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1.

Germanistik
Germanistik ist die akademische Disziplin der Geisteswissenschaften, die
die deutsche Sprache und deutschsprachige Literatur in ihren historischen und
gegenwärtigen Formen erforscht, dokumentiert und vermittelt. In einem weiteren
Verständnis hat sie die Aufgabe, die germanischen Sprachen mit ihren Kulturen
und Literaturen zu erforschen.
Germanistik wird oft synonym verwendet mit der Fachbezeichnung Deutsche
Philologie oder Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft.

2. Sprachwandelgesetz
Unter Sprachwandelgesetz wird in der Linguistik zweierlei verstanden:

1. ein Konzept, wie es von Helmut Lüdtke 1980 in seiner


Untersuchung Kommunikationstheoretische Grundlagen des
Sprachwandels als eine Art Ring-Modell für
die morphologische Entwicklung von Sprachen vorgestellt wird. Dabei wird
der Sprachwandel als ein ständiger Wechsel zwischen phonetischer
Vereinfachung und lexikalischer Differenzierung verstanden. Auch die
sog. Lautgesetze sind hier zu nennen. Frühe Kritik an dem Gesetzesbegriff,
der in „Lautgesetz“ steckt, stammt von Rozwadowski (1925), der sie
lediglich für „general statements of tendency“ (Adamska-Sałaciak 1993:17)
hält.
2. In der Quantitativen Linguistik ist das Sprachwandelgesetz eines der vielen
mathematisch formulierten und empirisch überprüften Sprachgesetze. Es
besagt, dass beliebige Sprachwandelprozesse einen gesetzmäßigen Verlauf
nehmen. Sprachwandel beginnen langsam, beschleunigen sich und
verlangsamen sich dann wieder. Das Sprachwandelgesetz ist in
der Linguistik auch unter dem Namen Piotrowski-Gesetz bekannt, benannt
nach dem St. Petersburger Linguisten Rajmund G. Piotrowski, der offenbar
als erster zusammen mit A. A. Piotrowskaja eine mathematische
Modellierung versuchte. Dieser Vorschlag wurde von Altmann (1983)
sowie Altmann u. a. (1983) kritisiert und weiterentwickelt. Es handelt sich
um ein Gesetz, das in anderen Wissenschaften seit Pierre-François
Verhulst (1838) zunächst als Modell für die Bevölkerungsdynamik, später
auch für die Ausbreitung von Krankheiten oder Gerüchten und viele andere
Prozesse als logistisches Gesetz bzw. Wachstumsgesetz bekannt ist. Die
Erkenntnis, dass dieses Gesetz auch bei Sprachwandelprozessen zu
beobachten ist, lässt sich spätestens seit Kaj B. Lindgren (1961)
nachweisen.
Man unterscheidet zwei Formen des Gesetzes:
1. den vollständigen oder unvollständigen Sprachwandel; in diesem Fall breitet
sich ein sprachliches Phänomen aus, bis es entweder alle alten Formen
ersetzt hat oder an eine von der Sprachgemeinschaft tolerierte Grenze
gestoßen ist. Ein vollständiger Sprachwandel hat im Deutschen
stattgefunden, in dem das mittelhochdeutsche was (1., 3. Person, Indikativ,
Präteritum des Verbs sein) vollständig durch war ersetzt wurde.
Unvollständige Sprachwandel sind im Wortschatz zu beobachten, etwa in
der Zunahme des Wortschatzes einer Sprache oder speziell in der Zunahme
von Entlehnungen. Auch der Verlust von sprachlichen Phänomenen folgt
diesem Gesetz; es ändert sich nur ein Vorzeichen.
2. den reversiblen Sprachwandel; dieser besteht darin, dass ein sprachliches
Phänomen sich zunächst ausbreitet und dann wieder abnimmt oder gar
verschwindet; auch der umgekehrte Fall kommt vor. Man kann z. B.
beobachten, dass einzelne Wörter zunächst im Gebrauch zu- und dann
wieder abnehmen; man denke etwa an Tamagotchi. Ein relativ aktuelles
Beispiel ist auch Kampfhund. Auch der Stilwandel oder die Wahl von
Vornamen unterliegen oft solchen Entwicklungen.
Ein und derselbe Typ von Sprachwandel kann unter verschiedenen Bedingungen
unterschiedliche Formen annehmen. Vulanović & Baayen (2007) entwickeln das
logistische Gesetz so weiter, dass es auch solchen komplexen Verhältnissen
gerecht werden soll und wenden es auf ein Beispiel aus der Syntax des Englischen
(die Geschichte der do-Umschreibung) an.
3. Entlehnung

Entlehnung ist die Übernahme sprachlicher Bestandteile aus einer Sprache in eine


andere. Auf diesem Wege entstehende Wörter nennt man Lehnwörter. Die
sprachliche Entlehnung ist neben Wortbildung und Bedeutungswandel eines der
drei Hauptverfahren, um bei Bedarf neue Wörter für eine Sprache zu gewinnen.
Damit ist Entlehnung ein wichtiger Faktor im Sprachwandel und ein Gegenstand
der Bezeichnungslehre (Onomasiologie).
Sprachliche Entlehnung lässt sich unterscheiden
als lexikalische, semantische und syntaktische Entlehnung.

4. Neubildung

Neubildung: in der Sprachwissenschaft: Neologismus, die Bildung eines neuen


Wortes bzw. Ausdrucks oder einer neuen Bedeutung zu einem bereits bestehenden
Wort bzw. Ausdruck

5. Historisch-vergleichende Methode
Die historisch-vergleichende Methode ist eine der bedeutendsten Errungenschaften
der Sprachwissenschaft. Das Wesen dieses sprachwissenschaftlichen
Forschungsverfahrens besteht im Vergleich verschiedener Entwicklungsstufen
einer Sprache, um die Gesetzmassigkeiten ihrer Entwicklung aufzudecken.
Diese Methode bestimmt auch die Verwandschaft verschiedener Sprachen. Der
Vergleich des Wortschatzes, der Laute, des grammatikalischen Formensystems
und der syntaktischen Erscheinungen verschiedener verwandter Sprachen auf
ihrer ältesten Überlieferten Stufe fuhrt dann zur Rekonstruktion der Grundsprache,
die jedoch nicht als Hauptziel der Erforschung einer Sprache betrachtet werden
darf.

6. Die Straßburger Eide 
vom 14. Februar 842 sind ein bemerkenswertes zweisprachiges Dokument
in Althochdeutsch und Altfranzösisch bzw. nach Erkenntnissen der
modernen Sprachwissenschaft in einer romanischen Sprache (Langues d’oïl) und
einem westgermanischen, fränkischen Dialekt, wobei umstritten ist, inwieweit es
eine Kontinuität zu den modernen Nationalsprachen gibt.

7. Deutsch
Der Begriff deutsch leitet sich
vom althochdeutschen diutisc (westfränkischen *Þeodisk) ab, was ursprünglich
„zum Volk gehörig“ bedeutete (germanisch Þeudā, althochdeutsch diot [a], Volk).
Mit diesem Wort wurde vor allem die Volkssprache aller Sprecher eines
germanischen Idioms in Abgrenzung zum Welschen der
romanischen Nachbarvölker, dem Französischen oder Italienischen und auch in
Gegensatz zum Latein der christlichen Priester im eigenen Gebiet der
germanischen Völker bezeichnet.

