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REG316*4

Numerischer Generatorschutz

Bedienungsanleitung p

1MRB520049-Ude

Ausgabe Juli 2002

REG316*4 Numerischer Generatorschutz Bedienungsanleitung p 1MRB520049-Ude Ausgabe Juli 2002
REG316*4 Numerischer Generatorschutz Bedienungsanleitung p 1MRB520049-Ude Ausgabe Juli 2002

1996

ABB Schweiz AG Baden

6. Auflage

Gilt für Softwareversionen 6.3

Für dieses Dokument behalten wir uns alle Rechte auch für den Fall der Patenterteilung und der Eintragung eines anderen gewerblichen Schutz- rechtes vor. Missbräuchliche Verwendung, wie insbesondere Vervielfälti- gung und Weitergabe an Dritte ist nicht gestattet.

Dieses Dokument wurde sorgfältig überprüft. Sollte der Besteller trotzdem Mängel feststellen, ist er gebeten, uns so rasch wie möglich zu informie- ren.

Die angegebenen Daten dienen allein der Produktbeschreibung und sind nicht als zugesicherte Eigenschaften aufzufassen. Im Interesse der Kun- den sind wir ständig bestrebt, unsere Erzeugnisse auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Dabei können Abweichungen zwischen Produkt und Produktbeschreibung bzw. der 'Bedienungsanleitung' entstehen.

Version 6.3

Version 6.3 1. Einführung B 2. Hardware-Beschreibung C 3. Einstellung der Funktionen F 4.

1. Einführung

B

2. Hardware-Beschreibung

C

3. Einstellung der Funktionen

F

4. Funktionsbeschreibung und Anwendung

B

5. Bedienung (MMK)

E

6. Selbstüberwachung und Diagnose

C

7. Aufstellung und Unterhalt

C

8. Technische Daten

B

9. Schnittstelle zum Interbaybus (IBB)

E

10.

Zusatzinformationen

G

Anleitung zum Gebrauch und zur Handhabung der Bedienungsanleitung (BAL) REG316*4 V6.3

Sie mˆchten das Ger‰t oder vom Ger‰t

* theoretisch

kennenlernen

*

aufstellen und

anschliessen

* einstellen und

konfigurieren

* kontrollieren, pr¸fen und in Betrieb setzen

* unterhalten

* Daten darstellen

und auslesen

Was genau ?

Kurzeinf¸hrung

Gesamt¸berblick

Technische Daten

Hardware

Software

Eingangskontrolle Aufstellungsort Anschluss Prozess Anschl. Leittechnik

Installation MMK Start MMK Konfigurieren Funktionen einstellen Ausstieg MMK

Anschlusskontrolle

Funktionstest

Inbetriebnahmepr¸fungen

Fehlersuche Software aufdatieren Hardware erweitern

Zeitfolgemeldung

Stˆrschreibung

Messung

Front-Anzeigeeinheit

Gebrauchen sie folgende Griffe (G) / Abschnitte (A):

G 1

G 1,

G 8

G 2

G

G 4

G 6

G 10 (Software‰nderungen)

(Einf¸hrung) A 2.1. bis A 7.1. (alle Zusammenfassungen) (Datenblatt, Anforderungen an Stromwandler)) (Hardware-Beschreibung) (Einstellung der Funktionen) (Funktionsbeschreibung und Anwendung)

(Beschreibung Selbstdiagnose und ‹berwachung)

3

A 7.2.1.

A 7.2.2.

G 12 (Anschlussschema), A 7.2., A 7.3.2. bis A 7.3.5

G 9 (IBB)

A 9.6. (IBB-Adressliste)

A 5.2. A 7.3.1., A 5.2.3. A 3.2. bis A 3.4., A 5.4., A 5.5., A 5.11. A 3.5. bis A 3.7., A 5.4., A 5.5., A 5.11. A 5.2.3.

A 7.2.3. bis A 7.2.7. A 5.9. A 7.3.6.

A 7.4.1., A 5.8. A 7.5. A 7.6.

A 5.6.

A

A

A

5.6., A 3.7.4.

5.7.

5.13.

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. B

ABB Schweiz AG

1.

März 01

EINFÜHRUNG

1.1. Einführung

1-2

1.2. Anwendung

1-3

1.3. Hauptmerkmale

1-3

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. B

1.

1.1.

EINFÜHRUNG

Einführung

Der numerische Generatorschutz REG 316*4 gehört zur Gene- ration der voll numerischen Schutzeinrichtungen, d.h. die Ana- log-Digital-Umwandlung der Eingangsmessgrössen erfolgt un- mittelbar nach den Eingangswandlern und die Verarbeitung der numerischen Signale wird ausschliesslich durch programm- gesteuerte Mikroprozessoren vorgenommen.

Innerhalb von PYRAMID ® , dem vollständigen Schutz- und Steue- rungskonzept, ist REG 316*4 eine kompakte Generatorschutz- einheit.

Kompaktes Design, nur wenige verschiedene Hardwareeinhei- ten, modulare Software und ständige Selbstdiagnose und Über- wachung sind Hauptmerkmale, mit denen das REG 316*4 so- wohl betriebswirtschaftliche, als auch funktionelle Anforderun- gen an derzeitige Schutzeinrichtungen optimal erfüllt.

Die VERFÜGBARKEIT, gegeben durch das Verhältnis von feh- lerfreier Betriebszeit und Gesamtlebensdauer, ist die wohl wich- tigste Anforderung, die an ein Schutzgerät gestellt wird. Dieser Quotient liegt im REG 316*4 dank Dauerüberwachung nahe bei 1.

Die menügesteuerte MMK (Mensch-Maschine-Kommunikation) und der kompakte Aufbau verleihen dem Relais EINFACHHEIT, was die Bedienung und das Anschliessen betrifft. FLEXIBILI- TÄT, d.h. Anpassung an ein bestimmtes Primärsystem, oder an bereits vorhandene Schutzeinrichtungen (Retrofit), wird im REG 316*4 durch als Software vorhandene Zusatzfunktionen und eine über die MMK ermöglichte Zuordnung der Ein- und Ausgangssignale gewährleistet.

Jahrzehntelange Erfahrungen im Bereich des Generator- schutzes konnten im REG 316*4 konsequent implementiert wer- den, um funktionellen Anforderungen wie ZUVERLÄSSIGKEIT, SELEKTIVITÄT und STABILITÄT möglichst Rechnung zu tra- gen. Die Verarbeitung numerischer Signale verleihen dem Relais GENAUIGKEIT und gleichbleibende EMPFINDLICHKEIT während seiner gesamten Lebensdauer.

In den folgenden Griffen wird die Bezeichnung "RE. 316*4" verwendet, wenn die Angaben für die ganze Gerätefamilie gültig sind.

REG 316*4

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1.2. Anwendung

Der numerische Generatorschutz REG 316*4 ist für den schnel- len, selektiven Schutz von kleineren und mittelgrossen Genera- toren bestimmt. Der Schutz kann bei Einheiten mit oder ohne Transformator in Kraftwerken sowie in Industrieanlagen ver- wendet werden.

REG 316*4 stellt geringe Anforderungen an Strom- und Span- nungswandler und verhält sich unabhängig von deren Eigen- schaften.

1.3. Hauptmerkmale

Die Schutzbibliothek des REG 316*4 Generatorschutzes besitzt die folgenden Schutzfunktionen:

Generator-Differentialschutz

(Diff-Gen)

Transformator-Differentialschutz

(Diff-Transf)

Unabhängig verzögerter Über- /Unter-

(Strom)

stromschutz Blockierung für Einschaltströme (Inrush) möglich

Überstromschutz mit Scheitelwert-

(Strom-Moment)

verarbeitung Spannungsabhängiger Überstromschutz

(Imax-Umin)

Abhängig verzögerter Überstromschutz

(Strom-Invers)

Unabhängig verzögerter Überstrom-

(StromRichtung)

Richtungsschutz Abhängig verzögerter Überstrom-

(StromInvRichtng)

Richtungsschutz Unabhängig verzögerter Schieflastschutz

(I2-DT)

Abhängig verzögerter Schieflastschutz

(I2-Invers)

Unabhängig verzögerter Über- /Unter-

(Spannung)

spannungsschutz Überspannungsschutz mit Scheitelwert-

(Spg-Moment)

verarbeitung Minimalimpedanzschutz

(Min-Impedanz)

Minimalreaktanzschutz

(Min-Reaktanz)

Leistungsschutz

(Leistung)

Überlastschutz für Stator

(Überl.-Stat.)

