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2009 14:14 Uhr Seite 18

weltaidstag

Foto: Stephan Pflug


Norbert Holzer und Annette Tilmman an der Alster: Ohne Unterstützung würde der 49-Jährige den Ausflug kaum schaffen.

Ein Stück Lebensmut


Hilfe auch in Krisenzeiten: Aids-Buddys erfüllen den Betroffenen die Bedürfnisse, die keine Krankenkasse zahlt

Mehr als 20 Jahre lebt Norbert Holzer jetzt schon wie der gemeinsame Kinobesuch. Oder das Schie- bert. „Das packe ich ja sonst gar nicht.“
mit dem Virus. Aids gehört für ihn seit den 80ern ben eines Rollstuhles, weil ein Betroffener sonst nicht Die Buddys sind auch in Krisensituationen wich-
zum Alltag. Doch seit rund zwei Jahren ist der ge- mehr vor die Tür käme. tige Stützen: „Als es mir sehr schlecht ging und ich
lernte Bankkaufmann deutlich eingeschränkt. Täg- „Manchmal fehlt aber auch nur jemand zum Re- mich nicht mehr um meine Freundschaften kümmern
lich bekommt er Besuch vom Pflegedienst. Zweimal den“, weiß Annette. „Zum Beispiel, wenn mal wieder konnte, habe ich auch erlebt, dass ich fallen gelas-
in der Woche schaut eine Haushaltshilfe vorbei, für eine neue Krankheit hinzugekommen ist“, wie Nor- sen wurde. Das hat sehr weh getan“, erinnert sich
eine Stunde. Sie wischt Staub, saugt oder putzt die bert ergänzt. „Da gehen einem schon viele Gedanken Norbert. Um so wichtiger sind die Kontakte zu den
Fenster – Alltäglichkeiten, aber für Norbert eine durch den Kopf. Zum Beispiel: Wie lange kann ich es ehrenamtlichen Helfern der Aidshilfe, die intensiv
enorme Belastung: „Ich bin halt mittlerweile sehr ge- noch vermeiden, im Rollstuhl zu sitzen?“ geschult werden und regelmäßig zur Supervision ge-
schwächt“, erzählt er. „Vieles kann ich einfach nicht Norbert hat vor kurzem eine schwere Erkrankung hen. Denn ganz so leicht abschütteln lässt sich nicht
mehr.“ In zwei Monaten wird Norbert 50. überwunden und konnte nur langsam wieder an ein immer, womit man bei dieser Freizeitaktivität kon-
Der gebürtige Saarbrücker liebt seine Wohnung normales Alltagsleben anknüpfen. „Das war für mich frontiert wird. „ Manchmal kommt es auch vor, dass
in Winterhude, vor allem den großen Balkon. „Ich sehr schwierig: anzunehmen, dass ich auf einmal auf wir bei Sterbenden sind, das hat sich in letzter Zeit
mühe mich jedes Jahr, den mit neuen Pflanzen zu Hilfe angewiesen bin. Vorher habe ich immer alles wieder etwas gehäuft“, erklärt Annette.
bestücken – aber auch das kriege ich nicht mehr al- alleine hingekriegt und dann musste ich plötzlich er- Und auch Norbert würde nicht behaupten, keine
leine hin. Da kommt dann halt Hilfe.“ Allerdings keine, kennen, dass ich Hilfe und Unterstützung brauche.“ Angst vor dem Tod zu haben. Dass er nach seiner
die von der Krankenkasse bezahlt wird. Norbert wird Sein Betreuer Reinhard hilft dabei, dass Norbert Krankheit wieder neuen Lebensmut gefasst hat, liegt
von ehrenamtlichen Betreuern der Aidshilfe unter- bei der durch die Krankheit bedingten Entdeckung auch an Menschen wie Annette und Reinhard. Doch
stützt, so genannten Buddys. der Langsamkeit nicht den Lebensmut verliert. Und die Perspektiven werden überschaubarer: „Ur-
Annette Tillmann ist eine von ihnen. „Wir versu- auch Annette schaut hin und wieder vorbei, obwohl sprünglich war mein Ziel, die 40 zu erreichen. Jetzt
chen Bedürfnisse zu erfüllen, die die Betreuten wo- sie eigentlich eine Frau betreut. geht es mir wieder ganz gut, das möchte ich ge-
anders nicht erfüllt bekommen“, umschreibt die ge- Gemeinsam waren sie im Sommer beim CSD. „Da nießen“, sagt Norbert. „Und die Eröffnung der Elb-
lernte Krankenschwester diese Tätigkeit. Das kann war ich das erste Mal seit anderthalb Jahren wieder philharmonie: die möchte ich noch erleben.“
die Begleitung bei einem Behördengang ebenso sein abends bis halb eins unterwegs“, erinnert sich Nor- STEFAN MIELCHEN

