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1.

Garde-Regiment zu Fuß
Das 1. Garde-Regiment zu Fuß war ein
Infanterieverband der Preußischen Armee. Es
1. Garde-Regiment zu Fuß
wurde 1806 nach der Niederlage Preußens gegen Aktiv 1806–1919
Napoleon in der Doppelschlacht bei Jena und Land Preußen
Auerstedt aus den Resten der früheren Garden zu Streitkräfte Preußische Armee
Fuß neu aufgestellt und war von Anfang an das Truppengattung Infanterie
Leibregiment der Könige von Preußen. Bis auf Unterstellung Gardekorps
Wilhelm II., der auch die Uniformen anderer Ehemalige Standorte Potsdam
Regimenter trug, trugen seit 1806 alle preußischen Motto
„Semper Talis“
Könige und die meisten Prinzen von Preußen die
Uniform des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Der
König von Preußen war jeweils zugleich Regimentschef, Chef des
I. Bataillons und Chef der 1. Kompanie dieses Regiments. Daher
hatte dieses Regiment auch den höchsten Rang innerhalb der Armee,
was sich unter anderem darin zeigte, dass das Offizierkorps des
1. Garde-Regiments zu Fuß beim traditionellen Neujahrsempfang
noch vor den Reichsfürsten und dem Diplomatischen Corps am
Thron vorbei defilieren durfte. Inoffiziell wurde auch vom „Ersten
Regiment der Christenheit“ gesprochen.

Das Regiment lag mit der Masse seiner Soldaten in der Kaserne in
der Priesterstraße in Potsdam gegenüber der Potsdamer
Garnisonkirche und schräg gegenüber dem Stadtschloss. Die enge
Verbundenheit des Regiments mit seinen königlichen Chefs fußte
neben der persönlichen Führung durch den König und der Tatsache,
dass alle Prinzen von Preußen jeweils an ihrem zehnten Geburtstag
als Leutnant in dieses Regiment in die Armee eingestellt wurden, um
dort ihre militärische Ausbildung zu erhalten, auch darauf, dass der
größte Teil des praktischen Dienstes im Lustgarten unmittelbar vor
dem Schloss stattfand.
Prinz Eitel Friedrich von Preußen als
Neben den für Gardeformationen typischen Wach- und Hauptmann im 1. Garde-Regiment
Repräsentationsaufgaben nahm das 1. Garde-Regiment zu Fuß in zu Fuß
Friedenszeiten auch die Funktion einer Lehr- und Versuchstruppe
wahr. Hier wurden nicht nur neue Bekleidung, Ausrüstung und
Waffen vor der Einführung für die gesamte Infanterie erprobt und geprüft, sondern auch neue Vorschriften
schulmäßig angewendet und gegebenenfalls nachgebessert, bevor sie für die Armee erlassen wurden. In
diesem Zusammenhang ist auch zu verstehen, dass das Lehr-Infanterie Bataillon in Potsdam dem 1. Garde-
Regiment zu Fuß angegliedert war, zu dessen Offizieren die des Bataillons zählten.

Wie alle Regimenter der Alten Armee (bis 1871 Preußische Armee, danach Deutsches Heer) wurde auch das
1. Garde-Regiment zu Fuß nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst und ging in der Reichswehr auf. Dort
wurde die Tradition von der 1. Kompanie des Infanterie-Regiments 9 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
weitergeführt. Seit 1961 führt das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung (zunächst nur
mit der 2. Kompanie, seit 1991 als Bataillon) die Tradition fort. Bereits 1921 wurde jedoch von den
ehemaligen Soldaten des 1. Garde-Regiments zu Fuß ein Verein zur Pflege der Tradition und Kameradschaft
gegründet, dem sich auch die nachfolgenden Truppenteile anschlossen. Nach dem Wahlspruch des
Regiments und seiner Traditionsfolger „semper talis“, was zugleich auch der Schlachtruf dieser Truppenteile
war und ist, heißt dieser bis heute bestehende Verein „Semper talis Bund“.

Inhaltsverzeichnis
Entwicklung des Regiments
Vorläufer
Aufstellung
Aufbau
Uniformen
1807
1824
1842
Feldgraue Uniform
Standorte
Fahnen des Regiments
Die alten Fahnen
Die neuen Fahnen
Auszeichnungen der Fahnen
Bedeutende und bekannte Regimentsangehörige
Regimentschefs
Regimentskommandeure
Angehörige des Hauses Hohenzollern
Regimentsmärsche
Unterstellung
Einsätze
Befreiungskriege
Märzrevolution 1848
Deutscher Krieg 1866
Mobilmachung
Ausmarsch
Der Feldzug bis zur Schlacht von Königgrätz
Gefecht bei Burkersdorf
Gefecht bei Königinhof
Deutsch-Französischer Krieg 1870/1871
Erster Weltkrieg
Einsätze in der Nachkriegszeit
Auflösung und Traditionsfolger
Vorläufige Reichswehr
Reichswehr und Wehrmacht
Bundeswehr
Möllendorffdegen
Der von Rohdich’sche Legatenfonds
Denkmäler
Denkmal in Potsdam-Bornstedt
Das alte Denkmal in St.-Privat
Das neue Denkmal in St.-Privat
Das Semper-talis-Denkmal in Potsdam
Vereine
Trivia
Literatur
Allgemein
Zur Garde oder zum EGR
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen

Entwicklung des Regiments

Vorläufer

Vor der Neuaufstellung und Neuordnung der Armee nach 1806


hatten zwei Regimenter der preußischen Infanterie Garderang, die
auch als unmittelbare Stammtruppen des 1. Garde-Regiments zu Fuß
gelten. Es waren dies die Regimenter, die der Soldatenkönig
Friedrich Wilhelm I. und sein Sohn Friedrich der Große jeweils als
Kronprinzen geführt hatten, um sie nach ihrer Krönung zu ihrem Zinnsoldaten des Infanterieregiments
jeweiligen Leibregiment zu erheben. Friedrich der Große erhielt Nr. 15 von der Goltz bzw. Kronprinz;
dabei dem Regiment seines Vaters den Garderang. Die beiden 1720–1730
Regimenter sind in eigenen Artikeln dargestellt.

Infanterieregiment No. 6
Infanterieregiment No. 15

Durch die Vorgänger-Regimenter lässt sich die Traditionslinie auf


den 10. Juni 1675, den Errichtungstag des Infanterieregiments No. 6
Kurprinz, zurückführen.[1]

Zinnsoldaten des Regiments des


Aufstellung Königs Nr. 15; 1799–1807

In der Schlacht von Jena und Auerstedt waren am 14. Oktober 1806
auch die beiden alten preußischen Garde Infanterieregimenter No. 6 und 15 mit dem Rest der Armee
untergegangen. Lediglich ein Zug der Leibkompanie des I. Bataillons Leibgarde No. 15 unter Führung des
Secondelieutenants Julius Ludwig von Pogwisch war als Wache beim Gepäck der königlichen Familie und
zur Bedeckung des Königlichen Hauptquartiers auf dem Weg nach Memel. Am 4. November 1806 traf das
Königliche Hauptquartier und mit ihm dieser Zug in Graudenz ein.
„Der König war schon vollständig von den Ereignissen bei Prenzlau und Erfurt unterrichtet.
Allerhöchstdieselben befahlen an demselben Tage, daß das Commando des
Secondelieutenant von Pogwisch den Stamm und das Depot für die neu zu errichtende
Fußgarde bilden sollte; daß ferner diesem Depot die kleine Anzahl »Unrangierter der
Garde«, welche am 3. in Graudenz nebst einigen Reconvalescenten eingetroffen, einverleibt
werden sollte, und daß alle noch ferner eintreffenden Selbstranzionirten[A 1] der Garde zu
demselben kommen sollten. Seine Majestät sahen also diesen Stamm als eine Fortsetzung
der Alten Garde an, wie sich dies noch fernerhin bei den verschiedensten Gelegenheiten
ausspricht, und wenn Sie fernerhin befahlen, daß die in West- und Ostpreußen
garnisonierenden Regimenter geeignete Mannschaften an das Garde-Depot abgeben sollten,
so war dies nur dieselbe Art der Rekrutierung, wie sie von jeher bei der Garde bestanden
hatte. […] Schon auf dem Marsche nach Graudenz hatten sich der Königlichen Equipagen-
Colonne vielfach Kommandierte und Versprengte von verschiedenen Regimentern
angeschlossen, welche, so weit sie zur Garde geeignet waren, beim Depot eingestellt
wurden. Hierdurch bis auf einige fünfzig Mann angewachsen, marschierte das Garde-Depot
am 15. November mit dem Königlichen Hauptquartier von Graudenz über Freistadt, Deutsch
Eylau nach Osterode. Hier blieb es mit dem Hauptquartier bis zum 24. und trafen in dieser
Stadt die ersten einbeorderten Ersatzmannschaften von den Ostpreußischen Regimentern,
einige 30 Mann, beim Depot ein. Da man keine Uniformen für dieselben hatte, so erhielt die
Abteilung ein höchst buntartiges Aussehen, was während der nächsten zwei Monate noch
immer zunahm.[2]“

Die Keimzelle des künftigen 1. Garde-Regiments zu Fuß wurde unter der Bezeichnung Garde-Depot
aufgestellt. Es war als eine Art Auffanglager für aus der Kriegsgefangenschaft Entlassene, aus der
Kriegsgefangenschaft Entflohene und alle weiteren geeigneten Männer, die den Stamm der neuen Garde zu
Fuß bilden sollten, gedacht. Demnach beabsichtigte der König schon im Zusammenbruch eine
Neuformierung seiner Fußgarden und damit auch der gesamten Armee.

Aufbau

Nachdem Sekondeleutnant von Pogwisch zunächst nur 25 Mann aus der


Leibkompanie der ehemaligen Garde hatte, verdoppelte sich dieser kleine
Bestand bereits innerhalb von zwei Wochen durch Angehörige der alten
Garden, die sich nach der Kapitulation ihrer geschlagenen Armeen auf
teilweise abenteuerlichsten Wegen zum königlichen Hauptquartier
durchschlugen. Das wurde diesen noch dadurch erschwert, dass sich dieses
Hauptquartier ständig bewegte. Innerhalb von eineinhalb weiteren Wochen
trafen die ersten Ersatzmannschaften aus West- und Ostpreußen ein, die aus
den dort liegenden Regimentern für die Garde ausgewählt, zu ihr versetzt
und in Marsch gesetzt worden waren. Am 24. November 1806 zählte das
Garde-Depot etwa 80 Mann. Für Kampfeinsätze war es damit ungeeignet
und auch nicht gedacht. Vielmehr diente es nicht nur dem Namen nach als Wilhelm II. reitet die Front
Depot für die nach und nach aber ständig ankommenden Soldaten der alten des 1. Garde-Regiments zu
Garden. Zum Teil waren diese in den Gefechten gegen die französischen Fuß ab (Gemälde von Carl
Truppen verwundet worden und mussten erst ihre Wunden auskurieren, Röchling)
bevor sie sich auf den langen, gefahrvollen und beschwerlichen Weg
machen konnten, oder ihnen musste die Flucht aus der Gefangenschaft
gelingen. Innerhalb von weiteren zwei Monaten hatten sich genügend Mannschaften und Unteroffiziere in
Memel eingefunden, dass am 24. Januar 1807 das Garde-Depot in zwei Kompanien formiert werden konnte.
Pogwisch führte einerseits das Kommando über das gesamte Garde-Depot weiter, hatte aber dazu noch die
unmittelbare Führung der 1. Kompanie, der späteren Leibkompanie, bekommen. Die 2. Kompanie erhielt
Secondelieutenant Heinrich Werner Friedrich von Below. Durch den anhaltenden Zulauf sah sich der König
bereits im April veranlasst, Secondelieutenant von Pogwisch von der Gesamtführung zu entlasten, ihm aber
die Führung der 1. Kompanie zu belassen. Anstelle des noch unerfahrenen, jungen Offiziers, übertrug er am
16. April 1807 das Kommando dem Major Gustav von Kessel.[3] Während dessen fanden immer noch
Kämpfe der mit Russland verbündeten Preußen gegen Napoleon statt. Die Niederlage der verbündeten
Truppen in der Schlacht bei Friedland und die Besetzung der preußischen Krönungsstadt Königsberg durch
die Franzosen führte schließlich zum Waffenstillstand, der dem Frieden von Tilsit vorausging. Anlässlich
dieses Waffenstillstandes erließ Friedrich Wilhelm III. am 27. Juni 1807 in Piktupöhnen bei Tilsit eine
Allerhöchste Kabinettsordre (A.K.O.):

„Da jetzt ein Waffenstillstand auch preußischer Seits abgeschlossen ist, so ist dieser
Augenblick der günstigste, um aus den zwei Compagnien Garde 1 Bataillon von
4 Compagnien zu formiren, und haben Sie diese Veränderung sogleich vorzunehmen.[4]“

Um den inneren Zusammenhalt der Truppe zu stärken, wurden die bisherigen Kompanien aufgelöst und die
Soldaten so verteilt, dass zur 1. Kompanie die Leute vom ehemaligen I. Bataillon Leibgarde Nr. 15, zur
2. Kompanie die Leute vom Bataillon Grenadiergarde Nr. 6 und zur 3. und 4. Kompanie die Leute vom
Regiment Garde Nr. 15 kamen. Die Mannschaften von anderen Regimentern wurden so auf die Kompanien
verteilt, dass diese etwa gleich stark waren.[2] Zwischenzeitlich hatte der musikalisch begabte König die Zeit
gefunden, für seine neue Garde einen Marsch zu komponieren. Dieser findet sich bis heute als Marsch I.
Bataillon Garde in der Armeemarschsammlung (AM I, 23) und war der Präsentiermarsch dieses Bataillons.

