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Brustkrebs | Gesäugekarzinome bei Tieren

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 15.03.2008

Anders als gutartige Tumore der Brust bilden bösartige Karzinome Metastasen, die sich am liebsten in den Knochen ansiedeln, aber auch in Lunge
und Leber.

Zu früher Kontakt zu Kuhmilch und erhöhtes Brustkrebsrisiko

Knochenmetastasen bei Brustkrebs: Knochenmetastasen sind typisch für menschlichen Brustkrebs. Die Knochenmetastasen des Menschen bilden
sich einmal durch Auflösung der Knochen. Dabei sind Osteoklasten beteiligt. Das sind sehr große Zellen, die durch das Verschmelzen von Zellen zu
Synzytien entstehen. Sie können Knochensubstanz abbauen.

Die Bildung von Osteoklasten ist einerseits ein normaler Prozess, der zum Beispiel auch während Schwangerschaft und Stillzeit verstärkt stattfindet,
um Kalzium aus dem Knochen für den Säugling zu mobilisieren. Aber diese Knochenresorption findet auch verstärkt bei Brustkrebs und anderen
bösartigen Krankheiten, zum Beispiel einigen Viruserkrankungen statt, die mit einer Riesenzellbildung einhergehen.

Bei Brustkrebs siedeln sich im Knochen dann auch Brustkrebszellen an. Durch Bisphosphonate lässt sich der Knochenabbau hemmen, aber
möglicherweise nicht die Ansiedlung von Brustkrebszellen. Es sieht auch so aus, als würden die Brustkrebszellen die Osteoklasten in ihrer Tätigkeit
fördern.

Brustkrebs bei Versuchstieren

Wilde Katzen wie der Luchs scheinen dagegen keinen oder nur sehr selten Brustkrebs zu bekommen.

Knochenmetastasen bei der Katze

Beim Gesäugekarzinom der Katze findet man nicht nur regelmäßig Knochenmetastasen. Genau wie beim menschlichen Brustkrebs findet man
beim Gesäugekarzinom der Katze Riesenzellen, die wie Osteoklasten aussehen. Osteoklasten sind Zellen, die Knochen
abbauen. Knochenmetastasen durch Gesäugekarzinome sind bei Katzen so häufig, dass man bei lahmen älteren Katzen an Metastasen denken sollte.
(s.a. Osteoclast-like' giant cells in a feline mammary carcinoma (De Vico G 1997).
Hund

Wie Mensch und Katze entwickelt auch der Hund Brustkrebs mit Knochenmetastasen. Er hat aber außer dem bösartigen Brustkrebs zusätzlich auch
oft gutartige Brusttumoren. Und wichtig für den Brustkrebs beim Hund ist noch eine anderer Gesichtspunkt. Es gibt bei diesem Tier viele
Zuchtformen, die bekannte Hunderassen, die zum Teil durch eine unterschiedliche Produktion von Wachstumsfaktoren und Hormonen zustande
kommen. Auch diese Wachstumsfaktoren könnten die Entstehung der Brusttumore beim Hund beeinflussen. Da die Wirkung der
Wachstumsfaktoren auf Brustkrebs beim Menschen erst gerade erforscht wird, könnten wir von den Gesäugetumoren des Hundes viel über die
Entstehung von Brustkrebs beim Menschen lernen. Wichtig ist, dass Frauen mit Hundekontakt viel mehr Brustkrebs als andere Frauen oder solchen
mit Katzenkontakt haben. Daraus ergibt sich die Frage, kann man sich auch an infizierten Hunden anstecken?

Maus

Bei den Mäusen mit Brusttumoren, die als Tiermodelle für Brustkrebs verwendet werden, findet man kaum Lungenmetastasen und überhaupt keine
Knochenmetastasen, wie sie für menschlichen Brutkrebs typisch sind. Die Brusttumore bei Mäusen haben sehr viel mehr Ähnlichkeit mit gutartigen
Brusttumoren wie den Fibroadenomen. Dass gerade die Maus benutzt wird, um menschlichen Brustkrebs zu untersuchen, ist deshalb wegen der
leichteren Haltung zwar zu verstehen, führt in der Brustkrebsforschung aber immer wieder zu Irrtümern, die uns auf die Dauer teuer zu stehen
kommen werden.
Es gibt aber jetzt ein Maus-Brustkrebsmodel, das zumindest zu Lungenmetastasen führt, das Polyoma Middle T-Antigen basierte Modell, das
tatsächlich sehr interessant ist, weil es einen ganz wichtigen wenig beachteten Weg der Brustkrebsentstehung beleuchtet, die möglicherweise für die
Brustkrebsentstehung nötige Kooperation mit Blutzellen, deren Störung einen Behandlungsansatz bietet.

Brustkrebs bei Versuchstieren

Das neue Modell für lobulär-invasiven Brustkrebs mit Metastasen aus den Niederlanden: Dieses Modell wurde auf dem Cologne Spring Meeting
2008 vorgestellt.

Ratte

Ein Brustkrebsmodell mit hoher Interleukin-10-Produktion in der Ratte: Hill M 2007.

Bei Menschen zeigt ein hoher Interleukin-10-Spiegel in Brustkrebspatientinnen an, dass der Tod nahe ist. Das macht dieses Modell interessant.
Zootiere

Während der Brustkrebs bei wilden Tieren nicht bekannt ist, sieht das bei Zootieren genau wie bei Haustieren ganz anders aus.

Links

Frauchen Brustkrebs
Interleukin-10 und Rapamycin

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20071028085856/http://www.erieping.de/bktier.htm