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Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie

Unit 1: Psychologie als eine empirische Wissenschaft

Unit 1: Psychologie als eine empirische Wissenschaft 1. Warum benötigen wir in der (wissenschaftlichen)
Unit 1: Psychologie als eine empirische Wissenschaft 1. Warum benötigen wir in der (wissenschaftlichen)

1. Warum benötigen wir in der (wissenschaftlichen) Psychologie (unterschiedliche) Forschungsmethoden?

Gegenstand der Psychologie = Erleben und Verhalten des Menschen

o

führt zu vielfältige, komplexe und variable Fragestellungen

o

wissenschaftlicher Anspruch erfordert große Anzahl an Forschungsmethoden

großer Teil des Erlebens und Verhaltens nicht direkt beobachtbar

Teil des Erlebens und Verhaltens nicht direkt beobachtbar Wissenschaftlicher Anspruch der Psychologie • Ziel =

Wissenschaftlicher Anspruch der Psychologie

Ziel = Beschreiben und Erklären, Vorhersagen und die Veränderung des menschlichen Erlebens und Verhaltens

Wissenschaftstheorie beschäftigt sich mit Frage: ob und wie können mit Methoden der Forschung reale Sachverhalte erfasst werden.

Psychologie als empirische Wissenschaft

Hypothesen und Theorien

zu Fragen entwerfen

mit Realität konfrontieren

also: Vergleich der gedanklichen Antwort auf Fragen mit in Realität vorfindbare Sachverhalten

2. Was ist Wissenschaft?

Ziel jeder wissenschaftlichen Tätigkeit = Generieren von beständigem Wissen

Erkenntnisse zu ihrem Gegenstandsbereich schaffen

Antworten auf Fragen geben

Alltagswissen vs. Wissenschaft

mögliche Fehler in Alltagspsychologie:

Fehler bei der Wahrnehmung, Erinnern, logischen Denken, Umgang mit Wahrscheinlichkeiten

Sprachgebrauch in Alltag und Wissenschaft

Uneindeutigkeit und Mehrdeutigkeit vs. Umgangssprache

Umgangssprache bildet logische Strukturen unpräzise

Präzisierung der Wissenschaftssprache durch

Einführung von Fachausdrücken

Operationalisierung von Merkmalen

Logisch eindeutige Formulierungen

Mathematische Gleichungen

Der alltagspsychologische Weg zur Erkenntnis

Überzeugungsstrategie bei Beantwortung sehr überzeugend, ohne Antwort unbedingt genau zu kennen

Berufung auf Autoritäten z.B. auf renommierten Professor zur Überzeugung anderer

Beispiele Reihe von Beispielen für bestimmten Sachverhalt, aber auch bei großer Anzahl Beispielen kein Beweis

Der wissenschaftliche Weg zur Erkenntnis

Aufgabe: zuverlässige und gültige Erkenntnisse generieren

Mit Hilfe der psychologischen Forschungsmethoden zuverlässige und gültige Untersuchungsergebnisse erzielen, um damit eindeutige und gesicherte Antworten auf Forschungsfragen zu geben

Psychologische Forschungsmethoden stellen Vorgehensweisen dar, mit deren Hilfe Antworten auf Fragen aus dem Gegenstandsbereich der Psychologie gegeben werden sollen

Definition Methode

Weg zu etwas hin, das wissenschaftliche Vorgehen bzw. auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren, das zur Erlangung von wissenschaftlichen Erkenntnissen dient

Vorgehen bzw. auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren, das zur Erlangung von wissenschaftlichen Erkenntnissen dient

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie

Unit 2: Wissenschaftstheorie, Basisziele wissenschaftlicher Tätigkeit, Theorien und Hypothesen

wissenschaftlicher Tätigkeit, Theorien und Hypothesen 1.1 Induktion vs. Deduktion • Annahme: Wirklichkeit
wissenschaftlicher Tätigkeit, Theorien und Hypothesen 1.1 Induktion vs. Deduktion • Annahme: Wirklichkeit

1.1 Induktion vs. Deduktion

Annahme: Wirklichkeit existiert unabhängig von uns nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten

o Wie können Gesetzmäßigkeiten erkannt werden?

Prinzip 1: aus Beobachtung folgt Erklärung (Induktion)

Prinzip 2: Erklärung basierend auf Beobachtung überprüft (Deduktion)

wissenschaftliche Methode = deduktive Methode

induktive Methode hat Probleme bei Prüfung theoretischer Annahmen

quantitative Methoden (Verwendung objektiv messenden Verfahren) eng verbunden mit deduktive Methode

qualitative Methoden (Verwendung sinnverstehende Verfahren) eng verbunden mit induktive Methode

1.2 wissenschaftstheoretische Ansätze

konventionelle Ansätze

Verfahren) eng verbunden mit induktive Methode 1.2 wissenschaftstheoretische Ansätze • konventionelle Ansätze

1.3

logischer Empirismus

alle Aussagen müssen auf Beobachtung zurückführbar sein

alle Theorien in formaler Sprache

zurückführbar sein • alle Theorien in formaler Sprache 1.4 kritischer Rationalismus (Karl Popper) •

1.4

kritischer Rationalismus (Karl Popper)

Falsifikationsprinzip

viele „fehlgeschlagene“ Falsifikationsversuche = gute Theorie

Theorien müssen Aussagen beinhalten, die falsifizierbar sind

 

¬

¬

H: Hypothese

B: Beobachtung

Wann T 2 besser als T 1 ?

o

T 2 erklärt alles, was T 1 erklärt

o

T 2 erklärt einiges, was T 1 nicht erklärt

o

T 2 erlaubt weitgehende Prüfungen

o

T 2 bewährt sich in diesen Prüfungen

1.5

Problematik der Falsifizierbarkeit

weitgehende Prüfungen o T 2 bewährt sich in diesen Prüfungen 1.5 Problematik der Falsifizierbarkeit

1.6

Historisch-soziologische Analyse (Kuhn)

Forschungsgemeinschaft und Paradigma

3 Phasen der Wissenschaft

o

Normalwissenschaft

o

Krise

o

Revolution

Ziel in Phase der Normalwissenschaft = Empirie und Theorie in Übereinstimmung bringen

durch wissenschaftliche Revolution bestehendes Paradigma durch neues ersetzen

1.7

Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme (Lakatos)

Wissenschaft als Kampf konkurrierender Forschungsprogramme

raffinierter Falsifikationismus stockt Theorie in einem Forschungsprogramm, setzt sich Konkurrenz durch

1.8

Wirklichkeit als Konstruktion

Kritik an Positivismus

Positiv = das Gegebene, Tatsächliche

Charakteristika des Positivismus:

Kritik an Positivismus • Positiv = das Gegebene, Tatsächliche • Charakteristika des Positivismus:

Konstruktivisten keine unabhängig von uns existierende Welt

Verwendung qualitativer Methoden

2. Basisziele wissenschaftlicher Tätigkeit in der Psychologie 2.1 Beschreiben

Grundlage jeder wissenschaftlichen Tätigkeit sorgfältiges Beschreiben

Beim Beschreiben Angaben über Erscheinungsformen und Merkmale von mindestens 1 Sachverhalt

o dies durch:

Benennen,

Ordnen und Klassifizieren

Definieren,

Angaben zu Häufigkeit bzw. Ausprägungsgrad

Operationalisierung Wie Konzept empirisch erfasst?

