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Carl Rogers- Der Klient-zentrierte Ansatz

Menschenbild
 gut im inneren
 besitzt positive wachstumspotentiale die durch Erziehung unterstützt werden
müssen und nicht verschütt gehen dürfen
 Mensch als aktives Wesen -> Selbststeuerung
 Erleben & Verhalten sind zielorientiert
 Mittelpunkt: Therapie (Veränderung der Persönlichkeit)
 Zentrale Begriffe: Organismus und Selbst

Aktualisierungstendenz
 Tendenz zur Entwicklung all seiner Möglichkeiten im Sinne der
Erhaltung und Entfaltung des Organismus Beide Prozesse
 Ziel ist Unabhängigkeit & Selbstbestimmung sowie Streben nach laufen
persönlichen Zielen gemeinsam ab,
ohne Bewerten
Organismisches Bewerten kann keine
 Erfahrungen die Selbstaktualisierung ermöglichen werden Aktualisierung
weiter angestrebt erfolgen!
 Jene die sie verhindern werden vermieden

Organismus
 Ist die Verkörperung der Lebenskraft & Aktualisierungstendenz
 Bewertet Eindrücke & Reize

Selbst

Selbstkonzept: Sichtweisen die eine Person von sich selbst hat,


einschließlich Wertung. Ist der Zusammenschluss von Real- & Ideal-Selbst.

Real-Selbst Ideal-Selbst
 Eigens Bild von Körper und Persönlichkeit  Wunschvorstellung
 Wiederspiegelung der des Selbst`s
Gesamteinschätzung  Beinhaltet
 Meistproblematisch/unvollständig Wünsche/Ziele
 Hat Auswirkungen auf Denken, Fühlen &  Verändert sich in der
Verhalten Entwicklung

Selbstkonzepte
+ -
Kind erfährt Wertschätzung Kind erfährt negative Wertschätzung
Hohe Selbstachtung Geringe Selbstachtung

Kongruenz & Inkongruenz


 Ideal-selbst nicht immer in Einklang mit der Realität
 Inkongruenz= Unterschied Real- & Ideal-Selbst -> Aktualisierung bei weiter
Diskrepanz (Entfernung) nicht möglich
 Kongruenz= Überschneidungen im Real- & Ideal-Selbst (nie vollständige
Überlappung)

Abwehrmechanismen nach Freud

1. Projektion: Eigenschaften eines Individums die icht wahrgenommen werden


können/wollen werden anderen zugeordnet/dagegen angekämpft
Bsp: Kind ist dick und macht „Gene“ bzw. Essen der Eltern dafür verantwortlich

2. Reaktionsbildung: Angstabwehr geschieht durch Verdrehung der angst ins


Gegenteil
Bsp: notorische Eifersucht führt zu Bindungsängsten

3. Verschiebung: Wenn Original nicht befriedigend genug ist, wird Ersatz gesucht.
Bsp: Vorbildfunktion der Eltern nicht ausreichend-> Suche nach „Idealeltern“

4. Rationalisierung: Ungewünschte Forderungen, Miserfolge werden durch


vernünftige Gründe gerechtfertigt.
Bsp: Eigentlich zu faul für Sport ->sagen man ist krank

5. Identifikation: Angst wird durch Identifikation mit starker Persönlichkeit


abgewehrt
Bsp: Albert Einstein-> 4 in Mathe

6. Widerstand: Unterdrückung und Abwehr von Konfrontation mit Fehlern


Bsp: sehr unsicherer Mensch baut Mauer um sich um nach außen hin
„selbstbewusst“ zu wirken

7. Sublimierung: Nicht anerkannte Triebe werden anderswo, wo es sozial akzeptiert


ist, umgesetzt.
Bsp: Ein aggressiver, cholerischer Mensch wird Boxer

8. Fixierung: „Steckenbleiben“ in einer Verhaltensweise


Bsp: Kleinkind erfährt traumatisches Erlebnis & bleibt in Entwicklungsphase
stecken

