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Nullsummenspiel

Nullsummenspiele beschreiben in der Spieltheorie Situationen, also Spiele im verallgemeinerten Sinne, bei denen die Summe der
Gewinne und Verluste aller Spieler zusammengenommen gleich null ist.[1]

Nullsummenspiele sind spieltheoretisch äquivalent zu den Spielen mit konstanter Summe (Konstantsummenspielen). Bei diesen
Spielen ist die gemeinsame Auszahlungssumme nicht gleich null, sondern gleich einer Konstanten, betrachtet man jedoch die
Auszahlung als im Voraus an die Spieler verteilt, so spielen diese um eine Umverteilung mit Summe null. Beispiele für
Nullsummenspiele sind alle Gesellschaftsspiele und Sportarten, bei denen gegeneinander um den Sieg gespielt wird, beispielsweise
Poker oder Schach. Es ist dabei zu beachten, dass die betrachteten Gewinne und Verluste außerhalb des Spieles verstanden werden –
in einer Schachpartie verlieren beide Spieler gegenüber dem Partiebeginn in der Regel an Spielmaterial, es geht aber nur um die
Auszahlung des Spieles „nach außen“, hier zum Beispiel als „ein Punkt in einemurnier“.
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Ein Nullsummenspiel im ökonomischen Sinne ist eine Konkurrenzsituation, bei der der wirtschaftliche Erfolg oder Gewinn eines
Beteiligten einem Misserfolg oder Verlust eines anderen in gleicher Höhe gegenübersteht.

Der allgemeine Fall des Nicht-Nullsummenspiels wird oft als Coopetition bezeichnet. Man kann dabei noch unterscheiden, ob die
Summe zu jedem Zeitpunkt null ist oder ob es bestimmte Zeiten während der Spielzüge gibt, in denen sie ungleich null oder
unbestimmt ist. Ein besonderer Fall des Nicht-Nullsummenspiels ist das sogenannte Win-Win-Spiel, bei dem alle Beteiligten
gleichzeitig gewinnen können, dieser Spielausgang aber dennoch nicht automatisch erreicht werden kann.

Inhaltsverzeichnis
Beispiele
Spieltheorie
Keine Nullsummenspiele
Konflikttheorie
Übertragene Bedeutung
Einzelnachweise
Weblinks

Beispiele
Alle Strategiespiele für zwei Spieler, bei denen es im Ergebnis nur auf Sieg, Unentschieden und V
erlust ankommt,
kann man als Nullsummenspiele auffassen, wenn man einen Sieg mit +1 Punkt, ein Unentschieden mit 0 Punkten
und einen Verlust mit −1 Punkt wertet. Am Ende eines solchen Spiels ist die Summe immer null (A gewinnt und B
verliert: +1 + −1; oder unentschieden: 0 + 0; oder A verliert und B gewinnt: −1 + +1).
Einzelne Sportwettspiele, wie ein Fußballspiel, sind je nach W ertung zunächst im Allgemeinen keine
Konstantsummenspiele (die Fußballwertung ermöglicht zum Beispiel 1 oder 3 Punkte als Auszahlung), der gesamte
Wettkampf (zum Beispiel eine Fußballliga, aber auch der 100-m-Sprintwettbewerb bei einem Sportfestival) jedoch
kann meist als Konstantsummenspiel (und damit mathematisch Nullsummenspiel) verstanden werden, da unter allen
Teilnehmern die Plätze ausgespielt werden und die damit verbundenen Preise (materieller Art wie auch
Qualifikationen etc.) konstant bleiben, unabhängig davon, wer konkret sie bekommt.
Beim Doppelkopf ist jedes einzelne Spiel ein Nullsummenspiel, da der Spielwert in einem normalen Spiel zwei
Spielern gutgeschrieben und zwei Spielern abgezogen wird. Bei einem Solo bekommt der Alleinspieler die dreifache
Punktzahl und die anderen drei Spieler die einfache Punktzahl. Die Eigenschaft des Nullsummenspiels macht man
sich beim Aufschreiben der Ergebnisse zu Nutze, denn in jeder Zeile muss die Summe der Punkte aller Spieler 0
sein.
Spieltheorie
Spieltheoretisch lassen sich Nullsummenspiele mit vollständiger Information und zwei Gegnern am einfachsten erfassen. Für diese
Spiele existiert bei Zufallsfreiheit immer eine berechenbare Gewinnstrategie, wenngleich sie bisweilen so komplex ist, dass sie noch
nicht gefunden wurde, wie beiSchach oder Go.

