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Ideen - Taten - Fakten Nr.

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8. Jahrestagung Bergsteigerdörfer, Mauthen im Gailtal, 8. - 11. Oktober 2015

Gedenkjahr Gebirgskrieg 1915/2015 -


Bergsteigerdörfer im Wandel der geschichtlichen Ereignisse

MIT UNTERSTÜTZUNG VON BUND UND EUROPÄISCHER UNION

Europäischer
Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des
ländlichen Raums:
Hier investiert Europa in
die ländlichen Gebiete
Gedenkjahr Gebirgskrieg 1915/2015 -
Bergsteigerdörfer im Wandel der geschichtlichen Ereignisse

8. Jahrestagung Bergsteigerdörfer
Mauthen im Gailtal, 8. - 11. Oktober 2015

Ideen - Taten - Fakten Nr. 9

PEFC zertifiziert

Dieses Papier stammt aus


nachhaltig bewirtschafteten
Wäldern und kontrollierten
Quellen.
www.pefc.org

- gedruckt nach der Richtlinie "Druckerzeugnisse des


Österreichischen Umweltzeichens, Samson Druck GmbH, UW-Nr. 837

Herausgeber: Österreichischer Alpenverein, Abteilung Raumplanung-Naturschutz


Olympiastr. 37, 6020 Innsbruck www.bergsteigerdoerfer.at
Titelbilder: Hannes Schlosser
Bilder der Tagung und Umgebung: Hannes Schlosser und Werner Gantschnigg Innsbruck, Februar 2016
Textbearbeitung: Christina Schwann und Roland Kals
Redaktion: Christina Schwann
Layout: Christina Schwann
Druck: Samson Druck GmbH, St. Margarethen
Inhalt

Vorwort
Roland Kals und Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer 7

Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer
Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer 9

Vom Verweilen und Grenzen überwinden
Markus Reiterer, Generalsekretär der Alpenkonvention 17

Kulturelle Vielfalt, Identität, Gemeinschaftsbewusstsein -


Was kann die Alpenkonvention dazu beitragen?
Ewald Galle, Focal Point Alpenkonvention Österreich, Ministerium für ein lebenswertes Österreich 23

Konfliktarchäologie des Ersten Weltrkrieges im Hochgebirge. Neue Methoden.


Rupert Gietl, Projektleiter ARC-Team 29

Kleiner Rundgang durch das Bergsteigerdorf Mauthen


Rudolf Kubin, Oberschulrat
Zusammengefasst von Alexandra Huber, Projektteam Bergsteigerdörfer 35

Bergsteigerdörfer und Kulinarik
Roland Kals und Jan Salcher, Projektteam Bergsteigerdörfer 39

Geologische Exkursion GEO-Trail Zollner Alm


Hans Peter Schönlaub, Geologe und Paläontologe 47

Zusammenfassung der 8. Jahrestagung Mauthen im Gailtal


Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer 50

Summary of the 8th Annual Meeting in Mauthen in the Gailtal


Christina Schwann, Projectteam Mountaineering Villages
Translation by „allesprachen.at“ 52

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen 54

Impressionen 56





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Vorwort und Begrüßung

2015 – vor hundert Jahren begann der waren noch beim Abendessen im italie- Ein Herzliches Dankeschön an alle, die
Gebirgskrieg zwischen Österreich und nischen Gasthaus am Plöckenpass sicht- dazu beigetragen haben, dass diese Jah-
Italien. Auch um den Grenzkamm der lich ergriffen vom eben gesehenen. restagung zu einem vollen Erfolg wurde,
Karnischen Alpen wurde mit größter insbesonders an Sepp Lederer für die ge-
Härte und unglaublichem Einsatz von Dass das Überwinden von Grenzen, der samte Organisation, das Gastgeschenk
Menschen und Material gekämpft. Austausch und das Miteinander aber im und den Begrüßungsabend, an unseren
Gegenzug auch sehr positiv sein kann, Gastgeber Franz Guggenberger vom Er-
Es traf gleich mehrere unserer Bergstei- zeigte sich alleine schon in der Küche lenhof für das vorzügliche Mittagessen,
gerdörfer: Kartitsch, Obertilliach, Unter- unseres Gastgebers Franz Guggenberger Vizebürgermeister Josef Zoppoth für die
tilliach, Lesachtal und Mauthen. Für uns im Partnerbetriebs Erlenhof. Er zauberte freundliche Aufnahme in der Gemeinde
ein Anlass, die 8. Jahrestagung der Berg- uns ein vorzügliches Mittagessen auf den Kötschach-Mauthen, Rudolf Kubin für sei-
steigerdörfer in Mauthen im Gailtal am Tisch und vereinte dabei die Alpen-Adria- ne spannende Führung durch Mauthen,
Fuße des Karnischen Kamms abzuhalten. Küche mit der traditionellen Kärntner Hans Peter Schönlaub für den Einblick in
Kost. die Geologie sowie den Damen und Her-
Das sensible, aufwühlende Thema fand ren der Sektion Obergailtal-Lesachtal für
sich sowohl in der Vortragsreihe des Vor- Der Nachmittag ging kulinarisch weiter, die Verköstigung auf der Zollnersee Hütte.
mittages als auch in der kleinen Wande- denn Jan Salcher und Roland Kals prä-
rung durch den Ort Mauthen. Sowohl sentierten die Idee des „Bergsteigerdör-
Ewald Galle, Focal Point Alpenkonven- fer-Kochbuches“, das bei weitem keine
tion, als auch Markus Reiterer, General- reine Sammlung von Rezepten sein wird, Für das Projektteam,
sekretär der Alpenkonvention, sprachen sondern mit den regionalen Spezialitäten Roland Kals und Christina Schwann
über das Thema des Trennens und des auch Geschichten und - so nebenbei - ein
Kampfes, aber auch über die Chancen Wörterbuch für den heimischen Dialekt
eines gemeinsamen Alpenraumes sowie beinhalten wird.
den engen Bezug zur aktuellen Geschich-
te Europas. Eine Veranstaltung am Fuße des Kar-
nischen Kamms kommt aber natürlich
Rupert Gietl nannte seinen Vortrag „Kon- keinesfalls ohne einen Blick in die noch
fliktarchäologie des 1. Weltkrieges am viel weiter zurück liegende Geschichte
Karnischen Kamm“. Dabei wurde von aus. Hans Peter Schönlaub, Begründer
seinem ARC-Team die gesamte Grenzli- der „Geo-Trail“ - Idee, Paläontologe und
nie vermessen und archäologisch doku- Geologe, begleitete unsere Exkursi-
mentiert. In einem zweiten Schritt sollen on zum Zollner See und der Zollnersee
Triste, 100-jährige Gedanken an der Grenze; Tilliacher Joch. Foto: Maria Häuselhofer, ÖAV-Sektion Mixnitz
nun die alten Kriegsstellungen mittels Hütte und bot uns einen Einblick in sein
moderner Technik virtuell wieder sicht- unglaubliches Wissen zu diesem höchst Die „Gailier“ am Begrüßungsabend im ÖAV-

bar gemacht werden, um einen Beitrag außergewöhnlichen Gebirgsstock. Nicht Freizeitpark der Sektion Obergailtal-Lesachtal.
zu leisten, dass dieses dunkle Kapitel der nur in der bekannten Cellonrinne, son-
Geschichte nicht vergessen wird, son- dern auch direkt am Zollner See findet
dern erinnert und mahnt, dass so etwas man versteinerte Seeanemonen und
nicht noch einmal passiert. ganz kleine Ammoniten.
Der Tag klang bei Gulasch und Polenta
Rudolf Kubin, Oberschulrat und ehema- auf der neu um- und ausgebauten Zoll-
liger Hauptschuldirektor, schloss mit dem nersee Hütte aus.
Spaziergang durch Mauthen nahtlos an
dieses Thema an, denn Mauthen liefert Am letzten Tag besuchte eine kleine
zahlreiche Zeugnisse aus dieser Zeit. Gruppe der Teilnehmer noch die äußerst
sehenswete Ausstellung „Pro Patria“ in
Die Führung durch das „Dolomiten- Kartitsch, durch die Anton Goller, Amts-
freunde-Museum 1914 – 18“ rundete das leiter und Mitorganisator der Ausstellung,
Thema um den 1. Weltkrieg schließlich in führte. Sepp Lederer begrüßt die Teilnehmer im ÖAV-
sehr nüchterner Weise ab. Die Teilnehmer Freizeitpark Mauthen.
8 9

Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer

Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer

Seit der letzten Jahrestagung 2014 in 900.000.- für den Zeitraum 2015-2017
Hüttschlag im Großarltal hat sich viel ge- in Händen. Ein herzliches Dankgeschön
tan. Eine aufregende Zeit liegt hinter dem gebührt Roland Kals für die gute Zusam-
Projektteam, ging es doch vor allem dar- menarbeit bei der Antragsstellung und
um, die 2. Förderperiode abzuschließen, Ewald Galle für seinen Einsatz für unser
eine Überbrückungsförderung zu bekom- Projekt innerhalb des Ministeriums.
men und schließlich eine 3. Förderperio-
de vorzubereiten und zur Einreichung zu Gleichzeitig wurde das Projektteam
bringen. Bergsteigerdörfer erweitert. Neben
Gleich vorweg: Ohne die großartige Un- Liliana Dagostin, Leiterin der Abtei-
terstützung von Ewald Galle hätten wir lung Raumplanung und Naturschutz
vermutlich die Förderzusage für die nun- des Österreichischen Alpenvereins und Christina Schwann
mehr voll durchgestartete 3. Förderperio- hauptverantwortlich für das Projekt Projektteam Bergsteigerdörfer
de noch nicht in Händen. Bergsteigerdörfer, und Roland Kals und
Christina Schwann, wurden auch Bernd
Schlackl - Webmaster - und Jan Salcher
Rückblick Förderungen - Partnerbetriebe - fix in das Projektteam

Durch die zwei Förderperioden durch das


Österreichische Lebensministerium und Übersicht Förderungen
den Fonds für Ländliche Entwicklung 07-
13 sowie eine „Überbrückungsförderung“
in Kooperation mit dem Umweldachver-
band und Cipra Österreich standen für • Lebensministerium: Programm „Ländliche Entwicklung 07-13“, I
das Projekt von 2008 bis Ende März 2015 – 2008 bis 2010: EUR 720.000.-
insgesamt über 1,5 Millionen Euro zur • Verlängerung bis Mitte 2011: 80.000.-
Verfügung.
• Lebensministerium: Programm „Ländliche Entwicklung 07-13“, II
Damit das Bergsteigerdörfer-Projekt auf – Mitte 2011 – 2013: EUR 600.000.-
ein sicheres Fundament gestellt werden • Verlängerung bis Mitte 2014: EUR 83.000.-
kann - es geht um die große Herausfor- – Überbrückungsförderung bis Ende 2014: EUR 50.000.-
derung der bereits angelaufenen Inter-
• Umweltdachverband gem. mit Cipra Österreich (Gelder von Ministerium für ein
nationalisierung sowie um die mittelfris- lebenswertes Österreich)
tige Strategieentwicklung - erschien eine – Ende 2014 – Ende März 2015: EUR 30.000.-
l.o.: „Bergsteigerdorf hautnah“, 3. Auflage 2015 in Johnsbach im Gesäuse
nochmalige finanzielle Unterstützung
r.o.: Erstauntes Grauvieh anlässlich der Pressewanderung des TVB Innsbrucks und seine Feriendörfer im Valsertal SUMME bisher: 1.563.000.-
l.u.: Alpenvereinspräsident Dr. Andreas Ermacora und sein Hund kurz vor dem Start des 24-Stunden-Marsches im Sellraintal unabdingbar. Diese Förderung läuft nun
r.u.: Fotoausstellung „Deinem Foto einen Rahmen“ anlässlich der Hauptversammlung des Alpenvereins in Zell am See über den neuen Fonds der Ländlichen • Ministerium für ein lebenswertes Österreich: Programm „Ländliche
Entwicklung LE 14-20, für den es auch Entwicklung 14-20“
innerhalb der abwickelnden Stellen Um- – Anfang April 2015 – 2017: EUR 900.000.-
stellungen gegeben hat. Dies hat in der
Anfangsphase zu einigen Verzögerungen
geführt, aber mit Ende September 2015
haben wir nun den unterzeichneten För-
dervertrag über eine Summe von EUR Überblilck über Förderungen Bergstegierdörfer
Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer 10 11 Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer

aufgenommen. Dazu kam auch noch Aktivitäten des letzen Jahres folder das in Vergessenheit geratene Prä- Der 2. Bergsteigerdorf-24-Stunden-
Alexandra Huber als Mitarbieterin von dikat „Heilklimatischer Kurort“ wieder ins Marsch im Sellraintal ging mit rund 120
Roland Kals in seinem Raumplanungsbü- Mehrsprachigkeit Bewusstsein gerufen. Im Laufe der nächs- TeilnehmerInnen über die Bühne - alle ka-
ro in Salzburg. Leider hat uns Alexandra ten zwei Jahre wird Roland Kals mit den men unverletzt im Ziel an.
schon Ende Oktober 2015 wieder verlas- In der Überbrückungsphase Ende 2014 - Partnern weitere Beispiele herausheben In Zell-Sele fand der erste 12-Stunden-
sen, wir wünschen ihr aber auf diesem Anfang 2015 wurden die restlichen Teile und weiter behandeln. Marsch rund um die Koschuta bei
Wege alles Gute. der Webseite ins Englische übersetzt - traumhaftem Sommerwetter statt.
d.h. die Webseite steht nun durchgängig
zweisprachig zur Verfügung. Alpingeschichte kurz und bündig Die Bergsteigerdörfer waren wie jedes
Jahre auf der Ferienmesse in Wien und
Das Alpingeschichtebüchlein „Bergstei- auf der Herbstmesse in Klagenfurt ver-
Gesundheitsstudie gerdörfer Region Sellraintal“ konnte auf- treten - zwei Fixpunkte an Messeauftrit-
grund einer Förderung des Landes Tirol ten. Die Botschaft der Bergsteigerdörfer
Roland Kals entwickelte nach der Auf- und des Tourismusverbandes Innsbruck wurde aber auch in den hohen Norden
taktveranstaltung „Bergsport und Ge- gedruckt werden. Am 8. Mai 2015 stell- getragen, und zwar durch Helga Beer-
sundheit“ - letzte Jahrestaung in Hütt- te Autor Georg Jäger mit beeindrucken- meister, die auf Einladung von Karl-Heinz
schlag 2014 - mit den Partnern vor Ort dem Hintergrundwissen das Büchlein im Hesse an der Urlaubsmesse in Hanno-
die Gesundheitsstudie „Gesund werden Gemeindesaal St. Sigmund im Sellrain in ver präsent war.
- gesund bleiben in den österreichischen festlichem Rahmen vor. Anfang Juli 2015 fand die Buchpräsenta-
Bergsteigerdörfern“, die als Basis für die tion des Historischen Wanderführers
weitere Arbeit an ausgewählten Beispie- „begehen - begreifen - bewahren“ in
Gut besucht: die Buchpräsentation „Alpinge-
schichte kurz und bündig, Region Sellraintal“ len in den Bergsteigerdörfern dienen soll. Printmedien und Werbeartikel Kartitsch statt. Die Podiumsdiskussion
von Georg Järger im Gemeindesaal St. Sigmund Mallnitz hat das Thema schon aufgegrif- moderierte Liliana Dagostin.
im Sellrain. fen und mit einem kleinen Informations- Die Einzelbroschüren Mauthen und Vent
wurden neu aufgelegt. Die Gesamtbro- Die Bergsteigerdörfer sind mittlerweile fi-
schüre wurde komplett überarbeitet und xer Austragungsort der Naturschutzrefe- Einige Exponate der Ausstellung „Deinem Foto einen Rahmen“. Das Bild „Good Morning Almsee“ von
mit unserem ersten deutschen Bergstei- rententagungen des Alpenvereins sowie Horst Ender war jenes Bild, das die höchste Bewertung durch die Gäste der ÖAV-Hauptversammlung
erhalten hat. Im Rahmen der Jahrestagung der Bergsteigerdörfer wurde dieses Bild Sepp Lederer,
gerdorf Ramsau bei Berchtesgaden er- auch verschiedener Naturschutzmodule. Obmann der Sektion Obergailtal-Lesachtal und Hauptorganisatour der Jahrestagung in Mauthen als
gänzt. Dieses Jahr waren diese Veranstaltung in kleines Dankgeschön überreicht.
Für den Start in die neue Förderperiode Kartitsch, Johnsbach und Grünau ange-
wurden außerdem neue Aufkleber, neue siedelt.
Fahnen, Roll-ups und Folder gedruckt. Um die Funktionäre der Alpenvereinssek- konvention „We Are Alps“ verbrachte in Ramsau bei Berchtesgaden gedreht
Auch die heiß begehrte Alpine Parkuhr tionen noch mehr einzubinden, wurde einen ganzen Tag im Bergsteigerdorf Gro- und vor allem den Werdegang eines neu-
wurde neu aufgelegt und steht ab sofort über den Sommer der Aufruf gestartet, ßes Walsertal und die Serie Bergsteiger- en Bergsteigerdorfes, aber eben auch die
wieder allen Partnern zur Weitergabe an Bilder aus Bergsteigerdörfern an uns zu dörfer im Mitglieder-Magazin „Bergauf“ ganz besondere Philosophie dahinter ein-
Interessierte zur Verfügung. schicken. Die Aktion „Deinem Foto einen wurde selbstverständlich weiter geführt. gefangen.
Rahmen“ brachte einige sehr schöne Bil- Im Wettbewerb des ORF „9 Plätze, 9
der, die im Rahmen der Hauptversamm- Schätze“ erzielten die Bergsteigerdörfer
Veranstaltungen lung des Alpenvereins in Zell am See schöne Erfolge und entsprechendes Me-
präsentiert wurden. Die Vortragenden dienecho. Landessieger von Kärnten wur-
Bergsteigerdorf hautnah, 3. Auflage, unserer diesjährigen Tagung erhalten je de Zell-Sele. Und zum Bundessieger wur-
wurde dieses Jahr Mitte Juni in Johnsbach eines der besten Bilder als kleines Danke- de die „Rote Wand“ gekürt, die immerhin
im Gesäuse abgehalten. Leider spielte das schön für ihre Mühe. zur Hälfte dem Bergsteigerdorf Großes
Wetter nicht ganz mit, aber die 36 Teil- Walsertal angehört.
nehmerInnen konnten sich doch ein Bild
davon machen, was ein Bergsteigerdorf Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Die Zugriffe auf die Webseite erlebten ein
ausmacht, dies sowohl in alpinistischer als jähes Hoch, als das Bayerische Fernse-
auch in kulinarischer Hinsicht. Ein großes Die Bergsteigerdörfer waren bei einer hen in der Serie „Unter unserem Himmel“
Das Bergsteigerdorf Zell-Sele war für Kärnten bei
Dankgeschön gebührt Alt-Bürgermeister Pressetour des TVB-Innsbruck in St. den Film „Alpen abseits des Trubels“ der ORF-Veranstaltung
Die Pressetour des TVB-Innsbruck führte unter anderem auf „Helga‘s Alm“ in Vals im Bergsteigerdorf
St. Jodok , Schmirn- und Valsertal, wo Helga den Journalisten und Journalistinnen den Unterschied Ludwig Wof für die Organisation und Be- Jodok, Schmirn- und Valsertal eines der austrahlte. Die Redakteurin hat für diesen „9 Plätze, 9 Schätze“ dabei.
zwischen Föhre und Zirbe erklärte. treuung vor Ort. Hauptthemen. Die Pressetour der Alpe- Film über ein Jahr lang im Lesachtal und Foto: Karl Selden
Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer 12 13 Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer

Analyse Webseite Die unten stehende Grafik veranschau- und Optimierung der Partnerbetriebssei- Diese erreichen 2015 im Durchschnitt
licht den steten Zuwachs der Webseiten- ten gelegt. Dieser Vorgang ist nach wie eine Klickrate (CTR) von 0,46% (die durch-
Die Analyse der Webseite ist wichtig und besucher. Der relativ starke Anstieg im vor im Prozess. schnittliche CTR von Sky-Bannern ist im
wird von Bernd Schlackl jedes Jahr sehr Jahr 2013 ist auf verschiedene Optimie- Eine ausführliche Auswertung der ein- deutschsprachigen Web ca. 0,12%). Dies
ausführlich gemacht. Uns geht es darum, rungen der Webseite zurückzuführen, zelnen Bergsteigerdörfer legt(e) einige bedeutet im Durchschnitt 9,9 Klicks pro
herauszufinden, wo es Verbesserungen hauptsächlich der Auslagerung einzelner Schwerpunkte nahe. Ein Schwerpunkt Tag für einen solchen Sky-Banner.
braucht, wie wir besser wahrgenommen Berg-, Wander- und Skitouren auf sepa- sind z.B. die Partnerbetriebe, die nach und Ein weiterer Schwerpunkt ist/waren die
werden können und welche Anpassun- rate Seiten. Diese einzelnen Tourenbe- nach überarbeitet, respektive fehlende In- Pauschalangebote der Beherbergungsbe-
gen wir vornehmen müssen, um mög- schreibungen sind gute Einstiegseiten formationen ergänzt werden/wurden. Ein triebe und der Tourismusverbände.
lichst benutzerfreundlich zu sein. (Landingpages) für diverse Suchphrasen. besonderes Augenmerk wird auf Beher- Ein dritter Fokus wurde auf die Veranstal-
Auch zeigt die Analyse, wie die Besucher Aber auch die Detailseiten der Partnerbe- bergungsbetriebe ohne eigene Webseite tungen gelegt, da die Detailauswertung
auf unsere Seite kommen und welche Sei- triebe sind gute Einstiege. Deshalb wurde gelegt. Recht erfolgreich sind die Banner- der einzelnen Orte dies nahe legte. Hier-
ten besonders häufig aufgerufen werden. 2015 ein Fokus auf die Vervollständigung schaltungen „Partnerbetrieb der Woche“. für wurde das CMS durch weitere Module
erweitert, um eine effizientere Verwaltung
von Veranstaltungen zu ermöglichen.
Allgemein wurde sowohl bei den Partner- Die Auswertung der beliebtesten Seiten zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert die Angebote haben.
betrieben, als auch den Veranstaltungen
großer Wert auf möglichst originäre Texte
gelegt. Optimierungen geplant/in Arbeit, so zum tische Module, um den Arbeitsablauf für
Die Webseite entwickelt sich weiterhin Beispiel ein „Schaufenster“ auf der Start- die inhaltliche Pflege der Website zu ver-
gut. Wichtig ist allerdings, den Beher- seite der Bergsteigerdörfer. bessern, ein Responsive Design (in Arbeit)
bergungsbetrieben eine noch bessere Weitere Optimierungen sind die Erwei- sowie die Verbesserung des Bereiches
Plattform zu bieten. Deshalb sind weitere terung des CMS um zusätzliche automa- „Aktuelles“.

Internationalisierung

Seit 16.9.2015 ist es fix, es gibt ein erstes


deutsches Bergsteigerdorf: Ramsau bei
Berchtesgaden. International
Der Beitrittsfeier von Ramsau sind vie-
le Sitzungen und Diskussionen mit dem
Deutschen Alpenverein vorausgegangen,
die zum Ziel hatten, die österreichischen
Strukturen und Abläufe
Strukturen zu Papier zu bringen, eine in-
ternationale Struktur aufzubauen und ein
bilaterales Partnerschaftsabkommen zwi-
schen ÖAV und DAV zu unterzeichnen.
Diese detaillierte Hintergrundarbeit ist
deshalb so wichtig, weil der ÖAV auch
mit anderen Partnern bereits intensive
Gespräche führt. Dazu gehören seit dem
Interreg-Projekt „Bergsteigerdörfer ohne
Grenzen“ (an dem Obertilliach, Kartitsch
und drei Gemeinden im Val di Zoldo teil-
nahmen) der Italienische Alpenverein
(CAI), der Alpenverein Südtirol (AVS) und
der Slowenische Alpenverein (PZS).
Die Entwicklung der Webseite www.bergsteigerdoerfer.at seit Beginn der Online-Schaltung 2009. Im Jahr 2015 sahen sich im Schnitt rund 700 Besucher Die Ausweitung der Bergsteigerdörfer
pro Tag die Webseite an. über die Grenzen Österreichs hinaus
Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer 14 15 Status Quo Bericht Bergsteigerdörfer

nimmt nun sehr konkrete Formen an, vention bezeichnet werden, so sind sie sen - wie zuletzt gemeinsam mit Helga immer möglich bei den Veranstaltungen seinem großen, oft bescheiden im Hinter-
wird aber auch das Österreichische Pro- dies bis dato nicht offiziell. Beermeister aus St. Jodok, Schmirn- und der Alpenkonvention ein. Ein möglicher grund bleibendem Einsatz zu verdanken,
jektteam sowie die neu gegründete In- Im Rahmen der Jahrestagung Bergstei- Valsertal auf der ABF-Messe in Hamburg -, Grund dafür könnte die 2014 stattgefun- dass Kartitsch heute eines der „Vorzeige-
ternationale Steuerungsgruppe vor große gerdörfer 2016 in Vent im Ötztal (Thema er verteilt die Broschüren und fährt immer dene „We Are Alps-Tour“ sein, die unter Bergsteigerdörfer“ ist.
Herausforderungen stellen. Klimawandel) könnte sich dies vielleicht wieder mit Mitgliedern seiner Sektion in anderem durch St. Jodok, Schmirn- und Da Anton Goller leider zur Zeit der Jah-
schon ändern, denn erste Vorgespräche die Bergsteigerdörfer - längst nicht mehr Valsertal führte. Auch die heurige Tour restagung verhindert war - er leitete
Unbestritten ist, dass die Internationali- mit Markus Reiterer, Generalsekretär der nur nach Mallnitz, sondern auch die Regi- berührte ein Bergsteigerdorf - das Große eine Schulung des Roten Kreuzes - be-
sierung ein wesentliches Element für die Alpenkonvention, laufen bereits und die on Sellraintal und St. Jodok, Schmirn- und Walsertal, das sich einem internationalen suchte ihn eine kleine Delegation von
Anerkennung durch die Alpenkonvention Unterzeichnung eines offiziellen Memo- Valsertal haben es ihm ganz besonders Journalistenkreis authentisch, sympa- Bergsteigerdorf-Vertretern und Christina
darstellt. Auch wenn die Bergsteigerdör- randums of Understandings wird ange- angetan. thisch und professionell präsentierte. Schwann, Projektteam, am Sonntag, den
fer sehr oft als ein Projekt der Alpenkon- strebt. Das Projektteam Bergsteigerdörfer be- Markus Reiterer wird auch in Zukunft bei 11.10.2015 in Kartitsch, wo er es sich nicht
dankt sich bei Karl-Heinz Hesse ganz herz- der Internationalisierung des Projektes nehmen ließ, eine sehr persönliche Füh-
lich für seinen unermüdlichen Einsatz für und beim angestrebten Memorandum of rung durch die berührende Ausstellung
die Bergsteigerdörfer! Understanding mit der Alpenkonvention „Pro Patria“ zu geben. Allein diese Geste
eine besonders wichtige Rolle spielen. zeigt, wie sehr sich Anton Goller die Aner-
Auszeichnungen Markus Reiterer Mit der Bergsteigerdörfer-Nadel bedankt kennung des Projektteams verdient.
sich das Projekttem Bergsteigerdörfer für
Markus Reiterer, Generalsekretär der Alpen- Wie jedes Jahr möchten wir einige jener Karl-Heinz Hesse Markus Reiterer, Generalsekretär der die Begeisterung und die Wertschätzung,
konvention Personen, die sich für die Idee der Berg- Alpenkonvention, ist ein wirklich viel- die Markuns Reiterer den Bergsteigerdör-
steigerdörfer besonders einsetzen, mit Karl-Heinz Hesse gehört zu den Berg- beschäftigter Mann. Dennoch findet er fern entgegen bringt.
der Bergsteigerdörfer-Ehrennadel aus- steigerdörfer-Pionieren. Als langjähriger immer Zeit, an Tagungen und Veranstal-
zeichnen und ihnen damit für ihr Engage- Vorsitzender der Deutschen Sektion Göp- tungen der Bergsteigerdörfer - zuletzt
ment danken. pingen und Vertreter der ARGE Tauern beim Naturschutzreferentenseminar des Anton Goller
Höhenwege hat er sich seit jeher ganz be- Alpenvereins in Kartitsch - teilzunehmen
sonders für das Bergsteigerdorf Mallnitz und den Anwensenden und Gastgebern Anton Goller, Amtsleiter von Kartitsch: ein
Sepp Lederer eingesetzt. damit auch seine besondere Wertschät- Arbeitstier, ein Philosoph, ein Individua-
Mittlerweile hat es ihm das gesamte Pro- zung auszudrücken. Seit der Jahresta- list und ein ganz besonderer Menschen-
Sepp Lederer, langjähriger Vorsitzender jekt angetan: Er ist unser Außenposten im gung in Lunz am See ist er zudem fester freund. Kaum ein anderer setzt sich für
der ÖAV-Sektion Obergailtal-Lesachtal, hohen Norden, wo er keine Gelegenheit Bestandteil der Jahrestagungen Bergstei- die Bergsteigerdörfer mit so viel Arbeit
Co-Autor der Alpingeschichte kurz und auslässt, die Bergsteigerdörfer innerhalb gerdörfer und „Botschafter“ für die Berg- - richtiger Schreibtischarbeit nach der
bündig für Mauthen, unermüdlicher des Deutschen Alpenvereins und bei sei- steigerdörer im europäischen Raum und eigentlichen Arbeit bis spät in die Nacht
Kämpfer für die Bergsteigerdörfer-Idee nen Mitgliedern bekannter zu machen. darüber hinaus. hinein - ein, wie er. Seit den Anfängen der
Karl-Heinz Hesse, DAV-Sektion Göppingen und unser Gastgeber. Er vertritt die Bergsteigerdörfer auf Mes- Auch baut er die Bergsteigerdörfer wo Bergsteigerdörfer 2008 bis heute ist es
Die Teilnehmer der Jahrestagung haben
es bei ihrem Spaziergang durch Mauthen
schnell erkannt - der Ort ist als Bergstei-
gerdorf an vielen Stellen präsent. Und
das geht alleine auf das Konto von Sepp
Lederer - ob Fahnen, Aufsteller, Ortsein-
gangstafeln, Postkarten, Aufkleber oder
T-shirts... Sepp lebt das Bergsteigerdorf
Mauthen mit all seinen Facetten.
Das Projektteam Bergsteigerdörfer be-
dankt sich bei Sepp Lederer ganz herzlich
für seine Zugkraft in Sachen Bergsteiger-
dorf und freut sich, in seinem Heimatort
von ihm als Gastgeber begrüßt worden zu
sein. Liliana Dagostin steckt Sepp Lederer die Berg- Liliana Dagostin übergibt Karl-Heinz Hesse als Liliana Dagostin steckt Markus Reiterer die Anton Goller mit der Bergsteigerdörfer-Nadel (3.
Sepp Lederer, ÖAV-Sektion Obergailtal- steigerdörfer-Nadel an, die er sich mit seinem besondere Anerkennung für seinen Einsatz die Bergsteigerdörfer-Nadel an und bedankt sich für v.r.) und die kleine Delegation der Bergsteiger-
Lesachtal Einsatz für Mauthen mehr als verdient hat. Bergsteigerdörfer -Nadel. sein Engagement für die Bergsteigerdörfer am dorf-Vertreter in der Ausstellung „Pro Patria“.
internationalen Parkett.
16 17

