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Die Entwicklung

der rumänischen
und
sächsischen
Volkstracht
im Kreis
Hermanstadt,
im 18 Jh.

MA1 Studierende
1
Daniela Spînu

Inhalt

1. Einleitung.....................................................................................3
2. Geschichtliche Betrachtungen...................................................3
3. Die Entwicklung der rumänischen Volkstracht.......................4
3.1 Das Mărginime-Gebiet...........................................................4
3.2. Frauentracht..........................................................................5
3.3. Männertracht.........................................................................6
4. Die Entwicklung der sächsischen Volkstracht...........................7
4.1. Die Frauentracht....................................................................8
4.2. Die Männertracht...................................................................9
4.3. Hochzeitkleidung....................................................................9
5. Schlußfolgerungen.......................................................................10
Quellen...........................................................................................11

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1. Einleitung
Die Techniken der Volkstrachter haben wichtige ethno-kulturelle Bedeuteungen. Die
Erscheinung neuer Technicken bewies die Entwicklung der Gesellschaft und die Schritte dieser
Entwicklung. Das starkste Traditionsbewußtsein der Bauern in den Dörfern im Hermannstadt
zeitgte sich besonders deutlich im treuen Bewahren ihrer kostbaren Festtrachten. Die Stadtnähe
wirkte sich hier- im Gegensatz zu den Dörfern in Mediasch und Kronstadt- nicht
trachtenauflösend sondern trachtenerhaltend aus.
Ich habe dieses Thema gewählt denn die Volkstrachter sind interessante und schöne Quellen um
etwas über die Geschichte eines Volks zu lernen und die Geschichte der Entwicklung des
Aussehens der Tracht widerspiegelt diese Geschichte, die Denkweise und den Geschmack der
Menschen.
Die Volkstracht wird von den sozial-ökonomischen Bediengungen bestimmt ist einer ständigen
Umwandlung und Entwicklung unterworfen. Es gibt also Männer-, Frauen-, Jugend-, Kinder-,
und altentracht, Sommer- und Wintertracht, Arbeits- und Festtagstracht, Hochzeits-, Tanz oder
Begräbnistracht.

2. Geschichtliche Betrachtungen
Als Teil der traditionellen rumänischen Kultur, stellt die Volkstracht der Gegend von
Hermanstadt einen Wertvollen geschichtlichen und ethnographischen Beleg dar, für den
Geschmack und die ethisch-sozialen Ausschauungen der Bewohner dieser Gegend, entlang ihrer
ereignisvollen Geschichte.
Die kartographische Darstellung der Volkstrachten aus dem Kreis Hermanstadt läßt ein buntes
Bild entstehen. Die ereignisreiche Geschichte der Bewohner des Kreises, die unterschiedlichen
sozialen Bediengungen, wie auch die geographischen Eigenheiten der landschaft haben die
Entwicklung der entsprechenden Volkstracht jeweils mitgeprägt.
Die Vielfalt der Trachten haben eine einheitliche Struktur. Die wichtigsten Kleidungsstücke:
Hemd und Rückenschürze (ie, catrinţe) bei den Frauen, Hemd und enge Hosen (cioareci) bei den
Männern finden wir in allen ethnographischen Unterzonen des Kreises.

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Die ersten Darstellungen der für die einheimische geto-dakische Bevölkerung spezifischen
Tracht erscheinen auf der Trajanssäule und auf den Denkmal von Adam Klisi. Diese
Darstellungen sind authentische Zeugnisse der Tracht der einheimischen geto-dakischen
Bevölkerung die das Hauptelement im Entstehungsprozess des rumänischen Volkes darstellt.
Eigentlich kann man von einer rumänischen Volkstracht erst nach der Bildung des rumänischen
Volkes sprechen. ( 7 Jh.)

Später beginnen die Zeugnisse über ihr Aussehen zahlreicher zu werden. In der Chronicon
Pictum Vindobonense aus dem Jahre 1358 finden wir die ersten Darstellungen rumänischer
Bauern in Volkstracht. Es sind Känpfer in der Schlacht bei Posada. Im Jahre 1666 bereichert
Johann Tröster (Das alte und neue Dacia) unser
Wissen über die rumänische Volkstracht. Er
beschreibt: „ Die Eheweiber tragen einen Bund von
einem langen baumvollen Tuch( als eine Kron
geflochten) welches sie alle Tage als einen breiten
Hut auf- und ablegen können“
Dieses Kopftuch wird auch heute getragt und ist
unter dem Namen „Velitură“ bekannt (Foto links).
Vom Beginn des 18. Jh. haben sich uns auch 44
Trachtenminiaturen, die Sammlung Siebenbürgiacher
Trachten aus dem Jahre 1731, erhalten, die im
Brukenthal- Museum aufbewahrt werden und die aus
den materialien der damaligen Zeit angefertigt sind.

