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Allgemeines

Allgemeine Voraussetzungen für die Erteilung von Schengen-Visa (auch:

Erteilungsvoraussetzungen, Lebensunterhalt, Rückkehrbereitschaft, Ermessensausübung, Ausweisungsgrund, Einreise- und Aufenthaltsverbot, Beeinträchtigung/Gefährdung von Interessen Deutschlands und der Schengen-Partner) VS-NfD

Allgemeine Voraussetzungen für die Erteilung nationaler Visa (auch: D-Visum, Erteilungsvoraussetzungen, Lebensunterhalt, Rückkehrbereitschaft, Ermessensausübung, Ausweisungsgrund, Einreise- und Aufenthaltsverbot, Beeinträchtigung/Gefährung von Interessen Deutschlands und der Schengen-Partner) VS-NfD

A

Abstammungsgutachten (auch: Speichelprobe, DNS-Gutachten) Adoleszenzgutachen (Altersbestimmung/Altersgutachten)Adoption (siehe: RES 52/36 und Homepage Referat 507) Antrag (auch: Amtssprache, Beratung im Visumverfahren, Zurückweisung am Schalter, Minderjährige, Visa-shopping) VS-NfD Antragsformulare/Visumanträge - Aufbewahrung und Speicherung (auch:

Gebührenregister, Visaregister) VS-NfD Arbeitsplatzsuche samt Merkblatt zum Visum zur Arbeitsplatzsuche (englische Version) ASSIST (Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen, Studienberatung)

Asyl / Schutzsuchende im Ausland Aufenthaltstitel, Aufenthaltserlaubnis, Aufenthaltsgestattung (auch: Gültigkeitsdauer, Visumkategorie, unechtes Jahresvisum, Mehrjahresvisum, nationales Visum, Niederlassungserlaubnis, Transitvisum, Duldung, Schengen-Aufenthaltstitel, Sammelvisum, Fortgeltung bisheriger Aufenthaltsreche und Übergangsvorschriften) Auflagen und Hinweise im Visumetikett (auch: Bedingungen, Nebensbestimmungen, Sonderauflagen, D-Visa mit Gültigkeitsdauer von mehr als 90 Tagen/Eingabe VisaPlus)

Aupair (englischsprachiges Merkblatt der ZAV für die Au-pairs)

Akteneinsicht und Auskünfte im Visumverfahren, Anfragen von Bundestagsabgeordneten (auch: Auskunftserteilung an Dritte und Einlader); (siehe auch:

Remonstrationsverfahren)Ausländerbehörden (siehe Materialsammlung) Ausnahmevisum an der Grenze (auch: Transitvisum)

Ausnahme von der Passpflicht (auch: Blattvisum)

Aus- und Weiterbildung (auch: Berufsausbildung, Berufliche Fortbildung)

Autokauf (Ersatzteilkäufer)

(04.03.2014)AZR-/ SIS-Abfrage/ Rückmeldung/ Auskunft

nach § 34 AZRG, siehe Rückmeldungen im Visumverfahren AZR/ SIS/ Geschützter Grenzfahndungsbestand - Einspeicherung von Antragstellern (auch: Ausländerzentralregister, Einreisebedenken, Sirene Deutschland)

VS-NfD

(04.03.2014)

(04.03.2014)

B

Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und IntegrationBekämpfung illegaler Einreise und Schwarzarbeit / Schleusungskriminalität/ Überprüfung von sog. Vieleinladern sowie von Einzeleinladern (auch: Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), illegale Arbeitsaufnahme) VS-NfD

Belehrung nach § 54 Nr. 6 und 55 AufenthG (auch: Sicherheitsbefragung, Terrorismusbekämpfungsgesetz) VS-NfD Berechnung der Bezugszeiträume bei Schengen-Visa/ Anrechnung von Voraufenthaltszeiten zum Aufenthaltsrechner (Infothek der Bundespolizei)

Berichtspflicht an Ermittlungsbehörden bei Verlust/Abhandenkommen, Diebstahl, Annullierung, Fälschung sowie sonstigem Missbrauch von Visumetiketten, Aufenthaltstiteln und Reisedokumenten VS-NfD Bevollmächtigte und Rechtsbeistände im Visumverfahren Biometrie, Abnahme von Fingerabdrücken (auch: Lichtbilder/Fotos, Anfordern an Identitätsüberprüfung, identitätssichernde Maßnahmen)

,

(04.03.2014)

Blaue Karte EU samt Merkblatt (englische Version)

(08.04.2014)

Bona-Fide-Antragsteller (auch: Geschäftsreisende, persönliche Vorsprache)

Busfahrer (auch: grenzüberschreitender Linienverkehr)

(04.03.2014)

C

CEMT (auch: LKW-Fahrer)

D

Datenschutz im Visumverfahren (auch: Einladerdatei, Visadatei, Warndatei,

Versagungsdatei) Daueraufenthaltsberechtigte (langfristig Aufenthaltsberechtigte-EG)

Deklaratorisches Visum (auch: Doppelstaatler) Dienstleistungserbringung türkischer Staatsangehöriger (siehe auch: Vander Elst- Regelung); auch: "Soysal"-Entscheidung des EuGH, Visumbefreiung für türkische Staatsangehörige)

Drittstaatsangehöriger mit Aufenthaltstitel/Visum eines Schengenstaats bzw. Liechtensteins; Sonderregelungen für Bulgarien, Rumänien und Zypern Durchbeförderungen (Anlage: Liste der Abkommen zur Erleichterung der Rückkehr ausreisepflichtiger Ausländer) VS-NfD

(04.03.2014)

E

Ehegattennachzug (auch: Scheinehe, Zweckehe, Mindestalter) Anhang VS-NfD - Sprachkenntnisse, Sprachzeugnisse, Nachweis einfacher Deutschkenntnisse beim Ehegattennachzug; Anlage Leitfaden GI zur Feststellung einfacher Sprachkenntnisse Beschreibung der Sicherheitsmerkmale von Sprachzeugnissen (VS-NfD) Muster von Sprachnachweisen (GI gültig bis 31.12.2013, GI gültig ab April 2013, telc gültig bis Prüfdatum 01.10.2013, telc Zertifikat und Ergebnisbogen gültig ab Prüfdatum 01.10.2013, ösd, TestDaF) Anhang VS-NfD

Eheschließung bei anschließendem Daueraufenthalt Einbürgerung (siehe: Intranetseite Ref. 505) Einreisesperre (auch: Betretenserlaubnis, Einreise- und Aufenthaltsverbot) Einreise und Aufenthalt von Angehörigen fremder Missionen sowie internationaler Organisationen (auch: Mitglieder fremder Missionen, entsandte Bedienstete an ausländischen Vertretungen, Hauspersonal, Ortskräfte, offizielle Reisen, Dienstreisen, Diplomatische Kuriere, Diplomatenpassinhaber, Dienstpassinhaber, Visa de Courtoisie) VS-NfD Entscheidung der Auslandsvertretung (auch: Ermessensausübung, Beteiligung von Ausländerbehörden im Visumverfahren) VS-NfD

Erlöschen des Aufenthaltstitels/ Beendigung der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts

(04.03.2014)

Erstbescheid (auch: Ablehnung, Minderjährige, Ermessensausübung, Rechtsmittelfähigkeit) Anlage zu Ziff. 7 des Beitrages (Erklärung nach Art. 8 III Visakodex) Erwerbstätigkeit, Arbeitserlaubnis, Arbeitsaufnahme (kurz- und langfristig) (siehe insbesondere: Selbständige Erwerbstätigkeit, Verhältnis Schengen-Recht - Nationales Recht sowie Visumpflicht); (auch: Arbeitsmarktzugang, Hochqualifizierte, , Fotomodelle) EU-Fahrerbescheinigung (04.03.2014)

F

Fachkräfte (auch: Aktionsprogramm der Bundesregierung - Beitrag der Arbeitsmigration zur Sicherung der Fachkräftebasis in Deutschland, green-card Programm) Fakultativanfragen (auch: Beteiligung der Ausländerbehörden) Familiäre Hilfeleistung (auch: außergewöhnliche Härte, besondere Härte) Familiennachzug allgemein (siehe auch: Ehegattennachzug, Kindernachzug, Vaterschaftsanfechtung und Visumverfahren zum Familiennachzug); (auch:

außergewöhnliche Härte, besondere Härte) Fiktionsbescheinigung (auch: Wiedereinreise) Flughafentransitvisum (A-Visum) (auch: Transitbereich) VS-NfD Forscher (aus Drittstaaten, auch: Aufnahmevereinbarung) Freizügigkeit Unionsbürger und Staatsangehörige der EWR-Staaten bzw. der Schweiz und deren Familienangehörigen (siehe auch: Daueraufenthaltsberechtigte (langfristig Aufenthaltsberechtigte-EG) und Studenten und europäisches Mobilitätsrecht); (auch: Einreise und Aufenthalt von Staatsangehörigen der EU-Mitgliedsstaaten und deren Familienangehörigen, EWR-Staatsangehörige, Schweizer Staatsangehörige, Drittstaatsangehörige) Freiwilligendienste sowie ein Muster für ein Merkblatt

G

Gebühren für die Erteilung eines Visums (vgl. auch: Visumserleichterungsabkommen der

EU) Gleichgeschlechtliche Partnerschaften (auch: eingetragene Lebenspartnerschaften) Gütertransport (auch: LKW-Fahrer)

H

Hauspersonal (04.03.2014) Einbindung von Honorarkonsuln in das Visumverfahren Anlage 1 (Datenschutzinformation und Einwilligungserklärung) und Anlage 2 (Personendaten für die Sicherheitsüberprüfung)

I

Informationsfreiheitsgesetz (IFG) - Umgang mit Anfragen zu Visumanträgen Internationale Organisationen/ Laissez-Passer-Dokument der Vereinten Nationen (auch:

Angehörige der VN)

(04.03.2014)

K

Kautionen Kindernachzug (siehe auch: Familiennachzug allgemein, Vaterschaftsanfechtung und

Visumferverfahren zum Familiennachzug); (auch: außergewöhnliche Härte, besondere Härte.

Sorgerecht); Musterformulierung für eine Einverständniserklärung Konsultationsverfahren (KZB-Verfahren) (auch:

(04.03.2013)

Terrorismusverdacht, Sofortabfrage/beschleunigtes Konsultationsverfahren, Datenabgleichverfahren) Konsultationspflicht nach Art. 22 / nach Art. 31 Visakodex, nationale Konsultationspflicht VwV zu § 73 AufenthG VS-NfD Künstler (auch: Tagesdarbietungen, Folkloregruppen, TänzerInnen, Fotomodelle, Film- und Fernsehproduktionen, Gastspielgruppen)

L

Längerfristig gültige D-Visa

Lebensunterhalt Lehrkräfte aus Drittstaaten

Lokale Schengen-Zusammenarbeit (LSZ) (auch: lokale Zusammenarbeit, konsularische

Zusammenarbeit, Schengen-Treffen)

(04.03.2014)

(04.03.2014)

M

Medizinische Behandlung (siehe auch: Rettungsflüge / Katastrophenhilfe); (auch:

Stellungnahmen zur

Notfälle) Messebesuch, Auf- und Abbau von Messeständen

Montage (auch: Betriebslehrgang, Exportlieferungsvertrag, Fertighausmontage)

, MEDEVAC, MEDEVAC-Verfahren, ( Krankenbehandlung,

(04.03.2014)

N

NATO-Truppenstatut (auch: Streitkräfte, SOFA Identification, Ziviles Gefolge)

O

Organisation von Visastellen (einschließlich outsourcing) (Leitfaden) (auch:

Ausschreibung im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern, Beratungsreisen durch Referat 510, Ortskräfteeinsatz, Etikettendruck, Etikettenverwaltung,

Gebührenannahme, Merkblätter, Terminvergabesystem), Muster eines vertretungsinternen Empfehlungsschreibens siehe Formularsammlung VS-NfD

P

Passpflicht/ Passanerkennung (Allgemeinverfügung zu Pässen und Passersatzpapieren,

Handbuch visierfähiger Dokumente, Reisedokumente, Fantasiepässe und Camouflagedokumente sowie Dokumente international nicht anerkannter Gebiete) VS-

NfD

Pflegefachkräfte (auch: Krankenpfleger, Medizinische Berufe)

Praktikum (auch: Ferienbeschäftigung, ZIHOGA) Prostitution (04.03.2014)

R

Referenzen im Visumverfahren RegisterportalReiseausweis für Ausländer Reiseausweis für Flüchtlinge (Asylberechtigte im Ausland, Asylstatus (auch: Genfer Flüchtlingskonvention, Passersatz) ReisebüroverfahrenReisekrankenversicherung (auch: Diplomatenpassinhaber, Dienstpassinhaber, Versicherungsschutz) Reiseschutzversicherungen/ Reiseschutzpässe (auch: Carnet de Touriste) Remonstrationsverfahren (auch: Ablehnung, Amtssprache, Akteneinsicht, Ermessensausübung) Formulierungshilfe (VS-NfD) Remonstrationsbescheid Schengenvisum

Kurz-Remonstrationsbescheid bei Schengenvisa RE und MusterRettungsflüge/ Katastrophenhilfe (auch: Befreiung von der Passpflicht und Visumpflicht) RK-Visa (Benutzerhandbuch, allgemeine Informationen)Rückmeldungen im Visumverfahren (auch: AZR/SIS-Rückmeldungen, Antwortkürzel, Ausländerzentralregister, Bundesverwaltungsamt (BVA), Zurückweisungen wegen Namensgleichheit, Identitätsüberprüfung, Sirene Deutschland) Anlage 1-6, Anlage 7 (Staatenliste) VS-NfD

S

Sachverhaltsermittlung/Amtsermittlung, Mitwirkungspflichten, Anhörungen (auch:

Amtssprache, Laufzettel, Beweismittel) Schaustellergehilfen (auch: Reisegewerbe, Zirkusbetriebe)

Schengen-Historie (auch: Vertrag von Amsterdam) Schüler (auch: Berufliche Fortbildung) VS-NfD Schüleraustausch Seeleute (auch: Rückflaggung von Seeschiffen) VS-NfD Selbständige Erwerbstätigkeit (siehe auch: Beitrag Erwerbstätigkeit) Sonderregelungen für bestimmte Drittstaatsangehörige ("Pol-Fall"-Regelung - Nordkorea / SYPHORE - Iran, Diplomatenpassinhaber, Dienstpassinhaber) TRE zu Gastwissenschaftlern und Proliferationsrisiken sowie Anlagen zum TRE TRE vom 18. Dezember 2013 zu den Auflagen im Visum-Verfahren von Gastwissenschaftlern VS-NfD Sportler (auch: Berufssportler und Berufstrainer, Aufwandsentschädigung, Internationale Sportveranstaltungen) (04.03.2014)

Sprachkurs Statistik Stipendiaten Studenten (auch: Sperrkonto) VS-NfD Studenten und europäisches Mobilitätsrecht (auch: Drittstaatsangehörige Studenten) Studienbewerber

(04.03.2014)

T

Teilbeauftragung (auch: Unterschriftsbefugnis, Zeichnungsbefugnis)

U

Urkundenüberprüfung

V

"Vander Elst"-Regelung/ Dienstleistungserbringung (auch: Drittstaatsangehörige, Dienstleistungsfreiheit, Dienstleistungserbringung EU) und Mustermerkblatt (siehe auch:

Dienstleistungserbringung durch türkische Staatsangehörige) Vaterschaftsanfechtung und Visumverfahren zum Familiennachzug (entfällt, da das Bundesverfassungsgericht mit

dem am 30.1.2014 veröffentlichten Beschluß vom 17.12.2013 (1 BvL 6/10) die im Jahr 2008 eingeführten Regelungen zur behördlichen Vaterschaftsanfechtung für verfassungswidrig und

nichtig erklärt hat)

vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Missbrauch im Visumverfahren, Korruptionsprävention (auch: Berichtspflicht, regelmäßige Prüfung von Visumunterlagen, Rotation der Ortskräfte) VS-NfD

Verhältnis Schengen-Recht - Nationales RechtVerlängerung und Einholung eines Aufenthaltstitels im InlandVerpflichtungserklärung (auch: Bonitätsprüfung, Einladung, Lebensunterhalt)

Verdacht auf Unregelmäßigkeiten -Korruption in der Visastelle;

Belehrung zur

(Vorder- und Rückseite) zum Ausfüllen am APC ("springen" mit F11) Vertretung von Schengen-Partnern und weitere Formen der Zusammenarbeit unter den Schengen-Partnern (auch: Ablehnung, Gemeinsame Visastellen / Gemeinsame Unterbringung) Verwaltungsstreitverfahren, Anfechtungsklagen (auch: Ermessensausübung, Klage, Klageerwiderung, einstweilige Anordnung, Untätigkeitsklage, Verpflichtungsklage) Mustertexte Anlagen 01 – 11 Vielreisende VIS (Visa-Informationssystem) ; Übersicht des Rollout

Visa-Warndatei VS-NfD Visumerleichterungsabkommen der EU mit anderen Staaten (Abkommenstexte und

Richtlinien siehe Materialsammlung)

Visumetiketten - Praktische Hinweise zum Ausfüllen/ Aufbringen in den Pass (auch:

handschriftliche / manuelle Ausstellung von Visa, Minderjährige)

Visumetiketten, Reiseausweise für Ausländer, Blattvisa, Verpflichtungserklärungsvordrucke; Bestellung, Versand, Aufbewahrung, Verwaltung und Behandlung (auch: Bundesdruckerei, Weitergabe von Vordrucken) Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit (VRG) (auch: räümlich beschränktes Visum - RBV / VTL) VS-NfD Visumpflicht (auch: Erwerbstätigkeit)

;

bundeseinheitliches Merkblatt des BMI zur

;

Schablone der VE

(04.03.2014)

(04.03.2014)

W

WerkvertragsarbeitnehmerRücknahme und Widerruf / Annullierung und Aufhebung von Visa VS-NfD Wiederkehranspruch für Ausländer (auch: außergewöhnliche Härte, besondere Härte)

Wissenschaftler (auch: Gastwissenschaftler) Working Holiday-Visum (auch: Ferienbeschäftigung)

Z

Zuständigkeit deutscher Auslandsvertretungen (auch: gewöhnlicher Aufenthalt, grenznahe

Ermächtigung) Zustimmung/Vorabzustimmung/Beteiligung der Ausländerbehörde (auch:

Schweigefristverfahren) Zweckwechsel (auch: Berufsausbildung, Berufliche Fortbildung)

Quellen:

§ 82 AufenthG Ziff. 27.0.5 VwV-AufenthG

Abstammungsgutachten

Der Antragsteller ist für die Geltendmachung von für ihn günstigen, d.h. insbesondere antragsbegründenden Umständen mitwirkungs- und auch beweispflichtig, vgl. § 82 AufenthG. Verweigert er seine Mitwirkung, wird der Visumantrag regelmäßig abzulehnen sein. Über diese Rechtsfolge ist der Antragsteller vorab zu belehren.

Bei begründeten Zweifeln an der Abstammung/Familienzugehörigkeit eines Antragstellers, die auf andere Weise insbesondere durch Vorlage von Dokumenten nicht ausgeräumt wer- den können, kann die Erstellung eines Abstammungsgutachtens (auf Kosten des nachweis- pflichtigen Antragstellers) in Betracht kommen. Diese Möglichkeit des Abstammungsnach- weises ist insbesondere von Bedeutung bei Anträgen auf Familiennachzug aus Herkunfts- staaten mit unzuverlässigem Urkundenwesen, in denen die Beschaffung von erforderlichen urkundlichen Nachweisen erschwert, nur mit übermäßigem zeitlichen Aufwand möglich oder gänzlich unmöglich ist. Wegen der Freiwilligkeit eines Abstammungsgutachtens und der ge- botenen Einzelfallbetrachtung ist es unzulässig, ein Abstammungsgutachten generell als ein- zig mögliche oder zuverlässige Nachweisart in Bezug auf einen bestimmten Herkunftsstaat darzustellen.

In der Praxis hat sich das Abstammungsgutachten aufgrund von Speichelproben als zuver- lässig und zudem kostengünstig bewährt. Der Ablauf eines solchen Abstammungstests stellt sich wie folgt dar:

Der Antragsteller beauftragt ein deutsches Institut seiner Wahl mit der Durchführung des Ab- stammungsgutachtens und zahlt üblicherweise bereits einen Kostenvorschuss ein. Das beauf- tragte Institut versendet das sog. „Entnahme-Kit“ an die örtlich zuständige Auslandsvertre- tung. Nach dortigem Eintreffen des „Kit“ wird die zu untersuchende Person vorgeladen. Die Speichelprobe wird durch einen Vertrauensarzt entnommen und mittels Kurierunternehmen an das beauftragte Institut versandt. Steht kein Vertrauensarzt zur Verfügung, ist auf andere Wei- se sicher zu stellen, dass tatsächlich der Antragsteller untersucht wird. Die Kosten des Ver- trauensarztes sowie des Kurierunternehmens sind durch den Antragsteller vor Ort zu entrich- ten. Parallel hierzu erfolgt die Speichelentnahme der im Bundesgebiet lebenden Referenz- person entweder direkt durch das beauftragte Institut oder das örtliche Gesundheitsamt. Nach Vorliegen der Speichelproben kann das Abstammungsgutachten üblicherweise binnen zwei bis vier Wochen erstellt werden.

Die Gendiagnostik-Kommission hat sich zur Erstellung von Vaterschaftstests dahingehend geäußert, dass ein Gutachten nur als “richtlinienkonform” gilt und nicht bereits aus formalen Gründen angegriffen werden kann, wenn die Mutter des Kindes in die Untersuchungen einbezogen wurde. Hierauf darf nur aus zwingenden Gründen verzichtet werden, da ansonsten Abstriche bei der Sicherheit des Gutachtens gemacht werden.

Die

(http://www.dakks.de/sites/default/files/71_sd_3_014_gremienbeschluesse_fuer_den_bereich

Deutsche

Akkreditierungsstelle

hat

daher

den

Gremienbeschluss

71

SD

3

014

Abstammungsgutachten 58. Ergänzungslieferung; Stand: 09/2014

_forensik_20140113_v1.6.pdf) am 31.01.2014 aktualisiert. Dieser besagt zum Untersuchungsumfang von Abstammungsuntersuchungen:

1. Die Kindesmutter soll in jedem Fall untersucht werden.

2. Beispiele für den Verzicht auf die Einbeziehung der Kindesmutter im Ausnahmefall

sind:

a.

wenn sie verstorben ist;

b.

wenn sie kein Sorgerecht besitzt und nicht mit dem Kind zusammenlebt;

c.

wenn sie nicht einwilligungsfähig i. S. §14 GenDG ist;

d.

wenn das Kind volljährig ist;

e.

wenn sie nicht die biologische Mutter des Kindes ist.

3. Muss auf die Einbeziehung der Kindesmutter verzichtet werden, ist der Grund des Verzichts im schriftlichen Gutachten zu dokumentieren. Im Gutachten ist dann darauf hinzuweisen, dass die genetische Abstammung des Kindes von der Mutter nicht gesichert ist. In jedem Fall ist eine wirksame Einwilligung für das Kind nach den Vorgaben von §17, Abs. 3 GenDG in die Untersuchungen erforderlich. Außerdem ist eine AVACH von mind. 99,999% nach den Vorgaben von Abschnitt III.6.1. der Richtlinie der Gendiagnostik-Kommission (GEKO) für die Anforderungen an die Durchführung genetischer Analysen zur Klärung der Abstammung und an die Qualifikation von ärztlichen und nichtärztlichen Sachverständigen gemäß § 23 Abs. 2 Nr. 4 und Nr. 2b GenDG (Fassung vom 17.07.2012) einzuhalten und ggf. der Untersuchungsumfang anzupassen.

Auslandsvertretungen, die häufiger Abstammungsgutachten durchführen lassen, sollten ein Merkblatt für Antragsteller bereit halten, aus dem Ablauf und ungefähre Kosten des Verfah- rens hervorgehen.

