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Burstkrebs, Therapie, Tamoxifen, Lymphknoten, Brustzentrum, Xeloda, brusterhaltende Operation

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Brustkrebs - zielgerichtete Therapien gegen Metastasen

Brustkrebs - zielgerichtete Therapien gegen Metastasen Prof. Dr. K. Possinger Direktor der Med. Klinik II

Prof. Dr. K. Possinger Direktor der Med. Klinik II Universitätsklinikum Charité Campus Charité Mitte Schumannstr. 20-21 10117 Berlin

Tel. 0 30 / 450 - 513002 Fax 0 30 / 450 - 513952

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Leukämie Knochenmarktransplantation Hochdosis-Chemotherapie Herzinsuffizienz Fachambulanzen (alle Kassen) Anmeldung Tel.: 0 30 / 450 - 51 30 77Schwerpunkte: Mammakarzinome GI-Tumore maligne Lymphome Mammakarzinome Bronchialkarzinome Lymphome

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PROTOKOLL

Brustkrebs - zielgerichtete Therapien gegen Metastasen

PROF. POSSINGER: Wir beginnen um 19 Uhr.

Germer : Mir ist nicht klar, wie eine Entzündung in der Brust zu Krebs werden kann. Das ist doch absurd und dennoch sagt meine Freundin, dass sei die Diagnose. Ich habe so etwas noch nie gehört und es macht mir Angst. Geht so etwas auch an anderen Stellen im Körper?

PROF. POSSINGER: Hierüber besteht keine Klarheit. Häufig werden zwar Traumen in der Brust angegeben, doch liegen diese Traumen zeitlich in der Regel nur geringe Zeit zurück, während die Tumorentwicklung in der Regel doch über Jahre geht.

Chrissi : Kann ein verkapselter Knoten mit wait and see beobachtet werden, oder muss der operiert werden? Kann einverkapselter Knoten streuen?

PROF. POSSINGER: Jeder verdächtige Tumorknoten muss letztendlich unter dem Mikroskop untersucht werden, abwarten kann man in der Regel nur, wenn man sich absolut sicher ist, dass es sich um eine gutartige Veränderung handelt. Auch verkapselte Knoten stehen mit dem Blutgefäßsystem in Verbindung und könnten auch streuen.

Günther : Bei meiner Frau wurde ein duktales Karzinom diagnostiziert. Wir haben eine Menge Details zur Behandlung gehört, die uns sehr beschäftigen. Aber meine Frau ist sehr tapfer, mehr als ich. Mir macht besondere Angst, dass ihre Schwester nach 5 jährigem Kampf vor 3 Jahren an Brustkrebs gestorben ist. Aber sie hatte glaube ich eine andere Art Krebs nicht direkt in der Drüse, sondern am Rand. Gibt es da unterschiedliche Aggressivität, welcher ist schlimmer?

PROF. POSSINGER: Die Lage des Tumors ist nicht ausschlaggebend, ausschlaggebend ist, um welche Art von Tumor es sich handelt. Falls ein günstiges Grading vorliegt, ist die Prognose günstig. Bei ungünstigem Grading dahingehend schlechter. Das Grading richtet sich nach dem feingeweblichen Aufbau des Tumorgeschehens. Es lässt auch häufig dann schon Rückschlüsse zu, ob der Tumor z. B. Hormonrezeptoren entwickelt oder nicht. Falls noch jemand der Familie Ihrer Frau erkrankt sein sollte und Sie Kinder haben, wäre eventuell eine Analyse sinnvoll, ob eine angeborene genetische Veränderung besteht oder nicht.

anonym : Wie schwer wiegt eine familiäre Belastung? Ist damit auch ein aggressiverer Verlauf verbunden?

PROF. POSSINGER: Die familiäre Belastung erhöht zwar die Wahrscheinlichkeit des Auftretens des Tumorgeschehens, ein ungünstigerer Verlauf ist damit nicht unbedingt verbunden.

Gadebusch : Bis zu welchem Stadium ist Brustkrebs (duktales Karzinom) heilbar. Ab wann geht es nur noch um Zeitgewinn?

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PROF. POSSINGER: So lange der Tumor auf den Ausführungsgang beschränkt ist und nicht in die Umgebung infiltriert hat, ist er in aller Regel heilbar. Bei solchem Tumorgeschehen spricht man von einem In-Situ-Karzinom. Es gibt, je nach Ausgangsort, so genannte lobuläre und duktale Karzinome. Brechen die Tumoren in die Umgebung durch, so können durch lokale und adjuvante Therapiemaßnahmen mit einem hohen Prozentsatz geheilt werden. In einem Zeitraum von fünf Jahren kann man bei über 80 % der Frauen heute eine Heilung annehmen.

Niebüll : Ist da ein Unterschied zwischen Tyverb und Herceptin in der Wirweise? Wann welches Medikament. Kann ich wechseln von Herceptin auf Tyverb?

PROF. POSSINGER: Tyverb ist ein Tyrosinkinasehibitor während Herceptin ein Antikörper ist. Beide greifen am HER2-Rezeptor an. Tyverb blockiert darüber hinaus noch den EGF-Rezeptor. Gegegenwärtig wird im Rahmen ALTTO-Studie untersucht, ob Wirkunterschiede zwischen Herceptin und Tyverb bestehen. Prinzipiell ist Tyverb erst beim Wiederauftreten eines HER2-positiven Brustkrebses zusammen mit dem Zytostatikum Xeloda zugelassen. In der Regel wird dem entsprechend immer dann von Herceptin auf Tyverb gewechselt, wenn ein Fortschreiten der Erkrankung vorliegt.

