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Das Geheimnis der Energiekanäle

Kapitel 1: Kanäle, Winde und Tropfen

Wir kennen alle die Bilder der tibetischen Ikonografie sehr gut, Buddhas in
verschiedenen Farben, tanzende vielarmige, vielgesichtige Yidam-Gottheiten,
verführerische Dakinis, schreckerregende Schützer der Lehren. Die Wände im
Lukhang zeigen ein wenig von dieser bekannten Bildwelt, sie zeigen aber
noch etwas anderes: Wild aussehende Yogis mit langen Haaren machen
merkwürdige Verrenkungen und Bewegungen, die so gar nicht den
Stellungen aus den Hatha-Yoga-Büchern ähnlich sehen. Im Inneren ihrer
Körper sieht man seltsame rote Linien oder Flammen oder innere Organe, im
Körper oder in der Nähe gibt es bunte Lichtkugeln , zwischen den Gestalten
erscheinen Sanskritsilben und abstrakte Formen wie zum Beispiel Gitter.
Derartige Darstellungen sind im ganzen Himalayaraum nur sehr selten in
Tempeln zu sehen (eher in Form kleiner Kärtchen, Tsaglis genannt, die bei
den entsprechenden Einweihungen gezeigt werden).
Was bedeuten nun diese Bilder? Sie stellen nicht mehr und nicht weniger dar
als die eigentlichen zentralen Übungen des tantrischen Buddhismus. Die
Ostwand zeigt Meister dieses Kerns der Überlieferungen, die Mahasiddhas
und die Hauptschüler von Padmasambhava. Die Westwand zeigt Bewegungs-
und Energieübungen, die zu den Lehren von der großen Vollkommenheit
(Dsog Chen) gehören. Der fünfte Dalai Lama , wie alle Dalai Lamas der
Gelug-Schule zugehörig, hatte Nyingma-Meister, die ihm diese Lehren
übermittelten, er brachte es darin zu bedeutender Me isterschaft. Orte wie der
Lukhang beweisen ganz klar, dass alle bedeutenden Meister, natürlich auch
jene unserer Zeit, nie ein Problem damit hatten, Lehrern verschiedener
Überlieferungslinien zu üben. Auf der Nordwand des Lukhang werden jene
Lehren illustriert, die das Hauptthema dieses Artikels bilden: die so genannte
Vollendungsphase (Dsogrim) der tantrischen Meditation.

Dsogrim

Die buddhistische tantrische Hauptpraxis besteht aus zwei Phasen: Die


Übende wählt einen bestimmten Buddhaaspekt als "Yidam", das heißt als
Meditationsgottheit. Diese Form kann friedvoll oder zornvoll, männlich,
weiblich oder Yab-Yum (in sexueller Vereinigung sein). Durch Ausführung
des Praxistextes (Sadhana), möglichst lebendige Visualisation der Gottheit
und ausgedehnte Rezitation des Mantras erschafft die Übende ihre eigene
Form neu als die Form der Gottheit. Diese Phase wird Erzeugungsphase (tib.
Kyerim) genannt. Sie läuft notgedrungen bei jeder Gottheit anders ab.
Merkwürdigerweise ist es im Westen weit verbreitet, nur die
Erzeugungsphase zu üben, unter Umständen auch je nach vermeintlichem
Bedarf zwischen verschiedenen Gottheiten zu wechseln , von Einweihung zu
Einweihung zu gehen, und mal dieses, mal jenes zu üben. Das ist nicht Sinn
der Sache, vielmehr soll man sich für eine einzige Übung entscheiden, mit
dieser dann aber auch in die zweite Phase, die Vollendungsphase (Dsogrim)
gehen. Diese Phase besteht wieder aus zwei Teilen: der zweite Teil,
sozusagen die Vollendung der Vollendung (in den Saskya-, Kagyu- und
Gelug-Schulen Mahamudra genannt, bei den Nyingmas heißt sie Dsog Chen)
gehört nicht hierher - dieser Teil hat im übrigen keine Buddhaform als
Meditationsobjekt, genau genommen überhaupt kein Objekt.
Der erste Teil besteht aus einem großen Konvolut von Lehren, die folgendes
zum Gegenstand haben:

"Kanäle, Winde und Tropfen", die Sanskrit-Ausdrücke dafür sind Nadi, Prana
und Bindu, tibetisch heißt es Tsa, Lung und Thigle.

Die letzen drei Wörter bilden den Code, unter welchem diese Lehren im
tantrischen Buddhismus zusammengefasst werden. Diese Lehren werden nur
an geeignete Schülerinnen von Mund zu Ohr übertragen. Es kommt zwar
manchmal - ingesamt nicht sehr häufig - vor, das Meister dieser Lehren sich
öffentlich dazu äußern, dass ändert aber nichts daran, dass Schülerinnen, die
Tsa-Lung-Thigle -Praxis ausführen wollen, individuelle Betreuung unter vier
Augen benötigen, wenn sie wirklich in diese Lehren eindringen wollen. Damit
ist die Übertragung bei jedermann zugänglichen Veranstaltungen von
vornherein ausgeschlossen.

Was ist nun der Inhalt dieser Tsa-Lung-Thigle Lehren? Der Mensch besitzt
neben dem physischen Körper auch einen feinstofflichen, ätherischen, oft
Licht- oder Astralkörper genannten Körper. Dieser hat seine eigenen Organe
oder energetische Zentren, seine eigenen Nerven, aber auch eigene
Krankheiten und Störungen. Die energetischen Zentren sind im Westen
mittlerweile unter dem Namen Chakras wohl bekannt, jeder Mensch, der
kommerziell gesehen zum Marktsegment "Esoterik-Interessiert" (Zwanzig
Prozent der Bevölkerung!) gehört, hat schon mal etwas von Chakras gehört.
Der weitaus überwiegende Teil der Bücher und des Seminarmarktes zu diesen
Themen, die Stichworte lauten Chakras, Kundalini, Tantra, bietet sehr
zweifelhafte Informationen, teilweise sogar gefährlichen Unsinn.

Bezüglich des feinstofflichen Körpers bzw. der Chakras gibt es zwei aus
Indien stammende Lehren, beide werden bis zum heutigen Tag strikt geheim
gehalten und nur mündlich von Mund zu Ohr an geeignete und besonders
vorbereitete Personen in einem durchdachten und langjährigen Prozess
weitergegeben:
Das dem esoterischem Hinduismus zuzurechnende Kundalini-Yoga und die
Tsa-Lung-Thigle Lehren des tantrischen Buddhismus.
Letztere wurden von indischen Meistern, die berühmtesten unter ihnen waren
Padmasambhava und Naropa, an tibetische Schüler weitergegeben.

