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J K S 5 2 FACKIU GOHTE

Ein Volk von Helfern em pfängt die Flüchtlinge.


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CO
O Aber es wachsen auch die Sorgen: Wie viele werden noch kommen?
o
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□ EDITORIAL
Mein Unternehmen: erfolgreich

LIEBE LESERINNEN
UND LESER
Christian Krug, Chefredakteur

Brauchten wir tatsächlich erst den Tod Bilder und Schicksale. Was haben wir mit
eines kleinen Jungen vor Bodrum, um auf­ Leuten gemein, die Flüchtlinge in Käfige
zuwachen? Hat der kleine Alan Europa ver­ sperren? Wollen wir wirklich deren Stra­
ändert? Vielleicht ist das so. Wie er so da­ ßen und Infrastruktur finanzieren? Damit
lag am Strand, still und leblos, h at die sie m it EU-Geldern Zäune ziehen?
W elt erschüttert. Er hat Regierungen zum Ist der Staaten-Egoismus tatsächlich
Umdenken bewegt und Nationen auf- ausgeprägter als der Wille, M enschen zu
schreien lassen. In Deutschland zeigt sich retten, die um ihr Leben fürchten? Warum
in diesen Tagen eine Willkommenskultur, breiten die Franzosen ihre Arme nicht aus?
die stolz machen darf, diesem hilfsberei­ Warum nicht die Engländer? Warum ste­
ten Volk anzugehören. hen die Menschen dort nicht au f und ru­
In vielen Ländern geraten nun Regie­ fen: Kom m tauchzu uns,auch wir können
rungen unter Druck, unserem Beispiel zu euch beschützen?Wir werden die Hilfe der
folgen. Und die Bedenken links liegen zu anderen starken Nationen sehr bald brau­
lassen, erst zu helfen und dann nach der chen, denn sonst könnte auch bei uns die
ungewissen Zukunft zu fragen. Euphorie rasch in Ernüchterung Umschla­
Warum löst das Bild des kleinen Alan, gen. Ich bin gespannt, ob die Menschen
über dessen kurzes Leben Stern-Reporter dann dort bereit sind, es uns gleichzutun.
Raphael Geiger ab Seite 40 berichtet, nicht Oder ob sie in ihrer Begeisterung für un­
auch in Ungarn eine Welle des Mitgefühls sere Hilfe hoffen, sie selbst nicht leisten zu
aus? Warum denken die Menschen dort vor müssen. Wenn diese Hilfe ausbleibt, glau­
allem an eine Bedrohung durch die Flücht­ be ich nicht mehr an ein geeintes Europa.
linge? Was m acht deren Herzen so kalt?
Auch dem gehen wir in diesem Heft nach H erzlichstlhr
- m it einer Reportage von der ungarisch­
serbischen Grenze, die Sie ab Seite 34 lesen
können.
G ibt es ü b erh au p t ein gem ein sam es
Europa?, frage ich m ich angesichts der

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Der Tod des dreijährigen Alan Kurdi aus Syrien wurde zum Symbol für
das Leiden der Flüchtlinge - und für das Versagen der reichen Länder Europas.
„Lasst dies die letzten Qualen sein“, wünscht sich Alans Vater Abdullah
DATEV
10.9.2015 Stern 5
Zukunft gestalten. Gemeinsam
□INIhau
N R . 3 8 V O M 1 0 . S E IP T E M B E R 2 0 1 5
i

Titel
Die große Flucht und die Folgen
Deutschland em pfängt viele
Tausend verzweifelte Menschen
herzlich und mitfühlend. Die
BMW-Erbin Susanne Klatten, hier mit
Euphorie ist groß, die Herausforde­
Mann Jan, ist sehr reich und normalerweise
rung auch 24
sehr schweigsam. Das Interview Seite 4 8
Der Zaun an der ungarisch-serbi­
schen Grenze wird zum Symbol für
die Zerrissenheit der EU 34
Der Vater des ertrunkenen Jungen
Alan über das Schicksal seiner Fami­
lie, die sich nach Europa aufmachte 40
Politologe Herfried Münkler erklärt,
was jetzt au f uns zukom m t 46

Diese Woche
Was uns bewegt
M ehrheit der Deutschen für M ilitär­
einsatz gegen Schlepper • Bahnhöfe
im Ausverkauf • stern-Wahltrend 10
Sehen und verstehen
•»VI
Startschuss für die Frühjahrsmode:
V.' -:
der Ablauf einer Pret-a-porter-Schau 18