Überlastschutz für Rotor

(Überl.-Rotor)

Frequenzschutz

(Frequenz)

Frequenzgradientenschutz

(df/dt)

Übererregungsschutz

(Übererreg.)

Übererregungsschutz mit abhängiger

(U/f-Invers)

Verzögerung Spannungsvergleichschutz

(Spgs-Vergleich)

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REG 316*4

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Übertemperaturschutz

(Übertemperatur)

100% Stator-Erdschlussschutz

(Stator ESS)

100% Rotor-Erdschlussschutz

(Rotor ESS)

Polschlupfschutz

(Polschlupf)

Abhängig verzögerter Erdschluss-

(I0-Invers)

Überstromschutz Schalterversagerschutz

(SchalterVersag)

Zusätzliche Logikfunktionen, wie z.B.

Projektspezifische Zusatzschaltung, programmierbar mit CAP316 (Funktionsplan-Programmierung FUPLA); nur mit Projektierungsarbeit möglich.

Logik

Verzögerung

Zähler

Entprellen.

Die folgenden Mess- und Überwachungsfunktionen stehen auch zur Verfügung:

Messfunktion UIfPQ, 1phasig

Messmodul, 3phasig

Plausibilität-Strom 3phasig

Plausibilität-Spannung 3phasig

Störschreiber.

Ein Ereignisspeicher ist integriert.

Die Zuordnung der Optokopplereingänge, Leuchtdioden und Relaisausgänge; die Parametereinstellung und die System- konfiguration sowie das Ablesen von Ereignissen und Betriebs- grössen geschehen mit einer menügesteuerten MMK (Mensch- Maschine-Kommunikation).

REG 316*4 verfügt über serielle Schnittstellen für die MMK zur Vorort-Kommunikation (Personal Computer) und Fern-Kommu- nikation (Stationsleittechnik).

REG 316*4 überwacht und diagnostiziert sich dauernd selbst. Zur quantitativen Prüfung stehen geeignete Prüfeinrichtungen zur Verfügung (z.B. Prüfgerät XS92b).

REG 316*4 eignet sich für Einbau, Aufbau oder Rack-Montage.

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG

März 01

2.

HARDWARE-BESCHREIBUNG

2.1.

Zusammenfassung

2-2

2.2.

Mechanischer Aufbau 2-4

2.2.1.

Hardwarevarianten 2-4

2.2.2.

Konstruktion 2-4

2.2.3.

Gehäuse und Montagearten

2-4

2.2.4.

Frontseite des Gerätes

2-4

2.2.5.

PC-Anschluss

2-5

2.2.6.

Testmöglichkeiten 2-5

2.3.

Speiseeinheit

2-6

2.4.

Wandlereinheit

2-6

2.5.

Hauptrechnereinheit

2-7

2.6.

Binäre Ein-/Ausgabeeinheit

2-8

2.7.

Verbindungseinheit

2-8

2.8.

Injektionseinheit REX 010

2-9

2.9.

Injektionswandlerblock REX 011

2-13

2.9.1.

REX 011

2-13

2.9.2.

REX 011-1, -2

2-14

2.9.3.

Bilder

2-18

2.10.

Prüfen ohne Generator

2-27

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

2.

2.1.

HARDWARE-BESCHREIBUNG

Zusammenfassung

Das Hardware-Konzept des numerischen Gerätes RE. 316*4 be-

steht aus 4 bis 8 Einschüben, einer Verbindungseinheit und dem Gehäuse:

Wandlereinheit

Typ 316GW61

A/D-Umsetzereinheit

Typ 316EA62

oder

Typ 316EA63

Hauptrechnereinheit Typ 316VC61a

oder 1 bis 4 binäre Ein-/Ausgabeeinheiten oder oder

Typ 316VC61b Typ 316DB61 Typ 316DB62 Typ 316DB63

Speiseeinheit

Typ 316NG65

Verbindungseinheit Typ 316ML61a

oder

Typ 316ML62a

Gehäuse mit Klemmenanschlüssen für die analogen Signale und Steckeranschlüsse für die binären Signale.

Die A/D-Umsetzereinheit Typ 316EA62 bzw. 316EA63 wird nur bei Anwendungen mit dem Leitungs-Differentialschutz verwen- det. Sie umfasst auch die optischen Modems zur Übertragung der Werte zur Gegenstation.

Binäre Prozesssignale werden von den binären Ein-/Ausgabe- einheiten erfasst und an den Hauptrechner weitergeleitet. Dieser verknüpft diese Signale mit der projektspezifischen Steuer- und Schutzfunktionen und steuert die Ausgangsrelais und LEDs (Leuchtdioden).

In der Wandlereinheit werden die analogen Eingangsgrössen durch gegeneinander abgeschirmte Wicklungen galvanisch von der Anlage getrennt und auf ein für die Elektronik kompatibles Niveau angepasst. Die Wandlereinheit kann mit maximal neun Eingangswandlern bestückt werden.

Die Hauptrechnereinheit 316VC61a bzw. 316VC61b umfasst im wesentlichen den Hauptrechner (Rechnerkern 80486), und die Analog/Digital-Umsetzereinheit sowie die Kommunikations- schnittstelle zur Leittechnik und 2 PCMCIA Steckplätze.

REG 316*4

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Über die Kommunikationsschnittstelle zur Stationsleittechnik können binäre Prozesssignale, von der Steuerlogik vorverar- beitete Signale, Ereignisse, analoge Messwerte, Störschreiber- speicher-Dateien und Einstellungen des Gerätes zur Stations- leitstelle übertragen werden. Umgekehrt werden Befehle an die Steuerlogik und der Befehl für die Parametersatzumschaltung übergeben.

RE. 316*4 kann mit ein bis vier binären Ein-/Ausgabeeinheiten ausgerüstet werden.

Auf den Einheiten 316DB61, 316DB62 befinden sich 2 Auslöse- relais mit je 2 Kontakten und je nach Variante:

8 Optokopplereingänge und

4 Optokopplereingänge und 10 Signalrelais.

6 Signalrelais

oder

Auf der Ein-/Ausgabeeinheit 316DB63 befinden sich 14 Opto- kopplereingänge und 8 Signalrelais.

Die 16 LEDs an der Frontseite werden von den 316DB6. in den Steckplätzen 1 und 2 gesteuert.

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REG 316*4

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2.2.

Mechanischer Aufbau

2.2.1.

Hardwarevarianten

Das Gerät RE. 316*4 kann hardwaremässig in verschiedenen Varianten geliefert werden. Die zur Verfügung stehenden Mög- lichkeiten sind aus dem Datenblatt "Angaben für die Bestellung" ersichtlich.

2.2.2.

Konstruktion

Die Bauhöhe des Gerätes beträgt 6 U (U = 44,45 mm), die Breite 225 mm (Bestellcode N1) oder 271 mm (Bestellcode N2). An der Rückseite werden die verschiedenen Einheiten in das Gehäuse (s. Bild 12.3) eingeschoben und danach zusammen mit der Abdeckplatte festgeschraubt.

2.2.3.

Gehäuse und Montagearten

Die Gehäuseformgebung eignet sich für drei festgelegte Monta- gearten.

Einbaumontage

Die Einbaumontage mit den 4 Befestigungselementen ist für den Einbau in Schalttafeln vorgesehen. Die Ausschnittsgrösse mit ihren Massen ist aus dem Datenblatt ersichtlich. Die Geräte- anschlussklemmen befinden sich an der Rückseite.

Einbau in 19"-Etage

Für den Einbau in eine 19"-Etage ist ein Montageblech lieferbar, das die nötigen Ausschnitte enthält (s. Datenblatt). Die Geräte- anschlussklemmen befinden sich an der Rückseite.

Aufbaumontage

Für die Aufbaumontage ist ein schwenkbarer Aufbaurahmen vorgesehen (s. Datenblatt). Die Geräteanschlussklemmen befin- den sich an der Rückseite.

2.2.4.

