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Vorlesung

Messtechnik

DHBW Stuttgart

T2ELG1007.2

1.Semester WS 2013/2014

STG-TEL13GR1

Winter 2013/2014 Vorlesungszeitraum 2.12.2013 - 9.3.2014 Dozent: Dipl.Ing.(BA) Robin Slongo Tel.:0178 1362916 E-Mail:robin@slongo.com

1

Kapitel 1

MESSTECHNIK I

Organisatorisches Messtechnik I

Vorlesungsthermine:

5. Dezember 2013 2 Stunden - 1.1 Einfuhrung¨

12.

19.

26.

2.

9.

9.

-

Dezember 2013 3 Stunden - 1.2 Messabweichungen -

Dezember 2013 3 Stunden - 1.3 Messung elektrischer Gr¨oßen -

¨

Dezember 2013 ENTF ALLT

¨

Januar 2014 ENTF ALLT

Januar 2014 Abgabe Heimarbeit -

Januar 2014 3 Stunden - 1.4 Grundlagen der Stochastik -

16.

Januar 2014 2 Stunden - 1.5 Signalaufbereitung -

23.

Januar 2014 2 Stunden - 1.5 Signalaufbereitung -

30.

Januar 2014 2 Stunden - 1.6 Beschreibung statistischer Gr¨oßen -

6. Februar 2014 2 Stunden - 1.6 Beschreibung statistischer Gr¨oßen -

13.

Februar 2014 2 Stunden - Reserve / Prufungsvorbereitung¨

-

20.

Februar 2014 - KLAUSUR xx:xx-

Summe: 21 Stunden

2

Inhaltsverzeichnis

1

MESSTECHNIK I

 

3

1.1 Einfuhrung¨

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6

1.1.1 Allgemeine Betrachtung

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6

1.1.2 Historischer Ruckblick¨

 

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8

1.1.3 Das SI-System .

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1.1.4 Messmethoden

 

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10

1.2 Messabweichungen

 

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11

1.2.1 Systematische Messabweichungen

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12

1.2.2 Fortpflanzung systematischer Messabweichungen .

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13

1.2.3 Zuf¨allige Messabweichungen

 

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1.2.4 Vollst¨andiges Messergebnis

 

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1.3 Messung elektrischer Gr¨oßen .

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1.3.1 Spannungsmessung

 

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1.3.2 Strommessung .

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1.3.3 Widerstandsmessung

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19

1.3.4 Leistungsmessung

 

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1.3.5 Arbeitsmessung

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22

1.3.6 Kapazit¨atsmessung

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1.3.7 Wechselspannung / Wechselstrom

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1.3.8 Mittelwert Effektivwert .

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1.3.9 Gleichrichtwert

 

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27

1.4 Grundlagen der Stochastik

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1.4.1 Kombinatorik

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28

1.4.2 Zufallsexperimente

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1.4.3 Relative H¨aufigkeit

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33

1.4.4 Das Laplace-Experiment (diskrete Gleichverteilung)

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35

1.4.5 Bedingte Wahrscheinlichkeit

 

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1.4.6 Unabh¨angige Ereignisse

 

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1.5 Signalaufbereitung

 

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1.5.1 Kirchhoffsche Regeln

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37

1.5.2 Stern Dreieck

 

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39

1.5.3 Spannungsteiler

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41

1.5.4 Diode

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1.5.5 Begrenzerschaltungen mit Dioden

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46

1.5.6 Filter / RC Glied

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49

1.5.7 Operationsverst¨arker

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55

1.6 Beschreibung statistischer Gr¨oßen

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69

1.6.1 Zufallsvariable .

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1.6.2 Verteilungsfunktion und Verteilungsdichtefunktion .

