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Fahrzeugbeleuchtung

Scheinwerfer

Karsten Köth
Stand: 2010-10-22
Inhalt

Scheinwerfer-Design

•  Typische Lichtquellen
•  Spektren der Lichtquellen
•  Wirkungsgrade
•  Lichtlenkung bei Scheinwerfern
•  Paraboloid
•  Ellipsoid
•  Freiformflächen
•  Übersicht über aktuelle Scheinwerfer
Lichtquellen
Lichtquellen

Festkörperlampen Entladungslampen

LumineszenzTemperaturstrahlung Glimmentladung Bogenentladung

Elektrolumineszenz chemisch elektrisch Glimmlampen mit Kolben frei

Glühlampen
Halogenglühlampen

Kohlebogenlampen
Hochdruckentladung
Niederdruckentladung
EL-Folien

Glimmlampen
Laser
LEDs
OLEDs

Flammen
Lichtquellen

Lampe Φ / lm T/h
R2 400 350
H1 1.550 500
H3 1.450 500
H4 1.000 450
H7 1.500 550
HB4 1.000 4.000
D2S 3.200 2.000
Luxeon 40 10.000
Leuchtdichteverteilungen

Halogenglühlampe Gasentladungslampe Light Emitting Diode


55 W H7 Osram D2S Luxeon

35 300 2,5

18 25 1,5

3 5 0,5

L [Mcd/m²] L [Mcd/m²] L [Mcd/m²]

Φ H 7 = 1.500lm Φ D2 = 3.400lm Φ LED = 40lm


Einige Eigenschaften der Lichtquellen

Halogenlampe LED GDL

Lichtausbeute 25 lm/W 25 lm/W 85 lm/W

Geometrie Scharf begrenzt Scharf begrenzt Diffus


auslaufend
Mittlere Leuchtdichte ~ 19 Mcd/m² 2 Mcd/m² ~ 41 Mcd/m²

Spektrum Kontinuierlich Peak und Hügel Linien

Farbtemperatur ~ 3.000 K ~ 5.500 K ~ 4.500 K

Infrarotanteil Hoch Gering Gering

Weitere Elektronik Nein Ja Zündgerät


Halogenglühlampen

Halogenkreisprozess
•  Längere Lebensdauer
•  Höhere Lichtausbeute Wendeltemperatur ca. 3.000 K
•  Kleinere Bauform Glastemperatur ca. 470 K

[Bilder: Handbuch der Beleuchtung]


Spektren von Lichtquellen

Spectral Distribution of Different Light Sources

0,9

0,8

0,7

0,6
Intensity [rel.]

0,5

0,4
D2
0,3 D4
A
D65
0,2
LED

0,1

0
380 430 480 530 580 630 680 730 780
Wavelength [nm]
Wirkungsgrade LEDs

Luxeon kaltweis 5W 25,0 lm/W


Luxeon kaltweiss 3W bei 700mA 25,0 lm/W
Luxeon kaltweiss 1W 20,1 lm/W
Luxeon warmweiss 1W 16,7 lm/W
Cree Xlamp 1W 75,0 lm/W
DRAGON-X DX1-W3-854 1,2W 37,5 lm/W

Nichia weiss 180mW ca. 30,0 lm/W


Nichia warmweiss 100mW ca. 10,0 lm/W

Osram weiss TOPLED 86mW 7,0 lm/W

GELcore weiss TL 60mW 24,6 lm/W


Ansteuerkonzepte für LEDs

Luxeon kaltweiss 1W mit Widerstand 4,3 lm/W

EVG

Luxeon kaltweiss 1W mit EVG 16,7 lm/W


Wirkungsgrade Halogenglühlampen
Technische Daten H1-Glühlampe

Norm: ECE-R 37

Nenndaten
Spannung: 12 V
Leistung: 55 W
Lichtstrom: 1.150 lm

Prüfbedingungen
Spannung: 13,2 V
Leistung: 68 W
Lichtstrom: 1.550 lm

Wirkungsgrad: 22,8 lm/W


Hochdrucklampe im „Xenon“-Scheinwerfer

D2-Lampe (Xenon Lampe):


50 bar Xenon (7 bar Kaltfülldruck)
20 bar Quecksilber
<1 bar NaI, ScI3

Technische Daten:
Strom: 0.4 A, 400 Hz Rechteck
Leistung: 35 Watt (85 V)
Lichtstrom: 3.200 lm (Start: 400 lm)
Wirkungsgrad: 91 lm/W

