Sie sind auf Seite 1von 22

GASSCHUTZ UND LUFTSCHUTZ

nllllllllllllm~1I1I1I1I1II1II1II1II1II1II11I1I1I1I11II11II11II1II1111I11111I11II11II1I1I1I1I1I1II111I1I1111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111U1IH 111111111111 11111111111111111111111111I1111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111nlllllllllllßlIIIIIIIIIIIIIIII111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111


14. JAHRGANG NR.5, 5.77 - 98 MAI 1944

I" "amtlichen Aufsätzen handelt es sich um die persönlichen Ansichten der Verfasser und nicht um Anschauungel/
amtlicher Stellen

Unz~ ,·stör bare Kulturniächte


Gu sta\' L(~ ut e ritz , Drr sden

..Di l' Nacht scheint ti ef h crein: /I .• illk ell. das hul turb ewuß tse in lebendi g. Der im Goeth e-
. llI pi1/. hn ! lIll ern l euci ltc l lt ell e.~ [ ,i C'ht."
~c h e n B egTiff . Ge b~ld ete wei~ ,
daß e. unabhängig
Go eth e, .,Paust" J I. 1s t von d en SInnbIl dern. WH' pflanzen sein Ban -
\Vel1 l1 ein er in Iüiegs wirren vor den Trüm- n er noch zwisch en Ruin en au f, spielen Theater
mern sein er Habe steht, beschl eicht ihn wohl un d geben Konzerte in improvisiert en kl einen
Zuer s t ein Gr auen vor de n entfesselte n Krä ft en Vors tadtsälen , Maschin enh a ll en und Ba r ack en-
d~r Ven\·ü stung. Er s ieh t I{ulturwerte, Ergeb- r äumen, die es s ich ni cht träum en li eß en , einmal
l1.I sse m en chli ch en F leiß es, in Schutt s inken, "Mei ·ters in ger "-Klän ge und B eetboven-B ekennt-
S I ~ht di e s innlose Zer s törun g teurer Ba u denl< - ni sse zu vern ehm en.
maler un d Ge istes. tätte n. die k ein e militäri sch e Der Kulturhun ger teckt UI1 S im B lut e. Er i ~t
Bedeutung hatten un d doch vom fein dl ich en ein Imp ul s, ein fein er . h ell er In s tinkt. der un-
Bombenwurf für den Untergang ause r. eh en \,"ur- se r er Rasse inn ewohnt, er is t der Ade lsbri ef des
den, so daß s ich ihm das H erz zusammenkram pft "guten E uropäer " , w ie Ni etzsch e so lch e Men -
bei der VO l'stellun g-, die ged iegen e, ehrwürdige sch en nannte, die .Verpfli chtun g fühl en für di e
Kulturwelt Eur opas k önnte in Flammen a uf- Gesamth eit des auf un s üb erkommenen Ge is tes-
geh en und nur no ch Asch e. Geröll und Ruin en gutes. Nur üb er sätti g te, ni edergeh ende Völk er
h~nterl assen . In der Tat bl eibt k ein er von di esen verba nn en ihre Kultur in Museen und Biblio-
~Indrüc k en un erschüttert. der Verantwortung in th ek en, wo ie a llmähli ch er s tarrt und ver s taub t.
SIch fühlt für D a u e run d F 0 r tb e s ta n cl \Vir a ber lasse n un ser L eben von ihr durch-
des abend l änd i sc h e n I{ulturb e- drin gen wie von einem Sauerteig. Darum kann
w.u ß t se i n s. Ihn be\\'cgt di e bohren de Frage: sio nicht dw'ch Bom bendetonation erl ösch en. wie
WIe erh a lten un d entwi ck eln wir das un s von ~c hm erzli c h der Einzelverlus t a n s ichtb aren
den Ahn en anvertraut e Geis teserb e, \\'enn groß e K~ltursch ätzen a u ch imm er ~e i n mag. D e n n
Teil e sei n er Urkun de n, Sinnbilder un d Mahn- d I e Wech se lr ede de r Gei t e l' vo ll -
mal e ni ch t mehr si nd? Bed eutet di e barbarisch e z i e h t s i c hi nun se I' e rB I' u s t · s ie wird
Zertrümm erun g der Kulturs tätten. der Bibli o- ni cht einm a l durch un ser en Tod unt~ rbro chen.
theken, Museen , Th eater. Kirchen. der Ateli er s. da. wir s ie. ein er un s terbli ch en Stafette gleich .
Laboratori en und Di chtel'\\'erk s tätte n ni ch t üb er- weüergeben an un se re Söhn e. Freund e und
haupt das Erlösch en j en es magisch en Leu cht- Schül er .
kreises, d en ",ir d en "abendländi sc h en" n enn en. DeI' vom I< a ukas u ,; ni eder s teigende Prometheus
der So vi el Li cht in di e We lt sandte. und dem die der Gri ech en. der im Od enwa ld fa ll en de Sieg-
,. ~ u e W elt" jen seits des Atlantik vergleich s- fri ed der Germ anen s ind un s mehr als bloße
WeIse ni cht s ähn li ch es a n d ie Seite zu s tell en Sagen fi guren. Sie sin d Gestalt ym bole jener un-
hat? Is t dies das Ende? zerstö I'ba r en Mächte in un s. Die erhaben en
Ich w eiß ni cht, ob man s ich .. drüben" übeJ'- Gleichni sse der "I1i as". der Go eth esch en "Iphi-
h~upt ein mal da rüb er Ged a nk en gemacht h at, genie", de.· "Brandenburgi ch en Konzerts" Bach s.
~VI e verÖdet un ser Er db a ll wäre. b esäß e er ni cht der Phil osophi en Sch openhau er s und Nietzsch es
Jene erh abene Sph äre. di e von Platon bi s Bach oder des Wagnersch en ,.Tris tan " h a b en trotz der
Und Goethe. von P rax itele. bi s R embrandt. ha r ten Prüfun ge n di e~es Kri eges eh er no ch an
Dürer und Caspal' David Fri ed ri c ~ r eicht. De!f1 Stra hlkraft gewonnen . Sie verbürgen un s den
Deutschen jed enfa ll s . ri er ohn e dIe Metaph ~slk Fortbes tand deI' ab endl ändisch en Kultur weil sie
der groß en Denker . Kün st ler und Fo rsch er m cht un, nicht totes Mu ~eum sgut. sondern lebendigste
l e~en mag, is t ein e Exi s tenz a uß el'halb sein es GeI s tesgege nwa rt smd . Das B e w u ß t se i n um
grI echi sch-germani sch en Kulturb ewußtsein s un- un s e r e K u I t u r wer t e - wir sagten es
de.nkbar. Hi eraus sch öpft er , m ittelba r oder un- schon - i ~t u n a b h ä n g i g von d e n Si n n -
nlittelb a r, sein e seeli sch e Kraft, die seine Taten b i I der n . W enn un s Fein dmächte aus der
b eflü gelt und die W elt e l'~ t aun en m acht. Hi er ist F r emdh eit ihres We sen s h erau s W erk e der Kul -
G eine h Öh er e H eimat. di e 'sein em L eben Sinn un d tur zers tören (Ba u den km ä ler , Kults tätten Ur-
ewicht verl eih t. Und darum eben fragt er sich . chriften. Partituren, Ers tdru ck e. teure SY~bol e
aUch besor gt : was bl eibt ? Gera de w eil wir ni cht wie Goeth es Fran kfurter Geburtsh au s), s o ist das
h~hm e rz l os un d fatali s ti. eh die Verwü stun gen in j edem Fall e ein schm erzli ch er Verlust und im
Inn ehm en, wi sse n wir a u ch um jen e a nd er e einz eln en a u ch un er etzbar . k ein es falls aber
trOs tli ch e R egun g in un oerem W esen , wi ssen wir gleichb edeutend mit ein er Vern ichtun g un seres
~~ den Stolz auf un ser e drei tau sendj ähri ge I<ultw'will en s. Der k önnte er st dann zerbrechen.
k eIs tesfolge. die ni c h t v e r I 0 I' e n s ei n wenn es den fremden Gewalten gelänge, sich
a n n, s o l a n g e wir un s se I b s t n i c h t jener Geis tessch ätze zu bem äch tige n und un s zu
"e r I i e r e n' Denn i n un s, ni cht außer un s ist untel'werfen . Dann er st wären un s di e Voraus-

7'7
se tzuugen zum Wieder a ufbau des Zer störten ge - FOl'sch ungsarbeit a uf eine wahnwitzige W eise
nomm en . Solange der Deutsche in frei er Selbst- dem H eil der Völker (Kultur k ommt immer
bestimmun g atmet, so lange atmet mit ihm die a I I e n zugute, au ch den F ein den ) verloren gin -
hoh e und edl e Macht des ab endländi sch en Gei- ge n, selbst di ese Ta tsach e kann und darf un :,;
s tes, und wir könn en im mer wied er dort an- nicht beirren in der überzeu gung, da ß der
knüpfen , wo wir die für die \Velt segensrei ch e D e u t s ehe Dom e tü r m t, so l a n g e se i n e
Arb eit 1939 unterbrech en muß ten. Gottlob sind H ände ni c ht in F esse ln ge sc hl age n
bedeutende Kulturd okumente dem Terror aus wer den. Das Ab endl a nd is t uns Europäern
der Luft entzogen und sich ergestell t worden . kein geogr aphi scher Begriff , sondern ein Glau -
Selbs t dil~ Tatsach e, <laß hier und da Keimzell en ben sbekenntni ::; zu den unver siegbaren Quellen
der Kultur, nämlich die häuslichen W erk s tätten un ser er hohen Herkünfte. Diese Quell en aber
ei er Kün s tl er und Gelehrten , vernichtet wurden sprin ge n ni cht in de n Ruin en. so nd ern in unserer
und damit Manus k r ipte. Enhvürfe, jahrelange Brus t.

Der Platz des Luftschutzleiters einer We hrmachtanlagt-


während des Luftangriffs
Oberstleutnant Theo dor Th e i ~ se n , Hee res luftschutzschu1e. Pots dcllll
"W a rum muß d e r Lu f t sc hut z l e i t e r gebung sichern oder wenigs tens erl eichter n. In
von "L 15" an bi s zur E n t wa r nun g der Befehl sstell e ist er, wenn die F ern sprechv er -
oder minde s tens bi s zur Vorent - bindung versagt, auch von dem ungeübten Mel-
warnung in s einer B e f e hl s ste ll e der leicht a ufzufind en , und dort kann er seine
sei n , war u: m so l Iod e rd a r f ern i ·c h t Entschlüsse unb eeinftußt von allen äuß er en Vor-
hin au s, um s ich von der Lag e se I b s t gängen fassen.
zu üb e r z eu gen?" Diese Frage wurde bis- Der LS.-L eiter k omm t, wel1n er die Befehl s-
her beina h e in jedem der 200 Offz. - L ehr- stell e verläßt, um den Ein satz seiner Leute selbs t
gänge in der HLS. gestellt. "G i b t es e in e zu leiten , in Verhältnisse, die ihm seine Tätigk eit
Vor sc hrift hi e rfür ode r eine Ver- nur ersch weren, da ihm a lle die oben erwähnten
fügun g ?" Hilfsm ittel fehl en . Selbst wenn er di ese durch
Es i5t begreiflich , daß die Mehrzahl der vorh er einen Stab von Meld ern zu er setze n versucht, so
an der Front eingese tzt gewesen en Offiziere, die gefährd et er vor a llem das L eben seiner Leute.
dort als Führer größerer oder kleinerer Ein- ohne einen diesen Einsatz r echtfertigenden
heiten die H andlun gen ihrer Truppe in jeder größeren Erfol g zu erzielen.
Phase des Kampfes beobachten und hiernach Dem Führer ein er Einheit im Felde steht ja
ihre Befehle erteilen konnten, das Verlangen h at, wohl ka um einma l ein a u ch nur annäh ernd so
auch die ihnen n eu auferlegte Tätigk eit a ls LS .- gesi ch erter und a u sgestatteter Gefe chtsstand zur
Leiter nach den Gepflogenh eiten des Frontfüh - Verfügun g, so daß ihm schon k ein e andere Wahl
rers auszuüben . Der soldatisch e Führer sieht bleibt als der größ er e Ein satz von Leb en und
seine Anwesenh eit - mit Recht '- als förd ern- Gerät, um s eine Aufgabe zu erfüllen. Ab er was
den Faktor bei jedem Einsatz an. Er verspricht den LS.-Leiter im Einsatz ganz w esen tlich von
sich einmal einen Erfolg im Ansporn, den sein e dem Führer ein er Truppe im Felde unt er scheidet.
persönliche Anwesenh eit im Einsatz mit sich is t der Umstand . daß die Front im Felde im
bringt, zum anderen h ebt es seine Verantwor- Regelfa ll e bewegli ch ist , so daß nur die dauernde
turigsfreude , si ch im An griff auf di e selbst er- Beobachtung und das for twäh rende Erkennen
kannte Lage einstellen und schnelle Entschei- der Lage dem Truppenführer üb erhaupt er st die
dungen treff en zu können, deren Erfol g er eben- Unterlagen für seine Entschlüsse geb en , während
falls - wie an der Front - ' beobachten k ann . - die .,Front" des LS.-Leiters immer gleichbleibt.
Aber gerad e hi erin liegt schon der er s te Irrtu m. d. h . kein erlei h orizon tal en Schwankungen aus-
dem der " Neuling" im Luftschutz zu m Opfer geset.zt is t. und ~e in e Einsatzbefehl e in örtlicher
fällt, indem er nämlich den I{ampf an der Front Hinsicht nicht von Beobachtungen im Front -
und die Ma ßnahmen im Luftschutz vom glei ch en sinne abh ängig sind. Selbstverständli ch m üssen
Gesichtspunkt au s b eurteilt. sich sein e Entschlüsse nach Art und Schwere der
Die Hauptgründe, die zu der Th ese: "Der Luft- Schäd en ri chten. aber, da den U nterführern
schutzleiter b efindet sich von L 15 an bis zur ebenso wie dem LS.-Leiter di e zu s chützenden
Entwarnung in der Befehl sst ell e" führt en , seien Obj ekte (Gebäulichkeiten u . dgl. ) als "ortsfeste
nachstehend erörtert wie auch die Punkte, die Front" b ek a nnt sind , dürften hier Fehlmeldun-
immer wieder vom frontgewöhnten Offizi er als gen selten er bzw. weniger zu b efürchten sein al!"
Gegenargumente an geführt werden : beim Einsatz an beweglich er Front in fremdem
Die Befehlsstell e ist in der Regel einer der best- Gelände.
gesicherten, bestgelegenen und bestmarkierten Der Luftschutzleiter hat a lso in der Regel gar
LS.-Räume in der W ehrm achtanlage. Sie bietet k einen Grund, seine Befehl sstell e zu verlassen .
die größtmögliche Deckung. ist leicht zugänglich solange si e sich no ch in einsatzfähigem Zu -
und bildet mit diesen genannten Vorzügen gleich- stande b efind et. Für ihn b edeutet die Ford erun g.
sam den "ruhenden Pol " während eines Luft- während der ganz en Zeit zwi schen L 15 und
angriffes. - Der Luftschutzleiter ist dort mit Entwarnung in der B efehlsstell e zu verbleiben .
seinem Stabe (Befehlsstellenbesetzung) si ch er k eine Beschränkung seiner Bewegungsfreiheit .
untergebracht, und dort stehen ihm auch a lle sondern eine Hilfe in seiner von den Einrich-
Einrichtungen - ortsfest - zur Verfügung, di e tungen der B efehlsstelle abhängigen Tätigkeit.
ihm gleichzeitig Befehlsempfang und Befehl s- Trotzd em soll ihm aber in So nd e r fä ll e n d ie

