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Postgeschichte und Briefmarken

von Österreich

Der Artikel Postgeschichte und Briefmarken von


Österreich behandelt die Geschichte der Post und der
Briefmarken ab der Gründung des Kaisertums Österreich
1806 bis heute.
Vorphilatelie

Die Anfänge eines eigenständigen Österreichisch-


Habsburgischen Postwesens behandelt der Artikel
Österreichische Postgeschichte bis 1806. 1842 erfolgte
die Einführung eines entfernungsabhängigen
Tarifsystems. 1842 Postverträge mit Bayern, Baden,
Sachsen, 1843 mit Thurn und Taxis und 1844 mit
Preußen. Am 1. Juli 1850 wurde der Deutsch-
Österreichische Postverein gegründet.
Erste Briefmarkenausgabe 1850
Am 1. Juni 1850 erlangten die ersten Briefmarken im Kaiserreich
Österreich ihre Gültigkeit. Es wurden fünf Marken zu 1 (gelb), 2
(schwarz), 3 (rot), 6 (braun) und 9 (blau) Kreuzer herausgegeben,
wobei die Bestände eines weiteren Wertes zu 12 Kreuzer erst kurz
vor dem 1. Juni fast komplett vernichtet wurden. Die erste
österreichische Briefmarkenausgabe zeigte das österreichische
Wappenschild und war ursprünglich als eine Übergangslösung
gedacht – die nächste Ausgabe sollte jedoch erst 1858 folgen. Die
Wappenausgabe wurde zunächst auf handgeschöpftem, später auch
auf maschinell hergestelltem Papier gedruckt. Sie waren ungezähnt,
Zähnungsversuche wurden jedoch bereits unternommen.
Durch die Währungsänderung (1 Gulden hat 100 Kreuzer statt wie
bisher 60 Kreuzer) am 1. November 1858 wurden neue Marken
herausgegeben. Die Marken der ersten Ausgabe konnten mit dem
neuen Wert bis 31. Dezember 1858 aufgebraucht werden.
Für die ursprünglich zu Österreich gehörigen Gebiete Lombardei
(bis 1858) und Venetien (bis 1866) wurden eigene
Freimarkenausgaben gedruckt. Sie entsprachen den Ausgaben
Österreichs, unterschieden sich aber in der Währungsangabe
Centesimi bzw. Soldi. Hier abgebildet die niedersten Wertstufen
zu fünf und zehn Centimes.
Der österreichisch-ungarische Ausgleich 1867
Infolge des Ausgleichs war seit 1867 das "königliche ungarische
Handelsministerium" für die Postverwaltung der ungarischen Reichshälfte
zuständig. Als Folge dieses Ausgleiches gaben die österreichische und die
ungarische Postverwaltung eine bildgleiche Freimarkenserie jeweils für ihr
Postgebiet aus. Der oft verwendete Begriff "Gemeinsame Ausgabe" ist
irreführend, da es weder eine gemeinsame Postverwaltung noch ein
gemeinsames Postgebiet gab.
Der 1. Juni 1867 war der erste Ausgabetag dieser Freimarkenserie in der
ungarischen Reichshälfte und sie ist somit, sofern in Ungarn
abgestempelt, die erste offizielle Briefmarkenausgabe Ungarns. Alle
vorherigen Briefmarkenausgaben verloren am 15. Juni 1867 auf dem
ungarischen Postgebiet die Gültigkeit.
Am 1. Mai 1871 gab die ungarische Postverwaltung eine neue Markenserie
aus und beendete auf dem Gebiet der ungarischen Postverwaltung die
Gültigkeit der Marken der Ausgabe von 1867 mit 31. Juli 1871.
Währungsumstellung Kreuzer/Gulden auf Heller/Kronen
 1900
Bereits 1892 wurde in Österreich die Kronen – Heller – Währung
eingeführt. Die Tarife im Postwesen wurden jedoch erst am 1. Jänner
1900 umgestellt (die vorherige Guldenwährung verlor 1900 ihre
Gültigkeit).
 Dies erforderte die Ausgabe neuer Briefmarken in der neuen Währung.
Die Marken in Kreuzer-Gulden-Währung verloren am 30. September
1900 die Frankaturfähigkeit.

