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Ein kleiner Ratgeber: Thrombose vorbeugen und behandeln.
Ein kleiner Ratgeber: Thrombose vorbeugen und behandeln.

Ein kleiner Ratgeber:

Thrombose vorbeugen und behandeln.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie haben diese Broschüre aufgeschlagen, weil Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bei Ihnen eine Tiefe Venen- Trombose festgestellt hat oder Ihnen aufgrund einer Knie- oder Hüftgelenkersatzoperation eine Thrombose-Prophylaxe verschrieben wurde. Viel- leicht aber auch, weil ein Mensch, der Ihnen wichtig ist, erkrankt ist und Sie sich über diese Erkrankung informieren möchten.

Thrombosen sind Blutgerinnsel, die sich grund- sätzlich in allen Blutgefäßen bilden können. Am häufigsten treten sie jedoch in den tiefen Bein- und Beckenvenen auf. Diese Broschüre möchte vor allem über das Risiko bei Beinvenen-Thrombosen informieren. Sie erfahren auf den folgenden Seiten aber auch, wie Sie sich mit Hilfe Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes aktiv schützen können.

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So gibt es heute gute Möglichkeiten in der Vor- beugung und Behandlung von Thrombosen. Diese Broschüre gibt Ihnen einen ersten Eindruck – sie ersetzt aber keinesfalls ein persönliches Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt!

Weitere Informationen finden Sie natürlich auch im Internet auf: www.gegen-thrombose.de

Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt! Weitere Informationen finden Sie natürlich auch im Internet auf: www.gegen-thrombose.de

Was ist eine Thrombose?

Das Wort Thrombose zählt zu den medizinischen Begriffen, die fast jeder schon einmal gehört hat. Der Begriff stammt aus der Antike; das altgriechische Wort „thrombós“ bedeutet „Pfropf“. Unter einer venösen Thrombose versteht man den Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Am häufigsten sind die tiefen Bein- und Beckenvenen betroffen. Es ist nicht nur die Thrombose selbst, sondern auch ihre Folgen, die zur Erkrankung führen können.

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Alles im Fluss:

Blutzellen, die ungehindert durch ein Blutgefäß fließen

Thrombosen, die am häufigsten in den Beinvenen entstehen, können zum einen das Gewebe des betroffenen Beines schädigen. Zum anderen kann sich das Blutgerinnsel lösen und mit dem Blutstrom fortgeschwemmt werden. Gelangt das Gerinnsel zur Lunge und verstopft dort ein Blutgefäß, spricht man von einer Lungenembolie. Dabei handelt es sich um eine lebensgefährliche Komplikation, die schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Eine Lungenembolie zu vermeiden, hat deshalb für Ärzte höchste Priorität. Es gibt Situationen, bei denen das Risiko, eine Thrombose zu erleiden, be- sonderes hoch ist. In diesen Situationen ist eine Thrombose-Prophylaxe empfehlenswert. Patienten, die eine akute Thrombose haben, sollten umgehend behandelt werden.

Mehr zum Thema Risikofaktoren und Lungenem- bolie finden Sie im Kapitel „Welche Risikofaktoren gibt es?“ bzw. im Kapitel „Welche Folgen kann eine Thrombose haben?“.

im Kapitel „Welche Folgen kann eine Thrombose haben?“. 05 Oberer Bereich (proximal) Typische Stellen, an denen

05

Oberer Bereich

(proximal)

kann eine Thrombose haben?“. 05 Oberer Bereich (proximal) Typische Stellen, an denen Bein- venen-Thrombosen auftreten

Typische Stellen, an denen Bein- venen-Thrombosen auftreten können

Unterer Bereich

(distal)

05 Oberer Bereich (proximal) Typische Stellen, an denen Bein- venen-Thrombosen auftreten können Unterer Bereich (distal)

Wie entsteht eine Thrombose?

