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ERÖFFNUNGEN # 01 OFFENE SPIELE VIDEOSCHACHTRAINING MIT TOP-SPIELERN Großmeister Jan Gustafsson Großmeister Dr. Karsten

ERÖFFNUNGEN # 01

OFFENE SPIELE

VIDEOSCHACHTRAINING MIT TOP-SPIELERN

Großmeister Jan Gustafsson# 01 OFFENE SPIELE VIDEOSCHACHTRAINING MIT TOP-SPIELERN Großmeister Dr. Karsten Müller Deutscher Meister Niclas

Großmeister Dr. Karsten MüllerMIT TOP-SPIELERN Großmeister Jan Gustafsson Deutscher Meister Niclas Huschenbeth WGM Elisabeth Pähtz

Deutscher Meister Niclas HuschenbethGroßmeister Jan Gustafsson Großmeister Dr. Karsten Müller WGM Elisabeth Pähtz MODERNES ERÖFFNUNGSTRAINING DVD: 24

WGM Elisabeth PähtzDr. Karsten Müller Deutscher Meister Niclas Huschenbeth MODERNES ERÖFFNUNGSTRAINING DVD: 24 Videos, insgesamt 5

MODERNES ERÖFFNUNGSTRAINING

DVD: 24 Videos, insgesamt 5 Std. LaufzeitWGM Elisabeth Pähtz MODERNES ERÖFFNUNGSTRAINING Begleitheft: Alle wichtigen Eröffnungssysteme im Überblick

Begleitheft: Alle wichtigen Eröffnungssysteme im ÜberblickDVD: 24 Videos, insgesamt 5 Std. Laufzeit ISBN 978-3-86681-182-9 29,90 € Systemvorausset- zungen:

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im Überblick ISBN 978-3-86681-182-9 29,90 € Systemvorausset- zungen: Pentium-PC mit Windows 7, Windows

Systemvorausset-

zungen: Pentium-PC mit Windows 7, Windows XP (SP3) oder Windows Vi- sta, DVD-ROM-Laufwerk, Maus, Soundkarte.

ALLES WAS SIE WISSEN MÜSSEN:

Von Königsgambit bis ItalienischMaus, Soundkarte. ALLES WAS SIE WISSEN MÜSSEN: Von Schottisch bis Vierspringerspiel Von Spanisch

Von Schottisch bis VierspringerspielWAS SIE WISSEN MÜSSEN: Von Königsgambit bis Italienisch Von Spanisch Marshall-Angriff bis Berliner Verteidigung Von

Von Spanisch Marshall-Angriff bis Berliner VerteidigungKönigsgambit bis Italienisch Von Schottisch bis Vierspringerspiel Von Russisch bis Philidor OPENINGS # 01 THE OPEN

Von Russisch bis Philidor OPENINGS # 01 THE OPEN GAM
Von Russisch bis Philidor
OPENINGS
# 01
THE OPEN GAM

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EDITORIAL

Liebe Schachfreunde,

mit unserer neuen Reihe Eröffnungstutorials wollen wir Ihnen modernes, unterhaltsames Eröffnungstraining bieten. Vier deutsche Top- spieler stellen Ihnen in 24 Videos alle wichtigen Eröffnungen aus dem Bereich der Offenen Spie- le vor, vom Läuferspiel und Königsgambit über Italienisch und Schottisch bis zur Spanischen Partie und Russisch. In den nächsten Bänden werden die Halboffenen, die Damenbauern-, die Indischen und die Flanken-Eröffnungen folgen.

Mit Hilfe dieses Tutorials können Sie sich bei einer Zeitinvestition von nur fünf Stunden ei- nen wertvollen Überblick über die vielen Mög- lichkeiten verschaffen, wie eine Partie nach den beliebten Zügen 1.e4 e5 weitergespielt werden kann. Mit diesem Wissen werden Sie viel besser entscheiden können, welche Eröffnung wirk- lich zu Ihnen passt. Denn unserer Erfahrung nach machen viel zu viele Vereinsspieler bei der Wahl ihrer Eröffnung vor allem folgende Fehler:

• sie richten sich viel zu sehr nach vorherr- schenden Moden,

• sie kleben an einer Eröffnung, die sie vielleicht noch nicht einmal besonders schätzen, weil es die einzige ist, die sie irgendwann einmal halb- wegs gelernt haben,

• sie spielen nur noch Nebenvarianten, aus Angst vor dem vermeintlichen Wissen des Gegners.

Lassen Sie sich deswegen von unseren Autoren zeigen:

• wie groß die Auswahl an interessanten und

gehaltvollen Stellungen ist,

• eignen Sie sich mit Hilfe der Videos schnell

ein Grundgerüst zu den wichtigsten Eröffnun- gen an,

• lassen sie sich die Ideen und Pläne der wirk- lich wichtigen Varianten erklären.

Wir hoffen, unsere Autoren Jan Gustafsson, Elisabeth Pähtz, Niclas Huschenbeth und Dr. Karsten Müller, die wir Ihnen auf Seite 28 ein wenig näher vorstellen, werden Sie davon überzeugen, dass Eröffnungstraining spannend, kurzweilig und lehrreich zugleich sein kann.

spannend, kurzweilig und lehrreich zugleich sein kann. Jan Gustafsson erklärt die Pläne im Offenen Spanier

Jan Gustafsson erklärt die Pläne im Offenen Spanier

Zusätzlich zu den Videos haben wir Ihnen dieses kleine Begleitheft erstellt. Gedacht als kurzweilige Lektüre, vielleicht auch, wenn Sie unterwegs oder auf Reisen sind. Vielleicht hilft es Ihnen zu entscheiden, welches Eröffnungs- video Sie sich zuerst anschauen möchten.

Auf der DVD finden Sie auch eine Datenbank mit 100 Partien, die mit 1.e4 e5 begonnen wur- den. Auch hier war unsere Vorgabe, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die 100 Partien sind eine kleine Auswahl aus dem Schatz der Meisterwerke der Schachgeschichte. Nehmen Sie sich unbedingt einmal die Zeit, diese 100 Partien in Ruhe nachzuspielen. Die Partien zeigen hervorragend, was alles nach 1.e4 e5 passieren kann und sind zugleich ein Streifzug durch die Geschichte des königlichen Spiels.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Freude mit diesem Tutorial!

Ihr ChessBase Team

InhALT

Editorial

3

Inhalt

4

Offene Spiele

5-26

Taktik

27

Trainer

28

Offene Spiele:

Königsgambit

5

Wiener Partie

6

Läuferspiel & Mittelgambit Italienisch:

7

Greco-Möller-Angriff

8

Giuoco Pianissimo

9

Evans-Gambit

10

Vierspringerspiel Zweispringerspiel:

11

4.

Sg5

12

4.

d4

13

Schottisch:

4

Sf6

14

4

Lc5

15

Spanisch:

(Moderne) Steinitz-Verteidigung

16

Berliner Verteidigung

17

Jänisch-Gambit, Bird, Cozio, Cordel

18

Abtauschvariante

19

Offene Variante

20

Möller-, Mod. Archangelsk-Variante

21

Geschlossene Variante

22

Marshall-Angriff und Anti-Marshall Russisch:

23

3.Sxe5

24

3.

d4

25

Philidor

26

Lösungen der kombinationen

1. nein, 8.Dc4+ gewinnt den Läufer c5

2. 8.Lxf7+! (8 Kxf7 9.fxe5 Sxe5 10.Dd5+ and Dxe5)

3. 10.Sxe6 fxe6 11.Dh5+ nebst Dxc5 +-

4. 14.Lc2 fängt die Dame

5. 8.Sg5 führt zu weißem Vorteil (8

6. 13 d3! 14.cxd3 Sd4 -+ (15.Sxd4 Dxh2+)

7. 5.Lxe4 d5 6.Ld3 e4 oder 5.d5 Sc5 6.dxc6 e4 gewinnt die Figur zurück

8. 11.Txe4+! dxe4 12.Dd8+ Dxd8 13.Sxd8+ kxd8 14.kxh2 und Weiß steht gut

9. 14.Lg6! mit Mattdrohung auf f7 oder 14.Df3 +-

f6

9.Sf7 +-)

Impressum

ChessBase Tutorials Eröffnungen Band 1, September 2010 ISBN: 978-3-86681-182-9 Herausgeber: ©ChessBase GmbH, Osterbekstr. 90a, 22083 Hamburg Tel: 040 / 639060-0, Fax: 040 / 6301282 E-Mail: info@chessbase.com Redaktion: Thomas Stark Mitarbeit: Rainer Knaak, Dr. Steffen Giehring, André Schulz, Rainer Woisin Satz: Thomas Stark Übersetzungen: John Adams Fotos: Archiv (S. 9, 17), Sabine Kaufmann (S. 20) Druck: Druckhaus Leupelt, 24976 Handewitt Haftungsausschluss: Der Herausgeber übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der veröffentlichten Beiträge und insbesondere der schachlichen Analysen. Nachdruck: Beiträge aus dieser Zeitschrift oder Teile davon dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers und mit genauer Quellenangabe nach- gedruckt werden.

könIGSGAmbIT

nIchTS füR hASEnfüSSE

1.e4 e5 2.f4

werden. könIGSGAmbIT nIchTS füR hASEnfüSSE 1.e4 e5 2.f4 Das Königsgambit war die Modeeröffnung des 19.

Das Königsgambit war die Modeeröffnung des 19. Jahrhunderts, so großartige Kombinati- onsspieler wie Paul Morphy (1837–1884) und Adolf Anderssen (1818–1879) opferten im

zweiten Zug bereitwillig ihren f-Bauern, um

nach der Öffnung des Spiels mit 2

wicklungsvorsprung zu erlangen und mit einem Figurenangriff über ihre Gegner herzufallen. Unvergängliche Meisterwerke wie Anderssens „Unsterbliche“ sind mit dem Königsgambit ge- schaffen worden. Aber auch modernere Spieler wie Boris Spassky und David Bronstein (1924– 2006) führten die weißen Steine zum Sieg.

