Sie sind auf Seite 1von 71

Jlte und Neue

- 8EAuſicaliſche Vibliothec,
Shuficaliſcmheess
Oder

LEXICON,
iſar Se

Darinnen
Die Mutici, ſo ſich bey verſchiedenen Natio-
nen durc< Theorie und Praxin hervor gethan,nebſtihren
Schrifften undandern Lebens-Umſtändenz
ingleichen
Die in Griechiſcher / Lateiniſcher / Jtaliäniſcher und
Frangöſiſcher Sprache gebräuchliche Muſicaliſch? Kunſt- oder ſonſt dahin
gehörige Wörter, nach alphabetiſcher Ordnung vorgeſtellet, erklähret und
beſchrieben werden.

WFile n SWuſic-WSiebhabern
und Ergebenen zu nüßlichem Gebrauch
Stüc:Weiſe ausgeferti get und miele
von

Johann Gottfried Walthetn,


Fürſil, Sächſiſ, Hof- Mulico und Organiſten zu 8. Petri
und Pauli in Weimar,
Zu finden hiefelbſt bey dem Verfaſſer.
Gedruckt zu Erffurt bey David Limprechten , Herrſchaffil,Buchdr. 1728 „-“,.,,

Emin
0 Zm
fGlegedf
"SiFürſten und Hexrn,
BERND
V r A u q uhſeſin,enNuFJ,-
'SerßogenzuSac
lich, Cleve undBerg, auch Engert
En phalen/ "optwan inSeno
Mar nzu Neiſſen/ gefürſtetem Grafen zu Hen-
99
- „Neb erg;[Grafen zuder Marckund Ravensberg/
. Herrnzu Ravenſtein/

„Sein nädigſt-re jerendenLan-


Der. IE m

3 ID SCHANDE UCHCS 85 Votre 1344


v7

Dutchlauchtigſter Herkog, |
Syudädigſt- regierender Vandes-Vür
und Herr,

WES AßunterEiv.Hoch-Fürſil.Durchlauch-
RH tigkeit höchſten Nahmen gegenwärtige
M: ſchlechte Bogen auszu ertigenund vorDe-
[4 10 hohen Fürſten-Throne in tiefſter. Devo-
Z=
»
2727 E tion niederzulegen mich erfühnet , wird hof-
EIIIE <<
fentlich deſto eher zu entſchuldigen. ſipn, je
mehr Urſachen eben dieſe unterthänigſte Schuldigkeit von mir
erheiſchen wollen. Esſind die Erſtlinge meiner ſchrifftlichen
Arbeit, welche nec<hſt GOtt.auſſer Ew.Hoch-Fürſtl.Durchl,
niemand mit-gröſſern Rechte von mir fordern und aufnehmen
kan 3 maßen dasjenige, was darinnen enthalten, mit Göttlichen
Beyſtande unter Dero gnädigſten Landes-Schuße, in Dero
Hoch-Fürſtl. Relidenz , und bey der bisher gnädigſt gegönneten
Beruffs- Arbeit geſammlet, und in gegenwärtige Verfaſſung
gebracht worden. Undda jeßo alles mit Frolo>en und Wünt-
ſchen Eiv« Hoch-Fürſtl. Durchl, bey völlig angetretener
Regierung in unterthänigſter Submißion entgegen eilet 3 wie
ſolte ich nicht auch dieſes kleine Opfer in tiefſten Gehorſam dar-
zubringen eine ſo auſſerordentliche ſchöne Gelegenheit mit allen
Händen ergreiffen ? Zumahl da Dieſelben Zeithero garbe
-ſondere
Fondere Gnade vor mich geheget. Diejeßo zum Vorſchein
kommende Blätter fahen ohnedem zu allem Glü> dasjenige
an, was ſich in der MuſtcaliſchenWiſſenſhafft vom A anfän-
getzund eben dieſes iſt der güldene Buchſtab in Dero recht er-
freulichen Regenten -Nahmen, welcher uns lauter geſcegnete,
oder, nach der alten Mund-Artzu ſchreiben, güldene Zeiten ver-
ſpricht. Es geruhen demnach Ew, Hoch-Fürſtl. Durchl.
dieſen geringfügigen Beytrag in Ungnaden nicht weg zu legen z
fondern Dero bey ſo vieler Arbeit und Sorgen faſt ermit-
denden unterthänigſtenDiener fernerhin mit.Dero Gnadezu
erfreuen. Der Höchſte wird hiervor Ew. Hoh - Fürſtl«
Durchl. mitallem Selbſt erwünſchten höchſten Wohlſeyn
befrönen, eine.lange und geſeegnete Regierung verleihen, und
das ganße Land unter Dero Schutz blühen und wachſen laſ-
ſwf welches nechſt GOtt das einzige ſubmißeſte Verlangen

- Etw. Hoch-Fürſtl, Durchl.


- Meines gnädigſt-regierenden Landes»
- - FürſtensundHerns
Qeimar den i5tenNovembris T
17 28.

) 3 j unterthänigſten Kuechts.

TEUE 'yohann Gottfried Walthers,


vs ( 07) Fs.
ee EeHEEERENNENwannaemen
i
N4 0 Ey nani
ie)
8:5 =
9719084

Sorrede,
Aß vom Anfangedieſes jekt lauffenden Seculi bis'hie-
her, verſchiedene auch von verſchiedenen Diſciplinen
und andernMaterien handelnde Lexica in Teutſcher
Sprache ans Licht getreten,iſt eine bekannte Sachez
daßin einem und andern vondieſen auch einige der
edlen Muſic eigene Kunſt-Wörter angebracht und erflährtan-
zutreffen ſind, wiſſen diejenige, ſo-ſelbige durc<blättert haben:
allein, es hatnoch Feins von dieſer ſchönen Wiſſenſchafft „deren
Scriptoribus nd Cultoribus inſonderheit zum Vorſchein kommen
wollen, Es allegiret zwwar Marcus Meibomius in den Anmerduns
gen über des Gaudentii Introd, Harmonic, pP.30. eint Lexicon Mu-
licum ſeiner eigenen Arbeit; ob aber dieſes wür>lich heraus ge-
Fommen, oderals ein Opus edendum geblieben fey,habe nicht aus-
finden können. Imerften Fall, dörffte es doch nurinlateiniſcher
Sprache abgefaſſet, und demnach nichtvor jederman ſeyn: es
ſtehet auch dahin, wie ſolches etwa eingerichtet worden, “ Mr.
Broflard, ein Frankoſe , ijt demnach, meines Wiſſens,
der
einige „dem nachhero beliebet dergleichenin ſeiner Sprache zu
ſammlen und heraus zu geben, Weil Er aber nurdie bloſen Nah-
men der Muſicorum theoreticorum ( ohne zi melden : wer ſie ge-
weſenund wasſie geſchrieben) geſegzet 3 ſo hat dieſes eine Begier-
deinmir erweet, das,wasno< fehlet, zu eigner Nachricht und
Ergeklichkett (nach verrichteter täglichen mühſamen informa-
tion)aufzuſuchen,und ſo viel,als möglich ſeyn wollen,zu luppliren,
Hierzu hat nuninſonderheit der hieſige Hochfürſtl, Bibliotheca-
rius, und berühmte Con-Re&or des Gymnaſi, Hr. Job.?nattbias
Geſner, durch gütigen Vorſchub das meiſte POSERNGE DO
jet-
STRE

(namerttikaanenen wmranremmn
8) 0 (%
hiermit dan>barlich zu erwehnen,meine Schuldigkeit allerdings
erfordert. Die Au&ores Practicos, und deren edirte Werc>e be-
langend , haben, nebſt des Rogers und Parſtorffets vorhandenen
muſicaliſchen Catalogis, und andern etwa beſißenden eigenen
Sachen,auch im Werke ſelbſt citirten fontibus, einige ſo wol aus-
wärtige Gönner, Nahmentlich aber der Königl. Polniſche und
Chur-Sächſiſche ,nummehroſeel, verſtorbene Capell-Meiſter,
Hr. Johann Chriſkoph Schmidt/ zu Dreßden , ingleichen des
Chur-Bayeriſchen Collegiar- Stifftszur L. Frauen in München
Muſic-Dire&orHr, Franciſcus Xaveriv-Mlurſchbäuſer/welcher vor etli-
<en 40. Jahren den ſämmtlichen obgedachten Parſtorfferiſchen
Muſicaliſchen Verlag an ſich erkaufft , als andere einheimiſche
Freunde ein anſehnliches rühmlichſt beygetragen, Des wohlbe-
kannten Pringens Ziſtotiſche Beſchreibung der edlen Sing- und
Rling-Runſt iſtauch mit zu Hülffe genommen, und umbeliebter
Kürßewillen,allezeit nur unter dem Tityl; Hiltor, Muſ, von mit
allegirt worden.
Dieſes nükliche und ſonſien ſo wol von Mulicistheoreticis als
pra&icis viele Nachrichten gebendeBuch dienet wohl zumDurch-
leſen, nicht aber zum Nachſchlagen; weil das daran befindliche
Regiſternach der Verfaſſer Vornahmen eingerichtet worden
wemdieſe nun unbekant ſind,kan ſo dann nichts vonihnen ſoleicht
finden. Undeben dieſes iſt auch eine Urſach meines bisherigen pri-
vat-Unternehmens mit geweſen, Als aber die Gedanc>en ſich bey
mir erreget, es könnten vielleicht auch andere Muſici allerhand
Gattung, undinſonderheit Anfänger dieſerGOttundMenſchen
beliebten und angenehmen Profeßion, auf eine und andere Art
hieraus einigen Nutzen ſchöpffen; habe den Entſchluß gefaſſet.das
bishero in Alphabetiſcher Ordnung PTE nach und nach,
Buchſtaben-Weiſe dem Dry zu überlaßen, um dadurch 4
nehm-
3) 0
nehmlich jedem Liebhaber und LeſerAnlaß zu geben, dasjenige,
ſo hie und da noch unvollkommen wird befunden werden, und
ihm beßer bewuſtiſt, geneigt einzuſenden, als darum hiermit ge-
ziemend will gebeten haben; und alſo hiernechſt ihme, vor gar
leidliche Koſten, ein aus vielen theils raren und koſibaren Bü-
<ern gezogenes MuſicaliſchesWer> nach und nach einzuliefern,
Ich eignemir hiervon nichts mehr, alsdieingegenwärtige Form
und Sprache gebrachte Colle&tion zu, in Hoffnung, es könneviel-
leicht mit der Zeitein vollſiändigeres Wer> hieraus erwachſen
und hervor treten. Eshätte ſogleich jeßo dieſer Buchſtab um
eindrittelſtär>er erſcheinen können, wenn nicht gewiße Urſachen
hieran hinderlich geweſen, Der geneigte Leſer lebe in zwiſchen
wohl, bediene ſich dieſer Angabe, und erwarte (wenn dieſe wohl
und behende aufgenommen wird) infurgen den folgendenBuch-
ſtaben von dem

Verfaſſer,

LN. I.
Dieſer große Buchſtab bedeutet ſo wohl auf
den Umſchlägen , oder auch nur Uberſchrifften mußicaliſcher
. Stücke , als im General- Baſle „die Alt-Stimtne/und zwax inz
„ letztern ; daß ſie daſeibſt allein ſingen werde,
A. B.C.D.E, F, G.dieſe aus dem lateiniſchen Alphabet dex Ordnung
nach genommeneſieben Buchſtaben hat der Pabſt Gregorius Magnus ums
Jahr 594. eingeführet , und ſelbige nebſt eben ſo viel kleinern , nemlich :
abcdefsg(worzunod das doppelte aa gekommen ) denen damah!s
gebräuchlichen und mit Griechiſchen Nahmen belegten 1 Saiten zugefüget,
auch dadurch die intervalla muſica dergeſtaltbemercket ; daß von einem jeden
zu ſeinem nächſt-folgenden das intervallum eines toni inregri, oder ganben
- Tones ſey, auſſer vom b zum c, und vom e zum 6; (ebendieſes iſt auch vom B
C, und EF zu verſtehen) als zwiſchen weichen nur das intervallum eines Se--
mitonü,oder unvollkommenen toni muſici ſich befindet, Hierbey aber iſt wohl
zu merken: daß durch nyr gedachtes B u. b, upſer ießiges H u.h gemeynetiſt/
welches ſo wohl dazumahlb e geheiſſen / als noch heutiges Tages von den
Ausgländern alſo genennet wird.
'Abacof Evariſto Felice dall) ein Jtaliäniſcher Muſicus aus Verona büt-
tig, und Concert-Meiſter bey dem an, 1726, den 26. Febr. im 64. Jahr
4 verſtorbenen Chur - Fürſten in Bäyern , Maximilian Emanuel! , bak
vier Opera ediret, ſo ſämtlich zu Amſterdam in Kupffer geſtochen worden,
Das iſte Werck beſtehet aus 12, Sonaten von einer Violin und Basl; das
2te aus 10. vierſtimmigen Concerten vor die Kirche; das 3zte aus 12. ſo
wohl vor die Kirche als Cammer ſich ſchickenden Sonaten, von 2. Violinen,
Violoncello und Continuo; dieſes hater a Hetrboge von Foſhehgen
ie . eo-
2 ee Goms n Ring
Leopoldo. jenes aberſeinem Hexrn-dedicitet; und de ausSonate
a. Violino Solo e Continuo, 1 I0E e EAR
i- L KINE
nesſowohl
Abacus harmonicus (lat. ) alſonennet Kircherusdi€ Afvoſition]
manual- als pedal-Claviers. ZUE Mee 123 Ib 8 „I MUDih
Abbaſ
- drigſare
en,
(ital. ) abaiſler (gall.) deprimere Clau,);herunterlaſſe (enig
“: 4 PE EB 2 KNDE 5 8 I 2 011
Abbaſlamento di mano(ital,) abaillemönt de iis (gall.)das Niedexlaſſen
oder Niederſchlagen. der Hand, beym-Ta&gebn. ooo u=
Abbatini ( Antonio Maria) ein ſehr berühmt geweſener Componiſtzu Rom
um die Mitte des 17. Seculi, wie erdenn d ſelbſt ſchon an, 1638. Motetten
drucken laſſen, ) von Tiferno bürtig (lat. Tiphernas) iſt an verſchiedenen
Haupt-Kirchen, als St, Giovanni in Laterano , St, Loren: 0. in Damaſo,
bey den Jeſuiten / und leßtlich an. 1649, als Kircherus ſeineMuſurgie her-
aus gegeben, an der Kirche Sta Maria Maggiore Muſic - Dire&or geweſen,
und hat viele Muſic-Wercke ediret, : 6 2a
A battuta (ital, ) nach dem Tact. Kommt im ſtyls recitativo , und zwar
wehrentheils am Endedeſſelben , bey etwas lententisſen Worten, vor, '-
"Abblaſen, e turritibüs canere(lar.) iſt ein bey denStadt-Pfeifferngebräuch-
licher terminus, ; HUN FOF WON
Abdelmoumen,ein Perſianiſcher Componiſt, von welchem Petit de 1a Croix
in ſeiner Voyage du Levant viel Weſens machet, und davor hält:Erwä-
reder Lully zu ſeinerZeit (bey den Seinigen ) geweſen. ſ, BaronsUnter-
ſuchung des Jnſtruments der Laute, p.i36- 0
Abel ( Clamor Heinrich) ein Cammer- Muſicus zu Hannover/ aus Weſt-
phalen bürtig /hat unter dem Titul; Erſtlinge mo/aliſcher Blumen,
Allemanden , Couranten , Sarabanden , &c, theils mit einer Violin , theils
mit einer verſtimmten Viola di Gambaund Violin , nebſt dem G, B. zu
Franckfurt am Mayninfolio drucken laſſen) und zwarden ſten2 il an,
1674 3 den zten an, 1676; und denzten an.1677, Den erſtenhat er ſeinem
Heren Johann Friedrichen - Herkogen zu raunſchweig undLüneburg»
und den zweyten dem Magiſtrat zu Bremen dediciret. In demunter ſeinem
Portrait befindlichen Carmine erwehneter der beyden Schlöſſer Hünefeld
und Ippenburg ( jeho Iburg ) folgender maßen gardanbarlichi
Weſtphala gens vitam dedit , arx "Hunefelda“fauem
Arx Ippenburgum commoda millemibi. 0
- Nanc ſtudio eſt, ſuperis lervire ;pioque favorem
.- Brunſvici oblequio , conciliare Duc
. Mul-
nm SEENSENTata,
WoW 3
ZIE
SEW

mH magn0'debeo, cunda Deo. „.


Abel(Thomas')Hatdes Königs-in Engelland Henrici VIIT. Gemahlin Ca-
>thatinamin ihrerJugend in der Muſic und Sprachen informiret , einen
"Tra&ars- ndiſſolvendo Henrici & Catharina matrimonio geſchrie
ben;veswegener an, 1540 den3o Juliigehen>t und geviertheiletworden,
."frdas 'comp.Gelehrten - Lexicon, ' |
placito(ital.)-nach
( Belieben. es :vi
- Abinitio (1at.)-vomAnfange.
Aboucher(gall.) wird gebraucht von Orgel-Pfeiffen, deren labia gegenein-
: ander zuſtehen kommen, daß es läſt, als ob ſieſich mit einander unterre-
*. den wolten. Vonbouche,unddieſes vom lateiniſchen Wort bucca, als
: ſprächem in:adbuccare;abbuccare, ad buccam loqui, f. Furetiere Diflion,
Abreges( ga .)/alſoheißen die in den Orgeln an die claves angeſchraubteſehr
"ſchmale Bretergen,vermittelſt welcher, wenn man die claves niederdrücket,
* dieVentile aufgezogen, und die weit entfernete Pfeiffen klingend und an-
* ſprechend :gemacht-werden. Mannennet ſie auch Abſtraden,
Abruptio (lat.) eineAbreißung; iſt eine mußicaliſche Figur, da gemeiniglich
-am Endeeines Periodi die Harmonie plöklich (wenn esnem'ich der Text,
- oder inInſtrumental-Sachen andere Umſtände alfo erfordern) abge-
* brochenundabgeſchnappt wird. ſ. Fanowhke Clavem as Theſaurum magne
artis Muſice,-p.56. Zm Stylo Recitativo entſtehet dieſe Figur, wenndie
! Sing-Stimimegegen den Basſſich inder Quart endiget, und ſolche nicht
"erſt durch die'Terz reſolvitet, ſondern den Basſ die Cadenzalleine fort»
< machen läßt. ' HEBEN . ; .
Abtrit oderAbzug; „ift das dritte Stück eines Ballets, womit geendiget und
- geſchloſſen wird. f 2rerorii Sprtagmes Maſ T, 111, p. 19.
Abüb; ſoll nach Kircheri Bericht Muſurg. lib. 2.c, 4. 9. 3-p- 55. T-1. eine
“andemuntern-Theil gekrümmte und erweiterte , oben aber am Mund-
EEEIE / und unſerm heutigen Cornetto ganß ähnliche
-Sfeiffe geweſen ſeyn „welche von den Leviten bey den Opſſern gebraucht
vavorden. Prinß c,3. 5. 19- Muſ, Hiſtor, ſchreibet Abhubh, und ſaget 5. 20.
2daßM.JoannesSchütterus dieſem beyſtimme, aber noc dieſes hinzu thue:
«däßſie faſt wie ein Dolcian oder Krumhorn gelungen, auch vornen ſechs,
> und'hinten.zwey Löcher gehabt habe.
AcademieRoyale de Muſique ( gall.) Regia Muſic Academia Clat.) alſs
“ heißet-di6 Oper« zu Patis AI nahe aus 200. Perſonen "8
2 et,

'4
4 683 ) 0:(5%
het, E hat ſolche an, 1659. ihrenAnfang genommen, daAbtPerrin
das Privilegiumerhalten , dieſelbe nach der zu Venedig,ntervorgedachtem
Titul, aufzurichten , und an. 1670, im Mers-Monatdie erſte, Pomone ge».
nannt / prxſentiret/ Dazu er , der Abt, die Po&he, Cambert abet,de
Saniſt von St. Honore, die Muſic gemacht hatte, Nachgehendsiſt r Or-
Dachter Perrin genöthiget worden, ſein Privilegium an Mr, ge-
Florens, damahligen Surintendanten dela MEIS de la Chambr
Lully;-von
du Roy, gegen eine gewiſſe Summe Geldes /zuüberlaſſen. Dieſer, e
um
mit der vorigen Bande nichts zu thun zu haben, ließ durch Vigarani, eine
Traliäner, ein ganß neues Theatre aufrichten /- nicht weit von n
dem Palais
Luxembourg, und reprzſentirte noch im Novembre deſſelben Jahr
es :
Le Combat de !' Amour & de Bachus, ſo aus detachirten Stücke
n be-
ſtund welche er zu verſchiedenen Zeiten zu des Königes divertiſſement
componirt hatte, Endlich iſt dem Lully das Theatre im Palais Roy
al,
woſelbſtbißher die Comeedianten agirt hatten, vomKönige geſc
den ; und von der Zeit aniſt die Opera beſtändig an dieſemhenkt wor-
blieben. Sie wird wöchentlich dreymahl, als am Sonntage , Die Ort ver-
und Freytage , geſpielet und ſagt man: daß ſie des Jah nſtage
Livres eintrage , davon aber doch mehr als zwey Thei rs bey :00000%
le Unfoſten wie-
derum drauf gehen. Ein Edeſmann oder Dame von Adel kan ohne Nach-
theil ihresStandesſich in die Opera, als ein membrum » begeben ; ſchla-
genſie ſich aber zu den Comer>ianten,, ſo verlieren ſie
weil dieſe noch unter der
dadurch ihren Adel,
Kirche Excommunication ſtehen 3 da hingegen
jene als Virtuoſen conſiderirt werden, Wieſolches,
undno einmehrers,
der Fürſt! Waldeckiſche Hof- Rath , Herr Nemeiß in ſeinem Sejour
Paris,c.12, 6.5, p. 81.199. it. c. 25,6,7. P. 271. und. 272. anfüde
P Hiſtoire dela Muſique, chap.10, p. 226. und 234; hret. cont,
cheron Diſſertation für I origine de 1' Ope
ingleichen Mr. Bo-
ra , welche er dem Theatre
des Herrn Quinaut vordrucken laſſen. Sonſten weiß
ſennusin ſeinen Quzſtionibus und Comtnenta MarinusMer-
rio in Geneßin, Articulo
XV, p. 1682. voneiner ſchon an. 1570, unter Königlicher
reTion in Franckreich aufgerichteten mußcaliſ A urorite undPro-
deren Urheber , Joann. Ant
chen Academie zu reden,
onius Baifius, und Joachimus Theobaldus
a Courvillo geweſen, in der Abſicht, die Wür
ckungen der ehemahligen al-
ten Griechiſchen Mußc wieder umhervor zu bringen und herzuſtellen ; wie
ſie denn, unter andern, beſchloſſen gehabt,
alle berühmte Mußcoszy einem
certamins muſico einzuladen, damit ein jederjudic
iyen mdge;ob ſieihre

Ez Nn.
4
NEDO EP 5
. ""Intenionerreichet hätten, oder nicht ? esiſt aber ſolche, durch einiger Neid,
“- nicht völligzu Stande kommen. conf. /' Liſtoire de 1a Muſique , chap. 19.
- P+ 215: Au KSBULR. n
laden] Bruxzellenſis (lat.)dieſe mußicaliſcheA cademie oder Opera zu Brüſ-
ſel hatan, 1720. anſtatt des verſtorbenen Prinkens von Bergen, den
Fürſten von TourTaxis zum Prote&eur befommen,ſ. Marzbe/onü Orcheſtre
- JIL p. 299. Die muſicaliſche Academie zu Mecheln, (lar, ) Academia
+.“ Mechlinienſs ) hatte an, 1719. den Herzen von Bettouch zum Haupte,
„“ F Martbeſonii Crit, Muf: T. 11. p, 183.
. Accademia de" Muſici Filaſchif ( ital.) iſt eine an. 16323, von Domenico
Burnetti, und Franceſco Bertacchi aufgerichtete mußcaliſche Societät zu
“. Bologna, welchezum Symbolo eine Davids- Paucke,/mit folgender Bey»
1. ſchrifſt: Orbem demulcetatta&u „führet, ſ, Ma/ini Bologna Perlufirata , P,
1, P. 156. | - : „ib
Accademia de' Filomuſi (ital.) gleichfalls eine zu Bologna an 1622, von D-
' Girolamo Giacobbi errichtete muſicaliſche Societät, deren Symbolum ein
' mit.Rohr oder Pfeiffen bewachſenes Hüglein ( Celpuglio di Canne )
mit der Beyſchrifft : Vocis dulcedine captant „geweſen. idem ibidem. Ob
dieſe beyde noch aufrecht ſeyn mögen, iſt mir unwiſſend , weil beſagter
Audor; in dieſem ant. 1666 zu Bologna gedruckten Buche,zweifſeihafft
davonſchreibet ? Denn äm 55ſten Blate ſtehet ; vi (nemlich zu Bologna)
Sono varie Accademie di Muſica, &c, und am drauffolgenden 56ten Blate
lieſet man; l' Impreſa er4, &c.
'Accademico Filarmonico ( ital.) älſs wird ein jedes membrum der zu Ve
rxona anjeßo noch. befindlichen mußicaliſchen Socierät. genennet, welche
erſtlich vorher zu Vicenzaerrichtet, nachgehends aber von den Veroneſern
an ſich gezogen worden. ſ. Yockerodri Inttod, in notitiam Societatum litte-
. Zatierum, P. 1, c. 2. 6, 10. Wenn, und von wemſie geſtiſſtet worden,
habe noch nicht finden können ; dech erhellet aus Ludov. Moſcardi
Hiſtoria di Verona, lib, 2, p. 425. ſo viel: daß ſchon anno 1555 die
Accademia dellIncatenati ſich mit der Accademia delli Filarmonici
- durch ein öffentliches Notariat - Inſtrument, vereiniget 3 und p. 446. daß
die Accademici Filarmonici an. 1602 bey der Stadt Verona um einen
Plaß angehälten/tworaufſie die Wohnungen ihrerAcademie alsdenn gc-
bauet, In des Herrn Hof-Rath Nemeis Nachleſe beſonderer Nach-
richten von Jtalien, lieſet man p. 398, folgendes: Nicht weit davon
(nemlich vom Campo Martio) iſt die ſv genannteAcademie und Opern-
A3I- Hauß
6 Wot H
- Hayuß. In der Academiefommen)dieBörnehmjten vonderNoblelſe zu
„Verona einigemahl wöchentlichzuſammen,und:diverrirenifichdaſelbſt
mitdem Spiel. Es beſtehet dies Gebäude aus einem Saalundeinigen
Neben-Zimmetn. Das Theatrum von der Opera iſt noch nicht vollends
fertig - wird aber, wenns erſt ausgebauet, gar ſchön ſeyn, Der Plaß
dieſer Academie.iſt mit einer Mauer ; umgeben; an welcherringsum-
her allerhand Fragmenta von Lateiniſchen und.Griechiſchen Anriquitä-
. ten>und' Inſcription, ſo manhin und wieder 'in.daſiger Gegend .ge-
funden, eingefaſt 2c. ,, Und in Franciſci Scoti Itinerario d" Itälia,
P, 1. p. 93. ſtehet dieſes : € inſtituita anco una Academia di belle.lettere,
& una Muſica in caſa de i Signori Beuilacqua. NE ads
A capella (ital. ) heißet ; wenn Vocal - und Inſtrumental -Stimmenſich
miteinanderzugleich , und. zwar dergeſtalt hören laſſen, daß dieſe:eben
. Dasjenige, was jene haben / executiren. ] g
Acathiſtus vom e&privativo , und zz3iC, ſedeo) war in der Griechiſchen
Kirche ein Hymnus, den man am Sonnabend derfünfſten Woche in
der Faſten, der Jungfrau Marien zu Ehren ſang; .wobey ſich das
Bolek die ganße Nacht hindurch nicht niederſeßendurffte. |, Schött-
' gens Antiquitäten Lexicon, . " BNE Eo 4040 Jn
Accas, ein Engelländiſcher Biſchoff zu Haguſtald:( Epiſcopus Haguſtal-
denſis,) welcher an. 740 verſtorben, iſt, nach Balei Bericht, Centur,1; p,
“ 87. de Scriptor, illuſtr. Britanniz, ein vortrefflicherSänger geweſen,
Nurbeſagte Stadt, auf Latein Haguſtaldia, insgemein aber Auſton ge-
“ nannt; liegtin Northumberlandam Fluß Tyne , und an dem Engelland
* von Schottland ſcheidenden Gebürge Cheviota oder Zeviota , ſ:Caxoll
! AS. Paulo Geograpb.'Sacr. w 28) 520%
Accento (ital, ) Accent(gall.) Accentus(lat, ) ſc.muſicus, ein muſicaliſchet
Accent/iſt diejenige Art zu ſingen oder zu ſpielen , da man , ehe die auf
dem Papier vorhandene Note exprimirt wird/ die nächſte drüber oder
drunter, vorher rouchiret. Iſtalſo zweyerley Gattung, davon dieerſte,
- wenn man nemlich aus einem höhern clave:in den tiefern, z. E. aus
dem c ins H "gehet Accentus deſcendens , oder remlttens , der Abſtei-
. Yende Accent; unddie zweyte, wenn auseinem tiefern clave in den hd-
* hern, 3. E. aus dem 4 ins &gegangen wird 3 Arcenzas aſcendens. odey
“jnrenäens, dey Aufſteigende Accentheiſſet. Beydeley Arten können, um
' 1887.05 . "mh-
: | - K8 YO86- BP
' TT=m (ernDMEBilten eier eingetheilt werden: in Aejores und
- Minores. Ein Accentus majorentſtehet, wenn ein ganker Ton; undder
Accentus minor, wenn nur ein Semitonium im Gange adhibiret wird.
- « Wobey zu mexFen; daßallerſeits Arten nurgedachter Accente (weiche-
ſonſten auch&eenzus Zmplicer, d. i. einfache Accenreheiſſen) der folgen-
» dewNoteanihrerGeltung manchmal nur etwas weniges: als in den grdſ-
. ſern Noten ;manchmahl aber, und zwar in den kleinern, die Helfite ab-
. nehmen. Die Frankoſen, und ihre Nachfolger, pflegen ſolche entweder
- mit einem kleinen Häkgen, oder mit gans kleinen und ſubtilen Ndtgen (da-
mit än die Manier von der Subſtantia] - Note deſto beſſer- unterſcheiden
« möge); etliche-Teutſche aber mit einem einfachen Strichelgen zu expri-'
miten. 19%) j
Sonſtenbedeutet Accento auch den nachdrücklichen Laut und .Ton eines
Worts, nach det pronuntiation oder Ausſprache, welcher in der Pole:
- Accento metrico(ital,) Accentus metricus (lat,) und in der Muſic: Ac-
GERRENFNN Eeee welicus (lat, 3 dex Reim- und Singe-Fall
eißet. 1> 27011408
Accento doppio(ita].) Accent double(gall.) Accentus duplex (lar. ) ein
. doppelrer Accent 3 iſtdiejenige Art zu ſingen oder zu ſpielen, da man von
zweyen Gangs - oder Sprungs-weiſe auf einander folgenden Noten, die
2 „zweyte, dergeſtalt geſchwinde zweymahl anſchlägt / daß der erſten an
ihrer Geltung „die Helfſteabgenommen, und hingegen die zweyte um
.'ſo viel eher „angeſchlagen und gehöret wird, -.. Wird von Janow-
- ka, in ſeinem Clavead-Theſaur, magna artis Muſic , unter dem
. Wort: [Einfall/ p. 38. durch zwey nahe beyſammenſtehende und her-
abwects hangende Strichelgen angedeutetz da hingegen andre Muſici
7 »dieſes,Zeichen zur marque einer Mordant , und. noch andre zur ex-
: Preſlion eineSrrillo zu brauchen pflegen. Kommt es. alſo hierinne, wie
. auch in andert/Sachen, zwargutentheils aufdas. Beliebenund dieFrey-
heit eines Componiſten an ; doch iſt ndthio, daß derſelbe ſich auch expli-
- eite damit man. wiſſen könne, was er durch ſolche ihm beliebig geweſene
] „Seihenwaſle verſtanden haben. Und dieſes thun auch diemehreſten, inſon-
m WAEILDIE Stapf ian 1 4! ere ; 1
Der
et Hebräty
oed ihre. ccenteſollen; nacheinigen „auch zugleich Nota: mußca
- geweſen ſeyn;wovonM; AdamErdmanMirifurke Fragen aus der'Mu-
„ica Sacra, P,1, c, 2:-P. 45, igq.Pretorir Synragma Muſ. T.1, P. 150.
. ſq. und Kircheri Muſarg, - Tom. 1 p. 64 19. zu leſen ſind, . 9 ;
8:3 uch
8 - merten 88 olH isu Ern ne
Auch hat Zarlinus Vol. 3. Suppl, ein eigenes Capitelnemli ch das 1zde 1de
Accenty Grammatico, Rhetorico und Muſico geſchrieben. Conf. Matthe-
fopii Crit, Muſic. Tom, I. p. 40. (99. y. Tom.IL p.326, (q. =
Accentor(lat,) ein Cenoriſft, 1: Pexcatelderg Apparat, Erudir, in Syllabo
Onomaſtico. dE
Accentus "
Eccleſjaſtici (lat, ) waren diejenigen, welche ehedeſſen-in der Kirche
bey Abſingung der Prophetiſch- Epiſtol- und Evangeliſchen Le&i
onen,
nach Veranlaßung der Grammaticaliſchen diſtin&ioneg, ſtri&e in acht
genommen werden muſten, Und ſolcher waren gemeiniglich ſieben,
-als; Accentus 3 : | ? zu
(z. immutabilis, Wenndielette Sylbe eines Worts weder erhöhet ;
noch erniedriget wurde, x
(2, medius, Wennmandie lezte Sylbeum eine Terzz und
G, gravis, Wenn manſie um eine Quint tieffer ſung.
(4» acutus, Wennetliche Sylben vor der lebten zwar eine erz
tieſſer; die leßte aber inihrem vorigenTonewiederum
| geſungen wurde,
(je moderatus, Benn etliche Sylben vor der lezten umeine Seeund
* zwarerhöhet ; die lebte aber in ihren vorigen Ten
wiederum geſeßt wurde. Der
(6, interrogativus, elevirte die Fragweiſe vorkommende Redens - At-
, ken amEnde um eine Secund; und der
(7» finaligy brachte die lezte Sylbe nach und nach heruntet in die
Quart, ſoy, daß etliche vorhergehende gradatim in
ſelbige deſcendiren muſten. ſ Aart.Helnrici Myrt
| Ramum pro docentibus , Pofirione 3.
ſ
Accidenti muſicali (ital.) alfo nennet Gaſparini im dritten Capitel
Armo
ſeines
nico Pratico al Cimbalo » das b, 1, und FF. (
das x oder die
zwey an deſſen Stelle vorkommende gedoppelte Ft F| werden auch
davon auszuſchließen ſeyn!)
nicht
Accidentia Notularum( lar, ) zy (gr.) waren ehede !
ſſen : wenn entwe
eine kleinere / zwiſchen etlichen gröſſern ſtehende Note per Alterationder
(wie es damahls hieß ) augmentiret) d.i. an der Geltung em
vorhergehenden und größer, und den.
drauf folgenden größern Noten gleic
wenn eine große Note entweder durch eine kleinere, hgemacht; odery-
eine Pauſe/ oder
auch dadurch, daß ſie ausgefüllet und geſchwärßt war/i
per d. |. dendritten Thejl von ihrer ſonſt gewöhnlichenmperticitf wur
ERNE
nd
". E “D-N '