8. Das Oberdeutsche
Das Oberdeutsche umfasst das Alemannische und Bayerische. Diese Mundarten
waren sich in ahd. Zeit wesentlich näher als später. In alemannischer Mundart
entstanden die meisten Glossensammlungen, die Werke von Notker und "Der alte
Physoliogus", in bayerischer Mundart ebenfalls Glossen sowie dichterische
Denkmäler: das Wessorbrunner Gebet, Muspilli und Merigato (11.Jh). Zum
Oberdeutschen gehört auch das Südfränkische.

9. Das Mitteldeutsche
Das Mitteldeutsche bilden die fränkischen Mundarten: Mittelfränkisch,
Rheinfränkisch und Ostfränkisch. Im ostfränkischen Dialekt wurden "Tatian" und
Willirams hohes Lied von Salomo geschrieben. In Rheinfränkisch sind verfasst:
Isidor, die Straßburger Eide, das Ludwigslied und Otfrieds Evangelienharmonie.

10.Niederdeutsche Mundarten
Zu den niederdeutschen Mundarten gehört das Niederfränkische, das
Niederländische Sprache gebildet hat. Das Altsächsische (Niedersächsische) wird
als selbstständige Sprache betrachtet. Die wichtigste Quelle dieser Sprache ist
„Hildebrandslied“.

11.Sprachkörper

Sprachkörper - phonologisches System,  Formenbestand, Wortbildung,


Wortschatz.

12.Mundart
Ein Dialekt , auch als Mundart bezeichnet, ist eine lokale oder
regionale Sprachvarietät. Er kann sich von anderen Dialekten wie auch von
der Standardsprache (ursprünglich Schriftsprache) in allen Sprachbereichen,
wie Phonologie (Lautsystem), Grammatik – (Morphologie)
(Formenlehre), Syntax (Satzlehre) – Lexik (Wortschatz)
und Idiomatik unterscheiden.
Vom Begriff „Dialekt“ ist der Begriff Akzent abzugrenzen, der sich nur auf die
Aussprache bezieht.
Derjenige Teil der Sprachwissenschaft, der sich mit der Beschreibung der Dialekte
befasst, heißt Dialektologie. In der neueren Linguistik befasst sich auch
die Soziolinguistik mit Dialekten. Soweit literarische Werke in einem Dialekt
verfasst sind, spricht man von Dialektliteratur.

13.Glossen
Glossen — Einzelne deutsche Wörter über den lateinischen Text oder am Rand
geschrieben. Das älteste deutsche Schriftdenkmal ist die Übersetzung eines
lateinischen Wörterbuchs um 770 im bairischen Kloster Freising, der Abrogans
nach dem ersten Wort benannt. Es ist alemannisch verfaßt.

14."Tatian "
Es ist die Übersetzung (aus dem Lateinischen in das Osrfränkische) der
"Evangelienharmonie" (Bibeltext) des christlichen Schriftstellers Tatian aus Syrien
(II.Jh.). Diese Übersetzung wurde in Fulda um 830 von sechs unbekanten
Mönchen angefertigt. Das ist eines der bedeutenden ahd. Sprachdenkmäler. Die
Übersetzung ist stark vom Latein beeinflusst.

15."Isidor "
Es  ist die Übersetzung des theologischen Traktats des spanischen Erzbischofs von
Sevilla Isidor (560 - 636)." Über den katholischen Glauben ". Die Übersetzung
entstand Ende des 8. Jh. Der Verfasser ist unbekannt.

16.Konsonantismus
Jacob Grimm (1822 Deutsche Grammatik): erste (germanische)
Lautverschiebung (Grimmsches Gesetz, Grimm’s law)
Die germanische (im germanistischen Zusammenhang „erste“)
Lautverschiebung (fachsprachlich kurz „Grimm“, englisch auch Grimm’s
law genannt) kennzeichnet den Übergang
vom (ur)indogermanischen zum (ur)germanischen Konsonantensystem.
Diese Lautverschiebung bewirkte eine deutliche Differenzierung zwischen dem
(Prä-)Germanischen und den übrigen sich differenzierenden indogermanischen
Sprachen. Sie fand wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des
1. Jahrtausends v. Chr. statt.
Die stimmlosen behauchten Verschlusslaute + die unbehauchten Varianten sind zu
stimmlosen Reibelauten geworden:
ph ~ p > f (lat. pater ~ dt. Vater)
th ~ t > þ (lat. tres ~ eng. three)
kh ~ k > Χ (h) (lat. cord ~ dt. Herz)
Die L. erfasste die stimmlosen Verschlusslaute nicht, die das zweite Glied einer
Konsonantengruppe bildeten.(sp, st, sk)
• sk wurde zu ſ durch die Palatalisierung
• k >Χ (ahd. fisc > dt. Fisch)

17.Vokalismus
Abschwächung: nach der Verlagerung des dynamischen Akzents auf die erste
Silbe des Wortes → Abschwächung der nebentonig gewordenen Endsilben

18.Kasus
Der Kasus ( der Fall) ist eine grammatische Kategorie, das heißt eine Kategorie in
der Flexion der nominalen Wortarten. Sie drückt die Abhängigkeit eines Satzteils
aus, der von einem Wort regiert wird, oder bezeichnet verschiedene adverbielle
Funktionen. Deshalb kann sie genauer auch als eine morpho-syntaktische
Kategorie bezeichnet werden.

19.Ablaut

Ablaut (auch Apophonie) wird ein Wechsel


des Vokals innerhalb etymologisch zusammengehöriger Wörter oder Wortteile in
den indogermanischen Sprachen genannt. Der Begriff wurde 1819 von Jacob
Grimm in die Sprachwissenschaft zur Bezeichnung des regelmäßigen Wechsels im
Stammvokal bei der Flexion der germanischenstarken Verben eingeführt (er wurde
vereinzelt schon früher ähnlich verwendet, allerdings noch nicht als klar
umrissener Fachbegriff).

Es wird zwischen qualitativem Ablaut (Wechsel der Vokalfärbung) und


quantitativem Ablaut (Wechsel der Vokallänge) unterschieden. Die Bezeichnung
für die Ablautstufen ist nicht einheitlich. In der Regel unterscheidet man beim
indogermanischen Ablaut zwischen drei Stufen:

·         Vollstufe (auch Grundstufe oder Normalstufe)

·         Dehnstufe (Langstufe)

·         Nullstufe (auch Schwundstufe oder Reduktionsstufe).

20.Urgermanisch 
Urgermanisch (auch Protogermanisch) nennt man die hypothetische
Vorläufersprache aller germanischen Sprachen, gewissermaßen die Ursprache der
germanischen Sprachfamilie, zu der unter anderem die heutigen
Sprachen Deutsch, Englisch, Niederländisch oder Schwedisch zählen. Es
entwickelte sich möglicherweise im 2. Jahrtausend v. Chr., spätestens im 1.
Jahrtausend grob rund um die westliche Ostsee, nach anderen Quellen etwas weiter
südlich um den Harz herum.

