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Die Gliederung der peruanischen Anden erfordert die Unterscheidung zwischen Nordperu und Südperu.

Dabei dient der Gebirgsknoten von Cerro de Pasco als Grenze, an dem sich die drei nördlichen und die
beiden südlichen Ketten vereinigen. Der Norden wird eingeteilt in eine westliche (z. B. Cordillera
Blanca), zentrale und östliche Kordillere (Cordillera Huaguruncho). Als Abgrenzung dienen dabei die
interandinen Längstäler des Marañón und des Huallaga, zwischen denen sich die Cordillera Central
erhebt. Die westliche Cordillera occidental dient dabei als Wasserscheide zwischen den
Einzugsgebieten des Pazifik und des Atlantik. Der südliche Teil Perus wird in die westliche (z. B.
Cordillera Volcánica) und östliche Kordillere (Cordillera Huaytapallana) unterteilt. Als Grenze fungiert
dabei das Längstal des oberen Río Mantaro sowie südlich daran anschließend der obere Teil
des Apurímac-Tals.

Entstehung der Anden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Anden beim Landeanflug auf Santiago, Chile.

Die Anden gelten als Paradebeispiel für ein Gebirge über einer Ozean-Kontinent-Subduktionszone. Im
Fall der Anden taucht ozeanische Lithosphäre der Nazca-Platte und in geringerem Umfang auch
der Antarktischen Platte unter kontinentale Lithosphäre der Südamerikanischen Platte ab. Dort, wo die
Nazca-Platte ihren Weg unter den Kontinentalblock antritt, befindet sich eine Tiefseerinne, die in
den Perugraben (−6262 m) im Norden und den Atacamagraben (−8066 m) im Süden geteilt ist.

Subduktion der Nazca-Platte unter die Südamerikanische


Platte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Subduktion der Nazca-Platte[3] unter die Südamerikanische Platte begann spätestens vor etwa 140
bis 150 Millionen Jahren (Oberjura oder Unterkreide), jedoch anfangs noch ohne bedeutende
Deformationsprozesse am Westrand der Südamerikanischen Platte (sogenannte
Oberplattendeformation) hervorzurufen. Der Beginn der eigentlichen Orogenese (Gebirgsbildung) wird
erst für das Eozän (45 mya) angesetzt.[4] Der genaue Grund für diese Verzögerung ist unbekannt,
jedoch wird unter anderem angenommen, dass die Abbremsung der Afrikanischen Platte im Zuge der
Kollision Afrikas mit Eurasien ab dem Paläogen eine Beschleunigung der Südamerikanischen Platte
nach Westen bewirkt haben muss, da sich die Öffnungsrate des Südatlantiks seit der Kollision Afrikas
nicht nennenswert verändert hat.[5] Diese Beschleunigung führte zu Nazca-Südamerika-
Konvergenzraten von bis zu 15 cm pro Jahr,[6] wodurch der Druck, den die beiden Platten aufeinander
ausüben, stark zunahm. Dies wird verantwortlich gemacht für die horizontale Verkürzung und extreme
Verdickung (auf bis zu 80 km)[4] der kontinentalen Kruste des Westrandes der Südamerikanischen
Platte, einhergehend mit vertikaler Hebung. Im späten Miozän (10-6 mya) erfuhren vor allem die
Zentralanden zwischen 10 und 30° südlicher Breite Hebungsraten von etwas über einem Millimeter pro
Jahr.[4][7] Dieser Teil des Gebirges ist daher mit knapp unter 7000 m sowohl der höchste als auch mit
bis zu 800 km der breiteste.
Vulkanismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vulkan Lanín in Argentinien

Die Anden sind als Teil des Pazifischen Feuerrings ein Raum stärkster seismischer und vulkanischer
Aktivität. Die höchsten Vulkane der Erde befinden sich hier: Der 6795 m hohe Monte
Pissis (Argentinien) und der 6864 m hohe Ojos del Salado (Argentinien-Chile). Postvulkanische
Erscheinungen, wie Solfataren, Geysire und Fumarolen sind weit verbreitet.

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der höchste Berg der Anden ist der 6961 m hohe Aconcagua, in Argentinien an der Grenze zu Chile.
Damit sind die Anden nach Himalaya, Karakorum, Hindukusch, Pamir, Tian Shan und Tibet das
siebthöchste Gebirge der Erde, zugleich das höchste außerhalb Asiens. Zwischen 99 und 117 Gipfel (je
nach Textquelle und Schartenhöhenvergleich[8][9][10]) erreichen Höhen über 6000 m. Der
argentinisch-brasilianische Bergsteiger Maximo Kausch hält bisher den Weltrekord der am meist
bestiegenden Sechstausender dieser Gebirgskette.[11]