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Fischbeck

Spaziergang

Die Findlinge in Fischbeck Die Flutkatastrophe von 1966 Heineberg und Heineburg-Ruine Wanderparkplatz am Finnenberg
Fischbeck ist »steinreich«. Überall stößt man auf Wer aufmerksam durch Fischbeck geht, findet an Im Osten Fischbecks liegen auf einer in das Weser- 6 Der Finnenberg ist ein waldreiches Gebiet mit einer
reichliche Spuren und Zeugnisse der Eiszeit vor über vielen Häusern in der Nähe des Nährenbaches eine tal ragenden Anhöhe im dortigen Naturschutzgebiet großen natürlichen Vielfalt. Charakteristisch sind
200.000 Jahren: die Findlinge. Hochwassermarkierung mit dem Datum 19.06.1966. 14 die Fundamente einer Burg: Die Heineburg. Ihr alleenartige mit Birken und Eichen bestandene
Geheimnis ist bis heute nicht gelöst. Der Name der Wege. Es ist ein altes Siedlungsgebiet. Bei Ausgra-
Die dritte, die sog. Saale-Eiszeit, reichte bis in Am späten Abend dieses Tages rollte über den Anlage wird mit Heinrich i. verbunden, denn sie bungen wurden Gegenstände aus der Bronzezeit
dieses Gebiet und schob mit ihren Gletschern den Ortskern eine bis zu 4 m hohe Wasserwelle, richtete zeigt Ähnlichkeit zu anderen Befestigungen aus der gefunden. Mitten im Wald tut sich dem Wanderer
»Schutt« ihrer Endmoränen in unsere Gegend. Die große Sachschäden an und brachte hohe Verluste Zeit, als der Sachsenkönig eine Burgenbauverord- ein baumloses, landwirtschaftlich genutztes Areal
Granitbrocken vulkanischen Ursprungs (mit Quarz- an Vieh. nung erließ. auf, die Fischbecker Heide. Hier vermutet man die in
einschlüssen, deshalb das Glitzern in der Sonne) alten Quellen erwähnte wüst gefallenen Ortschaft
stammen aus den skandinavischen Gebirgen und Es grenzte an ein Wunder, dass Menschenleben Während eines neunjährigen Waffenstillstandes mit Hemessen.
tragen so zu einem besonderen Erscheinungsbild nicht zu beklagen waren. Ursache der Flut war ein den Ungarn wurden Burgen an strategisch wichtigen
des Ortes bei. Der größte Findling, beim Hausbau plötzlicher Dammbruch bei der oberhalb des Dorfes Stellen nach dem gleichen Schema errichtet. Die Am Parkplatz direkt am Wald laden sechs Rundwege
im Erdreich gefunden, ist als Naturdenkmal unter gelegenen Talsperre. Der Nährenbach, sonst ein Heineburg gestattete einen weiten Blick nach Osten mit einer Länge zwischen 2,4 und 5,7 km zur Erkun-
Schutz gestellt und liegt an der Kreuzung zwischen schmaler Bachlauf und in ein gemauertes Bett und in das enge Durchzugstal der Weser. Zudem dung der Umgebung von Fischbeck ein. Sie eignen
9 Schmäling und Weibecker Straße in einem Garten. gepresst, konnte die Wassermassen eines mehr- befand sich in Fischbeck ein sächsischer Königshof, sich gut für Spaziergänge, da kaum Steigungen zu
Er wiegt über 27 Tonnen. stündigen Gewitters über dem Wesergebirge nicht der für die Wachmannschaft und die Versorgung überwinden sind. Die Wege bieten herrliche Aus-
mehr fassen. Die ins Tal stürzenden Regenfluten einer solchen Schutz- und Trutzburg zuständig war. sichten: nach Norden auf die Sünteldörfer und zum
Die typische runde Form ist durch das Rollen im ließen die Bäche über die Ufer treten, füllten schnell Wesergebirge, nach Osten zum Süntel mit seinem
Eis und in seinem Geschiebe entstanden. Ein weiterer das Rückhaltebecken, schwappten schließlich über Zu erreichen ist die Heineburg über den Hamelner Turm und nach Westen bis zur Porta Westfalica.