21.Die zweite Lautverschiebung


Als deutsche oder zweite
Lautverschiebung (auch: hochdeutsche oder althochdeutsche Lautverschiebung)
wird ein regelhafter Lautwandel im Bereich des Konsonantismus verstanden, durch
den sich die nachmaligen hochdeutschen Dialekte von den
übrigen altgermanischen Varietäten fortentwickelten.
Zwei Konsonantenverschiebungen haben geschichtlich
vom Indogermanischen über das Germanische zum Deutschen geführt:
die erste und die zweite Lautverschiebung.Durch die deutsche oder zweite
Lautverschiebung wurde aus den südlichen westgermanischen
Dialekten die althochdeutsche Sprache. Die Grenze dieser Lautverschiebung
verläuft von West nach Ost, heute mehr oder weniger am Mittelgebirgsrand; sie
wird als Benrather Linie bezeichnet.
Bei der zweiten Lautverschiebung handelte es sich um einen längerfristigen und
mehrphasigen Prozess, der zu Beginn der Überlieferung des Althochdeutschen im
8. Jahrhundert n. Chr. noch nicht ganz abgeschlossen war. Die Ursachen für diese
Lautverschiebung werden in der Forschung seit langem kontrovers diskutiert, ein
Konsens besteht bis heute nicht.

22.Die hochdeutschen Dialekte 
Die hochdeutschen Dialekte befinden sich südlich der Benrather Linie (vereinzelt
wird auch die Uerdinger Linie zur Trennung genommen) und zerfallen wiederum
in mittel- und oberdeutsche Subdialekte. Sie umfassen
regionale Sprachvarietäten der höher gelegenen Gebiete des deutschen
Sprachraumes und weisen als gemeinsames Charakteristikum die vollständig oder
teilweise durchgeführte zweite oder (alt)hochdeutsche Lautverschiebung auf.
Die allgemein gebräuchliche Kurzbezeichnung „Hochdeutsch“ kann leicht
missverstanden werden, da sie von den meisten Sprechern gleichbedeutend mit
„Standarddeutsch“ bzw. „Schriftdeutsch“ gebraucht wird. In diesem Artikel geht es
beim „Hochdeutschen“ im Sinne einer regionalen Sprachvarietät in den höher
gelegenen Gebieten des deutschen Sprachraums, das sich, historisch betrachtet, in
einem engen Dialektkontinuum mit den nördlich von ihm befindlichen regionalen
Sprachvarietäten (Niedersächsisch und Niederfränkisch) in den niederen Gebieten
des deutschen und niederländischen Sprachraums befand.

23.Benrather Linie
Benrather Linie oder auch maken-machen-Linie bezeichnet in
der Germanistik eine Isoglosse innerhalb des kontinentalwestgermanischen
Dialektkontinuums. Sie trennt das Hochdeutsche und die mitteldeutschen
Mundarten vom Niederdeutschen und Niederfränkischen.
Die Benrather Linie markiert den nördlichen Bereich der zweiten
Lautverschiebung und wird mit der Tenuisverschiebung k → ch in Verbindung
gebracht. Die Isoglosse bezeichnet den Verlauf des
nördlichen Verbes maken gegenüber dem südlicheren machen. Die Benennung der
Benrather Linie erfolgte 1877 durch den Sprachwissenschaftler Georg
Wenker nach dem Ort Benrath, in dessen Nähe sie den Rhein überschreitet. Mit
der Uerdinger Linie besitzt diese Isoglosse eine jüngere nordwestliche Nebenlinie.
24.Die Uerdinger Linie 
Die Uerdinger Linie oder ik-ich-Linie bezeichnet in der Germanistik die ik/ich-
Isoglosse. Nebenformen sind ek bzw. ech.
Nördlich dieser Isoglosse sagt man zum Beispiel: „Ik goh noh Hus“ und südlich
davon ist das hochdeutsche „ich“ bzw. das mundartliche „ech“, „esch“ oder „isch“
Bestandteil des Dialektes, dort spricht man: „Isch jon noh Huus“ für „Ich gehe
nach Hause“.

25.Konsonantengemination 
Die westgermanische Konsonantengemination ist ein Lautgesetz, das
alle Konsonanten außer r betrifft. Steht der Konsonant nach einem Kurzvokal und
vor einem Sonoranten, wird der Konsonant geminiert, wobei die Regelmässigkeit
dieses Lautgesetzes von mehreren Faktoren abhängt. Im Germanischen existieren
noch weitere Lautgesetze, die die Entstehung von Geminaten gefördert haben, so
zum Beispiel Assimilationen in Resonantenclustern, Kluges
Gesetz oder Holtzmanns Gesetz. Die Datierung ist umstritten. Auf jeden Fall ging
sie der Althochdeutschen Lautverschiebung und dem Wegzug der Angelsachsen
voraus, so dass ein Zeitraum zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert n. Chr. zur
Diskussion steht.

26.Brechung

Brechung (auch a-Umlaut genannt) bezeichnet in der Historischen


Linguistik verschiedene assimilatorische Vokalveränderungen. Der Begriff wurde
von Jacob Grimmeingeführt.

Im Althochdeutschen bezeichnet er die Senkung von germanisch /i/, /u/ und /eu/ zu


althochdeutschem /e/, /o/ und /eo, io, ie/, wenn die folgende Silbe ein /a/, /e/
oder /o/ enthielt und kein Nasal (/n/ bzw. /m/) dazwischen stand.

27.Umlaut
Unter Umlaut versteht man die assimilatorische Veränderung der Vokale a, o, u in
der Wurzel unter dem Einfluss von Vokalen im Suffix oder in der Flexion. Der
Umlaut ist in allen germ. Sprachen (außer dem Gotischen) in 5. u. 6. Jhdt. unserer
Zeitrechnung verbreitet. Im Ahd. entstand er unter dem Einfluss von i oder seiner
Variante j und er breitete sich von Norden nach Süden aus. Man unterscheidet
primären und sekundären Umlaut.

28.Primärumlaut
Der Primärumlaut betrifft nur die Veränderung von а > е; er ist für 8. u. 9. Jhdt.
charakteristisch: gast ‘Gast’ ~ gesti ‘Gäste’; faran ‘sich fortbewegen’ ~ feris
(2.P.Sg. Präs.).

29.Sekundärumlaut

Im Zuge einer zweiten Umlautperiode zu Beginn des 10. Jahrhunderts werden nun
die ehemals im Althochdeutschen geltenden Umlauthinderungen beseitigt. Dieser
nachträglich eingetretene Umlaut wird als Sekundärumlaut bezeichnet. Das als
Ergebnis des primären Umlauts entstandene е wird in der Fachliteratur mit ẹ
bezeichnet. Viel spricht dafür, dass das ahd. ё (aus germ. е < idg. е) offener war als
ẹ.

30.Restumlaut

Zeitgleich zum Sekundärumlaut tritt nun auch die Umlautung sämtlicher


anderer Vokale und Diphtonge ein. Diese bezeichnet man als Restumlaute.

31.Monophthongierung

Im Ahd. betraf die Monophthongierung die beiden alten germ. Diphthonge ai und au (<
idg. o/a und о/а). Dieser Prozess, wie auch der Primärumlaut, verbreitete sich
von Norden nach Süden. Je nach Stellung ergaben germ. ai und au im Ahd.
verschiedene Reflexe.