4 mm
Temperaturbereiche

Maximale Betriebstemperaturen im Fahrzeug


•  Heckleuchten +55°C
•  S3 Bremsleuchte und spezielle Heckleuchten +80°C
•  Elektronik in Motornähe (z.B: Xenon-Steuergerät) +105°C

Temperaturbereiche
•  Erweiterter Temperaturbereich -40°C bis +85°C
•  Betriebstemperatur -30°C bis +70°C
•  Innenraum -20°C bis +65°C (+100°C)

Klimatest (in stromlosem Zustand, bei 95% Luftfeuchtigkeit)


•  12 Stunden bei 25°C, dann 12h bei 55°C 6 Tage am Stück

[Quellen: BMW, DaimlerChrysler, Harman Becker Automotive Systems, Hella, Lumileds]


Thermik im Scheinwerfer

[Aus: L-LAB, Sascha Nolte]


Lichtlenkungssysteme

•  Paraboloide
•  Ellipsoide
•  Projektionssysteme
•  Frei-Form-Flächen
•  Lichtleiter
•  Pixel Light (diskrete Verteilung)
•  LED-Scheinwerfer (diskrete Verteilung)
Lichtlenkung mit Paraboloid und axialer Wendel

W: Wendel
W‘: Wendelabbild
F: Brennpunkt
R: Reflektor

[Aus: Handbuch der Beleuchtung]


Lichtlenkung mit Paraboloid im Detail

F Wendel
Lichtlenkung mit H4-Lampen

W: Wendel
W‘: Wendelabbild
F: Brennpunkt
R: Reflektor
A: Abdeckkappe

[Aus: Handbuch der Beleuchtung]


Wendelbilder auf der Straße

[Aus: Handbuch der Beleuchtung]


Streuscheiben bei Paraboloid-Reflektoren

1: Brechende Optik
2: Streuende Optik

[Aus: Handbuch der Beleuchtung]


Lichtlenkung bei tangentialer Wendellage

A: Wendel Abblendlicht
B: Wendel Fernlicht
W‘: Wendelabbild
F: Brennpunkt
R: Reflektor

[Aus: Handbuch der Beleuchtung]


Lichtlenkung mit Elipsoid-Reflektor

W: Wendel
W‘: Wendelabbild
F: Brennpunkte
R: Reflektor

[Aus: Handbuch der Beleuchtung]


Lichtlenkung bei Projektionssystemen

W O

R L

F1 F2 W: Wendel
W‘: Wendelabbild
F: Brennpunkte
R: Reflektor
L: Linse
O: optische Achse
Lichtlenkung mit Blenden

W O

R L

F1 F2

R: Reflektor
W: Wendel L: Linse
W‘: Wendelabbild O: optische Achse
F: Brennpunkte B: Blende
Projektionssysteme und deren Blenden

Vorteile:
•  Rechts-Links-Verkehr Umschaltung
•  Fern- und Abblendlicht mit einer Lichtquelle
•  Verschiedene Lichtverteilungen

Nachteile:
•  Lichtstromverlust
•  Mechanik
•  Gewicht
Beispiel eines Projektionsscheinwerfers

[Aus: Hella, Research & Development Review 1997]


Blende Projektionsmodul

[Aus: Hella]
Lichtverteilung Projektion ABL und FL
Freiform Walze

[Aus: Hella]
Freiform Drehscheiben-Reflektor

[Aus: Valeo]
Schwenkmodul

[Aus: Automotive Lighting]


Freiformflächen-Reflektor

Hoher Wirkungsgrad: Alles Licht kann genutzt werden


Klarglasoptik
Lichtstromlenkung bei Freiformflächen

[Aus: Hella]
Lichtlenkung durch Lichtleiter

[Aus: Hella, Research & Development Review 1997]


Lichtleiter - spektrale Transmission

[Aus: Hella, Research & Development Review 1997]


Lichtleiter - Temperaturabhängigkeit

[Aus: Hella, Research & Development Review 1997]


Lichtleiter - Feuchte

[Aus: Hella, Research & Development Review 1997]


DMD-Chip
Pixel Light - schematischer Aufbau
Pixel Light - Demonstration
LED-Scheinwerfer mit diskreter Verteilung

Bezeichnungen:
Voxel-Light
Matrix Beam
Eine LED pro Raumwinkelsegment
Jede LED individuell ansteuerbar
Motivation für Lichtverteilungen

•  Begrenzter Lichtstrom / Energieverbrauch


•  Kompromiss: Leistung zu Blendung

Driving Beam Passing Beam

ECE / SAE Regelungen


Nur statischer Fall
Fahrzeugdynamik: Kurvenlichtscheinwerfern
Keine Kuppen/Senken
Keine Fahrzeugneigung
Blendung

