagger und Raupen im Einsatz, um den Boden für

mittleren Bereich des Finnländischen Grunds ein LIDL-Markt der nicht herkömmlichen Art. Denn der langge- streckte Flachbau, der zwischen Bornholmer und Finnländischer Stra- ße errichtet werden soll und zu dem auch ein Backshop gehören wird, erhält ein Obergeschoss mit acht Appartements. Die will LIDL nach derzeitigem Planungsstand zunächst erst einmal vermieten. Die Hauptzu- fahrt zum Markt wird von der Bornholmer Straße her erfolgen. Dagegen entstehen die zum Markt gehörenden, ebenfalls genehmigten 103 PKW-Stellplätze im nördlichen Grundstücksteil in Richtung S-Bahn- hof. In diesem Bereich sollte nach

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dem Willen des Bezirks mit Hilfe des Grundstückseigentümers ursprüng- lich ein Platz des Gedenkens an den Mauerfall angelegt werden. Doch nach langen ergebnislosen Verhand- lungen mit LIDL erklärte das Bezirks- amt dieses Projekt schließlich für gescheitert. Der Gedenkplatz wurde, noch dazu in Miniformat, erst nach dem 20. Jahrestag des Mauerfalls auf der andern Seite der Bornholmer Straße mit Mitteln angelegt, die von der Senatskulturverwaltung aus dem ehemaligen SED-Sondervermögen akquiriert worden waren.

Städtebauliche Vorgaben

Mit seiner aktuellen, schon im Oktober 2006 genehmigten Bebau- ungsvariante für den Finnländischen Grund entspricht LIDL nolens volens Vorgaben des Stadtentwicklungs- amts, die am Ergebnis eines bereits 1992 durchgeführten städtebauli- chen Wettbewerbs orientiert sind. Zu den damals gesetzten Prämissen für die künftige Nutzung der histori- schen Stadtbrache zählt in erster Linie »eine der Attraktivität des Standorts angemessene, ausgewoge- ne Mischung von Handel, Gewerbe, Dienstleistung, Wohnen und Erho- lung«. Den Bau des Markt- und Wohngebäudes, so Matthias Eisen- traut, wolle man »unmittelbar nach Abschluss der Gründungsarbeiten in Angriff nehmen und, wenn das Wetter mitspielt, möglichst noch in diesem Jahr abschließen«. Die städtebauli- chen Maßstäbe für die Bebauung des Finnländischen Grunds gelten auch für den zweiten Bauabschnitt, der aber zeitlich noch nicht festgelegt ist. Entlang der Finnländischen, Malmöer und Bornholmer Straße soll demnach eine U-förmige straßenbegleitende Bebauung mit insgesamt 29 Stadt- häusern, sechs Appartements und einer Tiefgarage mit 25 Stellplätzen stattfinden. Die Baugenehmigung hatte das Stadtentwicklungsamt we- gen des immer wieder verzögerten Baubeginns im März 2010 verlängert. Ob LIDL die Umsetzung der für den zweiten Bauabschnitt beantragten und genehmigten Vorhaben ebenfalls selbst übernimmt oder sie einem anderen Investor überlässt, sei noch nicht entschieden, sagt Eisentraut.

Verkehr

Das Kreuz mit der Kreuzung

Bezirksamt forciert Kreuzungsumbau in Sanierungsgebieten Von H. Seefeld

Der Umbau von Straßenkreuzungen in den Sanierungsgebieten von Prenzlauer Berg ist derzeit noch ein verlockendes Geschäft für den Bezirk. Auf jeden Euro Investitionssumme braucht das Bezirksamt aus seiner gebeutelten Kasse nur zehn Cent drauf zu packen, und so werden Summen in beträchtlicher Größen- ordnung für die Einrichtung von Gehwegvorstreckungen aus den För-

der Pankower BVV präsentierten zwei vom Bezirksamt beauftragte Pla- nungsbüros die Umbaupläne für acht Kreuzungen mit einer Gesamtinvesti- tion von ca. 1,5 Millionen EUR. »Zum Teil werden die Arbeiten noch in diesem Jahr in Angriff genommen«, verspricht Kirchner. Lediglich die Planung für die Kreuzung Saarbrük- ker Straße/Straßburger Straße stieß bei den Verordneten auf Ablehnung.

Straße stieß bei den Verordneten auf Ablehnung. ©Hartmut Seefeld Noch in diesem Jahr soll auch die

©Hartmut Seefeld

Noch in diesem Jahr soll auch die Kreuzung Belforter Straße/Straßburger Straße umgebaut werden.

dertopfen von Senat, Bund und EU bereitgestellt. »Diese Vorstreckungen sind Sanierungsziele, und wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit«, begründet der Stadtrat für Öffentliche Ordnung, Jens-Holger Kirchner, den Geldsegen für die nicht unumstrittenen Baumaß- nahmen. Denn die Unfallzahlen klas- sifizieren die Kreuzungen nicht unbe- dingt als Unfallschwerpunkte. »Ich hätte das Geld gern auch in anderen Infrastrukturprojekten, zum Beispiel in der Schulsanierung eingesetzt gesehen«, meint der CDU-Bezirksver- ordnete Dieter Stenger. Allein in den beiden März- Sitzungen des Verkehrsausschusses