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1.6.3 Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung

 

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73

1.6.4 Zentraler Grenzwertsatz:

 

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73

1.6.5 Normalverteilung

 

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3

1.6.6 Gleichverteilung .

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74

1.6.7 Fourier .

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75

 

4

1.1

Einfuhrung¨

1.1.1 Allgemeine Betrachtung

Die Aufgabe der Messtechnik ist die objektive, reproduzierbare und quantitative Erfassung ei- ner physikalischen Gr¨oße:

objektiv: von den Sinnesorganen des Menschen unabh¨angig

reproduzierbar: wiederholbar und reproduzierbar

quantitativ: mit einer Zahl versehen

Anwendung der Messtechnik in:

Forschung: zur Entdeckung neuer Ph¨anomene

Produktion: zur Qualit¨atssicherung

¨

Medizin: zur Uberwachung von Patienten

Entwicklung: zur Optimierung der Eigenschaften von Produkten

Der Philosoph Plato ( 427 – 347 v. Chr.):

Zitat: Das beste Mittel gegen Sinnest¨auschungen ist das Messen, Z¨ahlen und W¨agen. Da- durch wird die Herrschaft der Sinne uber¨ uns beseitigt. Wir richten uns nicht mehr nach dem sinnlichen Eindruck der Gr¨oße, der Zahl, des Gewichts der Gegenst¨ande, sondern berechnen, messen und w¨agen sie. Und das ist Sache der Denkkraft, Sache des Geistes in uns.

Wer misst misst Mist Alter Spruch eines Schlossermeisters: Zentimeter ist ein Uhrmachermaß H¨aufig wird in den angewandten Wissenschaften eine sinnlose Ablesegenauigkeit beobachtet, die als Messgenauigkeit missverstanden wird ; Diese wird dann erg¨anzt durch eine Verrechnung mit vielen sinnlosen Stellen hinter dem Kom- ma und schließlich werden diese Stellen sogar noch in Tabellen ver¨offentlicht

1 1 1a.jpg

Stellen hinter dem Kom- ma und schließlich werden diese Stellen sogar noch in Tabellen ver¨offentlicht 1

5

Messung elektrischer Gr¨oßen:

Physikalische Gr¨oße = Zahlenwert · Einheit

Spannung

Ladung/Strom

Widerstand, Induktivit¨at, Kapazit¨at

Phasenwinkel

Frequenz

Aufgaben der elektrischen Messtechnik:

Gewinnung des elektrischen Messsignals

Struktur der Messeinrichtung

Eigenschaften der Signalformen

¨

Ubertragung und Verarbeitung der Messsignale

Ausgabe und Darstellung der gewonnenen Informationen

1 1 1b.png

und Darstellung der gewonnenen Informationen 1 1 1b.png Vorteile der elektrischen Messtechnik: • leistungsarme

Vorteile der elektrischen Messtechnik:

leistungsarme bis leistungslose Erfassung von Messdaten

hohes Aufl¨osungsverm¨ogen

gutes dynamisches Verhalten

stete Messbereitschaft

¨

bequeme Ubertragung uber¨

leichte Verarbeitung der Messdaten [1]

weite Entfernungen

6

1.1.2

Historischer Ruckblick¨

1799 Schaffung des Urkilogramm und des Urmeter aus Platin, Aufbewahrung der Urnor- male im Archive de la R`epublique in Paris.

die Grundgr¨oßen

1830 Gauß und Weber definieren absolute elektrische Einheiten“uber¨ des CGS-Systems (Zentimeter, Gramm, Sekunde).

der Proto-

1889 Die erste Generalkonferenz fur¨

Maß und Gewicht schafft Ausfuhrungen¨

typen fur¨

Meter und Kilogramm, die an die Mitgliedstaaten verteilt werden.

1893 Die Einheiten V, A und Ohm werden durch empirische Normale dargestellt (Silber- voltmeter, Quecksilbernormal). Sie werden als praktische Einheiten bezeichnet.

1948 Internationale Einfuhrung¨

logramm, Sekunde, Ampere. Die elektrischen Einheiten werden koh¨arent an die mechani-

des MKSA-Systems mit den Grundeinheiten Meter, Ki-

schen Einheiten angeschlossen.

1960 Festlegung des Internationalen Einheitensystems SI (Syst`eme International d‘ Uni-

tes) durch die elfte Generalkonferenz fur¨

Maß und Gewicht.

1969 Das SI-System wird in Deutschland als verbindlich fur¨ lichen Verkehr erkl¨art. [1]

den gesch¨aftlichen und amt-

1.1.3 Das SI-System

Die meisten Basisgr¨oßen werden anhand von physikalischen Erscheinungen definiert. Dieses hat die folgenden Vorteile:

hochgenau

reproduzierbar

zeitinvariant

Definition der Zeit:

¨

Ubergang zwischen

den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von Atomen des Nuklids 133 Cs entsprechenden Strahlung.