Kreuzer Gulden Heller Kronen


Österreichische Post in der Levante
Wie auch andere Nationen hatte Österreich im Osmanischem
Reich das Recht, Postdienste zu betreiben. Dies führte zur Ausgabe
von Freimarken in Soldi-, ab 1886 in Para/Piasterwährung. Die 1.
Ausgabe erschien am 1. September 1863 in Alexandrien.
In der Folge wurden die österreichischen Freimarkenserien auch in
Soldi und ab 1. September 1886 in Para und Piaster für die Levante
ausgegeben.
Am 30. September 1914 wurden alle ausländischen, also auch die
österreichischen Postämter in der Levante geschlossen.
Österreichische Post auf Kreta
Freimarken Österreichs von 1899
wurden mit Aufdruck in französischen
Währung erstmals im März 1903
ausgegeben. Im Laufe der Jahre
erschienen einzelne Werte der jeweils
gültigen österreichischen Serien mit
Aufdruck in Centimes oder Franc. Die
Ausgaben 1908 und 1914 wurden bereits
in französischer Währung gedruckt.
Diese Marken hatten auch in der
Levante Gültigkeit.
Bosnien-Herzegowina
Der Berliner Kongress vom 13. Juli 1878 ermöglichte Österreich die Verwaltung
der ehemalig osmanischen Gebiete Bosnien und Herzegowina. 1908 erfolgte
dann die vollständige Annexion. Am 1. Juli 1879 wurde für dieses Gebiet die erste
Freimarkenserie ausgegeben. Als Vorlage dienten Entwürfe der späteren
österreichischen Ausgabe 1883, wobei bezeichnenderweise Angaben bezüglich
Staatszugehörigkeit
Die Ausgabe vom 1.oder Währung
November fehlen.
1906, bei der
erstmals die Landesbezeichnung Bosnien-
Herzegowina aufscheint, weist einige
philatelistische Besonderheiten auf:
Die dargestellten Motive sind erstmals
Landschaftsbilder, im Gegensatz zu den
bisherig, auch international üblichen
Staatssymbolen wie Wappen oder
Herrscherhaupt.
Des Weiteren stammt der Entwurf von
Koloman Moser, einem bedeutenden
österreichischen Jugendstilkünstler. Für
viele, nicht nur österreichische Philatelisten,
zählt diese Ausgabe zu den schönsten
klassischen Briefmarkenausgaben.
Briefmarken der DDSG
 1846 erhält die Erste kaiserlich-königliche Donau Dampfschiffahrt
Gesellschaft (DDSG) das Recht zur Postbeförderung innerhalb und von
der von ihr befahrenen Gebiete (Serbien, Rumänien, Bulgarien und
Osmanisches Reich) bis zur Staatsgrenze von Österreich-Ungarn.

Postdienst in Liechtenstein
Mangels eigenen Postwesens wurde die Österreichische Post mit der
Abwicklung der Postdienstleistungen im Fürstentum Liechtenstein
betraut. Ab 1. Juni 1850 wurden daher auch österreichische
Briefmarken im Fürstentum verwendet und sind daher, falls in
Liechtenstein abgestempelt, Vorläufer der Briefmarken von
Liechtenstein. Infolge der Kriegswirren und der Inflation der
Nachkriegszeit beendete Liechtenstein das Postabkommen mit
Österreich am 29. Februar 1920.
Österreichische Feldpost im Ersten Weltkrieg
 Während des Ersten Weltkrieges wurden in den von Österreich
besetzten Gebieten eigene Postämter eröffnet. Zur Frankatur
privater Postsendungen wurden eigene Feldpost-Briefmarken
verwendet. Für einzelne Regionen wurden Feldpostausgaben
durch Aufdrucke in der Landeswährung bzw.
Landesbezeichnung hergestellt.
Zerfall der Monarchie 1918 – Nachfolgestaaten
West
 Die letzte k.k. österreichische
Ukraine
Markenserie entstand 1916 und
auf
zeigte die Kaiserkrone, Kaiser Karl Bildnis
I. und das Wappen der Monarchie. Kaiser
Der Zerfall der Monarchie 1918 Karl I.
führte zur Gründung einer Reihe
autonomer Staaten wie Polen und
der Tschechoslowakei. Da eigene
Briefmarken zu Beginn noch nicht
verfügbar waren, wurden die örtlich
vorhanden Marken der
Doppelmonarchie, versehen mit
dem Aufdruck der neuen
Landesbezeichnung, als
Aushilfsausgaben verwendet.
Jugoslawien 1918 auf Bosnien-Marke
Erste Republik 1918–1938
Republik Deutschösterreich 1918–
1919
Nach dem Zerfall der K.u.k. Monarchie wurde in Österreich
die Republik ausgerufen. Der neue Rumpfstaat alleine wurde
von nahezu keinem Österreicher für lebensfähig gehalten.
Somit galt der Anschluss an Deutschland als sicher. Dies
führte zu der Landesbezeichnung Republik
Deutschösterreich.
Um den dringenden Bedarf an Briefmarken rasch abdecken
zu können, wurden die in großen Mengen vorhandenen
Restbestände der Frei-, Zeitungs-, und Eilmarkenserien der
Monarchie zwischen 1916 und 1918 mit schrägem Aufdruck
Deutschösterreich versehen und ab Dezember 1918
ausgegeben.
Kaiserkrone Kaiser Karl I.

Eilmarke 1917

Wappen der Monarchie Zeitungsmarke 1916


• Ab Juli 1919 erschien die Ausgabe der ersten für Deutschösterreich
entworfenen Freimarkenserie.