32.Diphthongierung
Der germ. Diphthong ai ist in ahd. ē vor h, r, w übergegangen; in den anderen
Positionen wurde er verengt und ist in ei übergegangen:
1. got. saiws ‘Meer, See’ ~ ahd. sēo, sēwes (Genitiv); got. maiza ‘mehr’ ~ ahd.
mēro;
2. got. ains ‘ein’ ~ ahd. ein, got. dails ‘Teil’ ~ ahd. teil.
Auf die gleiche Weise entwickelte sich auch der Diphthong au: vor h und den
Dentalen d, t, z, s, r, l, n wurde er > ō; in den übrigen Positionen wird au verengt,
d.h. geht in ou über:
1. got. hauhs ‘hoch’ ~ ahd. hōh; got. laun ‘Auszeichnung’ ~ ahd. lōn;
2. got. haubiþ ‘Kopf’ ~ ahd. houbit; got. galaubjan ‘glauben’~ ahd. gilouben.
Der entgegengesetzte Prozess – die Diphthongierung – hat die ahd. Langvokale
betroffen:
1. Langes germ. ē2 (aus idg. ē entstanden, → I 2.2.1) wurde ab dem Ende des
8. Jhdts. diphthongiert (davor blieb es als ē2 erhalten); germ. ē2 > ahd. еа, und
dann еа > ia, ie: got. hēr ‘hier’ ~ ahd. hear, hiar, hier; got. fēra ‘Seite’ ~ ahd.
feara, fiara.
2. Langes ō wurde zu uo diphthongiert – vor allem in den fränkischen (8. Jhdt.)
und dann in den anderen Dialekten (am Ende des 9. Jhdts.): got. brōþar
‘Bruder’ ~ ahd. bruoder; got. fōtus ‘Fuß’ ~ ahd. fuoz.

33.Wurzelnomina
Zu den sogenannten Wurzelnomina (bei diesen Substantiven gab es kein
stammbildendes Suffix) zählte im Ahd. eine kleine Gruppe von Wörtern,
Maskulina und Feminina: man ‘Mensch, Mann’, naht ‘Nacht’, brust ‘Brust’, buoh
‘Buch’, burg ‘Stadt’ usw. Das Charakteristikum dieser Deklination ist das
(vollständige oder teilweise) Fehlen von Flexionsendungen im Singular.

34.Ableitung
(Prozess und Ergebnis der) Bildung neuer Wörter mit Hilfe
grammatischer Morpheme (mit Ausnahme der Flexionsmorpheme)
LinguistikBereich der Wortbildung und damit der Morphologie, der sich mit der
Analyse und den Regeln der Bildung von Ableitungen befasst.

35.Suffigierung
Suffigierung beschreibt einen Prozess, bei dem ein Affix einer Wortwurzel oder
einem Wortstamm nachgestellt wird. Das Suffix ist in der Regel ein gebundenes
Morphem, das einem freien, lexikalischen Morphem angehängt wird. Die
Suffigierung dient so der Derivation oder der Flexion. Mit Flexion ist die
Realisierung grammatischer Merkmale gemeint, während mithilfe der Derivation
neue Lexeme gebildet werden, indem häufig ein Wort in eine andere Wortart
überführt wird.

36.Affigierung
Die Affigierung beschreibt einen Prozess, bei dem Affixe mit
einem Wortstamm oder einer Wortwurzel verbunden werden. Die Affigierung
dient der Derivation und der Flexion. Es gibt verschiedene Formen der
Affigierung. Im Deutschen werden Affixe primär vor oder nach einem Lexem
angefügt. Affixe, die vor dem Lexem stehen, mit dem sie ein neues Wort bilden,
nennt man Präfixe. Affixe, die am Ende eines Lexems angefügt werden, nennt
man Suffixe.
Die Affigierung erfüllt verschiedene Funktionen. Neben der Derivation oder der
Flexion können mithilfe von Affixen auch Partizipien gebildet werden, indem
diese sowohl vor als auch nach dem Wort angefügt werden (Zirkumfigierung).

37.Affix
Affix (lat. affixum, ‚das Angeheftete‘) wird als Oberbegriff für alle Begriffe
verwendet, mit denen Morpheme hinsichtlich ihrer Position beschrieben werden.
Ein Affix ist ein unselbstständiges Morphem, das an eine Wortwurzel oder
einen Wortstamm angefügt wird. Morpheme sind bedeutungssprachliche Einheiten
und Grundbausteine für Wörter und dienen als Ausgangsform für Wortbildung und
Flexion.
Affixe werden nach ihrer Funktion in Wortbildungs- und Flexionsaffixe
unterschieden. Wort-bildungsaffixe ändern die lexikalische Kategorie eines Wortes
oder Bedeutung, während Flexionsaffixe grammatische Merkmale an einer Wurzel
realisieren. Wortbildungsaffixe können vor oder nach einer Wurzel stehen,
Flexionsaffixe können nur nach einer Wurzel stehen. Ein Affix, das der Wurzel
vorausgeht, nennt man Präfix . Wird ein Affix hingegen der Wurzel nachgestellt,
spricht man von einem Suffix, während ein Zirkumfix die Wurzel umschließt.

38.Suffix
Ein Suffix (lat. suffixum, ‚das an, unter etwas Angeheftete‘) bezeichnet
ein unselbstständiges Morphem, das einer Wortwurzel oder
einem Wortstamm nachgestellt wird. Morpheme sind bedeutungssprachliche
Einheiten und Grundbausteine für Wörter und dienen als Ausgangsform
für Wortbildung und Flexion.
Man unterscheidet zwischen Wortbildungs- und Flexionsaffixen. Suffixe können
in beiden Varianten auftreten, das heißt, sie können sowohl die lexikalische
Kategorie oder Bedeutung eines Wortes ändern (Derivation) als auch
grammatische Informationen realisieren. Den Prozess der Anfügung eines Suffixes
nennt man Suffigierung.

39.Präffix
Ein Präfix (lat. praefixum, ‚das vorn Angeheftete‘) bezeichnet
ein unselbstständiges Morphem, das einer Wortwurzel oder
einem Wortstamm vorausgeht, mit dem es ein neues Wort bildet. Morpheme sind
bedeutungssprachliche Einheiten und Grundbausteine für Wörter.
Man unterscheidet zwischen Wortbildungs- und Flexionsaffixen. Präfixe
sind Wortbildungsaffixe, das heißt, sie ändern die lexikalische Kategorie oder die
Bedeutung eines Wortes (Derivation). So entstehen unter anderem verbale
Präfixderivate (belüg(en)). Den Prozess der Anfügung eines Affixes vor einen
Wortstamm nennt man Präfigierung.

40.Präfigierung
Präfigierung beschreibt einen Prozess, bei dem ein Affix mit
einer Wortwurzel oder einem Wortstamm verbunden wird. Wortwurzeln und
Wortstämme sind die Ausgangsform für Wortbildung und Flexion. Das Präfix ist
ein Affix, das vor dem Lexem steht, mit dem es ein neues Wort bildet.
Die Präfigierung dient der Derivation, also der Entstehung eines neuen Lexems
und der Bedeutungsänderung von Wörtern.