Frontseite des Gerätes

Die Frontseite mit Angaben zu den einzelnen Elementen ist aus Bild 12.2 ersichtlich.

Hinter der Frontplatte befindet sich eine Rückstelltaste. Sie hat drei Funktionen:

ermöglicht das Rücksetzen der Auslöserelais, der Signal- relais und der Signal-LEDs bei Selbsthaltung und das Lö- schen der Distanzanzeige im Bedienprogramm.

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ermöglicht das Rücksetzen von Fehlermeldungen in der Dia- gnose, falls die Selbstüberwachung und Diagnose einen Defekt detektiert (kurzes Drücken).

ermöglicht ein Neustart (Warmstart) des Gerätes (minde- stens zehn Sekunden drücken), falls die Selbstüberwachung und Diagnose einen gravierenden Fehler detektiert haben.

Diese Bedienhandlungen können alle auch an der lokalen Be- dieneinheit an der Front des Gerätes vorgenommen werden. Sollte diese jedoch ausfallen, kann die Rückstelltaste durch das Loch an der Front, z.B. mit einem Zahnstocher, betätigt werden.

2.2.5. PC-Anschluss

Für die Einstellungen, für das Ablesen von Ereignissen, von Be- triebsgrössen und für Diagnosezwecke ist die serielle, optische Schnittstelle (s. Bild 12.2) mit einem Personal Computer (PC) zu verbinden.

2.2.6. Testmöglichkeiten

Das Gerät RE. 316*4 kann mit dem Prüfgerät des Typs XS92b geprüft werden.

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2.3. Speiseeinheit

Die Speiseeinheit 316NG65 erzeugt aus der Batteriespannung alle intern benötigten Hilfsspannungen. Die vorhandenen Kon- densatoren überbrücken kurze Einbrüche (max. 50 ms) der Ein- gangsspannung. Die Speiseeinheiten sind gegen Verpolung geschützt.

Im weiteren werden durch die Speiseeinheit alle für die anderen Einheiten benötigten Kontrollsignale wie Einschaltrückstellung (Reset) und Speisespannungsausfall generiert.

Die technischen Daten der Speiseeinheit sind aus dem Daten- blatt ersichtlich.

2.4. Wandlereinheit

Die Wandlereinheit 316GW61 dient als Prozessankopplung für die analogen Eingangsgrössen wie Ströme und Spannungen. Auf der Wandlerplatte können bis zu neun Strom- oder Span- nungswandler montiert werden. Die Stromwandler sind auf der Wandlereinheit mit einem Shunt abgeschlossen.

Die Wandler stellen einerseits die notwendige galvanische Tren- nung sicher und erzeugen (beim Stromwandler mit dem Shunt) die für die Weiterverarbeitung durch die Analog/Digital-Wand- lereinheit notwendigen Spannungen auf Elektronikniveau. Somit stehen am Ausgang der Wandlereinheit sowohl für die Strom-, als auch für die Spannungskanäle Spannungssignale zur Ver- fügung.

Entsprechend der Gerätevariante ist die Wandlereinheit mit den notwendigen Strom- und Spannungswandlern bestückt. Weitere Angaben dazu sind aus dem Datenblatt ersichtlich.

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2.5.

Hauptrechnereinheit

Auf dem Hauptrechner werden die Steuer- und Schutzalgorith- men gemäss den jeweiligen Einstellungen abgearbeitet. Die Daten erhält der Hauptrechner von der Analog/Digital-Umsetzer- einheit und von den Ein-/Ausgabeeinheiten. Ergebnisse der Al- gorithmen werden direkt oder nach weiteren logischen Ver- knüpfungen an die binären Ein-/Ausgabeeinheiten weitergeleitet.

In der Hauptrechnereinheit 316VC61a bzw. 316VC61b ist ein Mikroprozessor mit einem 80486 Rechnerkern eingesetzt. Die

Abtastwerte der Analog/Digital-Umsetzereinheit werden von einem

Digital-Signalprozessor (DSP) vorverarbeitet. Die Kommunikati- onsschnittstellen für den Bedien-PC und die Stationsleittechnik (SPA, IEC60870-5-103) sind integriert. Ein PCMCIA-Interface mit zwei Steckplätzen ermöglicht den Anschluss weiterer Bus- systeme wie LON, MVB. Der Einsatz von Flash-EPROMs als Programmspeicher erlaubt das Laden der Firmware von einem PC über die Frontschnittstelle.

Der Hauptrechner führt im Hintergrund eine Selbstüberwachung durch. Der Rechner selbst (beziehungsweise der korrekte Pro- grammablauf) wird durch eine Watchdog-Schaltung überwacht.

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REG 316*4

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2.6. Binäre Ein-/Ausgabeeinheit

Mit den binären Ein-/Ausgabeeinheiten 316DB6. können über Optokoppler binäre Signale vom Prozess eingelesen und über Signal- beziehungsweise Auslöserelais Signale und Befehle an den Prozess ausgegeben werden.

Sämtliche Ein- und Ausgabeeinheiten stellen die notwendige galvanische Trennung der Signale zur Elektronik sicher.

Die Ein-/Ausgabeeinheiten in den Steckplätzen 1 und 2 steuern über ein Register zusätzlich noch je 8 LEDs an der Front an.

Durch eine bis vier binäre Ein-/Ausgabeeinheiten können die für die jeweilige Gerätevariante notwendige Anzahl der Ein- und Ausgänge bestückt werden. Aus dem Datenblatt ist ersichtlich, welche Einheiten für welche Varianten notwendig sind.

Die Optokopplereingänge können durch Widerstände auf Löt- stützpunkten für verschiedene Eingangsspannungsbereiche kon- figuriert werden. Die Eingänge werden normalerweise gemäss der Bestellung direkt in der Fabrik entsprechend konfiguriert.

Die technischen Daten der Optokopplereingänge sowie der Signal- und Auslöseausgänge sind aus dem Datenblatt ersicht- lich.

2.7. Verbindungseinheit

Die einzelnen Einheiten werden durch die Verbindungseinheit 316ML62a (Gehäusebreite 271 mm) oder 316ML61a (Gehäuse- breite 225 mm) elektrisch miteinander verbunden. Die Verbin- dungseinheit ist im Gehäuse hinter der Front montiert. Sie ent- hält die entsprechenden Stecker und Verbindungen für die ein- zelnen Einheiten.

Die Verbindungseinheit enthält im weiteren die Verbindungen zur lokalen Bedieneinheit, die Rückstelltaste sowie 16 LEDs für Zustandsanzeigen.

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2.8. Injektionseinheit REX 010

Die Injektionseinheit REX 010 besorgt die Einspeisung des Injektionswandlerblockes REX 011. Der Injektionswandler gene- riert die für den 100% Stator- und Rotor-Erdschlussschutz notwendigen Signale, die alle den gleichen Verlauf haben (s. Bild 2.6).

Die Injektionseinheit ist in einem REG 316*4-Gehäuse einge- baut, somit gelten die Daten für den konstruktiven Aufbau sowie allgemeine Daten, die für REG 316*4 spezifiziert sind. Die Injek- tionseinheit wird in 3 Varianten U1, U2, U3 für folgende Batterie- spannungen geliefert:

Speisespannung

Toleranz

 

Ausgang

U1: 110 bzw. 125 V_

+10%/ -20%

110 V bzw. 125 V, 1,1 A

U2: 110; 125; 220; 250V _

88

312

V_

96

V, 1 A

U3: 48; 60; 110 V_

36

140

V_

96

V, 1 A

Die Varianten U2 und U3 arbeiten mit einem DC/DC-Wandler.

Auf dem Print 316AI61 kann mit einer Steckbrücke die Frequenz der Injektionsspannung eingestellt werden, die genau 1/4 der Nennfrequenz von 50 Hz oder 60 Hz beträgt. In Stellung X12 beträgt sie 12,5 Hz, in Stellung X11 15,0 Hz.

Bedienungselemente und Signalisation:

grüne LED READY:

Speisespannung eingeschaltet

rote LED OVERLOAD:

Die interne Schutzschaltung hat angesprochen. Die Injektion ist unterbrochen.

gelbe LED DISABLED:

Injektion mit Frontschalter oder über Optokopplereingang ausgeschaltet.