P o litik/W irtsch aft


Zwischenruf
Hans-Ulrich Jörges: Schmelztiegel
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Deutschland 20
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¥ Susanne K latten
0 Deutschlands reichste Frau über ihre
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Geschäfte und ein Vermögen, das FRAUEN,
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DIE HAUEN
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O Industrie Der Fotograf Max Eicke
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et Roboter verändern die Arbeit. Wo hat deutsche Dominas
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SZ neue Jobs entstehen, wo sie wegfallen 100 porträtiert - und
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Griechenland
bewegt Seite 88
< *- So rechnen sich die Euroretter
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~ Athens Schulden schön 104
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Datenschutz
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O Was Versicherungskonzerne über
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51x uns wissen wollen - und dürfen 105 DASEIN
LU < Ein erfülltes Leben,
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LU UJ Gesellschaft mit und trotz Krebs:
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32 Islamischer Staat Bestsellerautor


zO Henning Mankells
_i £ Warum ein deutscher Student zur
<£ „Treibsand“ ist
Anlaufstelle für verzweifelte Eltern
Autobiografie und
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tu ^ jugendlicher Dschihadisten wurde 106
lebensphilosophische
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et — Rechtsextreme Abhandlung.
UJ <
Hamburg fürchtet Nazi-Aufmarsch 109 Der stern traf ihn zum
“ z Gespräch Seite 6 4
£ ui Kolumne
§5
UJ t Let’s dance! Von Meike W innem uth 110
CÜ»-
K!
»I Die Stern -Reportage
Forschung eMagazine
O< Vermessung des Unsichtbaren am Der stern erscheint auch für iPads und Android-Tablets. mit exklusivem
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UJ < Genfer See: der Teilchenbeschleuni­ Zusatzmaterial. Download mittwochs ab 18 Uhr.
■— 3 ger und die Geheimnisse des Alls 56 Sie zahlen pro Ausgabe 2,99 Euro, siehe www.stern.de/emagazine

6 S tern 10.9.2015 Auf dem Titel angekündigte Themen sind mit einem gekennzeichnet
Das sfern-Gespräch
X Henning Mankell
Der Krebs, die Angst und sein neues
Buch. Der Schriftsteller zieht Bilanz 64

Wissen/Technik
Diagnose
Die Patientin kann nicht mehr
aufstehen - eine gefährliche
Lähmung? 70
Tourismus
Heilwasser war gestern. Ein w estfäli­
scher Kurort wird zum Yoga-Mekka 112
O ldtim er
Kapriziöses Spielzeug: der Spitfire 116
Photovoltaik
Strom aus der Fensterscheibe 117

Extra Wohndesign
Möbel & Räume
Zu Gast bei Profis: wie drei Kreative
ihre Rückzugsorte gestaltet haben 74
Neue Leuchten für dunkle Herbsttage 84
Inspiriert von der Natur. Im Atelier
einer Teppichknüpferin 86
Fotografie
Dominas
Porträts in Lack und Leder 88
Kultur-M agazin
* Film
DAS FREUNDLICHE LAND Karoline Herfurth und Elyas M ’Barek
Dortmunder begrüßen Flüchtlinge:
über Teil zwei von „Fack ju Göhte" 118
Deutschland zeigt sich von der besten Seite,
doch auch die Sorgen wachsen Seite 24 Musik
Stimmwunder: Soul-Sänger Kwabs 122
Buch
TRAUER UM ALAN „Outsider" - Bestsellerautor Frederick
Das Foto des ertrunkenen Jungen -
hier auf einem alten Familienbild
Forsyth legt seine Autobiografie vor 124
links - rührte die Welt. Der Stern Top Ten 126
besuchte seinen Vater im syrischen
Spiele
Kobani Seite 4 0
„Life is Strange“ - ein Videogame wie
eine Highschool-Fernsehserie 127
Genuss
Ein ganzer Lachs macht Eindruck 128
Reise
A u f den Bierkellern von Bamberg 132
Was macht eigentlich?
Katie Ball, das Model aus dem Diät­
werbespot kurz vor der „Tagesschau“ 138
Rubriken
Echo Die Seite der Leser 8
Haderer, Til M ette 22,71
Ein Quantum Trost, Tetsche 136,137