Vom Verbinden und Grenzen überwinden


Markus Reiterer
Generalsekretär der Alpenkonvention
Bilder: Markus Reiterer

Wir Menschen haben ein eigenartiges auszuräumen und fand dabei ein altes Al-
Verhältnis zu Zahlen. Einerseits lieben wir bum. Am Einband stand in großen Buch-
Zahlen, wir sind sogar Zahlenfetischisten. staben eingraviert: „Aus meiner Kriegszeit
Jederzeit müssen wir wissen, wie spät – Hans Reiterer“. Hans war – so viel war mir
es ist, wie weit es noch ist, wie weit wir klar – mein Urgroßvater. Ich hatte natür-
schon gegangen, gefahren, gelaufen sind, lich auch geahnt, dass er im ersten Krieg
wie viele Schritte wir hinter uns gebracht gewesen sein musste. Als Kind hatte ich
haben, wie viele Höhenmeter, wie hoch sogar mal seinen kaiserlich-königlichen
wir sind, wie viele Einwohner Mauthen Federnhut zum Fasching getragen – zu
hat - um wie viel mehr oder weniger als mehr taugte er ja nicht mehr. Und irgend-
Kötschach, wie lange dieser Vortrag noch wo haben wir noch die alten Orden mit
dauern wird, wie hoch der Blutdruck ist, dem Bildnis des senilen Kaisers. Aber nie Markus Reiterer,
was etwas kostet, wie viel Gewinn wir ma- zuvor hatte ich Bilder gesehen vom Ur- Generalsekretär der Alpenkonvention
chen, oder Verlust und so weiter und so großvater im Krieg.
fort.
Andererseits können wir mit Zahlen herz- Ich nahm den Band mit nachhause und
lich wenig anfangen. Was heißt das schon: vergaß ihn gründlich für ein paar Wochen.
100 Jahre, 500 oder 1000. Was heißt das Im September besuchte uns ein Freund,
schon, dass die Sonne mit 6000 Grad der den Band entdeckte und öffnete. Es
strahlt. Oder, dass der Mond 384.000 km war am 15. September 2014. Der erste
von der Erde entfernt ist. Was heißt ei- Eintrag des Urgroßvaters zeigte das Da-
gentlich es gibt acht Millionen Österrei- tum 15. September 1914. Seine Mobilma-
cher oder 8 Milliarden Menschen auf der chung. Auf den Tag genau 100 Jahre spä-
Erde. Und was heißt schon, dass täglich ter haben wir sein Album geöffnet. Es ist
ein paar hundert oder tausend Menschen, ein bemerkenswertes Dokument. Es ent-
die wir gerne auch Flüchtlinge nennen, zu hält Fotos, Feldpostkarten, Briefmarken,
uns kommen. Mit all ihren Ängsten, ihren Skizzen, Ansichtskarten aus Friedenszei-
Erfahrungen und ihren Hoffnungen. Und ten, handkolorierte Bilder, Anmerkungen,
was heißt dann bitte, dass der erste gro- Notizen, Kopien einer satirischen Solda-
„Vom Verbinden und Grenzen überwinden“, Markus Reiterer ße Weltkrieg 11 Millionen Menschen das tenzeitung mit dem schönen Untertitel
Leben gekostet hat. X-hunderttausend „Die Gekränkten sind die Beschränkten“.
davon der Gebirgskrieg - hier um uns? Es ist persönlich und sachlich zu gleich.
Überhaupt unsere ganze Geschichts- Man sieht den Urgroßvater hoch zu Ross
schreibung ist voll von Zahlen. 1914, voll Stolz und im Feld voll Angst. Gleich-
1915, 1916, 1918, 1934, 1938, 1945, 11 zeitig wirkt er kühl und distanziert, wo es
Millionen, 6 Millionen, etc.. Zahlen sind doch ums Leben ging. Irgendwo im Os-
aber bestenfalls Symptom der Geschich- ten, der Ukraine oder Polen. Gleichzeitig
te! Geschichte manifestiert sich nicht in ist mir klar: die Geschichte meines Urgroß-
Zahlen. Geschichte manifestiert sich in vaters war nichts Besonderes. Im Osten
Schicksalen, in Geschichten. nichts Neues – sozusagen. Millionenfach
hat sich ähnliches ereignet. Millionenfach
Im August des Vorjahres habe ich gehol- auch schlimmer, denn auf den Kampf
fen, im elterlichen Haus den Dachboden folgte nicht Heimkehr, sondern Tod.
Vom Verbinden und Grenzen überwinden 18 19 Vom Verbinden und Grenzen überwinden

Der große Krieg war ein Krieg um Gren- einen alten Kriegsstollen, den Cellonstol- Wir rannten den Berg hinunter, es be- Lange sagte er nichts. Er schien durch
zen. Ja, naturgemäß auch geographische len, als Zustieg verwendet. Er verläuft in gann zu regnen, zu schütten, zu hageln, meine Frage aus der Bahn, jedenfalls aber
Grenzen, aber mehr noch ein Krieg um Nähe dessen, was heute die Grenze zu zu donnern und blitzen. Völlig durchnässt in eine völlig andere Zeit geworfen zu sein
Grenzen der Macht, des Einflusses. Und er Italien ist und heißt folgerichtig: via fer- und außer Atem erreichten wir einen al- und hing seinen Gedanken nach. Nach ei-
zeigte deutlich in welch engen Grenzen rata senza confine. Der grenzenlose Klet- ten Kriegsstollen und suchten darin Un- ner Ewigkeit sagte er schließlich ein Wort.
die damals Mächtigen als zurechnungs- tersteig. Ich habe diesen Steig in lebhafter terschlupf. Ein eisiger Wind zog durch den Ein einziges, als Antwort auf meine Frage,
fähig einzuschätzen sind. Der Krieg zeig- Erinnerung, bestieg ich ihn doch vor vie- Stollen, der wie eine Düse wirkte. Wir fro- als Essenz des Kriegs: Er sagte: „Kalt.“
te die Grenzen der Diplomatie und des len Jahren mit einer guten Freundin, die ren auf Teufel komm raus. Er sagte es leise, ohne Betonung. Quasi
Völkerrechts als friedliche Mittel der Pro- grenzenlose Angst vor Gewittern hat. Die Für die nächsten eineinhalb Stunden ver- ohne Rufzeichen. Einfach so dahin. Ab-
blemlösung ebenso wie die Grenzenlosig- wenigen – nicht allzu unfreundlichen – krochen wir uns im Biwaksack und waren schließend und endgültig. Mehr muss
keit menschlicher Arroganz, Anmaßung Quellwolken am Einstieg versetzten sie so heilfroh über diese wärmende Schicht aus man darüber vielleicht gar nicht wissen,
und Dummheit. Insofern gibt es grenzen- in Stress, dass sie sich am Ende der durch- modernem Funktionsgewebe und den al- gab es doch die meisten Toten durch Er-
lose Möglichkeiten aus diesem Krieg zu aus steilen und schwierigen rampenarti- ten Stollen, der uns vor dem völlig außer frieren und Verhungern. Wir aber lagen in
lernen. gen Verschneidung zu Beginn des Steigs Kontrolle geratenen Gewitter Schutz bot. diesem alten Stollen durchnässt, aber ver-
Und er zeigte, wie unsagbar fragil, wie bereits völlig verausgabt hatte. In diesem Stollen damals dachte ich an gleichsweise glücklich herum.
zerbrechlich, wie verletzlich unser Fort- meinen Großonkel Josef. Als Kind war er
schritt ist, unsere Zivilisation, unser ge- Ein Rückzug nur mit Klettersteigausrüs- mir etwas unheimlich. Er war Kapellmeis- Unsere Alpen sind voller Grenzen. Die
sellschaftliches Wohlbefinden und unsere tung und ohne Seil war nicht denkbar, ter und größer Kritiker meiner kindlichen wenigstens sind uns bewusst. Eine Fahrt
großen historischen Errungenschaften, also stiegen wir weiter. Teilweise spielte Akkordeon-Versuche, an denen er – wohl über den Plöckenpass ist heute nichts
wie Rechtsstaat, Demokratie, Freiheit und ich menschlichen Steigbaum, zog und zu Recht – kaum ein gutes Haar ließ. Je- besonders. Vor 100 Jahren ließen hunder-
Frieden. Und welche grenzenlose Verant- zerrte sie den Steig hinauf. Bis an die der wusste, dass er „im Gebirg“ gekämpft te, wenn nicht tausende dort ihr Leben.
wortung wir tragen, um das zu erhalten Grenzen meiner eigenen Kraft. Als wir hatte, aber keiner sprach ihn darauf an. Grenzen dringen erst dann ins Bewusst-
und zu stärken. nach einer Ewigkeit den Ausstieg erreich- Auch er selbst verlor kein einziges Wort sein, wenn wir an ihre Existenz erinnert
ten (und ich einigermaßen unvernünftig darüber. Erst kurz vor seinem Tod schaffte werden.
Zehn oder 12 Kilometer von hier, gibt es noch zum Gipfel gegangen war) war der ich es, genügend Mut aufzubringen, ihn
einen faszinierenden Felsensteig. Man er- Himmel bereits bedrohlich schwarz, ein danach zu fragen. Wie war das damals? Im „You are here“ – zeigt man den Flüchtlin-
reicht ihn, in dem man vom Plöckenpass heftiger Wind blies uns ins Gesicht. Gebirg? Im Krieg? gen heute am Wiener Westbahnhof und
Vom Verbinden und Grenzen überwinden 20 21 Vom Verbinden und Grenzen überwinden

liefert die innereuropäischen Grenzen überqueren musste, kann ein Lied davon heute getan wird, mag vor bloß 50 Jah-
gleich mit. Daneben hängt ein von Flücht- singen. Uns allen muss dabei klar werden, ren noch als völlig unmöglich gegolten
lingskindern gestaltetes Plakat, das einem dass wir alle zur Lösung dieser Frage bei- haben. Jeder von uns, hat im Leben un-
das Herz erweicht, wenn man es näher tragen müssen. zählige Grenzen erfahren. Grenzen, die
betrachtet. „Ich und meine Schwester“, Grenzen spielen in den Alpen aber auch unüberwindlich schienen, oder solche
steht da, „Ich und meine Schwester sind noch ganz andere Rollen. Mehr und mehr die durchlässig sind. Ob wir eine Grenze
fast zweimal ertrunken.“ Muss man wirk- spüren wir auch die Grenzen dessen, was überschreiten können, oder ob es gut ist,
lich mehr über das Drama wissen, das sich wir unserer Umwelt noch zumuten kön- das zu tun, kann man kaum im Vorhinein
vor unserer Haustür abspielt? Muss man nen. Die Grenzen des Wachstums zeigen erkennen.
wirklich mehr darüber wissen, um end- sich in den Alpen wohl früher als anders-
lich etwas zu tun? Nein, ganz entschieden wo. Wenn alles immer wachsen soll, fragt Grenzen aber, werden immer durch un-
nicht. Und so ist es denn auch. Da wer- man sich irgendwann: wohin? Das wird sere Sehnsucht definiert sein, sie zu über-
den Grenzen geöffnet, dort geschlossen, übrigens eine Grenze sein, die wir nicht so winden.
da werden Zäune errichtet und Barrieren leicht überschreiten werden können. Hier
gebaut, dort bringen Helfer Wasser, Nah- müssen wir kreativer sein und tatsächlich
rung, Kleidung. Und die vielleicht wich- nachhaltige Vorgehensweisen finden, die
tigste Botschaft von allen: „You are safe“. es uns erlauben, innerhalb dieser Grenzen
maßvoll, aber hoffentlich gut zu leben.
Natürlich ist es keineswegs leicht, diese Ein herzlicher Dank an Markus Reiterer für seinen Vortrag mit dem Bild
Aufgabe, diese Herausforderung, zu be- Die Alpenkonvention bereitet dafür ei- „Kartitsch nach dem Gewitter“ von Max Becke.
wältigen. Und ja Ängste bestehen, jede nen guten Rahmen, eine Vision und eine
Leistungsfähigkeit hat irgendwo ihre Vorgabe, die maßgeschneidert ist auf die
Grenzen. Aber oft sind die Grenzen der Bedürfnisse unseres Raumes. Diese gilt es
Leistungsfähigkeit viel schwerer zu er- bestmöglich umzusetzen gilt. Hier spie-
reichen, als jene der Leistungswilligkeit. len die Bergsteigerdörfer – Sie alle – eine
Der anhaltende Zustrom flüchtender Mit- wichtige Rolle, die ich anerkennen und
menschen führt jedenfalls dazu, dass uns würdigen möchte. Umso schöner ist es,
Grenzen heute wieder bewusster wer- dass die Bergsteigerdörfer nun erstmals
den. Jeder, der in den letzten Wochen die auch die österreichischen Bundesgrenzen
Grenze am Walserberg oder bei Kufstein überquert haben, in das wunderschöne
Ramsau bei Berchtesgaden. Dafür möchte
ich allen Proponenten meinen ausdrückli-
chen Dank aussprechen.
Die Alpen sind voller Grenzen. Politische
Grenzen, geographische Grenzen, die
Grenzen zwischen bewirtschafteter Land-
schaft und Wildnis, zwischen Wiesen und
Wäldern, Erde und Felsen, und Felsen und
Eis. Horizontale Grenzen und vertikale.
Vergessene Grenzen und bestehende.
Staatsgrenzen, Regionalgrenzen, Bezirks-
und Gemeindegrenzen. Aber auch den
Grenzen dessen, was machbar, praktika-
bel, managebar, finanzierbar, erreichbar
ist.
Grenzen sind unsere Realität. Grenzen hat
es immer gegeben, und immer sind sie
überwunden und verschoben worden.
Der 6. Grad war früher einmal die Grenze
des Menschenmöglichen, heute zählt er
für viele zu den Genussklettereien. Was
22 23

Kulturelle Vielfalt, Identität,


Gemeinschaftsbewusstsein
Was kann die Alpenkonvention dazu beitragen?
Ewald Galle
Focal Point Alpenkonvention, Lebensministerium

Erlauben Sie mir zuerst einen ganz vor- Vielfalt ist übrigens die Sprachenvielfalt,
sichtigen Versuch einer Begriffsbestim- ein Punkt, den auch die Alpenkonventi-
mung. Konkret geht es um die Bezeich- on aufgegriffen hat. In der Deklaration
nungen „kulturelle Vielfalt“, „Identität“ und „Bevölkerung und Kultur“ gibt es ein
„Gemeinschaftsbewusstsein“. ganzes Kapitel, das sich dem kulturellen
Erbe verschrieben hat und das neben der
klassischen Einteilung in materielles und
1. Begrifflichkeiten immaterielles Erbe ausdrücklich auf die
Sprachenvielfalt abstellt. Verlangt werden
a. Kulturelle Vielfalt darin die Verbesserung der notwendigen
Rahmenbedingungen und die Anerken-
Der Begriff der „kulturellen Vielfalt“, nung der Bedeutung und des Werts des Ewald Galle, Focal Point Alpenkonvention,
gelegentlich auch als „Soziodiversität“ be- toponomastischen Erbes, also insbeson- Lebensministerium
zeichnet, versteht sich als die Existenz von dere Orts- und Flurnamen. Unter den in
vielfältigen Identitäten und Kulturen, was einem dazugehörigen Katalog festgeleg-
in diversen Erklärungen und Übereinkom- ten Maßnahmen steht dabei die gezielte „Kulturelle Vielfalt – als Quelle des
men immer wieder aufgegriffen wird, wie Förderung der Sprachen des Alpenraums, Austauschs, der Erneuerung und der
etwa in der der UNESCO-Konvention über insbesondere der Regionalsprachen ein- Kreativität – ist für die Menschheit
den Schutz und die Förderung der Vielfalt schließlich der Dialekte, an erster Stelle. ebenso wichtig wie die biologische
kultureller Ausdrucksformen (2005) oder Vielfalt für die Natur ist“.
in Dokumenten der Europäischen Union.
Der Welttag der kulturellen Vielfalt für Di- b. Identität
Allgemeine Erklärung der 31. UNESCO-
alog und Entwicklung ist ein Aktionstag
Generalkonferenz 2001 in Paris.
der UNESCO, der jährlich am 21. Mai be- Der zweite Begriff handelt von der „Iden-
gangen wird und mehr Bewusstsein für tität“. Der Duden gibt dazu folgende Er-
kulturelle Vielfalt schaffen soll. klärungen:

Die Allgemeine Erklärung der 31. • a) Echtheit einer Person oder Sache; völ-
UNESCO-Generalkonferenz im Novem- lige Übereinstimmung mit dem, was sie
ber 2001 in Paris führt beispielhaft dazu ist oder als was sie bezeichnet wird
aus, dass „kulturelle Vielfalt – als Quelle des b) (Psychologie) als »Selbst« erlebte in-
Austauschs, der Erneuerung und der Krea- nere Einheit der Person
tivität – für die Menschheit ebenso wichtig • völlige Übereinstimmung mit jeman-
wie die biologische Vielfalt für die Natur ist“. dem oder etwas in Bezug auf etwas
Und wie als Bestätigung findet sich eine (Gleichheit)
besonders große Vielfalt verschiedener
Mauthen identifiziert sich stark mit dem Projekt Bergsteigerdörfer.
indigener- und lokaler Kulturen in jenen Voraussetzung für Identität ist, dass sich
Gebieten, die sich ebenfalls durch eine die Person mit etwas identifiziert. Dabei
außer-gewöhnlich hohe Biodiversität, wie werden Merkmale einer bestehenden
auch im alpinen Raum, auszeichnen. Gruppenidentität als eigene Wesensmerk-
male angenommen und zugleich eigene
Ein wichtiger Bestandteil von kultureller persönliche Merkmale ausgebildet. Diese
Kulturelle Vielfalt, Identität, Gemeinschaftsbewusstsein 24 25 Kulturelle Vielfalt, Identität, Gemeinschaftsbewusstsein