-,9- Unddieſesgeſchahe nuyr'in proportionirten Tacte. | Ortom, Luſrinli Con


Mentar, 1,6, 7.1,8. Lampadii Compend, Muſ, u. Georgii Roavi Encbiridion Muſ.
in den beyden; de Alteratione &Imperte&ione handelnden Capiteln.
- Acciaccatura (ital,)von acciacco, ſuperfluus, überflüßig, übrig/ entſtehet:
wenn 4,-E, nebſtdenenzum rechten Accord G gehörigen Clavibus, agh,
auch noch das S,- als ein zur Mordant dienlicher Clavis mitgegriffen
wird ; irem, wenn man auf Clavicymbeln die bey einer Cadenz vorkomme
mende E ſo wohl in der rechten als lincken Hand, und demnach doppelt
vder übrig greiffet; den drauf folgenden Saß aber, oder die durch die
ſcharfſe terz geſchehende Reſolution, in der rechten Hand allein trastiret,
undin dex lincken Hand außen läßet. u. d. g. f. das te u, ote Copitel des
- Gäſpariniſchen Tractäts, L? Armonico Pratico al Cimbajo genannt,
. Accompagnare(ital, ) accompagner (gall.) accompagniren heißet: wenn zu
einer 5 mehr Vocal-Stimmen, ingleichen zu einem oder mehrern Ino
- ſtrumentennoch-einanders, z, E, eine Laute, Tiorba, odex fürnehmlich ein
- .7 Clavier pro fundamento tra&irt wird, weil auf dieſem die im G. B, vor-
“ Foimmende Ziefern, welche eigentlich das
Accompagnamehto(ital,) Accompagnement (gall,) oder Accompagnatur
ausmachen,unſtreitig ambeſten zu exprimiten ſind, Der ſolches verrich-
tet, heiſſet;Accompagnateur(gall.) | .
Accordant,Accordante (gall.) Adje&. ad concentum aptus(lar.) überein-
9 N'mmend); zuſammenſtimmend.
„ Accordatura (ital,) Stimmung,
Aceordo,iſtein mit 12 biß 15 Saiten bezogenes großes Italiäniſches Baßso
Inſtrument, ſv mit dem Bogenrra&irt wird, und zwarſo, daß er 2 biß 3
Saiten zugleich touchiret. P, Meriennusnennet es: eine moderne Zeyer, f.
- Bonanni Gabinetto 4rmonico,p. 102. woſelbſt deßen Abbildung zuſchen iſt,
. Accordo (ital.) Accord (gall.) ein Accord oder Zuſammenſtimmung, beſte»
. het aus drey unterſchiedenen, und doch zuſammen klingenden Sonis, nemo
lich dem fundamental-Tone,deſſen Terz und Quint, z. E.c e g.dta, u.d,g,
Accord bedeutet auch ein gant Stim-Werck von allerhand Pfeiffen, z E.
. Fagotten, Poſaunen, u. ff. :
: Accord agreable 'gall.) einangenehmer Accord,
„Accord bon (gall.) ein gufer Accord,
. Accorddesagreable (gall,) ein unangenehmex Accotv;
: Accord mauyais (gall.) ein ſchlimmer PS
Ac-
10 88» 0 CG
Accordo conſonante, buono , diſ[onante, camivo (ital) eben
diE
hergehende. Die beydenerſtern nennen'die Frangoſenauch? 1
Accordes juſtes, rechte, d. i. reine und'die-zwey-leßtern8
Accordes fauſſes , falſche; d. 4. unreine!Accorde, (hierdurch: werdendie-äus
der Secund, Quart, Septima, Nona; ingleichen.aus.demTritono;und der
Quinta imperte&aoder auch luperflua beſtehendeSägtegemeynet;)»
Accord ſimple (gall.) ein einfacher Accord, 24:4 1,0 4.007
Accord compoſe (gall.) ein doppeiter, oder zuſammengeſetzter Accordz.irem,
wenn nurein, oder zwo Klänge einesAccordes verdoppelt werden.
Accord immediat (gall.)ein unmittelbar auf denvorher gegangenefol-
gender Accord. RES WIE SENNA "STEP USD ROO
Bee
cord.
eloigne (gall,)
;
ein weitL entfernter;wloder von einänder
EDER
liegender Ac»
wnparfait
jor iſt.
(gall,) ein vollkommener
N
Accord, EEN
wennnemlichdie
a .
rerz ma-
Y 09

Accord imparfait (gall.) ein unvollkommerier Accordideßen terz mißor iſt.


'Accordare (ital,) Accorder 'gall) ſtimmen) Dd. i. die Zaſtrumen €, oder
auch Orgel-Pfeiffen zu rechter Übereinſtimimutig bringen.3.E“' cordar'
il Liuto, Violino, eine Laute, Violin ſimmer 0
'Accordatoio (ital.) Accordoir (gall,) ein Stimm-Hammer, Stimm-Horn,
Accordeur d' Inſtruments (gall.) ein Inſtrumenten-Stimmer. |
Acetabulum (lar.) war ein irdenes Gefäß, wörauf mit einem Stecken der
ſchlagen wurde, daß es einen Laut vonſich gab 3'hernachmachte man
auch dergleichen aus unterſchiedlichen zuſammen geſchmolzenen Metall,
damit es deſto beßer klingen möge, Die Griechen habenes 82u62wy
peooder deuoriazy genennet. ſs Eratorii Spat,Muſ, T, 1. €. 18. [+
424.
"Achilles, ein tapfferer Grieche, des Pelei und der Thetidos, einer Tochter des
Nerei,Sohn,(vom zx privativo und x&Aos dieLippe/alſo genannt) weiler
die Ambroſiam, womitihn ſeine Mutter Thetis beſtrichen, umden Mund
herum weggelecket, und daher durch das Feuer, worein ſie ihndes Nachts
- Über;zu demEnde;gelegetdamit er unſterblich werden möchte,an den Lippen
ziemlich war beſchädiget worden. Sein Water Peleushat ihn dem Centau-
r0,Chironi,aufzuziehen anvertrauet;welcher ihndennnebſt andernKünſten
und SEHEN auchin dex Muſic unterwieſen). worinnener derge-
ſtalt reuſliret, daß'er, MachFioinert ZuG erühmter Helden ihre Tha-
: mehretsvon
ten in die Leyer abgeſungen, Ein ihmiſtin EEE
ule
“2 ).0 ( Bv | u
| 166;OelſensReim-undDicht-Kunſt, oder vielmehr der da-
F SA hei Teutſchen Mythologie, p. 19. legq. beym Xliano lib, 14.
C+ 23." it, Lib,9, €. 38, de Var. Hiſtoria, und Athenzo lib,14, c,10.zu leſen,
Saen,
kerne
0ama, war bey den alten Römern ein Inſtrumental-Muſicus ; wie ſol-
es aus verſchiedenen Au&oribus Calepinus in ſeinem Di&ionario infol-
gen en Worten darthut ; eſtcerte( Acroama) is, qui fidibus, non is, qui
voce dele&at, Es wurde auch die Muſicſelbſt, zumahl die kursweilige,
„alſogenennet, ſ. Zabri Lex.
Ade deCadence(gall,) eine Schluß-Machung.
A&eur(gall.) A&or(lat.) eine agirendeManns-Perſon in einemSchauſpiele.
Ades (gall.) Ari)(ital, ) Ties (lat,) ſind die Haupt-Theile oder Handlun-
- geneines Schauſpiels ; jedes hat deren gewöhnlich fünff, als; (1. den
. Eingang)(Prolagus und Protaſis genannt ) darinnen Anlaß genommen
wird, von einer Sache oder Begebenheit, ſo ſich in- oder vor der Geſchicht
. Jzugetragen;zu handeln; da denn auch zur Geſchicht ſelbſt zugleich die Bahn
- Hemachtwird. (2,.den ortgang, oder Epitaſin, darinnen derſelben Fort-
gang,und ſhon etliche Anzeigungen zu einer Verwirrung vorgeſtellet wer-
- den. (3. dieDerwirrung, oder Cataſtalin ſelbſt, darinnen der Geſchichte
. Natrus ganß undgar -verwirret vorgetragen wird, C4,die Dorbereitung
- 3ur swickelung 1 oder Cataſtrophen, ſo entweder frdlich oder traurig
;. ſich oulähei undauebeiht; und (5. den Schluß, oder Epilogum, welcher
„. hedeſſen.nurinzwey Worten: Valete&plaudite ! beſtund ; heut zu Tage
aber oſſtin einer ganßPRECarmine beſtehet, darinne den Zuſchau-
in Dan> geſagt , und zugleich das Spiel mehrers erklähret wird. Die
| Adus-werdeninScenen;oder Auftricreeingetheilet. ſ. Omeiſens Anlei»
/ Eunuchen Reim-und Dichr-Runſt/vom 233. biß zum 237,
+ Bi
ein Shauſpiet nothwendigfünff A &us haben müſſe?iſt!beym Biſciola
MfUb.6. 6,11, zu leſen.
„Kae rlonam agensin Scena(lat.)eine agitendeWeibes»
onineinenSchauSpifr 7
cumen(lat.) die Höhe eines Klanges. % 64
(al,EEE
Sede mmaticugund?Moſieus benanSuida,f Aquila;
Kcyrologia (lat, auugodopic(gr;) von Eager keepMDAs09,Sermo;
ganßer6enlusypgebührlich / und alg
nils wennein Woxrt-oderaucheinga
na
i2 WW
nach Beſchaffenheit der Sache, in der Muſicraäiret undvorgeſſellei
wird. * Pr H tr 17 20,68 3

Adagio,oder abgefürkt, adago.und ado,(ital.)ift ein aus dem ArticuloDativi az


und dem Worte agio zuſammen geſeßtes&dverbium,und heiſſet: SGemäch-
lich; langſamdaß aber nicht a agio, ſondernadagio gebrauchtiund dasd
darzwiſchen geſezet wird , geſchiehet Wohllauts halber. +
Adagio adagio, odet adagiſlimo,fehr langſam: WCs Gitie 1246059
Adagiocäla Franceſe, langſam auf Franköſiſche Are. 2a
Adamab Fulda, Glareanus lib, 3. Dodecachord. p 261. und 263. nennet ihn:
FrancumGermanum. In dem an, 1673 zu Magdeburg gedruckten Enchi-
ridio geiſtlifker Leder unde Pfalmen/ſtehet am 50. Blate folgendes Lied; Ach
hülp my Leidt und ſenlick Klag ; unter Adam von Fulda Rahmen.
Adami(Andrea) ein Iraliäner/hat in ſeinerSprache Ollervazioniper beü re»
golare il Corodei Canrori della Capella Pontificia geſchrieben. ſ: Giornale
de Lerterari d' Italia, Tom. V.p. aui, R 55
Adamus Dorenſis, ein Engelländiſcher Abt Ciltercienſer-Oxrdens in einem
nahe bey Hereford gelegenen Cloſter/hat ums Jahr1200.RudimentäMu-
fices, lib. T. geſchrieben. f. Cerrur. Magdeburg. Cent. 19, c, 10.7 „1682, '
"Adelbertus oder Adalberus,ein Graf von Dillingen/;und Abtzu Elwangen in
Schwabenan. 94, welcher an. 922, als ein ſiebenzehenjähriger Biſchoffzu
Augſpurg verſtorben,iſt ein ſehr gelehrter Mann,/u. excellenter Mußicus,
auch vorher Kavſers Ludovici IV. Informatorgeweſen, und von ſelbigen in
Staats-Geſchäfften zu Rathe gezogenworden, ſ, Centuriat, Magaeb. Cent,
10.6.19.p. 602, und Ztr. D, Buddei Lexicon, 1). 194 "1.0
'Adlibitum (lat,) nach Belieben. : 1553 1173
Adonium (lar,) a'%%»2» (gr.) war bey den Lacedemoniernein Geſang,ſo zu
a parren Flötentibix embaterizg genannt, geſungen wurde , wenn ſie ſich
mitdem Feinde in einTreffen einlaſſen wolten, [MeurfiiMiſcellane4Laconica,
lib. 2. /'t; 4 4715-4006 + DUH TTVEÜDOC 7:23 6%
ADorio ad Phrygium. Ein von zweyen wuſicaliſchen Modishet nommenes.
Sprichwort,ſo gebrauchtwird: wenn man von-einem gewi |Bötſate
abgehet, und plöklich auf etwas gantanders-vetfällt. f. G/areani Dodeca-
€bordum lib. 2. c. 1,9. 92,/9. ZUE . ö u
„Adoucir (von ad WEER DSaue läforee dela voix , vu deP Inftruz
mett (galt.) die(Stättbe der Stimme , dder eines Inſtruments ängeneh,
.* mer oderſchwächer machen moderiten, Van WEI MIE Fn
Adraſtus;oderAdreſtus,der aus der berühmtenStadtPhilippiinMaeedonien
Wu PIE bürtig