Zusammenhangsrelation

Wie Konzept empirisch erfasst? • Zusammenhangsrelation • Typische Methoden: Auszählen, Beobachten, Urteilen

Typische Methoden: Auszählen, Beobachten, Urteilen

2.2. Erklären

Feststellen von Kausalrelationen Veränderung im Sachverhalt A sind ursächlich für Veränderungen in Sachverhalt B

Erklärungen setzten mind. 2 Sachverhalten voraus

Erklärungen sind Angaben über Bedingungsverhältnisse von Sachverhalten

Methode: Experiment

2.3 Vorhersagen

Prognosen: vorwärtsgerichtete Erklärungen

Vorhersagen • Prognosen: vorwärtsgerichtete Erklärungen • Unterscheidung zwischen statistischer und individueller

Unterscheidung zwischen statistischer und individueller Prognose

je höher statistischer Prognosewert, desto höher auch individuelle Prognosewert

Bedingung für Vorhersagegenauigkeit:

o

Präzision der Beschreibung im Prognosemodell beteiligten Variablen

o

Adäquate Auswahl der Prädiktoren

o

Gewichtung der Prädiktoren gemäß ihrer empirischen Bedeutung

o

Zeitraum der Prognose

2.4 Verändern

Ziel: menschliches Erleben, Verhalten und Handeln verändern

Unterscheidung:

o

Beeinflussen und Verändern als Korrektur

o

Beeinflussen und Verändern als Förderung

o

Beeinflussen und Verändern als Prävention

3. Theorien und Hypothesen

3.1.

Woher kommen Theorien?

Systematische Suche nach Theorien

o

Einsatz qualitativer Methoden (z.B. Grounded Theory)

3.2.

von Theorien zu Hypothesen

Komplexitätsgrad von Theorien sehr variabel

Aus Theorien Hypothesen abgeleitet, deren Überprüfung Aufschluss über die Güte der Theorie gibt

Hypothesen sind vorläufige Antworten, die Forscher auf ihre Fragen geben

Vorgehensweise: Theorie Forschungshypothese Präzisierung der Hypothese (empirische Hypothese)

3.3. statistische Hypothesen

=weitere Formalisierung der Hypothesen

in Psychologie meist Bezug auf Populationsparameter

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie Unit 3: Messen und Testen

Forschungsmethoden der Psychologie Unit 3: Messen und Testen Was ist Messen? • Überprüfen von Hypothesen durch
Forschungsmethoden der Psychologie Unit 3: Messen und Testen Was ist Messen? • Überprüfen von Hypothesen durch

Was ist Messen?

Überprüfen von Hypothesen durch die empirischen Daten einer Stichprobe

Statistische Datenauswertung basiert auf Zahlen

o Zahlen = präziser

Merkmale müssen in Zahlen übertragen werden

Messen

Messen = besteht in Zuordnung von Zahlen zu Objekten oder Personen

Kontra

Pro

menschliche Psyche zu komplex, um auf Zahlen reduzieren zu können

nicht der Mensch als Ganzes, sondern nur kleine Ausschnitte werden betrachtet

Zahlen müssen nicht die gesamten Infos des Merkmals wiedergeben

Was meint Informationen?

Aussagen über Ausprägung von Merkmale können unterschiedlich spezifisch sein

Beispiel: Länge zweier Stöcke:

o

Rot ist doppelt so lang wie Grün.

o

Rot ist um zwei Meter länger als Grün.

o

Rot ist größer als Grün

o

Rot und Grün sind verschieden lang

Extraversion ≈ Neigung zur Geselligkeit

Beispiel: Klaus: E=4, Peter: E=2

o

Klaus ist doppelt so extravertiert wie Peter. NEIN

o

Klaus ist um zwei Einheiten extravertierter als Peter. JA/NEIN

o

Klaus ist extravertierter als Peter. JA

o

Klaus und Peter sind unterschiedlich extravertiert. JA

Wichtig! Zahlen sind nicht gleich Zahlen!

o Messung, bzw. die Messwerte der Extraversion und Länge enthalten verschiedene Informationsmengen

Messniveau (Skalenniveau)

o je nachdem, wie viel, bzw. welche Information die Zahlen repräsentieren, werden mehrere Messniveaus unterschieden

psychologische Variablen haben meist ein niedriges Messniveau als z.B. physikalische Variablen

Aber: Auch mit weniger Information lässt sich gut arbeiten!

Messtheorie

Ausgangspunkt Empirie

ein empirisches Relativ besteht aus einer Menge von Objekten und einer oder mehreren beobachtbaren Relationen zwischen diesen Objekten

Objekte: z.B. Ihre Kohorte Semester

Relationen („Infos“): Beziehungen zwischen Objekten in Hinblick auf ein Merkmal, z.B. Größe

o

Äquivalenzrelation (gekennzeichnet mit ~ ): Verschiedene Objekte sind hinsichtlich eines Merkmals gleich (oder nicht gleich)

o

oder Ordnungsrelation (gekennzeichnet mit ): Merkmal ist bei einem Objekt stärker ausgeprägt als bei einem anderen Objekt

Ziel: Zahlen

numerisches Relativ besteht aus einer Menge von Zahlen und einer bestimmten Anzahl an definierten Relationen zwischen diesen Zahlen

o

Gleichheitsrelation ( =)

o

Größer-Kleiner-Relation (>)

Problem: Wie ordnet man den Objekten des empirischen Relativs die

Zahlen des numerischen Relativs zu?

Kriterium der Zuordnung

Homomorphe Abbildung

Abbildung = Funktion

o Ordnet jedem Objekt genau eine Zahl zu

Homomorph = Strukturerhaltend

o Die Relation zwischen den Zahlen entsprechen den Relationen zwischen den Objekten

Formale Definition: Messen ist eine homomorphe Abbildung eines empirischen Relativs in ein numerisches Relativ.

Ergebnis einer homomorphen Abbildung

Skala: numerisches Relativ, das bei einer homomorphen Abbildung des empirischen Relativs entsteht

Erschöpfendes System einander ausschließender Äquivalenzklassen

o

jedes Element kann einer Klasse zugeordnet werden (erschöpfend)

o

ein Element kann nicht gleichzeitig mehreren Klassen angehören (einander ausschließend)

o Äquivalenzklassen: Klasse von Objekten, die man hinsichtlich bestimmter Merkmalsausprägungen (z.B. Geschlecht) als gleich betrachtet (z.B. Frauen)

(z.B. Geschlecht) als gleich betrachtet (z.B. Frauen) Messtheoretische Probleme • Repräsentationsproblem o

Messtheoretische Probleme

Repräsentationsproblem

o ist ein Merkmal überhaupt messbar, bzw. homomorph abbildbar? Unter welchen Bedingungen trägt die Skala welche Informationen?

Eindeutigkeitsproblem

o wie flexibel bzw. eindeutig festgelegt ist die Skala?

Bedeutsamkeitsproblem

o welche Analysen bzw. mathematischen Operationen sind bei einer Skala möglich?

