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1.

Ade zur guten Nacht


2. All mein Gedanken die ich hab
3. Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren
4. Als die Römer frech geworden
5. Als wir jüngst in Regensburg waren
6. Am Brunnen vor dem Tore
7. An der Saale hellem Strande
8. Ännchen von Tharau
9. Bald gras ich am Neckar
10. Bolle reiste jüngst zu Pfingsten
11. Bunt sind schon die Wälder
12. Da unten im Tale
13. Das Wandern ist des Müllers Lust
14. Dat du min Leevsten büst
15. Der Frühling hat sich eingestellt & Es steht ein Baum im Odenwald (Hoffmann von
Fallersleben)
16. Der Mai ist gekommen
17. Der Winter ist ein rechter Mann
18. Der Winter ist vergangen
19. Die Gedanken sind frei
20. Ein Jäger aus Kurpfalz
21. Ein Jäger längs dem Weiher ging
22. Es es es und es
23. Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht
24. Es freit ein wilder Wassermann
25. Es geht ein dunkle Wolk herein
26. Es klappert die Mühle
27. Es war ein König in Thule
28. Es waren zwei Königskinder
29. Feinsliebchen du sollst mir nicht barfuß gehen (Johannes Brahms)
30. Gaudeamus igitur
31. Geh aus mein Herz und suche Freud
32. Grüß Gott du schöner Maien
33. Hab mein Wage vollgelade
34. Hab oft im Kreise der Lieben (Frisch gesungen) (Adalbert von Chamisso-Friedrich Silcher)
35. Hejo! Spann den Wagen an (Kanon)
36. Horch was kommt von draußen rein
37. Ich fahr dahin (Johannes Brahms)
38. Ich ging durch einen grasgrünen Wald
39. Ich hab die Nacht geträumet
40. Ich hatt einen Kameraden
41. Ich weiß nicht was soll es bedeuten - Loreley
42. Im Märzen der Bauer
43. Im schönsten Wiesengrunde
44. In einem kühlen Grunde (Joseph von Eichendorff)
45. In einen Harung
46. Innsbruck ich muss dich lassen (Heinrich Isaac)
47. Jetzt fängt das schöne Frühjahr an
48. Jetzt gang i ans Brünnele
49. Kein schöner Land in dieser Zeit
50. Komm lieber Mai
51. Leise zieht durch mein Gemüt (Heinrich Heine-Felix Mendelssohn-Bartholdy)
52. Morgen muss ich weg von hier (Friedrich Silcher)
53. Muss i denn zum Städtele hinaus
54. Nun ade du mein lieb Heimatland
55. Nun will der Lenz uns grüßen
56. O du lieber Augustin
57. O Täler weit o Höhen (Joseph von Eichendorff-Felix Mendelssohn Bartholdy)
58. Papir is doch waiß
59. Sah ein Knab ein Röslein stehn
60. Schön ist die Welt
61. Schwesterlein wann gehen wir nach Haus
62. So treiben wir den Winter aus
63. Stehn zwei Stern am hohen Himmel
64. Verstohlen geht der Mond auf
65. Viva viva la musica
66. Vöglein im hohen Baum
67. Wach auf meins Herzens Schöne
68. Wachet auf es krähte der Hahn (Kanon)
69. Ward ein Blümchen mir geschenket
70. Wem Gott will rechte Gunst erweisen
71. Wenn alle Brünnlein fließen - Heimliche Liebe
72. Wenn ich ein Vöglein wär
73. Widele wedele (Bettelmanns Hochzeit)
74. Wie schön blüht uns der Maien
75. Zum Tanze da geht ein Mädel
1 AdeAde
zur zur
guten Nacht
guten Nacht
F C7 F C F B C7 F

1. A de zur gu ten Nacht, jetzt wird der Schluss ge macht, dass

Gm7 C7 F F Gm

ich muss schei den. Im Som mer, da wächst der Klee, im

C7 Am Dm Gm7 C7 F

Win ter schneit’s den Schnee, da komm ich wie der.

001-1

2. Es trauern Berg und Tal, 4. Die Mädchen in der Welt


wo ich vieltausendmal sind falscher als das Geld
bin drüber ’gangen. mit ihrem Lieben.
|: Das hat deine Schönheit gemacht, |: Ade zur guten Nacht,
hat mich zum Lieben gebracht jetzt wird der Schluss gemacht,
mit großem Verlangen. :| dass ich muss scheiden. :|

3. Das Brünnlein rinnt und rauscht


wohl unterm Holderstrauch,
wo wir gesessen.
|: Wie manchen Glockenschlag,
da Herz bei Herzen lag,
das hast vergessen. :|

Melodie: erstmals bei Gottfried Wilhelm Fink, »Musikalischer Hausschatz der Deutschen«, Leipzig 1843
Text: Anonymus, frühes 19. Jahrhundert; 3. Strophe: Eduard Mörike (1804–1875)
Von Birgid Steinberger für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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Ein Benefizprojekt für das Singen mit Kindern von Carus und SWR2
Aus dem Volkslieder-Buch von Carus und Reclam © 2010 C_Carus-Verlag, Stuttgart
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2 AllAll
mein Gedanken,
mein die ich
Gedanken, diehab
ich hab
G G
G Em C6 G D D
7
G Em

1. All mein Ge dan ken, die ich hab, die sind bei dir. Du aus er wähl ter

G G D
C6 G D D
7
H Em G A A7 D

ein’ ger Trost, bleib stets bei mir. Du, du, du sollst an mich ge den ken.

G Em Hm C6 A7 G D7 G
D

Hätt ich al ler Wünsch Ge walt, von dir wollt ich nicht wen ken.

002-1
2. Du auserwählter ein’ger Trost, 4. Die werte Rein’, die ward sehr wein’n,
gedenk daran! do das geschah.
£ Leib und Gut, das sollst du gar zu eigen han. £ Du bist mein und ich bin dein,
Dein, dein, dein will ich ewig bleiben. sie traurig sprach.
Du gibst mir Freud und hohen Mut Wann, wann, wann ich soll von dir weichen
und kannst mir Leid vertreiben. ich nie erkannt, noch nimmermehr
erkenn ich deinesgleichen.
3. Die Allerliebst’ und Minniglich’,
die ist so zart.
£ Ihresgleich in allem Reich
findt man hart.
Bei, bei, bei ihr ist kein Verlangen,
da ich nun von ihr scheiden sollt,
da hätt sie mich umfangen.

hart: kaum
die ward sehr wein’n: die musste sehr weinen
wenken: wanken
Melodie und Text: Lochamer Liederbuch, 1452–1460, behutsam modernisiert.
Spätere Fassungen ändern den Rhythmus in T. 3 und 6 in Halbenoten.

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Alle,
3 Alle, diedie
mitmit
uns uns auf Kaperfahrt
auf Kaperfahrt fahrenfahren
Gm D7 Cm7 D7 Gm Gm Cm7

1. Al le, die mit uns auf Ka per fahrt fah ren, müs sen Män ner mit

D7 Gm B F7 B E 6
D

Bär ten sein. Jan und Hein und Klaas und Pit,

Cm D7 D7 Gm B F7

die ha ben Bär te, die ha ben Bär te, Jan und Hein und

B E 6
D Gm Cm6 Gm D7 Gm
D

Klaas und Pit, die ha ben Bär te, die fah ren mit.

003-1
2. Alle, die Hölle und Teufel nicht fürchten, ...

3. Alle, die mit uns das Walross schlachten, ...

4. Alle, die Weiber und Branntwein lieben, ...

5. Alle, die öligen Zwieback kauen, ...

6. Alle, die mit uns zur Hölle fahren, ...

Melodie: aus Flandern, in: »Chants populaires des Flamands de France«, Gent 1856
Text: nach dem Flämischen »Al die willen te kaap’ren varen« (anonym) von Gottfried Wolters (1910–1989)
© Möseler-Verlag, Wolfenbüttel (deutscher Text)

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AlsRömer
Als die die Römer
frech frech geworden
geworden

A D A E7

1. Als die Rö mer frech ge wor den,


sim se rim sim sim sim sim,
zo gen sie nach Deutsch lands Nor den,

A A

vor ne mit Trom pe ten schall,


ta te rä tä tä tä,
ritt Herr Gene ral feld mar schall,

F m C D E

Herr Quin ti lius Va rus, wau wau wau

A D A A G A H7 E E7
3

wau wau wau, Herr Quin ti lius Va rus, schnät te räng

A E7 A E7 A
3 3

täng, schnät te räng täng, schnät te räng täng te räng täng täng.

2. In dem Teutoburger Walde, 5. O Quintili, armer Feldherr,


huh, wie piff der Wind so kalte, dachtest du, dass so die Welt wär’?
Raben flogen durch die Luft, Er geriet in einen Sumpf,
und es war ein Moderduft, verlor zwei Stiefel und einen Strumpf
wie von Blut und Leichen. und blieb elend stecken.

3. Plötzlich aus des Waldes Duster, 6. Da sprach er voll Ärgernussen


brachen kampfhaft die Cherusker, zum Centurio Titiussen:
mit Gott für Fürst und Vaterland „Kamerad, zeuch dein Schwert hervor
stürzten sie sich wutentbrannt und von hinten mich durchbohr,
auf die Legionen. weil doch alles futsch ist!“

4. Weh, das war ein großes Morden, 7. In dem armen röm’schen Heere
sie schlugen die Kohorten, diente auch als Volontaire
nur die röm’sche Reiterei Scaevola, ein Rechtscandidat,
rettete sich noch ins Frei’, den man schnöd gefangen hat,
denn sie war zu Pferde. wie die andern alle.

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8. Diesem ist es schlimm ergangen, 11. Nur in Rom war man nicht heiter,
eh, dass man ihn aufgehangen sondern kaufte Trauerkleider,
stach man ihn durch Zung und Herz, grade als beim Mittagsmahl,
nagelte ihn hinterwärts Augustus saß im Kaisersaal,
auf sein Corpus Juris. kam die Trauerbotschaft.

9. Als das Morden war zu Ende, 12. Erst blieb ihm vor jähem Schrecken
rieb Fürst Hermann sich die Hände, ein Stück Pfau im Halse stecken,
und, um seinen Sieg zu weihn, dann geriet er außer sich:
lud er die Cherusker ein, „Varus, Varus, schäme dich,
zu nem großen Frühstück. redde legiones!“

10. Wild gab’s und westfäl’schen Schinken, 13. Sein deutscher Sklave, Schmidt geheißen,
Bier, soviel man wollte trinken, dacht: „Euch soll das Mäusle beißen,
auch im Zechen blieb er Held, wenn er sie je wiederkriegt,
doch auch seine Frau Thusneld denn wer einmal tot daliegt
soff walkürenmäßig. wird nicht mehr lebendig.“

Text: Joseph Victor von Scheffel (1826–1886), ursprünglich auf die Melodie von „Die Hussiten zogen vor Naumburg“
Melodie: Ludwig Teichgräber (1840–1904), nach dem Festmarsch „Kriegers-Lust“ (1860) von Joseph Gungl (1810–1889)
Von Johannes Kaleschke für das Liederprojekt gesungen.

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4 AlsAls
wirwir
jüngst in Regensburg
jüngst warenwaren
in Regensburg
C G7 C F

1. Als wir jüngst in Re gens burg wa ren,


sind wir ü ber den Stru del ge fah ren; da war’n vie le Hol

C G7 C C 7
G G C C

den, die mit fah ren woll ten. Schwä bi sche, bay ri sche

F C G7 C C G7 C
G

Dirn del, juch hei ras sa, muss der Schiffs mann fah ren.
004-1
2. Und vom hohen Bergesschlosse 5. Als sie auf die Mitt gekommen,
kam auf stolzem schwarzen Rosse kam ein großer Nix geschwommen,
adlig Fräulein Kunigund, nahm das Fräulein Kunigund,
wollt mitfahren über Strudels Grund. fuhr mit ihr in des Strudels Grund.
|: Schwäbische ... :| |: Schwäbische ... :|

3. »Schiffsmann, lieber Schiffsmann mein, 6. Und ein Mädel von zwölf Jahren
sollt’s denn so gefährlich sein? ist mit über den Strudel gefahren,
Schiffsmann, sag mir’s ehrlich, weil sie noch nicht lieben kunnt,
ist’s denn so gefährlich?« fuhr sie sicher über Strudels Grund.
|: Schwäbische ... :| |: Schwäbische ... :|

4. »Wem der Myrtenkranz geblieben,


landet froh und sicher drüben;
wer ihn hat verloren,
ist dem Tod erkoren.«
|: Schwäbische ... :|

Melodie und Text: Anonymus, bei Kugler-Reinick, »Liederbuch für deutsche Künstler«, Berlin 1833
Melodie allein zuerst 1830 bei Serig, »Auswahl deutscher Lieder«, Leipzig 1830

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5 AmAm
Brunnen vor dem
Brunnen Tore Tore · Der Lindenbaum
vor dem
7
E B E

1. Am Brun nen vor dem To re, da steht ein Lin den baum; ich
7 3
E B E

träumt in sei nem Schat ten so man chen sü ßen Traum. Ich

B E A Fm7 B B 7

schnitt in sei ne Rin de so man ches lie be Wort; es zog in Freud und
7
E E B
7 3
E E B G B E

Lei de zu ihm mich im mer fort, zu ihm mich im mer fort.