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„Rede mit uns“


Neue Kampagne der Hamburger Aidshilfe

HIV kann man nicht sehen. Deshalb gilt es, eigene Infektionsrisiken zu
überdenken und sich über die Schutzmöglichkeiten zu informieren. Bei
der Vermittlung der geeigneten Gesprächspartner hilft die AIDS-Hilfe
Hamburg: Das sind die Kernbotschaften der neuen Imagekampagne der
Hamburger Aidshilfe, die von der Agentur SON Agency kostenlos ent-
wickelt wurde. „Er trägt alle Anzeichen von HIV“ steht auf den Plakaten (die
es auch in einer weiblichen Variante gibt) – auch, wenn die Models gar
nicht danach aussehen. „Viele Menschen erfahren noch heute erst dann
von ihrer HIV-Infektion, wenn eine manifeste Immunschwäche diagnosti-
ziert wird. Das verursacht unnötiges Leid und verstellt kostbare Behand-
lungsoptionen“, beklagt Jörg Korell, Leiter der Hamburger Aidshilfe. Da-
her fordern die Plakate den Betrachter auf: „Rede mit uns“. Flankiert wird
die Kampagne von den Aktivitäten zum Weltaidstag am 1. Dezember: In der
ganzen Stadt werden wieder Red Ribbons und Solidaritätsteddys verkauft.
Am Vorabend (30. November) findet um 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst im
Michel und der anschließende Candlelightwalk statt.

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weltaidstag

Neue Lust
am Posex
Mehr Verkehr, weniger Angst: die meisten Schwulen
schützen sich. Doch die Zahl der HIV-Infektionen steigt