Es gibt zahlreiche Varianten, in denen Weiß frühzeitig eine Figur opfert. Ein berühmtes Bei-

spiel ist das wild-romantische Muzio-Gambit, das nach 3.¤f3 g5 4. ¥ c4 g4 5.0-0 gxf3 6. £ xf3

entsteht. Nach 6

ter, zunächst mit 7.e5 £ xe5 den e-Bauern, um schließlich mit dem Läuferopfer 8. ¥ xf7+ ¢ xf7 den schwarzen Monarchen aufs offene Feld zu zerren. Eine andere Variante mit frühem Sprin- geropfer ist das Allgaier-Gambit, das nach 4.h4

exf4 Ent-

£f6 opfert Weiß munter wei-

g4 5.¤g5 (5.¤e5 ist das Kieseritzky-Gambit) h6 6.¤xf7 ¢ xf7 entsteht. Obwohl Schwarz ob- jektiv betrachtet solche Komplikationen nicht

scheuen muss, sind sie andererseits sicher nicht jedermanns Geschmack. So wurden mit der Zeit abgeklärtere Spielweisen gegen das Königs-

gambit entwickelt, z.B. 3

teidigung. Auch die Idee, am Königsflügel die Bauernkette h6-g5-f4 zu etablieren, ist eine gute

schwarze Strategie. Eine typische Variante ist 3.¤f3 g5 4. ¥ c4 ¥ g7 5.d4 d6 6.h4 h6 7.c3 ¤c6.

d5, die Moderne Ver-

c4 ¥ g7 5.d4 d6 6.h4 h6 7.c3 ¤ c6. d5, die Moderne Ver- Keine Macht

Keine Macht der Welt kann Schwarz natürlich

zwingen, mit dem stolzen e-Bauern den Gam- bitbauern auf f4 zu schlagen, eine beliebte Ab- lehnung des Königsgambits beginnt denn auch

mit 2

¥ c5. Oder Schwarz dreht den Spieß um

und riskiert mit 2

d5

3.exd5 e4 das Falkbeer-

Gegengambit.

Wer Königsgambit spielt, ist meist auf einen scharfen taktischen Kampf aus und darf vor Opfern nicht zurückschrecken. Wer es an- nimmt, sollte gut vorbereitet sein und wissen, worauf er sich einlässt. Alles in allem sicher keine Eröffnung für Hasenfüße.

WIEnER PARTIE

mEhR ALS kAffEEhAuSSchAch

1.e4 e5 2.¤c3

WIEnER PARTIE mEhR ALS kAffEEhAuSSchAch 1.e4 e5 2. ¤ c3 Die Wiener Partie wurde Mitte des

Die Wiener Partie wurde Mitte des 19. Jahr- hunderts von einer Gruppe Wiener Schach- spieler analysiert und von Wilhelm Steinitz (1836–1900), Jacques Mieses (1865–1954) und Rudolf Spielmann (1883–1942) oft in Turnieren angewandt.

Weiß macht mit 2.¤c3 zunächst einen nütz- lichen Entwicklungszug, der im Gegensatz zu

2.¤f3 den f-Bauern nicht verstellt. Das verleiht seiner Aufstellung am Königsflügel mehr Fle-

xibilität. Schwarz erwidert meist 2

2 ¤f6,

Aufmarschpläne anbieten:

a) Verschärfung des Spiels mit 3.f2-f4;

b) Entwicklung mit ¥ c4 und d3. Den weiteren

Aufbau passt er dem schwarzen Plan an;

c) Fianchetto des Königsläufers (g3, ¥ g2).

Plan a) ergibt nach 2

Stellung aus dem Angenommenen Königsgam- bit unter Einschaltung des zusätzlichen Zug- paars ¤c3/¤c6.

¤c6 oder

worauf sich für Weiß drei verschiedene

¤c6

3.f4 exf4 4.¤f3 eine

Der andere Springerzug, 2

vor und führt nach 3.f4 d5 4.fxe5 ¤xe4 zu einer Stellung, die lange als Hauptabspiel der Wiener Partie galt. Die Theorie sieht für Schwarz hier keine großen Probleme, Ausgleich zu erlangen.

Plan b) ist nach beiden Springerzügen möglich.

Aber Achtung, Weiß muss nach 2

auch auf 3

4. £ h5 der Auftakt zu einem Abspiel ist, das den

fantasievollen Namen Frankenstein-Dracula- Variante bekommen hat.

¤f6,

bereitet

d5

¤f6 3. ¥ c4

¤xe4

vorbereitet sein, wonach

bereitet d5 ¤ f6 3. ¥ c4 ¤ xe4 vorbereitet sein, wonach Plan c), die Fianchetto-Variante,

Plan c), die Fianchetto-Variante, ist die mo- derne Behandlung, die Boris Spassky einige

Male wählte. Nach 2

d5 3

setzt Weiß auf den starken Läufer g2.

Für Vereinsspieler ist die Wiener Partie gut geeignet, weil wenig aktuelle Theorie existiert. Mit ihr erwischt man den Gegner meist auf dem falschen Fuß, weil der nur auf Spanisch und Italienisch vorbereitet ist. Sehr flexibel, weil man sie aggressiv wie ein Königsgambit oder auch langsam positionell spielen kann.

¤ f6 3.g3 kann zwar aktiv

folgen, aber nach 4.exd5 ¤xd5 5. ¥ g2

LäufERSPIEL & cO

chARmAnTE ExOTEn

1.e4 e5 2.¥ c4

g2 LäufERSPIEL & cO chARmAnTE ExOTEn 1.e4 e5 2. ¥ c4 Das Läuferspiel ist eine uralte

Das Läuferspiel ist eine uralte Eröffnung, bereits im 17. Jahrhundert wurde sie vom ka- labrischen Meister Gioachino Greco (~1600– 1634) gespielt, im 18. Jahrhundert vertrat François-André Danican Philidor (1726–1795) die Auffassung, dass der Läuferzug dem Kö- nigsspringerzug überlegen sei. In den 1960er Jahren wurde 2. ¥ c4 vom dänischen Großmei- ster Bent Larsen (1935–2010) wiederentdeckt, in den 1980ern war der Engländer John Nunn einer der modernen Pioniere dieses Systems.

In vielen Varianten nach 2. ¥ c4 ist ein Über- gang in andere Eröffnungen möglich, so ergibt

2

3.d4 exd4 4.¤f3 ¤c6 leitet zum Zweispringer-

spiel über und nach z.B. 2

¥ c5 ist eine Position aus der Italienischen

Eröffnung auf dem Brett. Ein praktischer Vorteil des Läuferspiels ist allerdings, dass die vielen Spielern lästige Russische Verteidigung (S. 24/25) ausgeschaltet wird. Eigenständige Läuferspiel-Varianten entstehen vor allem,

wenn Schwarz nach 2

¤f6

3.¤c3 z.B. die Wiener Partie, 2

¤f6

¤f6 3.d3 ¤c6 4.¤f3

¤f6 3.d3 versucht, mit

3

Zentrum die Initiative zu ergreifen.

Ein anderer Exot nach 1.e4 e5 ist 2.d4.

c6

4.¤f3 d5 durch Angriff auf den Läufer im

ist 2.d4 . c6 4. ¤ f3 d5 durch Angriff auf den Läufer im Diese Eröffnung

Diese Eröffnung trägt zwar den Namen Mit-

telgambit, ist aber nur nach 2

sächlich eins. Schwarz kann das Geschenk recht

gut mit 3

ausreichend auskennt, auch mutig mit 3

annehmen. Die andere Fortsetzung, 3. £ xd4,

ähnelt eher der Skandinavischen Verteidigung,

auf das natürliche 3

Weiß hier mit seiner Dame Zeit verloren, aber dafür verfügt er über einen einfachen Plan:

schnelle Entwicklung des Damenflügels nach dem Schema ¤c3, ¥ d2 und 0-0-0. Da Schwarz in der Regel kurz rochiert, kann das Spiel recht scharfen Charakter annehmen.

Wer nicht gerne den Ballast der Hauptvarianten nach 2.¤f3 mit sich herumträgt, findet an Läu- ferspiel und Mittelgambit sicher Gefallen. Ei- nen unvorbereiteten Gegner bereits im zweiten Zug zu selbständigem Denken zu zwingen, das hat durchaus seinen ganz eigenen Charme.

exd4 3.c3 tat-

d5

ablehnen, oder, wenn er sich

dxc3

¤c6

folgt 4. £ e3. Zwar hat

ITALIEnISch

DER GREcO-möLLER-AnGRIff

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3. ¥ c4 ¥ c5

1.e4 e5 2. ¤ f3 ¤ c6 3. ¥ c4 ¥ c5 Die Italienische Partie, die

Die Italienische Partie, die nach 3

steht, ist eine der ältesten Schacheröffnungen, erwähnt wird sie bereits in der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Göttinger Hand- schrift. In den folgenden Jahrhunderten war sie der populärste Spielanfang, ihren Namen ver- dankt sie den Meistern der Italienischen Schule, die vor allem nach freiem Figurenspiel und kombinatorischen Verwicklungen strebten.

Weiß stehen in der Diagrammstellung mehrere Pläne zur Verfügung. Einer der aggressivsten, der zu offenen Stellungen mit vielen taktischen Möglichkeiten führt, ist, nach 4.c3 ¤f6 mit

5.d4 frühzeitig die Initiative im Zentrum zu ergreifen. 5.d4 erfolgt mit Angriff auf den Läu-

fer c5, Schwarz tauscht am besten mit 5

die Bauern, aber nach 6.cxd4 verfügt Weiß über ein gefährliches mobiles Bauernpärchen.

Schwarz muss bereits hier sehr genau spielen.

So wäre der Rückzug 6

er den weißen Zentrumsbauern Gelegenheit zum Vorrücken geben würde. Stattdessen ist

6 ¥

¥ c5 ent-

exd4

¥ b6 schlecht, weil

b4+ Pflicht, um Weiß zu einer Reaktion

auf das Schach zu zwingen. Die moderate Ant- wort ist 7. ¥ d2 ¥ xd2+ 8.¤bxd2, was aber den

in vielen Offenen Spielen so wichtigen zentra-

len Gegenstoß 8

winn gegen den Läufer c4 das weiße Zentrum aufbricht. Nach 9.exd5 ¤xd5 bleibt von dem „idealen“ Zentrum d4-e4 denn auch nicht mehr als ein isolierter Bauer auf d4 übrig. Trotzdem haben aber beiden Seiten hier viele Chancen.

Bereits Greco bevorzugte die Gambitfortset- zung 7.¤c3, die zu taktisch komplizierten Stellungen führt, in denen Weiß vor weiteren Materialopfern nicht zurückschreckt. Nach

7 ¤xe4

d5

zulässt, der mit Tempoge-

8.0-0 ¥ xc3 gilt Möllers 9.d5

der mit Tempoge - 8.0-0 ¥ xc3 gilt Möllers 9.d5 als bester Angriffsversuch. Kennt sich Schwarz

als bester Angriffsversuch. Kennt sich Schwarz hier aus, verspricht die Theorie ihm sogar Vorteil, hat er seine Hausaufgaben aber nicht gemacht, kann er mit Pauken und Trompeten untergehen.

Wer Spaß an kombinatorischem Figurenspiel hat, sollte diesen Klassiker unbedingt auspro- bieren. Die resultierenden Stellungen bieten faszinierende Möglichkeiten und sind eine ausgezeichnete taktische Schule.