005-1
2. Ich musst auch heute wandern 3. Die kalten Winde bliesen
vorbei in tiefer Nacht, mir grad ins Angesicht;
da hab ich noch im Dunkeln der Hut flog mir vom Kopfe,
die Augen zugemacht. ich wendete mich nicht.
Und seine Zweige rauschten, Nun bin ich manche Stunde
als riefen sie mir zu: entfernt von jenem Ort,
Komm her zu mir, Geselle, und immer hör ich’s rauschen:
hier findst du deine Ruh! Du fändest Ruhe dort.

Melodie: nach Franz Schuberts (1797–1828) »Der Lindenbaum«, aus der »Winterreise« D 911, 1827, in der Fassung Friedrich Silchers
Text: Wilhelm Müller (1794–1827)
Vom Calmus Ensemble Leipzig für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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6 AnAn
derder
Saale hellem
Saale Strande
hellem Strande
F C7 F

1. An der Saa le hel lem Stran de ste hen Bur gen stolz und

C C7 F

kühn; ih re Dä cher sind ver fal len, und der

C7 F B 6 F C7 F
C

Wind streicht durch die Hal len, Wol ken zie hen drü ber hin.

006-1
2. Zwar die Ritter sind verschwunden, 4. Und der Wandrer zieht von dannen,
nimmer klingen Speer und Schild; denn die Trennungsstunde ruft,
doch dem Wandersmann erscheinen und er singet Abschiedslieder,
in den altbemoosten Steinen Lebewohl tönt ihm hernieder,
oft Gestalten zart und mild. Tücher wehen in der Luft.

3. Droben winken schöne Augen,


freundlich lacht manch roter Mund,
Wandrer schaut wohl in die Ferne,
schaut in holder Augen Sterne,
Herz ist heiter und gesund.

Melodie: Friedrich Ernst Fesca (1789–1826), 1822.


Die Melodie wurde ursprünglich zum Text des Soldatenlieds
»Heute scheid ich, morgen wander ich« geschrieben.
Text: Franz Kugler (1808–1858), 1826
Von Philip Niederberger für das Liederprojekt gesungen.
(Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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7 Ännchen von Tharau
Ännchen von Tharau
G D7 G D

1. Änn chen von Tha rau ist, die mir ge fällt, sie ist mein
Änn chen von Tha rau hat wie der ihr Herz auf mich ge
A7 D A7 D D A D A

Le ben, mein Gut und mein Geld. Änn chen von Tha rau, mein
rich tet in Lieb und in Schmerz.

D G D7 Em Am G G
D

Reich tum, mein Gut, du mei ne See le, mein Fleisch und mein Blut.

2. Käm alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,


007-1 wir sind gesinnt, beieinander zu stahn.
Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein
soll unsrer Liebe Verknotigung sein.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.

3. Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,


hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt:
So wird die Lieb in uns mächtig und groß
nach manchen Leiden und traurigem Los.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.

4. Würdest du gleich einmal von mir getrennt,


lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt;
ich will dir folgen durch Wälder und Meer,
Eisen und Kerker und feindliches Heer.
Ännchen von Tharau, mein Licht, meine Sonn,
mein Leben schließt sich um deines herum.

Melodie: Friedrich Silcher (1789–1860), 1827; Text: vermutlich Simon Dach (1605–1659);
aus dem Samländischen ins Hochdeutsche übertragen von Johann Gottfried Herder (1744–1803)
Von André Morsch für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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10 Bald gras ich am Neckar
Bald gras ich am Neckar · Das Ringlein
C7 F C7 F

1. Bald gras ich am Ne ckar, bald gras ich am Rhein, bald

C7 F C7 F

hab ich ein Schät zel, bald bin ich al lein.

010-1
2. Was hilft mir das Grasen, 7. Mein Schätzlein tät springen,
wenn die Sichel nicht schneidt; bergauf und bergein,
was hilft mir ein Schätzel, tät mir wiedrum bringen
wenn’s bei mir nicht bleibt. das Goldringlein fein.

3. So soll ich dann grasen 8. Kannst grasen am Neckar,


am Neckar, am Rhein, kannst grasen am Rhein,
so werf ich mein goldiges wirf du mir nur immer
Ringlein hinein. dein Ringlein hinein.

4. Es fließet im Neckar
und fließet im Rhein,
soll schwimmen hinunter
ins tiefe Meer ’nein.

5. Und schwimmt es, das Ringlein,


so frisst es ein Fisch;
das Fischlein soll kommen
aufs König sein Tisch.

6. Der König tät fragen,


wem’s Ringlein soll sein?
Da tät mein Schatz sagen,
das Ringlein g’hört mein.

Grasen: Mähen, Schneiden


Text: nach »Des Knaben Wunderhorn«, 1808, Fassung von Ludwig Erk, »Deutscher Liederschatz«, Leipzig 1859–1872
Melodie: Schnadahüpfel-Melodie, um 1830

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BolleBolle
reistereiste
jüngstjüngst
zu Pfingsten
zu Pfingsten
1.
G C D7 G

Bol le rei ste jüngst zu Pfing sten, nach Pan kow war sein Ziel.
Da ver lor er sei nen Jüng sten janz plötz lich im Je

2.
G D A7 D D7

wühl; ne vol le hal be Stun de hat er nach ihm je spürt.

G C D7 G

A ber den noch hat sich Bol le janz köst lich a mü siert.

2. In Pankow gab’s kein Essen, 5. Als er nach Haus jekommen,


in Pankow gab’s kein Bier, da ging’s ihm aber schlecht;
war alles uffjefressen da hat ihn seine Olle
von fremden Leuten hier. janz mörderlich verdrescht!
Nicht mal ’ne Butterstulle Ne volle halbe Stunde
hat man ihm reserviert! hat sie auf ihm poliert.
Aber dennoch hat sich Bolle Aber dennoch hat sich Bolle
janz köstlich amüsiert. janz köstlich amüsiert.

3. Auf der Schönholzer Heide, 6. Und Bolle wollte sterben,


da jab’s ne Keilerei, er hat sich’s überlegt:
und Bolle, jar nicht feige, er hat sich uff die Schienen
war mittenmang dabei, der Kleinbahn druffjelegt.
hat’s Messer rausgezogen Die Kleinbahn hat Verspätung,
und fünfe massakriert. und vierzehn Tage druff,
Aber dennoch hat sich Bolle da fand man unsern Bolle
janz köstlich amüsiert. als Dörrjemüse uff.

4. Es fing schon an zu tagen, 7. Und Bolle wurd‘ begraben


als er sein Heim erblickt. in einer alten Kist‘.
Das Hemd war ohne Kragen, Der Pfarrer sagte »Amen«
das Nasenbein zerknickt, und warf ihn auf den Mist.
das linke Auge fehlte, Die Leute klatschten Beifall
das rechte marmoriert. und gingen dann nach Haus.
Aber dennoch hat sich Bolle Und nun ist die Geschichte
janz köstlich amüsiert. von unserm Bolle aus.

Melodie und Text: volkstümlich, um 1900 in Berlin


Von Philip Niederberger für das Liederprojekt gesungen.

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11 Bunt
Buntsind schon
sind diedie
schon Wälder
Wälder
G D7 G G D7 G

1. Bunt sind schon die Wäl der, gelb die Stop pel fel der
D
A A7 D G H7 C E7

und der Herbst be ginnt. Ro te Blät ter fal len,

Am C D D7 G D7 G

grau e Ne bel wal len, küh ler weht der Wind.

011-1 2. Wie die volle Traube 4. Geige tönt und Flöte


aus dem Rebenlaube bei der Abendröte
purpurfarbig strahlt! und im Mondesglanz;
Am Geländer reifen junge Winzerinnen
Pfirsiche mit Streifen winken und beginnen
rot und weiß bemalt. frohen Erntetanz.

3. Flinke Träger springen


und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.

Melodie: Johann Friedrich Reichardt (1752–1814), 1799


Text: Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762–1834), 1793
Von Stephan Genz für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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12 Da unten im Tale
Da unten im Tale
F C7 Dm

1. Da un ten im Ta le läuft’s Was ser so trüb, und i

B F Gm7 C7 F
A

kann dirs nit sa gen, i hab di so lieb.

012-1 2. Sprichst allweil von Lieb,


sprichst allweil von Treu,
und a bissele Falschheit
is au wohl dabei!

3. Und wenn i dir’s zehnmal sag,


dass i di lieb,
und du willst nit verstehen,
muss i halt weitergehn.

4. Für die Zeit, wo du g’liebt mi hast,


dank i dir schön,
und i wünsch, dass dir’s anderswo
besser mag gehn.

Melodie und Text: aus Kretzschmer/Zuccalmaglio, »Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen«, Berlin 1838–1840
Von Christoph Prégardien für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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13 Das
DasWandern
Wandernist des Müllers
ist des LustLust
Müllers
G C G G D G

1. Das Wan dern ist des Mül lers Lust, das Wan dern ist des Mül lers Lust, das
G D7 G D A7 D
D

Wan dern! Das muss ein schlech ter Mül ler sein, dem

D A7 D C D7 G D G

nie mals fiel das Wan dern ein, dem nie mals fiel das Wan dern ein, das

D G C6 D7 G C6 D7

Wan dern, Wan dern, das Wan dern, das Wan

G D G G D7 G
D

dern, das Wan dern, das Wan dern, das Wan dern.

013-1 2. |: Vom Wasser haben wir’s gelernt, :| 4. |: Die Steine selbst, so schwer sie sind, :|


vom Wasser! die Steine!
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht, Sie tanzen mit den muntern Reihn
|: ist stets auf Wanderschaft bedacht, :| |: und wollen gar noch schneller sein, :|
das Wasser, Wasser, die Steine, Steine,
|: das Wasser, das Wasser. :| |: die Steine, die Steine. :|

3. |: Das sehn wir auch den Rädern ab, :| 5. |: O Wandern, Wandern, meine Lust, :|
den Rädern! o Wandern!
Die gar nicht gerne stille stehn, Herr Meister und Frau Meisterin,
|: die sich mein Tag nicht müde drehn, :| |: lasst mich in Frieden weiterziehn :|
die Räder, Räder, und wandern, wandern
|: die Räder, die Räder. :| |: und wandern und wandern. :|

Melodie: Carl Friedrich Zöllner (1800–1860), 1844; Text: Wilhelm Müller (1794–1827), 1818
Von Hans Jörg Mammel für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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15 Dat
Datdudu
min Leevsten
min büstbüst
Leevsten
F C F C

1. Dat du min Leevs ten büst, dat du woll weeßt.

Gm C7 F Dm B 6
C F

Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, segg mi was Leevs!

Gm C7 F Dm Gm C7 F

Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, segg mi was Leevs!

015-1
2. Kumm du üm Middernacht, 4. Kummt denn de Morgenstund,
kumm du Klock een! kreiht de ol Hahn,
|: Vader slöpt, Moder slöpt, |: Leevster min, Leevster min,
ick slap alleen. :| denn mößt du gahn! :|

3. Klopp an de Kammerdör, 5. Sachen den Gang henlank,


fat an de Klink! lies mid de Klink!
|: Vader meent, Moder meent, |: Vader meent, Moder meent,
dat deit de Wind. :| dat deit de Wind. :|

Sachen: sachte
henlank: entlang
lies: leis
Melodie: Hamburg 1778
Text: zuerst bei Karl Müllenhoff, »Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig Holstein und Lauenburg«, Kiel 1845

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Aus dem Volkslieder-Buch von Carus und Reclam © 2010 C_Carus-Verlag, Stuttgart
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16 Der Frühling hat sich eingestellt
Der Frühling hat sich eingestellt
Es steht ein Baum im Odenwald
Es steht ein Baum im Odenwald
D A D E7 A

1. Der Früh ling hat sich ein ge stellt; wohl an, wer will ihn sehn? Der
1. Es steht ein Baum im O den wald, der hat viel grü ne Äst. Da

A A7 D A A7 D

muss mit mir ins frei e Feld, ins grü ne Feld nun gehn.
bin ich schon viel tau send mal bei mei nem Schatz ge west.
016-1
2. Er hielt im Walde sich versteckt, 2. Da sitzt ein schöner Vogel drauf,
dass niemand ihn mehr sah; der pfeift gar wunderschön.
ein Vöglein hat ihn aufgeweckt; Ich und mein Schätzlein lauern auf,
jetzt ist er wieder da. wenn wir mit’nander gehn.

3. Jetzt ist der Frühling wieder da! 3. Der Vogel sitzt in seiner Ruh
Ihm folgt, wohin er geht, wohl auf dem höchsten Zweig.
nur lauter Freude, fern und nah, Und schauen wir dem Vogel zu,
und lauter Spiel und Lied. so pfeift er allsogleich.

4. Und allen hat er, groß und klein, 4. Der Vogel sitzt in seinem Nest
was Schönes mitgebracht, wohl auf dem grünen Baum.
und sollt’s auch nur ein Sträußchen sein, Ach, Schätzel, bin ich bei dir gwest,
er hat an uns gedacht. oder ist es nur ein Traum?

5. Drum frisch hinaus ins freie Feld, 5. Und als ich wieder kam zu ihr,
ins grüne Feld hinaus. verdorret war der Baum.
Der Frühling hat sich eingestellt, Ein andrer Liebster stand bei ihr,
wer bliebe da zu Haus? jawohl, es war ein Traum.