Stein wurde vor der Stiftskirche zum Gedenken an die Deichkrone, spülten das Erdreich sowie die Weg und den sich anschließenden Feldweg bis zum Vom Parkplatz selbst hat man einen weiten Blick
den Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm ii. im Steinpackung fort und rissen einen 30 Meter breiten Wald; dort, wo der Weg nach Norden abknickt, auf das Stiftsdorf, das Wesertal und das sich dahin-
Jahre 1904 und an das in diesem Jahr stattgefundene Durchlass hinein. befindet sich nach 50 m unter Bäumen der Wall der ter erhebende Lippische Bergland. Ein idyllischer
Jubiläum der Gründung des Stiftes aufgestellt. Ruine. Der Ausflug zum Naturschutzgebiet lohnt Pfad am Waldrand entlang mit einer immer größer
Ein Besuch der neuen Talsperre (ihr Staudamm nicht nur wegen der Ruine, sondern auch wegen des werdenden Sicht über Fischbeck hinweg führt zum
Auch das »Urstromtal« der Weser mit seinen Kies- wurde um das Doppelte erhöht und verbreitert, naturnahen Waldes und des herrlichen Blicks auf Hotel »Weißes Haus«, von wo sich das gesamte
vorkommen und der Geschiebemergel (Löss, Lehm) 13 zwei Überlauftürme sowie Tosbecken sorgen für Fischbeck und das Wesertal, den man auf einer nördliche Wesertal überblicken lässt.
der Weserterrasse sind Hinterlassenschaften der einen geregelten Wasserablauf) kann gut mit Wanderung am Waldrand zum Hotel »Weißes Haus«
Eiszeit. einer Wanderung um den Finnenberg und seinen genießen kann.
Hessisch Oldendorf
schönen Aussichten auf das Wesertal und -gebirge
sowie nördlich in Richtung Süntel verbunden
werden.
Fischbeck – das Dorf und sein Stift Geschichte Fischbecks Spaziergang durch Fischbeck Die Stiftskirche und ihr Garten Stift Fischbeck
Fischbeck (ca. 3.500 Einwohner) ist die älteste Sied- Fischbeck kann auf eine über 1100 Jahre lange 1 Der Rundgang beginnt zwischen dem Parkplatz Hochwassermarke mit der Wasserstandshöhe 11 Die Stiftskirche entstand im frühen 12. Jh. als drei- Nach 1700 erfuhr das Innere der Stiftskirche eine Öffnungszeiten:
lung im Schaumburger Raum und im Kreis Hameln- Geschichte zurückblicken. Als »Uisbecchae« mit einem am Stift und der »Bierscheune«, wo eine Tafel über des Nährenbaches bei der Flutkatastrophe am schiffige flachgedeckte Kreuzbasilika. Ein Vorgänger- Umgestaltung in Form der Barockisierung. Das Dienstags bis sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr
Pyrmont. Auf einer überschwemmungsfreien fränkischen Königshof aus der Zeit Karls d. Gr. wurde die das Dorfbild bestimmende mittelalterliche 19. 06. 1966 zu erkennen. bau ist anzunehmen. 1234 wurden Kirche und Stifts- Innere der romanischen Basilika beeindruckt durch sowie Dienstag und Freitag um 9.30 Uhr
Terrasse über dem Wesertal gelegen, war der Ort es das erste Mal 892 n. Chr. in einer Schenkungs- Klosteranlage informiert. Wir gehen einige Meter gebäude durch einen Brand beschädigt. Die Erneu- reiche Ausmalung und Atmosphäre. Der mittelalter- Gruppen bitte anmelden, Telefon: (0 5152) 86 03
immer ein Ackerbürger- und Handwerkerdorf, aber urkunde des ostfränkischen Königs Arnulf v. Kärnten, 2 bergan auf den Helmburgisplatz, um das Stifts- Malerisch, fast wie kleine Fischerkaten, wirken die erungsarbeiten zogen architektonische Veränderungen, liche Kreuzgang dürfte einmalig in seiner Geschlos-
auch mit dem Marktrecht versehen. Fischbeck dem späteren letzten karolingischen Kaiser des ensemble zu betrachten. Nach einer empfehlens- 8 schmalen Häuschen in der Mühlenstraße – Zeug- vor allem an Chor und Langhaus, nach sich. 1254 senheit im Weserraum sein. Eng mit der Kirche ver- Führungen: (0 5152) 80 74
liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 83, einer Hl. Römischen Reiches Dt. Nation, erwähnt. Nach werten Besichtigung führt der Weg zurück zum nisse früherer Wohn- und Lebensformen im Dorf. fand die Neuweihe statt. Als Gesamtbauwerk zeichnet bunden liegen, scheinbar willkürlich verschachtelt, www.stift-fischbeck.de
Bahnstrecke (der Bahnhof ist stillgelegt) und der einer weiteren Quelle des Sachsen Otto d. Gr. Nährenbach. Vorbei an der Sparkasse und dann auf der Weibecker sich die der ostfälischen Bautradition verbundene die Stiftsgebäude, die überwiegend im barocken Stil
Wasserstraße Weser. und den Besuchen des letzten Deutschen Straße führt uns der Weg bis zum »Schmäling«, Kirche durch eine strenge, konservative Architektur errichtet sind und heute moderne Stiftsdamenwoh-
Kaisers Wilhelms ii. kann sich Fischbeck ein 3 Vor uns sehen wir ein schönes Fachwerkhaus, das wo in einem Garten ein mächtiger Findling ruht, aus. Sie zählt zu den besterhaltenen Großbauten des nungen beherbergen.
Tourist-Info
Das über 1100 Jahre alte Dorf ist über seine Grenzen Drei-Kaiser-Dorf nennen. Wohnhaus des sog. Sommerhofes, des mit 1050 der Aufschluss über die eiszeitliche Geschichte des Wesergebietes vor der Einführung der Monumental- Stadt Hessisch Oldendorf
durch sein tausendjähriges Stift mit romanischer Jahren ältesten Bauernhofes Fischbecks. Wir über- Raumes gibt. Unser Rundgang mündet in die wölbung. 12 Der Abteigarten wurde im 18. Jh. als repräsenta- Marktplatz 13, 31840 Hessisch Oldendorf
Kirche bekannt. Dieses bauliche Ensemble vermittelt In der Frühgeschichte war dieses Gebiet queren die Hauptstraße und kommen zum alten 9 »Paschenburg«, dort überqueren wir diese Straße tiver Garten angelegt. Hier wachsen teilweise uralte Telefon: (0 5152) 7 82-164
noch heute das Bild eines mittelalterlichen Klosters. nachweislich germanisch (Cherusker), säch- 4 Dorfplatz, wo ein Vierständerhaus, Dorfbrunnen, und halten uns links. Der schlichte Außenbau ist vorwiegend in Bruch- Bäume. Eine über 1000-jährige Eibe hat vielleicht www.hessisch-oldendorf.de
Bekannt ist auch das Taubblindenwerk, ein »Dorf sisch (Tilithigau) und fränkisch besiedelt; im alter Baumbestand und der Maibaum ein male- steinmauerwerk errichtet. Chor und Absis – beide Helmburgis schon gesehen. Aber auch eine amerika-
im Dorfe«. Es ist eine der wenigen Einrichtungen in Mittelalter und in der Neuzeit wechselten schaum- risches Ensemble des früheren Ortsmittelpunktes 10 An der Ecke zur Dammstraße ist an einem weißen im Wesentlichen aus der Zeit nach dem Brand von nische Eiche oder ein Gingko-Baum können hier Hotels:
Deutschland für Menschen mit Hör- und Sehbehinde- burgische, hessische und schließlich preußische bilden. Noch heute feiert vor dieser historischen Fachwerkhaus im oberen Giebelbereich eine sog. 1234 – sind durch reiche Gliederung und Dekoration bewundert werden. Abgegrenzt von den Stiftsdamen- – Weißes Haus Hotel garni, Telefon: (0 5152) 85 22
rung. Herrscher miteinander ab, zwischenzeitlich gehörte Kulisse die Dorfgemeinschaft viele Traditions- Odalsrune aus dunklen Balken zu erkennen, ein auf hervorgehoben. Bemerkenswert sind hier die läng- gärten wird der Abteigarten von der ältesten Back- – Hotel Café am Stift, Café und Restaurant
