Sie sind auf Seite 1von 2

Meret Oppenheim – HandOut

Meret Oppenheim war eine wichtige Vertreterin des Surrealismus. Gleichzeitig war sie auch
Lyrikerin und ein „Fan“ der Romantik. Berühmt wurde sie vor allem durch ihre Pelztasse, dem
„Frühstück im Pelz“ aus dem Jahre 1936.

Surrealismus = Kunstrichtung/künstlerische Bewegung, in der die Logik und die Rationalität


ausgeschaltet werden sollen und man sich dem Unbewussten und der Träumerei hingeben soll.
Hinwendung zur Traum-, Symbol-, und Phantasiewelt.

I. Biographie:

• *6.Oktober 1913 in Charlottenburg


• Erste Tochter von drei Kindern
• Tochter eines jüdischen Arztes und dessen Schweizer Ehefrau Eva Wenger
• Zeitliche Geschehnisse: Erster Weltkrieg → Umzug nach Delémont
• Von 1919 bis 1932 lebt sie in Steinen (nahe der Schweizer Grenze)
• Meret besucht viele Schulen: Insgesamt 5 nach der Volksschule
• Besitzt eine künstlerische Natur (Kritzeleien im Matheheft ihrer Schulzeit)
• Die Großmutter Lisa Wenger ist ihr Vorbild → eben durch die Familie knüpft sie
frühzeitig mit Künstlern und Schriftstellern Kontakt
• 1931 beschließt sie Künstlerin zu werden → (auch um ihren „Freiheits-Drang“ zu
befriedigen) fährt sie mit einer Freundin nach Paris
• Lernt in Paris Alberto Giacometti und Hans Arp kennen
• 1934 Freizügige Fotografien für Man Rays Bildzyklus „Èrotique voilée“ → Ruf der
„femme-enfant“/verführerische Fee
• 1936 mehrere Dinge geschehen: 1. Schafft ihr Kunstobjekt „Frühstück im Pelz“; 2.Alfred
Barr jr. erwirbt Merets Objekt für das New Yorker Museum of Modern Arts; 3. Ruhm für
Meret → 4. Schaffenskrise beginnt (einseitige „Abstempelung“ der Künstlerin, Schweizer
mögen ihre Kunst nicht → Depressionen, Selbstzweifel)
• 1949 lernt sie den Mann Wolfgang La Roche kennen und heiratet ihn
• 1954 verschwindet ihre Schaffenskrise (nach 18 Jahren!)
• 1974 & 1982 wird die Künstlerin von der Stadt Basel und Berlin für ihre Kunst geehrt
• † 15. November 1985 in Basel

II. Analyse:

1. Erster Eindruck/ (Adjektive zur Beschreibung) : kuschelig, putzig, weich, tierisch, durchgeknallt,
abnormal, unbrauchbar
2. Genaue Maße: Tasse (Höhe 7,3cm; Durchmesser 10,9cm), Teller (Durchmesser 23,7cm),
Löffel (20,2cm)
3. Verwendete Technik: Montage von Pelz (Fell einer chinesischen Gazelle) und Geschirr
& Verfremdung
→ Künstlerin lässt Fabrikprodukt (Geschirr) mit Naturprodukt (Fell) verschmelzen

Absicht: Aufzeigen der Gegensätzlichkeit + Sinnesvermischung („kaltes“ Geschirr/ /weicher Pelz)

4. Meret Oppenheims künstlerische Absicht generell: Alltäglichkeit, Banalität und Normalität


verschwinden zu lassen, nach dem Motto: >Normal ist langweilig.<
5 .Interpretationen:
• Das Vertraute verschwindet → Drohung, Angsterzeugung
• Pelzig, wild, tierisch → Tasse wird „lebendig“, zum „Tierchen“
→ Geschirr rebelliert gegen seine langweilige, gesellschaftliche Ausnutzung, indem
es „sich umzieht“ oder sich Haare wachsen lässt → ist somit unbrauchbar
• Kultur und Natur – Verschmelzung : Geschirr als gesellschaftliches Ritual, Pelz für das Tier
→ „Verwilderung“ der Kultur (auch Romantik-Anhauchung: Zurück zur Natur)
Der Pelz kann auch für eine Dame stehen! → Tasse besitzt „Weiblichen Touch“

Zusammenfassung: -Das Objekt kitzelt an unseren Wahrnehmungsgewohnheiten


-Zusammenprall vom Tatsächlichen und dem Möglichen
-regt unser Denken an (durch „ungewohntes Aussehen“)

Pelztasse (1936)
pelzbesetztes Frühstücksgeschirr
New York, The Museum of Modern Art, USA

Celine Katter, 2011