Scholle : Ich habe Anfang dieses Jahres meine Frau durch Brustkrebs verloren. Zur Chemotherapie kann ich nur sagen, daß diese Behandlungsmethode die letzten Lebensmonate meiner Frau zerstört haben. Ohne Chemotherapie hätte sie vielleicht ein wenig kürzer gelebt (was ich bezweifle), aber ohne die üblen Nebenwirkungen der Chemo. Nach den Behandlungen ging es jedes Mal schlechter und wurde auch nicht wieder besser. Wir hatten nicht den Mut, uns gegen die Behandlung zu entscheiden. Heute würde ich das anders machen, weil ich weiß, dass es ab einem bestimmten Stadium einfach keine sinnvolle Therapie mehr gibt. Ich weiß, dass Ärzte diesen Punkt sehr wohl kennen. Warum raten sie dennoch zu immer mehr Behandlungen?

PROF. POSSINGER: Gerade bei fortgeschrittener Erkrankung, d. h. wenn Fernmetastasen vorliegen, ist das Hauptbehandlungsziel die Befindensbesserung der Patienten. Es muss also immer abgewogen werden, ob durch die nebenwirkungsbeladene Chemotherapie tatsächlich in der Folge eine Befindensverbesserung oder wenigstens eine Minderung der tumorbedingten Beschwerden zu erreichen ist. Wie gut dieses klappt, hängt auch vom Wissen des Therapeuten ab.

Sonne : Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe folgende Frage, nach meiner Brustkrebsoperation nachfolgender Chemotherapie und Strahlenbehandlung bekam ich als Antihormonpräparat Nolvadex 20 mg, 1 Tablette täglich verordnet (ca. ab April 2003). Ich hatte unter dem Mittel viele verschiedene unangenehme Nebenwirkungen u. a. Gelenkschmerzen. Ich würde gern wechseln. Was schlägt der Experte vor?

PROF. POSSINGER: Dass unter Neuradex Gelenkschmerzen auftreten, ist eher selten. Wesentlich häufiger äußert sich dies unter so genannten Aromatasehemmern. Falls Sie noch unter 50 Jahre alt sind, käme auch eine Ausschaltung der Eierstockfunktion, z. B. mit Zoladex, in Frage. Falls Sie älter sind, könnte trotzdem eine Therapieumstellung auf einen Aromatasehemmer erfolgen. Wichtig zu wissen ist für Sie, dass gerade bei Auftreten von Nebenwirkungen unter einer antihormonellen Therapie ein günstigerer Behandlungseffekt zu erwarten ist als bei den Patientinnen, bei denen keine Nebenwirkungen auftreten.

Hidde : Meine beste Freundin liegt in der LMU in München mit folgender Diagnose: hormonrezeptor negativ inflammatorisches Mammakarzinom pt4d NX MO Gr. III. Kann Prof. Possinger anhand dieser Daten erkennen, welches Stadium das ist und wie die mögliche Perspektive sein könnte?

PROF. POSSINGER: Inflammatorische Mammakarzinome haben eine ungünstigere Prognose. Sie benötigen deshalb dringend einen operativen Eingriff, eine chemotherapeutische Behandlung, die dann auch nach der Operation fortgesetzt werden kann. Ist der Tumor tatsächlich nur auf die Brust und das umgebende Gewebe begrenzt, bestehen auch dann noch Heilungschancen. In Ihrem speziellen Fall scheinen ja keine Fernmetastasen vorzuliegen, da das Stadium als M0 angegeben wird (siehe oben).

Gesa : Gibt es einen Unterscheid zwischen Taxol, Taxan, Tamoxifen?

PROF. POSSINGER: Die Unterschiede sind grundlegend. Tamoxifen ist eine antihormonelle Substanz, Taxol ist ein Zytostatikum, das zur Gruppe der Taxane gehört. Ein anderes Taxan wäre Taxotere.

Bütterich : Guten Tag! Im September 2007 erkrankte meine Frau an Brustkrebs mit folgender Diagnose: bifokales solides invasives duktales Mammacarcinom links pT2m, G 2-3, R=, pNlbi (1/12) PR Knochenmark IDT =/3 Mio Zellen, Therapie: Skin- sparing Mastektomie und Axilladissektionrechts usw. Es folgte eine Chemotherapie (3mal Epirubicin, 3 mal Taxol, 3mal Endoxan) Jetzt sind 3 Metastasen in der Leber festgestellt worden. Weil sie Taxol und Herceptin schon hatte soll sie jetzt Tyverb bekommen. Wir werde in die Strategie-Planung sehr gut eingebunden, aber es nützt uns nicht wirklich, weil wir keinen Durchblick habe. Nutze deshalb gern die Möglichkeit diese Frage hier zu stellen worin der Unterschied liegt?