Während dem normalen Betrieb leuchtet nur die grüne LED.

Wippschalter ENABLE, DISABLE:

In Stellung 0 ist die Injektion unterbrochen. In Stellung 1 ist die Injektion eingeschaltet.

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Rückstelltaste RESET:

Setzt die Selbsthaltung der Schutzschaltung zurück, wobei die rote LED erlischt.

Die Schutzschaltung gegen zu grosse Rückspeisungen vom Generator unterbricht die Injektion bei Nullpunkt- strömen 5 A.

Ist der Fehler, der die Schutzschaltung aktiviert hat, immer noch vorhanden, dann kann die Schutzschaltung nicht resetiert werden. In diesem Fall ist die Speisespannung auszuschalten und die externe Verdrahtung auf Kurzschlüsse bzw. Unterbrüche zu untersuchen.

Optokopplereingang:

Hat die gleiche Funktion wie die Reset-Taste. Ausserdem kann man einen Unterbruch der Injektion bewirken. Solange der Eingang aktiviert ist, ist die Injektion unter- brochen. Die Injektion erfolgt wieder, sobald der Eingang deaktiviert wird.

Wichtig:

Bei jeder Manipulation am Sternpunkt ist zu achten, dass die Injektionsspannung ausgeschaltet ist. Bei der Injek- tionseinheit REX 010 muss der Wippschalter auf "disable" geschaltet werden und die gelbe LED "disabled" leuchten.

Die Eingangsspannung, die Injektionsfrequenz und die Opto- kopplerspannung werden bei der Bestellung angegeben und in der Fabrik entsprechend konfiguriert. Im Innern des Gerätes befinden sich keine Elemente, die vom Anwender konfiguriert werden müssen.

Ausfall der Speisung

Leuchtet die grüne LED READY nicht, obwohl die richtige Hilfsgleichspannung ansteht, so ist bei der Spannungsvariante U1 die Sicherung des Speiseparts 316NE61 zu kontrollieren und evtl. zu ersetzen. Der Sicherungshalter befindet sich auf der Rückwand neben dem Anschluss für die Hilfsgleichspannung.

Typ der Sicherung:

G-Sicherungseinsatz 2 A T

5 x 20 mm

Bei den Spannungsvarianten U2 und U3 ist das Gerät an die nächste ABB-Vertretung oder an ABB Schweiz AG, Baden, zu senden.

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REG 316*4 1MRB520049-Ude / Änd. C ABB Schweiz AG Bild 2.1 Injektionseinheit REX 010 (Frontansicht) (entspricht

Bild 2.1

Injektionseinheit REX 010 (Frontansicht) (entspricht HESG 448 574)

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ABB Schweiz AG REG 316*4 1MRB520049-Ude / Änd. C Bild 2.2 Printplatte 316AI61 zu Injektionseinheit (entstanden

Bild 2.2

Printplatte 316AI61 zu Injektionseinheit (entstanden aus HESG 324 366) Stellung X11, Stellung X12

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2.9.

Injektionswandlerblock REX 011

 

Zusammen mit der Injektionseinheit REX 010 liefert der Injek- tionswandlerblock REX 011 die für den 100% Stator-/ Rotor- Erdschlussschutz notwendigen Injektions- und Referenzsignale.

Für jede Erdungsart im Statorkreis muss der entsprechende Injektionswandlertyp verwendet werden:

Primäre Injektion auf Sternpunktseite:

REX 011

Sekundäre Injektion auf Sternpunktseite:

REX 011-1

Sekundäre Injektion auf Klemmenseite:

REX 011-2.

Jeder Injektionswandlertyp besitzt 3 sekundäre Wicklungen für folgende Spannungen:

Uis:

Injektionsspannung Statorkreis

Uir:

Injektionsspannung Rotorkreis

Ui:

Referenzspannung, wird mit dem analogen Eingangskanal 8 von REG 316*4 verbunden.

Für den Stator- und Rotorschutz wird der gleiche Injektions- wandler verwendet. Die Nennwerte der Injektionsspannungen Uis, Uir und Ui gelten für die Variante REX 010 U1 und einer Batteriespannung U Bat = 110 V Bei den Varianten U2 und U3 sind alle Spannungen um den Faktor 96/110 = 0.8727 kleiner. So beträgt dann die Injektionsspannung für primäre Injektion im Statorkreis 96 V.

2.9.1.

REX 011

Dieser Typ wird für die primäre Injektion auf der Sternpunktseite eingesetzt und besitzt folgende Nennspannungen:

Uis

110 V

Uir

50

V

*)

Ui

25

V

Tabelle 2.1

REX 011

*) Die Wicklung für die Spannung Uir besitzt eine Anzapfung bei 30 V. So kann in speziellen Fällen, bei denen eine kleinere Injektionsspannung als 50 V notwendig ist, Uir auf 30 V oder 20 V umverdrahtet werden.

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2.9.2. REX 011-1, -2

Diese Injektionswandler weisen folgende Identifikationen auf (s. auch Tabelle 2.2 und Tabelle 2.3):

HESG 323 888 M11, M12, M13 für REX 011-1 HESG 323 888 M21, M22, M23 für REX 011-2.

HESG 323 888 M11, M12, M13 für REX 011-1 HESG 323 888 M21, M22, M23 für

Die Wandler für die sekundäre Injektion im Statorkreis weisen für die Injektionsspannung im Statorkreis 4 Wicklungen auf, die für eine optimale Leistungsanpassung an die jeweiligen Erdungswiderstände parallel oder seriell geschaltet werden können. Die Grösse des Parallelwiderstandes R' Ps bzw. die maximale Injektionsleistung bestimmen, welche Injektionsspannung ein- gesetzt werden kann.

R' Ps [m ]

Uis [V]

Variante

> 8

0.85

M11

> 32

1.7

M12

> 128

3.4

M13

Tabelle 2.2

REX 011-1

R' Ps [ ]

Uis [V]

Variante

> 0.45

6.4

M21

> 1.8

12.8

M22

> 7.2

25.6

M23

Tabelle 2.3 REX 011-2

Es ist immer die grösstmögliche Injektionsspannung zu wählen, z.B. bei einem Erdungswiderstand R' Ps = 35 m wird Uis = 1.7 V genommen.

Bei den Varianten M11, M12 und M13 ist auf eine möglichst niederohmige Verbindung zwischen dem Injektionswandler und dem Erdungswiderstand R’ Ps zu achten. Der Widerstandswert beider Verbindungskabel soll höchstens 5% R’ Ps betragen, z.B. bei einem Erdungswiderstand R' Ps = 35 m und einer Länge der Verbindungskabel von 2 x 2m = 4m, muss der Kabelquerschnitt mindestens 40 mm 2 betragen.

Die Spannungen Uir und Ui sind gleich wie bei REX 011.

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG

Der eigentliche Anschluss mit der Anlage geschieht immer über die 2 Starkstromklemmen 10 und 15 vom Typ UHV, welche für eine Schraubverbindung mit Kabelschuhen vorgesehen sind. Zwischen den beiden Starkstromklemmen befinden sich die 4 Universalklemmen 11 bis 14 vom Typ UK35, die zur internen Verdrahtung dienen.

Je nach Variante sind die 4 Wicklungen mit den entsprechenden Universal- bzw. Starkstromklemmen verdrahtet.

Stellt sich heraus, dass die gelieferte Variante nicht geeignet ist, müssen die Wicklungen für die richtige Variante gemäss den folgenden Bildern umverdrahtet werden.

Bei den Varianten M12, M22, M13 und M23 müssen Elemente von Kettenbrücken KB-15 an den Universalklemmen angebracht werden. Dies wird anhand des Bildes "Kettenbrücken" am Ende dieses Abschnitts erklärt.

Jedem Wandler sind Kettenbrückenelemente und 3 Leistungs- schilder beigelegt. Nach einem Umbau ist das alte Leistungs- schild zu überkleben.

Varianten M11, M21

S3 S4 S5 S6 17 10 11 12 13 14 15 16 10 11 12
S3
S4
S5
S6
17
10
11
12
13
14
15
16
10
11
12
13
14
15
Starkstromklemmen (UHV)
Universalklemmen (UK)

Bei den Varianten M11 (REX 011-1) und M21 (REX 011-2) werden die beiden Wicklungen S3 und S4 parallel geschaltet und mit den Starkstromklemmen (10, 15) verbunden. Die beiden anderen Wicklungen werden nicht gebraucht und sind mit den Universalklemmen verbunden. Es sind keine Kettenbrücken KB-15 vorhanden.