Eine zentrale Baustelle wird die Gehwegerneuerung in der Knaack- straße sein. Auf ihrer gesamten Länge zwischen Danziger Straße und Prenz- lauer Allee werden die Bürgersteige repariert. Allerdings bleiben die Pappeln entlang der Kulturbrauerei allesamt stehen, obwohl deren Wur- zeln Hauptursache für die Holper- strecke sind. »Eine Fällung und vor allem Rodung würde das ganze Budget sprengen«, sagt Kirchner. Teil der Baumaßnahme ist auch der Bau von Gehwegvorstreckungen an den Kreuzungen mit der Sredzkistraße und der Wörther Straße. Dann wird auch die Hauptstraßenregelung an der Ecke Sredzkistraße aufgehoben,

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die noch aus DDR-Zeiten stammt, als diese Strecke ein Teil der Fernstraße 96 wurde. Die Baupläne stammen von der Berliner Dependance des Frank- furter Büros Grebner/Ruchnay, die derzeit auch den Umbau der Kreu- zungen Belforter Straße/Kolmarer Straße bzw. Straßburger Straße im ehemaligen Sanierungsgebiet Koll- witzplatz in ihrem Auftragsportfolio hat. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Situation an der Einmündung der Straßburger Straße in die Belforter Straße. Das Straßen- land ist dort mit einer Mittelinsel recht unübersichtlich und steht im Kontext mit dem Wasserturmareal unter Denkmalschutz. Die Insel wird nun nach dem Umbau in ihrer Dimension größer sein, die Fahrbahn entsprechend schmaler, so dass die Fahrwege links und rechts der Insel nur noch in je eine Richtung befahren werden können. Drei weitere Planungen für Gehwegvorstreckungen, die den Se- gen der Bezirksverordneten fanden, betreffen die Kreuzungen Winsstra- ße/Jablonskistraße sowie Käthe-Nie- derkirchner-Straße/Bötzowstraße und Hufelandstraße/Hans-Otto-Stra- ße und wurden vom Kreuzberger Büro Meilenstein erarbeitet. Allen bestätigten Planungen gemein ist, dass im Ergebnis ihrer Umsetzung reguläre Autostellplätze im öffentlichen Straßenland wegfal- len. Konkret werden es diesmal im Bötzowviertel 24 Stellplätze sein, im Winsviertel zehn sowie im Quartier am Kollwitzplatz mindestens 40, die Hälfte davon allein an der Belforter Straße. Einzig beim Umbau der Kreuzung Saarbrücker Straße/Straß- burger Straße sollten durch eine Veränderung der Parkordnung in der Saarbrücker Straße –geplant war auf einer Seite Querparken– mehr Park- plätze entstehen. Doch diese Planung wurde von den Bezirksverordneten der Linkspartei, CDU und FDP mit dem Verweis darauf gecancelt, dass eine solche Verengung der Fahrbahn den Wirtschaftsverkehr in dem Be- reich stark in Mitleidenschaft ziehen würde. Die relativ kurze Straße hat mit der Backfabrik, der Genossen- schaft Königstadt und der ehemali- gen Bötzowbrauerei drei große Wirt- schaftsstandorte als Anlieger.

Eine Frage der Ehrung

BVV will Filmgeschichte adäquat gewürdigt wissen Von A. Molle

Auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen hat die BVV das Bezirksamt jetzt erneut ersucht, die Bedeutung der ehemaligen Filmproduktionsstätten an der Weißenseer Liebermannstra- ße für die Entwicklung der deut- schen Filmindustrie angemessen zu würdigen. Bislang erinnert dort lediglich eine Gedenktafel mit nur einem Satz daran, dass auf diesem Gelände ab 1913 Ateliers mehrerer

Berliner Filmgesellschaften entstan- den, welche die Filmstadt Weißen- see begründeten und dass hier bis

1928 vor allem Stummfilme, darun-

ter »Das Cabinet des Dr. Caligari«, gedreht wurden. Nach dem Willen

der BVV soll nun -vorzugsweise in Kooperation mit der Kunsthoch- schule Weißensee- ein Wettbewerb

zur Gestaltung einer Gedenkstele oder einer anderen Form der adäquaten Würdigung der Weißem- seer Filmgeschichte am historischen Ort in der Liebermannstraße (da- mals Franz-Joseph-Straße) ausge- lobt werden. Nachdem das Bezirksamt Ende

2010 ein erstes BVV-Ersuchen, dort

eine Informationsstele im Rahmen des touristischen Wegeleitsystems aufzustellen, angesichts der »nicht aus dem Bezirkshaushalt finanzier- baren Kosten in Höhe von 8.000 bis 10.000 EUR« sowie mit dem Verweis auf eine bereits vorhandene Stele auf dem mehrere Kilometer entfern- ten Caligariplatz abgelehnt hatte, sollen nunmehr zur Finanzierung des aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgehenden Gestaltungsvor- schlags in Zusammenarbeit mit dem Verein für Weißensee, dem Verein Freunde des Kinos Toni und dem Verein Weißenseer Heimatfreunde Sponsorengelder eingeworben wer- den. Wie Kulturstadtrat Michail Nelken gegenüber Vor Ort erklärte, werde das Bezirksamt in ein bis zwei Monaten auf das neuerliche BVV- Ersuchen reagieren.