Eine Liste deutscher Institute, die einen Abstammungstest mittels Speichelprobe durchführen, kann über die Homepage des Bundesverbandes der Sachverständigen für Abstammungs- gutachten e.V. (www.vaterschaftstest.de) oder der Kommission zur Feststellung der Qualifi- kation von Abstammungsgutachtern (www.kfqa.de) abgerufen werden.

Abstammungsgutachten 58. Ergänzungslieferung; Stand: 09/2014

Adoleszenzgutachten

Quellen:

§ 82 AufenthG

Insbesondere bei Visumanträgen zum Kindernachzug kann es entscheidungserheblich sein, das Alter des Antragstellers festzustellen. Bestehen begründete Zweifel an der Richtigkeit der Angaben im Visumantrag und bieten auch die vorgelegten/angeforderten Dokumente keinen überzeugenden Beleg für das Alter, kommt die Durchführung eines Altersgutachtens in Betracht.

Der Antragsteller ist für die Geltendmachung von für ihn günstigen, d.h. insbesondere antragsbegründenden Umständen mitwirkungs- und auch beweispflichtig, vgl. § 82 AufenthG. Verweigert er seine Mitwirkung, wird der Visumantrag regelmäßig abzulehnen sein (da der Nachweis für das Vorliegen der Voraussetzungen für den Familiennachzug nicht erbracht wurde). Über diese Rechtsfolge ist der Antragsteller vorab zu belehren.

Mit der Durchführung des Adoleszenzgutachtens kann gegen Kostenvorschuss z.B. ein Vertrauensarzt der Botschaft beauftragt werden.

Verfügt die Auslandsvertretung über keinen Arzt ihres Vertrauens, muss der Antragsteller einen in Deutschland ansässigen Sachverständigen beauftragen, in der Regel ist ein entsprechender Kostenvorschuss einzuzahlen. Sobald dies geschehen ist, wird sich der beauftragte Sachverständige mit der zuständigen Auslandsvertretung in Verbindung setzen und ihr mitteilen, welche konkreten Röntgenaufnahmen für die Adoleszenzbegutachtung erforderlich sind. Erst nach Vorliegen dieses Auftrages können die Röntgenaufnahmen durch ortsansässiges Fachpersonal gefertigt werden. Hierbei muss sich die Auslandsvertretung (etwa durch Begleitung des Antragstellers) davon überzeugen, dass die Aufnahmen tatsächlich von der Person des Antragstellers gefertigt werden. Anschließend sind die Bilder an das entsprechende Institut in Deutschland weiter zu leiten.

Adoleszenzgutachten 43. Ergänzungslieferung,, Stand: 06.11.2009

Akteneinsicht und Auskünfte im Visumverfahren

Quellen:

- § 29 VwVfG analog

- Art. 17 GG

- Informationsfreiheitsgesetz (IFG)

- § 19 BDSG

I. Recht auf Akteneinsicht im Visumverfahren

Das Recht auf Akteneinsicht hat verfassungsrechtlich einen hohen Rang: Es ist wesentlicher Teil der im Rechtsstaat grundsätzlich unverzichtbaren Mitwirkungsrechte der Beteiligten eines Verwaltungsverfahrens. Nach Maßgabe von § 2 Abs. 3 Nr. 3 VwVfG ist § 29 VwVfG daher von den Auslandsvertretungen auf das Visumverfahren an die besonderen Verhältnisse im Ausland angepasst entsprechend anzuwenden. Das Rechtsstaatsprinzip verpflichtet die Auslandsvertretungen dazu, im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Beteiligten im Visumverfahren (bzw. deren Bevollmächtigten) Akteneinsicht zu gewähren. Beteiligte i.S. dieser Regelung sind diejenigen, die ein Visum beantragt haben. Ihrem berechtigten Interesse auf Akteneinsicht im Visumverfahren kann Rechnung getragen werden durch:

Akteneinsicht vor Ort in der Auslandsvertretung (§ 29 Abs. 3 VwVfG analog),

Fertigung und Übersendung von Kopien einer begrenzten Zahl von genau

bezeichneten Seiten der Akte (nur sofern dies der Auslandsvertretung vor Ort möglich ist und die Antragsteller die Kosten hierfür übernehmen, ggf. per Kostenrechnung. Beachte § 29 Abs.

2 VwVfG analog),

Akteneinsicht bei der gem. § 31 Abs. 1 AufenthV am Verfahren beteiligten

innerdeutschen Ausländerbehörde (Verfahren im Normalfall). In Verfahren, in denen gem. § 31 Abs. 1 AufenthV eine Ausländerbehörde beteiligt ist,

empfiehlt es sich regelmäßig, die Antragsteller auf die Möglichkeit der Akteneinsicht bei der innerdeutschen Ausländerbehörde hinzuweisen. In diesen Fällen soll die Auslandsvertretung gegenüber der Ausländerbehörde schriftlich ihr Einverständnis mit der Akteneinsicht durch die Antragsteller oder deren Vertreter erklären.

Im Regelfall wird die Gewährung von Akteneinsicht nicht im laufenden Verfahren in Betracht kommen, sondern erst, wenn der Erstbescheid ergangen ist. Gem. § 29 Abs. 1 S. 2 VwVfG besteht kein Recht auf Einsicht in Entscheidungsentwürfe oder Arbeiten zu deren unmittelbarer Vorbereitung. Die Mehrzahl der übrigen Unterlagen sind den Betroffenen i.d.R. bekannt, da sie sie selbst eingereicht haben. Insofern besteht ein Interesse an der Akteneinsicht üblicherweise auch erst nach Erlass des Erstbescheides.

Die Einschränkungen des § 29 Abs. 2 VwVfG gelten auch im Visumverfahren analog:

Die Auslandsvertretung ist daher nicht zur Gestattung der Akteneinsicht verpflichtet, soweit dadurch die ordnungsgemäße Erfüllung ihrer Aufgaben beeinträchtigt wird. Auch unter diesem Aspekt wird die Gewährung von Akteneinsicht vor dem Erlass des Erstbescheids nur in Ausnahmefällen in Betracht kommen.

Akteneinsicht und Auskünfte im Visumverfahren 53. Ergänzungslieferung; Stand: 03/2013

Es besteht ebenfalls keine Verpflichtung zur Gewährung der Akteneinsicht, wenn die Ablehnung des Visums auf Informationen der Sicherheitsbehörden zurückgeht, die nicht ohne deren Einverständnis den Betreffenden bekannt gemacht werden dürfen oder in Fällen, in denen die Vorgänge wegen berechtigter Interessen der Beteiligten oder dritter Personen geheim gehalten werden müssen (dies kann z.B. auf Berichte zu Urkundenüberprüfungen zutreffen). Liegen derartige Bedenken vor, ist die Akteneinsichtnahme abzulehnen.

II. Erteilung von Auskünften

1. Auskünfte an die Antragsteller

Der Person, die ein Visum beantragt hat, soll zu jeder Zeit des Verfahrens Auskunft erteilt

werden. Die Form der Auskunftserteilung steht den Auslandsvertretungen frei; jedoch sollte sichergestellt sein, dass keine Zweifel an der Identität der anfragenden Person bestehen.

2. Interessierte Dritte, Einladende, Ehepartner

Die im Visumverfahren erhobenen Informationen unterliegen grundsätzlich dem Datenschutz. Schützenswerte persönliche Daten wie z.B. eine strafrechtliche Vergangenheit von Antragstellern oder deren berufliche und finanzielle Verhältnisse dürfen aus datenschutzrechtlichen Gründen Dritten (auch Ehepartnern) grundsätzlich nicht mitgeteilt werden (siehe auch Beitrag "Datenschutz im Visumverfahren"). Anders ist es, wenn die oder der Dritte eine schriftliche Vollmacht des Antragstellers bzw. der Antragstellerin vorlegt oder wenn aus anderen Gründen eine entsprechende Vertretungsmacht besteht (gesetzliche Vertretung/Eltern). In diesem Fall kann uneingeschränkt Auskunft über den Stand des Visumverfahrens erteilt werden. Auch hier ist darauf zu achten, dass keine Zweifel an der Identität der anfragenden Person bestehen. Interessierte Dritte wie z. B. Einladende oder Ehepartner sind bei Anfragen zu einem Visumverfahren auf die Möglichkeit der Bevollmächtigung (und der Remonstration) hinzuweisen. Eine Vollmacht kann in jedem Stadium des Verfahrens erteilt und eingereicht werden (ggf. auch bereits mit den Antragsunterlagen). In RK-Visa kann der Bevollmächtigte auf Reiter 5 „(Sonstiges)“ erfasst werden.

3. Anfragen von Abgeordneten

Anfragen von Abgeordneten des Deutschen Bundestags (MdB) sind auch in

Visumangelegenheiten immer prioritär und sensibel zu handhaben:

Ein verfassungsrechtlich besonders geschütztes, umfassendes Auskunftsrecht von MdB kommt im Wesentlichen im Zusammenhang mit Petitionen gem. Art. 17 GG in Betracht. Ansprechpartner für den Petitionsausschuss ist ausschließlich Referat 011. Auch eventuelle Bitten um Akteneinsicht in laufenden Petitionsverfahren zu Visumfällen werden von Referat 011 abgewickelt. Einfache Anfragen von MdB in Visumangelegenheiten (z.B. im Rahmen der Wahlkreisarbeit) stehen nicht im Zusammenhang mit Art. 17 GG. Daher sind bei solchen Anfragen die datenschutzrechtlichen Vorgaben zu beachten. Bei telefonischen Anfragen von MdB sollte um formlose schriftliche Anfrage per e-mail über Referat 011 gebeten werden; unmittelbar sollte eine Auskunft nur in Ausnahmefällen und dann im Rahmen des rechtlich Zulässigen erteilt werden. Schriftliche Anfragen von MdB oder deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Visumangelegenheiten sind immer über Ref. 011 zu beantworten (vgl. RES 3-4). Einzige Ausnahme: Anfragen von Mitgliedern des Haushaltsausschusses. Sie werden über Ref. 109 beantwortet.

Akteneinsicht und Auskünfte im Visumverfahren 53. Ergänzungslieferung; Stand: 03/2013

Sofern eine schriftliche Anfrage der Auslandsvertretung unmittelbar zugeht, wird gebeten, sie mit einer Stellungnahme der Vertretung elektronisch an Referat 509 (cc Referat 011 bzw. 109) weiterzuleiten. Die Beantwortung erfolgt in aller Regel durch die Zentrale.

Anfragen von Abgeordneten eines Landesparlaments Für Anfragen von Präsidenten eines Landesparlaments gelten die für MdB genannten Grundsätze. Für Anfragen anderer Abgeordneter eines Landesparlaments liegt die Federführung grundsätzlich bei Referat 509. Ref. 011 wird in diesen Fällen nur dann beteiligt, wenn dies aus spezifischen Umständen des Einzelfalls heraus angezeigt scheint.

Anfragen von Abgeordneten des Europäischen Parlaments werden von Referat E02 beantwortet. Die für MdB genannten Vorgaben gelten entsprechend. Bei telefonischen Anfragen sollte um formlose schriftliche Anfrage bei E02 gebeten werden. Schriftliche Anfragen, die einer Auslandsvertretung unmittelbar zugehen, sollten mit einer Stellungnahme der Vertretung an Referat 509 (cc E02) weitergeleitet werden.

III. Sonstige Informationsrechte

1. Informationsrechte nach dem IFG

Das Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes (Informations- freiheitsgesetz -IFG-) gewährt jedem einen Anspruch auf Auskunft, Akteneinsicht oder anderweitigen Informationszugang, und zwar grundsätzlich ohne Angabe von Gründen oder Geltendmachung eines subjektiven rechtlichen Interesses. Eine Begründung ist ausnahmsweise dann erforderlich, wenn Zugang zu personenbezogenen Daten Dritter beantragt wird. Der Anspruch auf Informationszugang steht allerdings unter dem Vorbehalt der im IFG normierten Ausnahmetatbestände (s. dazu auch Beitrag „Informationsfreiheitsgesetz“).

Der Anspruch auf Informationszugang nach dem IFG besteht parallel zu einem eventuellen Anspruch auf Akteneinsicht nach § 29 VwVfG analog (vgl. § 1 Abs. 3 IFG). Es besteht für die Auslandsvertretungen keine Verpflichtung, Auskunftsersuchende ausdrücklich auf das IFG hinzuweisen. Grundsätzlich ist ein Antrag eines Verfahrensbeteiligten oder seines Rechtsbeistands auf Akteneinsicht in einem Visumverfahren als ein Antrag auf Akteneinsicht nach VwVfG analog auszulegen. Nur bei konkreten Zweifeln sollte durch Rückfrage beim Auskunftsersuchenden geklärt werden, ob eine Auskunft bzw. Akteneinsicht unter Berufung auf das IFG begehrt wird. Beruft sich der Auskunftsersuchende jedoch erkennbar oder ausdrücklich auf das IFG, so richtet sich die Akteneinsicht und das hierbei zu beachtende Verfahren ausschließlich danach (s. auch Beitrag „Informationsfreiheitsgesetz“ sowie RES 20-91). Ausführliche Hinweise zum Verfahren nach dem IFG (auch zu den Kosten) sind auch auf der Intranetseite des Referats 505 verfügbar.

2. Auskunft nach § 19 Bundesdatenschutzgesetz

Diese Vorschrift gewährt Betroffenen einen Anspruch auf unentgeltliche Auskunft über die zu

ihrer Person gespeicherten persönlichen Daten. Der Anspruch bezieht sich ausschließlich auf die personenbezogenen Daten. Es muss also weder Akteneinsicht gewährt noch müssen Kopien von Verwaltungsvorgängen oder Informationen zum Verfahren übermittelt werden. Vgl. auch Beitrag „Datenschutz im Visumverfahren“.

Akteneinsicht und Auskünfte im Visumverfahren 53. Ergänzungslieferung; Stand: 03/2013

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\"~'C';'-N,.,lDE----igeschwärzte Version ist nicht VS-NfD eingestuft

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Allgemeine Voraussetzungen für die Erteilung nationaler VIsa

OLlelIen:

§§ 1,2,3,5, 11,53-55,73 AufenthG

I. Regelerteilungsvoraussetzungen

Die Erteilung eines nationalen Visullls (Kategorie D) ist zunächst davon abhängig, dass zu- sätzlich zu den besondercn Tatbestandsvoraussetzungen der fÜr den jeweiligen Aufenthalts- zweck maßgeblichen Reehtsgrundlage (Kapitel 2. Abschnitte 3 bis 6 dcs AufcnthG) gemäß § 5 Abs. I AulenthG in der Regel folgende Voraussetzungen erfÜllt sind:

1. Passptlicht 3 AufenthG i.V.m. § 5 Abs. I Nr. 4 AufenthG)

Gemäß § 5 Abs. I Nr. 4 AufenlhG setzt die Eltcilung eines Aufcnthal1stitels grundsätzlich voraus. dass die Passptlicht nach § 3 AufcnthG erfUlIt wird. Einreise und Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland kommen danach nur mit einem anerkannten und gültigen Pass- dolnnnent in Betracht. es sei denn, der Betreffende ist von der Passpl1iebt befreit.

Vgl. hierzu auch den Beitrag .J'asspjlichtiPassanerkclIl/llI/g".

2. Gesicherter Lebensunterhalt 5 Abs. I Nr. I l.V.m. § 2 Abs. 3 AufenthG)

Der Antragsteller muss im VJsumverfahren nachweisen. dass er Über ausreichende Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhaltes verfÜgt. § 2 Abs. 3 AufenthG enthält eine genaue Delini- tion zum BegritT der Sicherung des Lebensunterhalts. Nähere Einzelheiten können auch Zitf. 2.3 der VwV zum AufenthG entnommen werden, vgl. auch den Beitrag ,.Lebensllnlerhalt

(Fall1ilielll/llch:lIg) '".

3. Nach"eis von Identität und StaatsangelJörigkeit 5 Abs. 1 Nr. la Aur"nthG)

Die 1dentität de, Antragstellers muss geklärt sein. Falls der Antragsteller nicht zur Rückkehr in eincn anderen Staat berechtigt ist. muss seine Staatsangehörigkeit geklärt sein. 1m Regelfall dürftc die Identität anh~nd des vorgelegten Passes bzw. Passersatzes (vgl. Zifr. J) nachgewiesen sein. Auch \VellJl eine Ausnahme von der Passpflicht zugelassen wird (vgl. § 3 Abs. 2 AufenthG). setzt dics immer voraus. dass die Identität nicht in Zweifel steht. Weitere Hinweise zm ldentitätsplüfung enthält Ziff. 5.l.Ja VwV-AulenthG.

4. Nichtvorliegen eines Answeisungsgrnudes (~ 5 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG)

Gegen den Ausliinder darf kein Ausweisuugsgrund vorliegen. Wichtigste Erkenntnisquclle für

AZR, vgl. hierzu aueh den

das Vorliegen von Ausweisungsgründen ist die

Beitrag .,A ZR -/SIS-Abji-age/llückmeldul1giAIISk{ll1ft".

Abll·age des

Allg. VOm\l~Sdzullgl.'n Iilr tli

:

Encilung nationaler Vba

::,Z Ergäll7.Ungsliefenlllg: Stand: O~ 2ul ~

Ist einer der in den §§ 53 bis 55 Auli;nthG beschricbencn Auswcisungsgründe erfullt, darf der Aufenthaltstitel in der Regel nicht erteilt werden. Im Unterschied zur Ausweisung selbst muss im Visumverfahren nicht geprüft werden, ob dcr Ausländer - befandc er sich im Inland - auch enllesseusfehlerfrei ausgewiescn wcrden könntc. Der Ausweisungstatbestand muss nur objek- tiv crfüllt sein. Allerdings ist darauf zu achten. dass der Ausweisungsgrund noch aktuell sein und seine Berücksichtigung angesichts des beabsichtigten Auümthaltszweeks und cvtl. schutzwürdiger Interessen des Ausländers dem Grundsatz der Verhiiltnisrnäßigkeit cnt- sprechen muss. Hiertlir lässt die FonllUliel1l11g "in der Regel" ausreichcnd Spielraum. Zur Verwertbarkeit straü'echtlicher Verurteilungen s. Zifr. 5.1.2.3.1 f. VwV-AufenthG.

In Fällen des Familienuachzugs kann gemäß § 27 Abs. 3 AufenthG von dieser Regelertei- lungsvoraussetzung abgesehen werden. Näheres hierzu s. liff. 5.1.2.4 VwV-AufeuthG. Sofem eiu Ausländer bereits tatsächlich ausgewiesen wurde und die Wirkungen der Ausweisung andaucrn, ist dies ein zwingcndcr Versagungsgrund gemäß § I I AufenthG (siehe liff. n).

5.

Keine

Beeinträchtigung

oder

Gefährdung

von

Interessen

der

Bundesrepublik

Deutschland bei Erlllessenscntscheidungen 5 Abs. I Nr. 3 AufenthG)

Diesc Rcgelerteilungsvoraussctzung ist aussehlielliieh in den Fällen zu prüfcn, in dcncn kein Anspruch auf [rteilung eines Aufenthaltstitels besteht und daher über die Erreilung nach Ermessen entschieden wird (z.8. bei Beantragung eines nationalen Visums zur Arbeitsauf- nahme). Danach darf der AulCnthall des Ausländcrs nicht aus einem sonstigen Grund Inter- essen der Bundcsrepublik Deutschland beeinträchtigen oder gefährden. Es hesteht ein grund- legcndes öffentliches Interesse daran, dass sich die Einreise nach und der Aufenthalt in Deutschland in geregelten Bahncn vollziehen ("gl. lifT. 5.1.3.2.1 VwV-AnfenthG). Eine Be- einträchtigung öffentlicher interessen liegt insbesondere ,·or. \\'enn der Antragstelh,:r beabsich- tigt, ein Visum zu einem andcren als dem beantragten Aufenthaltsz\\'eck (beispielsweise zur Aufnahme eincr illegalen Erwerbstätigkeit) zu nutzen bzw. ein Visum, das nicht zum dauerhaften Aufenthalt berechtigen soll, zur daucrhaften Aufenthaltsnahmc III Deutschland zu nutzen (Prüfung von Aufenthaltszweck und ggf. Rückkehrbereitschaft).

Das Vorliegen der Möglichkeit und der Bereitschaft 7ur Riicld,chr des Antragstellers in das Herkunftsland ist somit als Regelcrteilungsvoraussctzung in jcdcm Einzelfall festzustellen, sofcrn nur ein vorübergehender Aufenthalt gewährt werden soll (z.H. Au-pair. Werkvertrag u.ä., nicht abcr: familienzusammenllihrung). Ilinweise auf die fehlende Rückkehrabsicht er- geben Sich aus tatsächlichen Indizien in dcr Person des Antragstellers. aufgrund derer auf mangelnde VerlVlJrzc1ung des Ausländers im Herkunllsslaat geschlossen werden kann. oder aus Regel\'erletzungen anliisslich vorangehender Ausreiseptliehten, es sei denn. die Gefahr einer Wiederholung ist insoweit nicht mehr zu bejahen.

ist übliehcrwei,e auf die familiäre,

soziale und wirtschaftliche Bindung des Antragstellers an seinen Heimatstaat abzu- stellen. Entseheidcnd ist. dass der Antragsteller eine konkrete und glaubwürdige Rückkehr- perspektive im Heimatstaat angibt bzw. darlegen bnll.

Für die Beurteilung eincr hinreichenden

Verwurzelung"

In Bezug auf vorgcnannte Umsttindc, welche die hinreichende Bindung an den Heimatstaat

lllld damit dic Rückkehrabsicht belegen kÖtlllCn, bcsteht die Darlegungsobliegenheit des An-

tragstellers nach § 82 AufenthG. Er muss -

insbesondere in Zweifelsl1illen - entsprechende

rillig, VoraUS5~lzllngen fUrdk Encilung n.lliol1:\ler Vis:\

'i~_ Erg:inzungsliefc:nmg: SI,md: 02 '21)12

Tatsachen schlüssIg vOltragen uno gegebenenfalls durch geeignete Unterlagen nachweisen. Eine weitere Überprüfung der Plausibilität des vorgetragenen Aufenthaltszweeks sollte grund- sätzlich im persönlichen Gespräch mit dem Antragstcller erfolgen. Die Auslandsvertretung sollte insoweit im Rahmen ihr<:r Möglichkeiten in Zwcifelsfallen einfach" Überpliifll1lgcn zu Echtheit und inhaltlicher Richtigkeit der Angaben und hierzu vorgelegter Dokumentc bspw. in Form telefonischer Erkundigungcn vornehmcn. Maßgeblich ist st<:ts die Betrachtung aller im Einzelfall ersiehtlichcn Umstände unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten im Herkunftsstaat (keine sehematischcn Wcrnlllgen).

Kann der tatsächliche Aul"enthaltszweck bzw. die Rückkehrabsicht nach alledcm nicht fest- gestellt wcrdcn. so ist das Visum man~els Vorliegen der I!esetzlichen Tatbestands\oraus- setzung des § 5 Abs. I NI". 3 AufenthG zu versagcn. sofern nicht cin atypischcr Sachverhalt vorliegt, welcher ausnahmsweise ein Absehen von der Regelerteilungsvoraussetzung recht- fertigen kann (s.u.).