41.Zirkumfix
Zirkumfix: Affixkombination aus Präfix und Suffix; fungiert in der
kombinatorischen Derivation als eine diskontinuierliche UK (Ge- ... -e bei Gerede,
un- ... -lich bei unwiederbringlich.

42.Vokalharmonie
Die Vokalharmonie (auch Synharmonismus) ist ein phonologischer Prozess, bei
dem mehrere Vokale bezüglich bestimmter Merkmale aneinander angeglichen
werden.
Vokalharmonie bezeichnet die Erscheinung, dass der Vokal der Stammsilbe die
Verwendung von bestimmten Vokalen in den Folgesilben des Wortes und in
den Enklitika bedingt. Vokalharmonie macht in erster Linie für agglutinierende
Sprachen Sinn, da diese mit Endungen (Suffixe) arbeiten. Sie ist ein
charakteristisches Lautgesetz in den finno-ugrischen Sprachen und
den Turksprachen. Im weiteren Sinn ist die Vokalharmonie jede Angleichung von
Vokalen an den Artikulationsort oder die Artikulationsart eines anderen Vokals. Es
handelt sich also um einen Assimilationsvorgang. Die Entstehung der Umlaute in
den germanischen Sprachen fällt in diese Kategorie eines Assimilationsvorganges,
nicht der Vokalharmonie im engeren Sinne.
Der Vorgang ist, wie andere Assimilationsprozesse auch, an bestimmte Domänen
gebunden, in den meisten Fällen an das phonologische Wort. In einigen Sprachen
kann es vorkommen, dass nur bestimmte Vokale harmonieren, während andere für
den Prozess transparent sind, was bedeutet, dass diese Vokale dem Prozess der
Vokalharmonie nicht unterliegen.
In den meisten Fällen betrifft die Vokalharmonie die
Merkmale gerundet/ungerundet bzw. geschlossen/offen.
43.Vokal
Ein Vokal (von lateinisch [litera/littera] vocalis ‚tönender [Buchstabe]‘;
zu vox ‚Stimme‘) oder Selbstlaut ist ein Laut, bei
dessen Artikulation der Phonationsstrom weitgehend ungehindert durch den Mund
ausströmen kann. Vokale sind im Allgemeinen stimmhaft.

44.Wort
Ein Wort ist eine selbständige sprachliche Einheit. In der natürlichen
Sprache besitzt es – im Gegensatz zu einem Laut oder einer Silbe – eine
eigenständige Bedeutung.
Das „Wort“ wird begrifflich zumeist vom Phonem, vom Morphem,
der Syntagma sowie dem Satz abgegrenzt. Allerdings kann tatsächlich auch ein
einziges Wort einen Satz bilden, genauso wie das Wort aus nur einem einzigen
Morphem und dieses wiederum aus nur einem einzigen Phonem bestehen kann,
Beispiel: Oh!

45.Wortbildung
Die Wortbildung ist ein Gegenstandsbereich der Grammatik, und bildet eine der
zwei Hauptabteilungen der linguistischen Morphologie (die andere ist die Flexion:
die Bildung von Wortformen). Als Wortbildung bezeichnet man sprachliche
Verfahren, mit denen neue Wörter (Lexeme) auf der Basis schon vorhandener
sprachlicher Mittel erzeugt werden. Wortbildung ist
neben Bedeutungswandel und Entlehnung eine der wesentlichen Formen
der Wortschatzerweiterung. Als solche handelt es sich um Verfahren
der lexikalischen Innovation.

46.Flexion
In der Grammatik bezeichnet Flexion (lateinisch flexio ‚Biegung‘) die Änderung
der Form eines Wortes (eines Lexems) zum Ausdruck seiner grammatischen
Merkmale. Synonym sind die Bezeichnungen Beugung. Grammatische Kategorien
der Flexion sind im
Deutschen: Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus, Kasus, Stärkeflexion (bei
Adjektiven), sowie möglicherweise die Komparationsstufe. Die Markierungen für
Flexion (Flexive) bestehen oft in angehängten Endungen (Affixen), aber manchmal
auch in anderen Prozessen, die tiefer in die Gestalt eines Wortes eingreifen,
z. B. Ablaut. Flexionsformen sind typischerweise an bestimmte Wortarten
gebunden und bringen grammatische Merkmale zum Ausdruck, die mit der
jeweiligen Wortart verbunden sind, z. B. das Tempus beim Verb oder der Kasus
beim Nomen.
47.Wortstamm
Als Wortstamm oder kurz Stamm bezeichnet man in der Grammatik (und zwar
der Morphologie) einen Bestandteil eines Wortes, der als Ausgangsbasis für
weitere Wortbildung dienen kann (aber meist auch flektiert werden kann). Es
handelt sich demnach um ein potenziell unvollständiges Gebilde, das als
Gegenstück zu einem Affix auftreten kann. Ein Stamm kann selbst
zusammengesetzt sein, also bereits Produkt einer Wortbildungsregel sein, oder er
kann eine elementare, unzerlegbare Einheit sein, d. h. eine Wurzel.

48.Wortbildung
Die Wortbildung ist ein Gegenstandsbereich der Grammatik, und bildet eine der
zwei Hauptabteilungen der linguistischen Morphologie (die andere ist die Flexion:
die Bildung von Wortformen). Als Wortbildung bezeichnet man sprachliche
Verfahren, mit denen neue Wörter (Lexeme) auf der Basis schon vorhandener
sprachlicher Mittel erzeugt werden. Wortbildung ist
neben Bedeutungswandel und Entlehnung eine der wesentlichen Formen
der Wortschatzerweiterung.

49.Wortbildung

 Als Wortbildung bezeichnet man sprachliche Verfahren, mit denen neue


komplexe Wörter (Lexeme) auf der Basis schon vorhandener sprachlicher Mittel
erzeugt werden. Diese sprachlichen Mittel können einfache und komplexe
Wörter, Morpheme, Affixe und Fugenelemente sein. 

50.Wortbildungsmodell

Das Wortbildungsmodell ist eine stabile Struktur, die eine verallgemeinerte


lexikalisch-kategoriale Bedeutung hat und zum Füllen mit unterschiedlichem
lexikalischem Material (d. H. Unterschiedlichen lexikalischen Grundlagen)
geeignet ist.

51.Wortschatz

Als Wortschatz (auch: Vokabular, Lexikon oder Lexik) bezeichnet man die


Gesamtheit aller Wörter. Damit kann gemeint sein:

 die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt


oder
 die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache, die ein einzelner Sprecher kennt
oder verwendet.
Innerhalb der zweiten Bedeutung ist nochmals zu unterscheiden:

 rezeptiver Wortschatz (oder passiver Wortschatz) – die Wörter, die der


Sprecher kennt oder erkennt. Der rezeptive Wortschatz verhilft
zum Verstehen gesprochener und geschriebener Texte (Verstehenswortschatz).
Der Sprecher kann zu einem gehörten oder gelesenen Wort die Bedeutung aus
dem Gedächtnis abrufen – oder zum Beispiel mit Hilfe der Wortbildungsregeln
erschließen.
 produktiver Wortschatz (oder aktiver Wortschatz) – die Wörter, die
der Sprecher aktiv verwendet. Der produktive Wortschatz ermöglicht dem
Sprecher, sich verständlich auszudrücken. Der Sprecher kann zu einer
bestimmten Bedeutung das zugehörige Wort aus dem Gedächtnis abrufen.