Die Sekunde ist das 9 192 631 770 fache der Periodendauer der dem

Definition der L¨ange:

Das Meter ist die L¨ange der Strecke, die Licht im Vakuum w¨ahrend der Dauer von 1/299 792 458 Sekunden durchl¨auft.

Definition der Temperatur:

Das Kelvin, die Einheit der thermodynamischen Temperatur, ist der 273,16te Teil der thermodynamischen Temperatur des Tripelpunktes des Wassers. [1]

7

1 1 3.jpg

1 1 3.jpg 8

8

1.1.4

Messmethoden

1 1 4.png

1.1.4 Messmethoden 1 1 4.png Ausschlagmethode (excursion method) Eine Messmethode, bei der die Messgr¨oße direkt in

Ausschlagmethode

(excursion method) Eine Messmethode, bei der die Messgr¨oße direkt in eine Ausgangsgr¨oße (z.B. Anzeige) umgewandelt wird. Beispiele sind Federwaage oder Drehspuleninstrument

Differenzmethode

(differential method) Eine Messmethode, bei der der Messgr¨oße eine konstant bleibende bekann- te Vergleichsgr¨oße gegenubergestellt¨ wird. Die Differenz beider Werte wird weiter verarbeitet oder kommt zur Anzeige. Sie kommt vor allem in Regelkreisen zum Einsatz

Kompensationsmethode:

(balancing method, compensation method, offset method) In der Messtechnik eine Methode, bei der einer zu messenden Gr¨oße eine entgegengesetzt gerichtete bekannte Gr¨oße entgegenge- schaltet wird. Sobald beide Gr¨oßen eine ausgeglichene Wirkung erzielen und somit gleich sind, zeigt ein Nullindikator diese Tatsache an. Die Kompensations- oder Nullabgleichs-Messmethode ist gem¨aß DIN 1319-2 eine der grundle- genden Methoden der Messtechnik. Sie arbeitet nach folgendem Prinzip: Die zu messende Gr¨oße wird mit einer Kompensationsgr¨oße verglichen. Diese Gr¨oße ist physikalisch gleichartig, einstell- bar und in ihrem Wert bestimmbar. Sie wird so lange nachgestellt, bis Gleichheit festgestellt wird (Abgleich auf die Differenz null). Der Wert der dabei eingestellten Kompensationsgr¨oße ist der Messwert. In manchen F¨allen ist noch ein Korrekturfaktor einzurechnen.

Beispiel: Balkenwaage mit Anzeige fur¨

Drehmomenten-Gleichgewicht

Bei dieser Methode verwendet man einen Satz von Gewichten oder verschiebbare Gewichte zur Einstellung des Gegen-Drehmomentes. Bei Gleichgewicht der Drehmomente erh¨alt man die Gleichheit der Massen erst nach Kor- rektur um das Verh¨altnis der Hebelarm-L¨angen.

9

Beispiel: Spannungs-Kompensator mit Anzeige fur¨ Spannungs-Gleichheit Bei dieser Methode verwendet man eine Pr¨azisions-Spannungsquelle und einen einstellba- ren Spannungsteiler zur Einstellung der Kompensationsspannung. Bei elektronisch digital einstellbarer Kompensationsspannung entsteht mit dieser Methode ein Analog-Digital-Umsetzer. Dieser wird im 3. Semester behandelt. [3]

1.2

Messabweichungen

Man sollte bei der Angabe eines Messwertes immer hinterfragen:

Wie weit kann ich mich auf den angezeigten (ermittelten) Wert als korrekte Aussage uber¨ die zu messende Gr¨oße verlassen? Beispiel: Ein Strom ist exakt 5 A, wird auch exakt 5 A angezeigt?

Wie weit kann ich mich auf den festgestellten Zahlenwert verlassen? Beispiel: Heißt die Angabe 5 : gesch¨atzt zwischen 0 und 10, vielleicht auch 6, oder heißt die Angabe 5 genau bis auf eine durch Sch¨atzunsicherheit m¨ogliche Abweichung +/- 0,1? Im zweiten Falle w¨are dann 5,0 zu schreiben. Das ist zwar mathematisch dasselbe, aber in der Messtechnik von anderer Qualit¨at. Beispiel: Welchen Sinn hat die Angabe “4,837” bei einer durch Fehlergrenzen m¨oglichen Abweichung +/- 0,1? Die Angabe gaukelt eine nicht vorhandene Qualit¨at vor und ist durch 4,8 zu ersetzen. Ohne Angabe uber¨ die Zuverl¨assigkeit einer Messaussage ist die Aussage von zweifelhaftem Wert.