6. Der Baum, der steht im Odenwald,


und ich bin in der Schweiz,
da liegt der Schnee und ist so kalt,
mein Herz es mir zerreißt.

Melodie: Johann Friedrich Reichardt (1752–1814), ursprünglich mit dem Text »Nicht lobenswürdig ist der Mann«, in: »Lieder
für Kinder«, Hamburg 1781. Seit 1810 mit dem Text »Es steht ein Baum« verbunden. Text von »Der Frühling hat sich eingestellt«:
Hoffmann von Fallersleben (1798–1874); Text von »Es steht ein Baum im Odenwald«: »Des Knaben Wunderhorn«, 1808
Von Helene Schneiderman für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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17 Der Mai ist gekommen
Der Mai ist gekommen
D A7 D

1. Der Mai ist ge kom men, die Bäu me schla gen aus,
da blei be, wer Lust hat, mit Sor gen zu haus;
A E E7

wie die Wol ken dort wan dern am himm li schen


A D A7 D

Zelt, so steht auch mir der Sinn in die wei te, wei te Welt.

017-1 2. Herr Vater, Frau Mutter, dass Gott euch behüt!


Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht?
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert,
es gibt so manchen Wein, den ich nimmer noch probiert.

3. Frisch auf drum, frisch auf drum im hellen Sonnenstrahl


wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal.
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all;
mein Herz ist wie ’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

4. Und abends im Städtlein, da kehr ich durstig ein:


»Herr Wirt, eine Kanne, eine Kanne blanken Wein!«
Ergreife die Fiedel, du lust’ger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel, das sing ich dazu.

5. Und find ich keine Herberg, so lieg ich zu Nacht


wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
Im Winde die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Frühe das Morgenrot mich wach.

6. O Wandern, o Wandern, du freie Burschenlust!


Da weht Gottes Odem so frisch in die Brust,
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!

Melodie: Justus Wilhelm Lyra (1822–1882), 1843; Text: Emanuel Geibel (1815–1884), 1842
Von Julia Kleiter für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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116 Der Winter ist ein rechter Mann
Der Winter ist ein rechter Mann
6
F Dm B Gm

1. Der Win ter ist ein rech ter Mann, kern


C C7 F F Dm

fest und auf die Dau er; sein Fleisch fühlt sich wie
F
Gm7 C F Dm C C7 F

Ei sen an; und scheut nicht süß noch sau er.

116-1
2. Aus Blumen und aus Vogelsang 4. Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus
weiß er sich nichts zu machen, beim Nordpol an dem Strande;
hasst warmen Trank und warmen Klang doch hat er auch ein Sommerhaus
und alle warme Sachen. im lieben Schweizerlande.

3. Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht 5. Da ist er denn bald dort, bald hier,
und Teich’ und Seen krachen; gut Regiment zu führen.
das klingt ihm gut, das hasst er nicht, und wenn er durchzieht, stehen wir
dann will er sich totlachen. und sehn ihn an und frieren.

Melodie: Johann Friedrich Reichardt (1752–1814), 1797


Text: Matthias Claudius (1740–1815), 1782

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18 Der
DerWinter
Winterist ist
vergangen
vergangen
G D G Em C6 D7 G

1. Der Win ter ist ver gan gen, ich seh des Mai en Schein,
ich seh die Blüm lein pran gen, des ist mein Herz er freut.

Em Am D7 G C6

So fern in je nem Ta le, da ist gar lus tig

D G D G Em C6 D7 G

sein, da singt die Nach ti gal le und manch Wald vö ge lein.

018-1
2. Ich geh ein’ Mai zu hauen 4. »Ach, Wächter auf der Mauren,
hin durch das grüne Gras, wie quälst du mich so hart!
schenk meinem Buhln die Traue, Ich lieg in schweren Trauren,
die mir die Liebste was, mein Herze leidet Schmerz:
und bitt, dass sie mag kommen Das macht die Allerliebste,
all an dem Fenster stahn, von der ich scheiden muss;
empfangen den Mai mit Blumen, das klag ich Gott dem Herren,
er ist gar wohlgetan. dass ich sie lassen muss.

3. Er nahm sie sonder Trauern 5. Adieu, mein’ Allerliebste,


in seine Arme blank. Adieu, schön Blümlein fein.
Der Wächter auf der Mauern Adieu, schön Rosenblume!
hub an ein Lied und sang: Es muss geschieden sein.
»Ist jemand noch darinnen, Bis dass ich wiederkomme,
der mag bald heimwärts gahn! bleibst du die Liebe mein;
Ich seh den Tag her dringen das Herz in meinem Leibe
schon durch die Wolken klar.« gehört ja allzeit dein!«

Melodie: Erk/Böhme, »Deutscher Liederhort«, Leipzig 1893/94, nach einer Melodie aus dem
Lautenbuch von Adriaen Jorisz Smout (»Thysius luitboek«), um 1600
Text: deutsche Fassung von Franz Magnus Böhme, 1877, nach dem mittelniederländischen Lied
»Die winter is verganghen«, erstmals in einer Liederhandschrift aus dem Jahr 1537
Vom Jungen Vokalensemble Hannover für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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DieGedanken
19 Die Gedanken sind
sind freifrei
C G7 C C

1. Die Ge dan ken sind frei! Wer kann sie er ra ten? Sie flie hen vor

G7 C E7 Am

bei wie nächt li che Schat ten. Kein Mensch kann sie wis sen, kein

G7 C F C G7 C
G

Jä ger er schie ßen, es blei bet da bei: Die Ge dan ken sind frei!

019-1
2. Ich denke, was ich will 4. Drum will ich auf immer
und was mich beglücket, den Sorgen entsagen
doch alles in der Still und will mich auch nimmer
und wie es sich schicket. mit Grillen mehr plagen.
Mein Wunsch und Begehren Man kann ja im Herzen
kann niemand verwehren, stets lachen und scherzen
es bleibet dabei: und denken dabei:
Die Gedanken sind frei! Die Gedanken sind frei!

3. Und sperrt man mich ein


im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei!

Melodie: Bern 1810–1820, obige Fassung nach Hoffmann/Richter, »Schlesische Volkslieder«, Leipzig 1842
Text: aus süddeutschen Flugblättern 1780–1800, 1820 erstmals mit der obigen Melodie gedruckt
Von Jonas Kaufmann für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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23 Ein
EinJäger
Jägerausaus
Kurpfalz
Kurpfalz
F C7 F B 6

1. Ein Jä ger aus Kur pfalz, der rei tet durch den grü nen Wald, er

C F C7 F F B F C7

schießt das Wild da her, gleich wie es ihm ge fällt. Ju ja, ju ja! Gar

F G7 C F C7 F

lus tig ist die Jä ge rei all hier auf grü ner Heid, all hier auf grü ner Heid!
023-1

2. Auf, sattelt mir mein Pferd


und legt darauf den Mantelsack,
so reit ich hin und her
als Jäger aus Kurpfalz.
Juja, juja! Gar lustig ist die Jägerei
allhier auf grüner Heid,
allhier auf grüner Heid!

3. Jetzt reit ich nicht mehr heim,


bis dass der Kuckuck »Kuckuck« schreit;
er schreit die ganze Nacht
allhier auf grüner Heid.
Juja, juja! Gar lustig ist die Jägerei
allhier auf grüner Heid,
allhier auf grüner Heid!

Melodie und Text: ab 1790 durch Liedflugschriften belegt


Von Dietrich Henschel für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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Ein Jäger längs dem Weiher ging
G C G Em D G

Ein Jä ger längs dem Wei her ging. Lauf, Jä ger, lauf! Die

D A7 D G C

Däm me rung den Wald um fing. Lauf, Jä ger, lauf, Jä ger,

G D A7 D

lauf, lauf, lauf, mein lie ber Jä ger, gu ter Jä ger, lauf, lauf, lauf, mein

G D G C G D7 G

lie ber Jä ger, lauf, mein lie ber Jä ger, lauf!

2. Was raschelt in dem Grase dort? 5. Der Jäger lief zum Wald hinaus.
Lauf, Jäger, lauf! Lauf, Jäger, lauf!
Was flüstert leise fort und fort? Verkroch sich flink im Jägerhaus.
Lauf, Jäger, lauf! Lauf, Jäger, lauf!

3. Was ist das für ein Untier doch! 6. Das Häschen spielt im Mondenschein.
Lauf, Jäger, lauf! Lauf, Jäger, lauf!
Hat Ohren wie ein Blocksberg hoch! Ihm leuchten froh die Äugelein.
Lauf, Jäger, lauf! Lauf, Jäger, lauf!

4. Der Jäger furchtsam um sich schaut.


Lauf, Jäger, lauf!
Jetzt will ich’s wagen, o mir graut!
Lauf, Jäger, lauf!

Melodie: in Kretzschmer / Zuccalmaglio, »Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen«, Berlin 1838–1840
Text: Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1809–1869), 1835
Von Jutta Koch für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 3, Carus)

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34 EsEs,
istes,
eines
harter
undSchluss
es
1.
F C7 F B F F C7 F

1. Es, es, es und es, es ist ein har ter Schluss,


weil, weil, weil und weil, weil ich aus Frank furt

2. F Gm7 C7 F Dm

muss. So schlag ich Frank furt aus dem Sinn und wen de mich, Gott

G7 C F C7 F Dm B 6
C7 F

weiß, wo hin. Ich will mein Glück pro bie ren, mar schie ren.
034-1
2. |: Er, er, er und er, 3. |: Sie, sie, sie und sie,
Herr Meister, leb er wohl! :| Frau Meist’rin, leb sie wohl! :|
Ich sag’s ihm grad frei ins Gesicht, Ich sag’s ihr grad frei ins Gesicht:
seine Arbeit, die gefällt mir nicht. Ihr Speck und Kraut, das schmeckt mir nicht.
Ich will mein Glück probieren, Ich will mein Glück probieren,
marschieren. marschieren.

4. |: Ihr, ihr, ihr und ihr,


ihr Jungfern, lebet wohl! :|
Ich wünsche euch zu guter Letzt
ein’n andern, der meine Stell ersetzt.
Ich will mein Glück probieren,
marschieren.

5. |: Ihr, ihr, ihr und ihr,


ihr Brüder, lebet wohl! :|
Hab ich euch was zu Leid getan,
so bitt ich um Verzeihung an.
Ich will mein Glück probieren,
marschieren.

Melodie: in einer etwas anderen Version erstmals belegt in Erk/Irmer, »Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen«,
Berlin 1838. Obige Melodieversion nach dem »Zupfgeigenhansl«, Darmstadt 1909
Text: ab 1800 in Flugschriften belegt
Von Singer Pur für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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25 EsEsfiel
fieleinein Reif
Reif in in
derder Frühlingsnacht
Frühlingsnacht
Blaublümelein
Gm D Gm D7 Gm Gm D
D

1. Es fiel ein Reif in der Früh lings nacht. Er fiel auf die zar ten Blau

Gm D Gm D7 Gm
D

blü me lein, sie sind ver wel ket, ver dor ret.

025-1
2. |: Ein Knabe hatte ein Mägdlein lieb, :|
sie flohen gar heimlich von Hause fort,
es wusst’s nicht Vater noch Mutter.

3. |: Sie sind gewandert hin und her, :|


sie haben gehabt weder Glück noch Stern,
sie sind verdorben, gestorben.

4. |: Auf ihrem Grab Blaublümlein blühn, :|


umschlingen sich zart wie sie im Grab,
der Reif sie nicht welket, nicht dorret.

Melodie: nach dem elsässischen Volkslied »Es fuhr ein Fuhrknecht übern Rhein«, 1807
Text: nach »Des Knaben Wunderhorn«, 4. Band, 1854. Dort ohne die 4. Strophe.
Auch Zuccalmaglio (1803–1869) zugeschrieben, 1825
Von Christine Müller für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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26 Es freit ein wilder Wassermann
Es freit ein wilder Wassermann
6 7
E A E A B E

1. Es freit ein wil der Was ser mann in der Burg wohl ü ber dem See. Des
7
B E F7 B 7
E

Kö nigs Toch ter musst er han, die schö ne, jun ge Li lo fee.

026-1
2. Sie hörte drunten die Glocken gehn
im tiefen, tiefen See,
wollt Vater und Mutter wiedersehn,
die schöne, junge Lilofee.

3. Und als sie vor dem Tore stand


auf der Burg wohl über dem See,
da neigt sich Laub und grünes Gras
vor der schönen, jungen Lilofee.

4. Und als sie aus der Kirche kam


von der Burg wohl über dem See,
da stand der wilde Wassermann
vor der schönen, jungen Lilofee.

5. »Sprich, willst du hinuntergehn mit mir


von der Burg wohl über dem See,
deine Kindlein unten weinen nach dir,
du schöne, junge Lilofee.«

6. »Und eh ich die Kindlein weinen lass


im tiefen, tiefen See,
scheid ich von Laub und grünem Gras,
ich arme, junge Lilofee.«

Melodie: seit dem frühen 19. Jahrhundert aus Nordböhmen (St. Joachimsthal, heute: Jáchymov) überliefert
Text: in verschiedenen Fassungen seit dem frühen 19. Jahrhundert überliefert.
Hier nach Max Pohl (1869–1928), in Selle/Pohl, »Hundert deutsche Volkslieder aus älterer Zeit«, Hannover 1911
Von Margarete Joswig für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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90 Es geht ein dunkle Wolk herein
Es geht ein dunkle Wolk herein
Em Am6 Em H7 Em
H

1. Es geht ein dunk le Wolk he rein, mich deucht, es

Am6 Em H7 Em F 7
Hm G
H

wird ein Re gen sein, ein Re gen aus den

D G Am H7 Em

Wol ken wohl in das grü ne Gras.