Tsa oder Nadi sind die "Kanäle", feinstoffliche Energiebahnen, die durch den
Körper verlaufen, einige Punkte, wo besonders viele dieser Bahnen sich
kreuzen, werden Chakras genannt. Wörtlich heißt Chakra Rad. Etwa einen
Fingerbreit vor der Wirbelsäule verläuft der Zentralkanal, an diesem entlang
sind in verschiedenen Höhen die Chakras angeordnet, der Zentralkanal bildet
die Achse der Räder. Lung oder Prana heißt wörtlich Wind, hat aber nicht nur
mit der Energie des Atems zu tun, sondern ist ein Oberbegriff für
verschiedene Arten von Energien, die sich in dem System der Energiebahnen
bewegen. Thigle oder Bindu heißt Tropfen, diese werden von den Winden
durch die Kanäle transportiert. Das gesamte System kann sechs prinzipielle
Zustände annehmen: In dem aktuellen Körper das Wachbewusstsein,
Traumbewusstsein und das traumlose Tiefschlafbewusstsein,
im Zwischenzustand (Bardo) zwischen Todeszeitpunkt und nächster
Inkarnation die drei Phasen die im "tibetischen Totenbuch" beschrieben
werden: Klares Urlicht, Erscheinen der Gottheiten, Suche nach dem Ort der
Wiedergeburt. Dieses sechs Zustände weisen nun unzählige Variationen und
Übergänge auf, welche alle durch die Abläufe im Energiesystem zustande
kommen.

Die Übende der Tsa-Lung-Thigle Lehren lernt nicht weniger, als alle
Vorgänge im Energiesystem bewusst zu steuern. Diese Methoden
funktionieren, wie jeder bestätigen kann, der sie aus eigener Anschauung
kennt, sie führen zur Entfaltung höher Bewusstseinskräfte (Siddhis), letztlich
zur Erlangung der Buddhaschaft.
Ein klassischer Text, der diese Lehren behandelt, sind die so genannten
"Sechs Yogas von Naropa"

Die sechs Yogas sind:

1. Yoga des inneren Feuers (Tumo)

2. Yoga des Illusionskörpers

3. Traum-Yoga

4. Yoga des klaren Lichts

5. Yoga des Zwischenzustands (Bardo)

6. Yoga der Übertragung des Bewusstseins (Phowa)

Der Schlüssel zu allen Übungen und Erfahrungen liegt in Punkt Eins, der
Tumo- Praxis. Durch Atem- und Visualisationsübungen wird das innere
Feuer erweckt. Dadurch entsteht letztlich eine Erfahrung, die sehr schön mit
"Wonne und Leerheit vereinigt" umschrieben wird. Es handelt sich um einen
äußerst freudvollen und gleichzeitig ruhigen Energiezustand, der den ganzen
Körper durchdringt, während dessen aber die Sichtweise "Leerheit von
unabhängiger Eigenexistenz" aufrechterhalten wird. Zu den mit der Tumo-
Übung verbundenen Praktiken gehört auch die Karma- Mudra- Praxis, das ist
die Methode der Erweckung des inneren Feuers durch sexuelle Vereinigung.

Tumo sollte nicht mit "sexueller Energie" gleichgesetzt werden (ebenso wenig
wie die Kundalini, manche Leute bezeichnen es heutzutage schon als
Aufsteigen der Kundalini, wenn sie sexuell erregt werden). Vielmehr ist die
sexuelle Vereinigung für die geübte Yogini ein weiteres Mittel, das innere
Feuer zu erwecken, selbstverständlich funktioniert dass ganze nur, wenn die
Tumo-Übungen ohne Verwendung dieses Mittels längere Zeit ausgeführt
wurden.
Weiter gehören zum Tumo auch Körperübungen, genau die se werden auf der
Nordwand des Lhukang abgebildet und sind durch die kürzliche Publikation
erstmals im Westen betrachtbar.

Dass solche Übungen existieren, ist für Westler oft sehr überraschend, sieht
man doch nie jemanden solche Übungen ausführen, selbst wenn man von
Kloster zu Kloster pilgert.

Die Geheimhaltung dieser Lehren hat nichts mit der Geheimhaltung von
Informationen zu tun (etliche Texte zu den Themen sind im Westen frei
erhältlich), sondern beruht auf der Tatsache, das der Fortschritt in die
Übungen von einer Person überwacht werden muss, die es selbst sehr weit
damit gebracht hat. Der eigentliche Vorgang ist völlig individuell und
unmöglich mit einem druckbaren Rezept zu beschreiben.
Nur eine mehrjährige Praxiserfahrung in den Tumo- Übungen e rmöglicht die
Praxis von Punkt Sechs, Phowa. Dabei handelt es sich (unter anderem) darum,
das eigene Bewusstsein unmittelbar nach dem Todeszeitpunkt in einen
gewählten Bereich zu übertragen.
Das Phowa abgetrennt von den sechs Yogas an völlig unvorbereitete
Personen weiterzugeben, ist genau auf dem gleichen Niveau angesiedelt, wie
die oben erwähnte Chakra-Esoterik. Solange die wirklichen Lehren erhalten
bleiben, spielen diese Zeiterscheinungen aber keine Rolle.

In diesem Buch finden sich die im Text genannten und umschriebenen


Abbildungen:

Ian A.Baker/ Thomas Laird: Der geheime Tempel von Tibet,


Bucher Verlag

Weitere Literatur zu diesem Kapitel

H. Poller: Sexuelle Praxis im buddh. Tantra, www.vajranet.org/ny_poller.html


H. Poller: Mahasiddhas - Jenseits der Konvention (in U&W 27)
M. Shaw: Erleuchtung durch Ekstase - Frauen im tantrischen Buddhismus,
Krüger Verlag
Tsongkhapa's Six Yogas of Naropa (Transl. Glenn Mullin), Snow Lion
Garma C.C. Chang: The Six Yogas of Naropa & Teachings on Mahamudra (out
of print)
Um das Geheimnis der Energiekanäle und sein Verständnis für Gesundheit
und Krankheit einmal genauer und pragmatischer unter die Lupe zu nehmen,
folgt nun ein Abschnitt, der die tibetische Medizin unter den Aspekten der
Energiekanäle, Winde und Tropfen erläutert und der im abschließenden Teil
kurz mit dem chinesischen Meridian System verglichen wird.

Kapitel 2
Einführung in die Tibetische Medizin
Das ganzheitliche Wissen vom Heilen

Das Charakteristische der Tibetischen Medizin ist, dass sie ein ganzheitliches
System ist, das Körper und Geist durch das Wind-Element miteinander
verbunden sieht und Krankheiten auf diesem Hintergrund betrachtet.
Deshalb ist es ein besonderes Merkmal der Tibetischen Medizin, dass sie
einen gelassenen und friedlichen Geist für so wichtig hält. Denn eines ist
sicher: Wer einen ruhigen Geist besitzt, wird weniger krank, und wenn er
krank wird, erholt er sich schneller. Und die Hauptbedingung für einen
ruhigen, starken und lebhaften Geist ist Güte, eine gütige Einstellung. Je
mehr Güte im Geist ist, umso friedvoller wird er. Da der Buddhismus in Tibet
einen großen Einfluss hatte, finden wir auch in der Tibetischen Medizin
buddhistische Einflüsse. So gibt es zum Beispiel buddhistische Rituale, um
die Potenz eines Medikamentes zu aktivieren (z.B. kostbare Arzneien, bei
Mondschein nach einem speziellen Ritus gefertigt Juwelenpillen). Ein
buddhistischer Arzt aktiviert und verstärkt zum Beispiel die Wirksamkeit
eines Medikamentes, indem er das Mantra des Medizin Buddha rezitiert.