PROF. POSSINGER: Da es unter der adjuvanten Chemotherapie, die auch Herceptin beinhaltete, jetzt leider zu einem Fortschreiten der Erkrankung in der Leber gekommen ist, sollte - wie Ihnen auch vorgeschlagen - die Behandlung etwas umgesetzt werden. In einer großen klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass bei Progression der Erkrankung dann die Gabe von Tyverb und Xeloda sinnvoll ist. Durch diese kombinierte Behandlung kann der HER2- Rezeptor an der Tumorzelle, der das Wachstum beschleunigt, blockiert werden und zusätzlich durch die Chemotherapie vernichtet werden.

Monica : Vor 3 Jahren erhielt meine Mutter die Diagnose Brustkrebs, wurde brusterhaltend opriert mit nachfolgender Chemotherapie. Vor 1 Jahren wurden Lymphknoten in der Achsel des rechten Armes entfernt. Seither schwillt der Arm häufig an. Vor 4 Monaten sind starke Schmerzen in der Hüfte dazugekommen. Die Untersuchungen ergaben keinen Befund und sie bekam Bisphosphonate verschrieben. Die Schmerzen werden aber mehr, statt weniger und ich habe herausgefunden, dass diese Kombination von geschwollenem Arm und starken Knochenschmerzen Hinweis auf Knochenmetastasen sein sollen. Stimmt das, oder bin ich einer falschen Fährte gefolgt?

PROF. POSSINGER: Ich würde dringend anraten, einerseits ein Knochensinthigramm durchzuführen, um zu sehen, ob in bestimmten Knochenarrealen Veränderungen aufgetreten sind. Sollte dies der Fall sein, würde ich zu einer Röntgenuntersuchung oder besser zu einer kernspintomographischen Untersuchung raten. Geklärt werden muss aber vorher auf jeden Fall die Frage, ob die Kassen die Kosten übernehmen oder nicht.

Angie 54 : Ich möchte eine zweite Meinung in der Charite einholen.(met.Mammakarzinom) An wen kann ich mich wenden?

PROF. POSSINGER: Falls Sie gesetzlich versichert sind, können Sie sich zur Einholung einer Zweitmeinung an unsere Brustkrebsambulanz überweisen lassen. Bei Privatversicherung können Sie sich direkt an mich wenden.

5Karin : Ich will alles versuchen, was mir weiterhilft. Habe gehört in Freiburg gibt es eine alternative Krebsklinik, die eine Anbindung an die Universität hat. Von daher denke ich, dass es sich um seriöse Therapien handelt. Dort wird viel mit der Farbe gold gearbeitet. Ich weiß das Farben und mahlen sich positiv auf die Psyche auswirken. Wir komme ich in diese Klinik, brauche ich dafür eine Überweisung?

PROF. POSSINGER: Sie haben völlig Recht, die Klinik für Tumorbiologie ist an die Universität Freiburg angebunden. So weit mir bekannt ist, benötigen Sie lediglich eine Einweisung, die Ihnen Ihr behandelnder Arzt ausstellen kann.

Janina : Was ist mit einem Studienregister, wo ich mich als Patientin informieren kann? Gibt es für Laien ?lesbare? Studienergebnisse?

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PROF. POSSINGER: Ich würde mich an Ihrer Stelle an das Krebsinformationszentrum in Heidelberg wenden (KID). Hier kann man Ihnen sicherlich weiterhelfen.

Sohrabi : Herr Prof. Possinger, wie würden Sie handeln, wenn es Ihre Frau wäre: Grenzfall brusterhaltende OP oder Amputation? Danke für Ihre Antwort.

PROF. POSSINGER: Ich würde Ihnen dringend raten, mit dem behandelnden Chirurgen oder Gynäkologen genau zu besprechen, warum es für ihn ein Grenzfall ist. Falls die Wahrscheinlichkeit eines erhöhten Lokalrezidivrisikos besteht, würde ich zur Amputation raten. Nach der Amputation kann man dann ja auch unmittelbar einen Wiederaufbau der Brust anschließen.

Schulze04 : Meine Schwester (32J) ist im 4. Zyklus Docetaxel. Ist nach diesem Zyklus Schluss, oder kann später erneut mit diesem, oder einem anderen Medikament behandelt werden? Gibt es eine Perspektive für meine Schwester 4 Lymphknoten waren befallen.

PROF. POSSINGER: In der Regel wird über sechs Zyklen oder über ein halbes Jahr behandelt. Wahrscheinlich sind bei Ihrer Schwester geplant, vier weitere Zyklen in einer anderen Zytostatikakombination (AC/EC) durchzuführen. Allein vier Zyklen Docetaxel wäre ein sehr ungewöhnliches Vorgehen - dies insbesondere in Anbetracht des recht jugendlichen Alters Ihrer Schwester.

Bine : Ich erhalte neoadjuvante Chemo. 4x EC und 2x Taxotere habe ich erhalten. Hatte mit vielen Nebenwirkungen zu kämpfen, darunter Abfall der Leukozyten auf 1,2. Welche Gründe könnten dafür sprechen die Chemo abzubrechen und die OP vorzuziehen? Verkleinert hat sich der Tumor nach der 4. Chemo um etwas mehr, als die Hälfte - sichtbare Metastasen gibt es nicht.