ITALIEnISch

GIuOcO PIAnISSImO

Geschickte manöver in Spanischen Gewässern

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¥ c4 ¥ c5 4.d3

Gewässern 1.e4 e5 2. ¤ f3 ¤ c6 3. ¥ c4 ¥ c5 4.d3 In den

In den 1980er Jahren gewann die Italienische Eröffnung wieder etwas an Popularität, als man ein System entwickelte, in dem Weiß sich zunächst bescheiden mit d3 und c3 aufbaut. Die Philosophie dieser Spielweise ist, dass der zentrale Vorstoß d3-d4 auch später, dafür aber umso wirkungsvoller durchgesetzt werden kann. Im Grunde verfolgt Weiß eine Strategie ähnlich vielen Varianten des Geschlossenen Spaniers. Die Partie entwickelt sich zwar viel langsamer als in den Abspielen des Greco- Möller-Angriffs, aber das System ist positionell gesund, nachhaltig und durchaus gefährlich.

Da Schwarz keine direkten Drohungen parie-

ren muss, hat er eine große Auswahl an Zügen.

Nach 4

a6

überraschenderweise eine der Hauptvarianten. Der wichtige Läufer c5 erhält so ein sicheres Rückzugsfeld auf a7, falls Weiß mit b4 und a4 auf Raumgewinn am Damenflügel spielt.

Weiß dagegen wird oftmals seinen weißfeld- rigen Läufer frühzeitig nach b3 zurückziehen, um einem Abtausch durch ¤a5 zuvorzukom- men. Dem Läufer bietet sich dann ein sicheres Feld auf c2, und obwohl das zunächst – wie auch in vielen Varianten der Spanischen Partie – sehr passiv aussieht, kann er nach späterem

¤f6

5.c3 ist der „Tempoverlust“ 5

d3-d4 und weiterer Öffnung im Zentrum in der Partie noch eine wichtige Rolle spielen.

Auch ein anderes Spanisches Thema kehrt in der Stellung immer wieder, nämlich die

Thema kehrt in der Stellung immer wieder, nämlich die nach 85 Jahren wieder Italienisch bei einer

nach 85 Jahren wieder Italienisch bei einer Wm:

1981 in meran zog karpov gegen kortschnoj 3.Lc4

Springerwanderung ¤b1-d2-f1-g3 (e3). Dieses

langsame Manövrieren ist für den Stellungstyp charakteristisch. Eine typische Zugfolge könnte, ausgehend vom ersten Diagramm, z.B. so aus-

sehen: 4

8.¤f1 0-0 9.¤g3 ¥ e6 10.0-0 ¦ e8 11.h3 h6.

¤f6

5.c3 a6 6.¥ b3 ¥ a7 7.¤bd2 d6

e8 11.h3 h6. ¤ f6 5.c3 a6 6. ¥ b3 ¥ a7 7. ¤ bd2 d6

Wer seinen Gegner gerne langsam positionell ausmanövriert, aber den Berg von Theorie aus dem Spanier vermeiden möchte, ist hier richtig. Das Verständnis der Pläne ist weit wichtiger als die Kenntnis konkreter Varianten.

EvAnS-GAmbIT

EInE GEfähRLIchE WAffE

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3. ¥ c4 ¥ c5 4.b4

WAffE 1.e4 e5 2. ¤f3 ¤c6 3 . ¥ c4 ¥ c5 4.b4 Der Seekapitän William

Der Seekapitän William Davies Evans (1790– 1872) schuf gegen Ende der 1820er Jahre ein Gambit gegen die Italienische Partie, das schon bald seinen Siegeszug durch die Schachwelt an- treten sollte. Die Angriffsspieler dieser Epoche erkannten schnell, welch gefährliche Waffe sie geschenkt bekommen hatten, und sie nutzten sie als willkommene Alternative zum Königs- gambit. Anderssens berühmte „Immergrüne Partie“ gegen Dufresne wurde mit dem Evans- Gambit eröffnet und der Amerikaner Paul

Morphy, bester Spieler seiner Zeit, spielte es fast

ausschließlich gegen 3

schien dies Gambit fast vergessen zu sein. Doch dann griff Garry Kasparov es 1995 auf, gewann gegen Anand und Piket in jeweils unter dreißig Zügen und brachte es damit in die Turnierpra- xis zurück.

Die Idee des Gambits ist ziemlich einfach.

Weiß will nach 4

mit 5.c3 und 6.d4 im Zentrum vorrücken. Die Dame wird oft schnell nach b3 gebracht, um den Druck des Läufers auf den schwachen

¥ c5. In unseren Tagen

¥

xb4 unter Tempogewinn

Punkt f7 zu verstärken. Der schwarzfeldrige Läufer wird auf der Diagonale c1-h6 oder a3-f8 eingesetzt. Die weiße Initiative kann schnell gefährlich werden.

Gegen diese Pläne entwickelte Emanuel Lasker

(1868–1941) mit der Zugfolge 5

d6 7.d4 ¥ b6 die nach ihm benannte berühmte Verteidigung, die nach 8.dxe5 dxe5 9. £ xd8+ ¤xd8 10.¤xe5 den Bauern zurückgibt, um ein gutes Endspiel zu erreichen.

Aber Weiß kann die Vereinfachungen der Lasker-Verteidigung mit 6.d4 vermeiden. 6

kann dann mit 7. £ b3 beantwortet werden, und

d6

¥ a5 6.0-0

nach 6

exd4

£ b3 beantwortet werden, und d6 ¥ a5 6.0-0 nach 6 exd4 hat Weiß die Wahl

hat Weiß die Wahl zwischen 7.0-0 oder 7. £b3

Nigel Short hat diese Stellung mehrmals mit Weiß gespielt und auch andere Varianten des Gambits mit frischen Ideen belebt.

Das Evans-Gambit ist und bleibt eine gefähr- liche Waffe in den Händen guter Angriffsspieler und führt auch heute noch zu spannenden und unterhaltsamen Partien.

vIERSPRInGERSPIEL

EIn vERWAnDLunGSkünSTLER

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¤c3 ¤f6

1.e4 e5 2. ¤f3 ¤c6 3 . ¤ c3 ¤ f6 Gemessen an dem oft Anfängern

Gemessen an dem oft Anfängern gegebenen Ratschlag „Entwickle die Springer vor den Läu- fern“ müsste das Vierspringerspiel eigentlich die ideale Eröffnung sein. Am Anfang des 20. Jahrhunderts war sie auch recht populär, verlor dann aber aufgrund Rubinsteins Gambitfort- setzung 4.¥ b5 ¤d4 viele Anhänger. Erst in den 1990er Jahren erwachte erneut das Interesse, als die englischen Großmeister John Nunn und Nigel Short die Eröffnung aufgriffen.

Die wichtigsten, recht unterschiedlichen Opti- onen für Weiß sind 4.d4, 4.g3 und 4.¥ b5.

4.d4 ergibt nach 4

tische Vierspringerspiel (siehe Seite 14). Das natürliche 4.¥ c4 hat dagegen keine große Bedeutung, denn es lässt den vereinfachenden

Gabeltrick 4

4.g3 – früher nur ein Fußnote in den Theorie- büchern – ist heute ein ausgewachsenes System, benannt nach Igor Glek, der seit 1989 mehr als hundert Partien dazu gespielt hat. Das Abspiel ähnelt der g3-Variante der Wiener Partie (S. 6).

exd4

5.¤xd4 das Schot-

¤xe4

5.¤xe4 d5 zu.

4. ¥ b5 ist das Spanische Vierspringerspiel. Hier

kann Schwarz mit 4

nächst die Züge kopieren, aber nach 7.¥ g5, was

¥ b4 5.0-0 0-0 6.d3 d6 zu-

aber nach 7. ¥ g5, was ¥ b4 5.0-0 0-0 6.d3 d6 zu- 8. ¤ d5

8.¤d5 droht, ist ein guter Zeitpunkt gekom-

men, die Symmetrie mit 7

Das überraschende 4

Akiba Rubinsteins (1882–1961). Dieser Zug mit einer bereits entwickelten Figur mag zunächst

widersinnig erscheinen, aber 5.¤xe5 kann mit

5 £

ist 5. ¥ a4, worauf Schwarz mit 5

0-0 einen Bauern opfern kann. Leider kann Weiß diesen interessanten Komplikationen

mit dem anspruchslosen 5.¤xd4 exd4 6.e5 dxc3 7.exf6 £ xf6 8.dxc3 £ xe5+ 9. £ e2 £ xe2+

10. ¢ xe2 ausweichen, mit einem remislichen

Endspiel nach nur zehn Zügen.

Das Vierspringerspiel ist sehr verwandlungs- fähig. Manche Abspiele eignen sich mehr für Strategen, in anderen werden sich Taktiker pudelwohl fühlen. Auf keinen Fall aber sollten Sie diese auf den ersten Blick so einfach aus- sehende Eröffnung unterschätzen.

¥ xc3 zu brechen.

trägt den Namen

¤d4

e7 beantwortet werden. Die Hauptvariante

¥ c5 6.¤xe5

ZWEISPRInGERSPIEL

DER SchnELLE AnGRIff Auf f7

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3. ¥ c4 ¤f6 4.¤g5

Auf f7 1.e4 e5 2. ¤ f3 ¤ c6 3. ¥ c4 ¤ f6 4. ¤

Bereits im 16. Jahrhundert analysierte der italienische Schachmeister Giulio Cesare

Polerio (1548–1612) die Fortsetzung 3

mit der Weiß geradezu eingeladen wird, mit 4.¤g5 die Achillesferse f7 anzugreifen. Dieser

Springerausfall, obwohl von Siegbert Tarrasch (1862–1934) dogmatisch als „Anfängerzug“

gebrandmarkt, hat sich bis heute als eine der

Hauptfortsetzungen gegen 3

Schon im vierten Zug können haarsträubende Verwicklungen entstehen, falls Schwarz die

Drohung gegen den Bauern f7 einfach ignoriert

und kaltblütig 4 ante. 5.¤xf7 hat 5

5.¥ xf7+ gilt als die bessere Fortsetzung. Aber eins ist in beiden Fällen klar: wer ohne ausrei- chende theoretische Vorbereitung so spielt ist ein Hasardeur.

Die Hauptfortsetzung für Schwarz ist aber 4

d5, was nach 5.exd5 die Diagonale a2-g8 ver- sperrt. Wer glaubt, jetzt ohne Probleme mit

5 ¤xd5?!

den Bauern schlagen zu können, der

c5 spielt, die Traxler-Vari- ¥ xf2+ und Chaos zur Folge,

¤f6,

¤f6 behauptet.

¥

irrt. Nach dem subtilen 6.d4, was nach 6

7.0-0 den Einschlag 8.¤xf7 droht, hat Schwarz Probleme. Außerdem gibt es noch das brutale 6.¤xf7 – die Fegatello-Variante – was nach

6 ¢ xf7 7. £ f3+ ¢ e6 zu wilden, tief analysier- ten Komplikationen führt.