1 2 0.png

ist die Aussage von zweifelhaftem Wert. 1 2 0.png Es ist grunds¨atzlich nicht m¨oglich, exakt richtig

Es ist grunds¨atzlich nicht m¨oglich, exakt richtig zu messen. Durch eine Vielzahl von Ursa- chen wird die zu messende Gr¨oße nicht korrekt erfasst. Die Abweichung eines aus Messungen gewonnenen Wertes vom wahren Wert der Messgr¨oße wird Messabweichung (nach DIN 1319- 1:1995) oder Messfehler (alte Bezeichnung) genannt. Wahrer Wert und richtiger Wert In der fur¨ die Messtechnik grundlegenden DIN 1319 wird zwischen diesen beiden Werten un- terschieden:

10

x w = wahrer Wert der Messgr¨oße als Ziel der Auswertungen von Messungen der Messgr¨oße; das ist ein ideeller Wert, der in aller Regel nicht genau bekannt ist.

x r = richtiger Wert der Messgr¨oße als bekannter Wert fur¨

den Vergleichszweck als vernachl¨assigbar betrachtet wird.

Vergleichszwecke, dessen Ab-

weichung vom wahren Wert fur¨ Zusammen mit

x a = angezeigter (ausgegebener) Wert liefert der Vergleich von x a mit x r die absolute und die relative Abweichung eines Messwertes. [3]

1.2.1 Systematische Messabweichungen

Alle Abweichungen, die einseitig gerichtet sind und sich, wenn auch schwierig, ermitteln ließen, sind systematische Abweichungen:

Systematische Messabweichungen haben Betrag und Vorzeichen.

Bekannte systematische Abweichungen sind durch Berichtigung auszuschließen.

Unbekannte systematische Messabweichungen k¨onnen allenfalls anhand ausreichender Er- fahrung in einer Komponente u s der Messunsicherheit zusammengefasst werden.

1 2 1.png

Er- fahrung in einer Komponente u s der Messunsicherheit zusammengefasst werden. 1 2 1.png Korrektion 11

Korrektion

11

K = e sys >> x korr = x + K

Beispiel:

Man will die in einem Verbraucher umgesetzte elektrische Leistung berechnen und dazu den Strom durch den Verbraucher messen. Dazu schaltet man einen Strommesser in die Leitung. An dem Messger¨at f¨allt aber eine Spannung ab; dadurch wird die Spannung am Verbraucher kleiner als die Speisespannung; dadurch wird bei einem ohmschen Verbraucher der Strom auch kleiner; man misst etwas zu wenig (negativer Schaltungseinfluss-Fehler, der sich bei bekann- ter Speisespannung und bei bekanntem Messger¨ate-Innenwiderstand ausrechnen l¨asst). Die aus Speisespannung und gemessenem Strom berechnete Leistung wird damit auch zu niedrig ange- geben.

1.2.2 Fortpflanzung systematischer Messabweichungen

Der Einfluss einer fehlerbehafteten Eingangsgr¨oße x auf das Ergebnis y kann mittels der Taylorreihe abgesch¨atzt werden:

y = y(x) y(x + ∆x) = y(x) +

1

1!

dy(x)

dx

· x +

1

2!

d 2 y(x)

dx

2

· (∆x) 2 + ···

.

Bei genugend¨

kleinem ∆x kann man die Reihenentwicklung nach dem linearen Glied ab-

brechen, und man erh¨alt dann die N¨aherungsl¨osung:

y(x + ∆x) y(x) = ∆y =

dy

dx · x

Dieses liefert eine Regel zur Fehlerfortpflanzung, wenn man die ∆-Werte als absolute Feh- ler ansieht.

Anwendung bei Proportionalit¨at

y = c · x

y = c · x

;

y

y

= x

x

Fur¨ die Ausgangsgr¨oße y enth¨alt deren absoluter Fehler ∆y die spezielle Proportionalit¨ats- konstante c. Besser rechnet man mit dem relativen Fehler ∆y/y, der unabh¨angig von c ist und stets genauso groß wie der relative Fehler ∆x/x der Eingangsgr¨oße x .