090-1
2. Und kommst du, liebe Sonn, nit bald,
so weset alls im grünen Wald,
und all die müden Blumen,
die haben müden Tod.

3. Es geht ein dunkle Wolk herein,


es soll und muss geschieden sein.
Ade, Feinslieb, dein Scheiden
macht mir das Herze schwer.

Melodie und Text: nach Pater Johann Werlins Liederhandschrift, Kloster Seeon am Chiemsee, 1646. Dort nur die erste Strophe.
Die 2. Strophe erschien erstmals im »Zupfgeigenhansl«, Darmstadt 1909. Die 3. Strophe entstammt – abgesehen von der geän-
derten Schlusszeile – einem Wanderlied des Kuhländchens (Ich waß wohl, wenns gut wandern ist), überliefert bei Kretzschmer/
Zuccalmaglio, »Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen, Berlin 1838–1840
Von Monika Mauch für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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27 EsEsklappert diedie
klappert Mühle
Mühle
F C F

1. Es klap pert die Müh le am rau schen den Bach, klipp klapp! Bei
F C F

Tag und bei Nacht ist der Mül ler stets wach, klipp klapp! Er

F Dm7 Gm7 C7 F B

mah let das Korn zu dem kräf ti gen Brot, und ha ben wir die ses, so

C F C7 F

hat’s kei ne Not. Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!

027-1 2. Flink laufen die Räder und drehen den Stein,


klipp klapp!
Und mahlen den Weizen zu Mehl uns so fein,
klipp klapp!
Der Bäcker dann Zwieback und Kuchen draus bäckt,
der immer den Kindern besonders gut schmeckt.
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!

3. Wenn reichliche Körner das Ackerfeld trägt,


klipp klapp!
Die Mühle dann flink ihre Räder bewegt,
klipp klapp!
Und schenkt uns der Himmel nur immerdar Brot,
so sind wir geborgen und leiden nicht Not.
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!

Melodie: aus dem 16. Jahrhundert, um 1770 in Verbindung


mit dem Text »Es ritten drei Reiter zum Tor hinaus« bekannt geworden
Text: Ernst Anschütz (1780–1861)
Von Michael Nagy für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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31 Es war ein König in Thule
Es war ein König in Thule
Dm Am B F Gm B A

1. Es war ein Kö nig in Thu le gar treu bis an das Grab, dem

Dm C7 F Gm Dm Gm6 A Dm

ster bend sei ne Buh le ei nen gold nen Be cher gab.

031-1
2. Es ging ihm nichts darüber, 5. Dort stand der alte Zecher,
er leert’ ihn jeden Schmaus; trank letzte Lebensglut
die Augen gingen ihm über, und warf den heil’gen Becher
so oft er trank daraus. hinunter in die Flut.

3. Und als er kam zu sterben, 6. Er sah ihn stürzen, trinken,


zählt’ er seine Städt’ im Reich, und sinken tief ins Meer;
gönnt’ alles seinen Erben, die Augen täten ihm sinken;
den Becher nicht zugleich. trank nie einen Tropfen mehr.

4. Er saß beim Königsmahle,


die Ritter um ihn her,
auf hohem Vätersaale,
dort auf dem Schloss am Meer.

Thule: eine mystische Insel im Norden Europas


Buhle: Geliebte
Melodie: Carl Friedrich Zelter (1758–1832), 1812
Text: Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), 1774
Von Cornelia Kallisch für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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32 Es waren zwei Königskinder
Es waren zwei Königskinder
F C7 F C7 F

1. Es wa ren zwei Kö nigs kin der, die hat ten ei nan der so
7 6
C F C Dm B

lieb, sie konn ten bei sam men nicht kom men, das
F C7 F C F B 6
C7 F
C

Was ser war viel zu tief, das Was ser war viel zu tief.

032-1
2. »Ach Schätzchen, könntest du schwimmen, 6. Sie fasst ihn in ihre Arme
so schwimm doch herüber zu mir! und küsst seinen toten Mund:
Drei Kerzchen will ich anzünden, »Ach Mündelein, könntest du sprechen,
|: und die solln leuchten zu dir.« :| |: so wär mein jung Herze gesund!« :|

3. Das hört’ ein falsches Nönnchen, 7. Sie schwang sich um ihren Mantel
die tat, als wenn sie schlief; und sprang wohl in die See:
sie tät die Kerzlein auslöschen, »Gut Nacht, mein Vater und Mutter,
|: der Jüngling ertrank so tief. :| |: ihr seht mich nimmermeh.« :|

4. »Ach Fischer, lieber Fischer, 8. Da hört man Glocken läuten,


willst dir verdienen groß Lohn, da hört man Jammer und Not:
so senk deine Netze ins Wasser, Hier liegen zwei Königskinder,
|: fisch mir den Königssohn!« :| |: die sind alle beide tot. :|

5. Er warf das Netz ins Wasser,


es ging bis auf den Grund.
Der erste Fisch, den er fischet,
|: das war sich des Königs Sohn. :|

Melodie und Text: in verschiedenen Varianten überliefert mit Wurzeln im 15. Jahrhundert.
Text hier nach »Des Knaben Wunderhorn«, 4. Band, 1854, gekürzt; Melodie nach Heinrich Bothe, 1804
Von Juliane Banse für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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35 Feinsliebchen,
Feinsliebchen,du du
sollst mirmir
sollst nichtnicht
barfuß gehn gehn
barfuß
Hm G D A Hm

1. Feins lieb chen, du sollst mir nicht bar fuß gehn, du zer trittst dir die

G D A7 D D A G
A

zar ten Füß lein schön. La la la la, la la la

D Hm Em6 Hm F 7
Hm
F

la, du zer trittst dir die zar ten Füß lein schön.

035-1
2. »Wie sollte ich denn nicht barfuß gehn, 6. »Die Ehr und Treu mir keiner nahm,
hab keine Schuhe ja anzuziehn? ich bin wie ich von der Mutter kam.
La la la la, la la la la, La la la la, la la la la,
hab keine Schuhe ja anzuziehn.« ich bin wie ich von der Mutter kam.«

3. »Feinsliebchen, willst du mein eigen sein, 7. »Und Ehr und Treu ist besser wie Geld,
so kaufe ich dir ein Paar Schühlein fein! ich nehm mir ein Weib, das mir gefällt.
La la la la, la la la la, La la la la, la la la la,
so kaufe ich dir ein Paar Schühlein fein!« ich nehm mir ein Weib, das mir gefällt.«

4. »Wie könnte ich euer eigen sein, 8. Was zog er aus seiner Tasche fein?
ich bin ein arm Dienstmägdelein. Mein Herz, von Gold ein Ringelein.
La la la la, la la la la, La la la la, la la la la,
ich bin ein arm Dienstmägdelein.« mein Herz, von Gold ein Ringelein.

5. »Und bist du arm, so nehm ich dich doch,


du hast ja Ehr und Treue noch.
La la la la, la la la la,
du hast ja Ehr und Treue noch.«

Melodie und Text: ursprünglich kuhländisches Lied (Mähren), 1814 veröffentlicht. Von Anton Wilhelm von Zuccalmaglio
(1803–1869) ins Hochdeutsche übertragen und mit der Melodie der westfälischen Ballade »Winterrosen« verbunden.
Fassung nach Johannes Brahms (1833–1897), WoO 33 Nr. 12, 1894
Von Juliane Banse und Olaf Bär für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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Gaudeamus igitur igitur
Gaudeamus

A D E A

Gau de a mus i gi tur, iu ve nes dum su mus,

E (A) E (A) E

post iu cun dam iu ven tu tem, post mo les tam se nec tu tem
F m A
A D E D E

nos ha be bit hu mus, nos ha be bit hu mus.

2. Ubi sunt, qui ante nos 4. Vivant omnes virgines 5. Pereat tristitia,
in mundo fuere? faciles, formosae, pereant osores,
Vadite ad superos, vivant et mulieres, pereat diabolus,
transite ad inferos, tenerae amabiles, quivis antiburschius,
ubi iam fuere. bonae laboriosae! atque irrisores!

3. Vita nostra brevis est,


brevi finietur, Melodie: Studentenlied, ursprünglich mittelalterliches Bußlied, 1788
Text: erste Textspuren im Mittelalter, heutige Fassung von Christian Wilhelm
venit mors velociter, Kindleben (1748–1786), Halle 1781
rapit nos atrociter, Von den Männerstimmen des SWR Vokalensembles Stuttgart
nemini parcetur. für das Liederprojekt gesungen.

Deutscher Text

1. Brüder lasst uns lustig sein, 3. Wo sind diese, sagt es mir, 5. Unterdessen seid vergnügt,
weil der Frühling währet die vor wenig Jahren lasst den Himmel walten,
und der Jugend Sonnenschein eben also, gleich wie wir, trinkt, bis euch das Bier besiegt
unser Laub verkläret; jung und fröhlich waren? nach Manier der Alten!
Grab und Bahre warten nicht, Ihre Leiber deckt der Sand, Fort, mir wässert schon das Maul,
wer die Rosen jetzo bricht, sie sind in ein ander Land und, ihr andern, seid nicht faul,
dem ist der Kranz bescheret. aus dieser Welt gefahren. die Mode zu erhalten!

2. Unsres Lebens schnelle Flucht 4. Wer nach unsern Vätern forscht


leidet keinen Zügel, mag den Kirchhof fragen:
und des Schicksals Eifersucht ihr Gebein, so längst vermorscht,
macht ihr stetig Flügel; wird ihm Antwort sagen;
Zeit und Jahre fliehn davon, kann uns doch der Himmel bald,
und vielleicht schnitzt man schon eh‘ die Morgenglocke schallt, Deutscher Text nach Johann Christian
an unsres Grabes Riegel. in unsre Gräber tragen! Günther (1695–1723), 1717

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38 Geh
Gehaus, mein
aus, Herz,
mein undund
Herz, suche FreudFreud
suche
D A7 D Hm F m A7 D

1. Geh aus, mein Herz, und su che Freud in die ser lie ben Som mer zeit an

A E7 A Em A7 D Em A7
E

dei nes Got tes Ga ben; schau an der schö nen Gär ten Zier und sie he, wie sie

D A7 D A7 D G6 Em A7 D

mir und dir sich aus ge schmü cket ha ben, sich aus ge schmü cket ha ben.

038-1
2. Die Bäume stehen voller Laub, 5. Ich selber kann und mag nicht ruhn,
das Erdreich decket seinen Staub des großen Gottes großes Tun
mit einem grünen Kleide; erweckt mir alle Sinnen;
Narzissen und die Tulipan, ich singe mit, wenn alles singt,
die ziehen sich viel schöner an und lasse, was dem Höchsten klingt,
|: als Salomonis Seide. :| |: aus meinem Herzen rinnen. :|

3. Die Lerche schwingt sich in die Luft,


das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder;
die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
|: Berg, Hügel, Tal und Felder. :|

4. Die Glucke führt ihr Völklein aus,


der Storch baut und bewohnt sein Haus,
das Schwälblein speist die Jungen,
der schnelle Hirsch, das leichte Reh
ist froh und kommt aus seiner Höh
|: ins tiefe Gras gesprungen. :|

Melodie: Augustin Harder (1775–1813), bearbeitet von Friedrich Heinrich Eickhoff (1807–1880)
Text: Paul Gerhardt (1607–1676), 1653
Von Christiane Oelze für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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39 Grüß
GrüßGott,
Gott,du du
schöner Maien
schöner Maien
F Dm C7 F Am C7 F

1. Grüß Gott, du schö ner Mai en, da bist du wie drum hier,
tust Jung und Alt er freu en mit dei ner Blu men zier.
F B Gm C F G7 C C7

Die lie ben Vög lein al le, sie sin gen all so hell. Frau

F Dm C7 F Am C7 F

Nach ti gall mit Schal le hat die für nehms te Stell.


039-1
2. Die kalten Wind verstummen,
der Himmel ist gar blau;
die lieben Bienlein summen
daher auf grüner Au.
O holde Lust im Maien
da alles neu erblüht,
du kannst mir sehr erfreuen
mein Herz und mein Gemüt.

Melodie: niederländisch, 1540


Text: aus Franken, 16. Jahrhundert. Nach Franz Wilhelm Ditfurth,
»50 ungedruckte Balladen und Liebeslieder des 16. Jahrhunderts«, Heilbronn 1877
Von Lydia Teuscher für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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40 Hab
Habmein
meinWage
Wagevollgelade
vollgelade
G D7 D7 G

1. Hab mein Wa ge voll ge la de, voll mit al ten Weib sen.


Als wir in die Stadt ’nein ka men, hub’n sie an zu kei fen.

Hm E7 Am Am D7

Drum lad ich all mein Le be ta ge nie al te Weib sen auf mein

G C D7 G D7 G

Wa ge. Hü, Schim mel, hü a hü, hü, Schim mel, hü!