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

Varianten M12, M22 S3 S4 S5 S6 10 11 12 13 14 15 16 17
Varianten M12, M22
S3
S4
S5
S6
10
11 12 13
14
15
16
17
10 11
12
13
14
15
Starkstromklemmen (UHV)
Universalklemmen (UK)

Kettenbrücke KB-1513 14 15 Starkstromklemmen (UHV) Universalklemmen (UK) Bei den Varianten M12 (REX 011-1) und M22 (REX

Bei den Varianten M12 (REX 011-1) und M22 (REX 011-2) werden je 2 Wicklungen parallel und zusammen in Serie geschaltet. Alle Kontakte der Universalklemmen werden mit den Kettenbrücken KB-15 verbunden.

Varianten M13, M23

S3 S4 S5 S6 10 11 12 13 14 15 16 17 10 11 12
S3
S4
S5
S6
10
11
12
13
14
15
16
17
10
11 12
13
14
15
Starkstromklemmen (UHV)
Universaklemmen (UK)

Kettenbrücke KB-15M23 S3 S4 S5 S6 10 11 12 13 14 15 16 17 10 11 12

Bei den Varianten M13 (REX 011-1) und M23 (REX 011-2)

werden alle Wicklungen S3

Klemmen 12 und 13 werden mit einer Kettenbrücke KB-15 verbunden.

in Serie geschaltet. Die

S6

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG

Bild

Varianten M12 und M22 dargestellt:

Im

folgenden

sind

die

Kettenbrückenverbindungen

der

Kettenbrücken

sind die Kettenbrückenverbindungen der Kettenbrücken Schrauben Kettenbrückenelemente Universalklemmenblock

Schrauben

Kettenbrückenelemente

Universalklemmenblock Klemmen 11 bis 14

Jedem Wandler sind 4 Schrauben, 3 Kettenbrückenelemente mit Ausleger und 1 Kettenbrückenelement ohne Ausleger bei- gelegt.

Die Kettenbrücken werden am Universalklemmenblock oben in die dafür vorgesehenen Ausnehmungen eingesetzt.

Varianten M12 und M22:

Zuerst setzt man in Klemme 11 das Element mit abgetrenntem Ausleger mit der Öffnung nach unten ein und reiht dann nacheinander die 3 Brückenelemente mit Ausleger an. Jedes Element muss mit der beiliegenden Schraube fest angeschraubt werden.

Varianten M13 und M23:

Zuerst setzt man in Klemme 12 das Element mit abgetrenntem Ausleger mit der Öffnung nach unten ein und reiht dann das zweite Brückenelement mit Ausleger an. Jedes Element muss mit der beiliegenden Schraube fest angeschraubt werden.

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

2.9.3.

Bilder

Bild 2.3

Injektionssignal

Bild 2.4

Anschlussschema für REX 011 für primäre Injektion

Bild 2.5

im Stator Anschlussschema für REX 011-1 für sekundäre

Bild 2.6

Injektion im Stator auf Sternpunktseite Anschlussschema für REX 011-2 für sekundäre

Bild 2.7

Injektion im Stator auf Klemmenseite Anschlussschema für REX 011 für Rotor-

Bild 2.8

Erdschlussschutz Anschlussschema für REX 011-1, -2 für Rotor-

Bild 2.9

Erdschlussschutz Anschlussschema für REX 011 zum Prüfen ohne

Bild 2.10

Generator Anschlussschema für REX 011-1, -2 zum Prüfen

Bild 2.11

ohne Generator Massbild des Injektionwandlerblocks REX 011

ohne Generator Massbild des Injektionwandlerblocks REX 011 [V] 110 -110 Injection Test 0 320 640 [ms]
[V] 110 -110 Injection Test 0 320 640 [ms] Bild 2.3 Injektionssignal Uis
[V]
110
-110
Injection
Test
0
320
640
[ms]
Bild 2.3
Injektionssignal Uis

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG

RST Generator REG 316*4 T18 REX010 REX011 REs N12 N11 Us T. T. X1 X1
RST
Generator
REG 316*4
T18
REX010
REX011
REs
N12
N11
Us
T.
T.
X1
X1
T17
5
6
Ui1
Spannungswandler
5
rest+
7
RPs
216GW61
rest-
6
7
8
Ui2
3
3
T15
10
Ui
4
Ui3
4
11
UBat+
3
T16
Up8+
1
P8nax
1
UBat-
2
Up8-
2
2

Bild 2.4

Anschlussschema für REX 011 für primäre Injektion im Stator (s. a. Bild 2.11)

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

RST

Generator REG 316*4 Spannungswandler T18 N'12 N'11 N1 N2 Us Erdungs- R'Es transformator T17
Generator
REG 316*4
Spannungswandler
T18
N'12
N'11
N1
N2
Us
Erdungs-
R'Es
transformator
T17
R'Ps
T15
REX010
REX011-1
X2
T.
T.
X1
Ui1
5
10
5
T16
rest+
7
Uis
rest-
6
15
8
3
Ui2
3
X1
8
Ui
Ui3
4
9
4
UBat+
3
Up8+
1
P8nax
1
UBat-
2
Up8-
2
2

Bild 2.5

Anschlussschema für REX 011-1 für sekundäre Injektion im Stator auf Sternpunktseite (s. a. Bild 2.11)

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG

Erdungs-

R S T transformator REG 316*4 N1 N2 Spannungswandler T18 N'12 N'11 Us R'Es T17
R
S
T
transformator
REG 316*4
N1
N2
Spannungswandler
T18
N'12
N'11
Us
R'Es
T17
R'Ps
316 GW61
Generator
T15
REX010
REX011-2
T.
T.
X1
X2
10
Ui1
5
5
T16
rest+
7
Uis
rest-
6
15
8
3
Ui2
3
X1
8
Ui
Ui3
4
9
4
UBat+
3
Up8+
1
P8nax
1
UBat-
2
2
Up8-
2

Bild 2.6

Anschlussschema für REX 011-2 für sekundäre Injektion im Stator auf Klemmenseite (s. a. Bild 2.11)

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

+ Rotor - 2x2uF 2x2uF 8kV 8kV 2) 1) REG 316*4 T14 REr REX010 REX011
+
Rotor
-
2x2uF
2x2uF
8kV
8kV
2)
1)
REG 316*4
T14
REr
REX010
REX011
T.
T.
X1
X1
T13
Ui1
5
8
5
rest+
7
RPr
316 GW61
rest-
6
9
8
Ui2
3
3
T15
10
Ui
Ui3
4
4
11
UBat+
3
T16
1
Up8+
P8nax
1
UBat-
2
Up8-
2
2

Bild 2.7

Anschlussschema für REX 011 für Rotor- Erdschlussschutz (s. a. Bild 2.11)

1) Zweipolige Ankopplung

2) Einpolige Ankopplung bei bürstenloser Erregung

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG

+ Rotor - 2x2uF 2x2uF 8kV 8kV 2) 1) REG 316*4 T14 REr REX010 REX011-1,
+
Rotor
-
2x2uF
2x2uF
8kV
8kV
2)
1)
REG 316*4
T14
REr
REX010
REX011-1, -2
T.
T.
X1
X1
T13
Ui1
5
6
5
rest+
7
RPr
316 GW61
rest-
6
7
8
Ui2
3
3
T15
8
Ui
Ui3
4
4
9
UBat+
3
T16
1
Up8+
P8nax
1
UBat-
2
Up8-
2
2

Bild 2.8

Anschlussschema für REX 011-1, -2 für Rotor- Erdschlussschutz (s. a. Bild 2.11)

1) Zweipolige Ankopplung

2) Einpolige Ankopplung bei bürstenloser Erregung

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

S1 Ck = 4uF Rf S2 CE = 1uF REG 316*4 1k 2,5W T18 REX010
S1
Ck = 4uF
Rf
S2
CE =
1uF
REG 316*4
1k
2,5W
T18
REX010
REX011
22
Us
T.
T.
X1
X1
T17
Ui1
5
8
5
50V
7
150
6
>10W
9
8
T14
Ui2
3
3
Ur
T13
10
Ui3
4
4
11
T15
UBat+
3
Up8+
1
Ui
P8nax
1
UBat-
2
Up8-
2
2
T16