Regelerteilungsvoraussetzung recht- fertigen kann (s.u.). - Liegen die Erteilungsvoraussetzungen des § 5 Abs. 1
Regelerteilungsvoraussetzung recht- fertigen kann (s.u.). - Liegen die Erteilungsvoraussetzungen des § 5 Abs. 1
Regelerteilungsvoraussetzung recht- fertigen kann (s.u.). - Liegen die Erteilungsvoraussetzungen des § 5 Abs. 1

-

Regelerteilungsvoraussetzung recht- fertigen kann (s.u.). - Liegen die Erteilungsvoraussetzungen des § 5 Abs. 1

Liegen die Erteilungsvoraussetzungen des § 5 Abs. 1 AufenthG nicht vor. darf das Visum in der Rcgel nicht erteilt wcrdcn. Von dieser Rcgcl bnn nur abgewichen werden, wellll einc der folgenden Ausnahmen vorlicgt:

• einc spczielle Erteilungsvorschrifl sieht vor. dass von einzelnen Regelelteilungs- voraussetzungcn abzusehen ist (vgl. § 28 Abs. I AufcnthG) odcr abgesehen werden kanll (vgl. § 29 Abs. 2 AnfenthG), odcr

• es handelt sich um die Erteilung eines Aufcnthaltstitels aus völkerrechtlichcn. huma- nitären oder politischen Gründen 5 Abs. 3 i.V.m. §§ 22 bis 26 AufenthG), oder

• es handelt sich um einen bcsonders gelagel1cn Einzelfall (,.atypischer Fall"), der eine Ausnahme von einer (odcr mehreren) RcgcJcrtcilnngsvoraussetzlingen rechtfertigt. Zum Vorliegen eines atypischcn Falls wird ergänzend auf Ziff. 5.0.2 VwV-AufenthG sowic dcn Beitrag ,.Lebensunterhalt" verwiesen.

,\Hg. Vorau~o;;.l:tzullgell filr di~ Etteilllllg Il:'Hi(lllaler Vis:\

52

ErglhlLungsliet't'nmg: Stand O~'1UI~

11. Zwingende Vcrsagungsgriinde

Neben der Überprüfung der RegelerteilungsvoraussetZllngen ist darüber hinaus zu prüfen, ob ggf. einer der nachfolgenden zwingenden VersagungsgrÜllde vorliegt:

I. Einreise- und Aufenthaltsverbot 11 Abs. 1 AufcnthG)

Gemäß § 11 Abs. I S. I AufenthG I1ihren folgende aufenthaltsbeendende Maßnahmen zu einem Einreise- und Aufenthaltsverbot:

a)

Ausweisung (§§ 53 bis 55 AufenthG)

b)

Abschiebung (§ 58 AufenthG) oder Absehiebungsanorclnung (§ 58 a AufcnthG)

e)

ZUfückschiebung 57 AufenthG).

a AufcnthG) e) ZUfückschiebung (§ 57 AufenthG). All;,,;" Voruus;;<:rzungen iHr die crteihlllg

All;,,;" Voruus;;<:rzungen iHr die crteihlllg llatiC"naler Visa :'2. Er:,;Hl\1l1llg:-lieli.'l1lflg; SI,)Il{l: O~ "201 ~

rn. Ermessensausiibung Erst wenn einerseits die Rcgclerteilungsvoraussetzungen vorliegen (Ziffcr 1.) und andererseits

rn. Ermessensausiibung

Erst wenn einerseits die Rcgclerteilungsvoraussetzungen vorliegen (Ziffcr 1.) und andererseits keine zwingenden Versagungsgründe einschlägig sind (Ziffer 11.), ist als dntter Schritt (abhängig von dcr einschlägigen Reehtsgnmdlage) Ermessen dahin auszuüben. ob das Visum im Einzclbll tatstichlich erteilt werden soll.

Rälllnt das Gesetz der Auslandsvertretung bei ihrer Entscheidung Ermessen ein. so hat sie hiervon pflichtgemäß Gebrauch zu machel\. 111 Strcitverfahren ÜbCI1Jliifcn die Verwal- rungsgerichte auch, ob eine pflichtgcmäße Ermesscnsausiibung erfolgt ist. Die Er- messcnsausiibung cinsehließlieh der in die Abwägung einbezogenen wesentlichen Tatsachen ist deshalb sowohl aktenkundig festzuhalten wie auch in Remonstrationsbescheid bzw. KJageerwiderung darzulegen.

Bei der Ermessensausiibung sind folgende Grundsätze zn beaehtcn: Es müssen hinreichende Erwägungen über die zu trcfiCnde Entscheidung auf dcr Gl1Indlage aller wesentlichen Tat- sachen angestellt werden. Außerdem muss sich die Auslandsvertretung an die Grenzen des ihr eingcräumten Ermessens halten. Die Auslandsvcrtretung muss cinc Rechtsfolge wählen, die in dem ilu- durch das Gesetz eingeräumten Entscheidungsspiclraum vorgesehen ist. Schließlich muss sich die Ermessensausübung an den Zweck der gesetzlichen Ermächtigung haltcn.

Welche Interessen im Einzelf'll1 auf der Seite des Antragstellers und als öffentliche Interessen (vgl. allgemein auch § I Abs. I AufenlhG) zu bcriicksichtigen und zur Entscheidungs- findung gegeneinander abzuwägen sind, ergibt sich insbesonderc auch aus dem Aufcnthalts- zweck, fUr den elas Visum hcgehrl wird.

1m EI111essenswcgc ist auch zu ~ntscheidcn, 1l'Ir wclchen Zeitwum und mit welchen Neben- b~stimmungen das Visum erteilt wird. [n zustimll1ungspfliehtigen Fällen ist dabei auch das Votum elcr Auslänelcrbehörde zu berücksichtigen.

Allg. VordU::;~\'IZ\mg~n fUr die Ertcill1ng nationaler Vis;!

51. Ergiin;rung:>hdenlll~; $I:l.nd: ll~ ~OI:Z

'IS Nur für deR 9ieAstgebf8t:1eh

Antrag

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geschwärzter Version nicht eingestuft Quellen: §§ 14,22 ff. VwVfG analog Anhang I Visakodex

Quellen:

§§ 14,22 ff. VwVfG analog Anhang I Visakodex Schengener Durchfiihrungsübereinkommen (SDÜ)

Nach analoger Anwendung des § 22 S. 2 VwVfG i.V.m. § 81 Abs. 1 AufenthG erfolgt die Erteilung eines Aufenthaltstitels nur auf Antrag des Ausländers. Bezüglich der einzelnen Antragsvoraussetzungen, siehe Beitrag "Allgemeine Voraussetzungen fiJr die Erteilung von Schengen- Visa ".

\

1. Örtliche Zuständigkeit Gern. WÜK und § 4 KG richtet sich die örtliche Zuständigkeit zur Vornahme von Amts- handlungen in Visumangelegenheiten nach dem gewöhnlichen Aufenthalt des Drittausländers.

Für nähere Hinweise zur örtlichen und sachlichen Zuständigkeit siehe Beitrag ,,Zuständigkeit deutscher Auslandsvertretungen".

2. Form/Formular

Zwar sind Verwaltungsverfahren im Allgemeinen (§ 10 VwVfG) nicht formgebunden. Gern. Art. 10 Abs. 3 a) LV.m. Art. 11 Abs. I VK ist jedoch das von den Schengen-Anwenderstaaten gemeinsam entwickelte Antragsformular (Anhang I VK) für Schengen-Visumanträge zwingend zu benutzen. Schon aus Praktikabilitätsgründen gilt die Schriftform auch ftir Anträge auf nationale Visa, wobei hierfür ein gesondertes Antragsformular vorgesehen ist.

Spricht ein Antragsteller bei der Visastelle vor und trägt sein Begehren (Visumantrag) nur mündlich vor, ist er darauf zu hinzuweisen, dass er das vorgesehene Antragsformular, das kostenlos auszugeben ist bzw. von der Homepage des Auswärtigen Amtes (www.diplo.de) heruntergeladen werden kann; ausfüllen und unterschreiben muss. Auch die elektronische Antragsvorerfassung mit VIDEX und Vorlage eines unterschriebenen Ausdrucks ist zulässig.

So~eit er des Lesens und Schreibens unkundig ist, soll er sich der Hilfe Dritter bedienen. Die Visastelle ist jedoch verpflichtet, dem Antragsteller u.v. beim Ausfüllen des Antrags- formulars behilflich zu sein (Antrag zur Niederschrift).

Wird ein Visumantrag durch formloses Schreiben des Antragstellers oder dessen Vertreter- auch per Telefax! - gestellt, ist der Einsender durch Schreiben oder Merkblatt zu informieren, dass das vorgesehene Antragsfonnular auszufiillen und zu unterschreiben ,sowie grundsätzlich eine persönlicheVorsprache des Antragstellers erforderlich ist. Erforderlich ist in jedem Fall die eigenhändige Unterschrift des Antragstellers oder dessen gesetzlichen/gewillkürten Vertreters (dazu unter Punkt 5.), ggf. mittels Finger~bdrucks.

Antrag

53. Ergänzungslieferung; Stand: 0312013

-2-

\f.6 Nur für den Bienstget3FBUeh

3. Amtssprache

Die AmtssRrache ist Deutsch (§. 23 Abs. 1 VwVfG analog). Dies gilt grundsätzlich auch fiir

das Visumverfahren und Visumanträge, die bei den Auslandsvertretungen gestellt werden.

Auch wenn die Mitarbeiter der Auslandsvertretung der Amtssprache des Gastlandes i.d.R. hinreichend mächtig sind, gilt dies zumeist nicht fiir die Mitarbeiter der evtl. zu beteiligenden innerdeutschen Behörden oder fiir deutsche Verwaltungsrichter, die in einem Verwaltungs- streitverfahren über die Rechtmäßigkeit einer Visumsversagung zu befinden haben.

Jedenfalls in den Fällen, in denen nach § 31 Abs. 1 AufenthV die Ausländerbehörde am Visumverfahren zu beteiligen ist, ist der Antragsteller daher darauf hinzuweisen, dass Anträge (und antragsbegründende Unterlagen) in deutscher Sprache bzw. mit Übersetzung vorzulegen sind. Ist es dem Antragsteller aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im Gastland nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich,. Übersetzungen beizubringen, kann die Auslandsvertretung hilfsweise gegenüber der Ausländerbehörde den wesentlichen Inhalt fremdsprachiger antragsbegrundender Unterlagen bestätigen. Besteht die Ausländerbehörde auf Vorlage übersetzter Unterlagen, so ist der Antragsteller entsprechend zu informieren und zur Nachreichung aufzufordern.

4. Frist

Auch wenn Visumanträge in der Regel nicht fristgebunden sind, ist stets zu beachten, dass bereits die erste mündliche Vorsprache bzw. der erste Eingang des (formlosen) Antrages bei der Auslandsvertretung, in dem ein Visumsbegehren hinreichend konkret geäußert wird, als maßgebliches Antragsdatum gilt. Das auf dem Antragsformular eingetragene Datum ist demgegenüber nachrangig. Besondere Bedeutung kommt diesem Umstand bei fristgebundenen Visumanträgen (etwa aufKindernachzug, Wiederkehr) zU.

Der Eingang des ersten Antrags bei der Auslandsvertretung - ob in schriftlicher oder münd-

licher Form,

Falle mündlicher AntragsteIlung soll dies - etwa in Form eines paraphierten Vermerks - fest- gehalten werden.

ist daher stets schriftlich festzuhalten, im Regelfall durch Eingangsstempel. Im

5. Antragsbefugnis/Antragsmündigkeit

Der Visumantrag ist von dem Ausländer zu stellen, der das Visum fiir die Einreise in das Bundesgebiet/die Schengen-Anwenderstaaten begehrt. Ein Dritter (etwa: Einlader eines Ausländers. oder Ehegatte eines Ausländers) ist nicht antrags-

befugt, kann aber ggf. als Vertreter handeln. Ausnahme: Antragstellung durch einen in Deutschland lebenden Ausländer fiir den Familiennachzug begehrenden Familienangehörigen in der in § 29 Abs. 2 S. 3 AufenthG beschriebenen Fallkonstellation. In diesen Fällen hat der in Deutschland lebende Ausländer eine zeitlich begrenzte Antragsbefugnis. Zur Klarstellung wird darauf hingewiesen, dass weder der in Deutschland lebende Ehegatte noch der/die in Deutschland lebende/n Elternteille eines um ein Visum nachsuchenden·Aus- länders eine eigene Antragsbefugnis geltend machen können. Dies gilt erst recht fiir Ein- laderNerpflichtungsgeber eines Bewerbers fiir ein Besuchsvisum. Sie können daher nicht aus eigenem Recht einen Visumantrag fiir den eigentlichen Visumbewerber stellen, sondern allen- falls als gesetzliche oder gewillkürte Vertreter fiir den Antragsteller auftreten, wobei die Vertretungsmacht auf Verlangen nachzuweisen ist.

Antrl\g 53. Ergänzungslieferong, Stand: 0312013

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'l-8 Nur für "eft 9ieAstgebF8ueh

(Unter Umständen können Dritte - insbesondere Elternteile oder Ehepartner wegen des Schutzes durch Art. 6 Grundgesetz - am Visumverfahren als Beteiligte teilnehmen. Dies- bezüglich wird auch auf die Beiträge ,,Auskunftserteilung an Dritte und Einlader", ,,Daten- schutz im Visumverfahren" verwiesen.)

In aller Regel wird der um ein Visum nachsuchende Ausländer persönlich den Visumantrag stellen.

Bei minderjährigen Antragstellern beurteilt sich die Frage der Antragsmündigkeit nach der Kategorie des beantragten Visums: Wird 'ein nationales Visum (Visumkategorie "D")bean- tragt, sind die Vorschriften des deutschen Ausländerrechts 80 I AufenthG) zu beachten:

Hiernach sind lediglich solche Antragsteller antragsmündig, die bereits das 16. Lebensjahr vollendet haben. Ein Ausländer unter 16 Jahren kann abweichend von § 80 I AufenthG in ausländerrechtlichen Angelegenheiten handlungsfähig sein, wenn er nach dem 'Recht seines Heimatstaates volljährig und geschäftsfähig ist (§ 80 m 2 AufenthG).

Bei der Beantragung von Visa zum Flughafentransit (Visumkategorie "A") bzw. zum kurz- fristigen Aufenthalt im Schengen-Gebiet (Visumkategorie "C"), beurteilt sich die Frage der Antragsmündigkeit hingegen nach dem Visakodex. Dieser bestimmt in Art. 11 Abs. 1 S. 3, dass der Visumantrag eines minderjährigen Antragstellers durch dessen Sorgeberechtigten bzw. gesetzlichen Vormund zu unterschreiben ist. Die gesetzliche Vertretung richtet sich hierbei nach dem über Art. 21 EGBGB berufenen Sorgerechtsstatut (i.d.R. dem Sachenrecht des Gastlandes - Rückverweisungen sind allerdings zu beachten). Als "minderjährig" im Sinne des Visakodex gelten alle Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und zwar unbeachtlich einer nach dem Recht des Gastlandes 'ggf. bereits bestehenden Volljährigkeit (vgl. Ziff. 7.14 Visakodex-Handbuch). Grundsätzlich ist die Stellung des Visumantrags durch einen Sorgeberechtigten ausreichend. Im Sinne der Rechtssicherheit und zur VermeidUng der Beihilfe an einer Kindesentziehung kann es im Einzelfall jedoch geboten sein, vorsorglich die schriftliche Einwilligung auch des anderen Elternteils/Sorgeberechtigten einzufordern. Dies gilt insbesondere, wenn Echtheit und/oder Anerkennungsfähigkeit ausländischer Sorgerechtsentscheidungen noch nicht ab- schließend bejaht werden können.

Der Visumantrag kann neben dem gesetzlichen Vertreter auch durch einen gewillkürten Ver- treter, etwa einen Rechtsanwalt, gestellt werden, § 14 Abs. 1 Vwvro analog. In diesem Fall soll die Visastelle auf einem schriftlichen Nachweis der Vertretungsmacht bestehen. Die Voll- macht kann nachgereicht werden. Der Nachweis der Vertretungsmacht kann alternativ auch durch einen Gerichtsbeschluss gefiihrt weJ;'den. Es ist zu berücksichtigen, dass auch in diesen Fällen bereits der erste Eingang eines Antrages maßgebliches Antragsdatum ist, auch wenn die Bevollmächtigung des Einsenders erst später nachgewiesen wird.

Ist für das Visumverfahren ein Bevollmächtigter bestellt, sind im weiteren Verfahren die Vor- schriften des § 14 - insbesondere Absatz 3 - Vwvro analog zu beachten. Dies bedeutet, dass etwa Nachfragen, Sachstandsmitteilungen oder Bescheide an den Bevollmächtigten gerichtet werden sollen. Die Mitwirkungspflicht des Antragstellers bleibt jedoch unberührt; der Bevoll- mächtigte soll verständigt werden, sofern in diesem Zusammenhang direkte Kontaktaufhahme mit dem Antragsteller erfolgt, vgl. § 14 Abs. 3 S. 2 und 3 VwVfG. In RK-Visa ist der Prozessbevollmächtigte auf Reiter 5 (Sonstiges) zu erfassen.

Antrag 53. Ergänzungslicfenmg, Stand: 0312013

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Vi Ntlf für' deR DieR9t1ebratieh

Ohne Vollmacht oder Gerichtsbeschluss ist eine wirksame Antragstellung durch einen Vertreter grundsätzlich nicht möglich. In absoluten- Ausnahmefällen (z.B. lebensrettende medizinische Behandlung, die im Gastland nicht möglich ist, bei gleichzeitiger-Unmöglichkeit der Abgabe einer eigenen Willenserklärung durch den Patienten) kann - vorbehaltlich einer entsprechenden Einzelweisung durch Referat 509 -' auf den Nachweis der Vertretungsmacht verzichtet werden.

6. Persönliche Vorsprache

a) Im Falle der Beantragung eines nationalen Visums wird die Vorsprache des visum- begehrenden Ausländers in aller Regel unentbehrlich sein. Sie ist zwar fiir die Wirksamkeit

der Antragstellung im Hinblick auf § 82 AufenthG nicht zwingend erforderlich, aber in aller Regel spätestens fiir die weitere Bearbeitung (vg1.dazu bei "Sachverhaltsermittlungl MitwirkungspflichtenlI) geboten. Ihre Notwendigkeit ergibt sich daneben auch aus dem Erfordernis, dass sich die Visastelle über die Identität des Antragstellers (§§ 3 Abs. 1 und 5

Abs .

"Zuständigkeit deutscher Auslandsvertretungen") zu vergewissern hat. Die im Rahmen der

persönlichen Vorsprache durchzuführende Befragung des Antragstellers liefert wichtige Erkenntnisse fiir die Überprüfung der Regelerteilungsvoraussetzungen gemäß § 5 Abs. 1 AufenthG. Gemäß § 49 Abs. 5 Nr. 5 AufenthG ist die Möglichkeit identitätssichernder Maßnahmen von Visumantragstellern bei Anträgen auf nationale Visa vorgesehen. Mit Ei.nfiihrung von RK-Visa werden grundsätzlich bei jedem Antrag auf ein Visum der Kate- gorie D Fingerabdrücke erfasst.

.1 Ziff. la AufenthG) und ihre Zuständigkeit (§ 71 Abs. 2 AufenthG; vgl. dazu auch

b) Das Erfordernis der persönlichen Vorsprache zur Beantragung eines Schengen-Visums bestimmt sich nach dem Visakodex. Art. 10 Abs. 1 VK sieht das persönliche Erscheinen des Antragstellers grundsätzlich vor, auch in Fällen, in denen der Visumantrag durch einen gesetzlichen oder gewillkürten Vertreter gestellt (d.h. unterschrieben) wird. Das Prinzip der persönlichen Vorsprache gilt nur eingeschränkt, wenn die in den Artikeln 13,42,43 und 45 genannten Verfahren Anwendung finden:

1. Abnahme der Fingerabdrücke der Visumantragsteller im Rahmen der Erhebung biometrischer Daten gern. Art. 13 VK (vgl. VHB-Beitrag ,,Biometrie") nach Einführung des Visa-Informationssystems (VIS): Nach erstmaliger Abnahme der biometrischen Daten im Rahmen einer persönlichen Vorsp:rache werden die Daten elektronisch fiir fünf Jahre gespeichert. Werden innerhalb dieses Zeitraums weitere Visumanträge gestellt, kann auf die bereits erhobenen Daten zurückgegriffen und auf das persönliche Erscheinen des Antragstellers in der VisasteIle - unbeschadet Art. 21 Abs. 8 VK - in der Regel verzichtet werden.

2. Die Entgegenahme von Visumanträgen durch Honorarkonsuln kommt grundsätzlich nur dann in Betracht, wenn Antragsteller ohnehin im Rahmen der bekannten Erlasslage (s.u.) von der persönlichen Vorsprache in der Visastelle befreit sind.

3. An S~dorten,an denen die Antragsannahme nach Maßgabe des Art. 43 Abs. 6 c VK an externe Dienstleister ausgelagert wird - und die Auslandsvertretung daher eine intensi- vere schriftliche Prüfung des Visumantrags durchfUhrt -, gilt der Grundsatz der persön- lichen Vorsprache (unbeschadet Art. 21 Abs. 8 VK) nicht fiir Antragsteller, die ihren Antrag beim externen Dienstleister einreichen - wohl aber fiir jene, die dies bei der VisasteIle tun.

Antrag

53. Ergänzungslieferung, Stand: 0312013

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YS Ntlr für deR 9ieA9tgebF8t1eh

4. Zusammenarbeit mit gewerblichen Mittlerorganisationen gemäß Art. 45 VK. (vgl. VHB-Beitrag ,,Reisebüroverfahren")

Zu· Ausnahmen vom Erfordernis der persönlichenVorsprache wird auf die Beiträge zu den Stichwörtern "Bona-Fide-'Antragsteller" t "Reisebüroverfahren" und t, Vielreisende" verwiesen. Eine Ausnahme vom Erfordernis der persönlichen Vorsprache kann darüber hinaus in solchen Fällen angezeigt se~ in dem es dem Antragsteller (z.B. im Falle nachgewiesener Krankheiten bzw. Gebrechlichkeit) unzumutbar ist, die Visastelle persönlich aufzusuchen. Dies muss entsprechend nachgewiesen werden. Von der Möglichkeit, Antragsteller trotz grundsätzlicher Befreiung vom Erfordernis der per- sönlichen Vorsprache gleichwohl nach Maßgabe von Art. 21 Abs. 8VK zu einem Interview in die Visastelle einzubestellen, soll insbesondere dann Gebrauch gemacht werden, wenn anband der vorliegenden Unterlagen und Angaben nicht abschließend über die Erteilung des Visums bzw. die Ablehnung des Antrags entschieden werden kann. Wenn keine Zweifel an der Iden- tität der befragten Person bestehent kann das Gespräch auch mit Hilfe anderer Kommunika- tionsmittel geführt werden (z. B. Live-Messaging per Internet), vgl. Ziff. 7.11 VKHb.·

Die nachfolgenden Fallbeispiele dienen lediglich der Veranschaulichung t wann die Auslands- vertretungen von der in Art. 21 Abs. 8 eiJigeräumten Möglichkeit zur Einbestellung von An- tragstellern zum persönlichen Interview Gebrauch machen können:

I

I

Antrag 53. Ergänzungslieferung, Stand: 0312013

- 6- 'I-S HItP' fap' deR DieAstgej,rslteh Antrag 53. Ergllnzungsliefenmg, Stand: 0312013

- 6-

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- 6- 'I-S HItP' fap' deR DieAstgej,rslteh Antrag 53. Ergllnzungsliefenmg, Stand: 0312013
- 6- 'I-S HItP' fap' deR DieAstgej,rslteh Antrag 53. Ergllnzungsliefenmg, Stand: 0312013
- 6- 'I-S HItP' fap' deR DieAstgej,rslteh Antrag 53. Ergllnzungsliefenmg, Stand: 0312013
- 6- 'I-S HItP' fap' deR DieAstgej,rslteh Antrag 53. Ergllnzungsliefenmg, Stand: 0312013
- 6- 'I-S HItP' fap' deR DieAstgej,rslteh Antrag 53. Ergllnzungsliefenmg, Stand: 0312013
- 6- 'I-S HItP' fap' deR DieAstgej,rslteh Antrag 53. Ergllnzungsliefenmg, Stand: 0312013

Antrag 53. Ergllnzungsliefenmg, Stand: 0312013

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'JS NtiF für (jeA DisAstgebP8t1eh

Exkurs: AntragsteIlung fiir Frauen durch deren Ehemänner

Nicht selten kommt es zu Situationen, in denen Anträge von weiblichen Antragstellern auf Visumerteilung nicht v~n den Antragstellerinnen selbst, sondern von deren Ehemännern gestellt und unterzeichnet wurden. Zur Begründung fiir dieses Vorgehen berufen sich die Betroffenen auf ihre Religion, die es ihnen verbiete, eigene Handlungen im Verwaltungsver- fahren vorzunehmen. Außerdem entspreche es nicht den religiösen Vorstellungen, wenn Ehefrauen persönlich bei Behörden erschienen.

