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Vortrag über neue Therapien

Inkontinenz – kein Tabuthema mehr


Um die Erkennung und Behandlung verschiedener Formen der Inkontinenz geht es beim
nächsten Vortrag in der Reihe der medizinischen Fachvorträge am Krankenhaus Hetzelstift am
kommenden Mittwoch, 08. Mai. Drei Spezialisten aus dem Beckenbodenzentrum Rheinpfalz
informieren in Kurzvorträgen über die Krankheitsbilder und neueste Therapiemethoden wie
beispielsweise die „Sacrale Nervenstimulation“ und stehen für Fragen auch im kleineren Kreis
zur Verfügung. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.
Seit Anfang 2011 gibt es eine neue Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten mit Problemen in
diesem Bereich: Das Beckenboden- und Kontinenzzentrum Rheinpfalz bietet interdisziplinäre
Behandlung und modernste Therapieverfahren für Frauen und Männer. Zu der umfassenden
Behandlung gehört eine Vernetzung kompetenter Angebote von Krankenhaus und
niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen.

Patientenfreundlich
Harn- und Stuhlinkontinenz sind Tabuthemen, über die erst in jüngerer Zeit offen gesprochen
wird. Die Ursachen - bei Mann und Frau - sind vielfältig: Beckenbodenschwäche,
Senkungszustände, Prostatavergrößerung, Blasenfunktionsstörungen, Enddarmvorfall und
Enddarmfunktionsstörungen sind nur einige Beispiele. Die Symptome der Patienten gehen von
Verstopfung, ständigem Harndrang, ungewolltem Harn- oder Stuhlverlust bis hin zu diffusen
Schmerzen im Beckenbodenbereich, die schwer zuzuordnen sind.
Behandlung auch komplexer Störungen
Im Beckenboden- und Kontinenzzentrum arbeiten Spezialisten aus den drei Fachdisziplinen
Gynäkologie, Urologie und Proktologie zusammen. Neben den wöchentlichen
Spezialsprechstunden in jeder Fachdisziplin haben nun auch Patientinnen und Patienten mit
komplexen Blasen- und Darmfunktionsstörungen die Möglichkeit einer kompetenten Behandlung
in der monatlichen Spezialsprechstunde. „Der Leidensdruck für diese Menschen ist immens
hoch und sie haben teilweise schon einen langen Behandlungsweg hinter sich“, berichtet
Oberarzt Gerald Staudenmaier, der die Sprechstunde gemeinsam mit den Kollegen der
Fachrichtungen Urologie und Viszeralchirurgie durchführt. „Viele Patienten kommen zu uns, die
nicht hinreichend austherapiert sind und die nicht mehr weiter wissen.“
Sacrale Nervenstimulation
Wo bekannte Therapieansätze versagen können, kann nach den aktuellen Erfahrungen am
Hetzelstift die SNS (sacrale Nervenstimulation) erfolgreich sein. Sie besteht aus zwei minimal-
invasiven Operationsschritten im Abstand von 4 - 6 Wochen mit dem Ziel einer endgültigen
Schrittmachereinlage im Gesäßbereich. „Besonders wichtig für den Erfolg der Methode ist die
gezielte Patientenauswahl nach interdisziplinärer Betrachtung aller vorliegenden Symptome“,
erläutert Ekkehart Jonas, Oberarzt der Viszeralchirurgie. Gerade für Patientinnen und Patienten
mit länger anhaltenden Beschwerden im Beckenboden kann diese Methode die richtige Option
sein. „Ein weiterer Vorteil: die Sacrale Nervenstimulation ist vollkommen nebenwirkungsfrei“. Die
Sacralnerven gehören zu den peripheren Nerven, d. h. es erfolgt keine Stimulation des
Rückenmarks“, ergänzt Oberarzt Dr. Kwon, der u. A. ein Langzeitimplantat für Männer vorstellt
zur wirksamen Behandlung bei leichter bis schwerer Belastungsharninkontinenz.

Spezial-Sprechstunden
Das Beckenbodenzentrum bietet für die verschiedenen Krankheitsbilder Spezialsprechstunden
an. Oberarzt Gerald Staudenmaier erläutert Ursachen und Behandlungsmethoden der
weiblichen Harninkontinenz, von der bis zu 35 % aller Frauen in Deutschland betroffen sind.
Oberarzt Dr. Kwon, urologischer Spezialist im Beckenbodenzentrum, informiert u. a. über die
Ursachen von verstärktem Harndrang oder ungewollten Harnabgang beim Mann sowie über
Implantate, die helfen – ohne zu belasten. Ekkehart Jonas, Oberarzt der Klink für Allgemein-
und Visceralchirurgie und Proktologie erläutert die Auswirkungen von
Enddarmfunktionsstörungen sowie die Behandlungsoptionen bei Stuhlinkontinenz.
Sacrale Nervenstimulation - Eine neue Therapie in der Behandlung von komplexen
fachübergreifenden Beckenbodenfunktionsstörungen

Konservative und operative Behandlung der Inkontinenz bei Mann und Frau

Neue Therapien in der Behandlung von komplexen Beckenbodenfunktionsstörungen