Gruppenidentitäten sind dabei ein not- geschichtlichen Einzigartigkeit einer Re- täten und kulturellen Besonderheiten“ ge- Haupttypen finden, einerseits das Wachs-
wendiger Prozess zur Heranbildung einer gion, wie jene der Alpen, zu einer Über- sprochen wird. tum der Städte und die Vorverstädterung
eigenen Persönlichkeit, aber sie bleiben höhung derselben und einer Abwertung von Alpenstädten am Alpenrand. Damit
stets ein Element der Fremdbestimmung von nicht zugehörigen Regionen führt. zerfallen die Alpen im Laufe der Zeit im-
und Zuschreibung. mer stärker in Einzugsbereiche großer
Auch dazu kann man einen Abschnitt in 3. Welche Rolle kann dann die Metropolen im Süden und im Norden.
Eine weitere Begriffsdefinition findet sich der Deklaration „Bevölkerung und Kultur“ Auch die Umsetzung der EUSALP führt
Alpenkonvention spielen? letztendlich ausgehend vom Dogma der
in einem Vortrag von Frau Prof. Dr. Kam- finden, nämlich als Ausformung einer
merhofer, die darunter die „Strukturierung gemeinsamen Verantwortung der inner- wirtschaftlichen Entwicklung zu einer
und Formung eines jeweiligen, sozial und und außeralpinen Bevölkerung sowie aller Reicht das alles, und damit meine ich auch weiteren Verstädterung der Alpen, wo-
regional zeitlich geschaffenen Selbstver- politischen Entscheidungsebenen für die die Alpenkonvention mit ihrer scharfen durch das ursprünglich geschilderte Sze-
ständnisses“ versteht. Dieses Selbstver- Erhaltung der kulturellen Besonderheiten geographischen Abgrenzung, um etwas nario nur noch bestärkt und beschleunigt
ständnis bedeutet demnach Vertrautheit, des alpinen Lebensraums, namentlich über die Zugehörigkeit zu dieser Region würde.
Sicherheit und Beheimatung. Die Aus- zur Stärkung des Gemeinschaftsbewusst- zu sagen? Oder etwas überspitzt formu-
bildung von Identität, ob beim Individu- seins und der Identität der ansässigen Be- liert: Reicht die Position auf der Landkarte, Ich denke, diese Ein-
um, einer Gesellschaft oder einer Region, völkerung. um zu wissen wohin man gehört? Oder ist teilung erfasst aber
geschieht immer auch auf der Basis von damit die Alpenkonvention gleich einmal nicht all die kom-
Eigensicht, Selbstwahrnehmung und ausgeschieden? plexen Vorgänge im
Selbsteinschätzung im Vergleich zu den Alpenraum, etwa im
sogenannten anderen. Regionale Identi- 2. Was findet man dazu in der Die Alpenkonvention war und ist es für Tourismusbereich.
tät kann daher auch als eine Form einer den Raum – und damit meine ich den al- Etwas was man aber
Alpenkonvention und ihren nicht verleugnen
Vorstufe zur Schaffung eines regionalen pinen Raum – immer noch Neuland. Sie
Bewusstseins gesehen werden, für eine Protokollen? legt für eine Großlandschaft international kann und was auch
Region als kulturell gewachsene Einheit verpflichtende Rahmenbedingungen fest Prof. Dr. Bätzing in
mit Potentialen der Vernetzung. Letztlich Im Vortragstitel soll der Beitrag der Alpen- und damit eine umweltverträgliche Nut- seinem letzten Werk
ist die regionale Identität aber auch eine konvention dargelegt werden, was, wenn zung des Alpenbogens, basierend auf der über die Alpen in
Bühne zur Aufwertung des Eigenen. man sich den Rechtstexten zuwendet, Grundkonzeption des nachhaltigen Wirt- umfassender Wei-
nur von ganz geringem Erfolg gezeichnet schaftens, also einer Balance zwischen se feststellt, ist, dass
ist. Gleich vorweg, das „Gemeinschaftsbe- Ökonomie und Ökologie. Ihre Besonder-
Im Vereinshaus der ÖAV-Sektion Obergailtal-Lesachtal
c. Gemeinschaftsbewusstsein wusstsein“ gibt es an keiner Stelle. heit besteht nun darin, diverse und größ-
tenteils auch im Widerspruch stehende
Der letzte Begriff betrifft das „Gemein- „Kultur“ bzw. „kulturell“ kommt insgesamt Bereiche, wie Verkehr, Naturschutz, Land-
schaftsbewusstsein“, eine Art Zusam- noch am häufigsten vor, aber nie in der schaft, Bodenschutz, Raumplanung etc.,
mengehörigkeitsgefühl. Grundsätzlich Kombination mit der Vielfalt, am meisten unter einem gemeinsamen Deckmantel
wird eine Integration aufgrund starker als Qualitätsbezeichnung für die Entwick- durch eine konsistente Zielsetzung zu
kultureller oder sprachlicher Unterschie- lung. Recht oft stolpert man über den Be- vereinigen. All dies im Lichte eines immer
de als nahezu unmöglich eingeschätzt. griff im Berglandwirtschaftsprotokoll, wo stärker werdenden Strukturwandels.
an diversen Stellen von „kulturellem Wert“,
Eine Gruppe, eine Region oder gar ein Volk „Element“ oder von „kultureller Bedeutung“
kann sich durch ein gewisses Mindestmaß gesprochen wird. a. Strukturwandel
an Zusammengehörigkeitsgefühl, Solida-
rität und kollektivem Selbstverständnis, Der Begriff der „Vielfalt“ kommt recht oft Eben dieser Strukturwandel ist im Alpen-
gleichbedeutend mit Identität, manifes- vor, aber fast immer, um eine größere An- raum ein umfassender, der alle Bereiche
tieren. Um dieses Gemeinschaftsbewusst- zahl von etwas zu umschreiben, etwa für der Ökologie, der Ökonomie und der
sein zu erreichen, müssen nationale oder Aufgaben oder als genetische bzw. ökolo- gesellschaftlich-kulturellen Entwicklung
regionale Spezifika geopfert werden. Und gische Vielfalt. gleichermaßen, jedoch geographisch in
eine große sprachliche Heterogenität ist sehr unterschiedlicher Ausprägung und
wohl das hervorstechendste Element, das Die „Identität“ findet man recht selten Am Intensität erfasst. Vielleicht ist auch die
eine kulturelle Identifikation verhindern treffendsten in der Zielbestimmung (Art. Vielzahl an unterschiedlichen Formen
kann. Andererseits gibt es immer die Ge- 1 lit. f ) des Raumplanungsprotokoll, wo des Strukturwandels nur ein Irrtum, den
fahr, dass eine Betonung der kulturellen/ von der „Wahrung der regionalen Identi- laut Prof. Dr. Bätzing lassen sich nur zwei
Kulturelle Vielfalt, Identität, Gemeinschaftsbewusstsein 26 27 Kulturelle Vielfalt, Identität, Gemeinschaftsbewusstsein

„Etwas was man aber nicht verleug- der fundamentale Strukturwandel der Verwaldung, sei es durch moderne inten- oder es können ganz spezifische Dienst- es droht immer wieder der Verlust der
nen kann (...), ist, dass der funda- Alpen im kulturellen Bereich immer noch sive Nutzungen. Damit verschwinden die leistungen sein. Wichtig dabei ist, dass die Selbstbestimmung mit der Konsequenz,
mentale Strukturwandel der Alpen zu schwerwiegenden Problemen führt. Alpen als ein Raum mit spezifischen Wirt- Tradition ihre Beziehung zum heutigen dass der Alpenraum zu einem Ergän-
im kulturellen Bereich immer noch Mag es hier und dort auch neue Impul- schaftskulturen und Umweltformen und Leben und damit auch die Verbindung zu zungsraum einer städtischen Gesellschaft
se geben, so bleibt doch die Verbindung damit verschwinden auch die Alpen als den Menschen nicht verliert. Es müssen degradiert wird. Kulturelle Normen und
zu schwerwiegenden Problemen
von traditionellen und modernen Werten eigenständiger Lebens- und Wirtschafts- auch nicht immer Einheimische, es kön- Werte können und müssen in einer positi-
führt. Mag es hier und dort auch mangelhaft. raum in Europa. Antworten wird wohl erst nen auch zugezogene Personen eine Trä- ven Entwicklung eine Schlüsselrolle spie-
neue Impulse geben, so bleibt doch die Zukunft geben können. gerfunktion ausüben. Wer immer in den len. Regionaltypische Produkte, dezent-
die Verbindung von traditionellen Auch für die Umwelt gilt, dass die vom Alpen lebt, kann möglicherweise Sachen rales Agieren, alpenspezifische Lösungen
und modernen Werten mangelhaft.“ Menschen genutzte und veränderte Na- Laut Prof. Bätzing ist Dreh- und Angel- nur mehr als völlig selbstverständlich und wären hier entsprechende Ansätze.
tur und damit die bäuerliche Kulturland- punkt einer wünschenswerten Alpenzu- unveränderbar annehmen. Wer jedoch ei-
schaft bislang eine hohe Vielfalt besaß kunft eine ausgeprägte, kulturelle Iden- nige Zeit in einer ganz anderen Welt ver-
und damit auch den Charakter Heimat tität unter den regionalen Akteuren. Zu bracht hat, kann vielleicht eher und leich-
hatte. Mit dem Verschwinden der Kultur- Innovationen können auch neue Wirt- ter andere, neue Impulse setzen. 4. Resümee
landschaft verschwindet auch jeglicher schaftsprodukte hinzutreten, etwa aus der
Charakter, sei es durch Verbuschung/ Landwirtschaft oder aus dem Handwerk Aus all diesen, höchst unterschiedlichen
b. Wie kann nun der Beitrag der Alpen- Sicht- und Beurteilungsweisen kann aber
konvention aussehen? durchaus abgeleitet werden, dass die
Alpenkonvention wesentlich dazu bei-
Es gibt immer noch ein romantisch über- getragen kann, dass einer Großregion
zeichnetes, Idyllisches Bild der Alpen, aber ein Schritt mehr zu ihrer eigenen Identi-
nicht die Wildnis ist Grundlage für die Viel- tät gelingt. Obgleich wir wahrscheinlich
falt des Raums, sondern der gestaltende noch immer weit entfernt sind von einem Ein herzlicher Dank an Ewald Galle für seinen
und prägende Eingriff des Menschen. Die „Alpenbewusstsein“, so konnte zumindest Vortrag mit dem Bild „Viel Luft über Johnsbach“
Alpen sind daher ein Kulturprodukt aus ein Stück davon geweckt werden und von Andreas Hollinger.
kleinräumiger Nutzung, ständiger Land- lässt sich jetzt aller Unkenrufe zum Trotz
schaftspflege und dem Ausweichen vor auch nicht mehr zum Schweigen bringen.
Gefahren. Die Alpenkonvention wird damit nicht nur
zu einem völkerrechtlichen Instrument,
Die Vielfalt ist eine dieser gemeinsamen sondern zu einer einzigartigen Bühne mit
Erscheinungsbilder der Alpenkonvention. der einmaligen Chance, zu einem gesell-
Die Vielfalt ist im konkreten Fall der Al- schaftlichen Instrument zu werden, das
penkonvention kein trennendes Element, letztendlich zu einer von der Selbstbe-
sondern etwas das zusammenführt, die stimmung von Innen gekennzeichneten
Menschen berührt und neugierig macht. Politik führen kann. Etwas, was das Projekt
Entscheidend ist aber der nächste Schritt, „Bergsteigerdörfer“ schon seit Jahren er-
wie aus dieser Vielfalt und dem gegensei- folgreich vorexerziert!
tigen Wahrnehmen, ohne eine alpine Mo-
nokultur zu schaffen, ein gemeinsames
Bewusstsein entstehen soll.

Dazu wird eine Klammer gebraucht und


diese Klammer ist die auf höchster poli-
tischer Ebene entwickelte Alpenkonven-
tion. So gibt es eine Basis, auf der nun
die Alpen einheitlich und gemeinsam in
Europa auftreten können. Die einzelnen
Alpenregionen sollten ihr Konkurrenz-
denken ablegen und sich bei den Bedin-
Auch die Geschichte kann maßgeblich zur Identität beitragen und auch ermahnen, wie wichtig Gemeinschaftsbewusstsein heute ist : Einschusslöcher von gungen für eine allfällige Standortnut-
1916 an einer Hauswand in Mauthen. zung nicht gegenseitig unterbieten, denn
28 29

Konfliktarchäologie des Ersten Weltkrieges


im Hochgebirge. Neue Methoden.
Rupert Gietl, Arc-Team
Bilder: Rupert Gietl

Die Gedenkjahre 2015-2018 haben der Archäologen leisten dabei einen wich-
Erforschung des Ersten Weltkrieges an tigen Beitrag. Zum einen haben sie das
der Gebirgsfront zwischen Italien und Ös- technische Rüstzeug, um großflächige
terreich einen enormen Aufschwung ge- Geländeaufnahmen mit Beschreibung
geben: Familiengeschichte, Dorfbücher, und Interpretation der Stellungen im
historische Abhandlungen von Univer- Gebirge durchzuführen, zum anderen
sitätshistorikern, ebenso wie zahlreiche bietet der erst vor wenigen Jahrzehn-
Vereine und Museen beleuchten zur Zeit ten entstandene Forschungszweig der
den verheerenden Krieg in all seinen Fa- „Konfliktarchäologie“ auch die metho-
cetten. dischen Grundlagen, um an diese große
Entlang der über 600 Kilometer langen Aufgabe heranzugehen: Die Beschäfti-
Frontlinie haben sich die militärischen gung mit Krieg wird dabei nicht nur auf
Rupert Gietl, Arc-Team
Strukturen an der Südwestfront – im eu- die Schlachtfelder beschränkt, es geht
ropäischen Vergleich - in einzigartiger auch um Nachschubwege, Stützpunkte,
Weise erhalten und sind mittlerweile zu Brücken, Seilbahnen, Sanitätseinrichtun-
einem Kultur- und Erinnerungsgut gewor- gen,...
den. Die Denkmalpflege in den betroffe-
nen Ländern trägt dem schon seit einigen Die Geschichte der Zerstörung der Front-
Jahren Rechnung und hat mit der Unter- strukturen beginnt eigentlich noch wäh-
schutzstellung und Erhebung der Frontli- rend des Krieges, als im Zuge des österrei-
nien und Reste im Hinterland begonnen1. chischen Vormarsches nach der Schlacht
Eine Mammutaufgabe. bei Karfreit im Herbst 1917 die Karnische

Das Arc-Team kartiert alle militärischen Strukturen entlang der über 600 km langen Kriegsfront.

1 R. Gietl, H. Steiner, Chr. Terzer, Stumme Zeugen des Ersten Weltkrieges. Dokumentation der Hochgebirgsfront im Pustertal. Der Schlern 89/2015 p. 4-25.
Konfliktarchäologie des Ersten Weltkrieges 30 31 Konfliktarchäologie des Ersten Weltkrieges

und Dolomitenfront aufgegeben wird te Laien oder die Nachfahren ehemaliger sucht und sukzessive erweitert werden. können. Gleichzeitig sind sie aber auch
und sofort der Abtransport von kriegs- Soldaten richteten ihre Aufmerksamkeit Dabei ist die Einbindung lokaler Kenner, schon eine wichtige Quelle für die spätere
wichtigen Materialien einsetzt. Die zweite zunehmend auf die Kleinfunde: Ausrüs- Hüttenwirte, Hirten und Grundbesitzer Interpretation des Gefundenen.
Phase erstreckt sich über die Zwischen- tungsgegenstände, Waffen, Munition, unverzichtbar, denn die schiere Größe des Sofern es sich um Karten handelt, werden
kriegszeit, als vor allem die Wiedergewin- Helme, Werkzeuge,... Glaubt man den Be- Frontgebietes bringt es mit sich, dass je- diese georeferenziert und auf heutige
nung von Alteisen in den wirtschaftlich richten von Zeitzeugen, waren die Berge der einzelne kaum mehr als einen kleinen Luftbilder oder Geländedaten übertra-
darniederliegenden Regionen entlang bis in die 1970er Jahre mit solchen Objek- Ausschnitt des ganzen wirklich gut ken- gen. Mit diesen Informationen kann man
der Konfliktlinien zu einem wirtschaftli- ten förmlich übersät. nen kann. Für den Archäologen beginnt Satellitennavigationssysteme füttern und
chen Überlebensfaktor wird. Parallel dazu Die bis heute nicht nachlassende Auf- die Suche hingegen in den Archiven, die zu untersuchenden Bereiche gut ein-
setzte unmittelbar nach Kriegsende der merksamkeit für das Thema hat zu einem welche die militärischen Unterlagen der grenzen.
natürliche Zersetzungsprozess ein, der Kahlschlag geführt, der mittlerweile be- beiden Heere aufbewahren. Dies sind in Vermessung, Beschreibung und Photodo-
durch Schneedruck, Regen und Erosion denkliche Ausmaße angenommen hat. erster Linie das Österreichische Staatsar- kumentation vor Ort ist der zeitraubende
vieles zum Verschwinden brachte. Die Zeit für eine Gesamterhebung dessen, chiv in Wien, das Bayerische Kriegsarchiv Hauptteil jeder Geländeaufnahme. Mo-
Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit was erhalten blieb, ist mehr als reif. in München und verschiedene Militärar- derne Systeme erlauben es, zentimeterge-
dem Aufblühen des Bergtourismus be- chive in Rom. Dort lagern Pläne, Skizzen, nau zu vermessen, Digitalphotos dienen
gann auch für die materiellen Hinterlas- Eine flächendeckende Erhebung beginnt Photos und alle Arten von Schriftstücken, nicht nur als Quelle für zweidimensionale
senschaften eine neue Phase: Interessier- immer mit kleinen Arealen, die unter- die zur ersten Groblokalisierung dienen Bestandserhebungen, sondern können Die Archäologen zeichnen alle Funde präzise in
den Karten ein.