Repräsentationsproblem:

o

nicht jedes empirische Relativ lässt sich einfach in einem numerischen Relativ strukturerhaltend abbilden!

o

Bsp.: Spielstärke von Fußballmannschaften (A, B und C)

A hat gegen B gewonnen

B hat gegen C gewonnen

A trägt anscheinend die höchste Ausprägung des Merkmals Spielstärke und sollte daher die höchste Zahl zugewiesen bekommen

Aber: Was, wenn A gegen C verloren hat?

o

Für die Abbildung des empirischen Relativs müssen bestimmt Axiome gelten

o

Bsp.: Ordnungsrelation

Transitivität: Wenn A B und B C, dann A C

Gilt Transitivität nicht, dann kann die Ordnungsrelation des empirischen Relativs nicht im numerischen Relativ abgebildet werden

o

in Abhängigkeit der Gültigkeit verschiedener Axiome können verschiedene Relationen abgebildet werden

o

es gilt: je spezifischer die Relation, desto mehr Axiome müsse gelten

Spezifischere Relationen (z.B. Ordnung) erfordern jeweils auch die Gültigkeit der Axiome für weniger spezifische Relationen (z.B. Äquivalenz)

Bsp: damit eine Ordnungsrelation abgebildet werden kann, müssen auch die Axiome der Äquivalenzrelation gültig sein verschiedene Skalenniveaus (Messniveaus)

Nominalskala:

 

o

unterstes Skalenniveau qualitativ

o

es wird nur die Äquivalenzrelation abgebildet

 

gleiche Ausprägung bekommen gleiche Zahlen, verschiedene Ausprägungen unterschiedliche Zahlen

 

o

Beispiele:

 

Skala für die Religion: atheistisch = 1, evangelisch = 2, römisch-katholisch = 3, muslimisch = 4, sonstiges = 5

Skala für das Geschlecht: männlich = 1, weiblich = 2

Ordinalskala:

 
 

o

qualitativ

o

Nominalskala plus Ordnungsrelation

 

gleiche Ausprägung bekommen gleiche Zahlen, verschiedene Ausprägungen unterschiedliche Zahlen

kleinere Ausprägungen bekommen kleinere Zahlen, vice versa

 

o

Beispiel:

 

Skala für den Bildungsgrad der Mutter: kein Schulabschluss = 1, Hauptschulabschluss = 2, Mittlere Reife = 3, Abitur = 4, abgeschlossenes Studium = 5

Intervallskala:

 

o

Quantitativ

o

Ordinalskala plus Ordnungsrelation der Unterschiede zwischen Ausprägungen

gleiche Ausprägungen bekommen gleiche Zahlen, verschiedene Ausprägungen unterschiedliche Zahlen

und kleinere Ausprägungen bekommen kleinere Zahlen, vice versa

unterscheiden sich zwei Ausprägungen stärker als zwei andere Ausprägungen, so müssen die zugeordneten Zahlen eine größere Differenz ergeben

o Beispiele: Celsius Temperaturskala, Fragebogen

o Beispiele: Celsius – Temperaturskala, Fragebogen • Aber! Sind starke Ablehnung und Ablehnung genauso

Aber! Sind starke Ablehnung und Ablehnung genauso weit voneinander entfernt wie Ablehnung und Neutral?

Verhältnisskala:

o

Quantitativ

o

Intervallskala plus Verknüpfungsrelation

gleiche Ausprägungen bekommen gleiche Zahlen, verschiedene Ausprägungen unterschiedliche Zahlen

und kleinere Ausprägungen bekommen kleinere Zahlen, v.v.

unterscheiden sich zwei Ausprägungen stärker als zwei andere Ausprägungen, so müssen die Zahlen eine

 

größere Differenz ergeben, v.v.

 

entspricht eine Ausprägung der Verknüpfung zweier anderer Ausprägungen, so muss die zugeordnete Zahl der Addition der beiden anderen entsprechen

o

Verhältnisskala entspricht einer Intervallskala mit einem festen Nullpunkt

fester Nullpunkt erlaubt Aussagen über Verhältnisse

o

Beispiele:

Länge

Gewicht

Kelvin-Temperaturskala

Absolutskala:

o

Höchste quantitative Skala

o

Verhältnisskala plus natürliche Einheit

gleiche Ausprägungen bekommen gleiche Zahlen, verschiedene Ausprägungen unterschiedliche Zahlen

und kleinere Ausprägungen bekommen kleinere Zahlen, v.v.

unterscheiden sich zwei Ausprägungen stärker als zwei andere Ausprägungen, so müssen die Zahlen eine größere Differenz ergeben, v.v.

entspricht eine Ausprägung der Verknüpfung zweier anderer Ausprägungen, so muss die zugeordnete Zahl der Addition der beiden anderen entsprechen

einer Ausprägung wird diejenige Zahl zugeordnet, die der Menge, bzw. der Anzahl der natürlichen Einheiten entspricht

Eindeutigkeitsproblem:

o

abgesehen von der Absolutskala, ist die Zuordnung der Zahlen durch die Axiome eingeschränkt, aber nicht festgelegt

o

Beispiel: Wettrennen

Objekte

 

Zahlen

A

1

0

-5

B

2

60

87

C

3

100

88

D

4

1000

109

im Sinne einer Ordinalskala wären alle drei Zuordnungen identisch

o Beispiel: Gewicht

Objekte

 

Zahlen

A

1

1000

100000

B

2

2000

200000

C

3

3000

300000

D

4

4000

400000

im Sinne einer Verhältnisskala wären auch hier die Zuordnungen identisch

o verschiedene Einheiten: Kg, g, mg

verglichen mit der Ordinalskala gibt es aber weniger Freiraum

Eindeutigkeit einer Skala wird praktisch negativ über die Menge der erlaubten Transformationen bestimmt

Erlaubte Transformationen: Umrechnung der ursprünglichen Skalenwerte, die die Eigenschaften der Abbildung nicht verändert

Skala

Erlaubte

Bedingung

Transformation

Nominal

alle ein-eindeutigen Fkt.

gleiche Zahlen gleich, verschiedene verschieden, alles andere egal

Ordinal

alle monoton steigenden Fkt.

Reihenfolge muss erhalten bleiben

Intervall

alle linearen Fkt. y= ax+b

alle Werte müssen gleichartig verändert, damit die Ordnung der Abstände gleich bleibt

Verhältnis

alle proportionalen Fkt. y= ax

wie Intervall, nur ohne Verschiebung des Nullpunktes

Absolut

keine

Zahlen sind natürlich festgelegt

Bedeutsamkeitsproblem:

o

Zahlen nicht gleich Zahlen!

o

in Abhängigkeit des Skalenniveaus nur bestimmte Aussagen sinnvoll

o

nur bestimmte mathematische Operationen sinnvoll

o

Bsp.: Addieren einer dichotomen Variable wie Geschlecht (1 = Frau, 2= Mann) möglich, aber nicht sinnvoll

o

Verrechnung nur sinnvoll invariant gegenüber zulässigen Transformationen

o

Bsp.: Mittelwert: mindestens Intervallskalenniveau

Objekte

Zahlen

 

x

ln(x)

sqrt(x)

2*x+2

11*x

monoton

monoton

linear

proportional

steigend

steigend

(Wurzel)

A

1

0

1

4

11

B

2

0,69

1,41

6

22

C

3

1,09

1,73

8

33

Mittelwert

2

0,59

1,38

6

22

o

Konsequenz: unterschiedliche statistische Analysen setzen unterschiedliche Skalenniveaus voraus

o

Entscheidend, welches Skalenniveau vorliegt

o

Problem: Axiome der Skalenniveaus schwer überprüfbar

o

Messung: per fiat

o

Bsp.: Notendurchschnitt einer Klausur

Gütekriterien

Objektivität:

o

Grad der Unabhängigkeit des Testergebnisses vom Testleiter, vom Testauswerter, … Feststellbar durch Übereinstimmung zwischen unterschiedlichen Untersuchern

o

Durchführungsobjektivität

Unabhängigkeit vom Verhalten des Versuchsleiters

 

Standardisierung der Instruktion und Testdurchführung

o

Auswertungsobjektivität

Unabhängigkeit vom Testauswerter

 

geschlossenes Antwortformat mit algorithmischer Auswertung

o

Interpretationsobjektivität

Unabhängigkeit der Schlussfolgerung aus Testergebnis

relative Einordnung anhand von Normwerten

Reliabilität:

o

Die Reliabilität eines Tests ist der Anteil der wahren Varianz (Varianz der wahren Werte) an der Gesamtvarianz der Testwerte in einer Population.