Anwendung bei umgekehrter Proportionalit¨at (Kehrwertbildung)

y

=

c

x

y

y

= x

x

Die Ausgangsgr¨oße hat denselben Betrag des relativen Fehlers wie die Eingangsgr¨oße, aber entgegengesetztes Vorzeichen.

Mehrere fehlerbehaftete Gr¨oßen Bei mehreren voneinander unabh¨angigen Eingangsgr¨oßen verwendet man die entsprechen- de Reihenentwicklung bis zum linearen Glied als N¨aherungsl¨osung fur¨ kleine |x i | :

12

y = y(x 1 ,

x 2 ,

.

.

.

)

y =

y 1 · x 1 +

∂x

∂y

2 · x 2 + ···

∂x

y :GesamtfehlerF y des Ergebnisses y ∆x i :Fehler F i der Eingangsgr¨oße x i

x i

x i

y

y

: relativer Fehlerf i der Eingangsgr¨oße x i

: relativer Fehler f y des Ergebnisses y

Die allgemeine L¨osung vereinfacht sich fur¨

die vier Grundrechenarten:

Addition y = x 1 + x 2

Subtraktion y = x 1 x 2

Multiplikation y = x 1 · x 2

Bei Division y = x 1 2

Bei

Bei

Bei

F y = F 1 + F 2

e y = e x1 + e x2

F y = F 1 F 2

f y = f 1 + f 2

e y = e x1 e x2

e y = x 2 e x1 + x 1 e x2

f y = f 1 f 2

e y =

1

2 e x1

x

X

1

2

x 2 e x2

x

e rely = e rel1 e rel2

Die Formeln gelten nur, wenn die tats¨achlichen Werte der Fehler mit Vorzeichen bekannt sind. Bei Fehlerfortpflanzung k¨onnen sich die Fehler erg¨anzen oder mehr oder weniger aufheben. Beispiel: Wenn x 1 um 2 % zu groß und x 2 um 3 % zu groß sind:

Dann wird bei der Multiplikation y um 5 % zu groß. bzw. wird bei der Division y um 1 % zu klein.

Zur Verdeutlichung eine Primitiv-Anwendung: Wer 1,00 1,00 ausrechnen will, aber im Z¨ahler ei- ne um 2 % zu große Zahl einsetzt und im Nenner eine um 3 % zu große Zahl, berechnet 1,02

1,03

und erh¨alt 0,99. Dieses Ergebnis weicht vom richtigen Wert 1,00 um –1 % ab. Diese Feststellung zum Fehler kann man mit der Formel f y = f 1 f 2 = 2% 3% einfacher bekommen. Und das Minuszeichen vor f 2 ist offensichtlich richtig!

Fehlergrenzen Kennt man nicht die Fehler selber, sondern nur ihre Grenzen, so l¨asst sich derselbe mathema- tische Ansatz verwenden, wenn man die ∆-Werte als Fehlergrenzen ansieht. Diese sind vor- zeichenlos bzw. als Betrag definiert. Fur¨ das Ergebnis l¨asst sich so auch nur die Fehlergrenze ausrechnen; dazu muss man mit der ungunstigsten¨ Vorzeichenkombination rechnen und Betr¨age addieren.

y =

∂y

∂x 1

· x 1 +

∂y

∂x 2

· x 2 + ···

y

x i

: Gesamtfehlergrenze G y des Ergebnisses y : Fehlergrenze G i der Eingangsgr¨oße x i : relative Fehlergrenze g i der Eingangsgr¨oße x i : relative Fehlergrenze g y des Ergebnisses y

x i |x i | y |y|

Die allgemeine L¨osung vereinfacht sich bei den vier Grundrechenarten:

* Bei Addition und Subtraktion G y = G 1 + G 2

* Bei Multiplikation und Division g y

= g 1 + g 2

Beispiel: Wenn x 1 um bis 2 % zu groß oder zu klein und x 2 um bis 3 % zu groß oder zu klein sein k¨onnen:

Dann kann bei der Multiplikation wie bei der Division y um bis 5 % zu groß oder zu klein sein.