Blutgerinnung schützt den Körper Blutgerinnsel entstehen dadurch, dass das Blut verklumpt. Wir alle kennen das von kleinen Wun- den wie z. B. Schnittwunden: Die Wunde hört schnell auf zu bluten, da das Blut verklumpt und eine schützende Kruste bildet. Die Wunde heilt ab. Die für die Heilung so wichtige Gerinnung kann aber dann zu ernsthaften Komplikationen führen, wenn sie innerhalb der Blutgefäße stattfindet. Denn: Blutgerinnsel, die sich hier bilden, können in die Lunge wandern und dort eine Lungenembolie verursachen.

Drei Hauptfaktoren tragen zu einer Thrombose- bildung bei:

Verlangsamung des Blutflusses

(z. B. ruhigstellende Verbände, Bettlägerigkeit)

Verletzungen der Gefäßwand (z. B. bei Operationen)

Veränderungen im Blut

Die Blutgerinnung sorgt dafür, dass Wunden abheilen.

Mehr zu den Risikofaktoren erfahren Sie im Kapitel „Welche Risikofaktoren gibt es?“.

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Gesunde Venenklappen und Muskelpumpe sind von großer Bedeutung Der Rückfluss des Blutes über die Beinvenen wird durch die Venenklappen und die Muskelpumpe gefördert. Bei den Venenklappen handelt es sich um taschenförmige Ausstülpungen der Gefäß- innenwand, die wie eine Art Rückschlag-Ventil funktionieren. Sie lassen das Blut nur in eine Rich- tung, nämlich zurück zum Herzen fließen.

Das Venenklappensystem wird durch die Muskel- pumpe unterstützt. Zieht sich die Fuß- und Bein- muskulatur zusammen, wird Druck auf die Venen ausgeübt und das Blut zum Herzen hin gepresst. Durch die Bewegung der Muskeln wird der venöse Blutstrom unterstützt.

Viele Reisende kennen das Anschwellen der Beine während eines längeren Fluges – die Muskelpumpe wird dann durch das lange Sitzen beeinträchtigt. Besserung tritt ein, wenn man aufsteht und sich bewegt – die Muskelpumpe wird wieder aktiviert.

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Venenklappe – eine Art Rückschlag-Ventil

Richtung des Blutflusses zum Herzen hin

Rückschlag-Ventil Richtung des Blutflusses zum Herzen hin V e n e Venenklappe Lokalisation und Entstehung einer
Rückschlag-Ventil Richtung des Blutflusses zum Herzen hin V e n e Venenklappe Lokalisation und Entstehung einer

Vene

Venenklappe

Lokalisation und Entstehung einer Tiefen Venen-Thrombose und Lungenembolie

Lungen-

embolie

Tiefe

Beinvenen-

Thrombose

Embolisierung und Entstehung einer Tiefen Venen-Thrombose und Lungenembolie Lungen- embolie Tiefe Beinvenen- Thrombose Thrombus

Thrombus

einer Tiefen Venen-Thrombose und Lungenembolie Lungen- embolie Tiefe Beinvenen- Thrombose Embolisierung Thrombus

Wie lässt sich eine Thrombose erkennen?

Symptome selbst erkennen Folgende Beschwerden können ein Anzeichen für eine Tiefe Venen-Thrombose sein. Bitte kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bemerken:

ein geschwollenes Bein mit Schwere- und/oder

Spannungsgefühl. In seltenen Fällen sind beide Beine betroffen.

Schmerzen können ebenfalls auftreten. Diese

fühlen sich meist wie ein Muskelkater an. Häufig handelt es sich um einen Druckschmerz an der Wade und/oder an der Oberschenkelmuskulatur sowie Fußsohlenschmerz.

Überwärmung oder Blaufärbung der Haut am herabhängenden Bein

oder Blaufärbung der Haut am herabhängenden Bein Leider werden viele Thrombosen gar nicht be- merkt, da

Leider werden viele Thrombosen gar nicht be- merkt, da sie oft auch ohne Beschwerden (asymp- tomatische Thrombose) auftreten.

Mehr zu den Risikofaktoren im Kapitel „Welche Risikofaktoren gibt es?“.

Das Hochlegen der Beine lindert schnell einige Symptome –

Diagnosemöglichkeiten beim Arzt Bei Verdacht auf eine Thrombose können Ärzte mit folgenden Untersuchungen feststellen, ob sich ein Gerinnsel gebildet hat:

Kompressions-Sonographie: Diese Ultraschall-

untersuchung wird am häufigsten angewandt. Mit dem Schallkopf des Geräts drückt der Arzt auf die Vene und prüft so, ob sie „frei“ ist oder ob eine Thrombose besteht.