o

Grad der Präzision mit dem einen Test ein Merkmal misst, unabhängig, welches Merkmal er erfasst

o

Test reliabel, wenn er das Merkmal exakt (ohne Fehler) misst

o

Methoden zur Bestimmung:

Paralleltest-Reliabilität: Reproduzierbarkeit des Testergebnisses durch anderen Test

Retest-Reliabilität: Reproduzierbarkeit des Testergebnisses durch Wiederholung

Testhalbierung: Reproduzierbarkeit des Testergebnisses zwischen Testhälften (split-half-Methode)

Interne Konsistenz: Konsistenz multipler Testteile (Cronbach’s α)

Validität:

o

Grad der Aussagefähigkeit des Merkmals, das gemessen wird

o

Test gilt als valide, wenn er wirklich das Merkmal misst und nicht ein anderes

o

Validitätsaspekte:

Inhaltliche Validität: Testitems bilden repräsentative Auswahl aus Verhaltenskriterien

Kriteriumsvalidität: aus Verhalten einer Testperson in der Testsituation kann erfolgreich auf ein Kriterium außerhalb der Testsituation geschlossen werden

Konstruktvalidität: theoretische Einbettung und empirische Prüfung des Testverhaltens anhand eines nomologischen Netzwerks

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie

Unit 4: Forschungsethik

Forschungsmethoden der Psychologie Unit 4: Forschungsethik ethische Probleme psychologischer Untersuchungen •
Forschungsmethoden der Psychologie Unit 4: Forschungsethik ethische Probleme psychologischer Untersuchungen •

ethische Probleme psychologischer Untersuchungen

Gegenstand der Psychologie ist das Erleben und Verhalten des Menschen + empirische Wissenschaft = Untersuchung am Menschen

Mögliche ethische Probleme

o

Verletzung der psychischen und/oder physischen Unversehrtheit und Integrität

o

fehlende Transparenz der Untersuchungssituation

o

Vorhandensein von Täuschungen

o

unfreiwillige Untersuchungsteilnahme

o

mangelnde Vertraulichkeit der Untersuchungsergebnisse

Beispiel Milgram-Studie

„Obedience to authority“ 1974

Studie in Buch zusammengefasst

Lehrer-Schüler-Paradigma

Versuchsperson immer Rolle des Lehrers

Täuschung, dass es 2 Versuchspersonen gibt

Aufgabe: Schüler bestrafen (mit Elektroschocks), wenn Fehler gemacht wurde

eigentliches Ziel: Wie autoritätsgehorsam sind die Menschen?

Ziel: Wie autoritätsgehorsam sind die Menschen? Beispiel: Stanford Prison Experiment • Haney, Banks und

Beispiel: Stanford Prison Experiment

Haney, Banks und Zimbardo 1973

Welche Konsequenzen hat Anonymität für die Menschen?

Versuchspersonen entweder Wärter oder Gefangene

Ethische Prinzipien bei der Planung und Durchführung von Untersuchungen

Prinzip 1: Gewährleistung der psychischen und physischen Unversehrtheit und Integrität der Teilnehmer

o

Wahrung der Intimsphäre

o

Vermeidung starker psychischer Belastung und physischer Gefährdung der Probanden

Prinzip 2: Transparenz über Anlass und Ablauf der Untersuchung

o

Durchschaubarkeit der Untersuchungssituation und Fragestellung

o

Notwendige Bedingung für eine fundierte Entscheidung über Teilnahme oder Nichtteilnahme

Prinzip 3: Vermeidung von Täuschung

o

Täuschung sollte wenn möglich vermieden werden

o

nur in begründeten Ausnahmen kann Täuschung angewandt werden

o

sorgfältige Koste-Nutzen-Abwägung sollte vorausgehen

Prinzip 4: Freiwilligkeit der Teilnahme

o

Jede Untersuchungsteilnahme ist freiwillig

o

Rolle von Versuchspersonenstunden?

Prinzip 5: Vertraulichkeit der Untersuchungsergebnisse

o

Vollständige Anonymität der Untersuchungsteilnehmer

o

Keine Weitergabe persönlicher Infos an Dritte

Prinzip 6: vollständige Aufklärung der Versuchspersonen

o

Versuchspersonen müssen nach Untersuchungsdurchführung aufgeklärt werden

o

Versprochene Vergütung (Geld, Versuchspersonenstunden) muss erfolgen

Prinzip 7: Vertrag über Rechte und Pflichten

o

Hinweis auf Möglichkeit zum Abbruch

o

Hinweis auf Pflichten der Versuchsperson

o

Auf Aufklärung basierende Einwilligung („informed consent“)

o

Ein vollständiger „informed consent“ basiert auf

Wissen über Art und Umfang der Untersuchung

Einsicht in den Sinn und Zweck der Untersuchung

Wissen um potenzielle Risiken und „Nebenwirkungen“

Wissen um Rechte und Pflichten der Beteiligten

der Form und Höhe der Entlohnung für die Teilnahme

indirekten Faktoren (Verhältnis von Versuchsleiter zu Versuchsperson; „Bedürftigkeit“ der Versuchsperson; „Bedürftigkeit“ des Versuchsleiters etc.)

o

Die Abbruchmöglichkeit

muss bedingungslos und jederzeit gegeben sein

darf keine Konsequenzen für die Person haben.

o

Sinnvolle Maßnahmen vor der Durchführung

Vorab: Information der Vpn darüber, dass nicht alle Details der Untersuchung von Anfang an bekannt gegeben werden können.

Schadlosigkeit, Anonymität, Freiwilligkeit der Teilnahme und Abbruchmöglichkeit garantieren.

Einverständnis über den Verzicht auf vollständige Aufklärung vor der Untersuchung einholen.

o

Sinnvolle Maßnahmen im Anschluss

Umfassende Aufklärung der Versuchspersonen unmittelbar im Anschluss an die Untersuchung.

Problematisieren des ethischen Dilemmas in einem anschließenden Gespräch; Einsicht in den Sinn der Täuschung vermitteln.

„Postexperimentelles Interview“: Kurze Reflexion über die Untersuchung, die Forschungsfrage, das

methodische Vorgehen und den Aufbau der Untersuchung; Frage nach kritischen Situationen, Verdachtsmomenten, subjektiven Hypothesen

Beheben unerwünschter Nachwirkungen (z.B. Herstellen positiver Stimmung).

Institutionelle Maßnahmen

Einrichtung von Ethikkommissionen

Ethikrichtlinien der DGPs und des BDP

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie

Unit 5: Quantitative Forschungsmethoden

der Psychologie Unit 5: Quantitative Forschungsmethoden Systematik psychologischer Methoden Quantitative und
der Psychologie Unit 5: Quantitative Forschungsmethoden Systematik psychologischer Methoden Quantitative und

Systematik psychologischer Methoden

Quantitative und qualitative Methoden

„Unter qualitativer Forschung, in deren Rahmen die qualitativen Methoden zur Anwendung kommen, verstehen die Sozialwissenschaften eine sinnverstehende, interpretative wissenschaftliche Verfahrensweise bei der Erhebung und Aufbereitung sozial relevanter Daten.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 20)

„Die quantitativen Methoden werden im Rahmen der quantitativen Forschung eingesetzt und repräsentieren eine Vorgehensweise zur numerischen Darstellung empirischer Sachverhalte.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 20)

Historisch begründbare Entwicklungen der beiden Ansätze

Methodenstreit in der Psychologie

Ziel sollte sein: für jeweilige Fragestellungen angemessene Methoden

Für beide Ansätze unterschiedliche Gütekriterien

Methoden im Forschungsprozess

Methodenklasse

Quantitativer Ansatz

Qualitativer Ansatz

Forschungsansatz

(Labor-) Experiment Quasiexperiment Korrelationsstudie Metaanalyse

Deskriptive Feldforschung Handlungsforschung biografische Methode gegenstandsbezogene Theoriebildung