Weißensee

auf das neuerliche BVV- Ersuchen reagieren. Weißensee ©Hartmut Seefeld Für die Sanierung der Grundschule am

©Hartmut Seefeld

Für die Sanierung der Grundschule am Weißen See liegt noch keine aktuelle Planung vor.

Eine Frage der Finanzen

Schule am Weißen See weist gravierende bauliche Mängel auf Von A. Molle

Nicht viele Schulen im Bezirk können auf eine so wechselvolle Geschichte zurückblicken wie die Grundschule am Weißen See, deren 80. Gründungs- tag am 14. April in der Aula in der Amalienstraße 6 gefeiert wird. Die imposanten Klinkerbauten, die zu Zeiten der Weimarer Republik auf Initiative von SPD und KPD und mit deren Spenden im Geviert zwischen Amalien-, Park-, Blechen- und Schön- straße entstanden, waren Weißensees erste weltliche Schule. Mädchen und Jungen wurden hier gemeinsam auch in Fächern wie Werken, Kochen und Nähen unterrichtet. Doch als die Nazis Anfang 1933 an die Macht kamen, wurde sie aufgelöst. Im 2. Weltkrieg diente sie als Lazarett, und nach Kriegsende zog zunächst der Rat des Stadtbezirks ein, teilte sich die Gebäude dann aber mit der Schule, die seit 1994 »Grundschule am Weißen See« heißt. Doch in den Stolz auf deren erfreuliche Entwick- lung -heute werden hier 370 Mäd- chen und Jungen unterrichtet, und die Schülerzahl wächst ständig- mischt sich unter der Lehrer- und Elternschaft wachsende Sorge ange- sichts der funktionalen Mängel, die

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den Schulbetrieb zunehmend er- schweren. Besondere Probleme, so Schulleiterin Roswitha Reimann, be- reitet die Heizungsanlage. Die ist zwar nach der Wende auf Gas umgestellt worden, doch da man dabei die Leitungsstränge und Heizkörper we- der entschlackt noch erneuert hat, sind die Klassenräume im dritten Obergeschoss nicht mehr ausrei- chend beheizbar. Hinzu kommen Wasserschäden in der Turnhalle sowie überfällige Malerarbeiten. Ein CDU-Antrag, das Bezirksamt möge endlich eine zügige Lösung für die denkmalgeschützte Anlage finden, war im März in der BVV mit den Stimmen von SPD und Grünen abgelehnt worden. Die für bezirkliche Immobilien zuständige Bezirksstadt- rätin Christine Keil bestätigt gegen- über Vor Ort, dass die Schule wegen begrenzter Mittel nicht in der Investi- tionsplanung für den Zeitraum 2011 bis 2015 enthalten ist. Einige dringli- che Maßnahmen, wie die Reparatur der Heizung und der Einbau neuer Fenster, seien jetzt aber in der Dringlichkeitsliste für den baulichen Unterhalt enthalten, sagt Schulstadt- rätin Lioba Zürn-Kasztantowicz.

Heimatgeschichte

Von Kullern und Nummern

Aus der Geschichte der Straßenbahnlinie Alex-Heinersdorf Von H. Seefeld

Am 19. August wird das Berliner Verkehrsunternehmen BVG das 100- Jährige Jubiläum der Straßenbahn- verbindung zwischen dem Alexan- derplatz und dem Pankower Ortsteil Heinersdorf feiern. Genau genommen ist es ein Teiljubiläum, denn im Jahre 1911 wurde lediglich die Neubau- strecke zwischen Weißenseer Spitze und Heinersdorf in Betrieb genom- men. Der Rest der Trasse hat eine längere Vorgeschichte. Man schrieb das Jahr 1895, als in der Prenzlauer Allee und der Lang- hansstraße nach dreijähriger Bauzeit die letzten Gleise für eine Pferde- bahnverbindung vom Berliner Mol- kenmarkt über den Alexanderplatz hinweg zum damaligen Vorort Wei- ßensee verlegt wurden. Erster Betrei- ber dieser sechs Kilometer langen Strecke, die am Antonplatz endete, war die Große Berliner Pferdeeisen- bahngesellschaft. Die Linie hatte zunächst eine weiße Kuller mit blauem Querstrich als Signet, wobei bereits 1896 der blaue Strich durch einen grünen ersetzt wurde. Es blieb dann auch nicht bei dieser eher bescheidenen Veränderung. Schon der zwei Jahre später folgende Namenswechsel der Betreibergesell- schaft, die fortan Große Berliner Straßenbahngesellschaft hieß, war Programm, denn zur Jahrhundert- wende wurde die Linie elektrifiziert, wie viele andere Pferdebahnstrecken damals auch. Die Umstellung von echten Pferdestärken auf Kilowatt erfolgte hier in zwei Etappen – bis Juni 1901 vom Alex bis zur Kreuzung Danziger Straße und bis November des Jahres auf dem restlichen Abschnitt. Schon ein Jahr später verschwanden von den Straßenbah- nen die Signet-Kullern und wurden durch Nummern ersetzt. Die Bahn durch die Prenzlauer Allee war nun die Linie 61. Der Fahrpreis war recht hoch, eine einfache Fahrt kostete zwischen zehn und 25 Pfennig. Mit der Eröffnung der neuen Strecke zwischen Weißenseer Spitze