Bessere Versuche für Schwarz im fünften Zug

sind das überraschende 5

Variante) oder 5

Hauptvariante ist aber 5

ger zwar an den Rand stellt, durch den Angriff auf den Läufer c4 aber ein wichtiges Tempo ge- winnt. Nach 6. ¥ b5+ stellt Schwarz meistens mit

c6 6

bxc6 8. ¥e2 h6 9.¤f3 e4 10.¤e5 ¥ d6

exd4

b5 (Ulvestad-

¤d4

(Fritz-Variante), klare

¤a5, was den Sprin-

den Bauern dazwischen, was nach 7.dxc6

a5, was den Sprin- den Bauern dazwischen, was nach 7.dxc6 zu einem Gambitspiel führt, in dem

zu einem Gambitspiel führt, in dem Schwarz für den Bauern sehr aktives Figurenspiel erhält.

Das Zweispringerspiel nach 4.¤g5 ist eine tak- tisches Minenfeld, gefährlich für jeden, der es betritt. Angriff und Gegenangriff bestimmen frühzeitig die Partie, beide Spieler müssen hell- wach sein. Wer mit Schwarz gerne aktiv spielt und Opfer nicht scheut, wird diese Eröffnung lieben.

ZWEISPRInGERSPIEL

SPIEL Im ZEnTRum mIT 4.d4

für Taktiker mit romantischer Ader

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¥ c4 ¤f6 4.d4

Ader 1.e4 e5 2. ¤ f3 ¤ c6 3. ¥ c4 ¤ f6 4.d4 Eine weitere

Eine weitere wichtige Fortsetzung im Zwei-

springerspiel ist 4.d4, womit Weiß ohne Zeit- verlust ein Zentrumsspiel einleitet. Schwarz

ist praktisch zu 4

4 ¤xe4

eines Doppelangriffs gegen f7 und den Sprin-

ger e4 mit £ d5 bereits ein ernster Fehler. Die moderne, positionelle Behandlung der Stellung beginnt dann mit 5.e5 und nach dem typischen

Gegenstoß 5

exd4

gezwungen, denn

wäre wegen 5.dxe5 mit der Drohung

d5

folgt 6. ¥ b5 ¤e4 7.¤xd4.

5.dxe5 mit der Drohung d5 folgt 6. ¥ b5 ¤ e4 7. ¤ xd4. Sowohl nach

Sowohl nach dem soliden 7

dem aggressiven 7

de Seiten gut spielbar.

¥ d7 als auch nach

¥ c5 ist die Stellung für bei-

Viel wilder entwickelt sich das Spiel im Max- Lange-Angriff, wo zunächst 5.0-0 ¥ c5 folgt

und erst dann der Vorstoß 6.e5. Nach der Stan-

dardreaktion 6

dxc4 8. ¦ e1+ ¥ e6 9.¤g5 das Spiel. Nun muss

Schwarz 9

die Taktikseite) und nach 10.¤c3 £f5 11.¤ce4 0-0-0 erreichen wir die Ausgangsstellung die- ser Variante, die zum Erbe des romantischen Schachs des 19. Jahrhunderts zählt. Die Haupt- fortsetzung im Diagramm ist 12.g4.

d5

forciert Weiß mit 7.exf6

£xf6 siehe

£d5 antworten (zu 9

forciert Weiß mit 7.exf6 £ xf6 siehe £ d5 antworten (zu 9 Schwarz kann den unübersichtlichen

Schwarz kann den unübersichtlichen Stellungen des Max-Lange-Angriffs aber auch gut aus dem

Weg gehen, indem er nach 5.0-0 mit 5

den e-Bauern einfach wegfrisst. Das sieht zwar wegen der Öffnung der e-Linie gefährlich aus, ist bei genauem Spiel aber vollkommen okay. Nach der Fesselung mit 6.¦ e1 d5 folgt hier meist das taktische Scharmützel 7. ¥ xd5 £xd5 8.¤c3 und nun muss sich Schwarz entscheiden,

ob er die Dame mit 8

gel oder mit 8

Beides sind anerkannte Fortsetzungen, die Wahl eine Frage des Geschmacks.

Im Zweispringerspiel mit 4.d4 wird das Zen- trum früh geöffnet, die Figuren treten sofort in direkten Nahkampf. Perfekt für alle, die auf ein taktisches Handgemenge aus sind und außer- dem über ein gutes Gedächtnis verfügen.

¤xe4

£ a5 auf den Damenflü-

£ h5 auf den Königsflügel stellt.

SchOTTISch

kASPAROvS ExPERImEnT

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.d4 exd4 4.¤xd4 ¤f6

1.e4 e5 2. ¤ f3 ¤ c6 3.d4 exd4 4. ¤ xd4 ¤ f6 Ihren Namen

Ihren Namen verdankt die Schottische Partie einem Fernschachmatch zwischen den Städten Edinburgh und London, ausgetragen von 1824 bis 1828, wobei die Schotten allerdings zu- nächst die schwarzen Steine führten und gegen 3.d4 verloren, sich später aber revanchierten und selbst erfolgreich mit 3.d4 eröffneten.

Nachdem im Anfang des 20. Jahrhunderts das Interesse an dieser direkten Spielweise deutlich nachgelassen hatte, war es 1990 kein Geringerer als Garry Kasparov, der – bei ausge- glichenem Spielstand – in der 14. Partie seines WM-Kampfes (Lyon/New York) gegen Anatoly Karpov mit Schottisch eröffnete und damit den Dornröschenschlaf dieser Eröffnung beendete. Zwar ging die Partie remis aus, aber in seiner nächsten Weißpartie wiederholte Kasparov das „Experiment“ – diesmal mit Erfolg.

Die Folge war ein Schottisch-Boom. Eine ganze Herde von Topspielern stürzte sich auf die Vari- ante, und was gestern noch als veraltet galt, das war plötzlich wieder schick und modern.

Kasparov hatte die Mieses-Variante ausgegra-

ben, in der nach 4

5.¤xc6 bxc6 und dann der Vorstoß 6.e5 erfolgt.

¤f6

zunächst der Abtausch

dann der Vorstoß 6.e5 erfolgt. ¤ f6 zunächst der Abtausch Nun gilt für Schwarz 6 es

Nun gilt für Schwarz 6

es den ¥ f8 blockiert. Aber der wird oft nach g7 gestellt, was zusätzlich Druck auf e5 macht.

Und auch Weiß, der den Bauern e5 verteidigen muss, hat keinen besseren Zug, als ebenfalls mit 7. £ e2 seinen Läufer zu blockieren. Weiter

geht es mit 7

dann zwischen 8

Die wichtigste Alternative zur Mieses-Variante ist 5.¤c3, das Schottische Vierspringerspiel.

¥ b4 6.¤xc6

bxc6 7. ¥d3 d5 8.exd5 cxd5 9.0–0 0–0 10. ¥ g5 c6 weiter, wonach Weiß freies Figurenspiel hat, Schwarz jedoch den Zentrumsbauern d5.

Die Schottische Partie ist für Weiß heute nach Spanisch die Nummer zwei in der Top-Liste der Offenen Spiele. Allerdings hat sich in der Mieses-Variante eine Menge Theorie angehäuft, das Schottische Vierspringerspiel ist sicher leichter zu verstehen und zu spielen.

Hier geht die Hauptvariante mit 5

8.c4 und hier kann Schwarz

¥ a6 und 8

£ e7 als bestes, obwohl

¤d5

¤b6

wählen.

DAS SOLIDE 4

Lc5

SchOTTISch

frühe Damenausflüge kommen wieder in mode

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.d4 exd4 4.¤xd4 ¥c5

in mode 1.e4 e5 2. ¤ f3 ¤ c6 3.d4 exd4 4. ¤ xd4 ¥c5 Der

Der natürliche Entwicklungszug 4

die zweite und ältere Hauptvariante gegen die Schottische Partie. Schwarz entwickelt hier sei- nen Läufer mit Tempo gegen den ¤d4, der ein zweites Mal angegriffen wird. Weiß muss nun entscheiden, ob er den Springer mit 5.¤b3 zu- rückzieht, mit 5.¤xc6 abtauscht oder mit 5. ¥ e3 noch einmal verteidigt.

Der Rückzug 5.¤b3 ist eine einfache Fortset-

zung, die Komplikationen vermeidet, heute aber nicht mehr oft gespielt wird. Schwarz be-

b6 seinen Läufer vorm Abtausch

wahrt mit 5

und sollte keine großen Sorgen haben.

Der Springertausch 5.¤xc6 wird mit dem

Zwischenzug 5

f2 droht. Weiß muss das Matt nun mit einem

unbequemen Damenzug abwehren, entweder

6. £ f3, was nach 6

ernstruktur verschlechtert, oder 6. £d2, was

den ¥ c1 versperrt. Nach 6. £ d2 nimmt Schwarz

meistens mit 6

wicklung einen Doppelbauern in Kauf.

Der wichtigste Zug für Weiß nach 4

die Verteidigung des Springers mit 5. ¥ e3, was logisch aussieht, denn warum sollte der weiße Zentralspringer freiwillig seinen Posten räu-

¥ c5 ist

¥

f6 beantwortet, was Matt auf

£xf3 7.gxf3 die weiße Bau-

dxc6

zugunsten schneller Ent-

¥ c5 ist

£

men. Schwarz kann jetzt allerdings mit dem

amateurhaft aussehenden Damenzug 5

diesen Springer ein drittes Mal angreifen und ein Zugeständnis erzwingen. Entweder Weiß

versucht nun das scharfe, aber sehr fragwürdige 6.¤b5, oder er deckt den Zentralspringer zu- verlässig mit 6.c3, nimmt damit aber dem Da- menspringer sein natürliches Entwicklungsfeld.

Nach dem scharfen 6.¤b5 folgt 6

(7.¤xc7+ scheitert an 7

auf f2 und

Doppelbauern auf der e-Linie. Schwarz kann

wählen zwischen dem Rückzug 7

7 £

angriff 7

Das zuverlässige 6.c3 ¤ge7 ist die Hauptvarian- te, und in dieser Stellung führte 1991 der Zug

7. ¥ c4 zur Wiederbelebung des ganzen Abspiels.

Nach 7

£

f6

¥ xe3 7.fxe3

¢ d8, wonach Matt

¢ xc7 droht) mit einem grausigen

£ d8 bzw.

h4+ 8.g3 £ d8 oder dem scharfen Gegen-

£ h4+ 8.g3 £ xe4.

¤e5

8.¥ e2 £ g6 9.0-0 d6

£ h4+ 8.g3 £ xe4. ¤ e5 8. ¥ e2 £ g6 9.0-0 d6 kann Weiß

kann Weiß den Bauern e4 mit 10.f3 decken oder mit 10. ¢ h1 oder 10.f4 eine schärfere Gangart wählen und ein Bauernopfer anbieten.