Farbdoppler-Sonographie: Hier handelt es sich

ebenfalls um ein Ultraschallverfahren. Die Blut- ströme werden farblich dargestellt.

Computertomographie und Magnetresonanz-

tomographie können auch Anwendung finden.

Phlebographie: Diese Methode wird angewandt, um Gefäßverläufe und Strömungsverhältnisse darzustellen. Ein Kontrastmittel wird in eine Fuß- rückenvene gespritzt. Diese Methode wird selten eingesetzt.

D-Dimere sind bestimmte Abbauprodukte, die

während der Entstehung und Auflösung von Blut- gerinnseln gebildet werden. Sie können im Blut nachgewiesen werden (Labortest). Im persönlichen

 

Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt lassen sich Fragen

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am besten klären.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Welche Risikofaktoren gibt es? Wer sein Risiko kennt, ist der Erkrankung einen Schritt voraus! • Venenschwäche
Wer sein Risiko kennt, ist der Erkrankung einen Schritt voraus! • Venenschwäche / vorbestehendes Krampfaderleiden
Wer sein Risiko kennt, ist der Erkrankung
einen Schritt voraus!
• Venenschwäche / vorbestehendes Krampfaderleiden
• Große Operationen oder schwere Verletzungen
• Krebserkrankungen
• Längere Bettruhe oder Ruhigstellung
• Schwangerschaft und Wochenbett
• Einnahme bestimmter Medikamente
(z. B. Antibabypille, Hormonersatztherapie
in den Wechseljahren)
• Angeborene oder erworbene Blutgerinnungsstörungen
• Übergewicht
• Alter über 40 Jahre
• Vorkommen von Thrombose / Embolien in der Familie
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Große Operationen an den Beinen Größere orthopädische Operationen am Bein, z. B. das Einsetzen einer
Große Operationen an den Beinen Größere orthopädische Operationen am Bein, z. B. das Einsetzen einer

Große Operationen an den Beinen Größere orthopädische Operationen am Bein, z. B. das Einsetzen einer Hüft- oder Kniegelenkpro- these, stellen im Hinblick auf die Thrombose ein hohes Risiko dar. Zum einen handelt es sich dabei um große operative Eingriffe, zum anderen ist damit eine Phase der Bewegungseinschränkung verbunden.

Welche Folgen kann eine Thrombose haben?

Lungenembolie In Deutschland erleiden jährlich ca. 40.000 Menschen eine Lungenembolie. Die Lungen- embolie gehört zu den Folgen einer Thrombose, die am gefährlichsten sind, denn sie kann sogar tödlich enden. Sie minimieren das Embolierisiko, wenn Sie, soweit erforderlich, die Thrombose- Prophylaxe gewissenhaft einhalten bzw. auf die Anzeichen einer Thrombose reagieren (Kapitel „Wie lässt sich eine Thrombose erkennen?“). Kommt es jedoch erst einmal zu einer Lungen- embolie, ist schnelles Handeln gefragt.

Bei der Lungenembolie

ist schnelles Handeln gefragt. Bei der Lungenembolie kann die Atemfunktion beeinträchtigt werden. Symptome einer

kann die Atemfunktion beeinträchtigt werden.

Symptome einer Lungenembolie Bitte wählen Sie bei folgenden Anzeichen um- gehend 112 und rufen Sie den Rettungswagen:

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- beschleunigter Puls, Herzrasen, Angstzustände, - - - Schweißausbrüche Atemnot Blutdruckabfall Schmerzen im -
- beschleunigter Puls,
Herzrasen,
Angstzustände,
- - - Schweißausbrüche
Atemnot
Blutdruckabfall
Schmerzen
im
- - - Brustbereich
(evtl. Bluthusten)
Husten
Schockzustand
Fieber
Atemnot Blutdruckabfall Schmerzen im - - - Brustbereich (evtl. Bluthusten) Husten Schockzustand Fieber
Postthrombotisches Syndrom Dieses tritt vor allem nach Thrombosen im Ober- schenkel auf und beruht auf
Postthrombotisches Syndrom
Dieses tritt vor allem nach Thrombosen im Ober-
schenkel auf und beruht auf einer bleibenden
Beschädigung der tiefen Venenklappen. Dadurch
kann die Vene das Blut nicht vorwärtstreiben und es
kommt zum Rückstau des Blutes. In der Folge
findet eine Umleitung des Blutes in die oberfläch-
lichen Venen statt und Krampfadern können sich
entwickeln. Zusätzlich kann es zu einer Schwellung
und einer meist braunen Verfärbung der Haut
kommen. Schließlich kann ein Geschwür am Unter-
schenkel (Ulcus cruris) entstehen.

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Geschwür am Unter- schenkel (Ulcus cruris) entstehen. 13 Wer gut informiert ist, kann im Ernstfall schnell

Wer gut informiert ist, kann im Ernstfall schnell reagieren.

Prophylaxe und Behandlung:

Welche Möglichkeiten gibt es?

Prophylaxe nach der Operation:

Spritze oder Tablette sorgt für Schutz Jeder, der einmal im Krankenhaus operiert wurde, kennt das wahrscheinlich: Nach der Operation ver- abreicht die Schwester eine Spritze. Dabei handelt es sich meist um ein Heparin, einen Wirkstoff, der das Blut verdünnt und damit einer Thrombose vor- beugt. Nach größeren Operationen gehört die Thrombose-Prophylaxe zur klinischen „Grundver- sorgung“.

Aus gutem Grund, denn auf diese Weise kann das Risiko gefährlicher Komplikationen erheblich ge- senkt werden. Seit einiger Zeit gibt es neben der Spritze auch Medikamente, die als Tablette einge- nommen werden können. Diese Tabletten werden derzeit jedoch ausschließlich nach Einsatz neuer Hüft- oder Kniegelenke verabreicht.

Damit diese aber auch richtig wirken, ist es sehr wichtig, sie regelmäßig und nach Anweisung des Arztes einzunehmen.

Prophylaxe nach der Operation:

Nicht medikamentöse Therapien So einfach es erscheinen mag: Eine wichtige vor- beugende Maßnahme ist die frühzeitige Mobili- sierung, d. h. die körperliche Aktivierung. Mancher soeben erst operierte Patient wird sich fragen, wa- rum man ihn schon am Tag danach zum Aufstehen bewegt. Ziel dieser Maßnahme ist eine aktive Thrombose-Prophylaxe.

Weitere wichtige Maßnahmen sind Kompres- sionsverbände bzw. das Tragen von Kompressions- strümpfen. Durch den äußeren Druck (Kompres- sion), den diese ausüben, unterstützen sie die Muskelpumpe. Auch wenn sie oftmals als lästig oder unbequem empfunden werden: Kompressions- strümpfe sind ein unterstützendes Mittel zur Vor- beugung und Behandlung von Thrombosen.

Ihr Arzt wird über die Art und den Zeitraum der weiteren Maßnahmen entscheiden.

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Behandlung einer bestehenden Thrombose: Die Behandlung bestehender Thrombosen zielt vor allem darauf ab, Folgeerkrankungen

Behandlung einer bestehenden Thrombose:

Die Behandlung bestehender Thrombosen zielt vor allem darauf ab, Folgeerkrankungen wie zum Beispiel eine Lungenembolie zu verhindern. Hier stehen heute gute Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Entscheidend für den Erfolg einer Behandlung ist allerdings, dass Sie sich genau an die Therapieanweisung halten.

Kompressionstherapie: Kompressionsstrümpfe und Venenverbände sorgen dafür, dass sich die Venen- klappen wieder schließen und der Blutkreislauf in Gang kommt. Eine Kompressionstherapie kann die Entstehung eines Postthrombotischen Syndroms verhindern.

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Gute Therapien geben Grund zu Optimismus.
Gute Therapien
geben Grund
zu Optimismus.

Thrombose-Prophylaxe und -Behandlung:

Welche Medikamente gibt es?