52.Lehnprägung

Bei einem Lehnwort im engeren Sinn und einem Fremdwort wird der fremde
Wortkörper mit seiner Bedeutung oder einem Teil dieser Bedeutung übernommen.
Man spricht hierbei von lexikalischer Entlehnung. Hiervon abzugrenzen, wenn
auch den Lehnwörtern in einem weiteren Sinn oft zugerechnet, ist die
nur semantische Entlehnung oder Lehnprägung (französisch und englisch calque),
bei der mit den sprachlichen Mitteln der Nehmersprache, aber ohne Übernahme
des Lautkörpers, eine Bedeutung aus der Gebersprache übernommen wird, und
zwar in Form einer Lehnbedeutung oder Lehnbildung.

53.Lehnbedeutung
Bei einer Lehnbedeutung wird die Bedeutung eines fremden Wortes übernommen
und auf ein einheimisches Wort übertragen. Das gotische daupjan mit der
Grundbedeutung ‚ein-, untertauchen‘ bekam unter dem Einfluss des
kirchensprachlich griechischen baptízein die Bedeutung ‚jemanden durch
Untertauchen zum Christen machen‘ (d. h. ‚taufen‘), und das deutsche Wort
„schneiden“ erhielt von der englischen Redewendung cut a person die
Zusatzbedeutung ‚jemanden absichtlich nicht kennen‘; siehe Begriffsübernahme.

54.Lehnbildung
Als Lehnbildung bezeichnet man die Bildung eines neuen Wortes im Rückgriff auf
vorhandene Wörter oder Wortstämme der Nehmersprache. Der Unterschied zur
Lehnbedeutung besteht darin, dass bei der Lehnbildung ein neues Wort oder eine
neue Wortzusammensetzung entsteht. Man unterscheidet folgende Arten der
Lehnbildung:

 die Lehnübersetzung, bei der ein meist zusammengesetztes fremdes Wort


Glied für Glied übersetzt wird: Beispiele sind Großvater (statt
süddeutsch Ahn) nach französisch grand-père, oder Flutlicht nach
englisch flood light.
 die Lehnübertragung, bei der die fremden Bestandteile nur teilweise oder
mit einer Bedeutungsveränderung übersetzt werden, z. B. Wolkenkratzer als im
Vorderglied Wolken- metonymisch verschobene Übertragung von
englisch skyscraper (wörtlich ‚Himmelskratzer‘),
oder Fernsprecher für Telephon (wörtlich ‚Fern-Klang‘).
 die Lehnschöpfung, bei der ein Wort ohne Rücksicht auf besondere
Bedeutungsnuancen des fremden Wortes relativ frei neu gebildet wird, in der
Regel zur Ersetzung eines bereits existierenden Fremdwortes,
z. B. Hochschule für Universität, Kraftwagen für Automobil, Umwelt für Milie
u.

55.Scheinentlehnung (Pseudoentlehnung)

Einen Sonderfall bildet die Scheinentlehnung, bei der ein Wort oder Fremdwort
aus Bestandteilen der Gebersprache neu gebildet wird, das in dieser Gebersprache
selbst so nicht existiert oder eine andere Bedeutung hat, z. B. „Friseur“
(französisch coiffeur), „Handy“ (britisch mobile phone, amerikanisch cell phone)
und „Smoking“ (britisch dinner jacket, amerikanisch tuxedo). Sofern dabei auf in
der Nehmersprache bereits vorhandene Fremdwörter zurückgegriffen wird, kann
man Scheinentlehnungen auch als Lehnprägungen (Lehnschöpfungen) einstufen.

56.Lehnwort
Ein Lehnwort ist ein Wort, das aus der Sprache (der Geber- oder Quellsprache) in
die Nehmersprache (Zielsprache) übernommen (entlehnt) wurde. Die
Gebersprache muss dabei nicht unbedingt auch die Ursprungssprache sein, sondern
kann auch eine vermittelnde Sprache (Vermittlersprache) sein (beispielsweise
bei Cache).
Ein Wort kann mehrmals, zu verschiedenen Zeiten und auch aus verschiedenen
vermittelnden Gebersprachen in die Nehmersprache übernommen werden sowie in
dieser dann auch in verschiedenen Bedeutungen, Lautungen oder Schreibungen
auftreten. Der übergeordnete Vorgang, der zur Bildung von Lehnwörtern führt,
wird Entlehnung genannt. Die Entlehnung stellt einen wichtigen Faktor
im Sprachwandel dar und ist Gegenstand der Bezeichnungslehre (Onomasiologie).
57.Bedeutung
Bedeutung steht für den durch ein Zeichen, ein Wort oder eine Aussage
hervorgerufenen Wissenszusammenhang. Die Bedeutung weist auf den Sinn einer
sprachlichen Äußerung. Alltagssprachlich bezeichnet der Begriff ferner auch
die Wichtigkeit, die einem Gegenstand beigemessen wird. Fachsprachlich ist es in
der Semantik dasjenige, das ein sprachlicher Ausdruck oder ein anderes Zeichen zu
verstehen gibt.
Das Wort Bedeutung ist bereits im Mittelhochdeutschen als bediutunge belegt, die
ursprüngliche Wortverwendung zielte auf „Auslegung“ (Interpretation). Die
Adjektive bedeutend („wichtig“, „hervorragend“, eigentlich „auf etwas
hinweisend“, „bezeichnend“) und bedeutsam („bedeutungsvoll“) entstanden im 17.
Jahrhundert.

58.Lexikalische Bedeutung

Bedeutung von Lexemen; eigenständige Bedeutung der Stichwörter


im Lexikon/ Wörterbuch, die ein Wort im Satz annehmen kann und nicht nur eine
grammatische Funktion ausdrückt. Die Wörter der Hauptwortarten Substantiv,
Verb, Adjektiv und Adverb haben eine solche lexikalische Bedeutung. Bei anderen
Wortarten ist sie weniger ausgeprägt oder gar nicht vorhanden.

59.Semantik
Semantik (von altgriechisch σημαίνειν sēmaínein, deutsch ‚bezeichnen, ein
Zeichen geben‘), auch Bedeutungslehre, nennt man die Theorie oder Wissenschaft
von der Bedeutung der Zeichen. Zeichen können hierbei beliebige Symbole sein,
insbesondere aber auch Sätze, Satzteile, Wörter oder Wortteile.
Soweit sich die Semantik mit Zeichen aller Art befasst, ist sie ein Teilbereich
der Semiotik. Sofern sie sich allein mit sprachlichen Zeichen befasst, ist sie eine
Teildisziplin der Linguistik.

60.Lexikalisierung
Lexikalisierung bezeichnet den Prozess und das Ergebnis des Bedeutungswandels,
welcher dazu führt, dass die Bedeutung eines Wortes nicht mehr aus der
Bedeutung seiner Bestandteile erschlossen werden kann. Lexikalisierung ist ein
Begriff der Sprachwissenschaft, der innerhalb verschiedener Forschungsrichtungen
verwendet wird.
61.Phonem
Ein Phonem (selten: Fonem) (von altgriechisch φωνή phōnḗ, deutsch ‚Laut‘, ‚Ton‘,
‚Stimme‘, ‚Sprache‘) ist die abstrakte Klasse aller Laute (Phone), die in einer
gesprochenen Sprache die gleiche bedeutungsunterscheidende (distinktive)
Funktion haben.