Es wird darauf hingewiesen, dass vor allem in Fällen des Familiennachzugs sicherzustellen ist, dass Anträge weiblicher Antragsteller auf einer freiwilligen Entscheidung beruhen, im Bundesgebiet leben zu wollen. Eine allgemeine Befugnis der Vertretung von Ehefrauen durch ihre Ehemänner im Verwaltungsverfabren kennt das deutsche Recht nicht. Außerdem ist es erforderlich, dass Erklärungen im Rahmen des Visumverfabrens von den Antragstellerinnen selbst abgegeben werden, damit ihnen ggf. falsche Angaben sowohl im Zusammenhang mit einem Widerruf des Aufenthaltstitels als auch zum Zwecke der Strafverfolgung entgegen- gehalten werden können.

Für den Fall, dass die Antragstellerinnen geltend machen, sie seien des Lesens und Schreibens unkundig, wird empfohlen, durch Befragung sicherzustellen, dass die Antragstellung ihrem Willen entspricht. Die Erklärung ist durch Handzeichen, Fingerabdruck o.ä. bestätigen zu lassen. Darüber hinaus ist die Angabe, die Antragstellerin sei des Lesens und Schreibens un- kundig und habe die Erklärung vor der Person abgegeben, die den Antrag entgegengenommen hat, in den Akten zu vermerken

7. Beratung Die Behörde ist verpflichtet, auf sachdienliche Visumanträge hinzuwirken 25 Vwvro analog). Dies begründet fiir die Auslandsvertretungen eine

Diese Verpflichtung beinhaltet zunächst die sorgfältige Erstellung und regelmäßige Aktuali- sierung von Merkblättern, die, öffentlich zugänglich vor der VisasteIle auszuhängen, auf der Homepage der Auslandsvertretung Zu veröffentlichen und regelmäßig an Ref. 509 sowie 040 zu übermitteln sind. Die Merkblätter sollen neben den allgemeinen Verfabrensvoraus- setzungen (Antragsformular und Verweis auf dessen Bezugsquellen, persönliche Vorsprache, Gebühren) die im Regelfall entscheidungserheblichen und vom Antragsteller beizubringenden Unterlagen (nebst erforderlicher Kopien bzw. Übersetzungen) benennen,vgl. hierzu Beitrag

,,Merkblätter der Auslandsvertretungen".

Außerdem kann es erforderlich sein, Merkblätter fiir die Durchführung von Abstammungs- und Adoleszenzgutachten oder Urkundenprüfungsverfahren zu erstellen.

Des weiteren ist die VisasteIle verpflichtet, auf sachdienliche Visumanträge hinzuwirken. Neben der ggf. erforderlichen Hilfestellung beim Ausfiillen von Antragsformularen umfasst dies z.B. auch die Verpflichtung, den tatsächlichen Einreise- und Aufenthaltswunsch des Antragstellers zu ermitteln (z.B. dauerhafter Kindernachzug statt nur Besuch bei einem Elternteil) und den Visumantrag entsprechend auszulegen.

Die Beratungspflicht der Visastelle umfasst daneben, den Antragsteller auf dessen ver- fahrensrechtliche Pflichten hinzuweisen, so Z.B. den Hinweis auf die sich aus § 82 AufenthG ergebende Mitwirkungspflicht des Ausländers (vgl. dazu auch "Sachverhaltsermittlung/Mit- wirkungspflichten").

Antrag 53. Ergänzungslieferung, Stand: 0312013

- 8 -

va Nur für EIeR DieR9tgebl'8ueh

Siehe auch § 82 Abs. 3 AufenthG (insbesondere Hinweis auf Möglichkeit des Antrags auf Befristung einer Einreisesperre nach § 11 Abs. 1 Satz 3 AufenthG).

"

.

8. "Zurückweisungen" am Schalter

Schließlich sollte der Antragsteller auch über die Erfolgsaussichten seines Antrags beraten werden. Sofern wesentliche antragsbegrtindende Unterlagen nicht beigebracht werden können oder der Antrag aufgrund offensichtlicher Nichterfiillung der rechtlichen Voraussetzungen in jedem Fall abgelehnt werden müsste, sollte dem Antragsteller geraten werden, seinen Antrag vor Beginn der eigentlichen Bearbeitung (gebührenfrei) zurückzuziehen. Eine •.zurückWeisung" von Anträgen kommt nicht in Betracht, vgl. § 24 Abs. 3 VwVfG analog. Ausnahme: Verfahren gem. Art. 19 III VK bei unzulässigen Anträgen. Es kann allerdings aus organisatorischen Gründen durchaus angezeigt sein, Anträge erst dann zur endgültigen Bearbeitung anzunehmen. wenn sie vollständig sind. Die Anträge sind in diesen Fällen zunächst mit Hinweis auf die noch fehlenden Unterlagen zurückzugeben. Besteht ein Antragsteller trotz Belehrung über die noch fehlenden Unterlagen auf der Entgegennahme seines unvollständigen Visumantrags, entscheidet die Vertretung nach Aktenlage und lehnt das Visum (gebührenpflichtig) ab. Gleiches gilt, sofern der Antragsteller über die fehlenden Erfolgsaussichten seines Antrags belehrt wurde (s.o.) und dennoch auf Entgegennahme des Visumantrags besteht.

Im Falle fristgebundener Visumanträge (wie etwa ~indernachzug, Wiederkehroption) sind Visumanträge auch dann bereits anzunehmen, wenn sie noch unvollständig sind. Dem Antrag- steller ist in diesen Fällen eine angemessene Frist zur Nachreichung der fehlenden Unterlagen zu setzen.

9. "Visa-Shopping"

als eine praktische

Maßnahme - Aufbringung eines Stempels in" den Reisepass des Antragstellers (Art. 20 VK) soll

vermieden werden, dass dieser fiir denselben Reisezweck mehrere Visumanträge in ver- schiedenen Schengen-Vertretungen stellt, sei es gleichzeitig oder im Anschluss an eine Ab- lehnung. In solchen Fällen sollte bei der Schengen-Vertretung, die den Stempel aufgebracht hat, nachgefragt werden, aus welchen Gründen das Visum verweigert wurde.

Durch Informationsaustausch zwischen den

Schengen-Partnern und -

Es wird noch einmal darauf hingewiesen, dass es Auslandsvertretungen nicht erlaubt ist, sog. Visasperrdateien o.ä. zu fUhren. Die einschlägigen datenschutzrechtlichen Bestimmungen erlauben es nicht, Dateien über Personen zu fUhren, die noch keinen Visumantrag bei der betreffenden Auslandsvertretung gestellt haben (vgl. hierzu den Beitrag ,,Datenschutz im

Visumverfahren").

Das im Aufbau befindliche europäische Visa Information System (VIS) bietet eine wirksame Abwehr gegen gleichzeitig oder im Anschluss an eine Ablehnung gestellte Anträge, da jegliche Voranträge des Visumbewerbers (auch solche, die an einem anderen Dienstort und bei einer anderen Schengenvertretung gestellt wurden) direkt aus dem System heraus

erkennbar sein werden, vgl. Beitrag

VIS

(Visa Information System)".

Antrllg

53. Erganzungslieferung, Stand: 0312013

Antragsformulare Aufbewahrung und Speicherung

Quellen:

§ 69 AufenthV GOV RegAV Art. 37 Abs. 3 VK

1. Anträge in Papierform Die Aufbewahrungsfristen von Visumanträgen, deren Bearbeitung abgeschlossen ist, sind geregelt in der „Geschäftsordnung für die Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland“ (GOV) und hier insbesondere in der „Registraturanweisung für die Vertre- tungen des Bundes im Ausland“ (RegAV).

Bei der Aufbewahrung von Akten unterscheidet man grundsätzlich zwischen Schriftgut von Dauerwert (Ziff. 4.2 RegAV) und Schriftgut von Zeitwert, zu dem auch Visum- antragsunterlagen zählen.

Für die Aufbewahrung von Visumantragsunterlagen gilt die Spezialregelung der Anlage 2 zur RegAV, nach der eine Vernichtung von Visumanträgen bereits vor Ablauf der fünfjährigen Aufbewahrungsfrist möglich ist.

Hierbei sind jedoch folgende Fristen einzuhalten:

Positiv beschiedene Visumanträge:

Visumantragsunterlagen (Antragsformular, Kopien der Belege, Nachweise der durchge- führten Kontrollen und das Aktenzeichen des ausgestellten Visums) werden gem. Art. 37 Abs. 3 VK mindestens zwei Jahre aufbewahrt, gerechnet ab dem Zeitpunkt der Ent- scheidung über den Antrag nach Art. 23 Abs. 1 VK.

Längere Aufbewahrung (bis zu 5 Jahren) ist möglich in Fällen, in denen dies aufgrund der Erfordernisse innerdeutscher Behörden, z.B. zum Zwecke der Verhinderung der unerlaub- ten Einreise oder wegen (laufender) Ermittlungsverfahren von Strafverfolgungsbehörden, geboten erscheint.

In begründeten Einzelfällen, besonders in Ländern mit hohem Migrationsdruck, sollten die Auslandsvertretungen auch die Unterlagen der positiv beschiedenen Visumanträge für die gesamte Verwahrdauer von 5 Jahren aufbewahren. Die Aufbewahrungsfristen sind aber nur dann zu verlängern, wenn unter Berücksichtigung der örtlichen Lagerkapazitäten eine Umsetzung organisatorisch realisierbar ist.

Negativ beschiedene Visumanträge:

Vernichtung frühestens 5 Jahre nach Ablehnung des Antrags auf Erteilung eines Visums.

Es empfiehlt sich, bei Abschluss der Bearbeitung bzw. bei Archivierung jeweils auf den Vorgängen zu vermerken, bis zu welchem Zeitpunkt sie mindestens aufbewahrt werden müssen.

Antragsformulare Aufbewahrung und Speicherung 56. Ergänzungslieferung; Stand: 12/2013

2. Dateien im IT-gestützten Verfahren Die Aufbewahrungsfristen für die im automatisierten Datenverarbeitungssystem RK-Visa gespeicherten Daten richten sich nach § 69 Abs. 3 AufenthV.

Daten zu erteilten Visa sind zwei Jahre nach Ablauf des Visums zu löschen. Daten zu versagten Visa sind fünf Jahre nach der Versagung zu löschen (sofern nicht nach Wegfall des Versagungsgrundes ein Visum erteilt wurde). Die Löschung vor Anträgen erfolgt in RK-Visa täglich und automatisiert gemäß den gesetzlichen Bestimmungen.

3. Visaregister Die Aufbewahrungsfrist für die Visaregister beträgt fünf Jahre (RegAV).

4. Gebührenregister Doppel der Ausdrucke des Gebührenregisters sind wie die Durchschriften der Gebührenbuchseiten fünf Jahre in der Zahlstelle aufzubewahren (RES 23-76).

Antragsformulare Aufbewahrung und Speicherung 56. Ergänzungslieferung; Stand: 12/2013

Visum zur Arbeitsplatzsuche

Quellen:

§ 18c AufenthG

§ 31 Abs. 1 Nr. 1 AufenthV

Kurzgefasst:

Hochschulabschluss

gesicherter Lebensunterhalt

Suche nach einem der Qualifikation angemessenen Arbeitsplatz

bis 6 Monate Dauer

ohne Verlängerungsmöglichkeit

erneute Erteilung nur nach Wartezeit

nicht für Drittstaatsangehörige mit anderem Aufenthaltstitel

ohne Zustimmung der Ausländerbehörde / Bundesagentur für Arbeit

korrekte statistische Erfassung ist wichtig wg. Evaluierung der Vor- schrift !

1. Allgemeines

Das Visum zur Arbeitsplatzsuche eröffnet einen gänzlich neuen, rein angebotsorientierten Weg der Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt, der auf ausländische Hochschulabsol- venten angewiesen ist. Es ermöglicht interessierten Fachkräften aus Drittstaaten, für max. sechs Monate zur Arbeits-

platzsuche nach Deutschland zu kommen, um vor Ort eine ihrer Qualifikation entsprechende Arbeit zu finden und ergänzt damit sinngemäß § 16 Abs. 4 AufenthG.

Während § 16 Abs. 4 AufenthG Drittstaatsangehörigen die Suche eines angemessenen Ar- beitsplatzes direkt im Anschluss an ein deutsches Hochschulstudium ermöglicht, wird mit § 18 c AufenthG diese Möglichkeit auf die Inhaber anerkannter oder einem deutschen Hochschul- abschluss vergleichbarer ausländischer Hochschulabschlüsse und auf Zeiten, die nach dem Studienabschluss liegen, ausgeweitet.

Voraussetzung für die Erteilung dieses sog. „Job-Seeker-Visums“ ist, dass der Ausländer ei- nen Hochschulabschluss vorweisen und seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann. Findet er innerhalb eines halben Jahres einen Arbeitgeber, muss er nicht wieder ausreisen, sondern kann die erforderliche Aufenthaltserlaubnis oder Blaue Karte EU direkt in Deutschland bean- tragen. Das Visum zur Arbeitsplatzsuche soll gerade kleinen und mittelständischen Betrieben helfen, die ihre Arbeitskraftsuche zumeist regional ausgerichtet haben.

.

Während des Aufenthalts zur Arbeitsplatzsuche ist eine Erwerbstätigkeit nicht gestattet (§ 18c Abs. 1 Satz 2 AufenthG).

2. Voraussetzungen für die Erteilung

a) Qualifikation der Antragsteller

Der Antragsteller muss einen deutschen oder anerkannten ausländischen oder vergleichbaren

ausländischen Hochschulabschluss besitzen.

Visum zur Arbeitsplatzsuche 58. Ergänzungslieferung; Stand: 09/2014

- 2 -

Die Prüfung des vorgelegten Hochschulabschlusses durch die Visastelle erfolgt ausschließlich über die Datenbank ANABIN, das Informationsportal der Kultusministerkonferenz zur Aner- kennung ausländischer Bildungsabschlüsse. Nur so kann eine einheitliche Bearbeitungsweise gewährleistet werden. Bei Anfragen von anderen Stellen (z.B. Ausländerbehörden) zu Ab- schlüssen des Gastlandes ist immer auf die Datenbank ANABIN zu verweisen.

Die Abfrage in ANABIN ist immer sowohl in Bezug auf den Abschluss als auch in Bezug auf die Hochschule durchzuführen. ANABIN erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ab- schlüsse/Hochschulen werden erst aufgenommen, sobald ein entsprechender Antrag eines Be- troffenen gestellt worden ist (dabei ist derzeit mit hoher Wartezeit für die Bescheidung eines Antrags und für die anschließende Einstellung auf ANABIN zu rechnen).

Kurzinfo ANABIN:

Suche nach dem vorgelegten Abschluss:

o

Hochschulabschlüsse -> Suche nach Abschlüssen

o

Kriterieneingabe für Auswahl -> Suchen

o

in der Auswahlliste den Abschluss durch Klicken auswählen

o

siehe „Bewertung“ / Äquivalenzklasse

Bei der Bewertung der Abschlüsse kennt ANABIN drei Äquivalenzklassen:

bedingt vergleichbar

entspricht

gleichwertig

Die Bewertung der ausländischen Hochschule spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle bei der Bewertung, ob es sich um einen ausländischen Hochschul-Abschluss handelt. Auch das ist in ANABIN nachprüfbar.

Suche nach der ausländischen Hochschule:

o

Institutionen -> Suchen nach Institutionen

o

Kriterieneingabe für Auswahl -> Suchen

o

In der Auswahlliste die Hochschule durch Klicken auswählen

o

Siehe „Status“

Bei der Bewertung der ausländischen Hochschule kennt ANABIN drei Status:

H+

H-

H+/-

Eine mit H+ bewertete Institution ist auch in Deutschland als Hochschule anerkannt.

Visum zur Arbeitsplatzsuche 58. Ergänzungslieferung; Stand: 08/2014

- 3 -

Ist für den Abschluss „entspricht“ oder „gleichwertig“ angegeben und die Hochschule mit „H+“ bewertet, so ist die im Sinne von § 18c AufenthG geforderte Voraussetzung bezüglich des Abschlusses erfüllt.

Bei einer bedingten Vergleichbarkeit, wenn die Hochschule nicht mit H+ bewertet wurde oder wenn der Abschluss und/oder die Hochschule nicht in ANABIN zu finden sind, ist der An- tragsteller auf ein vorheriges Zeugnisbewertungsverfahren bei der Zentralstelle für ausländi- sches Bildungswesen (ZAB) zu verweisen. Link: www.kmk.org/zab.html

Da das Zeugnisbewertungsverfahren längere Zeit in Anspruch nehmen kann, wird empfohlen, in diesem Fall mit schriftlichen Fristsetzungen für die Vorlage des Ergebnisses der Bewertung zu arbeiten (max. 6 Monate), damit sich bei den AV’s nicht unnötig unbeschiedene Visuman- träge sammeln.

Das für den vorgelegten Abschluss festgestellte Ergebnis in ANABIN ist mit Angabe des Prüfdatums als Screenshot zu den Akten zu nehmen. Eine Kopie davon soll auch den Unterla- gen für die Ausländerbehörde mit übersandt werden.

Sprachkenntnisse gehören nicht zu den Tatbestandsvoraussetzungen des § 18c AufenthG. Sprachkenntnisse sind damit nicht zwangsläufig erforderlich oder zu belegen. Im Rahmen der Plausibilitätsprüfung können die Sprachkenntnisse abhängig von den Angaben des Antragstel- lers eine Rolle spielen.

Beispiele:

Eine IT-Fachkraft muss nicht unbedingt deutsche Sprachkenntnisse zur Arbeitsplatzsuche haben. Ein Facharzt zur Suche nach einer Beschäftigung in einer deutschen Klinik sollte bereits über Sprachkenntnisse verfügen - ansonsten wäre hier vermutlich ein Visum zum Sprachkurs die bessere Wahl.

Diese Antragsteller sollten entsprechend auf die i.d.R. erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse hingewiesen werden und der Antragsteller sollte soweit deutsche Sprachkenntnisse noch nicht vorliegen hinreichend glaubhaft machen, wie und wo er im Fall, dass er ein Arbeitsplatzangebot erhält, die deutschen Sprachkenntnisse erwerben möchte. In diesem Zusammenhang wäre der Antragsteller darauf hinzuweisen, dass während des Auf- enthalts zur Arbeitsplatzsuche und zum Besuch eines Sprachkurses jegliche Erwerbstätigkeit verboten ist.

b) Sicherung des Lebensunterhalts

Der Lebensunterhalt ist als gesichert anzusehen, wenn die Lebensunterhaltsberechnung ent- sprechend dem Regelbedarf gem. SGB II keine Fehlbeträge ausweist.

Vereinfacht: nach Abzug der Kosten für Unterkunft und Krankenversicherung müssen einem volljährigen alleinstehenden Antragsteller ohne Unterhaltspflichten 391,00 (2014) zum Le- ben bleiben. 1

Der Nachweis zur Lebensunterhaltssicherung kann auch über eine Verpflichtungserklärung erfolgen.

1 S. dazu VHB-Beitrag Lebensunterhalt

Visum zur Arbeitsplatzsuche 58. Ergänzungslieferung; Stand: 08/2014

Wichtiger Hinweis:

- 4 -

Bei einem längerfristigen Aufenthalt wie dem Aufenthalt zur Arbeitsplatzsuche muss die Verpflichtungserklärung den Vermerk „Bonität nachgewiesen“ enthalten. Die Angabe „Bonität glaubhaft gemacht“ reicht regelmäßig nicht aus. Aufgrund der umfangreichen Prüfverpflichtungen zur Aufnahme einer Verpflichtungserklärung mit dem Vermerk „Bonität nachgewiesen“ dürfte der Nachweis der Lebensunterhaltssicherung über diesen Weg nur in Ausnahmefällen in Betracht kommen. In jedem Fall muss die Verpflichtungserklärung den Aufenthaltszweck „Arbeitsplatzsuche“ eindeutig erkennen lassen. 2

Die Einrichtung eines Sperrkontos sollte idR nicht verlangt werden es sei denn, die Umstände des Einzelfalles lassen einen solchen Schritt erforderlich erscheinen. Wegen des zugunsten einer Gebietskörperschaft festzulegenden Sperrvermerks sollte dies nur in Absprache mit einer Ausländerbehörde erfolgen (im Rahmen einer Fakultativbeteiligung; s. dazu Ziff. 3 a).

Ein Unterkunftsnachweis zählt nicht zu den regelmäßig vorzulegenden Nachweisen. Dieser kann jedoch im Einzelfall zur Lebensunterhaltsprüfung verlangt werden. In jedem Fall sollte der Antragsteller im Motivationsschreiben bzw. im Gespräch Angaben dazu machen, wie und wo er während seines Aufenthalts Unterkunft zu nehmen gedenkt. Hiernach richtet sich dann die Vorlage ggf. weiterer Nachweise.

Nachweise über sonstige Vorbereitungen der Arbeitsplatzsuche wie z.B. vereinbarte Vorstel- lungsgespräche o.ä. sind keine Bedingungen für Antragstellung und Visumerteilung. Solche Nachweise können das Anliegen und die Plausibilität des Antrags allerdings untermauern. Das Fehlen entsprechender Nachweise darf aber nicht für sich allein zur Ablehnung des Antrags führen.

3. Zustimmungserfordernisse

a) Zustimmung der Ausländerbehörde 3

Eine Zustimmung der Ausländerbehörde ist im Umkehrschluss aus § 31 Abs. 1 Nr. 1 und 2 AufenthV in Fällen des § 18c AufenthG nicht erforderlich.

b) Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit

Die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist ebenfalls nicht erforderlich.

4. Sonstiges

a) Statistische Erfassung

§ 18 c AufenthG tritt zum 1. August 2016 automatisch außer Kraft, sofern nicht vorher im Rahmen einer Evaluierung die Notwendigkeit des Fortbestands der Regelung festgestellt wird.

Vor diesem Hintergrund kommt der korrekten statistischen Erfassung der Visumanträge eine besondere Bedeutung zu: Visumanträge zum Zweck von § 18 c AufenthG sind in RK-Visa statistisch zu erfassen (s. dazu Erlass vom 20.12.2012, Gz: 510-RL-516.20 SB 1 und Anlage; Aufenthaltszweck 01, statistische Zuordnung 16 - Arbeitsplatzsuche).

b) Art des Visums / Gültigkeitsdauer

2 S. dazu ergänzend VHB-Beitrag Verpflichtungserklärungund Ziffer 68.1.2.3 der VwV zum AufenthG 3 S. dazu auch VHB-Beitrag „Zustimmung der Ausländerbehörde“

Visum zur Arbeitsplatzsuche 58. Ergänzungslieferung; Stand: 08/2014

- 5 -

Sofern die Regel- und besonderen Erteilungsvoraussetzungen erfüllt sind 4 und der Lebensun- terhalt für den gesamten Zeitraum gesichert ist, ist das Visum für 6 Monate als D-Visum zu erteilen.

Ist der Lebensunterhalt nur für einen kürzeren Zeitraum nachgewiesen, kann das Visum auch nur für den Zeitraum erteilt werden, für den der Lebensunterhalt gesichert ist. Dabei ist das Visum auch bei einem geplanten Aufenthaltszeitraum von unter 90 Tagen wegen der Langzeitperspektive und dem beabsichtigtem Daueraufenthalt als D-Visum zu erteilen: Die vom Gesetzgeber beabsichtigte unproblematische Anschlusserteilung einer Aufenthaltserlaub- nis ohne erneute Ausreise ist regelmäßig nur dann möglich, wenn die Einreise mit dem ent- sprechenden D-Visum erfolgt ist.