040-1

2. Hab mein Wage voll gelade, 3. Hab mein Wage voll gelade,
voll mit Männern, alten. voll mit jungen Mädchen.
Als wir in die Stadt ’neinkamen, Als wir zu dem Tor ’neinkamen,
murrten sie und schalten. sangen sie durchs Städtchen.
Drum lad ich all mein Lebetage Drum lad ich all mein Lebetage
nie alte Männer auf mein Wage. nur junge Mädchen auf mein Wage.
Hü, Schimmel, hüa hü, hü, Schimmel, hü! Hü, Schimmel, hüa hü, hü, Schimmel, hü!

Melodie und Text: aus dem Flämischen »Ik heb een wagen vol geladen«, Gent 1843, Melodie mit deutschem Text von Christiane
Rassow zuerst bei Coenraad V. Bos, »30 niederländische Volkslieder«, Berlin 1898, danach umgesungen. Heute verbreitete Fassung
nach dem »Zupfgeigenhansl«, Darmstadt 1909.

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41 Hab oft im Kreise der Lieben
Hab oft im Kreise der Lieben · Frisch gesungen!
G D7 Em A7

1. Hab oft im Krei se der Lie ben im duf ti gen Gra se ge

D Am E7 Am C6 G D7
D

ruht und mir ein Lied lein ge sun gen, und al les war hübsch und

G Em Am D E7 Am A7

gut, und mir ein Lied lein ge sun gen, und al les war hübsch und

D D7 G A7 D7 G C6 G D7 G
D

gut, und al les, al les, und al les war hübsch und gut.

041-1
2. Hab einsam auch mich gehärmet
in bangem, düsterem Mut
|: und habe wieder gesungen,
und alles war wieder gut. :|

3. Und manches, was ich erfahren,


verkocht ich in stiller Wut,
|: und kam ich wieder zu singen,
war alles auch wieder gut. :|

4. Sollst uns nicht lange klagen,


was alles dir wehe tut,
|: nur frisch, nur frisch gesungen,
und alles wird wieder gut. :|

Melodie: Friedrich Silcher (1789–1860), Nr. 1 aus op. 34 für Männerchor, 1839
Text: Adalbert von Chamisso (1781–1838), 1829
Von Cornelius Hauptmann für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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42 Hejo!
Hejo!Spannt
Spannden
denWagen
Wagenan an
(Kanon)
(Kanon zu 3 oder 6 Stimmen)

Gm Dm Gm D7 Gm Dm Gm D7
1. 4. 2. 5.

He jo! Spann den Wa gen an, denn der Wind treibt Re gen ü bers Land!
Gm Dm Gm D7
3. 6.

Hol die gold nen Gar ben, hol die gold nen Gar ben!

042-1
Melodie: nach dem englischen Rundgesang »Heigh-ho! Anybody home?
Food and drink and money have I none. Still I will be merry, still I will be merry.«
Text: Anonymus
Von »Wir Kinder vom Kleistpark« für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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44 Horch, was kommt von draußen rein?
Horch, was kommt von draußen rein?
D A7 D

1. Horch, was kommt von drau ßen rein? Hol la hi, hol la ho!
D A7 D G

Wird wohl mein Feins lieb chen sein. Hol la hi a ho! Geht vor
D H7 Em A7 D D7

bei und schaut nicht rein, hol la hi, hol la ho,


G D H7 Em A7 D

wirds wohl nicht ge we sen sein. Hol la hi a ho!


044-1

2. Leute haben’s oft gesagt, hollahi, hollaho,


was ich für’n Feinsliebchen hab. Hollahiaho!
Lass sie reden, schweig fein still, hollahi, hollaho,
kann ja lieben, wen ich will. Hollahiaho!

3. Wenn mein Liebchen Hochzeit hat, hollahi, hollaho,


ist für mich ein Trauertag. Hollahiaho!
Geh ich in mein Kämmerlein, hollahi, hollaho,
trage meinen Schmerz allein. Hollahiaho!

4. Wenn ich dann gestorben bin, hollahi, hollaho,


trägt man mich zum Grabe hin. Hollahiaho!
Setzt mir keinen Leichenstein, hollahi, hollaho,
pflanzt mir drauf Vergissnichtmein. Hollahiaho!

Melodie und Text: unbekannter Herkunft, um 1870 entstanden, in vielen Textvarianten überliefert
Von Dorothee Mields für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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45 Ich fahr dahin
Ich fahr dahin
G C6 G D7 G Hm F m G
D

1. Ich fahr da hin, wann es muss sein, ich scheid mich von der

D A7 D G Em C6 D G Hm Em
A

Liebs ten mein, zu letzt lass ich ihr ’s Her ze mein, die weil ich leb, so

D
G6 A7 G D7 G C D7 G D7 G

soll es sein. Ich fahr da hin, ich fahr da hin!

045-1
2. Das sag ich ihr und niemand mehr:
Mein’m Herzen g’schah noch nie so weh.
Sie liebet mich je länger je mehr;
durch Meiden muss ich leiden Pein.
Ich fahr dahin, ich fahr dahin!

3. Ich bitt dich, liebste Fraue mein,


wann ich dich mein und anders kein,
wann ich dir gib mein Lieb allein,
gedenk, dass ich dein Eigen bin.
Ich fahr dahin, ich fahr dahin!

4. Halt du dein Treu so stet als ich!


So wie du willt, so findst du mich.
Halt dich in Hut, das bitt ich dich!
Gesegn dich Gott! Ich fahr dahin!
Ich fahr dahin, ich fahr dahin!

Melodie und Text: Lochamer Liederbuch, 1452–1460, in der Fassung von Johannes Brahms, WoO 32 Nr. 17, um 1858
Von Ruth Sandhoff für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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46 Ich
Ichging
gingdurch einen
durch grasgrünen
einen WaldWald
grasgrünen
F C7 F Dm Am

1. Ich ging durch ei nen gras grü nen Wald, da hört ich die Vö ge lein
C7 F Gm C7 F Am

sin gen; sie san gen so jung, sie san gen so alt, die
C Gm Dm C F Am C7 F

klei nen Vö ge lein in dem Wald, die hört ich so ger ne wohl sin gen.
046-1
2. Stimm an, stimm an, Frau Nachtigall, 6. Ihr Jungfern nehmt euch wohl in Acht
sing mir von meinem Feinsliebchen! und traut keinem Junggesellen!
Sing mir es so hübsch, sing mir es so fein: Sie versprechen euch viel und haltens nicht,
Heut Abend, da will ich bei ihr sein, sie führen euch alle nur hinter das Licht
sie halten in meinen Armen. und tun sich nur immer verstellen.

3. Der Tag verging, die Nacht brach an, Alternative Fassung:


der Knabe kam gegangen, 1. Ich geh durch einen grasgrünen Wald
er klopfte so leise mit seinem Ring: und höre die Vögelein singen;
»Mach auf, mach auf, herzliebstes Kind! sie singen so jung, sie singen so alt,
Ich habe schon lange gestanden.« die kleinen Vögelein in dem Wald,
die hör ich so gerne wohl singen.
4. »So lang gestanden, das hast du nicht,
ich habe ja noch nicht geschlafen; 2. O sing nur, singe, Frau Nachtigall,
hab immer gedacht in meinem Sinn: wer möchte dich, Sängerin, stören?
wo ist mein allerliebst Schätzchen hin? Wie wonniglich klingt’s im Widerhall,
wo bist du so lange geblieben?« es lauschen die Blumen, die Vögel all
und wollen die Nachtigall hören
5. »Wo ich so lange geblieben bin,
das kann ich dir, Schätzchen, wohl sagen: 3. Nun muss ich wandern bergauf, bergab,
wohl bei dem Bier, wohl bei dem Wein, die Nachtigall singt in der Ferne.
allwo die schönen Mädchen sein; Es wird mir so wohl, so leicht am Stab,
da bin ich auch jederzeit gerne.« und wie ich schreite hinauf, hinab,
die Nachtigall singt in der Ferne.

Melodie und Text: aus Hessen-Darmstadt, nach Ludwig Erk, »Neue Sammlung deutscher Volkslieder« II, Berlin 1841 (1. Fassung).
Alternative Fassung mit zwei neugedichteten Strophen von Hermann Kletke (1813–1886), 1841
Von den Männerstimmen des Dresdner Kammerchors für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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47 Ich hab die Nacht geträumet
Ich hab die Nacht geträumet
Fm C Fm D 7
C

1. Ich hab die Nacht ge träu met wohl ei nen schwe ren Traum; es

Fm
Fm B m C C7 Fm

wuchs in mei nem Gar ten ein Ros ma ri en baum.

047-1

2. Ein Kirchhof war der Garten,


das Blumenbeet ein Grab,
und von dem grünen Baume
fiel Kron und Blüten ab.

3. Die Blüten tät ich sammeln


in einem großen Krug,
der fiel mir aus den Händen,
dass er in Stücke schlug.

4. Draus sah ich Perlen rinnen


und Tröpflein rosenrot.
Was mag der Traum bedeuten?
Herzliebster, bist du tot?

Melodie: vor 1775 bekannt, erstmals gedruckt bei Christoph Friedrich Nicolai, 1777
Text: erstmals bei August Zarnack (1777–1827), 1820
Von Britta Schwarz für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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Ich hatt
Icheinen Kameraden
hatt einen Kameraden
G D7 G D G

1. Ich hatt ei nen Ka me ra den, ei nen bes sern findst du nit. Die

D G D A7 D

Trom mel schlug zum Strei te, er ging an mei ner Sei te im

G D Em D7 G D7 G

glei chen Schritt und Tritt, im glei chen Schritt und Tritt.

03
2. Eine Kugel kam geflogen,
gilt sie mir oder gilt sie dir?
Ihn hat es weggerissen,
er liegt vor meinen Füßen,
|: als wär’s ein Stück von mir. :|

3. Will mir die Hand noch reichen,


derweil ich eben lad.
Kann dir die Hand nicht geben,
bleib du im ew’gen Leben
|: mein guter Kamerad! :|

Melodie: Friedrich Silcher (1789–1860)


Text: Ludwig Uhland (1787–1862)
Von Philip Niederberger und Johannes Kaleschke für das Liederprojekt gesungen.

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48 Ich weiß nicht, was soll es bedeuten
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten · Loreley
C F C F6 C G7 C
G

1. Ich weiß nicht, was soll es be deu ten, dass ich so trau rig bin? Ein

C F C F6 C G7 C
G

Mär chen aus al ten Zei ten, das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die

G G C6 G D7 G G7
D

Luft ist kühl und es dun kelt und ru hig fließt der Rhein; der

C F C F6 C G7 C
G

Gip fel des Ber ges fun kelt im A bend son nen schein.

048-1
2. Die schönste Jungfrau sitzet 3. Den Schiffer im kleinen Schiffe,
dort oben wunderbar, ergreift es mit wildem Weh;
ihr goldnes Geschmeide blitzet, er schaut nicht die Felsenriffe,
sie kämmt ihr goldenes Haar. er schaut nur hinauf in die Höh.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme Ich glaube, die Wellen verschlingen
und singt ein Lied dabei; am Ende Schiffer und Kahn;
das hat eine wundersame, und das hat mit ihrem Singen
gewaltige Melodei. die Loreley getan.

Melodie: Friedrich Silcher (1789–1860), 1837


Text: Heinrich Heine (1797–1856), 1824

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50 Im Märzen der Bauer
Im Märzen der Bauer
6
F B C7 F F

1. Im Mär zen der Bau er die Röss lein ein spannt. Er setzt sei ne

6
B C7 F C F

Fel der und Wie sen in Stand. Er pflü get den Bo den, er

C7 F Dm B 6
C7 F

eg get und sät und rührt sei ne Hän de früh mor gens und spät.

050-1

2. Die Bäurin, die Mägde, sie dürfen nicht ruhn,


sie haben im Haus und im Garten zu tun;
sie graben und rechen und singen ein Lied
und freun sich, wenn alles schön grünet und blüht.

3. So geht unter Arbeit das Frühjahr vorbei,


dann erntet der Bauer das duftende Heu;
er mäht das Getreide, dann drischt er es aus:
im Winter, da gibt es manch fröhlichen Schmaus.

Melodie und Text: Volkslied aus Mähren, seit 1884 nachgewiesen


Von Johannes Grimm für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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51 Im schönsten Wiesengrunde
Im schönsten Wiesengrunde
D G6 D
A A D G Em A

1. Im schöns ten Wie sen grun de ist mei ner Hei mat Haus; da

D D7 G G6 D A D A
A

zog ich man che Stun de ins Tal hi naus. Dich, mein stil les Tal, grüß ich
D D D7 G G6 D A7 D
A

tau send mal! Da zog ich man che Stun de ins Tal hi naus.

051-1
2. Müsst aus dem Tal ich scheiden, wo alles Lust und Klang;
das wär mein herbstes Leiden, mein letzter Gang.
Dich, mein stilles Tal, grüß ich tausendmal!
Das wär mein herbstes Leiden, mein letzter Gang.

3. Sterb ich – in Tales Grunde will ich begraben sein;


singt mir zur letzten Stunde beim Abendschein:
Dir, o stilles Tal, Gruß zum letzten Mal!
Singt mir zur letzten Stunde beim Abendschein.