Hr
Ix: % - . 4
u 8 ) 0( Db 13
-Türtiggeweſeſ Peripatetiſche Philoſophus, und Schüler des Ariſftotelis,
hatin GriechiſcherSprache drey Bücher Harmonicorum geſchrieben, wel-
<e nac< VoſMli Zeugniß, lib. 3. c. 48, de Mathe, zu Romin der Vatiaa-
'niſchenunddes Cardinals aS. Angelo, Biblioihec verwahrlich aufbehalten
- werden.conf, D,Fabricii Bibl, Gr. lib.3. c.10.p. 268, allivo gemeldet wird,
- „daßMarcus Meibomiusinder'przfation des Buchs, deProportionibus,
- “geſchrieben ;Au&orem(Adraſtum) ex quibusdam locis notum auro redi-
+ niere vellem. t 7 ;
Adriana, eine ſamtihret Tochter und Schweſter ums Jahr 1634. berühmt
' - geweſene.Neapolitaniſche Sängerin; deret Giulio Ceſare Capaccio in
--. ſeinem Foraſtiero „Giotnata prima, p. 7, gedencfet; daß ſie unter die Sire-
-. nen könten gezehletwerden: 8
„Adriaänus( Ewwanul) ein Lautentjt zu Antwerpen , hat an, 1552, ſein Pratum
- Muſicum infolio ediret, und ſelbiges einem Kauffmanne daſelbſt , Nah»
-- mens Ceſare Cini, dediciret, Es ſind darianen 12. Prxludia ,5. Fantaſien,
34. Madrigalien, 5. Motetten , 10. Cantiones. Neapolitanz, 5. Galliardz,
*- 9.Paltamezzimit ihren Galliarden, Allemanden /-Couranten, Branles &«,
u Süthalten ec bO Wh l .
„Adrianus (Emitius)Römiſcher Kayſer,welcher von 117.biß 138.regieret, iſt/wie
* AureliusVi&or ſchreibet, in der Vocal-u Inſtrumental-Mußic ſehr erfahren
"geweſen. f Ziraguelli Commentar, de Nobilitate.c. 34.8. 12.p. 364. Conf,
Pringens Mu/. Hißor, c. 8, 8.18, woſelbſt er ein inder Griechiſchen Spra-
-- Hefehrerfahrner Herr/wie auch ein vortrefflicher Foe, ein guter Medicus,
einedler Mußicus, ein ſtattlicher Geometra , Fünſtlicher Mahler und Bild-
- bayer genennet wird. |
- Adrianus (Franciſcus) hat, nach Conr, Gelneri Bericht. lib. 7, tit, 5, Partitio-
numuniverſalium , Cantiones und Motetten ediret.
A due oder doi, tre, quattro, cinque,ſei, ſette, otto &c. ſc. Voci (ital.) a deux,
trois, quätre, eing, Nx, ſepts, huit &c. Voix (gall.) von 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. &c.
- Stimmen(wennänders eine Compoſition vocaliter geſekt iſt) ſind'es
1. "AberInftrumental-Stimmen, oder vielmehrPartien,(ſolius enim animan-
-tisſonus,Vox proprie dieitur 3inanimatä enim vocalia not ſunt,ſchreibet
- Ornithoparchus lib.1.e. 2.) ſd wird das Wort, Parti (ital,) Parties (gall )
> drunter verſtanden“ uo H
Adunco-(ital)vomLateitiiſchenad ündunicus; Zacken-weiſe gebogen.
&Qurheißet.( 1. inAnſehungdesModi, wenn die.terz zum A nicht c, ſondern
eisiſt.(2.7an auchdas mit einem H Sezeichmee a,9n ſtatt7daß es insgemein b
k+02% 3 ' 8ge-
14. BI 0O0H -.
genennet wird,mit beſſerer railonundNußen, A durum,oderdas ſcharffe
A genennet werden. ..
Elianus(Claudius) der von Praneſte bürtig geweſene Hiſtoricus und Sophi-
Na, welcher/nach der meiſten Meynungim zten Seculo, zur Zeit des Kay-
ſer8Hadriani ;aber nach Perizonii Bericht in przfat, ad Elianum de'var«
Hiltor. im zten Seculo, unter der Regierung Kayſers Alexandri Severi,
welche an.Chriſti 222. ſich angehoben,gelebet/ hatin Griechiſcher Sprache
(welches an ihm,als einem Lateiner, der niemahls auſſer den Grenten Ita-
liens ſoll gekommen ſeyn; bewundert wird ) 14. Bücher de Varia Hiſtoria
geſchrieben,/worinnen an verſchiedenen Orten, als; c. 30. 32, 40.1ib. 33 c, 2«
&16.lib. 4 ;c, 2.&4. lib. 7;c.8. & 36.lib.9 ; c. 6,8& 18, lib. 103 c.17. & 50.
lib. 12,; und c. 21.lib. 13, von Muſicis, muſicaliſchen Inſtrumenten, und an-
de nindie Muſic einſchlagenden Sachen gehandelt wird. Cont. Hederichs
Notitiam Au&orum Antiq.p. 585. woſelbſt gemeldet wird,daßer von ſich
ſelbſt ſchreibe; er ſey auch 318 4lexandria geweſen. Er hat ſonſten in Coeli-
baru gelebt, und ſein Alter.über 60. Jahr gebracht, 1
"Klinum (lat.) &aAwo» (gr. Yſoll, wie Epicharmus will, ein Webet-Lied ge-
weſen ſeyn , uud den Nahmen vom Griechiſchen Worte: Avey, linum(lat.)
ſoFlachs bedeutet/her haben Andere verſtehen dadurchdasjenigeCarmen,
welches von den Schülern des Po&ten und Muſici Lini, als ihn der un-
dankbare Scholar, Hercules, umgebracht, verfertiget, und mit der Particu-
Ia & „heu, ach !zu Bezeugung ihres Betrübniſſes, verſehen worden, ſ,27-
zor, Syntag. Muſ. T. 1, 0.22. p. 342.ſeg. conf. Joan. Guil. Bergeri Diſſertat, de Li-
no, zu Wittenberg a». 1707. 1nd 1708, gehalten. ;
„Kneator, pl. zneatores (lat.) Trompeter/it. Paucker 3 wenn andersihre In-
ſtrumente aus Meßing und Kupffer gemacht ſind.
Folis,iſt beym Heſychio, ein Nomus c.tharcedicus,
Folius Modus(lat.)ſ Modus „Eolias. oct
Fqual-Gemshornheißet: wenn dieſe Orgel-Stimme von 8.Fuß-Toniſt.
Fqual-Principal heißet: wenn dieſes Orgel-Regiſter von 8. Fuß-Toniſt,
Fquiſonus (lat.) Equiſono(ital,) ein gleichlautender Ton, ſo-entſtehet, wenn
in zwo oder mehr Stimmeneinerley / oder gleiche Klänge miteinander zu-
gleich gehdret werden. z. E, cc, dd, oder ccc, ddd,und d.g. ſ Job.
Rudolph Ablens Unſtkruchinne,in der Zugabe, 9,74. Fquilonare
wird ſonſten nur von der O&av geſagt, ſ, Martheſonil Crir. Maſ. T-Top.48..
„Equivagans(lar.)eine mitder andern zugleich und aufgleiche Artmitfortge-
hende Stimme, Hs ? :
Era
88) 0( WW 15
„Erz it. rx (fem,)bedeutet eigentlich mrumerüm,eine Zahl/
'. oder Zeichen ahl, 4.E. auf Münken, um deren Werth anzuzeig:n.
Weil nunNumerus aueh zumöfſtern ſo vielheiſſet;als ein nach einem gewiſ-
c ſenRhiychmoeingerichtetes Lied oder Melodie, wie.aus Virgilii Verſe:
= numeros memini, ſiverba tenerem, T
VhiNſchhes -älsiſt' ztacaritionis ebenein ſolches Lied,oder eine ſolche Melo-
-y ausdemerſtenWörtenachgehends perdialyſin: Aira,undperme-
'tathefin?Aria,erwacſen, ſ,Se/me/i AnmercFkungen über Yopiſei Aurelian.
Affetro (ital.) Affe&ion (gall:) Affe&usl(lar.) ein Affect/ oder eine Gemüthe-
+.Desegung. Kitcherus,undmitihm Hirſch; in ſeinem Extra,lib.4. c.6,
&.Mmgleichen Janpwka p.24Clavy, ad Thefaur. magnzx artis Muſic, geben
eeene achte an /- als7 Liebe, Leid, Freude, Zorn , Mitleiden,
ves Frechheit;und Verwunderung , ſo die Muſic erregen kan- +
ß ſo,vder affettuolamente(ital,) affe&ueſement (gall,) ſehnlich, nach
& "drücklich,herßkbeweglich- - +,“ fe |
BEEIRD IN »oder affsttuoſlimo, affettuoſiſſimamente 0 tres-
affe Tueulement(gall,) ſehnlichſt, nachdrücklichſt; ſehr herbbeweglich.
'Afiilärd,ein Kdnigl.FranköſiſcherMuſicus,hatin ſeiner Sprache Principes
- "resfaciles pour' bien aprendre Ila Muſique , qui conduiront prompte-
- mMent ceux qui ont du naturel pour le chant juſqu" au point de chanter
tourteſorte Muſique promptement & a livre ouvert, d.i. ſeht leichte
-8 “Principia,dieMuſic wohl zuerlernen, geſchrieben, welche diejenigen, ſo ein
Naturel zum Singen haben, behende dahin bringen ſollen, jedes Muſic-
-Stü ex tempore fertig ſingen zu können. ſ, Roger Caral. deMuſigue, p.10.[9.
Afige (gall.) ſ<merglich ; d' une maniere afligee, lugubre,triſte , auf eine
- ſchmerzliche, betrübte und traurige Art.
. Afiano, von Pavia bürtig, hat, nach Tevo Bericht, P. 1. c. 12. p.12, del Muſico
- Teſtore,den Fagott erfunden, A "R
Agathon,ein Griechiſcher Muſicus, und Trageedien-Schreiber zu Athen, haf
“ſv ängenehm ſingen; oder, wie Print c, 7 8.11. Hiſtor. Muſ. meldet, auf
-! der Fidte ſpielen können, daß er dadurch das Gehör der Zuhörer über alle
“ maſſen ergeßet; auch zuerſt, wie Ariſtoteles de Pottica c.17. bezeuget , die
/ ZpbeAiper, oder Carminaintercalaria,d, i. (wie es Prink erkläret) den Ge-
* ſangdes Chori tragici eingeführet. Das Genus modulandi chromati-
*““cum,ob.eswol,wegenſeiner Weichlichkett innicht guten Rufwar,iſt den-
noch gar ſtarckvon ihm gebräuchtworden. SeineSitten ſind ſeiner
- Muſic nicht ungleich, ſondern ſchrzättlich.geweſen, Das Syphon?
6.170 ger
16 zuu 8 )0 (Bie züln
Agahonica canto, [0 von einer mehr ſchmeichelhafſten/als nüklichen Re-
de gebraucht wird, hat vonihm ſeinen Urſprung, Suidas ſagt; Er ſey ein
Diſcipul des Socratis geweſen; hat demnachAn: Mundi 3530 gelebt.
Agathonius (lat.) dyuns EUATIS jHarNarrg) (Br.) tibig cantus mollis (Jat.)
ein weiches oder delicates Fidten-Stücf, ;
'Agazzario (Agoſtino) ein von Siena bürtiger Edelmann, ſ, Draudii Bibl.Claſſ.
p.361, und des Teutſchen Collegü zu Rom/ im Anfange des vorigen Secu-
Ii berühmt geweſener Mußic-Dire&or. Vonſeiner Arbeit ſind heraus ge-
Fommen;: Madrigali Harmonioſi a 5 e 6 voci. an.1660. .
Madrigali a 5 voci, con un Dialogo 3 6 voc, & un Paſtorale
a 8 voci, an, 1602- Beyde Wercfe ſind zu Antwerpen
in 4t0 gedruckt worden,
An.1607.hat Nicolaus Stein, Buchhändler zu Franckfurt am Mayn, bey
IPolffg. Richtern 44. lateiniſche Motetten von 4.5.6.7. und 8 Stim»
men von ihm daſelbſt drucken laſſen. Sonſten hat er auch 4, 5. und 8
ſtimmige Miſſen ; ferner ſtimmige Pſalmen, und Dialogicos Concentus
von 6 und 3 Stimmen geſeßet, -
Agenor, A'mweg, ein Griechiſcher Philoſophus, aus Mitylene, der Haupt-
Stadt aufder Inſul Lesbus (jeßv Metilino genannt) bürtig, hat, wie Vol-
Nus lib. 3, c.58. S.19. de Matheſi , aus Ariſtoxeni lib, 2. Harmonicorum
Elementorum be:ichfet, Muſica geſchrieben. Die muſicaliſche See, Age-
noria genannt, hat von ihm ihren Urſprung« ſ 2. Zavbrieti Bibl. Gr, lib. 3.
c.10.9.9. P- 266,
'Aggiuſtatamente(ital,) Adverb. fein vtichtig, nach der menlur und Ordnüng.
Aggroppare la voce (ital.) mit der Stimmecoloriten, | ;
Aglais, SyAdis, eine Tochter des Megaloclis oder Megaclei, von Alexandria,
hat eineſtarcke Trompete geblaſen ; iſt aber dabey eine noch ſtärckere Freſ-
ſerin und Säufſerin geweſen. ſ Athen.lib. 10, c. 1, Pollux lib.4, c, 11, Segm,
89. ſchreibet von ihr; ruba ſatis valid? utebatur & certatoria, K pompica,
Agnelli(Lorenzo) hat ein auseiner Milla, etlichen aus vier Stimmenbe-
ſtehendes Pſalmen - und Moterten-Wercf ediret. ſ. 2arſlarff: Caral, p. 3,
Agnus Dei, Iſt dasjenige Stück einer muſicaliſchen Millzz, welches in dex
Römiſchen Kirche/ bey adminiſtrirung der Hoſtie pfegt tra&irt und .ab-
geſungen zu werden. Esiſt ſolches aus dem 1ſten Capitel des Evangelit
Johannis genommen, und vom Pabſt Sergio 1. ums Jahr 688 angeord-
net worden. ſ. 2re!. Syne. Müſ. T.1, p. 58. | ;
'&/pwpn (gr.) Du&us (lat,) way bey den glten Griecheneine ſpecies vi
allo
“8 (0) 3% 17
- alſo genannten Uſus.oder Xeroews , (ſo wiederum eine lpecies ihrer Me-
-- Jopeizwar) und entſtund : wenn von einem intervallo zumſandern gra-
datim gegangen wurde 3 welches, ſo es aufwerrs geſchahe, inſonderheit
dom EuG , duttus refus; unterwerts; dywyy dvernip7nTeIde , du-
&us revertens; aufzund unterwerts aber zugleich : 2yw91 zeePeers,
du&us circumcurrens hieß, Wie ſolches beym Ariſtide Quintiliano lib, 1.
de Mußia, p.m. 29. zu leſen. Allerſeits Arten ſtellet Marcus Meibomius
in den Anmerkungen über des Euclidis Introd, Harmonic. p. 65. folgen»
der geſtalt in Noten vor?
EeEE=
|=
Du&us re&us, Du&us revertens. Du&us circumcurrens,
Agon muſicus (lat,) &ys»(gr.) in pl. Agonesmuſci, it. Ludi muſici, dy&ves,
genannt, ein Rampff3 da in den Griechiſchen und Römiſchen Schauſpie-
len ſich zweene Muſici gegen einander hödrenlieſſen/ und mit einander in der
Kunſt um den Vorzugſtritten. | Schöttgens Antiguiräten-Lexicon,
Agoſtini (Ludovico) ein gelehrter und hochgeachteter Muſicus zu Ferrara;
ſo nennet ihn Agoſt. Superbi in ſeinem Apparato de gli Huominiilluſtri
- della Cittä di Ferrara, p. 130.
Agoſtino (Paolo) ein Scholar des Bernardino Nanino, und Ccpell-Meiſter
an der 8. Peters-Kirc<he zu Rom im vorigen Seculo 5 deßen Arbeit in al-
lerley Compoſitions-Art überhaupt, und die auf 4, 6. und 8 Chöre in-
ſonderheit, von Antimo Liberari ſehy gerühmet wird : daß ſie von der
ganken Stadt mit Erſtaunen ſey angehört worden, und wenner nicht in
- der Blüte ſeines männlichen Alters geſtorben, würde er die garße Welt
- inVerwunderung geſeßt haben 3 man könne von ihm mit Recht ſagen;
- Conſumatus inbrevi, explevit tempora multa,
Agreable (gall,) angenehm/ lieblich.
Agremenr(gall.) bedeutet überhaupt eine Manier; bey einigen Franköſi-
* ſchen Organiſten aber inſonderheit ein tremblement oder trillo; bey an-
* dernein Pincement, f. Mr. de S. Lambert Principes du Claveſſ.c. 21. p+.105.
Agricola (Alexander) ein Componiſt, der zu Anfange des 16ten Seculi
* muß forirt haben, weil in Sebald Heydens an. 1537 edirtet Muſica, von
„deſſen Arbeit Exempel angeführt werden,
Agricola (Georg Ludwig) war gebohren an. 1643. d. 25. O&ob. zu Groſſen
My einem Chur-Sächſiſchen Dorfſe in Thüringen, allwo der Vater
arrey geweſen)gieng von an, 1656 vnJahrzu Eiſenach in die 17148
herna
i8 673 ), 0 ) 296 ue
hernach bißan, 1682 zu Gotha ins Gymnaſium,ſtudirte hierauf zuLeip-
zig und Wittenberg, an welchem leßtern Orte er concionando und pu-
blice diſputando zu verſchiedenen mahlen ſich hören laſſen, und den gra-
dum Magiſterii angenommen. Bondenen daſeibſt ſich damahls auf-
haltendea Jtaliäniſchen Mußcis hat er in arte componendiſo viel durch
converlation gefaſſet, daß er ſich deſſen nachgehends bedienen können,
maſſen er denn an. 1670, als er zu Gotha Capell-Meiſter gewordem un-
ter dem Titul: Muſicaliſcher XFebenſkunden/)etliche Sonaten, Prat.
Allemanden, &c. mit 2 Violinen, 2 Violen v.-G. B,zu Mühlhauſen in
Folio drucfen laſſen. Iſt an. 1676. menſe Februar, im 3zten Jahreſei-
nes Alters zu Gotha verſtorben, und mit einer den 22 Febr. gehaltenen)
und nachgehends gedruckten Leichen-Predigt beerdiget worden.
Agricola (Joannes) ein Nürnberger/und des Gymnaßi Auguſtinianei zuErf-
furt Collega ( ſonenneter ſich ſelbſt) , hat an. 1601, ſeine mit 4. 5. 6. 8. und
mehr Stimmen geſeßte Motetten zu Nürnberg drucken laſſen., und ſelbige
E, Hoch-Edlen Rathe zu Erffurt dediciret. 7
Agricola (Martinus)Cantor zu Magdeburg. hat 1528.den 1zten April ſeine teut-
ſche Muſtc 3 und den 24. Auguſti nur gedachten Jahres ſeine in teutſchen
Verſen entworffene Muſicam Inſtrumentalem (worinnen der mehreſten
Inſtrumenten Figur und rra&irung angeführt und gezeigt wird) demWit-
kenbergiſchen Buchdrucker , Georg Rhaw, zum Druck überſendet, welcher
nuch beyde Tcactätgen in 8vo ediret / und zwar daslektere an. 1529; Seine
aus 12. Capiteln beſtehende Teutſche Figural-Muſicaiſt an, 1532. nebſtnoch
einem aus 10Capiteln, von denProportionibus handelnden kleinenTractät-
gen, daſelbſtin 8vo gedruckt worden. Die an.1539. gedruckte lateiniſche Ru-
dimenta|Muſices machen 3x Bogen aus , undſind gleichfals zu Witten-
berg bey gedachtenBuchdrucker heraus gekommen; aberdieMetodizx Scho-
Jaſtice ſub horarum intervallis decantandz ſind an, 1612. zu Magdeburg in
8vo zum Vorſchein gekommen. ſ. Draudtt Bibl. Claſſ.p. 1850. Sonſten hat er
auhScholia in MuficamPlanam Wenceslai Philomatis de NovaDomo,ex
variis Muſicorum ſcriptis pro Magdeburgenſis Scholz tyronibus colte&a,
geſchrieben/ ſo zuſammen 63 Bogenin 8vo betragen. In der prefation die-
ſes line die & conlule abgefaſten ſcriprimeldeter von ihm ſelbſt folgendes:
Praterea, Le&or optime, cogitabis, me nequaquam potuiſſe ſingula artifi-
cioſiſlime tradere, quemadmodum alii excellentes Mußci,quum ego nun-
quam certo aliquo Preceptorein hac arte uſus ſim,ſed tanquam Mußcus
KvToQuis occulta quadam nature vi, quxz mehuc pertazit, tym arduo la-
NET “ bore
menen- LEEDER NE) O € Eb
- bore atque domeſtico ſtudio
nanu Eeieinenetmmedeie 19
, id quod cuiliber perito facile eſt xſtimare,
Deo denique auſpice, exiguum illud quod intelligo, fm aſlecutus, ut non
omnino abſolute,verum tanquam aliquis vulgariter doSus,tantum ſimpli-
cifime,adeoque rudibus hujus artis puerls principia preſcribere,atque ut-
cumque inculcare queam, non diſlimilis arbori , cui ſpontanea contigit €
* terra pullulatio ,quz nunquam ſua bonitate reſpondet alteri arbori, qux
* primum ab ipſo hortulano, loco opportuno plantatur, ac deinceps etiam
votidie fovetur acirrigatur, Ein gleiches, daß er nemlich die Muſic ohne
nführung vonſich ſelbſt exlernet;iſtin derVorrede über dieTeutſche Figy-
ral»Muſic, und am Endeder 1zten Hiſtorie in derſelben befindlich.
AKgricola)Rudolphus) derJeltere ,war zu Baſſlen,einem in Frießland 2.Meie
len von Gröningen liegenden Dorffe an. 1442, gebohren , ein ſehr gelehrter,
veredter;auch gereißter Theologus und Philotophus,hierbey ein guter Poet
und Muſicus; wie er denn nicht nurin ſeiner Mutter-Sprache viele 4ſtimo.
- mige Lieder geſeßzet; f, Opmeer Opus Chronoyr, 7.1, p. 435. ſondern auch die
Laute geſpielet;zund darzu ſingen können,/ſ, 2enthemsZolländiſch enRirch-
und Schulen-Straar, 9.192. woſelbſt P. 1. c. 3. p. 34. noch gemeldet wird *
daßer an derin der8.Martins-Kirche zuGröningen befindl.Orgel gearbeitet
habe zim 4ten Capitel des 2ten Theils wird ſein Lebens-Lauff vom 187, biß
zum 194ten Blate weitläufftig erzehlet, auch ſein zuHeidelberg, allwo er an.
1485. den 28, O&ob.in die Minoriren-Kirche begraben worden,befindliches
Epitaphium angeführet, conf,Valerii Andrex Bibl.Belgic.p.705. woſelbſt,
- nebſtandernundmehrern Umſtänden, nurgedachtes Epitaphium guch ays-
' zutreffen iſt , und folgender maßen lautet: i
Invidaclauſerunt hoc marmorefata Rudolphum
Agricolam , Frifii ſpemque decusqueſoli,
Scilicet hoc uno metuit Germania , laudis
| Quicquid habet Latium , Grecia quicquid haber;
Es hatſolches der damahls am Kayſetl, Hofe rendirende Venetianiſche
Botſchafſter, Hermolaus Barbarus , verfertiget. Alle ſeine Operaſind an,
3539. zu Cdln in 2. O&av-Bänden gedruckt worden. Im Zweyten Tomo
iſt eine Oratio in laudem Philoſophiz & reliquarum artivm, ſo ek anno
1476. gehalten, enthalten, .
Agticolin (Catharina) eines geſehrten Mannes aus Meiſſen Tochter/iſt ums
Jahr 1628. eine gute Poxtin, und in der Muſic wohl geübt geweſen: wie
das einem vornehmen Mußico auf ſeine Hochzeit von ihr verfertigte,
yndbey Joh. Frauenlob, in der Cobwindigen Geſellſchafftgelehrter R
;2. 2
er
20 Gs )0( % /
ber, p-7- befindliche Carmen ausweiſet. f, Amaranchis Sxrauten - Zimmet-
Lexicon.
Agrippa (Henr. Cornelius ) gebohren zu Cölnan. 2486. den14. Sept.aus dem
Adelichen Geſchlechte von Nettesheim, ward an. 1509. zu Dole Profeſlor
Hebraicz Linguz, allwo er des Reuchlini Buch: de verbo mirißico, ers
kläret- Von dannenbegaberſich in Jtalien/und wurde anfänglich bey der
Armee Kayſers Maximiliani L Secrerarius,hernach biß 1515. Kriegs-Com-
miſſarius, ließ ſich hieraufzum Profeſlor zu Pavia annehmen und kam mit
den gelehrteſten Leuten in Kundſchafſt. Nachgehends hater ſichnachdem er
Ita'ien,Spanien,/Franckreich und Engeland durchreiſet, verheyrathet, und
iſtan. 518 zu Meß Syndicus worden. Vondieſer Bedienung danckte er
ab,gieng an. 1520. nach Cödln; im folgenden Jahre nach Genevezundſtudir-
te Medicinam. An. 1325. praticirte ey in der Medicin zu Freyburg in der
Schweiß mit ſehr'gutem Succesl, fo daß er von des Königs in Francreich
Mautter,der Kdnigin Louile, zur dignität des Oberſten Leib-Medici erhoben
wurde. Als er bey dieſer verhaſt war/nahmihn die Gouvernantin derNie-
derlande, Margaretha von Oeſterreich/an, da er auch den Titul eines Kay-
ſecl. Raths und Hiltkoriographi bekam. Nach ihrem Tode wurde er wegen
ſeiner Bücher: de Vanitate Scientiarum, und de Occulta Philoſophia an.
7531. zu Brüſſel ins Gefängniß geworfſen, woraus er aber bald wiederum
befreyet wurde, daß er nach Bonnſich wenden kunte. Jn Frankreich ſolte
er wieder die Mutter Königs Franciſcil. anzüglich geſchrieben haben, wes-
- wegen er auch da eingezogen worden; als er aber bald loß gelaſſen worden»
gieng er nach Grenoble(lar. Gratianopolis) alltvo er an. 1535. in der gröſten
Armuth geſtorben. In gedachten drey Büchern: de Occuka Philoſophia,
(denn dasVierdte ſoll 27.Jahr nach ſeinem Tode von einem gottloſen Men-
ſchen conlcribiret worden ſeyn,) handelt das 24te Capitel des zten Buchs:
de Muſices vi & eficacia in hominum affe&ibus, qua concitandis, quaſe-
dandis, f. Cap. Scbortum inproemio lib.9. Organl Matbematiei.Zim Buchede
incertitudine & vanirate Scientiarum handelt das 17te Capitelim 4X duo-
dez-Blättern de Muſica. ſf. das comp. Gelehrten-Lexicon, vat D. 7o. Nic.
Martii Unterricht von der Magiavarurali, p.17. ſq. Seinin der Nouvel-
1e Biblioth, Eccleſ. des berühmten du Pin T. XIV. p.145, befindliche Epita-
„phium [autet alſo: , ;
Inter divos nullos non'carpit Momus,
- Inter Heroas monſtra quzque inſe&atur . &
Hercules,
Inter
- & ) 0 (H a
Inter demones Rex Erebi Pluto iraſcitur
omnibus umbris,
Inter Philoſophos rider omnia Democritus:
Contra deflet cun&a Heraclitus,
Neſcit quzque Pyrrhon,
Et ſcire ſe putat omnia Aitſtoteles.
Contemnit cun&a Diogenes.
Mullis hic parcit Agripp4.
Contemnit , ſcit, neſcit, defler, ridet,
iraſcitur „inſe&atur, carpit omnia.
Gg Tpſe Philoſophus , demon, heros, Deus , & omnia.
- f. die Unſchuld, Llachrichten/ ay, 1703. ?. 301, /7- .
Aguilera (Sebaſtian de ) ein berühmter Muſicus und Organiſt zu Saragoſſa
(ar Czlarauguſta) der Haupt- Stadt des KönigreichsArragonien in Spa-
- nien, hat an, 1618. vier-5. 6. und ſtimmige Magnificat über die 8. Kirchen-
Toneheraus gegeben. f. Vie. Anronit Bibliorb. Hiſpanam. .-
A guſto(Iral.) heiſſet: wenn einem etwas nach ſeiner Neigung eingerichtet iſt/
daß es ihm gefällt.
Agyries, ein Trompeter, deſſen Statius lib. 4. Achillidis, und Ovidius Meta-
morph. lib, 5. fab. 1, v. 148, in folgenden Worten , wiewohl mit ſchlechten
- Ruhme/ gedencket :
"=== &czſo genitore infamis Ägyrtes.
Abhenotympanum,pl. ahenotympana(lat,)füpfferneKeſſel od. Heer-Paucken
Ahle (Joh.Georg, ein Kayſerl. gekrönter Poet/Raths-Herr,/undOrganiſi an
der S.Blaßi-Kirchen zu Mühlhauſen, hat an. 1687. unter dem Titul; Un-
firurhinne/0d.1luſicaliſcherGarten-Luſt/ein theoretiſches Tractä'?
gen von 6.Bogen in 8vo ; ferner 1690. ſeines VatersAnleitung zur Singe-
Kunſtzumerſter-und an.1704 zum andernmahle mitAnmerckungen/in glei?
<er Gröſſe und Stärcke daſelbſt ediret. An. 1695. iſt ſein Frühling! -Ge-
. ſpräch 5 an. 1697. das Sommer-Geſpräch 3 1699. das Herbſi- und an.1701.
das Winter - Geſpräch - allerſeits vom grund- und kunſtwäßigen Com-
poniren handelnd, gleichfalls daſelbſt in 8vo0 heraus gekommen. Sie betra-
gen zuſammen 24. Bogen aus. Eriſtan. 1707, im Janvar, geſtorben»
Ahle ( Joy. Rudolph) des vorhergehenden Vater, von Mühlhauſen bürtig/
war anfänglich Cantorzu 8, Andrez in Erffurt zwie er denn in dieſer Fun-
. &ion an.1648, denerſtenTheil ſeiner mit 2.3.4.und mehrStimmen geſckten
geiſtlichen Di«logorum, wie quch das Compendium pro tenellis unn
C 3 Yu
wor
22 688) 0 (Bb BENE
drucken laſſen, das dreyfache Zehen allerhand Sinfonien/Paduanen,/Bal-
Jetren, Allemanden,K&c. von 3. 4.und 5. Inſtrumentenziſt gleichfals zu Erfſurt
an. 1650, gedruw: warden, Der erſte Theil des Thüringiſchen Luſt-
Gartens, worinnen 26. geiſtlichemußcaliſcheGewäch!von 3.4.5. -10.und
mehr Stimmenbefindlich, iſt an. 1557. das 1iſke Zehen geiſtlicher Arien/
von 1.2.3. und 4. Stnge-Stimmen, ſammt beygefügten Rirornellen,iſt an,
1560; und das 2te ZebhenzetlicheMonate nach jenem zuMühlhauſen in folio
heraus gekommen; Dieſen beyden iſt an 1562. das zte und 4re Zehen in
gleichem format gefolget, In eben dieſemJahre ſind auch die auf die hohen
Feſt-Tage durchs ganze Jahr gerichcete geiſtliche Andachren)/14.
Stück an der Zahl von1. 2,3. 4. und 8. Stimmen,nebſt Ritornellen auf4.
Violen; und die geiſtliche Andachren auf die Sonntage durchs
ganze Jahr/5o. an der Zahl, von 1.2.3.4. und mehr Stimmen/ an. 1664«
veyderſeitsin folio zu Mühlhauſen ane Licht getreten. Nur gedachtes 1664te
Jahr hatauch X. geiſtliche Chor-Stücke von 5 - 3 Stimmenin 40 ge-
liefert, Die V5em-verfaſte Chor-Nluſic (ſo ſein 13desWerc iſt) 15,geiſt-
liche Motetten von 5.6.7.8. und 10, Stimmen iin ſich haltend, hat er 21.1668,
zuMühlbauſen/als er ſchon einmembrum des daſigenRaths geweſen,durch
den Druck bekannt gemacht. Sonſt iſt auch ein lateiniſches Tractätgen de
BProgresfionibus Conſonantiarum ; und die im vorhergehenden Articul erwehn-
te Teurſche furge Anleitung zur Singe-Runſt von 2x Bogen / von
ihm edirt worden. Eriſt als Bürgermeiſter zu Mühlhauſen geſtorben.
Aichinger (Gregorius) ein Geiſtlicher, und Heren Jacob Függers des
Aeltern - Freyherrns in Kirchberg und Weißenhora 7c. Organiſt, hat
verſchiedene muſicaliſche Wercke heraus gegeben, als!
(1. Lib, 1. Sacrarum Cantionum, 4.5. - &1t9 vocum,cum Madrigaliis, 15909,
C2. Lib, 2, Sacrarum Cantionum,4, 5. & 6,vocum,cum Miſſa & Magnificat,
necnonDialogis aliquot,8,& 10,vocü. An.1595.zuVenedig in 4to gedruckt.
(3. SacrasCantiones 5.6.7. &8.vocum, An.1597, zu Nürnberg gedruckt. Es
ſind 20, Stück in dieſemWercke , und vom Au&ore dem Dom-Capitel zu
Augſpurg dedicixk worden. '
(4, Tricinia Mariana, An. 1598, zu Inſprug in 4ro gedruckt,
(5. Odaria, ex;D. Bernhacrdi Jubilo delibata, & modis muſicis expreſſ3 ; it,
(6. Divinas Laudes, ex floridis Jac, Pontani excerptas , 3, yocum, A, i602, zu
Augſpurg in qto gedruckt.
(7 Veſpertinum Virginis Canticum, qus ſechs ſtimmigen Magnificaten bes
ſtehend,an.1603.zu Augſpurg gedruckt, Dieſes Wexck hat der Auerzem
uy
ne BDO LC 23
. Fürſten Joanni Adamo, Abte zu Kempten (Przſulhi Campidonentü) , mit
* welchemer drey Jahr zu vor/;neml, am Jubilzo zu Rom war bekannt wor»
den/dediciret.
(8. Ghirlanda di Canzonetteſpirituali ätre voci, An, 1604, zu Augſpurg bey
Georg Willrnin 4to.
(9 Faſciculum Sacrarum Harmoniarum 4. vocum, zu Dillingen; und
Clo. Solemnia corporis Chriſti in Sacrificio Miſſz, & in ejusdem feſti ol
ficiis ac publicis Proceſlionibus cantari ſolita, zu Augſpurg, beyde an. 1606,
in 40 gedruckt,
(u, Cantionres Eccleſiaſticas 3. & 4. vocum, an, 1607. mit einem G.B. und
(12. Virginalia 5, vocum,an, 1608 beyderſeits zu Dillingen in 4ro gedruckt,
(13 Corallam Euchariſticam 2, & 3.vocum, an, 2621.zu Augſpurg in 4to ge-
druckt. Hierzu kommen noch 2 andere von Draudio p. 1647. Bibl,Claſl. an»
geführte Wercke, nemlich: Vulnera Chriſti 3 D. Bernhardo ſalutata,3. & 43
vocibus muſicet defleta ,zu Dillingen , und
Lacrumz B, Virginis & Joannis in Chriſtum 4 cruce depoſitum modis
mußicis expreſlz,zu Augſpurg, (ohne Meldung des Jahrs)in 4to gedruckt.
Aigu,aigue(gall.) Adj. vom Lateiniſchen acutus, heiſſet ; ſcharff - hoch - hell-
lautend. z. E. un ſon aigu, ou haur, ein ſcharffer odey hoher Klang 3 une
voix aigue, eine hellautende , klare Stimme.
Aigues (gall.) Plural. hierdurch werden die chorden des alſo genannten Tetra-
chordiHyperbolzon verſtanden, welche nach ießigerEinrichtung in unſerm
- Syſtemate folgende vier Claves, neml. das e € g und aſeyy werden. Die
Frankoſen nennen nur beſagtes Tetrachordum - Tetrachorde des aigu&s
oder plus hautes 5 und die nocd höhern Saiten : des lur aigues.
'Aguino,ein Scholar des Pietro Aron,von Breſcia bürtig , hat an. 1581. un(ex
dem Titul: Teſoro illuminato , ein mußicaliſch»rheoretiſches Werck in 4to
heraus gehen laſſen. ſ- Martheſonii Organiſten - Probe in der Dorbe-
reitung /s. 120.
Aiollz (Franciſcus) iſt bey Mich.Pocctantio,in Catalogo ſcriptorum Floren»
tinorum. p, 70.ein trefflicher und nie zur Gnüge gdeprieſener Muſicus von
Florentbürtig/welcher ums Jahr1530, in FrancFreich gelebt,
'Ajoute, vder ajoutee (gall.)hinzu gerhaän / nder hierzu gethan, acquißita
ſc, chorda (lar.) iſt eben was bey den Griechen ihre 7e07Azpbavouen ſO
%ee94 war, welche dem Tetrachordo Hypaton unten noch angefüget wur-
de; damitſie, wenn vier Tetrachorda an einander gehänget wurden/2,völli-
86 O&aven haben möchten z und demnach nichtanders/als unſer jehige6A;
7 Juſte
24 m vs) o (Bs Mb
Ajuſte (gail.)vereiniger zuſammen gefüget.z E.TetrachordedesAjuſtees,
das Tetrachordum der zuſammen gefügten Saiten, Tetrachordum Sy-
nemmenon genaant; ſo das dritte war,und aus folgenden 4 Saiten; neml.
dem 2, unſerm jekigen b,c und d beſtund. ;
Air(gall.) ein &ied/Mlelodie, Die Franköſiſchen Airs beſtehen aus einer kurb
gefaſten;an einander hangenden / und mit weuig pallagenverſehenen Melv-
die/weswegenſie auch ohne Accompagnement, undCavallierement kön-
nen geſungen werden. ſ, Mazebeſonii Orcveſtre l. TH,p. 3.0.4 S,18.P. 229. 9.
Aiszal vkönteund ſolte man billig das mit einem F bezeichnete a (an ſtatt.daß
es insgemein ſich muß ſchelten laſſen) nennen 3 weil es ſs dann einen von
dieſem ganß unterſchiedenen concept (zumahl bey Erlernung des General-
Balles, als in welchem beyde toro clo von einander differiren) verurſa-
chen, wie aucheinen eigenen von der Linie oder lpatio abſtammendenNah-
meny adimitarionem des cis, dis, fis und gis, bekommen würde.
A), dieſer aus dem a und il zuſammen geſeßte welſche Articulus wird niemahls
allein geſeßt zaber bey dem Wörtgen pid, erhöhet und erniedriget er den
drauffolgendenrerminum dergeſtalt/daß es nichtnachdrücflicher ſeyn kan«
z.E, al piv adagio , aufs allerlangſamſie. |
al piv allegro , aufs allerluſtigſte,
al piü forte, auſs allerſtärckſte.
al piu piano, aufs allerſachteſte.u d.g.
Ala (Gio. Battiſta) ein excellenter Componiſt und Organiſt an det Serviten-
Kirche zu Mayland, welcher im 32.Zajrſeines Alters geſtorben, hat folgen-
de Wercke heraus gegeben, a!s:
Canzonette e Madrigali ä 2.1ib.1. an, 1617. in folio ; .
Concerti Ecclefiaſtici a 1.2.3.6 4 voci, lib, 1,an, 16183 lib 2, an.1621,
e lib. 4. an, 1628, ( der dritte Theil wird ohne Zweifel auch heraus
gekommenſeyn.) Die
Armidaabbandonata, und det Amante occulto,aus ſtimmigen Madri-
galien, und Arienvon1, und 2. Stimmen, an, 1625.in folio, allerſeits
zu Mayland gedruckt. ſ. Vieinelli Areneo deiLetrerati Milaneß, p. 209.
Alx (lat.) Plural. alſo heiſſen die Bärte an etlichen Orgel-Pfeiffen. |
Alaigrement(gall,) Adverb. hurtig, freudig.
Alamdth, ein Hebräiſches Wort, ſo im 15ten Capitel des 1ſten Buchs der
Chronica, v. 29. undin der Uberſchrifft des 46. Pſalms vorkommt, ſoll,
nach Barroloccii Bericht, P. 2. p.204, ſq, Bibliorh,Rabbin. eine dem in der
Römiſchen Kirche heutiges Tages gebräuchlichen ſten Tone ähnliche, M
: au
R) OCH 25
zufgewiſſeJmſrmmente
geſesteMeloieber Juden geweſen ſeyn ; und
her von Alam, welches;tach. Züdiſc en Lehrers MardocheiNa-
!' han DNWonUngDtepetleo bedeute; als :Ä rem Ofr, occultam.(2,
- Puellam,adoleſcentulam, ſeuvirginem, es quödd ſitß occulta viro, und (3.
„Seculum,peiip uunz, zjernum:., Gleichwie nn vorgedachter ſter Kirchen-
vi ZTancwicdi Geſchhrieten wöllenzüber das Phlegmahetriche/tnd die qus dje-
teimperame reztſiehende S wachheiten/als Faulheit/Dumheit und
Erauriteitingleihend n Sclaffyveutreibe; alſo jage auch der 46.Pſalm/
unddie über ſelbigen 3e eiteMelodie die in dem innerſten desHerkensver-
borgene Traurigkeit,nach!deverſten Bedeutung , völlig aus. Da auch
von den Alten vorerty hnter7'onus( ſsſonſtenDorius heiſſet/) als ein eile»
&orcaſtiratis angeſehen, jn0 zu guter ſittſamer Erziehung der
Jugend adp Gigworden; alſo ia1 von oder Eu die Ju-
dieſe I
gend (ſup t Futibus, alp 20weyten Bedeuiung,zuſin-
gen, daß MONA Geber detKeuſchheitahne13 Tugend beſtändig und
Zeit ihres Lebens (in etanahderdrit Uebeen hen wolle.
DenSchluß macht derAi For mitdieſen IWorten: iraque iſtum Pfalmum,
Deus noſter rgfugium; vip* ſub rimo Tono
cantatum fuiſle Cre
Arinſtruendis,iin«rerzum,ius
NIESENFARE "-„oeiplt,“

Amel0(gal,|dachtdein Tat.
399Co
FEEN MEulis, eitenbuNE8.RÜfelin Älzeldätn bürtig
n w; in] amfteit or univerlalis genannt;
BeeThe n fon EeehefamtiDa zu Pariß/(1ed kort&
„Hla BerlegallienSchoDEEE fuitab Ac EN, ſchreibet Conringius
"ſupplement9 46. a 1ag-90. 8!MEH usAcademicis ) allein er vero
LeheCrateinmietenG onverlus monaſterii Ciftercienſ5, oder
M < imCloſter zu Ci anzwelcherOrt imHerkogthum.Burgund, 57
| von Djjon,in der enen von.Chalonllieget, und die vornehm €
Alp venD
Ciſtercienletiſt,welche auch hiervon i ren Nahmen bekommen
ENdie StadtCiftoae1| itercium, aber.ſelbſt hat ihre Benen-
nung von den daſelbſt.befindlichen vielen Ciſkernenoder Waſſerfä ngen:
Creales!Sragts-Zeitungs-undConverJationt-„Lexicoy,p. 1, 413. Dieſer A-
Janus händeltin ſeinem alſo,BT„Anti-Claudiano,oder «deofiicio viri
in omnibut, Nin pertedti, wel es Werkauch insgemein Encysa
Wetſen von der Mufc
gejaddiagegieyntFWIDZLib3,eg:„ji83.SIIFB
..241:52
26 -G)EW. un
Imaten und ötetn Capitel deszten Buchs ſind'abermahl25.Werſe muli-
caliſchenIJnhalts. Gedachter Tra&art iſtünterſeinen an. 1654. zu Antwerpen
in folio edirten Operibus Moralibus , Parzneticis und Polemicis der te,
der Au&oriſtim 16, Jahre etatis,dent 30. Januarii an. 1294. geſtorben, und
liegt inder Abtey zu Citeaux begraben, ſeinBildniß, zu deſſen Füßen ſich
Schaafe preſentiren, iſt, mit folgenden Epitaphio, in Stein gehauen ;.
Alanum brevis hora, brevi tumulo tumulavit, NEL 228
Qui duo, qui ſeptem, qui rotum ſcibileſeivit; 1 5“

;
Labentis ſecli contemptis rebus Sem ; gs “
Intüs converſus , gregibus .commi Tus alendi,
Mille ducenten6 , honageno quoqgu quarto EEN it
a“