Wie in vielen anderen Varianten der Offenen Spiele garantiert der frühe Doppelschritt des d-Bauern ein freies Spiel mit einfacher Figu- renentwicklung. Schwarz muss vor allem ver- stehen, warum er in dieser Variante ausnahms- weise die Dame so früh herausbringen darf.

SPAnISch

STEInITZ-vERTEIDIGunG

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3. ¥ b5 d6

STEInITZ-vERTEIDIGunG 1.e4 e5 2. ¤f3 ¤ c6 3. ¥ b5 d6 Der erste Weltmeister Wilhelm Steinitz

Der erste Weltmeister Wilhelm Steinitz

(1836–1900) arbeitete 3

Verteidigung gegen Spanisch aus, die lange Zeit

von vielen Großmeistern gerne gespielt wurde. So wandten auch die Weltmeister Emanuel Lasker (1868–1941) und Jose Raul Capablanca (1888–1942) das System oft an, bevor es in den 1930er Jahren, als man aktivere Verteidigungen bevorzugte, deutlich an Popularität einbüßte.

d6 3

mit 4.d4 im Zentrum aktiv zu werden, wonach der Druck auf e5 Schwarz früher oder später

dazu zwingen wird, mit

spannung aufzulösen. Danach verbleibt Weiß

mit dem sogenannten kleinen Zentrum – Bau- er e4 gegen Bauer d6 –, was ihm lange Zeit Raumvorteil verbürgt. Schwarz begnügt sich

nach z.B. 4

engten, aber sehr soliden Stellung. Die Steinitz- Verteidigung kann auch über die „verbesserte“

Zugfolge 3

was immerhin Varianten mit langer Rochade für Weiß ausschaltet.

d6 zu einer soliden

gibt Weiß nämlich Gelegenheit, sofort

exd4 die Zentrums-

exd4

¤f6

5.¤xd4 ¥ d7 mit einer be-

4.0-0 d6 angesteuert werden,

16 | ChessBase Tutorials/Eröffnung #01

Etwas attraktiver für Schwarz ist die Moderne

Steinitz-Verteidigung 3

a6 4. ¥a4 d6.

ist die Moderne Steinitz-Verteidigung 3 a6 4. ¥ a4 d6 . 5.d4 kann hier mit der

5.d4 kann hier mit der Einschaltung von 5

6.

wortet werden. 8. £ xd4?? führt nach 8

b5

¥ b3 und dann 6

¤xd4

7.¤xd4 exd4 beant-

c5 nebst

c4

zum Verlust des ¥b3 (Arche-Noah-Falle).

Deswegen sind nach 4

5.0-0 versucht worden. 5. ¥xc6+ bxc6 6.d4 will

nach

aber hier muss Weiß zumindest das Läuferpaar abgeben. Außerdem kommt für Schwarz auch

f6 6

hat den Nachteil, dass Schwarz mit 5

scharfen Siesta-Variante greifen kann. 5.0-0

lässt das sehr aggressive 5

jetzt mit 6

sich das Schlagen des Läufers wegen des An- griffs auf der h-Linie zunächst verbietet.

Die Steinitz-Verteidigung verspricht mit wenig Theorieaufwand eine feste, solide Stellung. Die Moderne Steinitz-Verteidigung bietet auch schärfere Abspiele, erfordert dafür aber auch mehr Vorbereitung.

d6 5. ¥ xc6+, 5.c3 und

exd4

wieder Raumvorteil erreichen,

mit Stützung des e-Bauern in Frage. 5.c3

h5

f5 zur

¥ g4 zu. 6.h3 kann

beantwortet werden, wonach

SPAnISch

bERLInER vERTEIDIGunG

Eine mauer gegen Spanisch

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¥ b5 ¤f6

gegen Spanisch 1.e4 e5 2. ¤f3 ¤ c6 3. ¥ b5 ¤ f6 Garry Kasparov hat

Garry Kasparov hat sich an ihr im WM-Match 2000 die Zähne ausgebissen, keine einzige Weißpartie konnte er gegen Vladimir Kramniks

Berliner Verteidigung, die daraufhin den Beina- men Berliner Mauer bekam, gewinnen. In der

Folge wurde 3

auch unter anderen Großmeistern immer be- liebter, und auf der weißen Seite wurden die analytischen Anstrengungen verstärkt, einen aussichtsreichen Aufbau gegen diese super- solide Verteidigung zu finden.

3 ¤f6

etwas aus der Stellung herauszuholen, empfiehlt die Theorie schnelle Entwicklung mit 4.0-0. Der Deckungszug 4.d3 dagegen ist natürlich

spielbar und solide, aber sicher nicht die prinzi- pielle Antwort. Ein Vorteil dieses bescheidenen Zuges ist jedoch, dass er das damenlose Mittel- spiel der Hauptvariante vermeidet. Nach 4.0-0

kann Schwarz mit dem konsequenten 4

den e-Bauern schlagen (wobei 4

Alternative ist, die von Topalov gelegentlich gespielt wurde), die Hauptvariante geht dann weiter mit 5.d4 ¤d6 6. ¥ xc6 dxc6 7.dxe5 ¤f5 8. £ xd8+ ¢ xd8 – siehe Diagramm rechts oben. Weiß hat hier, wie auch in der Abtauschvariante (S. 19), den Vorteil der besseren Bauernstruk-

¤f6

gegen die Spanische Partie

greift den weißen e-Bauern an, und um

¤xe4

¥ c5 eine

greift den weißen e-Bauern an, und um ¤ xe4 ¥ c5 eine tur, allerdings steht sein

tur, allerdings steht sein e-Bauer bereits auf e5, was einen wichtigen Unterschied macht. Seine Bauernmehrheit am Königsflügel kann aktiv eingesetzt werden und einen Freibauern hervorbringen, zudem hat er etwas Entwick- lungsvorsprung. Bei der schwarzen Stellung fallen oberflächlich betrachtet zunächst die Nachteile mehr ins Auge: der Doppelbauer, der Verlust des Rochaderechts, die etwas ungün- stige Figurenkoordination (¤f5 hemmt den ¥ c8). Auf der Plusseite steht aber das schwarze Läuferpaar, und auch der nach e5 vorgerückte weiße e-Bauer kann für Schwarz ein Motiv zum Gegenspiel werden.

Die Berliner Verteidigung eignet sich hervorra- gend für Spieler, die gerne früh die Damen tau- schen und Geduld für lange Endspiele haben.

die Damen tau- schen und Geduld für lange Endspiele haben. Wm 2000: kramniks „berliner mauer“ hielt

Wm 2000: kramniks „berliner mauer“ hielt stand

ChessBase Tutorials/Eröffnung #01 | 17

SPAnISch

übERRASchunG Im 3. ZuG

Jänisch-Gambit, bird-, cozio- und cordel-verteidigung

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3. ¥ b5 f5

cordel-verteidigung 1.e4 e5 2. ¤f3 ¤ c6 3. ¥ b5 f5 Carl Friedrich Jänisch (1813–1872) entwickelte

Carl Friedrich Jänisch (1813–1872) entwickelte

mit 3

Spanische Partie, die auch unter dem Namen Schliemann Verteidigung bekannt wurde. Im Stile des Königsgambits attackiert der Nach- ziehende wagemutig mit seinem f-Bauern den Bauern e4, obwohl er eine Figur weniger im

Spiel hat. Die Skepsis, dass dies ein gesundes Konzept ist, ist weit verbreitet, aber seit 2007 war die Variante dank Teimour Radjabov selbst auf Großmeisterebene wieder gelegentlich zu sehen. Zumindest auf Amateurebene steht Weiß zunächst vor dem nicht zu unterschät- zenden praktischen Problem, ob er sich auf die taktischen Verwicklungen nach 4.¤c3 fxe4

5.¤xe4 d5 (das bescheidenere 5

djabovs Wahl) 6.¤xe5 dxe4 7.¤xc6 einlassen

möchte. Wer dies mit Schwarz spielt, kennt die Varianten meist sehr genau, und um in dem

nach 7

in Vorteil zu kommen, sollte Weiß am besten noch etwas mehr wissen. Eine viel gespielte Al- ternative für Weiß ist deshalb das bescheidene 4.d3, das nur auf einen kleinen Stellungsvorteil abzielt.

Wenn Schwarz den viel analysierten Haupt- systemen der Spanischen Partie ausweichen

f5

eine aggressive Spielweise gegen die

¤f6 war Ra-

£

g5 oder 7

£d5 entstehenden Chaos

18 | ChessBase Tutorials/Eröffnung #01

möchte, stehen ihm dafür im dritten Zug noch

einige andere, teils recht solide Optionen zur Verfügung. Vassily Smyslov war z.B. mit dem

Zug 3

vor gut 130 Jahren gespielt hat und den auch

Gata Kamsky und Boris Spassky aufgriffen. Die

Cozio-Verteidigung 3

die Abtauschvariante auszuschalten, denn nun würde Schwarz nach 4. ¥xc6 nicht mehr auf einem Doppelbauern sitzenbleiben. Bent Lar- sen spielte den Zug mit Erfolg einige Male in den 1970er Jahren, Levon Aronian überraschte damit seine Gegner 2009 bei der Blitz-WM.

3 ¤d4

4.¤xd4 exd4 als vorteilhaft für Weiß gilt, der sich mit 0-0, d3 und f4 aufbauen kann. Einen

besseren Ruf hat 3

digung oder Cordel-Variante.

g6

recht erfolgreich, den schon Steinitz

¤ge7 hat den Vorteil,

ist die Bird-Variante, die aber nach

¥c5, die Klassische Vertei-

Bird-Variante, die aber nach ¥ c5, die Klassische Vertei- Nach 4.c3, was d4 beabsichtigt und wie

Nach 4.c3, was d4 beabsichtigt und wie im Itali-

enisch die Stellung des Läufers auf c5 ausnutzen

möchte, kann Schwarz das zweischneidige 4

oder das zuverlässigere 4

Alle vorgestellten Optionen im dritten Zug haben den Vorteil, den oftmals theorielastigen Hauptvarianten der Spanischen Partie zuvor- zukommen und den Gegner zu überraschen. Und vom scharfen Gambitspiel bis zum positi- onellen System ist für jeden etwas dabei.

f5

¤f6 wählen.

SPAnISch

AbTAuSchvARIAnTE

Auf den Spuren bobby fischers

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¥ b5 a6 4.¥ xc6 dxc6

1.e4 e5 2. ¤f3 ¤ c6 3. ¥ b5 a6 4. ¥ xc6 dxc6 Der meistgespielte

Der meistgespielte Zug gegen die Spanische

Läuferentwicklung nach b5 ist die direkte Be-

fragung des Läufers mit 3

darauf zwei prinzipielle Fortsetzungen zur Verfügung: der Rückzug 4.¥ a4, der den Druck gegen den ¤c6 zunächst aufrechterhält, und 4. ¥ xc6 – die Abtauschvariante. Die Idee von

4. ¥ xc6 ist aber keineswegs, den Bauern e5 zu

gewinnen, denn nach 4

der Doppelangriff 5

sofort wieder einkassieren.