3. Die Entwicklung der rumänischen Volktracht


3.1. Das Mărginime- Gebiet (Foto unten)

Die folkloristisch repräsentativste Zone des Kreises, die Mărginime, liegt am Rande der
Karpaten vom Alt bis zum Sebeş- Fluß. Die Hauptbeschäftigung der Bewohner war vom alters
her die Weidewirtschaft, die Rinderzucht, zu der noch Holzfällerei, die kleine Hauswirtschaft,
ein bisschen Ackerbau und etwas mehr Obstbau hinzukommen
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Die Mărginime-Tracht, schlicht und kunstvoll in
Schwarz und Weiß wird von vielen Spezialisten als
eine der schönstn Trachten des Landes angesehen.
Obwohl die Tracht dieser Gegend im ganzen Land
bekannt ist, besitzen wir keine zusammenfassende
Studie über sie.

3.2 Die Frauentracht


Als Kopfbedeckung(Foto unten) dienen in der Mărginime die verschiedensten Arten von
Kopftüchern (cârpa, pahiol, velitura). Das einfache Kopftuch ist für gewöhnlich schwarz und
wird heutzutage ausschließlich industriell angefertigt. Zu den interessantesten Kopfbedeckungen
der Mărginime gehört, ohne Zweifel die velitură. Diese ähnelt sich mit einem Helm. Es ist der
komplizierteste Kopfschmuck den man in den
rumänischen Volkstracht kennt. Dieser wird in den
verschiedensten Dokumenten schon seit dem 17. Jh.
als ein für verheiratete Frauen spezifisches
Kleidungsstück erwähnt.

Das Frauenhemd
Der Schnitt blieb über Jahrhunderte derselbe. Er hat
Elemente der alten rumänischen Machart bewahrt.
Für die Verzeirung hat man sich gegen Ende des
vorigen Jhs auf eine einzige Farbe festgelegt:
Schwarz. Es kommen auch leichte Andeuteungen
(Tropfen) von Gelb, Rot und Blau vor. Die breiten
schwarzen Längsstickereien aud Ärmel und
Vorderteil ersetzen die zarten Stickereien
vergangener Zeiten. Das Frauenhemd (ie) der
Mărginime ist eines des gelungensten Trachtenstücke von besonderem künstlerischem Wert. Die
zurrückhaltende Verzierung in vollendeter Ausführung verleiht ihm große Eleganz.

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Die weissen Frauenröcke (poale) waren gereiht und einfach, ohne jedwelche Verzierung. Die
neueren Exemplare haben jedoch einen verzierten Saum (cu găurele). Über dem Rock wird die
Schürze getragen, die dunkel ist und mit vier Schäften gewebt wird. Im unteren Teil ist sie mit
Wolle oder Baumwolle bestickt. Die Taille wird unter
der Schürze und der Rückenschürze von einem
dreifärbigen Gürtel umschlungen.

3.3. Die Mannertracht


Das Hemd ist aus dem gleichen Leinen wie die ie der
Frauen gearbeitet und kennzeichnet sich durch einen
besonderen Schnitt mit Einsätzen vorne und hinter, die
barbi genannt werden. Die Verzierungen befinden sich
rund um die Einsätze und um den Halsauschnitt. Der
schmale Kragen ist mit Schnüren zusammengebunden.
Der Hut (Foto rechts) aus schwarzem Filz, mit sehr
kleiner Krempe ist im ganzen Land bekannt. Er wurde
am Festtagen und bei Hochzeiten getragen. Die Hüte
der Burschen sind mit Blumen und Perlen geschmückt,
die auf der rechten Seite, zusammen mit der Feder, dem
Zeichen der Burschenschaft, angebracht sind. Zur Winterzeit trägt man die charakteristische
Pelzmünze, mit rundem Oberteil.
Die engen Hosen werden aus einem weichen, weissen spezifischen Wollstoff angefertigt. Sie
liegen eng an dem Fuß an und haben auf jeder Seite eine lange Naht. Der Schnitt ist seit dem 18
Jh. unverändert geblieben. Über dem Hemd, um die Taille, tragen die Männer einen Ledergürtel.
Zur Winterzeit tragen die Männer der Mărginime weiße Hirtenpelze, die mit schwarzem Fell
verbrämt sind. Die Hirtenpelze haben lange, dünne Ärmel, die nie benützt werden und es fehlt
ihnen jedwelche Verzierung.