Die Philosophie

Die traditionelle Tibetische Medizin ist seit ihren historisch belegten


Anfängen im 7. Jahrhundert bis heute weitgehend unbeeinflusst von
westlichen Medizinströmungen geblieben. Die Philosophie der Tibetischen
Medizin ist einzigartig und unterscheidet sich von allen anderen
Medizinlehren dieser Erde. Allenfalls Systemähnlichkeiten finden sich mit der
Medizintradition der Hopi-Indianer Nordamerikas.
Nach der Lehre des historischen Buddha ist das menschliche Leben vom
Leiden geprägt. De ssen Wurzeln sind die "Drei Gifte":

Die Begierde nach der Erfüllung des Lebensdurstes, der Widerwille oder Hass
gegen alle Hindernisse, die dieser Erfüllung entgegenstehen, und die
Verblendung, die sich als Ich-Wahn manifestiert.

Die Illusion einer unveränderlichen Ichheit verstellt den Blick auf die
Wirklichkeit, führt zum Anhaften an der Sinneswelt und damit zu immer
neuen Wiedergeburten. Diese als Unwissenheit bezeichnete
Geistesverfassung bedingt körperliches und seelisches Leiden, das somit
immer aus unserer eigenen Wesenheit kommt.

Aus dem Buddhismus in seiner tibetischen, d.h. tantrischen Form stammt vor
allem die Lehre vom feinstofflichen Körper, der aus gesammelter kosmischer
Energie besteht und nur in der Meditation erfahrbar wird. Die Behandlung
von Blockaden im Fluss der Energie spielt in der tibetischen Psychiatrie eine
erhebliche Rolle, tangiert aber weniger den praktischen Arzt. Im Praxisalltag
werden dagegen Rezitationen von Gebeten, aber auch
Visualisationstechniken, relativ häufig benutzt, um die Wirkung der
therapeutischen Maßnahmen zu verstärken. Die Astrologie ist Teil der
Ausbildung der Medizinstudenten und unentbehrlich bei der
Vorherbestimmung günstiger Tage für das Sammeln der Heilpflanzen oder
für besonders wichtige Behandlungen (z. B. mit Juwelenpillen). Man mag dies
alles als magische, schamanistische Praktiken aus vorwissenschaftlicher Zeit
abtun, übersieht aber dabei, dass die Tibetische Medizin eine Schulmedizin
mit Universitätscharakter darstellt, als Erweiterung jedoch zu unserer
allopathischen Medizin eine starke Einbindung religionsphilosophischer
Gedanken beinhaltet.
Die Medizintheorie

Wie der Makrokosmos, so setzt sich auch der menschliche Mikrokosmos aus
den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Wind (Luft) und Äther (alles
durchdringendes Fluidum) zusammen.

Damit besteht eine Korrespondenz zwischen der sichtbaren Welt, dem


Körper, den Krankheiten und den Heilmitteln.

Die Elemente konstituieren auch Wind, Galle und Schleim mit jeweils fünf
Unterarten. Ihr Verhältnis zueinander ändert sich mit der Tages-, und
Jahreszeit und mit dem Lebensalter. Wind (keinerlei Bezug zum
metereologischen Phänomen Wind) verbindet das Bewusstsein mit dem
Körper. Seine physiologische Wirkung entspricht der, die wir in der engen
Vermischung des Nerven-, des endokrinen und des Immunsystems mit der
Psyche heute sehen. Galle (ebenfalls keinerlei Bezug zur Gallenflüssigkeit
westlicher Nomenklatur) reguliert Verdauungs- und Stoffwechselvorgänge
und Schleim die Körperflüssigkeiten. Diese Säftele hre ist mit der
ayurvedischen Säftelehre Indiens praktisch identisch.

Ein Ungleichgewicht der Säfte führt zur Krankheit. Es wird durch die drei Gifte
im allgemeinen verursacht, im besonderen durch jahreszeitliche
Einwirkungen und durch seelische Störung begünstigt. Weitere Ursachen
werden im Einfluss böser Geister und in schädlichen (unethischen) Taten in
vergangenen Lebenszyklen (Karmaspuren) gesehen.

Falsches Denken im weitesten Sinne, in unserer Terminologie emotionales,


religiöses und soziales Fehlverhalten, ist damit die wichtigste
Krankheitsursache und bedarf keiner pharmazeutisch-, naturstofflichen
Behandlung, sondern einer Änderung der Lebensführung.
Die Pulsdiagnose

Die Diagnose des tibetischen Arztes beruht fast ausschließlich auf der
Pulsdiagnose. Die Pulstastung wird so durchgeführt, dass der Arzt mit seinen
mittleren drei Fingern die Pulse der Arteria radialis am Handgelenk des
Patienten tastet. Der Zeigefinger drückt bis auf die Haut, der Mittelfinger bis
zum Fleisch und der Ringfinger bis zum Knochen. Mit den daumenseitigen
bzw. den kleinfingerseitigen Anteilen seiner Fingerkuppen beurteilt er die
fünf soliden bzw. sechs Hohlorgane, unterscheidet dabei Hitze - und
Kältepulse (Krankheiten) und differenziert nach Körperabschnitten. Mit der
Pulstastung ist eine akkurate, nachprüfbare, effiziente und billige Diagnostik
möglich. Das Krankheitsspektrum, das damit abgedeckt wird, ist etwa das
gleiche, dem sich der im Westen niedergelassene Arzt gegenüber sieht.
Durch den tibetischen Mediziner können aber auch Krankheiten wie
Bluthochdruck, Diabetes, Stoffwechselstörungen, Krebserkrankungen oder
Tuberkulose in verschiedenen Organen ohne technische Hilfsmittel
zumindest qualitativ diagnostiziert werden.
Nur in unklaren Fällen wird auch die Urin-, Zungen-, Muttermilch oder
Augendiagnostik herangezogen.
Eine Anamnese wird eher kursorisch erhoben, eine körperliche
Allgemeinuntersuchung findet meist nicht statt.