78
~[ ög li('hl\ c it c ill gc räull1t \\'erd c II , "clbst Einblick oder Beamten im Offz,-11ang) umzusehell, Ob
JII di c Lagc zu II cllnl CII, So fülll't das i\ lcrkblatt I, d ie"e Maßllahm, die eigentli ch eier Hel'an-
"Hauptaufg'abe ll de r Führer ulld Unterführe r im ziehung ein e: ;'.\\'e ite n Stellvertreters g leich-
Lufts eh utz", elith a lt c li ill dCII " V1 erkblatt e rll fur kommt. imme r dur chführbaJ' ist, hän g t ganz VO ll
deli Lufts cltutzdi c II"t ill H ec r esa nl age ll " (\I erk- deli e ill ze ill en Ums tänd e ll ab,
blatt ;')0/ ;»), h e rausgegebc ll ," on l OIU!. a m 10, tl , Zuletzt "ei noch auf ein e il U ntersc hi ed z\\'i-
1943, im Ab" atz I) unte r den "Aufgabe il des "r' h en dem pcrsönl ich en Eill, 'atz eines Führers
LS , - L e it c r" bei 1,' Ii eo'era iarnl" \\'öl'tli ch a uf: an der kämpfe nd eIl Front unel d em d es LS ,-
"Nö tige llfa ll " Großschäden "e lbst besichtige ll, L e iters beim Luftan g riff hill ge wi ese n :
aber vor h cl' \ 'e rtT ete r bestimmen ulld L ä uferv er-
bindul lg Italt e n", - Es ge ht hi erau s h ervor, <,laß v\'ähre nd all de r Front von der persö nli ch e n
nur :\u"II a hrn efä ll c - :\o tfä ll e - deli L S,-Le lter Le itun g des Trupp enführer s Auswirkungen VOll
zum \ 'erl a""e ll d c r Befehl""tellc be\\'ege ll dürfell, g r ößte r Bedeutung abhäng ig se in können, wie
I\"ob e i di e Hauptb cd ill g un g ist, da ß Cill \ ' e 1'- el\\'a das Einnehmen ein es :trategisch wichtigen
t I' e t e J' d e n Po"tell an de r Apparatur ill der Be- Punktes oder das Verhüte n eines Durchbru ch es
fehl""te ll e \\'a hrllimrnt. Daß d ie"e r \ 'ertl' eter bz\\". d ie S tütZUllg eines größeren Frontab-
IIi cht der (a ll ge m e ill e) Ste ll vertreter des LS ,- "chnittes, so daß a lso der Ei ll satz des Führers
Le iter" "eill I< a nll , ge llt a us dem letzt eil Absatz e in e unb edin g te \ 'o rau sse tzung für den Erfo lg is t
der Ziffer 14 in \ 'erbilldun g m it Ziffer 1 der (rasc h es Erkennen der Lage und entsprechend
H,Dv , 4 10 he rvo r , 11 1 kl a re r W e is e \\'ird darin sc hn e ll e Entschlußfassung), liegen b eim Einsatz
fe"tgc leg t, daß be i ,.Fli ege ral a rlT.' '' s äm tl i c h e \\'ä hJ'end e in es Luftangriff ' so schwerwiegeneIe
Be f e h I s" te l I c 11 bcsetzt se ll l ll1us"en, ull(1 Gründe für di e persönliche An\\'ese nheit des LS ,-
daß bc i Aus f a I I des LS,-L eit ers (der Befchls- L eiter s kaum vor, Die iIl der W ehrmachtanlage,
s tell e) se ill S te llv ertr ete r von der A~ls\\',e i c h­ "elbst bei Groß"rhäden, no l\\'e llclig werd enden
befehl:-;stclle au" dic LS,-Leitung "elbstandJg zu ~laßnahmell hab e il ill d en me is te n Fäll e n do ch
Übe l'll chm ell hat. S inn gemä ß muß a ls o ge ~ o l ge rt mehl' oder w eniger nur lokale Aus\\'irkungen,
I\" erd.en , daß der S te llv e r treter, ge ll au \\' Ie der In \Vehrmachtan lagen, der eIl Belegsc haft, Ge-
L ,-Leiter ebe n fall" dauemd ill sein er (Aus- r ä te- und Mater ia lbe, tand von \\"ßirttragend er Be-
we ich-)B el'e hl ss te ll c z u verb lei beIl hat, da er ja deutung s ind, wi e z, B. ein EVM" ein Pionier-
auch dur ch nie \ ' erbill dullg z\\'ische ll Befehls- depot, ein e Nachrichtellkaserne mit fe s ter Funk-
ste Il e ulld Au"v\'e ichb e fe hl" ste ll e übel' die Lage s te ll e u, dgl., : teht ja dem LS ,-Leiter die durch
laufend unt erri chtet \\'erd e n muß, So muß der das oben angeführte Merkb latt 50/5 gewährte
LS,-L eiter \\'e llil er von der Möglichkeit Mög'lirhkeit der eige nen Erkundung offen,
" n öt i ge llf ~ II ,," - , seine B e fehl" s tell e vorüber- Andererseib muß aber auch berü ck s ichtigt
geheml zu ve rl a""e n , Gebrauch macht, e nt\\ ' ~ d e r werden, daß an der Fro nt der Ausfa ll des Ein-
auf sein e Il P latz in der Befehlsstelle e in eIl h eits führ er s j ed erzeit durch den näch s tälteren
"Dritten" beordern ode r , \\'elill er seinen S te ll- OffizieJ' oder Unteroffizier gedeckt werden kann,
vertreter mit der \\'ahrnehmullg sein es Postens da Ausbildung und Erfahrung nahezu a ll e
beau ftrao't von besagtem "Dri ttell" die A u s- Führer und l nte rführer zur Wahrnehmung eier
\\i ei c hb e f~h \s s te ll e besetzen lassei!. Wi e dem auch Führung befähigen, Beim Ausfall des LS,-Leiters
sei, j ede r hinzu gezoge ne Drit~e muß, den An- ulld se in e Stell vertreters aber fällt es in der
sp rü ch e n genüge ll k ö nn e n, d ie an eIn e n L S, - R ege l se'lw sc hwer, clie entstandene Lücke s ofort
L eite r \\'ährend de" Einsatzes ges te ll t werd e n, \\'ieder mit ein em zu dieser Tätigkeit be fähigten
Da d ie \\'ä hrend der Abwe"enhe it eies LS ,- und ausgebildeten Führe r-Di e ns tgrad zu füllen ,
L eitel's ei n treten de li Ere ig n isse ni e voraus~e­ Schon aus diesem Grunde ist eine mög li ch s t
se h e n \\'erd e ll kö nll e ll \\'äre es h öch s t fa hrlass lg, \\'eitgeh end e S ich erun g d es mit Sachkenntnis
ein e n im Lufts chutz ~n e rfahre n e n Offiz ier ledig- ausge"tattetell L ,-Leiters anzustreben uncl eine
li ch mit ein e r Art "P latzhaltun g" zu b eauftragen, unb eg ründ ete Ge fährdu ng seill er Perso n , wie
auch \\'e lln der Forderung in oben angezogenem di es bei übemahme der Le itun g jedes, auch ei es
Merkb latt, dauemde L äu fe rv erbindung zu h,a lte n, kl e in s te n Einsatzes der Fall wäre, zu vermeiden,
ge llü gt \\'ürd e, L etzter e "o ll ja nur, da~u d lell e n, Zuletzt sei no ch darauf hin ge wi e 'en , c1aß d er
den außerhalb der Befehlsstelle befIlidlIchen L S,- Einsatz der L S,-I<räfte in der He ge l erst
Leiter dau el'llcl auf dem laufenden zu ha ite il untl 11 ach e i 11 ern An gr i f f, a lso prakti sc h früh e-
eine " ich üb er"chn eid elld e Be fehlsgebun g nach stens na ch d er VOJ'entwarnung, s tattfinclet. Eine
Mög li chke it zu verhütelI, Abe r die Ge~ährdung a llgem ein e Ausnahme hiervon bilden die Brand-
ein ei' Läuferk ett e j"t - und a u ch hi enn unt er- \\'ac h e n, für die aber ein e L enkung von ein e]'
SC h eid et sich der Luftan g riff von e!ern Gefe~ht S te ll e a u" gar ni c ht ill Betrac ht kommt. 'Der
an de r Front - währen r] ei n es Fliegerangnffs a u s nah m s w e i s e Einsatz anderer LS,-
inn erhalb ein er \VehJ'lnachtanlage UlI ~l e i,c h Di e ns te inheiten \\' ä h ren cl eines Luftangriffes
g röß e l' und ihJ' Arbeiten von vie l mehr Zufall1 g- is t nur zur Hilfel e is tung bei P er sonen-, Tier- und
k~ite ll abhängig a ls im Fe l c1~ (Weg fa ll e," Jede r Wu chssc häcl e n vorgesehen, In ' der Wirkli chkeit
E in ste llun g auf di e a ll geme in e Sc hunn c ht~n g \\'inl diese r Fall zu eiller Zeit eintretell, die einer-
lIes F einel es, H e rabstürz e Il VO ll Gebaudetrul~1- "eits die Anwesenheit des LS,-Leiters in seiner
mern u, dg l. ), Ps \\' in! a lso der "P latz h3: lter " ,In Befehls:telle dringend erfordert, andererseits
elel' B efehl s, teile des öft er en , be 'ond ers 1I1 dT'ln- aber doch ni cht mehr a llzuw eit vor der Ent-
genden Fäll en auch von s ich aus Entsch lü sse \\'a1'llung li egt. Di e Hauptmasse eier Arbe it der
fasse Il müsse n', \\'as ei ne ge \\' isse Ken ntn is de r LS,-Gruppen wird imm er nach eier Entwarnung
" LS,-Maßnahm e n voraussetzt. " 'en n a lso d er (f rüh estens nach eier Vorentwarnung) einsetzen,
LUft: chutzl eiter, j e na ch Veranlagung ulld T em - \\ ' 0 de m LS,-Leiter noch genügend Zeit und Ge-
Perament, vOr'aussi bt, daß er be im Einy'eten ~Oll lege nh eit gegeben i:t, die Tätigkeit seiner LS ,-
Sc häd en \\'ährencl ein es F li ege ran g nffes se Jll e lüäfte zu lenken und anzuspornen, -
Befeh lss te ll e verlassclI \drel, so tut e r g ut daran,
Sc hOll vorh er s ich nach ein em brau chbare n, d en Möge n die obigen Ausführunge Il , zu clenen die
AnforderungeIl ge nüge nd en \ 'e rtreter (Offizier h eid e ll einga ngs erwähnten, s o oft geste llt en

79
Frage n Vera nl assu ng gaben , die inn er en Wid er - nach einer entsprech enden Vorschrift oder Ver-
stände de F r ontoffi zier s gegen die durchaus be- fügung sei nochmals auf di e Ziffern 14 (vierter
gründete Anor dnung üb er den befohl en en Platz und letzter Absatz) und 18 der H.Dv. 410 sowif'
des LS.-Leiters \vährend des F lieger a la rm s be- a uf das ebenfall s herangezoge ne Merkblatt hin -
seitigen und ihn mit ihr aussöhn en. Zur Frage g-ew iesen .

Uber den Wert feuerwehrlicher Ausbildung


für den Luftschutz
Bernhard P e).lJ
In Gebieten, die bi ~ h el' noch wenig oder üb er- wenn immer wieder ängstlich e und unbelehrbare
haupt nichts von feindlichen Terrorangriffen Zeitgenossen eine wirklich erfolgreiche Brand-
ver spürt hab en , hört man nicht selten aus dem bekämpfung bei Lufta ngriffen für unmöglich
Munde luftschutzmäßig m ehr oder weniger vor- ha lten. Daß solche Meinungen üb erhaupt ent-
gebildeter Volksgenossen die Meinung, daß an- stehen und sich b ei einem Teil der Bevölkerung
gesichts ~ tärk e l"e r Bombenteppiche bei T error- erhalten konnten, lag an dem geringen Interesse,
angriffen a ll e Müh e doch v er gebli ch sei und jede das bis zum Einsetzen des Luftterrol's in weiten
Löschhilfe zu spät komm e. Volkskreisen dem Feuerlöschwesen entgegen-
Ve~ folgt m a ll di e Ents tehullgsgeschü;hte de s gebracht wurde.
FeueI'lö s chw e~ en s , so wird man in diesem Zu- Auch die frieden smäßige Luftschutzausbildung
sammenhang leicht an die V erhältnis ~e in mittel- hat Unverständnis und Interesselosigkeit nicht
alterlichen Städten erinnert, wo sich b ei Bränden restlos überwinden können, weil einerseits nicht
häufig folgender Vorgang abspielte : Brach il1 genügend praktische Erfahrungen vorlagen und
den enggeba uten Vierteln der alten Städte a ndererseits entsprechend e Zusammenarbeit
irgendwo F eu er a u s, so rief der öffentlich e F eu er - zwischen F eu erwehr und Bevölkerung fehlte.
lärm alsbald die zur Löschhilfe verpflichteten Jung und alt interessierten sich für Gaskrieg.
Handwerkszünfte und sonstigen Bürger mit Sprengbombenwirkung und sonstige Zweige de:,;
allen damals bekannten Abw ehrmitteln auf den Lufts chutzes, ohne dabei zu erkennen, daß man
Plan. Mit Stockspritze, F euereimer, Einreiß- er st einmal geschulter Feuerwehrmann sein
haken und Wasserfaß wurde dem Brandherd muß, um den Belastungen und Anforderungen
anfangs von allen Seiten brav zu Leibe gegangen . des Bombenterrors voll gewachsen zu sein.
Fand das Feuer jedoch an den leichten mittel- In Friedenszeiten hatte die Feuerwehr in
alterlichen Bauten r eiche Nahrung und breitete weiten Kreisen der Bevölkerung immer als "not-
es sich wider Erwarten üb er den vorgefunden en wendiges übel" gegolten, an dem man seinen
Brandherd aus, so wurden die Lösch enden vor- harmlosen Spott ausließ und das man erst dann
zeitig von Furcht und Ab erglaub en ergriffen. er ns t nahm, wenn es wirklich einmal im eigenen
Mit dem Rufe: "Der Teufel hat Gewalt über das Hause brannte. Größeres Ansehen genoß die
brennende Haus bekommen! " wa rfen Hausb e- Feuerwehr nur in Großstädten als " Mädchen für
wohner und Nachbarn, Meister und Gesellen alles" , d. h. als technische Hilfstruppe in allen
Lösch- und Einreißgerät entsetzt von sich und Notlagen des Lebens, auf die man sich unbedingt
flüchteten schnellstens aus dem Bereich der verlassen konnte, so daß man bei Gefahr die
Flammen, die nunmehr ungehindert auf Nach- Händ e ruhig in den Schoß legen durfte.
bargebäude und angrenzende Straßenzüge über- Al s dann in den letzten zehn Jahren weiteste
griffen. Dem Aberglauben der damaligen Zeit Volkskreise von der Luftschutzausbildung plan-
entsprechend ver suchte man es (iaraufhin aus mäßig erfaßt wurden, glaubten viele Luftschutz-
sicherer Entfernung mit all erlei Beschwörungen. helfer, die bis dahin dem F eu erlöschwesen völlig
Zauberformeln und religiösen Handlungen, um fernges tanden hatten, daß es sich beim Luft-
den Feuerteufel ver söhnlich zu stimmen und auf schutzeinsatz um eine kriegsbedingte Sonder-
diese W eise die Gefahr noch zu bann en . tätigkeit in der Art irgendwelcher technischen
Schritt in Einzelfällen ein e en ergisch e Stadt- Sp ezialtruppen handeln dürfte, und die beson-
obrigkeit dann doch no ch ein und versuchte der e R eichhaltigkeit der Lufts chutzausbildung
durch ein Massenaufgebot weiterer F euerlösch- mochte vi ele Menschen in diesem Glauben be-
kräfte das ü berhandnehmen des Brandes zu ver - stärken. Daß es sich aber bei Luftangriffen in
hindern , so wa r es meist schon zu spät und di e allererster Linie darum handelt, die Grundsätze
gierige Flamme kam nicht früher zum Stehen, derFeuerlöschtaktik, die Handhabung der Lösch-
als bis sie an e ~n e r Freifläch e aus Mangel an geräte und die behelfsmäßige Wasserbeschaffung
Nahrung erlosch oder an der Stadtmauer nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch
"wendete" . bis ins kleinste zu beherrschen, haben zahlreiche
Erst als gegen Ende des Mittelalters Unver- Volksgenossen - auch aus aktiven Luftschutz-
stand und Ab erglaube auch auf dem Gebiete der kreisen - erst voll erkannt, nachdem der feind-
Brandbekämpfung durch technische Erkennt- liche Bombenterror sein e jetzigen Ausmaß e an-
nisse abgelöst wurden , sank der Glaube an die genommen hat.
unüb erwindliche · Macht des Feuer s, und die \Voll en wir daher aus di e er Erfahrung lernen
Mensch en b emühten sich um eine wirksam er e und Brands chäden bei feindlichen Terror-
Brandabwehr, die zur Erfindung der Feuer- angriffen auf ein Mindestmaß beschränken, so
spritze und zw' Bildung geschulter Löschmann- müss en wir uns zuallererst darüber im klaren
schaften führte . sein, daß jeder zum Luftschutzdienst einsatz-
Dieses Beispiel aus der Vergangenheit sollte fähige Volksgenosse unter allen Umständen zu-
man sich heute mehr denn je vor Augen halten , nächst einmal richtiger Feuerwehrmann sein

80 .
tnuß, ganz gleich, ob ihm dies von seiner frühe- dige Fort chritt von Technik un d Wissenschaft
r en gese ll schaftlichen Stellung her zu Gesicht führt neb en erhöhter Sicherheit auf der einen zu
steht oder nicht. immer neu en und bis dahin unb ekannten Brand-
'Vas b esagt nun aber kurz der Begriff "F euer- gefahr en auf der anderen Seite, so daß dem
wehrmann"? Kampf des Menschen gegen das entfesselte El e-
. Mit der feu erwehrlichen Ausbildung muß mög- ment in der Zukunft eine nicht minder große Be-
lIChst in früh es ter Jugend begonnen werden. In deutung zukommen dürfte als heute.
Schule und Jungvolk wird auf di e Bedeutung Wollen wir unser Volk und unser Volksver-
Jer Feuerwehr hingewiesen und erstmalig das mögen jetzt und in Zukunft wirk am gegen aUe
In.t eresse für die Feuerwehr ache gewec kt. Vom Gefahren schützen, so müssen wir e in gemein-
14. Leb ensjahr ab muß b ei Jungen und Mädeln samer und un ermüdlich er Aufklärungs- und
der vorb eugende und abwehrende Brandschutz Ausbildungsarbeit dahin bringen, daß jeder ein-
b~l'eits ein fes ter Lehrgegenstand im Schulunter- satzfähige Volksgenosse nicht nur gedienter
ncht sein, der durch den Dienst in den Feuer- Soldat, sondern auch praktisch geschulter Feuer-
wehrscharen der Hitlerjugend von Anfang a n wehrmann i t. Als "Feuerwehrmann" in des
praktisch ergänzt wird. Wortes eigens tel' Bedeutung kann aber nur
Während des Arbeitsdien tes und der Militär- gelten, wer
zeit bietet sich ausreichende Gelegenheit, durch 1. mit jeder Art von kleinem Löschgerät wirk-
Teilnahme an den Brandschutzkursen und sam und sicher umzugehen weiß (hierzu ge-
FeuerlÖSChübungen im Arbeitslager und b ei der hört die Bedien ung der Kübel spritze und der
Wehrmacht die bereits erworb enen feuerwehr- LS.-Handspritze, die Bildung von Eimer-
lichen Kenntnisse zu pflegen und zu erweitern. k etten , die richtige Anwendung aller Arten
Der Eintritt ins Berufsleben braucht, auch von Handfeuerlöschern, Löschsand, Feuer-
fried ensmäßig gesehen, für niemand eine Unter- patsche, Lö chdecke u. a. m.),
brechung oder gar Beendigung des Feuerwehr- Z. zum Einsatz im geschlossenen Verband min-
dien tes zu bedeuten, im Gegenteil: Auf dem de ten s auf Grund der PDV. 23, I. Teil, Ab-
Lande, in der Kl einstadt, in den meisten mitt- 'chnitt B: Die Gruppe, und C: Der Zug, feuer-
leren Städten und den Vororten der Großstädte wehrmäßig geschult ist und im übrigen ein-
besteht die Möglichkeit zum Eintritt in die Frei- fache ortsfeste Löscheinrichtungen, wie
willige Feuerwehr, die bestimmt nach diesem Wandhydranten in Gebäuden und Betriebs-
Kriege unter dem Eindruck der Luftkriegserfah- artlagen, sachgemäß bed ienen kann,
rungen einen anderen Auftrieb und Zuzug er- :1. a uf Grund der PDV. 23, II. Teil: Der Gas-
fahren dürfte als früher. Aber auch in Städten, schutzdi enst, in der Handhabung von Gas-
in denen der öffentliche Feuerlöschdien t aus- mas ken und der Bedienung von Sauerstoff-
schließlich durch die Feuerschutzpolizei aus- schutzgeräten ausgebildet ist und gleichzeitig
geübt wird besteht die Möglichkeit zu aktiver den Inhalt der PDV. 23, I. Teil, Abschn. E:
Betätigung 'im Feuerwehrdienst, nämlich im Be- Führungszeichen, ausreichend beherrscht,
rufsleben selbst, z. B. durch Eintritt in freiwi.llige 4. im Besteigen ortsüblicher Feuerwehrleitern
Werkfeuerwehren, nich töffen tliche Betnebs- im Retten und Selbstretten mittels Fanglein~
feuerwehren, Löschtrupps besonderer VeI:wal- wie a u ch in der Bedienung von Einreiß- und
tungen, Anstalten und öffentlicher ~ebaude, Bel euchtungsgerät, Brechwerkzeug und Auf-
lIausfeuerwehren in Hand el und LandWIrtschaft räum egerät ausreichend bewandert ist die
usw. Hierzu kommen die Feuerlöschstoßtrupps Bedienung der Handdruckspritze und 'nach
der SChrebergärtner in den Laubenkolonien, der Möglichkeit auch von Tragkraftspritzen und
Bewohner abgelegener Kleinsiedlungen, ~er Luftschaumlöschgerät k enn t und
Waldarb eiter in der Fors twirtschaft und endlIch 5. eine gründliche praktische und theoretische
die zahllosen Lagerfeuerwehren aller Art, beson- Schulung in Löschtaktik, Rettungswesen, vor- .
ders an Großbaustellen und in sonstigen ent- beugenden und abwehrenden Brandschutz-
legenen Barackenlagern. maßnahmen ein chließlich der Brandbe-
Wenn hier absichtlich die frieden smäßige Or- kämpfung im Luftschutz erhalten hat.
ganisation des Feuerlöschwesens hervorgehoben Zur ständigen Pflege und Vervollkommnung
wurde, so geschieht dies aus dem Grun~e, weil di~ er Kenntnisse bietet sich einmal Gelegenheit
man immer wieder und auch heute noch 1D zahl- auf Feuerwehrschulen und bei Luftschutzkursen,
reichen Volks- und Luftschutzkreisen die Mei- anderer eits dmch ständige Mitgliedschaft bei
nung hört, daß die Erfassung weite tel' Volks- den vorerwähnten Feuerwehr- und sonstigen
kreise zur Luftschutzorganisation und zur Aus- Löschorganisationen aller Art, die auch nach
b~ldung im Feuerlöschdienst ja einzig ~nd ~lle~n Kriegsende auf Grund der jetzigen Luftkriegs-
elI~e kriegsbedingte Notmaßnahme seI, .. dIe m erfahrungen bestrebt ein werden, ihre Feuer-
FrIedenszeiten künftighin früher oder spatel' all- lö chkräfte auf allen Gebieten de feuerwehr-
gemein einschläft und keinerlei Bedeutung auf lichen Fortschrittes ständig auf dem laufenden zu
lange Sicht haben dürfte. h a lten und ihnen durch erweiterte Heranziehung
Ebenso ist an vielen Stellen noch heute di e zur Brand- und Kata trophenbekämpfung auch
irrtümliche Ansicht verbreitet, daß durch Ver- weitgehend praktische Erfahrungen zu ver-
VOllkommnung der vorb eugend~n Brandsc~utz­ mitteln.
maßnahmen auf Grund der jetzIgen Luftknegs- .I t jeder einsatzfähige Volksgenosse - unsere
erfahrungen in späteren Friedenszeiten .. die Frauen natürlich eingerechnet - erst einmal er-
Brandgefahr auf ein Mind estmaß. besc~ra,?-kt fahrener und au gebildeter Feuerwehrmann so
Werden wird und daher auf die aktIve MIthIlfe bietet dies für den Luftschutzeinsatz folge~de
weitester Volkskreise im Feuerwehrdienst wird maßgebenden Vorteile:
verzichtet werden können. 1. Der größte Teil der Bevölkerung ist. in allen
In Wirklichkeit bleibt aber nicht nur die Zweigen des Brandschutzes und Feuerlösch-
Kriegsgefahr bestehen, solange unsere Erde n?ch wesens ausreichend geschult und erfahren,
von Menschen bevölkert wird, sondern der stän- d. h . die Grundregeln einer wirksamen Brand-