Melodie: nach dem Volkslied »Drei Lilien, drei Lilien«, 1830


Text: Wilhelm Ganzhorn (1818–1880), (»Das stille Tal«), 1852, im Original 13 Strophen
Von Peter Schreier für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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In einem kühlen Grunde
52. InDas
einem kühlen Grunde
zerbrochene Ringlein
F C Dm C7 F

1. In ei nem küh len Grun de, da geht ein Müh len rad; mein

C C7 Am B F C7 F
C

Liebs te ist ver schwun den, die dort ge woh net hat; mein

C C7 F B F C7 F
C

Liebs te ist ver schwun den, die dort ge woh net hat.

052-1
2. Sie hat mir Treu versprochen, 4. Ich möcht als Reiter fliegen
gab mir ein’ Ring dabei, wohl in die blut’ge Schlacht,
|: sie hat die Treu gebrochen, |: um stille Feuer liegen
das Ringlein sprang entzwei. :| im Feld bei dunkler Nacht. :|

3. Ich möcht als Spielmann reisen 5. Hör ich das Mühlrad gehen,
weit in die Welt hinaus ich weiß nicht, was ich will;
|: und singen meine Weisen |: ich möcht am liebsten sterben,
und gehn von Haus zu Haus. :| da wär’s auf einmal still. :|

Melodie: nach Johann Friedrich Glück (1793–1840), 1814. Fassung nach Ludwig Erk, »Deutscher Liederschatz«, Leipzig 1859–1872.
Die Originalfassung von Glück ist in kleinen Noten wiedergegeben. Der Volkslieder-Klavierband enthält Sätze zu beiden Fassungen.
Text: Joseph von Eichendorff (1788–1857), 1810
Von Marcus Ullmann für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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53 In einen Harung
In einen Harung
G D7 D7

1. In ei nen Ha rung, jung und schlank, zwo, drei, vier, ss ta ta, ti


G G D7

ra la la, der auf dem Mee res grun de schwamm, zwo, drei, vier,
D7 G C G

ss ta ta, ti ra la la, ver lieb te sich, o Wun der, ’ne ol le

1. 2.
D7 G D7 G

Flun der, ’ne ol le Flun der, ver Flun der.


053-1
2. Der Harung sprach: »Du bist verrückt«, 4. Da war die olle Schrulle reich,
zwo, drei, vier, ss-ta-ta, ti-ra-la-la, zwo, drei, vier, ss-ta-ta, ti-ra-la-la,
»du bist mir viel zu plattgedrückt«, da nahm der Harung sie sogleich,
zwo, drei, vier, ss-ta-ta, ti-ra-la-la, zwo, drei, vier, ss-ta-ta, ti-ra-la-la,
»rutsch mir den Buckel runter, denn so ein alter Harung,
du olle Flunder, du olle Flunder, der hat Erfahrung, der hat Erfahrung,
rutsch mir den Buckel runter, denn so ein alter Harung,
du olle Flunder.« der hat Erfahrung.

3. Da stieß die Flunder auf den Grund, 5. Und die Moral von der Geschicht?
zwo, drei, vier, ss-ta-ta, ti-ra-la-la, zwo, drei, vier, ss-ta-ta, ti-ra-la-la,
wo sie ’nen goldnen Rubel fund, verlieb dich in ’nen Harung nicht,
zwo, drei, vier, ss-ta-ta, ti-ra-la-la, zwo, drei, vier, ss-ta-ta, ti-ra-la-la,
ein Goldstück von zehn Rubel, denn so ein alter Harung,
o welch ein Jubel, o welch ein Jubel, der hat Erfahrung, der hat Erfahrung,
ein Goldstück von zehn Rubel, denn so ein alter Harung,
o welch ein Jubel! der hat Erfahrung.

Harung = Hering
Melodie und Text: volkstümlich

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54 Innsbruck, ichich
Innsbruck, muss dichdich
muss lassen
lassen
F B Am F Gm Dm C Gm Dm G7 C Dm

1. Inns bruck, ich muss dich las sen, ich fahr da hin mein Stra ßen in

Gm Dm C Dm C Am F Gm Dm

frem de Land da hin. Mein Freud ist mir ge nom men, die

B Gm7
C Gm Dm G7 C Dm C F C F

ich nit weiß be kom men, wo ich im E lend bin.

054-1

2. Groß Leid muss ich jetzt tragen,


dass ich allein tu klagen
dem liebsten Buhlen mein.
Ach Lieb, nun lass mich Armen
im Herzen dein erbarmen,
|: dass ich muss dannen sein. :|

3. Mein Trost ob allen Weiben,


dein tu ich ewig bleiben,
stet, treu, der Ehren fromm.
Nun muss dich Gott bewahren,
in aller Tugend sparen,
|: bis dass ich wiederkomm. :|

Buhle: Geliebter
Elend: altdeutsch für »Ausland«
Melodie: Heinrich Isaac (1450–1517)
Text: Kaiser Maximilian I. zugeschrieben, gedruckt bei Georg Forster, »Frische Teutsche Liedlein« I, Nürnberg 1539
Von Franz Vitzthum für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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55 Jetzt
Jetztfängt dasdas
fängt schöne Frühjahr
schöne Frühjahr an
G D7 G G

1. Jetzt fängt das schö ne Früh jahr an, und al les fängt zu

Hm Em C Am D7 G

blü hen an auf grü ner Heid und ü ber all.

055-1
2. Es blühen Blümlein auf dem Feld 5. Und als ich vor ihr Fenster ging,
sie blühen weiß, blau, rot und gelb, da klopft ich an mit meinem Ring,
es gibt nichts Schöneres auf der Welt. und da war schon ein andrer drin.

3. Jetzt leg ich mich in’n grünen Klee, 6. »Hab ich dich nicht recht treu geliebt
da singt das Vöglein in der Höh, und dir dein Herz niemals betrübt,
weil ich zu mei’m Feinsliebchen geh. doch seh ich wohl, du führst ein falsche Lieb.«

4. Jetzt geht er über Berg und Tal, 7. Jetzt geh ich in den grünen Wald,
da singt so schön die Nachtigall da such ich mir mein Aufenthalt,
auf grüner Heid und überall. weil mir mein Schätzle nimmer g’fallt.

Melodie und Text: vom Niederrhein, Mitte 19. Jahrhundert. Fassung nach Erk/Böhme, »Deutscher Liederhort«, Leipzig 1893/94

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56 Jetzt gang i ans Brünnele
Jetzt gang i ans Brünnele
F C7 F

1. Jetzt gang i ans Brün ne le, trink a ber net, jetzt

F C7 F F

gang i ans Brün ne le, trink a ber net, do


1. 2.
C7 F B 6
C7 F F

such i mein herz tau si ge Schatz, find’n a ber net, net.


056

2. Do lass i meine Äugele um und um gehn.


Do sieh i mein herztausige Schatz bei ’nem Andre stehn.

3. Und bei ’nem Andre stehe seh, ach, des tut weh!
Jetzt b’hüt di Gott, herztausiger Schatz, di b’sieh i nimmemeh!

4. Jetzt kauf i mir Tinte und Fed’r und Papier


und schreib meim herztausige Schatz einen Abschiedsbrief.

5. Jetzt leg i mi nieder aufs Heu und aufs Moos,


do fallet mir drei Röselein nieder in mein Schoß.

6. Und diese drei Röselein sind blutigrot.


Jetzt weiß i net, lebt mein Schatz, oder ist er tot?

herztausig: schwäbisch »herzlieb«


Melodie und Text: nach einem Volkslied aus dem Remstal; zuerst bei Friedrich Silcher, 1826
Von Andreas Weller für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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57 Kein
Keinschöner Land
schöner Land
F C F G7

1. Kein schö ner Land in die ser Zeit als hier das uns re weit und

C F C7 Dm C7

breit, wo wir uns fin den wohl un tern Lin den zur A bend

F F C7 F C7 F

zeit, wo wir uns fin den wohl un tern Lin den zur A bend zeit.
057-1

2. Da haben wir so manche Stund 3. Dass wir uns hier in diesem Tal
gesessen da in froher Rund noch treffen so viel hundertmal,
|: und taten singen, die Lieder klingen |: Gott mag es schenken, Gott mag es lenken,
im Eichengrund. :| er hat die Gnad. :|

4. Jetzt, Brüder, eine gute Nacht,


der Herr im hohen Himmel wacht;
|: in seiner Güten uns zu behüten,
ist er bedacht! :|

Melodie und Text: Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869), nach einer älteren Melodie, in: Kretzschmer/Zuccalmaglio,
»Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen«, Berlin 1838–1840
Von Christian Elsner und Tochter Paulina für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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58 Komm, lieber Mai Sehnsucht nach dem Frühling
Komm, lieber Mai · Sehnsucht nach dem Frühling
D A7 D

1. Komm, lie ber Mai, und ma che die Bäu me wie der grün, und
D A7 D

lass mir an dem Ba che die klei nen Veil chen blühn! Wie
A7 D E7 A7

möcht ich doch so ger ne ein Veil chen wie der sehn! Ach,
DA
D G6 A7 D

lie ber Mai, wie ger ne ein mal spa zie ren gehn!

058-1 2. Zwar Wintertage haben 4. Am meisten aber dauert


wohl auch der Freuden viel; mich Fiekchens Herzeleid.
man kann im Schnee eins traben, Das arme Mädchen lauert
und treibt manch Abendspiel; recht auf die Blumenzeit!
baut Häuserchen von Karten, Umsonst hol ich ihr Spielchen
spielt Blindekuh und Pfand; zum Zeitvertreib herbei:
auch gibt’s wohl Schlittenfahrten Sie sitzt in ihrem Stühlchen
aufs liebe freie Land. wie’s Hühnchen auf dem Ei.

3. Doch wenn die Vöglein singen, 5. Ach, wenn’s doch erst gelinder
und wir dann froh und flink und grüner draußen wär!
auf grünen Rasen springen, Komm, lieber Mai, wir Kinder,
das ist ein ander Ding! wir bitten gar zu sehr!
Jetzt muss mein Steckenpferdchen O komm und bring vor allen
dort in dem Winkel stehn, uns viele Veilchen mit!
denn draußen in dem Gärtchen Bring auch viel Nachtigallen
kann man vor Kot nicht gehn. und schöne Kuckucks mit!

Melodie: Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791), KV 596, 1791


Text: Christian Adolf Overbeck (1755–1821), 1776
Von Sibylla Rubens für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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Leisezieht
59 Leise zieht durch
durch mein
mein Gemüt
Gemüt
C C7 F F C

1. Lei se zieht durch mein Ge müt lieb li ches Ge läu te;


C
A A7 Dm C G G7 C

klin ge, klei nes Früh lings lied, kling hi naus ins Wei te.

059-1
2. Kling hinaus bis an das Haus, wo die Veilchen sprießen!
Wenn du eine Rose schaust, sag, ich lass sie grüßen.

Melodie: Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847), op. 19 Nr. 5, 1834 (»Frühlingsgruß«); Text: Heinrich Heine (1797–1856)
Von Stella Doufexis für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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61 Morgen
Morgenmuss ich ich
muss wegweg
vonvon
hier hier
7 7
E B E B E

1. Mor gen muss ich weg von hier und muss Ab schied neh men;
E B 7
E B F7 B
F

o du al ler höch ste Zier, Schei den das bringt Grä men.
7 7
B B B E B

Da ich dich so treu ge liebt ü ber al le Ma ßen,

E A E B 7
E
B

soll ich dich ver las sen, soll ich dich ver las sen!

061-1
2. Wenn zwei gute Freunde sind, 4. Küsset dir ein Lüftelein
die einander kennen, Wangen oder Hände,
Sonn und Mond bewegen sich, denke, dass es Seufzer sein,
ehe sie sich trennen. die ich zu dir sende;
Noch viel größer ist der Schmerz, tausend schick ich täglich aus,
wenn ein treu verliebtes Herz die da wehen um dein Haus,
|: in die Fremde ziehet. :| |: weil ich dein gedenke. :|

3. Dort auf jener grünen Au


steht mein jung frisch Leben,
soll ich denn mein Leben lang
in der Fremde schweben?
Hab ich dir was Leids getan,
bitt dich, woll’s vergessen,
|: denn es geht zu Ende. :|

Melodie: Friedrich Silcher (1789–1860), 1827


Text: aus »Des Knaben Wunderhorn«, 1808

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62 Muss
Mussi denn, muss
i denn, i denn
muss zumzum
i denn Städtele naus ’naus
Städtele
D A7 D D

1. Muss i denn, muss i denn zum Stä dte le ’naus, Stä dte le ’naus, und
Wenn i komm, wenn i komm, wenn i wie drum komm, wie drum komm, kehr i

Em A7 D A D

du, mein Schatz, bleibst hier?


ein, mein Schatz, bei dir. Kann i gleich nit all weil bei dir sein, han i

G D D

doch mein Freud an dir; wenn i komm, wenn i komm, wenn i


A7 D A7 D Em A7 D

wie drum komm, wie drum komm, kehr i ein, mein Schatz, bei dir.