Die Behandlung

Die Verschreibung von Pillen aus Heilkräutern, Wurzeln, Edelsteinstäuben


oder Tierprodukten steht in der Therapie an erster Stelle, wobei eingewandt
werden muss, dass sie jedoch in der Reihenfolge der Behandlung erst nach
allgemeinen Vorschlägen zur Änderung der Lebensführung, Diätvorschriften
und weiterführenden Religionspraktiken zur Anwendung kommt. Die
Tibetische Medizin unterscheidet zwei Arten von Heilmitteln: Die
besänftigenden und die ableitenden. Sie bilden zusammen die innere
Therapie, die vollständig auf Naturprodukten basiert. Die besänftigenden
Heilmittel stellen das Gleichgewicht der Säfte wieder her. Die sanfteste Form
einer solchen Behandlung ist die mit Dekokten, also einer Abkochung eines
pulverisierten Heilmittels, in aufsteigender Wirksamkeit gefolgt von Pulvern,
Sirups und Pillen (z.B. PADMA 28).
Medizin in Tropfenform, bei uns die häufigste Darreichungsform nach den
Pillen, kennen die Tibeter nicht. Die Kräuter können natürlich auch zu Salben,
Aschen, Zäpfchen, medizinischen Ölen und Butter verarbeitet werden. Sie
sind in Badezusätzen enthalten, in Inhalationsflüssigkeiten und schließlich im
Weihrauch, der vor allem der Gesunderhaltung dient. Die Räucherstäbchen
aus Heilpflanzen werden allerorts zu Hause angewendet, aber auch in die
ganze Welt exportiert.
Die ableitenden Heilmittel sollen den überschüssigen Körpersaft aus dem
Körper ableiten. Dies war auch eine der wichtigsten Behandlungsformen in
der Antike.
Dazu werden Abführmittel, Brechmittel und Einläufe benutzt. In gewisser
Weise gehören dazu auch heiße Mineral- und Wannenbäder oder das Baden
in heißen Quellen insofern, als die im Wasser gelösten Heilmittel zwar durch
die Haut eindringen, sie andererseits aber auch die Schweißproduktion
fördern.
Mit Ausnahme vielleicht der Abführ- und Brechmittel sind auch diese
Anwendungen heute sehr selten. Abführmittel (in Europa z.B. das tibetische
Heilmittel PADMA LAX) nimmt man z.B. bei Gelbsucht, Brechmittel bei
Schleimkrankheiten und Schnupfmittel bei Ohrenschmerzen und
anfallsartigen Kopfschmerzen. Bei Windkrankheiten sind Einläufe indiziert.
Inhalationen werden wie bei uns bei Erkrankungen der Atemwege
angewendet. Einreibungen und Massagen mit Ölen oder medizinischer
Butter, Mineral- und Dampfbäder mit Essenzen aus Heilpflanzen sind - wie
bei uns - bei Gicht, Rheuma und bestimmten Hautkrankheiten nützlich.
Reicht diese sogenannte interne Behandlung nicht aus, werden externe
Behandlungsmaßnahmen angewandt. Dazu gehören die Moxibustion
(Abbrennen von Kräuterkegeln auf der Haut), die Behandlung mit der
Goldenen Nadel - eine Art Akupunktur mit einer dicken goldenen Nadel -,
Schröpfen und kleine chirurgische Eingriffe.
Größere Operationen werden seit Jahrhunderten nicht mehr durchgeführt,
obschon sie früher bekannt waren.
Die gesamte Medizinlehre ist in den sogenannten "Vier Medizintantras"
(Gyüschi, rGyud-zhi) niedergelegt. Dieses Grundlehrbuch wurde im 12
Jahrhundert von Yuthog Yonten Gonpo erstellt, ist die wichtigste Quelle und
somit die Basis für das Medizinstudium, muss jedoch durch die mündliche
Lehre erweitert werden.
Die medizinische Ausbildung ist in traditionellen Chagpori-Medizinschulen
(Eisenhügel, erste Akademie für Tibetische Medizin in Lhasa) sowie am
Tibetischen Medizin und Astrologiezentrum (Men-Tsee-Khang) in Lhasa (VR.
China) und Dharamsala (Himachal Pradesh, Nordindien) zentralisiert.
Tibetische Jungmediziner studieren im Regelfall fünf bis sechs Jahre und
arbeiten zwei Jahre praktisch, ehe sie diplomiert werden.
Das innere Zeitrad oder der innere Mensch als Mandala

Das Kalachakra Tantra besteht aus drei Teilen oder aus drei Zeiträdern: Dem
«Äußeren» dem «Inneren» und dem «Anderen» Zeitrad. Im «Inneren» Zeitrad
wird der gesamte menschliche Körper auch als Mandala verstanden.

Energiesystem

Nach der Tantra-Vorstellung existieren im menschlichen Körper Tausende


von unsichtbaren Kanälen, durch die Winde und Energieströme fließen, und
Energietropfen geleitet werden. Es ist ein sehr aufwendiges komplexes
Energiesystem, das in vielerlei Farben schillert, durch das die verschiedenen
Winde und Tropfen dauernd pulsieren, wo sich starke Energiekanäle um den
Zentralkanal und die Chakren links- oder rechtsdrehend winden, wo farbige
Energiebahnen wie Speichen eines Regenschirmes sich aus dem
Energieknoten entweder nach oben oder unten wölben, sich verzweigen und
teilen, und wo sich bestimmte männliche und weibliche buddhistische
Schützer des inneren Mandalas, Wächter, Bodhisattvas und Shaktis befinden.

Dies alles steht in direktem Zusammenhang mit den äußeren Winden, dem
Atem und Äußeren Mandala. Es bildet den Kern der menschlichen Existenz,
Geburt, Veränderungen des physischen und psychischen Zustandes,
Wertigkeit des inneren Systems und steht in astrologischer Relation mit der
Außenwelt. Die Theorie basiert auf der Annahme, dass die subtilen im Körper
befindlichen Energieströme in Synchronisation mit den Planetenzyklen
ablaufen. Diese Bewegung der planetarischen Energien innerhalb des Körpers
ist der Kern der inneren Astrologie. Es erklärt die Stellungen und Details der
Chakren, Energiekanäle und Tropfen als Mikrokosmos in Relation zu den
Sternen bzw. Planetenkonstellationen als Makrokosmos. Dieses System
besteht in jedem Tantra-Text und sollte genau visualisiert werden, obwohl es
kein einheitliches System gibt, und in jedem Text ein unterschiedlicher
Aufbau und unterschiedliche Farbgebung der Energiekanäle vorkommen
kann. Auch das Kalachakratantra macht hier keine Ausnahme und hat einen
von anderen Tantratexten wesentlich veränderten inneren Aufbau.
Aufbau der Energiekanäle

Der Kalachakra-Tradition des 1. Dalai Lama nach gibt es drei Energiekanäle.


Ein zentraler, ungefähr fingerdicker Hauptkanal beginnt zwischen den
Augenbrauen und geht im leichten Bogen vom Stirn-Chakra direkt unter die
Schädeldecke zum Scheitel-Chakra, dann in einem Bogen vor dem Rückgrat
über das Kehl-Chakra, das Herz-Chakra und das Nabel-Chakra (vier
Fingerbreit unter dem Nabel) weiter zum Sexualorgan mit einer Abzweigung
zum Anus. Die zwei etwas dünneren Energiekanäle liegen rechts und links
des Rückgrates. Jeweils an den Chakren schlingt sich der linke Windkanal im
Uhrzeigersinn und der rechte im Gegenuhrzeigersinn um den Zentralkanal.
Sie bilden einen Knoten, behindern aber nicht gänzlich den freien Wind- oder
Energiefluss im Zentralkanal. Ab dem Nabel-Chakra wechselt der rechte
Windkanal auf die linke Seite und geht zum Anus, der linke Kanal wechselt
auf die rechte Seite und geht vorne zum Sexualorgan. Mit diesem Wechsel
wird auch eine Zweiteilung der Energieströme und ein Farbwechsel der
Energiekanäle erreicht und damit ein imaginäres Mandala gebildet.
Im oberen Teil dieses Mandalas bis zum Nabel ist der Zentralkanal (tib. rtsa
dbu ma) grün, gehört zum Element Raum, wird dem Atem (Wind) und dem
Planeten Rahu zugeordnet. Der rechte Kanal (tib. ro ma) ist rot, gehört zum
Element Feuer, wird dem Blut, der Sonne und der Himmelsrichtung Süde n
zugeordnet. Der linke Kanal (tib. rkyang ma) ist weiß, gehört zum Element
Wasser, wird dem Samen, dem Mond und der Himmelsrichtung Norden
zugeordnet.