81
b ekämpfung s ind mit der Zeit j ed ermann In 4, Ein gesc huit er und praktisch tä t ige l' 1,l cuer-
1.' lei:-; ch und Blut übergega ngell. \\ 'ehl'lllalill :-;teht auc h a ll en Frageil dc:-; vor-
Z, Deli prakti sc h ausgeb ild ete n ulld e rfahr e neil b euge nd en F eu er sc hutz es ullll dah er auch de r
Feu el'\\' ehrmalln können k eill Notstand und Brandverhütung im Rahmen des Luftsc hutz es
k ein e Gefahr aus der Ruh e bringe n, er weiß mit ga nz and er em Yel's tändnis gege nüber a l:-;
:-;ich ill jeder L e b e ll~la ge irgend\\'i e zu helfen di eje ni gen Volksge n ossen und Luft:-; chutz-
uilli behält auch angesic hts von Z e r~törung kräfte, di e s ich vorh e r fa:-;t lli em a ls in ihrem
und \ ' erlu ste n klare übersic ht und. s tändige Lebe n mit d erartigen Angelege llh eite n b efaßt
Ei nsatzberei tsc haft, hab e n,
5, Durch di e a ll geme in e feu erw ehrli ch e Grund-
3, Die fe uerwehl'liche Grundausbildung er leich - au~bildung' ulld aktive H e ranzi ehung zum
tert es j ede m Vo lk sgenossen, sich a u ch ill Feu erlöschdien:-;t ge \\'innt j ed el' einzeln e
weiter eil Z\\'eigen des Lufts chutzdienstes, \\'i e Volk sge nos se di e für de n erfolgrei chen Ein-
Gasspüre n und Entgifte n, ln s tancl se tzungs- satz im Lufts chutz un e ntb elH'li ch e positiv e
und Bergu ngsdienst, Sa nit äts\\'ese n, Ei nsatz Einste llun g zum Feu er\\'e hrw ese n und zu
a ls Ordn er, Me lder U S\\ ' , j.eclerzeit \\'irklich er- :-;ämtlich e n Z\\'eigen ei er Brandb ekämpfung,
fol grei ch zu betätig'en , denn bei a ll en diesen Darüb er hinau s wird durch di ese Grundau s-
Sonderaufgaben handelt e," s ich au s nahm s los bi ldull g, di e all e Iüeise erfaßt, di e Luftschutz-
um Tä tigkeit en, die im aktiven FeueJ'\\'ehr- geda nke im Volk e für a ll e Ze it e n fe s t v er-
di en:-;t ber'eits von jeher betri eb en \\'e rd e n, a llk ert.

Sind unsere Luftschutzräu111C zuverlässig'?


Hau p"mann "- i e f'f e r, LlIftschlltzhcreichsl e ite 1', Pa s[o; all
Seit Begillll Llet' Großangriffe des abgelaufenen nahm e is t demnach imm er Lii e Schaffung VOll
Jaht'es kann man immer wieder in mündlichen LS.-Räumen, d. h, die Ber eits tellung von Räu-
Berichten oder Gerüchten hören, daß Men sc h~n in m e n ' (Kellerräumen ), die sich nach ihrer Lage,
Luftsc hutzräumen auf die versc hieden s te n Arte n, Größe und allgemein e n Beschaffenheit von vorn-
z, B. dw'c h Verhungern, Ersti cken, Verbren ne n, he rein dazu eignen, luftschutzmäßig ausgebaut
ja sogar durch Ertrinken, umgekommen seie n, zu w erden!),
Solche Beri chterstatter und d ere n Hör'er kom- Für de n luftschutzmäßi gen Au s bau so lch er
m e n bei derl ei Erörterungen dann ni cht se lte n Räume s ind bindende Vorsc hriften ni ederge legt
zu der Sch lußfolgerun g, daß d er Aufentha lt ill in de n Ersten Ausführungs bestimmunge n zum
LS.-Räume n zu un s icher se i und man besser täte, § 1 der IX , Durchführungsv erordnung zum Luft-
bei A larm in s Frei e, "vo r di e Stadt " oder "in den sc hutzgese tz vom 17, August 19,39 (Sc hutzraum-
\-Vald hinau s", zu gehen, W e nn man nun ab er bes timmunge n ), die, nachdem s ie inzwi sc h en
a nderer se its hört, wie es man che n Me nsc h e n er- dur ch ne uere Bes timmunge n e rgänzt word e n
ga nge n is t, die, sic h währe rid ei nes Luftangriffs sind , h eute a ls di e sog. "a lten Bes timmungen "
- sei es freiwillig od er unfreiwillig - außerha lb bezeic hnet werden,
der LS,-Räume aufhielten , dann wird man ras ch
eines Besse re n b elehrt werd en, Di e Unmög li ch - A. Die alten Bestimmungen für LS.-Raumbau.
k eit eines so lch e n Verhaltens wird ja auch klar,
. sobald man sic h vors tellt , daß sich e twa sämt- Nach diese n alten B estimmunge n w erd en außer
li che Einwohner ein er Stadt währ'end ein es An- der a ll gemeinen Eignung von jedem fertige n LS.-
griffs in s Freie begebe n oder vor die Stadt hin- Raum a n baulich e n Maßnahm e n gefordert:
ausströmen wollte n! Od er' is t es viellei cht so 1. Sp litters i ch erh ei t,
geme int, claß nur die Dumm en in die LS,-Räum e 2. Gassi cherheit,
ge he n so ll en , wohingege n die we nige n Klugen , 3, Einsturzs ich erh eit,
cli ejen ige n nä m I ich , die di eses Verfah re ll erfu n- 4, Notaus lässe.
den hab en, ins Freie gehen? Zum Glü ck bleibt 1. S pli t t e r s i c her is t ein LS,-Raum, wenn
dem einz e ln e n ni c ht die Entscheidung über- alle nac h außen führe nd e n Öffnunge n so ge-
lasse ll , \\'as er zu tun gede nkt. Da aber s ichert sind, daß Sp litter von draußen einsch la-
durch derl ei Ge r ede das Vel'trau e n in die Zuver- ge nd e n Spl'engbomben nirgen9 s in, de n L~ , -Raum
lässigkeit unsere r LS.-Räum e do ch beeinträch- hi nei nftiegen oder gar durch elle Wande 11lndurch-
tigt werd e n könnte, so ll hi er einma l in ein er sch lagen könn en . Bombensplitter s in d nämli ch
grundsätz li che n Unters u c hung Stellung dazu ni cht etwa bloß klein e Ei se n s tü ck c hen , sondern
genommen und eine allgemeine üb er sc hau ge- zuweil e n auch kilos chw ere, scharf gezackte
geben werd en über die biSherige Entwi cklung Brocken, die erheb li ch e Widers tänd e dur ch-
des LS.-Raumbaues und sein e n heutigen Stand, sch lagen könn en . Die Sp littersicherung wurd e
ergä nzt dur ch einige Hinweise auf weitere Ent- nach den alten Bestimmungen durch Erd-
wi cklungs mögli chkeite n gerad e im Hinbli ck auf anschüttung, Vorsetzen von Mauern, Erd- oder
die oben erwähnten Bede nken, Vorau sges chickt IHes kästen , Sandkästen und dergl. vor die ge-
sei, daß hierbei ni cht von Ne ubaute n di e Red e fährd eten Öffnungen erz ie lt. Mit der zun ehm e n-
se in soll , sondern nur von be helfsmäßig her- de n Größ e und Durchsc hlagskraft der feind-
ge ri chteten LS,-Räum en in ber eits bestehenden li c hen Sprengbomben und ihrer Sprengstücke
Gebäuden, • wu chse n auch die Stärk e und Widerstandskraft
Ob erster Grundsatz im Luftsc hutz i s t, vor
, allem anderen Mens chenlebe n zu sc hützen od er 'I Vgl. hier zu Majo r T h e i s se n : Der Lu ft sch ul z r aum in W ehr·
zu re tt e n, Di e erste bauli c he Luftsc hutzmaß- m a chlanln~en, In "Gasschu lz und Luft schul z" 1) (1943 ) 278,

82
di ese l' Sr hutzvo l'k eh l'un ge n. so daß s ich di e e ihre Bekämpfun g m ög lich s t zu er sc hw e re n oder
S ich el'ull g ~t e t s un d üb erall bewährt hat. üb erhaupt unm ög li ch zu machen - uie a lte
2. Ga s s i c h e r is t ein LS.-Raum, we nn wedel' harmlose S tabbrandbomb e z. B. wurde mit
Luftkampfs toff e no ch Ge ländekampfsto rr e ill de n Sprengsatz versehe n, um VO ll ihrer Bek äm pfun g
Raum hin eilI ge langen können. Erreicht wird abzuschrecken -, sow ie der erh öh t e Einsatz von
(li ese Sicherheit durc h e nts prec h end e Abdich- Phosphorbrandbomben h a be n zum Zi e l, Groß-
tung a ll el' be weg li che n Versch lußv orri chtun ge n , brände zu verursachen. die s ich ni cht mehr a uf
wi e F e n~t e r und Türe n, fern er a ll er Öffnun ge n Dachs tühl e und S to ckw erk e besc hrä nk e n. son-
oder undi chte n Ste ll e n d es LS.-Raum es, sei es, d erll durch ihre Au sb r eitun g un d Gesch lossen-
c1aß 'ie na c h auße n führe n, nach Vorplätze n heit Fläc he nbränd e erzeugen un d dam it a u ch di e
(Gassch le use n ), nac h be nac hbarten I( e ll erräu- LS.-Räume bed roh e n, in de m s ie den Aufentha lt
me n oder' dur ch di e Dec ke lI ach oben. Di e au s d a rin durc h die äußere Hitz e unmögli c h machen
dem LS.- Raum in s Freie führe nd e n F e ns ter oder ga r das Verlassen de r LS.- Rä um e ver-
ware n oft lIur 9urch sc hwa c h e Gasb l ~ nd e n , a~s hind ern .
Pappe oder Brettel'll herges tellt , geSich ert, d ie Zu diesel' Wirkungss teige rung d er Brand s tif-
k e in e m Lufts toß s tandhalte n konnte n. tun gs mitte l tritt ein e ähn li c h wirkun gs voll e Stei-
Di e Gass ic herheit war von allem Anfan g an ge rung ~nd "Ve iter'e ntwi cklun g der S pr e n g-
vorgesehen, a lso sozusagen sc hon ein Vorgriff und MI n e n b 0 m b e n des Gegners mit d em
au f künftige Mög li chkeite n. Zi e l, Masse neill stü rz e und Massenverschüttun-
3. Ein s tur z s i c h e I' oder trümm ersic h er gen zu verursachen, so daß auch hi e rdur ch ein
h eißt. daß die LS.-Raumdec k e s tandhält gegen Ver lasse n d es LS.-Raumes unmögli ch ge macht
a ll e Eillwirkun ge n von außen. beso nd ers ab er w erd e n so ll , au c h we nn er se lb st unz er s tört
von oben, a lso auch gegen di e auf s ie herab- bl eibt.
stürze nd e n Trümmel'masse n des einstürze nd e n Alle diese ne ue n Angriffsmittel qedeute te n
Hau ses . Gegen sc hwe re Vo lltreffer a ll er dings also auch neue Ge fahren für d ie L S.-Rä um e,
g ibt es k ein a ll gemein anwendbares Be helfs- denen durch v erb esse rt e bauli c he Maßnahmen
mittel. begegnet w erd e n mußte. Di ese bauli ch e n Ma ß-
Die Ein s tul'Zsi ch erheit wird verhältlli s mäßig na hm e n so ll en na c hs teh e nd näh er be trac ht et
einfach dadurch erreicht. daß die LS.-Raum- wel'd e n.
decke zu sä tzli ch unters tützt wird, ein e Maß-
nahm e, di e a ll erdings nur von gesc hulten Bau - 1. Ausreichende Abs tützun g dei' LS.-Rallillu ec k e
fachl e ute n angeordnet und ausg~führt ~ye rd e.n bl eibt nac h wi e vor d ie er ste Baumaßll a hm e.
soll und di e sehr ve r sc hi ede nartig aus fallt. Je S ie muß h e ute a ll e rdin gs infol ge der Erschüt-
nachd em leI' LS.-Raum ein Ge\"ölbe, ein e Trä- terung d urch nah e e ill sc hlage nd e S pre ng- un d
gerdec k e oder eine Stah Ib etonde ck e hat. Gerade Min e nbombe n bi s an di e Deck e na ufl age r hin
bei Stah lb etonde ck en i st di e Sache ni cht immer a usgede hnt und so rg fä lti g in s ich versteift
ga nz einfach, des halb mufl dafür in .i ede m Fa!l e werden.
ein Fachmann zugezoge n w erd en. StandfestJg- 2. Zumau ern a ll el' vom LS.- Raum in~ Fre ie füh-
k eit dieser Unterstützu ng auch bei Erschütte- rend e n Öffnunge n (Fe ns ter, Türe n, otaus-
rung des LS.-Raumes wird sc hon von de n alten lässe) in einer Stärk e. di e auch d em Lufts toß
von Min e nbombe n s tandh ä lt und die je nach
Bes timmunge n gefordert. el e n verwendeten Bau s toffen ge na u vorge-
Au s all e n bi s heri ge n Erfa hrunge n l~at s ich er- s chri ebe n ist (Lüftun g. sc hlitz e in die Zu-
geben, daß ri chtig abges tützte LS.-Raum e a ll en mau eru ngen ).
Beanspru c hun ge n s tandge halten haben . .auch 3. Sc hutz de r Außenwände gege n Luftstoß von
we nn s ie sc hw er belas te t oder :-og~r er sc hutt ert Min e nbomben dur ch abgeböschte und ge-
Wurd en. s tampft e Erdanschüttu ng, sofern di ese Außen-
4. 0 tau s I ä s s e. Die LS.-Räum e mußte n wänd e ni cht m ehr a ls 150 cm üb e r das Ge-
nach d en alten Bes timmun ge n aufler dem Zu- länd e h era u s ragen, oder Sc hutz durch Vor-
J!ang noch mind es te ns ein e n j otausstieg oder mauerulig außen oder inn e n in vOl'geschrie-
Notausgang habe n. der mei s t aus dem LS . -R ~um be ne n Stä rk e n . Damit is t der LS.-Raum zu-
se lbs t ins Freie führte und dann se lbs tvers tand- g leich gege n Bombe ns plitter und Kampfs toff-
li ch eben fall s gegen Splitter- oder G~sge fahl' ge- ge fahr' von diese r Seite her g-esichert.
s ich ert se in mußte. Ab er au ch abse Its des LS.- 4. Verlegung eier unmittelbar aus dem LS.-Raum
Raumes gelege ne Notaus lässe, ge~ebenenfall s in s Freie führend en Notaus lässe er gibt s ich
durch Bl'a ndmau erdurchbrü ch e elTel chbar, " 'a- ohn e w eiter es a us Ziffer 3, sofer'n ni cht ein
r en b ereit. vorgesehen . lufts toß ichel'e r otau tieg vorhanden is t
odel' h erges te llt w erd e n kann . Der Notauslaß
B. Neue Grundlagen für den LS.-Raumbau. oder - besse r - di e zw ei I otaus läss e w erd en
Di e Ve r sc h ä r fun g de s Lu f t kr i e g es, e twas abse its vom LS.-Raum ulld mög li chst
d. h. die W eiterentwick lun g der feindli chen ~n ­ in zw ei versch iedenen F lu chtri c htun ge n ne u
griffs mittel. hat selbstverständ li ch au ch eme angelegt.
Fortent\\' icklung eier Schutzmaßnahm e n un,d Ab- 5. Schaffung von Fluchtwegen inn erh a lb der
\Vehrmittel zur Folge gehabt. Al s Verscharfun g Kell er vom LS.-Raum zu den Notaus lässe n
des Luftkrieges sollen hi er genannt werden: er- \\'0 nötig, durch Mauerclurchbrü ch e inn erhalb
hÖhter Masse n ein satz von Flugz euge ~ , vel'bu.n- des Hau . es od er durch die Brandma uer zu
den mit neuen Angriffs verfahren (Zlelm1l: rk.Ie - elen lachbarhäusern .
rung. Bombenteppi ch u sw .) und zah.l e nm~~l ge (i. Sich erung dieser Flu c htw ege gege n Einsturz,
Zunahme von Abwurfmitteln mit gleIchzeItIger ein e Maßnahme, die a u ch h eute no ch ni cht
Steigerung ihrer Wirkung. überall beac htet wird . E in Flu c htw eg muß
Di e Weiter entwi'e klun g a ll er B ra n d s t i f- aber se lb s tv er s tändli ch eben so s tandhalte n
tun g s mit tel, so wohl der Thermit- a ls ~uch wi e ein LS.-Raum, da er so ns t se inen Zwe ck
der Flü siO'k e-itsbrandbombe n, mit der Ab Sicht , ni cht erfüll en kann.
o