9. Regression: Zurückfallen in alte Verhaltensmuster


Bsp: Trockener Alkoholiker (über mehrere Jahre) wird rückfällig

Der Handelnde Mensch

Persönlichkeit: Überbegriff für alle Eigenschaften einer Person, die den Menschen zu
dem machen, was er ist.
Tiefenpsychologie
Annahme:
 Menschen haben Gedanken, Erinnerungen und Gefühle
 Erleben & Verhalten laufen unbewusst ab
 Seelische Vorgänge bewusst und unbewusst
 Unter Oberfläche Bewusstsein befinden sich tiefere, unbewusste Schichten der
Psyche
 Wirken auf das bewusste Seelenleben
 Kindheit als bestimmend für weitere Entwicklung
Begründet durch Sigmund Freud (1856-1939)

Psychoanalyse nach Sigmund Freud

 Freud versucht Struktur der Psyche mit Instanzen – Modell zu erklären


 Drei Instanzen (nicht beobachtbare Hilfskonstruktionen zur Erklärung
menschlichen Erlebens und Verhaltens )  entwickeln sich in früher Kindheit
Es = Instanz der Triebe, Wünsche und Bedürfnisse  Lustprinzip
Ich = Instanz welche bewusste Auseinandersetzung mit der Realität leistet 
Realitätsprinzip
Über – Ich = Instanz umfasst Wert – und Normvorstellungen, führt Verhalten des Ichs im
Sinne geltender Moral und weitgehende Vervollkommnung zum Ziel hat 
Moralitätsprinzip
ÜBER – ICH
 Bewertet Wünsche des Es
 Gibt an Ich Anweisung, ob diese
zugelassen werden o. nicht

ICH Realität
Beschaffenheit & Forderungen
 Vermittelt zw. Über – Ich & Es
der Außenwelt
 Überprüft Realität
 Verwirklicht zugelassene Wünsche
 Wehrt nicht zugelassene Wünsche
ab

Die Rolle des „ Ichs“


Ich – Stärke = Ich ist in der Lage
Es Anforderungen des Es und Über – Ich und
 Kündigt bestimmte Wünsche & der Realität in Einklang zu bringen  kann
Bedürfnisse beim Ich an sich gegenüber beiden Instanzen und der
Realität durchsetzen

 Gelingt es Ich nicht zw. Forderungen des Es und Über – Ich zu vermitteln und
eine Instanz der Realität unterliegt so kommt es zu ICH – SCHWÄCHE
Ich – Schwäche = einzelne Persönlichkeitsinstanzen stehen zsm. Mit Realität im
Ungleichgewicht
Möglichkeiten der Ich – Schwäche
Über – Ich siegt über Ich:
 Über – Ich zu stark ausgebildet  Ich kann sich nicht mehr dagegen behaupten
 Wünsche und Bedürfnisse des Es ( die Über – Ich verbietet) müssen weitgehend
unterdrückt werden
Es siegt über das Ich:
 Wenn Über – Ich zu schwach ist und Es seine Ansprüche, die Über – Ich
durchsetzen möchte durchsetzt
Realität siegt über das Ich:
 Ich wird von Forderungen der Realität beherrscht  kann sich nicht mehr
durchsetzen
Psychoanalytische Trieblehre

 Im Rahmen der Psychoanalyse nehmen Freuds Untersuchungen zur


Sexualenergie und zur Libido ( auf sexuelle Befriedigung gerichteter Trieb) eine
Stellung ein
 Ableitung der Phasentheorie der psychosexuellen Entwicklung
Annahmen:

 Alles Verhalten durch Triebe erzeugt


 Jedem Trieb liegt ein angeborenes bzw. körperlichen Bedürfnis zugrunde
Nach Freud ist Trieb durch drei Merkmale bestimmt:

Triebquelle: Reiz bzw. Mangelzustand


Triebziel: Befriedigung des Triebwunsches
Triebobjekt: an Ihnen vollzieht sich Befriedigung des Triebwunsches
Psychischer Determinismus
 Besagt, dass Handlungen aus Motiven erklärt werden können und gleiche Motive
immer wieder zu gleichen Handlungen führen  Da Mensch nach Lust strebt,
also folgt immer dem stärksten Drang

Lebenstrieb (Eros) Todestrieb ( Thanatos)