Nachdem am 7. Juli 1807 der Friedensvertrag in Tilsit unterschrieben worden war, erhielt die Garde
bedeutenden Zuwachs aus dem im Zuge dieses Vertrages aufgelösten Freikorps von Krockow, das sich bei
der Belagerung von Danzig hervorragend geschlagen hatte. Der aus dem Husaren-Regiment Blücher
stammende Rittmeister Graf Krockow hatte dieses über 1000 Mann starke Freikorps Mitte Januar 1807 in
Danzig aus Freiwilligen und Ranzionierten aller Waffen gebildet. Nach einem Parolebefehl vom 14. Juli
1807 sollte die neu formierte Garde nun nicht mehr, wie bisher häufig geschehen, „Königliche Leibgarde“
oder ähnlich genannt und geschrieben werden, sondern nur noch „Garde zu Fuß“.[2]

Die folgenden eineinhalb Jahre vergingen weitgehend ruhig und waren der Formierung und Ausbildung des
Bataillons gewidmet, bis zur A.K.O. vom 9. November 1808:

„Mein lieber Major von Kessel! Ich gebe Euch hierdurch auf, die Garde zu Fuß nun in zwei
Bataillons jedes zu vier Compagnien zu theilen […], wonach Ihr also das Erforderliche
besorgen werdet. Ich bin Euer wohlgeneigter König. gez. Friedrich Wilhelm[4]“

Major von Kessel halbierte dazu die vorhandenen Kompanien so, dass aus der bisherigen 1. Kompanie eine
neue 1. und 2. Kompanie, aus der bisherigen 2. Kompanie die 3. und 4. Kompanie gebildet wurde. Dies war
das neue I. Bataillon. Aus der bisherigen 3. Kompanie wurden die 5. und 6. Kompanie gebildet, aus der
bisherigen 4. Kompanie die 7. und 8. Kompanie. Wenn man die Stamm-Mannschaften der einzelnen
Kompanien betrachtet, so bildeten von nun ab die Mannschaften des alten I. Bataillons Leibgarde Nr. 15 die
neue 1. und 2. Kompanie. Die Mannschaften des Bataillons Grenadiergarde Nr. 6 die neue 3. und
4. Kompanie, die des Regiments Garde Nr. 15 die neue 5., 6., 7. und 8. Kompanie, also das II. Bataillon.[2]
Diese Art des Ausbaus hatte als Vorteile, einerseits die innere Verbundenheit der Truppe zu erhalten,
andererseits in allen Kompanien die Hälfte des Personals als erfahrenen Stamm zu besitzen, an den sich die
Neueingereihten anpassen konnten. Durch A.K.O. vom 12. November 1808 erhielt das aus diesen beiden
Grenadier-Bataillonen neu gebildete Regiment die Bezeichnung Regiment Garde zu Fuß.[3] Der
Kommandeur bekam nicht viel Zeit, sich auf den Aufbau des Regiments zu konzentrieren. Schon vier
Monate später kam die nächste A.K.O. vom 17. März 1809, die befahl, die Grenadier-Bataillone auf je 600
Mann Stärke zu bringen, ein zusätzliches Garde-Depot zur Einstellung neuer Mannschaften in Königsberg
unter der Leitung von drei Offizieren zu bilden und sich auf die Aufstellung eines weiteren leichten
Bataillons von ebenfalls 600 Mann Stärke vorzubereiten. Dieses zusätzliche Bataillon sollte also aus
Füsilieren gebildet werden, Grenadiere galten als schwere Infanterie.[5] Die Idee die beiden Infanteriearten
in einem Regiment zu mischen, befand sich auf der Höhe des damaligen taktischen Denkens. Dadurch
wurde dieses Regiment in die Lage versetzt, ohne Beimischung fremder Truppen die Kolonnentaktik in
jeder Form alleine anzuwenden. Mit A.K.O. vom 12. Juni 1809 erhielt dieses neue Bataillon die
Bezeichnung Garde-Füsilier-Bataillon, jedoch im Verbande des Regiments Garde zu Fuß.

Mit A.K.O. vom Mai 1811 wurde aus Abgaben aller Infanterie-Regimenter
der Armee ein Normal-Infanterie-Bataillon aufgestellt, das ebenfalls unter
das Kommando des Regiments Garde zu Fuß trat. Wie der Name schon
andeutet, war der Zweck dieses Truppenteils, eine Lehr- und Versuchstruppe
zu sein, eben die „Norm“ zu bilden. Das Regiment Garde zu Fuß hatte
demgegenüber als Aufgaben Repräsentation, Bewachung des Königs und
seines Hauptquartiers und sollte als Eliteregiment im Gefecht an
entscheidender Stelle wirken. Ende März 1812 wurde aus Mannschaften des
Regiments der Garde du Corps und des Normal-Infanterie-Bataillons ein
combinirtes Garde-Bataillon aufgestellt, das aber bereits durch A.K.O. vom
20. Februar 1813 zum Reserve-Bataillon des Garde-Regiments und Normal-
Bataillons umdeklariert wurde und in der Folge als Garde-Reserve-Bataillon
zum Regiment Garde zu Fuß gehörte. Mit A.K.O. vom 20. Juni 1813 trat das
Normal-Infanterie-Bataillon aus dem Verband des Regiments, um mit zwei
anderen Bataillonen zum 2. Garde-Regiment zu Fuß zu werden. Mit gleicher Garde-Infanterist des
A.K.O. wurde der Name 1. Garde-Regiment zu Fuß für das bisherige EGRzF 1825 (Stich von
Regiment festgelegt.[3] Als offizieller Gründungstag wurde allerdings Friedrich Johann Gottlieb
wesentlich später von Wilhelm II. der Aufstellungstag des jüngeren Lieder)
Ursprungs-Regiments, des Infanterie-Regiments Nr. 15, festgelegt, der 1.
August 1688.

Die wesentlichen königlichen Anordnungen, die zum 1. Garde-Regiment zu Fuß führten waren:

A.K.O. 2. November 1806 Aufstellung Garde-Depot (25 Mann)


A.K.O. 24. Januar 1807 Formierung von zwei Kompanien
A.K.O. 27. Juni 1807 Formierung Bataillon Garde zu vier Kompanien
A.K.O. 14. Juli 1807 Festlegung der Bezeichnung Garde zu Fuß
A.K.O. 9. November 1808 Teilung in und Aufwuchs auf zwei Bataillone
A.K.O. 12. November 1808 Benennung in Regiment Garde zu Fuß
A.K.O. 17. März 1809 Befehl zur Aufstellung eines dritten Bataillons als Füsilierbataillon
A.K.O. 20. Juni 1813 Benennung in 1. Garde-Regiment zu Fuß nach Aufstellung eines
weiteren Regiments Fußgarden

Uniformen

1807

Als völlig neue Kopfbedeckung wurde 1807 der Tschako, eine Helmform der ungarischen Husaren,
eingeführt. An der Vorderseite ein silberner Gardestern. An Sonntagen und bei Paraden wurde auf den
Tschako ein weißer Gänsefederbusch mit 13 Zoll Länge und ca. 7–9 Zoll Breite getragen. Der Federbusch
der Unteroffiziere hatte am unteren Ende einzelne schwarze Federn. Im gewöhnlichen Dienst wurde ein
schwarz leinener Überzug getragen.
Der Tschako der Offiziere war von feinerem Filz, das Pompon war aus
Silber, der Stern des schwarzen Adler Ordens zeigte die von der Mitte
ausgehenden Spitzen versilbert, und im Gegensatz zu den Mannschaften und
Unteroffizieren, war der Mittelteil mit einem emaillierten Mittelschild
versehen. In diesem Mittelschild waren laut Regimentsgeschichte der Adler
silberfarben, der Grund orange, bald gold, Devisenband weiß, Ränder und
„SUUM CUIQUE“-Motto vergoldet, Zweige grün mit goldenen Stielen und
rotbraunen Früchten. Auf jeder Seite befanden sich je ein kleiner
versilberter, heraldischer Preußenadler. Die 1807 erhaltenen Tschakos
blieben in der Form unverändert bis zum April 1814 vor Paris.

Der Rock war aus dunkelblauem Tuch mit niedrigem, offenem Kragen. Die
schwedischen Ärmelaufschläge waren ebenfalls offen. Das Futter unter dem
Brustaufschlag, den Ärmelaufschlägen und den Schößen aus rotem Tuch. In
diesen Tagen erhielt die neue Garde ihre charakteristischen
Uniformierungsdetails, zu denen auch die silberfarbenen Knöpfe gehörten Garde-Regiment zu Fuß
(im Gegensatz zum überwiegenden Teil der restlichen Armee, der Tombak- 1812 (Gemälde von Richard
bzw. Goldknöpfe hatte), diese vorne in zwei Reihen zu je acht Knöpfen. Knötel)
Dazu auf jedem Ärmelaufschlag je zwei und in der Taille nochmals zwei
dergleichen Knöpfe. Rock und Schoß waren bis zum 4. April 1817 mit
weißem bzw. rotem Tuch gefüttert, dann wie bei der Linie mit Boy. Um das untere Ende des Kragens verlief
eine silberne Bandtresse. Auf der linken Schulter saß eine weiße Achselklappe, gehalten von einem
silberfarbenen Knopf, für das Patronentaschen-Bandelier. Die weiße Schulterklappenfarbe war der neuen
Nomenklatur der entstehenden preußischen Armee entsprechend gewählt worden und steht (wie heute noch)
für die „eins“.

Die Hosen waren nun von hell meliertem, grauen Tuch, mit Gamaschen über den Schuhen, an den
Außenseiten der Hose am unteren Ende aufgeschlitzt, mit drei mit Tuch überzogenen Knöpfen versehen und
mittelst Lederstrippen unter den Schuhen befestigt. Die Hose war vom Knie an aufwärts weit und sehr
bequem angefertigt und mit grauer Leinwand gefüttert. Die Offiziere trugen schwarzgraue, tuchene, bis auf
den Fuß reichende Beinkleider, die über den Stiefeln (Offiziere hatten hier keine Gamaschen) getragen
wurde.

Das Lederzeug der Grenadiere war von Beginn an weiß und blieb es auch, entgegen der Linie, die später
schwarzes Lederzeug bekam, bis 1918 (außer Füsilier-Bataillon, hier auch schwarzes Lederzeug).

1824

Ein weiteres Indiz für die enge Verbundenheit der preußischen und der russischen Armee war die in
Erinnerung an die alten Vorgängerregimenter am 30. März 1824 per A.K.O. an das II. Bataillon (Grenadiere)
verliehenen Grenadiermützen nach russischem Vorbild. Dass das II. Bataillon (Grenadiere) mit den
Grenadiermützen ausgezeichnet wurde, beruhte wahrscheinlich auf einem Irrtum. Denn eigentlich waren
sämtliche Ranzonierte des Grenadiergarde-Bataillons Nr. 6 in die 2. Kompanie des 1807 neu aufgestellten
Regiments Garde zu Fuß eingestellt wurden. Mit den Abgaben der Leibkompanie zusammen wurden dann
die Kompanien 3 und 4 gebildet. Daher hätte eigentlich das I. Bataillon (Grenadiere) diese Mützen verdient
gehabt. Nach der ersten Parade mit den neuen Grenadiermützen wurden sie denn auch am 10. August 1824
per A.K.O. an das I. Bataillon (Grenadiere) verliehen.

1842
Am 23. Oktober 1842 wurde der bald volkstümlich „Pickelhaube“ genannte Helm bei der Preußischen
Armee eingeführt. Er hatte – wieder im Gegensatz zu den meisten anderen Regimentern – hier silberne
Beschläge. Vorne trug das Erste Garderegiment zu Fuß den silberfarbenen Gardeadler, zunächst noch ohne
jegliches Motto. Aufgelegt darauf war der silberne Gardestern, der bei Offizieren, wie bisher auch, einen
emaillierten Kern besaß und leicht hervorgewölbt war. Lediglich die Schuppenketten und Sternschrauben
am Kreuzblattbeschlag der Offiziere waren vergoldet. Als Besonderheit trugen die Offiziere dieses
Regimentes sechskantig ausgekehlte Helmspitzen, welche sonst nur der Generalität vorbehalten war. Des
Weiteren wurde mit dem gleichen Datum ein einfacher, einreihiger Waffenrock eingeführt. Dieser behielt
die alten regimentsspezifischen Abzeichen in Form und Farbe bei. Der Waffenrock behielt dabei die Farbe
des alten Frackes, also Blau mit roten Vorstößen. Auch die Litzen blieben die gleichen wie bisher, also bei
Mannschaften weiß mit rotem Spiegel und bei Offizieren silbern gestickt. Der Kragen war zunächst noch
nicht vollfarbig, sondern blau mit einer roten Patte und wie bisher auch eckig. Auf dieser Patte saßen dann
die Gardelitzen.

Feldgraue Uniform

Unterscheidungsmerkmal bei den weitgehend gleichen feldgrauen Uniformen waren schwedische


Ärmelaufschläge, Knöpfe aus Nickel, doppelte weiße Litzen am Kragen und weißer Schulterklappenvorstoß
(abweichend hierbei bei der Friedensuniform M 1915: hier waren die Schulterklappen grundsätzlich weiß
und beim EGRzF deshalb ohne Schulterklappenvorstoß, also einfach weiß). Als Besonderheit bei der
1. Kompanie hatten die Schulterknöpfe ein „L“ (für „Leibkompanie“, die Bezeichnung der 1. Kompanie).

Auf dem Stahlhelm wurde das Hohenzollern-Wappen getragen.[6]

Standorte
Am 13. März 1810 rückte das Füsilierbataillon von Berlin nach
Potsdam, am 10. April 1810 folgten die beiden Grenadierbataillone.
Damit war die neue Garde zu Fuß wieder an ihrem angestammten
Platze angelangt. Sie kamen wieder, teilweise in die alten,
Bürgerquartiere und garnisonierten bis zur Auflösung stets in
1. Garde-Regiment zu Fuß (Gemälde
Potsdam.
von Carl Röchling, 1894)
1862 zog das I. Bataillon von den Bürgerquartieren in verschiedene
kleine Kasernen, die in der Heilig-Geist-Str. bzw. Gardes-du-Corps-
Straße, am Berliner Tor und in der Elisabethstraße in Potsdam lagen. Ab April 1866 begann die zentrale
Unterbringung in der umgebauten alten Gewehrfabrik. Zuerst bezog die Leib-, 2. und 3. Kompanie des
I. Bataillons die Anlagen der ehemaligen Fabrik, die 4. Kompanie verblieb noch in der Kaserne am
Neustädter Tor. Der Umzug dieser drei Kompanien zog sich bis 1875 hin. Das II. Bataillon war in
Privatquartieren im holländischen Viertel untergebracht, bevor es am 1. Oktober 1878 in die Kaserne am
Wall einziehen konnte. Am 1. Oktober 1885 konnte das Füsilierbataillon in die ehemalige Gewehrfabrik
einziehen. Bis dahin lag es nach Kompanien getrennt, die 9. Kompanie am Berliner Tor, die 10. Kompanie
zur Hälfte in der Elisabethstraße, die andere Hälfte in der Heilig-Geist-Straße, die 11. Kompanie in der
Gardes-du-Corps-Straße und schließlich die 12. Kompanie in der Heilig-Geist-Straße. Zuletzt zog die
4. Kompanie in das neue Regimentsquartier und damit war das Regiment komplett in einer einzigen Kaserne
versammelt.

Die Belegung war folgende[7]

Neuer Block (nördlicher Kasernenflügel, Priesterstraße): 4., 9. und 10. Kompanie


Alte Gewehrfabrik (mittlerer Kasernenflügel, An der Gewehrfabrik): Leib-, 2. und 3. Kompanie
Alter Block (südlicher Kasernenflügel, links vom
Haupteingang): II. Bataillon
Alter Block (südlicher Kasernenflügel, rechts vom
Haupteingang): 11. und 12. Kompanie.