Viele der militärischen Einrichtungen sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Baumaterial ist in den
höheren Lagen rar und wurde nach dem Krieg vielfach anderwärtig verwendet.
Konfliktarchäologie des Ersten Weltkrieges 32 33 Konfliktarchäologie des Ersten Weltkrieges

mit Hilfe von Software zu detaillierten 3D- wenn man weiß, dass der ganze Abschnitt Selbstzweck. Es geht um die Vermittlung Methoden, ohne Eingriffe vor Ort, den in- denste Themenkreise anwenden und wei-
Modellen verdichtet werden. Drohnen lie- über weite Strecken des Konfliktes nur ein einer verschwindenden Geschichte an teressierten Besuchern vor Ort weiterzu- terentwickeln lässt.
fern uns Luftbilder und Filmaufnahmen, Nebenkriegsschauplatz war. zukünftige Generationen. Durch das Pro- vermitteln. Ein Konzept, das sich bestens In Kartitsch wird weiter daran gearbeitet.
selbst der Einsatz von Laserscansystemen jektgebiet verläuft z.B. der Karnische Hö- mit jenem der Bergsteigerdörfer verbin-
auf den ferngesteuerten Plattformen ist Nach Abschluss der Feldarbeiten geht es henweg. Tausende Gäste gehen ihn jedes den und vom Prinzip her auf verschie-
schon möglich. idealerweise wieder zurück in die Archive, Jahr und genießen das unvergleichliche
Auf diese Weise konnten bisher Tausende um die Ergebnisse der Dokumentation Naturerlebnis. Wir konnten beobachten,
von Strukturen an der Hochgebirgsfront „mit Leben zu füllen“. Da viele Objekte so dass die meisten von ihnen aber kaum
dokumentiert werden. Das größte zusam- stark zerstört sind, dass man allein aus ih- wahrnehmen, dass sie auf Schritt und
menhängende Gebiet befindet sich der- rer Beschaffenheit nicht mehr sagen kann, Tritt den Pfaden und Schützengräben
zeit am Karnischen Kamm zwischen den wozu sie einst dienten, versucht man, dies des Ersten Weltkrieges folgen. Ein wich-
Gemeinden Kartitsch, Comelico Superiore anhand der militärischen Unterlagen her- tiger Bestandteil des Projektes ist es des-
und Sexten. Entlang der vordersten öster- auszufinden: Wozu dienten die einzelnen halb, die Jahre von 1915-18 den Einhei-
reichisch-ungarischen Linie fanden sich Gebäude? Wer hat sie erbaut? Wer hat mischen und Gästen auf eine neuartige
auf einem kaum hundert Meter breiten dort gelebt? Existieren vielleicht noch ori- Weise näher zu bringen. Dabei müssen
und knapp über zwei Kilometer langen ginale Pläne? Was hat sich im Laufe der 28 wir zwei Hauptprobleme meistern: Man-
Streifen rund 1500 Objekte. Die unweit Monate dauernden Kämpfe hier oder dort gelnde Orientierung und mangelndes
südlich verlaufenden, italienischen Stel- zugetragen? Gibt es vielleicht noch origi- Vorstellungsvermögen. Orientierung ist
lungen sind sogar noch dichter gestaffelt. nale Photos? im Gebirge unverzichtbar. Die Reste des
Diese Zahlen beeindrucken umso mehr, Das ganze Vorhaben ist natürlich kein Ersten Weltkrieges passen sich aber meist
so gut dem Gelände an, dass es nur Per-
sonen mit speziellem Vorwissen möglich
ist, sie in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Ein
Navigationssystem für Smartphone oder
Tablet soll hier weiterhelfen. Dem Wan-
derer wird es ein Leichtes sein, vor dem
Hintergrund eines Luftbildes oder eines
Detaillierte Karten helfen, die Standorte im Gelände zu finden, wie hier die Karte Obstans.
Geländemodelles seine eigene Position
und alle Denkmäler im Umkreis zu sehen.
Gleichzeitig wird dieses Bedürfnis aber
auch mittels einer traditionellen Wander-
karte gestillt.
Um dem Vorstellungsvermögen auf die
Sprünge zu helfen, werden historische
Photos, Filme, Texte und Animationen an
den Originalschauplätzen erklären, was
sich dort ereignet hat. Immer spielt Satel-
litennavigation eine entscheidende Rolle:
Der Wanderer wird z.B. an den Ort gelotst,
an dem ein Artilleriebeobachter vor 100
Jahren die gegnerischen Stellungen ge-
zeichnet hat und sieht, was er damals sah.

Es wird uns nicht möglich sein, alle Res-


te des Ersten Weltkrieges zu bewahren.
Die allermeisten werden mit der Zeit ver-
schwinden. Die Natur holt sich zurück,
was ihr der Mensch damals mit Gewalt
entrissen hat. Umso wichtiger ist es, in
den Gedenkjahren den status quo zu do-
Das Arc-Team entwickelt eine Software, die es dem Besucher ermöglicht, Stellungen wieder auferstehen zu lassen und in 3d direkt vor Ort Ein herzlicher Dank an Rupert Gietl für seinen Vortrag mit dem Bild
kumentieren und ihn mit nachhaltigen
sichtbar werden zu lassen. „Summerend Party“ von Horst Ender.
34 35

Kleiner Rundgang durch


das Bergsteigerdorf Mauthen
Rudolf Kubin, Oberschulrat und Hauptschuldirektor
zusammengefassst von Alexandra Huber

Nach dem Mittagessen stand ein histo- deutschen Wort „muta“ (= Maut). Dieses
rischer Spaziergang durch Mauthen auf ist wiederum ein Lehnwort aus dem Goti-
dem Programm. Begleitet wurden wir da- schen: „mota“ (= Zoll). Dies bedeutet, dass
bei freundlicherweise von Herrn Rudolf sich der Ortsname von einer ehemaligen
Kubin, der uns in einem kurzen Abriss die Mautstelle ableitet. Mit Abgabe der Maut
Geschichte des Bergsteigerdorfes Mau- konnten z.B. Holz- oder Tuchhändler ge-
then und einige der berühmten Persön- fahrenfrei den Pass bewältigen.
lichkeiten des Ortes näher brachte.

2. Station: Statue von Oswald Nischel-


1. Station (Begrüßung und Einfüh- witzer (1811-1894), geschaffen vom Mau-
rung): vorm Erlenhof thner Künstler Jakob Wald (1897).
Die Siedlungsgründung Mauthens lässt Ein berühmter Sohn Mauthens ist Oswald
sich nicht genau datieren. Sie geht aber Nischelwitzer. Er war Bürgermeister von
ca. auf das 5. bis 2. Jahrhundert v. Chr. zu- Mauthen, Kärntner Landtagsabgeord- Oberschulrat und Hauptschuldirektor Rudolf
rück, also auf den Zeitraum als die Region neter und Reichstagsabgeordneter. Um Kubin weiß sehr viel Wissenswertes über das
von den Kelten besiedelt war. 1890 hat sich Oswald Nischelwitzer un- Bergsteigerdorf Mauthen und seine Besonder-
heiten zu erzählen.
ter anderem für den Hochwasserschutz
Mauthen zur Römerzeit: in Mauthen und den Ausbau der Gail-
Über den Plöcken führte eine bedeutende bergstraße stark gemacht. Im Zuge des
Römerstraße, die so genannte Via Julia Au- Straßenbaus durch Mauthen wurde die
gusta. Diese reichte von Aquileia über den Nischelwitzer-Statue an ihre heutige Posi-
Plöckenpass bis ins Drautal und hat dem tion im Mauthner Ortskern versetzt. Noch
Siedlungsraum um Mauthen schon sehr Anfang der 1960er Jahre stand die Statue
früh große Bedeutung zwischen Nord- nahe dem Landhaus Kellerwand Während
und Südeuropa verschafft. Oberhalb dem der Franzosenzeit, von 1812 - 1814, d.h. in
Gebiet der heutigen Ortschaft Mauthen der Kindheit Oswald Nischelwitzers war
lag eine römische Siedlung namens „Lon- das Obere Gailtal einschließlich Reisach
cium“. Durch archäologische Grabungen und das gesamte Lesachtal zu einem Kan-
im Bereich des Maria-Schnee-Hügels und ton zusammengeschlossen, mit Mauthen Gespannt lauschen die Vertreter der Bergstei-
in den Fundamenten der Wallfahrtskirche als Kantonsitz. gerdörfer den Ausführungen von Herrn Kubin
wurden Mauerreste entdeckt, die zum an- zur Persönlichkeit von Oswald Nischelwitzer.
tiken Loncium gerechnet werden.
3. Station:
Mauthen im Mittelalter: Geburtshaus von Oswald Nischelwit-
Im Mittelalter erlebte die Gegend um zer: Fresko mit zwei Wetterheiligen.
Mauthen durch den Abbau von Rohstof- Bild an Hausfassade mit dem Titel: „3 Män-
fen wie Eisenerz, Gold, Silber und Blei eine ner schreiben Geschichte“. Dieses Bild soll
wirtschaftliche Blütezeit. In dieser Epo- an die Geschehnisse im Mai 1945 erinnern,
che, genauer im Jahr 1276, wurde auch als 30.000 Kosaken über den Plöckenpass
Mauthen, ruhiger Grenzort ca. 12 km nördlich des Plöckenpasses der Ort Mauthen das erste Mal urkundlich nach Lienz zogen. Bevor die Kosaken wei-
erwähnt. ter in den Lienzer Talboden zogen, mach-
ten sie 2 Tage Station in Mauthen.
Der Name Mauthen kommt von dem alt- „3 Männer schreiben Geschichte“ - Bild an der
Hauswand des Geburtshauses von Nischelwitzer
Rundgang durch das Bergsteigerdorf Mauthen 36 37 Rundgang durch das Bergsteigerdorf Mauthen

Einschusslöcher in Hausfassade aus dem 5. Station: Die Fresken an der südseiti- Zu den Besonderheiten der Kirche: Die gestorben: 2001), einem ehemaligen Als letzter Programmpunkt an diesem Tag
Jahr 1916. In den ersten Kriegsjahren gab gen Außenwand der Pfarrkirchen von Kirche ist eine Marienkirche. Dies zeigt österreichischen Bundeskanzler (1964– stand noch eine Führung durch das „Do-
es in Mauthen keine Beschießungen. Dies Mauthen. zum einen das Altarbild des linken Altares; 1970) vorbei. lomintenfreunde - Museum 1915-18“
sollte sich Ende 1916 ändern. Glücklicher- Unter Kunsthistorikern sind diese Fresken hier ist die Verkündigung an Maria darge- im Rathaus von Kötschach-Mauthen an.
weise gab es keine Todesopfer zu bekla- sehr bekannt. Sie stammen bereits aus stellt. An der Südwand befindet sich eine Vielen Dank an Herrn Kubin für die lehr- Die geschichtlichen Ereignisse rund um
gen. dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts Schutzmantelmadonna. Auf dem Altar- reiche und interessante Führung durch den Ersten Weltkrieg werden hier nüch-
und wurden im Jahr 1932 freigelegt. In Oberbild ist die Marienkrönung zu sehen Mauthen. tern und ungeschönt dargestellt.
einer der drei gemalten Renaissancearka- Wie bereits angeführt, zeigt eine Arkade Die Besucher verließen das Museum auf-
4. Station: Hauptplatz von Mauthen den ist ein Schmerzen-Sonntags-Christus an der Außenseite der Kirche Mariens Tod. (zusätzliche Quellen: http://www.koet- gewühlt, nachdenklich und mit der Ge-
Auf dem Hauptplatz in Mauthen ist der (Feiertagschristus) dargestellt. In einer Das Mittelbild des Seitenschiffsaltars stellt schach-mauthen.gv.at/index.php; https:// wissheit, das so etwas in der Zukunft nie
Mauthner Bär zu sehen. Dieser findet sich weiteren Arkade ist Mariens Tod abgebil- den Tod des Heiligen Franz Xavers dar. de.wikipedia.org/wiki/Kötschach-Mauthen; wieder passieren darf.
auch im Wappen wieder. Im Jahr 1524 det. Das dritte Fresko zeigt Anna selbdritt Einzelbroschüre Mauthen; Mauthen – Al- Ein herzliches Dankeschön an Kustodin
wurde Mauthen durch die Verleihung (die Heilige Anna, ihr Tochter Maria und Zum Schluss führte uns Herr Kubin noch pingeschichte kurz und bündig; https:// Karin Schmid für die Führung durch das
eines Wappens von Kaiser Karl V. ausge- das Jesuskind), mit dem Erzengel Michael am Elternhaus von Peter Haßlacher sowie de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Mau- Museum.
Die Einschusslöcher am Geburtshaus von zeichnet und als Markt erklärt. Das Wap- darunter. am Geburtshaus von Josef Klaus (gebo- then)
Nischelwitzer stammen von 1916. penbild stellt einen verwundeten Bären in Hinter der Kirche schließlich zeigt uns ren: 1910, als Sohn eines Bäckermeisters-
blaugelbem Feld dar. Dies erinnert an ein Herr Kubin ein schmuckes Haus aus dem
Aufsehen erregendes Jagdereignis, als ein 16. Jahrhundert, welches sich in Privatbe-
tödlich verwundeter Bär mit letzter Kraft sitz befindet und eine schöne Luftbildma-
versuchte, einen Baum auszureißen. lerei aufweist.

Im Jahr 1809 kommen französische Trup-


pen über den Plöckenpass nach Mauthen 6. Station: Pfarrkirche von Mauthen
und gliederten die Region in das von Na- Die 1466 erstmals urkundlich erwähnte,
poleon geschaffene Königreich Illyrien römisch-katholische Pfarrkirche Mau-
ein. Das öffentliche Leben in Mauthen hat thens ist dem Heiligen Markus geweiht.
sich unter der Zeit der französischen Herr- 1485 weihte der Bischof von Caorle die
schaft stark gewandelt und auch manche Kirche nach einem Türkeneinfall im Jahr
Wörter und Bezeichnungen stammen 1478 erneut. Hier muss man wissen, dass
noch aus diesem Zeitabschnitt. Hier dür- seit 811 n. Chr. die Diözesangrenze zwi-
fen wir am Ende des historischen Spazier- schen dem Erzbistum Salzburg und dem
gangs durch Mauthen noch einige fran- Patriachat Aquiläa entlang dem Draufluß
zösische Begriffe, wie z.B. die Promenade gezogen wurde. Somit wurde das Gebiet
oder den Paraplü und ihre Bedeutungen um Mauthen in der geistlichen Ausrich-
erraten. Im Jahr 1813 zogen die napoleo- tung der Missionierung von Aquiläa zuge-
nischen Truppen schließlich wieder ab. ordnet.
Das schöne Wetter begünstigte den Spazier- Das „Dolomintenfreunde - Museum 1915-18“ Kustodin Karin Schmid führte durch das Muse-
Am Hauptplatz steht das Wappentier, der Mau- gang durch Mauthen. arbeitet die Ereignisse am Karnischen Kamm auf. um im Rathaus Kötschach-Mauthen.
thner Bär.