13

1.2.3

Zuf¨allige Messabweichungen

Nicht beherrschbare, nicht einseitig gerichtete Abweichungen sind zuf¨allige Abweichungen.

entstehen durch nicht beherrschbare, nicht determinierte Einflusse¨ (z. B.: Rauschen)

sind nicht vorausbestimmbar

fuhren¨ bei Wiederholung, selbst unter genau gleichen Bedingungen, zu einer Streuung oder zu einem sogenannten unsicheren Messergebnis

schwanken nach Betrag und Vorzeichen

lassen sich sehr schwer oder gar nicht von unbekannten systematischen Messabweichungen trennen

werden mit Werkzeugen der Statistik behandelt (Zufallsgr¨oßen). Anhand einer Fehler- rechnung kann aus der Gesamtheit der Werte ein Mittelwert M und eine Komponente

u z der Messunsicherheit berechnet werden. Der wahre Wert liegt (bei Abwesenheit sy- stematischer Abweichungen) mit einer gewissen statistischen Sicherheit in einem Bereich

M u z

M

+ u z .

1.2.4 Vollst¨andiges Messergebnis

Die gesamte Messunsicherheit ergibt sich zu u = u s + u z

1 2 4.png

z . 1.2.4 Vollst¨andiges Messergebnis Die gesamte Messunsicherheit ergibt sich zu u = u s +

14

1.3

Messung elektrischer Gr¨oßen

1.3.1 Spannungsmessung

Ein Spannungsmessger¨at wird immer parallel zum Verbraucher, Bauelement oder zur Span- nungsquelle angeschlossen. Bei der Messung an der Spannungsquelle wird der momentane Span- nungswert gemessen. Am Verbraucher wird der Spannungsabfall an diesem einen Bauelement gemessen. Das ist die Teilspannung von der Gesamtspannung der Spannungsquelle. Um die zu messende Schaltung nicht zu beeinflussen, sollte der Innenwiderstand des Span- nungsmessger¨ats m¨oglichst hochohmig sein. Ideal w¨are ein unendlich hoher Innenwiderstand.

1 3 1.jpg

Ideal w¨are ein unendlich hoher Innenwiderstand. 1 3 1.jpg Beim Messen mit dem Spannungsmessger¨at sind die

Beim Messen mit dem Spannungsmessger¨at sind die folgenden Hinweise zu beachten:

Die richtige Spannungsart muss ausgew¨ahlt werden (AC/DC).

Bei Gleichspannung (DC) muss die Polarit¨at beachtet werden.

Der richtige Messbereich muss eingestellt werden.

Bei einem unbekannten Messwert muss der gr¨oßte Messbereich eingestellt und langsam in die niedrigeren Messbereich geschaltet werden.

Der Messbereich muss m¨oglichst so eingestellt werden, dass der Zeigerausschlag im letzten Drittel abgelesen werden kann.

Diese Hinweise gelten in der Regel nur bei analogen Messger¨aten. Digitale Multimeter stellen

diese Werte automatisch ein. Sie mussen¨

Messleitung in die richtige Buchse stecken ! ! !

und

nur auf Spannungsmessung eingestellt sein

15

1.3.2

Strommessung

1 3 2a.jpg

1.3.2 Strommessung 1 3 2a.jpg Das Strommessger¨at wird immer in Reihe zum Verbraucher angeschlossen. Dazu muss

Das Strommessger¨at wird immer in Reihe zum Verbraucher angeschlossen. Dazu muss die Leitung des Stromkreises aufgetrennt werden, um das Messger¨at in den Stromkreis einfugen¨ zu k¨onnen. W¨ahrend der Messung muss der Strom durch das Messger¨at fließen. Der Innenwiderstand des Messger¨ats sollte m¨oglichst niederohmig sein, um den Stromkreis nicht zu beeinflussen. Ideal w¨are ein Innenwiderstand von 0 Ohm. Beim Messen mit einem Strommessger¨at sind folgende Hinweise zu beachten: Auf die Stromart muss geachtet werden. Also, ob Wechsel- oder Gleichstrom (AC/DC) durch die Schaltung fließt. Bei Gleichstrom ist auf die Polarit¨at zu achten. Der Messbereich sollte anfangs m¨oglichst groß gew¨ahlt werden, um keine Zeigerwickelmaschine zu erzeugen, bzw. kein Sicherungstausch n¨otig wird. Vor der Strommessung sind folgende Hinweise zu beachten:

Die richtige Stromart muss ausgew¨ahlt werden (AC/DC).

Bei Gleichstrom (DC) muss die Polarit¨at beachtet werden.

