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Antifa Meran/o - www.antifameran.blogspot.com - antifa-meran@hotmail.com Casa Pound – Alter Wein aus neuen Schläuchen

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Casa Pound – Alter Wein aus neuen Schläuchen

In der italienischen Hauptstadt Rom gründete sich im Jahr 2007 eine Vereinigung, die wie kaum eine andere exemplarisch für die Neuausrichtung des Faschismus in diesem Land steht – Casa Pound. Namensgeber war hierbei der amerikanische Autor und Dichter Ezra Pound, der sich während des Zweiten Weltkrieges durch seine Unterstützung für den Faschismus hervortat. Es handelt sich bei Casa Pound um eine Organisation, die die faschistische Ideologie modernisieren und in einem neuen, gerade für junge Leute attraktiven, Erscheinungsbild präsentieren will. Bei einem genauen Blick wird jedoch schnell klar, dass sich das äußere Erscheinungsbild zwar ändern mag, die menschenverachtenden Überzeugungen dahinter jedoch die gleichen bleiben.

Wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, vollzieht sich in Italien ein Wandel innerhalb der rechtsextremen Szene. Verstärkt wendet man sich sozialen Themen zu und versucht sich mit einem rebellischen, nonkonformen Habitus zu umgeben. Die eigenen Überzeugungen bleiben dennoch weiterhin stark autoritätsgläubig und einem rassistischen Denkmuster unterworfen. Soziale Unterstützung wird an ethnischen Kriterien festgemacht, die Mussolini Verehrung ist immer noch die Norm und politische Gegner werden mit Gewalt überzogen und versucht einzuschüchtern.

Gewalt nimmt im Denken der Angehörigen der Casa Pound eine zentrale Rolle ein und wir nahezu mystisch überhöht. Militanz und ein archaische Männerbild sind die Grundsäulen der gesamten Bewegung. Sowohl nach innen, als auch nach außen soll dadurch Stärke und Macht symbolisiert werden, doch bleibt es nicht nur dabei. Über das gesamte Staatsgebiet von Italien verstreut waren Angehörige von Casa Pound immer wieder an gewaltsamen Übergriffen, schweren Körperverletzungen und Ausschreitungen, wie etwas gegen Teilnehmer von Studentendemos in Rom im Jahr 2008, beteiligt.

Anregungen und Inspiration sucht man sich oftmals beim politischen Gegner – der politischen Linken und den Autonomen. Aktionsformen, Symbole, Parolen etc. werden einfach übernommen und für sich adaptiert. Ziel ist es hierbei die Grenzen zwischen den verschiedenen politischen Ausrichtungen zu verwischen und Anschluss an populäre Bewegungen, etwa der Antiglobalisierungsbewegung, zu finden. Innerhalb von Casa Pound umschreibt man diese neue Ausrichtung als „Faschismus des dritten Jahrtausends“.

Mittlerweile hat sich Casa Pound über ganz Italien ausgebreitet und besitzt Ableger in zahlreichen italienischen Städten, unter anderem auch in Bozen. Mangelnde Gegenwehr ermöglichte es den Jünger Mussolinis sich recht ungestört festzusetzen und die eigene Position zu stärken. Um dieser Entwicklung entgegen zu treten ist es unablässig selbst aktiv zu werden und die eigenen Version einer solidarischen und progressiven Gesellschaft dem Entwurf von Casa Pound, der auf Rassismus, Führerkult und einer Verherrlichung der Gewalt fußt, entgegenzustellen.

Casa Pound non é casa mia!