und der Heinersdorfer Kronprinzen- straße (seit 1951 Romain-Rolland- Straße) im August 1911, dem Jubilä- umstermin der BVG, kam es zur grundsätzlichen Neuordnung der Straßenbahnstrecken in der ständig wachsenden Metropole. Als Linie 72 war die Straßenbahn durch die Prenzlauer Allee nunmehr zwischen Heinersdorf und der Uckermarkstra- ße in Schöneberg unterwegs. Die nächste Veränderung gab es nach dem Ersten Weltkrieg und der Eingemeindung vieler Umlanddörfer nach Berlin im Jahre 1920. Fortan fuhr die Bahn als Linie 73 zwischen Heinersdorf und dem Dönhoffplatz an der Leipziger Straße in Mitte. Das blieb auch nach der Gründung der BVG als kommunales Nahverkehrsun- ternehmen im Jahre 1929 so. Zum Ende des Zweiten Welt- kriegs war auch auf dieser Strecke der Verkehr zunächst zum Erliegen ge- kommen. Ab 1949 verkehrte dann die Linie 71 der Ostberliner BVB bis zur Jüdenstraße am Roten Rathaus. Ein- schneidende Veränderungen wurden schließlich Ende 1966 vollzogen. Im Rahmen des Umbaus des Alexander- platzes wurde von dort ab 17. Dezember jeglicher Straßenbahnver- kehr ferngehalten. Die 71 bog nunmehr am südlichen Ende der Prenzlauer Allee in die Wilhelm-Pieck- Straße (heute Torstraße) ab und fuhr bis zum Kupfergraben in Mitte. In Heinersdorf wurde Ende 1969 in der Romain-Rolland-Straße gegenüber der Einmündung Frostraße eine neue Wendeschleife gebaut, wodurch die Strecke in ihrem Nordteil um wenige Hundert Meter verkürzt worden ist. In der Nachwendezeit, BVG und BVB sind wieder eine einzige Gesell- schaft, wurde 1993 die Linie 71 zur Linie 1, die in Mitte an der Schwartzkopfstraße endete. Nahezu zeitgleich begann auch die Diskussi- on um eine direkte Streckenführung zum Alexanderplatz und darüber hinaus. Doch es dauerte noch bis Mai 2007, ehe die 2004 zur M2 umgemo-

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delte Verbindung (zunächst mit neuem Endpunkt Hackescher Markt) wieder direkt zum Alex fahren konnte. Die Baukosten betrugen für diesen 1,2 Kilometer langen Abschnitt stolze 18 Millionen EUR. Heute ist die 6,5 Kilometer lange Verbindung zwischen Alexanderplatz und Heinersdorf eine der meist frequentierten Strecken der Stadt, wo die Bahnen in den Hauptverkehrszei- ten im Fünf-Minuten-Takt fahren. Sie bedienen insgesamt 18 Haltestellen und brauchen lediglich 27 Minuten für eine Tour. Ein Einzelfahrschein

Das BVG-Archiv erteilte die Rechte zur Veröffentlichung dieses Bildes nur für die Druckausgabe. Wir danken für Ihr Verständnis.

©BVG Archiv

Erneuerung der Fahrleitung an der Prenzlauer Promenade im Jahre 1950. Im Hintergrund eine Bahn der Linie 71.

kostet mittlerweile 2,30 EUR. Fester Bestandteil der Stadtentwicklungs- planung ist die Verlängerung der Trasse über den Alexanderplatz hinaus bis zum Roten Rathaus und sogar weiter bis zum Kulturforum hinter dem Potsdamer Platz. Bis Ende dieses Jahres soll eine Machbarkeits- studie vorliegen, 2015 könnte dann bereits Baubeginn sein, erklärte kürzlich der Sprecher der Verkehrsse- natorin, Matthias Gille.

Projekte

Häuslebau auf Garbàtyplatz

Aalener Investor baut Handels- und Ärztezentrum in Pankow Von H. Seefeld

Zwei Jahre sind ins Land gegangen, seit der schwäbische Investor Volker Merz die Mitglieder des Stadtent- wicklungsausschusses der Pankower BVV mit seinen Plänen für eine Bebauung des Garbátyplatzes über- raschte. Er habe das 2.230 m² große Areal vom Liegenschaftsfonds erwor- ben und möchte hier nun eine Gewerbeimmobilie errichten, erklärte Merz damals. Seine Präsentation geriet durchaus anschaulich, so dass er sich letztlich nur einer Ge-

landete das 1913 durch die Gemein- de Pankow von der Großbauernfami- lie Grunow erworbene Grundstück im Jahre 2004 beim Liegenschaftsfonds, der das mit Merz getätigte Geschäft dann mit Stolz als einen der zehn erfolgreichsten Verkäufe des Jahres 2009 feiern durfte.

Ein Jahr Bauzeit

In diesem Jahr nun macht die Merz Objektbau GmbH & Co. KG ernst mit

nun macht die Merz Objektbau GmbH & Co. KG ernst mit ©merz objektbau GmbH & Co.