Posthorn Wappen der Republik Allegorie


Österreich im Deutschen Reich 1938–1945
 Nach erfolgtem Anschluss waren einige deutsche und österreichische
Briefmarkenausgaben (letztere nur in der Ostmark) frankaturfähig. Ab
4. April 1938 wurden die Briefmarken des Deutschen Reiches auch in
Österreich gültig. Umgekehrt waren jedoch die österreichischen
Marken nicht gültig. Als Verrechnungsbasis galt 1,00 Reichsmark = 1,50
Schilling. Mit der Einführung der deutschen Postwertzeichen wurden
auch die Tarife der Reichspost übernommen. Ab 22. Juni 1938 waren
schließlich alle deutschen Marken in Österreich gültig. Ein
"Ostmarksatz" der deutschen Post vom 18. November 1938, der
österreichische Landschaften und Blumen, kam dem Winterhilfswerk
zugute. Die Serie war jedoch nur bis 30. Juni 1939 gültig. Österreich
selbst war postalisch an das Deutsche Reich angeschlossen, eigene
Briefmarken gab es nach 1938 nicht mehr. Für die deutschen
Briefmarken siehe: Briefmarken-Jahrgang 1938 der Deutschen
Reichspost, 1939, 1940, 1941, 1942, 1943, 1944 und 1945.

Brief aus Wien vom 6. Mai 1938 mit


österreichischer und deutscher Briefmarke
Postleitkarte von 1943
Zweite Republik ab 1945
End des Kriege
Mit Ende des Krieges in Österreich wurden die vorhandenen
Restbestände von den Alliierten in den jeweiligen
Besatzungszonen als Aushilfsausgaben mit Überdruck
verwendet, am 4. Juni 1945 wurde für die sowjetische Zone
angeordnet, dass das Hitlerbildnis überdruckt werden muss.
Dies geschah hauptsächlich unter Verwendung
handgefertigter Kork- oder Klecksstempel. Eine Reihe von
Städten produzierten ihre eigenen Lokalausgaben, bevor im
Juni 1945 eine Briefmarkenserie für die amerikanische,
französische und britische Zone ausgegeben wurde, die in
den USA hergestellt und von den amerikanischen Truppen
mitgebracht worden war. Im Juli 1945 erschien für die
sowjetische Zone eine Markeserie, die von Hans Ranzoni d. J.,
entworfen worden war. Am 24. November 1945 erschienen die
ersten für alle Zonen gültigen Briefmarken, die
Freimarkenserie "Landschaftsbilder" nach Entwürfen von
Alfred (von) Chmielowski.
Nach der Währungsreform
Die Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung gab am 10.
Dezember 1947 aufgrund der Währungsreform die Freimarkenserie
"Landschaftsbilder" des Jahres 1945 mit Farbänderungen neu heraus.
Seit 1948 folgten eine Dauerserie mit Volkstrachten (Zeichnungen
von Josef Seger) und ab 1957 ein Bautensatz (Entwürfe von Adalbert
Pilch, Hans Strohofer und Otto Zeiller). Die erste Sonderpostmarke
nach dem Krieg war "Olympische Spiele 1948" vom 16. Jänner 1948.
Ab 1948 entstanden auch zahlreiche Sonderpostmarkenserien wie
z.B.
Ab "Die
1973 Post in derals
entstand Kunst" im Jahr"Schönes
Dauerserie 1964. Österreich" (Otto Zeiller) und seit 1984 die Serie
"Stifte und Klöster in Österreich" (Otto Zeiller, Werner Pfeiler). Es folgten 1993 "Kunstwerke
aus Stifte und Klöster in Österreich", 1997 "Sagen und Legenden aus Österreich", 2002
"Ferienland Österreich" und 2007 "Blumen".
1966 wurde die von Adalbert Pilch geschaffene Marke "Kunst der Donauschule" offiziell zur
schönsten Briefmarke der Welt gewählt. Neben klassischen Entwürfen wurden seit Mitte der
siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts auch Motive Moderner Kunst von Künstlern wie Hans
Fronius, Paul Flora und Friedensreich Hundertwasser (z.B. "Moderne Kunst in Österreich"
1975, "Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs der Europarat-Mitgliedsstaaten"
1993) entworfen. Viele dieser Marken wurden von der Österreichischen Staatsdruckerei in
sehr aufwändigen Kombinationsdruckverfahren produziert (Stichtiefdruck, Rastertiefdruck,
zum Teil auch mit Metallprägung).
Umstellung auf Euro
Die Umstellung auf Euro erfolgte in Österreich am 1.
Jänner 2002. Marken in Schilling waren während einer
Übergangsfrist bis 30. Juni 2002 gültig, somit waren
Mischfrankaturen von Euro- und Schillingmarken in
diesem Zeitraum möglich. Ebenfalls bis zum 30. Juni
konnten Schillingmarken auf den Postämtern
kostenlos eingetauscht werden, später nur mehr mit
Einschränkungen. Seit 20. Dezember 2003 ist ein
Umtausch nicht mehr möglich.
Private Briefmarken
Seit 2003 kann man in Österreich mit einer
Mindestauflage von zunächst 200, seit 2005 von nur
noch 100 Stück seine eigenen Briefmarken drucken
lassen
Изготвил:

Теодор Нарлийски