Fischbeck zu Jérômes Königreich Westfalen. veranstaltungen. die Spitze gestellter Rhombus mit zwei nach unten lichen Sechspassfenster. Etwa Mitte des 12. Jh.s ist steinmauer Niedersachsens. Telefon: (0 5152) 9 76 20
Die Nähe zu Hameln, eine intakte Infrastruktur mit geführten Schenkeln. Dieses bauliche und zugleich als letzter Bauteil der Westbau aus Quadermauer- – Montenegro/Schaumburger Hof
Grundschule, Kindergärten, Ärzten, Banken, Lebens- Auf Grund seiner Lage in einem Durchzugsgebiet 5 Weiter geht es zur Zentralstraße, vorbei an einem sprachgeschichtliche Zeichen bedeutet nach dem werk errichtet worden. Mächtig steigt er fast unge- Ein privater Förderkreis setzt sich für Pflege und Hotel und Restaurant, Telefon: (0 5152) 9 76 80
mittel- und Fachgeschäften, Handwerksbetrieben erlebte der Ort die kaiserlichen Söldner eines Tilly größeren Bauernhof und gelangen zum Platz mit Runenalphabet »Ererbter Besitz«. In der Spitze des gliedert auf und prägt den Gesamteindruck der Erhaltung des mittelalterliche Kräutergarten mit
sowie ein vielfältiges sportliches und kulturelles im Dreißigjährigen Krieg, die mit Friedrich dem der Dorflinde, wo eine geschnitzte Tafel an die Giebels haben die Erbauer zusätzlich ein Andreas- Kirche. Aus dem unteren Bereich des nördlichen seinen 26 buchsbaumgefassten Beeten, in denen Öffentlicher Personen-Nahverkehr:
Angebot machen Fischbeck als Wohnort attraktiv. Großen verbündeten Heere der Braunschweiger und erste schriftliche Erwähnung Fischbecks 892 und kreuz gesetzt, das die griechischen Initialen Christi Querhauses erreicht man die im zweiten Viertel des 52 heilkräftige Kräuter ihre Düfte und Aromen Linien 20 und 25 von Hameln nach Hessisch
die Grande Armee Napoleons. an den Orts»gründer« Arnulf von Kärnten erinnert. darstellt. Das Dreieck darunter mit der Spitze nach 12. Jh.s erbaute dreischiffige Hallenkrypta. Dieser verbreiten. Dieses gärtnerische Kleinod vor der Oldendorf
Fischbeck und seine Umgebung ist durch Rad- und Von hier führt der Pötzer Kirchweg zum Wander- oben wird als »Auge Gottes« gedeutet. Der Weg Raum gilt als der älteste erhaltene Teil der Kirche historischen Kulisse begeistert immer wieder die
Text und Fotos:
Wanderwege gut erschlossen. Deutschlands belieb- Fischbeck gehörte bis zur Gebietsreform zum Land- 6 parkplatz »Finnenberg«, von dem herrliche Wande- 11 zurück verläuft nun durch die Lachemer Straße, an und birgt neben einer großartigen Akustik architek- Besucher.
Anette Gerten, Rainer Halbauer, Heinrich-Otto Schattenberg,
tester Radfernweg führt direkt am Ort vorbei. kreis Grafschaft Schaumburg, seitdem zu Hameln- rungen in die Fischbecker Umgebung gestartet wer- der Stiftsmauer entlang um den Stiftsgarten mit tonische Besonderheiten. Von der mittelalterlichen
Werner Schrandt, Dagmar Thoms, Heimatverein Fischbeck e.V.
Zahlreiche Cafés, Restaurants und Unterkünfte laden Pyrmont. Seit der Gemeindereform ist der Ort ein den können. Wir spazieren weiter auf der Blümenau einem alten, seltenen Baumbestand herum, an der Ausstattung können einige Inventarstücke im Rah-
zum Aufenthalt im Stiftsdorf ein. Stadtteil Hessisch Oldendorfs. 7 am Nährenbach entlang, um nach ca. 50 Meter in Abtei vorbei und mündet schließlich wieder am men von Führungen besichtigt werden.
Gefördert durch die Europäische Union
die Mühlenstraße einzubiegen. An der oberen Ecke Parkplatz ein.
im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative
des links stehenden Fachwerkhauses ist eine
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