Im unteren Teil dieses Mandalas ab dem Nabel ist der Zentralkanal blau und
wird der Weisheit, dem Same n und dem Verfinsterungsplaneten Kalagni
zugeordnet. Der rechte Kanal wird gelb, gehört zum Element Erde und den
Fäkalien (Ausscheidung), und wird dem Westen zugeordnet. Der linke Kanal
wird schwarz, gehört zum Element Luft und dem Urin, und wird dem Osten
zugeordnet.

Dies ist das horizontale Bild des Mandalas. Das vertikale Mandala setzt sich
zusammen aus: Obere Teil des Zentralkanals Raum, dem oberen linken Kanal
Wasser und dem unteren linken Kanal Luft. Sie stellen die männliche Seite
bzw. die Methode dar (dazu gehören die Himmelsrichtungen Osten, Zentrum,
Norden).
Die weibliche Seite oder Weisheit des Mandalas bildet sich aus: dem unteren
Zentralkanal Weisheit, dem rechten oberen Kanal Feuer und dem rechten
unteren Kanal Erde (Westen, Zentrum, Süden). Es wird ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass im Gegensatz zu anderen Systemen im Kalachakratantra
ein immerwährender Windfluss durch die Energiekanäle stattfindet.

Die oberen Chakren

Das Kalachakrasystem besitzt sechs Chakren. Um jedes dieser sechs Chakren


schlingt sich ein Knoten des rechten und des linken Kanals. Genau an dieser
einengenden Stelle erfolgt eine Hauptverzweigung in horizontal liegende
Kanäle, die sich in weiterer Folge in feine Verästelungen teilen und bis in die
Gliedmaßen reichen. In bildlichen Darstellungen werden die Chakren als
Lotusblume gezeichnet, wobei die waagrechten Verzweigungen als
Blütenblätter dargestellt werden
Das Scheitel-Chakra oder «Rad der Großen Glückseligkeit» hat eine
Lotusblüte mit vier Blättern, d.h. es bestehen vier Hauptkanäle. Es stehen
dort Kalachakra und Vishvamata sowie zwei Shaktis, die von Vishvamata
absorbiert werden. Die Hauptkanäle sind von grüner Farbe.

Das Stirn-Chakra oder «Rad des Windes» hat eine Lotosblüte mit 16 Blättern,
d.h. 16 Hauptkanälen. Es stehen dort die 16 Tathagatas des Geist-Mandalas
(4 männliche, 4 weibliche Buddhas und ihre Partnerinnen)

Die Hauptkanäle als Speichen gesehen sind weiß und nach oben gebogen. Es
findet eine weitere Verzweigung in dünnere Kanäle statt. Das Stirnchakra
wird kreisrund gezeichnet. Es ist Sitz der Intuition und des Bewusstseins. Es
kontrolliert den menschlichen Geist, der eine mikroskopische Verkleinerung
des Kosmischen Geistes darstellt, daher die Bezeichnung als «Drittes Auge».

Das Kehl-Chakra oder «Rad des Genusses» hat eine Lotosblüte mit 32
Blättern, d.h. 32 Hauptkanälen. Es stehen dort 24 Bodhisattvas (12 weibliche,
12 männliche) und die 8 Schützer (4 männliche, 4 weiblich-zornvolle) des
Geist-Mandalas. Die Kanalspeichen sind rot und leicht nach unten gebogen.

Das Kehlchakra wird dreieckig mit der Spitze nach vorne gezeichnet.
Das Herz-Chakra oder «Rad der Phänomene» hat eine Lotosblüte mit 8
Blättern d.h. 8 Hauptkanälen. Es stehen dort die 8 Shaktis des Geist-
Mandalas. Das Herz-Chakra wird als Halbkreis gezeichnet.

Die Verzweigung der Energiekanäle

Nach der Kalachakrabelehrung des Dalai Lama in Rikon 1985 splitten sich
diese 8 Kanäle in jeweils 3 weitere Kanäle, ergeben also insgesamt 24 Kanäle.
Die ersten Verzweigungen (Nr. 1-8 der 24 Kanäle) enden:

1. in der Haarlinie

2. in der Scheitelregion

3. am rechten Ohr

4. im hinteren Nacken

5. am linken Ohr

6. zwischen den Augenbrauen (drittes Auge)

7. in den zwei Augen und

8. in den zwei Schultern.

Die zweiten Verzweigungen (Nr. 9–16) enden:

9. in den beiden Achselhöhlen

10. den zwei Brüsten

11. im Nabel

12. an der Nasenspitze

13. im Mund
14. in der Kehle

15. im Herz und

16. in den zwei Hoden (äußere Schamlippen).

Die dritten Verzweigungen (Nr. 17-24) enden:

17. in der Spitze des Sexorgans

18. am Anus

19. in den zwei Oberschenkeln

20. in den zwei Waden

21.in den acht Fingern und acht kleinen Zehen

22. in den beiden Fußspitzen

23. in den Daumen und großen Zehen

24. in den Knien.

Jeder dieser 24 Kanäle splittet sich nochmals in 3 weitere Kanäle, also 72


Kanäle, und weiter in je 1000 dünnste Kanäle (72.000 Kanäle).

Von diesen 24 Kanälen sind jeweils drei einer Richtung und einem Wind-
Element zugeordnet. Jeweils 8 Kanäle nach der Aufteilung in Geist (1-8),
Rede (9-16) und Körper-(17-24). Ebenso existiert eine Einteilung nach
rechter und linker Seite, wobei die Richtungen Osten, Südosten, Süden und
Südwesten mit den Kanälen 1-11 und 24 der rechten Seite zugehören,
während Westen, Nordwesten, Norden und Nordosten mit den Kanälen 12–23
zur linken Seite gezählt werden.
Die unteren Chakren

Das Nabel-Chakra oder «Rad der Hervorbringung» hat eine Lotusblüte mit 64
Blättern, d.h. 64 Hauptkanälen. Es stehen dort die 64 Göttinnen des Sprach-
Mandalas. Die Speichen sind gelb. Das Nabel-Chakra wird viereckig
gezeichnet.

Das Sexual-Chakra oder «Rad der Erhaltung der Glückseligkeit» hat eine
Lotusblüte von 32 Blüten, d.h. 32 Hauptkanälen. Es stehen dort die 32
Schützer des Körper-Mandalas. Die Speichen sind blau. Die Kanäle
entspringen in diesem Chakra dem in der Mitte liegenden Zentralkanal.
Winde bzw. Energieflüsse

Durch dieses weitverzweigte Kanalsystem pulsieren die Winde und machen


die Funktionen der mentalen und physischen Prozesse im Körper erst
möglich. Im Kalachakrasystem gibt es 10 Winde, welche Himmelsrichtungen
und Elementen zugeordnet sind. Sie werden durch 10 Shaktis repräsentiert.
Die Shaktis haben ein Gesicht, acht Arme und zwei Füße. Jede hält
verschiedene Werkzeuge. Jeder der 10 Winde hat sechs ganz bestimmte
Eigenschaften: Farbe, Zuordnung zu einer Buddhafamilie, das Element, das er
stützt, Standort, Funktion sowie die Richtung, in der er die Nase bei der
Ausatmung verlässt.