83
7. Sicherung der Notauslässe gegen Verschüt- "teigen (klettern, kriechen oder sich durchwin-
tung. An diese Maßnahm e wird selbst heute den), und zwar nicht nur bei Tage, sondern auch
noch vielfach überhaupt nicht gedacht. Sie in der Nacht. Erst dann hat er ein Urteil dar-
erscheint .iedoch wichtiger als SplitterschuLz über, ob dieser letzte Auslaß in s Freie auch das
und Gassicherung der neuen otauslässe; hält, was er angeblich verspricht. Man muß
denn was nützen alle wohlbedachten Ver- nämlich bedenken, daß nicht nur Sportler.
bes erungen, was nü.tzt es, wenn der LS.- Athleten und Schlangenmenschen, sondern auch
Raum standgehalten h a t und die Fluchtwege körperli ch schwache, ungewandte Mens chen,
noch gangbar sind, aper der letzte Schritt in Verängstigte, Frauen , Jünd er und Greise, wenn
die Freiheit - der Nok'l.uslaß - ist ver- a uch mit Aufbietung ihrer letzten I<örper- und
schüttet, versperrt, verkeilt und undurch- "Villenskraft, durch die Notauslässe herau!'-
dringlich geworden trotz aller Selbstbefrei- wollen.
ungsgeräte? Hier lau em die Gespenster: Ver- Nach den Bestimmunge n über Splitterschutz
hungern, Ertrinken. Ersticken, von - denen
(September 1942) sind "Notau slässe in Außen-
man immer wieder tuscheln hört! wänden von Gebäuden mit einer Splitterschutz-
8. Sicherheit gegen überflutung des LS.-Raumes. wand zu umgeben" (Ziffer 23) im Abstand VOll
Daß ein LS.-Raum sicher von überschwem- 55 bis 100 cm vor der Hausmauer. Man chmal
mun g durch benachbarte Gewässer ist, wird werden h a kenförmige Schutzmauern vorgesetzt
seit jeh er bei der Prüfung auf allgemeine oder k asten a rti ge Mauerschächte. Die größtp
Ei g nun g verlangt. Nun hört man aber immer Gefahr ist bei einem Notau slaß aber gar nicht
wieder, daß Menschen in ihren LS.-Räumen die Splitte·rgefahr. sondern die Gefahr der Ver-
stunden lang, bis an die Hüften oder gar bis schüttung des Raum es zwischen Hauswand und
zum Halse im "VasseI' stehend, ausharren Splitterschutzmauer durch Einsturz des eigenen.
mußten, bis Rettung kam , weil eben all e ot- des benachbarten oder gegenüber stehenden
auslässe verschüttet waren . Darau s ergibt Hause, und diese Gefahr ist bi sher überhaupt
sich eine neue Forderung: F I u t s i e her e kau m beachtet worden.
LS.-Räume.
Tatsächli ch ist die Anlage eines wirklich
Da den beiden letzten Forderungen bisher die brauchbaren Notausla ses manchmal keines-
wenig te Beachtung im Schrifttum geschenkt wegs einfa ch. Hierfür müssen alle· Möglichke,i-
worden ist, sollen sie hier eingehend er behandelt ten erwogen und ausgenützt werden, die sich
werden. na ch der jeweiligen Sachlage bieten . Wo aber
1. Notauslässe. a ll er guter Wille und all er erfinderischer Scharf-
Ist ein Gebäude bei einem Luftangriff ver- sinn zur Lösung dieser Frage vergeblich sind, da
schont geblieben, so kann der LS.-Raum auf dem ist es besser, auf die betreffenden LS.-Räum e
gleichen "Vege wied er verlassen werden, auf dem überhaupt zu verzichten.
er· vorbeI' erreicht worden war. Ist aber beim Nach teh end sollen durch einige Skizzen und
Angriff das Gebäude beschädigt oder gar zerstört Bilder die bisherige Entwicklung de!' Not-
worden. dann wird wohl in den mei sten Fäll en a u s lasses und w eitere Möglichk eiten an einzel-
auch der allgemeine ,zugang zum LS.-R aum zer- Ilen Beispi elen gezeigt werden:
stört, verschüttet oder sonst ungangbar gewor- Man kann im allgemeinen d r e i Artel'l VOll
den sein, und deshalb sind von jeher Notaus- Notau s lässen je nach der Lage der Öffnung, di e
lässe vorgeschrieben. dazu benützt werden soll, unter scheiden, wobei
Diese Notauslässe sind nun bi sweil en etwas hi er nur LS.-Räume in Kell er gesc hos en ange-
stiefmütterlich behandelt worden, besond er s in nommen sind. Die m eist verbreitete Art sind
den Städten, die bi s .ietzt von Luftangriffen ver- jene l{ellerfenster, die unter dem Ge lände liegen
schont geblieben sind. Man glaubt mei. t, wenn und mit einem sog. Li chtschacht oder I<ellerhal!'
n11r ein I<ellerhals zum Hof oder Geh steig hin- nach oben ins Freie führen. Ein e zweite Art
aufführt, dann ist das schon ein Notausstieg. sind jene Kellerfen tel'. die, teilweise unter, teil -
Wenn dann oben vielleicht noch ein schachtarti- weise über dem äu ßer en Erdboden liegend. UI1-
ger lauerkasten vorgese tzt ist, dann i t sc hon
das höch tmögliche getan, und wenn gar eine
tür aus dem I<~l1er ins Freie führt, vielleicht
mit einer offenen Aufgangstreppe , wi e das bei
Waschküchen oft der Fall ist, dann is t das über-
haupt ein idealer und bequem er otausgang.
Wer sich aber einmal ernsthafter mit dies er
Frage beschäftigt, der muß zu dem Ergebnis
kOn;J.men, daß alle derartigen Notauslässe nur so
lange gangbar sind, wie da Haus unbeschädigt
bleibt, und damit ist ihre Da einsberechtigung
übel' diesen Zeitpunkt hinaus schon genügend
gekennzeichnet. Wer je einen Notausstieg aus-
wählen und anlegen muß, der sollte ihn er ten
einmal von außen ansehen, aber sich auch
gleichzeitig den Schutt- und Trümm erberg des
zerstörten Hauses darüber vorstellen - und
solch ein Schuttberg be teht nicht aus Streu-
sand sondern meist aus Steinen, Mauerbrocken.
viell~icht sogar mit kreuz und quer darin ver-
k lemmten Balken, Trägern usw. - , und zweitens
muß der Betreffende selbst dann von innen hel'
durch den fertigen Notausstieg einmal heraus-

64
.. Bi J cl 3 ze.igt eiJ~ l\.e ll el'fens ter, lias teilwe i e
uber. ErdglelCb e .h egt und dem eine ha ken -
for mIge Spli tter chutzmau er ohne obere Ab-
L1~ck un~ v.o rgesetzt ist. Au ch dieser Notau slaß
W JI'? bel Emstul'z des Ha u ses voll kommen zuge-
sch uttet u nd unter dem Sc hu ttberg begraben .
~ i ! d 4 ~e i gt eine besser e Lösung, die man
bel ~ple l sw~l se in ürnberg au f Geh!'te ige n Ve r-
schl ede,:th ch seh en kan n. Wen n el ie kle in e
B.~ckstell1h aub ~ beim Ei n. tu r z des Hau ses stanrl-
halt, da nn gew ah r-
Ieistet sie im mer-
hin sc hon ein en
kl eine n Hohlraum
inn erha lb des
-;c hu t tb er ges (vi el-
leich t sind die!'e
Gewö lbekappen
ab er a u ch nur a l ~
5chutz gegen Pho!'-
phorbomb en ge-
rlach t).
Gru nd ätz li eh
ha nd elt es s ich
~ämli c h beim Ver-
sc büttungsscbutz
mittelbar ins Frei e geben und sch on ehr vi e l vo n Notaus lässe n
Vorteilhafter sind. Sollen derarti ge KeIler- darum. g l e~c h
fell stel' überhaupt als Notaus tiege di en en , so :l. uß erhalb der Au!'-
mu ssen sie ibrer Lage und Größe nac h derart la ßöffnung einen
bescbaffen sein , daß Erwachsene und besonders Hohlraum in' de m
aUch ältere Leute den LS.-Rau m auf di esem Schuttberg zu
Wege auch wirkli ch verla sen k önn en. Ein e ~ i c h e rn . von dem
?ritte Art sind Kellertüren , di e entweder ebell aus man sich eh eJ'
In s Freie führen oder, wenn sie unter dem Erd- noch in s Freie hi n- lUd 3.
bOden liegen, mit offen en Treppen stufen zum
Gelände heraufführen.
B i I d 1 zeigt den übli cben Li ch tschacb t der
ersten Art, mit einem Eisenrost abgedeckt, wi e
~an ibn a uf Gehsteigen und in Höfen ül>erall
r~nden kann . Diese Art gehört zu der unerfreu-
h Chsten , obald ie al s Nota u s laß ·di en en oll .
aU ch dann schon , wenn sie ni cbt verscbüttet
werden sollte. Sol cbe Kell erfen ster wurden
früber mit einem gasdi chten Panzerd eck el ab-
gedeckt, der a llerdings ber eits bei geringer Ver-
- sChüttung zum Sargdeckel werd en mußte. Des-
halb wurde s päter ein na ch innen und unten a uf-
klapPbarer Stab Ideckel vorgesc hl agen . damit
beim Öffnen "der Scbutt bereinrieseln " konnte.
"Rieseln " ab er zum Bei spi el einige Quad erstein e.
zentners cbwere Ma uerbro cken u w. h er ein, di e
ich viel leicht gar no ch verkeilen, da nn i ·t e!"
el;>en ein Unglü ck. Bei derarti gen Vorri cbtunge n
gIng man vo n der Annahm e a u s, da ß m a n von
dem draußen a n. tehend en Schuttberg durcb den
Notau s laß soviel in den LS.-Raum berein scbaffen
kann , daß dadurch wenigstens ein Loch in
Freie entsteht. Aber da muß schon Glü ck da bei
ein. Derartige P a nze l' deck el komm en deshal b
- und auch au s Roh s toffg ründen - h eute ni cht
mehr in Frage. Ma n muß sich al so a uf and er e
Wei e behelfen .
Bi 1 d 2 zeigt den übli chen 'cbacbtartige n
Mau erkasten , der oben offen ist und bei Ein -
sturz des Hauses . natürli ch vollkomm en zuge-
SC hüttet und au sgefüllt, unter dem Trümmer-
berg liegt. Wird di eser offen e Sc hacht, wi e m an
d.as a u ch oft sehen k a nn, oben gar no c11 mi r
eInem Holz- oder Blechd eck el abgeschlossen
(&,egen das Eindringen von Phos phor), so wird Bild 3~. !,ellerle,;,oter fiber Erd~leiche als Notauslaß mit vorllesetztcr
dIeser Deckel nacb der Ver scbüttung ebenfall s schwelJeDhakeDformlllcr Sphttc~.chu'zm.uer und Trümmerschirm aus Eisenbahn _
als VerschultuDJ!.schulz. Der Schirm ist Doch unle I '
zUm Sargd eck el. lehlcD die obere Verbindung undVersleilung der Schwellen unlercrn~~d:r~

85
\\-ick e lt. E ill " .h e ll e l'h a l:-.;"
unt e r E rd bode n i ~l hi er
l11 it e in e l11 .. Tl'ümm er-
,,(' hil'l11 " ge:-.; ich el't, ei er
a u eh b e i E ill :-.;lu r z (/ e:-.;
[fa u:-.; e:-.; e ill e ll g r oß e il
/ / Ho hlraum ullte r d em
Trümm erbe rg fr eil ä ßt
(.\n ol'dliun g d e:-.; Ve l'-,
fa:-.; se l':-'; ). Sc hr äg gege n
di c H a u :-'; lI1 a ue r ange-
,e tzte Balk e n ode r Rund-
hölze r , di e, in d e li Erd-
bod ell ver:-.; e llk t, s ich ge-
~' e n e in e fc:-.; te Unterl age
,-
, " , ....,
I a n:-.;temme n u ll d am obe-
r e n E nd e ill d ie Mau e r
"I :, ?in ge las!':ie n :-.; illd , " -er de n
mit ein e r Lage vo n s ta r-
ke n Bohl e n obe n a bge-
il ec Jd , :-';0 el a ß das Ga nze
wi e ein :-.;('!1ütze ndes
S teildac h vor un e! üb e l'
de m Nota u s la ß s teht.
Bild 4. Bild 5. ni e Ma u e rb olze n ver-
r'in gern a n s irh sc h on
-'i e E in s turzge fa hr de r
durcharbeite n kann , \\' obe i a u ch vie l ge rin gere Au ße nm a u er üb er dem No ta u s la ß , so daß der
Mengen a n Schutt in el en L S,..Ra um h er ein- Sc huttb e l'g dort 1Ii c ht m ehl' so g r o ß wer de n
geschafft werden mü sse n als in den vorher- k an n. DcI' g r o ße Ho hlra um inn e rh a lb des
geh enden Fäll en 1 bi s 3. Sc huttb e rges g ibt nac h beld e n Se ite n hin di e
Bi I cl 5 zeigt ein R ell erf e ns ter teil \\'eise über Mög li chke it, sich in s Freie hin du l' chzu a rbeiten .
Erdgleich e, etw a in ein en Hof hill a u s führ encl. In di e:-.;e m Trümm e rsc hirm lä ß t :-.;i ch sogar ein e
Zu beiden Seite n des Fen s te rs s ind Sp litte r- Li eht- u nd Sc h a uluk e a nbrin ge n (Bi ld 7, kl ein e
sc hutzmau ern , d ie a ls Ve l'sc hüttun gs,s c hutz e ine S kizz e). In d ell1 b eigege beli en Li chtbild 7 a ist
Beton- oder Balken a bd ec kun g trage n . Di e seit- di e Au s führung ein e:-.; d era rti gc n Trümm er-
li c he n Mäuerchen h a ben Öffnun ge n , um den sc hirm es ge zeig t. Di e:-.;e A nl age wir d s ich fre ili ch
Luftstoß ein er Min e nb om be hindurch s t r eiche n fli e h t a ll geme in a nwe n dc n lasse n. W o es ab er
zu la se n, damit deI' ga nz e Vorbau ni ch t dadur ch di e Ve rh ä lt nisse e rl a ub e n. ist mit v erhä lt ni s-
zer s tö rt wird. m ä ßi g ge rin ge n Mitt e l n e in w e itge he n de r Schutz
Bi I cl G zeigt d ie g leich e F e n s tel'öffllufl g mit des Nota u s lasses zu erreic he n. Derar t ige Trüm-
davor gese tzteI' Sp Utter sc hutzm a u er und ober er II1 c r:-.;r hirll1 e mü sse n se lbstver :-.; tä nd li ch a u ch
Abdeckung au s Beton ode r Holz a ls Versc hüt-
tungssc hutz. Hier ist ein gr ößer er Hohlra um
innerh a lb des Schuttb erges ge wä hrl eis tet.
Bi I d 7 zeigt den Grundsatz des H o hlraum s
innerhalb eines Sc huttb erg es no ch w eiter e nt-

Bild 6. Bild 7.
,
86
etwa 2'/ m
r einem berei ts bes tehen den ,
Zeichnun~ 7: Trüm mers chirm über einem Bild 7 b. Trümm~rschirm üb e ten No!a usslie g. Die Bohlenabdeck~n
~ild. 7 a. Ausl übrun g zu(Kell hohen ~ch.chlar~ g v~rge m.ue'
erhal s). Abdeckun~ mit 10
cm stark en, en . d" g
DUr sowe it hCJ'unterQ:ezog
he'he gend en Nota uslaß des Trum mers chtrm s 1st und ist' d:~~h b~~o!d~~:
au/ge schra ubten Bohl en. chao htes nötig ist,
Versc hüllu,ng d!s Auss teigs Abru tsche n nacb unten gesic hert.
Berlagholz er ~egen

l(oml11t ein Luf t-


ein em Luf t toß "tan dha lte n. d er, ähn lich wi e
' toß ge rad e von vor n, 0 wir
VOll ein er Erd bös chu
ng, na c h obe n abg leit et;
:seit li ch an k om men de Luf ts töß e find e n fre ien
arti ger
Dur'C hl aß. e lbst ver stän dlic h i t ein der chu tz-
dur ch irge ndw e lch e
Trü mm ersc hirm
l11itt e l (Im prä gn ieru n g odeltem r Ans tric h, Ben age -
Ob erfl äc h e mit a Bl ech , Ete rnit -
lun g d er Hoh rpu tz u w. )
Pla ttcn oder- Bek l eid e n mit
n, a uß erd em k ön -
c hw er c n tfla mm bar zu ma che c n H ö lz er IlUI'
e lle/ e tc n s tark
Il n di e dab e i ven·v ni cht 0
eIes halb
von e incI' Sei te ang egr iffc n une/
chn e ll ze r ·tör t wer el en.
ebe n I'
B i I eI ze igt ci ncn Not aus ga ng zu plit te/'-
se n) . Ein e
E l'ele (el l'itt e l't von ota uslä ull ,1 der Zwi ·che n·
Sc hut zm aue r is t vor ge e tzt,
der Hau s mau e r i t
rau m zwi eh e n li ese r und kt. d ie es mal m it
obe n trüm m er s iche l' abg ede c
leic hte n Reg c n-
2 Lag e n Run dho lz ulld e inem nd atz de ' frei-
da h dar üb er. Hi el' ist der Gru
em 1 otau laß, a lso
blei ben den H oh lrau me vor d
zu e in em H öch st-
d ei' Ver, chü ttun g sc hut z, bb age ist de nkb ar
I11~ß ges teig ert. Die g leic h e Anl
g leic he, wi e si e
bel I( e lJ.er au gä nge n unt er Erd üb er offe nc Tre p-
tWa von \Va chk ü ch e n h el'a u
füh ren. Der al'ti ge
pen s tufe n zum Gel ä nde her auf ge fä hrd et, da b ei
l{~lLeraufgänge ind bes oncl er
ga nze 'f're pp n au '-
E in turz de Hau ses d er .
chn itt ver chü tt et wer d e n muß
n der art ige n Ke ll era u 'gan g
Bi I d 9 ze ig t ei ne dem übli c he n
n mit
U~ter- El'd gl ei 'h e, obe n offe pi i tter >:c hut z-
er .i t sta tt ein er
EIS eng e läne ler, Hi in e infa c h 1', geseh en.
l11~uer mit obe r eI' Abe/eck ttun g sch utz da-
ung mers chirm s 7 b VO n der Seite
Bild 7 c. Te;!.ns;~hl des .Trüm s DU/ d' M
llba rcl' Ver . chü tutzu ng des Triim mers chirm
Zu bca~hteD rst dIe AbsTrüm auern
lelc l t h ers te enb a hll- gegen merw ucht UDd Lu/ls toß . re

dUrCh rl'ei cht r daß geb r au ht c Ei


87
,", ,04,

, G, ~ .• '

, ..

.....
,I ' I" ~ ,.

/"' .

-- . .,
. . '
.
~~' "
"
", . "
". .lId , .

Hier so ll ganz nebenbei einm al der immer wie-


eier a ufta u ch ende Ausdruck .,Trümmersc hatten "
Bild 8. näher betrachtet werden , der zwar se hr poetisch
klin gt. aber das ge rad e Gegentei l von dem b e-
sagt, was er sollt e. Sc hatte n ist dort, wo k ei ll
schwell en (etwa 16 : 24 : 250 cm ), gegen die Hau s- Li cht hinkommt. \Vindsc hatten dort, wo k eill
mauer gelehnt und unter sich durch aufgenage lte Wind hinkommt ; folgerichtig müßte demnach
starke Holzleisten verbunden und versteift, einen a lso a ls Trüm me rsc hatte n jen e Fläche bezeich-
"Trümmerschirm" bilden (Anordnung des Ver- net werden , wo k ein e Trümmer liegen . Gemeint
fass er s) . Werden diese Eisenba hnschwellen nicht ist a ber das Gegenteil. Unter einem Trümmer -
nur angel ehnt, sondern wie bei Bild 7 sowohl' im schirm z. B. ist ein wirk li eh er Trümm er schatten .
Erdboden a ls auch in der Hausmauer durch Ein- Von den drei ver schi eden en , bisher gebrauchten
lassen gesi chert, so is t das' no ch besser. Ausdrü ck en : "Trü mm erb er eich " - "Trümmer-
I Ich habe schon seit J a hren jeden Notauiilall sch atte n " - "Trümm erfeld" dürfte der letzt e der
mit Ver schüttun gsschutz hergerichtet, imm er kürzes te, einfac h s te und zugleich treffendste
gegen den h efti gen Wid er s tand aller Mitarbeiter, sein , der ja ohnehin bei Ruinen. Bergstürzen
weil das eben "nicht vorgeschrieben war " und usw. län gst in Gebrauch ist.
weil das "einfach zu weit ginge" . Nun ist also ein e neue Mögli chkeit denkbar,
Die bisher behandelten otauslässe haben trot z den Notauslaß jedenfalls und zuverlässig gegen
der gezeigten Schutzmaßna h men imme r no ch Verschüttung zu schützen , indem man ihn ein-
den einen Nachteil, daß sie am Hause selbs t fac h vom Ha u se los löst un d aus dem Trümm er -
"kleben", a lso imm erhin unter eine n Schutt- und feld hin a u srü ckt, wie das in Bi I d 10 z. B. an
Trümm erberg geraten könn en . In manchen ein em fr eisteh end en Einzelhaus gezeigt is t. 11'-
Fällen wird nun die Möglichkeit bes tehen , den gendein }{ell erfenster , das unter Gelände li egt, is t
Notauslaß soweit vom Hause abzu setzen, daß er bi s auf den Kell erfußb ode n ni edergebrochen wor-
jedenfalls außerhalb des Trümmerfeldes li egt. - den, so daß ein e türarUge Fluchtöffnung ent-
s teht. an d ie n ach a uß en hin ein
Deckungsgr aben unmittelbar an-
schließt. Dieser Deckungsgraben
endet auß erhalb des Trümmer-
Feldes mit ein em fr ei en Treppen -
3.ufgan g, gegeben enfall s m it Gas-
schl eu se. Sol ch ein Deckungs-
grab en k a nn an den LS.-Raum
unmittelbar an schli eßen, mög-
li ch erweise sogar a ls Erweite-
ru ng des LS.-Raum es a n gelegt
werden. er k a n n aber au ch an
lindere!' Stell e angesetzt werden.
Selbs tvers tändli ch muß er inn er-
Ilalb des Trümm erfeldes ein-
~turzsicher sein. Freilich kann
in ,. Flu chtgrab en" durch Voll -
treffer oder ahtreffer auch

Bild 8 a. Al1s1ührun~ nacb Zeicbnung Nr. 8.