©merz objektbau GmbH & Co. KG, Aalen

Blick von der Berliner Straße auf die künftige Bebauung des Garbátyplatzes.

schmacksdiskussion stellen musste, ob denn die Fassade schön ist oder ob ein solcher Riegel überhaupt zur Umgebungsbebauung passe. Kon- sens herrschte jedoch parteiübergrei- fend von Linke bis FDP in der zentralen Frage der künftigen Bebau- ung des im Jahre 2000 nach dem jüdischen Zigarettenfabrikanten Jo- seph Garbáty benannten Platzes. Bereits 1998 hatte sich das Pankower Bezirksamt von der 85 Jahre lang gehegten Idee verabschiedet, an diesem stark frequentierten Ort vor dem Bahnhof einen Stadtplatz anzu- legen. Stattdessen wurde seitdem einer Bebauung das Wort geredet. So

ihrem Bauvorhaben. »Wir haben jetzt die Baugenehmigung, der Baubeginn wird noch im April erfolgen«, erklärt der Projektverantwortliche des Un- ternehmens, Christian Trautmann. In zwölfmonatiger Bauzeit entstehen zwei dreigeschossige Gebäude, die über eine Länge von 30 Metern durch einen Brückenbau mit zwei Etagen verbunden werden. Der U-Bahnein- gang auf dem Platz bleibt auch nach der Fertigstellung des Hauses frei zugänglich und wird nicht in den Komplex integriert. Auch das Na- mensschild auf dem Platz wird nicht verschwinden. Das Bauwerk wird ansonsten den gesamten freien Raum

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zwischen Grunowstraße und Berliner Straße entlang der Florastraße ein- nehmen. Rund 20 Millionen EUR will das schwäbische Unternehmen, das unter anderem auch schon als Projektentwickler für die Neckarsul- mer Kaufland-Kette auf dem Berliner Immobilienmarkt aktiv geworden ist, an diesem Standort investieren. »Wir erbringen bei dem Pankower Vorha- ben, im Gegensatz zu den Kaufland- Objekten, zunächst alle Leistungen in eigenem Namen und auf eigene Rechnung«, sagt Trautmann. Erst wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind und das Objekt ausgebucht ist, werde es an einen Betreiber verkauft.

Schwerpunkt Arztpraxen

Insgesamt entstehen 5.700 m² Nutz- fläche, von denen 2.200 m² für den Handel und 3.500 m² für Arztpraxen zur Verfügung stehen. Wichtigste Mieter sind im Erdgeschoss die Supermarktkette Edeka mit einem Citymarkt an der Ecke Grunowstraße/ Florastraße sowie der Drogeriemarkt dm, der seine 950 m² Verkaufsfläche an der Berliner Straße angemietet hat. Weit mehr als die Hälfte des Komplexes wird jedoch durch Arzt- praxen eingenommen. Vertraglich gebunden sind bereits eine Zahnkli- nik sowie orthopädische und gynäko- logische Praxen. Auch eine Apotheke wird dort Einzug halten. »Der gesam- te Vermietungsstand beträgt derzeit 71 Prozent, die Vermietung beson- ders von Arztflächen läuft auf Hoch- touren«, sagt Trautmann. Generell will man keine gastronomische Betriebe im Haus haben. »Wir haben Sorge, dass es Geruchsbelästigungen für die Praxen geben könnte, deshalb haben wir auf Restaurants wie auch auf Imbisse verzichtet«, meint der Pro- jektentwickler. Noch nicht endgültig geklärt ist offenbar die Frage der verkehrlichen Erschließung der künftigen Baustelle, denn die Berliner Straße bildet seit geraumer Zeit selbst nur einen Torso. Nach derzeitigem Stand werden die Baufahrzeuge über die Florastraße geführt. »Das kann sich aber wieder ändern, je nachdem, wie groß die Baufortschritte an der Berliner Straße sind«, heißt es bei der Merz Objekt- bau.

Ratgeber

Wohnungen per WBS

Von Sylvia Hoehne-Killewald, Geschäftsführerin Mieterberatung Prenzlauer Berg

Mieter, die in eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnung einzie- hen möchten, müssen einen Wohnbe- rechtigungsschein (WBS) beantragen und dem Vermieter vorlegen. Die Vordrucke für die Beantragung eines WBS kann man sich beim zuständi- gen Wohnungsamt oder beim Bürger- amt abholen, sie sind aber auch im Schreibwarenhandel erhältlich. Jeder volljährige Bürger kann einen Wohn- berechtigungsschein für sich selbst, für seinen Partner oder für eine eingetragene Lebensgemeinschaft beantragen.

Anspruchsberechtigte für den WBS

Jeder Mieter, dessen Einkommen bestimmte, gesetzlich festgelegte Grenzen nicht überschreitet, hat Anspruch auf Erhalt eines Wohnbe- rechtigungsscheins, der dazu berech- tigt, eine Sozialwohnung oder eine Wohnung zu beziehen, die einer Belegungsbindung unterliegt. Ob Sie die Kriterien erfüllen, die einen solchen Anspruch begründen, können Sie selbst überprüfen, indem Sie zur Berechnung der Einkommens- grenze das Einkommen als Grundlage nehmen, das Sie ab Antragstellung für die nächsten zwöl Monate erwarten. Gegebenenfalls können Sie auch von Ihrem Einkommen der letzten zwölf Monate vor Antragstel- lung ausgehen. Bestimmte Lohner- satzleistungen, wie zum Beispiel Krankengeld, zählen zum Einkom- men, Kindergeld dagegen nicht.