62.Reduktion
Reduktion: Wortbildungsart; Bildung eines Wortes durch Kürzung einer längeren
Vollform (Wort oder syntaktische Fügung); Kurzwort
Unter Reduktion versteht man die Abschwächung eines Lautes in unbetonter
Position. Da in den germ. Sprachen die Betonung (der Akzent) auf der ersten Silbe
des Wortes bzw. des Morphems festgelegt wurde, befanden sich die Suffixe, die
Flexionsendungen und auch die Präfixe in unbetonter Position. Folglich führte
diese Veränderung der Akzentuation zu einer Reduktion der unbetonten Vokale,
die in allen germanischen Sprachen noch vor der schriftlichen Überlieferung
begann. So verlor die Kasusendung des N.Sg. der Substantiva im Gotischen ihren
Vokal: germ. *dagaz > got. dags, germ. *gastiz > got. gasts. In der deutschen
Sprache war noch vor dem Beginn der schriftlichen Tradition diese Endung (Vokal
+ Konsonant) vollständig geschwunden.
Die Reduktion der unbetonten Vokale wies folgende Haupttypen auf.
1. Kürzung der Langvokale: ahd. tagā > mhd. Tage, ahd. habēn > mhd. haben.
2. Veränderung der Vokalqualität (des Timbres); kurz i, e, a, o, u gehen in den
neutralen Vokal ə über: ahd. gesti > mhd. geste, ahd. zungūn > mhd. zungen.
3. Gänzlicher Wegfall von Vokalen und Konsonanten: ahd. nemamēs > mhd.
nemen, ahd. sunu > mhd. sun.
Aus diesen Beispielen geht hervor, dass diese Reduktion einen entscheidenden
Einfluss auf die Entwicklung der Flexion der Substantive, der Verben, der
Adjektive und der Pronomina ausübte und letztlich zu einem Umbau und einer
Veränderung der gesamten morphologischen Struktur der deutschen Sprache in
nhd. Zeit geführt hat.

63.Senkung
einen vokalischen Lautwandel oder eine unbetonte Silbe.
Die mhd. hohen Vokale u, ü, i werden gesenkt, d.h. sie werden in die mittleren
Vokale o, ö und е verwandelt. Die Senkung von u und ü tritt meist vor nasalen
Konsonanten ein: mhd. sun > fnhd. son, nhd. Sohn, mhd. künec > fnhd. könig, nhd.
König. Die Senkung i > e ist relativ selten zu beobachten: mhd. biben > nhd.
beben.

64.Spreyerer Linie
Als Speyerer Linie bezeichnet die moderne Germanistik eine Isoglosse innerhalb
des westgermanischen Dialektkontinuums. Sie trennt
das Oberdeutsche vom Mitteldeutschen.
Die Speyerer Linie wird auch als Appel-/Apfel-Linie bezeichnet und wird
üblicherweise als südliche Grenzlinie des mitteldeutschen Sprachgebietes
angesehen, das im Norden durch die Benrather Linie begrenzt wird. Südlich der
Speyerer Linie liegt das Gebiet der oberdeutschen Dialekte. Da die Speyerer Linie
bei den Städten Faulbach, Freudenberg und Großheubach mehrfach
den Main überschreitet, wird sie auch Main-Linie genannt. Dort, im Gebiet
des Spessart, heißt sie regional auch Äppeläquator.

65.Venerisches Gesetz

Dem Wirken des Vernerschen Gesetzes war auch idg. s unterworfen. In einigen
Positionen (je nach der Betonung) blieb es stimmlos, in anderen wurde es zum
stimmhaften Frikativ z, und dann trat im Deutschen (wie auch im Englischen)
Rhotazismus ein (Wandel z > r), vgl.: ai. nsā die ‘Nase’ ~ ahd. nasa, aber ai.
snu‘Schwiegertochter’~ ahd. snur (< germ. *snuzō).
Daher umfasste der urgermanische Konsonantismus folgende Laute: stimmhafte
Frikative , đ, ; stimmlose Frikative f, þ, χ; stimmhafte Plosive b, d, g;
stimmlose Plosive p, t, k, sowie die Frikative s, z, die Halbvokale w, j und die
Sonoranten r, l, m, n.

66.Laut
Ein Laut ist allgemein ein Geräusch oder ein Klang, hervorgerufen durch die
menschliche oder tierische Stimme. Die Erzeugung und Wahrnehmung von
menschlichen Lauten ist Gegenstand der Phonetik, im Tierreich der Bioakustik.

67.Geräuschlaut
Als Obstruent (auch Geräuschkonsonant, Geräuschlaut) werden Sprachlaute,
genauer: eine Gruppe von Konsonanten, bezeichnet, bei denen eine Verengung
oder ein Verschluss der Artikulationsorgane gebildet wird, wodurch der
Phonationsstrom durch Nase oder Mund behindert oder unterbrochen und ein
spezifisches Geräusch erzeugt wird. Zur Klasse der Obstruenten
gehören Plosive, Affrikaten und Frikative. Zu den stimmhaften Obstruenten zählen
z. B.: [b], [v], [d], [g] sowie [z]. Zu den stimmlosen Obstruenten ordnet man u. a.
[p], [t], [k], [f], [s] ein.
68.Germersheimer Linie
Als Germersheimer Linie wird eine der Speyerer
Linie benachbarte Isoglosse bezeichnet, die sogenannte Pund/Pfund-Linie: In den
Gebieten nördlich der Linie ist in den Dialekten
(Niederdeutsch, Hessisch, Pfälzisch) die Hochdeutsche
Lautverschiebung unvollständig durchgeführt, das Wort <Pfund> heißt dort /pund/,
südlich heißt es /(p)fund/. Da jedoch die Appel/Apfel- und die Pund/Pfund-
Isoglossen über weite Teile einen fast identischen Verlauf aufweisen, ist es in der
Germanistik üblich geworden, in diesem Bereich beide Sprachlinien
gemeinschaftlich abzuhandeln, da die hier beschriebene Isoglosse lediglich eine
Nebenlinie der Speyerer Linie darstellt.

69.Diphthong
Ein Diphthong ist ein Doppellaut aus zwei verschiedenen Vokalen innerhalb einer
einzigen Silbe. Gleichbedeutende Bezeichnungen dafür sind
auch Doppelvokal, Doppellaut, Zwielaut oder Zweilaut.
Die bekanntesten Schreibungen von Diphthongen im Deutschen sind ei, au,
äu und eu; selten sind ai, oi und ui. Diphthonge kommen in nahezu allen Sprachen
vor.

70.Monophthong
Ein Monophthong (v. griech. monos „allein“ und phthóngos „Laut“) ist ein
einfacher Vokal ohne Veränderung der Qualität (z. B. „u“, „a“) im Gegensatz
zu Diphthongen (z. B. „au“, „ei“).
Monophthonge können in ihrer Quantität (Langvokal oder Kurzvokal) und Qualität
(Öffnungsgrad, Lippenrundung) unterschieden werden. Eine zweidimensionale
Darstellung liefert das Vokaldreieck.
Die Monophthonge sind wie alle Laute zeitlichen Veränderungen unterworfen, es
kommt zum Lautwandel. Einige deutsche Monophthonge sind
durch Monophthongierung aus Diphthongen entstanden; andererseits gingen alte
Monophthonge dem System durch Diphthongierung verloren.