4. Die Entwicklung der sächsischen Volkstracht im 18 Jh. (Foto unten)

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Zu Beginn der 18. Jahrhunderts als Siebenbürgen an das Haus Habsburg zurrückgefallen war und
wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen mit dem Westen wiederhergestellt wurden, machten
sich in der siebenbürgischen Bürgertracht, österreichische, besonders Wiener Modeeinflüsse
erneut bemerkbar.
Die kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den Westlichen Ländern
Europas ermöglichten auch der französischen Mode mit ihren luxuriösen Übertreibungen, bei
den wohlhabenden Städtern
Siebenbürgens erneut
Anhänger zu finden, was
wiederum den Neid der
Minderbegüterten zur Folge
hatte. Um diesen
Unzufriedenheiten ein Ende
zu setzen hatten, Ende des 17.
und Anfang des 18.
Jahrhunderts manche
Nachbarschaften wie auch der
hermanstädter Magistrat,
versucht mit entsprechenden Verfügungen dem Luxus Einhalt zu gebieten. Die Hermannstädter
Kleiderordnung von 1752 faßt die wichtigsten vorhergehenden Bestimmungen zusammen und
versucht, eine für alle gesellschaftlichen Stufen mit ihren Grundzügen einheitliche Kleidung zu
schaffen. Dank dieser Kleiderordnung kennen wir heute nicht nur die damals zugelassenen und
in Gebrach befindlichen Kleidungsstücke und deren Benennungen sowie auch das Material, aus
dem sie gefertigt sein durften.

Die Kleidungsordnung gebietet für jeden eine entsprechende Kleidung, einerseits einheitlich im
Schnitt, andererseits wieder unterschiedlich nach Qualität des Stoffes. So zum Beispiel durften
diejenigen, die der neunten Gruppe angehörten, nur Schaf- oder Lammfellmützen tragen.
Es ist verständlich, dass diese starren Verordnungen nicht für lange Zeit gültig sein konnten.
Ende des 18. Jh. werden sie nur noch traditionsgemäß beachtet, aber mit dem Aufkommen der

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kapitalistischen Wirtschaftsbeziehungen verlieren sie ihre Kraft und mit ihnen verliert sich auch
die Bürgertracht.
4.1. Frauentracht
Das Fraenhemd gehört zu den ätesten, aus der
Urheimat mitgebrachten Trachtengut. Das
geometrische Muster der handbreiten weißen
Faltenstickerei am Halsausschnitt des Frauenhemdes
entsteht durch die Reihfäden die quer durch den in
feinste Falten gelegten oberen Teil des Vorderhemdes
gezogen werden.
Die gestickte weiße Schürze wird nur an Festtagen
über einer blumengemusterten, dunklen oder hellen
Stoffschürze getragen. Die drei großen
Schürzenflächen sind mit handgenetzten
Strußchenmustern bedeckt. Die Muster wurden früher
oft durch Goldstickerei bereichert. Auf den zwei
Seitenteilen der Schürze wird der Name der Besitzerin
und das Herstellungsjahr eingestickt. Die Schürze ist
so lang wie der Rock und wird in begügelten Falten in der Taille zusammnegezogen und bis zu
den Hüften umgelegt.
Der Spangelgürtel(Foto oben), ein wertvolles Schmuckstück der Frauentracht, wird an
Festtagen getragen. Auf einer Gold- oder Silberborte sind runde, halbkugelförmige, vergoldete
Silberbuckel mit einem Farbstein in der Mitte aufgereiht. An beiden Enden sind sie mit
Renaissance- oder Barockornamenten verziert.
Das Heftel ist das älteste, noch aus der Stammheimat mitgebrachte Schmuckstück und wird nur
zu Weichnachten, Ostern oder Hochzeiten getragen. Sie sind reich verziert mit Farbsteinen und
Barockperle.
Die Haartracht mußte früher bei Mädchen und Frauen streng eingehalten werden und die
verheiratete Frauen mussten immer eine Kopfbedeckung tragen.