Chriſto devotus mörrales exuit artus: Vw a


ſ. Ludov, Zacob, de elaris Sepiptoribus'cabilnenßbus Hb.3:0. 1956. M en
A 1a quarte au deſſus (gall.) eine Quart drüber. Dt WCM AUER,
A la quarre au deſſous (gall.) eine Quart drunter.
A la quinte au deſlus (gall,) eine Quint drüber,
A la quinte au deſſous (gall.) eine Quint drunter, wes EN
ven wude
Alardus (Lampertus) war gebohren an. 1602. zuCrempe im: ehiſ
Wurde an, 1624.Magiſter zu Leipzigjund imSebtembr. diefes ährs/bey ie
ner Abreiſe,/von D.Matthia Hoe von Heneggzum Kayſerl. gekrönten Po&-
ten lolenniter declariret ; im folgenden Jahre dräuf Diaconuszu Cremper“
und fünffJahr hernach Paſtor zuBrunsbüttel zin dieferqualität hat er an, *
1636, ein aus 29. Copitelnböſſehendes läteiniſches'T'radtärgen +.de-vererum *
Muſica zuSchleuſingen ihr2mo druckenloſſenüfdfelbiges viervornehmen
Henannten, und übrigen ungenannten membris des ConviviiMuſci zu
Crempe, (wovon erſelbſt auch einMitglied geweſen )dediciret: Eriſtnach-
gehends des Conſiſtori zu Meldorff Alleſlor, und an.1643.den 8. Aug.The-
ologix Licentiatus geworden. Auſſer geda>ten Tra&ärgen) hat er noch 30.
«andre Schrifften ediret, welche Hr. Nicolaus AlardusPafior zuSteitibict,
in ſeiner an, 1721. heraus ge ebenen Decade, Alardorum' Scriptis clarorum
vom 24.biß zum 31. Blate anführet. Iſt geſtorben den 29 Mai, 1672. im 70,
Jahrſeines Alters, und 47, Miniſteri Ecdeſaſtic.
. Den Inhalt obengedachter 29 Capitel zeiget folgende Specification;
Cab. “<iniquoMuſice commendatio »derivatio,definitio, totusque ambitus,
Cap. 2. de Subje&o Muſices,quamquelart (e. extendat: ZUE E
Cap. 3. de modo confiderandi ob.qu; 1 Muſicavarias ſortitadivißones, |
Cap. 4. Muſica Veter in'quomEdeninſderara inPhyfſica, Metaphyſica, A-
* Nronomia, Arithmetica. -" |
4 „8 (Oo) X 27
„ Cap.y.Muſica Vererum, quomogo conſiderata in EhicOCOZDZ0un
Cap.6. Mußica Veterum,quomodo conſiderata in Medicina & Theologia,
Cap. 7. Mufica Veterum, quomodo confiderata in Po&G,
Cap, 8, Veteribus Sapientes Muſici dicebantur.
Cap.9. Principia Muſicx, hoceſt Inſtrumenta,.
Cap.i0o. De fundamentis Inftrumentorum muſicorum, & de Scala.
Cap. 11. AffeStiones Muſicx , hoceſt intervalla.
Cap.12. DeSpeciebus Muſicz ,ſeu Modis variis.
Cap. 13. Diſcrimen Modorum Muſicorum, & ambitus unius cujusque,
Cap. 14. Melos, Concentus vel Modulatio & Modis quotuplex,
Cap, 15. Muſice melodix effe&us varii. !
Cap. 16. Muſicz melodiz vis ad Dzmonem fugandum.
Cap. 17. Muſicz melodiz vis ad devotionem excitandam,
Cap.18. Muſicz melodiz vis ad leniendos labores.
Cap. '9. Mulſicx melodiz vis ad commovendum animum,
Cap. 20. Muſica: melodiz vis ad affe&us ſedandum.
Cap, 21, Muſicz melodiz yis ad merori medendum.
Cap. 22. Muſicx melodix vis ad emolliendos mores.
Cap. 23. Muſice melodiz vis in Conviviis ad Iztitiam excitandam:
Cap».24. Mußcz vis ad Iztitiam vitz zterne praconcipiendam,
Cap,25. Quantum hodierna Muſica veteri diſtet,deque ea divina profana-
que querela,
Cap. 26. Quomodoinprimis vera hodie Muſica corrumpatur,& 3 quibus,
Cap.27. Quom.odo divinaſcientia a corruptela vulgarium Muſicorum afſle-
Cap. 28. Quomodo Muſica ret utendum? (renda,
Cap, 29. Inventores Muſicorum Inſtrumentorum,Citharedi, Fidicines, Ly-
riſtz, Tibicines, Choraulz, Fiſtulicines, Tubicines,Buccinatores.
- Hierguffolgt des PſelliGriechiſche SynoplsMuſicz exadtiſlima mit des A-
- lardilgteinif Uberſetzung. Alles zuſammen macht 9 Bogen u, 4 Blätter qus-
A 1axenverſe ſgall,)umgefehrt, umgewandt,
A la Sixte au deſlus (gall.) eine Sext drüber.
A la Sizte au deſſous. (gall,) eine Sext drunter.
A la Tierce au deflus (gall.)eine Terz drüber,
A la Tierzeau deſlous (gall.)eine Terz drunter, . .
Albergati (Pirro-Capacelli) ein Graf zu Bologna , hat verſchiedene wußicali.
- ſche Wercke heraus gegeben,darunter das 5te, ſo ich geſehen, aus 12. geiſtli-
<hen Cantaten 31,2. und3,. ege mit2.Violinen 2 kenne1
* 2 37,0"
28
ib kite iriemär <
ooo 1:
WOWW ooWETÜGE
G.B.auch Jtaliäniſchen Text beſtehend/4h14703:zu Modenaſy-folio ge-
druckt: worden, 5 VERSA REUENOS: WMO ERM ae ASR IHEN
'Albericus „ein Jtaliäniſcher Cardinal, von Settefrätte,im Fürſtenthum d'Al-
vito, bürtig. ſ.Zoppi Biblio: Näapoler,- zuvor aber ein Mont-Caſinenſiſcher
Mond undDiaconus umsJahr 1030. hatvid PetrusDiaconus bezeugetiin-
ter andern aucheinen Dialogum"de Müſtea geſchrieben.Seine ſämtliche
MSS. werden zu Florenß inder Bibliothec der Fratrum minorum'S. Crucis
aufgehoben zwie ſolchesGul Caveinſeine Biſtor,literar, p.428; qus ),B,
Maro adPetr.Diac, p.43. anführet. ! + Mae 1
Alberti (GiuſeppeMatteo) ein Violiniſt an der S.Petronii-Kirhe zuBologna,
und Academico Filarmonico, hatan.1713, ſein erſtesWerck/aus'10.Con-
certen 36. krotmenti beſtehend,daſelbſt drucken laſſen; und ſeibiges einem
daſigen Parricio,NahmensOrazio Leonardo Bargellini,welcher in ſeinem
Hauſe einemuſicaliſche Academie ( wie ers nennet) angeordnet, und w9-
von gedachtetAlber'Dire&oriſt, "dedicitet. ?
Alberti, Henricus)ein'guter Componiſt,undOrganiſtzuKönigsberg inPreuſ-
ſen,ums Ja"r 1650, hat viel ſchdne Lieder gemacht, und nebſtdenen von ihm
geſehten Melodien in druck gegeben, von welchen folgendesin dinigen 'Ge-
ſang-Büchern gefunden wird; GOttdes Himmels und derErden.|. Prin-
Bens Muſic. Hiſtor. c.13. 9.41.Seine geiſtliche Arien, die zu erſt in ſechs un-
terſchiedenenTheilen einzeln in kolio gedruckt geweſen, ſind von Ambroſio
Profe an. 1657 zu Leipzig mit den Melodien in 8vo zum druck befördert wor-
den, f WegzelsLieder-Ziſtorie Th.161.die muſcaliſcheRürbs7-Zütter
aus 12.kurken mit 3.Stimmen geſeßtenVerſen beſtehend,/iſt an. 1645.heraus
gekommen. Iſt nach Wirteni Bericht;bey welchen erAlbertheiſſet)geſtot-
ben an. 2651. d. 10. O&obr. oder wie im Hiſtoriſchen Regiſter des Naum
burgiſchen Geſang-Buchs ſtehet : an. 1648. |
Alberti (Innocenzo)ein Componiſt und Fürſtl.Hof-Muſicus des Herkogs zu
- Ferrara. ſ, Superbi Ayparato.degliHuominiilluſiridella Cirt4 di Ferrara, p.131,
Alberti(Pietro) hat zſtimmige Sonatenſy ſein erſtes Werck iſt;heraus gege-
ben. f Roger. Catalog. p35. 1 „zib Di u8 110 M4 a
Albertini, eine virtuoſe und'berühmte Italiäniſche Sängerin, fl Amayanehis
Srauen-Zimmet»-Lexicon, (191 „u ab. 18.2
„Albertinus(Franciſcus)ein gelehrter Florentiniſcher Prieſter, Do&or Juris Ca-
noönieizund berühmter Anriquarius ums Jahr i500.hat unter-andern auch
einen Tractat: deMuſica," geſchrieben „|Bocsiancti Catalog, Scriptor. Flo“
vem] pb TF L08 7,0 18 AIRIS IG
Alber«
Gigl i W o W 29
- BRÜTETjn allen Künſten und WiſſenſFaffien ums Fahr
1452 hochberühmt geweſenerAbt des Cloſters S,Severini Piſan1 zu Floren,
degCardinalsAlbertideAlbertis Enel/und ſehe guterFreund des ?olitiani,
* iſtauchin derMuſic,Mahlerey und Bildhauer-Kunſt wohl erfahren gewe-
! ſen. Liegt daſeltſtin der Kirche zum H, Creußbegraben, ſ“ Pocciantit Catal,
1. Seript, Florent,p. 11. /g.
„Albertus Magnus, der wegenſeiner groſſen Gelehrſamkeit alſo genannte Bi-
* ſchoffzu Regenſpurg, Dominicaner-Ordens , gebohren zu Lauingen. einer
Schwäbiſchen an derDonauim Herkogthum Neuburg liegenden Stadt,
Ns Boijardi Btblioch, Px p.67. 18, comp, Gelehrten-Lex.p.71. oder in agroLau-
ingenßi ex Bolſtadienſibus regulis (qus dem Geſchlechte der Grafen von
5 Bolſtado ann4193. Hach andern/an. 1200, ſtudirtezu Pariß, wurde zu Padua
ein Dominicaner-Mönch, und äocirte hierauf an verſchiedenen Orten / als
- Cölln Hildesheim / Freyburg, Regenſpurg und Straßburg die Scholaſti-
eiſe Theologie, promovirte zu Parißin Do&orem, wurde3 Jahr hernach
.zu CdlnLe&orPublicus, und Provincial ſeines Ordens, endlic an.1259.von
Pabſt Alexandro IV zum BiſthumRegenſpurg befördert welches€eraber
„Über einJahr nichtverwaltet/ſondern,aus Liebe zum privat-Leben und Stu-
- direnwiederumfährenlaſſen, und ſichnach Cdlin gewendet, woſelbſt er an,
1280,.im 87.0der 80.Fahre ſeines Alters geſtorben. hat unter andern auch ein
Buch: de Mußca, Feſchrieben. f. Centuriator, Magdeb, Centur.13,c.10.Philipp,
Bergomenſ. lb. 13, Cbron,ynd Gerard.oan, Voſſ;de Marbeßic46 8 9.it c,22.8.10.
Albicaitro (Henrici) ein Schweißer, Weiſenbure eigentlich genannt, hat
- imlektern Spaniſchen Succelions-Kriege;zu Anfange des ießigen Seculi,
M unter der Armce der hohen Alliirten inden Niederlanden als ein vornehmer
Oicier geſtandea, und als ein vortrefflicher Violiniſt folgende Wercke,
- woraufdieBuchſtaben D.B.W, und das Wort Cavaliero ſtehen,beyRoger
2» zu Amſterdam in.Kupfferſtechen laſſen, als : -
» Opera 1. aus 3zſtimmigen Sonaten beſtehend, Opera 2, aus 15. Sonaten 2
Violno ſolo € Cont. Hr, Cornelio Sasbout van der Dusſen dedieiret.
Opera 3,ſind Sonaten a Violino, Violoncello € Cont. Opera 4. abermahl
3ſtimmige Sovaten; Operax. u. 6 beſtehen qus Sonaten ä[ Violino ſolo e
Cont. Opera 7 beſtehet aus 4ſtimmigen Concerten. Opera 8. aus !2.80-
- "naten mit:3. Stimmer; u, Opera 9, aus ebenſo viel Sonaten vor me Vio-
. UnundVioloncello, oder G. B;ſ. „Roger Catalogue de Muſique.
Albinoni (Tomaſo) ein vortreſſ icher Tomponiſt und Violiniſt in der Re-
ee PruRiee VWensedig. Wp hat vetſchiedene Wexefe editet, davon
D3 Ope:a

in
30 -. “3 ) 0 (8%
Opera 1. aus 12. dreyſtimigenSonaten;uOpera 2.qus 6.ſeHs-u-ſieben-ſtim»
migenSinfonien,u.eben ſd viel Concerten veſtehetan.1700,3y Venedig gedr.
Operaz.hält 12.3ſtimmige Balletti,oder Sonate da Camera (das Violoncello
iſt biSweilen obl'gat , und macht die 4te Partie aus) in ſich, Opera 4. beſtes
het aus 12, Cantate da Camera, a Voce ſola e Continuo, neml. 6. vor den
Diſcanr,und 6. vor den Alt,an1702 zuVBenedig gedruckt,und dem Cardinal
Maria de Medici dedicirt. In Opera 5.ſind 12,Concerten 3 6.(romenti.
Opera 6, Tratrenimenti da Camera genannt;hat 12 Sonaten 8 Violino ſolo
e Cont. einem Nobile Veneto, nahmens Gio, Franc. Zeno, dedicitt.
Opera 7.beſtehet aus 12 ſtarcken Concerten mit Hautbois undViolinen, Zſt
vor dem :725ten Jahre geſtorben,
Albinus( Johannes) ein Lauteniſt, welcher an.1596, zuMagdeburg noch gelebt,
und ſo wohl nach der Teutſchen-als Ziefer-Tabulatur geſpielet; aber durch
die Vielheit der Regeln/Ziefern, Buchſtaben und anderer CharaTereman-
ſtatt einer Erleichterung, ſolches Inſtrument nux in mehrere confulion und
Dunckelheit gebracht hat, [, Barons Unterſachung der Laure? 64.
Albinus ſ, al zinus,
Albioſus (Marius) ein Canonicusregularis desH.Geiſt-Ordens aus der Sici-
lianiſchenStadt Naſo bürtig, woſeibſt er auch ums Jahr 1586. geſtorben, iſt
in der Muſic ſehr erfahren geweſen. f. Mongiroris Bibl. Sicul. T. 11p,46.
Alboneſus(1heleus Ambroſius) ein JCrus zu Pavia , hat eine Beſchreibung
des Fagotts heraus gegeben. | Rönigs Zibliorb, verer, & novam; das com-
pendicuſe Gelehrten-Lexicon nennetihn einen Canonicum Regularem zu
Pariß ; ſehzet aber gleich drauf: als die Kayſerl. Pavia an. 1325. exobert/wä-
re ſeine Zelle auch mit ausgeplündert, und ſeine MSta zerſtreuet worden, Iſt
geſtorben an. 1540,
Albrici( Vincenzo ) ſoll von Geburt ein Römer geweſen ſeyn; dienete unter
des Churfürſtens zu Sachſen Joh, Georgii Il, Regierung als Capell-Mei-
ſerzu Dreßden, und bekannte ſich zur Evangeliſchen Religion ; als aber
nach Abſterben höchſtgedachten Churfürſtens die ſämtliche Capelle ihre di-
million bekam, wurdeer zuLeip:ig Organiſt/wendete ſich hierauf nachPra-
ge,changitte die angenommeneReligion,erhielt wiederum die Direction
Über die Muſic, und ſturb da elbſt.
Albutio (Gio, Giacopo) iſt, wie Bonaventura Caſtiglione bezeuget, ein hoch»
geachteter Muſicus zu Mayland geweſen. ſ Morigia Novilra di Milano,lb.3,
C+ 36, 9. 185.
Alezus, deyan. Mundi3340, und demnach 608, Jahr vor Chriſti Rhede
rühmt
* tühmt geweſene Lyriſche Poet, von Mytilene aus der Inſul I esbus bürtigy
- wird vön Arhenzolib. 14. p. m.627. Muſices Scientiſſimus genennet.,
Alcides, ein Alexandriniſcher Muſicus beym Athenzo,welcher daſelbſt lib, 4.
- * P-m174,[g,mit dem Ulpianoeinen weitläuſſtigendiſcurs von allerhand mu-
: ealiſchen Inſtrumenten führet.
Alcman,Alcmana nach Doriſchen Diale&o,und Alemaon nah der gemeinett
« Sprache. f. Tanaq.Fabri Vir.Po&, Grzc der älteſte unter den 9 berühmten
- Griechiſchen Potis Lyricis, ſo an; Mundiz312. Borirt.wird von den meiſten
* Scribenten für einen Lacedzmonier gehalten : Suidas nennetgar denTheil
der Stadt/oder des GebietsLacedxmon „neml. Meſloa , wo er gebohren
worden; allein Vellejushb.1.c.18,. ſagt : Laconesfallo ſibi vindicare Alc-
- mattem; Und bey nur gedachten Suida nennetihn Crares einen Lydier und
Sardianer, Mag alſo wol als ein Knabe aus ſeinem Vaterlande nach Lace-
i daendn gebracht, und-daſelbſt ſeyn verkaufft worden : wie er denn des Age-
* ſidKnecht geweſen, aber auch von ihm frey gelaſſen worden. Die Liebs-
* Liederhaben von ihm, als einem Liebhaber'des Frauen-Zimmers/ und ſon-
:“"Derliechen Courtiſan der Pektin Megäoſtrara, ihten Urſprung. Eriſt zwar
' einMüſieus „doch dberp Fein zvAuderdder Pfeiffer geweſen/wie beym XIi-
vatlib,12, 6:50. de varia hiſtoria ſtehet ; weil, nach Perizonii Anmerkung,
." dieſes Wortmit dem- vorhergehenden-Griechiſchen Text alſo heiſſen ſoll:
307 A'Aupaävet Zu, (oder 3' Zu)aufes ye 71 Die ganße raſlageiſt daſelbſt,
nach dem lateiniſchen/folgende ! Lacedzmonii Muſicx imperiti erant. Ipſis
enim cutzerant gymnaſia &arma, Si quando autem Muſarum auzilio,vel
- morbo laborantes , vel mente capti , aut aliud quid Nmile publice paſi, in-
* digerent, arceflebanthominesper/grinor, tanquam malorum iſtorum medi-
c08, aut ex oraculo Apollinis, Arceſliverunt autem Terpandrum , Thale-
tem,Tyrtzum „Cydoniatam Nymphzum, & Alemanem , tibicen enim) erat ;
“ vdernac<h gedachter Anmerkung: & 4/cmanem rur/um, Ly4us enim erar. (Es
:Will nemlich Flianus hier die-Urſache melden;warumer den Alcman unter
“Die bominesperegr:nor,9der dieFremden zehle/und ſpricht deswegen; Denn
'ex wärein Lydiex, NE. : wp
Alcuinus(Flaccus Albinus) ein Engelländer aus derProvinkYorck,des Beda
iund Ein diſcipul,war etADiaconus derKirche zuYorck)DiaconusEbo-
-xacenfis),hernach Abt zu Canterbury, ſodannRe&or Scholz Palarinax bey
“dem Carolo M.und lektlich Abt zu Tours inFranefreich/ ſhriebunter ſehr
viel andernSachen,auch ein Buch+ de ieptem'artibus liberalibus,ünd ſtarb
"an,804. 'd. 19, Mai, eben 'am H.Pfingjt-Tage) im 8.Martins-Cloſter zu
Tours,
32 288) 0( M 500g
Tours, f. Guil. Cave H'ſtor, lirer.p.348.woſeibſt noch beſöndereUmſtän )
ihm zy leſen ſind ; u-Hedetichs Nyrie. Austerumantig,& med.p.8624[4.C8 iſt
aber von gedachten Buche, auſſee der Grammatica und demDialogo de
Rhetorica faſt nichts mehr übrig. ſ: St,D, Fabricit Bibliorb, Latin, lib, 4,6-7Ps
792. Sonſten erwehnen Boethius lib. 1, e,12, Mufice;,und Caſliodorysde
Muſica , gegen das Ende, eines A/bjni;welcher inlateiniſcher Sprache.eine
Fucke Mußicam geſchrieben , und VirMagnificusdaſelbſt genenngt wird; -
es kan aberdieſex;A1binus, wegen“ der Zeit- Rechnung j der-vorigenicht
ſeyn, weil beyde Au&ores eine geraume Zeit vorher gelebety und demnach
. -von dieſem nichts wiſſen, vielweniger ihn allegiren können, ;: 7.
Alderinus ( Coſma ) ein Muſicus jn der, Schtwyißhat an,3553. zuBern, 57
- vier - und ſiebenſtimmige Uymnos lacres.in;gro, digen Inſſen- ſ.Gefnert |
Bibliotb. univerſ,, und Draudit-Bibl: Cla, p. 16.64.» 710 00 925068
Aldrovandini (Giuſoppe): ein BologneſeraundAcademico Filarmonico,hat
an. 1701, Unter demTityl ; Armonia Sacra,10 Motetten von 2und 3 Stim-
men, mit und ohne Viplineygeſeßtadaſelbſt-druckenlaſſen, Aufdemdyit-
tenOpere, welches. an;1703 untex'dem Siu? „Concerti Sacri,"quchzzu“
Bologna herausgefommuten)und-gleichfals aysita-Motgten.3.009/(19l2
eon due Violini beſtehet, nennet erſich -Givlappe:AgogieVincenzo
Aldrovandini, Maeftio di Capells:d' honore del: Sereniſl. diManitgya,
:'. ePringipe de'Filarmonichk 44 7.40.07. 6 laut 4. Wd
A Venvers (gall,) umgewendt, umgefehrt/verkehtt,. 1 2660004
Alsotti (Vittoria) DiEzweyte Tochter des Gio;BattiſtaAleotti vonArgenta,
war, als ihreältere Schweſter anfänglicvon Alsfandro Milleville;und
- herngc<-von Ercole Palquiao in derMuſicinformiret wurde, im vierdien
'biß fünfſten Jahrihres Alters allezeit zugegen) undfaſſete unvermerc>kt ſo
- viel» daß ſie in Jahres-Friſt anfieng, ſo wol mit Verwunderung der-El-
: tern, als des.leßtern Intormatoris ſelbſt, ayf-dem Arpitorda zuſpielen 3
- wurde hierauf zweyJahr lang mit ungemeingutem Succezlvon dieſem
guten Alten aprtauhueſſgBorſiehuog in.daszuFerrara ſok»
derlich wegen der Muſic berühmte Nonnen-Cloſter zu S.Vitigethany um
- ſich in ſelbigem noch beſſer zu perfe&ioniren, Nach erreichten 14tenJähre*.
- Iſt ſie in nurgedachtem Cloſter geblieben / und hat verſchiedeneSachen
' componirety. wovon oben-gedachter ihr Vater.an.1553 unterdentTitukt
» Ghirlagda dyMadrigali 374 oci, 21,mit Staliäuiſchen Textverſehene
„4 Stücke, von des tzuarinz Pveſie, zu Venedig in 410druekenlaſſen... 5 1
Alexander,ginvonAlexau 4300geweſn MaligaszuKami-Qeup.der
4-1 : ym
m

; «87.0 (%% 33
“beym Athenzo lib.4. p.m. 183 diſcurirende Alcides nennet ihn: ſeinen
unlängſt verſtorbenen Secial-Landemann) hat auf dem Inſtrument
€-S45DEDOPBROEEEG TGER PEGOOWGRWSGEWGEITE97. WF< -SSSWORT“ ERR SES

Trigonon genannt, ſo wohlſpielen können, daß er damit die Römer gant


- unſinnig und erpicht auf die Muſic gemachet,
Alexander, hat ein Breviarium Muſicorum Phrygiorum geſchrieben. f Zuin-
„geri Theatrum Vite bumane, Vol. 7. lib. 3, p. 1280,
Alexander ab Alexandro, der aus dex Stadt Neapolis bürtig, und ſo wol da-
ſelbſt, als zu Rom ums Jahr 1474 bekannt und berühmt geweſene ]Crus
und Advocart,hat die Praxin fahren laſſen und in ſeiner Einſc mfeit die al-
ſogenannte Dies Geniales in 6 Büchern geſchrieben. In ſo:chen handelt
er an verſchiedenen Orten von mußicaliſchen/ und wenigſtens dahin ein-
ſchlagenden Dingen, als ; c. 25. lib. 2. unter andern von unterſchiedlic<hen
Tanb-Arten der Alten; c, 8. lib. 5. von den Olympiſchen, Pythiſchen, 2,
und c.19. lib, 6. wiederum von andern Spielen,
TE

„Alexander Aphrodiſenſs, ein von der in Carien gelegenen Stadt Aphrodiſa


alſo genannter peripareriſcher Philoſophus , hat an. Chriſti 220 auf der
ide eeeee de dür 4VEÖt 207

Käyſer Sepr.Severi und Caracallx: Befehl die Philoſophie zu Athen in "ehr


jungen Jahren gelehret, und ein Buch von der Muſic geſchrieben. ſ. Hede-
richs Norir, Auttorum antig. p.584. und Voſium de Matheſi, c.58. l:b.3. S6.
Alexander Cytherius, hat das muſicaliſche Inſtrument, Plalterium genannt,
mit mehrern Saiten bezogen, unddieſes in ſeinem Alter zu Epheſus in den
Zempel der Göttin Dianz bringen laſſen 3; wie ſolches aus dem Juba
- beym Athenzo lib 4. p. m. 183. zu leſen,
Alexander Magnus, der befannte erſte Griechiſche Monarch hatin ſeiner Ju-
gendauch die Muſic beehret, und auf der Cirharaſpielen gelernet ; wie aus
dem Klianolib. 3. c. 32. de varia Hiſtoria erhellet.
Alexander,einPrieſter von Paduabürtig, hat ums Jahr1559 die Muſic zuVin-
cenza docitetauchdieſelbe an derCathedral-Kitche daſeibſt mit gröſtemL o-
be dirigiret.(.Bernbardini Scardeonlidntiquitat Patavin. lib. 7, Claſſt2- 0.263,
Alexander Severus,odet Aurelius Alexander Severus,der von A n.Chriſti222.
biß215. an der Regierung geweſene Römiſche Kayſer,/ſoll in derMuſic wohl
erfahren geweſen ſeyn, und trefflich; niemahls aber öffentlich geſungen oder
geſpielthaben ; wie ſolches Tiraquellus in ſeinem Commentario de Nobi-
Iitate,c: 34- 6,12. aus dem Elio Lampridio anführet, welcher alſo geſchrie-
ben: Alexandrumillam Severum Imperatorem laudatiſimum muſßſicx fu-
„iſſe peritiſßmum,cantaviſle nobiliter ; ſed nunquam alio conſcio, niſi pue-
ris ſuis teſtibus: Iyräque actibia & organo ceciniſle.
Alfredus,odey Alvredus;gydh Elfredus NNEN EEG in Engella. nd/we-
gen
*
34 AIS 22
gen ſeiner ldblichen Thaten und ſonderbaren Gelehrſamkeit, Magrivs zube-
nahmt/war gebohren an. Chriſti849, kam zur Regierung an, 87k«und ex-
colirte nebſt andern freyen Künſten undWiſfenſchaften dieMuſic ungemein,
und nahm an ſeinenHofnicht ſol<eMußcos an;welche/wie Jo.Speelmanin
Deſſen Lebens-Laufe ib, 3. 6.64. ſchreibet : “ rantüm uſu velmemoriter can-
tare didicerant, verum ipfius'artis peritos," d.i.nur qusGewohnheit etwas
auswendig daher muſiciren können , ſondern ſolche, die die Muſic Runſk-
mäßig verſtanden, Als die Dänen Engelland beunruhigten , iſt er als ein
Citharedus in iht Lager, und ſo gar ins Königliche Zelt gekommen;hat den
König undſeine Armee incogniro beluſtiget, alles dabey recognoſcivetund
hierdurch einen herrlichen Sieg überſelbige erhalten , wie gedachter Speel-
manlib. 1, 6, 56. berichtet. Iſt geſtorben an. 900. oder 901.und liegt zu Wit-
ton begraben. Einmehrers von ihmiſt in Guy Miege Groß-Britanniſchen
Staate, P. 1. c. 10, p. 329, lq. zu leſen,
Alivre ouvert (gall. ) ad aperturam libri (lat,) heiſſet ; die vorgelegte Partie
es tempore wegmachen.
Allabreve, oder ala Breve Cital,) war bey den alten Jtaliänern diejenige Tact-
Art/in welcher eine Brevis,oder 2ſchlägige Note (JJ halb imNiederſchlagen,
und halb im Aufheben ablolviret, oder an ihre Stelle zwo Semibreves,oder
vier Minimz(neml.in ta&u xquali) gebraucht wurden. Die Endigung die-
ſes Tacts geſchahe allezeit cum Tempore, d,i. miteiner Brevi, oder noch
längern Note, welche beym Niederſchlagen der Hand ſich anfieng) und
beymAufheben derſelben ſich endigte / und nicht in Tempore, Ein durche
ſchnittener halber Circul zeigte dieſen Tact, welcher ſehr geſchwinde tra&irt
WR und hatte nur bey Motetren ſtatt. f. Prztor. Syntag, Mul. T. IIL
P. 59. z- S-