Fahnen des Regiments


Bei der Neuordnung und Neuaufstellung der Armee in den Jahren
nach 1806 wurden den Bataillonen auch neue Fahnen verliehen. Die
Fahnen wurden in der preußischen Armee grundsätzlich in der
Privatwohnung der jeweiligen Bataillonskommandeure aufbewahrt,
vor deren Haus demnach auch stets ein Fahnenposten unter Gewehr
zu stehen hatte. Der Ursprung dieser Sitte ging auf die Zeiten
zurück, in denen die Truppen noch nicht in Kasernen lagen, sondern Lageplan der Kaserne des 1. Garde-
in Bürgerquartieren untergebracht waren, wie es ja auch lange Zeit Regiment zu Fuß 1909
beim 1. Garde-Regiment zu Fuß der Fall war. Die Fahnen des
1. Garde-Regiments zu Fuß standen jedoch alle im Stadtschloss in
Potsdam. Dieses konnte vom Lustgarten aus über eine Freitreppe betreten werden, über die man in den so
genannten Fahnensaal kam. Die Abholung einer Bataillonsfahne aus diesem Raum erfolgte grundsätzlich
mit wenigstens einem Zug Gardegrenadiere unter Waffen und klingendem Spiel und war, wie die
Abbringung, das Zurückbringen der Fahne, die in gleicher Weise erfolgte, ein beliebtes Schauspiel für die
Potsdamer Bürger. Dazu kam es allerdings nicht allzu häufig, da die Fahnen nur zu seltenen, bestimmten
Zwecken aus dem Schloss geholt wurden.

Fahne des Fahne des Fahne des Fahne des


I. Bataillons von I. Bataillons ab 1889 II. Bataillons und II. Bataillons ab
1808 bis 1889 des Füsilier- 1900
Bataillons bis 1900

Fahne des Füsilier-


Bataillons ab 1900
Die alten Fahnen

Nach 1806 wurden zunächst drei verschiedene Fahnenarten an die neu errichteten Truppen verliehen. Je
nach organisatorischer Zuordnung erhielten die Bataillone eine Garde-Fahne, Linien- Fahne oder Landwehr-
Fahne. Nach der Heeresreform wurde 1861 zusätzlich eine Grenadier-Fahne eingeführt. Die Bataillone, die
später das 1. Garde-Regiment zu Fuß bilden sollten, erhielten die Garde-Fahne. Die Fahnen unterschieden
sich in der Gestaltung des Fahnentuchs und der Farbe des Fahnenstocks. Garde-Fahnen hatten gelbe
Fahnenstöcke und kein über das ganze Fahnentuch gehendes stumpfes schwarzes Kreuz, sondern
einfarbiges besticktes Tuch. Das Fahnentuch war quadratisch und hatte 142 cm Seitenlänge. Es wurde mit
150 versilberten Nägeln am oberen Ende der 2,84 Meter langen Fahnenstange angenagelt. Davon
befestigten 100 Nägel das Tuch der Länge nach, 14 Nägel wurden am oberen Ende ringförmig
eingeschlagen und die restlichen 36 Nägel am unteren Ende in drei Reihen zu je zwölf Nägeln ebenfalls
rundum. Am unteren Ende der Fahnenstange befand sich ein 7 cm langer eiserner Fahnenschuh, am oberen
Ende eine 22 cm hohe Fahnenspitze aus Messing. Die Fahne hatte damit eine Gesamtlänge von 3,13 Meter.
Die Fahnenspitze war durchbrochen und zeigte üblicherweise die verschlungenen Buchstaben „FWR“ für
Friedrich Wilhelm Rex (lat. König). Das I. und II. Bataillon hatten anstelle dieses Namenszuges ein Eisernes
Kreuz in der Fahnenspitze. Diese Auszeichnung hatten alle Fahnen, und auf diesem Umwege auch die damit
beliehenen Bataillone, erhalten, die in den Befreiungskriegen vor dem Feind gewesen waren.[8] Das
Füsilierbataillon des Regiments führte jedoch eine Fahnenspitze mit Namenszug, obwohl es an den
Befreiungskriegen teilgenommen hatte. Das hing mit dem damaligen Zweck der Fahnen zusammen, den
Bataillonen als Richtungs- und Sammelpunkt zu dienen. Die Füsiliere, die keine Bataillonskolonnen bilden
sollten, sondern in aufgelösten Schützenschwärmen vor der Front oder an den Flügeln kämpften, sollten sich
im Falle einer überlegenen Bedrohung durch den Feind in den Schutz der Bataillonskarrees zurückziehen.
Das entsprach der in diesen Jahren aufkommenden Kolonnentaktik. Folgerichtig führten die
Füsilierbataillone in der Schlacht ihre Fahnen nicht mit, da kein geschlossener Einsatz vorgesehen war.
Somit wurden diese Fahnen auch nicht mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Jedoch erhielten alle
Bataillone, die in diesen Kriegen gekämpft hatten, egal ob sie ihre Fahne vor dem Feind geführt hatten oder
nicht, ein Fahnenband in der Farbe des Ordensbandes der Kriegsdenkmünze für 1813/15, orange mit
schwarz-weißen Rändern.[8]

In der Mitte der weißen Fahnentücher befand sich ein schwarzer


fliegender Adler, der in einem Fang ein entblößtes Schwert, in dem
anderen einen goldenen Donnerkeil trägt. Der Adler ist der
preußische Kriegsadler, der sich durch den Donnerkeil von den
sonstigen heraldischen Adlern Preußens unterscheidet. Er schwebt in
einem runden silbernen Feld, das bei der Garde von gestickten
silbernen Kränzen aus Lorbeerblättern und -beeren umgeben ist. Bei
den Linientruppen waren bei diesen Kränzen die Blätter grün
gemalt, die Beeren rot. Dort wo die Kränze oben zusammentreffen,
befindet sich eine Königskrone und darunter im silbernen Fahnenweihe beim Bataillon Garde
Mittelschild ein blaues Spruchband mit der ebenfalls silbernen zu Fuß im Schlosshof zu Königsberg
am 24. April 1808, Gemälde von
Inschrift Pro Gloria et Patria. In den vier Ecken des Fahnentuchs,
Richard Knötel
dem Adler zugewendet, befanden sich die Namenszüge Friedrich
Wilhelms III. (FWR), ebenfalls mit Kranz und Krone umgeben.
Dazwischen in der Mitte der Seiten des Fahnentuchs vier brennende
Granaten in Silber, welche die Flamme dem Adler zuwenden.[9] Vieles von dem, was für das 1. Garde-
Regiment zu Fuß in Silber ausgeführt war, findet sich auf den sonstigen Fahnen in goldener oder farbiger
Stickerei oder Bemalung. Das knüpfte an die traditionelle Bevorzugung silberner gegenüber goldenen
Ornamenten an, die sich schon seit dem Soldatenkönig fand.
Unter dem Fahnentuch war an der Fahnenstange jedes Bataillons ein breiter Messingring angebracht, in den
die abgekürzte Bezeichnung des Truppenteils graviert war, beispielsweise 1.B.1.G.R.z.F. für das I. Bataillon
des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Speziell bei diesem Bataillon gab es eine weitere Besonderheit. Während
der Schlacht bei Großgörschen war der Fahnenstock zerschossen worden. An dieser Stelle wurde eine breite
Spange angebracht, um die beiden Fahnenstockteile wieder stabil miteinander zu verbinden. Diese Spange
trug die Aufschrift Groß-Görschen, 2. Mai 1813. Überhaupt war man davon abgegangen, wie noch zu
Zeiten Friedrichs des Großen, beschädigte Fahnen oder Teile davon auszutauschen. Im Gegenteil, je
zerschlissener und beschädigter eine Fahne war, zu desto größerer Ehre rechneten sich die entsprechenden
Truppenteile das an. Da die Fahnen nur selten entrollt geführt und mit äußerster Sorgfalt behandelt wurden,
deuteten solche Schäden auf Kampfeinsätze hin, was das Prestige erhöhte.

Die neuen Fahnen

Im Laufe der Zeit verschlissen die 1808 verliehenen Fahnen erheblich. Normalerweise standen oder hingen
sie entrollt im Fahnensaal des Potsdamer Stadtschlosses. Wenn sie von dort abgeholt wurden, rollte man sie
zusammen und umhüllte sie mit dem Fahnensack, einer Schutzhülle mit metallener Spitze, die das Tuch vor
Witterungseinflüssen und anderen Risiken schützen sollte. Zu Beginn eines Gefechts im Kriege wurden die
Fahnen jedoch enthüllt und entrollt, um ihrem Bataillon als Richtungspunkt dienen zu können. Darüber
hinaus war natürlich sofort jedem Soldaten klar, dass es ins Gefecht ging, sobald das Fahnentuch wehte.
Neben feindlichem Beschuss, der schon der Fahne des I. Bataillons bei Groß-Görschen und zum zweiten
Male bei Paris zum Verhängnis geworden war, konnte sich während des Vorgehens das im Winde
schwingende Fahnentuch aber auch leicht in den Degenspitzen der begleitenden Offiziere oder in den
Bajonetten in der Nähe befindlicher Soldaten verfangen, was weitere Beschädigungen zur Folge hatte.
Allerdings litten die Fahnen des 1. Garde-Regiments zu Fuß auch im Friedensdienst stärker als die anderer
Truppenteile. Sie wurden vergleichsweise häufig zu Paraden mitgeführt und dazu natürlich auch entrollt.
Heftiger Wind und die blanken Seitenwaffen der Begleiter, gelegentlich wohl auch die Spitzen der
metallenen Grenadiermützen oder Pickelhauben werden dabei Schäden hinterlassen haben. Nach dem
Deutsch-Französischen Krieg waren jedenfalls alle drei Fahnen des Regiments zu Schatten ihrer selbst
geworden. An der Fahnenstange des II. Bataillons waren mit Ausnahme des angenagelten Stoffrings vom
Fahnentuch nichts mehr übrig geblieben. Die Fahnen des I. und des Füsilierbataillons hatten noch einige
wenige bis zu 10 cm lange ausgefranste Stofffetzen am Stock.[10] Zumindest die Funktion, als
Richtungspunkt im Gefecht zu dienen, konnten diese Feldzeichen nicht mehr erfüllen. So lange der alte
Kaiser, Wilhelm I., noch lebte, war jedoch an einen Bruch der Tradition und Ersatz der verschlissenen
Fahnen nicht zu denken. Während der kurzen Regierungszeit seines Sohnes war dieses Thema ebenfalls
nebensächlich. So widmete sich erst Wilhelm II. dieser Angelegenheit. Das 1. Garde-Regiment zu Fuß war
natürlich nicht der einzige Truppenteil, dessen Fahnen gelitten hatten, auch wenn es dort zu besonders
schweren Verfallserscheinungen gekommen war. Die meisten neuen Fahnen entsprachen im Wesentlichen
den alten Mustern. Es wurde allerdings die Größe um 16 cm auf 126 cm Seitenlänge verringert. Das
I. Bataillon des Regiments war das letzte, das eine neue Fahne mit den alten, größeren Maßen bekam.

Von der alten Fahne wurden jedoch die Spitze und die beiden Spangen oder Ringe, die zur Reparatur der
mehrfach zerschossenen Fahnenstange angebracht worden waren, auch für die neue Fahne übernommen und
zur Erinnerung am Fahnenstock angebracht. Die neue Fahne wich leicht von der alten ab. Sie hatte dasselbe
Muster wie die Fahne des I. Bataillons Leibgarde (No. 15) zur Zeit Friedrichs des Großen. Das Tuch war
weiß und hatte etwa alle zwei Zentimeter Längsstreifen aus Silberlahn. Die Lahnfäden sollten dem
Fahnentuch mehr Festigkeit und auch nach Beschädigung Halt geben. Die Silberlahnstreifen gingen auch
durch die Ecknamenszüge hindurch. Weitere Abweichungen vom Muster der alten Fahne waren:

Das goldene Rokokoschild mit Mittelfeld aus weißem Silberstoff, um das sich nun der silberne
Lorbeerzweig wand,
das Spruchband mit dem Motto Pro Gloria et Patria war nun silbern und aus dem Mittelfeld
direkt unter die Krone gehoben worden,
die Namenszüge in den Ecken waren gegen den neuen Fahnenstifter ausgetauscht und
lauteten „WR“ (Wilhelm Rex),
die Namenszüge waren nun in Gold ausgeführt,
um diese Namenszüge wanden sich nicht mehr zwei Lorbeerzweige, sondern jeweils auf der
Außenseite ein Lorbeerzweig und auf der Innenseite ein Palmzweig,
die vier brennenden Granaten oder Seitenflammen zwischen den Eckmedaillons fehlten.[11]

Das I. Bataillon erhielt 1889 am Tage von Groß-Görschen, dem 2. Mai, ein knappes Jahr nach
Regierungsantritt Wilhelms II. und nachdem es 81 Jahre lang seine alte Fahne geführt hatte, seine neue
Fahne.[12] An der Fahnenstange wurde ein silberner Fahnenring angebracht. Dieser trug die Aufschrift:
„Erneut unter König Wilhelm II. 1889“[13]

Fünf Jahre später, am 17. und 18. Oktober 1894, erhielt das IV. Bataillon eine Fahne nach gleichem Muster,
jedoch in normaler, das heißt geringerer Größe. Die Fahne des IV. Bataillons ging jedoch nach dessen
Auflösung 1897 an die Leibkompanie. Das II. Bataillon und das Füsilierbataillon erhielten ihre neuen
Fahnen nach gleichem Muster und in der kleineren Größe am 30. August 1900.

Nachdem das Regiment im Anschluss an den verlorenen Ersten Weltkrieg aufgelöst worden war, kamen die
Fahnen in die Königsgruft in der Potsdamer Garnisonkirche und hingen dort entrollt über den Sarkophagen
der Könige. Zu besonderen Gelegenheiten, Feiern mit dem Traditionsfolger, dem Infanterieregiment 9,
wurden sie wieder kurz hervorgeholt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie zunächst nach Marburg,
1946 in das Museum Wiesbaden verbracht, wo sie längere Zeit verhüllt standen. Am 28. Juni 1954 wurden
sie zur Burg Hohenzollern gebracht, um dort wieder mit den bereits vorher dorthin gebrachten Königssärgen
vereint zu sein. Erst als diese Särge 1993 wieder zurück nach Potsdam gebracht werden konnten, kamen die
Fahnen zu den restlichen Fahnen der Alten Armee ins Wehrgeschichtliche Museum Rastatt, wo sie sich bis
heute befinden.