Das schöne Wetter begünstigte den Spazier- Die Vertreter aus Zell-Sele: Amtsleiter Egon Die Fresken an der südseitigen Wand der Pfarr- Einer, der die Geschichte ebenso gut kennt: In der linken Häuserzeile befindet sich das Angesichts solcher Bilder machte sich bei den
gang durch Mauthen. Wassner und Bürgermeister Heribert Kulmesch. kirche sind äußerst beeindruckend. Ludwig Wiedemayr aus Kartitsch Elternhaus von Peter Haßlacher. Besuchern tiefe Betroffenheit bemerkbar.
38 39

Bergsteigerdörfer und Kulinarik –


eine Annäherung
Roland Kals und Jan Salcher
Projektteam Bergsteigerdörfer

„In den alpinen Nobelorten tummeln sich


nebst treuen, reicher werdenden deutschen
Touristen immer mehr Osteuropäer, Eng-
länder und Skandinavier, die mit dem Wort
"karg" nur noch wenig anfangen können.“
(Die Welt, 27.1.2014)

Nicht nur beim Reden, sondern auch beim Jahrhundert hinein der Hunger des Menschen
Essen kommen die Leute zusammen. Und es nach Kalorien noch vor dem Genuss. Später
Roland Kals
spricht viel dafür, dass heimatliche Gefühle un- drängte sich der Hunger nach Eiweiß (Fleisch-
trennbar mit den von Kindheit her vertrauten konsum) vor, und und heute scheint der nackte
Speisen verbunden sind – Essen als Identitäts- Hunger von der Gier nach Genuss ersetzt wor-
stiftung also. Und so liegt der Gedanke nahe, den zu sein. Genuss ist mittlerweile als eine Art
sich im Bergsteigerdörferprojekt auch einmal Leitfigur im öffentlichen Diskurs allgegenwär-
mit diesem Thema zu befassen. tig. Ein sinnfälliges Beispiel dafür ist die vom
österreichischen Landwirtschaftsministerium
kreierte „Genussregion Österreich“1, die sich
Die Annäherung als Werbeplattform für Lebensmittel aus hei-
mischen Landwirtschaftsbetrieben versteht.
Kulinarik in Bergsteigerdörfern – das ist aller- Da wimmelt es nur so von Genussprodukten,
dings ein weites Feld. Vielleicht nähern wir Genusswirten, Genusshütten und Genuss-
uns dem Thema in solcher Weise an, dass wir zielen. An einem anderen Ort findet sich der
untersuchen, in wie weit die Philosophie der „Genussbauer“, auf dessen Hof „Joe“ und „Jack“
Bergsteigerdörfer auch auf den Bereich Ernäh- leben. Sie „sind die heimlichen herren des hofes, Jan Salcher
rung und Kochkunst „angewendet“ werden sie laufen frei umher und begleiten die enten und
könnte. gänse auf ihren weiden“.2 Dass es für die beiden
Die typische Brettljause - Bergsteigerdorf Hüttschlag im Großarltal Dazu eine Vorbemerkung: Speis und Trank mit dem Genuss spätestens dann vorbei sein
sind - und das gilt besonders im touristischen wird, wenn sie als Rohstoff für edle Genusspro-
Kontext - nicht nur bloße Akte der Nahrungs- dukte herhalten müssen, bleibt wohlweislich
aufnahme, sondern zentrale kulturelle – man unerwähnt.
könnte auch sagen: kultische – Äußerungen. Und ruft man versuchsweise die Web-Adresse
Und für viele ist der Genuss von gutem Essen „genuss.at“ auf, dann landet man auf der mit
ein untrennbarer Bestandteil eines gelunge- dem Bundeswappen staatstragend gestalte-
nen Urlaubes. ten Seite www.oesterreich.com. Sie wird von
Im alpinen Alltagsleben stand aber bis in 20. der Johannes Kepler Universität Linz betrieben

1
http://www.genuss-region.at/
2
http://www.genuss-bauer.at/index.php?article_id=17
Bergsteigerdörfer und Kulinarik 40 41 Bergsteigerdörfer und Kulinarik

und „ist den Freunden Österreichs in aller Welt der Verbraucher in Österreich, Deutschland Südtirol7, in der z.B. die Vinschgauer Apfel- Außerdem setzt das raue Alpinklima natürliche
gewidmet, die sich einen Überblick über qualita- und der Schweiz mehrmals im Monat regiona- produktion als Synonym des Südtirolerischen Grenzen. Abseits der tief gelegenen Haupttä-
tiv hochstehende Informationsangebote in deut- le Produkte. 60% der Österreicher kaufen diese hochstilisiert wird. Dabei dürfte man überse- ler ist z.B. Gemüsebau in größerem Umfang
scher Sprache verschaffen wollen.“ – Da kommt sogar regelmäßig wöchentlich5. hen haben, dass sowohl die Produktionsme- nicht mehr möglich.
einem gleich „Der Phäake“ von Josef Weinhe- Vordenker der „neuen Regionalität“ ist Carlo thoden als auch die Vertriebswege der Südti- Und was im Zeitalter der Rückbesinnung auf
ber in den Sinn („Ich hab sonst nix, drum hab ich Petrini. Er gründete 1986 im Piemont die „slow roler Äpfel selbst den einfachsten Prinzipien das „Regionale“ auch nicht vergessen werden
gern, ein gutes Papperl, liebe Herrn ...“). Nun gut, food“- Bewegung. Als Maßstab der „Neuen von Nachhaltigkeit und Regionalität wider- darf: In den letzten Jahrzehnten hat sich gera-
wir Österreicher haben nun mal dieses Image, Gastronomie“ definierte er die Begriffe: Buono, sprechen. Und dazu gesellt sich die aktuell hei- de im Alpenraum die ohnehin schmale Palette
aber wir machen auch etwas daraus. pulito e giusto – gut, sauber und fair. Die Pro- ße Debatte um die Gefährdung der im Vinsch- der Agrarprodukte nochmals deutlich verklei-
dukte müssen also regional und saisonal au- gau Lebenden durch den exzessiven Einsatz nert, eine Folge von Marktorientierung und
thentisch sein und traditionell produziert wer- von Agrochemikalien. betrieblicher Spezialisierung und damit ver-
Biogenuss und Fairtrade den. Der damals noch radikale, heute schon Zu lernen ist daraus, dass man sich nur dann bunden der endgültigen Aufgabe der Selbst-
Die Idylle trügt. Auch dieses Kälbchen wird selbstverständliche Grundgedanke ist, dass auf der sicheren Seite befindet, wenn Authen- versorgerlandwirtschaft. So kam es in der ers-
dereinst als Nahrungsmittel dienen. Es geht also offenbar darum, Nahrungsaufnah- Lebensmittel, die nach Slow-Food-Kriterien tizität in einer Region nicht nur behauptet, ten Hälfte der 1960er-Jahre zur alpenweiten
Foto: Ulrich Kirchmayr me mit Bedeutung aufzuladen und „Genuss“ angebaut, produziert, verkauft und verzehrt sondern auch tatsächlich praktiziert wird – üb- Einstellung des früher weit verbreiteten Acker-
nicht nur auf die Gaumenfreude zu beschrän- werden, regionale Wirtschaftskreisläufe stär- rigens ein wesentliches Aufnahmekriterium im baues, der vorher in klimatischen Gunstlagen
ken, sondern „mit allen Sinnen“ zu betreiben. ken können und die Menschen wieder mit Netzwerk der Bergsteigerdörfer. weit in die Seitentäler und in erstaunliche Hö-
Und dass man sich heutzutage nicht bloß auf Auge, Ohr, Mund und Händen an ihre Region henlagen hinauf gereicht hatte. Auch die im
eine unreflektierte Sinnlichkeit beschränken binden6. Gefolge des EU-Beitrittes drastisch verschärf-
kann, sondern auch z.B. der Gerechtigkeitssinn Auch im Alpenverein hat man schon vor ge- Vielfalt oder doch Gleichheit? ten Hygienebestimmungen und Kennzeich-
mit bedacht werden muss, zeigt ein unlängst raumer Zeit begonnen, sich mit diesem Thema
durchgeführtes Experiment der Universität zu befassen. Ein Ergebnis ist die vom DAV ins Die Authentizität „alpiner“ Lebensmittel und
Bonn: Probanden kosteten zwei Schokola- Leben gerufene und mittlerweile gut einge- damit auch der alpinen Kulinarik ist jedenfalls
desorten – die eine mit, die andere ohne „Fair- führte Initiative „So schmecken die Berge“, in durch eine Besonderheit gekennzeichnet, die
trade“ - Logo. Die angebliche Fairtrade-Scho- die heute über 100 Alpenvereins-Schutzhüt- sich auf den ersten Blick mit dem allgegenwär-
kolade wurde als deutlich wohlschmeckender ten in Deutschland, Österreich und Südtirol tigen Genussthema (das implizit wohl auch
eingestuft – obwohl alle Kostproben von der eingebunden sind. eine dem Schlaraffenland vergleichbare Fülle
Jause im Haus Walserstolz selben Schokoladentafel stammten, die in ei- in sich trägt) nicht zu vertragen scheint:
Foto: Monika Bischof nem Discount-Supermarkt erworben wurde.3 Die Vielfalt der Produkte und traditionellen
Und – für Marketingleute vermutlich beson- Achtung Werbung! Speisen ist gar nicht so groß, wie man viel-
ders interessant: Die Teilnehmer waren (zu- leicht meinen möchte. Die verwirrende Vielfalt
mindest theoretisch) bereit, etwa 30 Prozent Wir müssen demnach zu einer integrativen regionaler Bezeichnungen verstellt den Blick
mehr für ethisch produzierte Waren zu zahlen. Betrachtungsweise kommen: Das gesunde darauf, dass in der alpinen Küche nur eine
Ähnliches gilt für Produkte mit Bio-Gütesiegel, Lebensmittel kann nur in einer gesunden Um- Handvoll von Zutaten zur Verfügung steht,
wobei sich hier schon herumgesprochen hat, welt produziert werden. Nur dann eignet sich die im strengen Sinne als regional produziert
das „Bio“ alleine nicht genügt, wenn die Ware das Lebensmittel als Identifikations- und Wer- gelten können. Es sind zwar ein bisschen mehr
in ganz Europa herumkutschiert wird4. beträger einer Region und umgekehrt. als die berühmten „vier Elemente“ der Tiroler
Diese im Marketingjargon als „Verbundwer- (Knödel, Nocken, Nudel, Plenten), aber keines-
bung“ bezeichnete Strategie ist naturgemäß falls unüberschaubar viele.
Regionalität recht beliebt und wird in der Tourismuswer- Die Erklärung liegt zunächst im Umstand, dass
bung breit eingesetzt, wobei Pannen durchaus wir es bei der traditionellen alpinen Küche mit
Tatsächlich dürfte ein großer Teil der Konsu- an der Tagesordnung sind. einer ländlich-bäuerlichen Küche zu tun ha-
„So schmecken die Berge“-Frühstück auf der menten im Zweifelsfall der Regionalität den Ein schönes Beispiel dafür ist die jüngst neu ben, die sich deutlich von der städtisch-bür-
Grazer Hütte in der Steirischen Krakau.
Foto: Christina Schwann Vorzug geben. Angeblich kaufen mehr als 70% ausgerichtete Tourismuswerbung des Landes gerlichen unterscheidet. „Alpinpropaganda“ - die Übergänge zwischen Produkt- und Tourismuswerbung sind fließend.

3 7
Enax, L. et. al. 2015, S. Pappalardo M., 2015.
4 8
Der Erzeugerpreis von z. B. Biogurken ist in Spanien so niedrig, dass die Transportkosten in den europäischen Norden praktisch keine Rolle spielen. Manche davon „New Highlander“, also Personen, die aus verschiedenen Gründen die außeralpinen Zentren verlassen haben und sich einer selbstbestimmten und naturnä-
5
Kurier 13.9.2013 heren Beschäftigung widmen, vgl. Meili / Mayer 2015, S. 42.
6
Slow Food Manifesto for Quality, S. 1.
Bergsteigerdörfer und Kulinarik 42 43 Bergsteigerdörfer und Kulinarik

nungspflichten mögen ihren Beitrag geleistet und viele der Bergsteigerdörfer befinden sich ist schwierig zu bestimmen. ten wir eine unsichtbare Kulturgrenze: Wir
haben. Und ob die kürzlich endgültig ent- in solchen, umso undeutlicher werden diese Im Pinzgau und Pongau (in diesen Gauen be- erreichen zunächst das noch auf zu Kärnten
schlafene Milchquote das Bauernsterben noch Einflüsse und treten zugunsten einer recht finden sich die Bergsteigerdörfer Weißbach gehörige Bergsteigerdorf Lesachtal und dann
anheizen wird oder doch zu einer Rückbesin- einheitlichen alpinen Speisenpalette zurück, bei Lofer und Hüttschlag) wird man jedenfalls die bereits auf Tiroler Boden gelegenen Berg-
nung auf Alternativen zur Milchproduktion die dadurch gekennzeichnet ist, dass man mit Kasnocken, Kaspressknödel, Pinzgauer Krapfen, steigerdörfer, Untertilliach, Obertilliach und
führt, kann heute niemand zuverlässig sagen. Phantasie all das integrierte, was eben gerade Moosbeernidei (Heidelbeernocken) und Nidei Kartitsch. Hier werden die Nudeln plötzlich
Somit wird man auf einem alpinen Standard- zur Verfügung stand. (gebratene Kartoffelteigstücke mit gedünste- als Krapfen bezeichnet, genauer gesagt als
bauernhof vielleicht noch ein bis zwei selbst- tem Weißkraut oder Sauerkraut) zu den regio- „Schlipfkrapfen“. Der auffälligste Unterschied
produzierte Produkte (Milch, Rindfleisch, ev. Vorarlberg: naltypischen Speisen rechnen dürfen. ist ihr einfacher Rand, d. h. die Nudel wird nicht
Schaffleisch) finden, während Hühner oder Vielleicht am einfachsten zu identifizieren ist umständlich gekrendelt, sondern einfach nur
Eier schon zu den ausgesprochenen Seltenhei- die käsedominierte Küche Vorarlbergs. In die- Ober- und Niederösterreich, Steiermark und gut zugedrückt („gepitscht“). Für den Teig wird
ten zählen. sem Bundesland wurde früher als in anderen Kärnten: zur Hälfte Roggen- und Weizenmehl verwen-
Die größte Produktvielfalt findet man heute österreichischen Alpengebieten die aus der In Oberösterreich und Niederösterreich kom- det, die Fülle besteht in der Hauptsache aus
paradoxerweise bei den von Vollblutbauern Schweiz stammende Technik der Hartkäse- men Anleihen aus der böhmischen Küche mehligen Erdäpfeln, auf den Topfen wird ver-
eher abschätzig betrachteten „Hobbylandwirt- produktion übernommen. Das Große Walser- hinzu und in der Steiermark und in Kärnten zichtet, dazu kommt etwas gerösteter Zwiebel
schaften“8, die einen wesentlichen Teil ihres tal ist typisch für diese Situation, in der eine machen sich Slowenien und Norditalien be- und Schnittlauch.
Einkommens einer außerlandwirtschaftlichen hochentwickelte Almwirtschaft eine zentrale merkbar. Wiederum einige Kilometer weiter nördlich
Tätigkeit verdanken und sich aus „Spaß an der Rolle spielt. Im Sommer wird Hartkäse auf der gelangen wir in die Bergsteigerdörfer des Vill-
Freud“ den Luxus vermeintlich unrentabler Alm produziert (der so genannte „Almkäse“, im gratentales. Selbstverständlich gibt es auch
Bauernmühle im Bergsteigerdorf Lesachtal Produkte erlauben. Winter wird im Tal hauptsächlich „Walserstolz“ Alleskönner „Nudel“ hier wieder lokale Variationen (angeblich hat Altbauer Bischof beim Kasen im Bergsteigerdorf
Foto: Ulrich Kirchmayr hergestellt, ein Bergkäse, der immer wieder jeder Hof seine eigene Geheimrezeptur), man Mauthen im Gailtal
Traditionell stützte sich die Ernährung der Auszeichnungen einsammelt - die Hauptmen- Die im gesamten Alpenraum aufzufindenden scheint sich aber hinsichtlich der Fülle wieder Foto: Sepp Lederer
Bergbewohner auf die folgenden Hauptzuta- ge allerdings nicht mehr im Großen Walsertal und durchaus verwirrenden Variationen des eher der Kärntner Variante (Bröseltopfen-Erd-
ten: selbst, sondern in der zur Schweizer Emmi- Gleichen seien exemplarisch an der Speisenfa- äpfel) anzunähern. Richtige Villgrater Schlipf-
Milch und Milchprodukte, Käse, Mehl (Weizen, Gruppe gehörigen Molkerei in Nüziders. milie der „Nudel“ vorgeführt – einem Gericht, krapfen erhalten zur Krönung eine Überstreu
Dinkel, Roggen, Mais, Schwarzplenten), Kartof- das mit den Industrieerzeugnissen der Firmen aus „Polla“ (trockener Graukäse).
feln, Butter, Schmalz ,Kräuter, Heidel-, Preisel-, Tirol: Barilla und Co. nichts zu tun hat, sondern am Die Villgrater Berge bilden die Grenze zu Süd-
Holunderbeeren. Gemüse (am ehesten weiße Tirol wiederum ist geprägt von seiner Nord- besten als gesottene, in manchen Fällen auch tirol. Überschreiten wir diese, dann ändert das
Rüben oder Weißkraut) stand nur in unterge- Süd-Durchgangslage und der traditionellen gebratene, Teigtasche charakterisiert werden Gericht wiederum seinen Namen: Hier sagt
ordnetem Maß zur Verfügung, Fleisch gab es Verbindung mit Südtirol. Stärker als im Land kann – alpine Ravioli sozusagen. man „Schlutzkrapfen“, kurz auch „Schlutzer“,
nur an Festtagen oder zu anderen besonderen Salzburg gesellen sich zu den bayerischen Ein- Eine typische Vertreterin ist die Kärntner Nudel, und die traditionelle Fülle wechselt zu Topfen
Anlässen. flüssen auch Elemente der norditalienischen die fast im gesamten Bundesland verbreitet ist, und Spinat. Der Verdacht liegt nahe, dass sich
Küche. Besonders deutlich ist der Südtiroler natürlich auch im Bergsteigerdorf Mauthen. die Bezeichnung vom Wort „schlutzen“ herlei-
Einfluss in Osttirol, also auch in den Bergstei- Sie ist in diesem Gebiet im Gegensatz zu den tet, was soviel wie gleiten oder hinunterrut-
Kallbrunner Almkas aus dem Bergsteigerdorf Speisenvielfalt gerdörfern im Villgratental und im Tiroler Gail- wesentlich kleineren Varianten in Mittel- und schen bedeutet. Das Lesachtaler Brot
Weißbach bei Lofer tal. Unterkärtnen (dort „Schlickkrapfen“ genannt Natürlich hält sich das Gericht auch nicht an Foto: Christian Unterguggenberger
Foto: Roland Kals Aus dem vermeintlich Wenigem lässt sich aber und eher als Suppeneinlage verwendet) etwa Sprachgrenzen: Im Ladinischen nennt man
eine Reihe nahr- und schmackhafter Speisen Salzburg: faustgroß, der Nudelteig wird aus Weißmehl es „Casunziei“, im Friaul „Cialzons“, und als Fül-
hervorbringen, die bei näherem Hinsehen im Im Salzburger Land findet man einen beson- und Eidottern komponiert, die Fülle variiert le wird dort gerne eine Topfen-Rohnen-Mi-
gesamten Alpenraum zwar sehr ähnlich sind, ders deutlichen Gegensatz zwischen der städ- fast unendlich von sauer bis süß. Am bekann- schung verwendet, raffiniert verfeinert wird
hinsichtlich ihrer Bezeichnungen und sicher- tischen, von der erzbischöflichen Hofküche testen ist wohl die „Kasnudel“, deren Topfen- das Ganze dann mit Mohnstreusel oder ge-
lich auch in Details der Zubereitung ein buntes beeinflussten Kochkunst und der Kulinarik Erdäpfelfülle mit Brauner Minze und Kerbel schmolzener Butter und Zimt.
Bild abgeben. „inner Gebirg“. In den Gebirgsgauen domi- einen unverwechselbaren Geschmack erhält.
Regionale Unterschiede und verschiedene Ein- niert die kohlehydratreiche, oft recht deftige Was die Kärntner Nudel zuverlässig von ihren Spannend wird es, wenn man den Alpen-
flüsse von „außen“ gibt es natürlich: Kost mit den Hauptzutaten Kartoffeln, Wei- Schwestern aus anderen Regionen unterschei- hauptkamm in Richtung Nordtirol überschrei-
Wir dürfen ja nicht vergessen, dass die Alpen zen-, Dinkel- und Roggenmehl, Butter und det, das ist ihr „gekrendelter“ Rand, der die Fül- tet, z.B. ins Zillertal ins Bergsteigerdorf Ginz-
seit jeher ein Transitraum von Menschen und Schmalz. In welchem Maße die süßigkeitsver- le zuverlässig einschließt und dessen Gelingen ling. Wir befinden uns im Herrschaftsbereich
Waren gewesen sind, sodass insbesondere an narrte böhmische Küche auf die beliebten, mit als Qualitätsausweis der Kärntner Kochkunst des Zillertaler Krapfens. Er besticht zunächst
den Hauptdurchgangswegen Einflüsse der typischen Früchten der Bergregionen (Heidel-, gilt. „A Dirndl, das nit krendeln kann, kriegt kan durch seine beeindruckende Größe. Beim Teig
„Rauchkuchl“ in Hüttschlag im Großarltal Nachbarländer sichtbar werden. Preisel- und Holunderbeeren, Äpfel, Birnen) Mann“, sagt ein populäres Sprichwort. finden wir wieder die Roggen-Weizenmehl- Kärntner_Nudel
Foto: Hannes Schlosser Aber je weiter man in die Seitentäler vorstößt, angereicherten Süßspeisen Einflüsse ausübte, Wenige Kilometer weiter westlich überschrei- Mischung, bei der Fülle tritt an Stelle des Top- Foto: Wikipedia _ joadl _ Cc-by-sa-3.0-at
Bergsteigerdörfer und Kulinarik 44 45 Bergsteigerdörfer und Kulinarik