TEEEE Freer 4
cum Tempore, in Tempore,
Dieaufdieſen Tact geſeßte Compoſitiones waren voller Syncopationen
Ligaturen, an einander hangenden Fugen/und hatten keine kleinere Noten),
als Vierthel, und zwarſehr ſparſam.
Alla Capella (ital.) aufKirchen- oder Capell - Art. Wird beym Allabreve ge-
braucht, weil dieſe Compoſitions-Artdie allerſchönſte in Kirchen-Muſiciſt,
und vordieſem allein daſelbſt gebraucht worden, Es gehöret gych- meines
Bedünckens, zu deren Verfertigung Arbeitund Fleiß, |
Alla diritta (ital,) gradatim gyuf-odey gbwerts ſteigend,
Alla
BD) OlM ; 35
Jia zoppa(ial) aufhindende Art.
Allegramente( ital.) Adverb.alacriter(lat.) freudig,luſtio;
Allegretto ( ital.) das Diminutivum vonallegro, bedeutet : ein wenig munter,
- oder frdlich, aber doch auf eine angenehme, artige und liebliche Art,
'Allegrezza (ital,) Alegreſſe (gall,) alacritas ( lat.) Durtigkeit/ Freudigkeit,
Allegri(Gie,Battiſta) einComponiſt undOrganiſt zu Arzignano. lat.) Arſigna-
num,Arxlanz) einer zwiſchen den beydenFlüßen Gua und Chiampo.in der
. Venetianiſchen Landſchafft Vicentino liegenden Stadt. ſ. reales Staatrg-
. Zeitungs-und Converſations-Lexicon. hat an.1700,ſein eiſtes aus 12. Mo-
- tetten 3 Voce Sola con due Violini e Continuo beſtehendesWerck zu Ve-
nedig drucken laſſen;und ſolches dem Cardinal, Pierro Ottoboni, dediciref,
'Allegro(ital,) alaigre (gal].)vom lateiniſchen ; alacer,hurtig ; ſoim Schreiben
. und Drucken auch alſo,Allo, gebraucht wird 3 bedeutet : frölich/ luſtig/
- wohl belebt oder erweckrz ſehr offt auch; geſchwinde und flüchtig :
* manchmahlaber auch, einen gemäßigren/ob ſchon frölichen und beleb-
- ten Tacr,wie die Worte: allegro, ma non preſto, ſo zum öfftern pflegen
- beygeſeßt zu werden, ausweiſen. ſ Eroſ/aras Dietion,p. 9. conf. Oftav, Ferra
.- zii Origin, Ling. Iral, .
Allegro allegro,bemercfet eineVerdoppelung derFrölich-od.Geſchwindigkeit,
Allegro aſſai (ital,) ziemlich geſchwinde. -
Allegriſſimo,allegriſhmamente (ital.jüberaus hurtig und geſchwinde,
Allegrus (Gregorius) gin Scholarund Favorit des Gio. Matia Nanino, haf
. ums Jahr 1648.im ſtylo Eccleſiaſtico unter den damahligenComponiſteny
als ein Päbſtlicher Muſicus, den Vorzug gehabt, ſ, die Lerrer4 des Anrimo
Liberatt.,113d. Kircheri Muſurg.
Allemanda,Alamanda(ital.) Allemande(gall,) gſ, Alle NTänmn;,iſt ein Teut-
ſches Kling-Stück, oder vielmehr Schwäbiſches Tied, weil vorzeiten
dieAlemannen Schwaben-Land beſeſſen. | 2.Sö1ns Coburgiſche Chron,
Jib. 1,c.2. p. 6, und in einer mußicaliſchen Partie gleichſam die Propoſition,
. worausdie übrigenSuiten, als die Courante, Sarabande und Gique, als
- Partesflieſſen.+ Nluſzcal.Trichter y. 87. welches ernſthafft und gravi-
tätiſch geſebet, auch quf gleiche Art executirt werden muß, hateinen vier-
vierthel Tact/ zwey Repetitiones von faſt gleicher Länge, und hebet ſowol
imerſten als zweyten Theile mit einer kurken Note, nemlich einem Achtel
pder Sechzehntheil, bisweilen auch mit 3 Sechzehntheilen im Aufſchlagen
gn. In dieſey Gatiung (zumahl, vn darnach getanbet werden foll)
; 2 Noer
36 BOH LC
übertreffen die Teutſchen andere Nationen, als welche jene
zwarimüren
wollen, aber es ihnen nicht gleich thun können. iut25
Alleluja ober Hallelu-jah, ein aus 2 Wörtern zuſammen geſehtes Hebräiſches
ABort, davon Hallelv, lober/ und Jah, den HErrn;/heiſſet; wiedin'H.
Schriſſt den Lobgeſängen beygeſeket.
Allentamento (ital) bedeutet einen Gangaus der Hdhe in dieTieſfeEG
* aus dem a ins 'g.
Aliibond (Johannes) ein Magifter Muſices ausidem“'Collegio Magdalenenſi
zu Oxford in Engelland, ums Jahr 1626. ſ, Anroniia Wood H,PHE
tig. Untverf. Oxonienſis lib, 1. p. 330.
Almeloveen (Theodorus Janſonius ab) ein Medicus zu-Goude in Süd-Hol-
land, handelt in ſeinen zu Amſterdam an, 1684 in 8vo gedrucktenInventis
Novo-Antiquis, undzwar in dem dabey befindlichen OkömaſileoAſter,
andern, auch vonder Muſic, undiſt auf die neuenicht wohlzu ſprechen.
Soll, nac) Hr.D. Fabricii Bericht, p. 217 Bibliograph, Antiq, an. 1712,
vder, wie Jacobus 1e Longin ſeiner Biblioth. GI 604, will,ze17135
zu Harderwiek geſtorbenſeyn, HANTEL WE !
Aloyſius (Joh, Baptiſta) ein Minorita Couygnmalizytheulepie!itte
* reus, und der CommunitätzuBolognaSacelli Muſiees'Praefe&us,hatedirt
(1. Celum Harmonicum,ein aus vierſtimmigen Miſſeneſtehendes Werk;
zu Venedig an. 1628 in 4to gedruckt.
(2. Contextus Muſicos, oder 2. 3,4,5. und ſtimmigeMotetten; Ho 3
3.) Caleſtem Parnaſlum, oder 2.3: und 4ſtimmige Moterten, nebſtLitanien
und Canzonen, ' id
(4. Vellus aureum,odet Litanien de B, Virgine, von4.5:6; 7.1;8Stitken,
G. Moteta Feſtorum totius anni, von 4 Smnmen an. 1587 zu Mayland-“ir
to gedruckt. ſ Vraud, Bibl, Claſſ. p. 1614.
Alphanus, ein Mönch anfänglich im CloſterMonte Caſſino, hernachAbt des
Benedi&iner-Cloſte!s zu: UnROHErtz-Biſchoffdaſelbſt vomiJahr
1057 biß 1086,al8in welchem er menkMazjigeſtörben/ſöllein guterMedicus,
Mußcus,und Poet geweſen ſeyn. f. CaveBiftor.lirer.p, 428. ie.Toppi Bibliorec,
Napol.p.9.31d Lion,Nicodemo Adälziontalla Bibliot.Napoler.del Toppi,p.8.
Alſtedius (JoanHenr.) erſtl.zuHerborn in der Grafſchafft Näſſau/und nache?
ehends zu Weiſſenburg in Siebenbürgen EEund Theologiz
: Profeſſorhat an. 1613.neunBücher admirandorum mathematicorum zu
* Herbotn in 12modrücfenlaſſenzws eedas 8te-von'der Muſic'handelt, [:
* Lipenii Bibliotb. real. Philoſoph. "Dräudius p.1413, Bibl. Cloſ. feet; gedachter
Methodusadmirandorum mathemat, ſey an.1623, und ſein!Elementale ma«
"s the-.
- thematicum, worinnen de Arichmetica,Geometria, Geodoeha,Altrono»
„:mia;Geographia, Muſica und Optica gehandelt würde, aa 161. zu Franck-
- furtin qro heraus gekommen, Nurgedachtes Elementale muſicum beſie-
- het aus zwo-Büchern/welche zuſammen vom 237 biß zi2ten Blate13.Blät-
- terausmachen, Der Au&oriſt an.1638. im 50.Jahr ſeines Alters geſtorben.
Altambor,iſt bey denSpanierneinegroſſe Paucke, ſo ſie ſamt dem Arabi-
„biſchen Wortevon.den Mauren bekommen; und in ihrer Sprachebehal-
tenhaben. ſ.7o/epb. Scaligeri Commentar, in Cop1m, ;
Altenburg (Mag: Michael) war umsJahr 1608 Pfarrer zuJiversgehofen und
Marpach/ zweyen nahe bey Erfſurt liegenden Dörffern, hernach 1610. zu
- Sröchtelborn, als ſeinemGeburts-Orte, ferner an. 1621 zu Großen-Sdm-
-.merdaz endlichan.1637, Diaconusbey denAuguſtinern/und an. 1638.Pfar-
. rexandeyS8. Andreas-Kirche in Erfſurt,und,dabey ein guter Muſicus; wie er
-. denn an.1613. teu.ſcheHochzeit-Moterten von 7. Stimmen 3 an, 1618. den
“< Keef 6.Stimmen) unter dem Titul ; Muſicaliſcher Schirm und
„. Schild derBürgerund Einwohner der Stadt, im z5ten Jahre ſeines Al-
ters, zuErffurt herausgegeben hat, An. 1620. und 1621. ſind auch daſelbſt
ſeinemit5. 6, und Stimmen geſekte Kirch-undHauß-Geſänge in 4.Thei-
“ lenin 4to gedruckt wordey. Er iſtan. 1640.d.12. Februarii geſtorben.
Alreratio(lat.) qf.-altera adio, 1. e, ſecundaria alicujus Notz decantatio, ſ
- Orzitboparchi Microl, libs 2. e.12. Alteratione (ital.) war ehedeßen gebräuch-
lich, und entſtund : wenn aus einer einigen Note, zwo ihres gleichen (der
-7Geltunz.nach):gemäacht wurden. z. E«:wenn im Tempore perfe&o (als
- in welchem eine Brevis drey Semibrevesgalt) zwey Semibreves zwiſchen
*giveyen Brevibus zuſtehen kamen, ſogalt die andere Semibrevis zwo ihres
-gleichen, d. i. man reperirte die zweyte Semibrevem noch einmahl, damit
das Tempus verrückt wurde. ſ, Orromari Luſrinil Commentar, 1. €, 7. det-
- gleichenNota alterabilis waraufzweyerley Art kenntlich: (1. wenn über der-
ſelbeneinPunct ſtund, und (2. wenn/in deßen Ermangelung, dex Tact nach
„dem numeroternario nicht eintreffen wolte. ſ. Zue. Loſfü Erotemata Muſice
„“DPradtice lib. 2; €. 8. 4
Alterato (ital.) verändert, neml, durch die Accidental- Zeichen: b, 4, X
. unditF, oderx, ingleihen bb.
Alternare (iral.) abwechſeln. ew ;
Alternativamente(ital.) alternativement (gall.) alternatim (lat.)" wecbſele-
“; weiſe) einsums andere. ZE.Menuet quiſejoue alternativement avec
- 16.Trio; einMenuet, ſy mit dem drauf folgenden Trio wechſelsweiſe ge-
Fpielt wird, 9 anm I 27, ;
wi T E3 Al-
33 ES SEEEe inneRaiü ben
Aliiſta (ital,) der die Alt-Stimmeſinge. 00 Gad
Ahtitonansſlat.) bedeutet beym Glareanolib.3.e.i3.Dodecach dieAlt-Stime:
Aitmann (von) ein Käyſerl. Cammer-Buchhalter zu Breßlau, hat ein Com»
pendium Muſicum, odereinen kurßen Unterricht vom General-Basle ges
ſchrieben, ſv aber noch nicht gedruckt worden. ſ. die Breßlauiſche Sam-
Jung pon VJatur- und Medicin- wie auch hierzu gehörigenRunſt-
und Lircvatur-Geſchicbten/ 4». 1718. wenſ;Marrio, Artie, XU Claſſ1V,S.3.
'Alto (ital.) Altus (lat.) die Alt-Stimme ; hat den Nahmen abaltitudine,
weit!ſie, wegenihrer Höhe, dem Diſcanr ſehr nahe kommt;und mehr Claves
aus dieſes ' gls des Tenors ſeinem Syſtemate annimmt. 7"
1robaſſo, ein zu Venedig ehemahls bekannt geweſenes Inſtrument einet
Elen lang, inwendig hohl/und auswendig viereckigt woraufetliche Darm-
Saiten gezogen waren, welche von einem Suonarore mit der einen Hand,
vermittelſt eines kleinen Steckgens, gerühret wurden, indem er mit der an-
dern Handdie Flöte darzu tractiret. ſ Zerlino Fol. 1. Part. 3. €. 79, Pp. 3746
Alo Conicertante (ital.) der concereirende Ale, d, i, dieAlt-Stimme des Eto
ſten oder kleinen Chors, welcher aus den beſten Sängernbeſtehet/1!
Alo Ripieno(ital) der Alt des Großen Chors, welcher nue zur Ausfüllung
bißweilen ineinem muſicaliſchen Stückmitmahet-
Alto Rivoltato (ital) der umgefehere Alt ; wenn nemlich dieſeStimme
in denen alſo genannten doppelten Contrapun&en zu einer andernStimme
gemacht und demnach verkehrt wird. iam ü
Alto Viola (ital,) die Alt-Pattie in- Zuſtrumental - Sachen 3 welche gleich“
fals auch Concertante und Ripienoſeyn kan. EINER! EME |
'AIYpius, ein Alexandriniſcher Sophiſta zu Zeiten des Jamblichi. ſ. Gefneri
Bibliorb. wied von Caſliodoro älter a's Euclides, und Claudius Ptolem&us
gehalten 3; Meurſius nennetihn einen Muſicum, und meynet: er habe un-
ter dem Kayſer Juliano gelebet. ſ. 7o4n, Bone Notitiam Au&orum, Datin
Griechiſcher Sprache eine llagogen Muſicam geſchrieben in ſelbigerſind
alle die muſicaliſche Noten, womit die Griechen:die Saiten des ModiLy-
dii, Hypolydi, Hyperlydi; Eolii, Hypozxolii, Hyperzoli; Phrygu,
Hypophrygit , Hypecphrygü ; Jaſtü , Hypoiaſtii, Hyperiaſtüz Dori,
Hypodorü, und Hyperdoru, ſo wolim Diätoniſchen, als Chromanſchen
und Enarmoniſchen Genere zu bemerken pflegten, entworffen, Es beſte-
hen ſolche theils aus rechten aufrecht ſtehenden, theils dergleichen ſeitlings
liegenden, und andern zerſtümmelten griechiſchen Buchſtaben, Gedachte
Llagogen haf an.1616 Joan, Meurhus zu Leydenin 410, und an.1652 Mar-
cusMeibomius ausdem Griechiſchen ins Latein vertixet; dieſey abey noch
I - mit
e
„S8 oC m 39
Dieſe Editionbeträgt in allen iu Bo»
"mit Änmerekungen herausgegeben.
gen, wobey noch drey Tabellen ſich. befinden.
Altamento dimano(iral,) das Aufheben derHänd, beym Tact geben
Amabile (ital.) artig, charmitend.
Amantius, hat eine lateiniſche Muſicam geſchrieben, aus welcher Lambertus
Alardus e.17. p. 87. de Muſica Veterum,eine paſlage anführet.
:Amarus (Vincentius) Ciminnenſis, gebohren den 6 Januarii an, 1629, kat?
als ein Jüngling ins geiſtliche Seminarium zu Palermo, und wurde, nach
- abſolvirten kudiis, S. I heologig Do&or, audh an. 1665 an der Dom-Kitr-
"<e daſelbſt Capell-Meiſter, gab an. 1656 ſein erſtes Werck, unter dem Ti-
“tul; Sacri Concerti a 2«3. 4 e 5 voci, nebſt einer Milla 3 3 64; uidin
eben dieſem Jahre das zweyte aus einer Miſſa, Salmi di Veſpro, e Com-
pieta von 4 und 5 Stimmenbeſtehend, bey Bilagnio in 4to gedruckt, da?
ſelbſt heraus, und ſtarb an. 1570 den 29 Julit, im 42ten Jahreſeines Alters,
Liegt in der 8. Nymphz- Kirche der Clericorum Regularium Miniſtran»
rium Infirmis begraben. f. Morgizoris Bibliorb. Sieul. T. 2. p. 274.
-Ambitus (lat,) iſt einet Vocal-Stimme,oder auch eines Inſtruments mögliche
Zöhe undTieffe. Sonſten bedeutet dieſes Wort auch diejenigen Gren-
ßen, worinn die nach ihren Modis eingerichtete Choral - Lieder enthalten
find, Conceduntur autem, ſchreibet D. Bernhardus in Prologo Muſicx
ſuz, cuique Tonorum non plus quam decem notz ſeu voces, in quibus
- curſum ſuum habeat. Und nach Glareani Bericht lib, 1. c.14. p.34. Do-
decachordi, haben die älteſten Kirehen-Geſänge kaum eine Quint ausge-
macht; nach und nachſind ſie biß zur O&av, und endlich noch um etwas
höher geſtiegen, ſo; daß unter den Modis imparibus der ie und 7de in der
Tieffe noch einen ganken Tonz der3te gar eine Tertiam majoremz und
derte ein Semitonium minus unter der O&av bekommen 3 hingegen in
den Modisparibus iſt dem 2ten;wiewohlſelten,dem 4ten aber deſts öfſier ein
Semitonium ; und dem 6ten und 3ten ein ganßer Ton in dex Zöhehinzuge-
than worden.
Ambroſiuus, der Mayländiſche Biſchoff ums Jahr 374 , ſoll der erſte geweſen
ſeyn, der die Gewohnheit, Hymnos und Pſalmenzu ſingen, in der Abend-
ländiſchen Kirche eingeführet: andere ſchreiben ſolches dem Damato zu 5
welches beydes wahr ſeyn kan: doch dergeſtalt, daß dieſer 2pyroviret und
gut geheißen, was Jener angefangen , zumahl beyde zu einer Zeit ge»
lebt. ſ. Pringens X4/. Hißor, c. 8. 85,35. Er war gebohren zu Trier oder
Arles an.333, alwo ſein Vater Ambroſus, von Römiſcher Ankunſſt/ Gal-
liſcherLand-Voigt oderStadthalter geweſen, Anicius Probus, Körferg
Valen-
40 Bom
Valentiniani Odriſter - Hofmeiſter , beſtellte ihn erſtlich zu ſeinem Rath,
hernach erhob ec ihn zur Bürgermeiſterlichen Würde, und trug ihm an.
359 die Stadthalterſchafft über die Liguriſche und Emiliſche Provinken
zuMayland auf, woſelb/t er endlich gar an. 374, nach des Biſchoffs Au-
xentii Tode, weil er den bey.der neuen Biſchoffs-Wahlzwiſchen den Ca-
tholſchen und Arianern entſtandenen Streit darch ſeine Autorität beyge-
leget, dieſes Amt anzunehmen (ob er gleich nur noch ein Carechumenus
war) gendthiget wurde; worauf ex ſich tauffen laſſen, ſeine Güter ver-
kauffet, das daraus geld'ete Geld unter die Armen ausgetheilet, ſeinem
Bruder, Satyro , das Hausweſen und die weltlichen Geſchäffte über-
geben, und ſich ganß und gar auf die göttlichen Wiſſenſchafften geieget-
worinn ihm Simplicianus, ein Römiſcher Presbyrer, treulich an dieHand
cegangen. f: SG. D. Budtei Lexicon, Erhatviel geiſtliche Lieder gemachet,
„und iſt an, 397 den 4ten April geſtorben,
Ambubajax, waren gewiſſe Weiber, die aus Syrien nach Rom kamen, auf
verſchiedenen Inſtrumentenſpielten, und dadurch junge Kerl an ſich loc>k-
ten, daher ſie auch in nicht gar großer renommeelebten. Sitehieltenſich
ſonderlich in Circo, den Bädern, und andern Orten auf, wo es luſtig zu-
gieng. | Schöttgens Anriquiräten- Lexicon, conf. Horat, Satyr.2. lib.1.Ser-
monum, Sollen, nach einigen, ihren Nahmen vom Chaldäiſchen Worte
Abbuba, jo eine Pfeiffe heiſſet 3; nach andern aber, vomlateiniſchen «7»,
1. 6. circum, und der ehemahls ſehr berühmt geweſenen,nunmehro aber'ver-
wüſteten Neapolitaniſchen Stadt 24ja,her haben ; wie hiervon eine Spur
in des Sabbatini alſo genannten Antiquario ſich findet, welche der Hofrath
Newmeiß in der Nachleſe beſonderer Nachrichten von Italien, p. 301. allegi-
ret, und alſ» lautet; Sinus Bajanus olim Civitas celeberrima ac ame-
niſſima , ubi ---- illis temporibus magna erat frequentatio hominum, ac
pro multis ac multis impudieis mulieribus, qux absque reſpe&u ac ullo ti-
more in viis publicis ample&abantur homines, propterea defecit clemen-
tia ceeli &illa pars, qux nimis ſuperata eſt ä mari, iſtistemporibus
eſt egregius, ac tutus portus naturaliter fa&us, imd illis temporibus erat
proprius ſitus delitioſus civitatis, ubi permanebant iſte zales mulieres, &
nomtnabatur littus gratioſunt Veneris, [
Ame(gall.) die Stimme/oder das kleine Hölkgen,ſo z. E.in den Violinen in-
wendig unter dem Stege aufgerichtet iſt, : """"%
Amen, ein Hebräiſches Wort, ſo-faſt in allen Sprachen behalten worden;
damites von ſeiner vortrefflichen Bedeutung keinen Abbruch leiden mdge ;
wird aber doch im Lateiniſchen durch ; vere,Adeliter, Lc eſt, itaHatz und im
Teute
8 Dol 41
-"“Seutſchendurch 7 eswerdewahry gegeben. Hiervoniſt in des Cardinals
Joannis Bonz.Divina Pſalmodia c.16.8.17 5. ein mehrers zu leſen.
Amerbachius (Elias Nicolaus) gab an, 1571 zu Leipzig Tabulaturam Organo-
rum heräus. f. Geſnert Bibliotb,
Ametor, ein Citharodus, welcher, nac Athenzi Bericht, ib 14. p.w. 628. bey
den Eleuthernzis am erſten die Liebes-Lieder zur Cirhara geſungen. Die
. StadtEleuthernz hat auf der Inſul Creta, ſo jeho Candia heiſſet, gelegen.
Amico(Raymundus de) einvon Notioder Noto in Sicilien bürtig geweſe-
ner Muſicus und P:ediger - oder Dominicaner - Mönch , hat an. 1621 den
- "erſten und zweyten Theil ſeiner Italiäniſchen mit 1. 2.3. und 4 Stimmen
geſebten Motetten zu Meſlina in 4t0 druenlaſſen. ſ. Mongiroris Bibl. Sicul.
T.2.P.196,
- Amodei (Cataldus) ein aus der Stadt Sacca in Sicilien bürlig, (Saccenſis)
und an verſchiedenen Kirchen der Stadt Neapolis bedient geweſener
Componiſt und Muſic -Dire&or , hat an. 1685 Cantaten a Voce ſola ( ſo
ſein ztes Werck iſt ) zu Neapolis in 4to drucken laſſen 3 iſt geſtorben ums
"Jahr 1695. | Mon»giroris Bibl. Sienl. T,1 p. 134.
Amecbzum carmen, ein Gedicht oder Lied / da einer um den andern einen
Vers erzehlet, oder ſinget.
Amcebeus, ein berühmter Citharcedus zu Athen, welcher daſelbſt nahe beym
Theatro gewohnet, und wenn erin die Cirharam geſungen, täglich ein Atti-
hs-
ſches Talent, oder 600 Cronen (beträgt nach unſerm Gelde 666 Reic
Thaler und16 Groſchen, oder, wie andere wollen, gar 750 Reichs Thaler,
ſ. Sederichs reales Schul-Lexicon, unter dem Articul: Te/en:um) ſoll
Ari-
bekommenhaben 3 wie-ſol>es Athenzus lib. 14. p. m. 622. qus des
ſtex Buche, de Citharcedis, meldet,
"Amcebeus, ein anderer, und zwar jüngerer Cirharedus, welcher beym Atbe-
nzo lib 14, p.m, 622. numerorum muſicorum artifex inſignis genennety
und mit dem vorhergehenden am 623tenBlate inVergleichung geſeßt wird.
Ammerbacher ( Johann Caſpar ) Cantor in Nördlingen, hat an. 1717 eine
laſſen.
kurke und gründliche Anweiſung zur Vocal-Muſic in 8vo drucken 16ten
Ammon (Blaſius) ein Tyroler, und Componiſt gegen das Ende des Se-
culi; wie denn von ſeiner Arbeit an. 1590 Sacrx Cantiones 4. 5. & 6 vo-
cum, nebſt etlichen auf die drey Haupt-Feſte gerichteten Aywnis 3 an, 1591
* kyrße,aſtimmige Miſſen; an. 1593vier 4. 5. und Gſiimmige Miſſen ; und
noch ein anderes Werc>, nemlich kurße 4. 5. u. ſtimmige, auf gewiſſe Feſt-
Tage der Heiligen gerichtete Motetten, allerſeits zu München, bey Adam
. 1633,
Berg, in 410 gedruckt worden find, [. geen Bibl. Claſſ. p-1616. 1674 un
OOUuoOoE HZ