Auszeichnungen der Fahnen

Die Fahnen des Regiments erhielten folgende Auszeichnungen:[14]

2. Mai 1815: Die Fahne des I. Bataillons (Grenadiere) wurde bei der Schlacht von Groß-
Görschen zerschmettert, über der Bruchstelle wurde ein silberner Ring mit der Aufschrift Grosz
Görschen 2. Mai 1813 angebracht.
15. Juni 1815: Das I. und II. Bataillon (Grenadiere) erhielten goldene Fahnenspitzen mit dem
Eisernen Kreuz von 1813. Alle drei Fahnen erhielten das Band zur Denkmünze zum Feldzug
1813
15. Januar 1837: Alle drei Fahnen erhielten einen silbernen Ring mit der Truppenbezeichnung
I. Gd. R.
1. Januar 1867: Verleihung der Fahnenbänder mit Schwertern des Erinnerungs-Kreuzes für
den Feldzug 1866 an die Fahnen der drei Bataillone des Regimentes.
16. Juni 1871: Die Grenadierbataillone erhielten Fahnenbänder zum Eisernen Kreuz 1870, die
Fahne des III. Bataillons (Füsiliere) erhielt das Eiserne Kreuz von 1870 zur Fahnenspitze
verliehen. Alle drei Fahnen erhielten das Band zur Kriegsdenkmünze 1870/1871.
13. Juni 1872: Das I. Bataillons (Grenadiere) erhielt einen Fahnenring zur Fahne, deren
Fahnenstange im Ausfallgefecht bei Pont Iblon am 21. Dezember 1870 durch Granatsplitter
zersplittert war: einen silbernen Ring mit der Aufschrift: Pont Iblon vor Paris den 21ten
Dezember 1870.
31. August 1888: Verleihung des Fahnenbandes zur Erinnerung an die Kommandoführung
Kaiser Wilhelms II. (20. Oktober 1883 bis 2. September 1885) an die Fahne des I. Bataillons
(Grenadiere). Fahnenband von weißer Seide mit mohnrot. Ornamente und Agraffe silbern, die
Stickerei und Fransen golden. Inschrift: Zur Erinnerung an die Kommandoführung Se. Majestät
des Kaisers und Königs 1883/85.
27. Januar 1889: An alle drei Fahnen wurde ein Säkularband mit Schleife verliehen, Übergabe
am 9. Februar 1889. Das Säkularband bestand aus einem schwarzen Seidenband mit
silbernen Kanten und Fransen. Auf dem oberen Band stand Errichtet 1688, unten F. III. mit
Kurhut. Auf der Rückseite war das brandenburgische Wappen. Auf dem unteren Band stand
unten W. II. mit Königskrone. Auf der Rückseite stand 1888. Die dazugehörende
Säkularschleife war aus dem gleichen Band gefertigt und hatte links die Aufschrift 1688 und
rechts 1888. Gehalten wurden Band und Schleife von einem silbernen Knopf mit eingeprägtem
Preußischen Adler.
2. Mai 1889: Die Fahne des I. Bataillons (Grenadiere) wurde erneuert mit einem silbernen
Fahnenring mit der Aufschrift 1. G.R. I. B. und einem silbernen Fahnenring mit der Aufschrift:
Erneut unter König Wilhelm II. 1889.
17. Oktober 1894: Fahne IV. (Halb-)Bataillon verliehen, silberner Fahnenring mit der Aufschrift
1. G. R. IV. B.
18. August 1895: Allen vier Fahnen des Ersten Garderegiments zu Fuß wurde der Hohe
Orden vom Schwarzen Adler verliehen. Die Fahnen der ersten drei Bataillone erhielten
überdies die Fahnenbänder mit den Spangen zur Kriegsdenkmünze 1870/71 - Gravelotte. - St.
Privat. - Sedan. - Paris. - Le Bourget - verliehen.
18. Januar 1896: An das I. Bataillon (Grenadiere) wurde ein silberner Gedenkring verliehen mit
der Aufschrift: Zur Erinnerung an den 18. Januar 1896, dem Gedenktage der
Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches. an welchem S.M. Kaiser Wilhelm II. mit dieser
Fahne in der Hand das Gelübde erneuerte, einzustehen für des Volkes und des Landes Ehre,
sowohl nach Außen, wie nach Innen. Ein Reich! Ein Volk! Ein Gott!
14. Dezember 1899: Allen Fahnen des Regimentes wurden Jahrhundert-Fahnenbänder
verliehen. Diese bestanden aus dem Band des Hausordens der Hohenzollern, also einem
silbernen Band mit drei schwarzen Streifen (am Rand und in der Mitte). An jedem Ende befand
sich ein schwarz-silberner Quast. Auf den goldenen Spangen war auf der einen vorne die
Kaiserkrone und auf der Rückseite 1. Januar 1900 eingeprägt. Die andere Spange trug vorne
W II. mit Königskrone, auf der Rückseite 1. Januar 1900 und 1. August 1688.
6. Mai 1900: Der Fahne des I. Bataillons (Grenadiere) wurde ein silberner Erinnerungs-Ring
verliehen mit goldener Inschrift: Zur Erinnerung an die Eidesleistung Seiner Kaiserlichen
Hoheit des Kronprinzen am 6. Mai 1900.
30. August 1900: Die Fahnen des II. Bataillons (Grenadiere) und des Füsilierbataillons wurden
erneuert. Die Truppenkennzeichnungen auf dem silbernen Fahnenring lautete 1. G.R. II. B.
und 1. G.R. F.B.
15. Juni 1913: Verleihung des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit dem Kreuz der
Großkomture an alle vier Fahnen. Weißes Band mit drei schwarzen Längsstreifen, auf dem die
Kette mit silbernen Bändern am unteren Ende der Spitze befestigt, aufgenäht war. Das Kreuz
ruhte auf einem zu einer Rosette gelegtem Ordensband. Verleihung der Leibspange an alle
vier Fahnen. Sitz der silbernen Spangen auf der Banderole über den Jahrhundertspangen. Auf
der ersten Spange stand W II. mit der Königskrone, auf der 2. Spange W II. mit Jahreszahlen
1888 und 15. Juni 1913
7. Juni 1931: Verleihung eines silbernen Fahnenringes an die Fahne des I. Bataillons
(Grenadiere) mit der Aufschrift: Mit dieser Fahne in der Hand fiel am 23. August 1914 bei St.
Gérard in Belgien der Fahnenträger des I. Bataillons Sergeant Paul Gehrke der 2. Kompanie.
Die Nagelung erfolgte mit dem gleichen Nagelhammer, der bereits zur Nagelung der Fahnen
des Regiments Garde zu Fuß in Königsberg/Ostpr. am 24. April 1808 diente.
13. Juli 1934: Verleihung der Frontkämpferkreuze 1914/1918 am Bande an alle vier Fahnen.
Das Band war schwarz-weiß/schwarz-weiß-rot längs gestreift. Am unteren Ende hingen die
Ehrenkreuze.
Bedeutende und bekannte Regimentsangehörige
Der herausgehobenen Stellung des Regiments in der Armee entsprechend, gehörte ihm im Laufe seines 110-
jährigen Bestehens eine Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten an.

Regimentschefs

Dienstgrad Name Datum

König Friedrich Wilhelm 12. November 1808[5] bis 7.


III. Juni 1840
König Friedrich Wilhelm 7. Juni 1840 bis 2. Januar
IV. 1861
2. Januar 1861 bis 18.
König Wilhelm I.
Januar 1871
Kaiser und König 18. Januar 1871 bis 9. März
Wilhelm I. 1888
Kaiser und König
9. März bis 15. Juni 1888
Friedrich III.
Kaiser und König 15. Juni 1888 bis 28.
Wilhelm II. November 1918

Bis auf Kaiser Wilhelm II., bei dem das zweitgenannte Datum das der Abdankung ist, handelt es sich dabei
jeweils um die Todestage der Regimentschefs.

Regimentskommandeure

Die Position des Regimentskommandeurs war, vor allem in Kriegszeiten, nicht immer durchgängig
besetzt.[15] Immer wieder finden sich einzelne Tage oder auch längere Zeiträume, in denen das Regiment
keinen vom König dazu ernannten Kommandeur hatte. Sofern in diesen Zeiten jemand interimistisch mit der
Führung beauftragt war, wird dieser eingerückt angegeben. Schon die Aufstellung des Truppenteils beginnt
ohne Kommandeur. Der Sekondeleutnant von Pogwisch war lediglich in der ersten Zeit der Aufstellung mit
der Führung beauftragt. Es werden jeweils die Dienstgrade angegeben, welche die Kommandeure zum
Zeitpunkt der Ernennung innehatten. Aus dem Umstand, dass alle Kommandeure des Regiments, sofern sie
nicht wie Oberst von Roeder in dieser Dienststellung fielen, im Anschluss an diese Verwendung General
wurden, ist zu erkennen, dass nur handverlesene Karriereoffiziere auf diesen Posten berufen wurden.
Dienstgrad Name Datum
Julius Ludwig von 4. November 1806 bis
Sekondeleutnant
Pogwisch[16] 15. April 1807

16. April 1807 bis 20.


Oberst Gustav von Kessel
Januar 1813
Ernst Ludwig von 9. Februar bis 20. Juni
Major
Tippelskirch 1813
Friedrich Johann
20. Juni 1813 bis 5. April
Major Carl Gebhard von
1814
Alvensleben
Karl Heinrich 7. April 1814 bis 13.
Oberstleutnant
Stephan von Block Februar 1816
Friedrich Karl als
13. Februar bis 22. April
Eugen Maximilian Premierleutnant des
Oberstleutnant 1816 (mit der Führung
von Roeder Regiments 1847/48
beauftragt)
Eugen Maximilian 23. April 1816 bis 31.
Oberstleutnant/Oberst
von Roeder Mai 1828
1. Juni 1828 bis 20.
Oberst Karl von Prittwitz
September 1835
Franz Karl von 20. September 1835 bis
Oberst
Werder 25. März 1841
25. März bis 28. August
Oberstleutnant Leopold von Gayl 1841 (mit der Führung
beauftragt)
29. August 1841 bis 26.
Oberstleutnant/Oberst Leopold von Gayl
März 1847
Eberhard Herwarth 27. März 1847 bis 4. Mai
Oberst
von Bittenfeld 1850
Carl von Preußen in Uniform
Eduard von 4. Mai 1850 bis 4. eines Stabsoffiziers des
Oberst
Brauchitsch November 1851 Regiments, um 1860
Albert von 4. November 1851 bis
Oberst
Blumenthal 5. August 1856
Wilhelm Hiller von 5. August 1856 bis 22.
Oberst
Gärtringen März 1859
Karl Heinrich von 22. März 1859 bis 7.
Oberstleutnant/Oberst
der Goltz März 1863
7. März 1863 bis 1. Mai
Bernhard von
Oberstleutnant 1863 (mit der Führung
Kessel
beauftragt)
Bernhard von 2. Mai 1863 bis 17. Mai
Oberstleutnant/Oberst
kessel 1867
18. Mai 1867 bis 18.
Oberst Victor von Roeder
August 1870
18. August bis 11.
Oberstleutnant August von Oppell Dezember 1870
(Regimentsführer)
Oktavio Philipp von 11. Dezember 1870 bis
Oberst
Boehn 12. Dezember 1874
Oberst Anton Wilhelm Karl 12. Dezember 1874 bis
von L’Estocq 28. Oktober 1875
28. Oktober 1875 bis 19.
Oberstleutnant Otto von Derenthall Oktober 1876 (mit der
Führung beauftragt)
20. September 1876 bis
Oberst Otto von Derenthall
23. November 1882
Oskar von 23. November 1882 bis
Oberst
Lindequist 27. Januar 1888
Hans Georg von 27. Januar 1888 bis 9.
Oberst
Plessen Februar 1891
Oldwig Wilhelm
9. Februar 1891 bis 9.
Oberst Ferdinand von
Februar 1893
Natzmer
9. Februar 1893 bis 21.
Oberst Gustav von Kessel
März 1896
Georg von 21. März 1896 bis 15.
Oberst
Kalckstein Juni 1898
Oberstleutnant Karl von Plettenberg 15. Juni 1898
Gustav von Berg 22. März 1902
Karl Wilhelm von
16. Oktober 1906
Willisen
Friedrich von Kleist 22. März 1910
Friedrich von 20. März 1911 bis 21.
Oberstleutnant/Oberst
Friedeburg April
Eitel Friedrich von
1. August 1914
Preußen
Friedrich von 14. November 1914
Bismarck (Regimentsführer)
Siegfried zu 6. November 1916
Major
Eulenburg-Wicken (Regimentsführer)
28. April 1917
Franz von Stephani
(Regimentsführer)
7. Juli 1917 bis 11.
Siegfried zu
Major Dezember 1918
Eulenburg-Wicken
(Regimentsführer)
27. August 1918
Franz von Stephani
(Regimentsführer)
1. September bis 11.
Siegfried zu
Major Dezember 1918
Eulenburg-Wicken
(Regimentsführer)
26. September 1918
Franz von Stephani
(Regimentsführer)
30. September bis 11.
Siegfried zu
Major Dezember 1918
Eulenburg-Wicken
(Regimentsführer)

Angehörige des Hauses Hohenzollern


Es werden lediglich die Angehörigen des regierenden Hauses Hohenzollern mit dem jeweiligen
Eintrittsdatum angegeben. Die meisten blieben danach im Regiment und wurden als Kompaniechef oder
auch in höheren Funktionen eingesetzt. Spätestens nach der ersten Verwendung als Kompaniechef
wechselten die meisten Prinzen jedoch für den aktiven Dienst in andere Regimenter. Das Recht, die Uniform
des 1. Garde-Regiments zu Fuß zu tragen, blieb ihnen jedoch auch dann erhalten. Formell gehörten sie somit
gleichzeitig zwei Regimentern an, waren im 1. Garde-Regiment zu Fuß allerdings à la suite gestellt.