Bild 2.9

Anschlussschema für REX 011 zum Prüfen ohne Generator

S1:

Überbrückung der Rotorkoppelkapazität

Ck:

Rotorkoppelkapazität

CE: Rotor / Stator Erdkapazität

Rf:

Variabler Erdfehlerwiderstand

S2:

Erdfehlerwiderstand = 0

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG

S1 Ck = 4uF Rf S2 CE = 1uF REG 316*4 1k 2,5W T18 REX011-1,
S1
Ck = 4uF
Rf
S2
CE =
1uF
REG 316*4
1k
2,5W
T18
REX011-1, -2
REX010
22
Us
T.
T.
X1
X1
T17
Ui1
5
6
5
50V
7
150
316 GW61
6
>10W
7
8
T14
Ui2
3
3
Ur
T13
8
Ui3
4
4
9
T15
UBat+
3
Up8+
1
Ui
P8nax
1
UBat-
2
Up8-
2
2
T16

Bild 2.10

Anschlussschema für REX 011-1, -2 zum Prüfen ohne Generator

S1:

Überbrückung der Rotorkoppelkapazität

Ck:

Rotorkoppelkapazität

CE: Rotor / Stator Erdkapazität

Rf:

Variabler Erdfehlerwiderstand

S2:

Erdfehlerwiderstand = 0

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG REG 316*4 1MRB520049-Ude / Änd. C Bild 2.11 Massbild des Injektionwandlerblocks REX 011

Bild 2.11

Massbild des Injektionwandlerblocks REX 011 (entspricht HESG 324 388)

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

ABB Schweiz AG

2.10. Prüfen ohne Generator

Um die Injektionseinheit REX 010 mit Injektionswandlerblock REX 011 bzw. REX 011-1, -2 und die Schutzfunktionen Stator- ESS und Rotor-ESS auch ohne Schutzobjekt prüfen zu können, muss folgende Schaltung aufgebaut werden (Bild 2.9 bzw. Bild 2.10). Um den Aufbau einfach zu halten, werden die beiden Erdungswiderstände RE und RP sowohl für den Stator- als auch den Rotorschutz verwendet. Die Injektionsspannung ist auch gemeinsam und beträgt 50 V. Mit einem variablen Widerstand Rf wird der Erdfehlerwiderstand simuliert.

Stator-Erdschlussschutz:

Bei der Simulation des Stator-Erdschlussschutzes bleibt der Schalter S1 die ganze Zeit geschlossen. Der Erdungswiderstand RE ist aus 2 Widerständen 1 k und 22 zusammengesetzt. So wird auf einfache Weise das Übersetzungsverhältnis vom Spannungswandler simuliert.

Einstellparameter MWV und REs:

Der theoretische Wert von MWV wird wie folgt berechnet:

MWV

22

1000

22

110 V

50 V

102

.

Durch die kleinere Injektionsspannung von 50 V wird MWV um den Faktor 110 V/50 V grösser.

REs = 1022 .

Die Einstellparameter können auch mit den Anpassfunk- tionen 'Anpassg.MWV' und 'Anpassg.REs' gemäss Abschnitt 3.5.24. bestimmt werden und sind den berechneten vorzu- ziehen.

Rotor-Erdschlussschutz

Bei der Simulation des Rotor-Erdschlussschutzes bleibt der Schalter S1 die ganze Zeit geöffnet, ausser wenn im Anpass- modus 'EingAnpasREr' die Koppelkapazitäten überbrückt wer- den.

Einstellparameter:

Die theoretischen Werte für die Einstellparameter betragen:

REr = 1022 Ck = 4 F.

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. C

Die Einstellparameter können auch mit den Anpassfunk- tionen 'Anpassg.REs' und 'Anpassg.C' gemäss Abschnitt 3.5.25. bestimmt werden und sind den berechneten vorzu- ziehen.

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. F

ABB Schweiz AG

März 01

3. EINSTELLUNG DER FUNKTIONEN

3.1.

Allgemeines

3-4

3.1.1.

Bibliothek und Einstellungen 3-4

3.1.2.

Ablauf der Steuer- und Schutzfunktionen

3-5

3.1.2.1.

Repetitionsrate 3-5

3.1.2.2.

Rechenaufwand der Schutzfunktionen

3-6

3.1.2.3.

Rechenaufwand der Steuerfunktion

3-9

3.2.

Ein- und Ausgänge der Steuer- und Schutzfunktionen 3-10

3.2.1.

Wandlereingänge

3-10

3.2.2.

Binäre Eingänge

3-11

3.2.3.

Meldeausgänge

3-11

3.2.4.

Auslösungen 3-12

3.2.5.

Messwerte

3-12

3.3.

Frequenzbereich

3-12

3.4.

System Einstellparameter 3-13

3.4.1.

Hardwarekonfiguration 3-13

3.4.2.

Eingabe der Wandlerkanäle

3-18

3.4.3.

Eingabe der Kommentare für Binäreingänge und -ausgänge

3-19

3.4.4.

Maskierung der Binäreingänge, Eingabe der Selbsthaltung

und Definition von Doppelmeldungen

3-20

3.4.5.

Bearbeiten der Systemfunktionen

3-20

3.4.5.1.

Ein- /Ausgänge ändern

3-21

3.4.5.2.

Name des Systems ändern

3-24

3.4.5.3.

Passwort ändern

3-24

3.5.

Schutzfunktionen

3-25

3.5.1.

Transformator-Differentialschutz

(Diff-Transf)

3-25

3.5.2.

Generator-Differentialschutz

(Diff-Gen)

3-53

3.5.3.

Unabhängig verzögerter Über- / Unterstromschutz

(Strom)

3-59

3.5.4.

Überstromschutz mit Scheitelwertverarbeitung

(Strom-Momentan)

3-65

3.5.5.

Spannungsabhängiger Überstromschutz

(Imax-Umin)

3-71

ABB Schweiz AG

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. F

3.5.6.

Abhängig verzögerter Überstromschutz

(Strom-Invers)

3-79

3.5.7.

Unabhängig verzögerter Überstrom-Richtungsschutz (StromRichtung)

3-85

3.5.8.

Abhängig verzögerter Überstrom-Richtungsschutz

(StromInvRichtng)

3-93

3.5.9.

Unabhängig verzögerter Schieflastschutz

(I2-DT)

3-105

3.5.10.

Abhängig verzögerter Schieflastschutz

(I2-Invers)

3-111

3.5.11.

Unabhängig verzögerter Über-/

Unterspannungsschutz

(Spannung)

3-117

3.5.11.1.

Unabhängig verzögerter Stator- Erdschlussschutz (95 %)

3-122

3.5.11.2.

Rotor-Erdschlussschutz 3-135

3.5.11.3.

Windungsschlussschutz

3-137

3.5.12.

Überspannungsschutz mit Scheitelwertverarbeitung

(Spg-Momentan)

3-139

3.5.13.

Minimalimpedanzschutz

(Min-Impedanz)

3-145

3.5.14.

Minimalreaktanzschutz

(Min-Reaktanz)

3-153

3.5.15.

Leistungsschutz

(Leistung)

3-165

3.5.16.

Überlastschutz für den Stator

(Überlast-Stator)

3-179

3.5.17.

Überlastschutz für den Rotor

(Überlast-Rotor)

3-185

3.5.18.

Frequenzschutz

(Frequenz)

3-191

3.5.19.

Frequenzgradientenschutz

(df/dt)

3-197

3.5.20.

Übererregungsschutz

(Übererregung)

3-201

3.5.21.

Übererregungsschutz mit abhängiger Verzögerung

(U/f-Inv)

3-205

3.5.22.

Spannungsvergleichschutz

(Spgs-Vergleich)

3-211

3.5.23.

Übertemperaturschutz

(Übertemperatur)

3-219

3.5.24.

Stator-Erdschlussschutz mit Injektion

(Stator-ESS)

3-227

REG 316*4

1MRB520049-Ude / Änd. F

ABB Schweiz AG

3.5.25.