(Forschungsdesign)

(Daten-)

Beobachten

Interview

Erhebungsmethoden

Zählen

Struktur-Lege-Verfahren

Urteilen

Gruppendiskussion

Testen

Teilnehmendes

Beobachten

(Daten-)

Beschreibende Methoden Schlussfolgernde Methoden Multivariate Methoden Modelltests

Inhaltsanalyse

Analysemethoden

Hermeneutik

Semiotik

Diskursanalyse

Methoden am Rand des Forschungskontexts

Diagnostik

o „Die psychologische Diagnostik repräsentiert Vorgehensweisen, welche eine Erfassung von Charakteristika von Personen, Personengruppen, Institutionen, Situationen etc. zur Folge haben. Die Erfassung und Gewinnung von Charakteristika erfolgt zielgerichtet und systematisch mit wissenschaftlich fundierten Methoden, wie Testverfahren, Fragebogen, Verhaltensbeobachtungen und Anamnesen. Mit der Diagnostik wird das Ziel verfolgt, Erkenntnisse über die Merkmalsträger (Probanden, Klienten, Patienten) zu gewinnen und für eine Entscheidung über eine nachfolgende Maßnahme, wie Beratung, Therapie, Training etc., zu nutzen.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 28)

Evaluation

o „Evaluation(Evaluierung) ist in der allgemeinen Bedeutung des Begriffs die Beschreibung, Analyse und Bewertung von Prozessen und Organisationseinheiten, insbesondere im Bildungsbereich, in den Bereichen Gesundheit und Entwicklungshilfe, der Verwaltung oder der Wirtschaft. Evaluation kann sich sowohl auf den Kontext (Voraussetzungen, Rahmenbedingungen), die Struktur, den Prozess als auch auf das Ergebnis (Produkt) beziehen.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 29)

Übersicht über quantitative Methoden

Quantitative Methoden 1 Besonderheiten psychologischer Erhebungen • Ziel: Erhebung quantitativer Infos • Gegenstand:

Quantitative Methoden 1 Besonderheiten psychologischer Erhebungen

Ziel: Erhebung quantitativer Infos

Gegenstand: meist nicht direkt beobachtbare Phänomene

o Input ? Output

Kann untersuchte Person reliabel und valide Auskunft geben über

die interessierenden Prozesse?

o

Ja: Befragung

o

Nein: alternative Methoden (z.B. Beobachtung, biopsychologische Verfahren)

Reaktivität

o

„Reaktivitätbei psychologischen Datenerhebungen bedeutet die Veränderung bzw. Verzerrung der erhobenen Daten schon aufgrund der Kenntnis der untersuchten Personen darüber, dass sie Gegenstand einer Untersuchung sind. Aufgrund von Reaktivität verändert sich die Beschaffenheit des zu erforschenden Gegenstands.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 57)

o

Bsp: Hawthorne-Effekt

Maßnahmen zur Reduzierung von Reaktivität

• Maßnahmen zur Reduzierung von Reaktivität Quantitative Methoden 2 Beobachtung • „Wissenschaftliche Beobachtung

Quantitative Methoden 2

Beobachtung

„Wissenschaftliche Beobachtung ist die systematische und regelgeleitete Registrierung des Auftretens bzw. der Ausprägung von ausgewählten, psychologisch relevanten Merkmalen oder Ereignissen.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 62)

Verhaltensbeobachtung:

o

Selbst-vs. Fremdbeobachtung

o

Beobachtung experimentell stimulierten Verhaltens vs. Beobachtung aus dem „natürlichen Verhaltensstrom“

o

Verdeckte vs. offene Beobachtung

o

Teilnehmende vs. nicht-teilnehmende Beobachtung

o

Direkte vs. indirekte (z.B. videografierte) Beobachtung

o

Feld-vs. Laborbeobachtung

o

Zeitgesteuerte („time-sampling“) vs. ereignisgesteuerte („event-sampling“) Beobachtung

o

Mikroanalytische (Auswertung auf Stimulusebene, objektivierbar) vs. makroanalytische (Auswertung auf der Ebene von Gesamteindrücken) Beobachtung

Beobachtungssystem

• Beobachtungssystem • Reaktive vs. nicht-reaktive Messungen: o Reaktive Messungen sind dadurch gekennzeichnet,

Reaktive vs. nicht-reaktive Messungen:

o

Reaktive Messungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sich die beobachtete Person ihres Verhaltens und der Tatsache, dass ihr Verhalten von anderen (z.B. dem Versuchsleiter) beobachtet wird, bewusst ist.

o

Nicht-reaktive Messungen sind dadurch gekennzeichnet, dass der Messvorgang selbst das Verhalten nicht beeinflusst („unobtrusive Messung“; Webb et al., 1966).

o

Beispiele für nicht-reaktive Messungen:

Verhaltensspuren (z.B. Abnutzung eines Seifenspenders, Händeabdrücke auf der Schaufensterscheibe)

Archivdaten (z.B. Klassenbucheinträge)

Persönliche Profile auf Facebook (Selbstdarstellung)

Probleme:

o

Evtl. eingeschränkte Objektivität (v.a. bei makroanalytischer Beobachtung)

o

Beobachterfehler: z.B.

Stimmung

„Halo-Effekt“

Primacy-oder Recency-Effekt

Erwartungseffekte

Assimilations-oder Kontrasteffekte

o

Reaktivität (bei offener, teilnehmender Beobachtung); auch im

Labor („soziale Erwünschtheit“)

o

Zeit-und Kostenaufwand (Beobachterschulung, Codierung, Prüfung der

o

Beobachterübereinstimmung, ggf. Anpassung des Kategoriensystems, Auswertung)

Befragung

Selbstbericht über nicht direkt beobachtbare psychische Prozesse

und Strukturen (z.B. Einstellungen, Gefühle, Denkprozesse, Motive, Erinnerungen)

Selbstauskünfte beinhalten drei elementare kognitive Prozesse

o

Interpretation der Frage

o

Bildung eines Urteils

o

Übersetzung in eine kommunizierte Auskunft

Selbstbericht als intentionaler Kommunikationsakt

Unterscheidungskriterien von Befragungen

o

Schriftliche vs. mündliche Befragung: Fragebogen vs. Interview

o

Grad der Standardisierung

Offene vs. geschlossene Fragen

Offene vs. geschlossene Antworten

o

Grad der Strukturierung

Strukturiert vs. halbstrukturiert vs. nichtstrukturiert

o

Anzahl der Befragten

Gruppen-vs. Einzelbefragung

Grundbaustein eines Fragebogens

o

Frage/Aussage in einem Fragebogen = Item

o

Item: „Ein Item ist eine als Frage oder als Urteil formulierte Aussage, zu der die befragte Person ihre Zustimmung oder Ablehnung ggf. in unterschiedlicher Intensität äußern kann.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013)

o

Aspekte bei der Formulierung von Items

Einfache Formulierung und gute Verständlichkeit

Keine zu hohen Anforderungen an die mentale und kognitive

Leistungsfähigkeit der Befragten

Adressatenorientierte Formulierung

Keine Verneinung in den Fragen

Keine überfrachteten Fragen

Keine „ForcedChoice“ bei unabhängig beantwortbarenAspekten

Keine Fragen, die die Befragten sehr ähnlich beantworten

Einsatz mehrere Items zur Beantwortung einer Frage (Messung eines Konstrukts)