Die viel tiefer liegende strategische Idee dieses Abspiels, das unter anderem von den Weltmei- stern Bobby Fischer (1943–2008) und Emanuel Lasker (1868–1941) des Öfteren gewählt wurde, ist, dass Weiß in den nächsten Zügen seinen d-Bauern gegen den schwarzen e-Bauern tau- schen möchte. Weiß erhält dann eine 4:3-Bau- ernmehrheit am Königsflügel, die schwarze Mehrheit am Damenflügel ist dagegen durch den Doppelbauern entwertet und kann nicht so einfach einen Freibauern hervorbringen. Das Idealszenario für Weiß ist ein reines Bau- ernendspiel, das unter normalen Umständen ohne allzu große Schwierigkeiten gewonnen ist. Schwarz wird alles daransetzen, diesen Traum zu verhindern. Da seine Stellung sehr kompakt

a6. Weiß stehen

dxc6 5.¤xe5 würde

£d4 den Materialvorteil

und er außerdem im Besitz des Läuferpaars ist, sollte er im Normalfall Ausgleich erreichen.

Eine typische Variante wäre z.B. 5.0-0 f6 6.d4 exd4 7.¤xd4 c5 8.¤e2 £ xd1 9. ¦ xd1 ¥ d7.

exd4 7. ¤ xd4 c5 8. ¤ e2 £ xd1 9. ¦ xd1 ¥ d7. Der

Der schwarze König wird auf den Damenflügel

rochieren, mit

e-Bauer unter Druck gesetzt. Weiß kann sich mit ¤bc3 und ¥ e3 entwickeln und dann die Türme auf der d-Linie verdoppeln.

Allerdings hat Schwarz nach 5.0-0 eine recht

breite Auswahl an Zügen, auf der anderen Seite ändert das aber wenig am Gesamtcharakter der

Stellung. 5

5

möglich. Taktischer ausgerichtet als die anderen

Varianten ist 5

h5 folgen, worauf sich das Schlagen des Läufers

mit Öffnung der h-Linie

7.hxg4? wegen 7 und der Drohung

¥ c6 und

¦

e8 wird der

f6

ist der meistgespielte, 5

¥ d6 und selbst 5

¤e7

£

d6,

£

f6, 5

sind auch

¥ g4, denn nach 6.h3 kann 6

hxg4

£ h4 verbietet.

Mit der Abtauschvariante bestimmt Weiß erst einmal, wo es langgeht. Schwarz hat zwar die Wahl unter mehreren guten Antworten, aber ein Spiel auf Gewinn ist für ihn nicht einfach. Wer seine Partie gerne mit einer glasklaren Strategie plant, die bis ins Endspiel hinein- reicht, dem sei empfohlen, dem Beispiel der Weltmeister Lasker und Fischer zu folgen.

ChessBase Tutorials/Eröffnung #01 | 19

SPAnISch

OffEnE vARIAnTE

mit courage gegen den Spanier

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3. ¥ b5 a6 4. ¥ a4 ¤f6 5.0-0

¤xe4

2. ¤ f3 ¤ c6 3. ¥ b5 a6 4. ¥ a4 ¤ f6 5.0-0 ¤

Siegbert Tarrasch pries in seinem klassischen Werk „Die moderne Schachpartie“ (1912) die Offene Variante, die Schwarz ein freies Spiel

verschafft, als die beste Fortsetzung gegen Spanisch. Viele Spieler folgten Tarraschs Rat, und im späten 20. Jahrhundert war vor allem der stets kämpferisch aufgelegte Viktor Kort- schnoj einer ihrer treuesten Anhänger. Beim WM-Match 1978 in Baguio und 1981 in Meran

forderte er mit 5

nier heraus. 14 Jahre später war es Viswanathan Anand, der die Offene Variante beim WM- Kampf in New York gegen Garry Kasparov aufs

¤xe4

Anatoly Karpovs Spa-

York gegen Garry Kasparov aufs ¤ xe4 Anatoly Karpovs Spa- viktor kortschnoj: spielte mit dem Offenen

viktor kortschnoj: spielte mit dem Offenen Spanier viele spannende und kämpferische Partien

Brett brachte, allerdings einmal zu viel, denn in der zehnten Partie des Wettkampfes lief er in die teuflische Vorbereitung des Weltmeisters.

Mit 4

an, der einzige Unterschied zur Berliner Ver-

teidigung (3

Züge 3

diese Kleinigkeit ist äußerst bedeutsam, denn

Schwarz kann nun jederzeit mit

Druck gegen den ¤c6 abschütteln.

Nach 5.0-0 ¤xe4 hat sich 6.d4 b5 7. ¥b3 d5 8.dxe5 ¥ e6 als Hauptvariante etabliert.

¤f6

a6

greift Schwarz den weißen e-Bauern

¤f6)

besteht darin, dass die

4.¥ a4 eingeschoben wurden. Aber

b7-b5 den

dass die 4. ¥ a4 eingeschoben wurden. Aber b7-b5 den Ausgehend von dieser Position wurden viele

Ausgehend von dieser Position wurden viele inhaltsreiche Systeme für Weiß und Schwarz entwickelt, die wichtigsten sind 9.¤bd2, das klassische 9.c3 und 9. £ e2, das Keres-System. Wie faszinierend das Spiel in diesen Varianten werden kann, soll ein Abspiel exemplarisch zeigen. So führte Karpov 1978 gegen Kort- schnoj nach 9.¤bd2 ¤c5 10.c3 d4 Igor Zaitsevs Figurenopfer 11.¤g5 in die Praxis ein, das noch heute als kritischer Test gilt.

Die Offene Variante trägt ihren Namen zurecht:

der Bauerntausch im Zentrum führt zu einem offenen, freien Spiel für die Figuren, das reich an taktischen Möglichkeiten und zugleich stra- tegisch gehaltvoll ist. Für Spieler mit Courage.

20 | ChessBase Tutorials/Eröffnung #01

SPAnISch

möLLER unD ARchAnGELSk

moderne Systeme mit Aktivität und Dynamik

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¥ b5 a6 4. ¥ a4 ¤f6 5.0-0 b5 6. ¥ b3 ¥ c5

3. ¥ b5 a6 4. ¥ a4 ¤ f6 5.0-0 b5 6. ¥ b3 ¥ c5

Das hier vorgestellte System wird Möller- oder

auch Moderne Archangelsk-Variante genannt.

Es ist auf Top-Ebene gegenwärtig sehr populär, denn es kommt dem Wunsch vieler Großmei-

ster nach aktivem Gegenspiel mit Schwarz ent-

gegen, z. B. haben Alexei Shirov und Viswana-

than Anand oft so gespielt. In der ursprüng-

lichen Archangelsk-Variante (5

entwickelt Schwarz den Damenläufer sofort

nach b7. In der alten Form der Möller-Variante

b5

moderne System mit 5

Mix aus beiden hervorgegangen.

Im Möller-System wird der Läufer vor die

Bauernkette gebracht, erst dann wird der wich-

tige Zentralpunkt e5 mit

weißfeldrige Läufer hat die Option, Posten auf b7 zu beziehen oder aktiv auf der Diagonale

c8-h3 zu wirken, wo er mit

seln könnte. Aus weißer Sicht kommt auf jeden

Fall der Standardplan c2-c3 nebst d2-d4 in Frage, außerdem ist der Vorstoß a2-a4 sehr wichtig, der nach axb5 axb5 Schwarz einen schwachen Bauern auf b5 verpasst. Oft wird dieser Bauer mit ¤b1-a3 attackiert und erobert bzw. von Schwarz geopfert. Der ¥ c1 kann in vielen

erfolgt 5

b5 6.¥ b3 ¥ b7)

¥

c5, bevor

gespielt wird. Das 6.¥ b3 ¥ c5 ist als ein

b5

d7-d6 gestützt. Der

¥ g4 den ¤f3 fes-

Varianten mit ¥ g5 eine unangenehme Fesse-

lung gegen den ¤f6 aufstellen, die wegen der

aktiven Stellung des ¥ c5 nicht mit

werden kann. Dafür kommt aber die Entfes-

selung mit

genau abgewogen werden muss, ob dies die schwarze Stellung am Königsflügel nicht zu stark schwächt.

Eine typische Zugfolge könnte z. B. so aussehen:

7.a4 ¦ b8 8.c3 d6 9.d4 ¥b6 10.¤a3 0-0 11.axb5 axb5 12.¤xb5 ¥ g4.

¥ e7 pariert

h7-h6

nebst

g7-g5 in Frage, wobei

¥ g4 . ¥ e7 pariert h7-h6 nebst g7-g5 in Frage, wobei Weiß hat zwar den

Weiß hat zwar den Bauern b5 erobert, aber der

Preis ist der Druck der schwarzen Leichtfiguren auf die Bauern e4 und d4. Zudem ist der ¤f3 gefesselt und der ¤b5 indirekt durch den ¦ b8 angegriffen. In dieser Stellung hat Weiß schon viel versucht, vor allem 13. ¥ c2, 13.d5 und

13. ¦ e1.

Eine Alternative für Weiß im ersten Diagramm

ist der Zug 7.¤xe5, denn nach 7

winnt die Gabel 8.d4 die Figur zurück. Nach

8 ¥

Stellung nichts auszusetzen.

Wer Spaß daran hat, die aktuellen Großmei- sterpartien zu verfolgen, wird zu diesem System sicher oft etwas Neues geboten bekommen. Die Theorie entwickelt sich schnell und es lohnt sich, auf dem neuesten Stand zu bleiben.

¤xe5 ge-

xd4 9.£ xd4 d6 ist aber an der schwarzen

ChessBase Tutorials/Eröffnung #01 | 21

SPAnISch

GESchLOSSEnE vARIAnTE

Tschigorin-, breyer-, Saizew-, Smyslow-, keres-System

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3. ¥ b5 a6 4. ¥ a4 ¤f6 5.0-0 ¥ e7 6. ¦e1 b5 7. ¥ b3 d6 8.c3 0–0 9.h3

f6 5.0-0 ¥ e7 6. ¦ e1 b5 7. ¥ b3 d6 8.c3 0–0 9.h3 Die

Die vielen verschiedenen Systeme des Ge- schlossenen Spaniers waren und sind die Arena für unzählige hochklassige Großmeisterpartien. Auf der Liste der Weltmeister, die diese Stellung mit Weiß spielten, stehen die Namen Smyslov, Tal, Spassky, Fischer, Karpov, Kasparov, Anand, die schwarzen Steine vertreten Botvinnik, Smyslov, Petrosian, Spassky und Karpov.