PROF. POSSINGER: Ich würde auf jeden Fall die Behandlung nach zwei weiteren Taxotere-Zyklen erst abschließen. So lange das Tumorgeschehen auf die Chemotherapie anspricht, besteht die Chance, den Tumor zu besiegen. Ein Leukozytenabfall auf 1.200 ist nicht so gravierend, eventuell könnten Sie sich nach der jeweiligen Chemotherapie ein Medikament injizieren lassen, dass die Bildung weißer Blutkörperchen verstärkt (z. B. Neupogen)

Ines : Im Mai 2008 ertastete ich in meiner Brust etwas, was dort so nicht hingehört. Meine Frauenärztin schickte mich schnell zur Mamographie inkl.

Ultraschall. Es wurde eine mit Wasser gefüllte Zysté diagnostiziert. ein halbes jahe später sollte ich wieder kommen, nur vorsichtshalber

dann doch veranlasst, eine Biopsie vorzunehmen und das ergebnis: Krebs. Meine Frage: Gab es schon mal einen Fall, bei welchem sich eindeutig aus einer

mit Wasser gefüllten Zyste in der Brust Krebs entwickelt hat?

Da sah man sich

PROF. POSSINGER: Prinzipiell ist dies möglich, da am Rande von Zysten sich auch in sehr sehr seltenen Fällen Tumoren entwickeln können. Möglicherweise ist dies bei Ihnen passiert.

Kulster : Meine Mutter ist 81 Jahre. Es wurde bei ihr ein knapp 1cm großer Knoten in der linken Brust festgestellt, der bereits bei der Gewebeentnahme als bösartig eingestuft wurde. Meine Mutter ist nicht so stabil und hat eine beginnende Demenz. In der Reha soll zusätzlich eine Strahlentherapie gemacht werden. Macht das Sinn in dem Alter, kann ich meiner Mutter das zumuten? Vielen Dank für Ihre Mühe.

PROF. POSSINGER: Auch in diesem Alter macht eine Strahlentherapie Sinn. Sie beugt vor, dass sich in der Brust neue Tumorherde entwickeln. Ob eine zusätzliche systemische Behandlung, z. B. mit Tamoxifen oder ähnlichem, sinnvoll ist, muss der behandelnde Onkologe entscheiden.

Manfred : Was kann man zum Einsatz von Sorafenib bei HER2 neg. metastasieretem Brustkrebs sagen? Ist der Einsatz sinnvoll und wie erklärt sich die Wirksamkeit? Ist die Kombination mit Docetaxel effektiver?

PROF. POSSINGER: Sorafenib wird zur Zeit bei Patientinnen mit Brustkrebs untersucht. Es handelt sich um ein Medikament, das die Gefäßversorgung der Tumoren reduzieren soll. Da derzeit keine verlässlichen Daten vorliegen, würde ich auf jeden Fall eine Behandlung mit Docetaxel empfehlen. Falls es sich um eine Studie handelt, könnte auch die Kombination von Docetaxel und Sorafenib angeraten sein.

Irene_K : ich hatte rechts ein Mammakarzinom, Entfernung der re. Brust. 10 Lymphknoten wurden entfernt, einer war befallen. Therapie: 3x FEC, 28 Bestrahlungen, 3x FEC/Sandwichverfahren. Bin gerade damit fertig. Bisher komme ich zurecht, habe alles so weit überstanden. Dennoch macht mir der Gedanke Angst, dass alles wieder von vorn losgehen könnte. Ist der Krebs jetzt, so weit man das sagen kann, geheilt oder ist das aufgrund der schlechten Ausgangsdiagnose nicht möglich? Muss ich mit Metastasen rechnen? Nur eine ehrliche Antwort nützt mir.

PROF. POSSINGER: Leider fehlen mir Hinweise auf Ihr Alter, auf die Größe des Primärtumors und von anderen Parametern, wie Hormonrezeptorstatus, Grading etc. Prinzipiell führt man adjuvante Chemotherapien, so wie Sie sie erhalten haben, zur Erhöhung der Heilungswahrscheinlichkeit durch. Bei nur einem befallenen Lymphknoten liegt aber prinzipiell die Heilungswahrscheinlichkeit auch ohne Chemotherapie deutlich über 60 %

Schmidt-Lostner : Meiner Frau wurde eine Bestrahlung von innen vorgeschlagen mit Radiopharmaka. Das klingt für uns sehr aggressiv. Was wäre eine mögliche Alternative?

PROF. POSSINGER: Prinzipiell sind Bestrahlungen auch mit so genannten Seeds möglich. Wenn sie gut durchgeführt werden, ist sehr häufig das kosmetische Ergebnis besser als bei konventioneller Bestrahlung von Außen. Die Effektivität ist ungefähr gleich einzuschätzen.

Svea : Komme mit Tamoxifen nicht so gut zurecht und soll auf Aromatasehemmer umsteigen. Kann ich die länger als 5 Jahre nehmen? Bekomme ich dadurch einen längerfristigen Schutz?

PROF. POSSINGER: Falls Sie primär einen Lymphknotenbefall hatten, würde ich anraten die antihormonelle Behandlung über fünf Jahre hinaus fortzuführen. Falls Sie die ausbleibende Regel schon mehrere Jahre hinter sich haben, dürfte ein Umsteigen auf einen Aromatasehemmer problemlos sein. Wichtig ist dann eine Osteopenie oder eine Osteoporose auszuschließen. Ansonsten wäre eine zusätzliche Bisphosphonat-Therapie anzuraten.

