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«Für ihn war ich der Schandfleck»


Die älteste Tochter des Apple-Gründers Steve Jobs schreibt in einem Buch über das schwierige
Verhältnis zu ihrem Vater.

Ekaterina Kel

Artikel zum Thema

Wenn Apple-Manager aus


dem Nähkästchen plaudern

Eine ehemalige Angestellte berichtet aus dem


Arbeitsalltag mit Steve Jobs und was es mit
dem Sessel an der iPad-Präsentation auf sich
hatte. Mehr...
Von Rafael Zeier 02.02.2018
1 | 11 Als Lisa Brennan-Jobs 1978 zur Welt kam, war Steve Jobs 23. Er bestritt zwei - .
Jahre lang die Vaterschaft. Das Verhältnis von Vater und Tochter war seither
Die gigantische Macht der
schwierig. Foto: Lisa Brennan-Jobs/CC BY 3.0 (11 Bilder)
Tech-Riesen
Never Mind the Markets Warum Apple und
Es ist sicher nervig, wenn alle immer bloss über einen reden, man selbst aber niemals andere Multis zunehmend unangreifbar
den Ton setzen kann. So muss es wohl Lisa Brennan-Jobs lange Zeit ergangen sein. werden. Zum Blog
Markus Diem Meier. 06.08.2018
Sie ist die erste Tochter eines der berühmtesten Menschen der Welt, des Apple-
Erfinders Steve Jobs. Nachdem jahrzehntelang viel über das Verhältnis zwischen ihr Silicon-Valley-Millionäre auf
und ihrem Vater geschrieben worden war, ergreift die heute 40-jährige Brennan- Shopping-Tour in der
Jobs, die mittlerweile als Autorin und Journalistin in Brooklyn lebt, nun selbst das Printbranche
Wort. Jüngstes Beispiel: Laurene Powell Jobs kauft
«The Atlantic». Warum hinter dem
Engagement mehr als Nostalgie steckt.
In einer Autobiografie mit dem deutschen Titel «Beifang» (auf Englisch «Small
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Fry»), die am 4. September erscheint, versucht sich Brennan-Jobs an einer Karoline Meta Beisel. 03.08.2017
detaillierten Zeichnung ihres weltberühmten Vaters. Entlang von
Kindheitserinnerungen schildert sie, warum das Verhältnis bis zuletzt so
widersprüchlich war. Die Redaktion auf Twitter
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dem Kurznachrichtendienst.
«Damals wusste ich, dass er nicht
@tagesanzeiger folgen
grosszügig ist, nicht mit Geld,
Essen oder Worten.»
Lisa Brennan-Jobs Die Redaktion auf Twitter
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dem Kurznachrichtendienst.
Die Zeitschrift «Vanity Fair» veröffentlichte am Wochenende einen Ausschnitt
daraus, der bereits tief blicken lässt. Angefangen bei der Tatsache, dass Brennan- @tagesanzeiger folgen
Jobs und ihre Mutter von Sozialhilfe lebten, während Jobs selbst bereits
Multimillionär war und in seinem schwarzen Porsche einmal im Monat vorbeikam,
um der Tochter einen Besuch abzustatten.

«Du bekommst gar nichts, verstanden?», zitiert Brennan-Jobs ihren Vater und lässt
ihn unnahbar und geizig erscheinen. Als sie ihn bittet, ihr einen alten Porsche zu
überlassen, in der Annahme, er würde sich wegen eines Kratzers einen neuen holen,
bekommt sie eine Abfuhr. «Damals wusste ich, dass er nicht grosszügig ist, nicht mit

1 von 2 08.08.18, 17:47


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Geld, Essen oder Worten.»

Das Buch sei eine Abrechnung mit dem unnachgiebigen Vater, urteilen bereits die
ersten Kritiker. Doch ist es vor allem ein Versuch, psychische Wunden durch einen
publizistischen Akt heilen zu lassen.

Auch Jahre später wurmt sie die


Frage, ob der Computer, den Jobs
1983 entworfen hatte, nur
zufällig Apple Lisa heisst.

Steve Jobs ist 23, als seine Tochter 1978 zur Welt kommt. Seine Ex-Freundin
Chrisann Brennan bringt sie allein zur Welt, Jobs kommt erst Tage später und
behauptet, das sei nicht seine Tochter. Erst zwei Jahre später erzwingt Brennan vor
Gericht Unterhalt, nachdem ein DNA-Test Jobs Vaterschaft bestätigt. Zuvor sagte er
vor Gericht aus, er sei sterilisiert, bekam später jedoch noch drei andere Kinder.

Zwischen Armut und Reichtum

Die Beziehung zwischen Erstgeborener und ihm blieb ambivalent. Jahrelang besucht
Jobs die Tochter, sie fahren regelmässig auf Rollschuhen, «roller skates». Sein
Verhalten hinterlässt bei ihr ungute Gefühle. «Für ihn war ich der Schandfleck auf
einem Bild vom spektakulären Aufstieg», schreibt sie. Dass Jobs sich anfangs nicht
zu ihr bekannte, bohrt sich tief bei Brennan-Jobs ein.

Und auch noch Jahre später wurmt sie die Frage, ob der Apple-Computer, den Jobs
1983 entworfen hatte, nur zufällig Apple Lisa oder auch The Lisa heisst oder ob er
ihn nach der Tochter benannt hatte. Jobs liess sich lange Zeit nicht eindeutig darauf
festnageln, bis er es dem Sänger Bono gegenüber wohl zugab. Aber es muss auch mal
bessere Zeiten gegeben haben: Die Tochter nahm den Nachnamen ihres Vaters mit
neun Jahren offiziell an und zog für ein paar Jahre zu ihm und seiner Frau.

Fünf Schauspielerinnen verkörperten Jobs Tochter bereits in drei Filmen. In Jobs-


Biografien, in einem Roman ihrer Tante Mona Simpson und schliesslich auch in den
Memoiren ihrer eigenen Mutter wurden viele Tatsachen bereits genannt.

Das Besondere an dem neuen Buch aus der Hand von Brennan-Jobs selbst ist nun
die Sicht eines verunsicherten Mädchens auf seine Kindheit, das nicht nur zwischen
Mutter und Vater, sondern auch zwischen deprimierender Armut und
unwahrscheinlichem Reichtum hin- und hergerissen war. Und die Erkenntnis, dass
sie Jobs trotz seiner Härte auch etwas zu verdanken hat: Dieser bezahlte ihr ein
Studium in Harvard und am King's College in London. Ob sie am Ende doch noch
einen Porsche haben durfte, bleibt offen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.08.2018, 17:12 Uhr

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