Das Tschigorin-System, das mit 9

geleitet wird, ist eines der ältesten im Komplex

des Geschlossenen Spaniers. Die Idee ist, den c-Bauern flottzumachen und nach 10.¥ c2 mit

c5 10

das Zentrum unter Hochspannung, und bei- de Seiten müssen sorgfältig abwägen, welche Veränderung der Bauernstruktur sie zulassen

bzw. anstreben. Für Schwarz ist die Öffnung der

c-Linie mit

Fischer spielte als Weißer gerne mit dxc5 dxc5

auf die Entblößung des Feldes d5, das er mit ¤b1-d2-f1-e3 unter Bewachung nahm. Karpov hingegen beherrschte virtuos Stellungen mit der Abriegelung d4-d5.

In den 1960er und 1970er Jahren war 9

das Breyer-System, sehr populär, es wurde von Spassky, Gligoric, Beliavsky, Portisch

¤a5 ein-

nach vorn zu schicken. Nach 11.d4 steht

cxd4

cxd4 ein Standardverfahren.

¤b8,

22 | ChessBase Tutorials/Eröffnung #01

und Karpov oft gespielt. Der Springerrück- zug erscheint paradox, aber der Zug hat auch viele positive Seiten. Wieder wird der c-Bauer

beweglich und kann mit

weißem d2-d4-d5) das weiße Zentrum attackie- ren. Die Diagonale a8-h1 wird geräumt, sodass ¥ b7 mit Druck gegen e4 möglich wird. Der Damenspringer selbst findet auf d7 ein sicheres Plätzchen, von wo er die Felder c5 und e5 zu- verlässig überdeckt. Der Nachteil dieses Auf- baus ist, dass er etwas langsam ist und Weiß bei

der Wahl seines Planes freie Hand lässt.

¥ b7, die

Saizew-Variante, die Wahl der Schwarzspieler.

Der Läufer übt von b7 potentiell Druck gegen

e4 aus, der durch schnelles

verstärkt wird. Kasparov und Karpov diskutier- ten diese Stellung in ihren WM-Matches 1984, 1985, 1986 und 1990, wobei einige Partien einen sehr scharfen und dramatischen Verlauf nahmen.

Auch in der älteren, nach Ex-Weltmeister Vas- sily Smyslov (1921–2010) benannten Variante wird am schwarzen Königsflügel nach dem

Schema

Schwarz zunächst mit 9

weiße Figurenausfälle absichert, ist das schwar- ze Gegenspiel hier etwas langsamer.

Ein weiterer Plan stammt von Paul Keres

(1916–1975), nämlich 9

Schwarz steht sehr solide und kontrolliert die schwarzen Felder, der Nachteil ist aber, dass auf die weiße Stellung kein Druck ausgeübt wird.

Der Komplex des Geschlossenen Spaniers bietet eine Vielzahl verschiedener Systeme. In manchen wird das Zentrum mit d4-d5 abgerie- gelt und vorm 20. Zug erfolgt kein Abtausch. In anderen wird das Zentrum geöffnet und die Kraft der Figuren entlädt sich explosionsartig. Wer sich hier umschaut, wird auf jeden Fall etwas für sich entdecken. Egal, ob tiefsinniger Stratege oder blutrünstiger Taktiker.

In den 1980er Jahren war vor allem 9

c5

oder

c6 (nach

¦

e8 (nebst

¥f8)

¦

e8,

¥f8 umgruppiert, aber da

h6 das Feld g5 gegen

¤d7 nebst

¥

f6.

SPAnISch

mARShALL unD AnTI-mARShALL

Ein brandgefährliches bauernopfer

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¥ b5 a6 4. ¥ a4 ¤f6 5.0-0 ¥ e7 6.¦ e1 b5 7. ¥ b3 0–0 8.c3 d5

¤ f6 5.0-0 ¥ e7 6. ¦ e1 b5 7. ¥ b3 0–0 8.c3 d5 Der

Der Marshall-Angriff ist heute eines der wichtigsten Systeme gegen Spanisch, und es ist eines der schärfsten. Mit seinem letzten Zug bietet Schwarz seinen e-Bauern als Opfer an, denn nach 9.exd5 ¤xd5 kann Weiß mit 10.¤xe5 ¤xe5 11. ¦ xe5 zweimal auf e5 schla- gen. Schwarz wird in der Folge versuchen, die durch das Verschwinden der Zentralbauern geöffneten Diagonalen und Linien für einen Angriff gegen die weiße Königsstellung zu nut- zen. Zudem hat Weiß, um den Bauern e5 zu gewinnen, mit dem Springer f3 einen wichtigen Verteidiger seines Königs abgetauscht – und die Figuren des Damenflügels stehen noch immer auf ihren Ausgangsfeldern.

Der Amerikaner Frank James Marshall (1877– 1944) gilt als Erfinder dieses Gambits, in New York 1918 wandte er es gegen Capablanca an.

Marshall zog 11

¤f6,

im nächsten Zug soll

¥

d6 folgen, dann

¤g4 und

£

h4. Doch

obwohl das prächtig aussieht, gilt heute diese

direkte Form des Angriffs als nicht ausreichend. Die moderne Form des Gambits, die Topspieler wie Levon Aronian, Peter Leko und Michael

Adams bevorzugen, beginnt mit 11

der schwarze Springer auf dem Zentralfeld

c6, womit

d5 gehalten wird. Nach 12.d4 folgt auch hier

12 ¥

d6, und nach 13. ¦ e1 £ h4 14.g3 £ h3

hier 12 ¥ d6, und nach 13. ¦ e1 £ h4 14.g3 £ h3 nehmen die

nehmen die schwarzen Figuren drohende Posi- tionen ein. Weiß sollte, wenn er Marshalls Bau- ernopfer annimmt, die Theorie dieser Stellung gut kennen, denn ohne Vorbereitung ist die Verteidigungsaufgabe am Brett nur schwer zu lösen. Wichtige Ressourcen für Weiß sind die Öffnung der a-Linie mit a2-a4 nebst axb5 und

nach

Vormarsches mit f2-f4.

Viele Spieler wollen selbst für den Preis eines Bauern nicht gerne leiden und vermeiden

deshalb nach 7

wählen sie im achten Zug eins der Anti-Mar- shall-Systeme, vor allem 8.h3 und 8.a4 sind oft gespielt worden, aber auch 8.d4 und 8.d3 kom- men in Frage. Hier sind sowohl Übergänge zu anderen Varianten des Geschlossenen Spaniers als auch eigenständige Abspiele möglich.

f5

die rechtzeitige Blockade des weiteren

0-0

bereits 8.c3. Stattdessen

Ist man erst einmal mit den grundlegenden Plänen für Schwarz vertraut, geht der Marshall- Angriff recht leicht von der Hand. Mit Weiß sollten Sie unbedingt vor der Partie entschei- den, ob Sie das Gambit mutig annehmen oder lieber eins der populären Anti-Marshall-Sys- teme spielen.

ChessBase Tutorials/Eröffnung #01 | 23

RuSSISch

SuPERSOLIDE bIS AmbITIOnIERT

1.e4 e5 2.¤f3 ¤f6

RuSSISch SuPERSOLIDE bIS AmbITIOnIERT 1.e4 e5 2. ¤ f3 ¤ f6 Schwarz ist nach 2. ¤

Schwarz ist nach 2.¤f3 keineswegs verpflichtet, unbedingt seinen e-Bauern zu verteidigen. Mit

2 ¤f6

auf den weißen e-Bauern starten. Die Rus- sen Alexander Petroff (1794–1867) und Carl Friedrich Jänisch (1813–1872) leisteten im 19. Jahrhundert wichtige Beiträge zur Entwicklung dieser Variante, weshalb das System den Na- men Russische Verteidigung bekam.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lange Zeit unbeachtet, entwickelte sie sich in den 1980er Jahren auf Top-Ebene zu einem der zuverlässigsten Wege, mit Schwarz Remis zu erreichen. Weltklassespieler wie Karpow, Jussu- pow, Gelfand, Kramnik und Anand nahmen die Verteidigung in ihr Repertoire auf und es stellte sich die immer schwieriger werdende Frage für Weiß: wie erreicht man Vorteil gegen Russisch?

Einer der natürlichsten Versuche ist 3.¤xe5. Schwarz darf dann nicht sofort auf e4 schlagen, denn nach 4. £ e2 würde er wegen der offenen e-Linie bereits Material verlieren. Richtig ist

kann er stattdessen einen Gegenangriff

24 | ChessBase Tutorials/Eröffnung #01

die Vertreibung des Springers mit 3

nach 4.¤f3 (4.¤xf7 ist das wilde, wohl nur für Abenteurer geeignete Cochrane-Gambit) folgt

4 ¤xe4.

das Spiel zu verschärfen. Nach 5

¤xc3 6.dxc3

beabsichtigt Weiß 7. ¥ e3 oder 7. ¥ f4 nebst

8. £ d2 und 0-0-0. Die Hauptvariante ist aber

5.d4, wonach 5

d6

und

5.¤c3 ist ein interessanter Versuch,

d5

zu einer symmetrischen

c3 ist ein interessanter Versuch, d5 zu einer symmetrischen Bauernstruktur bei offener e-Linie führt. Stün- de

Bauernstruktur bei offener e-Linie führt. Stün- de der schwarze Königsspringer auf f6, wäre eine Stellung aus der Französischen Abtausch- variante auf dem Brett. Aber Vorsicht, der Rappe auf e4 kann Schwarz auch Probleme be-

reiten. Nach 6. ¥ d3 kann Schwarz unter 6

6 ¥ d6 und 6

ausgearbeiteten Varianten führen.

Auf Vereinsebene ist die Russische Verteidi- gung eher selten zu sehen. Vermutlich, weil sie oft mit Remis und Langeweile in Verbindung gebracht wird – doch vielleicht zu Unrecht. In vielen Varianten kann sich ein recht lebendiges Figurenspiel entwickeln, und wenn die Spieler bereit sind, etwas zu riskieren, kann auch Rus- sisch zu spannenden Partien führen.

¤c6,

¥ e7 wählen, die alle zu weit

RuSSISch

STEInITZ fORTSETZunG 3.d4

Taktische untiefen unter ruhiger Oberfäche

1.e4 e5 2.¤f3 ¤f6 3.d4

unter ruhiger Oberfäche 1.e4 e5 2. ¤ f3 ¤ f6 3.d4 Dieser schon von Wilhelm Steinitz

Dieser schon von Wilhelm Steinitz bevorzugte Doppelschritt des d-Bauern war lange populär und galt noch in den 1970er Jahren als bester Versuch, Vorteil zu erreichen. Heute tritt seine Bedeutung aber hinter 3.¤xe5 zurück.