Der belebende «Lebenserhaltende Wind». Die Richtung über dem Nabel durch
die Shakti Jnanaparamita (tib. Yeshe pharphyin). Zuordnung zum Element
Raum und der Keimsilbe HO. Dieser Wind wird auch als der «vitalisierende»
bezeichnet, da er im Herz bleibt und die Verbindung zwischen Leben und
Körper herstellt. Er hält die Atmung durch die Nase aufrecht. Diese Energie
ist grün.

Der «Abwärtsleerende Wind». Die Richtung unter dem Nabel durch die Shakti
Prajnaparamita (tib. Sherphyin). Zuordnung zum Element Tiefes Gewahrsein
und der Keimsilbe PHREM. Dieser Wind ist bei den Genitalien zu finden und
kontrolliert die Bewegungen von roten und weißen Bodhicitta (weiblichem
Blut und männlichem Samen), Stuhl und Urin. Eine Behinderung dieser
Energie führt zu Durchfall und Verstopfung. Die Energie ist blau.

Der «Feuerbegleitende Wind». Im Osten durch die Shakti Dhyanaparamita


(tib. Nagmo barma). Zuordnung zum Element Wind und der Keimsilbe A.
Lokalisiert beim Nabel. Sein Feuer steuert die Nährstoffverbrennung im Darm
und trennt die nichtverwertbaren Nährstoffe. Er ist auch für das Entfachen
der tantrischen «Inneren Hitze» (gtu mo) verantwortlich. Farbe ist schwarz.

Der «Aufwärtsbewegende Wind». Im Süden durch die Shakti Upayaparamita


(tib. Darmo barma). Zuordnung zum Element Feuer und der Keimsilbe AH.
Dieser Wind ist an der Kehle lokalisiert, steuert die Stimmaktivität und die
Aktivitäten de Speiseröhre. Farbe ist rot.
Der «Allesdurchdringende Wind». Im Norden durch die Shakti
Pranidhaparamita (tib. Karmo barma). Zuordnung zum Element Wasser und
der Keimsilbe AM. Dieser Wind durchdringt den ganzen Körper und ist für
Gehen, Bücken und körperliche Aktivitäten bestimmt. (Wird in manchen
Texten auch in der Nase angesiedelt). Energiefarbe weiß.

Der «Schlangen-Wind». Im Westen durch die Shakti Balaparamita (tib. Sermo


barma). Zuordnung zum Element Erde und der Keimsilbe langes A.
Energiefarbe gelb.

Der «Schildkröten-Wind». Im Süd-Osten durch die Shakti Danaparamita (tib.


Duwama). Zuordnung zum Element Luft und der Keimsilbe HA. Energiefarbe
schwarz.

Der «Chamäleon-Wind». Im Süd-Westen durch die Shakti Shilaparamita (tib


Sigyuma). Zuordnung zum Element Feuer und der Keimsilbe HAH.
Energiefarbe rot.

Der «Devadatta-Wind». Im Nord-Osten durch die Shakti Kshantiparamita


(tib.Kanangma). Zuordnung zum Element Wasser und der Keimsilbe HAM.
Energiefarbe weiß.

Der «Dhanamjaya-Wind». Im Nord-Westen durch die Shakti Viryaparamita


(tib.Marmema). Zuordnung zum Element Erde und der Keimsilbe langes HA.
Farbe gelb.
Die fünf Skandhas

Das, was gewöhnlich als «Ich» bezeichnet wird und unser «Inneres Mandala»,
den Körper, darstellt, besteht in der tantrischen Vorstellung aus fünf in
gegenseitiger Abhängigkeit und Wechselwirkung stehenden Anhäufungen
(Skrt. Skandhas) und den fünf Elementen Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde.
Die fünf Skandhas sind: Körperlichkeit (Anhäufung von materiellen Teilen),
Empfindungen (Anhäufungen von Einzelaugenblicken, Gefühlen),
Wahrnehmungen (Unterscheidungen, Anhäufungen von Merkmalen, die von
verschiedenen Bewusstseinsarten erkannt werden), Geistesregungen
(Anhäufungen verschiedener Faktoren) und das Bewusstsein (Anhäufungen
der verschiedenen Haupterkenntnisse). Die fünf Skandhas stellen einen
unaufhörlichen Prozess dar. Sie sind leer d.h. sie besitzen keine
unabhängige, substanzielle Natur. Im Kalachakratantra kommt noch ein
sechstes Skandha hinzu, die Weisheit oder Tiefe Gewahrsein.

Das innere Mandala

Da man die bisher genannten Aufstellungen nach tantrisch-buddhistischer


Auffassung zueinander in Verbindung bringen kann, lässt sich ein «inneres
Mandala» in der dreifachen Anordnung Körper (bestehend aus den 6
Elementen und 6 Skandhas), Rede (bestehend aus den 10 Winden und den 6
Kanälen), Geist ( bestehend aus den 6 Sinnen und den 6
Handlungsfähigkeiten) bilden und visualisieren. Zugleich lässt sich durch die
4 Haupthimmelsrichtungen, den 4 Zwischenhimmelsrichtungen und oben
und unten ein vollständiges Hologramm darstellen. Hier stehen die 6
männlichen und 6 weiblichen Buddhas, die 10 Shaktis, die 6 Bodhisattvas, die
6 zornvollen Schützer sowie Kalachakra und Vishvamata.

Innerer und äußerer Kosmos

Eine Vergleichsmöglichkeit des «Inneren» (Mikrokosmos) mit dem «Äußeren


Tantra» (Makrokosmos) lässt sich durch den Zeitbegriff erarbeiten. Der Atem
ist die treibende Kraft hinter den Windenergien. So wie in anderen Sadhanas
beschrieben, wird der Atem (als klare Lichtenergieströme visualisiert) jeweils
in das rechte Nasenloch eingeatmet und durch das linke Nasenloch
ausgeatmet oder umgekehrt.
Nach den Texten gibt es an einem Tag insgesamt 12 Atemzyklen, wobei
angenommen wird, dass der Tagesrhythmus des Atems in zwei Hauptzyklen
geteilt werden kann. Bei Betrachtung des horizontalen inneren Mandalas
bedeutet dies, dass zu bestimmten Tageszeiten durch das rechte Nasenloch
eingeatmet wird und daher die auf der rechten Seite, der Sonnenseite
liegenden Kanäle vermehrt beatmet werden, oder durch das linke Nasenloch
die links auf der Mondseite liegenden Energiekanäle beatmet werden.
Angenommen werden 1800 Atemzüge pro Atemzyklus. 12 x 1800 Atemzüge
ergeben 21.600 Atemzüge am Tag. Dies ist der innere Kosmos. Im Vergleich
berechnet man den äußeren Kosmos mit: ein Jahr hat 12 Monate. Ein Monat
hat 30 Tage zu 60 Zeiteinheiten, sind 1800 Zeiteinheiten. 12 Monate a 1800
Zeiteinheiten ergeben 21.600 Zeiteinheiten oder 1 Jahr.