fens der Graukäse. Die Kunst des „Austreibens“ Blattln, Tirtlan und Strauben wieder finden, für Somit könnte man eine Reise durch die Berg-
will beherrscht sein, gemeint ist das Herstellen deren Beschreibung hier der Platz fehlt. steigerdörfer auch als etymologische Exkursi-
einer hauchdünnen und kreisrunden Teig- Zusammenfassung on mit kulinarischem Mehrwert sehen – eine
platte – nur diese garantiert die untadelige Auffassung, die mit dem für das kommende
Halbmondform des fertigen Produktes. Und Zusammenfassend könnte gesagt werden: Jahr geplanten Bergsteigerdörfer-Kochbuch
– diese Nudeln werden in Butterschmalz geba- Die Kochkunst der Berge hat im Laufe der unterstützt werden soll.
cken –endlich erscheint uns die Bezeichnung Generationen gelernt, virtuos mit begrenz-
„Krapfen“ wirklich gerechtfertigt. Als gängige ten Ressourcen zu wirtschaften. Die schmale
Beilage wird – hier wieder die Ähnlichkeit zu Palette der Grundstoffe erlaubt zwar keine
den gesottenen Schwestern im Süden – gerne unendlichen Geschmacksvarianten, im De-
grüner Salat gereicht. tail aber werden durch kleine Abwandlungen
Setzen wir unsere Reise fort ins Salzburgische: von Mischungsverhältnissen, dem Einsatz be- Quellen:
Die Pinzgauer oder Pongauer Bauernkrapfen, stimmter Beigaben oder Gewürze und nicht
wie sie etwa in den Bergsteigerdörfern Weiß- zuletzt durch regional abweichende Formge- Bauer – Genuss erleben, http://www.genuss-
bach bei Lofer und Hüttschlag im Großarltal bungen überraschende Geschmacks- und Ge- bauer.at/
gereicht werden, entpuppen sich als üppigere staltvielfalten erreicht. Enax, Laura, Vanessa Krapp, Alexandra Piehl,
Variante ihrer Zillertaler Verwandten, als Fülle Auch heute ist dieses Wissen noch lebendig, und Bernd Weber. „Effects of social sustainabi-
verwendet man Erdäpfelgröstl mit Speck oder das wurde bei der Jahrestagung in Mauthen lity signaling on neural valuation signals and
Eierschwammerl, oder in einer Luxusversion deutlich: Eine rege Diskussion der Teilneh- taste-experience of food products“. Frontiers in
sogar geräuchertes Rindfleisch, Speck und Ge- merinnen und Teilnehmer zeigte, dass die Behavioral Neuroscience 9 (8. September 2015).
selchtes. Und um die Üppigkeit zu krönen, gibt lokale Küche nach wie vor ein wesentliches doi:10.3389/fnbeh.2015.00247.
es als Sauerkraut als unverzichtbare Beilage. Element der alpinen Identität ist und trotz der Deutscher Alpenverein: So schmecken die Berge.
fortschreitenden „Internationalisierung“, die https://www.alpenverein.de/huetten-wege-tou-
Das wäre also ein grober Überblick über den vor der Ernährung nicht halt macht, ein zent- ren/huetten/huettenkampagnen/umwelt-kam-
Variantenreichtum der alpinen Teigtasche. raler Bestandteil des täglichen Lebens in den pagnen-entwicklung-initiative_aid_10220.html
Natürlich gäbe es noch andere Ordnungs- Bergsteigerdörfern geblieben ist: Jede lokale Genussregion Österreich, http://www.genuss-
prinzipien, etwa die prinzipielle Unterteilung Besonderheit und Abweichung vom Nachbar- region.at/
in Gekochtes und Schmalzgebackenes. Dann tal oder der Nachbargemeinde wurde einge- Good, Clean and Fair: the Slow Food Manifesto
würden sich die Zillertaler, Pinzgauer und Pon- hend diskutiert und hervorgehoben, Rezepte for Quality; http://slowfood.com/filemanager/
gauer Krapfen mit ihren gemeinsamen Merk- wurden besprochen und die Feinheiten in der Convivium%20Leader%20Area/Manifesto_
malen - halbmondförmig und mit Fülle - in Herstellung so manches Gerichtes detailge- Quality_ENG.pdf
einer bunten Formenvielfalt von Nocken, Nidei, treu beschrieben. Lieber regional denn bio, Kurier 13.9.2013
Maier-Bruck Franz (1999): Vom Essen auf dem
Lande. Das große Buch der österreichischen Bau-
ernküche und Hausmannskost. Kremayr & Sche-
riau Wien.
Pappalardo Marco (2015): Die Marke Südtirol in
der Erlebnisgesellschaft. Toblacher Gespräche
02. – 04.10.2015, „Sanfter Tourismus. Doch eine
Illusion?“
http://www.grandhotel-toblach.com/fileadmin/
user_upload/tg-downloads/2015/vortraege/
pappalardo_dt.pdf
Meili Rahel u. Heike Mayer (2015): Zuwanderung
und Unternehmensgründungen in peripheren
Berggebieten der Schweiz, Geographische Rund-
schau 9 / 2015, S. 42 – 48.
Ein besonderes Dankeschön für „Spezialtipps“
und Ergänzungen an:
Monika Bischof, Helga Beermeister, Angelika Hausgemachte Schnäpse, Marmeladen und eingelegtes Gemüse in St. Jodok, Schmirn- und Valsertal
Pongauer Fleischkrapfen, Foto: Wikipedia _Peter Ortner CC BY-SA 3.0 Krismer Foto: Christina Schwann
46 47

Geologische Exkursion
Geo-Trail Zollner Alm
Hans Peter Schönlaub, Geologe und Paläontologe
Bilder von Hannes Schlosser und Werner Ganschnigg

Hans Peter Schönlaub ist DER Geologe Hans Peter Schönlaub ist seit 2002 wirk-
und Paläontologe in Österreich: Nach sei- liches Mitglied der Österreichischen Aka-
nem Studium an der Universität Graz war demie der Wissenschaften und leitet seit
er ab 1971 an der Geologischen Bundes- 2007 deren in diesem Jahr neu eingerich-
anstalt tätig. 1973 war er ein Jahr an der tetes Geowissenschaftliches Zentrum. Er
Ohio State University und 1983 mit einem ist Mitglied der Subkommission der IUGS
Humboldt-Stipendium an der RWTH Aa- für die Stratigraphie von Silur und Devon
chen. 1992 wurde er zum außerordentli- und deren Working Group für die Grenze
chen Universitätsprofessor für Historische Ordovizium/Silur und Devon/Karbon. Zu-
Geologie an der Universität Salzburg er- dem ist er Mitglied der Europäischen Ar-
nannt. Er hielt neben Salzburg (seit den beitsgemeinschaft Geotopschutz. Hans Peter Schönlaub
1970er Jahren) auch Vorlesungen an den (Auszug wikipedia.org)
Universitäten in Graz und Wien (seit 1979).
1991 wurde er Leiter der Abteilung Palä- Schon früh war es Hans Peter Schönlaub
ontologie an der Bundesanstalt. Als Di- ein Anliegen, die Geologie und Paläon-
rektor der Bundesanstalt bemühte er sich tologie einem breiteren Publikum ver-
insbesondere um internationale Vernet- ständlich zu machen. Mehrere Publika-
zung und Öffentlichkeitsarbeit. tionen, unter anderem das Buch „Vom
Urknall zum Gailtal: 500 Millionen Jahre
Er befasste sich insbesonders mit der Stra- Erdgeschichte in der Karnischen Region“,
tigraphie des österreichischen Paläozoi- Geopark Karnische Alpen 1988, trugen
kums mit Hilfe von Mikrofossilien (Cono- maßgeblich dazu bei, dieses spannende
donten). Regionale Schwerpunkte seiner Wissensfeld anschaulich zu vermitteln. Bei nicht ganz idealem Wetter - weil leider etwas
Arbeit waren vor allem die Karnischen Al- feucht und kühl - vermittelte Hans Peter Schön-
pen, wo er in den 1970er Jahren kartierte. laub die erdgeschichtliche Vergangenheit des
Gebietes rund um den Zollnersee.

Gut ausgerüstet machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Weg zum ersten Haltepunkt entlang des Geo-Trails Zollner Alm.
Geologische Exkursion 48 49 Geologische Exkursion

Das ganze Gelände der Zollner Alm zeugt von einem Zum ersten Mal in diesem Herbst waren Handschuhe Die Begeisterung von Hans Peter Schönlaub war Auf der Zollnersee Hütte empfing uns das Team von ... natürlich mit Lontium-Bier der Mauthner Brauerei, Die Zollnersee Hütte wurde erst kürzlich erweitert und
sehr alten Gebirge. und Haube angesagt. aber so ansteckend, dass uns das kühle Wetter nichts Sepp Lederer mit Tee, Gulasch und Polenta sowie... die den Namen der römischen Siedlung trägt. modernisiert und bietet nun Platz für ca. 30 Gäste.
anhaben konnte.

Vergrößerungsgläser sollten am Geo-Trail nicht fehlen, ... entdeckt man nur, wenn man sehr genau hinsieht, ... diese Reste von Seeanemonen, die bis zu einem Sepp Lederer zeigte uns im Anschluss die Friedenska- Die Kapelle wurde in den 80er Jahren erbaut. Die Pla- Die Kapelle ist ein Mahnmal an den 1. Weltkrieg und
denn manches... wie zum Bespiel... Meter groß wurden. pelle in unmittelbarer Nähe zur Zollnersee Hütte. nung übernahm die italienische Architekturstudentin ein Symbol für die heutige Freundschaft zwischen
Marina Muser, die aber vor der Fertigstellung verstarb. Österreich und Italien.

Auf den Steinen sieht man sowohl Bruchstücke des ... wie auch sehr gut erhaltene Kopfteile. Unter zur Hilfenahme der Lupe kann man sogar
langen Stiels... Ammoniten erkennen.

Im Nebel nur schwer zu erkennen, die Zollnersee Hütte Der Zollner See ist ein Naturjuwel, das sich uns leider in ... zum Glück steht hier eine der Infotafeln, die uns den
mit der Friedenskapelle. dichten Nebel gehüllt präsentierte, aber... See bei Sonnenschein zeigte.
50 51 Zusammenfassung