1. Januar 1807: Prinz Wilhelm mit knapp 10 Jahren als Fähnrich (später Kaiser)
10. August 1807: Kronprinz Friedrich Wilhelm mit knapp 12 Jahren als Sekondeleutnant
(später König)
12. November 1808: König Friedrich Wilhelm III. als Regimentschef
9. Juni 1811: Prinz Carl mit knapp zehn Jahren als Sekondeleutnant (später General der
Infanterie)
4. Oktober 1819: Prinz Albrecht am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant (später
Generaloberst)
20. März 1838: Prinz Friedrich Karl am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant (später
Generalfeldmarschall)
18. Oktober 1841: Kronprinz Friedrich am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant (später Kaiser)
8. Mai 1847: Prinz Albrecht von Preußen am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant (später
Generalfeldmarschall)
27. Januar 1869: Kronprinz Wilhelm am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant (später Kaiser)
14. August 1872: Prinz Heinrich am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant (später Großadmiral)
14. November 1875: Prinz Friedrich Leopold am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant (später
Generaloberst)
10. Februar 1878: Prinz Waldemar am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant
15. Juli 1884: Prinz Friedrich Heinrich am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant († 1940) (Sohn
von Albrecht von Preußen)
27. September 1886: Prinz Joachim Albrecht am 10. Geburtstag als Secondelieutenant
(† 1939) (Sohn von Albrecht von Preußen)
12. Juli 1890: Prinz Friedrich Wilhelm am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant († 1925) (Sohn
von Albrecht von Preußen)
6. Mai 1892: Kronprinz Wilhelm am 10. Geburtstag als Sekondeleutnant (später formal
Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe im Ersten Weltkrieg)
7. Juli 1893: Prinz Eitel Friedrich am 10. Geburtstag als Leutnant (später Generalmajor)
14. Juli 1894: Prinz Adalbert am 10. Geburtstag als Leutnant (später zur Marine und
Kommandant eines Kreuzers im Ersten Weltkrieg)
29. Januar 1897: Prinz August Wilhelm am 10. Geburtstag als Leutnant (später SA-
Obergruppenführer)
27. Juli 1898: Prinz Oskar am 10. Geburtstag als Leutnant (später Generalmajor und Gründer
der Johanniter-Unfall-Hilfe)
20. März 1899: Prinz Waldemar am 10. Geburtstag als Leutnant
17. Dezember 1900: Prinz Joachim am 10. Geburtstag als Leutnant (später als Husarenoffizier
im Ersten Weltkrieg)

Regimentsmärsche
Alter Russischer Marsch, AM I, 24 von Gluck (1. offizieller Präsentiermarsch des Regiments)
Marsch des Königlichen Regiments Grenadiers 1713-1740, AM II,
214 (mit A.K.O. vom 27. April 1893 der 1. offizielle
Präsentiermarsch des Regiments, ersetzte damit den
vorgenannten Marsch)
Marsch des I. Bataillons und des Regiments Garde Nr. 15, AM I,
54 (mit A.K.O. vom 7. November 1895 der 2. offizielle
Präsentiermarsch des Regiments)
Marsch des Bataillons Grenadiergarde Nr. 6, AM I, 55 (mit A.K.O.
vom 7. November 1895 der 3. offizielle Präsentiermarsch des
Regiments)
Marsch des Yorckschen Korps, AM II, 37 von Ludwig van
Beethoven (offizieller Parademarsch des Regiments bei Marsch
in Zügen)
Marsch nach Motiven der Oper Moses von Gioacchino Rossini,
AM II, 58 (offizieller Parademarsch des Regiments bei Marsch in Der marokkanische
Regimentskolonne) Schellenbaumträger Ben
Geschwindmarsch nach Motiven aus Quadrillen, AM II, 126 von Aissa 1905–1919
Johann Strauß (Parademarsch in Kompaniefronten, I. Bataillon)
Helenenmarsch (urspr. Schwarz und Weiß), AM II,173 von
Friedrich Lübbert (Parademarsch II. Bataillon)
Defilier-Marsch, AM II, 168 von Carl Faust (Parademarsch Füsilierbataillon)

Unterstellung
Das Regiment gehörte zur 1. Garde-Infanterie-Brigade in Berlin der 1. Garde-Division (Berlin) des
Gardekorps (Berlin).

Einsätze

Befreiungskriege
→ Hauptartikel: Befreiungskriege

Das Regiment Garde zu Fuß gehörte zum Korps Blücher und nahm
an folgenden Schlachten und Gefechten teil:

Groß-Görschen am 2. Mai 1813


Schlacht bei Bautzen am 20./21. Mai 1813
Das Füsilier-Bataillon bei Groß-
Gefechte bei Pließkowitz am 20./21. Mai 1813
Görschen-Kaja. 2. Mai 1813,
Völkerschlacht bei Leipzig vom 14.–19. Oktober 1813, das (Gemälde von Carl Röchling)
Regiment kommt jedoch nicht ins Gefecht
Schlacht bei Paris am 30. März 1814[17]

Märzrevolution 1848
Barrikadenaufstand vom 16.–18. März 1848 werden Teile des Regiments in Berlin verwendet

Deutscher Krieg 1866


→ Hauptartikel: Deutscher Krieg
Gefechte bei Burgersdorf und Neu-Rognitz am 28. Juni 1866
Gefecht bei Königinhof am 29. Juni 1866, bei dem das 1. Garderegiment zu Fuß die Fahne
des österreichischen Regiments Coronini eroberte
Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866, bei der das Regiment an der Spitze des linken
Flügels der preußischen Truppen den entscheidenden Angriff auf die Höhen von Chlum führt

Mobilmachung

Bei Ausbruch des Deutschen Krieges im Jahr 1866 lag die letzte Demobilisierung des Regiments 50 Jahre
zurück. Abgesehen von dem eintägigen Einsatz während der Märzrevolution, der nun allerdings auch schon
18 Jahre zurücklag, hatte das Regiment danach keine Gefechtserfahrungen mehr gesammelt. Die
Regimentschronik weist darauf hin, dass der einzige aktive Regimentsangehörige, der mit dem Regiment
bereits einmal im Feuer gewesen war, der König sei, und verweist damit auf die Befreiungskriege.[18]

Am 5. Mai 1866 erhielt das 1. Garde-Regiment zu Fuß im Rahmen des Gardekorps den Befehl zur
Mobilmachung, die am 6. Mai beginnen sollte.[19] Die folgenden Wochen waren von einer verwirrenden
Vielzahl von Abkommandierungen und Zuversetzungen von Offizieren geprägt. Während einige an neu
aufzustellende Reserve-Truppenteile, höhere Stäben oder zur Abholung von Reservisten, Pferden und
Material entsandt wurden, kamen ständig andere Offiziere ins Regiment, die bislang als
Lehrgangsteilnehmer oder Ausbilder zu Schulen kommandiert waren, die als Reserveoffiziere zum
Regiment einberufen wurden oder auf Antrag beim König oder einem höheren Stabe die Erlaubnis erhielten,
den Feldzug beim Leibregiment des Königs mitzumachen oder wenigstens zu begleiten. Welche Stimmung
dem zugrunde lag, illustrieren zwei Beispiele:

„Am 14. wurden bei der Parade durch das Loos diejenigen Offiziere bestimmt, welche zu
den beiden Landwehr-Bataillonen Stettin und Graudenz abzugeben waren. Es wurden
gerade die ältesten Hauptleute davon betroffen. – Ein großer Verlust für das Regiment – Es
fällt uns schwer zu erwähnen, wie schmerzliche Stunden bitterer Enttäuschung dieser Tag
für einen Teil des Offizierkorps in sich schloß, dem es nicht vergönnt sein sollte, den
bevorstehenden Feldzug in den Reihen des Regiments mitzumachen.“[20]
„Die beurlaubten[A 2] Offiziere wurden sofort durch Telegramme zurückberufen. Den Prinzen
Anton von Hohenzollern-Sigmaringen, à la suite des Regiments, welcher in Begleitung des
Premierleutnants v.Geyr und Grafen Finckenstein von einer Reise aus dem Orient
zurückkehrte, erreichte die Depesche in Konstantinopel. […] Der Prinz beantwortete diese
Frage durch die Bitte, nicht in einem Stabe verwendet zu werden, sondern an dem Feldzuge
in den Reihen des Regiments teilnehmen zu dürfen.“[21]

Der im zweiten Zitat erwähnte Prinz Anton von Hohenzollern-Sigmaringen[A 3] sollte den Feldzug nicht
überleben.

Zeitgleich mit den Telegrammen an die Offiziere wurden auch die Mannschaften und Unteroffiziere der
Reserve einberufen. Bereits am 8. Mai gegen 11:30 Uhr trafen die ersten Reservisten beim Regiment in
Potsdam ein. Insgesamt wurden 1797 Mann – ohne Offiziere – aus der Reserve in den Verband des
Regiments eingegliedert, das damit auf etwa doppelte Friedensstärke anwuchs. Die notwendigen
planerischen Vorbereitungen zur Einkleidung und Ausrüstung der Reservisten waren von der Regiments-
Bekleidungskommission, einem Gremium aus nebenamtlich dazu abgestellten Offizieren und
Unteroffizieren, glücklicherweise bereits seit April getroffen worden.

Major von Kleist hatte in der gleichen Zeit ein vollständiges Verzeichnis aller beweglichen Gegenstände aus
dem Besitz des Regiments angefertigt und Vorschläge zur Aufbewahrung derselben für den Fall einer
Mobilmachung gemacht. Die Adjutanten, die den größten Teil des Schriftverkehrs für ihre Bataillone oder
das Regiment zu erledigen hatten, erhielten den Befehl, ihre Bureaus entweder zu sich nach Hause zu
nehmen oder sich in denselben einzuquartieren, um jederzeit erreichbar und auskunftsfähig zu sein. Am 12.
Mai trafen 94 Mobilmachungspferde ein und wurden im Lustgarten auf die Offiziere verteilt. Dazu waren
die Offiziere bereits vorher gewogen worden, um jedem ein für sein Gewicht geeignetes Pferd zur
Verfügung stellen zu können. Das Lehr-Infanterie-Bataillon wurde aufgelöst, gleichzeitig ein Ersatz-
Bataillon aufgestellt. Am 15. Mai holte ein Kommando aus der Zitadelle Spandau die gesamte für das
Regiment bestimmte Munition und die Waffen für die Reservisten. All das musste peinlich genau
nachgezählt, geprüft und auf Verwendbarkeit untersucht werden. Parallel dazu mussten alle blanken Waffen
(Degen, Säbel, Bajonette) geschliffen werden, was alleine zwei Tage in Anspruch nahm. Ebenfalls
gleichzeitig wurde der Train der Bataillone im Fahren und Bespannen geübt. Die vielen einberufenen
Ersatzmannschaften, deren Wehrdienst längere oder kürzere Zeit zurücklag, benötigten eine Auffrischung
ihrer Ausbildung und mussten innerhalb kürzester Zeit wieder an die Anstrengungen von Märschen, das
Ertragen und Überwinden von Strapazen, die Last des Tornisters und vieles mehr gewöhnt werden. Dazu
wurden täglich Übungen auf dem benachbarten Truppenübungsplatz Döberitz und ausgedehnte Märsche
unternommen. Um sich auf den Kampf vorzubereiten, legte man Wert auf eine möglichst wirklichkeitsnahe
und zeitgemäße Ausbildung. „In der nächsten Zeit exerzirte das Regiment wiederholt auf dem Bornstädter
Felde, wobei der Mann bis zwanzig Patronen erhielt und ein Massenfeuer von großer Heftigkeit entwickelt
wurde. Es wurde vielfach in deployirten[A 4] Fronten exerzirt, auch das Hinlegen in dieser Formation, sowie
das Niederwerfen der Schützen beim Anreiten der Kavallerie wurde gleichfalls zum Gegenstande der
Übungen gemacht. Das Regiment exerzierte meistens in Halb-Bataillonen, die erste Linie der Kompanie-
Kolonnen auseinandergezogen, um so die großen Bataillons-Kolonnen dem starken feindlichen Feuer zu
entziehen. Bei diesem Exerzieren waren die Fahrzeuge des Regiments in der Regel zugegen und operierten
hinter der Front.“[22] Eine Besichtigung dieser Übungen durch den König fand am 25. Mai statt, zu der auch
zivile Gäste zugelassen waren. Der dabei anwesende Dompropst von Mansbach war davon so begeistert,
dass er dem Regiment als Stiftung 1.000 Taler überwies, ein für damalige Verhältnisse immenser Betrag.

Neben diesen, vom Regiment oder anderen Stäben gesteuerten, Tätigkeiten gab es noch genügend Raum für
persönlichere Sorgen und Freuden. Die Offiziere brachten ungeheure Degen und Schleppsäbel mit, die
haarscharf geschliffen wurden, und kauften private Revolver.[A 5] Normalerweise wurden die Haare noch
nicht kurz getragen. Nun ließ sich der größte Teil der Offiziere die Haare kurz schneiden wie die Bürsten,
um aller unnötigen Toilettenkünste enthoben zu sein. Lebensversicherungen schlossen nur wenige ab, und
die in großer Menge hereinkommenden Angebote von Panzerhemden wurden von noch wenigeren
angenommen. Der kriegerische Enthusiasmus wurde noch dadurch bestärkt, dass plötzlich das Rauchen auf
der Straße erlaubt wurde, ein erster Hauch gelockerter Regeln. Die Begeisterung wurde jedoch etwas
gedämpft, als am 26. Mai 1866 die Nachricht vom Generalkommando des Gardekorps eintraf, dass der
Ausmarsch des Regiments vorläufig noch nicht bevorstehe.

Ausmarsch

Am 3. Juni 1866 traf der erlösend empfundene Befehl ein, dass das Regiment den Fußmarsch in den
Konzentrierungsraum bei Cottbus antreten solle und der Ausmarsch ins Kriegsgebiet unmittelbar
bevorstehe. Nun wurden auch im sozialen Bereich Maßregeln getroffen, die in erster Linie das Wohlergehen
der Mannschaften und Unteroffiziere und ihrer Angehörigen zum Ziel hatten. Am 4. Juni wurde allen
Soldaten und den Ehefrauen der Offiziere bekannt gegeben, was zur Unterstützung der zurückbleibenden
hilfsbedürftigen Familien veranlasst worden war. Die Ehefrauen der Offiziere wurden mit einbezogen, weil
sie in erster Linie für die Durchführung dieser Maßnahmen zuständig sein sollten. Die monatlich zu
zahlende Unterstützung wurde auf die Familien nach Anzahl der zu versorgenden Kinder verteilt, worüber
Zahlmeister Poppe vom Regimentsstab Buch zu führen hatte. Das Geld sollte monatlich von den Familien
persönlich bei der Frau des Regimentskommandeurs abgeholt werden. Um auch für die Reservisten, die dem
Regiment ja nicht angehörten und daher keinen Anspruch auf Mittel aus diesem Fond hatten, etwas zu tun,
wurden diese angewiesen, dass sich in Not geratene Angehörige bei Gräfin Keller[A 6] melden sollten, bei
der sie weitere Weisung erhalten würden.

Am 12. Juni 1866 ging der Befehl zum Ausmarsch für den 14. Juni ein. An diesem Tag trat das Regiment
um 3 Uhr morgens im Lustgarten an, um von dort abzumarschieren. Die Angehörigen der Soldaten und vor
allem der Offiziere waren in großer Zahl ebenfalls auf dem Platz, und auch die Bürgerschaft Potsdams
nutzte die Gelegenheit zum Abschied. Um 3:30 Uhr kam der König aus dem Schloss, um sich persönlich
von seinem Regiment mit der Zusicherung zu verabschieden, dass er bald selbst wieder bei diesem sein
werde.

Der Feldzug bis zur Schlacht von Königgrätz

Die Vielzahl von Zu- und Abkommandierungen von Offizieren hatte dazu geführt, dass nur sechs der zwölf
Kompanien des Regiments von Hauptleuten geführt wurden. Die übrigen unterstanden dem Kommando von
Premierlieutenants. Da Beförderungen damals wesentlich langsamer aufeinanderfolgten, darf man sich aber
auch diese Offiziere als langgediente und erfahrene Soldaten mit entsprechendem Lebensalter vorstellen.
Drei Kompanien verfügten auch nur über zwei Kompanieoffiziere, während die übrigen immerhin für jeden
der drei Züge einen Offizier oder Portepeefähnrich als Führer besaßen. So gegliedert kam das Regiment am
14. Juni morgens in Schlesien an, wo es von der Bevölkerung begeistert begrüßt und sehr gastfreundlich
aufgenommen wurde. Die Truppen hatten in der damaligen Zeit keine Zelte und wurden an den jeweiligen
Etappenzielen ihrer Märsche in Bürgerquartieren untergebracht. Dazu war stets ein Vorauskommando vor
den Regimentern, das in den dazu befohlenen Ortschaften die Quartiere für alle Soldaten festlegte. Kam die
Truppe nachmittags oder abends an der Ortschaft an, wurde sie von den Quartiermachern eingewiesen.
Zusätzlich standen gewöhnlich mit Kreide die Anzahl der Soldaten und von welcher Einheit oder die Namen
der Offiziere an den Haustüren. Die Quartierwirte konnten außerdem angewiesen werden, die Truppe zu
verpflegen, wofür sie, wie für die Unterkunft, eine finanzielle Entschädigung erhielten. Nur im Feindesland
oder in Notfällen ließ man die Truppe biwakieren, da die Soldaten dann unter freiem Himmel schlafen
mussten und den Unbilden der Witterung weitgehend schutzlos ausgeliefert waren, was den Krankenstand
leicht in die Höhe schnellen und die Kampfkraft absinken ließ. Das notwendige Geschirr, um bei einem
solchen Biwak Verpflegung zubereiten zu können, wurde allerdings von der Truppe mitgeführt.