Es wird wieder mehr gefickt in deutschen Betten, statistisch das Risiko. Und: „Die Übertragungswahrschein-
oder wo immer Schwule die Gelegenheit dazu nut- lichkeiten pro Kontakt haben sich erhöht.“
zen. „Vor allem außerhalb fester Partnerschaf- Das hat nicht nur rechnerische Ursachen. Vor allem dann,
ten“, wie Axel J. Schmidt weiß, Mitarbeiter wenn andere sexuell übertragbare Krankheiten ins Spiel kom-
am Berliner Robert Koch Institut. „Es gibt men, steigt das Risiko eine HIV-Übertragung. Etwa durch eine
mehr Analverkehr, insbesondere bei Syphilisinfektion: Betroffene geben dann das HI-Virus schnel-
jungen Schwulen und bei Kontakten ler weiter oder infizieren sich leichter. Zwischen 2003 und
mit nicht-festen Partnern.“ 2007 hat es einen alarmierenden Anstieg der Syphiliszahlen
Die neue Lust am Posex wertet Dr. Dirk in Deutschland gegeben. „Und das hat direkt etwas mit der
Sander von der Deutschen Aidshilfe (DAH) Zunahme der HIV-Infektionen zu tun“, wie Axel J. Schmidt
positiv: „Ist doch eine tolle Sache, wenn betont.
der Analverkehr zunimmt“, sagt der Die Deutsche Aidshilfe hat mit ihrer groß angelegten Kam-
Schwulenreferent der DAH (siehe auch In- pagne „Ich weiß was ich tu“ (IWWIT) im Herbst 2008 auf die
terview auf Seite 22). „Das zeigt doch, dass neuen Trends reagiert. „Die Leute überlegen sich heute stär-
die Ängste zurückgehen.“ ker, wann und wo sie Safer Sex machen“, sagt Dr. Dirk Sander.
Doch das erhöhte Verkehrsaufkommen „Wir müssen daher ihre Kommunikationsfähigkeit stärken.
hat auch eine Schattenseite. Seit 2001 Dreiviertel der Leute sprechen selten bis nie mit ihren Sex-
steigt die Zahl der HIV-Neuinfektionen partnern über ihren Sex und darüber, wie man sich schützt.“
bei Männern, die Sex mit Männern ha- Ob die IWWIT-Botschaften fruchten? Kampagnenmanager
ben, kontinuierlich an. Gibt es sie Matthias Kuske ist optimistisch: Bei den Testwochen, die in
also, die neue Sorglosigkeit? Axel Hamburg beispielsweise von Hein & Fiete und der Aidshilfe
J. Schmidt mag einen solchen durchgeführt werden, ist der Zulauf anhaltend groß. „Das
Trend nicht bestätigen: „Die zeigt: Die Botschaft, dass es besser ist, seinen Status zu ken-
Gründe für den Anstieg von HIV- nen, ist angekommen“, so Kuske. „Wir erreichen mit den Test-
Neudiagnosen sind vielgestal- wochen vor allem Leute, die sich nicht regelmäßig testen las-
tig, aber am wenigsten sind sie sen, aber ein hohes Risikoverhalten haben.“
auf eine Abnahme im Kon- Der Deutschen Aidshilfe geht es nicht zuletzt darum, mit
domgebrauch zurückzufüh- alten Bildern zu brechen. „Aids ist eine weitgehend ver-
ren.“ Die meisten schwulen meidbare Komplikation einer HIV-Infektion“, sagt Dr. Dirk San-
Männer würden bei den der. Die Traumatisierung, dass Aids automatisch ein To-
meisten „infektionsrelevan- desurteil sei, müsse überwunden werden: „Das Bild des
ten Kontakten“ Kondome ‚neuen Aids‘ ist das der Gesunderhaltung.“
benutzen. Das bestätigt Auch der Hamburger Mediziner Prof. Dr. Hans-Jürgen Stell-
auch Dr. Dirk Sander: „Die brink vom Infektionsmedizinischen Centrum Hamburg (ICH)
Schutzmotivation ist in den beruhigt: „Die HIV-Infektion ist heute eine gut behandelbare
letzten zehn Jahren gleich chronische Erkrankung. Die Lebenserwartung liegt derzeit
bleibend hoch geblieben.“ 24 Jahre über der im Vergleich zu den 1990er-Jahren.” So
Harry (28)
Allerdings: Wo mehr werden voraussichtlich 2015 mehr als die Hälfte der Betrof-
Sex stattfindet, fenen über 50 Jahre alt sein. Noch vor vier Jahren waren es
steigt schon rein lediglich 25 Prozent. STEFAN MIELCHEN

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Verzicht ist Luxus


Sex ohne Gummi setzt Vertrauen voraus

„Ich möchte zeigen, dass so ein Modell auch schief gehen kann – und das Le-
ben trotzdem weitergeht.“ Stephan (38, rechts) hat sich in einer offenen
Partnerschaft mit „ausgehandelter Sicherheit“ mit HIV infiziert, ebenso sein
damaliger Freund. Als Rollenmodell der IWITT-Kampagne möchte der Er-
zieher das Selbstbewusstsein von Positiven unterstützen: „Die Frage, ob es
das wert war, hat sich mir nie gestellt.“
Kampagnenmanager Matthias Kuske blickt auf die Realitäten: „Es gibt
ein Restrisiko, auch bei Safer Sex. Unsere Botschaft lautet: es muss in
der Beziehung offen darüber geredet werden.“ Das ist auch der An-
spruch von Harry (28, links). Er hat mit seinem Freund ebenfalls eine
Verabredung getroffen: außerhalb der Beziehung Safer Sex, mit-
einander verzichten sie aufs Kondom. Er bezeichnet sich als Über-
zeugungstäter: „Ich kann mir keine verklärt romantische, mono-
game Beziehung vorstellen. Unser Modell steigert die Zahl der po-
tenziellen Sexpartner. Deshalb möchte ich auch andere davon über-
zeugen…“ Den Komdomverzicht mit seinem Freund bezeichnet
Harry als Luxus, der Vertrauen und Offenheit voraussetzt – und Ge-
spräche: „Das ist eine Frage gegenseitiger Wertschätzung. Auch
wenn es natürlich nicht immer leicht fällt, mit dem Partner darüber
zu reden.“ SM
www.iwwit.de Stephan (38)

www.ich-hamburg.de

ICH Grindel
Dr. med. Thomas Buhk
Dr. med. Stefan Fenske
Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Stellbrink
Grindelallee 35
20146 Hamburg

ICH St. Georg


Dr. med. Axel Adam
Dr. med. Carl Knud Schewe
Dr. med. Lutwin Weitner
Brennerstraße 71
20099 Hamburg
Foto: www.photocase.de/ ©kallejipp

ICH Mitte
Stefan Hansen
PD Dr. med. Christian Hoffmann
Dammtorstraße 27
20354 Hamburg

Vielen Dank für das Vertrauen 2009!