Der richtige Messbereich muss eingestellt werden.

Bei einem unbekannten Messwert muss der gr¨oßte Messbereich eingestellt und langsam in die niedrigeren Messbereich geschaltet werden.

Der Stromkreis muss aufgetrennt werden.

Der Strommesser muss in Reihe zu den stromfuhrenden¨

Bauteilen geschaltet werden.

Der Messbereich muss m¨oglichst so eingestellt werden, dass der Zeigerausschlag im letzten Drittel abgelesen werden kann.

Praxis-Tipp: Indirekte Strommessung Ist der Stromkreis nur schwer zug¨anglich oder darf nicht aufgetrennt werden, so ist die Span- nung an einem bekannten Widerstand im Stromkreis zu messen. Danach kann mit Hilfe des Ohmschen Gesetzes der Strom berechnet werden. Beispiel: Strommessung mit dem Oszilloskop Das Oszilloskop ist ein Spannungsmessger¨at, das in der Lage ist, Spannungen uber¨ ihren zeit- lichen Verlauf darzustellen. Der elektrische Strom kann daher nur indirekt als Spannungsabfall an einem Messwiderstand gemessen werden. Messschaltung (Spannungsfehlerschaltung)

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1 3 2b.jpg

1 3 2b.jpg In dieser Messschaltung soll die Spannung und der Strom uber¨ ihren zeitlichen Verlauf

In dieser Messschaltung soll die Spannung und der Strom uber¨ ihren zeitlichen Verlauf ge- messen werden. Die elektrischen Werte der Lampe:

Spannung U: 12 V (Effektivwert)

Strom I: 150 mA

Widerstand R: 80 Ohm

Berechnung des Messwiderstandes R M Der Wert des Messwiderstandes R M richtet sich nach dem Strom und nach der kleinstm¨oglichen Messbaren Spannung U min .

U min = kleinster Ablenkfaktor * Maximale Bildschirmh¨ohe U min = 5mV/cm 8cm = 40mV

R M =

U min (Oszi)

I max (Lampe) =

40mV

150mA = 0, 267Ohm

Weil es den berechneten Messwiderstand nicht gibt, w¨ahlt man den n¨achstgr¨oßeren dekadi- schen Wert. In diesem Fall w¨are das 1 Ohm. Weitere dekadische Werte w¨aren 10 Ohm und 100 Ohm. Um eine Messung durchfuhren¨ zu k¨onnen, muss der Messwiderstand R M wesentlich kleiner sein als der Lastwiderstand (Spannungsfehlerschaltung). [4]

Beispiel einer Stromfehlerschaltung

1 3 2c.jpg

kleiner sein als der Lastwiderstand (Spannungsfehlerschaltung). [ 4 ] Beispiel einer Stromfehlerschaltung 1 3 2c.jpg 17

17

In dieser Messschaltung wird der Stromverlauf der Diode in Abh¨angigkeit der Spannung auf dem Oszilloskop-Bildschirm dargestellt. In dieser Schaltung gibt es ein paar Besonderheiten, die beachtet werden sollten:

Der Vorwiderstand R V dient der Strombegrenzung.

Der Generator muss erdfrei sein. Wenn nicht, muss er uber¨ betrieben werden.

Der Generator darf mit seiner Erde nicht an das Oszilloskop oder in der Schaltung ange- schlossen sein, da sonst der Messwiderstand R M kurzgeschlossen wird.

Der Kanal 1 (Y I ) muss invertiert betrieben werden, damit das Signal das richtige Vorzei- chen und die Schwingung die richtige Lage bekommen.

einen Trenntransformator

Die elektrischen Werte der Diode:

Typ: 1N4448

Spannung Umax: 50 V

Strom Imax.: 50 mA

Generatorspannung: 10 V

Berechnung des Vorwiderstandes R V U Gspitzespitze = U G 1, 414 = 10V 1, 414 = 14, 14V

U RV = U GS U F (Diode) U RM = 14, 14V 0, 7V

R V (berechnet) =

(Diode) = 13,44V

U

RV

50mA

I

max

= 268, 8Ohm

R V (bestimmt) = 220Ohm + 47Ohm = 267 Ohm

Berechnung des Messwiderstandes RM U min = kleinster Ablenkfaktor maximale Bilschirmh¨ohe

R M =

U min

(Diode) = 40mV

50mA

(Oszi)

I

max

= 0, 8 Ohm

R M (bestimmt) = 1 Ohm

1.3.3 Widerstandsmessung

Es gibt mehrere Methoden, um einen Widerstandswert zu ermitteln. Man unterscheidet zwi- schen der indirekten und direkten Widerstandsmessung. Die indirekte Widerstandsmessung ist eine Messung mit anschließender Berechnung.