Höhe der Einkommensgrenze

Abhängig von der Größe des Haus- halts gelten in Berlin folgende Einkommensgrenzen für den Erhalt eines Wohnberechtigungsscheins:

Für einen Einpersonenhaushalt liegt diese Einkommensgrenze bei 16.800 EUR, für einen Zweipersonenhaushalt bei 25.200 EUR jährlich. Für jede weitere zum Haushalt gehörende erwachsene Person kommen 5.740

EUR und für jedes im Haushalt lebende Kind 700 EUR hinzu. Außer- dem dürfen Sie noch folgende Pauschalabzüge von der Summe des ermittelten Einkommens vornehmen:

Jeweils zehn Prozent, wenn Sie Einkommenssteuer zahlen und Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kran- kenkasse und zur gesetzlichen Ren- tenversicherung leisten, zusammen also maximal 30 Prozent. Darüber hinaus können dann noch folgende Freibeträge abgesetzt werden:

Bei Alleinerziehenden 600 EUR für jedes Kind unter zwölf Jahren, für das Kindergeld gezahlt wird. Bei einer vorliegenden Schwer- behinderung von 100 Prozent dürfen 4.500 EUR abgesetzt werden, ebenso bei 80 Prozent Schwerbehinderung, wenn häusliche Pflegebedürftigkeit im Sinne des Paragraphen 14 SGB XI vorliegt. Junge Ehepaare sollten außer- dem beachten, dass sie innerhalb von fünf Kalenderjahren nach dem Jahr der Eheschließung nochmals 4.000 Euro abziehen dürfen, vorausgesetzt keiner der beiden Partner hat das 40. Lebensjahr überschritten.

Größe einer WBS-Wohnung

Haben Sie alle Voraussetzungen erfüllt und gehören zum Kreis der Mieter, die Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben, er- halten Sie diesen zunächst für die Dauer eines Jahres. Auf dem WBS ist auch die Wohnungsgröße vermerkt, die Ihnen von der zuständigen Behörde zugestanden worden ist. Grundsätzlich hat jede Person Anspruch auf einen Wohnraum, zwei Personen auf eine Zweizimmerwoh- nung und drei Personen auf eine Dreizimmerwohnung. Ein Ehepaar mit zwei Kindern hat diesem Grund- satz entsprechend also Anspruch auf maximal vier Räume. Es gibt aber auch Ausnahmen, so zum Beispiel, wenn Sie als Mieter einen Anspruch auf zusätzlichen

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Wohnraum geltend machen können. Dies ist u. a. der Fall, wenn Sie Ihren Beruf in Ihrer Wohnung ausüben oder eine Betreuungsperson brauchen, die ständig bei Ihnen wohnen muss. Und wenn Sie einen Wohnberechtigungs- schein für eine Einzimmerwohnung besitzen, können Sie auch eine Eineinhalbzimmerwohnung oder eine kleine Zweizimmerwohnung beziehen, wobei deren Wohnfläche 50 m² jedoch nicht überschreiten darf. Sind Sie als Zweipersonenhaus- halt im Beitz eines WBS für eine Zweizimmerwohnung, können Sie auch eine kleine Dreizimmerwoh- nung beziehen, die aber nicht größer als 60 m² sein darf.

Dringender Wohnbedarf

Menschen, die nachweislich einen dringenden Wohnraumbedarf haben, sollen laut Gesetzgebung vorrangig mit Sozialwohnungen versorgt wer- den. In diesen Fällen ist die Dringlich- keit auf dem Wohnberechtigungs- schein ausdrücklich vermerkt. Gesetzlich anerkannt wird drin- gender Wohnbedarf bei Familien mit mindestens einem Kind und ohne Wohnung oder in räumlich unzurei- chenden Wohnverhältnissen; bei al- leinstehenden Kranken ohne eigene Wohnung; bei Empfängern von Ar- beitslosengeld II, die vom Jobcenter zum Umzug aufgefordert wurden, und bei Verlobten oder jungen Ehepaaren, wenn eine Schwanger- schaft ab 14. Woche nachgewiesen wird. Beachten Sie aber, dass Sie als Voraussetzung für die Anerkennung dringenden Wohnbedarfs minde- stens ein Jahr mit Ihrem Hauptwohn- sitz in Berlin gemeldet sein müssen. Sobald Sie im Besitz eines Wohnberechtigungsscheins sind, können Sie sich umgehend um eine Sozialwohnung oder eine belegungs- gebundene Wohnung bewerben. Ge- hen Sie zu diesem Zweck zum Wohnungsamt eines Bezirks. bzw. einer Wohnungsbaugesellschaft Ihrer Wahl. Auch Recherchen im Internet oder in einer Tageszeitung können erfolgreich sein, denn in den Anzei- gen ist in der Regel vermerkt, ob für die Anmietung die Vorlage eines Wohnberechtigungsscheins erforder- lich ist.

Klipp

Klipp ©Carsten Lorenzen In Mitte favorisierter Bebauungsvorschlag mit Blick Richtung Kletterfelsen. Abgelehnte

©Carsten Lorenzen

In Mitte favorisierter Bebauungsvorschlag mit Blick Richtung Kletterfelsen.