wie
FANDo
2 uu SEUO ) EW WELTER
21.1637. Daserſte von jektgedachten ICer>enwirdſhonein Opus pott-
humum von nur erwehntem Adam Berg ( der es demAbte zu Kempten
dediciret,) und der Au&orſelbſt ein venerandus, Solertifimus celeber-
rimusque Muſicus genennet. +41. 2 AME nba“
A moll. f 4. Aber in Anfehurig des Modi heiſſet A moll: wenn die Terz
zum a das c undnichtcis iſt. a Era. j
Amotfortius (Joan.)-hat Modulos 3 vocum an: 1397 zu Heydelberg in 4t
herausgehen laſſen. f. Draudii Bib!, Claſ, p, 16526: in? „ums
Amorolo (ital.) lieblich. ! EM :
"au8705 (gr.) averſus a Muſis; ſo fcheinet es Cicero in det Oration pro Ar-
Tr v erklären 3 bedeutet einen, dex weden literis, nochin mußcis etwas
verſtehet, "1 2,00.4,4 3078
Amphion, ein Sohn Jovis und der Antiopz, hatvortrefflich auf der Cithara
ſpielen können, ſo, daß die Poeten daher Anlaß genommen zudichten: es
wären ihm die Felſen und harten Steinklippen ſelbſt, wegen ſeineranmu-
thigen Muſic, nachgefolget. Ja, manſeßet hinzu: daß bey Erbauung der
Stadt-Mauren zu Theben, die Steine vonſelbſten ſich herbey gewälßet,
undin behörige Bau-Ordnungſollen geſtellt haben, als der wunderſame
Tonſeines Juſtruments erſchollen 3; worunter aber verſtanden wird: daß
Durch ſeine Beredſamkeit das Thebaniſche Volk bezwungen worden, eine
Maueroder einen Walzu ihre: defenlion aufzuführen, und daß durch ei-
ne wohlgeſeßte Melodie auch ein ſonſt hartes Herb könne erweichet wer-
den. f H. D. 8udd i Lex, Er ſoll, nach Ariſtoclis Bericht lib, de Muſica,
zu demſchon vor ihm erfunden geweſenen Tetrachordo noch dreySaiten
hinzu gethan, und deren eine, Nete genannt, vor dem einen Stadt-Thore
zu Thebe erfunden haben, weswegen nachgehends die Thebaner gedach-
kes Thor Neitidem genennet. Daß er ein Scholar des Mercurii getwe-
ſen/ berichtet Horatius lib, 3. Carmin, Ode XI, in folgenden Worten; -
Mercuri nam te docilis magiſtro ;
Moxvit Amphion lapides canendo
Tuque reſtudo reionare ſeptem
- Callida nervis. ;
Anabaſis (lat.) von «va6aj»w, aſcendo, ich ſteige in die Zöhe; iſtein ſol-
her mulicaliſcher Saß, wodurch etwas in die Höhe fteigendes exprimiret
wird. Z E, über die Worte: Erſt auferſtanden 2c, Gott fähret auf2c. u.d.g.
Anacara, Plur, avenetge, Seerpaucken. 0 vm
Anacariſta, ein Heerpaucker. Beyde Wörter braucht Curopalates, wenner
ſchreibet; parato jam, & equitante Imperatore (E dvaxtgrzesreE8T TE
Gerate
- aväxage ) Anacariſty mulſant anacara.* fs OZ. Ferrari Origines Livg, Wali-
“ cayuinter demArticul: Gnaccare, i“
!Anacreon, ein berühmter Lyriſcher Poet, von Teos, einer Stadt in Jonien;
vürtig (Tejus), hat A, M. 3420 gelebt, und, wie Neanthes Cyzicenus lib. 1.
de horis beym Athenzolib.4. p.m.175 bezeuget, das Inſtrument Barbi-
“ton odet Barbitus erfunden. - Soll ſonſten ein luſtiger Bruder, und Lieb-
"haber eines guten Glaß Weins geweſen, auch an einem Weinbeer-Keru
im 35tenJahre-ſeines Alters erſtickt ſeyn. f Sederichs reales Schul-Lex,
Anadiplolis, dvadg/zAwais, von 27A8s, duplex, Reduplicatio (lat,)iſt: wenn
- das leste Wort eines Commaris, wiederum das erſte im folgenden Com-
- nare abgiebt. Z. E. Singet und rühmer, rühmet und lober,
Analepfis, &vimbus, von araAzußBare , recipio, iſt: wenn eine aus lautex
“ Concordanzen beſtehende kurße Clauſul oder Formul noch einmahl un-
: Mittelbarnach einander geſebt und angebracht wird,
Anapera, avazesge, iſt, nach Bulengeri Bericht, lib, 2, « 27, de Theatro, ehe-
mahls ein rhythmus tibiz geweſen.
Anaphora, dvaQoga, von awaQtew, refero, iſt eine Rheroriſch-Muſicaliſche
ein periodus,
- Figur, heiſſet ſoviel als Repetitio , und entſtehet (1. wenn halber/in ei-
oder auch nur ein einkeles Wort, abſonderlichen DE
nerCompoßktionöſſters wiederholet wird. (2.wenndie undament-Noten
etlichemahl ( dergleichen in Ciaconen geſchiehet ) Überein angebracht und
- tra&irt werden. < Fanowke Clav. ad Theſaur. 21,4, Muſice, pP,55. und 7oacb,
Thuriygi Opuſc, P, 2.6.28. p. 126,
Anarmonia, eveepevie, ohne Harmonie, einUbellaut.
Anaxenor,ein A. M, 3908, oder 40 Jahr vor ChriſtiGeburt dergeſtalt hoch-
-"berähmt geweſenerCitharedus,.daß Marcus Antonius ihm;denTribut oder
- die Schatzung von vier Städten zu erheben, zugelaſſen , auch eine eigene
Leibwache zu ſeiner Bedienung verordnet/und eine Statuam aufgerichtet. Es
„Hatihn auch dieStadt TyanainCappadocien ſehrhoch und werth gebalt 11.
ſ.Pringens Mu/. E18, c.6,8 54. Bey dem Strabone lüb.14, wird dieſes von
- der Stadt Magneſia gemeldet/und Anaxenor ſelbſt ein Magneſier 91 nefiet,
Anche(gall.) Lingula (lat.) alſo heiſſet das aus zwey ſtücgen Rohr zuſam-
- mengefügte Mlund-Srüc? vor die Hautbois,und andere blaſende Inſtru-
mente, durch deſſen kleine Spalte dex Windhinein gelaſſen wird.
3 pas
Andante, vont Italiäniſchen Verbo: andare3 aller (gall.) cheminer
egaux, mit gleichen Schrittenwandelt. Wird ſo wohl bey andern
„Stimmen, als auchſolchen General-Bäſlen, die in einer ziemlichen Bewe-
l
»"gungſind, odey denen andern EN thema vormachen, w en;
vm 2
44 888 JOCHE
fen; da denn alle Noteafein gleich undüberein (ebenträchng?exeemimty
auch eine von der andern wohlunterſchieden, und etwas geſchwindex als
adagio tra&irt werden müſſen. uf » ier
Anders (Henrici) hat 2 Sonaren-Wercke von 3 und 4 Inſtrumenten edixek,
ſ. Roger Catalogue ae Mußique, p. 27. und 37. air dy is
Andrea von Canareggio , ein berühmter Organiſt,deſſen Garzoni im 43.
Diſcorſo della Piazza univerſale, p, 374. gedencfet; und demnachin der
zweyten Helſſte des 16tenSeculi mag ſorirt haben. conf.Ganarens, +
Andrea dalla Viola, ein vortreffl. Lauteniſt bey nurgedachtem Audore,3744.
Andrea (Honofrio d") ein Neapoliraner, hat unter andern Diſcorſk.in Proſa
zu Neapolis an. 1636 in qto editet, worunter auch einer von dex Muſic iſt,
ſ. Toppt B-bliot. Napoler. DUNE iA
Andreas Corinthius, ein Muſicus beytn Plutarcho : de Muſica , welcher mit
allem Fleiß ſich vor dem Genere Chromatico, der Variation,und Vielheit
der Saiten gehütet. Ob Corinthius den Geſchlechts-Nahmen, oder den.
Geburts-Ort, nemlich die Stadt Corinth bedeute ? wird nicht gemeldet,
Andron, ein Pfeiffer von Catanea in Sicilien bürtig,ſoll/wie Arhenzus lib.
p.m. 22.qu8s dem Theophraſto berichtet, wenn er geſpielt, der erſte geweſen
ſeyn,ſo den Leib geſchickt und artig dazu beweget. nir 168 44
Anemotheca ; von zveuös, ventus,der Wind, und 7/5, pono.ich ſeke 3 der
Wind-Canal aneiner Orgel , it. der Wind - Kaſten. ;
Anerio (Felice) ein Römiſcher Componiſtund Scholar des Maria Nanino.
vonſeiner Arbeit ſind an.1599. ſechs-ſtimmige Madrigalien zu Antwerpen;
und an.1510.vier-ſtimmige Canzonetten zuFranckfurty amMaynin410 ge».
druckt worden. f. Draudi BiblExorie,p.266. und ejurdemBibliorb. Claſſp16.
Anerio (Gio,.Franceſco ) ein Römer, hat als Capellmeiſter am Dom zu Ve-
rona an.16“, ſeine Recreatione Muſica zu Venedig druckenlaſſen. Iſt, wie
Marcus Scacchius in derBorredeſeines Cribri Muſici an denLeſex meldet,
au:h Capellmeiſter an des Kdnigs in Polen Sigismundi IllHofe geweſen.
ſ. Martcheſonii Crit, Muf: T-2,p.8t, ze?
""Avegi5(gr.)iſt eben dasjenigerwas die FtaliänerAllentamento, Rilaſtiamento
und Rallenitamento,unddie Lateinex Remillio nennen 3 wenn man nemlich
' von einex Nate zur andern gradatim unterwerts gehet f. Zartin, lib, 2. Sup-
pliment, ce. 1.0- 45. U. 46.
Angares, iſt ein vornehmer Muſicus an des Königs in Meden, Afſtyagis „Hofe.
geweſea) deſſen Arhenzuslib. 14. p. m. 633. gedencdet
Angeli (Franceſco Maria) von Rivotorto,-einFranciſcaner-Mönch,und ger
lehrter Muſicus, hat ein furßes Manuſcript von der Compoſition hinter-
laſſen;
MW) 0 (%p 45
„laſſen;woraus Tevo,wie er P. 4. c, 3. p.230 ſeines Teſtore Muſico bezeu-
get» ſeinen erſten Unterricht genommen, und von ihm meldet; “ er ſey in der
Muſic ſo gelehrt geweſen, daß niemand einen Schritt zum voraus vor
ihm hierinn gehabt. 5, |
'Angelicaſc. Vos (lat.) Engel-Stimmes iſt einOrgel-Regiſter, von Hrn.
tumm, Orgelmacher in Sulkbach, verfertiget.
Angelique, ein Engelländiſches der Laute in etwas gleihendes Inſtrumenk,
mit einfachen Darm-Saiten bezogen , wird, wie ein Clavier, Ton-weiſe
- geſtimmet, und ſoll leichter als die Laute zu ſpielen ſeyn, | Mluſical.Crich-
ter p.91. und Maztbefonli Orcbeſt« iſten Theil, p. 277.
Angelo da Picitone, ein Franciſcaner-Pater, von der im Cremoniſchen Ge-
. biete liegenden StadtPiciggithone oder Pizighittone alſo genannt, hatin
Jtaliäniſcher Sprache : Fior Angelico von der Muſic geſchrieben ſo anno
41547-zu Venedig gedruckt worden. Dieſer Tractat handelt in 2 Büchern
de Cantu plano & fgurato. - In Ariſi Cremonaliterata T,2 p. 162. wird
gemeldet: Der Au&orſey an.1541 zutn General-Procurator ſeines Ordens
im Mayl indiſchen erwehlet, und im folgenden Jahre confirmiret worden.
Anzgioletta, :ine Jtaliäniſche berühmte Sängerin im Hoſpital dell Incurabi-
„lizu Venedig, welche ſo wol Opern-als andere Sängerinnen daſelbſtüber-
troſſen, iſt vor einigen Jahren an einen Kauffſmänn/ Bianchi genannt, in
. gedachter Stadt verheyrathet worden. f. H, Hof-Rach PTemeigens
. Llachleſe beſonderer Xlachrichten von Jtalien p. 61. in der An»
- merckung/ woſelbſt noch gemeldet wird ; daß d'e Heyrath das einkige
. Mittel ſey, dergleichen Virtuoſen aus dieſen Hoſpitälern zu bekommen 5
denndie Republic laſſe ſie ſonſten gar ſelten heraus,
Anglebermeus,(Pyrrhus) hat einTractätgen de Saltatione &Muſica geſchric-
beri, weiches, wie er ſe ber geſtehet, gu'en Theils aus dem Luciano genom-
men. ſ- Ziraguelli Comment, de Nobilitare c. 34. 6.26. p. 367»
Anglebert (Jean Henry) ein um? Jahr 1679 birühmt geweſerer Kön. Fran-
- kdſiſcher Cammer-Muſicus und Organiſt, hat ein ſtarckes Buch voller
»Piecen vors Claveſlin, ſo alle von Mr. Lully auf andere Inſtrumente vot-
ze geſeßt geweſen 5 wie auch etliche Fugen vor die Orgel editet, und in
upffer ſtec>en laſſen, :
Angleria (Camillo) ein Cremoneſet, und Franciſcanet-Pater tertii Ordinis,
hat die Compoſition bey dem groſſen Virtuoſen,Claudio Merulo von Cor-
reggio erlerne!, und an,1622 Regole del Contrapunto zu Mar!and heraus
„Segeben. ſ. 2enna Alberi Muſicali, lib, 2. c. 13. p. 100. UNd Picinelli Arereo dei
Lexzerart Milaneßy p-315,
F3 Angli-
aus
46 8 )ot Ww inn
Anglicus (Alphredus) der an, 1270 bey dem von Pabſt Urbano Daan
m Kdnig
Henricum II[, nach Engelland geſchickten Legaten, nemlich dem Cardinal
Ottoboni, geweſene Gefehrde und Diaconus, hat unter andern auch ein
Buch; de Muſica,geſchrieben. ſBali CaralogScriptorumBritan.Cent.4.p,322«
Angloiſe, ein Engelländiſcher Tank und Kling-Stücf, ſo aus rückenden No-
ten beſtehet, '
Anima, 1 animato (ital,) bedeutet faſt ſv viel als allegro,
AÄgimöls (ita).) anime(gall.) beſeelt, belebt, friſch. :
Animuccia (Joannes) ein Päbſtlicher an, 1369 zu Rom verſtorbener Capell-
Meiſter / von Florens bürtig / hat unzählige Madrigalien und Motetten,
hHerausgegeben 3 inſonderheit wird das zu Rom an, 1567 gedruckte, und den
Varicaniſchen C( anonicis dedicirte Millen-Wer ſehr gerühmet, ſs 2occi-
„antii Catal. Scriptor, Florentin, p-101.
Animuccia (Paulus) des vorigen Bruder, hat auch viele Madrigalien zund
Motetten ediretz; iſt gleichfalls zu Romaa.1563 verſtorben. ia. ibid.P-1431
Aniſotoni, vom„Griechiſchen &vi005
& , inzqualis, ungleich / und 76yo5, tonus,
ungleiche Töneoder Rlänge, ,
Anna Maria, eine Italiänerin im Hoſpital alla Pietä zu Venedig, welche auf
der Violin ungemein wohl, ſo fertig, als delicat ſpielet, f S. Sof-Rath
TTemeigensLTachleſe beſonderer Plachrichten vonJtalien/ p. 61;
Annibal, Patavinus zubenahmt, weil er aus Padua bürtig geweſen, wurde im
az5ten Jahre ſeines Alters zum Organiſten an der 8.Marcus-Kirche in Ve-
nedig angenommen / bey welcher fun&ion, durch edirung verſchiedener
DWercke, er in ganß Italien einen groſſen Nahmenerlanget- Das Spie-
len auf zwo Orgeln zugleich/dergleichen jeßo noch, ſonderlich an hohen Feſt-
Tagendaſelbſt gebräuchlich ſeyn ſoll, hat ihn zum Urheber. Hierbey iſt er-
auch ein vortrefflicher Contrapuniſt und an.1560 noch am Leben geweſen,
ſ. Zernh.Scardeonii Hißtor.de antiquit. urbis Patavii, lib. 2, Claſſ'12. p. 264.
Anſa (lat.) iſt beym Kirchero lib, 6. Muſurg,p. 476. ſoviel als mariubrium,-
oder das Griff- Bret an einer Laute, unddergleichen Inſtrumenten.
Anſaß,wird von Einrichtung des Mundes aufblaſenden Inſtrumenten geſagt,
Anſchlagen, wird dem liegen, und inſo"derheit aufdem Claviere dem durch»
gebenentgegen geſeßt, und heiſſet: enfweder den vorhergehenden Griff
noch einmähl, oder einen neuen hören laſſen. - |
1:
Antecamentum (Jat,) ein Vorſpiel, Przzambulum, :
AÄntegnati (Coſtanzo) ein gutet Componiſt, Orgelmacer, und Organiſt zu
Breſcia ums Jahr 1619 an der daſigen Dom-Kirche. Die Orgel/ſo er un-
ter Händen gehabt/ iſt von ſeinen) Vater gebauetworden, BVönſeiner,
zwar
88 )0 0% 47
zwar nach altem &ylodoch künſtlich eingerichteten Ärbeit ſind vier Theite
4ſtimmiger Canzonen 5 ein Werck zwey- und drey-Chödrichter Millen und
Moterten; wiederum ein anders zſtimmiger Motetten, und Litanien ; wei»
ter 3z-Chdriche Moretten und Miſlen von 12 Stimmen 3 auch eins von 8»
ſtimmigen Miſſen und Sinfonienz nebſt Hinni d' Intavolatura d'Organo,
und!Antegnata Intavolatura diRicercate, ſämtlich zu Venedig bey Alet-
. ſandroVincenti gedruckt worden. ſ Leov.CozzandoLibrar, Breſciana.p.87/9.
Anthema, Feuz, ein Griechiſcher gemeiner Tank,/worzu geſungen wurde. f.
. Calii Rbodigini Lett.Antig. lib.5.c.4. und Muſonium de luxu Grecorum c,6. das
Singenverrichteten die Tänzer ſelbſt. f. Acbeneum dib, 14, p. m. 629.
„Anthologium,heißt auf lateiniſch ſo viel als Florilegium ; und war ein Grie-
hiſches Kirchen-Buch/ in welchem die Lieder und Le&iones befindlich, ſo
durchs ganße-Jahr auf die Feſt-Tage geſungen und geleſen wurden. €
- Schötigens Anquiräten - Lexicon,
„Anthropoglolla , iſt das in einigen Orgeln befindliche Regiſter, ſonſten Vox
humana, oder Mlenſchn-Siuimmegenannt.
'Anticipatione della Nota (ital.) Anticipatio Notz (lat.) die Vorausneh-
mung einer Vlote iſt; wennſie im nächſten intervallo drunter oder drü-
ber eher eintrit, und ſich hören läſſet, als es eigentlich der ordinaire Sab
ſonſten thut. Dieſe Figur iſt von dem Accentu duplicinurin ſo weit un-
ter|chieden, daß ſolcher auch ſpringend angebracht wird, welches die Anti«
cipatio,ſo ſonſten auch Przceptio und Preſumtioheiſſet, nicht thun kan.
Anticipatione della ſillaba (ita,) Anticipatio ſyllaba (lat.) iſt, wenn eine zur
folgenden Note eigentlich gehdrige Syllbe eher eintritals es ſonſten nöthig»
. und deswegen im Sprünge von einer Terz zur andern, die noch darzwi-
- ſchen liegende, obgleich nicht auf dem Papier da ſtehende Note, zu ihrer
expreſſion mitnimmt. Anticipatio, das zuvorkommen, vorattsnel)-
men, kan auch im General-Baſl-Spielen ſtatt haben , wenn nemlich ein
Griſſ nicht erſt zur folgenden Note, ſondern zur vorhergehenden Pauſe/
unddemnach eher angebracht wird,.
'"Antienne, [. 4atipbona,
Antifona Conſonanza(ital.) die O&av. ſ. Galilei Dialogo p. 08.
Antigenidas, ein zu Alexandri M. Zeiten ſehr berühmt geweſener Pfeiffer zu
Theben, ein Sohn Satyri , und Diſcipul des Philoxeni, welcher am erſten
die leichtſinnige Mileſichen Mode-Schuh getragen. Plinius gedencket
einr lb. 16. 0.36. und-Plutarchus Orat. 2, de Fortuna: vel Virtute Alexan-
riberichtet von ihm; daß, als er einſtens den Modum Harmatium (ac“
Jere) ves ) geſpielet) Alexander dadurch dergeſtalt ſey aufgebracht
nN ! wor
r "ez

48 | abs Yo ( 398 emen


worden, daß er die Waſſen ergriffen und ſchier die Hände am'die Anwe-
ſende gelegt hätte, Andere legen dieſes nicht dem Antigenidx, ſondern
dem Timotheo bey, f. V/7 de narura Artium,lib,1. 54. 8, 45.p- 19-b. Beym
Apulejo Floridorum Lib.1. heiſſet er; omnis vocule melleus modulator,
& idem omnimodis peritus modificator, ſeu tu velles Folium ſiwplex,-
ſeu Aſium varium, ſeu Lydium querulam, ſeu Phrygium religioſum, ſeu
Doriumbellicofum. Nach dieſen Worten wird unmittelbar gemeldet :
es habe ihn nichts ſo ſehr verdroſſen und gekräncket, als daß die monumen-
tarii ceraulz(die bey Leichen-Begängniſſen aufgewartet)auch tibicines oder
Pfeiffer genennet worden. Derjenige Anugenidas, deſſen beym Gellio,
lib 15. c. 17. No&, Atticar. Erwehnung geſchiehet: daß er nemlich den Al-
cibiadem zu Athen auf der Flöte unterrichten ſollen, dieſer aber ſolche zer-
brochen und weggeworſfen, mag wohl ein anderer ſeyn: weil Alcibiades
94 Jahr eher, als Alexander M, gebohren worden. Daß Antigenidas un-
gemein berühmt müſſe geweſen ſeyn/iſt aus der Antwort des Epaminondz,
ſo er dem Überbringer der Zeitung ; daß die Athenienſer eine mit neuem
Gewehr verſehene Armee in Peloponnelum geſchicfet ; abzunehmen, wel-
che dieſe wa; Anzrigenidus beFümmere ſich wenig drum/ wenn Zellen
neue Flören befäme.ſ, Da'ecbeampii AnmercF.über Arhen,lib.14.p.m.631.
Antimachus, ein G.iechiſcher Poet und Mußcus, mit dem Beynahmen Ple-
cas (von Werfer, anſprengen) genannt ; weiler im Reden die nächſt bey
ihm ſiehende mit ſeinem Speichel zu beſprüßen pflegen. f. comp. Gelehr-
ten- Lexicon, und Cel. Rhodig, Le&t, Antig, lib. 24, c.28,
Anriphona , ein aus dr), contra, gegen über/ und Ow»y, vox, ſonus , die
Srimme/ der Rlangy, zuſammengeſektes Wort, Vox reciproca (lar,)
ein 'Entgenen-Rlang/ Gegen Geſang, oder Gegen-Siimmez; iſt
ein aus H Schrifft, oder aus einem Kirchen-Vater genommener Spruch,
welcher vor ſeinem ihm zugehörigen P alm herzugehen, und zwarvenei-
rem einkigen Sänger inronirt zu werden pfleget. Der drhuf folgende
Pſalm wird alsdenn von zweyen Chören in den Stifſtern und Clöſtern
wechbſeisweiſe geſunger,/und nach deſſen Vollendung die Antiphona, An-
tienne (gall,) von allen zugleich vollkommen wiederholet. Unddieſes nur
an alſo genann'en Doppel-Feſten; an einfachen aber wird die Anti-
phona nur nach dem Pſalm geſungen. ſ. Zuretiere Di&ionaire,
Antiphonarium, Antiphonarius ſc.liber, Antiphonale, iſt das in der Römi-
ſchen Kirche gebräuchliche groſſe lateiniſche Geſang-Buch, woraus'die Ca-
nonici und andere G iſtiiche nicht nur die Antiphonas(wovon esdenNah-
men führet), ſondern auch andere Hymnos , Colle&as &c. abſingen. Die
Franzoſen nennen nurgedachtes Buch; Antiphonier oder Antiphonaire,
Anti-
88) 0) Ws . 49
Anipondia Tar.)die GegmGewichte bey den Orgel-Bälgett. .
Antippusoder Antiphus,wyird von Polluce c. to. Seg, 78.Onomaß,, vor den Erfinder dcr
- Lydiſchen Harmonie auf den Flöten angegeben.
Antiſthenes, eig Athenienſfiſcher Philoſophus, Zuhörer de8 Socratis, und Etiffter der Cyni-
ſchen Se&e im36 Seculo Mundi, hat) tyie Diogenes Laertius lib, 6. Segm. 17. bezeuget,
„einen,Commentarium von der Muſic geſchrieben.
Antiftrophe, dyT:5g0P4, war bey den Heydeu ein Lieder-Tantz, welcher von derlinken
„zurrechten Hand des Altars verrichtetwurde.
* Antitheſis, &riFe01s, heiſſet: wenn aus einer Clauſula formali, gehling in eine frembde
gegangen wird.
Antitheton,iſt ein mußicaliſcher Saß, wodurch ſol<e Sachen, die einander contrair und
enfgegeu ſindexprimirt werden ſollen Z. E. ich ſchlaffe,aber meinszertz wacher. u d.g.
Antode, alſo hieß das Lied, ſs bey der Antiſtrophe, vder Gegen-Wendung geſungen wup-
de. ſ- Bulenger. lib, 2. c. 12. de Theatro.
Antonellio (Abundio) Capellmeiſter an der Erk - Biſchöfflihen Kir<e zu Benevento im
Neapolitaniſcheny hat an. 1614 Motetten zu Rom druckenlaſſen.
Antoni (Pietro degli) ein Capellmeiſter au der S. Stephans-Kirche zu Bologna, und Acade-
micoFilarmonico, hat 8 Opera ediret, worunter Opera 5 aus Ricercate ä Violino ſolo
€ Violone d Continuo beſiehet. ſ. Roger Catalogue de Muſique , p. zr. Opera 7 iſt an.
2696 zu Bologna heraus gefommen, halt 6 Motetten 4 Voce ſola con Violini, o Viole, e
Violoncello obligato inſich, und deim Herkßoge Carl von Lethringen/Groß Priori von Ca-
ſKiilien, Biſc<hoffezuOlmüß, und Abte bey 8. Stefano zu Bologna dedicirt worden. O-
pera 8 bcſiehet aus 3 Mißen von 2 Cänten und Baſ, nebſt 2 Violinen, welche aber auch
auſſen gelaſſen werden können. Auf dem Titul-Blake dieſes Wercks neunet er ſich: Maltro
di Capella di S. Giovanni in monte di Bologna 3; haf auch ſelbiges dem daſigen Capitul
de' Canonici Regolari Lateranenfi dediciret, H. JohannKrieger, in der Vorrede an
den Leſer über ſcine 6 mulicaliſche Partien, geden>et auch eines Antonü ( Giov. Battiſtz
de gli) Organiſtens zu S. Giacomo maggiore in Bologna, und Accademico Filarmonico,
welcher eike Intayolatura nouva di cerfi Verſetti per tutti liTuoai per 1' Organo dry:
>en laſſen.
Antonio R Bologna, hat Ricercari Intayolafure da Organo heraus gegeben, f. Don; Libra-
ria p. 84.
Antonius (Marcus) einRömiſcher Componiſt ums Jahr 1647
Antonius, ein kynſterfahrner Muſicus yon Mazzara in Sieilien bürtig/hat Cytharam ſeptens
-choxdarum geſchrieben, nach Jeruſalem ſich begebenund daſelbſt ſein Leben more Philo-
ſophorum zugebracht, wieAb. Pirrus not. Eccleſ, Mazarx.p. 543 berichtet, ſ. Mongitorie
Biblioth. Sicul, T. 2.0.69, . . „eml
Apobaterium (lat.) ZzobaT7g/0) (gr.) ein Abſchieds-Carmen, oderLied 3 von 7706er;
abeo. ſ. Scalig,Lib. 3, Poet. c. 107. i *
Apocope (lat.) &7r0K07(gr.) Apocopa(ital,)-iſt eine mulicaliſche Figur, ſo entſtehet :
„wennbey der leßten Nofe eines Periodi harmonicz nicht ausgehalten , ſondern beheunde
abgeſchnappt wird, und zwar bey ſolchen Worten, die ſolches zu erfordern ſcheinen.
Apodipna (lat.) 70dernve (gr.) quaß Poſtcoenia, Eeſänge näch dem Abend-Cſſen, wenn
"manſchlaffen gehenwill, + ( € 5
Apollo,ein Sohn Jovis undder Latonzx,ſpli die Muſic erfunden haben ; welches ſeine Rich
tigkeit hat, wenn man mit VoMo und Huetio Durden Yipollo denJubal verſtehet, x
&ö CH 88 ).0(B% ara
welchem Genel. c.4 v. 21. und 22.geleſenwird : daß von ihm die Geiger und Pfeiffek
herkommen. Cicerolib, 3, de natura Deorum führet vier Apollines an; unter dieſen hak
obgrfmneldter,als er des Admeti Rind-Vieh gehütet, die Citharam erſunden, wie Diodorus
lib. 6. und Pauſanias Eliacorum prior. oder lib.5. berichten. Von des Apollinis,als ei-
ner heydniſchen Gottheit, geheimen Bedeutung, kan Omeiſens teutſche Mythologie, und
P.Pranc.Pomey PantheumMythiemm p.23.ſq.unter vielen andern nachgeſchlagen werden.
Apollon, ein muſicaliſches von Mr.Prompt, einem Franßoſen, erfundenes Inſtrument, ſs
zwanßig einfache Saiten, und viel gemeinſchafftliches mit der Theorbe hat ; aberunver-