Seit über 80 Jahren werden zur Prophylaxe und Behandlung Tiefer Venen-Thrombose blutver- dünnende Therapien eingesetzt. Fazit: Neben Heparinen und Vitamin-K-Antagonisten kommen

heute zwei neue wirksame Substanzklassen zum Einsatz, die bestimmte Gerinnungsenzyme im Blut „blockieren“ (Faktor-Xa-Hemmer und Thrombin- hemmer). Hier eine kurze Übersicht:

1930er 1950er Frühe 1980er Heparine Vitamin-K-Antagonisten Niedermolekulares (Spritze/Infusion) (Tabletten zum
1930er
1950er
Frühe 1980er
Heparine
Vitamin-K-Antagonisten
Niedermolekulares
(Spritze/Infusion)
(Tabletten zum Einnehmen)
Heparin
(Spritze)
Faktor-Xa-Hemmer
blockieren das Gerinnungsenzym
Faktor Xa.
Thrombinhemmer
blockieren das Gerinnungsenzym
Thrombin (Faktor IIa).
Späte 1980er/90er
Natürliche/Synthetische
Indirekte Xa-Inhibitoren
Direkte
Thrombininhibitoren
(Spritze)
(Spritze/Infusion)
2000er
Direkte Xa-Inhibitoren
Direkte Thrombininhibitoren
(Tabletten zum Einnehmen)
Apixaban (Prophylaxe)
Rivaroxaban (Prophylaxe und Behandlung)
(Kapseln zum Einnehmen)
Dabigatran (Prophylaxe)

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Thrombose-Behandlung:

Was sind Cumarine (Vitamin-K-Antagonisten)?

Die Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten erfordert – neben der regelmäßigen Tabletteneinnahme – auch eine kontinuierliche Überwachung der Gerinnung, des INR-Werts (internationalisierte normalisierte Ratio), früher des Quick-Werts. Welche Therapie für den einzelnen Patienten am besten geeignet ist, entscheidet der Arzt individuell nach einer sorgfältigen Abwägung von Nutzen und Risiko.

Bestimmte Nahrungsmittel können die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten beeinflussen.

Um einen Schutzeffekt zu erreichen, wird ein INR von 2–3 angestrebt. Wird die Gerinnung stärker gehemmt, steigt das Risiko, dass es zu Blutungen kommt. Wird die Gerinnung zu wenig gehemmt, steigt das Thromboserisiko. Um das zu verhindern, wird die INR regelmäßig kontrolliert. Jeder Mensch reagiert anders auf die Einnahme von Vitamin- K-Antagonisten und benötigt eine individuelle Dosierung.

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Hier gibt es einige Faktoren, die die Wirkung der Vitamin-K-Antagonisten beeinflussen und daher berücksichtigt werden müssen:

die Einnahme bestimmter Medikamente

Nahrungsmittel mit hohem Vitamin-K-Gehalt,

zum Beispiel: Blattsalat, Blumenkohl, Bohnen, Broccoli, Petersilie, Endivie, Feldsalat, Kopfsalat, Linsen, Mangold, Porree, Rosenkohl, Rotkohl, Sauerampfer, Schnittlauch, Spinat, Wirsing, Zwiebel …

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Fazit: Die Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten bietet Schutz, erfordert jedoch einen hohen Aufwand und ein hohes Maß an Disziplin.

Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten bietet Schutz, erfordert jedoch einen hohen Aufwand und ein hohes Maß an Disziplin.

Tiefe Venen-Thrombose-Behandlung:

Wie sehen die neuen Therapien aus?

Wie sehen die neuen Therapien aus? Direkte orale Faktor-Xa-Hemmer Seit Kurzem gibt es zur
Direkte orale Faktor-Xa-Hemmer Seit Kurzem gibt es zur Behandlung von Thrombosen eine wirksame Alternative zu
Direkte orale Faktor-Xa-Hemmer
Seit Kurzem gibt es zur Behandlung von Thrombosen
eine wirksame Alternative zu Vitamin-K-Antagonisten:
Einen Faktor-Xa-Hemmer.
Seine gerinnungshemmende Wirkung hat der Faktor-
Xa-Hemmer bereits bei anderen Erkrankungen unter
Beweis gestellt. Eine routinemäßige Kontrolle der
Gerinnung ist nicht mehr notwendig. Ein Fortschritt,
der Betroffenen den Alltag erheblich erleichtern kann.
Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über
die für Sie geeignete Therapie-Möglichkeit.