062
2. Wie du weinst, wie du weinst, 3. Übers Jahr, übers Jahr,
dass i wandere muss, wandere muss, wenn me Träubele schneidt, Träubele schneidt,
wie wenn d’Lieb jetzt wär vorbei; stell i hier mi wiedrum ein;
sind au drauß, sind au drauß der Mädele viel, bin i dann, bin i dann dein Schätzele noch,
Mädele viel, lieber Schatz, i bleib dir treu. Schätzele noch, so soll die Hochzeit sein.
Denk du net, wenn i en andre seh, Übers Jahr, da ist mein Zeit vorbei,
so sei mein Lieb vorbei, da gehör i mein und dein,
sind au drauß, sind au drauß der Mädele viel, bin i dann, bin i dann dein Schätzele noch,
Mädele viel, lieber Schatz, i bleib dir treu. Schätzele noch, so soll die Hochzeit sein.

Melodie und Strophe 1 von Friedrich Silcher (1789–1860),


1827 (»Abschied«), vermutlich nach einer älteren Vorlage,
Strophen 2 und 3 von Heinrich Wagner (1783–1863).
Später rhythmisch leicht verändert.
Von Michael Volle für das Liederprojekt gesungen.
(Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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64 Nun
Nunade, du du
ade, mein lieblieb
mein Heimatland
Heimatland
1.
D A7 D

1. Nun a de, du mein lieb Hei mat land, lieb Hei mat land, a de!
Es geht jetzt fort zum fer nen Strand, lieb Hei mat land, a

2.
D G6 A7 D Hm G6 A7

de! Und so sing ich denn mit fro hem Mut, wie man sin get, wenn man

D Em A7 D

wan dern tut, lieb Hei mat land, a de!

064-1
2. Wie du lachst mit deines Himmels Blau,
lieb Heimatland, ade!
Wie du grüßest mich mit Feld und Au,
lieb Heimatland, ade!
Gott weiß, zu dir steht stets mein Sinn,
doch jetzt zur Ferne zieht’s mich hin,
lieb Heimatland, ade!

3. Begleitest mich, du lieber Fluss,


lieb Heimatland, ade!
Bist traurig, dass ich wandern muss,
lieb Heimatland, ade!
Vom moos’gen Stein am wald’gen Tal,
da grüß ich dich zum letzten Mal,
lieb Heimatland, ade!

Melodie: nach einem westfälischen Soldatenlied, 1853


Text: August Disselhoff (1829–1903), 1851

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65 Nun
Nunwill
willderder
Lenz unsuns
Lenz grüßen
grüßen
G Em A D C D7 G

1. Nun will der Lenz uns grü ßen, von Mit tag weht es lau; aus

G Em A D C D7 G

al len E cken sprie ßen die Blu men rot und blau. Draus

Hm D7 G D7 G C D

wob die brau ne Hei de sich ein Ge wand gar fein und
H Em A D C D7 G

lädt im Fest tags klei de zum Mai en tan ze ein.

065-1
2. Waldvöglein Lieder singen,
wie ihr sie nur begehrt:
Drum auf zum frohen Springen!
Die Reis’ ist Goldes wert.
Hei, unter grünen Linden,
da leuchten weiße Kleid!
Heija, nun hat uns Kinden
ein End all Wintersleid!

Melodie: Anonymus, gedruckt in


»Sammlung von Volksgesängen«, Zürich 1886
Text: Karl Ströse, »Deutsche Minne aus alter Zeit«, Leipzig 1878,
nach Neidhart von Reuental, 13. Jahrhundert

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66 O,O,
dudu
lieber Augustin
lieber Augustin
F F C7 F F

1. O, du lie ber Au gus tin, Au gus tin, Au gus tin, o, du lie ber

F C7 F C F C

Au gus tin, al les ist hin. Geld ist weg, Mäd’l ist weg, al les weg,

F F F C7 F

al les weg, o, du lie ber Au gus tin, al les ist hin.

066-1 2. O, du lieber Augustin ... 5. O, du lieber Augustin ...


|: Rock ist weg, Stock ist weg, |: Augustin, Augustin,
Augustin liegt im Dreck, leg nur ins Grab dich hin!
o, du lieber Augustin, alles ist hin. :| O, du lieber Augustin, alles ist hin. :|

3. O, du lieber Augustin ...


|: Und selbst das reiche Wien,
hin ist’s wie Augustin;
weint mit mir im gleichen Sinn,
alles ist hin. :|

4. O, du lieber Augustin ...


|: Jeder Tag war ein Fest,
und was jetzt? Pest, die Pest!
Nur ein groß Leichenfest,
das ist der Rest. :|

Melodie und Text: um 1800 erstmals in Wien nachgewiesen.


Der sprichwörtlich gewordene »liebe Augustin« war
vermutlich Markus Augustin (1643–1685), Sackpfeifer
und Dichter im Wien zur Pestzeit.
Von Kurt Moll für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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O Täler weit, o Höhen · Abschied vom Walde
C G Am F C C
67 O Täler weit, o Höhen
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1. O Tä ler weit, o Hö hen, o schö ner, grü ner Wald, du mei ner Lust und
F G7 C D7 G7 F C
C

We hen an dächt’ ger Auf ent halt. Da drau ßen, stets be tro gen,
G Em H G7 C F G7

saust die ge schäft’ ge Welt; schlag noch ein mal die Bo gen um mich, du grü nes
C C E7 Am F Dm G7 C

Zelt, schlag noch ein mal die Bo gen um mich, du grü nes Zelt.

2. Wenn es beginnt zu tagen, 4. Bald werd ich dich verlassen,


die Erde dampft und blinkt, fremd in der Fremde gehn,
die Vögel lustig schlagen, auf bunt bewegten Gassen
dass dir dein Herz erklingt: des Lebens Schauspiel sehn;
067-1 Da mag vergehn, verwehen und mitten in dem Leben
das trübe Erdenleid, wird deines Ernsts Gewalt
|: da sollst du auferstehen |: mich Einsamen erheben,
in junger Herrlichkeit. :| so wird mein Herz nicht alt. :|

3. Im Walde steht geschrieben


ein stilles, ernstes Wort
vom rechten Tun und Lieben
und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
die Worte schlicht und wahr.
|: Und durch mein ganzes Wesen
ward’s unaussprechlich klar. :|

Melodie: Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847), »Sechs Lieder im Freien zu singen


für vierstimmigen gemischten Chor« op. 59 Nr. 3 (»Abschied vom Walde«), 1843
Text: Joseph von Eichendorff (1788–1857), 1810
Vom Kammerchor Stuttgart für das Liederprojekt gesungen.

VOLKSLIEDER
Ein Benefizprojekt für das Singen mit Kindern von Carus und SWR2
Aus dem Volkslieder-Buch von Carus und Reclam
ISBN 978-3-15-010794-2 (Reclam) · ISBN 978-3-89948-151-8 (Carus)
© 2010 Carus-Verlag, Stuttgart
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119 Papir is doch waiß
Papir is doch waiß
Cm B E Fm G7 Cm

1. Pa pir is doch waiß un tint is doch schwarz, zu


7
Cm A B B E

dir, main siß le bn, ziht doch main harz! Ich wollt
E A E B Cm B E
B

sten dig ge se ssn drai teg noch a nand, zu

E A E B A Fm G7 Cm
B

ku schn dain sche’in po nim un zu hal tn dain hand.

119-1 2. Bay nechtn, bay nakht, bin ich oyf a chasene geveyn.
Fil sheyne meydenlech hof ikh dort gezen,
oy fil sheyne meydlech zu dir kimmt nicht goor
zu dayne schwarze eygelekh, zu dayne schwarze hoor.

3. Dayn tale, dayn minne, dyn eydeler fasoon,


in harzn brent a fayer, me zayt es nicht un.
Nidoo a za mensch, vos zol filn vi es brent.
Der toyt un dos lebn iz bay got in di hent.
Freie Übersetzung aus dem Jiddischen (die jiddische Sprache hat sich
im Mittelalter auf der Grundlage mittelhochdeutscher Dialekte entwickelt)
1. Papier ist doch weiß, und Tinte ist doch schwarz. 3. Deine Gestalt, dein Ausdruck, deine edlen Züge,
Zu dir, mein süßes Leben, zieht mich doch mein Herz. in meinem Herzen brennt ein Feuer, man sieht es mir nicht an.
Ich wollte immer dasitzen, drei Tage hintereinander, Kein Mensch soll fühlen, wie es brennt.
um dein schön’ Gesicht zu küssen und deine Hand zu halten. Der Tod und das Leben liegen in Gottes Händen.
2. Letztens, des Nachts, bin ich auf einer Hochzeit gewesen;
viele schöne Mädchen habe ich dort gesehen.
Aber die vielen Mädchen kommen in ihrer Schönheit nicht an dich heran,
an dich mit deinen schwarzen Äugelein und deinem schwarzen Haar.

Melodie und Text: vermutlich aus dem biblischen Stück »Makhaze Mekhires Yoysef« (Der Verkauf Josefs) von Eliakum Zunser
(1836–1913), 1874, Verbreitung ab dem späten 19. Jahrhundert in verschiedenen Text- und Melodievarianten
Von Helene Schneiderman für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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68 Sah
Saheinein
Knab einein
Knab Röslein stehn
Röslein stehn · Heidenröslein
D A D G G D D
D

1. Sah ein Knab ein Rös lein stehn, Rös lein auf der Hei den, war so jung und

7
F Hm G D Em A D

mor gen schön, lief er schnell, es nah zu sehn, sah’s mit vie len

D A D G A7 Hm G D A7 D
A A

Freu den. Rös lein, Rös lein, Rös lein rot, Rös lein auf der Hei den.
068-1

2. Knabe sprach: »Ich breche dich,


Röslein auf der Heiden.«
Röslein sprach: »Ich steche dich,
dass du ewig denkst an mich,
und ich will’s nicht leiden.«
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

3. Und der wilde Knabe brach


’s Röslein auf der Heiden.
Röslein wehrte sich und stach,
half ihm doch kein Weh und Ach,
musst es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Melodie: Heinrich Werner (1800–1833), 1829


Text: Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), 1771
Von Roman Trekel für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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70b Schön
Schönististdie
dieWelt
Welt
G Em G D

1. Schön ist die Welt, drum Brü der, lasst uns rei sen wohl

D7 G D7 G

in die wei te Welt, wohl in die wei te Welt.

070b-1
2. Wir sind nicht stolz, 4. Wir laben uns
wir brauchen keine Pferde, an jeder Felsenquelle,
|: die uns von dannen ziehn. :| |: wo frisches Wasser fließt. :|

3. Wir steigen hin 5. Wir reisen fort


auf Berge und auf Hügel, von einer Stadt zur andern,
|: wo uns die Sonne sticht. :| |: wo uns die Luft gefällt. :|

Melodie und Text: Gesellenlied aus dem Hessischen, Ende des 19. Jahrhunderts

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71 Schwesterlein,
Schwesterlein,wann gehn
wann wir nach
gehn HausHaus
wir nach
Am Dm Am E7 Am
E

1. »Schwes ter lein, Schwes ter lein, wann gehn wir nach Haus?«
C G7 C C G7 C

»Mor gen, wenn die Hah nen krähn, wolln wir nach Hau se gehn,

Am E Dm Am E7 Am
E

Brü der lein, Brü der lein, dann gehn wir nach Haus.«

071-1
2. »Schwesterlein, Schwesterlein, wann gehn wir nach Haus?«
»Morgen, wenn der Tag anbricht,
eh end’t die Freude nicht,
Brüderlein, Brüderlein, der fröhliche Braus.«

3. »Schwesterlein, Schwesterlein, wohl ist es Zeit.«


»Mein Liebster tanzt mit mir,
geh ich, tanzt er mit ihr,
Brüderlein, Brüderlein, lass du mich heut.«

4. »Schwesterlein, Schwesterlein, was bist du blass?«


»Das macht der Morgenschein
auf meinen Wängelein,
Brüderlein, Brüderlein, die vom Taue nass.«

5. »Schwesterlein, Schwesterlein, du wankest so matt?«


»Suche die Kammertür,
suche mein Bettlein mir.
Brüderlein, es wird fein unterm Rasen sein.«

Melodie und Text: aus Kretzschmer/Zuccalmaglio, »Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen«,
Berlin 1838–1840
Von Ingeborg Danz für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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96 So treiben wir den Winter aus
So treiben wir den Winter aus
Dm G Dm

1. So trei ben wir den Win ter aus, durch

Dm C F Dm G Em

uns re Stadt zum Tor hi naus und ja gen ihn zu

Am Dm F Dm Am Dm

schan den, hin weg aus un sern Lan den.

096-1
2. Wir stürzen ihn von Berg zu Tal,
damit er sich zu Tode fall.
Wir jagen ihn über die Heiden,
dass er den Tod muss leiden.

3. Wir jagen den Winter vor die Tür,


den Sommer bringen wir herfür,
den Sommer und den Maien,
die Blümlein mancherleien.

Melodie: Mitte des 16. Jahrhunderts, erstmals gedruckt bei Andreas Kellner, »Psalme, geistlike Lede und Gesenge«, Stettin 1576
Text: Teil eines alten Brauchtumsliedes aus dem 16. Jahrhundert, nach »Des Knaben Wunderhorn«, 1805
Von der Pfälzischen Kurrende für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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Stehn
72 Stehn zwei
zwei Stern
Stern am am hohen
hohen Himmel
Himmel
A D E7 A A D Hm A E7
E

1. Stehn zwei Stern am


1. ho hen Him mel, leuch ten hel ler als der

A A A D Hm A 7
E E E A

Mond, leuch ten so hell, leuch ten so hell, leuch ten hel ler als der Mond.