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Impressum 97

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Lichtblicke und andere
Wohn-Highlights im
Design-Extra Seite 73
□ LESERBRIEFE

Ausgeliefert?
s te rn Nr. 37/2015, „Wenn die Eltern
alt werden“ - der schwierige Umgang
Schöner Titel! Ich arbeite als mit Alter, Stolz und Würde
Berater für Patienten mit Tumor­ Der Beitrag hat mir sehr gut gefal­
erkrankung, So eine Anleitung hilft len, doch vermute ich, dass er nur
mir, den Angehörigen zu helfen. mehr au f wenige Familien zutrifft.
Wessen Kinder leben noch in der
Gaby Evans, via Facebook
gleichen Stadt oder in der Nähe?
Haben überhaupt Zeit? Was ist
REDE U N D A N T W O R T
m it Geschiedenen, die noch mal
Liebe stem-Redaktion, Sehr geehrter Herr Hämsch, geheiratet haben und keine Kinder
vielen Dank für die interessanten Beiträge Flüchtlinge wollen meist dorthin, wo bereits mehr bekamen? Was ist mit
zu Flüchtlingen und Asylbewerbern. Landsleute leben. Sie erhoffen sich sozialen kinderlosen Ehepaaren? Was ist
Zu einem Aspekt hätte ich gerne noch eine Halt und Unterstützung. Schon seit Jahren m it Eltern, die keinen Kontakt
Antwort: Warum ist gerade Deutschland kommen viele Syrer, Afghanen und Iraker mehr zu eigenen Kindern haben?
für so viele so attraktiv? Was unterscheidet nach Deutschland, sie haben hier Gem ein­ Was sollen all diese Alten machen?
unser Land von anderen EU-Staaten? schaften gebildet. Wer aus der Heimat flieht, Sind sie der Willkür des Staates
Reinhard Hämsch, Schwalbach steht oft schon m it diesen Gruppen in ausgeliefert?
Kontakt. Auch die Sprache spielt bei der Holger Lehmayer, per E-Mail
Wahl des Ziellands eine Rolle. Weil M en­
schen aus dem Kongo Französisch sprechen, Dankbar
wollen sie zum Beispiel häufig nach Frank­ Gott sei Dank war meine
reich oder nach Belgien. Das Taschengeld M utter einsichtig und hat von
von 143 Euro im Monat für alleinstehende sich aus gesagt: „Es geht nicht
Asylbewerber ist kaum dafür ausschlagge­ mehr.“ So kam sie zu mir in die
bend, dass so viele nach Deutschland wollen. Nähe, erst zur Kurzzeitpflege,
Auch in anderen Ländern erhalten Asyl­ dann zum dauerhaften Wohnen
suchende vergleichbare Zuwendungen. in einem Pflegeheim, in dem sie
Stern Nr. 36, „Der Ansturm“ - Mit freundlichen Grüßen sich w ohlgefühlt hat. Das Heim
wie Flüchtlinge das Land verändern Veronica Frenzei, stern-Mitarbeiterin war zehn M inuten Fußweg von
m einer W ohnung entfernt, ich
war fast täglich bei ihr und
B E T R IF F T : S T E R N habe sie, so oft es ging, zu mir
geholt. Wir hatten dann zw eiein­
halb Jahre eine sehr intensive

©
Ihre Meinung
Zeit zusam m en, für die ich sehr
dankbar bin.
Ute Krumpipe-Crönlein, Nordhorn
interessiert
uns!
Breite Schultern
ln sozialen Medien:
facebook.com/stern Ich habe fast 15 Jahre lang bis
Per Post:
zu ihrem Tod beide Eltern betreut.
stern- M eine M utter war schwer dement
Leserbriefredaktion und im m er voller Angst. Von
Brieffach 18 der Tochter zu den Eltern beider
20444 Hamburg
Eltern zu werden, war der
Per E-Mail:
schwerste Schritt. Sie sind dann
briefe@stern.de
im Abstand von acht Monaten
Die Redaktion gestorben. Heute, nach neun
behält sich vor, Das neue Magazin Stern Crime und der Fernsehsender RTL
Jahren, habe ich es geschafft,
Leserbriefe zu kooperieren ab dem 1. Oktober
kürzen und auch
dam it fertig zu werden. Ich bereue
elektronisch es nicht, diesen Einsatz geleistet
Anfang August erschien die zweite Ausgabe von stern Crime, dem neuen Heft
zu veröffentlichen. zu haben. Es hat mich stärker
Bitte geben über wahre Verbrechen. Am 1. Oktober nun, kurz bevor das dritte Heft an den
und besser gemacht. M eine Schul­
Sie Namen und Kiosk kommt, setzt RTL das Magazin erstmals in ein Fernsehformat um: In der
tern sind ganz breit, da kann
Anschrift an. einstündigen Sendung werden drei bis vier Kriminalfälle erzählt, gelöste und
ungelöste, die ihre Spuren hinterlassen haben. Giuseppe Di Grazia, stellvertre­ man noch was draufpacken. Ich
tender stern-Chefredakteur und Redaktionsleiter stern Crime: „RTL hat uns glaube, es geht m ir heute besser,
m it einem Konzept überzeugt, das die hohen Ansprüche erfüllt, die wir an als w enn ich es nicht getan hätte.
unser Magazin haben." RTL und stern Crime werden eng miteinander arbeiten Ingrid Regina Spangenberg,
und sich bei der Recherche von spannenden Fällen unterstützen. via Facebook