Abgelehnte

Mauerparkpläne

Beim städtebaulichen Wett- bewerb der Immobilienfirma Vivico für eine Randbebau- ung des Mauerparks auf Weddinger Seite gab es kei- nen Sieger. Lediglich zwei zweite Plätze wurden von der Jury an den Kopenhage- ner Architekten Carsten Lo- renzen und das Berliner Ar- chitektenduo Sascha Zander und Christian Roth verge- ben. Insgesamt waren acht Büros zu dem Wettbewerb eingeladen. Alle Entwürfe stießen bei den Anwohner- initiativen aufgrund der Kompaktheit der Bebauung auf Ablehnung. Mittes Stadt- rat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe, will nun das im vergangenen Jahr einge- leitete Bebauungsplanver- fahren vorerst ruhen lassen:

»Im Moment ist guter Rat teuer«. Er befürchtet, dass sich nun das gesamte Gelän- de als Gewerbegebiet verfe- stigt. Der Stadtrat hatte im Vorfeld einen Deal mit dem Eigentümer der ehemaligen Bahnflächen ausgehandelt, wonach dieser im Gegenzug für die Umwidmung von Flä- chen nordwestlich des Gleimtunnels und an der Bernauer Straße in Bauland ein Areal von 5,8 Hektar zur Erweiterung des Parks un-

entgeltlich zur Verfügung stellt. Durch das Storno droht nun die aus dem Jahre 1993 stammende Rückzah- lungsverpflichtung des Lan- des Berlin an die Allianz Um- weltstiftung in Höhe von 2,3 Millionen EUR wieder aufzu- leben. Der Behalt der Förder- summe, mit der im Wesentli- chen die Grünanlage in Prenzlauer Berg hergerichtet wurde, war an die Bedin- gung gebunden, dass der Park bis 2010 mindestens zehn Hektar groß ist. Zum Er- reichen dieser Marge fehlen noch zwei Hektar.

Vermögende

Baugruppe

Die vom Architekten Uwe Heinhaus initiierte Baugrup- pe »Metzogiorno« hat am 23. März beim Berliner Liegen- schaftsfonds den Kaufver- trag für das Grundstück Met- zer Straße 13 im ehemaligen Sanierungsgebiet Kollwitz- platz unterzeichnet. »Die Be- teiligung am Bieterverfahren war mit 80 Geboten fast schon überbordend«, erklär- te der Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds, Holger Lippmann. Der Bieter mit dem höchsten Gebot habe den Zuschlag bekommen. Nach unbestätigten Informa- tionen soll der Kaufpreis für

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das 690 m² Grundstück, das jahrelang als Schilderlager des Tiefbauamts Pankow ge- dient hat und mit einer denkmalgeschützten Remi- se bebaut ist, ca. 1,8 Millio- nen EUR betragen. Die ge- nehmigte Wohnbaufläche beträgt ca. 1.200 m², es sol- len deshalb 12 Wohnungen entstehen. Bei einer kalku- lierten Gesamtinvestition von 4,46 Millionen EUR für Neubau und Sanierung be- trägt der durchschnittliche Wohnungskaufpreis 3.240 EUR/m². Interessenten be- sonders für die unteren Eta- gen des sechsstöckigen Ge- bäudes werden weiterhin gesucht. Für Liegenschafts- fonds-Geschäftsführer Lipp- mann ist der Ausgang dieses Bieterverfahrens ein Beleg dafür, dass »Baugruppen sehr wohl in der Lage sind, im Wettbewerb um attrakti- ve Standorte nicht nur mit- zuhalten sondern auch er- folgreich zu sein«. Auf aus- drücklichen Wunsch von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer hat der Liegenschaftsfonds seit drei Jahren ein eigens für Baugruppen konzipiertes Grundstücksportfolio ange- legt. Die Vermarktung dieser Flächen verläuft allerdings mit nur mäßigem Erfolg.

Korrigierter

Bebauungsplan

Der Mitte 2010 von der BVV Pankow beschlossene Be- bauungsplan 3-23 zur Block- randschließung an der west- lichen Seite des vor drei Jah- ren neugestalteten Anton- platzes-Süd im Weißenseer Komponistenviertel ist von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beanstan- det und jetzt vom Bezirks- amt korrigiert worden. Die Senatsverwaltung hatte mo- niert, dass die Begründung

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für die beabsichtigte Über- schreitung der in der Bau- nutzungsverordnung vorge- gebenen Obergrenzen für das Maß der baulichen Nut- zung der Grundstücke Berli- ner Allee 26 sowie Bizetstra- ße 17 und 19 nicht den rechtlichen Anforderungen entspreche. In der veränder- ten Begründung heißt es u. a., die Überschreitung dieser Obergrenzen sei vertretbar, da bereits der Antonplatz- Süd die Versorgung der an- grenzenden Baugrundstük- ke mit Grün- und Aufent- haltsflächen gewährleiste und durch die Schließung der Blockkante ein wirksa- mer Schutz vor den von der Berliner Allee ausgehenden Emissionen erreicht werde.

Abzusichernde

Sanierungsziele

Angesichts des anhaltend hohen Aufwertungsdrucks hat die BVV Pankow auf Ini- tiative der SPD das Bezirks- amt ersucht, für den als Stadtumbaugebiet festge- legten Bereich von Prenzlau- er Berg ein Entwicklungs- konzept zu erstellen. Darin sollen sowohl die städtebau- lichen als auch die sozialpo- litischen Ziele des Bezirks sowie prioritäre Maßnah- men zu deren Realisierung definiert sowie besonderes Augenmerk auf die Siche- rung der in den letzten zwei Jahrzehnten erzielten Sanie- rungsergebnisse gelegt wer- den. Auf der Grundlage die- ses Konzepts soll das Be- zirksamt prüfen, wie ein den städtebaulichen und sozia- len Belangen Rechnung tra- gender Ablauf von Moderni- sierungs- bzw. Umstrukturie- rungsmaßnahmen gesichert werden kann. Der BVV ist ein Vorschlag für das weitere Vorgehen zur Durchsetzung dieses Ziels zu unterbreiten.