Das I. Bataillon musste bereits am 15. Juni 1866 weitermarschieren, während das II. und das
Füsilierbataillon noch einen Ruhetag hatten. Der Marsch ging über Mollwitz, was von den Soldaten wegen
des Siegs, den preußische Truppen am 10. April 1741 dort über Österreicher errungen hatten, als gutes
Omen betrachtet wurde. In mehreren Tagen wurde bis in die Gegend von Brieg marschiert, um das sich das
Regiment in verschiedenen Dörfern versammelte und wo es noch einige Übungen veranstaltete. Das Wetter
war heiß und drückend und machte den Soldaten zu schaffen, die sich, nachdem sie das Flachland verlassen
hatten, auch erst an die bergige Landschaft gewöhnen mussten. Da Schlesien seit über hundert Jahren
preußische Provinz war, war die Aufnahme überall sehr freundlich. Ehemalige Grenadiere des Regiments
kamen meilenweit[A 7] herbei, um ihre Offiziere von früher wiederzusehen und ihre „Nachfolger“
anzuspornen. Einer brachte sogar seinen Sohn zum Regimentskommandeur mit der Bitte, ihn noch für den
laufenden Feldzug einzustellen, was ihm allerdings abgeschlagen wurde. Täglich wurde die Ausrüstung
appelliert. Dabei konzentrierte man sich auf Gewehre, Patronentaschen und Schuhzeug. Insbesondere dem
Schuhzeug hatte man vor dem Ausmarsch besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden lassen und es so weit in
Stand gesetzt, dass für jeden Soldaten zwei Paar vorhanden waren. Die Maxime der äußerst sparsamen
Kompaniewirtschaft der preußischen Armee war aber Reparatur vor Neubeschaffung, demzufolge sich unter
den Schuhen oft ziemlich verbrauchte fanden. Die Stimmung wurde nochmals allgemein gehoben als ein
Brief des pensionierten und als besondere Auszeichnung dem Regiment à la suite gestellten Generals der
Infanterie von Grabow eintraf. Dieser versprach dem Unteroffizier oder Gemeinen, der dem Feind die erste
Trophäe abnehme, eine Belohnung von 100 Talern. Mit Trophäe war in diesem Zusammenhang eine Fahne,
Kesselpauke, Kanone oder sonstiges besonderes militärisches Gerät gemeint. Sollte derjenige dabei so
verwundet werden, dass er invalide wäre, würde er auf Lebenszeit des Generals zusätzlich einen
monatlichen Zuschuss von drei Talern erhalten.[A 8]

Am 22. Juni 1866 kam der Befehl zum Beginn der Angriffsbewegungen gegen die böhmische Grenze. Das
Gardekorps erhielt den Auftrag, gegen Braunau vorzugehen. Die große Hitze und die ungewohnten
Steigungen verursachten viele Fußkranke und sogar Fälle von Ohnmachten. Am 24. Juni 1866 wurde noch
einmal ein Ruhetag eingelegt, an dem die Truppeneinteilung für den nunmehr unmittelbar bevorstehenden
Feldzug befohlen wurde. Das Füsilierbataillon wurde zur Avantgarde der Division abgestellt, deren Führung
der Regimentskommandeur, Oberst von Kessel, übernahm. Die Führung des Regiments wurde auf seinen
Stellvertreter übertragen.

Nachdem bislang alles in mustergültiger Ordnung abgelaufen war, begann der eigentliche Feldzug
chaotisch. Am Abend des 24. kam vom Regiment der Befehl, Helme, Seitengewehre und Drillichjacken[A 9]
zurückzulassen. Die Kompanien, jeweils 300 Mann stark, traten dazu getrennt voneinander an und verluden
diese Ausrüstungsstücke möglichst sorgfältig auf Wagen, nachdem sie verpackt waren. Sie sollten danach
mit diesen Wagen zurück nach Potsdam gehen. Das Einsammeln und Verladen war gerade beendet, als um
ein Uhr morgens der Gegenbefehl gemeinsam mit dem Befehl, um 2:00 Uhr abzumarschieren, die
Kompanien erreichte. Zu allem Überfluss setzte zu diesem Zeitpunkt Regen ein. Es gelang zwar, den Termin
einzuhalten und die Ausrüstung mit Ausnahme der Drillichjacken, die tatsächlich zurückgehen sollten,
wieder auszugeben, aber bei Regen und in tiefster Nacht ohne Beleuchtung konnten natürlich nicht jeweils
300 Helme richtig verpasst werden. Punkt zwei Uhr traten die Bataillone den Marsch über inzwischen
morastige Wege an. Die vorangegangene Unruhe rächte sich, unterwegs wurde viel verloren, unter anderem
auch Bajonette. Am 25. morgens klarte das Wetter auf, und bei einem Halt wurde der Befehl gegeben, die
Gewehre mit scharfer Munition zu laden, was auf alle einen tiefen Eindruck machte. Am 26. gegen Mittag
wurde bei Ottendorf mit klingendem Spiel die Grenze überschritten. Das Grenzdorf war menschenleer. Es
wurde Halt gemacht, und da es schon wieder sehr heiß war, wurden die Mannschaften in die Häuser
geschickt, um nach Lebensmitteln und Getränken zu suchen. Man befand sich im Feindesland. Zum Schutze
ihres Eigentums kamen nun doch noch einige Frauen des Dorfes aus dem nahe gelegenen Wald und
verkauften Milch und Brot an die Truppe. An diesem Tage wurde noch bis nach Dittersbach hinter Braunau
weiter marschiert und dort Quartier bezogen. In Dittersbach sahen die Soldaten erstmals den Feind in
Gestalt einiger österreichischer Dragoner, die bei einem Patrouillengefecht von den 3. Garde-Ulanen
gefangen genommen worden waren. Die Gefangenen wurden dort zur Bewachung an das Regiment
abgegeben und waren Gegenstand lebhaftesten Interesses. Das II. Bataillon sollte in dem Dorf das Eintreffen
der noch zurückhängenden Artillerie abwarten, um diese zu decken. Das I. Bataillon wurde ohne seine
4. Kompanie, die zu ihrem großen Leidwesen die Bagage decken sollte, nach Eipel in Marsch gesetzt.
Wegen der zuvor eingetretenen Marschausfälle wurde die Bagage allerdings um die Tornister der Soldaten
vermehrt, die damit zwar etwas Komfort bei der Rast einbüssten, für die anstrengenden Märsche allerdings
wesentlich entlastet wurden. Das I. Bataillon erreichte Eipel und wurde von dort unmittelbar als Vorposten
eingesetzt und am nächsten Morgen weiter in Richtung Trautenau vorgeschoben. Dort hatte an diesem Tage,
dem 27. Juni, eine Schlacht zwischen dem I. Armeekorps und den Österreichern stattgefunden, welche die
Preußen verloren hatten. Das Bataillon stand nun mit der Masse seiner drei Kompanien[A 10] direkt an der
Aupa. Am 27. nachmittags traf auch die Artillerie in Braunau ein, wo das II. Bataillon auf sie gewartet hatte.
Spät am Abend kam auch für diese Teile der Befehl zum weiteren Vormarsch, von dem aber auch hier eine
Kompanie ausgenommen war. Die 7. Kompanie erhielt den Auftrag, als Etappenbesatzung in Braunau zu
bleiben und dort ein Lazarett einzurichten und einen Fuhrpark für die Intendantur aufzustellen[A 11]. Die
restlichen drei Kompanien verließen Braunau mit der Artillerie Richtung Eipel um Mitternacht und
marschierten bis Tagesanbruch des 28., als von rechts und links Kanonendonner zu hören war. Da sich die
Marschkolonne in einem engen Tal bewegte, war es nicht möglich, die Richtung des Gefechtslärms sicher
festzustellen. Es handelte sich tatsächlich um den Lärm zweier verschiedener Schlachten, die gerade in der
Nähe, in Skalitz und Burkersdorf stattfanden. Um 17:00 Uhr wurde Eipel erreicht. Das Bataillon, das
bislang noch nicht im Feuer gestanden hatte, traf hier auf die ersten Verwundeten. „In Eipel standen Wagen
neben mit Verwundeten, so daß das Bataillon theilweise einzeln zwischen denselben durchkriechen mußte
[…]. Auch Leute vom Regiment waren auf den Wagen und mehrere der verwundeten Offiziere konnten
während des vielfach aufgehaltenen Marsches aufgesucht werden.“[23][A 12] Der Marsch wurde von dort
durch unwegsame Hohlwege noch bis 22:30 Uhr fortgeführt, bis man Raatsch bei Trautenau erreichte, wo
biwakiert wurde. Während dieser Zeit war das Füsilierbataillon mit der Avantgarde schon deutlich voraus
und hatte Raatsch bereits erreicht. Die Avantgarde sollte zwar noch in der Schlacht bei Trautenau eingesetzt
werden, was der dort kommandierende General von Bonin in der irrigen Annahme, das Gefecht bereits
gewonnen zu haben, jedoch ablehnte.

Gefecht bei Burkersdorf

Am folgenden Tage, dem 28. Juni 1866, marschierte das I. Bataillon im Gros hinter der Avantgarde nach
Burkersdorf, während das II. Bataillon nachgeführt wurde. Die Avantgarde hatte Befehl bekommen, das
Korps des österreichischen Generals Gablenz, das am Tage zuvor bei Trautenau siegreich gewesen war, der
Division voraus in der linken Flanke anzugreifen. Dazu trat das Füsilierbataillon im zweiten Treffen hinter
einem Bataillon des 3. Garde-Regiments zu Fuß, bereits mit vier Kompanien nebeneinander entwickelt aus
Ober-Raatsch nach Westen Richtung Burkersdorf heraus. Nach Durchschreiten eines Bachgrundes stiegen
die Kompanien in die verwinkelt angelegte Ortschaft Staudenz, die quer zur Stoßrichtung etwa 1500 Meter
vor Burkersdorf liegt. Als sie wieder aus der Ortschaft heraustraten und weiter Richtung Burkersdorf
vorgingen, erhielten sie sofort Artilleriefeuer. Das Feuer forderte zwar keine Opfer, scheuchte aber mehrere
Bienenvölker auf, die sich über die 10. und 12. Kompanie hermachten. Die völlig ungeregelten
Ausweichbewegungen ließen die beiden Kompanien nach Norden abkommen. Das Gelände zwischen
Staudenz und Burkersdorf ist sehr hügelig und war von mehreren kleinen Waldstücken und kleineren
Bachgründen durchzogen, die es insgesamt sehr unübersichtlich machten. Dadurch bemerkten die
abgekommenen Einheiten ihren Irrtum erst als sie schon etwa einen Kilometer nördlich von Staudenz
angelangt waren. Die übrigen Kompanien, die weiter Richtung Burkersdorf vorgingen, versuchten das
Artilleriefeuer zu unterlaufen. Dadurch gerieten sie sehr bald in gut gezieltes Feuer österreichischer
Infanterie, welche die Waldstücke besetzt hielt. In Staudenz war inzwischen preußische Artillerie
aufgefahren, die das Vorgehen der Füsiliere unterstützte. In den Waldstücken kam es zu kurzem heftigen
Kampf, bei dem es sogar zu Bajonettwunden kam. Die Preußen entschieden das Waldgefecht für sich und
warfen die Österreicher aus dem Wald auf Burkersdorf zurück. Zum Angriff auf Burkersdorf reichten die
Kräfte der Avantgarde jedoch nicht mehr. Es erwies sich aber als glücklicher Zufall, dass die 10. und
12. Kompanie vorher die Richtung verloren hatten und weit im Norden standen. Dadurch lief ein
Umgehungsversuch der Österreicher, der die Garden in den Waldstücken flankierend und im Rücken fassen
sollte, frontal in diese Flankierungsstellung. Nachdem einige Stunden später die Haupttruppen der Division
mühsam aus Ober-Raatsch über Staudenz herangekommen waren, begann der Sturm auf Burkersdorf, das
schnell genommen wurde. Das Füsilierbataillon hatte bei diesem Gefecht an Toten 10 Mann, an
Verwundeten 49 Mann, davon sechs Offiziere zu beklagen. Sechs der Verwundeten, darunter ein Offizier,
verstarben später an den Folgen ihrer Verwundung.

Gefecht bei Königinhof

Nachdem Burkersdorf durch die 1. Garde-Division genommen war, bezogen die Truppenteile rund um den
Ort und bis nach Ober-Raatsch zugewiesene Biwakräume, in denen sie eine relativ ruhige Nacht
verbrachten. Am folgenden Tage, dem 29. Juni 1866, wurde die inzwischen leicht verstärkte Avantgarde um
12:00 Uhr nach Süden gegen Königinhof in Marsch gesetzt. Der Marsch durch den dicht nördlich dieser
Ortschaft gelegenen Königreichwald war wegen der enormen Hitze beschwerlich. Überall lagen in dem
dichten Fichtenwalde österreichische Ausrüstungsstücke herum, zum Teil wurden ganze
Gewehrpyramiden[A 13] gesehen. Als die Avantgarde nach einigen Stunden wieder aus dem Wald heraustrat,
war das von seinen Einwohnern völlig verlassene Königinhof zu sehen, und mehrere Kolonnen
marschierender österreichischer Infanterie. Oberst von Kessel ließ sofort die Artillerie vorziehen und das
Feuer eröffnen. Er setzte zwei Füsilierbataillone zum sofortigen Angriff auf die Ortschaft an. Eines sollte
von Norden her vorstoßen, das Füsilierbataillon des 1. Garde-Regiments zu Fuß sich links daneben setzen
und von Osten angreifen. Die erste Widerstandslinie der Österreicher, die sich in hohen Roggenfeldern
befand, wurde rasch auf den Ortsrand zurückgeworfen. Nachdem die österreichische Verteidigung einmal
aufgebrochen war, drangen die Preußen schnell von allen Seiten in das Städtchen ein, wo sich ein lebhaftes
Ortsgefecht entwickelte, bei dem auch eine österreichische Fahne erobert werden konnte. Ein verwundetes
Pferd hatte eine österreichische Kolonne auseinandergesprengt, sodass eine Art Gasse frei wurde. Darin
erhob sich plötzlich die Fahne des Regiments Coronini. Als die preußischen Garde-Füsiliere diese sahen,
warfen sie sich in die Gasse und stürzten auf den Fahnenträger zu. Garde-Füsilier Gottlieb Bochnia ergriff
die Fahne. Der Österreicher wollte sie natürlich nicht loslassen und nach kurzem Gezerre wurde der
Fahnenträger erschossen. Der vierfach verwundete Bochnia hatte damit die erste Trophäe des Feldzugs
gewonnen und erhielt die versprochene Belohnung von 100 Talern von General von Grabow. Dem Gefecht
bei Königinhof fielen aus den Reihen des 1. Garde-Regiments zu Fuß zwei Soldaten, die auf dem
Schlachtfeld blieben, und 13 Verwundete zum Opfer. Offiziere waren diesmal nicht betroffen.