8 s te r n 10 .9.2015
Nicht Zusehen Abwertung
Stern Nr. 36/2015, „Die Staats-
Schleuser“ - Zwischenruf aus Berlin
Stern Nr. 36/2015, „Vom Feinsten“ -
die neuen Trends in der Welt des HlIRTIGRUTEn
von Hans-Ulrich Jorges Kaffees
Norwegen fü r Entdecker
Endlich weist jem and m it Nach­ Es nervt mich schon seit
druck daraufhin, dass es um Ursa­ Längerem, dass eine bestim m te
chenbeseitigung geht. Wir können Altersgruppe, die noch nicht
nicht Zusehen, wenn sich die Hälf­ einmal näher definiert ist, stets
te der Bewohner eines Landes auf als Oma tituliert wird. Es soll
der Flucht vor dem IS befindet, in schließlich M enschen geben, die
diesem Fall die Syrer. Die EU muss nicht 40 Jahre alt sind, wenn sie
m it Russland, dem Iran und eben Großm ütter werden. Und es gibt
auch m it Assad zu Bodenkämpfen einen erheblichen Anteil w eib­ No* dlicht
bereit sein. Erst den Syrern helfen, licher M enschen in unserem Lan­
dass sie ihr Land wieder aufbauen de, die es nie werden. Zumal
können. Und zu Hause lieber eini­ die Anrede oft m it einer gewissen
ge Zeit im Zelt schlafen müssen Abw ertung daherkommt. Ich
als au f einem europäischen Bahn­ kann Ihnen versichern, dass
hofsgelände, heimatlos, nach m eine Altersgruppe (und ja, ich
Angst und Schrecken. bin vierfache Großmutter) oft
Brigitte Schaefer, Regensburg m oderner und aufgeschlossener,
toleranter und wissbegieriger
Sachlich analysiert daherkom m t als die Generation,
Ich darf Sie ausdrücklich zu Ihrem die wir m it viel Engagement und
Kommentar beglückwünschen. Sie manchmal durchaus auch
scheinen einer der letzten Journa­ Verzicht au f ein Berufsleben
listen zu sein, die die Lage sachlich großgezogen haben. Es gab keine
analysieren. Kitas!
Jürgen Popp, per E-Mail Gudrun Junkers, München

O Schicken Sie uns Ihr Foto aus dem deutschen Alltag: view.stern.de/leserfoto

Fruhbucher-Preis. limitiertes Kontingent; Foto: Oie C. Salomonsen

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M IL IT Ä R IS C H B E K Ä M P F T W E R D E N ?

Ja
insgesamt 59 %

Nein
Für eine Ausweitung insgesamt 33%
der Militäreinsätze
der EU im Mittelmeer
stimmen prozentual
Anhänger der Parteien ...