June : Was bedeutet Lymphangiosis carcinomatosa? Läßt das Rückschlüsse auf meinem Zustand zu?

PROF. POSSINGER: Lymphangiosis carcinomatose heißt, dass die Tumorzellen in Lymphgefäße eingebrochen sind. Dies kann eine Verschlechterung der Prognose bedeuten. Falls die Tumorzellen in Hautlymphgefäße eingebrochen sind, spricht man klinisch von einem inflammatorischen Mammakarzinom.

Federsen : Stimm es, dass Tamoxifen bei HER2-positiven Busttumoren eventuell schlecht oder sogar kontraproduktiv wirken kann? Als betroffene Patientin mit Herb2 und Hormonrezeptor positivem Tumor stellt sich die Frage, ob ich Tamoxifen überhaupt nehmen soll?

PROF. POSSINGER: Große Untersuchungen zeigen keinen Unterschied, ob zum Herceptin zusätzlich Tamoxifen oder ein Aromatasehemmer eingenommen wurde. Allerdings scheint die Wirksamkeit in so genannter neoadjuvanter Therapiesituation, d. h. vor der Durchführung einer Operation, für den Aromatasehemmer günstiger. Hypothetisch kann es durchaus sein, dass Tamoxifen nach längerer Einnahme bei HER2-Positivität tatsächlich seinen tumorhemmenden Einfluss verliert und möglicherweise das Tumorwachstum sogar stimulieren kann. Klinisch fehlen hierfür aber die Beweise.

Katharina : Nach zwei Jahren Tamoxifen-Therapie wurde ich auf Aromasin umgestellt. Leider musste ich nach 16 Monaten Aromasin-Einnahme die Therapie wegen Nebenwirkungen (Luftnot) absetzen. Meine Frage an Sie: soll ich jetzt wieder Tamoxifen nehmen oder die Therapie ganz absetzen? Ich bin 60 Jahre

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alt, wurde im Januar 2006 Brusterhaltend operiert, danach folgte Strahlentherapie, keine Chemo. Diagnose: Invasiv-duktales Mamma-Karzinom, pT1c (multifokal), pN (SLN) 0 0/3, MO, G2, RO, Östrogenrezeptor 90%, Progesteronrezeptor 40% positiv, HER-2-neu Score 0

PROF. POSSINGER: Ich würde Ihnen anraten, trotz der rechten günstigen Prognose doch fünf Jahre eine antihormonelle Therapie durchzuführen. Sie könnten es wieder mit Tamoxifen versuchen.

frau brenessel : diagnose 2005. BET - chemo 6malFEC, dann bestrahlung BRCA 1 gen nachgewiesen. tumor triple negativ. wie sieht es mit dem risiko für zweiterkrankung aus? eierstöcke wurden entfernt. erkranklungsalter war 47 jahre. manche ärzte raten zur prophylaktischen mastektomie, ein aufbau wäre aber aufgrund der vorangegangenen bestrahlung schwierig. was meinen Sie?

PROF. POSSINGER: Grundsätzlich ist bei BRCA1-Positivität, wie Sie wissen, eine hohe Brustkrebsrückfallwahrscheinlichkeit gegeben. Falls erhebliche Sorge besteht, könnte eine beidseitige Amputation mit Wiederaufbau durchgeführt werden. Was individuell günstiger ist, sorgfältig per MRT die Brust zu kontrollieren und dann zu operieren oder gleich prophylaktisch vorzugehen ist nicht so sicher.

Urmel : Sehr geehrter Herr Professor Possinger. Ich habe folgende Fragen. Bei mir wurde ein metastatisiertes Mamma-CA (Her2+++, Östrogen neg.) festgestellt und bislang erfolgreich mit Taxotere, Herceptin und Bondronat behandelt. Wie lange kann Taxotere gegeben werden? Mein Arzt meint, es sollte nach ca. 6 Monaten beendet werden? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es dann (evtl. Xeloda)? Zwischenzeitlich wurde aufgrund einer Oberschenkelfraktur-Operation am Knochen ein anderer Rezeptorstatus (Her2 negativ aber Östrogen pos.) festgestellt. Dieses Ergebnis widerspricht der am unbehandelten Primärtumor gefundenen Tumorbiologie. Kann durch die Herceptinbehandlung ein Her2-Test an einer Knochenmetastase negativ ausfallen? Oder ist ein Her2+++ zusammen mit einem Östrogenpositivbefund vereinbar? Gibt es gegen Hirnmetastasen wirksame Chemotherapeutika (z.b. Lapatinib)? Vielen Dank

PROF. POSSINGER: Die fortführende Behandlung mit Taxotere wird in der Regel durch die Nebenwirkungen bestimmt. Falls zunehmende neurotoxische Schädigungen der Nerven an Händen oder Füßen oder Verschlüsse von Tränenkanälchen oder stärkere Schädigungen der Schleimhäute auftreten, würde ich die Behandlung auf jeden Fall aussetzen. Fortgeführt werden kann die Therapie mit Herceptin und Bondronat. Die Behandlung mit Taxotere kann auch dann gestoppt werden, wenn von Zyklus zu Zyklus keine weitere Abnahme der Metastasen mehr zu sehen ist. Bei Wiederfortschreiten der Erkrankung kann dann z. B. auf eine Kombination von Xeloda und Tyverb übergegangen werden. Ein Wechsel des HER2-Rezeptorstatus ist prinzipiell möglich. Dies gilt auch für den Östrogenrezeptor-Status. Allerding sind sie relativ selten. Ein HER2-positiver Befund zusammen mit einem Östrogen-Rezeptor-Positiv-Befund ist gar nicht so selten. Hier können dann Behandlungen, z. B. mit einem Aromatasehemmer und Tyverb fortgeführt werden.