Zuerst wurde die Situation des Nullsummenspiels in der Spieltheorie betrachtet und später auf analoge Beispiele übernommen.

Keine Nullsummenspiele
Keine Nullsummenspiele sind solche Spiele, bei denen die Summe der Gewinne und die Summe der Verluste sich unterscheiden, wie
Minussummenspiele oder Plussummenspiele, oder bei denen es keinen Gewinn oder Verlust gibt. Als Gewinn oder Verlust zählen
dabei Punkte, Geld oder andere Messgrößen.

Dazu zählen:

Roulette, wenn man die Bank nicht als Spieler betrachtet


Lotterie, wenn man nur die Personen betrachtet, die Lose kaufen – nur eineil
T der Einnahmen wird als Gewinn
ausgeschüttet
Spiele, bei denen zum Beispiel durchKooperation alle gewinnen, wie dasGefangenendilemma
Spiele, bei denen durch bestimmte Formen der Konkurrenz alle verlieren, siehe auch
Rationalitätenfalle, Braess-
Paradoxon, Konkurrenzparadoxon, Race to the bottom.
Die deutsche Fußball-Bundesliga wurde früher als Spiel mit konstanter Summe ausgetragen: Für einen Sieg gab es 2 Pluspunkte, für
ein Unentschieden 1 Plus- und 1 Minuspunkt und für eine Niederlage 2 Minuspunkte. Die Punktsumme beider Mannschaften war
hier nach dem Spiel immer 2 Pluspunkte und 2 Minuspunkte, also insgesamt 0. Seit der Saison 1995/96 wird ein Sieg mit 3 statt 2
Punkten belohnt, so dass die Punktsumme entweder 3 (bei Sieg oder Niederlage) oder 2 (bei Unentschieden) ist. Damit ist es kein
Nullsummenspiel mehr. Würde man nicht die Punkte, sondern ausschließlich die Tordifferenz betrachten (erzielte Tore zählen positiv,
erhaltene negativ), so wäre Fußball ein Nullsummenspiel, denn der Tordifferenz N der Siegermannschaft steht die Tordifferenz von
−N der Verlierer gegenüber. Ebenso kann man eine gesamte Fußballsaison als Konstantsummenspiel verstehen, da am Ende stets die
verschiedenen Plätze mit ihren jeweiligen „Ausschüttungen“ (Aufstieg, Abstieg, Prämien, Teilnahmeberechtigungen zu anderen
Wettbewerben) in jedem Fall vergeben werden.

Konflikttheorie
In der Konflikttheorie spricht man von einem Nullsummenspiel, wenn Konfliktparteien so miteinander verstrickt sind, dass wenn
einer gewinnt, der andere automatisch entsprechend verliert. Beziehungsweise wenn eine Partei (oder alle) glauben, dass sobald einer
gewinnen würde, der andere entsprechend verlieren müsste. Dabei ist es unerheblich, ob es sich bei den Konfliktparteien um je eine
einzelne Person, um Gruppen, Organisationen, Staaten oder ganze Kulturen oder Religionen handelt. Verbreitete Strategien sind
Kampf, wo es Sieger und Verlierer gibt, und Kompromiss, wo alle ein bisschen gewinnen und ein bisschen verlieren.

Konfliktlösung setzt meistens voraus, dass die Beteiligten „aus dem Nullsummenspiel aussteigen“, also sich die Idee zu eigen
machen, dass es Lösungen geben kann, bei denen alle Beteiligten einen Gewinn haben (auch Win-Win genannt). Es soll gemeinsam
eine dauerhafte Lösung gefunden werden, die von allen Beteiligten getragen und akzeptiert wird. Dazu ist gegenseitige Achtung
erforderlich und ein ernsthaftesInteresse an den Bedürfnissen, Ängsten und Beweggründen des jeweils Anderen.

Übertragene Bedeutung
Umgangssprachlich – zum Beispiel in der Politik – wird unter „Nullsummenspiel“ häufig verstanden, dass „niemand etwas gewinnt
und niemand etwas verliert“. Das entspricht aber nicht der eigentlichen, spieltheoretischen Bedeutung des ortes.
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Einzelnachweise
1. Manfred J. Holler, Gerhard Illing: Einführung in die Spieltheorie.7. Auflage. Springer, Berlin u. a. 2009, ISBN 978-3-
540-69372-7, S. 55.

Weblinks
Wiktionary: Nullsummenspiel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Diese Seite wurde zuletzt am 23. Januar 2018 um 08:17 Uhr bearbeitet.

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