^ S T E R N DER W O C H E
Jim Messina

UMFRAGE; 1002 8EFRAGTE AM 3. UND 4 SEPTEMBER 2015. AN 100 PROZENT FEHLENDE ANGABEN WEISS NICHT FEHLERTOLERANZ * 3 PROZENTPUNKTE
ein Name klingt entfernt wie Messias. Und es

S
SPD 65 % 65 % CDU/CSU
baucht ja auch ein kleines Wunder für die SPD, um
Angela Merkel aus dem Kanzleramt zu treiben.
Grüne 48 % 78 % AfD Jim Messina, US-Wahlkampfgenie und Obama-
Die Linke 4 0 % Freund, soll das gelingen. Er gilt als brillant und zu­
gleich hart bis an die Schmerzgrenze. Obendrein ein
Hehrheit für Ausweitung des EU-Militäreinsatzes: meisterhafter Spieler auf der Klaviatur der sozialen
Künftig sollen bewaffnete Soldaten Jagd auf krimi­ Medien. Mit seinen 46 sieht Messina zwar noch
nelle Schlepperbanden machen, sie festnehmen und schuljungenhaft aus, aber der Eindruck täuscht. Der
ihre Schiffe zerstören. Erforderlich ist dafür die Amerikaner ist nämlich erfahren und ziemlich ge­
Zustimmung des Bundestags. Militärische Operationen ländegängig. Erst half er dem Demokraten Obama,
gegen Menschenhändler lehnen vor allem die unter dann dem konservativen britischen Premier David
30-Jährigen (51 Prozent) und die Anhänger der Links­ Cameron. Nun also der SPD. Links, rechts, links. Wie
partei (52 Prozent) und der Grünen (44 Prozent) ab. beim Boxen. Wahrscheinlich haben die Genossen ge­
nau auf so einen gewartet: Messias, Pianist und Boxer.
QUELLE: FORSA ILLUSTRATION CHRISTOPH KADUR. FOTO- OSEZ LE FEMINISME

o KICK OFF IN DER KÖNIGSKLASSE: Vier deutsche Teams treten in der Champions League an - www.stern.de/championsleague

Neu in Paris: der „Quai de Nina Simone“,


benannt nach der großen Jazzsängerin,
die einst in Frankreich lebte. Doch das
Schild nahe Notre Dame ist nicht offiziell:
Es wurde von einer Gruppe von Feminis-
tinnen angebracht, die darauf aufmerksam
machen möchten, dass nur 2,6 Prozent der
Pariser Straßen weibliche Namen tragen.
10 S tern 10.9.2015
Chocoladenträume
zum DAHINSCHMELZEN .

Genießen Sie einen unvergesslichen Moment, der nur Ihnen


gehört: mit Lindor von Lindt. Wenn die feine Chocoladerthülle auf
der Zunge zergeht und die unendlich zartschmelzende Füllung all
Ihre Sinne sanft berührt, entführt Lindor Sie an einen Ort, an dem
Chocoladenträume wahr werden.

SCHWEIZER MAITKL CHOCOLATILK


SEIT 1845
Der britischste Sport englischer Südküste und
überhaupt ist Cricket. Isle of Wight ein bisschen
In der Pause isst man Land preis, die Bramble
Sandwiches und trinkt Bank. Dann: Cricket,
D IE W ELT IS T E IN M E R K W Ü R D IG E R O R T Tee. Überall. Einmal auf Sand. Das hat Tradi­
| FOLGE 37 E n g la n d \ im Jahr, am Ende des tion seit Jahrzehnten,
Sommers, gibt die See also trafen sich auch in
im Solent zwischen diesem Jahr die Mitglie-

G uatem alas Bürger protes­ hat eine wichtige Wahlreform schei­ Ist die Politik insgesam t
tie rte n m onatelang gegen ihren tern lassen, ihm wurde Korruption sauberer geworden?
korrupten Präsidenten O tto vorgeworfen. Zehntausende Bür­ Im Gegenteil. Chile, das lange als
Perez Molina. Nun s itzt er im ger waren auf die Straße gegangen, relativ sauber galt, hat Skandale,
Guatem ala G efängnis. G ibt das H offnung um Baldizön zu verhindern. die Familienmitglieder der Präsiden­
fü r ganz Lateinam erika? W ie sieht es m it der K orruptions­ tin Michelle Bachelet tangieren.
W ELTERKLARER Kurzzeitig ja. Bei den Präsident­ bekäm pfung in anderen Argentinien und Venezuela sind
M A C H T L A T E IN ­ schaftswahlen am Sonntag gewann Ländern Lateinam erikas aus? eher hoffnungslose Fälle. Das
A M E R IK A J E T Z T überraschend der Komödiant Jimmy Hoffnung macht die A rbeit der Selbstverständnis eines Politikers
E R N S T IM K A M P F Morales. Damit erteilte Guatemala Justiz in Brasilien. Sie nimmt der­ unterscheidet sich in vielen Ländern
G E G E N D IE der Elite einen Denkzettel. Favorit zeit eine kriminelle Vereinigung kaum von dem eines Gangsters:
K O R R U P T IO N ? war der konservative Unternehmer aus Unternehmern und hoch­ Er versucht, möglichst
Manuel Baldizön, der alles dafür tat, rangigen Politikern auseinander, schnell viel Geld zu rauben.
um mehr Transparenz in der Politik die sich Milliarden in die eigene Jan Christoph Wiechmann,
zu verhindern. Seine Partei „Lider“ Tasche gesteckt haben. stern-Südamerika-Korrespondent