gleichlich beſſer atßeiren, auch bequemer zu ſtimmen ſeyn ſoll, ſ. den Mercure Galant, im
Mionat Janusr. des 1678ten Jahres, p. 80- N 4
Apoſiopeſis (lat.) Z7r07:1071515 (gr.) heiſſet in der Muſic : wenn eine Paula generalis,oder
ein durchgängiges Stillſchweigen in allen Stimmen und Partien zugleich vorkommt ;
welches auf zweyerley Art geſchehen kany als : (?. wenn in der Mitte eines Stücks, ver-
mittelſt einer vorhergehenden Final - Cadenz , und drauf folgenden ganßen:oder halben
Tact-Pauſe, dergleichen gemacht wird ; welche Art ſo dann inſonderheit Homeeotelevton
heiſſet. (2. wenn gleichfalls, vermittelſt einer ganken, halben) oder Viertels-Tact-Pauſey
ohne aber dabey einen formalen Schluß, oder Cadenz zu machen, dergleichen Stillſchwei-
gen angebracht wird ; dieſe Gattung heiſſet inſonderheit Homeoptoton, f. Jo4ch. Thu-
ringi Opuſc. P. 2. c,18.
Apothetus iſt bey den Griechen ein nomustibialis, oder eine den Flöten eigene modulation
geweſen. ſ- Pol/ucis Onomafßicon lib. 4. c.9. Segm. 65. und Plutarchi Comment. de Muſiea,
Apotome(lat.) 477070, von 37072,abſcindo , ich ſchneide ab; alſo nannten die
Griechenihr in proportione ſuper 139 partiente 2187 bevörſtehendes Semitonium ma-
jus. ſ« Zarl Val. 1. P, 2. €, 28. weil es ein abgefhnittenes Stück vom ganzen Toneiſt.
Applicatio, Applicatura (Iat.) heiſſet :wenn in traqirung eines Inſtruments bald dieſer,
bald ein dne Finger den Umſtänden nach nöthig iſt, und ſüglich gebraucht werden
' fan, oder muß. .
Appuye (gall.) appoggiato (ital.) unterſützt; 3. E. tremblement appuye heiſſet:
wenn manein trillo nicht ex abrupto anfängt, ſondern vermittelſt eines andern Clavis
erſt die prxparation darzu machet. .
Apulejus (Lucius) ein Platoniſcher Philoſophus, von Madaura in Africa bürtig; hat A. C. -
150 florirf, zu Carthago, Athen und Romſtudiret, auch hieſelbſt einen Advocaten abge?
geben, und, wie H. D. Fabriciuslib, 3, e. 19. p- 265. Biblioth, Grzcz aus dem Caſliodoro
anführek, Inſtitutiones Muſicas geſchrieben ; welche aber, wie abermahl nur gedachter
Hr. Fabricius lib. 3. e. 2. Biblioth. Latin, p. 527. aus Dan. Guil, Molleri an. 1691 zu
Altdorffgehaltenen Diſſertation. de Apulejo, meldet, verlohren gegangen. r
Apyenos,&7ukvos ſc. OI, non- ſpiſſus, rarus ſc, ſonus 3; in plur.
Apyeni, &7ruxv0s ſc, DIY, non - ſpilli, rari ſc. ſoniz alſo hieſſen diejenigen Klänge,
welche niemals zur dilpolition eines ad ſpiſlum Syſtema gerichfeten Tetrachordi gehör
“ten, und waren folgende drey, als: die Proslambanomenos, Nete Synemmenön, und
Nete Hyperbolzön: nach unſerer Einrichtung, das A, d und 2. ſ. Arifid. Quintil.
lib. 1. p.12. Und Alypium p.2« Diſe N
Aquattro Parti (ital.) 2 quatre-Parties (gall;) von 4 Partien. R
A quattro ſoli (ital.) 4 quatre ſeuls (gall.) ein vierſtimmiges Stück auch nur mit. ſovielen
Stimmen, und nicht mehrern, exeeutixen ; damitdie Schönheit der Compolition, durch
* fiär>eres Beſeßen, nicht verdunckelt werde. ,
|
A qua-
Ds 88) 0 (3% ST
A quatre Temps(gall.) vonvier Vierteln, d.i. da der Tackin vier Viertel eingetheilt wird.
- A quattro Voci(ital.) von vier Stimmen.
. Aquila, ein Grammaticus und Muſicus , deſſen Suidas gedencet,
Aquivivus (Andreas Matthzus) Herkog zu Atri, und Fürſt zu Interamnia oder Teramo im
Neapolitan'ſchen (HadrianorumInteramnatumque Dux), lchte zu Ende dcs 15ten/ und
Anfange des 16kenSeculi, war im Kriege unglücklich, wurde bletirt und gefangen, da Er
*. "denn zumZeit-Vertrieb , unter andern, auch über des Plutarchi Chxronei Tractätgen :
de Virtute morali, einen aus vier Büchern beſtehenden Commentarium,ſo er Diſputa-
tiones nennet, geſchrieben , worinnen im iſten Buche die letzten 22 Capitel, nemlich vom
- 1gten bis aufs 36, von mulicaliſchen Materien, folgenden Inhalts, handeln. Cap. 14. de
Muſica, & qua ratione,atque induftria Pythagoras per cam ſecretiora naturz veſtigave-
rit. , Cap. 15. de Semitonio majore & minore, Cap, 16. de Diateflaron. Cap.17. de
Diapente. Cap. 18. de Diapaſon, Cap. 19. deBisdiapaſon, Cap. 20. de Diapaſon cum
Diapente conjun&a. Cap. 27. de Diapaſon cum Diateſlaron copulata, ( Anſtatt des
22ten Capitels folget aus Verſehen des Drucers das 23te) ſo de ſpeciebus Conlonan-
tiarum, &tropis muſicis handelt. Cap. 24. de Dorio ſuüblimi, Cap. 25. de Hypodorio
- jJugato. Cap. 26. de Phrygio ſublimi. Cap. 27. de Hypophrygio jugato. Cap. 28. de
Lydio ſüblimi. Cap. 29 de Hypolydio jugato, Cap. 30. de Myxolydio ſüblimi. Cap«
31. de Hypomyxolydio jugato. Cap. 32. de Phthongis, Diaſtemate & Syſtemate. Cap,
33- de modulandi generibus. Cap. 34- de Cantilenarum fſtru&ura, & vocumperfedta-
xum, atque imperfeCarum diverſitate, Cap. 35. de vocum conſonantiis , earumque
cum elementis cognatione, Cap. 36. Pythagoram ad univerſz, ac preſertim ad hi-
manz naturz arcana per Muſicam perveniſle. Angeführte Capitel betragen zuſam-
men26 4kblätter. Der pornehmeVerfertigeriſt an. 3528 im 72ten Jahre ſeines Als
ters zu Converſano geſtorben. |
Arabiustibicen. Ein Sprüchwort, ſo von denen, die des Redens kein Ende machen wollen,
- gebraucht wird; ſoll, nach einigen / daherſeinen Urſprung haben ; nemlich , zu der Zeit,
da das Floöten- Spielen, ais etwas, ſreyen und honetten Leuten uKanſtändiges , ver?
vhtet, und nur von leibeigenen Knechten, ſo mchrentheils aus Arabien waren,dergeſtalt
= Sefrieben wurde, daß ſie zumvfftern das Ende vergaſſen, und man von ihnen ſagte: Pro
* drachma canit, pro quatuor ceſſat; nach andern aber: die Araber hätten auf ihren Nacht?
- Wachen continuirli geblaſen, und ware das Innehalten derſelben von den andern als
ein Zeichen eines pallirten Unglücks gehalten wurden. [. Bernard de Montfaucon Biblio=
thecam Coirlinignam » p, 606.
Aragona(Pietro) einFloyenfiner, haf in ſeiner Sprache eine Hiſtoriam Harmonicam ge:
ſchrieben, ſ. Mr. Broſſards Diäion. p. 359. n :
Araines, alſo wurden chemals die Frankoſiſchen Trompeter, vom lateiniſchen xs, xris, xra,
1 zrania, genennet. ſ. Menaze Diion, Etymologique.
- Aranda(del Sefa d') das erſte Buch ſeiner vierſtimmigen Madrigalien iſt, nebſt noch einem
--- yon Thomas Welkes, einem Engelländery an. 1619 zu Helmſtadt bey Zach. Raben ge-
“ druckt worden. ſ- Drandii Bibliorh, Exotic, p. 266.
: Arangementde pluſteursParties (gall.) die Zuſammenſeßung vieler Stimmen.
- Aravxo (Franciſ. deCorrea d*) ein Dominicaner, aus einer Adelichen Familie in Span:
engebohren, war Profellor zu Salamanca, und Preſul der Kirche zu Segovia, ſchrieb unter
andern auch ein muſicaliſches Wer>, folgenden Tituls : Mulica pradica y theorica de
Organo,ſo zu Alcala de Henares(Lateiniſch Complutum genannt) in Folio gedruckt wor:
den, undſtarb an. 1663 den 13 Januarii, f-das comp. Gelehrten: Lexico», und Anto-
„zü Bibliothecam Hiſpanam, G 2 Arbeau,
52 - 83 (0) 3%
« Arbeau ( Thoinot) ein Franköſiſcher Tanß-Meiſter von Langers , welcher an. 1588 eine
Orcheſographie, oder Tank-Beſchreibung daſelbſt ediret, ſ. Furetiere Diäionaire, uns
term Articul : Oreheſographie ; wird von Mr, Brollard p.360, als ein Autor Muſicus
angeführet.
- Arc, vue (gall.) ein Bogen, womit die Geigen geſtrichen werden.
Arca (lat.) der Wind-Kaſten in Orgeln und Poſitiven. ;
Arcadet (Jacques) Verdier nennet ihn : Arcadelt; ein um die Mitte des 16 Seculi berähmt
geweſener Franköſiſcher Componiſt, und Scholar des Jolquini.. Seine Cantionesgalli-
cz ſind an. 1575 zu Venedig in 4to gedruckt worden. Zu Parisſind auch drey 4- 5. und
zſtiminige Miſſen von ihm herausgefommen. ſ Draudii Biblioth. Claſp.1611. 1628. 4,1633.
Arcata vdoy Archata (ital.) ein Bogen-Strich auf beſaiteten Inſtrumenten, als Violineny
Violdigambey, u. d. g. -
Archangelus, ein Mont-Caſſinenſiſcher Mönch zu Brixen in S. Euphemiz vder Juſtinz-
Cloſter, aus Lonato burfig, hat an 1585 Sacras Cantiones, auf Weynachten, und in der
Matcr-Woche zu gebrauchen, zu Venedig heraus gehen laſſen. ſ« ?oſſevini Apparat»
Sacr. T- 1. P- 1244
Archedamus, Archedemus, oder Archidenms, ein Stoiſcher Philoſophus yon Tharlis bürtig,
hat regt Davits » oder von der Stimmegeſchrieben. Laert-7.
Archeggiare (ital.) mit Bogen ſtreichen.
Archelaus, ein Cytharift, deſſen Athenzuslib, 1. p. m. 19 geden>et.
Archeſtratus, ein Diſcipul des Terpfion, von Syracuſa, vder, wie andere wollen, von Ge-
10a inSicilien bürtig, hat unter andern auch zwoBücher:de tibicinibus,von denPfeiffern)
geſchrieben. ſ. Arhen, lib. 14, p. m. 634. und das comp. Gelehrten:Lexicoy,
Archimedes, der unvergleichliche, und nach Cardani Ausſpruch, inimitable Mathematicus
zu Syracufa, welcher 210 Jahr vor Chriſti Geburt floriret. ſ. Mart. Crußi Germana-
Graeciam, p. 4. hat auch die Muſic ſonderlich excoliret. ſ,-Yoſ de Matheßs, p. 85. b.
Archiparaphoniſta, von 72g8 und Dw»; warinder alten Kirche ein Cantor,der bey der
Meſſe den Introitumſingen, auch dem Biſchoffe zugleich das Waſſer reichen muſte, f.
Schöttgens Antiquitäten :Lexicom
Archiſymphonia, it. Archophonia, vom Griechiſchen &gX085, princeps, undOw», vox,
ſonus ; die vornehmſte Stimme, oder Klang, d. i. die Oav.
Archytas, ein Muſicus zu Mitylene, deßen Diogenes Laertius lib. g, Segm. 82, gedencket ;
welcher, als es ihm übel genommen werden wolſen, daß er (vielleicht im Reden) nicht
könate verſtanden werden, geantwortet: Inſtrumentum Pro me loquitur. ſ. Yolaterrani
Commeatar. Urban: lib. 13. p. 480, < .
Archytas, ein Pythagoriſcher Philoſophus und Mathematicus, yon Tarento bürfig, wird
beym Athenzxo lib. 13. p. m. 609 Harmoniacns genennet; welchen Zunahmen er,
nach Joan. Meurfii Muthmaßung, lib; 1. Biblioth, Gr. daher haben ſoll: weil er ein Buchy
deßen Titul : A 840v180),geſchrieben. Nach Suidx Zeugniß iſt er auch der Erfinder des
Crepitaculi (FAxTAeyAs). ſ. 5. D. Fabricii Biblioth. Gr. Vol. IX. p- 663. daß erin des
g3fen Olympiade, oder 406 Jahrvor Chriſti Geburt gelebt, und) nebſt ſchon gedache
tem Buche, unter vielen andern, auch eins 77eg) A'vABy , de tibiis geſchrieben, ferner
in ſeinem Vaterlande die höchſten Ehren-Aemter verwaltet, und einige mahl die Ar-
unde commandirt habe, iſt im compend. Gelehrten-Lexico, in der zten Auflage, zu leſen.
Arcileuto, Areiliuto,Archileuto,y. Archilivto(ital,)Archiluth(gall.)eineErtz-Zaute; hat den
Nahmen vomGriechiſ-Wort: xgX05,vornehmyvortrefflich/und dem feutſchen:Lauten,
flins
zz „So lW 5 53
- Flingen; weil dieſes bey den Ttäliänern gebräuchlihe Inſtrument, worauf fie den Ge-
neral-Baſl zu traäuren pflegen, wegen ſeiner Größe und ſtar>en Bäſſe, auch cinen durch»
dringenden und ſtarken Laut von ſich giebt. Nach Bonanni Bericht, p. 92. de! Gabinetto
Armonico, hat es acht einfache, und ſieben doppelte Darm-Saiten, nebſt der feinſten und
höchſte, ſv Cantino heißet.
Arciviola di Lira, eine große Jtaliäniſche Leyer, an der Kruäur dem Bail'von den Violdi-
gamben gleich, doch daß das corpus und der Kragen, wegen der vielen Saiten, um ein
ziemliches breiter iſt. Denn etliche haben 12, andere 14, und andere noch außerhalb
des Kragens deren 2, und alſo zuſammen 16 Saiten, ſo mit dem Bogengeſtrichen werden.
ſ: Pratorii Syntagma Mu/. T. 2.p. 49.
Arco (ital.) ein Fiedelbogen. Archetto, Arconcello, ein kleiner Fiedelbogen.
Arcytos, ein gewißer Tanß bey den Americanern. ſ, Lanſfi Oration: contraHiſpaniamp. 416.
Ardalus, ein Muſicus, des Vulcani Eohn, von Ttoezene bürtig, haf, wie Pauſanias in de»
ſcriptione Grexciz lib. 2. berichfet , nicht allein die daſelbſt unweit des Pitthei Grab»
mahle befindliche Cellam Muſarum(welche von ihm Ardalidx heißen) verfertiget, ſon»
dern auch die Pfeife erſunden. conf. Natalis Comitis Mytholog. lih. 2. c. 6.
Artemanio (Ginlio Ceſare) ein Mayländer, hat daſelbſt an den vornehmſten Kirchen, als
S. Maria della Scala, S, Fedele, wie auch bey Hofe, als Organiſt und Capellmeiſter ges
ſtanden, und an. 1616 Motetten, ingleichen an. 1628 eine vollſnmmige Muſic drucken
laſſen. Iſt geſtorben an. 1650. ſ. Licinelli Ateneo dei Letterati Milaneſi, p. 358.
Ardito (ital.) friſch, beherkt, dreiſte.
Aretino (Giov. Appoloni) hat an, 1607 Madrigalien zu Venedig in Druc gegeben.
Aretinus (Guido) der von ſeinem Geburts-Orte, neml. der Hetruriſchen Stadt Arezzo (at.
Aretium) alſo zubenahmte Benediätiner-Mönch, und Muſic-Dire&orſeines Cloſters zu
Pompoſa imFerrariſchen ums Jahr 1028, hat im 34ten Jahre ſeines Alters zwo Bücher
von der Mulic geſchrieben, davon das erſte in proſa, und das zweyte theils in Carmine
heroico, theils in trochaicorhythmico abgefaßet ſeyn ſoll, und ſelbige dem Biſchofſe,
vder Abte zu Arezzo, Theobaldo, zugeſchrieben. ſ. Ge/eri Biblioth, univer/. und Voſ. de
Matheſi c. 22. Pp. 92. b. das eine heißet : Introdu&orium, oder Micrologus; das ande-
reiſt ein Dialogus de Monochordo, und mag wol ein Anhang zum vorigen ſeyn. ſ. Matthe«
Sonii Crit. Muſic. Tom. 2. p. 87. die Erfindung der 6 Sylben ut, re, mi, fa, lol, 1a. [9
aus dem inder Römiſchen Kirche auſs Feſi Joannis Baptiſtz gebräuchlichen, und wieder
die Heiſerkeit vermeintlich dienenden Hymno:
Ut queant laxis Reſonare fibris
Mira geſtorum Famuli tuorum
Solve polluti Labiireatum
San&c Joannes
genommenſind; hat ihn an. 1022 zum Urheber, ſ. des Cardinals, Joan. Bont, divinam
Pſalmodiam c. 17. 6.3. k
Arctinus (Paulus) haf Reſponſoria hebdomadz Sanz ac natalis Domini, ſamt dem Be-
nedi&us und Te Deum laudamus von 4 Stimmen an. 1567. zu Venedig ediret. ſ. Draudii
Bibl. Claſſ:p. 1643.
Argentini (Steffano)- oder Filippini; wie et eigentlich ſoll geheißen haben, ein Pater, Bacca-
laureus und Capel.meiſter, von Rimini, einer im Päbſtlicheun Gebiete liegenden Stadty
bürtig, hat an. 1638. eine 3 ſimmige Millam, und concertirende Pſalncn zu Denetig
„drucken laſſen. ſ. Parflorfſeri Muſic -“Catalogum , p. 1.
Aria(ital.) heißet überbaupt eine jede Melodie, 4werde vocaliter oder weanäs7
T O3 ew
54. 8 ) 0 ( Bb. .
hervor gebracht z inſonderheit aberiſt es eine geſungene Melodie, die fich nachBeſchaffen-
heit der Worte zu richten, und, nach Befinden, entweder an einanderzu ſchließen, oder in
zwey Theile zu lepariren pflegt. Die vormahlsgebrauchlichen Lieder, mit den vielen Stro-
phenoder Verſen, waren der erſten Art, und wurden in eins ohne Pauſen weggeſungeny
hatten aber, wenn es die Worte zulaſſen wolten, dabey ihre Reprilen, wurden auch wol
zwiſchen jedem Verſicul mit einer Ritournelle ausgezieret. Allein dieſe ſo genanntenLie?
der oder Stances haben denen jeßigen Arien; da eine jede zwey Haupt:Theile, und wenige
ſiens eben ſo viele, wo nicht mehr, Abſäßehat, damit allda die Stimmeein wenig pauli-
ren und Athem hohlen, auß mit den Inſtrumenten oder dem General-Balle, die ganke
Aria durch, hin und wieder zu embelliren, Gelegenheit gefunden werden möge, weichen
müſſen. ſ« Mattheſonii Orcheßt. 1. P- 2. 6.4. . 31. P-179. Bey dererſten Artiſts zum öfftern
geſchehen, ſonderlich wenn der Poet die Muſic entweder gar nicht, oder dv< nicht recht
verſtanden, und in einer Strophe den lenſum bald in der erſten, andern, dritten und
vierdten Zeile abſolvirek ; die folgenden Strophen aber nicht juſtin den dilſtin&ionibus mit
der erſten conformiret/daß wegen angebrachter Cadenzen vom Componiſien, der Ver-
ſtand alsdennzerriſſen, ja überdiß auch in den folgenden Strophen ein gank,contrairer
affe, als in der erſten da geweſen (nemlich im Texte) angebracht worden ; 3. E« wenn
in der erſten das Wort Lachen vorgekommen, iſt doch wolin einer von den ſolgenden das
Wurt weinen davorzuſtehen gekommen z anderer inconvenientien zu geſchweigen. Bey
ver andern und jeßigen Ark aber hat zwar ſo wohl der Poet als Componiſt freyereHände,
doch jener dahin zu ſehen, daß er in einer jeden Zeile, wo nicht einen voikommenen, doch
einen halben lenlum anbringe : unddieſer, daß er nicht eine jede Zeile (zumähl wennkein
ſonderlicher Nachdruck darinnen enthalten iſt) vielweniger ein dergleichen einßeles Wort
unnothig wiederhole, oder wol gary ehe ein lenlus vorhanden, clauſulire, oder die In
ſirumente zwiſchen dem Text allzulange alleine forkgehen laße. Die Etymologie dieſes
Worts ſ. unter Xra Cantionis,
Avietta [ital.] das Diminutivum yon Aria, auf Franköfiſch, Petit Air,. oder Chanſonettey
ein Liedgen, hat ordentlich 2 Repriſen, und iſt auf Gavotten- Menuetten: und Sarabandens»
Artgeſeßzet, oder wiederhoiet den Anfang, und ſchlüßet mit ſolchem, wie ein Rondeau.
Arigoni (Franceſco) iſt beym Agoſtino Superbi ein wohlberühmt:und belobter Mulicus yon
Ferrara, [. deßen Apparato de gli Huomini illufiri della Citta di Ferrara, p. 1209,
Arigoni(Gio. Giaccmo) cin Accademico Fileleutero, und in ſolcher Societät : il Affettuoſo
benahmt,haf an. 1623 zwey-und drey-ſtimmigeMadrigalien zuVenedig heraus gehen laßen.
Arigot, plur. Arigots, oder mif dem Arficul: Larigot, Larigots (gall,) die Iwerg-Pfeiffey
oder Pfeiffen der Eoldaten, ſo zur Trummel gebraucht werden. f. Fureriere Dretionaire, |
Arion , ein ums Jahr dcr Welt 3338 ſchr berühmt geweſener Citharcedus , von Methy-
mna aus der Juſul Lesbus ( wovon das Proverbium : Lesbius Cantor, ein guter
Sänger, entſtanden) bürtig, hat zu Corinth, bey dem daſigen Könige, oder Ty*-
rannen dem Periandro ſich meiſtens aufgehalten , undiſt / beym Suida, des 78678
ToxywE, d.i. eines mulicaliſchen Modi in der Trageedia, wieanch des Chori Atantis
Erfinder. ſ. 9. D. Fabricii Biblioch, Gr. lib. 2. c. 19. p. 668. Im 15ken Capitel nur
gedachten Buchs wird gemeldet : Er ſey ein Sohn des Cyclei, und Diſeipul Alcma-
nis geweſen. ſ.2..c« p. 574- Alser einſiens, mit Erlaubniß vorgedachken Königs, inſon-
derheit Italien und Sicilien durchreiſet; durch ſeine Kunſt groſſes Geld zuſammen ge-
bracht, und wieder nach Corinth zurück gehen wollen, haben die Schiffer undſeine eigene
Bediente einen Anſchlag, ihn umzubringen, und ſich ſeines Geldes zu bemächtigen, ge-
machet. Allein es entdeckte ihm ſolches 4pollo im Schlaffe, und, als daraufſeine Feinde
über
43 0 (8% 55
Über ihn herſeyn wolten/bat er, nach des Apollinis Rath, ihm nur noh ſo viel Zeit zu laſ?
ſen, daß er ſich ſelbſt ſein Sterbe-Lied ſingen möchte. Wieſie ihm ſolches vergönncteti,
zog er ſeinen Purput-Habit an, nahm ſeine Leyer, und mächte damit ein dermaſſen voll-
kommenes Stück auf, daß ſich auchdie Delphine häuffig um das Schiff herum einſändet.
Undwie er aus dieſer Gegenwart ſich des Apollinis Hülffe vekſicherte, ſprang er mit ſamt
ſeinem Inſtrumente, ohne Bedenken, aus dem Schiffe ins Meer, da er denn ſoſört von
einem der beſagten Delphine auf den Rücken genömen,und in dein Peloponnelo,bey dem
Txnariſchen Vorgebürge, ans Land geführet wurde. Er machte ſich hierauf unverzüg?
lich zu dem Periandro, underzehlete ſelbigem ſeine avanture, welcher denn, weil beineld-
ker Delphin am Ufer geſivrben, ſolchem zum Andencken ein beſönderes Monument äuf?
richten ließ. Einige Zeit drauf, wurde auch das Schiff, worauf er geweſen, in den einett
-Corinthiſchen Hafen durch Sturm angetrieben, da denn Periander die Schiffer beſrägte :
“ woſie den Arionem gelaſſen? altein zur Antivort bekam : daß er geſtorben) und von al? ih?
nen ſey begraben worden- Den Täg dräuf zwanger ſie, ihre Nusſäge zu beſchweren ;
lein, als ſie eben damit begriffen waren, kam Arion in ſeinem Häbite, den er im Schiffe
angehabt, aus dem Begräbniße herfür, worüber ſie erſtäuneken, und weil alſo ihre Boß-
heit nicht zu läugnen war, ließ fie Periander insgeſämt creußigen ; Apollo äber verſetzte ſv
wol den Delphin, als des Arionis Leyer unter die Sterne, wvſelbſt ſic auch noch an dem
mitternächtlichen Hemiſphzrio zu ſchen find; 8b wol ſonſt einige Autors ſolche Leyet
nicht für des Arionis , ſondern des Orphei ſeine angeben. ſ. Hederichs reales Ecdhul?
Gorgias, des
Lexicon, Aul. Gell. Not. Attic. lib. 16. c. 19. und Plutarch, in Convivio, allvv
Periandri Bruder,dieſe Begebenheit weitläufftig erzehlet ; ingleichen Ovid. lib. 2, Faſto-
- rum. Dion Chryſoftomus Orat, 37. ſagt : es habe nicht Periander, ſondern Arion ſelbſt
- pbgedachtes Monumentverfertigen laſſen. Die daranbefindliche Griechiſche Uberſchrifft
Hat Raphael Volaterranus folgender geſialt Lateiniſch überſeßet:
Cernis amatorem, qui vexit Ariona Delphin,
A Siculo ſübiens pondera grata mari,
* F. Chaſſanei Catalog, Glorie mundi, 51 Confiderat. Part. /. lb. to. p. 399.
Arioſe vder arioſo (ital.) bedeutet im (tylo recitativo einen ſolchen Saß) welcher nach dem
Tactexprimirt werden ſoll, als wäre es eine Aria.
Arioſti(Attilio) ein Jtalianer, war bey der Churfürſtik von Brandenburg an. 1720 Capell
meiſter : wie er denn nicht allein das am 1ſten Junü, als zweytem Beylagers Tage des
H. Erb-Pringen von Caſſel, Friedrichs, mit derSing Chur-Brandenburgiſchen Princeßiny
Louiſen Doratbeen Sophien, quſgeführte Ballet und Spiel: 1a Fefta delHimeneso ges
ihrem eine kleine
nannt ſondern auch die den 6ten ejusdem aufhochgedachter ChurfürſtinOpera, die den be-
Stunde von Berlin liegenden Luſt-Hauſe Lüßenburg reprxientirke
ſtrafften Betrug des Schäffers Atis ausgedrucket) componiret : und gleichwie er bey dem
vorigen ſich derFranköſiſchen bedienetalſv hat er in dieſer dieItaiiäa miſche Nrt mit großem
„Nachdruck vorgeſtellet zzund ſonderlich in der lekten Stene, bey der ſo genannten Sinfonia
infernale: da derin Räſerty und Verzweiſelung gerathene Atis, auf lauter ſrembdey nach
undſſeine'n Zuſtande gemäß, gang verwirrte und ungewöhnliche Tone verfallen, dieungeny
der Gräßlichkeit oder auch der Wehmuthihrer lugubren und tlägl.chen Verfiimm
bey den Zuhörern bald Schrecken) bald Mitleiden zu erwecken vermocht. ſ- des Ön. von
Beßers Schrifften,-p. 366 und 380- i 7- Um t
Ariſteas haf) wie Athenzus lib. 14. p-m. 623" berichtet) ein Euch de Citharcdis geſchrieben.
P 41.
Ariſtides Quintilianus, lebte ums JahrChriſti 130. ſ“ 7<19 Mu/ico Tefiere P, 1.6.12
oder, nach Hederichs Rechnungjau, 60, und [<rieb in Gricchiſcher Sprache drey Dücher :
7a
c
x
56
Sn aun Eee
- 888 ).0 ( Hb
m m hatBäptonen
= Ede
regi uugemis , de Muſica, Marcus Meibomius epüberſeget,
ſol<eins Latein Zeäehüräeint,
undmit
Anmerc>ungen verſehen. Beyderley Text beträgt zuſammen 20X Bogen in“4t0« Nur
gedachter Meibomius hält ihn unter den übrigen von ihmvertirten Griechiſchen Mu-
ſic-Au&oribus, nah dem Ariltoxeno, vor den älteſten. 3
Ariſto, ein Athenienſiſcher Mulicus, und Tragodien - Schreiber. f: Laert. tis. 7: deZenone,
Seg. 164. und das comp.