Kaufel : Wie lange hält der Körper eine Chemotherapie aus ohne, dass bleibende Schäden an inneren Organen auftreten?

PROF. POSSINGER: Bleibende Schäden sollten auf keinen Fall auftreten. In der Regel sind zytostatika-bedingte Schäden auch reversibel. Es sei denn, es handelt sich um Schädigungen des Herzmuskels, der Nerven oder der Niere. Diese sollten und können auch verhindert werden.

JV : Bei meiner Mutter wurde vor 3 Wochen BK diagnostiziert. Die Diagnose lautete ca. 5cm großer Tumor, G2, Hormon-positiv, Her-2-neu negativ, 15/18 Lymphknoten befallen, M0. Nach einer BET wurde ihr im Klinik die Teilnahme an der "Plan B" Studie empfohlen. Kennen Sie diese Studie und würden Sie (generell) eine Studienteilnahme für Brustkrebspatienten empfehlen?

PROF. POSSINGER: Prinzipiell empfehle ich immer eine Teilnahme an einer Studie, da die Patientinnen dann besser überwacht werden. Was mit "Plan B" gemeint ist, müssten Sie bitte beim behandelnden Kollegen erfragen.

Karlheinz : Besteht da irgendwie ein Zusammenhang, wenn der Leberwert ansteigt, aber keine neuen Metastasen in der Brust sind?

PROF. POSSINGER: Ansteigende Leberwerte können natürlich auch etwas mit einer Metastasierung zu tun haben. Es sollte deshalb ein bildgebendes Verfahren, z. B. Sonografie, eingesetzt werden. Natürlich sollte auch abgeklärt werden, ob Behandlungsmaßnahmen für die Erhöhung der Leberwerte verantwortlich sind. Ihr behandelnder Arzt wird dies sicherlich wissen.

Maier12 : Sollte man auch begleitend Armoatasehemmer bekommen, wenn der Arzt es nicht unbedingt befürwortet (keine Lymphknoten betroffen), aber auf eigene Kosten nichts dagegen hat?

PROF. POSSINGER: Die Frage ist, wozu begleitend? Bekommen Sie überhaupt keine systemische Therapie? Oder haben Sie eine andere antihormonelle Behandlung bekommen, z. B. mit Tamoxifen? Falls Letzteres der Fall ist, ist von einer Kombination abzuraten, da die Wirksamkeit nicht größer, die Nebenwirkungen aber ausgeprägter sind.

Valentina : Sehr geehrter Prof. Possinger, bei mir wurde 2008 ein Tumor T1b, N0(1/15), ER+, PGR+, D-2 3+ diagnostitiert. Ich hatte eine Operation danach 6x Chemotherapie. Dann kam auch noch Bestrahlung dazu. Ich nehme täglich 20mg Tamoxifen. Einmal im Monat Zoladex. Mir wurde jetzt eine Umstellung auf einen Aromatasehemmer empfohlen. Ist das eine gute Empfehlung, welcher Vorteil wäre das für mich? Vielen Dank für eine Antwort.

PROF. POSSINGER: Zuvor eine kurze Bemerkung: Wenn ein Lymphknoten befallen war (1/15), dann kann keine N0-Situation vorliegen, wie Sie es geschrieben haben. Bei HER2-Positivität haben Sie wahrscheinlich auch ein Jahr lang Herceptin bekommen. Was die antihormonelle Behandlung anbelangt, sollte Sie auch bei Ihnen über insgesamt fünf Jahre geführt werden. Falls man Zoladex nicht allein weiterführen will, könnte Tamoxifen allein verabreicht werden. Dieses Medikament wird sowohl in der Prä- als auch Post-Menopause gegeben. Falls man nur einen Aromatasehemmer allein einsetzen will, empfiehlt es sich, messen zu lassen, ob die Eierstockfunktion wirklich ausgefallen ist. Dann wäre eine Monotherapie sinnvoll. Falls Zoladex weiter gegeben wird, kann ein Aromatasehemmer zusätzlich eingesetzt werden, allerdings ist unter dieser Medikation keine Wirkverbesserung zu erwarten.

Schwidder : Ich bin 25 Jahre alt, (58kg/170), so gut wie kein Alkohol, rauche nicht, habe vor 4 Jahren 1,5 Jahre lang die Pille genommen. Meine Grosseltern mütterlicherseits sind beide an Krebs gestorben, mein Großvater an Lungenkrebs, bei meiner Großmutter weiß ich es nicht. Vor 3 Tagen hat meine Frauenärztin einen Knoten gefunden, in zwei Tagen habe ich einen Termin zur Ultraschalluntersuchung. Meine Ärztin hält es für sehr unwahrscheinlich, dass es sich um etwas bösartiges handelt. Kann eine so kurze Pilleneinnahme Brustkrebs auslösen?