Weitere Informationen:

Informationen des BMI zur Arbeitsmigration.

Ein Mustermerkblatt steht als Anlage zu diesem Beitrag im Visumhandbuch zur Verfü- gung.

Hinweise des BMI zu wesentlichen Änderungen durch das Gesetz zur Umsetzung des Hochqualifizierten-Richtlinie (Blaue Karte EU, Arbeitsplatzsuche, Selbstständige etc.).

Make it in Germanydas Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für interna- tionale Fachkräfte.

Migration Check der Bundesagentur für Arbeit.

Visum zur Arbeitsplatzsuche 58. Ergänzungslieferung; Stand: 08/2014

Logo der Auslandsvertretung

Stand: Datum einfügen

Kontaktdaten Visastelle

Visum zur Arbeitsplatzsuche

Dieses Visum ermöglicht es interessierten Fachkräften aus Drittstaaten, die einen Hochschulabschluss besitzen, für max. sechs Monate zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen, um vor Ort eine ihrer Qualifikation entsprechende Arbeit zu finden.

Allgemeine Informationen zur Fachkräftemigration finden Sie im Fachkräfteportal www.make-it-in-germany.com

Für die Beantragung benötigen Sie folgende Unterlagen:

Reisepass

Antrag (und Erklärung gemäß § 55 Abs. 2 AufenthG, [hier empfiehlt sich Link zum Formular auf der Webseite der Botschaft/des GK])

Lebenslauf über den beruflichen Werdegang, mit Zeugnissen, Diplomen o.ä.

Deutscher Hochschulabschluss oder anerkannter ausländischer, einem deutschen vergleichbarer Hochschulabschluss

Motivationsschreiben mit Angaben zur geplanten Arbeitsplatzsuche (Branche, Region, geplanter Aufenthaltsort/Unterkunft etc.)

Soweit bereits verfügbar: weitere Nachweise über Ihre Vorbereitung der Arbeitsplatzsuche

Nachweis über die Sicherung des Lebensunterhalts

Ob Ihr ausländischer Hochschulabschluss anerkannt oder vergleichbar ist, können Sie in der Datenbank ANABIN abfragen: http://anabin.kmk.org/

[Vertretungen in Ländern, in denen GIZ-Berater im Rahmen der Fachkräfteinitiative tätig sind (z.B. Indien) sollten hier auch den Kontakt zu den Beratungsstellen nennen.]

Nach positiver Entscheidung über den Visumantrag müssen Sie vor Aushändigung des Visums einen Nachweis über einen bestehenden Reisekrankenversicherungsschutz vorlegen, sofern ein Nachweis darüber nicht bereits vorher vorgelegt worden ist.

Achten Sie auf die Abgabe vollständiger Antragsunterlagen! Unvollständige Anträge können zur Ablehnung des Visumantrags führen.

Dieses Merkblatt wird regelmäßig aktualisiert, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Einzelfall kann die Vorlage weiterer Unterlagen erforderlich sein.

Translation

Logo of the mission abroad

As of Insert date

Visa section contact details

Jobseeker’s visa

This is a visa for university graduates from countries outside the EU which enables them to come to Germany for up to six months for the purpose of seeking employment commensurate with their qualifications.

General information on graduate immigration is available via the portal for qualified professionals www.make-it-in-germany.com

For your application you require the following documents:

Passport

Application (and declaration in accordance with section 55 (2) of the Residence Act) [link to the form on the Embassy/Consulate-General website would be advisable])

Curriculum vitae of professional career, specifying the certificates, diplomas, etc. you have obtained

German university degree or recognised foreign degree comparable to a German degree

A letter of motivation providing information on the planned course of action to secure a job (sector, region, intended place of residence/accommodation etc.)

Any additional evidence of your preparations to secure a job that can already be provided.

You can check whether your foreign university degree is recognised or comparable by consulting the ANABIN database: http://anabin.kmk.org/

[Missions abroad in countries where GIZ advisors work for the qualified professionals’ initiative (e.g. India) should also mention here the option of contacting the advice centres.]

Following approval of the visa application, but before your visa can be issued, you must provide evidence that you have taken out travel health insurance, if such evidence has not already been submitted.

Please ensure that your application documents are complete! Incomplete applications may result in rejection of the visa application.

This fact sheet is regularly updated but makes no claim to be complete. In individual cases provision of additional documents may be necessary.

ASSIST

(Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen)

Quellen: Anlage 4 zu RES 6-32 Zugang, Bewerbung und Zulassung zum Studium in Deutschland

Relevanz für Auslandsvertretungen:

Die folgenden Ausführungen betreffen ausschließlich Visumanträge zum Zweck der Aufnahme eines Studiums im Bundesgebiet. Das geschilderte Verfahren gibt den Auslandsvertretungen im Ergebnis Aufschluss darüber, ob ein Antragsteller/ Studienbewerber sich formal ordnungsgemäß zur Zulassung zum Studium in Deutschland beworben hat.

Ein Zulassungsbescheid oder eine Studienvormerkung wird durch ASSIST nicht ausgestellt (siehe dazu Beitrag „Studenten“). ASSIST bietet somit mit den bisher vorgesehenen Verfahren keine materielle Prüfung über die Geeignetheit des Studienbewerbers und liefert damit auch keine verwertbaren materiellen Hinweise für die Prüfung der Visa-Voraussetzungen.

Hintergrund und Ziel:

Die auf Initiative der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Deutschen-Akademischen- Austauschdienstes (DAAD) gegründete "Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen" (kurz: ASSIST) hat am 01.05.2004 ihre Arbeit aufgenommen.

ausländischem

Bildungsabschluss zu vereinfachen und zwar sowohl für die Bewerber, die sich in der Regel an mehreren deutschen Hochschulen bewerben, als auch für die Hochschulen, die bei der Bearbeitung dieser Bewerbungen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Für die Studienberatung der Auslandsvertretungen ist von Bedeutung, dass das im Folgenden skizzierte und in den beigefügten Merkblättern erläuterte ASSIST-Verfahren nur für diejenigen Hochschulen gilt, die an ASSIST teilnehmen (z. Zt. 157 Hochschulen - eine aktuelle Liste ist im Internet unter www.uni-assist.de/ abrufbar). Studieninteressenten für andere Hochschulen bewerben sich wie bisher direkt bei der Hochschule, an der ein Studienplatz angestrebt wird.

Skizze des ASSIST-Bewerbungsverfahrens:

Ziel

von

ASSIST

ist

es,

das

Bewerbungsverfahren

für

Personen

mit

Die Bewerbungsunterlagen werden unter Angabe, für welche Hochschulen sie gelten sollen, bei ASSIST eingereicht. ASSIST prüft, ob die Unterlagen vollständig sind und die formalen Voraussetzungen für die Aufnahme eines Hochschulstudiums vorliegen und leitet sie anschließend an die Hochschulen zur Entscheidung weiter.

Bei Mehrfachbewerbungen an verschiedenen ASSIST-Hochschulen ist nur ein Satz beglaubigter und übersetzter Unterlagen an ASSIST einzureichen.

Die von den Hochschulen getroffenen Zulassungs entscheidungen werden den Bewerbern direkt von der Hochschule übermittelt.

Dieses Verfahren ist kostenpflichtig (68 € für die erste und 15 € für jede weitere Bewerbung; 43 € für Bewerber aus der EU) und gilt nur für Hochschulen, die dem ASSIST-Verbund beigetreten sind.

Das Verfahren entbindet die Bewerber nicht davon, sich wie bisher auch direkt bei der Hochschule über die notwendigen Bewerbungsunterlagen und Einsendefristen zu informieren und für deren Vollständigkeit und rechtzeitige Absendung Sorge zu tragen.

Im Internet informiert die Website www.uni-assist.de.

Assist 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

Hinweise für die Auslandsvertretungen:

Hochschulen, die an ASSIST teilnehmen, stellen in der Regel keine Bewerberbestätigungen mehr aus. Die endgültige Zulassungsbestätigung eines Bewerbers zu einem Studium in Deutschland kommt weiterhin direkt von den Hochschulen.

ASSIST versendet in der Regel drei Bestätigungen an die Studienbewerber:

1. eine Eingangsbestätigung (siehe Anlage 1),

2. die sog. "endgültige Mitteilung", die das Ergebnis der Prüfung enthält (siehe Anlagen 2-3) und

3. eine Vorabprüfungsdokumentation (VPD) (Anlage 4).

In der "endgültigen Mitteilung" von ASSIST wird aufgelistet, an welchen (an ASSIST teilnehmenden) Hochschulen die Bewerber sich für welchen Studiengang beworben haben. Dabei wird für jede einzelne Bewerbung mitgeteilt, ob die formalen Zulassungskriterien für diesen Studiengang erfüllt sind und die Bewerbung daher weitergeleitet wird, oder ob und welche Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

Es bestehen hier keine Bedenken, eine positive "endgültige Mitteilung" von ASSIST, aus der ersichtlich ist, dass zumindest für eine Hochschule die formalen Zulassungskriterien erfüllt sind, im Visumverfahren für Studienbewerber als Ersatz für die Bewerberbestätigung anzuerkennen. Eine Zulassungsbestätigung ist dies jedoch nicht!

Die Vorabprüfungsdokumentation (VPD) wird für Hochschulen ausgestellt, die das Zertifizierungsverfahren bei uni-assist gewählt haben. Bei dieser Verfahrensvariante reichen die Bewerber ihre Zeugnisse bei uni-assist ein. Dort wird ausschließlich die Art der Hochschulzugangsberechtigung ermittelt und die "Abiturnote" ins deutsche Notensystem umgerechnet. Mit dieser Vorprüfungsdokumentation (ausgedruckt auf uni-assist-Kopfbogen) bewerben sich die Bewerber dann direkt bei der Hochschule. Diese Kandidaten erhalten von ASSIST keine Bewerberbestätigung.

Die Mitteilungen sind weder mit Stempel noch mit Unterschrift versehen. Bei Zweifeln an der Echtheit im Einzelfall steht Frau Bettina Böhme, Tel.: 030/66644333, E-Mail:

b.boehme@uni-assist.de, für Rückfragen zur Verfügung (Kontaktdaten bitte nicht an Bewerber weitergeben!).

Assist 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

Bettina Test

Helmholtzstraße 2-9 10587 Berlin Deutschland

Berlin, den 18.10.2013

Betreff: Eingangsbestätigung für Bewerbernummer 1268808 - Please find the english version at the end of this notification

Sehr geehrte(r) Bettina Test, wir freuen uns, dass Sie sich für ein Studium in Deutschland entschieden haben!

Posteingang

Am 17.10.2013 haben wir von Ihnen erhalten: (wiederholte Zusendung)

- Bildungsnachweise

- sonstige Unterlagen

Dieser Brief gibt keine Auskunft darüber, ob es noch sinnvoll ist, Dokumente an uns zu schicken oder ob die Bewerbungsfrist schon abgelaufen ist. Wir bestätigen nur, dass Ihre Bewerbung (Unterlagen/Geld) jetzt bei uns registriert ist - Informationen über Vollständigkeit erhalten Sie erst, wenn die Prüfung Ihrer Unterlagen abgeschlossen ist.

Mit freundlichen Grüßen Ihr uni-assist-Team

Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.

Wichtige Hinweise Bevor Sie weitere Dokumente einreichen, sollten Sie unbedingt sicher stellen, dass diese noch rechtzeitig bei uns ankommen! Ihre Unterlagen müssen bis zum Ende der Bewerbungsfrist bei uns angekommen sein. Wenn Geld oder Unterlagen zu spät bei uns eintreffen, dürfen wir weder Ihre Bewerbung an die Hochschulen weiterleiten, noch können wir Ihnen Geld oder Dokumente zurückschicken.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen nicht das komplette Entgelt zurücküberweisen können,wenn Sie uns Bewerbungen schicken, die prinzipiell nicht von uni-assist geprüft werden. In diesem Fall müssen wir pro Semester eine Bearbeitungsgebühr von insgesamt 10 Euro einbehalten.

Berlin, den 18.10.2013

Acknowledgement of Receipt for applicant number 1268808

Dear Bettina Test, thank you for your decision to apply for a university program in Germany!

received via mail

On 17.10.2013 we received from you: (repeated sending)

- Certificates

- other documents

This letter does not contain information as to whether it is still useful to hand in (further) application documents or whether the application period has already expired. It only confirms that your

application (documents/ payment) has been registered at uni-assist e.V

processed your application, we will inform you whether your documents are complete.

As soon as we have

Sincerely,

Your team at uni-assist e.V.

This letter was processed automatically and is valid without personal signature.

Please note Before handing in further documents, please make sure that they will reach us in time! Your documents have to reach us before the end of the application period. In case we receive your documents or your payment only after the end of the application period, we can neither forward your application to the universities of your choice nor send your documents or your payment back to you.

In case you hand in applications that are not processed by uni-assist e.V. on principle, we cannot transfer your complete payment back to you but have to keep an administrative fee of 10 Euro for each semester. Thank you for your understanding.

Bettina Test Helmholtzstraße 2-9 10587 Berlin

Ihre Bewerbernummer ist 1268808

Sehr geehrte(r) Bettina Test,

Berlin, den 17.10.2013

Sie haben sich an einer oder an mehreren uni-assist Hochschulen beworben. Deshalb haben wir Ihre Unterlagen überprüft und möchten Ihnen nun das Resultat der Überprüfung mitteilen:

FU Berlin - Bachelor - Altorientalistik Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir in Kürze Ihre Bewerbung für den gewünschten Studiengang elektronisch an die FU Berlin zur Entscheidung übermitteln werden. Die Hochschule wird Ihre Bewerbung nun weiterbearbeiten und Sie in den nächsten Wochen darüber informieren, ob Sie zum Studium zugelassen werden können oder nicht.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die FU Berlin.

Diese Mitteilung ist keine Zulassung zum Studium, sie dient aber als Bescheinigung, dass Sie sich für ein Studium an einer staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland beworben haben.

Hinweis für ausländische Studienbewerber, die sich noch nicht in Deutschland aufhalten:

Mit diesem Schreiben können Sie in der Visaabteilung der deutschen Botschaft / des deutschen Konsulats in Ihrem Heimatland ein Visum für Studienbewerber beantragen. Es besteht jedoch kein Rechtsanspruch auf die Erteilung eines Visums auf der Grundlage dieses Schreibens.

Die Prüfung Ihrer Unterlagen erfolgte bei uni-assist mit größter Sorgfalt und Genauigkeit. Sollten Sie trotzdem den Eindruck haben, dass uns in Ihrem Fall ein Fehler unterlaufen ist, wenden Sie sich bitte schriftlich an uni-assist. Nennen Sie die Gründe für Ihre Beschwerde und geben Sie bitte auch Ihre Bewerbernummer an. Die Leitung von uni-assist wird dann Ihrer Beschwerde nachgehen und Ihnen schriftlich antworten. Sollten Sie auch mit dieser Antwort nicht einverstanden sein, werden wir Ihre Bewerbung zur Erstellung eines rechtsfähigen Bescheids an die Hochschule(n) weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen Ihr uni-assist-Team

Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.

Bewerbernr:

1268808

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Applicant

No.:

1268808

Bettina Test Helmholtzstraße 2-9 10587 Berlin

Ihre Bewerbernummer ist 1268808

Sehr geehrte(r) Bettina Test,

Berlin, den 17.10.2013

Sie haben sich an einer oder an mehreren uni-assist Hochschulen beworben. Deshalb haben wir Ihre Unterlagen überprüft und möchten Ihnen nun das Resultat der Überprüfung mitteilen:

FU Berlin - Bachelor - Altorientalistik Leider konnten wir Ihren Antrag nicht an die Hochschule weiterleiten.

Begründung:

Die von Ihnen nachgewiesenen Sprachkenntnisse sind für einen studienvorbereitenden Deutschkurs leider nicht ausreichend. Bitte informieren Sie sich bei der Hochschule über die erforderlichen Sprachkenntnisse. Falls Sie die benötigten Sprachkenntnisse in der Zwischenzeit erworben haben, können Sie uns den Nachweis noch bis zum Bewerbungsschluss einreichen.

Eine automatisch erstellte Liste weiterer fehlender Unterlagen finden Sie gegebenenfalls weiter unten.

Die Prüfung Ihrer Unterlagen erfolgte bei uni-assist mit größter Sorgfalt und Genauigkeit. Sollten Sie trotzdem den Eindruck haben, dass uns in Ihrem Fall ein Fehler unterlaufen ist, wenden Sie sich bitte schriftlich an uni-assist. Nennen Sie die Gründe für Ihre Beschwerde und geben Sie bitte auch Ihre Bewerbernummer an. Die Leitung von uni-assist wird dann Ihrer Beschwerde nachgehen und Ihnen schriftlich antworten. Sollten Sie auch mit dieser Antwort nicht einverstanden sein, werden wir Ihre Bewerbung zur Erstellung eines rechtsfähigen Bescheids an die Hochschule(n) weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen Ihr uni-assist-Team

Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.

Bewerbernr:

1268808

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Applicant

No.:

1268808

Bettina Test Helmholtzstraße 2-9 10587 Berlin

Ihre Bewerbernummer ist 1268808

Liebe Studienbewerberin, lieber Studienbewerber,

wir freuen uns, dass Sie sich für ein Studium in Deutschland entschieden haben!

Sie haben sich an einer oder an mehreren uni-assist-Hochschulen beworben. Darum prüfen wir im Auftrag der Hochschulen, ob Sie die allgemeinen Voraussetzungen für die Zulassung erfüllen.

Unsere Überprüfung brachte folgendes Resultat:

Wir haben Ihre Bewerbung für die Hochschule für Angewandte Wissenschaften bearbeitet und das Ergebnis unserer Vorprüfung dokumentiert. Diese Vorprüfungsdokumentation schicken wir Ihnen heute zu. Damit können Sie sich direkt bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW München, Immatrikulation, Lothstr. 34, 80335 München) bewerben.

Diese Mitteilung ist keine Zulassung zum Studium, sie dient aber als Bescheinigung, dass Sie sich für ein Studium an einer staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland beworben haben. Mit diesem Schreiben können Sie in der Visaabteilung der deutschen Botschaft / des deutschen Konsulats in Ihrem Heimatland ein Visum für Studienbewerber beantragen. Es besteht jedoch kein Rechtsanspruch auf die Erteilung eines Visums auf der Grundlage dieses Schreibens.

Für eine Bewerbung um einen Studienplatz an der HAW München müssen Sie zusammen mit der Vorprüfungsdokumentation den speziellen Antrag auf Zulassung der HAW und weitere Dokumente fristgerecht bei der HAW München einreichen. Bitte informieren Sie sich an der HAW München, welche Dokumente eingereicht werden müssen.

Wenn Sie eine Qualifikation für das Studienkolleg erhalten haben, müssen Sie sich mit dieser Vorprüfungsdokumentation direkt beim Studienkolleg in Coburg anmelden. Wenn Sie die Hochschulzugangsberechtigung erhalten haben und noch Deutschkenntnisse nachweisen müssen, können Sie sich ebenfalls am Studienkolleg Coburg für den DSH-Vorbereitungskurs anmelden. Bitte wenden Sie sich in beiden Fällen direkt an das Studienkolleg, www.sk-coburg.de und legen Sie auch dieses Begleitschreiben mit vor.

Die Prüfung Ihrer Unterlagen erfolgte bei uni-assist mit größter Sorgfalt und Genauigkeit. Sollten Sie trotzdem den Eindruck haben, dass uns in Ihrem Fall ein Fehler unterlaufen ist, wenden Sie sich bitte schriftlich an uni-assist. Nennen Sie die Gründe für Ihre Beschwerde und geben Sie bitte auch Ihre Bewerbernummer an. Die Leitung von uni-assist wird dann Ihrer Beschwerde nachgehen und Ihnen schriftlich antworten. Sollten Sie auch mit dieser Antwort nicht einverstanden sein, werden wir Ihre Bewerbung zur endgültigen Entscheidung an die entsprechende Hochschule weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen Ihr uni-assist-Team

Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.

Vorprüfungsdokumentation

zur Bewerbung an der HAW München

Nachname:

Test

Vorname:

Bettina

Geburtsdatum:

01.01.1970

Geburtsort:

Santiago de Chile

Staatsangehörigkeit:

Chile

Bewerbernummer:

1268808

hat bei uni-assist e. V. Dokumente zur Vorprüfung vorgelegt.

Schulabschluss:

Land:

Chile

Abschluss:

Licencia de Ensenanza Media Cientifico-Humanista

Datum:

01.01.1990

Note:

2,5

Frau Test weist folgenden Studienabschluss nach:

Fach:

Artes con mencion Interpretacion Musical en Guitarra

Abschluss:

Bachiller

Note:

1,0

Hochschule:

Universidad Catlica de Chile

Datum:

01.01.2002

Bewertung*:

Mit diesen Dokumenten weist Frau Test eine Hochschulzugangsberechtigung für alle Hochschularten für alle Fachrichtungen mit der Durchschnittsnote 2,5 nach. Die Zeugnisse, die zum Hochschulzugang führen, wurden am 01.01.1990 erworben.

Diese Vorprüfungsdokumentation ist ab Ausstellungsdatum ein Jahr gültig.

* Möglicherweise sind hier nicht alle für die Ermittlung der HZB relevanten Zeugnisse aufgeführt. Detaillierte Informationen zur Bewertung der HZB findet die Hochschule im Hochschulportal von uni-assist unter der oben aufgeführten Bewerbernummer.

Bewerbernr:

1268808

/

Applicant

No.:

1268808

Asyl/Schutzersuchen im Ausland

Quellen:

Art. 16a GG

§ 22 AufenthG

§§ 5, 26 AufenthG

§ 3 I AsylVerfG

§§ 13, 18 I AsylVfG

1. Anwendungsbereich

Dieser Beitrag bezieht sich auf Personen, die im Ausland um politisches Asyl in Deutschland bzw. Schutz vor politischer Verfolgung als Flüchtling im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention oder vergleichbare Hilfe bitten. Er gilt auch für Fälle, in denen eine Auslandsvertretung in anderer Weise, z.B. durch Informationen von Menschenrechts- organisationen, von schutzbedürftigen Personen Kenntnis erlangt. Falls der/die Schutzsuchende Zuflucht auf dem Gelände der Auslandsvertretung sucht oder sich dort bereits befindet, sind außerdem zu beachten:

RES 516-1 betreffend diplomatisches Asyl und zeitweilige Zuflucht;

RE vom 20.6.1996, Gz.: 118-4-516.80 VS-NfD betreffend die Behandlung Zuflucht- / Asylsuchender durch Wachpersonal der Vertretungen.

2. Grundsatz

In der Bundesrepublik Deutschland gilt der Grundsatz des territorialen Asyls. Danach kann humanitärer Schutz nur Personen gewährt werden, die sich bereits auf deutschem Staatsgebiet bzw. an der deutschen Grenze befinden (vgl. §§ 13 und 18 I AsylVfG). Eine Vorwirkung des Asylgrundrechts, dass die Bundesrepublik Deutschland z.B. durch Gestattung der Einreise verpflichtet ist, einen künftigen Asylantrag erst noch zu ermöglichen, gibt es nicht.

Asyl-/Schutzersuchen sind daher grundsätzlich bereits vor Ort (ohne Beteiligung der Zentrale) unter Berufung auf das Territorialprinzip abzulehnen. Anfragen von Dritten an die Auslandsvertretung mit dieser Zielrichtung sind ebenso zu beantworten.