Gelehrten-Lexicon, ;
Ariſtocles, ein vom Könige Antigono zur Ungebührgeliebter Citharcedus, deſſen Athenzus
lib. 15. p.m. 603. und ſonſten BED hat de Muſica und deChoris'geſchrieben, worin-
nen er von den Nahmen der muſicaliſchen Inſtrumenten diſputiret. ;
Ariſtoclides, ein berühmter Cythariſt aus des Terpandri Nachkommen , hat zur Zeit des
Mediſchen Krieges in Griechenland gelebt. ſ. Beperlinekäi Töeatr. vite humana,
Ariſtocrates, ein Citharcedus von Theben auf des Alexandri M, Brylager. ſ+ Athen, lib. 12.
.m. 538
Arion ein Griechiſcher Mulicus aus der Jaſul Coreyr2. ſs jeßo Cartu keiſſet, ſoll, nach
Menecharmi Bericht, der erſte geweſen ſeyn, der die Cyther allein, ohne zugleich darein
zuſingen, traeurt hat. ſ, Pratorii Syntag. Muf:T. 1. p. 370. Hat zu den Zeiten des Ale-
xandri M. florirf, und dieſem in einer Schlacht, durch Einbuße ſeines eigenen Lebens,das
Leben gerettet; weswegen ihm dieſer Monarch im Tempel des Apollinis Pythü eine eher-
ne Ehren-Säule ſetzen laſſen, die in der einen Hand das muſlicaliſche Inſtrument, und in
der andern eine Lanke gehalten, ſ. ?lutarchi Orat, 2. de Fortung vel Virtute Alexandrl,
Dieſer Ariſtonicas iſt ſonder Zweifel derjenige, von welchem Arbeywus lib. 10. p. m, 435,
aus des Theopompi lib. 53 Hiſtoriarum meldet: daß ihn Philippus, des AlexandriM,
Vater, nebſt andert Mukiets [cum es potareſolitis] allenthalben mit ſich herum geführet
habe. Nam, heijſet es daſelbſt weiter, vinolus, &ingenio moribusque petulans,acintem-
perans, multos in comitatu habuit ſcurcas, mulicos, & [a]ſos ac dicaces qui riſum mo»
verent, &c.
Ariſtonus, ein berühmter Citharoedus zu Lacedemon A M. 3542j,vder 406 Jahr vor em
ſti Geburt, hat in den Pythiſchen- oder Wett -Spielen ( worinnen anfänglich ayr in dex
Muſic allein certirf wurde) ſechsmahl gewonnen, S
Ariſtonymus, ein Pfilocythariſta beym Athenzo lib. 10. p. m. 452. i. e. tenui eythara ca»
nens, wie es Dalechampius in der Rand-Gloſſe giebt ; oder beſſer : lola cithara canens..
Wie denn lib, 12. p, m, 358. von ihm gemeldet wird : er ſey von Athen bürtig geweſen,
und habe auf des Alexandri M. Beylager/ nebſt dem Cratino und Athenodoro, die Ci-
tharam, ohne darein zu ſingen, geſpielet.
Ariſtoteles, des Königl. Leib-Mediei in Macedonien, Nicomachi, und der PhxſtiadisSohny
wurde A.M. 3566, oder 382 Jahr vor Chriſti Geburt, zu Stagiris, einer mittelmäßigen
Stadtin beſagtem Königreiche gebohren, und nach ſeiner Eltern frühzeitigen Abſterben,
unter der Aufſicht des Proxeni, auferzogen. Erlegteſich hernach, auf Rath des Oraculi,
fürnehmlich auf die Philoſophie, und fieng im 17. Jahre an, den Platonem zu hören, con-
tinuirte auch ſolches, nach einiger Vorgeben, auf die 29 Jahr. Und weil er noh bey Leb-
Zeiten ſeines Lehr-Meiſters in vielen Stücken von ihm abgieng, wurde cr deswegen von
ſelbigem mit einem jungen Maul-Eſel verglichen, der, wenn erſich ſatt geſoffen, ſich um-
zukehren, und ſeine Matter zum gratial mit den Hinder-Füſſen in die Ribben zu ſc<lagen
pfleget. Nach ſolcher Zeit wurdeer von Philippo,Könige inMacedonien zu des Alexan-
dri Przceptor verordnet, welchen er denn' 5 Jahrinkormirte , und als ſolcher 4, M.
3616, oder 332 Jahr.vor Chriſti Geburt ſeinen Zug wieder Perſien vornahm, kehrte ex
wiederum nach Akhem unddocipte daſelbſt ganzer 13 Jahr in demLycxo, richtete auch
" eine
Sa Fill är
Zine RI)
vine beſondere Philslophiſſe Sc&te Oe..u 5
an welche von ſeinem bin und wieberGerrado.
eiren, Peripatetica genannt wurde: Weil er aber von ſich mercken ließ, daß er in der
Religion aÖCoierihegeun daher auch von dent Eurymedonte öffentlich angeklage?
wurde, worzüu nach des Alexandri M. Tode noch andere Bedruckungen kamen, retixirte
er ſich nach Chalcis, oder das heutige Negropont, woſelbſt er 4. M. 3628 vder. 323
Jahr vor Chriſti Geburt; im63 Jahreſeines Alters geſtorben. ſ. Hederichs reales Sul-
Lexicon, und deſſen Notitiam Au&erum antiq. & med. Er hat ynter andern ſchr
vielen
Sachen auch ein Buch : de Muſica, geſchrieben. f. Laert. hb. 5. de Sriſtotele, Segm 26.
welches aber nicht mehr verhanden iſt. Unter den verhandenen handelt das 8te Buch Po-
liticorum yon der Muſic Nußbarkeit.
Ariſtoxenus, ein Sohn des Mnißü oder Spirtthari, von Tarento in Jtalien bürtig, wurde
anfänglich 9 [einem Baier der ein Muſicus war, ſelbſt, nachgehends aber von Lam-
Prio, Xenophilo, undAriftotele inKünſten und Wiſſenſchafften unterrichtet, worinnen
ers ſo hoch gebracht, daß.er 453 Bücher von allerhand Materien geſchrieben. Vonſol-
<eu ſind no< drey Bücher Eleme ntorum Harmonicorumin Grfechiſcher Sprache ver-
pauden, welcheMarous Meibomius lateiniſch mit Anmerkungen ediret hat. Beyderley
ert beträgt uſammen g9 Bogen in 4to. Dieſer Philolophus und Muſicus haf zu allererſi
eine dem Pythagorx gans wiedrige Meynung in mulicis geheget, und daher zu zweyen
Secten Gelegenheit gegeben, ſo, daß diejenigen, weiche mit Pythagora Rarionem vor den
Richter in mulicaliſchen.Dingen erkenneten, Canonic3 ; und die, welche mit ihm Auditum
davor erwehlet, Harmonici genennet worden. ſ. Prinßens Ma/7Hißfor. c, 6. G.41, 1. 42,
Itt ſonſten von demjenigen Philolopho gleichesNahmens,/welcher in der 29 Olympiade,
nemlich A. M. 3286, oder 662 Jahr vor Chriſti Geburt, zur Zeit der berühmten Poeten
Archilochi, und Simonidis gelebt, und die Meynung geheget : Die Seele des Menſchen
ſey eine Zarmoniey/wohlzu unterſcheiden;denn unſerAriſtoxenus hat in der uten Olym-
Piade, zu Zeiten des Alexandri M.und des Diczarchi zu Meſlina, und alſo 334 Jahr vor
Chriſti (Geburt, und 328 Jahr nach jenem Ariltoxeno forirt. Auch hätte vorgedachte
Miepnung: von der menſchlichen Seclenicht von Platone und Ariſtotele wiederlegt wer-
den fönnen, wenn ſelbige vondem jüngern Ariltoxeno, ſo nah ihren Zeiten ſich hervor
gethan, erſt wäre aufs Tapet gebracht worden. ſ. Zarl, (56. 1, e. 11. Suppliment, Auſſerg6s
- . dachfen drey Büchern, hat er auh 772g) ZuAnTB, detibieinibus ; ferner zee vAWy
404 08YyAdva » de tibiis ac inftrumentis; und 772g) duvAB»y TgiTews , de tibiarum
: perforztione geſchrieben. ſ.Ö. D, Fabricii Bibl. Gr. (ib. 4. c. 20. p, 650.
Arithmetica diviſione dell' Ottava 7ital,) Arithmetique diviſion de !' Odtave (gall.) Arith-
anefieadiviſio Qdtavz(lat.) die Arithmetiſche Eintheilung der 024v. Solche geſchie:
- Het, wenn das Quart-Intervallur, als das kleinere und wenigere, der natürlichen Ord-
nung nach, unten; und das Quint- Intervallum, als das gröſſere und mehrere, oben in
derſelben zu ſtehen kommt. 3. E. 5 c g. a d a. Dieſe Eintheilung iſt denen alſo ges
. nannten Modis plagalibus eigen.
"Armarius, hießin den Clöſtern ſoviel als Bibliothecarius, ingleichen der Cantor oder Prx-
centor, der'die Kirchen - Bücher in ſeiner Verwahrunghatte. ſ. Schöttgens Antiqu. Lex,
Arnodus, pl, Arnodi, von Zs, genit. dgvös, agnus, ein ZLammy und w9y), cantus, ein Ge-
. ſang; alſo hieſſen diejenigen Sänger, welche ein Lamm zur Verehrung bekamen, wenn
ſie des Homeri Verſe wohl abgeſungen) und vor andern den Preiß davon getragen hat-
ten. ſ. Bulenger. de Theatro, lib.2.c.9. -
Arnone (Guiliclmo) ein umsJahr 1595 zu Maerhigit ein junger Menſchrſchon berühmt
NEIN Dus. gewe“
58 8) o(
geweſener Componiſt und Organiſt an daſiger Dom-Kirche. ſ- Morigia Nobilia diMila-
270.0. 185. Dat4. 5. 6.7. und 8ſtimmige Magnificat, mit einem G. B. nach der Zeit ediret.
Aron(Pietro) ein Floreatiniſcher Mönch aus dem Lrdender Cruciferorum, hat, wie Poc-
ciantiusin Catalogo Scriptorum Florentinorum p.146. berichtet, zwo Bücher in Jtaliäni-
ſcher Sprache von der Muſic geſchrieben ; deren eins unter demTituyl : Toſcanelli in
Muſica, aus drey Büchern: und das zweyte, unter demTitul : Lucidario in Mußica, aus
vier Büchern, worinnen alte und neue Meynungen befindlich find, beſtehet, und an.
zu Venedig in 4to gedruckt worden.
1545
Arpa(ital.) Harpe (gall.) Harpa (lat.) vom Griechiſchen Verbo: diendte, rapio,ich
raffe (weil auf dieſem Juſtrumente, oder Harffe, die Saiten mit den Fingern
reiſſe,
gerißen
werden.) Einige deriviren dieſes Wortvon der Arpiſchen Nation (3 gente Arporum)
welche dieſes Inſtrumentſollquerfunden haben ; andere von &, 7yzeiner Sichel, weil die
Harffe gekrümmetiſt. ſ. Ferraris OriginesLingus Ital. ES giebt ſolcher dreyerley
Arten :
(1. die gemeine und überall bekannte, welche mit Drath-Saiten bezogen iſi, und Harpa-
nettagenennet wird. (2, diegroße mit Darm-Saiten bezogene, Arpa doppia(ital.)
Har-
Pa gemina (1at.) Doppel-oder Davids-Harffe. Aufdieſer ſind alle Semitoni
a, und des-
wegen zum Accompagnement völlig geſchickt. (3. die Irrländiſche aus 43
dien Meſ:
ſings-Saiten beſtehende Harffe, welche einen ſchr lichlihen Reſonanz von ſich geben ſoll.
ſ Pratorii Syntag. Muſ; T. 2.
Arpeggiare da aufHarffen-Art, d. i. gebrochen ſpielen, oder
den vorkommenden Griff
nicht zugleich, ſondern
die in ſelbigem enthaltene Noten einkeln, und nach einander an-
ſchlagen. Daher kommt Arpeggio, arpeggiato, arpeggiando,
Arpeggiata und das
Franßöſiſche Wort : Arpegement.
Arpicordo (ital.) Harpichordum(lat.) alſe heißet der Regiſter-Zug auf einigen Clavicym-
beln, welcher einen kreiſchenden Harffen-Klang von ſich
giebt. ?
Arßis (lat.) &gois (gr.) von a&gw tollo, bedeutet (1. das Aufheben der Hand
geben; und demnach
beym Tack
die zweyte Helffte ſv wol des ta&tus zqualis, als inzqualis, (2. jeden
geraden Theil aller im Taete vorkommendenkleinern Egalen Noten, z. E. in tau zqUa-
1i, das 2 und 4 Viertel ; das 2, 4, 6, und 8te Achtel. u. f.
Artemidorus, mit dem Bey:Nahmen Daldianus, welchen er[.ſich ſelbſt beygeleget, weilſeine
Mutter aus Daldia, einem ſchlechten Städtgen in Lydien bürtig geweſen, damit ſolches
durch ihn bekannt werden möge ; denn vom Vater her, war er ein Ephefier . |. H: D.
Fabricii Bibl. Grer. lih. 4. c. 13. p. 402. lebte an. Chriſti 130,
zu Zeiten der Römiſchen
Kayſer Hadriani undAntonini Püwieerſelbſt lib.» e.28. 1.66. ſeiner Oneirocriticorum,
oder de interpretandis Somnüis, anzeiget. Innur beſagter
Audtor von mulicaliſchen Dingen, als c, 58. 1ib, 1, de certamin Scrifft handelt zwar'der
ibus, yon Trompeten-Bla-
ſen, Flöten-und CytherSpielen, auch vom Singen; ingleichen c. 78. lib.
ec, de Salta»
tione, de Pyrricha & Cantilenis dieſerley Gattungen z allein nur in
bedeuten haben möge, wenn jemanden von dergleichen, und andern ſo weit: was cs zu
Artemon, hat, nach Athenzi Bericht lib. 14. P- m. 636. ein Sachen, traume.
Werc> zee Aiovvoiaxs
ETISÜMETOS geſchrieben ; welchen Tityl Meurßus : de Dionyſia ca columna ſepulchrz.
1i3' und Dalechampius: de Bacchica intelligentia überſekt
haben; weil äber: das Wort
Erin, wie daſelbſt aus dem context zu erſehen, ein muſicaliſ
cher terminusiſt, und
faſt eben das, wa 7057,bedeutet : ſo hält der H. D. Fabriciuslib. 2. c. 15. 0. 575 und
576. Biblioth, Grzcz davor : Artemon habe in gedac<tem Were die Hiſtorie der 11 den
Dionyſis oder Bacchanalibus gebräuchlichen mußiealiſ chen Inſtrumenten beſchrieben.
i * Artu-
opere So w 3 59
Artufel (Danvanusde)einSpaniſcher Dominicaner Mönch; hat in ſeiner Sprache Canto
Cano,i. e. Cantum planum zu Vallodolid an.1572 in 8vo ediret, ſ. Antowis Bibi. Hiſpan.
'Artufi (Gio. Maria) ein Bologneſer, hat an, 1586 ſeine Arte delContrapuntoridotta in ta-
- Vole, d. i. in Tabellen gebrachte Compotitiong-Kunſt oder Regeln zu Venedig in Folio
- „druckenlaſſenyund ſelbige dem Vilitatori der Congregation Salvatoris, P. Gio. Battiſta
Domenichi vonFerrara zugeſchrieben. An. 1598 iſt dieſes Buch aufs neue wiederum
aufgelegt worden. Sonſten hat er auch [mperfettioni della Muſica moderna,oder de im-
a perfe&ione Muſice modernz an.1600; und Conſiderationi Mulicali heraus gehen laßen.
As, alſowird das mitdemb bezeichnete A genennet, und hierdurch vom Gis unterſchieden.
Mankan es auch A molle, oder das weiche A nennen. Kommen zwo bb vor dem 3 zu
„ſtehen, kan es As molle, heißen, und wird alsdenng gegriffen.
A 728405, alſo hieß der Myrthen-oder Lorbeer:Aſt,bey den Griechen/welcher auf Gaſimah-
len denjenigen Gäſten, die nicht auf der Cithara kunſtmäßig ſpielen kuncen, in die Hand
: gegeben wu rde, daß.ſie ſolchen halten, und dennoch etwas darzu abſingen muſten. Daß
aiſo das Wort x0xgxos zuſammengeſekt ſey : aus ATM, canere , und &exG, arcere,
: weilſie zumSingen gezwungen wurden; oder, wenn es &50eX05 bey andern genen:
. nefwird: aus &7oay, und XgXes, incipere, weil der Anfänger, Eden den andern
. mitſeinem Exempel, ein gleiches zu thun, vorgieng, und fie anreißete ; daher Zdgx5.
1. €, prxcentor zuleſen ſeyn mochte. [. Steckii Antiquit. Conviv. lib.3. c.2,p.392, b. 1.393.4.
Aſcanio, ein vortfrefflicher Cornetiſi, oder Zin>enbläſer von Bologna. [. Garzoni Piazza
univerſale, Diſcorf/o 43. P+ 374.
Aſcarum oder Aſcarus, ein mit Saiten bezogenes viereckigtes Inſtrument der Troglodyten
oder Lybier, ſo einer Ellen laug, und mit Feder-Kielen verſehen geweſen ; ſoll wie ein Cro-
talum geflungen haben. ſ- But: de Theatro lib. 2. c. 19. p. 365. Muſoninm de luxu
Gracorum, c. 7. und Pollucis Onomaſticum lib. 4. c. 9. Segm. Er. Aus einhelliger Beſchrei
. bung dieſer Au&orum erhellet : daß die Saiten herum gedrebhet worden ; denn es heißet
bey ihnen: qux (ſe. chordx) circumvoluty ſonumedebant crotali imilem; glayblicher
- überiſt es, daß nicht die Saiten, ſondern das Jaſirumentſelbſt herum gedrehet, und durch
- Anrühren der tangenten klangbar gemacht worden.
Aſcaula, Aſcaules , daraulns (gr.) bedentet bey den mehreſten Scribenten, einen Sa>-
Pfeiffer ; .nur Iaacus Voflius de Po&matum cantu & viribus Rhythmi, p. 99. wilt dadurch
einen Organiſten verſtanden wiſſen.
Aſcaulus (lat.) &oxauAos (gr.) tibia utre abdita, von dx05; uter, ein Sad, und dZvAos,
tibia, eine Pfeiffe. ſ. Martinii Lexicon Philologicum.
Aſclepiodotus (A'TKAyz1800T05) und nicht Aſclepiodorus, ein Medicus und Muſicus zur
Zeit Kayſers Diocletiani. Photiusf. 1053 ſq. Bibliothecx meldet, nach der lateiniſchen
Uberſeßung, folgendes von ibm: Natus ad Muſicam Aſclepiodotus, deperditum tawen
Enarmonicum non potnit revocare , quanquam alia duo cantus genera reſcinderet &
reprimeret, alterum Chromaticum appellatum, alterum Diaftonicum ; harmoniam ta-
men non invenit, quamvis magades,ut dixit,mutarit & transpoſuerit, non minus quam,
viginti duas. Cauſa cur non inveniret, hc eſt: minimam woderationem harmenica-
rum diviſionum, quam dieſin (bh. e. primum ſonum, qui in cantibus percipitur) vocant,
Tnoftro ſenſu perdidit, & etiam aliud genus Enarmonicum ſimul corrupit, Ausdie:
ſer von Damaſcio in vita Ilidori Philoſophi mitgetheilten Nahri<t (als woher es eben
Photius genommen) erhellet : daß Aſclepiodotus war bemühet geweſen, das verlohren
gegangene Genus Enarmonicum zy reftituiren.; ſolches aber zu praftiren nicht vernogt
H2 Aſept
60 «3 ) 0O ( Kv - antofeclinengan
A ſept Voix, ou Parties (gall.) a ſette Voci, overoParti-(al,1.)von ficbenSingnnenneu nen
oder.anms
dern Stimmen. wun 3 0m
Alias, A'g1e8s 3 alſo hieß ehedeßen eine aus beſonderer Figur beſtehende Cyther, deren ſich die
Lesbiſchen Citharadi bedieneten zſoll, nach einiger Meyaung, deswegenalſo ſeyn genennet
worden; weil die Lesbier nahe an Alien gewohnt haben, und zur Zeit Cepionis, des Ter-
pandri Scholaren,zuerſt aufgekommenfeyn. ſ. PlutarchiCommentar. deMuſica. Ezechi-
el! Spanhemius in ſeinen Anmerckungen überdes CallimachiHymnum in Delum berichtet
P. 467. aus dem Stephano: daß die Cithara Aſiatica (igeaas)dreySaiten ges
Habt, und vonder in Lydien amBerge 'Tmolo gelegenen Stadt Aba, woſelbſt ſie zu erf
erfunden worden, den Nahmen bekommen. ; 7:
A fix tems (gall.) von ſechs Vierteln, oder Tack-Theilen.
A fix Voix, ou Parties (gall.) von ſechs Sing: oder andern Stimtnen.
A ſon aiſe (gall.) nach ſeiner Bequehmligkeit. 1,24
Alor, war bey den Hebräern ein langlicht-viereckichtes Inſtrument von zehn Saiten, deßen
Figur in Prinens Mul. Hiſtor. c. 3. p. 27. befindlich iſt. ij
Aſolra, alſo hieß die Trompete der Hebräer, ſv von Silber ungefehr einer Ellen lang wary
und von Moſe erfunden worden, wie JoſephusIib. 3. Antiquitat, Judaic, bezenget.
Aſpendius, ein Cythariſt, iſt dadurch berühmt worden, weil er ſein Inſtrument nur mit der
linken Hand allein, und zwar ſo leiſe ſoll trairt haben, daß es faſt niemand, als er ſelbſt,
hören können ; da andere vonſeiner Profelſion mit der rechten Hand das ple&rumzu füh-
ren : ſoForiscanere,gugwerts ſpielen/und mitder linken Hand die Saiten zurühr
en/ſo
intus canere, einwerts ſpielen, hieß, gewohnt geweſen. Alſo wird aus dem Alconio Pedi-
ano intertia Verrinadieſe Nachricht von vielen Au&oribus gegeben; weil aber Aſpen-
dius,nach Stephani Zeugnißjeine Stadt in Pamphilien geweſen, und Eraſmusgangemercfet :
daßdie daher bürkige Citharcedi, ſo in dieſem Stück excelliret,Aſpendii genennet worden z
auch überdiß Pollux lib. 4. c. 9. und Athenzuslib. 4, p. m. 183. melden : daß Epigonus
dererſte geweſen, ſo dieſes zu thun verſuchet ; ſcheinetfaſt gedachter Nahme kein Nomen
propriumeines Au&toris zu ſeyn. Sonſteniſt auch noch eine Schwürigkeit mit der vor-
gegebenen Art, die Citharam zu ſpielen, verknüpffet : da nemlich (wie Volius in Catullum
haben will) nicht jede Saite bloß gegriffennwie auf unſern jetzigen Harffen geſchiehet, ſon-
dern aufeiner jeden etliche Klänge kormirt worden 3; wie, ſage ich, ſolches mit einer Hand
allein hat geſchehen können ? Ubrigens iſt noch mit zunehmen: daß die Griechen daherein
Eprüchwort genommen, und die Diebe Aſpendios Cithariſtas genennet : weil dieſe ihre
Kunſt-Griffe gleichfalls in der Stille, und zu ihrem eigenen Nuten zu verrichtenpflegen.
H. DoG, Buddei Lexicon. E
Aſpiration (gall.) eine auf dvppelte Art, und durch folgende Zeichen a v zu exprimirende
Manier vors Clavier 3 dereu erſtes, ſv die Spike oben hat, zur vorher gehenden Noteei
ne
Secund gufwerts ; das zweyte aber, deßen Spike unteniſt, zu ſolcher vorher
gehenden
Noteeine Secund unterwerts entlehnet. Und damitſolches geſchehen könneh, muß der-
gleichen marquirte Note etwasſehr weniges von ihrer Geltung fahren laſſen, ſ. dür.
Lamberts Principes du Clevecin, chap. 28. p. 123. . |
Allai (ital.) ein Adverbium quantitatis , ſo offt zu den Worten : adagio allegro, preſto,
&c. geſeßf wird. Allez (gall.) Wieeinige wollen, ſoll es Sehr oder Viel heißen;
und
nach andern: es ſolle der Tact nicht zu geſchwinde, noch zu langſam, ſondern in gehöriger
Maße, was rechtiſt (quod latis elt) es mag nun langſam oder geſchwinde gehen, fortge-
führet werden, nachdem die verſchiedene vorgezeichnete Charattereses erfordern.
Allazenta, [. Aramenta, Denn beydesiſt einerley, und kommt nur von den Copiſten ve
weicht
- 3 iw
„zz „8 )ö7% Gr
* tbelche x und wiejeho die Jtaliäner, verwechſelt. nene
'"Affandra (Catterina) Ribovius p. 57.ſeinesEnchiridü führet ein zwey-ftimmiges Veni Sande
Spiritus yonihrer Arbeit an.
Aſlaph, ein Sohn Berechiz aus dem Stamme Levi, war unter ben Capelimeiſtern des Ks-
nigs Davids nicht nur der vornehmſte, und dirigirte den auf der rechten Hand der Bun-
* des-Lade ſtehenden Chor, 1 Chron, 6.v. 39. ſondern auch ein Seher, oder Prophet, d. i.
* "wiees M. Daniel Feſſelins erflähret, ein Do&or und Ausleger der H. Schrifft; oder,
der vielmehr von GOtt die Gnade gehabt, daß er in ſeinen Sing-Gedichten weiſſagen
Ruch Nn die von ihm verfertigte Pſalmen, neml. der 50, und die vom 73 bis auf den
83 beweiſen.
Aſſare, abſolut geſeßt, wird verſtanden von den Pfeiffen, wenn ſie, ohne Zuthut anderer
Inſtrumente und Stimmen, alleine blaſert, und ſich hören laſſen, Daher Allx tibiz.f.
Foſephi Scaligeri conje&ur. in Varronem de Lingus Latina.
Afla voce canere, heißet: einen Geſang mit Menſchen-Stimmen allein, ohne einiges dar;u
Fommendes Inftrument, traetiren. Denn aſlus, a, um, bedeutet ſo viel, als: ſolus,
a, um, allein. Oder vielmehr darum : weil die Sttmme (vox) von Nakur zum Singen
gleich parat und zugegen iſt, 96 nobis in promptu ſemper, & 3 natura aſt ; wie denyy
aus gleicher Urſache, die Säng:Ammen von Nonio: aflz nutrices genennet werden, weil
fie ſiets um dieSauglinge zu ſeyn pflegen. ſ. Zuteani Palladem Modulatam.c.3,p.28. & 29.
Aflonance (gall.) wird von einigen, an ſtatt des Worts: Conſonance, in der Muſic ge-
brauchet. f- Furetiere Di&ion,
Aſlär,ift mit Aſoreinerley. Dieſes Jnftrumenks wird im 33ken Pfalm v. 2. und im 144
v. 9. Erwehnunggethan, und daſelbſt genennet : einPſalter vonzehen Saiten,
Aftrabicon, d&5026n0 , iſt eben was Carmen Bucolicum; und hat den Nahmen von
der Geſtalt desjenigen Seßels, worauf die, ſo dergleichen Carmen abſingen wolten, her-
bey gebracht wurden. Der Seſſel hieß: dogden. . Meurfji Miſcellanea Laconica.
Aſula (Giov. Matteo) ein Geiſilicher zu Verona, hat verſchiedene mußicaliſche Wercke edi-
ret, als: an, 1565 Introitus, & Alleluja Miſſarum omnium majorum Solennitatum
totius anni ſuper Cantu plano, 4 vocumz An. 1578 Veſpertinam omniumSolennita-
tum Pſalmodiam, duoque B. Virginis -Cantica primi Toni, cum 4 vocibus; An. 1587
Cantiones Sacras 4 vocum, ſamtl.zu Venedig in 4to gedruckt 5 ferzer zwey Miſſen, und 10
Sacras Laudes yon 3 Stimmen an. 1589; und an. 1590 andere Miſſen über die 8. Kirchen"
: Tone, in 4t0 zn Meyland gedruckt, |. Orandii Biblioth. Cla, p. 1616. 1633. 1634. und 13-
Aſymphonia, &ovuPwvie, (gr.) ohne Zuſanmicnflang, ein Ubellaut, Mißlaut.
Atabal, alſo nennen die Spanier das tympanum crotalilticum, welches Wort und Juſiru-
mentſie von den Arabern, oder Mauren überkommen, und in ihrer Sprache behalten ha-
bea. ſ. Je/ephi Scaligeri Comment. in Copam,
A tempo(ital.) nach dem Tack.
4 tempogiuſto (ital.) nach gebührenden Tack. |
Athena, A'Inv&,eine gewiſſe Flöte, welcher ſich der Thebaner Nicopheles inſonderheit
„beym Hymnoder Minervz bedienet. ſ. Pollucis Onomaſticen lib. 4. c. 10. Segm. 77
Athenzus, ein Griechiſcher Grammaticus, vdn Naucratis in Ggypten bürtig, hat im 2 Seculo
unter dem Kayſer Marco Aurelio Pertinace gelebf,/und unter andern aich Dipnoſophiltas
geſchrieben, darinnener unterſchiedliche Gelehrte an der Taffel des Fümiſchen Bürgers
Lareſi, von verſchiedenen eurieuſen und Gelehrten Sachen redend eingeführet,cderviel?
mehr ihre geführte Diſcurſe aufgezeichnet. FERGIE kymmenzum öffſtern En
55.20 3 ca)
62 = )6 (& v: 6
caliſche vor. Das gange Werc> beſtehet aus1 5m Griechiſ
EE ANEHENE
SENT EE mit der Lateiniſchen Uberſeßung heraits, und in Folio gedruckt Eſind.
"Athenodorus, ein aus derJoniſthen'Stadt Teos bürtig geweſener Citharadus, der, nach
Athenzi Bericht lib, 12, p.m. 538. nebſt andern auf des Alexandri M. Beylagexmit
aufgewartet. : 3048 “.
Atre 19 (ital.) a troistems(gall.) von dreyTheilen oder Noken, die einekTact ausmachen.
A trois Voix ou Parties (gall.) ätre Voci overo Parti(ital.) von drey Sing:.oder andern
Stimmen. 2: ii 25:5 unn uns
Atkins (Johannes) ein Socius des Collegii Mertonens zu Oxford ums Jahr 1467, wird
in der Matricul nurgedachten Collegü ein Nobilis Muſicus genennet. ſ. Ant. 4 Wood
Hiß. & Antiquit. Univ. Oxes.lib. 2.p.5. . “bl
Atto di Cadenza (ital.) eine Schlußmachung,d.i. cine gewiße Stellung der Klänge vder
Noten, welche nicht nur in einer Stimme allein, ſondern auch in den andern eine Cadenz
zu machen, anzeiget. 3. E. wenn der Ball auf eine Note um eine Quart ſieiget, oder um
eine Quintfällt, ſo iſt ſolche Bewegung ein Atto di Cadenza vor den Ball, oder Baſlirender
Schluß, und zugleich ein Zeichen oder Mer>mahl, daß die obern Stimmen zu dieſer Ca-
denzdie übrigen, ihnen gehörige Schlußmachungen auchmitmachen müſſen. 5 4
Attore dital.) eine agirende Mannes-Perſon in einem ESchau-Spiele.
Attrice (ital.) eine agirende Weibes-Perſon in einem Schau-Spiele. .
Au. oder des (gall.) von. 3. E. au commencement, desle commencement
, vom Anfange;
komm? gemeiniglich in Arien vor, ſo auf Rondeau Art gemacht, und vom Anfange, (um
die Mühe des zweymahl Abſchreibeuszu erſpahren,) wiederholt werden ; wie auch in
dern Pieces, an-
( nedig drucken laſſen.
Avanzolini (Girolamo) haf 8ſtimmige Pfalmen mit einem G. B. geſeßt an. 1623 zu Ves
Aubade, pl. Aubades (gall.) antelucani ad fores alicujus gratnlantium concentu
s(lat.)
Mauſiquen die bey früher MorgensZeit aufgeführt werden ; Morgen-Ständtgen.
Au deſlous (gall,) unten, drunter,
3
Au detlus (gall.) oben, drüber, |
Audac-, audacentente (ital.) audaeciter, per Syncopen, audadcter ( lat.) beherkt.
Avella (Giovanni d') ein Barfüſſer-Mönch und Pater, hat an. 1657 eine
beſichende Schrifft
aus 5 Büchern
, unter dem Titul : Regole di Muſica, zu Rembey Franceſco Mo- .
neta 11 Folio drucfen laſſen. ſ. Toppi Biblietec. Napolet, y
Avenarius (Philippus) gab an. 1572 CantionesSacras 5 vocum zu
Nürnberg in 4toheraus
ſ. Draudii Bidlioeh. Claſſ“ p. 1616. E
ä ater (Benedi&us Antonius) Capellmeifier zu Paſſau, haf verſchiedene Wercke
cdiret. Die aus 9 Ouverturen beſtehende
berg in Folio gedrucft worden. Seine DulcisConcors Diſcordia iſtan. 1695 zu Nürn-
Fidium Harmonia enhält 8 vierſtimmige
Kir<en-Sonaten imfich. Das 6te Opus, aus 5 ſehr ſtarken
uater deimTitui: Alaudz V. zu Augſpurg in Folio gedruckt,Millen beſtehend, iſt an, 1711
und yom Audtore ſeinem
Herrin dam Cardinal von Lamberg, dedicirt worden. .
Augilbertus, (vermuthlich Angilbertus) oder Engelbertus (alſo nennet ihn Trithemius
im Hirſchauiſchen Chronics;) ein Molſſellaner, war anfänglich ein gemeiner zön< im
Cloſter 5. Eucharüi (jeßo S. Matthiz) zu Trier, nachgehends ums Jahr 961-
bt
in S« Martins-Cloſter, und ſchrieb einen Tractat : de Monochordo. ſ“ Centuriat.daſelbſt
Mag»
deburg, Centur.10. 6. 10. -
Aigmentatio (lat,) heißet : wenn die Noten und Pauſen anihrer ſonſt gewöhnlichen
Gel-
tung zunehmen ſollen ; ſolches geſchahe ehemals in einer einigen Stimme eiacs mußeali-
F . ſchen
en ir “8 ) 9% 63
ſchen Stücks, und wurde entweder durch eine gewiſſe Uberſchrifft | Canon genannt, z. E,
Brevis ſit Maximay Semibrevis Longa, Minima Brevis, d. i. die zweyſchlägige Note
gelte 8 Tacke, die einſchlägige 4 Tacke, die halbſchlägige zwey Tacke ; oder : creſcit in
duplo, triplo, hexagio numero &c. d.i. fie wächſet doppelt, dreyſach, ſech8sſach, u. ſ. f.
vder auch nur durch cinen im Tact:Zeichen befindlichen Pynct, allo SD E angedemet.[.
Ornithoparchi Microlog. lib, 2. c. 7.
Auguſtinus (Aurclius) des Patricii und der Monicx Sohn, von Taguſta in Numidien
bürtig, war gebohren an. 354 den 13 Nov. docirte anfänglich an gedachtem Ortedie
: Grammatique, hernach aber zu Carthago die Oratorie, und gab zugleich hieſelbſt einen
Juriſten mit ab. Erverfiel aber in den Manichxilmum, und begab ſich nach Rom.
Allhier unterwieſe er junge Leute, und als Symumachus, der Römiſche Raths-Herr und
Gouverneur der Stadt, auf Kayſerl. Befehl einen Profeſlorem Oratorix nach May-
„land ſchien muſte, wurde er fürandern darzu erkieſet. Daſelbſt iſt er durch des H.
"'AmbrofiiPredigten dergeſtalt gerühret worden, daß er ſich nach zwey Jahren, an. 387
vonſelbigen tauffen laſſen. Er machte ſich darauf wiederin Africam, und hielt ſich in
geheim auf ſeines Vaters Land-Gut auf; als er aber einſten ungefchr nach Hippon, öder
dem heutigen Bona fam, ergriff ihn das Volc>, führte ihn, ungeacht auch ſeines Weinens
und Wiederſtrebens, zum Biſchoff Valerio, und verlangte, daß er zum Presbyter verord-
nef würde , ſo an. 391 geſchehen- Valerius licß ſich ihn zu ſeinem Coepilcopo ſeken,
nach deſſen Tode wurde er Biſchoff, welcher Würdeer in die 35 Jahr vorgeſtanden, und
ſtarb an. 430, im 76 Jahreſeines Alters, als die Vandalen die Stadt Hipponin den
dritten Monat belagert hatten. ſ. Zederichs Notit. Auttorum Med. p. 738 /49. Unter
feinen ſehr vielen Schrifften ſind auch 6 Bücher de Mulica, welche T. 1. ſeiner Ope-
rüm vom 310 biß 410. Blake Edition. Baſil. von an. 1569 befindlich! 125 Bogen au *
machen, und Geſprachs-weiſe/ zwiſchen einem Magiſter und Diſcipul, eingerichtet ſind.
Das 1ſteBuch hat 13 kurke Capitel. Das zweyte 14 dergleichen; Das dritte Buch
begreifft 9 Capitel ; Das 4re Buch beſtehet aus 17 Capiteln. Das 5te Buch lieffert 13
Capitel ; und das 6teBuch 17 Capitel. Daßdieſe Bücher nach empfangener H. Tauffey
undWiederkehr aus Italien,von ihm in Africa geſchrieben worden, bezengeter ſelbſt lib. x.
c. 6. Retratationum,
Avianus (Joh.) oder, wie er ſich ſelbſt geſchrieben, Avianius , von Thundorff, (einem drey
Stunden von Erffurt liegenden Amts-Dorffe) bürtig, (Tontorphinas) , war anfonglich
Red&or. der Schule zu Ronneburg im Altenburgiſchen , hernach Pfarrer zu München-
Bernsdorff, endlich Superintendent zu Eiſenberg, undſtarb an. 1617. [. das comp. Ge:
lehrten:Lexicon. Hateine Ilagogen Muſicx Potticz an, 1581 zu Erffurt in 4to drucken
laſſen. ; Draudii Bibliorb. Claſſ'p. 1642. In einem eigenhändigen und unleſerlichen MS.
des Au&oris habe aufgezeichnet geſunden : daß er noch eilff theoretiſche, und zwey praQi-
ſche Wercke in lateiniſcher Sprache zum Drubeſördern wollen.
Avicenna, der in der Stadt Balech, im Lande Usbec>k an. 992 gebohrne Arabiſche Arkt und
Philoſophus, hat unter andern auch eine Muſicam in ſeiner Eprache geſchrieben. ſ. 53. D+
Fabricii Bibliotp, Gy, lib. 3. €. 10.
Aulctes, genit. auletz, &vAyTy/s (gr.) ein Pfeiffer ; von a'vAdw, tibia cano.
Auleticus, a, um, Adj. &uAyT3x0s (gr.) zum Flöten:Spiclen gehörig.
Auletris, genit. auletridis, duAyreis, idos (gr.) eine Pfeifferin.
A vAypct, tibiz cantus, eine Flöten - Melodie.
Aulio, genit. aulionis, yon &UA85, tibia ; ein Pfeiffer,
G&L
377. €
Wolly |
A UA 7155 das Flöten-Blaſen, oder Flöten
T 8
-Spielen.
Rea
Audry) ((c. TEXYN) ars canenditibil, die Kunſt auf Flöten 1.3.20
zu ſpielen. i
AvAITgi, theca tibiarym, ein Flöten-Futteral.
A'UAATeI0KV, tibicinula, eine Fleine Flöten-Spielerin,
A'UAITKCS eine kleine Flöte, oder Pfeiffe,
Auladus, RUAwd85,ein Pfeiffer ; von auA8g,tibia, und a3w) eano.
A'vA65, vine Pfeiffe,Flöte ; haf, nach Eultathü Anmerkung in lib. 17. Ilia, die Benennung
von Xvw. vder ds, clamo,ich ſchreye. ſ. Bartholinum de Tibiis Veterum, lib. 1. c. 2.P. 13:
A'UAGS KaAZuwes,eine aus Rohr gemachte Flöte, oder Pfeiffe. dem ibidem c, 4.p. 32,
A'UAoTri5, Aulopceus, ein Pfeiffen Macher,
AvAwSid, cantio ad tibiam, ein löten-Lied, .
Avlozonum, die Krücke, oder der Drücker an den Mundſtücken der Schnarr-Wercke in Or-
geln. | Kirch. Muſurg. lib. 6. c. 3. P. 3,
Avoſani Orfeo) ein Organſſt zu Viadana, einer im Herkogthum Mantua am Po-Fluß lie:
genden Stadt, hat an. 1645 drepſtimmige Miſſen zu Venedig drucken laſſen ; auch ein
Pſalmen Wer> zund eine Compieta concertata, oder concertirendes Completorium yon
5 Stimmen ediret. „. | |
Aurclianus, ein berühmter Muſicus und Geifflicher au der Kirche zu Rheims,ums Jahr 960,
nach dem Poſlevino, und Voſlio; haf, unter dem Titul : Tonarius regularis, ein Wer>
de regulis moduylationum, quas Tones vel Tenores vocant, & de ipfarum vocabulis
geſchrieben, und ſelbiges dem damahligen Archicantori, Bernardo, dedicitet.
n
Authentus (lat.) vom Griechiſchen Wort: A'vFeyr45, ſo Dominum, einen Zerrn bedeu-
tet: weil diejenigen Modi, welche Authentici pflegen genennet zu werden, einen hohern
Ambitum, als ihrePlagales,haben. 3. E. der Ambitus des alſo genannten Modi Jonici iſt
inder O&av c c, (nah dem Diſcant betrachtet), oder in der OQav c c (nachdem Tes
nor gerechnet) enthalten; hingegen der ambitus Modi Hypoionici ( welcher auch zum
final-Claye das coder c hat) iſt in der O&av g g (nach der alt: Stimme betrachtet )
enthalten, und gehet, als ein Laquay hinter ſeinem Herrn, eine-ganße Quarttieffer 3 je-
ner aber, als der Herr, (vomFinal-Claye angerechnet) eine völlige Quart höher ; wie die
zwey bekannte Choral-Lieder : Vom Zimmel boch da Fommich ber tc. und Xun freut
euchlieben Chriſten gemein ic. wenn beyde aus dem C traqirt werdenſoiten,qausweiſen.
Zutocabdali, alſo hießen bey den Griechen diejenigen Mutici, ſs einen Epheu-Crank tragen.
ſ“ Gabricii Biblioch. Gr. Vol. 9, p. 759.
Avromata. alſo heißen diejenigen Juſtrumente oder Claviere, deren palmulz durch Weken
oder eylindros,dieſe aber durchs Waſſer, oder Gewichte regiert werden.
Avxeſis, ZuEnTis, heißet: wenn ein modulus, oder eine Melodie zwey-bis dreymahl wieder
holt wird, aber dabey immer höher ſteiget.
Azamenta, oder Aſlamenta 3 Lieder, ſy nur mitMenſchen-Stimmen allein executirt werden.
ſ. Bulenger. de Theatro lib. 2. C. 4. p. 343, n
ERNENNEN erl
Errata pötiora. x vi
P.cO- lin.8.compoxs€. p.74.1.36. mit andern-p,18 Lult.pertraxit, p.1q. 1 3.verüm. p. 29.
1,28.qui. L31-del.von. p.21.1.6. Ariſtoteles, p. 23.1.12.Corollam. 1.33. hinzugethane. p.24.
1L29.den. p.25.1.2 ;.Ryſſel. P-20.11 3,018 zw 1,30,Violino. P:34.1.2, debund p.37-.1.27.Tem-
us nicht. p.39.1.3.Alzamento. p.50.1.23. beſtehen“ 1.3783. p-52.1. an. 1572 zU Lien, u.die
nn Madeigalien dr. EEAEN P.5. 123 5.Franko]Manier. P-59.1.2.Val-
ladolid, 8893 O fSr-