PROF. POSSINGER: Höchstwahrscheinlich nicht. Das Brustkrebsrisiko ist durch die Pille nur bei sehr früher und recht langer Einnahme geringfügig erhöht. Des Weiteren brauchen Sie wahrscheinlich keine große Angst zu haben, dass ein bösartiger Tumor diagnostiziert wird. In der Regel handelt es sich bei jungen Frauen z. B. um Fibrome in der Brust. In ganz ganz seltenen Fällen kann allerdings auch einmal ein Brustkrebs vorliegen.

Claudia : Hallo, ich werde seit 6 Monaten mit Taxotere und Herceptin an einem metast. Mamma-CA behandelt. Aufgrund einer Operation wegen eines Fermorschaftbruchs wurde die Chemotherapie seit 3 Wochen unterbrochen. Wie lange darf die Chemotherapie ausgesetzt werden, ohne dass die bislang erfolgreiche Wirkung beeinträchtigt wird? Wäre es sinnvoll jetzt auf Lapatinib und Xeloda umzustellen?

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PROF. POSSINGER: Wichtig zu wissen wäre, ob der Fermorschaftbruch aufgrund einer Metastase oder wegen eines ganz normalen Traumas erfolgte. Falls es Hinweise auf eine Metastasierung gibt, würde ich die Behandlung auf Xeloda und Tyverb umsetzen. Ansonsten könnte sie dann durchaus wieder fortgeführt werden.

emu : Was halten sie von der Behandlung von Hirnmetastasen bei metast. BK mit Tyverb?

PROF. POSSINGER: Eine Behandlung mit Tyverb ist immer dann sinnvoll, wenn eine HER2-Überexpression vorliegt. Die Behandlung kann dann entweder als Monotherapie oder besser als Kombination mit Xeloda durchgeführt werden. Bei fehlender HER2-Expression macht diese Therapie natürlich keinen großen Sinn.

Gregor : Warum kann ich mir nicht in Ruhe alle Fragen und Anworten ansehen? Es gibt einige interessante Fragen und mich interessieren auch diese Antworten, aber man landet binnen Sekunden wiederwoanders auf Ihrer Seite, woran liegt das?

MODERATOR: Um unseren Server im Live-Betrieb nicht zu überlasten, springen wir während der Live-Sprechstunde mit allen Teilnehmern immer zum aktuellen Geschehen. Ab morgen können Sie das vollständige Protokoll dieser Sprechstunde in unserem Archiv abrufen, natürlich kostenlos, und dort alles in Ruhe nachlesen.

Näfken : Wie gut abgesichert ist die Strahlentherapie heute bei der Behandlung von Knochenmetastasen? Ich erinnere es gab vor ca. 10 Jahren einen großen Strahlenskandal an einer Deutschen Universitätsklinik, ich glaube Kiel oder Hamburg. Hinterher hat sich herausgestellt, dass auch politisches Interesse dahinter war, den Professor zu beschädigen. Deshalb kann man als Patienten ja kaum noch einschätzen, was das alles bedeutet.

PROF. POSSINGER: Die Bestrahlung von Knochenmetastasen macht durchaus dann Sinn, wenn Komplikationen bestehen, d. h. entweder starke Schmerzen vorliegen oder einer Fraktur vorgebeugt werden soll.

Phoenix : Welche Chemotherapie wirkt am besten, wenn keine Hormonreaktion festgestellt wurde?

PROF. POSSINGER: Prinzipiell werden in der adjuvanten Behandlungssituation Kombinationen aus Taxanen, Anthrazyklinen und Alkylantien verabreicht. Sie haben die breiteste "Abdeckung".

TanjaS : Hatte vor 6 Jahren Brustkrebs (Ambutation, Chemo, Bestrahlung). Jetzt wurden vorgestern Gehirnmetastasen festgestellt. Jetzt soll ein "Zugang zum Gehirn"? gelegt werden, um die Dort direkt die Chemo zu plazieren.Ist das überhaupt sinnvoll? Ist die nicht nur ein "Aktivismus" ohne große Lebensverlängerung aber wesentlich schlechtere Lebensqualität? ALternativen??

PROF. POSSINGER: Ich nehme an, dass sich die Kollegen durchaus zur Art des Vorgehens gute Gedanken gemacht haben. Falls z. B. bei Ihnen die Hirnhäute befallen sein sollten, wäre ein solches Reservoir sehr sinnvoll anzubringen. Es lassen sich dann hohe Zytostatika-Konzentrationen vor Ort verabreichen. Auch bei Ihnen gilt, jede Chemotherapie muss eine vernünftige Erhaltung der Lebensqualität beinhalten. Ich bin mir sicher, dass auch dies von den behandelnden Kollegen berücksichtigt wird. Falls Sie sich dennoch unsicher sind, holen Sie eine zweite Meinung ein, Sie können sich z. B. in Universitätskliniken oder Schwerpunktkliniken hierfür überweisen lassen. Eine Zweitmeinung schadet nie.