Deutsch-Französischer Krieg 1870/1871


Schlacht bei St. Privat am 18. August 1870 – Das Regiment greift unter enormen Verlusten an:
16 Offiziere und 348 Mannschaften gefallen, 20 Offiziere und 694 Mannschaften verwundet,
14 Mannschaften vermisst. Unter den Toten war auch der Regimentskommandeur, Oberst von
Roeder.
Schlacht bei Sedan am 1. September 1870
Belagerung von Paris 19. September 1870 bis 28. Januar 1871
Schlacht von Le Bourget vom 28. bis 30. Oktober 1870, bei der das Regiment jedoch nur in
Reserve stand und
der Ausfall der Pariser Besatzung bei Le Bourget am 21. Dezember 1870 bei der die Fahne
des I. Bataillons in schwerem Granatfeuer zersplittert.

Erster Weltkrieg

Westfront 1914/15

St.-Gérard
Schlacht von St. Quentin - Die Verluste waren mit 26 Offizieren und 1171 Mannschaften sehr
hoch
Schlacht an der Marne
Reims
Ypern

Westfront 1915–1917

Herbstschlacht in der Champagne


Offensive bei Bove und Montbérault,

Ostfront 1917

Kerenski-Offensive
Düna-Übergang

Westfront 1917/18
Champagne
Deutsche Frühjahrsoffensive 1918 auch Michael-Offensive oder Operation Michael genannt
Grivesnes
Hargicourt
Epernay und Marne
Bauquois-Höhe

Bis zum 9. November 1918 waren im Regiment im Verlaufe des Weltkrieges insgesamt 97 Offiziere, 480
Unteroffiziere und 4025 Grenadiere und Füsiliere gefallen.

Einsätze in der Nachkriegszeit

Die 1. Garde-Infanterie-Division marschierte geordnet in die Heimat und schließlich nach Potsdam zurück.
Am 11. Dezember 1918 zog das Regiment in die alte Garnison in Potsdam, wo es ab 12. Dezember 1918
demobilisiert wurde.[24]

Die meisten Angehörigen des Regiments wurden ins Zivilleben entlassen. Ein Teil ging jedoch in das
Baltenland um den Krieg gegen die Bolschewiki weiter zu führen. Dieses „Grenzschutz Ost“ oder
„Grenzschutz Kurland“ genannte Freikorps, bzw. dessen I. Bataillon stand unter dem Befehl von
Hauptmann von Schauroth und entstand am 27. Dezember 1918. Die Truppen im Baltikum standen unter
dem Befehl des Generalmajors Rüdiger von der Goltz und nannten sich „1. Garde-Reserve-Division“.

Ein anderer Teil der Angehörigen des Ersten Garderegiments zu Fuß trat zum „Freikorps Potsdam“ über und
nahm an den Kämpfen in Berlin teil. Das gesamte I. Bataillon dieses Freikorps oder Regiments Potsdam
bestand aus ehemaligen Angehörigen des 1. Garderegiments zu Fuß. Das I. Bataillon wurde von Leutnant
von Oppen geführt, sein Adjutant war Leutnant von L´Estocq, das gesamte Freikorps Potsdam wurde von
Major Franz von Stephani (1876–1939) geführt. Ein anderes Freikorps, das mehrheitlich aus ehemaligen
Angehörigen des 1. Garderegiments zu Fuß bestand, war das „Freikorps Eulenburg“, das vom letzten
Regimentsführer, Major Siegfried Graf zu Eulenburg-Wicken 1919 aufgestellt wurde. Es gelangte jedoch
nur noch in Teilen ins Baltikum und wurde dann in die Vorläufige Reichswehr überführt.

Auflösung und Traditionsfolger

Vorläufige Reichswehr

Mit der Reichswehr-Brigade 3 entstand zunächst das IV. Bataillon des Reichswehr-Infanterie-Regimentes 5,
in dem fast ausschließlich ehemalige Angehörige des 1. Garde-Regiments zu Fuß dienten. Das Reichswehr-
Infanterie-Regiment 5 wurde geführt von Oberst von Taysen. Zunächst führte dessen IV. Bataillon
Hauptmann Gutknecht, ab 2. Juni 1919 dann Major von Schütz, sein Adjutant war Leutnant von Kessel. Am
17. Juli 1919 wurde das Bataillon umgegliedert zum II. Bataillon des Reichswehr-Infanterie-Regiments 5,
die Führerstellen blieben gleich besetzt. Am 16. September 1919 wurde es abermals umgegliedert zum
I. Bataillon, Führer war nach wie vor Major von Schütz, mit seinem Adjutanten Leutnant von Kessel (beides
Offiziere des ehemaligen 1. Garde-Regiments zu Fuß). Am 10. Mai 1920 traten die Reste des Grenzschutz
Ost als 1. Kompanie unter Hauptmann von Schauroth in das I. Bataillon Reichswehr-Infanterie-Regiments 5
über. Adjutant des I. Bataillons wurde nun Leutnant Adalbert von Taysen (29. Januar 1898 bis 1. Juni 1995),
im Ersten Weltkrieg zeitweise Adjutant des Füsilierbataillons beim 1. Garde-Regiment zu Fuß.

Reichswehr und Wehrmacht


Am 1. Januar 1921 wurde aus dem Reichswehr-Infanterie-Regiment
5 das 9. (Preußisches) Infanterie-Regiment errichtet, welches die alte
Garnison des 1. Garde-Regiment zu Fuß bezog und in dem auch
viele der alten Offiziere des Regimentes fortan dienten. Das neue
Regiment wurde ebenfalls von Oberst von Taysen geführt, das I.
Bataillon nach wie vor von Major von Schütz mit seinem Adjutanten
Leutnant von Taysen. Am 23. März 1921 wurde die Reichswehr
offiziell gegründet und das frisch entstandene 9. (Preußisches)
Infanterie-Regiment der 3. Division zugeordnet.
Kompanie des 9. (Preuß.) Infanterie-
Regiments
Bundeswehr

Seit 1961 führt das Wachbataillon der Bundeswehr (zunächst nur mit
der 2. Kompanie, seit 1991 als Bataillon) die Tradition fort.

Möllendorffdegen

Im Zusammenhang mit dem Auffinden des Möllendorffdegens – Degen des Generals Johann Carl von
Möllendorff (* 20. Mai 1791, † 6. November 1860), am 4. März 1803 als Gemeiner in das Regiment Garde
Nr. 15 eingetreten und vom 30. März 1829 bis zum 12. Juli 1837 Kommandeur des I. Bataillons – wurde die
Traditionsfolge nochmals ausdrücklich auch vom Bundespräsidenten anerkannt. Seit Mitte des
19. Jahrhunderts wurde im 1. Garde-Regiment zu Fuß und danach im Infanterie Regiment Nr. 9 dieser
Degen geführt. Einst hatten die Offiziere der Garde-Infanterie diesen Degen dem scheidenden General der
Infanterie von Möllendorff gewidmet. Am 16. Januar 1932 fand im langen Stall die feierliche Übergabe des
Degens an den Kompaniechef der 1. Kompanie (Traditionskompanie) des 9. (Preuß.) Infanterie-Regimentes,
Hauptmann Graf von Schwerin statt. 1945 wurde er vom letzten Träger – um ihn vor den anrückenden
sowjetischen Truppen zu schützen – in Potsdam vergraben und erst 1991 von dessen Söhnen wieder
ausgegraben. Die Anfrage an das Bundespräsidialamt, wem dieser Degen nunmehr gehöre bzw. wer
Rechtsnachfolger der genannten Regimenter sei, wurde vom damaligen Bundespräsidenten, Richard von
Weizsäcker, der selbst Hauptmann im Infanterie Regiment 9 war, dahingehend beantwortet, dass der Degen
an das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung abzugeben sei, da es die Tradition der
Regimenter fortführe.

Bereits 1975 wurde der Degen des Vizefeldwebels August Benderoth, 3. Kompanie des 1. Garde-Regiments
zu Fuß, der im Zweiten Weltkrieg in rheinischer Erde vergraben und später wieder freigelegt wurde, der
2. Kompanie des Wachbataillons der Bundeswehr verliehen, mit der Widmung: „Möge der Degen
symbolisch an den Degen des Generals von Möllendorff erinnern“.

Der von Rohdich’sche Legatenfonds


Der 1796 verstorbene Friedrich Wilhelm von Rohdich, General der Infanterie und preußischer
Kriegsminister, brachte sein Haus mit Mobiliar in seinem Testament in eine Stiftung zur Unterstützung und
Erziehung der Kinder des Grenadiergarde-Bataillons (No. 6) ein.[25]

„Die Einkünfte meines Hauses mit den Mobiliarstücken, welches und welche ich meinem
unterhabenen Grenadiergarde-Bataillon unter den vorstehenden Bedingungen vermacht
habe, sollen, wie ich hierdurch festsetze und bestimme, zu «ewigen Zeiten» zur Erziehung
der Kinder des genannten Bataillons einzig und allein Verwendung finden.“'
Fortan wurde das „von Rohdich’sche Legatenhaus“, Pariser Platz 3
in Berlin, vermietet und mit dem Erlös die Erziehung der Kinder von
Bataillonsangehörigen finanziert. Nach Auflösung des
Grenadiergarde-Bataillons (No. 6) wurde das 1. Garderegiment zu
Fuß Nutznießer.

Die Verwaltung des Vermögens nahm ab 1824 eine


Immediatenkommission des EGRzF wahr. 1880 wurden der Stiftung
Das Legatenhaus am Pariser Platz 3
die Rechte einer juristischen Person zuerkannt.

Nach Auflösung des EGRzF im Jahr 1918 folgte 1921 die Übergabe
der Tradition an das zwischenzeitlich aufgestellte Infanterie Regiment 9 (IR 9). Eine hohe Wertsteigerung
des Berliner Grundstücks und der damit gestiegene Mieterlös ermöglichten den Erwerb von drei weiteren
Immobilien in Potsdam. Bis 1945 konnte jedes Kind eines Unteroffiziers, Mannschaftsdienstgrades und
Beamten des mittleren Dienstes des Traditionsregiments IR 9 mit einer monatlichen Ausbildungsbeihilfe
von je 30 Mark unterstützt werden.

Nach Kriegsende wurde die Stiftung durch die DDR aufgelöst und deren Vermögen dem Volkseigentum
zugeführt.

1993 widerrief das Bundesministerium der Verteidigung die Auflösung der Stiftung von 1951 und übernahm
die Stiftungsaufsicht. Aus dem „Semper talis Bund“ ging ein eigener Vorstand des Legatenfonds hervor,
bestehend aus drei aktiven und drei ehemaligen Soldaten des Wachbataillons BMVg sowie dem
Geschäftsführer. Seitdem wirkt die Stiftung, die mit dem Soldatenhilfswerk der Bundeswehr e. V. und dem
Bundeswehrsozialwerk e. V. eine Kooperation eingegangen ist sowie korporatives Mitglied des Deutschen
Bundeswehrverbandes e. V. ist, zum Wohle von Angehörigen der Bundeswehr.

Denkmäler

Denkmal in Potsdam-Bornstedt

Das älteste Denkmal wurde am 2. September 1872 im Katharinenholz in Potsdam-Bornstedt eingeweiht. Es


trug die Namen der Schlachten aus den Kriegen 1866 und 1870/1871. Nur ein Teil des Textes ist überliefert:

„Dem ehrenvollen Andenken der in den Feldzügen 1866, 1870 und 1871 mit Gott für König
und Vaterland ruhmvoll gefallenen Offiziere, Unteroffiziere u. Mannschaften gewidmet vom
Ersten Garde Regiment zu Fuss am 18ten August 1872“

Das Denkmal wurde vermutlich gleich nach dem Zweiten Weltkrieg von den damaligen Machthabern
gesprengt oder demontiert. Die Reste wurden 2008 vom Förderverein Militärmuseum Brandenburg-Preußen
e. V. geborgen.

Das alte Denkmal in St.-Privat

Am 18. August 1899 wurde von Kaiser Wilhelm II., der auch die Anregung dazu gegeben hatte, das
Denkmal in St.Privat eingeweiht. Außergewöhnlich für diese Zeit war, dass es keine
schlachtverherrlichenden Motive besaß und ausdrücklich auch das erbrachte Opfer der Gegner, der
französischen Soldaten, würdigte. Damit hebt es sich ausdrücklich von dem seinerzeit international üblichen
Gedenken ab. Wilhelm II. hob diesen Gedanken in seiner Rede ausdrücklich hervor:
„Die für das Denkmal gewählte Form ist abweichend von den sonst auf den Schlachtfeldern
üblichen. Der gepanzerte Engel stützt sich friedlich auf sein Schwert, geziert mit dem Motto
des Regimentes: Semper talis. Ich will daher, daß dieser Figur eine allgemeine Bedeutung
verliehen wird. Es steht auf diesem blutgetränkten Schlachtfeld gleichsam als Wächter für
alle gefallenen Soldaten beider Heere, des französischen wie des unseren. Denn tapfer und
heldenmütig für ihren Kaiser und ihr Vaterland sind auch die französischen Soldaten in ihr
ruhmvolles Grab gesunken. Und wenn unsere Fahnen sich grüßend vor dem erzenen
Standbild neigen werden und wehmutsvoll über den Gräbern unserer lieben Kameraden
rauschen, so mögen sie auch über den Gräbern unserer Gegner wehen, ihnen raunen, daß wir
der tapferen Toten in wehmutsvoller Achtung gedenken.“[2]

Die Inschrift auf dem von Walter Schott angelegten Ehrenmal lautete: „Den braven unvergesslichen
Kameraden. Wilhelm II. und sein Erstes Garderegiment z. F.“
Als Elsass und Lothringen nach dem Ersten Weltkrieg wieder an Frankreich fielen, wurde das Denkmal
zerstört. Die große Statue wurde 1922 offenbar eingeschmolzen. Lediglich der steinerne Sockel blieb bis
heute stehen.

Das neue Denkmal in St.-Privat

Am 20. August 1967, zwei Tage nach dem 97. Jahrestag der Schlacht bei St. Privat, wurde ein neues
Denkmal des EGRzF aus Spendensammlungen des Semper-talis-Bundes an dieser Stelle eingeweiht. Der
Gedenkstein, der bisher auf dem Kasernenhof des Wachbataillons in Siegburg gestanden hatte, wurde vom
Wachbataillon nach St. Privat geschafft und dort gemeinsam mit Pionieren der Garnison Metz aufgestellt.
Inschrift:

Am 18. August 1870 fielen beim Angriff auf St. Privat der Kommandeur Oberst v. Roeder
und 361 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Ersten Garderegiments zu Fuß.
Semper talis.