Der Fußboden c!cr Luftscbulzräume ist etwa
1 m unter Gelände. Zu beachten die vorscbrifts -
mäßigen (genormten) Hinweis.cbilder für LS.-
Belebl•• telle , LS.-Raum und LS .-Sanitätsraum
sowie da. Torgescbriebenc Gasalarmllerät.

88
a ufhöriich heraus und samm elt
sich am tiefsten Punkt, a lso in den
Kell ern; diese laufen voll.
Gegenmaßnahme: Schon bei
Alarm den ' Vasserhaupthahn ab-
z';I perl'en, ist nicht angängi g, da
hIerdurch die Löschwasserver or-
gung abgedrosselt würde. Es bleibt
0.1 ' 0 nichts anderes übrig, al s be-
... l'eit beim Aufsuchen der LS.-
.,~
Räume einen Posten an den Haupt-
absperrhahn zu stellen , der ihn bei
Einsturz des Hauses sofort ab-
~perr en kann . III diesem Falle
kann nur das im Leitungsnetz be-
findliche Wasser aus laufen, das
keinesfall s eine bedrohliche über-
..;c hwemmung verur achen kann .
b) 'Wassereinbruch von außen
Bild 10.
durch Bruch de!' öffentlichen Lei-
tun gsnetzes in der Nähe des
. außerhalb des Trümmerfeld es noch beschädigt Hause. Da a u sströmend e Wasser des gebroche-
oder zerstört werden, aber selbst dann wird ein nen Rohrstran ges, das unter Dru ck steht s u cht
Herausarbeiten in s Freie erheblich l'e ichter sein sich einen Abfluß und findet mit aller 'Wahr-
als aus einem verschütteten LS.-Raum. Wer es sch ein li chkeit den Weg in den nächstgelegenen
sich leisten will kann deshalb sogar noch einen K.eller. Im I{ eller selbst kann man dagegen
ZWeiten solche n ' Fluchtgraben an anderer Stel le nIchts unternehm en, man weiß auch nicht w ie
des Hau ses an legen. Ist diese Art von Notaus- lange der Was er ein bruch anhalten wird. J ~den­
lasse n auch nicht allgemein durchführbar. so fall.s wird der Z~fluß von außen ni cht chlag-
ollte sie doch überall dort erwoge n werden, wo al'hg, ondern meist nur langsam vor sich gehen .
es die Verh ä Itni 'se erlauben, d. h . wo entspr e- In di esem Fall e muß man sich klar ein , ob das
chend e Freiflächen um das Hau herum zur Ver- Wasser im Keller selbst wieder einen Abfluß
fügun g stehen (Einfam ilienhä u ser, Fabriken , hat. Ist keiner vorhanden, so müs en sofort die
SChu len , Kasernen usw. ). Fluchtmöglichkeiten Überprüft und gegeben en-
Bi I d 11 zeigt sogar ein Beispiel in ein er ge- falls der LS.-Raum verlassen werden, bevor das
chI Os en bebauten Wohngegend , einen Wohn - Wa seI' bedrohlich ansteigt.
hausblock mit Innenhof. wie er planmäßig nach 2. W eIe h e Art von K e I I ern gib t e s
L.ultSChutzgesichtspunkten ange legt sein oder nun, vom G e s ich t s P unk t ein e s
.vl ~l\eicht sogar in bestehenden A~.lagen nach- Wa se r e inbruche s au betrachtet ?
traglich noch ausgeführt werden konnte. . Man unters cheidet:
Der ganze Wohnblock hat im Keller emen a ) K e I I er lOl1. i t B 0 d e 11 a b f I u ß. Seitdem
MittelHur der sogar unter den Baulücken hin - es öffentli che EntwässerlJl1gsanlagen (Kanal-
durchgeht und durch Brandmauerdurchbrü ch e l1etze) in den tädten gibt, sind auch Bodenein-
7.~ einem zusammenhängenden inneren "Flu cht- lauf chächte in den Kellern möglich und beson-
rIng" ausgebildet worden ist, der also d~n ganzen der dort vorhanden, wo ' Va chkü chen im Keller
Wohnblock im Keller verbindet. Von mehreren ein gebaut ind. Sofern die se Bodenentwässerun-
Punkten dieses Fluchtringes aus führen Flucht- gen in Ordnung ind , kann ich in keinem Raum
gräben mit Notauslässen aus dem Trümmerfeld derartiger Keller Wasser ansammeln, weil es
des vo llkommen zerstörten Wohnblocks hin a~s dur ch den Bodenabl a uf abflie ßen muß. Notfalls
~Anordnun g d. Verfassers). Wird einer von dle- können sogar di e Deck el der meist inn erhalb der
"en Fluchtgräb en durch Zufall s-
treffer zerstört. ' s'o bleiben immer
~och die anderen, die eben fall s von
Jedem Punkt des inneren F lucht-
ringes au s erreichbar sind.
2. Sicherheit gegen ttberßutung.
Zu der Frage der "flutsich eren "
LS.-Räume ist folgendes zu sagen:
1. Wel c h e Möglichkeit e n
e ine s Wassereinbruch
ind denkbar?
a) Das öffentlicheWasserleitungs-
netz bleibt unzerstört, im inn eren
Verteilungsnetz des Hauses herrscht.
also der volle Druck der städti-
~chen Leitung, der da Was er bis
7.Um obersten Stockwerk hinauf-
Preßt. Beim Einsturz des Hause
~Vech en die inneren Leitungen, das
assel' läuft mit voll em Druck un-

Bild 11 .

89
Bild t 2.
Ili cht gel' ig ll et, ulld di e Be\\'ohllel"
des H a us es \\'e nl e ll bessel" auf all-
ti er e L S,-Hiiume ve l'\\' iese ll.
STQA55 E,
Bild 1:1 ze igt ein e il Fall aus Ill e i-
Ilenl gege n\\'ärtige ll Tätigkeits-
NOTA~U5~l~Ä~l;~. . . . . . . . . . . ., .. . . .,.~. . . . . . . .__t-lF~~~ g ebiet, bei dem es möglich ist, eill e ll
voilkollInIellen '\'assersack nach-
träg li ch Il oc h zu e n t\\'ässel'll: e ill
L S.-H a ull1 illl Ke ll e r e in es Laza r e tts
Jllit abges tützter Stah lbetondecke.
Gasschleuse. Gasb le llll e il an d e li
Fenstern U S \\'. , aber ohne j eele ll
Bodenabfluß, a ls o eill vollendeter
\\ ·as;.;e rsack und darüb er fünf Ge-
schosse! NU ll ste h t aber das Ge-
l\:eller angeo rd nete n R eilli g ungssc h äc hte (Rev i- bäude auf sta rk a bfa ll e lld e m Gelä lHle, ;';0 daß
siollsschächte) abgehoben w erden , so daß e in vom Hof bi;.; zur ~traßense.ite e ill H ö h e nunt e r-
weiterer, ill jedem Fa ll. ausreichender Abfluß scllieü VOll et \\'a Z Geschossen besteht. Nac h <l er
des Wasse r s gewährlei::;te t is t (Bi Id 12 : "Vo ll- Talse i te zu ist a lso di e na c hträg li c h e Herste l-
komm e n flut s icherer Kell er ") , lun g eill es Bodenabflusses möglich. Di es es B e i-
b) K e I I e I' 0 I) n e B 0 den a b f I u ß. aber i n- spi e l möge a ls AllI'egung für ä hlili ch e Fäll e
folge ei er äußeren Gel!ändeverhä ltni sse nur tei l- di e li e n.
w eise unter Ge lände li ege lId (fa ll e nd es Ge lände ). Einen besonders krasse n Fall ein es ,."Va sser-
Führen a n der Tal seite ni ed rig- ge lege ne Fenster sac kes" (Bild Hi ) lel'llte ic h 1930 ge lege ntli ch
unmittelbar ins Frei e, 0 kann das "VasseI' in e in es "Sonderlehrganges für Luftsc hutzbaub era-
so lch e n I(ellern nur bi s zur Brüstung::; h ö h e des ter" an e in e r Laml es luf tschutzschu le ke nn e n,
ni edrigst ge legenen F e ns ters ::; teige,n (Bilt! 13: Geracle di esel' Fa ll wurde a ls id ea le r und Muster-
L S,-Ra um geze igt: Ein a ltes, ho chgi ebe-
li ges Fac h\\'erkhaus. Von d er S traß e h er
gelangt man in d e li breite n Hausflur,
El\\'a 10 m inll erhalb eie r Hau stür i::;t im
Fußb ode n e in e Fa ll tül', Kl ap pt man elie
STAASSf:
Türe ho ch , dalln kallil mall auf einer
ll e ue ll e is el'll e n \ Vende ltJ'eppe dur,ch
e i li e n brun ll e ll al·tigen Sc hacht e l\\'a 10 m
in die Ti efe hinunter ste ige il und ge langt
in e ill e n \\'aage r ec hten , tu nn e lar tige n ,
geräumigen S toll e n, der aus dem Fe ls
ge Ita u e n ist. Du r ch di e Falltür führt
auch eill e ne u e \ Vasser lei tung in deli
L S.-H a um hinunter. Di ese Art Felsen-
k e Il e r stammt aus früh er e r Zeit, \\'0
"Teilweise überflutete I< e ll er'· ). Be i verschütte- sie als F luchtkeller bei I<ri egsgefa hr ge di e nt
te n Notaus lässen und F lu chtwegen würde man haben so ll . \Veiter rü ck\\'ärts i n dem Fe Ise Il-
also sch li mmstenfa ll s nur etwa bis zur Hüfte im stollen führt 110ch ein mal ein e ll ge rer Lüf-
Wasse r s tehend ausharren müssen. tungssc hacht zur E I'doberfläche in eill e n klei-
c) I< e ll e' r ohne Bodenabfluß, d ie vo ll Ii e ll Lichthof hinauf, de r Ilun a ls Notausstieg
unter de r EI'de liege n , so claß also das "VasseI' benutzt w erd en so llte und oben mit ein em eise r-
auch ni cht durch ein ni ed rig ge lege nes Fenster nen Deckel, in gasd i cht em Wasserfalz li egend,
abfließen kann , soge n. " Wassersä cke" . die bi a bgesc hlosse n wal'. Nic ht nul' eier gesamte L e hr-
oben hin vol laufen könn e n (Bild 14: "Vo llk om- sta b, so nd ern auch vie le L ehl'ga ngste iln ehm er
m e n ü,b erfluteter Kell er "). Solche n I< e ll erräumer, hatte n de n Einclruck, ei ne n no c h s ich er eren LS .-
is t sc hon bei der Auswah l (a ll gemeine E ignung Raum köllil e es Üb erhaupt ni cht mehr geben,
a ls LS.-Raum ) beso ndere Aufmerksamkeit zu war el' doch offenbar vollkommen bombe nfes t!
widme n . Das Absperren d es Hauptwasserhahn es 111 eier gemeinsamen Besprechung üb el' das Ge-
is t hi er no ch kein sich er es Mitte l, da ja,
ein Wassereinbru ch von außen her mögli ch
is t. E s is t a lso schon bei de r ersten Prü-
fung zu unters uchen , ob et\\'a im Nachbar-
hau se r echts oder links eine Abflußmög-
li chkeit nach Ziffer 2 a oder 2 b vorhanden
ist, so claß durch Brandmau erd urchbruch HOF srWSE
Abhilfe geschaffen \\'erd e n kann. \Venn
auch das ni cht zutrifft, besteht no ch die
Mögli chk eit, elen Kelleraufgang e ill es d er-
art gefährdeten Hauses so gegen Einstu r z
zu s ich ern. claß die LS.-Raumillsasse n je-
denfa ll ::; bis über ~den zu el'\\'art e nd e n
Höchs tstand des 'Wasser ::; (a lso in s Ercl-~
geschoß) hinaufftüchten können . I s t auch
elas ni cht erreichb~r, dann sinel cli~ be-.
treffende n Rellerraum e ab LS. - Baume Bild 14.

90
se hrnr filliite ir h mich verptiicltt et, a uf di e
g roße Il l~efaltr e n ge r ade di e~es LS.- lhw ill es Ilil l-
Zuwe ise n : Bei e ill em E ill~tur z di eses a ltertüm-
lich en H a uses - ulld da s i~t doc h das mind e ~t c ,
Wom it mall bei eill e m Luftan g riff r echn e n muß
- wird di e vord er e Falltür s ic hel' vers c hüttet
u.nd danll zum Sargcleck e l, m ög li c ll c rw eise wird
Sie s ogar durch sc hl age ll . Au ch d er
~'ü c k\\"äl'ti ge gasd ic hte Ei~ e lld ec k e l GAIiTEN
111 üe m e ll ge n Li chthof dürfte \\'ahr-
sc he ilili clt v ersc hüttet und zuge -
de Ckt \\·erd e ll. Noc h s ich er er is t
abe r b ei e ill em Eill- L . Sll...
sturz d es H a u ses mit \lOllIWNME ....
eill em Bru ch d er UBfUfwrH
Wasse rl eitun ge n zu
r ec hn e ll, ulld d er
ganze F e l ~ e nk e ll e r
läuft bis obe n vo ll ,
ohne da ß die In- Bild 15,
sasse n entrinn e n
k önll en. \ 'e rb esse-
f'un gsvo rsc hl ag : Ge -
mauerte od er be to ni e rte "Au sste igeze ll e" im das Ha u;; üb er d em Kopf zu sa mmengeschm et-
Hau s flur üb e l' d e m Sc lt a cllt a n S te ll e d e r Falltür, tert word e n is t, ges und und unv er sehrt und
außerdem zuv er:läss ige und b e ~ollCl e r s s tark e mögli chs t sogar ohne fr emde Hilfe wi eder
Au ss teiIun g de;; ga nz e n H a u s flur es von der Aus- in s Freie ge la nge n k ö nn e n. W er da s für übe r-
steigeze ll e bi s zur Ha us tür hin . Se lb s t we nn trieb e n h ä lt, dem i s t ni c ht zu h e lfen. J ed e nfalls
diese a uße n versc hütte t se in so llte, Lt der ganz e sol l in diese m Zu sa mm e nh ang und zum Sch luß
C\.bgestützte Erdgesc h oßflur we lli gsCe ns ein VOI'- hi er e in er der viel en Erfahrungsberi c hte der
Uberge he nd e r Flu c ht- und Sc hutzraum üb er dem letzte n Ze it (Lufta ng riff auf e in e s üdd eutsc h e
Wassersaclc Die Gege nwirkun g di ese r h öch s t S tadt) a u s zu gsweise wi edergege ben w erd en , um
Un erwarte te n Kritik ä uß erte sil;h , kurz z usam- nur an e in em kl e in e n Au ssc hnitt zu zeige n , in-
mengefaßt, et 'vva fo lge nd erm a ße n : ,,-'Vas de lln wieweit di e LS.-Rä um e zuv erl äss ig ware n:
nicht no c h a ll es? 'N e nn der Himm e l ein s türzt, Vo ll s tändi g zers tö rt e J lä use r 2:35
sind ebe n a u ch a ll e Spatze n tot , und se lb s t a uf Vollkomm e n zc rs törte LS.- Hä um e 6
dem Sc hl ac htfe ld ka nn es vo rk omme n , daß a ls Sc hw el' bcsc hä di g te LS.- Hä unl e 1:3
letzte L osull g das be ka nnt e "He lm ab zum Ge- Erheb i ich besc h ä di gte L S.- Il ä LI m e 17
bet" au sgege be n werd e n muß. " Bei e i ner derarti- Le ich t besch äd ig t e LS.- l1 ü um e 17
ge n Einste llun g lag a ll er d in gs noc h der weitere S ta n d ge h a lte n habe n 182 L S .- ll ü Llnl c !
Vor'sc hlag lI a he, di ese h er oisc he A.u fforderun g In d en L S.-Rä um e n \\'[l ren P c rso n r n 2639
gleich üb el' d e n Falltüreinga ng 11lnma le n zu cla\'o n ge fall r l1 6,2 v.ll.
lasse n. \'e rl etzt 1,8 v. lI .
un ve rl e tzt s in d ge bli ebpl1 fJt v. H.!
Diese r Fall s oll wi ed erum ze ige n, daß m a n
beim Bau von LS.-Rä um e n e rst clann a ufh öre n W e nn man dazu bede nkt, daß be i einem L u ft-
darf, we nn nach m e n sc hli che m E rm esse n a ll es angriff leid er au ch s chw er e Vo ll treff er vorkom-
getan is t, um jeg li ch e r h eute d e nkbare n Gefa hr m en , gege n die ein be h e lfsmäßi g h erge ri cht e ter
ZU b egeg ne n . Vi e ll eicht wird auc h hi er man ch er LS.-Raum ebe n ni cht ge feit is t, fernel', c1aß
kl'iti sc h e L ese r den e in e n ode r a nd er e n VOI'- man ch e d er 235 H ä u se r wahrsc heinli ch k e in e
' ~ hlag a ls üb ertri eben b ezeichn e li , di e
ein en vi ell e icht, \\'eil s ie 'der b equ e m en
Weltans cha uun g huldi ge n: "z u un s
kommt ja cloch ni chts", a nd ere möge n
Vi ell eicht sage n: " i;;t ja a ll es ganz
Sch ö n, aber w oh er s oll man a ll das
Zeug n ehm e n , was man dazu bra u cht" .
Der deutsc h e Soldat aber k e nnt no ch
a ncler e Losull ge n a ls " H e lm ab zum
C;ebet", z. B. : "Hin derni sse \\'erd en
Ub el'l'annt ; \"iders tand \\'irel gebro-
che n ; \\'as 1I0twe ncli g is t, muß geta n
I\·e l'de ll ". Hi er gibt es do ch nur zwei
Wege : e ntw eder Luftsc hutz mit a ll
,;einen Mühen, U llb equem li chk eite n
Und Kopfz e rbrech e n od er gar ni chts.
Wenn aber Luftschutz, dann ri chti g
Und kein e Halbh eiten, ri chti g und un-
verdrosse n bis in di e letzte n Fo lge-
~'un ge n! l; r'e ili ch kal1ll man ni cht für
Jede n Fall ein b es timmtes R ezept a ll -
!l'eben, ab er eill Zi el muß man imm er -,
1111 Auge behalten und un ermüdli ch
Verfo lgen : Die In sasse n ein es L S.-
Raum e;; mü ;;se n, a uc l! \\'e nn ihll e ll lUd 16.
idealen L S.-Räum e hatten, sonderll eben schlecht versucht, um sO mehr müssen wir ihm unseren
und recht ,.hergerich t et e", dann kann man die unbeirrbaren Widerstandswillen entgegenstem-
angeführten Zahlen als einen übeneugenden Be- men, um so mehr müssen wir unseren Scharf-
w eis dafür gelten lassen, daß un ser e LS.-Rä um e sinn aufbieten, um auch auf diesem Gebiet der
doch zuverlä ssig sind, jedenfall s zuverlässiger Abwehr mit unbeirrbarer Zähigkeit und in U11-
und sicherer als irgendein selbstgewählter Auf- verdrossenem E in satz a ll es zu unternehmen, wo-
enthalt im Freien . Da ß s i e noch zuverlässiger mit d iesem satanischen VernichtungswahnsinJl
und bess er werden können und müss en , das zu begegnet w erd en kann , womit sein e Absichten
zeigen war der Sinn der vorliege nd en A rb eit. J e nach Möglichkeit vereitelt und die Aus wirkun-
mehr der Feind in blindwütigem Haß s einen un- gen se ines Höllenfeuerwerkes soweit wie nur
verantwortli ch e.n Vernlchtull gs willen au sz utobe n irgend möglich abgesc hwächt werden.