Rotor-Erdschlussschutz mit Injektion

(Rotor-ESS)

3-249

3.5.26.

Polschlupfschutz

(Polschlupf)

3-259

3.5.27.

Abhängig verzögerter Erdschluss- Überstromschutz

(I0-Invers)

3-271

3.5.28.

Schalterversagerschutz

(SchalterVersag.)

3-277

3.6.

Logikfunktionen 3-293

3.6.1.

Steuerfunktion

(FUPLA)

3-293

3.6.1.1.

Dokumentation der Einstellparameter FUPLA 3-295

3.6.1.1.1.

Generelles

3-296

3.6.1.1.2.

Zeitglieder 3-297

3.6.1.1.3.

Binäreingänge 3-297

3.6.1.1.4.

Binärsignale

3-297

3.6.1.1.5.

Messwert-Eingänge

3-298

3.6.1.1.6.

Messwert-Ausgänge

3-298

3.6.1.1.7.

Signallaufplan der Messwert-Ein- und Ausgänge

3-298

3.6.1.2.

FUPLA laden

3-299

3.6.2.

Logik

(Logik)

3-301

3.6.3.

Verzögerung / Integrator

(Verzögerung)

3-305

3.6.4.

Entprellen

(Entprellen)

3-311

3.6.5.

LDU-Ereignisse

(LDU

Ereignisse)

3-315

3.6.6.

Zähler

(Zähler)

3-319

3.7.

Messfunktionen

3-323

3.7.1.

Messfunktion

(UIfPQ)

3-323

3.7.2.

Plausibilität-Strom 3-phasig

(Prüfung-I3ph)

3-329

3.7.3.

Plausibilität-Spannung 3-phasig

(Prüfung-U3ph)

3-333

3.7.4.

Störschreiber

(Störschreiber)

3-337

3.7.5.

Messmodul

(MessModul)

3-351

3.7.5.1.

Pulszählereingänge

3-357

3.7.5.2.

Funktionsprinzip der Pulszähler

3-358

3.7.5.3.

Wirkungsweise der Pulszähler

3-358

3.7.5.4.

Behandlung von Intervallen

3-359

ABB Schweiz AG

REG 316*4

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3.

EINSTELLUNG DER FUNKTIONEN

3.1.

Allgemeines

3.1.1.

Bibliothek und Einstellungen

REG 316*4 bietet eine umfangreiche Bibliothek von Schutz- und Steuerfunktionen für den umfassenden Schutz von Generatoren und Transformatoren.

Die Einstellungen erfolgen anwenderfreundlich mit Hilfe eines Personal Computers. Dazu ist keine Programmierarbeit zu lei- sten.

Der Umfang an aktiven Schutz- und Steuerfunktionen in einem REG 316*4 wird begrenzt durch die verfügbare Rechenkapazität der Hauptrechnereinheit.

Das Bedienprogramm überprüft, ob die zur Verfügung stehende Rechenleistung ausreichend ist und gibt gegebenenfalls eine Fehlermeldung.

Die maximal mögliche Anzahl Schutzfunktionen ist 48.

Die tatsächlich aktiven Funktionen werden durch die Einstellun- gen und den Software-Schlüssel bestimmt. Durch dieses Kon- zept wird es möglich, den vielfältigen Anforderungen an die Steuer- und Schutzkonfiguration gerecht zu werden:

Es sollen nur die tatsächlich gewünschten Funktionen akti- viert werden. Jede Funktion entspricht einem Rechen- aufwand, der sich auf die Auslösezeit auswirken kann.

Viele Funktionstypen können mehrfach angewandt werden, z.B.

zur Realisierung mehrerer Stufen (mit gleichen oder unter- schiedlichen Ansprechwerten und Zeitverzögerungen)

zur Anwendung auf verschiedene Eingangskanäle.

Einige Funktionen können hingegen pro Parametersatz nur einmal konfiguriert werden:

Störschreiber

Entprellen

VDEW6.

Die Funktionen, die im gleichen Parametersatz aktiv sind, können logisch miteinander verknüpft werden, z.B. für Blockierungen.

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3.1.2.

Ablauf der Steuer- und Schutzfunktionen

3.1.2.1.

Repetitionsrate

Die Software des Schutzsystems steuert den Ablauf der einzel- nen Funktionen selbständig. Die Funktionen werden in einzelne Teilprogramme zerlegt und vom Rechner zyklisch abgearbeitet. Die Häufigkeit der Abarbeitung (Repetitionsrate) wird dabei gemäss den technischen Anforderungen festgelegt.

Für viele Funktionen dient dafür die für die Auslösung wesentli- che Verzögerungszeit: Je kürzer die geforderte Auslösezeit, um- so höher die Repetitionsrate. Die typischen Beziehungen zwi- schen Verzögerungszeit und Repetitionsrate sind in Tabelle 3.1 beschrieben.

Repetitionsrate

Erläuterung

Verzögerungszeit

4

4 mal pro 20 ms 1)

 

< 40 ms 199 ms

2

2 mal pro 20 ms

40

1

1 mal pro 20 ms

200 ms

1) Bei 50 Hz oder 60 Hz

Tabelle 3.1 Typische Repetitionsrate der Funktionen

Die Repetitionsraten einiger Funktionen sind von den Einstell- parametern unabhängig, z.B. Differentialschutz, Erdschluss- schutz oder reine Logikfunktionen.

Die Erfassung der binären Eingangssignale sowie das Setzen der Signal- und Auslöseausgänge erfolgt davon unabhängig mit der Abtastrate der Analogeingänge.

Da die einzelnen Schutzfunktionen zwar genügend schnell, aber doch zeitlich nacheinander ablaufen müssen, ergibt sich auch für ihre Ausgangssignale, wie ‘Anlauf‘ oder ‘Auslösung‘, eine gewisse zeitliche Streuung. Diese wird von der Repetitionsrate bestimmt, mit der die Funktion abläuft. Typische Werte zeigt Tabelle 3.2.

Repetitionsrate

Streuung

4

-2

+5

ms

2

-2

+10

ms

1

-2

+20

ms

Tabelle 3.2

Zeitliche Streuung der Ausgangssignale von Schutz- funktionen in Abhängigkeit von ihrer Repetitionsrate

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3.1.2.2. Rechenaufwand der Schutzfunktionen

Der Rechenaufwand einer Funktion wird durch folgende Ein- flussgrössen bestimmt:

Komplexität der eingesetzten Algorithmen. Diese Einfluss- grösse ist spezifisch für die jeweilige Funktion.

Repetitionsrate:

Je kürzer die Verzögerungszeit einer Schutzfunktion, umso höher ist gemäss Tabelle 3.1 die Repetitionsrate der Funk- tion. Der Rechenaufwand steigt annähernd proportional mit der Repetitionsrate.

Schon aktivierte Schutzfunktionen:

Das Schutzsystem ist in der Lage, bestimmte Zwischen- ergebnisse (Messwerte) einer Schutzfunktion mehrfach zu nutzen. Damit entsteht für weitere Stufen einer Schutzfunk- tion mit denselben Eingängen wie die erste Stufe im allge- meinen lediglich ein Rechenaufwand für den Vergleich mit

dem Ansprechwert, nicht jedoch für die Messwertaufbereitung.

Die Tabelle 3.3 zeigt den Rechenaufwand für die Schutzfunk- tionen im REG 316*4. Die Angaben sind Richtwerte in Prozent der Leistung einer fiktiven Hauptrechnereinheit.

Da sich bei einigen Funktionen der Rechenaufwand bei klein eingestellten Zeitverzögerungen t gemäss Tabelle 3.1 erhöht, muss teilweise ein Faktor 2 oder 4 berücksichtigt werden. Bei den Angaben für Funktionen mit mehreren Stufen muss die Stufe mit der kürzesten Zeitverzögerung als erste Stufe ange- nommen werden.

In einem REG 316*4 steht eine Rechenleistung von 250% zur

Verfügung, sofern die Rechnereinheit 316VC61a bzw. 316VC61b

eingebaut ist. Dies trifft für alle Geräte mit der Frontbedien- einheit zu. Bei älteren Geräten mit der Rechnereinheit 316VC61 steht nur eine Rechenleistung von 200% zur Verfügung.