Beachtung der Ausgewogenheit in der Reihenfolge der Fragen

Klare und informative Konstruktion

Varianten schriftlicher Befragungen

o Ratings: Beurteilungen auf Skalen

Befragungen o Ratings: Beurteilungen auf Skalen o Quantitative Daten auf Intervallskalenniveau o

o

Quantitative Daten auf Intervallskalenniveau

o

Hohe Augenscheinvalidität

Varianten schriftlicher Befragungen

o Semantisches Differenzial

Varianten schriftlicher Befragungen o Semantisches Differenzial • Befragung: Fehlermöglichkeiten und Gegenmaßnahmen

Befragung: Fehlermöglichkeiten und Gegenmaßnahmen

o Motivierte Verzerrungen, abhängig vom Inhalt

Selbstdarstellungstendenz, Selbsttäuschung

Unmotivierte Verzerrungen, abhängig vom Inhalt

o Messfehler durch soziale Vergleichsprozesse, Verankerungseffekte, Verfügbarkeitsheuristik; falsche bzw. mangelhafte Repräsentation des zu messenden Merkmals

Unmotivierte Verzerrungen, unabhängig vom Inhalt

o „Ja-Sage-Tendenz“ bzw. „Nein-Sage-Tendenz“, Tendenz zur Mitte, Tendenz zu den Extremen

Testen

„Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch unterscheidbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst genauen quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung. Ein Test besteht in der Regel aus mehreren Aufgaben oder Fragen (Items), die von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten oder Eigenschaften unterschiedlich gelöst bzw. beantwortet werden. In einem abstrakteren methodischen Sinn wird ein Test auch als eine standardisierte Verhaltensstichprobe definiert, die aus Antworten auf eine Mehrzahl von Items besteht. Aus den Antworten wird der Testwert der untersuchten Person aggregiert.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 81)

Arten von Tests

o

Leistungstests

Lösung von Problemen oder Testaufgaben

Speed-Tests vs. Power-Tests

Bsp.: d2 Aufmerksamkeits-Belastungs-Test (Brickenkamp, 1994)

o

Persönlichkeitsfragebögen

Selbstauskünfte zu Verhaltensaspekten von Persönlichkeitsmerkmalen

Bsp.: NEO-FFI (Borkenau & Ostendorf, 1993)

Konstruktion von Tests und Fragebögen

o Klassische und probabilistische (die Wahrscheinlichkeit berücksichtigend) Testtheorie

(die Wahrscheinlichkeit berücksichtigend) Testtheorie Quantitative Methoden 3 Biopsychologische und

Quantitative Methoden 3 Biopsychologische und neurowissenschaftliche Messungen

Messungen außerhalb des ZNS

Messungen von Indikatoren der Aktivität des ZNS

Vor- und Nachteile biopsychologischer Messungen

Grundannahme:

Implizite Annahme: Biopsychologische und neurowissenschaftliche Methoden sind objektiv und nicht willentlich kontrollierbar; die so gemessenen Prozesse stellen die kausalen Vorläufer von Verhalten dar.

Interpretation biopsychologischer Messungen bedarf einer angemessenen psychologischen Theorie

Nichtinvasive versus invasive Methoden

Messungen außerhalb des ZNS:

Elektrodermale Aktivität:

o

Hautleitfähigkeit zur Messung von emotionalen Zuständen

o

Elektromyogramm als Indikator für An- und Entspannung

o

Elektrookulogramm, Eyetracker, Lidschlag, Pupillendurchmesser

Aktivität des Herz-Kreislauf-Systems

o Messung mit Hilfe Elektrokardiogramms

Relevante Parameter sind die Herzrate und die Herzratenvariabilität

Indikatoren für Stress, emotionale Zustände und depressive Zustände

o

Hormonsystem: Kortisol (Speichelprobe) als Indikator für

Stress

o

Immunsystem: Antikörper und Immunglobulin (Speichelprobe) als Indikator für allgemeine Erschöpfung

o

Studie von Carnagey, Anderson & Bushman (2007) mit N= 257 Studierenden aus USA

Personen, die ein gewalthaltiges Spiel gespielt hatten, reagierten die Personen auf filmisch dargebotene Gewaltdarstellungen mit schwächerer physiologischer Erregung

mit schwächerer physiologischer Erregung Messungen von Indikatoren der Aktivität des ZNS •

Messungen von Indikatoren der Aktivität des ZNS

Verfahren zur Aufzeichnung von elektrischen Potenzialen (EEG)

evozierte Potenziale (auch ereigniskorrelierte Potenziale) ermöglichen Rückschlüsse auf Gehirnaktivität

o evozierte Potenziale = kurzzeitige Reaktionen auf innere und äußere Reize, die komplexen Verlauf mit interpretierbaren Höhe- und Tiefpunkten aufweisen

sensorisch evozierte (Wahrnehmung eines Sinnesreizes), motorisch evozierte (Ausführung einer Bewegung) und endogen evozierte (mentale Beschäftigung) Potenziale

lokale Maxima und Minima psychologisch relevant

Studie von Bartholow, Bushman & Sestir 2006, N= 39 Studenten USA

o

Vielspieler gewalthaltiger Videospiele zeigen bei Gewaltdarstellungen (Fotos) ein schwächeres „ereigniskorreliertes Potenzial“ (Hier P300 als Maß für die affektive Reagibilität)

(Hier P300 als Maß für die affektive Reagibilität) • Bildgebene Verfahren ermöglichen Darstellung der

Bildgebene Verfahren ermöglichen Darstellung der Struktur und Funktion des Gehirns in Gesamtheit

o radiologische (z.B. CT) und Magnetresonanzverfahren (z.B. fMRT)

Vor- und Nachteile biopsychologischer Messungen

Vorteile

Nachteile

Erkenntniserweiterung (Interaktionen und Prozesse zwischen Physiologie, Kognition, Emotion, Verhalten)

Schwierigkeiten bei der Datenaufbereitung

Geringe Beeinflussbarkeit

Z.T. großer Aufwand, wenig Versuchspersonen

 

Fragliche Validität der gemessenen Merkmale

 

Korrelat von Erleben und Verhalten, keine Erklärung

 

Gefahr von Messartefakten (z.B. im EEG)

Quantitative Methoden 4 Möglichkeiten und Vorteile/Risiken und Nachteile der Datenerhebung im Internet

Vorteile:

Steigerung der Effizienz und Erleichterung der Datenerhebung

o

Erhebung großer Stichproben in kurzer Zeit

o

Vollautomatisierte Datenerhebung

o

Zugriff auf heterogenere Stichproben

o

Höhere Motivation der Teilnehmer und größere Freiwilligkeit der Teilnahme

o

Höhere Transparenz und Überprüfbarkeit

Eröffnung neuartiger Forschungsmöglichkeiten und -themen

o

Erweiterung des Gegenstandsbereichs

o

Verringerung des Reaktivitätsproblems

o

Erreichbarkeit von Stichproben mit hochspezifischen Merkmalen

Nachteile:

Gefährdung der Güte der Untersuchung

o

Verringerung der Repräsentativität der Stichproben und der Generalisierbarkeit der Befunde

o

Erschwerte Kontrolle über die Bedingungen der Datenerhebung

Forschungsethische Risiken

o

Erschwerte Prüfung der Identifizierbarkeit

o

Erschwerter Schutz der Teilnehmenden

o

Erschwerte Überprüfung des Verständnisses wichtiger Informationen

Hinweise zur Forschung im Internet

Sorgfältige Vortestung des Versuchsmaterials

Erhebung großer (größerer) Stichproben und explorative Datenanalyse

Verhinderung mehrfacher Teilnahme

Sicherstellung der Bereitschaft und Ernsthaftigkeit der Teilnahme

Strenge Prüfung der Anonymität und Vertraulichkeit der Daten

Spezielle Abstimmung von Schutzmaßnahmen auf potenzielle Risiken

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie

Unit 6: Überprüfen von Kausalhypothesen

der Psychologie Unit 6: Überprüfen von Kausalhypothesen Kausalitätsbedingungen Kausalhypothesen • Hypothese: Je
der Psychologie Unit 6: Überprüfen von Kausalhypothesen Kausalitätsbedingungen Kausalhypothesen • Hypothese: Je