3. Vorgehen in besonderen Ausnahmefällen ("singuläre Einzelschicksale")

Nur in besonderen Ausnahmefällen ("singuläre Einzelschicksale") kommt - subsidiär - auf Grundlage des § 22 AufenthG die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für die Aufnahme aus dem Ausland aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen (§ 22 Satz 1 AufenthG) oder zur Wahrung der politischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland (§ 22 Satz 2 AufenthG) in Betracht. Dabei ist zu beachten, dass die Vorschrift

in keinem Fall einen Anspruch auf Erklärung der Aufnahme gewährt. Sie stellt hinsichtlich der

übrigen gesetzlichen Aufenthaltszwecke keine allgemeine Härtefallregelung dar. Die spezial-

gesetzlichen Regelungen zum Aufenthaltsrecht dürfen nicht unterlaufen werden, indem ein Aufenthaltsrecht nach § 22 AufenthG erteilt wird. Nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung "beschränkt sich die Anwendbarkeit des [§ 22 AufenthG] auf besondere Einzelfälle, in denen die Gewährung eines Aufenthaltsrechts aus verfassungsrechtlichen Gründen trotz des Fehlens einer Anspruchsvoraussetzung zwingend geboten ist" (OVG

Münster zur inhaltsgleichen früheren Regelung in §§ 30, 33 AuslG, Urteil v. 24. Feb. 1999, 17

A 193/97; OVG Berlin, Urteil v. 31. Jan. 2003, OVG 3 B 4.02).

3.1. Verfahren

Asyl/Schutzersuchen im Ausland 54. Ergänzungslieferung; Stand: 07/2013

Wenn keine andere Grundlage für die Erteilung eines Visums in Betracht kommt und es Anhaltspunkte für einen humanitären Einzelfall gibt, prüfen die AV, ob die Voraussetzungen für eine Aufnahme aus dem Ausland vorliegen (s. unten Ziffer 3.3.). Kommt die Auslandsvertretung zu dem Schluss, dass eine Aufnahme nach § 22 AufenthG in Betracht kommt, ist (möglichst vor Entgegennahme eines Visumantrages) unverzüglich an Referat 508-9 (Federführung; Doppel bzw. cc-Mail an das zuständige Länderreferat und Referat 509) zu berichten.

Zur Ermittlung des Sachverhalts sollte die AV nach Möglichkeit alle verfügbaren Informationsquellen nutzen, soweit die Dringlichkeit des Falles dies zulässt. Insbesondere sollte sie hierzu mit UNHCR-Vertretern vor Ort sowie ggf. mit anderen EU-Partnern, Menschenrechtsorganisationen, etc. Kontakt aufnehmen. Staatliche Stellen des Gastlandes dürfen auf keinen Fall beteiligt werden, soweit hierdurch der/die Schutzsuchende gefährdet werden könnte.

Die Zentrale setzt sich, wenn aufgrund der rechtlichen Prüfung Erfolgsaussichten für eine Übernahme bestehen, mit den zuständigen Innenbehörden (im Fall des § 22 Satz 2 AufenthG:

Bundesministerium des Innern und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; im Fall von § 22 Satz 1 AufenthG: Landesinnenministerium) in Verbindung, um die Frage der Aufnahme zu klären.

Wichtige Hinweise für die Berichterstattung:

Die Berichterstattung sollte möglichst umfassend sein und konkrete Gesichtspunkte beinhalten, um die Zentrale in die Lage zu versetzen, zur Frage der Aufnahme abschließend Stellung zu nehmen Neben den in Punkt 3.2 aufgeführten Gesichtspunkten sollte die AV immer auch folgende Angaben liefern: vollständiger, möglichst passidentischer Name, vorgelegtes Identitätspapier mit Gültigkeitsdauer, Familienstand und Zahl der im Haushalt lebenden Kinder, alle Staatsangehörigkeiten. Die Berichte sind als "Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch" einzustufen, es sei denn eine höhere Einstufung ist aufgrund der geltenden Regelungen vorgeschrieben.

Aufnahme gem. § 22 Satz 1 AufenthG:

Die Zustimmung der obersten Landesbehörde ersetzt gem. § 32 AufenthV die Zustimmung der Ausländerbehörde. Die AV erteilt nach Genehmigung durch die Zentrale ein nationales Visum. Als Auflage ist „Aufnahme gem. § 22 S.1 AufenthG“ einzutragen. Für die Erteilung der befristeten Aufenthaltserlaubnis nach Einreise (§ 22 i.V.m. § 26 AufenthG) ist die Ausländerbehörde zuständig.

Aufnahme gem. § 22 Satz 2 AufenthG:

Das Auswärtige Amt ist im Fall des § 22 Satz 2 AufenthG an die Entscheidung des Bundesministeriums des Innern gebunden. Die Aufnahmeerklärung des Bundesministeriums des Innern ersetzt die Zustimmung der Ausländerbehörde nach § 31 Absatz 1 AufenthV. Die AV erteilt auch hier ein nationales Visum (Auflage „Aufnahme gem. § 22 S.2 AufenthG“). Die Übernahmeentscheidung erfolgt ungeachtet dessen, ob in einem früheren Visumverfahren die Zustimmung der Ausländerbehörde verweigert wurde.

Die Möglichkeit, nach Einreise einen Asylantrag beim BAMF zu stellen, ist hierdurch nicht ausgeschlossen. Der/die Schutzsuchende sollte darauf hingewiesen werden, dass der Ausgang eines eventuellen Asylverfahrens in Deutschland durch die Aufnahmeentscheidung nicht präjudiziert wird. In jedem Fall erlischt bei Asylantragstellung die Aufenthaltserlaubnis nach § 22 AufenthG gemäß § 51 Abs. 1 Nr. 8 AufenthG. Wenn noch keine Titelerteilung im Inland erfolgt ist, kann eine Aufenthaltserlaubnis nach § 22 AufenthG gemäß § 10 Abs. 1 AufenthG nach Asylantragstellung nur noch in Ausnahmefällen erteilt werden.

Asyl/Schutzersuchen im Ausland 54. Ergänzungslieferung; Stand: 07/2013

3.2. Voraussetzungen für eine Aufnahme aus dem Ausland nach § 22 AufenthG

3.2.1. Dringende humanitäre Gründe (§ 22 Satz 1 AufenthG)

Zentrale Voraussetzung für eine Aufnahme aus dringenden humanitären Gründen ist eine besondere Notsituation, in der sich der/die Schutzsuchende befindet. Aufgrund des Ausnahmecharakters der Vorschrift muss diese Sondersituation ein Eingreifen zwingend erfordern und es rechtfertigen, ihn/sie – im Gegensatz zu anderen Ausländerinnen und Ausländern in vergleichbarer Lage – aufzunehmen. Dabei muss die Aufnahme des/der Schutzsuchenden im konkreten Einzelfall ein unabweisbares Gebot der Menschlichkeit sein. Dies ist der Fall, wenn es konkrete Anhaltspunkte für eine erhebliche und unausweichliche Gefahr für Leib und Leben des/der Schutzsuchenden gibt.

Darüber hinaus sind folgende Gesichtspunkte für die Ermessensentscheidung von Bedeutung (keine zwingenden Voraussetzungen):

enger Bezug zu Deutschland (frühere Aufenthalte, Familienangehörige u. ä.);

besondere Anknüpfungspunkte an ein bestimmtes Bundesland in Deutschland;

Kontakte in Deutschland zu Personen/Organisationen, die ggf. bereit wären,

bereits bestehende Kontakte zu anderen Staaten, für die eine Übernahme in

Kosten

für Aufenthalt/Transport zu übernehmen;

Betracht

kommen könnte;

voraussichtliche Kosten eines Aufenthalts in Deutschland.

Nicht zu berücksichtigen sind grundsätzlich Schutzersuchen betreffend Personen,

die schon in einem anderen Staat Zuflucht gefunden haben,

deren Verfolgung darauf beruht, dass sie selbst Gewalt angewendet haben (Art.

1

F der

Genfer Flüchtlingskonvention) oder

und

bei denen offensichtlich keine erhebliche und unausweichliche Gefahr für Leib Leben besteht.

3.2.2.

Völkerrechtliche Gründe (§ 22 Satz 1 AufenthG)

Die Bundesrepublik Deutschland kann eine völkerrechtliche Aufnahmeverpflichtung aus

allgemeinem Völkerrecht oder aus Völkervertragsrecht haben. Eine Aufnahme nach § 22 Satz

1 AufenthG aus völkerrechtlichen Gründen kommt nur in Betracht, wenn nach dem AufenthG

bzw. nach ausländerrechtlichen Spezialgesetzen die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung nicht möglich ist. Insofern ist diese Tatbestandsalternative ein Auffangtatbestand.

3.2.3. Wahrung der politischen Interessen (§ 22 Satz 2 AufenthG)

Die politische Entscheidung über eine Aufnahme liegt im Fall von § 22 Satz 2 AufenthG beim Bundesministerium des Innern. Das Auswärtige Amt gibt gegenüber diesem eine politische Einschätzung ab. § 22 Satz 2 AufenthG verpflichtet zur Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, wenn das Bundesministerium des Inneren die Aufnahme zur Wahrung politischer Interessen Deutschlands erklärt hat. Die Vorschrift dient insbesondere der Wahrung des außen- und innenpolitischen Handlungsspielraums. Insofern ist eine den Fällen des § 22 Satz 1 AufenthG vergleichbare Notsituation nicht Voraussetzung für eine Aufnahme nach § 22 Satz 2 AufenthG.

Asyl/Schutzersuchen im Ausland 54. Ergänzungslieferung; Stand: 07/2013

Aufenthaltstitel

Quellen:

§§ 4, 6 ff., 38a AufenthG §§ 39, 40 AufenthV Art. 2 Nr. 15, Art. 34 Schengener Grenzkodex (SGK) Art. 5 SGK Visakodex (VO (EG) 810/2009) VO (EU) Nr. 265/2010 vom 25.03.2010 (D-Visa-VO) Artt. 18, 21, 25 SDÜ VO (EG) Nr. 539/2001 vom 15.03.2001 Richtlinie 2003/109/EG des Rates vom 25. November 2003 betreffend die Rechtsstellung der langfristig aufenthaltsberechtigten Drittstaatsangehörigen („Daueraufenthalt-Richtlinie“ ABl. EU 2004 Nr. L 16 S. 44).

I. Erfordernis eines Aufenthaltstitels nach dem AufenthG Ausländer, auf die das Aufenthaltsgesetz Anwendung findet (vgl. § 1 Abs. 2 AufenthG), bedürfen für die Einreise und den Aufenthalt im Bundesgebiet eines Aufenthaltstitels, sofern nicht durch Gemeinschaftsrecht (insbesondere die VO (EG) Nr. 539/2001 vom 15.03.2001, Art. 5 Schengener Grenzkodex sowie Art. 18-21 SDÜ), Rechtsverordnung (AufenthV) oder durch das Assoziationsabkommen der EWG mit der Türkei etwas anderes bestimmt ist (§ 4 Abs. 1 S. 1 AufenthG).

II. Aufenthaltstitel Das AufenthG nennt abschließend fünf Arten von Aufenthaltstiteln (§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 bis 4 AufenthG):

1. das Visum als eigenständiger Aufenthaltstitel (§ 6 AufenthG) Nicht: Flughafentransit- visum

2. die Aufenthaltserlaubnis (§ 7 AufenthG)

3. die Blaue Karte EU (§ 19 a AufenthG)

4. die Niederlassungserlaubnis (§ 9 AufenthG)

5. die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG (§ 9 a AufenthG)

Hinweis: Der Begriff „Aufenthaltstitel“ wird im nationalen Recht in einer anderen Systematik verwendet als im EU-Recht. Während im nationalen Recht das Visum (auch das Schengen- Visum) ein Aufenthaltstitel ist, unterscheidet das EURecht streng zwischen Aufenthaltstitel einerseits und Visum andererseits (vgl. Art. 21 SDÜ).

Am 1. September 2011 wurde der elektronische Aufenthaltstitel (eAufenthaltstitel) mit einem Chip als Verarbeitungs- und Speichermedium eingeführt. Mit Einführung des eAufenthaltstitels im Kreditkartenformat werden der bisherige Aufenthaltstitel (Klebeetikett), die Aufenthalts- und Daueraufenthaltskarte, die Aufenthaltserlaubnis für Schweizer (optional) und der Ausweisersatz in Papierform weitestgehend abgelöst. Die bisherigen Aufenthaltstitel in den Reisepässen und Passersatzpapieren behalten bis längstens 31.08.2021 ihre Gültigkeit. Dies regelt § 105b AufenthaltsG .

Aufenthaltstitel 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

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Ausführliche Informationen zum eAufenthaltstitel bietet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unter

1. Visum (§ 6 AufenthG)

Das Visum wird im AufenthG erstmals als eigenständiger Aufenthaltstitel definiert. Während für Schengen-Visa auf die Erteilungsvoraussetzungen des Unionsrechts verwiesen wird (s. hierzu auch Beitrag „Allgemeine Voraussetzungen für die Erteilung von Schengen-Visa“), richten sich die Erteilungsvoraussetzungen für nationale Visa nach den für die Aufenthalts- und Niederlassungserlaubnis geltenden Vorschriften (insbesondere nach den allgemeinen Regelerteilungsvoraussetzungen nach § 5 AufenthG), vgl. hierzu auch Beitrag „Allgemeine Voraussetzungen für die Erteilung von nationalen Visa“.

Ein Visum kann mit Bedingungen und Auflagen versehen werden (§ 12 Abs. 2 AufenthG), siehe auch Beitrag „Auflagen und Hinweise im Visumetikett“.

Das Visum soll den Aufenthaltszweck so konkret wie möglich benennen.

Aus dem Visum muss auch hervorgehen, ob eine Erwerbstätigkeit erlaubt ist oder nicht (§ 4 Abs. 2 S. 2 AufenthG).

Grundsätzlich muss der erforderliche Aufenthaltstitel als Visum vor der Einreise eingeholt werden. Ausnahmen ergeben sich aus § 5 Abs. 2 S. 2 und Abs. 3 AufenthG sowie aus §§ 39- 41 AufenthV. In diesen Fällen kann der erforderliche Aufenthaltstitel auch nachträglich nach Einreise durch die Ausländerbehörden ausgestellt werden.

Bei der Bemessung der Gültigkeitsdauer eines Visums ist grundsätzlich darauf zu achten, dass die Einreisevoraussetzungen für die gesamte Dauer des beantragten Aufenthaltszeitraums gegeben sein müssen. Das Visum kann z.B. grundsätzlich nicht länger gültig sein als eine vorgelegte Krankenversicherung oder Verpflichtungserklärung.

Für Schengen-Visa gilt weiterhin, dass die Visumgültigkeit grundsätzlich mindestens drei Monate vor Ablauf der Gültigkeit des zu visierenden Reisedokuments enden soll (vgl. Art. 12 (a) Visakodex). Außerdem sollte die Aufenthaltsdauer im angemessenen Verhältnis zum Reisezweck stehen. Im Rahmen dieser Vorgaben ist über die vom Antragsteller ange- gebenen Daten der An- und Abreise hinaus das Ende der Gültigkeitsdauer grundsätz- lich um 15 Tage zu erweitern, um Schwierigkeiten bei kurzfristigen, unvorhersehbaren und rechtlich unproblematischen Änderungen der Reisedaten zu vermeiden (sog. Zusatzfrist, s. Art. 24 (1) Visakodex, vgl. auch Beitrag „Reisekrankenversicherung“)

Das Visum kann je nach Aufenthaltsdauer und Aufenthaltszweck erteilt werden als

Flughafentransitvisum (Visum A),

Visum für den kurzfristigen Aufenthalt oder die Durchreise (Visum C)

nationales Visum (Visum D) Visa der Kategorien A und C sind Schengen-Visa.

Aufenthaltstitel 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

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Der Besitz eines Visums verleiht dem Drittausländer kein Recht auf Einreise (vgl. Art. 30 VK). Die Entscheidung über die Einreise wird erst von der Grenzkontrollstelle getroffen, an der die Einreise in die Schengen-Staaten begehrt wird. Die Einreise darf nur erfolgen, wenn die in Art. 5 Abs. 1 Schengener Grenzkodex bzw. im AufenthG aufgeführten Einreisevoraussetzungen auch im Zeitpunkt der Einreise noch vorliegen und auf Verlangen nachgewiesen werden können.

a) Visum für den Flughafentransit (Kategorie A) siehe Beitrag „Flughafentransit

b) Schengen-Visa für den kurzfristigen Aufenthalt oder die Durchreise (Kategorie C), Art. 1 Abs. 1, 2 Nr. 2 Visakodex, § 6 Abs. 1 AufenthG

Das Schengen-Visum der Kategorie C kann für einen oder mehrere Aufenthalte für eine Dauer von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen erteilt werden. Es ist nunmehr auch das passende Visum für Durchreisen bzw. Transitaufenthalte (anders der bis zum 04. April 2010 geltende Art. 11 SDÜ). Für die Berechnung von Bezugszeiträumen bei früheren Aufenthalten im Schengenraum wird auf den Beitrag "Berechnung der Bezugszeiträume bei Schengen-Visa/Anrechnung von Voraufenthaltszeiten" verwiesen.

Das Schengen-Visum der Kategorie C kann auch ein Visum mit ein- oder mehrjähriger Gültigkeit sein („unechtes“ Jahres- oder Mehrjahresvisum, Art. 24 Visakodex), das zu einem Aufenthalt von max. 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen sowie zu mehrmaliger Einreise berechtigt. Ein solches Visum soll Personen ausgestellt werden, sofern die in Artikel 24 Absatz 2 Visakodex genannten Voraussetzungen vorliegen:

Nachweis der Erforderlichkeit häufiger Reisen aus beruflichen oder familiären Gründen (z.B. bei Geschäfts- oder Seeleuten; zu weiteren Beispielen vgl. Art. 24 Abs. 2 Visakodex, Ziff. 9.1.1.3. des Visakodex-Handbuchs);

Nachweis der Integrität und Zuverlässigkeit des Antragstellers, insbesondere hinsichtlich der vorschriftsmäßigen Verwendung früher erteilter Visa. Jedoch können auch bei Erstanträgen Visa mit längerfristiger Gültigkeitsdauer erteilt werden, wenn es sich um bekannte Per- sönlichkeiten des öffentlichen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sportlichen Lebens handelt, an deren Zuverlässigkeit und Integrität nach Beurteilung der Auslandsvertretung kein Zweifel besteht.

Nachweis von Bonität und Rückkehrabsicht.

Die früher häufig praktizierte allmähliche Ausdehnung des Gültigkeitszeitraums (sukzessive Vergabe von Monats-, Vierteljahres-, Halbjahres- und Jahresvisa) findet sich im Visakodex nicht wieder. Der Visakodex stellt vielmehr ausschließlich auf den tatsächlichen Bedarf des Reisenden und seine ausländerrechtliche Zuverlässigkeit (sowie wirtschaftliche Situation und Rückkehrabsicht) ab.

Liegen Indizien dafür vor, dass der Antragsteller zu der hier geschilderten Kategorie von Perso- nen gehören könnte, so soll ihm geraten werden, sein Visum entsprechend zu beantragen und die dafür erforderlichen Nachweise vorzulegen.

Ein Visum der Kategorie C1-C5 kann auch erteilt werden, wenn es nicht explizit beantragt ist.

Aufenthaltstitel 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

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Der durch den Visakodex eröffnete Handlungsspielraum ist dahingehend zu nutzen, dass nach sorgfältiger Prüfung und bei Erfüllung der rechtlichen Voraussetzungen Jahres- und Mehr- jahresvisa erteilt werden sollen.

Im Falle von Seeleuten kann die Gültigkeit nicht über das aktuell nachgewiesene Heuer- verhältnis hinausgehen. Entsprechendes gilt für angestellte Geschäftsleute mit befristeten Verträgen. Aufgrund der erforderlichen Kontrolle der ordnungsgemäßen Nutzung der Visa muss auch bei Visa, die die Tätigkeiten im Güterfernverkehr erlauben, die Gültigkeit auf max. ein Jahr beschränkt werden (bei Visumerleichterungsabkommen EU max. 2 Jahre; s. dazu VHB- Beitrag "Gütertransport").

Der Reisekrankenversicherungsschutz muss lediglich für den ersten Aufenthaltszeitraum nach- gewiesen werden (Art. 15 Abs. 2 Visakodex). Im Übrigen ist es ausreichend, vom Antragsteller eine Erklärung bezüglich des Abschlusses einer Versicherung für die weiteren Aufenthalte ent- gegenzunehmen (vgl. Beitrag „Reisekrankenversicherungen"). Die konkrete Geltungsdauer muss abhängig von den Umständen des Einzelfalls festgelegt werden.

Da die Gebühren nicht von der Gültigkeitsdauer des Schengenvisums abhängen, ist die nach- trägliche, vom Antrag abweichende Entscheidung für ein längerfristiges Visum auch in dieser Hinsicht unproblematisch.

Sonderfall: Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit (VRG), siehe Beitrag „Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit (VRG)“

Sonderfall: an der Grenze ausgestelltes Ausnahmevisum siehe Beitrag "Ausnahmevisum an der Grenze"

Sonderfall: Dokument für den erleichterten (Eisenbahn-)Transit FTD, FRTD Dem Visum gleichgestellte Dokumente zur Überschreitung von Außengrenzen sind das Facilitated Travel Document (FTD, Dokument für den erleichterten Transit) und das Facilitated Rail Travel Document (FRTD, Dokument für den erleichterten Transit im Eisenbahnverkehr), VO (EG) Nr. 693/2003 des Rates vom 14. April 2003

Diese Dokumente wurden geschaffen, um Personen die Durchreise durch den Schengen-Raum zu ermöglichen, sofern dies erforderlich ist, um von einem Teil des Heimatstaates in einen anderen Teil des Heimatstaates zu gelangen. Hintergrund ist der EU- und Schengen-Beitritt der Baltischen Staaten, durch den russische Staatsangehörige aus der Region Kaliningrad ein Visum für den Transit in das Kernland bräuchten.

Deutsche Vertretungen dürften von dieser Problematik nicht betroffen sein, solange keine Vertretung bei der Erteilung von Schengen-Visa für einen betroffenen Partner vereinbart wird.

Die Ausstellung von Sammelvisa ist nach dem Visakodex nicht mehr zulässig.

Sonderfall: Übertragung eines noch gültigen Visums in einen neuen Pass:

Beantragt ein Drittstaatsangehöriger, der häufig reist und über ein noch gültiges Visum in einem "vollen", aber ungültig gemachten Reisedokument verfügt, dass für die verbleibende Gültigkeitsdauer ein neues Visum in einem neuen Reisedokument angebracht wird, so wird das

Aufenthaltstitel 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

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gültige Visum aufgehoben und sobald wie möglich gebührenfrei ein neues Visum mit einer der verbleibenden Gültigkeitsdauer entsprechenden Gültigkeit ausgestellt (VK-Handbuch Teil II Nr.

4.1.1).

In den Fällen, in denen es um eine reine Übertragung der "Restlaufzeit" eines Jahres- oder Mehrjahresvisums geht, reicht eine AZR/SIS- und ggfs. KZB-Abfrage aus. Antragsbegründende Unterlagen müssen nicht gefordert werden, die Übertragung erfolgt gebührenfrei (s. Beitrag Gebühren). Möchte der Antragsteller eine längere Laufzeit des "neuen" Visums bzw. erscheint ein Übertrag wegen fast abgelaufener Gültigkeitsdauer nicht lohnend, so kann er einen neuen Antrag auf Erteilung eines Jahres- bzw. Mehrjahresvisums stellen. In diesem Fall sind vom Antragsteller antragsbegründende Unterlagen vorzulegen und Visumgebühren zu zahlen.