Tropfen
Die Energiewinde haben die Aufgabe, sich in bestimmten Daseinszuständen
des Lebens zu Tropfen (tib. thig le) zu verdichten und sich in den Chakren zu
sammeln. Dies bezeichnet man als das System der vier Tropfen. Im
Kalachakrasystem stellt man sich e inen Tropfen in der Größe eines
Senfkornes von roter und weißer Konsistenz vor. Diese Tropfen, die mit den
Winden in den Energiekanälen fließen, haben die Aufgabe, mögliche latente
Verunreinigungen und Blockierungen zu reinigen. Nach der Vorstellung gibt
es zwei Gruppen von je vier Tropfen. Die erste Tropfengruppe sitzt:

Stirn-Chakra
Kehl-Chakra
Herz-Chakra
Nabel-Chakra
Die zweite Tropfengruppe sitzt:

Nabel-Chakra,
im geheimen Platz (Rückgratbasis),
Im Zentrum der Sexualorgane,
An der Spitze der Sexualorgane.

Beide Gruppen werden koordiniert:

Die Tropfen von der Stirne und dem Nabel produzieren den Wachzustand. Es
werden die körperlichen Objekte gereinigt. Es ist dies der Zustand der
Bewußtseinswahrnehmung unserer Umwelt.

Die Tropfen von der Kehle und der Rückgratbasis produzieren den
Traumzustand Im Zustand des Traumes werden die Winde im oberen Teil des
Körpers in der Stirn-Chakra gesammelt und die Winde des unteren Teil des
Körpers im Nabel-Chakra.

Dieser Tropfen ist für Geräusche und Sprache zuständig sowie für die
Reinigung der Sprache von falschen Worten. Es ist der Zustand unserer
inneren Welt, unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche und Hoffnungen.

Die Tropfen vom Herzen und dem Zentrum des Sexualorgans produzieren
den Tiefschlaf. Dieser Tropfen reinigt den Geist und man erreicht den
Zustand der Großen Weisheit.
Die Tropfen vom Nabel und der Spitze des Sexualorgans produzieren das
Tiefe Gewahrsam. Dieser Tropfen steht für den Ich-losen Zustand, die
Abwesenheit von Neid, Gier und Hass, das Nirvana.

Leben und Sterben

Dem Tantratext nach werden im Inneren Mandala neben den sogenannten


technischen Geräten (Kanäle, Tropfen, Winde) auch die verschiedenen
Gottheiten visualisiert. Dieser gesamte Vorgang ist vergleichbar mit dem
Vorgang der menschlichen Zeugung, dem Werden des Fötus und der Geburt,
überhaupt mit dem «Warum», der Ursache des Lebens, dem Wachsen und
schlussendlich mit dem Sterben. In den Texten steht der trockene Aufbau,
die philosophischen Werdegänge werden aber nur vom Lehrer an den Schüler
persönlich mündlich weitergegeben. Nach den Vorstellungen hat Buddha
nicht nach dem Sinn oder Zweck des Lebens oder der Menschlichkeit gefragt,
sondern nur nach deren Ursache. Dieses Tantra richtet sich nach der
spirituellen Ursache de s Lebens und nicht nach dem spirituellen Ziel. Die
Ziele, die der Mensch in seinem Streben erwartet und durchführt, sind die
Ursache aller menschlichen Handlungen.
Kapitel 3
Die Betrachtungsweise der Meridiane in der TCM:

Das TCM System von Akupunktur, Akupressur und Shiatsu arbeitet mit
diesen Systemen, benennt sie aber etwas anderes.
Die Akupunktur kennt ein System von Bahnen, die den menschlichen Körper
durchziehen. In ihnen fließt die vitale Energie Qi und reguliert sämtliche
Funktionen der Organkre ise mit ihren vielfältigen Zuordnungen. Über die
Akupunkturpunkte kann direkt auf diese strömende Energie regulierend
eingewirkt werden.
Im Zentrum der Betrachtungen stehen hier Erkenntnisse, die ihre Grundlagen
im Verwobensein von Mensch und Natur haben.
Die Leitbahnen und Organfunktionen sind in das Bezugssystem der 5
Elemente eingeordnet.
Die 11 Organe bzw. Funktionskreise werden unterteilt in 6 Yang-Organe und
5 Yin-Organe. Die 6 Yang-Organe werden auch Fu-Organe oder Hohlorgane
genannt. Zu ihnen zählen: Dickdarm, Dünndarm, Magen, Blase, Gallenblase
und Dreifacher Erwärmer.
Die 5 Yin-Organe sind die Speicher- oder Zang-Organe und zu ihnen zählen:
Lunge, Herz, (Perikard), Milz-Pankreas, Niere und Leber. Herz und Perikard
werden als ein Funktionskreis betrachtet, auch wenn es dafür zwei
Leitbahnen gibt.
Die Hohl- oder Fu-Organe hängen eng mit dem gekoppelten Zang-Organ
zusammen. Jeweils ein Yin- und ein Yang-Organ bzw. Funktionskreis bilden
eine Funktionseinheit, z. B. Dickdarm (Yang) und Lunge (Yin).
Die 12 Leitbahnen verlaufen symmetrisch auf beiden Körperseiten.
Die Funktionen der 5 Speicher-Organe beinhalten im wesentlichen folgende
Funktionen:

Lunge (Fei) – Dickdarm

Aufnahme und Steuerung von Qi - Die Lunge ist "Herr des Qi". Das Qi der
Lunge n ist klar und fließt nach unten zur Niere.
Austausch und Ausscheidung über die Mikroflora der Schleimhäute des
Dickdarms.
Austausch im Sinne von Symbiose und Transformation. Das Riechen ist
ebenfalls von der Lunge abhängig.
Abgrenzung und Grenzerfahrung. Die Lunge beherrscht die Oberfläche des
Körpers, die Haut und die Körperhaare.
Verlusterfahrungen, Traurigkeit und Depression sind durch Störungen im
Lungenkreislauf gekennzeichnet.
Welken im Herbst des Lebens als Ausdruck Reifung und Ablösung. Die Lunge
ist Klimafaktoren: empfindlich auf äußere Wettereinflüsse wie Kälte,
Trockenheit, Wind oder Hitze.
Trockenheit
Beachte:
Die Kraft der Lunge drückt sich in der Stärke der Stimme aus.
Störungen der Lungenenergie manifestieren sich im gesamten
Respirationstrakt, (Nase, Nebenhöhlen, Rachen, Bronchien, Sprache und
Kommunikation, freudige Erregung im Sinne von Streß, Hitze, Wärme,
Sommer, Pulsation und Rhythmus.
Niere – Blase
Reinigung der Körpersäfte" und Wasserausscheidung
Sexualität und die Reproduktionsfunktion.
Wachstum und Entwicklung
Wärmeproduktion.
Bestimmt die psychische Aktivität und den Willen.
Bei Schwäche der Nierenenergie kommt es zu Aktivitätsmangel, Müdigkeit,
Angst, Depressionen, Impotenz, Fertilitätsstörungen oder zu psychischer
Starre.
Urbedürfnisse, vitalen Bedürfnisse des Sexualsphäre (Urogenitalorgane),
besonders in ihren vitalen Funktionen. Urvertrauen und dessen Bedrohung,
Lebenssicherung.
Besonders als Anfälligkeit gegenüber klimatischer Kälteeinflüsse.
Hierher gehören Haarausfall oder Verlust der Haarfarbe.
Die Knochen und Gelenke sind abhängig von den Funktionen des
Nierensystem; degenerative Gelenkerkrankungen gehen einher mit einer
Schwäche der Nierenenergie.