Improvisation im Luftschutz
Manfred Baron von Ardenne, ßel'lin
Eine alte Erfahrung lehrt, daß es für jede Watleu- Ziele dienen di e vorgeschriebenen Kontl'ollgänge.
al·t eine Zeit gibt, in der sie besonders erfo lgreich ist. Unter besonder s günstigen Verhältnissen und vor
Dieses Intervall nähert sich dann seinem Ende, wenn a ll em auch in größeren Werken dürften di ejenigen
unter dem Druck der Wirkung dieser Waffe alle Materialien und Fachkräfte zur Verfügung stehen,
Kräfte mobilisiert sind, um Gegenmaßnahmen zu er- um nach einem im Frühjahr 1943 veröffentlichten
s innen und durchzuführen. Daß in unserer Zeit hoch- Vorschlag 1) B l' a n d born b -e n m eId e a n lag e 11
entwickelter Technik die Spanne bis zum Einsatz In i t SeI e n zell e n zu installieren, die im Luft-
wirksamer Gegenmittel kürzer ist als in früheren sch utzraum das Zünden von Brandbomben bzw. das
Kriegen, ist unmittelbar einzusehen. In der Zwischen - Entsteh en von Bränden sofort anzeigen. Meldeanla-
zeit liegt es ebenso im Inte r esse aller wie auch im ge n nach diesem auf der Basis photoelektrischer Be-
Interesse jedes einzelnen,. alle nur erdenklichen a,us- lichtungsmesser aufgebauten Prinzip haben den Vor-
nutzbaren Wege zu beschreiten, um die Wirkung der zug, daß sie auch bei Ausfall des Lichtstromes in Be-
feindlichen Terrora ngriffe abzuschwächen. Diejenigen [rieb bleiben, mit verhältnismäßig geringem Auf-
Wege, die für die im Durchschnitt vorliegenden Ver - wand erri chtet werden können und daß sie a u ch den
hältnisse im allgemeinen Luftschutz sowie im Werk- Bra ndort erkennen lassen.
luftschutz.in Frage kommen, sind durch Anweisun-
gen der zustä ndigen Dienststell en häufig erläutert Die install ation von Brandbomben-Meldeanlagen
worden. Diese offiziellen Äußerungen können sich, zur überwachung der Innenräume eines Werkes 'oder
Hauses erfordert ein entsprechend ausgedehntes Lei-
da bei ihnen knappeste Form geboten ist, nicht mit
tungsnetz und daher eine gewisse Zeit zu ihrer
MögliChkeiten befassen, die all ein unter gewissen
Durchführung. Im Laufe weniger Stunden und mit
günstigen Voraussetzungen ausnutzbar sind. Die Tat-
dem Aufwand eines zweiadrigen Kabels, einer Selen-
sache, daß nicht jede Maßnahme amtlich vorgeschrie-
zelle und eines Galvanometers läßt sich eine Brand-
ben werden kann, könnte allzu leicht dazu führen,
bomben-Meldeanlage aufbauen, die mit einer einzigen
daß auf eine Ergänzung der ö1'fentlich empfohlenen
Zelle den äußeren Teil eines Gebäudedaches und die
Luftschutzmaßnahmen durch zusätzliche, den ört-
äußere Umgebung eines Gebäudes kontrolliert. Im
lichen Verhältnissen angepaßte Vorkehrungen völlig
Hinblick auf die Wasserempfindlichkeit der Selen-
v·e rzichtet wird. Im Bereich des Verfassers hat sich
zelle muß die se in ein wasserdichtes Gehäuse ein-
jedoch der Wert solcher zusätzlichen und individuell
gebaut werden. Die Anbringung einer so lchen .Zellen -
abgestimmten Schutzmaßnahmen bei m ehreren klei- einheit2 ) an der Fahn enstange eines einzelnstehenden
neren und größeren Fliegerschäden sehr eindrucks-
Gebäudes zeigt Bild 1. Die Zelle befindet sich hier
voll erwiesen. Der Aufforderung der Schriftwaltung, in horizontaler Lage, mit der lichtempfindlichen
einige Mitteilungen über nützliche I m pro v isa -
Schicht nach unten , etwa 22 m übel' dem Erdboden.
ti 0 n e n zu geben , ist der Verfasser daher gern
Nach Ansch luß eines mod ernen hochempfindlichen
gefolgt. Spiegelgalv'anometers an die beiden Elektroden der
Bei einem Teil der in den fo lgenden Zeilen be- Zelle konnte vom Luftschutzraum aus das Abbrennen
schriebenen Schutzm.aßnahmen sind gewisse Mate- von Brandbomben verschiedenster Typen bis zu
rialien, Instrumente oder Teile notwendig, die meist einem Abstand von ungefähr 100 m vom Gebäude er-
nicht oder nicht in a u sreich ender Menge zur Ver- kannt werden. Die A u ß e n übe I' w ach u n g mit
fügung stehen. Diese Maßnahmen soll en d ennoch e in e I' e in z i gen übe I' s ich t s z e I I e beaeutet
miterwähnt werden, weil ihre Erörterung sehr ge- natürlich nur dann einen wirksamen Schutz, wenn.
eignet ist, zu eigener Initiativ e anzuregen . Auch wie in dem vorliegenden Fall, die Dachfläch e des Ge-
dürften verschiedene der die Möglichkeiten beim bäudes gegenüber derjenigen der gesamten kontrol-
Werkluftschutz überschreitenden Maßnahmen z. B. lierten Bodenfläch e klein ist. Nur bei einem solchen
dann gerechtfertigt sein und in Betracht kommen , Fl ächenverhältnis wird es unwahrscheinlich, daß die
wenn es sich um den Schutz besonders wertvoll er Dachfläche von einer Brandbombe durchschlagen
Institute od er ähnlich es h andelt. wird , ohne daß auf der sehr viel größeren Au ßen-
fläche weitere Brandbomben abbrennen . Diese ein-
I. Hilfs e inrichtun gen zur b e sseren Er - fache Anlage mit einer einzigen Selenzelle ist auch
k e n nun g d es G e f a h I' e n m 0 m e n t e s. als Ergänzung der größeren Anlage zur überwachung
Die m eisten Schäden bei Terrorangriffen entstehen von Innenräumen ä ußerst nützlich. Sie gibt eine Art
bekanntlich durch Brände. Die erste Vorbedingung
für ein e wirksame Bek ä mpfung der durch Brand - 1) Man fr e d von Ar d e n n e : "Der Bau von Brandbomben-
bomben ausgelösten Brä·n de besteht darin , daß das Anzei~eeinricht un~en mi.t Sperrschicht-P,hotozellen ." ,.Gallchulz und
Luftschutz" 13 (1943) 99 11.
Fallen der Bomben rechtzeit ig el'kannt wird . Di esem ~) Bauart Ardenno-Kristall . Borlin-Grunewald.

92
Bild I. Anbringung einer SelenzeUe in wasse rdichte m Gehäuse möll.
lichsl hoch fiber de m Ge bäude zur Feststellung des Zündenl vo n Bra nd.
bombeD in der nähereD und we iteren UmQebunll dei zu schütz.nd ..
Hauses.

geren l"ortp tlanzuilgsgesch windigkei t des Schalles


den Scltutzrauminsassen in den me istc n F üll en im
I'oraus das Bombe ngeräusch a ngekündigt und a n -
gege!.Jcn \\'erd cn , ob di e betreffenden Bomben für d e n
e igcnen Ort ungefährlich sind.
Eine II i 1 f sei n l' ich tun g a u f 0 P ti s c h er
U a l:I i s, die sich zur bcsseJ'cn Ueurteilung d es je-
wciligen Grades elcr örtliche n Gefahr vo rzügli ch !.Je-
,I'üllrt lt at , \I'ird durth die Uil d er 2 und J \"eran-
schau lichl. Di e Einrichtung e l"laubt von einem bom-
hensichere ll ' nterstanel aus etwa 7 m Tiefe di e
I'isuc ll e Beobachtung d es lJimm els in e inem Ra um -
\\'inkcl von fast 90° bei h cnorragend er Li chtstärk c.
\Ii t ihrc r Hilfc ist cs ni cht nur m ögli ch , die Lage von
:\ Iflrk ierungszeichen (Christbä um en und Spreng-
]llillkt c n d er Flak usw.) zu crkcnn en , so nd ern sogar
Srilein\\'c rfc rs tra hl en und den \Vid cr sc h cin von
Bril nd cn in rler C mgcbung zu schen. Dic Einrichtung
hcstellt au" einem klcinen astronom isch en Sch ul -
fe rnrohr und ist, \I'ir Bi ld ~ ze igt, in dc m Ausstieg
des Bll nkrrs aufgcste llt. Di p Beo llachtung crf olgl
dl/l Th ('in Irtngl1 renl1l\"C it iges. in d ie 'c h\l tzraumtür'
(' illl!r llaut r" Oklliar. Ein I'l an" pi ege l \ '0)" lind hinte r
d pm Ff'rnro hr hC\I'irkl di c d em Au ssti cg a ngepaßte
Kni ck un g dcs o pti schen Strahlen gan gcs. Du rch d as
Fcrnrohr wird l·crgr ößci·t e in c große kurzbrennwei-
ligc !.J ik onk a \·e (odcr k onvexc) Linse beo ba.c h tet, di e
örtlich er VOl'warnung. \Venn Bra ndbomLJen mit ihrcr gc mäß Bild .3 in d.cn \ 'c rscblußd eck c l des Au sstiege s
Hilfe a ngezc igt \\'erd en , so mü ssen unv erzügl ich Kon- c lIl gc lassen ISl. DlCse Lin se gestattet e", d en Himm el
lrollgiin ge vo rge n om m en werd en . E ine Anlagc n ac h in dcm sc h on c rwä hnt en Ha 1Jm w inke l zu übe rseh e n.
Art vo n Bild 1 r egistrie rt durch Momenta na u ssch lägc Für (Tagcs-) Ang riffe hei klarem W ctter hat s iclt
all c h die Li e htcn t wicklung von in nä h er cr oder wei- di e in Bild ;,. gezcichnete einfach e H i 1 f se i n r i c h -
I el'er Umgehung (bis zu etwa 1 bi s Ph km Abstand ) fun g g ut be\l·ä hrt. Durc h Anvisi e re n d cs d em Be-
,"xp lod ier e nd en Bomben. Bei d cr Beo bachtung so lch er ol1achtll n gsort am nächsten fli egen de n F e indflug-
.vlom ent n.nall"sc h liigc knnn dahe r wege n der gerin - zCllgcs lll ngs d er ge r a d en Ka nt e d es W in k el-

Bild 2. Au. ei nem k leinen


!s tronomischen Schulf e r D~
rohr , 2 Planspiegeln und
tincr ku rz brenn wci tigcn Kon-
oav. (o der Konvex·)Linse
, usBmme nges lellle pe risk op.
arlige Einri chlu ng, aufge ·
stent im Au sstiea eines
Lu ltsc hulzb unken .

lAl l. 1 110" VU fU V. rI . .. . r1

Bild 3. Blick a uf de n Deckel


des Bunke r aussliege. mit
de r ku rz bre nnweiligen Hilf.-
linse. Mil Hille dieser Linse
und de r E i n ric hlun ~ gemäß
Bild 2 ge lingl vom Bunke r
die vis uelle Beobachlung
deI Himme ls in e inem
Raum wi nk el vO n etw a 9041,

93
m e S ~ (' I' S lInd n:1<' hfolge nd e ,\j ll Ni l ll1 g des \VerIN; BIld, :J helspi els \\' eise di e l\ ns ir lil \'o n e in e m \\' e lt -
dc r milU c l'e n Skala fo lgl d e I' It o l'i zo nlal e :\ bs land , ge ll e nd gege ll 13l'and bZ\I', sr llJl oli en l\ bbl'alld ge-
a ll e rdin gs nlll' fül' di e ange no mm e ne miltl e l'e Fillg- sehützt e n Dac hstuhl e in es kl e ine re n,' beso nd e rs
It ö lt e \'o n 7 km, Di e ollel'e Ska la iSI fü\' de li F a ll YOI'- \I'l'rt\' o ll e Anlagen e ntha lte nd e n I'o rscl l 11 ngs-
gese he n, daß de I' 1'11\'s fe indlich e I' Bo mbe l' ge na u üb e l' institut es, Es ha nd e lt s ic h Iii er 11m ein Da c h ,
d e n e igenen Ol'l füllrt , 0111'('11 ,\l oIPSlll1g der oberen desse n scli rüge F läch e n mit Sc h ieIe)' und dessen
Sk a la ka nll in diesem F a ll e \I'iedl'l" [ü]' di e sch on Il o l'izo nLa le Flüch en a ußen m it nicht bre IInbare r
e r\\'ühnl e' FllI g hö ll e IIl1d dip <Ilig('n omm en e Fillg- D1Lc hp:l.jJpe be legt sind, Au f di e Da c h papp e s ind
gesc llwind ig keil di e Ze il in Sekllnd pn a llge lesen \I'e \,- a,ld:le n (; laswollmqtLe n aufgek le bt , el ie b ei 1'vle l-
d en , di e da s F lllgze ll g bl'a ll c lil , 11 m hi " ii he l' d en dung d es An l1uges größere r Verbünde m it W asse r
besprengt lI'erd e n, Di e Holzte ile auf d e r Innen se it e
des Dach st uh les s ind mit d e n üb li cJ le n Schutzmitteln
imprügni e l't und übe rdies bis in di e le tzten Ecken des
Dac hstu hl es IT)it Glas\l'o ll e umk le id et \I'o rd en, De r
Dac llboden ist mit ein Cl' et \\'a (j c m starke Il Schicht
vo n trockenem Sand bedeckt. Al lßel'dem wurde nac h-
Irüglich ei ne Brandmaue r gezogen, J n d e m darunte l'-
li ege nde Il Gesch oß sLnd J l.o lzmöbe l na ch Mögl ic hkeit
enLJe1'l1t und bre nnbare nicht be nöti gte Te ile e nt-
\I'ede r m it Glas \l'oll emalten od er mit d e fe k te n Dach-
ziege ln oder Schi eferpl atte n b e legt. Durch di ese Maß -
nahm e n in d en verschied en en Slockw e rk e n ist das
Lnts te llen zusammenhängender g ro ßer F lamm e n , di e
so nst die Deck enba lken entzünden, se iH' e l'sc h \l'ert. -
Zur Ve l'hinderung d er Bl'andausd e hnung in horizo n-
tal e r Hic htung wurd e nicht nur d ie sc h o n e rwähnt e
Bran dmau er im Da d~gesc h oß er stellt, so nd ern übera ll
im gan zen Gebüude \I' ul'd e n di e ni cht unbedingt be-
nötigt e n Türöffnunge n zugem aue r t und a n ge eigneter
Ste ll e eisern e Bl'a ndtüren ein geba,ut und e i nige Tür-
öffnlln gen in Tragmau e rn d es H a u ses durc h Zu-
"te il e n mit ein e r Zi ege ls tein\l'and brandsichel' \'e l'-
se h lossen , Auf di ese vVe ise erf o lgte e in e Unterteil ung
d es be tl'effenden Cebäud es in Sc hott en, Um e in Ü be r-
Annahmen ! g l'e i fe n d es Brand es zwi sc h en d en Sc hoUen au f
/'1itt/~rll flughöhll • 7km i.iIlßere m W ege zu \' c rm e id en. \\'lIl'd e n a ll e Vorhänge
Ni/tl_re FI1I9gllse/twin- lind Cal'd inen entfe l'l1l.
t1i!ktJ/~ • 5'10 *h>/st d Maßna h'm e n wi e die gesch il d e rt e n erge be n n a tür-
li c h einen besond ers \I'irk samen Sc hutz, \I'enn s ie
el'g ü nz t s ind d ul'ch Bereitstellung von ge nügenden
Lösc ll\\'a sse rmen ge n , durch VOl'handensein von
Stoekll' c l'k shy drante n und durch di e anderen üblich e n
LllftscJ lutzmaßnahm e n, insbesond ,' re a ller dUl'ch
\ 'o l' ha nd e n sein der im \' or a n gegange nen Abschnit t
besc h ri e ben en Me ldean lagen,

IlJ. Bei s pie I e von I m j) I ' ° \'


isa t ion e n
zur Abschwächung der Wirkung
Bild 4, Zurichtu ng eines einfachen Wi nkelmesse rs als HilIsge rät zur von S P l' e ng b 0 m ben,
besseren Erkennu ng des Gefahrenmomentes bei T agesa ngrillen,
Di e Zahl d e r dlll'c lJ in der Umge bung gefa ll e ne
Spre ng b<!mben te il\\'e ise besc hüdigten Geb~iud e jgt
e ige ne n Ort zu ge la nge n, Zu di ese m Zeil punkt is t mindeste ns 10 bis 20 mal so groß wie die Za h l d e r
,be ka nntlic h un ge fä h I' das Au ft r e fl e n \'Ol'll e l' abge- clul'c h Voll tref'fe r totalze rstörten Ge bäud e, Da her be-
w o d e ner Bomben a m e ige ne n Ol't m öglic ll. Di e s te h t e in e wesentlic he Aufgabe darin , di e umfang-
Kennlni s di ese l' Ze it ist fül' d e n Se lllliz kl ein e l'e r Ge- r eiche n Sch ä d e n zu ve rr i nge rn, die s ic h in nähere r
' bä ud e be i Tagesan griflen mi t g ut e l' S icht se hl' wi c ll - lind weile r'e l' Umgebung d e r Einschlags tell e n von
tig, Ma il kann mit ihl'er Hilfe z, B, d enj e nigen Ze it - Spr e ngbomben e in stel len , Um h ierfür di e wirk-
p unk t besseJ' e rke nn en und a n ge ben , zu dem Lösc h- sam sten Gegenmaßnahmen h e rau szuf inden , muß
a rbeite n k ll l'zze i t ig Zll U nt e l'bl'ec li e n s ind , 11 m c i ne man 'ic h ve rgegenwäl'tigen, daß di e von d en Ex-
Gefü hl'dlill g dpl' Löselimann sc ha ft e n ZII ve l'm eid e n , plos ion e n verursachten Lllftdru c kwe ll e n e in em un-
ge h e ure n Sturm gleichen , d er in Brucht eil e n e in el'
Se kllnd e und mit. wechse lnd e r vVindri c htung da s Ge-
H, B e i s pi e I e \' 0 n Im ]1 r 0 \ ' i sa t i 0 n e n IJtL ud e dUl'chbl üst. ZUl' E rhall ung \'o n Fenstern und
ge gen E I' a n db 0 m b e n, F e ns terra hm en genü gt es be i e in e m so lc hen Sturm
E in 'ehr \\'i c hti ges Probl e m b e i d PI' Bek ämpfu ng ke in es wcgs, nur di e Fenste r zu öffn e n , so nd ern es ist
von Brandl)o mben beste llt dal'in, ," o l'sorgli c he M a ß- nolwc ndig, a ll e, auch di e obe re n F e n s t e [' f es t-
n a hm e n zu tl'e ('fe n, d ie di e Br a nd e ntwi c k - zlI s l e ll e n ode r n oc h bes se r ihr e L age
I u n gin h 0 r i z 0 n ta l e r 11 n d ver t i kai e I' dill' C h di e im Hand e l e l'h ä ltli che n F e d e l' n z 11
ni c h tun g entweder ganz y e I' hin d e J' n od e l' s tabi l i s i ere n, ]n d en offiziell en , Mi tt e ilungen ist
doch w enigsten s starj, verl angsa m en , ]n di ese r Ri ch- imm er wiedeI' die E n t f e I' nun g d e \' 1 n n e n -
I.ung k a nn d e \' einzeln e \\'ese nUi c l1 üb el' di e für d ie f e n s le r gefordert wOl'd en , Auf G rll nd gesamme lt e I'
All gem e inb (\it em pfohl e nen Maßna.hmen hinau sgeben El'fa lll'llng ,i st d e·[' Verfasse r' im eige n en Be l'eich sogar
lind l) e l' ~ iin l ich e Inili a tive entwirlu' ln, So YP l'm itt e lt cl:t7.11 i'IIlCl'gegang 'n , he i, Meld ll ll g d es Anfl ll ges stäl'-