Eine Idee von 3.d4 ist, dass 3

stoß des e-Bauern zulässt. Das führt nach 4.e5

¤e4 4. £ xd4 d5 6.exd6 e.p. ¤xd6

exd4 den Vor-

4.e5 ¤ e4 4. £ xd4 d5 6.exd6 e.p. ¤ xd6 exd4 den Vor- zu einer

zu einer Stellung, in der schon nach dem sechs- ten Zug alle Zentrumsbauern abgetauscht sind, Weiß aber aufgrund seiner besseren Entwick- lung die Initiative besitzt.

¤xe4 meist

der andere Zentrumsbauer geschlagen. 4. ¥ d3

attackiert sofort den Springer, der mit 4

(zu 4

Nach 5.¤xe5 ist fast dieselbe Stellung wie in der links im Artikel beschriebenen Variante mit 3.¤xe5 erreicht – nur der weiße Springer steht wie von Zauberhand auf e5 statt auf f3! Schwarz kann diesen Zentralspringer mit

5

recht unterschiedlichen Varianten führt. Nach

5 ¤d7

Deswegen wird heutzutage mit 3

d5

¤c6

siehe die Taktikseite) befestigt wird.

¥

d6 oder 5

¤d7

sofort befragen, was zu

entsteht folgende Position:

5 ¤ d7 sofort befragen, was zu entsteht folgende Position: Der grobe Einschlag 6. ¤ xf7

Der grobe Einschlag 6.¤xf7 reicht hier besten- falls zum Remis und 6. £e2 kann Schwarz mit

dem Bauernopfer 6

¥ e6 9. £xe5 £d7 auskontern. Deshalb tauscht

Weiß hier mit 6.¤xd7 ¥xd7 die Springer und

zieht 7.0-0. Der Damenausfall 7

Folge 8.c4 0-0-0 9.c5 g5 wurde hier oft probiert,

heute wird 7

8.c4 c6 9.cxd5 cxd5 die c-Linie öffnen und 10.¤c3 oder das aggressive 10. £ h5 versuchen.

Unter der so ruhig aussehenden Oberflä- che dieser Variante schlummert so manche taktische Überraschung. Folgt man den gut erforschten Pfaden, bleibt die Stellung lange im Gleichgewicht, aber es gibt auch sehr ver- lockende Seitenwege.

¤xe5

7. ¥ xe4 dxe4 8.£ xe4

£

h4 mit der

¥

d6 bevorzugt. Weiß kann mit

ChessBase Tutorials/Eröffnung #01 | 25

PhILIDOR

Auf DEn kOnTER LAuERn

1.e4 e5 2.¤f3 d6

PhILIDOR Auf DEn kOnTER LAuERn 1.e4 e5 2. ¤ f3 d6 François-André Danican Philidors (1726–1795) Name

François-André Danican Philidors (1726–1795)

Name steht für die Verteidigung 2

Schwarz zur Deckung seines Königsbauern

einen grundsätzlich anderen Weg einschlägt

als in e5-Eröffnungen, wo dieser durch 2

verteidigt wird. Im Philidor-System stützt der Damenbauer ergänzt durch den Damensprin- ger auf d7 den Bauern e5, was eine Fesselung durch ¥ b5 vermeidet. In der Folge entwickelt

Schwarz mit

den Königsflügel und komplettiert schließlich

mit

darauf abzielt, den Punkt e5 zu behaupten. Eine typische Zugfolge könnte, ausgehend vom ersten Diagramm, z.B. so aussehen: 3.d4 ¤f6 4.¤c3 ¤bd7 5.¥ c4 ¥ e7 6.0-0 0-0 7. ¦ e1 c6 8.a4

d6, in der

¤c6

¤f6,

¥

e7 und

0-0 ungestört

c6

nebst

£

c7 seinen festen Aufbau, der

- siehe Diagramm oben rechts -

Eine moderne Form der Philidor-Verteidigung

verfolgt eine ganz andere Philosophie, nämlich

die „Aufgabe“ des Zentrums mit

erhält durch diesen Abtausch Raumvorteil, aber die schwarze Stellung ist fest und der Nachzie-

exd4. Weiß

26 | ChessBase Tutorials/Eröffnung #01

- exd4. Weiß 26 | ChessBase Tutorials/Eröffnung # 0 1 hende lauert auf sich ergebende Konterchan-

hende lauert auf sich ergebende Konterchan- cen. Hier wäre eine typische Zugfolge:

3.d4 exd4 4.¤xd4 ¤f6 5.¤c3 ¥ e7 6. ¥ e2 0-0 7.0-0 ¦ e8 8.f4 ¥ f8 9. ¥ f3.

¥ e7 6. ¥ e2 0-0 7.0-0 ¦ e8 8.f4 ¥ f8 9. ¥ f3. Ein

Ein großer Vorteil der Philidor-Verteidigung ist, dass Schwarz im zweiten Zug „seine“ Eröff- nung aufs Brett bringt und den Anziehenden damit auf sein Terrain zwingt. Empfohlen für Spieler, die aus einer Lauerstellung heraus auf eine günstige Gelegenheit warten können.

TAkTIk

heraus auf eine günstige Gelegenheit warten können. TAkTIk 1. Jänisch-Gambit 2. Italienisch 3.
heraus auf eine günstige Gelegenheit warten können. TAkTIk 1. Jänisch-Gambit 2. Italienisch 3.
heraus auf eine günstige Gelegenheit warten können. TAkTIk 1. Jänisch-Gambit 2. Italienisch 3.

1.

Jänisch-Gambit

2.

Italienisch

3.

Zweispringerspiel

War 7

0-0

ein guter Zug?

Schwarz zog zuletzt 7

Sc6.

Wie

9

Dd8xf6

war der letzte schwar-

7 Sc6. Wie 9 Dd8xf6 war der letzte schwar- 4. Italienisch 13 chen Pfeil hat Weiß

4. Italienisch

13

chen Pfeil hat Weiß im köcher?

Ld6

greift den Turm an. Wel-

Pfeil hat Weiß im köcher? Ld6 greift den Turm an. Wel- 7. Was folgt auf 5.Lxe4?

7.

Was folgt auf 5.Lxe4? Was auf

5.d5?

Russisch

kann Weiß in vorteil kommen?

5.Lxe4? Was auf 5.d5? Russisch kann Weiß in vorteil kommen? 5. Was hat Schwarz bei 7

5.

Was hat Schwarz bei 7 übersehen?

Spanisch

Sg6

kommen? 5. Was hat Schwarz bei 7 übersehen? Spanisch Sg6 8. Wie wickelt Weiß hier in

8.

Wie wickelt Weiß hier in ein End- spiel ab?

Spanisch

Die Auflösungen finden Sie auf Seite 4

ze Zug. Wie bestrafen Sie das?

finden Sie auf Seite 4 ze Zug. Wie bestrafen Sie das? 6. Zeigen Sie, wie Schwarz

6.

Zeigen Sie, wie Schwarz nach 13.De2 vorteil erreicht.

Zweispringerspiel

wie Schwarz nach 13.De2 vorteil erreicht. Zweispringerspiel 9. Weiß hat hier sogar zwei Gewinn- züge, welche?

9.

Weiß hat hier sogar zwei Gewinn- züge, welche?

Italienisch

ChessBase Tutorials/Eröffnung #01 | 27

DiE trainEr

Dr. KarstEn MüllEr Der Hamburger Großmeister Dr. Karsten Müller (Jahrgang 1970) spielt seit 1988 für
Dr. KarstEn MüllEr
Der Hamburger Großmeister Dr. Karsten
Müller (Jahrgang 1970) spielt seit 1988
für den Hamburger Schachklub in der 1.
Bundesliga und wurde 1996 und 1997 Dritter
der Deutschen Meisterschaft. Als international
anerkannter Endspielexperte schreibt er die
Endspielkolumne des ChessBase Magazins
und die Endgame Corner auf ChessCafe.
com. Der promovierte Mathematiker lebt in
Hamburg und hat die siebenbändige DVD-Reihe
„Endspiele“ bei ChessBase veröffentlicht,
die auch deshalb erfolgreich ist, weil er
als Jugendtrainer langjährige didaktische
Erfahrung sammeln konnte.
niclas huschEnbEth Niclas Huschenbeth (Jahrgang 1992) überraschte die deutsche Schachgemeinde, als er 2010 Deutscher
niclas huschEnbEth
Niclas Huschenbeth (Jahrgang 1992)
überraschte die deutsche Schachgemeinde,
als er 2010 Deutscher Meister wurde, einer
der Jüngsten, die dies jemals schafften.
Damit ist ein weiteres Talent aus der
Hamburger Schachschule auf dem Weg zum
Großmeistertitel. Der 1.e4-Spieler (etwas
anderes ist bei ihm nie zu sehen) will kein
Schachprofi werden, wird aber nach seinem
Abitur erst mal zur Bundeswehr gehen, wo
er in der Sportkompanie weiter an seinen
schachlichen Fähigkeiten arbeiten wird. In
seinen Videos zeigt der junge Mann, dass er
die nach 1.e4 e5 entstehenden Eröffnungen
bestens beherrscht.
Jan Gustafsson Jan Gustafsson (Jahrgang 1979) ist mit einer stabilen Elozahl von klar über 2600
Jan Gustafsson
Jan Gustafsson (Jahrgang 1979) ist mit einer
stabilen Elozahl von klar über 2600 einer
der besten deutschen Spieler überhaupt.
Seinen bisher größten Erfolg errang der
Hamburger mit dem 2. Platz beim Dortmunder
Superturnier 2008. Gustafsson ist ein
ausgesprochener Theoriespezialist und
deshalb auch ein gefragter Sekundant,
er hat u.a. mit dem Ungarn Peter Leko
gearbeitet. Großes Talent hat Gustafsson
auch stets vor der Kamera bewiesen, u.a.
bei seinen Auftritten bei ChessBase-TV. Mit
einer Video-DVD über den Marshall-Angriff
hat der Großmeister seine erste größere
Autorenarbeit vorgelegt.
ElisabEth Pähtz Elisabeth Pähtz (Jahrgang 1985) ist seit vielen Jahren die beste deutsche Schachfrau und
ElisabEth Pähtz
Elisabeth Pähtz (Jahrgang 1985) ist
seit vielen Jahren die beste deutsche
Schachfrau und besetzt bei internationalen
Meisterschaften stets Brett 1. Die Tochter des
Schachgroßmeisters Thomas Pähtz besaß
mit ihrem Vater jahrelang einen super Lehrer
und nutzte dies, indem sie bei Welt- und
Europameisterschaften des Nachwuchses
mehrfach aufs Treppchen kam. Im Jahr 2002
wurde sie erstmals Weltmeisterin (in der
U18). Drei Jahre später gelang ihr das gleiche
Kunststück auch in der Königsklasse, der
U20. Pähtz, die in Berlin Journalistik studiert,
spielt in der Männer-Bundesliga für den SC
Eppingen.

28 | ChessBase Tutorials/Eröffnung #01