Kausalitätsbedingungen

Kausalhypothesen

Hypothese: Je gewaltiger ein konsumiertes Computerspiel, desto stärker die Agressionsneigung Kausalität: WEIL Spiel gewalthaltig ist, verhält man sich aggressiver

Gewalthaltigkeit Aggression
Gewalthaltigkeit
Aggression
UV AV
UV
AV

Die zu erklärende Variable heißt abhängige Variable (AV). Die zur Erklärung herangezogenen Variablen heißen unabhängige Variablen (UV)

Bedingung für Kausalität (bzw. hohe interne Validität)

Kausale Interpretationen im Sinne der internen Validität sind nur dann gerechtfertigt, wenn drei Bedingungen erfüllt sind:

o Kovariation: es liegt eine Kovariation von UV und AV vor

o

Zeitliche Vorgeordnetheit (Präzedenz): Variation in der UV ist eher aufgetreten als die Variation in der AV

o

Ausschluss von Alternativerklärungen durch Drittvariablen:

Kovariation zw. UV und AV ist nicht durch Drittvariablen zu erklären, die sowohl die UV als auch die AV beeinflussen

Variation in der unabhängigen Variablen Ausgangspunkt zur Unterscheidung von Forschungsansätzen

Variation in der UV kann entweder natürlich sein oder induziert bzw. künstlich hergestellt werden

a) Natürliche Variation

Korrelativer Forschungsansatz

Typische Hypothesenform: „Je-desto“

Statistischer Kennwert: Korrelation zwischen UV und AV

b) Induzierte bzw. künstlich hergestellte Variation

Experimenteller und Quasi-experimenteller Forschungsansatz

Typische Hypothesenform: „Wenn-dann“

Statistische Kennwert: Differenzen der UV-Ausprägung hinsichtlich ihrer AV-Mittelwerte

der UV-Ausprägung hinsichtlich ihrer AV-Mittelwerte Korrelativer Forschungsansatz Prinzip des korrelativen

Korrelativer Forschungsansatz Prinzip des korrelativen Ansatzes

Ansatz, bei der zwei oder mehr Variablen (UV & AV) systematisch gemessen werden und dann die Zusammenhänge zwischen den gemessenen Variablen bestimmt werden

Querschnitts- vs. Längsschnitterhebung

o

Querschnittserhebung: ein Messzeitpunkt

o

Längsschnitterhebung: mehrere Messzeitpunkte, bezeichnet als Panel, wenn dieselben Personen zu mehren Messzeitpunkten teilnehmen

UV & AV kann auf verschiedene Weisen gemessen werden

Prototyp: Fragebogenstudie

ökonomisch ziehen einer großen und repräsentativen Stichprobe möglich Präzedenzproblem (Kausalitätsbedingung 2
ökonomisch
ziehen einer großen und
repräsentativen
Stichprobe möglich
Präzedenzproblem
(Kausalitätsbedingung 2
nicht sichergestellt)
eröffnet Möglichkeit, falls
die UV nicht manipuliert
werden kann ( Intelligenz,
Konfundierungsproblem
(Kausalitätsbedingung 3
nicht sichergestellt)
Schulabschlus,
)

Ausgangsituation

Kontrolle der zeitlichen Vorgeordnetheit der UV ist in korrelativen Designs nicht möglich, wenn UV und AV simultan erhoben

Bei Bedingung der Vorgeordnetheit geht nicht darum, was gemessen, sondern was zuerst aufgetreten

In experimentellen Designs ist zeitliche Vorgeordnetheit besser kontrollierbar, da Manipulation der UV vor der Messung der AV stattfindet Versuchsleiter alleinige Kontrolle, wann AV auftritt

ABER: Möglichkeit Problem teilweise zu entkräften

o manchmal zeitliche Vorgeordnetheit logisch begründbar

o Längsschnittliche Korrelationsstudien, in denen wenigstens eine Kontrolle der Kausalrichtung möglich, z.B. Cross-lagged Panel-Design

der Kausalrichtung möglich, z.B. Cross-lagged Panel-Design Möglichkeiten zur Reduktion des Konfundierungsproblems a)

Möglichkeiten zur Reduktion des Konfundierungsproblems

a) Konfundierte Variablen konstant halten

b) Konfundierte Variablen miterfassen und dann auspartialisieren

Voraussetzung für beide Möglichkeiten

vorher wissen, welche Variablen die Schlussfolgerung stören könnten

Experiment

Untersuchung zur Überprüfung von Kausalhypothesen:

o

Systematische Manipulation der unabhängigen Variable

o

min. zwei Experimentelle Bedingungen (Versuchsgruppe & Kontrollgruppe)

o

Messung der (vermuteten) Wirkung in der/den abhängigen Variable

o

Kontrolle von Störvariablen

o

Kontrolle von personenbezogenen Störvariablen (durch Randomisierung)

Variation in der UV

Versuchsleiter in einem Experiment Kontrolle darüber:

o

wann UV auftritt

o

in welcher Untersuchungssituation UV induziert

o

welche Person welchen Wert auf der UV hat

Störvariablen und Konfundierung

Unsystematische und systematische Störvariablen

o

Unsystematische Störvariable (Drittvariablen nur Zusammenhang mit AV)

o

Systematische Störvariable (Drittvariablen Zusammenhang

mit AV & UV)

Konfundierung (konfundieren = vermengen, durcheinandergeraten)

o

Konfundierung der UV mit einer Drittvariablen ( kovariiert mit Drittvariable)

o

Konfundierung des „Effekts“ einer UV mit einer Drittvariablen (Scheineffekt/Artefakt) (Drittvariable kovariiert mit UV und AV, daher vollständige/teilweise Ursache für UV und AV kovarieren

Typen systematischer Störvariablen

o

Situationsbezogene Störvariablen (inkl. Versuchsleitungsbezogene Störvariablen) (systematische Störeinflüsse, die in Untersuchungskontext entstehen)

o

Personenbezogene Störvariablen (systematische Störeinflüsse, die auf Versuchspersonen zurückzuführen sind)

Kontrollmöglichkeiten von situationsbezogenen Störvariablen:

Ziel: verhindern, dass Untersuchungssituationen zwischen experimentellen Bedingungen hinsichtlich solcher Variablen unterscheiden, die mit AV korreliert sind

Kontrollmöglichkeit:

Elimination von Störvariablen:

o Konsequenz: betreffende situationsbezogene Störvariable existiert/existieren nicht mehr

Konstanthaltung von Störvariablen

o Konsequenz: Die betreffende situationsbezogene Störvariable

existiert noch, hat jedoch eine Varianz von Null (d.h. in jeder experimentellen Bedingung dieselbe Ausprägung).

