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Szenenanalyse, Szene 7

Bei der vorliegenden Szene handelt es sich um das 7. Bild des Theaterstückes von
Bertolt Brecht "Der Gute Mensch von Sezuan", das in den Jahren 1938-1940
geschrieben wurde und im Jahr 1943 in Zürich uraufgeführt wurde. Im Mittelpinkt
des Parabelstücks steht der gute Mensch "Shen Te". Brecht demonstriert, dass es für
einen guten Mensch unmöglich ist in einer kapitalistischen Gesellschaft zu
überleben.

In der zu analysierenden Szene hat Shen Te ihren Tabakladen verloren. Der reiche
Barbier Shu Fu stellt ihr einen Blancocheck aus, den sie ablehnt. Shen Te gibt ihre
Schwangerschaft preis, die Shin bemerkt auch. Sie führt ein imaginäres Gespräch mit
ihrem Sohn. Wang kommt mit einem hungernden Kind, was Shen Te dazu veranlasst,
sich in den bösen "Shui Ta" zu verwandeln. Shui Ta löst den Check von Shu Fu und
fordert von den Besitzlosen eine Gegenleistung. Sie sollen nun für ihn arbeiten, er
wird ihnen auch Unterkunft zur Verfügung stellen.

Shen Te, die Shin und Shui Ta sind die Protagonisten in dieser Szene.

Shen Te kann in dieser Szene als naiv bezeichnet werden, da sie Suns unmoralisches
und egoistisches Verhalten rechtfertigt, obwohl sie weiß, dass er in Wirklichkeit ihre
Liebe nicht verdient hat. Außerdem kann man sagen, dass sie von der Gesellschafft
enttäuscht ist. Das sieht man in der Stelle, wo sie eine Vision von ihrem Sohn hat und
ihm beibringt, sich unmoralisch zu verhalten, um zu überleben. Auch in der
Publikumsansprache (S.101) ist es offensichtlich, dass sie die Bosheit der Menschen
nicht mehr tolerieren kann. Schließlich ist sie auch fürsorglich, weil sie sich um
Wangs Hand kümmert, obwohl sie viele andere Sorgen hat.

Die Shin kann in dieser Szene als argwöhnisch bezeichnet werden, da sie bei Shen Te
konstant nachhakt, um die Wirklichkeit über Shui Ta zu erfahren. (S.96 Z. 15ff)
Außerdem scheint sie böse und egoistisch; sie meint nicht, dass Shen Te so viele
Sorgen hat, sie will einfach ihr Geld für die Wäsche (S.101, Z. 22ff).

Shui Ta zeigt sich in dieser Szene wieder als der Vertreter von Kapitalismus; er meint
nicht Wohltaten zu machen, verlangt jedoch eine Gegenleistung (S.106 Z.7f).
Trotzdem scheint er in dieser Szenemehr sensibilisiert; am Ende der Szene nimmt er
das Kind des Schreiners an die Hand. Vielleicht verratet sich in dieser Szene der Shui
Ta (eigentlich Shen Te) (S.108, Z.3ff)

Was die sprachlichen Mittel betrifft, gibt es auf Seite 96 einen Metapher, der
mehrmals im Buch vortritt ("Engel der Vorstädte"). Dieser Metapher betont die Güte
Shen Tes. Außerdem gibt es auf Seite 96 eine Alliteration ("kein Mann, kein Tabak,
keine Bleibe!"). Durch diese Alliteration will die Shin Shen Te zeigen, dass es wichtig
ist, dass sie ihren Laden behält. Schließlich, auf S.99, Z.13 sagt Shen Te zu ihrem Sohn
"Komm, Vaterloser!". Damit gibt Shen Te einen Hinweis, dass ihrer Sohn ohne seinen
Vater, also ohne Sun, aufziehen muss.
In dieser Szene wird wieder von Brecht Gesellschaftskritik ausgeübt, meistens in
Seite 99, wo Shen Te eine Division von ihrem Sohn hat. Hier träumt Shen Te, dass sie
ihren Sohn großzieht und ihm beibringt, durch Stehlen und Täuschung zu überleben.
Die Gesellschaft, in der sie lebt, "hilft" die Reichen und alle die Menschen, die zu der
höheren sozialen Klasse gehören, und gibt alle anderen keine andere Chancen sich
zu entwickeln.

Insgesamt ist diese Szene wichtig, da wir einige Änderungen in Shui Tas und Shen Tes
Charakteren sehen. Shui Ta wird mehr sensibilisiert und Shen Te wird mehr
egoistisch.

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