 Gerichtet auf Selbst - & Arterhaltung,  Auf Auflösung und Zurückführung des Lebens in
Überleben, weiterleben und Fortpflanzung anorganischen Zustand, Selbsthass & -
 Energiequelle: Libido Vernichtung, Aggressionen, Hass gegen Umwelt
 Energiequelle: Destrudo

Kritische Auseinandersetzung mit psychoanalytischer Trieblehre


Menschenbild:
 Mensch als dynamisches System, der von verschiedenen Energien gesteuert wird
 Beschr. von Mechanismen: Ursache – Wirkung – Zusammenhang
 Verhalten in Krankheit, Jugend – und Erwachsenenalter wird rückwirkend
erklärt
 Jedes Verhalten hat etwas vorangegangenes al Ursache zur
Voraussetzung  keine Selbststeuerung
Erklärungswert:
- Umfassende Theorie
- Große Bedeutung für Erziehung, Beratung und Therapie  heutzutage
weiterentwickelt
- Verengte Sichtweise, dass jedes Verhalten von aggressiven Triebimpulsen
gesteuert wird
- Umstrittene Annahme des Todestriebs
- Ursachen psychischer Störungen liegen nicht immer in den ersten Lebensjahren
- Bestätigung der Bedeutung des Unterbewussten für das Verhalten und Erleben

Phasenmodell der psychosexuellen Entwicklung nach Freud

Orale Phase  Mundregion = primäres Bezugsorgan


(1.Lebenshalbjahr)  Essen, Trinken o. künstl. Reizung  Verminderung der
Triebspannung und Auftreten von Lustgefühlen
 Störungen in Phase  Persönlichkeitsmerkmale, wird viel
von anderen gefordert
 Auf Phase fixierte Menschen zeichnen sich durch niedrige
Frustrationsrate aus & geben schnell auf
Narzisstische  Entdeckt eigenen Körper  entw. Lustgefühle
Phase (Autoerotismus)
(2.  Verhalten ist Urform der Selbstliebe (Narzissmus)
Lebenshalbjahr)  Störungen in Phase im Erwachsenenalter Verminderung des
Selbstvertrauens und Selbstachtung
Anale Phase  Lust in Phase durch Vorgang Defäktion erzielt  durch
(2.-3. Lebensjahr) Ausscheiden und Zurückhalten der Exkremente
 Übt Kontrollmechanismen ein  erste Anpassungen an
Umwelt
 Störungen: Manische oder zwanghafte
Persönlichkeitstypen, starke Unterdrückung von
Aggressionen, Überkontrolliertheit, Geiz & extreme
Reinlichkeit
Phallische Phase  Genitalien werden zu erogenen Zonen
(4.-5. Lebensjahr)  Jungen stellen fest bei Mädchen fehlt der Penis  führen
das auf Bestrafung zurück  Kastrationsangst
 Bei Mädchen: Penisneid
 „Ödipuskomplex“ Rivalitätsgefühle mit
gleichgeschlechtlichem Elternteil  andersgeschlechtliche
wird geliebt
 Fürchtet Verlust Liebe gleichgeschlechtlichen Elternteils
 Übernahme geschlechtlicher Moralbegriffe & Entw. Über –
Ich
 Störungen: hysterische Persönlichkeitsstruktur
Latenzphase  Scheinbare Unterbrechung sexuellen Entw.
(6.-7. Lebensjahr)  Sexuelle Regungen abgewehrt u. verdrängt
 Gleichgeschlechtliche Spielkameraden gesucht
 Verinnerlichung Anforderungen der Umwelt
Genitale Phase  Wiederaufleben Sexualität und Ödipuskomplexes
(8. Lebensjahr bis  Hinwendung zum anderen Geschlecht beginnt
Pubertät)  Beschleunigter körperlichen und intellektuellen Reifung
steht verzögerte emotionale Reifung gegenüber
 Pubertät: stark konfliktgeladene Phase

Kritik:
- Keine wissenschaftliche Theorie, da mit empirischen Methoden nicht
überprüfbar
- Spielt in modernen Psychologie keine Rolle mehr
- Freuds Theorien sind im historischen Kontext zu sehen: Sexualität als Tabu