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Was kann man selbst tun? 1

Es gibt einige Grundregeln, wie man Thrombose vermeiden kann. Nachfolgend finden Sie wichtige Empfehlungen, mit denen man aktiv der Bildung von Beinvenen-Thrombosen entgegenwirken kann.

Beherzigen Sie den Merkspruch SSS-LLL : S itzen

und S tehen ist S chlecht – L ieber L iegen oder

L aufen.

Treiben Sie möglichst oft und regelmäßig Sport. Günstig sind Laufen, Walken, Schwimmen oder auch Radfahren.

Halten Sie Ihr Gewicht unter Kontrolle, denn

Übergewicht belastet die Venen, aber auch das Herz und den Kreislauf.

Übungen zur Aktivität der Muskel-Venenpumpe 1 Nach einer Verletzung oder Operation sollten Sie sich so früh wie möglich bewegen. Aktive Bewe- gungsübungen helfen, die Muskeln zu aktivieren und die Venen in den Beinen zu trainieren. Bewe- gungen der Muskeln von den Fußsohlen bis zu den Oberschenkeln unterstützen die Venen bei ihrer Arbeit, das Blut zu pumpen. Diese „Muskel- pumpe“ ist die stärkste Antriebskraft für Ihre Venen. Auch wenn Sie einen Verband oder einge- gipste Gliedmaßen haben, gilt grundsätzlich: Alle freien Gliedmaßen dürfen bewegt werden!

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einen Verband oder einge- gipste Gliedmaßen haben, gilt grundsätzlich: Alle freien Gliedmaßen dürfen bewegt werden! 20
1. Übung: Zehen beugen und strecken 1 Sie liegen auf dem Rücken, die Arme locker
1. Übung: Zehen beugen und strecken 1 Sie liegen auf dem Rücken, die Arme locker

1. Übung: Zehen beugen und strecken 1 Sie liegen auf dem Rücken, die Arme locker neben dem Körper, die Fußspitzen zeigen nach oben. Beugen und strecken Sie nun Ihre Fußspitzen. 15 Wiederholungen.

2. Übung: Ferse und Spitze rollen 1 Sie sitzen auf einem Stuhl und stellen Ihre Füße flach auf den Boden. Heben Sie die Fußspitzen beider Füße an und drücken Sie dabei die Fersen fest auf den Boden. Kurz halten, danach beide Füße mit Druck auf die Zehenspitzen abrollen und die Fersen an- heben. 15 Wiederholungen.

Wichtig:

Diese Übungen können Sie mehrmals täglich durchführen, je öfter, desto besser. Fragen Sie in Ihrer Arztpraxis, welche Übungen Ihnen außerdem noch helfen können.

Copyright:

1 Patienteninformation „Tiefer Venenthrombose vorbeugen“, Hrsg. Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de), Version 1.0, Juni 2010

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Weitere Fragen?

Diese Broschüre gibt nur einen kleinen Einblick in das Thema Venen-Thrombose. Sie kann das persön- liche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt – Sie haben außerdem die Möglichkeit, unsere kostenfreie Bayer Service-Nummer anzurufen oder unsere Internetseite zu besuchen:

Kostenfreie Service-Nummer:

0800 – 927 35 86 (8 –18 Uhr an Werktagen) www.gegen-thrombose.de

zu besuchen: Kostenfreie Service-Nummer: 0800 – 927 35 86 (8 –18 Uhr an Werktagen) www.gegen-thrombose.de 22

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Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Bayer Vital GmbH Kostenfreie Service-Nummer:

0800 – 927 35 86 (8 –18 Uhr an Werktagen) www.gegen-thrombose.de

Praxisstempel

Service-Nummer: 0800 – 927 35 86 (8 –18 Uhr an Werktagen) www.gegen-thrombose.de Praxisstempel Art. Nr. 80756577