072-1
2. Ach, was wird mein Schätzchen denken,
weil ich bin so weit von ihr,
weil ich bin, weil ich bin,
weil ich bin so weit von ihr.

3. Gerne wollt ich zu ihr gehen,


wenn der Weg so weit nicht wär,
wenn der Weg, wenn der Weg,
wenn der Weg so weit nicht wär.

4. Gold und Silber, Edelsteine,


schönster Schatz, gelt, du bist mein;
ich bin dein, du bist mein.
Ach, was kann denn schöner sein!

Melodie und Text: aus dem Westerwald, 1884 aufgezeichnet, Fassung nach dem »Zupfgeigenhansl«, Darmstadt 1909
Von Christoph Genz für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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73 Verstohlen geht der Mond auf
Verstohlen geht der Mond auf
Am E F C Dm Am E Dm

1. Ver stoh len geht der Mond auf, blau, blau Blü me lein! Durch Sil ber wölk chen

Hm 7/5 E Am E F E Am C E7 Am

führt sein Lauf; Ro sen im Tal, Mä del im Saal, o schöns te Ro sa!

073-1
2. Er steigt die blaue Luft hindurch,
blau, blau Blümelein!
Bis dass er scheint auf Löwenburg.
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

3. O schaue, Mond, durchs Fensterlein!


Blau, blau Blümelein!
Schön Trude lock mit deinem Schein!
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

4. Und siehst du mich und siehst du sie,


blau, blau Blümelein!
Zwei treure Herzen sahst du nie.
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

Melodie und Text: Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869), möglicherweise nach einer Melodie vom Niederrhein,
in: Kretzschmer/Zuccalmaglio, »Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen«, Berlin, 1838–1840
Von Angelika Kirchschlager für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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Viva,viva
74 Viva, vivalalamusica
musica (Kanon zu 3 Stimmen)
(Kanon)

1. G C6 D 2. G C6 D

Vi va, vi va la mu si ca, vi va, vi va la mu si ca,

3. G C6 D

vi va la mu si ca!

074-1
deutsch: Es lebe die Musik!
Melodie und Text: Michael Praetorius (1571–1621)

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Aus dem Volkslieder-Buch von Carus und Reclam © 2010 C_Carus-Verlag, Stuttgart
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75 Vöglein
Vögleinimim
hohen Baum
hohen Baum
C F C G7 C G

1. Vög lein im ho hen Baum, klein ist’s, ihr seht es kaum,


G D7 G G7 C G7
D

singt doch so schön, dass wohl von nah und fern al le die

C C7 F G7 C

Leu te gern hor chen und stehn, hor chen und stehn.

075-1

2. Blümlein im Wiesengrund 4. Habt ihr es auch bedacht,


blühen so lieb und bunt, wer sie so schön gemacht,
tausend zugleich; alle die drei?
wenn ihr vorübergeht, Gott, der Herr, machte sie,
wenn ihr die Farben seht, dass sich nun spät und früh
freuet ihr euch, freuet ihr euch. jedes dran freu, jedes dran freu.

3. Wässerlein fließt so fort


immer von Ort zu Ort
nieder ins Tal:
Dürstet nun Mensch und Vieh,
kommen zum Bächlein sie,
trinken zumal, trinken zumal.

Melodie: Friedrich Silcher (1789–1860)


Text: Wilhelm Hey (1789–1854)
Von Markus Schäfer für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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76 Wach
Wachauf, meins
auf, Herzensschöne
meins Herzens Schöne
D A D G A7 D

1. Wach auf, meins Her zens Schö ne, zart Al ler liebs te mein. Ich

D A D G A7 D D G D

hör ein süß Ge tö ne von klei nen Wald vög lein. Die hör ich so lieb lich

Hm F m Em A Hm A D G6 A7 D

sin gen, ich mein, es woll des Ta ges Schein vom O ri ent her drin gen.

076-1
2. Ich hör die Hahnen krähen 4. Selig ist Tag und Stunde,
und spür den Tag dabei. darin du bist geborn!
Die kühlen Winde wehen, Gott grüß mir dein rot Munde,
die Sternlein leuchten frei. den ich mir hab erkorn!
Singt uns Frau Nachtigalle, Kann mir kein Liebre werden:
singt uns ein süße Melodei, Schau, dass mein Lieb nicht sei verlorn,
sie meldt den Tag mit Schalle. du bist mein Trost auf Erden.

3. Du hast mein Herz umfangen


in treu inbrünst’ger Lieb,
ich bin so oft gegangen,
Feinslieb, nach deiner Zier,
ob ich dich möcht ersehen,
so würd erfreut das Herz in mir,
die Wahrheit muss ich g’stehen.

Melodie und Text: Tagelied aus dem 16. Jahrhundert, Melodie auch Johann Friedrich Reichardt zugeschrieben.
Hier in der Fassung von Johannes Brahms (1833–1897), WoO 33 Nr. 16, 1894
Vom SWR Vokalensemble Stuttgart für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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Wachet auf! (Kanon zu 2 Stimmen)
&
 & * 

Wa chet auf, wa chet auf, es kräh te der Hahn, die


& * &

Son ne be tritt ih re gol de ne Bahn.

Melodie und Text: Johann Jakob Wachsmann (1791–1853)

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78 Ward ein Blümchen mir geschenket
Ward ein Blümchen mir geschenket
6
F Dm B C7 F F Am Gm C7 F

1. Ward ein Blüm chen mir ge schen ket, hab’s ge pflanzt und hab’s ge trän ket,
F B C7 F D7 Gm F C7 F
C

Vög lein, kommt und ge bet acht! Gelt, ich hab es recht ge macht.

078-1
2. Sonne, lass mein Blümchen sprießen! 4. Sonne ließ mein Blümchen sprießen,
Wolke, komm, es zu begießen! Wolke kam, es zu begießen;
Richt empor dein Angesicht, jedes hat sich brav gemüht,
liebes Blümchen, fürcht dich nicht! und mein liebes Blümchen blüht.

3. Und ich kann es kaum erwarten, 5. Wie’s vor lauter Freude weinet,
täglich geh ich in den Garten, freut sich, dass die Sonne scheinet!
täglich frag ich: Blümchen, sprich, Schmetterlinge, fliegt herbei,
Blümchen, bist du bös auf mich? sagt ihm doch, wie schön es sei!

Melodie: aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts; Text: August Hoffmann von Fallersleben (1798–1874)
Von Ruth Ziesak für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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79 Wem Gott will rechte Gunst erweisen
Wem Gott will rechte Gunst erweisen
C F C G7 C G

1.Wem Gott will rech te Gunst er wei sen, den schickt er in die wei te Welt, dem
G7 C F C Am G7 C

will er sei ne Wun der wei sen in Berg und Tal und Strom und Feld.

079-1
2. Die Bächlein von den Bergen springen,
die Lerchen schwirren hoch vor Lust; 3. Den lieben Gott lass ich nur walten,
was sollt ich nicht mit ihnen singen der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
aus voller Kehl und frischer Brust? und Erd und Himmel will erhalten,
hat auch mein Sach aufs Best bestellt.

Melodie: Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836 ), 1833


Text: Joseph von Eichendorff (1788–1857), 1822

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80 Wenn alle Brünnlein fließen
Wenn alle Brünnlein fließen · Heimliche Liebe
G D G C Am D

1. Wenn al le Brünn lein flie ßen, so muss man trin ken; wenn

G D G C A7 D D7

ich mein Lieb nicht ru fen darf, tu ich ihm win ken, wenn ich mein Lieb nicht

G D7 G D7 G D7 G

ru fen darf, ja, ja, nicht ru fen darf, tu ich ihm win ken.

080-1
2. Ja winken mit den Augen 3. Warum sollt sie’s nicht werden,
und treten mit dem Fuß; ich seh sie ja so gern;
’s ist eine in der Stuben, sie hat zwei blaue Äugelein,
die mein werden muss, die glänzen wie die Stern,
’s ist eine in der Stuben, sie hat zwei blaue Äugelein,
ja, ja, der Stuben, ja, ja, zwei Äugelein,
die mein werden muss. die glänzen wie die Stern.

4. Sie hat zwei rote Wängelein,


sind röter als der Wein;
ein solches Mädel find’t man nicht
wohl unterm Sonnenschein,
ein solches Mädel find’t man nicht,
ja, ja, find’t man nicht
wohl unterm Sonnenschein.

Melodie: aus Schwaben, aufgezeichnet von Friedrich Silcher (1789–1860) in op. 65 Nr. 1, 1855
Text: erstmals gedruckt bei Johann Ott, »Hundert und ainundzweintzig newe Lieder«, Nürnberg 1534
Von Franz-Josef Selig für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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82 Wenn ich ein Vöglein wär
Wenn ich ein Vöglein wär
G G C 6 A7 D

1. Wenn ich ein Vög lein wär und auch zwei Flüg lein hätt, flög ich zu dir,

D7 G D G D7 G C G C6 G 7
D D G

weil’s a ber nicht kann sein, weil’s a ber nicht kann sein, bleib ich all hier.

082-1 2. Bin ich gleich weit von dir, 3. Es vergeht kein Stund in der Nacht,
bin ich doch im Schlaf bei dir da nicht mein Herz erwacht
und red mit dir. und an dich denkt,
|: Wenn ich erwachen tu, :| |: dass du mir tausendmal :|
bin ich allein. dein Herz geschenkt.

Melodie: Johann Friedrich Reichardt (1752–1814),


»Liederspiel, Lieb’ und Treue«, um 1784
Text: bei Johann Gottfried Herder, »Volkslieder«, Leipzig 1778/79
Von Klaus Mertens für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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83 Widele,
Widele,wedele,
wedele hinter dem StädteleHochzeit
· Bettelmanns
F C7 Dm B

1. Wi de le, we de le, hin ter dem Stä de le hält der Bet tel mann

1. 2.
C C7 F F Gm

Hoch zeit. Hoch zeit. Al le die Tie re, die We de le


C7 F C F

ha ben, sol len zur Hoch zeit kom men. Wi de le,


C7 Dm B C7 F

we de le, hin ter dem Stä de le hält der Bet tel mann Hoch zeit.

083-1
2. |: Widele, wedele, hinter dem Städele
hält der Bettelmann Hochzeit. :|
Pfeift das Mäusele, tanzt das Läusele,
schlägt das Igele Trommel.
Widele, wedele, hinter dem Städele
hält der Bettelmann Hochzeit.

Städele: Scheune
Melodie: volkstümlich, seit etwa 1800 überliefert, auch mit anderer Textverteilung
Text: nach »Des Knaben Wunderhorn«, 1808
Von Sarah Wegener für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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84 Wie schön blüht uns der Maien
Wie schön blüht uns der Maien
G
G D Em C D D7

1. Wie schön blüht uns der Mai en, der Som mer fährt da
G G D Em C

hin. Mir ist ein schön’ Jung fräu lein ge


G D7 G G Em Am D7
D

falln in mei nen Sinn. Bei ihr, da wär mir wohl, wenn
Am H7 Em C G D7 G
D

ich nur an sie den ke, mein Herz ist freu den voll.

084-1
2. Bei ihr, da wär ich gerne, 3. Wollt Gott, ich fänd im Garten
bei ihr, da wär mirs wohl. drei Rosen auf einem Zweig,
Sie ist mein Morgensterne, ich wollte auf sie warten,
g’fällt mir im Herzen wohl. ein Zeichen wär mirs gleich.
Sie hat ein’ roten Mund, Das Morgenrot ist weit,
könnt ich sie darauf küssen, es streut schon seine Rosen;
mein Herz würd mir gesund. ade, mein schöne Maid!

Melodie: nach einer Courante aus Ernst Scheeles Lautenbuch, 1619


(diese wiederum nach einem englischen Tanzlied, dem »Sellingers Round«, um 1600)
Text: bei Georg Forster, »Frische Teutsche Liedlein« III, Nürnberg 1549
Adaption von Melodie und Text durch Max Pohl (1869–1928), 1911
Von Franz Vitzthum für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 2, Carus)

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85 Zum Tanze, da geht ein Mädel
Zum Tanze, da geht ein Mädel
G C D7 G

1. Zum Tan ze, da geht ein Mä del mit gül de nem Band.

Am D7 G D7 G

Das schlingt sie dem Bur schen gar fest um die Hand, das

Am D7 G D7 G

schlingt sie dem Bur schen gar fest um die Hand.

085-1
2. |: »Mein herzallerliebstes Mädel, so lass mich doch los, :|
ich lauf dir gewisslich auch so nicht davon,
ich lauf dir gewisslich auch so nicht davon.«

3. |: Kaum löset die schöne Jungfer das güldene Band, :|


da war in den Wald schon der Bursche gerannt,
da war in den Wald schon der Bursche gerannt.

auch als Quodlibet mit »Heißa, Kathreinerle«


Text und Melodie: nach dem schwedischen Tanzlied »Och jungfrau hon går i dansen« aus dem 19. Jahrhundert;
deutscher Text: Alfred Julius Boruttau (1877–1940), 1910
Von Christiane Iven für das Liederprojekt gesungen. (Volkslieder-CD, Vol. 1, Carus)

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