Schöne Festtage wünschen Axel Adam, Thomas Buhk, Stefan Fenske, Stefan Hansen,
Christian Hoffmann, Knud Schewe, Hans-Jürgen Stellbrink, Lutwin Weitner, Homa Bashiri,
Petra Born, Ruza Botic, Benny Breth, Devine Bromm, Irina Butkus, Hauri Goey, Anika Hakl,
Susanne Heesch, Anja Hüfner, Christina Oubari, Marlene Pareira, Sigird Polat, Emine Sahin,
Sylvia Stellbrink, Cay Tonn, Gabi Urbanczyk, Jan Zielke und Enno Burmester.

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weltaidstag

Fakten statt Mythen


Ist alles unsafe, was unsafe scheint? Dr. Dirk Sander von der Deutschen Aidshilfe über zeitgemäßen Schutz vor HIV

h Herr Dr. Sander, seit Jahren h Sind die HIV-Neuinfektionen spiel: Innerhalb einer offenen Bezie-
wird sehr häufig die gleiche Frage gestiegen, weil Aids den hung wird das Kondom weggelassen
gestellt: Wie kriegen wir die Schrecken des Todes verloren und außerhalb wird es genommen.
Schwulen dazu, endlich wieder hat? Früher hätte man den Leuten gesagt,
mehr Kondome zu benutzen. So einfach ist der Zusammenhang sie sollen auch innerhalb der Bezie-
Haben Sie eine Antwort darauf? nicht. Viele Leute haben lange auf be- hung ein Kondom benutzen.
Die Schwulen benutzen doch wie ver- stimmte Dinge beim Sex verzichtet, aus
rückt Kondome! (lacht) Im Ernst: Die Furcht vor einer HIV-Infektion. Jetzt h Wenn einfach alle weiter Kon-
Motivation, sich zu schützen, ist bei gibt es wieder mehr sexuelle Aktivität, dome nähmen, statt irgendwelche
schwulen Männern ungebrochen. auch mehr Analverkehr. Dabei kommt Strategien auszuprobieren, hätten
es logischerweise auch zu mehr Risi- wir kein Problem.
h Wie können Sie da so kosituationen. Es hat immer Situatio- Ich glaube nicht, dass das alte Konzept
sicher sein? nen gegeben, wo der Schutz nicht hun- auf Dauer tragfähig ist. Man muss
Studien zeigen immer wieder, dass das dertprozentig gelingt, das liegt in der berücksichtigen, dass sich die Konse-
Schutzverhalten nicht abnimmt. Die Natur der Sache. Es gibt mehr Sex – quenzen einer HIV-Infektion verändert verschiedenen Strategien den neuen
Bereitschaft, sich beim Sex zu schüt- und damit auch mehr Risiko. Das ist ein haben – und damit ändert sich auch Bedingungen an. Beim Abschätzen des
zen, bleibt auf hohem Niveau stabil. reines Rechenspiel! Es bedeutet eben das Verhalten der Menschen. Unsere Risikos, das man dabei in Kauf nimmt,
Rund 70 Prozent schützen sich immer nicht, dass sich immer weniger Leute Prävention setzt an den Lebensrea- kann man sich vertun. Wir wollen, dass
oder fast immer vor HIV, 20 Prozent schützen wollen. litäten an, weil wir sonst an den Leu- die Leute über die Risiken, die sie ein-
meistens, nur zehn Prozent selten oder ten vorbei gehen. Das ist einfach prag- gehen, Bescheid wissen. Gegen Mythen
nie. h Aber man könnte ja denken, matisch und menschlich. Wir wollten setzen wir Fakten. Deswegen heißt un-
dass mit der Todesdrohung ganz bewusst weg von den ganzen ne- sere Kampagne „Ich weiß was ich tu“.
h Wieso ist dann die Zahl der tatsächlich eine wesentliche gativen Diskussionen der letzten Jahre.
HIV-Neuinfektionen in den letzten Motivation verschwunden ist. Die haben nämlich eine offene und ehr- h Ist es gelungen, die Leute zu
Jahren gestiegen? Die Leute haben doch auch Grund ge- liche Auseinandersetzung verhindert. sensibilisieren?
Das hat verschiedene Ursachen. Die nug, sich vor einer chronischen Er- Ich denke ja. Deutschland liegt bei der
wichtigste ist, dass sich andere sexuell krankung zu schützen. Auch heute ist h Dennoch, bei vielen bleibt die Zahl der Neudiagnosen in Europa ganz
übertragbare Infektionen verbreiten, HIV noch lange kein Zuckerschlecken. Wahrnehmung: Es passiert mehr unten in der Statistik. SM
insbesondere die Syphilis. Wenn ein Es gehört zu unseren Aufgaben, das ungeschützter Sex.
HIV-negativer Mensch die Syphilis hat, zu vermitteln. Wir gucken genau hin und fragen: Ist
Dr. Dirk Sander (kl. Foto) ist Diplom-Sozial-
steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er das wirklich so unsafe, was da unsafe wissenschaftler und Schwulenreferent
sich mit HIV infiziert. Ein HIV-Positiver h Überfordert man die Männer scheint? Aber auch umgekehrt: Ist der Deutschen Aidshilfe
www.aidshilfe.de
mit Syphilis kann HIV leichter weiter- nicht mit differenzierten Botschaf- wirklich Safer Sex, was danach aus-
geben. ten? sieht? Die Leute wollen sich weiterhin
Die Leute suchen selber zunehmend schützen, passen sich
nach individuellen Lösungen. Ein Bei- aber mit ganz