71.Althochdeutsche Literatur
Zur althochdeutschen Literatur werden alle Textzeugnisse gerechnet, die
im hochdeutschen Sprachraum zwischen etwa 750 und 1050 entstanden. Dazu
gehören im engeren Sinn hochdeutsche Texte in alemannischer und bairischer
Schreibsprache sowie Texte in Fränkisch (Altrheinfränkisch, Altmittelfränkisch,
Altostfränkisch, Altsüdrheinfränkisch). Auch die überlieferten, wenig zahlreichen
Texte in Altniederfränkisch und Altniederdeutsch werden literaturgeschichtlich im
Rahmen und als Teil der althochdeutschen Literatur behandelt, da vor allem im 9.
Jahrhundert die althochdeutsche Literatursprache eine starke Ausstrahlung auf ihre
Nachbarsprachen besaß. Auch die wenigen erhaltenen langobardischen Texte
zählen zur althochdeutschen Literatur.

72.Schriftsprache

1) standardisierte Sprache als Gegenbegriff zu Dialekt, Umgangssprache


2) geschriebene Sprache, die sich im Gegensatz zur gesprochenen
Sprache oft durch besondere Merkmale wie komplexere Syntax
auszeichnet
3)  Sprache, für die es ein Schriftsystem gibt und in der schriftliche
Texte vorliegen
4) Text in geschriebener Form mit besonderen stilistischen Merkmalen

73.Schriftdenkmal

Gegenstand, der einen Text/Texte in einer bestimmten Schrift enthält.

74.Konsonant
Unter einem Konsonanten versteht man einen Laut, dessen Artikulation eine
Verengung des Stimmtraktes beinhaltet, sodass der Atemluftstrom ganz oder
teilweise blockiert wird und es zu hörbaren Turbulenzen (Luftwirbelungen)
kommt.
Die Konsonanten des Deutschen gliedern sich in die Gruppe
der Obstruenten (Plosive, Frikative, Affrikaten) und die Gruppe
der Sonoranten (Liquide/Laterale, Nasale), dazu kommt der Halbvokal oder
Halbkonsonant /j/.

75.Vokal
Ein Vokal (von lateinisch [litera/littera] vocalis ‚tönender [Buchstabe]‘;
zu vox ‚Stimme‘) oder Selbstlaut ist ein Laut, bei
dessen Artikulation der Phonationsstrom weitgehend ungehindert durch den Mund
ausströmen kann. Vokale sind im Allgemeinen stimmhaft.
Vokallaute (oder Vokale; Terminus überschneidet sich mit der Bedeutung
„Vokalbuchstabe“) sind Phone, also Einheiten der gesprochenen
Sprache. Buchstaben der Schriftsprache
wie A, E, I, O, U sind Vokalbuchstaben, sie werden allgemeinsprachlich, so auch
im Duden,[1] aber meist ebenfalls „Vokale“ genannt.

76.Sprachstufe
Als Sprachstufe, bisweilen auch Sprachperiode genannt, werden größere
Entwicklungsabschnitte einer Sprache bezeichnet, die durch mehr oder weniger
einheitliche Merkmale und Entwicklungen gekennzeichnet sind.

77.Mainlinie

Die Mainlinie bildet die Grenze zwischen ober - und mitteldeutschen Mundarten.

78.Weißwurstäquator
Der Weißwurstäquator  bildet die Grenze zwischen ober - und mitteldeutschen
Mundarten.

79.Akkomodation
Akkomodation - Angleichung von Vokalen an ihre harte konsonantische
Umgebung ("Velarisierung") oder weiche konsonantische Umgebung ("i-
Färbung", "Palatalitätsstufen").

80.Palatalisierung
Palatalisierung bezeichnet die stellungsbedingte Änderung eines Lautes durch
Hebung des Zungenrückens in Richtung des harten Gaumens (lateinisch palatum).
Der fragliche Laut wird damit weiter nach vorn verschoben (z. B. von /k/ nach /tʃ/).
Die Palatalisierung wird in der IPA-Lautschrift mit dem Zeichen ʲ dargestellt:
[pʲ, tʲ, sʲ] etc. In der Keltologie und in der Slawistik wird üblicherweise eine
Umschrift mit den Konsonanten nachgestellten Strichen verwendet: /g′/, /d′/, /f′/
usw. im Gegensatz zu /g/, /d/, /f/ usw.
Der Begriff Palatalisierung wird sowohl in der synchronischen als auch in
der diachronischen Sprachwissenschaft benutzt.

81.Velarisierung

Mit dem Begriff Velarisierung bezeichnet man in


der Phonetik eine Sekundärartikulation, bei der dem Primärlaut mittels einer
zusätzlichen approximativen Verengung des Mundraums durch Hebung der
Hinterzunge an das Velum ein dunklerer Ton verliehen wird.
82.Akzent(Betonung)
Der Akzent  in der Sprachwissenschaft ist eine suprasegmentale Eigenschaft von
Lauten, Wörtern, Wortgruppen und Sätzen. Sie dient der Hervorhebung von
Silben, Wörtern, Wortgruppen und Sätzen. Spezifisch spricht man
vom Wortakzent, bei dem eine Silbe hervorgehoben wird, bzw. vom Satzakzent,
bei dem ein Wort hervorgehoben wird.
Als Mittel kommen

 dynamischer (Tonstärke),
 melodischer (Tonhöhe) und
 temporaler (Tondauer)

83.Entlabialisierung
Unter Entlabialisierung oder Entrundung versteht man in der Phonetik Prozess und
Ergebnis eines Aussprache-Wandels, durch den ursprünglich mittels
der Vorderzunge gerundete Vokale ihre Lippenrundung verlieren.

84.Intonation
Intonation beschreibt in der Linguistik verschiedene Merkmale der Prosodie. In
der Phonetik versteht man unter Intonation den wahrgenommenen zeitlichen
Verlauf der Tonhöhe innerhalb eines Wortes (Wortmelodie),
eines Satzes (Satzmelodie) oder eines vollzogenen Sprechakts (im Sinne einer
Sprachmelodie).

85.Konversion
Der Ausdruck Konversion (auch: Nullableitung, Nullderivation) bezeichnet in der
linguistischen Wortbildungslehre einen Wortbildungstyp, bei dem
ein Wortstamm oder auch ein flektiertes Wort ohne Veränderung der Form in eine
neue Wortart übertragen wird („Wortartwechsel ohne Wortbildungselemente“[

86.Wortart
Unter Wortart, Wortklasse oder lexikalischer Kategorie versteht man die Klasse
von Wörtern einer Sprache aufgrund der Zuordnung nach
gemeinsamen grammatischen Merkmalen. Die Wortartlehre versucht
eine Klassifizierung der lexikalisch-grammatischen Einheiten einer Sprache.

87.Wortartwechsel
Als Transposition  bestimmte Untertypen der Wortbildung. Die Bezeichnung
begegnet in der Germanistik und in der internationalen linguistischen Literatur in
unterschiedlicher Bedeutung.