S: Sichtweite
l: Begegnungsentfernung

Scheinwerfer: Asymetrisches Abblendlicht („E“)


Nebelscheinwerfer („H3“)

[Aus: Lichttechnik und optische Wahrnehmungssicherheit im Straßenverkehr, Eckert]


Fernlicht-Scheinwerfer
Abblendlichtverteilung
Fernlichtverteilung

Nutzungshäufigkeit in Europa: 3% während der Nacht


Nur 25 % von allen für Fernlicht möglichen Situationen
Fotometrische Anforderungen

Hot-Spot: hohe Beleuchtungsstärken (> 10 lx)


Breite Ausleuchtung (> 1 lx / 3 lx / 5 lx)
Hell-Dunkel–Grenze > 20:1 bei +/-5H
Nur geringes Streulicht oberhalb der Hell-Dunkel-Grenze
AFS-Funktionen

Bezeichnungen:
Advanced Front Lighting System
Intelligent Light
Schlechtwetterlicht

[Aus: AFS Task Force]


Kurvenlicht - Schwenkstrategien

Schwenkstrategien:
Parallel Einseitig Divergent
Abbiegelicht
Fernlichtkonzepte
3.2.2 Aktuelle Konzepte

Fernlichtassistent Gleitende Leuchtweite Maskiertes Dauerfernlicht

Matrix-Beam Pixellicht
Fernlicht
Schatten
Verkehrsteilnehmer
Abblendlicht

Abbildung 12 Übersicht verschiedener Konzepte mit blendfreiem Fernlicht, zum Vergleich ist zusätzlich der
Fernlichtassistent und das Pixellicht ebenfalls beschrieben. Das Abblendlicht ist aus Gründen der
Erklärbarkeit ohne Asymmetriezweig eingezeichnet.

[Aus: Dissertation Benjamin Hummel, 2009]


Grundlagen der Lichtverteilung

Soll
•  Betrachtungsbereich des Fahrers bei Tag messen
•  Für Fahrzeugführung relevante Bereiche erkennen
•  Kompromiss suchen
•  Notwendige Kontraste berechnen
•  Maximale Blendwerte festlegen
•  LVK berechnen
•  LVK segmentieren (Kurven, Kuppen, Geschwindigkeiten, ...)

Ist
•  Technisch und wirtschaftliche einfache mögliche Lösungen

Übergangszeit
•  Bewertungsvorschriften für Scheinwerfer (CIE, NCAP, ...)
LED-Scheinwerfer 2003

[Aus: Hella, Lukas Schwenkschuster, 2003]


LED-Scheinwerfer 2003

[Bilder: IAA 2003]


LED-Scheinwerfer 2003

[Bilder: IAA 2003]


LED-Scheinwerfer IAA 2005

[Bilder: IAA 2005]


LED Scheinwerfer IAA 2005

[Bilder: IAA 2005]


Scheinwerfer IAA 2005
LED-Scheinwerfer 2007 - Audi R8

[Bild: Audi]
LED-Scheinwerfer 2007 - Audi R8

[Bilder: Audi]
Matrix-Beam Scheinwerfer 2009

[Aus: Dissertation Benjamin Hummel, 2009]


Matrix-Beam Scheinwerfer (Nanolux) 2009

Abbildung 21 Nanolux-Scheinwerfer und das Osram LED-Ar


[Aus: Dissertation Benjamin Hummel, 2009]
neun Golden DRAGONs gebildet und schließt den Scheinwerfer zur Motorhaube hin ab. Das
Tagfahrlicht besteht aus acht Golden DRAGONs und rahmt das Abblendlicht zusammen mit dem
Nanolux-Scheinwerfer Aufbau
Blinker ein. Gedimmt auf 10% kann das Tagfahrlicht ebenfalls als Positionslicht genutzt werden.

Lüfter
Fernlichtmodul

Designblende mit
Abschluss- Lichtleiter Lüfter
scheibe

Abblendlichtmodul

Abbildung 22 Explosionszeichnung Nanolux-Scheinwerfer.


Mit der freundlichen Bereitstellung der Fa. Hella KG a.A. Hueck & Co.

Das Abblendlicht wird hinter dem Linsenarray erzeugt. Fünf Multichip-LEDs mit je fünf Chips
bilden die Grundlichtverteilung. Der Asymmetriezweig wird allein aus einer weiteren Multichip-
[Aus: Dissertation Benjamin Hummel, 2009]
Scheinwerfer IAA 2005 - Mini
Scheinwerfer IAA 2005 - Mini Detail
LED-Leuchten