IWWIT-Rolemodel Axel

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Kuschelig
Der Teddy zum Weltaidstag hilft beim Helfen

Er trägt einen kuscheligen Kapuzenpulli samt roter Schleife, ist bei 30


Grad waschbar und aus umweltfreundlichem Material sowie ohne Kin-
derarbeit gefertigt: der Teddy zum Weltaidstag erfreut sich seit vielen
Jahren größter Beliebtheit – sogar als Sammlerobjekt. Denn die Bärchen
sehen jedes Jahr anders aus.
Was hierzulande allerdings die wenigsten wissen: Der Teddy geht als
Symbol für Menschlichkeit auf die Anfangsjahre von Aids in San Francisco
zurück. Der Bürgermeister der kalifornischen Metropole wollte ein Zei-
chen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung setzen und verteilte die
Bärchen an die Aids-Patienten seiner Stadt in Anlehnung an das kalifor-
nische Wappen. Der Zürcher Aids-Pfarrer Heiko Sobel brachte die kleinen
Knuddel schließlich nach Europa und etablierte sie hier als Symbol der
öffnet.
Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids. 0 Uhr für Sie ge
Verkauft werden die Teddys für 6 Euro (und auch mehr…) rund um den amstag 7:00 - 20:0
Weltaidstag. Die Aidshilfe und Hamburg Leuchtfeuer sind in der ganzen Montag-S
Stadt unterwegs, um damit Spenden für ihre Arbeit zu erlösen. Tradition
E. Manfred Wocker e. Kfm.
hat dabei schon der Verkaufsstart im Hauptbahnhof. Am 30. November
kommen hier ab 11 Uhr wieder zahlreiche Promis zusammen: von Ole von Beim Strohhause 2 (Ecke Hammerbrookstraße 1)
Beust bis Lilo Wanders sind wieder zahlreiche bekannte Verkäufer dabei. Im real Markt ¦ 20097 Hamburg
Und auch der Posaunenchor St. Michaelis unterstützt die Aktion. Die Ham-
Telefon (040) 97 07 88 11 ¦ Fax (040) 97 07 88 44
burger Aidshilfe wird im Dezember bei zahlreichen Veranstaltungen oder
in Einkaufszentren mit einem Teddy-Stand präsent sein. SM www.koala-apo.de
www.hamburg-leuchtfeuer.de

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