Hinweis: Zwar akzeptiert die Bundespolizei in der Regel auch die Einreise unter Vorlage beider Pässe (ungültiger, alter Pass mit noch gültigem Visum und neuer Pass), andere Schengenstaaten haben diesbezüglich aber eine abweichende Praxis.

c) Nationales Visum (Kategorie D), § 6 AufenthG

Sofern der Antragsteller beabsichtigt, sich länger als drei Monate in Deutschland aufzuhalten, benötigt er ein nationales Visum der Kategorie D. Hierbei handelt es sich um einen nationalen Aufenthaltstitel, dessen Erteilung sich nach den für die Aufenthalts- und Niederlassungs- erlaubnis sowie für die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG geltenden Vorschriften richtet. Für die Ausstellung wird das einheitliche EU-Visumetikett verwendet. Die Ausstellungs- modalitäten richten sich nach Anhang VII VK (Art. 18 SDÜ). Innerhalb der Gültigkeit muss der Ausländer den (endgültigen) Aufenthaltstitel nach Einreise bei der zuständigen Aus- länderbehörde am Aufenthaltsort beantragen (§§ 81 Abs. 2 Satz 1, 99 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG i. V. m. § 39 Nr. 1 AufenthV), sofern das Visum nicht bereits für die gesamte Aufenthalts- dauer ausgestellt wurde, siehe Beitrag „Auflagen und Hinweise im Visumetikettund „längerfristige Visa“.

Das D-Visum berechtigt den Inhaber gleichzeitig, sich höchstens bis zu drei Monaten inner- halb eines Sechsmonatszeitraums im Hoheitsgebiet der Schengener Vertragsstaaten frei zu bewegen, sofern die in Art. 5 Abs. 1, Buchstaben a, c und e Schengener Grenzkodex auf- geführten Einreisevoraussetzungen erfüllt sind (vgl. Art. 21 Abs. 2a SDÜ).

2. Aufenthaltserlaubnis (§ 7 AufenthG)

Die Aufenthaltserlaubnis ist ein befristeter Aufenthaltstitel für den Aufenthalt im Bundes-

gebiet, der mit Bedingungen und Auflagen versehen werden kann (§ 12 Abs. 2 AufenthG). Es muss erkennbar sein, ob die Ausübung einer Erwerbstätigkeit erlaubt ist, § 4 Abs. 2 S. 2 AufenthG.

Die Aufenthaltserlaubnis kann zu folgenden Aufenthaltszwecken erteilt werden (siehe dazu jeweils gesonderten Beitrag):

1. Aus- und Weiterbildung (§§ 16, 17 AufenthG),

2. Erwerbstätigkeit (§§ 18, 18a, 19 a, 20 und 21 AufenthG),

3. völkerrechtliche, humanitäre oder politische Gründe (§§ 22-26 AufenthG),

4. Familiennachzug (§§ 27-30, 32, 36 AufenthG),

5. Wiederkehr und für ehemalige Deutsche (§§ 37, 38 AufenthG),

Aufenthaltstitel 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

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6. Weiterwanderung von langfristig Aufenthaltsberechtigten aus anderen EU-Mitgliedstaaten (§ 38 a AufenthG)

7. sonstige Zwecke (§ 7 Abs. 1 S. 3 AufenthG).

3. Blaue Karte EU (§ 19 a AufenthG) 1

Personen aus einem Drittstaat mit einem deutschen, einem anerkannten ausländischen oder einem einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbaren ausländischen Hochschulabschluss und einem bestimmten jährlichen Mindestgehalt, das für das Jahr 2013 bei 46.400 Euro - und bei Berufen, für die in Deutschland ein besonderer Bedarf besteht, bei 36.192 Euro - liegt, können mit der Blauen Karte EU einen befristeten Aufenthaltstitel erhalten. Nach 33-monatiger Beschäftigung als Hochqualifizierter und dem Nachweis von

Leistungsbeiträgen für diesen Zeitraum in eine Altersversorgung ist einem Inhaber einer Blauen Karte EU bei Erfüllung weiterer Voraussetzungen eine unbefristete Niederlassungserlaubnis zu erteilen. Werden Sprachkenntnisse der Stufe B 1 nachgewiesen, ist die Niederlassungserlaubnis bereits nach 21 Monaten auszustellen. Familienangehörigen (Ehegatten und minderjährige ledige Kinder) eines Inhabers einer Blauen Karte EU ist bei Vorliegen der weiteren allgemeinen Voraussetzungen eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen. Vom mit- oder nachziehenden Ehegatten wird kein Nachweis von Deutschkenntnissen verlangt. Der Ehegatte eines Inhabers einer Blauen Karte EU erhält sofort uneingeschränkten Zugang zur Erwerbstätigkeit.

4. Niederlassungserlaubnis (§ 9 AufenthG)

Die Niederlassungserlaubnis ist ein unbefristeter Aufenthaltstitel, der immer zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Bundesgebiet berechtigt (§ 9 Abs. 1 Satz 2 AufenthG). Zu beachten ist jedoch auch hier § 4 Abs. 2 S. 2 AufenthG (Erkennbarkeit der Gestattung der Erwerbstätig- keit). Die Niederlassungserlaubnis kann nur in den durch das Aufenthaltsgesetz ausdrücklich zugelassenen Fällen mit einer Nebenbestimmung versehen werden (§ 9 Abs. 1 Satz 2 AufenthG), z.B. § 23 Abs. 2 Satz 4 AufenthG.

Sind auch die allgemeinen Regelerteilungsvoraussetzungen des § 5 Abs. 1 AufenthG erfüllt, besteht nach Maßgabe der Tatbestandsvoraussetzungen des § 9 Abs. 2 AufenthG ein An- spruch auf Erteilung einer Niederlassungserlaubnis.

Ausnahmen von einzelnen Tatbestandsvoraussetzungen sind in § 9 Abs. 2 S. 3 ff. AufenthG geregelt, wobei zu unterscheiden ist zwischen zwingenden Ausnahmen und solchen, die im Ermessen der Ausländerbehörde stehen. Besondere Erteilungsvoraussetzungen gelten für Ehegatten, die bereits in häuslicher Gemeinschaft (im Bundesgebiet) leben, § 9 Abs. 3 AufenthG.

Darüber hinaus gibt es Sonderregelungen für die Erlangung der Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte (§ 19 AufenthG), Selbständige (§ 21 AufenthG), besonders gelagerte po- litische Interessen der Bundesrepublik Deutschland (§ 23 Abs. 2 AufenthG), Flüchtlinge und subsidiär Geschützte (§ 26 Abs. 3 und 4 AufenthG), Familienangehörige von Deut- schen (§ 28 Abs. 2 AufenthG), Kinder (§ 35 Abs. 1 AufenthG) und ehemalige Deutsche

1 s. auch VHB-Beitrag „Blaue Karte EU“

Aufenthaltstitel 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

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38 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG). Die Erteilung der Niederlassungserlaubnis richtet sich in diesen Fällen ausschließlich nach den dort genannten Voraussetzungen und den allgemeinen Ertei- lungsvoraussetzungen des § 5 AufenthG. § 9 Abs. 2 AufenthG ist dagegen auf diese Sonderfälle nicht anwendbar, siehe auch Beitrag Erwerbstätigkeit.

5. Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU (§ 9 a AufenthG)

Die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU ist ein unbefristeter Aufenthaltstitel. Sie wird in Umsetzung der Richtlinie 2003/109/EG (sog. Daueraufenthalt-RL) erteilt, vgl. Artikel 8 Abs. 2 der Richtlinie. Die Daueraufenthalt-RL statuiert für die Entstehung eines Daueraufenthalts- rechts zum Teil andere Voraussetzungen als das Aufenthaltsgesetz für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis. Zur Umsetzung der RL musste daher der neue Aufenthaltstitel „Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG“ eingeführt werden. Soweit das AufenthG nicht anderes regelt, ist die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU der Niederlassungserlaubnis gleichgestellt. Unter den in § 9 a Abs. 2 genannten Voraussetzungen (u.a. mindestens 5-jähriger Aufenthalt im Bundesgebiet, ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache, Grundkenntnisse der deutschen Gesellschaftsordnung, ausreichender Wohnraum sowie Lebensunterhaltssicherung) besteht ein Anspruch auf Erteilung einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG. Der Erwerb der Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG ist in den Fällen des § 9 a Abs. 3 AufenthG ausgeschlossen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen besitzt und weder in Deutschland noch in einem anderen EU- Mitgliedstaat internationalen Schutz im Sinne der QualifikationsRL (RL 2004/83/EG bzw. RL 2011/95/EU) genießt, oder der Aufenthalt in Deutschland erkennbar nur vorübergehenden Zwecken dient. Zuständig sind die Ausländerbehörden.

Von der Erteilung einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU zu unterscheiden ist der Fall, dass Drittstaatsangehörige, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat die Rechtsstellung eines langfri- stig Aufenthaltsberechtigten erworben haben, auf dieser Grundlage ihr Recht zur Weiterwan- derung nach Deutschland ausüben. Hierfür kann ggfls. die Beantragung eines Visums bei der Auslandsvertretung erforderlich sein, sofern der Mitgliedstaat, der die Rechtsstellung verliehen hat, das Schengener Durchführungsübereinkommen nicht selbst anwendet (vgl. Beitrag „Daueraufenthaltsberechtigte (langfristig Aufenthaltsberechtigte-EU).

6.

Duldung

Die Duldung nach § 60 a AufenthG ist kein Aufenthaltstitel, sondern die vorübergehende Aussetzung der Abschiebung eines vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländers. Das Gesetz unterscheidet zwischen Duldungen nach § 60 a Abs. 1 AufenthG, die durch die Ausländer- behörden auf Grund einer Anordnung der obersten Landesbehörden erteilt werden und Dul- dungen nach § 60 a Abs. 2 ff. AufenthG, die auf Grund einer Entscheidung der Ausländer- behörde ergehen. Über die Aussetzung der Abschiebung ist dem Ausländer eine Bescheinigung auszustellen (§ 60 a Abs. 4 AufenthG). Auch im Falle einer Duldung ist der Ausländer weiterhin ausreisepflichtig (§ 60 a Abs. 3 AufenthG). Die Duldung erlischt mit der Ausreise des Ausländers (§ 60 a Abs. 5 AufenthG). Entfallen die der Abschiebung entgegenstehenden Gründe, wird sie widerrufen (§ 60 a Abs. 5 Satz 2 AufenthG). Die Duldung berechtigt nicht zur visumfreien Einreise in andere Schengenstaaten (Art. 21 SDÜ).

7. Aufenthaltsgestattung

Aufenthaltstitel 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

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Die Aufenthaltsgestattung ist nicht im AufenthG, sondern im Asylverfahrensgesetz (§ 55 AsylVfG) geregelt. Sie ist kein Aufenthaltstitel im Sinne des Aufenthaltsgesetzes. Sie wird asylsuchenden Ausländern für die Durchführung des Asylverfahrens bis zu dessen rechtskräftigem Abschluss erteilt und berechtigt nicht zur visumfreien Einreise in andere Schengenstaaten (vgl. Art. 21 SDÜ).

III. Fortgeltung bisheriger Aufenthaltsrechte und Übergangsvorschriften Eine vor Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes am 01.01.2005 erteilte Aufenthaltsberechti- gung oder unbefristete Aufenthaltserlaubnis gilt fort als Niederlassungserlaubnis entsprechend dem ihrer Erteilung zugrunde liegenden Aufenthaltszweck und Sachverhalt (vgl. § 101 Abs. 1 Satz 1 AufenthG). Eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, die nach § 1 Abs. 3 des Gesetzes über Maßnahmen für im Rahmen humanitärer Hilfsaktionen aufgenommene Flüchtlinge vom 22.07.1980 oder in entsprechender Anwendung des vorgenannten Gesetzes erteilt worden ist, und eine anschließend erteilte Aufenthaltsberechtigung gelten fort als Niederlassungserlaubnis nach § 23 Abs. 2 AufenthG (vgl. § 101 Abs. 1 Satz 2 AufenthG). Ein Aufenthaltstitel, der in unmittelbarer Anwendung der sog. Daueraufenthalt-RL durch die Ausländerbehörden mit dem Vermerk „Daueraufenthalt-EG“ versehen wurde, gilt fort als Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG i.S.d. § 9 a AufenthG (vgl. 101 Abs. 3 AufenthG).

Aufenthaltstitel 58. Ergänzungslieferung, Stand: 09/2014

Auflagen und Hinweise im Visumetikett

Quellen:

Art. 27 VK §§ 6, 12, 71 AufenthG § 36 VwVfG Verordnung (EU) Nr. 977/2011 der Kommission vom 3. Oktober 2011 Art. 18 Abs. 1 S. 3 SDÜ i.V.m. Anhang VII, Ziff. 3 Visakodex

Bei einer Auflage (§ 36 Abs. 2 Nr. 4 VwVfG) im Sinne des Verwaltungsrechts handelt es sich um eine belastende Nebenbestimmung in einem Verwaltungsakt. Die Auflage ergeht gemeinsam mit dem Verwaltungsakt und begründet für den Antragsteller Pflichten. Diese können im Wege der Verwaltungsvollstreckung durchgesetzt werden.

Auflagen und Hinweise im Visumetikett sind nicht vollkommen frei wählbar, vielmehr müssen aufgrund fehlender Binnengrenzkontrollen und möglichen Außengrenzübertritts an beliebigen Grenzübergangsstellen alle Grenzbehörden der Schengen-Partner informiert sein, welche Auflagen und Hinweise im Visumetikett Verwendung finden. Jeder Mitgliedstaat notifiziert daher dem Ratssekretariat die in seinem Bereich verwendeten Auflagen und Hinweise.

Abzusehen ist jedoch insbesondere von Zusätzen wie „Gilt nicht zur Familienzusammen- führung“, „Aufenthaltsanzeige nach Einreise“, „Verlängerung ausgeschlossen“. Die Entschei- dung, ob ein Visum verlängert wird, nachdem der Antragsteller in das Bundesgebiet eingereist ist, fällt allein in den Zuständigkeitsbereich der Ausländerbehörde, vgl. §§ 6 Abs. 3, 71 Abs. 1 AufenthG.

Ausnahmsweise können die vorgenannten Auflagen und Zusätze verwendet werden, wenn die beteiligte Ausländerbehörde dies ausdrücklich verlangt.

Sofern im Falle von D-Visa weitere Auflagen festzusetzen sind, die nicht in der Anlage 22 zum Visakodex-Handbuch aufgeführt sind, sind diese als handschriftlicher Zusatz neben oder unter das Visumetikett mit dem Zusatz „Zu Visum Nr. --. auf Seite --.“ in den Pass aufzubringen. Direkt unter dem handschriftlichen Vermerk ist ein Dienstsiegel aufzubringen. Im Visumetikett ist der Hinweis „mit Bedingungen/Auflagen versehen“ anzubringen. Bei wiederkehrenden umfangreichen Auflagen kann auch das Zusatzblatt zum Aufenthaltstitel (Klebeetikett) verwendet werden (Anlage D11 der AufenthV), das über den eShop der Bundesdruckerei bestellt werden kann (s. hierzu VHB-Beitrag zur Bestellung von Visumetiketten). Vor der Verwendung des Etiketts ist Rücksprache mit 508-22 zu halten.

RK-Visa lässt es nicht zu, Visumetiketten auszustellen, in denen im Feld „Dauer des Aufenthalts“ eine Zahl erscheint, die größer als 90 ist. Das AufenthG erlaubt jedoch auch die Ausstellung von D-Visa mit einer Gültigkeitsdauer von mehr als 90 Tagen. Typische Beispiele hierfür sind u.a. Visa für Seeleute, Saisonarbeitnehmer, Schausteller und sog. Working- Holiday-Visa (Bsp. nicht abschließend), vgl. auch Ziffer 6.4.2 VwV-AufenthG sowie Visumhandbuch-Beitrag „Längerfristige Visa“. Zur Ausstellung derartiger Visa muss in RK- Visa die Visumkatorie „D“ und anschließend das Feld „> 90 Tage“ aktiviert werden. Im Feld

Auflagen und Hinweise im Visumetikett 58. Ergänzungslieferung; Stand: 09/2014

„Dauer des Aufenthalts“ generiert RK-Visa die Eintragung "XX". Anschließend kann ausschließlich eine „Sonderauflage“ ausgewählt werden. Fest eingestellt ist in der 3. Auflagenzeile AUFENTHALTSDAUER ENTSPRICHT GÜLTIGKEIT“, die 1. und 2. Auflagenzeile kann von der Vertretung vor Ort individuell angepasst werden. Hierfür muss der Visastellenleiter in Verwaltung Sonderauflagen entsprechende Texte erfassen.

Mit der rechtlichen Gleichstellung von D-Visa mit nationalen Aufenthaltstiteln können sich deren Inhaber im gesamten Schengen-Raum frei bewegen und im Rahmen der Gültigkeits- dauer des Visums beliebig oft die Schengen-Außengrenzen überqueren. Das Feld „Anzahl der Einreisen“ im Visumetikett ist im Falle von D-Visa daher zwar ohne Bedeutung. Aus techni- schen Gründen ist es jedoch nicht möglich, auf einen Eintrag zu verzichten. Daher soll bei der Ausstellung von D-Visa immer der Eintrag „MULT“ (vgl. Art. 18 Abs. 1 S. 3 SDÜ i.V.m. Anhang VII, Ziff. 3 Visakodex) gewählt werden.

Bedingung Eine Bedingung kann nur bei Erteilung oder Verlängerung eines Visums oder einer Aufent- haltserlaubnis verfügt werden, nicht nachträglich. Sie macht die Wirksamkeit eines Aufent- haltstitels von dem (ungewissen) Eintritt eines Ereignisses abhängig. Von der Verfügung auf- schiebender Bedingungen wird in der Praxis grundsätzlich abgesehen, d.h. der Aufenthaltstitel wird erst erteilt oder verlängert, wenn alle ausländerrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Wird eine auflösende Bedingung verfügt und tritt diese ein, so erlischt der Aufenthaltstitel, § 51 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG. Beispiel: „Die Aufenthaltserlaubnis erlischt bei Wechsel des Arbeitgebers.“

Schengen-Vertretung Bei Visa, die in Vertretung für einen Schengen-Partner ausgestellt werden, ist in der dritten Zeile ein „R/“ gefolgt vom Ländercode des vertretenen Staates einzutragen. Die Liste der zu verwendenden Ländercodes finden sich im Anhang VII Nr. 1.1 b) zum Visakodex.

VIS Falls die Vertretung an das VIS angeschlossen ist, ist bei jedem Schengen-Visum in der dritten Zeile der Auflagen der Zusatz "VIS" einzutragen. Bei Visa, die in Vertretung für einen Schengen-Partner ausgestellt werden, ist der Zusatz hinter dem Länderkürzel des vertretenen Staates einzutragen.

Auflagen und Hinweise im Visumetikett 58. Ergänzungslieferung; Stand: 09/2014

Quellen:

§ 18 Abs. 3 AufenthG

§ 12 BeschV DA BeschV

Kurzgefasst:

Alter:

Sprachkenntnisse:

Gastfamilie:

Reisezweck / Plausibilität:

Dauer:

Rückkehrbereitschaft:

Besondere Hinweise:

Au-pair

Max. 26 Jahre bei Antragstellung (s. Ziff. 3 d)

A1 Kenntnisse erforderlich (s. Ziff. 3 a)

Grundsatz: Deutsch als Muttersprache. Bei Deutsch als Familiensprache ZAV-Zustimmung nur möglich, wenn das Au pair nicht aus dem Heimatland der Gasteltern stammt; bei verwandt- schaftlicher Beziehung zwischen Gasteltern und Au-pair soll keine ZAV-Zustimmung erfolgen (s. Ziff. 3 b)

Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse; Vervollständigung der Allgemeinbildung durch bessere Kenntnis des Gastlandes; Au-pair-Aufenthalt muss in die konkrete Lebensplanung des Antragstellers passen auch unter Berücksichtigung seiner sozialen Situation

(s. Ziff. 3)

Mind. 6 Monate, max. 12 Monate (s. Ziff. 3c)

Aufenthaltszweck Au-pair ist auf max. 12 Monate begrenzt; bei Antragstellung muss eine plausible Rückkehrperspektive vorliegen, auch wenn Zweckwechsel nicht ausgeschlossen ist und Anschlussaufenthalte grundsätzlich möglich sind

(s. Ziff. 3)

Unterlagen/Au-pair-Vertrag als Faxkopie/Scan bei Vermittlungsagenturen mit RAL Gütezeichen

(s. Ziff. 3 g und Ziff. 4b)

Aushändigung Merkblatt „Au-pair“ bei Visumerteilung

(s. Ziff. 4 a)

Kein längerfristiges D-Visum (s. Ziff. 5b)

Au-pair 57. Ergänzungslieferung; Stand: 02/2014

1. Allgemeine Informationen

„Au-pair“ kommt aus dem Französischen und bedeutet „auf Gegenseitigkeit“: Aus einem Au- pair-Verhältnis sollen beide Seiten einen Nutzen ziehen. Deutsche Au-pairs leben in einer Familie im Ausland. Umgekehrt leben ausländische Au-pairs bei deutschen Gastfamilien. Dabei bildet das vom Europarat 1969 verabschiedete „Europäische Abkommen über die Au- pair-Beschäftigung“ die Grundlage für die Au-pair-Verhältnisse. Zwar ist dieses von der Bundesrepublik Deutschland nicht ratifiziert worden und somit rechtlich für Deutschland nicht verbindlich. Gleichwohl sind seine wesentlichen Kriterien auch in der Bundesrepublik Deutschland als maßgeblich anerkannt. Ziel des Au-pair-Aufenthaltes gemäß dieses Abkommens ist, dass die jungen Leute ihre Sprachkenntnisse vervollständigen und ihr Allgemeinwissen durch eine bessere Kenntnis des Gastlandes erweitern.

Au-pairs betreuen die Kinder der Gastfamilie und helfen bei der täglichen Arbeit im Haushalt. Im Gegenzug für diese Leistungen stellt die Familie ein Zimmer zur Verfügung, sorgt für die Verpflegung und zahlt ein Taschengeld sowie einen Zuschuss zu einem Deutschsprachkurs. Im Vordergrund des Au-pair-Verhältnisses steht das gesellschaftspolitische Anliegen, jungen Menschen über die Grenzen hinweg die Möglichkeit zu eröffnen, andere Sprachen und Kulturen kennen zu lernen, um so die internationale Verständigung zu fördern. Gleichwohl handelt es sich um ein Beschäftigungsverhältnis, das allerdings in Deutschland nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegt. Aus diesem Grund muss die Gastfamilie für das Au-pair eine Privatversicherung für den Fall der Krankheit, Schwanger- schaft und Geburt sowie eines Unfalls abschließen.

2. Rechtliche Grundlagen und sonstige Vorgaben

Rechtsgrundlage für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Aufnahme einer Au-pair-Be- schäftigung ist § 18 Abs. 3 AufenthG i.V.m. § 12 BeschV. Daneben sind die aktuellen Merk- blätter der Bundesagentur für Arbeit zu beachten.

3. Aufenthaltszweck / Plausibilitätsprüfung

Die Erteilung von Visa zum Zwecke eines Au-pair-Aufenthalts kommt nur dann in Betracht, wenn die Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse und die Vervollständigung der Allge- meinbildung durch bessere Kenntnis des Gastlandes als vorrangiges Ziel des Aufenthalts plausibel gemacht werden können und der Au-pair-Aufenthalt in Deutschland in die konkrete Lebensplanung des Antragstellers auch unter Berücksichtigung seiner sozialen Situation passt.

Der Au-pair-Aufenthalt stellt einen befristeten Aufenthalt dar, der nur für die Dauer von max. 12 Monaten zugelassen wird. Der Au-pair-Aufenthalt begründet keinen Daueraufenthalt.

Bei der Prüfung der Anträge ist daher insbesondere auf die Rückkehrperspektive der Antragsteller zu achten. Der Antragsteller sollte dazu im Motivationsschreiben plausible Angaben machen bzw. im Gespräch zu diesem Punkt befragt werden. Entsprechende Angaben des Antragstellers sind aktenkundig festzuhalten.

Au-pair 57. Ergänzungslieferung; Stand: 02/2014

Da ein Zweckwechsel gesetzlich jedoch nicht ausgeschlossen ist, sind Anschlussaufenthalte zu einem anderen Zweck denkbar und grundsätzlich zulässig. Diese Möglichkeit hat aber keinen Einfluss auf die grundsätzliche Prüfpflicht hinsichtlich der Rückkehrbereitschaft zum Zeitpunkt der Visumsbeantragung.