94
(oder, wo di e a ngä ngig ist. a uch
sch on vo rh er ) all e Tür e n so
". e i t wi e m ö g I ich g e ö f f n e t
und dur c h vo r g e· s te l I t e
San d t ü te n und ä hnl iche Brems-
mitt e l b l oc ki e rt w e rd e n. Die
Erhaltung ,·on Türen und Rollos
durch di ese Maßnahm e kann beson-
ders dan n gr oße Bedeutung gewin -
ne n, wenn zurBrandbekä mpfung d ie
.-\lJdi chtung bestimmter Rä um e not -
wendig wi.rd. Durch das Auf-
ha lten d er Raumö ffnun ge n können
die Luftd ruckwell en ungehindert
d as Ge bä ud e durchströmen. Hier -
durch werden di e Druckdiffel'ell7:
nac h au ßen und mi t ihr die Be-
last ung des Gebäu d es gem ind ert.
Di e ört l ic h e Stä r k e d e r
o r u c k w e i l e n vo n i n n ä h e-
r e l' und we it e r e r Um -
gebu n g e in ge fa l l e n e n
Bild S. Blick auf e inen durcb lmpräQ nierunQ und Umkleidung alle r S pr e n g b 0 m b e n k an n s c ho n
Holzteile mit Glaswolle . owie durch BeleQunQ der BodenDäcbc mit vo m L u fts c hutzraum a us
Sand leuerQe.cbützlen Dacb boden eines kleineren ForschunQsi nslitutes .
du r c h B eo b ac htun g e ines
J e infa c h e n Bal' o m ete rs ab -
ge s c h ät z t w e r d e n. Di e Intensit ät der Dru ck -
kerer Verbä nde auch die A u ß e n f e n s t e r besonders wellen und die Za hl der ge fa ll enen Bomb en wer -
Wichtiger Räum e für die Zeit d es Angrif1es h eraus- rlen durch Größe u nd Anza hl d er Zeiger a USSChläge
zuheben . Di e Lageru ng d er F enster i t stets so durch- des Ba rometers unnlittelbar a ngezeigt. Nach einiger
7.uführen, daß sie bei d em stärksten tur m ni cht um- Erfa hrung lernt m an die Größe d erj en igen Aus-
fall en können und da ß ferner von der Deck e h er a b- sc hl äge k ennen, von denen ab bei den gegeben en ört.-
stürzender Putz die Scheiben nich t zerschlä gt. Grund- li chen Verh ä ltnissen mit Schäden a n F en stern und
sätzlich sollten auc h etwa vorh a ndene Roll os, die be- Türen od er mit Decken schäd en zu r ec hnen ist. Sn
Sonders schwer ersetzbar sind, bei Alarm hoch - zeigt Bild 6 di e typische R egistri e rung d er Ausschlägr
gezogen werden. Ein besonder hoher Prozen tsatz a n eines An eroid -Barometers bei ein em d er letzte n
Besc hädig ungen von Türen und Sch lössern lä ßt sich Terrorangriffe a uf Berlin. Auf Grund d er Beobac h -
dadurch a usschalten . daß grund sätzli ch be i Ala rm tungen wä hre nd d es Angriffes hzw. n ac hträgl iche1·

mmllg
r--ßauer. eig_nt/;t:hen AngriffS NIfI't7 36Nin. ~
r-- I . WIIII8 --I r Jr· Welle ---1
Et~.s&hlag.stel/e
I i o n.f96zDgene.s
"''''',gSMusch
I
dsm Bunkenugo ng II Kurr~s, ..t..qrtlg~
PICJ1~ß'äu.sc"

:" , ( ~ I Ob~~~rM ~V
NOCh Ire./ne
/ Schäden

E'-"'g& (jlas-
. / ' und rürJehad tJn .'
'1 /iiSJB o n dunn oron
Zwi.srhenwandsn
in Ob~r6 f1 ,UrKk-
werIren
Entfernung bis zur
E/n.s,hlagSJt~fle
elwtJ: fO 20

lUd 6.. Typloch. ReQI. trlerun4 der Aus.cblliQe eines Aneroid-Ba rome ters bei e inem Te rroranQrill aul Berliu (Rel.tiy weni,e , ..treute
Sproaibomben von mittlerem Kalibe r. Relliotrlerort auBerhalb dI r &Die~r llfenea Zone .)

9S
Festste llungen ist cli e Registri erung mit eIni gen Er- 11 nd von BI in d g ä n ge r n h p s s e r e r k e n n -
kl ärun gen ver seh en . Jn vert.ikaler Ri ch tung s ind bei haI' i s 1. Mit di esen wird stet.s d ann Z ll r echnen
dieser Registri erun g di e Ausschlag \\'er te in Milli - sein . wenn im Anschluß a n d as ch arakteri stisch !'
m etern Queck silber säul e angege ben und in horhon- Ra ll sch en oder Pfeifen von d em (in den m eisten
taler Ri ch tung di e Uhrzeit. Jn guter über ein sl im - Ha ush altu ngen vo rh a nd en en ) Barometer k ein erl ei
mung mit den \Verten di ese r Registri erun g steht di e DI'uck sch \\'a nkungen a ngezeigt werden .
früh er 3) mitge teilte Beobachtung des Verfasse rs. d a ß Bei Verwirklichung d er im Ra hmen dieses Auf-
bei einern h a nd elsübli ch en An er oid-Ba r om et er yon satzes gegebenen Anregungen od er a nd er er den je-
1 km entfernt falJ end en 250 kg-S prengbomben Zeigel'- weili gen örtlich en Verh ä ltnissen angepaßter eigen er
ausschläge von 5 mm Queck s ilber säul e in dem Vorschläge , vor a ll em bei der la ufend en Beobachtung
gleichen unter d er Erde befindlich en Bunker gegeben d er ver schied en en An ze igevorri ch tungen , verstärk t
waren . Ausdrü ckli ch sei d arauf hin gewi esen , daß sich für di e In sassen d es Luft schutzra llm es d RS
di ese Beobachtung eber. so \\"i e die aus Bild 6 erkenn - (; efühl , d en feindli ch en Untern ehmungen wäh -
baren W erte nur ein en sehr ungefä hren Anhalt gebe ll r end d es Angriffes nicht m ehr völ lig t atenlos gegen -
k önnen , da in jed em F a ll e di e A1I sschl ag werte stark übel'zusteh en . Di es ist ein wi chtiges ps y c hol 0 g i -
abhängig sind von d en jeweil s h elT ch end en Luftweg- sc h es M 0 m e n t. Jm gleich en Sinn e wirkt a uch
verhä ltni ssen bi s zum Registri er ort, von d er Ba ro- die Beschäftigung mit ph~'s ikali sc h e n Beobachtungen .
meterlrägheit usw. Di e tatsächlich erreich ten Ma xi - um durch Bestimmun g d er Zeitdifferen z zwischen d er
malwerte d er Dru ckwell en li..Qgen nat ürli ch wesent - Beobachtllng d es Explosionsfen er sch eines vo n Bom -
li ch h öher als di e abgelesen en Zeiger a usschl äge , weil ben 1Ind dem Eintre ffen der durch das Barom eter
die m ech ani sch e Trägh eit d es Barometersystem s Z1I a ngeze igt en Luftdruckwell e d en Abstand d er Ein -
groß ist , um d en schnellen Schwa nkungsersch einun- schl agstell e zu erkennen (Laufzeit d es Sch a ll es in d er
gen verzerrungsfrei zu folgen . Dllrr.h Aufzeichnung Sekunde bek a nntlich etwa 1/ 3 km ). Aus solchen
der Barom eter a u sschläge n ach Art yon Bi ld 6 wä h- Messungen , bei d en en die ein gangs beschri ehenen
r end d er Angriffe gelingt es . 0 b j e k t iv e U n t el' - Meld ea;nl agen und eine Stoppuhr gllte Di enste leist en .
l age n üb e r di e lokal e Stärk e d e r An- ist m an überrasc ht. erkennen zu mü ssen , da ß a uch
g r i f f e zu erh alten , die spä ter zu Vergleichen h eran - solch e für d en Beobachtun gsor t völ li g un gefäh rli ch en
gezogen werd en könn en . Sprengbomben , di e m ehr als 1 km entfernt fa llen .
Der besond er e W ert solch er Au fzeichnungen mit m eist ein en unnötig starken r ~yc h o l og is c h e n Ein -
genauen Zeita n gabe n, insbesonder e, wenn so lch e Auf- dmck hinterl assen .
zeichnungen un abh ä ngig a uch in d er Nachbarschaft
durChgeführt werd en , li egt d arin , daß mit ihrer Hilfe
31 M. v, A r den nein .. Deutsch~ AI1i1em ei n~ Zeitun{ ' vo m
das Fall e n vo n B 0 m b e n mi t Z e i t z ü n d e r n 2. Februar 1944.

AUSLANDSNACHRICHTEN
11111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111II I I I I I I I I I I I I I I I ml l l l l l l l l l l lili111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111II11111111ijl l l l l l l l l l l l l l l lllllllllllllllllllllllll l l li 11111

Schweiz ford er e es mehr En erg ie, sich untätig in ein em Luft -


schutzraum a ufzuhalten in de r Ung ewißh eit, ob nicht
Nachklänge zum Fall Schaffhausen. inzwi sch en di e eigen e Habe verni cht et w erd e od er
Der Luftüberfa ll u s.-a m erikan isch er Bomber a uf Angeh öri ge in Lebensgefa hr schwebten , a ls auf
Sch a ffhausen am 1. April dieses Jahres, über d en a n r igen e Faust loszuzi eh en und zu h andeln .
a nd erer Stelle au sführli ch beri cht et wurdeI ), hat An die Frage d er 0 f f e n h a l tun g der Lu f t -
mancherlei Begleiterscheinungen und a uch unter - sc h 1I tz l' ä um e b ei Flieger a lar m schl oß s ich be-
schiedliche Ansichten und Stimmen üb er die Zweck- so nd ers in Zürich ebenfa ll s ein e öffen tli che Erörte-
mäßigkeit der Luftschutzvork ehrun gen und der ZUI' nm g a n. So wurde bem ä ngelt, daß in ein em privaten
Sich erun g d er schw eiz eri sch en Lufthoheit getroffe- Wohnhau se k aum 2.4 Stund en nach dem Angriff a uf
nen Maßnahmen gezeitigt. Hi ervon sei n achsteh end Schaffhausen bei einem Fliegeralarm der Luftschutz-
einiges wi edergegeben. r a um geschlossen bli eb und de r H au sme ister er-
So wurde z. B. b eanstand et, d a ß n ach d em Angriff kl ä rte, daß d er Luftschut zl'aum erst "im J{ri egsfall e"
einige - offensichtlich im Zu sammenha ng mit den geöffn et werde 4) . Gleichzeitig meldeten s ich St imm e l1
vorangega ngen en Neutra litätsverletzun ge n - inter- zu \~T ort e, die b eh a upt eten, daß auch die s tädtisch en .
ni erte ame rikanisch e Fli eger "durch di e Straßen fl a- a Iso öff entli ch en, Luftschutzräume während des
nierten und sich den an geri chteten Sch ade n an schau- Alarmes geschlosse n geblieben seien, und di e Frage
ten "2), sowie fern er , da ß ein e J n cl u s tri e I u f t - e rhoben , wozu denn di ese Luftschutzräume für das
sc hut z abt e il u n g a n ein er Stell e u n t ä t i g teure Geld der Steuerzahler eigentli ch geba ut seien.
her um s t a n d und sich a n den L ös c h ar b e i - Bemerkensw ert s ind a u ch die a n gebli ch en Beob-
te n n ich t b e t e i I i g t e. Letzter e Bemä ngelung ach tun gen und F es tst ellun ge n einer Sch a ffh a u serin
hatte ein e Ri chti gstell un g zU!' Folge 3 ), in der dara uf gelegentlich eines in Züri ch erl ehten Fli eger a lal'Tlls.
hingewiesen wurd e, daß d er Indu stri eluftschutz Sie schreibt hierüber 5 ) :
kein e unabhängige Organisation sei, die von ihren "Ich saß am Donn ersta g, d em 13. April , im Zürch e l'
Führern selbs tändi g na ch fr eiem Ermessen eingesetzt Ba hnhofbufett, a ls kurz vor zwei Uhr mittags Flieger -
werden könne. Es handele sich hier vielmehr um a la rm gegeben wurde. Mein E r schrecken wal' sehl'
eine dem jeweil s zu stä ndi gen Territori a lkommando groß, weil ich b ei d em Schaffhauser An griff dabei ge -
unterstellte Einheit , die sich a n die W eisun ge n d es w esen war und den Schock psychisch noch ni cht
Pl a tzkomm a ndos hin sichtli ch ihres Einsatzes zu "verd a ut" h atte. Da b ekanntli ch ein gebranntes Kind
h alten habe. Letzterem aber sei bek a nnt gewesen, ' das Feuer fürchtet, erkundi gt e ich mich schleuni gst
da ß die fraglich e Abteilung e in satzbereit w a r. W enn nach d em Schutzraum. Ma n sah mich ve rwundert
s ie trotzd em ni cht ein gesetzt wurd e, so h ä tt en dafür und läch elnd a n und wi es mich nach d em P erron 6.
unzweifelha ft woh lerwogene Gründe vorgelegen ; als Aber ni em and machte Ansta lten, in Deckung zu
solch er wird di e Mögli chk eit a nge führt, da ß es sich geh en . All es bli eb seelenruhi g sitzen . .TR. m an ch e
bei der gena nnten Abtei lung z. B. um die letzte Re-
serve in d er Hand der örtlichen Führung gehandelt 1) Vgl. "Gasschut z und Luftschut z" 14 (1944) 67 11.
habe. Jed enfa lls habe der Führer di eser Abteilung ") "Die Tat" , Zürich, VO m 12. April 1944.
3) "Die Tat" vom 23. April 1944.
t a ktisch völlig einw andfrei geh a nd elt, a ls er di e Ab- 4) "Die T a t" vom 4. April 1944.
teil ung nicht von sich aus ein se tzte. 1m übri gen er- 5) "Neue Zürcher Zeitung" vom 20. April 1944.