Ausbalancieren von Störvariablen

o Konsequenz: Die betreffende situationsbezogene Störvariable existiert/existieren noch, sind aber in jeder experimentellen Bedingung gleich verteilt

Auspartialisieren von Störvariablen

o Konsequenz: Die Daten werden im Nachhinein um den Einfluss der betreffenden miterhobenen situationsbezogenen Störvariable bereinigt

Kontrollmöglichkeiten von personenbezogenen Störvariablen:

Ziel: Verhindern, dass Versuchspersonen zwischen Bedingungen hinsichtlich Merkmale unterscheiden, die mit AV korreliert sind

Kontrolle über zentrale Eigenschaft eines Experiments

o

Randomisierung (Zuweisung der Versuchspersonen nach dem Zufallsprinzip)

o

Parallelisierung (Ausbalancieren zentraler Störvariablen in den jeweiligen Versuchsgruppen)

o

Auspartialisieren

Validitätsgefährdung:

Validität der statistischen Schlussfolgerung

o Verwendung von zu kleinen Stichproben

Interne Validität

o

Situationsbezogene Störvariable größerer Aufwand als

andere Forschungsansätze

o

Personenbezogene Störvariable bei großen Stichproben durch Randomisierung gut kontrolliert

o

Messwiederholungsbezogene Gefährdung differentielle Störeffekte

Konstruktvalidität der experimentellen Manipulation

o

Experiment kann hohe interne Validität haben

o

Ziel: experimentelle Manipulation

o

Gefährdung: z.B. fehlende Konstruktabdeckung

Externe Validität

o Nur gefährdet, wenn … Einfluss auf Effekt der UV auf AV

haben

Personenstichprobe

Setting

Zeitpunkt

Quasi-Experiment:

Experiment ohne randomisierte Zuordnung der Versuchspersonen, sondern der Versuchsgruppen

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie

Unit 7: Einführung in qualitative Methoden

der Psychologie Unit 7: Einführung in qualitative Methoden Qualitative Methoden im Überblick • Qualitative Methoden
der Psychologie Unit 7: Einführung in qualitative Methoden Qualitative Methoden im Überblick • Qualitative Methoden

Qualitative Methoden im Überblick

Qualitative Methoden spielen in der wissenschaftlichen Psychologie nur eine untergeordnete Rolle

Keine curriculare Verankerung in den meisten Psychologie- Studiengängen in Deutschland

Vorurteile gegenüber der Anwendung/ geringe Akzeptanz qualitativer Methoden

o

Hohe Subjektivität schränkt Aussagekraft der Befunde ein

o

Generalisierbarkeit eingeschränkt aufgrund sehr kleiner Stichproben

o

Kosten-Nutzen stehen in keinem akzeptablen Verhältnis

Große Vielfalt an qualitativen Methoden (aus Allwood, 2012, p.

1419)

an qualitativen Methoden (aus Allwood, 2012, p. 1419) • Sichtweise zur Stellung der qualitativen Methoden

Sichtweise zur Stellung der qualitativen Methoden relativ zu quantitativen Methoden

o

Ergänzung zu den konventionellen Methoden

o

Gleichberechtigte Ansätze

o

Alternative zum konventionellen Ansatz

Beispiel: Qualitative Inhaltsanalyse • Systematische Bearbeitung von Protokollen kommunikativer Prozesse •

Beispiel: Qualitative Inhaltsanalyse

Systematische Bearbeitung von Protokollen kommunikativer Prozesse

Ermittlung der Bedeutung von Texten

Relevanten Bedeutungsaspekte werden in Form von Kategorien expliziert

Die Bedeutungsfeststellung erfolgt durch die Zuordnung relevanter Textteile zu den Bedeutungs-Kategorien

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie Unit 8: Von einer interessanten Fragestellung zur empirischen

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie

Unit 8: Von einer interessanten Fragestellung zur empirischen Untersuchung

interessanten Fragestellung zur empirischen Untersuchung Themensuche Wie finde ich ein geeignetes Thema? • Anlegen
interessanten Fragestellung zur empirischen Untersuchung Themensuche Wie finde ich ein geeignetes Thema? • Anlegen
interessanten Fragestellung zur empirischen Untersuchung Themensuche Wie finde ich ein geeignetes Thema? • Anlegen

Themensuche

Wie finde ich ein geeignetes Thema?

Anlegen einer Ideensammlung

Replikation von Untersuchungen

Mitarbeit an Forschungsprojekten

Bewertung von Untersuchungsideen

Wissenschaftliche Kriterien

o

Präzision der Formulierung

o

Empirische Untersuchbarkeit

o

Wissenschaftliche Tragweite

Ethische Kriterien

Untersuchungsplanung

Literaturstudium und Präzisierung der Hypothesen

Wahl der Untersuchungsart

Frage der Operationalisierung und messtheoretische Probleme

Auswahl der Untersuchungsobjekte

Planung der Untersuchungsdurchführung und der Auswertung der Daten

Durchführung der Untersuchung und Auswertung der Daten

Durchführung und Auswertung

Sorgfältige und umfassende Versuchsplanung erleichtert die Durchführung der Untersuchung

Versuchsleitungseffekte

Auswertung der Daten

Anfertigung des Untersuchungsberichts

Der Untersuchungsbericht

Gliederung

o

Einleitung

o

Forschungsstand und Theorie

o

Methode

o

Ergebnisse

o

Diskussion

o

Literatur

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie Unit 9: Wissenschaftssystem Psychologie Warum publizieren

Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie

Unit 9: Wissenschaftssystem Psychologie

der Psychologie Unit 9: Wissenschaftssystem Psychologie Warum publizieren Wissenschaftler? • Primäres Motiv:
der Psychologie Unit 9: Wissenschaftssystem Psychologie Warum publizieren Wissenschaftler? • Primäres Motiv:

Warum publizieren Wissenschaftler?

Primäres Motiv: Kumulation von Wissen; der Wahrheit näher kommen

Aber Publikationen sind auch für die individuelle Karriere notwendig („publish or perish“)

Anzahl an Publikationen in möglichst hochrangigen Fachzeitschriften zentrales Kriterium für die Berufung auf eine Professur

Was wird publiziert?

Neue und positive Ergebnisse erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit

Replikation werden von vielen Fachzeitschriften ausgeschlossen

Ergebnisse müssen möglichst überraschend und „eye catching“ sein

> 90% aller Ergebnisse in der Psychologie sind positiv (Bestätigung der Forschungshypothese)

(Mögliche) Konsequenzen eines solchen Anreizsystems

„positivity bias“ plus kleine Effektstärken plus geringe Power plus

o Bias: Viele der publizierten Ergebnisse sind falsch

„publish or perish“ kann zu fragwürdigen wissenschaftlichem Verhalten führen, da so die gewünschten Ergebnisse erzielt werden

o Kann auch zu Betrug führen („scientific fraud“)

Sehr bekannter Fall aus der Psychologie ist Diedrick Stapel

o

Bis 07.09.11 Professor für Sozialpsychologie an der Uni Tilburg (NL)

o

bislang 58 retractions

Was kann dagegen getan werden?

Regeln guter wissenschaftlicher Praxis

Vorschläge der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis

Ethikrichtlinien der DGPs und des BDP

o

lege artis arbeiten

o

Einhaltung ethischer Standards bei der Durchführung von Erhebungen

o

Sicherung und Aufbewahrung von Primärdaten

o

Dokumentation der Resultate

o

konsequentes Anzweifeln der eigenen Ergebnisse

o

Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen (gegenseitige Kontrolle, Verantwortung)

o

strikte Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Partnern, Konkurrenten und Vorgängern

o

wissenschaftliche Veröffentlichungen als Medium der Rechenschaft von Wissenschaftlern über ihre Arbeit

o

Achtung fremden geistigen Eigentums (Stichwort Plagiat)

o

Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Mehr Transparenz

Erhöhung der Transparenz im Forschungsprozess

Preregistrierung z.B. über Open Science Framework des Centers for Open Science (https://cos.io/)

Mehr Replikationen

Viele Initiativen (z.B. Many Labs Initiative)

Größere Offenheit von hochrangigen Journals für Replikationen

o

Reihe von Special Issues

o

Perspectives of Psychological Science hat das Format “Registered Replication Reports” eingeführt