Die direkte Widerstandsmessung ist die ubliche¨

Widerstandswert abgelesen werden kann oder angezeigt wird.

Messmethode in einem Messger¨at, bei der der

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1 3 3a.jpg

1 3 3a.jpg Der Wert des Ohmschen Widerstandes wird am besten mit einem digitalen Vielfachmessger¨at (Multimeter)

Der Wert des Ohmschen Widerstandes wird am besten mit einem digitalen Vielfachmessger¨at (Multimeter) ermittelt, um Ablesefehler und Ungenauigkeiten zu vermeiden.

Indirekte Widerstandsmessung

Bei der indirekten Widerstandsmessung muss die am Widerstand anliegende Spannung U und den durch den Widerstand fließenden I Strom gleichzeitig gemessen werden.

R = U

I

Aus beiden Messergebnissen kann mit Hilfe des Ohmschen Gesetzes der Widerstandswert be-

rechnet werden.

1 3 3b.jpg

Gesetzes der Widerstandswert be- rechnet werden. 1 3 3b.jpg Direkte Widerstandsmessung Bei der direkten

Direkte Widerstandsmessung

Bei der direkten Widerstandsmessung wird nicht der Widerstand, sondern der Strom durch eine Reihenschaltung aus dem unbekannten WiderstandR X und einem bekannten Widerstand R V gemessen. Damit ein Strom fließt muss eine Spannungsquelle an der Reihenschaltung aus Strommesser, bekanntem und unbekanntem Widerstand anliegen. Die direkte Widerstandsmessung wird in Messger¨aten verwendet. Statt Stromwerten, wird auf der Skala (analoges Messger¨at) Widerstandswerte eingetragen. Gelegentlich trifft man auf Messwerke mit einer Skala, bei der der gr¨oßte Widerstandswert (unendlich Ohm) auf der linken Seite und der kleinste Widerstandswert (0 Ohm) abzulesen ist. Also genau anders herum, wie man es bei Strom und Spannung gewohnt ist. Das liegt daran,

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weil eigentlich ein Strom gemessen wird und beim kleinsten Widerstand der gr¨oßte Strom und beim gr¨oßten Widerstand der kleinste Strom fließt.

1 3 3c.jpg

¨

Widerstand der kleinste Strom fließt. 1 3 3c.jpg ¨ Ublicherweise sorgt die innere Beschaltung des

Ublicherweise sorgt die innere Beschaltung des Messbereichsschalters analoger Messger¨ate dafur,¨

dass die Polarit¨at der Messeing¨ange verdreht werden und so die Skala fur¨ Widerstandswerte in gewohnter Weise von links nach rechts vom kleinsten zum gr¨oßten Wert beschriftet ist.

Vor der Widerstandsmessung sind folgende Hinweise zu beachten:

In einer eingeschalteten Baugruppe kann man Spannungen, vielleicht auch Str¨ome, aber nie- mals Widerst¨ande messen. Geschweige denn andere Bauteile oder Leiterbahnen prufen.¨ Bauteile mussen¨ immer ausgel¨otet werden. Bei Leiterbahnen muss zumindest die Stromzufuhr unterbro- chen werden. Bei Widerstandsmessungen legt das Messger¨at eine kleine Spannung an den Widerstand an. Sind andere Bauteile in Reihe oder parallel geschaltet, dann wird das Messergebnis verf¨alscht, weil der Strom verschiedene Wege fließt. Außerdem kann die zus¨atzliche Spannungsquelle zerst¨ort werden.

Das zu messende Bauteil darf w¨ahrend der Messung nicht an eine Spannungsquelle an-

Spannung oder Strom den Widerstandswert

geschlossen sein, weil das Messger¨at uber¨ ermittelt.

Das zu messende Bauteil muss mindestens einseitig aus einer Schaltung ausgel¨otet werden. Ansonsten beeinflussen parallel liegende Bauteile das Messergebnis.