Löffler, Ursula : Im Mai 2007 wurde ich brusterhaltend operiert.G2 (Score 2+3+1),pT1c, pN1(1/13), L1,VO,RO,Mx. Prognosefaktoren: Östrogen IRS:6 Progesteron IRS:12 Ki-67: 5% Her2-Neu:0. Ich erhielt 3 FEC und 3 Taxol Infusionen, anschließend Bestrahlung 25 und 8 Boost. Jetzt nehme ich Tamoxifen ein. Zusätzlich spritze ich Mistel und nehme Selen, Zink und Vitamin C ein.Ich versuche alles positiv zu sehen, habe aber Angst vor Metastasen. Zur Zeit habe ich häufig Schmerzen im Fußbereich. Woran erkenne ich Knochenkrebs? Welche Anzeichen sind bei anderen Krebsmetastasen, wie z. B. Leber, Gebärmutter, Eierstockkrebs,usw. zu beachten?

PROF. POSSINGER: Sie werden sicherlich nach wie vor alle Vierteljahr zu Ihrem behandelnden Ärzteteam einbestellt. Im Rahmen dieser Nachsorge soll anhand einer eingehenden Anamnese und auch einer körperlichen Untersuchung beurteilt werden, ob die Möglichkeit einer Metastasierung besteht oder nicht. Allein beim Verdacht auf Metastasierung werden dann bildgebende Verfahren eingesetzt. Prinzipiell bedingen Metastasierungen häufig auffällige Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsminderung. Dies insbesondere dann, wenn es sich um Lebermetastasen handelt. Neu auftretender Husten oder Heiserkeit könnten Lungenmetastasen signalisieren. Knochenschmerzen können durch Metastasen ausgelöst werden, allerdings, das was Sie beschreiben, ist glaube eher degenerativen Veränderungen zuzurechnen.

Aramis : Macht die Behandlung von Brustkrebs mit Hirnmetastasen mit Avastin Sinn?

PROF. POSSINGER: Hatte man noch vor einiger Zeit Sorge, Angionesehemmer Avastin bei Hirnmetastasen einzusetzen, so ist diese Sorge mittlerweile deutlich gemindert. Hirnblutungen treten in der Folge wirklich recht selten auf. Wesentlich wichtiger ist der Ausschluss von erhöhtem Blutdruck.

Rosi : Ich bin 54 Jahre und habe nach 10 Jahren eine Fernmetastase in einen Lymphknoten unter der linken Achsel. Die rechte Brust habe ich abnehmen lassen, da ein Rezidiv von 1cm vorhandem war. Der Lymphknoten wurde entfernt und ich bekam 3 FEC und 3 Taxotere. Ist eine Heilung noch möglich? Mit freubdlichem Gruß Rosi

PROF. POSSINGER: Die Chemotherapie wurde gerade deshalb durchgeführt, da durchaus noch eine Heilung möglich ist. Eine Lymphknotenmetastasierung heißt noch lange nicht, dass bereits in anderen Organen Metastasen abgesiedelt sind.

Mareike : Ich hätte mir sehr gewünscht, dass ich die Möglichkeit gehabt hätte mich mit einer Psychologin zu unterhalten. Es wurde mir nicht angeboten, aber ich habe danach gefragt, aber sie haben mich nur verständnislos angeguckt und meinten, hier ginge es um den Tumor und der müsse weg. Da war ich ganz sprachlos. Ist das in den alten Bundesländern auch so?

PROF. POSSINGER: Falls Sie sich in einem Brustzentrum behandeln lassen, muss auch die Möglichkeit gegeben sein, sich mit einer Psychologin zu unterhalten. Auch die Leitlinien zur Behandlung des Mammakarzinoms sehen vor, dass Patientinnen, die dies wünschen, die Möglichkeit zu einer psychologischen Beratung gegeben wird. Dass Sie sprachlos waren, dass man Ihnen mit Verständnislosigkeit begegnet ist, kann ich verstehen. Auch ich wäre dann sprachlos gewesen.

Huster : Diagnose lobuläres Mammakarzinom (G2) mit Ablatio und 19 von 29 Lymphknoten befallenen. Empfehlung: dosisdichte Chemo? Was ist das?

PROF. POSSINGER: Eine dosisdichte Chemotherapie wird immer dann angeraten, wenn sehr viele Lymphknoten befallen sind. Dosisdicht heißt, dass die ansonsten in Abständen von drei Wochen verabreichte Chemotherapie 14-tägig verabreicht wird. Dies ist nur dann möglich, wenn man zusätzlich zur Chemotherapie Medikamente verabreicht, die die Knochenmarkfunktion verbessern

Modas : Kann der Krankenhaus-Sozialdienst mir dabei helfen mein Mutter zu versorgen, die ich pflege. Ich muß zu einer Gewebeprobe jetzt selbst ins Krankenhaus. Was ist, wenn ich operiert werden muß?

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05/09/2012 11.47.35

Burstkrebs, Therapie, Tamoxifen, Lymphknoten, Brustzentrum, Xeloda, brusterhaltende Operation

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PROF. POSSINGER: Prinzipiell sind Sozialdienste dafür eingerichtet worden, um hier Hilfe zu leisten. Meist ist es allerdings so, dass nach Entlassung aus dem Krankenhaus Sozialdienste in Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis um Hilfe angegangen werden müssen. Es ist dann nicht mehr das Krankenhaus zuständig.

PROF. POSSINGER: Ich danke allen Usern für die zahlreichen interessanten Fragen und wünsche Ihnen allen einen angenehmen Abend.

Ende der Sprechstunde.

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