Das Semper-talis-Denkmal in Potsdam

Am 24. Juni 1924 wurde das „Semper-talis-Denkmal“, geschaffen von dem Bildhauer Franz Dorrenbach,
neben der Potsdamer Garnisonkirche eingeweiht. Auf ihm sind die Gefallenen des Ersten Garderegiments zu
Fuß geehrt worden. Aber auch die aus dem Regiment hervorgegangenen Truppen, wie das 1. Garde-
Reserve-Regiment, sind mit aufgenommen worden.

Das Denkmal trug auf seiner Vorderseite unter dem Reliefmedaillon die Inschrift:

SEMPER TALIS

An der Vorderseite des Sockels war die Widmungsinschrift zu lesen:

DEM ERSTEN
GARDE-REGIMENT ZU FUSS
UND
SEINEN TREUEN TOTEN
1914–1919

Auf der Rückseite stand die Inschrift:

Für Kaiser und Reich Für König und Vaterland starben im Weltkrieg den Heldentod im
Ersten Garderegiment zu Fuß sein Regimentsführer Oberstleutnant von Bismarck 96
Offiziere, 480 Unteroffiziere, 4025 Mannschaften
Im ersten Garde-Reserve-Regiment sein Führer
Oberstleutnant von Schmidt, 106 Offiziere, 353
Unteroffiziere, 3059 Mannschaften und in anderen
Truppenteilen zahllose aus beiden Regimentern
stammende Kameraden.

Bei einem britischen Luftangriff auf Potsdam wurde das Denkmal am 14.
April 1945 schwer getroffen. Ein Beschluss des Alliierten Kontrollrates
bildete 1946 die Grundlage zur Beseitigung des Reste teilzerstörten
Denkmals. Als besondere Demütigung wurden ehemalige Angehörige des
Ersten Garderegiments zu Fuß gezwungen, diese Sprengung durchführen:

„[…] Durch Verräter erfuhren die damaligen kommunistischen


Machthaber Namen von Kameraden, die in Potsdam wohnten und
beim Ersten Garde-Regiment gedient hatten. Sie zwangen diese
die Zertrümmerung des Ehrenmals zu vollziehen. Zu ihnen gehörte
auch der Kamerad Offers. Er war Posten am Ehrenmal bei der
Einweihungsfeier und wohnte 1945 in der Russischen Kolonie.
Durch ein Trümmerstück wurde er tödlich verletzt. Man trug ihn
tot vom Platze. […] Die Trümmer des Ehrenmals wurden in alle
Winde zerstreut.“
– ERINNERUNGEN AN DIE POTSDAMER GARNISONKIRCHE[26] Wilhelm von Hahnke als
Leutnant im 1. Garde-
Regiment zu Fuß; der
spätere Begründer des
Semper-talis-Bundes

Denkmal in Altes Denkmal in St. Einweihung des


Potsdam-Bornstedt Privat Denkmals in
Potsdam bei der
Garnisonkirche

Vereine
Der Musikverein „Traditionsmusikkorps Erstes Garderegiment zu Fuß e.V.“ mit Sitz in Lennestadt hat sich
die Musiktraditionen des Regiments zu Fuß zum Vorbild genommen und gibt Konzerte in historischen
Uniformen.[27]

Trivia
Als 18-Jähriger trat 1818 auf Druck seines Vaters der spätere Dichter Franz von Gaudy in das 1. Regiment
Garde zu Fuß in Potsdam ein. Er machte dort seine ersten satirischen Studien an Kameraden oder schrieb
ironische Verse über den öden Rekrutendrill. Besonders die damals herrschende reaktionäre Stimmung bei
der Truppe reizte den Nachahmer Heinrich Heines zu Widerspruch und Provokation. Wegen Schulden und
Duellen wurde er bald nach Breslau zu einem Linienregiment strafversetzt, blieb aber aus Mangel an
Alternativen noch bis 1833 als Offizier in abgelegenen schlesischen Grenzgarnisonen beim preußischen
Militär, obwohl er innerlich keinerlei Antrieb dazu verspürte.[28]

Der als Hauptmann von Köpenick bekannt gewordene Friedrich Wilhelm


Voigt erwarb Uniformteile eines Hauptmanns des 1. Garderegiments zu Fuß
bei verschiedenen Trödlern. In dieser Uniform führte er am 16. Oktober
1906 die Köpenickiade im Rathaus Köpenick durch. Für seinen Coup
rekrutierte er Soldaten zweier anderer Garderegimenter, nämlich sechs
Soldaten des 4. Regiments Garde zu Fuß und vier so genannten „Maikäfern“
(Soldaten des Garde-Füsilier-Regiments).

Literatur

Allgemein
Constantin Kling: Geschichte der Bekleidung, Bewaffnung und
Ausrüstung des Königlich Preußischen Heeres. Erster Teil: Die
Infanterie im Jahre 1806. Weimar 1902, Putzer & Hölzer.
Jürgen Kraus: Die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg.
Uniformierung und Ausrüstung 1914–1918. Verlag Militaria, Wien
2004.
Carl Röchling: Unser Heer. Soldatenalltag um 1890. Nachdruck
Hamburg 2001, Mittler.
Louis Schneider: Instructionsbuch für den Infanteristen. 8. Uniform des Hauptmanns im
Auflage, Berlin 1875, Nachdruck Beckum 1980, Bernhard Vogel. Ausstellungsraum des
Hans-Peter Stein/Militärgeschichtliches Forschungsamt: Symbole Rathauses Köpenick
und Zeremoniell in deutschen Streitkräften vom 18. Bis zum
20. Jahrhundert. 2. Überarbeitete Auflage, Augsburg 1991,
Weltbild.
Georg Ortenburg, Ingo Prömper: Preußisch-Deutsche Uniformen von 1640–1918. München
1991, Orbis.

Zur Garde oder zum EGR


Chronik des Ersten Garde-Regiments zu Fuß und dessen Stamm-Truppen 1675–1900. im
Auftrage des Regiments herausgegeben, Verlag von Martin Oldenbourg in Berlin 1902.
Ehren-Liste der im Ersten Garde-Regiment z. F. während des deutschen Daseinskampfes
1914-18 gefallenen, vermißten und gestorbenen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften
(= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Truppenteile des ehemaligen preußischen
Kontingents. 35a). Stalling, Oldenburg i.O. / Berlin 1924 (Digitalisat der Württembergischen
Landesbibliothek (http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/kxp166735146X)).
Ernst von Eisenhart-Rothe, Martin Lezius (Hrsg.): Das Ehrenbuch der Garde. Band I. und II:
Die preußische Garde im Weltkriege 1914–1919. bearbeitet und mit Unterstützung der
kameradschaftlichen Vereinigungen des ehemaligen Gardekorps und zahlreicher Angehöriger
seiner Formationen, Berlin/Stuttgart ohne Jahresangabe, Tradition Wilhelm
Kolk/Vaterländischer Verlag Oskar Hinderer.
Wolfgang Paul: Das Potsdamer Infanterie-Regiment 9. 1918–1945. Textband, 2. ergänzte und
verbesserte Auflage, Osnabrück 1985, Biblio.
Carl von Reinhard: Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß
zurückgeführt auf die historische Abstammung des Regiments vom 1. Bataillon Leibgarde,
vom Regiment Garde und dem Grenadier-Garde-Bataillon 1740–1857. Potsdam 1858.
Deutsches Soldatenjahrbuch 1970. 18. Deutscher Soldatenkalender, München 1970, Schild.
Semper-Talis-Bund e. V.: Semper Talis Nachrichtenblätter. (Vorkrieg) Nr. 33, 71
(Jubiläumsausgabe zum 250-jährigen Bestehen des Ersten Garderegiments zu Fuß), Potsdam
1928–1938, Selbstverlag.
Gustav von Waldersee: Das erste Garde-Regiment zu Fuss. Digitalisat (https://books.google.d
e/books?id=QTcRAAAAYAAJ)

Weblinks
Semper Talis - Erstes Garde-Regiment zu Fuß (http://www.erstes-garderegiment.de/)
Deutsche Gesellschaft für Heereskunde (http://www.deutsche-heereskunde.de/)
Verlustliste: 1. Garde Regiment zu Fuß (Offiziere) (http://www.denkmalprojekt.org/Verlustlisten/
vl_1_garde_reg_z_fuss_offiz_wk1.htm)
Semper talis Bund e. V. (http://www.semper-talis-bund.de/index.php/)
GenWiki - 1. Garde-Regiment zu Fuß (http://wiki-de.genealogy.net/1._GR_z.F.)

Einzelnachweise
1. Chronik des Ersten Garde-Regiments zu Fuß und dessen Stamm-Truppen 1675–1900. Berlin
1902.
2. Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß vom 1. Januar 1933;
ohne Verfasser
3. A. Mila: Geschichte der Bekleidung und Ausrüstung der königlich Preußischen Armee in den
Jahren 1808 bis 1878, Berlin 1878, unveränderter Nachdruck Krefeld 1970, S. 89f.
4. Chronik des Ersten Garde-Regiments zu Fuß und dessen Stamm-Truppen 1675–1900. Berlin
1902, S. 6.
5. Chronik des Ersten Garde-Regiments zu Fuß und dessen Stamm-Truppen 1675–1900, Berlin
1902, S. 7
6. Zeitschrift für Heereskunde Nr. 352 Nov./Dez. 1990 S. 156
7. http://www.erstes-garderegiment.de
8. L. Schneider: Des Soldatenfreundes Instructionsbuch für den Infanteristen unveränderter
Nachdruck der 8. Auflage, Berlin 1875, im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für
Heereskunde e. V., Beckum 1980; S. 12
9. L. Schneider: Des Soldatenfreundes Instructionsbuch für den Infanteristen unveränderter
Nachdruck der 8. Auflage, Berlin 1875, im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für
Heereskunde e. V., Beckum 1980; S. 12f.
10. L. Schneider: Des Soldatenfreundes Instructionsbuch für den Infanteristen unveränderter
Nachdruck der 8. Auflage, Berlin 1875, im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für
Heereskunde e. V., Beckum 1980; S. 14
11. Martin Lezius: Fahnen und Standarten der alten preußischen Armee nach dem Stande vom 1.
August 1914, München 1981, ISBN 3-88014-070-7, S. 43
12. Es war die erste neue Fahne, die von ihm verliehen worden war.
13. Martin Lezius: Fahnen und Standarten der alten preußischen Armee.; Stuttgart 1935,
Franckh’sche Verlagsbuchhandlung
14. http://www.erstes-garderegiment.de/ und Zeitschrift für Heereskunde Nr. 32, August 1931
15. Chronik des Ersten Garde-Regiments zu Fuß und dessen Stamm-Truppen 1675–1900. Berlin
1902, S. 6, Angaben bis 1898.
16. gefallen bei Groß-Görschen am 2. Mai 1813
17. Ein Berner im Dienste dreier Monarchen Berlin-Warschau-Neapel; in: Zeitschrift für
Heereskunde Nr. 394 1999
18. Gustav v. Kessel: Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß
1857–1871. Berlin 1881, S. 41.
19. Gustav v. Kessel: Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß
1857–1871. Berlin 1881, S. 41–53.
20. Gustav v. Kessel: Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß
1857–1871., Berlin 1881, S. 45.
21. Gustav v. Kessel: Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß
1857–1871., Berlin 1881, S. 44.
22. Gustav von Kessel: Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß
1857–1871., Berlin 1881, S. 47.
23. Gustav v. Kessel: Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß
1857–1871., Berlin 1881, S. 63.
24. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918. Teil
VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-
14-4, S. 15.
25. http://www.legatenfonds.de
26. in: Semper Talis. (Zeitschrift des Semper Talis Bundes), Nr. 41, März 1972, S. 464ff.
27. Traditionsmusikkorps 1. Garderegiment zu Fuß e.V. (http://www.traditionsmusikkorps-erstesgar
deregiment.de/)
28. Johannes Edmund Reiske: Franz Freiherr von Gaudy (= Palaestra Band LX). Verlag Mayer &
Müller, Berlin 1906, S. 5–7.

Anmerkungen
1. als Selbstranzionierte wurden Soldaten bezeichnet, die aus der Kriegsgefangeschaft geflohen
waren und zur Truppe zurückkehrten. Demgegenüber bezeichnete man regulär aus der
Kriegsgefangenschaft Entlassene als Ranzionierte
2. In der damaligen Zeit gab es keinen Urlaub im heutigen Sinne, wo man pro Jahr auf eine
bestimmte Anzahl Tage Anspruch erheben kann. Selbst den Anspruch auf Urlaub gab es nicht.
Soldaten und Offiziere konnten im Bedarfsfall Urlaub bei ihren Vorgesetzten beantragen. Je
nach gewünschter Dauer musste eine höhere Dienststelle das Gesuch bewilligen.
3. Sohn des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen, letzten Herrschers des
hohenzollernschen Stammlandes
4. entwickelten, das heißt auseinandergezogenen, nicht dicht beieinander stehenden Reihen
5. Zu dieser Zeit war die einzige Dienstwaffe der Offiziere ein Degen (Grenadiere) oder Säbel
(Füsiliere). In der Regimentschronik wurden diese Waffenkäufe humorvoll so kommentiert:
Augenscheinlich war man sich nicht ganz klar über den Charakter der bevorstehenden
Schlachten, und die erregte Einbildungskraft schuf sich Bilder von Kampf und Handgemenge
mit Kroaten und allerhand unregelmäßigem Kriegsvolk
6. Eine Hofdame der Königin, die zwei Söhne als Offizier bzw. Offizieranwärter im 1. Garde-
Regiment zu Fuß hatte
7. eine preußische Meile maß 7,5 Kilometer
8. Drei Taler entsprachen für einen Grenadier oder Füsilier dem eineinhalbfachen Monatssold,
100 Taler waren der Sold für mehr als vier Jahre.
9. Die Drillichjacken waren weiß und wurden gewöhnlich in der Kaserne zur Ausbildung oder zu
Arbeiten getragen. Sie waren strapazierfähiger und billiger als die eigentlichen, blauen
Uniformröcke.
10. die 4. Kompanie befand sich noch zur Bewachung des Gepäcks weiter hinten
11. Das bedeutete, dass die Kompanie von den ortsansässigen Bauern und Unternehmern
geeignete Fuhrwerke requirieren sollte.
12. Die Leute des Regiments kannten einander nicht unbedingt persönlich, konnten die
Regimentszugehörigkeit aber an der Uniform erkennen.
13. Drei, vier oder mehr zusammengestellte Gewehre werden als Gewehrpyramide bezeichnet.
Diese werden gewöhnlich zusammengestellt, wenn die Truppe rastet oder Arbeiten versieht,
bei denen die Gewehre stören würden.

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Diese Seite wurde zuletzt am 24. April 2020 um 13:59 Uhr bearbeitet.

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