Mieterberatung Prenzlauer Berg

Lettestraße 5, 10437 Berlin, 44 33 810 Beratung für Mieter aus den Sanierungsgebieten von Prenzlauer Berg:

Lettestraße 5 Dienstag 14 bis 19 Uhr, Anwalt ab 17 Uhr Mittwocch 14 bis 16 Uhr (mit Anwalt) Donnerstag 10 bis 12 Uhr, 14 bis 19 Uhr mit Anwalt von 16.30 bis 18.30 Uhr Templiner Straße 17 Montag 15 bis 16.30 Uhr (mit Anwalt) Käthe-Niederkirchner-Straße 12 Montag 17 bis 19 Uhr (mit Anwalt)

Beratung für Mieter aus den Milieuschutzgebieten von Prenzlauer Berg:

Lettestraße 5 Mittwoch 14 bis 16 Uhr Donnerstag 10 bis 12 Uhr Kopenhagener Straße 50 (Kieztreff) Mittwoch 16.30 bis 19 Uhr Käthe-Niederkirchner-Straße 12 Montag 17 bis 19 Uhr

Service

Templiner Straße 17 Montag 15 bis 16.30 Uhr

Mieterberatung Pankow – FSW

Florastraße 72, 13187 Berlin 48 55 308 Dienstag 10 bis 12 Uhr, 13 bis 18 Uhr ab 16 Uhr mit Anwalt Mittwoch 9 bis 13 Uhr Donnerstag 10 bis 12 Uhr, 14 bis 19 Uhr.

Mieterberatung Weißensee – SPAS

Gürtelstraße 12, 13088 Berlin 91 20 58 13 Montag 15 bis 18 Uhr Dienstag 10 bis 13 Uhr, 17 bis 20 Uhr mit Anwalt von 17 bis 20 Uhr Mittwoch 10 bis 13 Uhr, 15 bis 18 Uhr

Büro für Stadterneuerung

Sanierungsbeauftragter für Pankow

Alt-Moabit 73, 10555 Berlin

85 75 77 10

S.T.E.R.N.

Sanierungsbeauftragte für Prenzlauer Berg

Schwedter Straße 263, 10119 Berlin

44 36 36 30

Sanierungsgebiet Teutoburger Platz Templiner Straße 17 Mittwochs 18 bis 20 Uhr BV-Treffen

Sanierungsgebiet Bötzowstraße

Käthe-Niederkirchner-Straße 12

4 25 11 00

1. und 3. Montag 19.30 Uhr BV-Treffen

Mietrechtsberatung mit Anwalt:

jeden 1. und 3. Dienstag 18 bis 19 Uhr

Sanierungsgebiet Wollankstraße Kontakt:

Claus Bachmann: 43 72 47 25

Volker Klett: 48 63 74 01

Betroffenen- Bezirksamt Pankow

vertretungen

Sanierungsgebiet Helmholtzplatz Dunckerstraße 14 Mieterberatung Dienstag 18 Uhr, ab 19 Uhr BV-Treffen

Sanierungsverwaltungsstelle

Storkower Straße 97, 10407 Berlin

90 295 35 68 (Prenzlauer Berg)

90 295 35 81 (Pankow)

90 295 35 68 (Prenzlauer Berg) ✆ 90 295 35 81 (Pankow) ©Hartmut Seefeld Vor Ort

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»Es werde Licht« lautet die aktuelle Devise der BVG für den gesamten Abschnitt unter der Hochbahntrasse der U2 in der Schönhauser Allee zwischen Bornholmer Straße und Kastanienallee. Insgesamt 110 Lampen werden auf der knapp zwei Kilometer langen Strecke unter dem »Magistratsschirm« installiert. Außerdem werden 17 Leuchten im Bereich unter dem Bahnhof Eberswalder Straße und 31 Leuchten unter dem Bahnhof Schönhauser Allee in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde im Bezirksamt Pankow eingebaut. Zwei verschiedene Typen von Lampen sollen für Abwechslung sorgen. Laut BVG-Sprecher Klaus-Wazlak betragen die Kosten für Beschaffung und Installation ca. 100.000 EUR. Die Wartung und Reparatur erfolgt durch das Unternehmen »Stadtlicht«.

Impressum Vor Ort wird herausgegeben von der Mieterberatung Prenzlauer Berg, Gesellschaft für Sozialplanung mbH Redaktion und V.i.S.d.P. Hartmut Seefeld, 90 295 62 28 e-mail seefeld@vorort-redaktion.de Albrecht Molle, 90 295 62 29 Fax 90 295 62 30; Fröbelstraße 17, 10405 Berlin Gestaltung Hartmut Seefeld Titelfoto Hartmut Seefeld Vertrieb Agentur Meinicke Druck MediaService GmbH Redaktionsschluss: 25. März 2011

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