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Der Borten gehört zur Kirchentracht der konfirmierten Mädchen und wird am Hochzeitstag zum
letzten Mal getragen er ist eine schwarze Samtröhne, hoch und breit. Hinten ist es nicht ganz
geschlossen.

4.2. Die Männertracht


Die siebenbürgisch-sächsische Männertracht ist viel
einfacher gehalten als die Frauentracht. Zu der
schwarzen Stoffhose und den hohen Schaftstiefeln
wird das weitärmelige, weiße Hemd mit schwarzer
Stoff- oder Pelzweste getragen. Ein schwarzer
kurzer Rock und ein schwarzer schmal- oder
breitkrempiger Filzhut vervollständigen die Tracht.
Kinder und Jugendliche sind genauso gekleidet wie
ältere und verheiratete Männer. In manchen Orten
wurde noch in den zwanziger und dreißiger Jahren
das Hemd nach altem Brauch über der Hose
getragen. An Sonn- und Festtagen wird um den
Hemdkragen das schmale, drei bis vier Zentimeter
breite schwarze Samtband gebunden, dessen Enden
mit bunter Seide und Goldfaden bestickt sind.

4.3 Hochzeitkleidung (Foto oben)


Die Braut unterscheidet sich von den übrigen Frauen und Mächen bei der Hochzeit durch die
vollständig schwarze Kleidung (schwarzer Rock und schwarze Jacke). Die übrigen Frauen und
Mädchen tragen einen weißen Rock und, wie auch die Braut, eine weiße Schürze. Das
Freuenhemd ist am Hals gereuht und mit weißem oder gelbem Faden vernäht und ist mit
Lochstickerei verziert. Das Bräutigamshemd, das, wie es früher üblich war, die Braut selbst
anfertigen musste, war besonders kunstvoll ausgeschmückt. An die Ärmelränder wurden in
schwarzer oder gelber Flachstickerei Blumen und Blattranken, der Name des Bräutigams und das
Hergestellungsjahr des Hemdes gestickt. Das Bräutigamshemd, das die Männer nur zur Hochzeit
trugen, wurde ihnen zum Begräbnis nochmals angezogen.

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5. Schlussfolgerungen
Es ist zu bemerken, dass sich sowohl in der rumänischen als auch in der sächsichén Volkstracht
des Kreises Hermanstadt bis in unsere Tage einige archaische Elemente von großem
ethnographischem und historischem Wert bewahrt haben.
Einige Elemente der Volkstrachter sind verschwunden, andere haben ihr Platz genommen.
Unter dem Einfluß der Mărginime ist eine rasche Vereinheitlichung der rumänischen Volkstracht
des ganzen Kreises zu bemerken. Die Frauenbluse mit dunklen Verzierungen und die schwarze
Rückenschürze der Mărginime finden allgemeinen Anklang.
Dass uns dennoch viele authentische Elemente der Volkstracht überliefert worden sind,
verdanken wir der Rolle, welche diese innerhalb bestimmter Zeremonielle erfüllen. So zum
Beispiel, tragen bei den Rumänen die verheirateten Frauen die velitoare und bei den Sachsen den
gelben Schleier, als Zeichen des jungen Ehestandes.
Infolge der neuen Lebens- und Arbeitsbediengungen, ist die traditionelle hausgefertigte
Arbeitskleidung ersetzt worden durch eine zweckentsprechendere, aus industriell hergestelltem
Gewebe. In den stadtnahen Ortschaften wird am Arbeitstagen die Volkstracht nicht mehr
getragen. Die Tendenz ist leider, die authentischen Trachtenmaterialien und Schmuckstücke
durch andere, billigere zu ersetzen und dieser Vorgang bedroht seit einigen Jahrzehnten die
Existenz der echten Volkstracht.

Quellen

• Klusch, H. (2003) Aus der Volkskunde der Siebenbürger Sachsen. Hermanstadt:


Honterus Verlag
• Die Festtracht der Siebenbürger Sachsen. München: Verlag Callway
• Moise, I. Klutsch, H. ( 1987) Portul Popular din Judeţul Sibiu. Sibiu

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