Dies bedeutet, dass Anträge, die diesen Vorgaben nicht entsprechen in eigener Zuständigkeit abzulehnen sind, wenn bezüglich entscheidungsrelevanter Tatsachen keine Inlandsachverhalte aufzuklären sind.

Neben den allgemeinen ausländerrechtlichen Bestimmungen 1 sind folgende Punkte zu prüfen:

a) Deutsche Sprachkenntnisse

Durch den Bundestagsbeschluss vom 3. Juli 2003 "Für eine Verbesserung der privaten Ver- mittlung im Au-pair-Bereich zur wirksamen Verhinderung von Ausbeutung und Missbrauch" wurde die Bundesregierung u.a. dazu aufgefordert, sicherzustellen, dass die deutschen Auslandsvertretungen bei der Prüfung und Erteilung von Visa für Au-pairs besonders auf vorhandene Sprachkompetenz achten, damit diese bei Bedarf während des Aufenthalts in Deutschland bei Problemen mit den Gastfamilien Hilfe suchen können.

Im Ressortkreis wurde Einigkeit darüber erzielt, dass die für einen Au-pair-Aufenthalt gem. § 12 BeschV geforderten Grundkenntnisse der deutschen Sprache dem Level A 1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens entsprechen sollen.

Der Europäische Referenzrahmen beinhaltet 6 Stufen der Sprachkompetenz: A1, A2 (elementare Sprachverwendung), B1, B2 (selbständige Sprachverwendung), C1, C2 (kompetente Sprachverwendung). Das Niveau A1 wird wie folgt definiert:

"Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen z.B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen oder was für Dinge sie haben und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. Kann sich auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen."

Die Sprachkenntnisse sind im Rahmen des Visumverfahrens durch ein Gespräch über Alltagsthemen mit einem Entsandten bzw. im Ausnahmefall einer deutschen Ortskraft zu überprüfen. Im Anschluss an das Gespräch ist aktenkundig festzuhalten, ob der Bewerber / die Bewerberin Deutschkenntnisse auf dem Niveau A 1 (oder höher) hat oder nicht.

Entsprechen die Deutschkenntnisse nicht dem Niveau A1,

Zuständigkeit abzulehnen. Die Beteiligung weiterer Stellen gem. § 31 Abs. 1 Nr. 2 c) AufenthV (Ausländerbehörde) bzw. § 39 AufenthG (Bundesagentur für Arbeit) ist dann entbehrlich.

ist das Visum in eigener

Im Zweifel ist der Visumantrag zum Schutz des Au-pairs und zum Schutz der zu betreuenden Kinder auch dann abzulehnen, wenn eine Verständigung mit der Gastfami- lie hinsichtlich der Aufgaben, zu konkreten Wünschen oder Bedürfnissen des Au-pairs und insbesondere zu Fragen bezüglich der zu betreuenden Kinder bzw. ein Hilfeholen

1 Siehe dazu Visumhandbuchbeitrag „Allgemeine Erteilungsvoraussetzungen für nationale Visa“.

Au-pair 57. Ergänzungslieferung; Stand: 02/2014

in deutscher Sprache bei Gefahr auch bei beiderseitig gutem Willen nicht möglich erscheint.

Macht das Au-pair oder die Vermittlungsagentur unmittelbar nach dem Gespräch oder spätestens innerhalb eines Monats danach gegenüber der Auslandsvertretung geltend, dass zum Zeitpunkt der Antragstellung ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden waren, diese aber z.B. aufgrund der besonderen Stresssituation während des Interviews nicht abgerufen werden konnten, so kann eine erneute Überprüfung der Sprachkenntnisse im Sinne einer Remonstration (also ohne Stellung eines neuen Antrags) erfolgen. Es ist dann kurzfristig erneut ein Gespräch mit einem Entsandten zur Überprüfung der Sprachkenntnisse durchzuführen.

An Vertretungen mit einem hohen Aufkommen an Au-pair-Bewerbern hat das Auswärtige Amt grundsätzlich keine Bedenken, die Überprüfung der deutschen Sprachkenntnisse anderweitig durchzuführen, sofern vor Ort geeignete externe Sprachprüfer ansässig sind (z.B. Goethe-Institut) und hierdurch signifikante Entlastungen für die Vertretung entstehen würden. Sofern dies beabsichtigt ist, ist im Vorfeld ausführlich an Referat 508 zu berichten.

b) Anforderungen an die Gastfamilie

Gasteltern sind Ehepaare, eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner und unverheiratete Paare, bei denen mindestens ein minderjähriges Kind ständig im gemeinsamen Haushalt lebt, sowie Alleinerziehende mit minderjährigem Kind / minderjährigen Kindern, welche(s) im gemeinsamen Haushalt mit dem Elternteil lebt / leben, der das Au-pair beschäftigt. Die Familieneigenschaft der Gastfamilie ist z. B. durch Vorlage einer Meldebescheinigung nachzuweisen.

Die Zulassung von Au-pairs darf grundsätzlich nur in Gastfamilien erfolgen, in denen Deutsch als Muttersprache gesprochen wird und ein Erwachsener die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen EU/EWR-Mitgliedsstaates oder die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt und dort aus einem deutschsprachigen Landesteil stammt. Wird in der Familie Deutsch als Familiensprache gesprochen, ist die ZAV-Zustimmung nur dann möglich, wenn das Au-pair nicht aus einem Heimatland der Gasteltern stammt.

Eine Au-pair-Beschäftigung soll nicht zugelassen werden, wenn bekannt ist, dass zwischen der Gastfamilie und dem Au-pair ein Verwandtschaftsverhältnis besteht. Dadurch soll verhindert werden, dass die Bestimmungen zum Familiennachzug auf diesem Wege aufgeweicht werden. Zudem besteht die Befürchtung, dass in solchen Fällen nicht der Aufenthaltszweck Au-pair (dh Weiterbildung in der deutschen Sprache, Erweiterung der Kenntnisse über das Gastland) im Vordergrund steht, sondern die Pflege familiärer Beziehungen.

Die gleichzeitige Beschäftigung von zwei Au-pairs kann zugelassen werden, wenn es sich um eine Familie mit vier und mehr Kindern im gemeinsamen Haushalt handelt.

Liegt ein wirksamer Au-pair-Vertrag nach dem von der ZAV veröffentlichten Muster vor und enthält dieser u.a. Angaben zu den Berufen der Gasteltern, zur Unterkunft des Au-pairs und der Vergütung und sind auch sonst keine Gründe erkennbar, die auf eine mangelhafte Bo- nität oder andere Zweifel bezüglich der Gasteltern schließen lassen, ist von einer ausreichen- den Lebensunterhaltssicherung des Au-pairs auszugehen.

Au-pair 57. Ergänzungslieferung; Stand: 02/2014

Eine weitere Überprüfung der Gasteltern kann bei Bedarf nach der Einreise des Au-pairs im Rahmen der Prüfung des Antrags auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis durch die Auslän- derbehörde erfolgen, sofern die für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis zuständige Auslän- derbehörde dies für erforderlich erachtet.

Nur in den Fällen, in denen es offensichtliche Gründe für Zweifel an der Lebensunterhaltssi- cherung gibt (z.B. aufgrund der Angaben im Au-pair-Vertrag), ist von den Gasteltern die Vor- lage einer Verpflichtungserklärung zu verlangen bzw. sind Inlandssachverhalte mit der zu- ständigen Ausländerbehörde zu klären.

c) Dauer des Au-pair-Aufenthalts

Die Dauer der Au-pair-Beschäftigung darf gem. § 12 BeschV maximal ein Jahr betragen. Unter Berücksichtigung der Zielsetzung des Au-pair-Aufenthaltes, jungen Menschen mit dem Aufenthalt im Gastland die Möglichkeit zu geben, die dortige Kultur und Lebensweise näher kennen zu lernen sowie ihre Sprachkenntnisse zu vervollkommnen, beträgt die Mindestdauer des Au-pair-Aufenthaltes 6 Monate. Insbesondere die Konstruktion der sog. "Sommer-Au- pairs" wird der Zielsetzung des Au-pair-Aufenthalts nicht gerecht und legt die Vermutung der Umgehung aufenthaltsrechtlicher Bestimmungen zur Beschäftigung von Haushaltshilfen oder Saisonkräften nahe.

Ein Au-pair-Aufenthalt in Deutschland ist grundsätzlich nur einmal möglich. Eine Wiederholung ist auch dann ausgeschlossen, wenn die Höchstdauer von einem Jahr nicht ausgeschöpft wurde. Ausnahmen hiervon kommen im Einzelfall nur dann in Betracht, wenn ein Au-pair-Aufenthalt wegen Problemen mit der Gastfamilie abgebrochen wurde (und keine Umvermittlung im Inland erfolgen konnte) oder das Au-pair wegen anderer dringender (z.B. familiärer) Gründe vorübergehend in sein Heimatland zurückkehren musste.

d) Alter der Au-pairs

Au-pairs müssen mindestens 18 Jahre alt sein und dürfen die Altersgrenze von 26 Jahren nicht überschritten haben. Sie dürfen demnach bei Antragstellung nicht älter als 26 Jahre sein. Für die Einhaltung des Mindestalters ist der Beschäftigungsbeginn maßgeblich. Für die obere Altersbeschränkung des § 12 BeschV ist das Datum der Antragstellung entscheidend. Um missbräuchliche Antragstellungen "auf Vorrat" zu vermeiden, darf der Beginn der Beschäftigung laut Au-pair-Vertrag jedoch nicht später als 6 Monate nach Stellung des Visumantrags liegen.

e) Aufgaben des Au-pairs

Au-pairs betreuen die Kinder der Gastfamilie und helfen bei der täglichen Arbeit im Haushalt. Abzugrenzen ist die Au-pair-Tätigkeit von der Erbringung von Pflegeleistungen. Es liegt daher keine Au-pair-Beschäftigung vor, wenn im gemeinsamen Haushalt lebende pflegebedürftige Angehörige (Eltern, Kinder usw.) des Ehepaares pflegerisch betreut werden sollen.

f) Inhalt des Au-pair-Vertrags

Au-pair 57. Ergänzungslieferung; Stand: 02/2014

Zu den antragsbegründenden Unterlagen zählt zwingend ein (schriftlicher) Au-pair-Vertrag. Ein (unverbindlicher) Mustervertrag findet sich im Internet-Angebot der Bundesagentur für Arbeit/ZAV.

Der Vertrag sollte zumindest die folgenden Angaben enthalten:

- genaue Bezeichnung der Vertragsparteien,

- Beginn und Dauer des Vertrags,

- Allgemeine Pflichten der Gasteltern und des Au-pairs,

- Vereinbarung über Taschengeld von monatlich EUR 260 ,-,

- Verpflichtung der Gasteltern, die Teilnahme an Deutschsprachkursen mit 50 EUR monatlich zu unterstützen,

- Verpflichtung der Gasteltern, das Au-pair auf ihre Kosten für den Fall der Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie des Unfalls zu versichern,

- Vereinbarung über Arbeitszeit (maximal 6 Stunden täglich und 30 Stunden wöchentlich, mindestens 2 Werktage Erholungsurlaub pro Monat).

Dabei bestehen keine Bedenken, den von der Gastfamilie unterschriebenen Vertrag als Aus- druck eines pdf-Dokuments oder als Faxkopie zu akzeptieren, wenn das Au-pair-Verhältnis auf Vermittlung einer Agentur mit RAL-Gütezeichen zustande kam (s. dazu Ziff. 3 g und Ziff. 4b).

g) Vermittlung von Au-pairs

Es besteht weder für das Au-pair noch für die angehende Gastfamilie die Verpflichtung, einen Vermittler in Anspruch zu nehmen. Da Au-pair-Vermittler im Allgemeinen sowohl den von ihnen vermittelten Au-pairs als auch den Gastfamilien bei Problemen persönlich zur Seite stehen, dürfte es sich in der Praxis aber immer empfehlen, potentielle Au-pairs oder Gastfamilien auf die mögliche Inanspruchnahme eines Vermittlers aufmerksam zu machen.

In Erfüllung eines Auftrags des Deutschen Bundestags hat das BMFSFJ einen Verhandlungs- prozess initiiert und moderiert, in dem mit rund 200 beteiligten Au-pair-Agenturen gemeinsame Qualitätsstandards ausgearbeitet wurden. In den Qualitätsstandards sind einerseits die für alle Au-pair-Verhältnisse geltenden Mindestbedingungen sowie darüber hinaus gehende freiwillige Verpflichtungen der Organisationen enthalten. Die beteiligten Au-pair-Agenturen haben die „Gütegemeinschaft Au pair e.V.“ gegründet, von der das RAL-Gütezeichen „Au pair" ver- geben wird. Das Gütezeichen ist im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes eingetragen und im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Es wurde bundesweit an ca. 50 Agenturen verliehen, die Incoming-Au-pairs betreuen. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL) kontrolliert. Nähere Informationen unter www.guetegemeinschaft-aupair.de.

Bei Informationsanfragen zu Au-pair-Aufenthalten in Deutschland soll auf die Gütegemeinschaft hingewiesen werden. Von den Webseiten der Auslandsvertretungen kann an geeigneter Stelle ein Link gelegt werden.

4. Besondere Hinweise a) Merkblatt „Au-pair“ der Bundesagentur für Arbeit

Den Au-pairs ist das ZAV-Merkblatt für Au-pairs bereits bei Visumerteilung auszuhändigen. Die Aushändigung ist aktenkundig nach folgendem Muster zu dokumentieren:

Au-pair 57. Ergänzungslieferung; Stand: 02/2014

Name, Vorname, Geburtsdatum,

Ich bestätige hiermit, dass ich das Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit "Au-pair bei deutschen Familien“ erhalten und davon Kenntnis genommen habe.

Datum, Unterschrift

Die Erklärung sollte den zusätzlichen Hinweis enthalten, dass sich das Au-pair bei rechtserheblichen Problemen an die zuständige Ausländerbehörde oder Agentur für Arbeit wenden kann.

.b) Verfahrenserleichterungen

Bei Au-pair-Vermittlungen durch eine RAL-zertifizierte Au-pair-Agentur soll auf die Vorlage von Originalunterlagen zum Au-pair-Verhältnis verzichtet werden. Die Vorlage von Faxkopien oder Scans ist im Regelfall ausreichend. Unterlagen der Agenturen tragen das folgende Gütesiegel-Logo:

in<oming

Eine

Liste

der

RAL-zertifizierten

Agenturen

findet

sich

auf

der

Internetseite

der

Auf keinen Fall ist im Visumverfahren vom Au-pair oder der Agentur zu verlangen, einen Nachweis über die Zugehörigkeit zur Gütegemeinschaft vorzulegen.

5. Visumerteilung

a) Auflagen

Das Visum wird mit der Auflage "Erwerbstätigkeit nach § 12 BeschV gestattet" bzw. mit den von der Ausländerbehörde im Rahmen des Zustimmungsverfahrens mitgeteilten abweichenden Auflagen erteilt.

b) Visumdauer

Auch wenn es sich bei dem Au-pair-Aufenthalt um einen max. 12-monatigen Aufenthalt handelt, ist das Visum nicht als D-Visum für den gesamten Aufenthalt zu erteilen. Da hier eine Kontaktaufnahme mit der Ausländerbehörde nach Einreise ausdrücklich gewollt ist, ist das Visum als D-Visum für 3 Monate zu erteilen.

Au-pair 57. Ergänzungslieferung; Stand: 02/2014

e Bundesagentur für Arbeit

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

Working as an au pair for German families

Updated: 01.01.2014

Labour Market Permit

Fact Sheet

Working as an au pair for German families

I. The work of an au pair 1

II. Rights and responsibilities 1

III. Application, placement and employment 3

IV. Arrival, residency and work permit regulations 4

V. Last but not least 5

I. The work of an au pair

The daily work of an au pair varies widely. It wholly depends on the type and li- festyle of the family that is hosting the au pair.

In general, an au pair’s everyday work includes:

Carrying out light housework such as helping to keep the home clean and ti- dy as well as washing and ironing clothes;

Making breakfast and simple meals;

Looking after younger children, i.e. supervising them, accompanying them to kindergarten, to school or specific activities, bringing them for walks, playing with them;

Watching over the house or apartment and looking after pets.

The tasks of an au pair do not include caring for the sick or elderly (looking after family members in need of care).

II. Rights and responsibilities

The European Agreement on Au Pair Placement contains framework regulati- ons on living and working conditions, language classes, social security as well as the rights and responsibilities of the host family and the au pair. Although this agreement has not been endorsed by the Federal Republic of Germany, it is in general followed. In addition, over many years au pair contracts in Germany ha- ve also given rise to certain norms:

Duration of au pair contract The au pair contract must be of least 6 months’ duration and can cover at the most 1 year. A renewal of employment as an au pair is not permitted even when the maximum duration of 1 year has not been completed.

~ Bundesagentur tür Arbeit

Work and free time In general, an au-pair is not allowed to carry out household tasks (including babysitting) for longer than 6 hours a day and 30 hours a week. If this length of time is exceeded for a particular reason, then prior agreement is needed. The extra hours must be compensated for with time off.

The family has the right to expect that the au pair will complete the tasks as- signed to him/her in a reasonable period of time. Carrying out personal tasks (e.g. cleaning and tidying of the au pair’s own room) does not count as hou- sework time.

The arrangement of housework time is done according to the needs and ha- bits of the family. However, a degree of regularity in the daily routine is to be expected.

The au pair is entitled to at least 1 full rest day a week. This does not ne- cessarily have to be at the weekend. However, at least one Sunday a month

must be kept free for the au pair. In addition, the au pair is entitled to at least

4 free evenings a week.

Holidays

If a family hosts an au pair for a full year, then he/she is entitled to paid holi- days of 4 weeks. Otherwise, there is an entitlement to holidays equivalent to

2 working days for every full month.

If the family itself is going on holidays, the au pair often joins them. In such cases however, the au pair also has specific tasks and responsibilities (e.g. looking after children, etc). However, for the au pair a family holiday only counts as his/her own holidays when only non-essential tasks are to be car- ried out and where the au-pair is not obliged to join the family on holiday. If the au pair does not join the family holiday, then working for another family (e.g. neighbours, friends) is not permitted.

Language course Every au pair is entitled to the opportunity to do a German language course in his/her own time as well as take part in cultural and scholarly activities. The host family is obliged to contribute €50 a month to the cost of the lan- guage course. However, the au pair must bear the costs for other activities himself or herself.

Accommodation and meals Accommodation and meals will be provided by the family for free. In general, the au pair is entitled to his/her own room within the family home.

He/she joins family meals and receives the same food as the family mem- bers. If the au pair has a specific dietary requirement, then this should be clearly stated in the application.

Pocket money and travel costs The purpose of working as an au pair is to improve language skills (and if applicable, work experience) as well as expanding general knowledge through a better understanding of the host country. Therefore, an au pair does not receive a wage in the normal sense but only so-called ‘pocket mo- ney’. This currently amounts to €260 per month, regardless of the length of

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the housework time. The cost of travelling to and from the host country is usually borne by the au pair.

Health and accident insurance, pregnancy In Germany, insurance must be taken out for the au pair in the case of ill- ness, pregnancy and birth as well as in the case of accident. All insurance contributions are paid by the family.

Ending of au pair contract The au-pair contract finishes at the end of the agreed time. In so far as there is no period of notice, the contractual relationship can be terminated prior to this time only in the case of mutual agreement (cancellation contract). In most cases, both parties agree that the au pair will stay such time until he/she has found another host family. If there is a serious reason for doing so, the au pair employment can be terminated without notice. Apart from such circumstances, it is of course expected that the au pair and family will not separate during the first few days of living together. Experience shows that with goodwill the initial ‘culture shock’ (e.g. arising from different lifesty- les and eating habits) can be overcome in a short time. If living together har- moniously is not possible, then the au pair agency should be informed of this as soon as possible. The agency will try to obtain as objective an understan- ding of the situation as possible and attempt to find a solution that is accep- table to both parties.

III. Application, placement and employment

The minimum age for au pairs is 18 years. In the case of au pairs from EU Member States and Switzerland, this is 17 years. The start date of employment is the determining factor for this purpose. In the case of under-age applicants, a written declaration of consent from his/her legal guardians is required. Married au pairs are also eligible to apply.

The au pair is expected to have a basic knowledge of the German language. Language skills that are equivalent to at least Level A1 of the Common Euro- pean Framework of Reference for Languages are required.

Applicants should write their application documents (application letter, curricu- lum vitae) carefully and precisely in the German language and include an appro- priate passport photo (to be affixed to the curriculum vitae). Many au pair agen- cies also require applicants to complete a questionnaire. All information provi- ded must be truthful.

If the host family and au pair are related to each other, then employment of the au pair should not be permitted.

When arranging a placement, the au pair agency will wherever possible take in- to account the expectations of the family and the applicant. In general, there is a large number of interested families in the Federal Republic of Germany.

In the case of au pairs from countries which do not belong to the European Uni- on (EU), European Economic Area (EEA) or Switzerland (so-called third coun- tries) as well as from the new EU Member State of Croatia, the following requi- rements must be fulfilled:

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In general, au pairs can only be employed in families where German is spo- ken as a native language. At least one adult family member must be a Ger- man citizen or a citizen of an EU/EEA Member State or Switzerland. If Ger- man is spoken as a ‘family language’ within the family, then permission may be granted once the employee does not come from the host parents’ home country.

In event of more favourable regulations arising from the European Commu- nity’s right to free movement or right of establishment being applicable to the au pair or the host parents from EU Member States, an EEA Member State or Switzerland who reside in Germany, then such regulations will be taken into account.

Au pair agencies located in Germany are entitled to charge au pairs a maximum fee of €150 for a placement (including the statutory sales tax). Agencies are not permitted to request an advance of this fee. The fee is only to be charged when the au pair contract legally comes into effect. In the case of au pairs from non-EU or non-EEA Member States (with the exception of Switzerland) as well as from the new EU Member State of Croatia, this only applies when the ne- cessary residence permit or necessary EU work permit has been obtained.

IV. Arrival, residency and work permit regulations

Au pairs from third countries Au pairs from so-called third countries require a residence permit (visa, lea- ve to remain). The residence permit must be applied for in the form of a visa at the relevant German diplomatic mission (this is the Embassy of the Fe- deral Republic of Germany or authorised local consulate) prior to arriving in Germany.* A prerequisite for the granting of a visa is the prior agreement of the ZAV (International Placement Services). The applicant must apply for the visa before his/her 27th birthday and in order to avoid any difficulties, ap- ply for it in good time so that this age limit is not exceeded by the time the foreign nationals office (Ausländerbehörde) decides on the application.

Following arrival in Germany, the resident permit can be obtained on request from the relevant local foreign nationals office (Ausländerbehörde). It must be obtained from this office (Ausländerbehörde) before the expiry of the vi- sa. The au pair employment may only commence after the residence permit that explicitly permits the taking up of au pair employment has been obtai- ned.

For the purposes of entering Germany and for the designated period of resi- dence, the au pair requires a valid passport from his/her home country.

*Citizens of certain countries (e.g. Australia, Israel, Japan, Canada, Repu- blic of Korea, New Zealand, and United States of America) may enter Ger- many without a visa. Please make inquiries at the German Embassy or Ger- man Consulate.

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Au pairs from the new EU Member State of Croatia EU citizens do not require a visa or resident permit. A valid form of personal identification is all that is required for entering Germany. However, it is re- commended to bring a passport as well (in the event of loss of personal identification).

Following arrival in Germany and prior to his/her 27th birthday, the au pair must apply for an EU work permit at the relevant ZAV work permit office. The contact point is the relevant ZAV work permit office in the host family’s locality. www.zav.de/arbeitsmarktzulassung Only after this permit has been obtained can the au pair employment commence.

Au pairs from other EU or EEA Member States and Switzerland There are no work permit res