Leber – Gallenblase

Assimilation.
Die Leber "speichert" das Blut und ist für dessen harmonisches Fließen in den
Blutgefäßen verantwortlich.
Regulation der Menstruation ist von der Leber abhängig. Die
Muskelbewegungen und die Weichheit von Sehnen hängt von der ungestörten
„Energie der Leber" ab, d. h. Stagnation im Körper z. B. Schmerzen und
Spannungen in der Muskulatur oder Stauungs- und Spannungsgefühle im
Brustkorb oder im Kopf sind leberabhängig.
Auch eine Verhärtung von Sehnen oder Muskeln ist die Folge von
Leberstörungen.
Das Chi im Menschen

Im Mutterleib erhalten wir bereits nach der ersten Zellteilung unsere


Lebensenergie. Diese kann im Leben eines Menschen nicht vermehrt werden.
Die Lebensenergie können wir nur erhalten. Wir halten die Energie (auch Chi
genannt) durch unsere Nahrung, Luft, Licht, Bewegung und positive
Erlebnisse. Sie schwächt uns, wenn wir uns konträr verhalten. Falsche
Ernaehrung, Alkohol, mangelnde Bewegung und Stress schwächt das Chi. In
der Yin und Yang Monade erkennen wir die Energien wieder.
Yin ist das Weibliche, Irdische, Negative (aber nicht im Sinne von wertend,
sondern nur unterscheidend), Feuchte, Kälte, verallgemeinert auch die
Nahrung.
Yang ist das Männliche, Kosmische, Positive, Heiße, Helle - verallgemeinert
auch Luft und Licht. Beide Energiequalitäten sind gleich wichtig.
Die Lebensenergie gelangt über die Atemluft (als Yang) in den Körper und
wird mit dem Organ der Dreifacherwärmer herabtransformiert. Als Nahrung
(der Yin Anteil) wird durch die Aufspaltung der Nahrung gewonnene Energie
durch den Dreifacherwärmer hinauftransformiert. Dadurch entsteht Chi. Der
Dreifacherwaermer ist kein Organ im medizinischen Sinne, sondern ein
virtuelles System von Hohlorganen zwischen Körper und Seele. Den
Dreifacherwärmer als ein Energieverteilernetz anzunehmen und die Funktion,
die Energien in den Körperflüssigkeiten in einer geregelten Art und Weise
zirkulieren zu lassen, hilft dem Verständnis. Diese zirkulieren in
Energieleitbahnen, den Meridianen.

Die Meridiane sind Energieleitbahnen in unserem Körper

Damit die Energie zirkulieren kann, benötigt sie ein Bahnensystem, die
Meridiane. Auch hier unterscheidet man Yin- und Yang-Meridiane. Die Yin-
Meridiane beginnen am Fuß, verlaufen entlang der Innenseite des Beines zur
Brust, über die Vorderseite der Schulter, durch die Ellenbeuge zur
Handinnenseite. An den Fingerkuppen übergeben die Yin- Meridiane ihre
Energie an die Yang-Meridiane, die von den Fingerspitzen über den
Ellenbogen, die Schulter von hinten zum Kopf, über den Rücken, die Beine
von hinten auf der Außenseite bis zu den Zehen ziehen. Hier schließt sich der
Kreislauf. Wir sprechen deshalb auch von einem Energiekreislauf.
Wir besitzen 12 Haupt-Meridiane, sechs Paare für Yang Organe, sechs Paare
für Yin Organe und 2 Übergeordnete. Dies sind das Zentralgefäß und das
Gouverneursgefäß. Auch unter Mutter- und Vatermeridian bekannt.
Das Zentralgefäß versorgt die Yin-meridiane.
Das Gouverneursgefäß versorgt alle Yang-meridiane.

Die acht Sondermeridiane (Speicher) - die keine Bindung an Organe haben,


beschreibe ich hier nicht.
Die Bildung des Chi im Organismus kann mit der Atmung (Yang Aspekt)
gewonnen werden und mit der Nahrung (Yin Aspekt). Es geschieht
automatisch. Es kann auch in Grenzen durch Meditationsübungen beeinflusst
werden. Das Chi fließt mit einen Drall (Spin) von links nach rechts. Neben
dem Blut hat Chi ähnliche Aufgaben. Es baut und entfernt, was zuviel oder
abgenutzt ist, und lenkt Baustoffe und Energie an die Körperstellen, wo diese
benötigt wird. Damit breitet sich unser Wohlbefinden über die Seele auf den
Körper aus. Impulse, Gedanken und Gefühle finden eine Ausdrucksform in
uns. Daraus schließt man, dass der Körper nicht nur eine vernünftige
Lebensweise benötigt, sondern auch richtiges Fühlen und Denken. Durch ein
bewusstes Lenken von Chi wird die Einheit Körper- Seele - Geist
harmonisiert. Es kann sich als Wärme oder Prickeln äußern.

Yin-Meridiane Yang-Meridiane
Herz-Meridian Duenndarm-Meridian

Niere -Meridian Blase-Meridian


Kreislauf-Sexus-Meridian Drei- Erwaermer- Meridian

Leber-Meridian Galle nblase-Meridian

Lungen-Meridian Dickdarm-Meridian

Milz-Pankreas-Meridian Magen-Meridian
12 Meridiane wechseln sich ab.
Jeweils 2 Yinmeridiane und 2 Yangmeridiane
Meridianuhr

Die Energie rotiert in einem ständigen 24 Stundenzyklus durch die Meridiane.

Meridiannachweis
Die Meridiane wurden bereits vor cirka 20 Jahren nachgewiesen. Dr. Jean-
Claude Darras injizierte mit Hilfe von Radionukliden die Akupunkturpunkte
(Te 99, Th 201, Xe 133, HG2C 1197). Hierdurch konnte er den Verlauf der
oben beschriebenen Meridianleitbahnen messtechnisch darstellen.

(Quellen: "Die Neue Ärztliche" Nr. 39, vom 07.11.1985, "Bioenergetik" Nr. 6,
Juni/Juli 1988, "Deutsche Zeitschrift für Akupunktur", Nr. 35, 1-1992)
Die medizinischen Systeme des Ayurveda, der tibetischen und chinesischen
Medizin haben sehr viele Gemeinsamkeiten, die für unser Verständnis der
Entstehung von Krankheits- und Alterungsprozessen in den nächsten
Jahrzehnten noch bedeutsamer werden, als sie es heute bereits sind.
Selbstverständlich können in dieser Datei nur einige der Themen, die damit
verbunden sind, angerissen werden.

Wesentlich für uns alle ist die Frage:


Was kann ich tun, um mit meinen Energiehaushalt in Balance und in einer
Haltung der Freigiebigkeit und des energetischen Überschusses zu sein?

Der Anriss praktischer Übungen findet sich auf dieser Internetseite und zum
Teil auch auf der weiteren Seite unseres Institutes
www.systemischegesundheit.de , auf der wir uns jenseits von Tantra, an
Menschen wenden, die mit dem Thema Sexualität Berührungsängste
verbinden oder die schlechte Erfahrungen auf ihrem Lebensweg gemacht
haben und deren Energie vielleicht ein mehr kognitives Verständnis benötigt,
um Mut zu fassen.

Tara Sattva Institut


Autor: Shanti E. Morawa
Gierather Str. 70
51469 Bergisch Gladbach
shanti@tarasattvatantra.de
02202 284848