96
Lra tell sogal' vo r das Gebäude auf de n Bahnhofplatz \\' ah rsam el e:; Schu tzr a umpersonals. Der b etreffende
uno ga11ten ZUI11 Hlmwel empor, Ich jJJues:;ell lJül ::;chutzra um wa r t h a tte n;lit Recht keine Veranlassung,
ra:;ch Ua VOll Ul e Bahllhof:;tralJe hina uf - 1111 .I::lallll- um der Ne ugIerd e de r E1l1senderin will en das W erk-
!Jof :;ellJer ll'U e:; micH nIcHt - und bielt AUS:;Cllau zeugbrett zu öffn en.
u acL Uem er:;ten Ollelltucben ::' Cllutzra U1U. ß:; glUg i. Der Notausgang des öffen t lich eu :::ichutzra um e:;
l.Wer fur ClltlJa r lange, IllS l cb ell<.Ihcl1 eJl1 e a er begebr- \\·tl r \\' eder "erklemmt nocb eingerostet. Der SpliUer -
len :;cllwarzgellJen 11l:;chrULCIl vor 11111' hatte. Wah- :;chutzd eck el konnte am 21. April von ein em cinzelnell
r end Uer L. el t m eJl1es H erumrennens b aLLe haU.! Kontr oll or gun durch einen en ergisch en Stoß ohn e
L.U1'i ch ew :; turzen k Ollnen . Uuu ich gla ub e, lch wal' weitere Muhe geöffn et werden.
ub erha upt Ul e emzige .Per:;oll, Ule ell1 ell h. eller s ucble. J . Der Schutzra ulllwart h at den b eidcll Schaffhau-
Mu' kaUl e:; vo r, alS ob n elJen n11r eh e L e u te wie :;OUil-
tagH clle ~p a zl e rgang e r emh er:;chlellUen en . i\och :;el'innen das in j edem, so a u ch im b etreUenden
hone mUll Uw l' lUgze uge :;unen, no ch :;ah lllan SiE! öl'fentlich en :::ichutzraum vorbanden e W.c. gezeigt und
dw un verschlossenc Türe dazu geöffne t. 1m h. e11er-
- ull d vor ::;ch a ul eu:;Lern :;tallUen Juuge Da w en uuu gan g, jedoch a u ßerhalb des Schutzraumes b efi n de n
betra chtete n Hute uud hleld er! :;ich zw ei we iter e W.C ., di e nicht zum S~hutzraum
In ll el11 h ell er, den Ich b etra t, wal' u a türlich k eill e geh ör en, son d ern dem Geschäftspersonal des be-
::;eel e. Di e LU!Lschutzwartin, elle gelallgweilt O1) eu an treff en de n Gebäud es zur Verfügung :; teh en , Vermut-
Ller Treppe :; talld, sah nuch WIe elll MOlls trulll a ll , li ch d ürfte die Einsenderin diese b eiden ver schlosse-
als ich ßwla ll begehrte. Danll lachte sie I111 Cll ll'e unll- nen Aborte gemeint h aben.
Il ch -uuLl el11lg a n ulld a l11U Slerte :;lch an lueUler An g:; t.
::;ie lachte a u er m cht mehr, a ls ich erza1llte, was lcb I• . Das Verh a ltell der beidelJ ~c h affh a u se rillU e lJ die
1fl ::;ch a flh a u:;en durch gem ach t hatte! l\iun wal' :; le übrigen :; den öf1 entlichen ::;chulzra ul1l nach zwa'nzig
:;ogar :;ehr zu vorkOUlmeull Ulla ful1rte UlICll 1m lia uul Minuten , er. h . vo r Ende Alarm, verlassen h a ben, hat
llerUlH, IndellJ :;le uur zeIgte, WIe vonrell lich alle:; auch den Schutzra ulil\\' art sehr m erkwürdIg b eruhrt.
eUJgenchtet wäre. Ma ll lalleJ. wH'lillch a ll es lur uen Der Umstand, selbst ein e Homb ardi er ung erl ebt zu
ßrlJ:;uaH: \\'a:;se nroge, ::;and, \'\'erkze uge u:; \\". haben, gibt weder ein Hecht zu abfä lligen Ä ull erun-
Allelu, ab ich nacb uell1 Notausgang lOr:;l.;bte, ge- gen gegenüber dem Sch utzra u m p ersonal noch zu Em-
schah e:;, uatl die Ture zur ::;tra..Jje Sich uurclla us 1\1l.;l1t :;end ungen an di e .Presse, die j eder :;achli ch en
olllI en h ell. ~lC wal' ve rlil eillillt oaer ewgeroste t, was Gr un dlage en tb ehren und die geeign et s ind, das Ver-
welll ich schon. Zu zwell unu zu dntL - e1l1 Ma nCh en trauen m die Bezugsb er eitschaft de r öffen tli chen
WUrde h erb eIgeh olt - s temmten wu' uns u msonst Schutzräume zu gelahrd en. Luftschutz-lnsp ek tora t
gegen da:; 'l'orlelll: e:; blIeb h en ne tl :;ch zu. J er Stadt Zürich."
Auch die W erkz e uge, eJ.le a u aer vv a nd a ngeni etet Diese Äußerung d er zuständigen am tlicb en Stelle
waren, konnten n iCHt abgelost werden . ::;chuetlhch lä l3t w eder a n Schärfe no ch an Deu tli chkeit zu wün-
und ndlich fehlten die \\ .L .-~c hlu s:;eJ. . Mu' k am da schen übrig. Dennoch bleiben einige Widersprüche
in d en :::i1l1n was ich in :::icha tlhausen beolJachtet zwisch en b eid en S~ellungnahm e n b es tehen, die zu
hatte: währe;ld wir im h ell er ztttenen, ve rlangte elll klär en .ni cht , un ser e A Ulgabe is t. Wohl a b er zeigt
Kind u ms a lld er e nach dem "Häusch en ", und Ule .Er- dI ese Dls kuSSlOn - nur deslJalb haben wir sie wi ed er-
wachsenen a n erboten s ich ve rdächtig eIlfertIg, die gegeben - , da ß d er F a ll Sch affhau sell zw a r die Ge-
Kleinen bach oben zu begl eiten. Ein geschlos:;enes müter der Eidgenossen in einige Aufregung versetzt
W.c. nützt in sol chen F ä llen r echt w el1lg! h a t, daß aber zumindes t einige von ihnen den Kem
~o habe ich während der Zurch er Alarm:;tunde d er S~che noch nicht erfa ßt h aben . So wiChtig es
allerl ei b eob a chtet, was mir nicht ganz gefiel: zum a u ch 1St, daß a ll e LuftSChutz vo rber eitungen bi s ins
ersten die grolle Sorglosigkeit a uf der Straße, zum einzeln e ge troffen si nd und daß jeder Bürger s ich im
zw eiten die Situation im h eller (10 ta usgang, der Ernstfalle luftschutzmäßig verhält, das wiChtigste
uicht a ufgeht, a ngelötete W erkzeuge, ve r:;chlosse n e is t und bl eibt nicht die p er sö nli ch e Sich erheit des ein-
Ka binette). 1m A ugenblick ein er u n erwa rteten Bom- zelnen, sondern die Sicherheit der Gemeinschaft des
bardierung w'ürden sich diese GleichguJtlgkellen Staates. nd diese ist im Falle d er Schweiz nu;' ge-
:;chw er r äch en. Man kann mir hunde nmal sagen , geben, wenn die :\eutra lität un d damit die Lufthoheit
Zürich sei nicht Sch a ffhau sen, Züri ch h a b e em en dieses La nd e:; von a ll en lüi egführ end en geachtet
::;ee, liege tiefer im Land drin u s w. Da:;, ist sch ön werden. Wi e es hi ermit in Wirklichk eit steht h abe n
und r echt. Aber n achts könnte da auch emma l der ab er der Angriff a uf Sch a ffhausen und sein' Nach-
See unsich tbar sein und die fr emden Piloten kÖlll) - :;pieF) mit nur a llzu groß er Deutli cbk eit erwi esen.
ten unser e schw eiz ~ rische S ta dt mit einer südde ut- ü ber die Bedeutung dieses ganzen Fragenkomplexes
sch en v erw ech seln . für das jetzige und künfti ge Geschick d er SCh weiz
Ich find e daß man nach a llem, was man in Schaff- ist man sich a n ve rantwortlicher Stelle d er schwei -
h a usen d~rcbgemacht h at, a uch in Städ t.en wi e zerisch en Staatsführun g selbstver stän d li ch vo llstän-
Zürich , vVinter thur, Base l u :;w. die Ala rmbestlmmyn - d ig kl a r , wie di es u. a. au s einer Anfang Mai a uf d eru
gen viel sch ä rfer a usbauen sollte. Ich kann mcht P a rteitag d er Schw eizerisch en Konse rva ti ve n Volks-
versteh en d a ß h eu te 110ch viele Zürch er la chend partei geh a lte nen Rede des Bundesrats E t t e r h er-
denken: ,:Wir werden 11a lt ni cbt gescheiter, eb e uns vo rgeht. E r betonte, daß die s c h w e i zer i s c h e
a u ch so unli ebsame Zückerli a uf den Kopf gefa ll en Neu tr a l i t ä t , d ie se it Jahrhunderten' a us inn er er
sind! " " Notwend igke it h er a us leitender Grundsatz d er
Di ~ vorstehend \ovieder gegebc ne Einsendun /? a n .die sc hw eiz erischen A ußenpOlitik gewesen un d dadurch
"Neue Zürch er Ze itung" enth ä lt sicher sehr VIel Ri ch - zu ein em B eg l' i f f des I n t e l' n a t i o n a l e n
tiges, ist a ber - offenbar unter der NachW Irkung der R e c b t s geword en sei, k ein en Schw ankun gen unter -
in Scbaffhausen erl E:bten E indrück e " a u ch nlcbt liegen dürfe. Die Scbweizer seien dah er entschl ossen
frei von ü berlreib u ngen . Da letzter e gee ig net. schie- in diesel' Hinsicb t ihre Pflicht bis zum End e di ese~
nen, der schweizeri sch e n Öffentlicbke lt em ganzh cb Kri eges und darüb er binaus un erschütterli ch und
falscb es Bild vom derze iti ge n Stande der Luftschutz- restlos zu erfüll en 8 ).
vorber eitungen zu geben, nahm .d as Luftschutz- In die em Zusammenha nge i ·t a u ch a uf ei n e a us-
[nsp ektora t der Stadt Zürich abschh eßend ~as W ort führli cb e Dars tellung de r zur S i c b e l' u n g der
zu fol gender Entgegnung und R I c h t 1 g s t e l - sc h w e i z e r i s c b e n L u f t ho h e i t durchgeführ-
lu n g 6) : ten Ma ßn ahmen hinzu we isen , di e die a mtllcb e
"" N 0 ti z z u e in e m F I i e ge r, a l a r m". Am Schweizerisch e Depescbenagentul' in Bern Anfang
20, Ap ril is t unter diesem Titel die E m se ndung e m ~r Mai a usga bg) , Nacb einer eingeh enden Schilderung
Sch a ffh a use rin ver öffentlicht worden, in we lcb er d.le
Verbä ltnisse in einem öffentli ch en Schutzra um 111
Zürich kritisiert wurden. Di e darin a ufgestellten Be- "} .. eue Zürcher Zei tung" vo m 29. April 1944.
1} Vgl. .. Ga .. chulz und Luftschutz" 14 (1944} 75.
h a uptungen s ind fa lsch, . .. 8) .. Völkischer Bcohacht er" vom 9, Mai 1944
1. Die \ Ve rkze uge in el en öffentli ch en chutzraum e ll 9) .. Die Verleidieung unseres Luftraum es " Ah2 edruckt u. a. in .. Neue
s ind nicht angeni etet. Sie .s ind mit ein em VO,rhang- Zürcher Zeilung" und .. Neue Be rn e r Zei tung" sowie .. Emmenthaler
SChloß gesichert. Der Scb lussel befll1det s lcb 1m Ge- NacllCichtoD " (Mün.ineen). sämtli ch vom 5. Mai 194-t,

97
des EinsaLzes der schw eizeriscLeu LuftaL wehr UIHl sch aft zu ver se tzen. Wollte m a n bei uns de n Vor-
d er diesem oft entgegen st eh enden ::;ch wlen gkeitelJ a larm einführen, so h ä tt e dies zu r Folge, d aß nich t
wird als Ergebnis 1es Lges Lellt, da Ll die sch weizen sche n ur d ie üb er floge nen u nd benachb a rten Gebiete a lar -
Flieg ertruppe sich s ell hnegsbeginn ihrer a us (j er m ier t werden mü ß te n, son dern d a ß bei jed em Einflug
::iich erung des s chwelzen sch en Lultrau llles er waclJ - fr e md er F lu gzeuge in de r ganzen üb rige n Schw eiz
sen en Aufgabe vollauf gewach sen gezeigt h ab e uu u g leichzeiti g Vo ra la rm a usgelöst w er den mü ßte; de n n
som it zu eIDern besonders wich t igeIl 111SLrUllle Jl t zu!' man ka nn nie wissen , ob die urs pr ü ngli ch e F lugr ich -
Er'haHung UeI' sch weizerischen Ne u tJ'aJitil t g ewo !'- tung beibeh a lten wird od er n icht. Eine der ar ti ge
uen sei. Ma ßn a hm e h ä tt e ein e V e l' m e h r un ~ der F li egerwa rn -
Ubrigeus hat der Al1gl'iff auf ScL aJ'fh u usl:! u CI'U\:: u t sign a le zur Fol ge.
uie Diskussion da rüb er a ufleben lassen, olJ es nicht Es is t a ber au ch a usgeschl osse ll , den Fli eger a la nll
zur Sich erung ues s chw eizel'lsch el1 Luftru ulll es gegell lla ch d em vcrlllutli ch cn Grael d er Gefa hr abz us tufen .
Neutra litä ts verletzungen b esser unu n chliger se I, dIe \I a n kann nich t wi sse n, ob fr e md e, u nse r Hoh eits-
V e r dun k I u n g au f z u h e IJ e n . Besoll ders a u::; ge bi et ve rl etzend e F lugze uge Bomben ab \\' el'fen oder
uer Ostschw eiz, wo lu a n sich unge::;ichts de r zun eh- vo n ihr e n Bord wa ffen Geb rau ch mach en werd en und
m enden Terrora ngriffe a uf südde utsch es Geble L 1lI ob Abstürze zu be fü r ch ten sind . Di e bi sh erigen Er -
erhöhtem Ma Ll e bedroht [uhIL, liegen za hlreiche fa h ru nge n mit den üb er fl iegun gen u nser es La ndes
::itimmen in diese m Sinne vor. EiDlge Ver fechter sp rech en h ier ein e deu tli che Sprach e.
ein er solch en Änderuug d eI' bish er g eltenden sch weI- Di e Eillführ u ng ein es : tufen weisen Fli eg er a la rms
zerisch en Luftschutzbestimmungen gingen soga r so ll1uß d esh a lb abgeleh nt w erd en ."
weit, zu b eh a upten , da Ll die Durcb fuhruug der Ver - Au ch ui e Frage des Lult ::;chut zes in chul e n od e r,
dunklung an SIch s ch on "ein e pOSIti ve HalJ d lung zu r ri chti ge r ge: ag t, d ie Frage d es I u f t s c h u t z m ä ß i -
Veränderung der norma len Bel e uchtung sei, um ge n V e l' h a i I, e n s cl e I' S (' h ü I e I' ta u ch te in di e-
Flugzeuge d er einen hri egspal'tei a n der Orientierung selll Zu a m me nh a ng a uf. :;0 wurd e z. B. berichtetl 9 ),
zu hindern und da mit d er Gegenpaltei di e Möglich- da ß be i dem Fli ege ra la r m a m .\fon ta g, dem 24. April
keit zu geben, diesen Angnffen zu entgeh en ··l O). 1944, der u m d ie Mittags t un d e a usgelöst w urd e un d
Auch die Gemeinderäte von Kreuzlingen l l ) und St. he i Beg inn d es :\'achmittags unten ichts um 14 Uhr
GalJen l 2) sprachen sich für eine möglIchst vollstä n- 1I 0ch a nda u er te, ein zeln e Leh rer ihre Schül er kurz er -
dige, zumindest aber teil weise Aufhebung der Ver - ha nd w ied er nach Ha u e sch ickten. Mit Rech t w urd e
dunklung aus. Es fehILe jedoch a uch ni cht a n Stim - hi eran bemän ge lt, daß el ie Sch ü ler a uf di es e W e ist'
men, die davor warnten, lediglich a us Gründen d er ge nöt igt war en. s ich noch lä nger a u f der St ra ße a uf-
persönlich en Sicherheit d er Grenzbewohn er nun das zu ha lten, al s die!' bei F li ege ra l!1 rm ,,'ün sch ens\\' er t
Kind mit dem Ba d e au szuschütten und .\l aß na h men lind zweckmäßi p- sei. :'\u r ein zeln e :;; cbulkl a ssen
aufzuheben, die einzig und a ll ein zu m Schu tze des ha lte" ge chl ossc n d ie Luftsch u tz r ä u me a ufges u cht.
gesamten Schweizer Sta atsgebi e tes von d er Ar mee- Aug en SCheinlich m a ngelt es in dieser Hin sicht a n
führung angeordnet word en se i e nl ~ ) . Au ch der stän- ge na uen Vo rsch riften für el ie Lehrers ch a ft. Auf jeden
dige Militärausschuß der !freis inni g-d emokra tisch en Fa ll a ber war di ese Mögli Ch keit offenba r in dem
Partei der Schweiz befaßte si ch i m Anschluß a n eine ., AB C des Zürch er Schul-Lufta larms" ni cht b erück-
Erörterung der in Schaffha usen gesam melten Luft- s ichtigt, üb er das wir de r Schweizer Pr ess e die fol-
schu tzerfahrungen mit der in der schweizerisch en gende Glosse20 ) en tn ehm en , d ie d en Abschluß di eses
Offentlichkeit viel um stritte nen Frage der Aufhebung Be ri cht bilden möge :
der Verdunklung; er kam ein m ütig zu dem Ergeb- "W a s tut der Zürch er ABC-Schül er i,n F a lle VOll
nis 14 ) , "daß eine Aufhebung der Verdunklung aus Lufla la r m ? E r schl ägt das umfa ng r eich e AB C d es
Gründen der Neutralität und der Sicherheit sowie mit Zü r eh er e h ul - L u f ta l a rm s auf, das ihm
Rücksicht auf militärische Bedürfnisse nie h I, be- I'es p. d er Eltem - und Leh r er ch a ft soeben v iel' volle
fürwortet werden kann". Auf Grund dieser allent- Schl'eibm asc hinen seiten stark in die Ha nd gedrück t
halben erfolgten s tarken An teilnah m e a n dieser für wird , un d er fäh r t in di ese m reichli ch ko mplizierteIl
die Aufrechterhaltung der schw eizeris chen J. eutra - Schriftstü ck vorers t einma l, "va ri ch t iges Am ts-
Iität bedeutungsvollen F rage sah sich schließlich deutsch i t. Es wimm elt da ri n von "Sowohl - a ls
auch der Bundesrat genötigt, hierzu erneut Stellung a uch ", von a) , b) und c),. vo n NB. und E rm essen sfä ll e n,
zu nehmen . Zunächst allerdings ford erte er vom Eid- von Abschnitten u nd Un ter abschni tfen, so da ß m a n
genössischen Militärdepartement einen eingehenden glauben m öchte, hier h abe ü ber ein elJ reichli ch ak-
Bericht zu dieser Angelegenheit an; es war jedoch tu ellen und pra k t isch a n zu wend end en Gegen sta nd
vorauszusehen, daß dieses und demzufolge a u ch der nich t d er Schulvors ta nd der Sta dt Züri ch , sondern
Bundesrat nur zu dem gleichen ablehnenden Ergeb- ein gerissen er Aktenl, ü n s tl er ein e Preisa ufgabe ver -
nis l6 ) würden· kommen können , wie sie es vor etwa fa ßt. In diese m g roßa r tige n Ka nzl eifaszik el ver-
einem Jahr d er Offentlichkeit g egenüber vertreten sch winden beispielsweise am Hi mme l ni cht die fr em -
hatten, als die Frage " Verdunklung od er nicht ?" den Bo mber;sonder n el ie "Gefa hren m ome nte", womit
schon einmal die schweizerische Offentlichk eit be- de r Fall b) d es er sten Abschni ttes ein zutreten h a t.
schäftigte l6 ) . W el' a ber s ich da rüb er orienti eren möch te, w as se in
Die trotz der im Anschluß a n den Angriff a uf «ind in eIer ch ul e zu tun h a t, wenn d ie "Gefa hren-
Schaffhausen von englisch er und uS.-am erik anisch er momen te' näh er kom men , da nn h eißt es in d iesel'
Seite abgegeben en Erklärungen w eiterhin zun ehmen - In trul<tion saub er und ver stä ndlich, daß da mit " die
den Neutralitä ts verletzungen und da durch a us- un ter b) eif e 1 hezeichn eten E rRch einungen eintre-
gelösten Fliegeralarme - 0 h atte z. B. Zürich von ten" u sw .
Montag, d en 24. April, mittags, bis Diens tag, d en Wir wollen die Zw eckm ä ßi gk eit d er Ma ßnahm en
25. April, nachts, a lso in ein em Zeitra um von nur nicht in Zw eifel ziehen ode r gar lä ch erli ch mach en.
etwa 36 Stund en, sechsmal Fli ege!'al a rm! - h a tten sond ern wund ern un s nur ein biß eh en , daß au ch hi er
auch zur Folge, daß die Frage nach der Möglicqk eit der Amtsschimm el wied er a usschl a gen muß nach der
einer Abstufung des Fli ege ra larm s je nach dem Um- Devise: W a.rum d enn einfach , wenn 's komplizi ert
fang der möglichen od er drohend en Gefährdun g de a uch geht. ... "
alarmierten Gebi etes gestellt wurde. Hi ermit befa ß-
ten sich zunächst einige 'tadtparlamente, 0 z. B. in 10 ) Ein ohn e Da tum in de r "Neu en Bünd ner Z c il u n ~ ". e hur . vom
Basel, Zürich und Luzern I7 ) ; schli eßlich mußte der 15. April 1944 wiede rg egebe nes Zi la t a us de m " SI. Galle r T a ~blatt " .
11) " SI. Galler T ag bl a tt" . Abe ndbl a tt am 28, April t944 . und " O i<
Bund esrat hi erzu ebenfall s Stellung neh m en . EI' Tat". Züri ch. vo m 30. April 1944.
lehnte wie zu erwa rten stan d, di e Einführung m eh - 12) "Neue Bern e.r Zeitung" v om 3. Mai und .. SI. Ga ll e r Volk.blatt "
rerer Alarmstufen mit folg end er Begründung l8) ab :. vom 5. Mai 1944.
13) H. B . in " Ne ue Zürche r Z e i tun~ " vo m 5. Mai 1944.
"Die Einführung verschi eden er Alarm s tufe? Is t 141 "Luze rn e r Neueste Na ch r icht en" vom 25. Ma i 1944 .
richtig und zweckmäßig in großen Räum en , wI e sIe 15) "Die Tat " . Zürich, vom 14. Mai 1944.
nur Großstaaten besitzen . Der sogena nnte Voral a rm 1,6 ) " Gasschutz und Luftschutz" 13 (1943) 113.
17) " Luzerne r T agbl a tl " vom 23 . Mai 1944.
muß nämlich so geraum e Zeit vor dem eigentlichen 18 1 "Bund". Bc rn. Morgenblatt vom 31. Ma i 1944 ,
Ahrm gegeben werden, daß die Bewohner der al!l:J'- 10) " Ne ue Zürcher Nachri cht e n" vom 27 . April 1944 ,
mierten Gebiete genügend Zeit haben , sich m Berelt- :101 "Neue Zürch er Nachrichten " vom 29 . April 1944 .

98