Zusammenfassung der 8. Jahrestagung


Mauthen im Gailtal
Christina Schwann, Projektteam Bergsteigerdörfer

Mit der 8. Jahrestagung der Bergsteiger- Bergsteigerdörfern, Vertreter des ers- Markus Reiterer, Generalsekretär der Al- dieser Vielfalt, den verschiedenen Identi- ben dem Aha-Erlebnis, warum die Mauth- Rathaus von Kötschach-Mauthen ent-
dörfer in Mauthen mit dem Titel „Gedenk- ten Deutschen Bergsteigerdorfes Ram- penkonvention, überraschte mit einem täten heraus, entspringen auch viele kre- ner Brauerei den Namen „Loncium“ trägt, führt, in der die Ereignisse rund um den
jahr Gebirgskrieg 1915/2015 - Bergstei- sau bei Berchtesgaden, Repräsentanten sehr persönlichen, emotionalen und ative Ansätze, die letztlich dazu beitragen wurde bewusst, welch zentrale Rolle Mau- Ersten Weltkrieg nicht nur wider gegeben,
gerdörfer im Wandel der geschichtlichen des Deutschen und des Slowenischen gleichzeitig sehr weltoffenen Ansatz zum können, sich im Alpenraum gemeinsam then schon in der Römerzeit inne hatte. sondern vor allem mit sehr persönlichen
Ereignisse“ wurde versucht, einen Bogen Alpenvereins sowie Markus Reiterer, Ge- Thema „Vom Verbinden und Grenzen für eine nachhaltige Entwicklung einzu- Einschusslöcher an der Hausfassade des Geschichten versehen wurden. Die an-
vom Ersten Weltkrieg bis in die heutige neralsekretär der Alpenkonvention und überwinden“. Ausgehend von seiner eige- setzen. Geburtshauses von Oswald Nischelwit- schließende Fahrt zum Plöckenpass, wo
Zeit mit ihren aktuellen Problemen aber Ewald Galle, Focal Point Alpenkonventi- nen Familiengeschichte und seinen Erin- Rupert Gietl, ARC-Team, präsentierte dann zer zeugen noch heute von der Kriegsge- es Nudeln und Italienischen Wein zum
auch großen Chancen zu ziehen. on im Ministerium für ein Lebenswertes nerungen an den Krieg, in dem der Groß- in seinem Vortrag „Konfliktarchäologie schichte des Ersten Weltkrieges und die Abendessen gab, verlief dementspre-
Mauthen, am Fuße des Karnischen Österreich, folgten der Einladung von vater diente, wurden die Zuhörer bis in die des 1. Weltkriegs am Karnischen Kamm“ gut erhaltenen Fresken an der Pfarrkirche chend ruhig.
Kamms, hat den Esten Weltkrieg, der Sepp Lederer, Obmann der ÖAV-Sektion Gegenwart, in der hunderttausende Men- die mühevolle Arbeit der Archäologen, die überraschten viele der Teilnehmer. Am Folgetag wurde den Teilnehmern die
an dieser „Nebenfront“ mit 1915 seinen Obergailtal-Lesachtal, sowie der Gemein- schen auf der Flucht sind, mitgenommen. militärischen Überreste entlang der Front- Am Nachmittag wagten Roland Kals und besondere Ehre zuteil, eine paläontologi-
Anfang nahm, wie alle Gemeinden des de Kötschach-Mauthen, in den Kärntner Danach stellte sich Ewald Galle, Lebens- linien zu erfassen, zu kartieren und so auf- Jan Salcher vom Projekteam Bergsteiger- sche und geologische Exkursion geleitet
Lesachtales und Tiroler Gailtales haut- Grenzort nur wenige Kilometer vom Plö- ministerium, der Herausforderung, die zubereiten, dass sie nicht in Vergessenheit dörfer eine Annäherung an die Speisen- von Hans Peter Schönlaub, jahrelanger Di-
nah miterleben müssen. Überall entlang ckenpass entfernt. Begriffe „Kulturelle Vielfalt“, „Identität“ geraten. Ziel der Arbeit ist eine App, die es vielfalt in den Bergsteigerdörfern. Ob Nu- rekter der Geologischen Bundesanstalt in
der Frontlinie wurde das Jahr 2015 zum Nach einem sehr herzlichen Empfang bei und „Gemeinschaftsbewusstsein“ nicht dem Besucher ermöglicht, direkt vor Ort deln oder Krapfen, die Zutaten scheinen Wien, erleben zu dürfen. Auch wenn das
Gedenkjahr erkoren, um die Geschichte Spanferkel und Musik im ÖAV-Freizeitpark nur unter einen Hut, sondern unter den eine dreidimensionale Ansicht von z.B. ei- meist sehr ähnlich zu sein, herausfordern- Wetter nicht ganz mitspielte – Geologen
aufzuarbeiten und Mahnmale zu setzen, inklusive einer Führung durch die Anlage Hut der Alpenkonvention zu bekommen. ner Stellung zu bekommen. Damit soll ein der ist da schon eher die sprachliche Vari- sind hart im Nehmen und das Gebiet rund
dass so etwas keinesfalls wiederholt wer- von Sepp Lederer, die als Alpenvereins- Ein schwieriges Unterfangen, denn die wichtiger Beitrag gegen das Vergessen ation, die des Öfteren zu Schmunzeleien um den Zollner See hat sich in der Tat als
den darf. Jugendcamp im Süden Österreichs gro- Begriffe stehen sich zum Teil gegensätz- und gegen die Gleichgültigkeit geleistet im Publikum führte, so dass spätestens wahre Fundgrube für Fossilien entpuppt.
ße Bedeutung hat, startete die Tagung lich gegenüber. Dennoch kommt Ewald werden. dann allen klar war: kein Kochbuch ohne Bei einem gemütlichen Mittagessen in
Insgesamt konnten in Mauthen 68 Teil- am Freitag, den 9. Oktober 2015 mit zwei Galle zu dem Schluss, dass es genau diese Rudolf Kubin führte die Teilnehmerinnen Dialekterläuterung. der Zollnersee Hütte von Obmann Sepp
nehmerinnen und Teilnehmer begrüßt spannenden Vorträgen zur Alpenkonven- Vielfalt ist, die den Alpenbogen ausmacht und Teilnehmer nach dem Mittagessen Abends wurden die Teilnehmer noch in Lederer und seinem Team klang die Jah-
werden. Vertreter aus 16 österreichischen tion: und die Alpenkonvention stärkt, denn aus durch das Bergsteigerdorf Mauthen. Ne- das Museum der Dolomitenfreunde im restagung Mauthen 2015 aus.
52 53 Summary

Summary of the 8 th Annual Convention


Mauthen in the Gailtal
Christina Schwann, Projectteam Mountaineering Villages
Translation by “allesprachen.at”
The 8th annual convention of the mountai- representatives of the German and the the Alpine Convention, surprised the au- the Alpine Convention. Because it is this the eye-opener on why the brewery in whisked away to the Museum of the
neering villages, held in Mauthen under Slovenian Alpine Association, as well as dience with a very personal, emotional diversity and the multitude of different Mauthen is called “Loncium”, the event Friends of the Dolomites located at the
the title “Memorial Year Mountain Warfare Markus Reiterer, Secretary General of the and at the same time very cosmopolitan identities that give rise to many creative also made the participants aware of how Kötschach-Mauthen town hall, where
1915/2015 - Development of Mountainee- Alpine Convention, and Ewald Galle, Focal approach to the topic of “Connecting approaches which ultimately contribute important Mauthen had already been in the events surrounding the First World
ring Villages throughout History”, aspired Point Alpine Convention at the Austrian and Overcoming Borders”. Starting with to a joint commitment to sustainable de- Roman times. Bullet holes on the facade War were not only presented, but also
to draw an arc from World War I all the way Federal Ministry of Agriculture, Forestry, his own family history and his memories velopment in the Alpine region. of Oswald Nischelwitzer’s birth house to brought to life through very personal sto-
to present day with its current problems Environment and Water Management of the war in which his grandfather ser- In his talk on “Conflict Archaeology on this day bear testament to the town’s role ries. The subsequent drive to the Plöcken
as well as its great opportunities. accepted the invitation by Sepp Lederer, ved, he took the listeners on a journey World War I in the Carnic Crest”, Rupert in World War I, while the well-preserved Pass, where a dinner of pasta and Italian
Just like the other communities located Chairman of the Section Obergailtal-Le- through time all the way to present day, Gietl from the ARC team then presented frescos in the parish church surprised wine was served, was therefore more of a
along the Lesach Valley and the Tyrolean sachtal of the Austrian Alpine Association when once again hundreds of thousands the painstaking work of archaeologists many of the participants. quiet affair.
Gailtal, Mauthen, which rests at the foot (ÖAV), a well as the community of Köt- of people are forced to flee from their in recording and charting the military In the afternoon, Roland Kals and Jan Sal- On the following day, the participants
of the Carnic Crest, witnessed the First schach-Mauthen to visit the Carinthian home. remains along the front lines, allowing cher from the mountaineering villages had the privilege of going on a paleonto-
World War up close, when it erupted at border town located only a few kilomet- Afterwards, Ewald Galle of the Austrian Fe- them to prepare these in a way that ensu- project team dared an attempt at dis- logical and geological excursion guided
this “secondary front” in 1915. Everywhere res away from the Plöcken Pass. deral Ministry of Agriculture, Forestry, En- res that they are not forgotten. The goal cussing the various types of foods com- by Hans Peter Schönlaub who for many
along the former front line, the year 2015 After a very warm welcome with a suck- vironment and Water Management took of this work is to create an app which will mon to the mountaineering villages. Be years was the director of the Federal In-
was chosen as a memorial year, in order to ling pig and music at the ÖAV theme on the challenge of reconciling the terms allow visitors to see, for example, a three- it noodles or doughnuts - the ingredients stitute of Geology in Vienna. Even if the
take another close look at history and to park, Sepp Lederer led the visitors on “cultural diversity”, “identity” and “sense dimensional rendering of a fortification often seem to be very similar. Much more weather was not ideal - geologists are
erect memorials, reminding us that such a guided tour of the facility which is of of community” - not only in general, but when they are on site. The objective: to challenging, on the other hand, is the de- pretty tough, and the area around the
events should never be repeated. great importance, as it serves as the Alpi- also from the perspective of the Alpine make an important contribution to not gree of linguistic variation, which drew a Zollnersee has indeed turned out to be a
A total of 68 participants were welcomed ne Association’s youth camp for Southern Convention. A difficult task, as the terms only ensure that the events are not for- lot of chuckles from the audience. In the true treasure trove for fossils.
to Mauthen. Representatives of 16 Aust- Austria. The convention then started on are, in parts, quite contradictory. Ewald gotten, but to also combat indifference. end, it was clear to all: there can be no The annual convention 2015 in Mauthen
rian mountaineering villages, represen- Friday, 9 October 2015 with two exciting Galle nevertheless comes to the conclu- After lunch, the participants took a tour cookbook without an explanation of the ended with a peaceful lunch at the Zoll-
tatives of the first German mountainee- presentations on the Alpine Convention: sion that it is exactly this diversity which of the mountaineering village of Mau- different dialects. nersee mountain hut of Chairman Sepp
ring village Ramsau near Berchtesgaden, Markus Reiterer, Secretary General of defines the Alpine arc and strengthens then guided by Rudolf Kubin. Apart from In the evening, the participants were Lederer and his team.
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Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen

Nachname Vorname Funktion 40 Penker Uwe ÖAV-Sektion Mallnitz


1 Angermann Peter Vorsitzender ÖAV-Sekt. Mallnitz 41 Penz Ingrid Hüttenwirtin Pforzheimer Hütte
2 Außerlechner Josef Bgm. Kartitsch 42 Prašnikar Dušan Slowenischer Alpenverein
3 Bachlechner Helmut TVB Außervillgraten 43 Rasp Fritz TVB Ramsau bei Berchtesgaden
4 Battocleti Birgit Naturparkbetreuuerin Weißbach bei Lofer 44 Reiterer Markus Generalsekretär der Alpenkonvention
5 Baumann Gerhard Vizebürgermeister Gries, Ortsstellenleiter Bergrettung 45 Ruckendorfer Andrea Alpenregion Bludenz
6 Beermeister Helga TVB Wipptal - St. Jodok-Schmirn- u. Valsertal 46 Rüscher Klaus Bgm. Malta
7 Bischof Monika Biosphärenpark Gr. Walsertal 47 Salcher Jan Projektteam Bergsteigerdörfer
8 Bischof Hildegard Partnerbetrieb Gr. Walsertal 48 Schett Christof Yellow Travel, Ausschussmitglied Innervillgraten
9 Bitsche Lorenz Partnerbetrieb Gr. Walsertal 49 Schlosser Hannes Redakteur Alpingeschichte kurz u. bündig
10 Dagostin Liliana Referatsleiterin Raumpl./Naturschutz ÖAV 50 Schmidt Harald DAV-Sektion Hannover
11 Draschl Leonhard Vizebürgermeister Kartitsch 51 Schneider Hansjörg TBV Obertilliach
12 Eržen Miro Vizepräsident Slowenischer Alpenverein 52 Schönlaub Hans Peter Geologe und Paläontologe
13 Fürhapter Ossi TVB Innervillgraten 53 Schwann Christina Projektteam Bergsteigerdörfer
14 Galle Ewald Ministerium f. ein lebenswertes Österreich 54 Sint Anton Vorsitzender ÖAV-Sektion Sillian
15 Gantschnigg Werner Naturschutzreferent ÖAV-Sekt. Zell am See 55 Soukup Erwin Partnerbetrieb Lesachtal
16 Gantschnigg Renate Naturschutzreferentin ÖAV-Sekt. Zell am See 56 Steger Paul Vorsitzender ÖAV-Sektion Zillertal
17 Gietl Rupert Projketleiter ARC-Team 57 Stiller Werner Tourismus Krakautal u. Parnterbetrieb
18 Glantschnig Gerold ehem. Landesregierung Kärnten 58 Supersberger Markus Partnerbetrieb Mallnitz
19 Gfreiner Joachim ÖAV-Landesverbandsvorsitzender Kärnten 59 Türtscher Franz Ferdinand Bgm. Sonntag im Gr. Walsertal
20 Gschoßmann Herbert Bgm. Ramsau bei Berchgesgaden 60 Türtscher Willi Bergwanderführer Gr. Walsertal
21 Guggenberger Franz Partnerbetrieb und Gastgeber Mauthen 61 Unterguggenberger Christian TVB Lesachtal
22 Guggenberger Ingeborg Alpenverein Austria, OG „Die Karnischen“ 62 Wassner Egon Amtsleiter Zell-Sele
23 Haider Walter Partnerbetrieb Sellraintal 63 Weidinger Alois Bgm. Grünau im Almtal
24 Haselwanter Martin Bgm. Gries im Sellraintal 64 Wiedemayr Ludwig Autor Alpingeschichte Tiroler Gailtal
25 Hesse Karlheinz DAV-Sektion Göttingen 65 Windbichler Hans Bgm. Lesachtal
26 Huber Alexandra Projektteam Bergsteigerdörfer 66 Wirnsperger Thomas TVB Großarltal
27 Jury Hans Vorsitzender ÖAV-Sektion Gmünd 67 Wucherpfennig Ludwig Vizepräsident Deutscher Alpenverein
28 Kals Roland Projektteam Bergsteigerdörfer 68 Zoppoth Josef Vizebürgermeister Kötschach-Mauthen
29 Kapferer Karl Bgm. St. Sigmund im Sellrain
30 Kendler Sepp 1. Vorsitzender ÖAV-Sektion Großarl-Hüttschlag
31 Klausner Rudolf Ortsvorsteher Ginzling
Das Projektteam Bergsteigerdörfer bedankt sich ganz herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Kommen, ihre rege Be-
32 Kubin Rudolf Oberschulrat, Leiter Mittagsspaziergang teiligung an den Gesprächen und diversen Programmpunkten, bei unseren Gastgebern Sepp Lederer, Franz Guggenberger, der Gemein-
33 Kulmesch Heribert Bgm. Zell-Sele de Kötschach-Mauthen, bei den Referenten, bei den Exkursionsleitern Rudolf Kubin und Hans Peter Schönlaub sowie Karin Schmid und
34 Lederer Sepp Obmann -ÖAV-Sekt. Obergailtal-Lesachtal Anton Goller. Ein ganz besonderer Dank an das Team von Sepp Lederer der ÖAV-Sektion Obergailtal-Lesachtal für die Begrüßungsfeier
im ÖAV-Freizeitpark, für die Musik, das Spanferkel und die Getränke sowie für die ausgezeichnete Verköstigung auf der Zollnersee Hütte.
35 Lexer Margret ÖAV-Sektion Obergailtal Lesachtal
36 Mair Hanspeter Geschäftsbereichsleiter DAV Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Rahmen der 9. Jahrestagung 2016 in Vent im Ötztal!
37 Maltan Beppo 1. Vorsitzender DAV-Sektion Berchtesgaden
38 Oberegelsbacher Manfred Sporthotel Antonie Gries im Sellrain
39 Ortner Ingo ÖAV-Sektion Obergailtal Lesachtal
56 57

Impressionen

Sepp Kendler, Hüttschlag Liliana Dagostin und Ingo Ortner, Mauthen Rudolf Klausner, Ginzling und Ewald Galle Birgit Battocleti, Weißbach bei Lofer Ingeoborg Guggenberger, Die Karnischen Sepp Kendler und Hans Jury

Sepp Lederer, Mauthen Alois Weidinger, Grünau und Monika Bischof, Walsertal Andrea Ruckendorfer und Willi Türtscher, Gr. Walsertal Werner Stiller, Krakautal Jan Salcher und Bgm. Josef Außerlechner Peter Angermann, ÖAV-Sektion Mallnitz

Die Walsertaler Miro Eržen, Slowenischer Alpenverein Helmut Bachlechner, Villgratental Franz Ferdinand Türtscher, Bgm. Gr. Walsertal Martin Haselwanter, Bgm. Gries im Sellrain Gerhard Baumann, Vize-Bgm. Gries im Sellrain

Fritz Rasp, TVB Ramsau bei Berchtesgaden Dušan Prašnikar, Slowenischer Alpenverein Gerold Glantschnig, ehem. Kärntner Landesregierung Karl Kapferer, Bgm. St. Sigmund im Sellrain H. Bachlechner, H. Schneider und O. Fürhapter Ludwig Wucherpfennig u. Hanspeter Mair, DAV

Erwin Soukup, Partnerbetrieb Lesachtal Baumann Gerhard, Franz Ferdinand Türtscher Christof Schett, Villgratental Ingrid Penz, Hüttenwirtin Pforzheimer Hütte Werner u. Renate Gantschnigg, ÖAV-Sekt. Zell am See Harald Schmid, DAV-Sekt. Hannover
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Margret Lexer, Mauthen Anton Sint, ÖAV-Sekt. Sillian Johann Windbichler, Bgm. Lesachtal

Heribert Kulmesch, Bgm. Zell-Sele Monika Bischof, Gr. Walsertal Paul Steger, ÖAV-Sekt. Zillertal

Herbert Gschoßmann, Bgm. Ramsau b. Berchtesgaden Roland Kals Morgensonne in Mauthen

Edelweiß im ÖAV-Freizeitpark Kletter- und Eisturm im ÖAV-Freizeitpark Ramsau lässt grüßen

Bergteigerdorf-T-Shirt der Mauthner „Gipfelbier“ der Bayern Helga Beermeister und Christina Schwann
Mauthen im Gailtal, 2015

www.bergsteigerdoerfer.at