Die Rechnerbelastung kann im Untermenü 'Relaiseinstellungen auflisten' unter 'Programme auflisten' gelesen werden. Die Rechnerbelastung für die vier Parametersätze wird in Promille angezeigt. Massgebend für die Rechnerbelastung ist der grösste Wert in den vier Parametersätzen.

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Funktion

 

1. Stufe

2. oder höhere Stufen

Faktor für

(**)

1ph

3ph

1ph

3ph

t<40ms

t<200ms

Diff-Gen

-

40

 

dto.

 

Diff-Transf

-

50

dto.

Strom

2

3

1

4

2

mit Inrushblockierung

5

5

42

Strom-Momentan

3

4

2

4

2

Imax-Umin

5

8

2

4

2

Strom-Invers

4

7

3

 

StromRichtung

19

dto.

4

2

StromInvRichtng

21

dto.

 

I2-DT

-

6

1

I2-Invers

-

8

3

Spannung

2

3

1

4

2

Spg-Momentan

3

4

2

4

2

Spgs-Vergleich

4

9

dto.

4

2

Min-Impedanz

6

17

4

11

 

Min-Reaktanz

6

17

4

11

Leistung

5

14

3

8

4

2

Überlast-Stator

4

7

 

3

 

Überlast-Rotor

-

6

3

Übertemperatur

12

15

dto.

Frequenz

15

-

3

 

2

df/dt

50

5

 

Übererregung

15

-

dto.

 

2

U/f-Inv

25,5

-

dto.

 

Stator ESS

40

dto.

Rotor ESS

40

dto.

Polschlupf

20

dto.

I0-Invers

4

3

SchalterVersag.

34

46

dto.

FUPLA

1/ 2/ 4 (***)

dto.

VDEW6

1

(*)

Verzögerung

8

dto.

Zähler

8

dto.

Logik

4

dto.

Entprellen

0.1

(*)

Analog RIO Trig

2

 

4

2

LDU Ereignisse

4

 

dto.

 

UIfPQ

5

dto.

MessModul

   

Analogwerte

 

10

 

dto.

Zähler

8

dto.

Prüfung I3ph

5

dto.

 

2

Prüfung U3ph

5

dto.

2

Störschreiber

     

ohne Binäreingänge

 

20

 

(*)

mit Binäreingängen

40

(*)

(*) nur einmal parametrierbar

(***) je nach 'Wiederh.Rate' (tief / mittel / hoch)

(**) immer 1 für Verzögerungszeiten 200ms

Tabelle 3.3

Rechenaufwand der Schutzfunktionen (Angaben in Prozent)

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Beispiel:

Tabelle 3.4 zeigt für eine einfache Konfiguration des Schutz- systems mit 4 aktivierten Schutzfunktionen den Rechenaufwand gemäss Tabelle 3.3. Die Schutzfunktionen 1 und 2 benutzen dieselben analogen Eingänge; damit ist der Aufwand für Funktion 2 auf den Wert für eine 2. Stufe reduziert.

Funktion

Eingangs-

 

Einstellungen

Prozent

Nr.

Typ

Kanal

Phasen

Ansprechw.

Zeit

inkl. Faktor

1

Strom

1 (,2,3)

3ph

10,0 I N

30 ms

3% x 4 = 12%

2

Strom

1 (,2,3)

3ph

2,5 I N

100 ms

1% x 2 =

2%

3

Strom

4

1ph

3,5 I N

300 ms

2% x 1 =

2%

4

Spannung

7

1ph

2,0 U N

50 ms

2% x 2 =

4%

Gesamt

20 %

Tabelle 3.4

Beispiel für die Berechnung des Rechenaufwands

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3.1.2.3. Rechenaufwand der Steuerfunktion

Der Rechenaufwand der Steuerfunktion kann nicht direkt in Pro- zenten der Gesamtrechenleistung angegeben werden. Neben der Codegrösse bestimmt die Art der Steuerlogik den Rechen- aufwand.

Die Belastung des Hauptrechners durch Schutz- und Steuer- funktionen muss nach dem Laden im Menüpunkt 'Messwert- verarbeitung', 'Wandlerkanäle anzeigen' überprüft werden.

Die Zahl rechts unten im Fenster ( 2400) ist ein Mass für die Rechnerbelastung. Mit allen Funktionen aktiv, d.h. keine Funk- tion darf blockiert sein, darf 20'000 nicht überschritten werden. Die Zahl ist im normalen Betriebszustand des Gerätes, das heisst nicht während einer Auslösung, abzulesen.

Die Zykluszeit des High-priority tasks ist auf 20 ms (Default) zu stellen (s. Abschnitt 3.6.1.1. Dokumentation der Einstellparame- ter FUPLA).

Damit ist die korrekte Abarbeitung der Schutz- und Steuerfunk- tionen garantiert.

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3.2.

Ein- und Ausgänge der Steuer- und Schutzfunktionen

3.2.1.

Wandlereingänge

(s.a. Abschnitt 5.5.4.1.)

Das System kann 3 Typen von Eingangswandlern enthalten, die wiederum für verschiedene Nennwerte verfügbar sind:

Schutz-Stromwandler

Mess-Stromwandler (Ringkernwandler)

Spannungswandler.

Die Anzahl und Konfiguration dieser Wandler ergibt sich ent-

weder aus dem Wandler-Konfigurations-Code K freien Eingabe der Wandlertypen bei K=0.

Die von den Eingangswandlern gelieferten Ströme und Span- nungen werden auf dem Analogteil der Hauptrechnereinheit digitalisiert, bevor die Werte von den Schutzfunktionen weiter- verarbeitet werden.

Jeder Kanal ist entweder als 1phasig oder 3phasig deklariert:

oder aus der

Ströme:

3phasig, Schutz-Stromwandler

1phasig, Schutz-Stromwandler

1phasig, Mess-Stromwandler (Ringkernwandler)

Spannungen:

3phasig, Schaltung in Stern

1phasig.

Eine Schutzfunktion kann nur 3phasig verwendet werden, wenn eine entsprechende 3phasige Gruppe von Wandlereingangs- kanälen vorhanden ist.

Alle Einstellungen der Schutzfunktionen beruhen grundsätzlich auf den Eingangswerten des REG 316*4 (Sekundärwerte). Eine feine Anpassung der Nennwerte an die primären Grössen ist jedoch möglich durch die Einstellung von Referenzwerten der analogen Eingänge.

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3.2.2. Binäre Eingänge

(s.a. Abschnitt 5.5.4.4.)

Das REG 316*4 kennt folgende binäre Grössen:

FALSE = logisch "0" (fester Wert)

^

^

TRUE = logisch "1" (fester Wert) Binärwerte der binären Eingabe (316DB6.) Binärwerte der Steuer- und Schutzfunktionen. Sie sind durch Angabe der Funktionsnummer und des entsprechenden Meldeausganges definiert.

Binärwerte von der übergeordneten Stationsleitebene Binärwerte von dezentralen Eingabeeinheiten (500RIO11) Binärwerte von Interlocking-Daten.

All diese binären Grössen können als binäre Eingänge der Steuer- und Schutzfunktionen parametriert werden.

Alle eingestellten Binäradressen können direkt oder invertiert verwendet werden.

3.2.3. Meldeausgänge

(s.a. Abschnitt 5.5.4.2.)

Die Meldeausgänge der Steuer- und Schutzfunktionen bieten folgende Möglichkeiten:

Ausgabe auf Meldeleuchtdiode

Ausgabe auf Melderelais

Aufzeichnung als Ereignis

Ausgabe auf Auslöserelais

Ausgabe an die Kommunikationsschnittstelle

Ausgabe auf dezentrale Ausgabeeinheiten (500RIO11)

Ausgabe auf Interlocking-Daten.

Für die Ausgabe auf Melderelais und -leuchtdiode gilt:

Jedes Melderelais und jede Leuchtdiode kann nur von einer Meldung benutzt werden. Jedes Melderelais und jede Leuchtdiode kann individuell auf Selbsthaltung parametriert werden.

Von jeder Meldung können maximal 2 Ausgänge angesteuert werden, z.B.:

2 Melderelais

1 Melderelais und 1 Leuchtdiode