12 S tern 10.9.2015
DIESE WOCHE □

Trend zum Trash:


2,8 Milliarden
Pappbecher landen
jährlich auf dem Müll

64 000 Tonnen Holz,


ICH FOTOGRAFIERE, ALSO BIN ICH
1,5 Milliarden Liter Wie die Seifte- Manie uns und unsere Gesellschaft verändert
Wasser und 11000 Ton­
nen Kunststoff - eine
mily ist fast noch ein Kind, schläft mit viel wert, wenn es nicht ständig doku­

E
Energiemenge mit der
man eine ganze Teddybär und näht sich hübsche Klei­ m entiert wird und die Beweisbilder von
Kleinstadt versorgen der in ihrem m intgrün gestrichenen tollen Partys und Superferien in die Welt
könnte - gehen allein
Teenager-Zimmer. Emily ist aber auch hinausgepostet werden. Klar, dass die
für die Produktion von
Einwegbechern drauf.
schon ein wenig Frau. Vor der Handyka- permanente Suche nach einem originel­
Die Deutsche Umwelt­ mera probiert sie sexy Posen aus, schiebt len M otiv anstrengend ist. Mal einfach
hilfe will dies ändern ihr Top ein wenig hoch, zeigt viel Bauch faulenzen? Geht gar nicht. Selbst der
und wirbt mit ihrer und Bein, macht ein Schmollmündchen. Nachmittag in der Hängematte muss per
Kampagne „Becher­
Ein ganz normales Mädchen au f der Selfiestick fotografiert werden. Und na­
held" für den Gebrauch
von Mehrweggefäßen. Suche nach der eigenen Persönlichkeit. türlich auch der tolle, blaue Drink, die
Zudem fordern die Emilys Porträt ist in der Ausstellung „Ego Spaghetti m it frischen Muscheln und die
der zweier Segelklubs Umweltschützer eine Update“ im NRW Forum D üsseldorf zu selbst gebaute Sandburg. Für wen m a­
zum Spiel. Diesmal Abgabe von 20 Cent sehen (19. Septem ber bis 17. Januar). chen wir eigentlich all diese Bilder? Nun,
allerdings war’s durch auf Wegwerf becher.
23 Künstler versuchen, „die Zukunft der wenn wir mal ganz ehrlich sind: ein biss­
viel Wind mehr Wasser­
digitalen Identität“aufzuzeigen. Wie ver­ chen für unsere Freunde, aber vor allem
schlacht. Die Flut kam
schnell, und der Verlierer ändern die sozialen Medien uns? Und für uns selbst. Denn am meisten bewe­
zahlte das Frühstück. warum machen wir andauernd Selfies? gen uns doch die beiden uralten Fragen
Auch das ein Ritual. Offenbar ist ein Leben heute nur halb so „Wer bin ich?“und „Wer möchte ich sein?“

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höher als bisher angenommen. Li-

10.9.2015 Stern 13
□ DIESE WOCHE

ALLES MUSS RAUS


Warum die deutsche Bundesbahn ihre Bahnhöfe verkauft

DROHNENTOD er viel m it dem Zug unterwegs ist, der hat sie Aus Angst vor weiteren Imageschäden preist die
Die Amerikaner sind uns
ja Jahre voraus, deshalb
sieht man dort regelmäßig
Drohnen fliegen, große und
W kennengelernt: Die Bahnhofsgebäude der
Deutschen Bahn AG. An schlechten Tagen
nutzte man die Wartehallen mehr als die Abteile.
Dieses Problem löst die Bahn au f ihre ganz eigene
Bahn künftig ihre Stationen lieber wiederselbstan:
Rund 340 Gebäude, von Sassnitz au f Rügen bis
Alpirsbach im Schwarzwald, stehen nun zum
Verkauf. Am Ende sollen lediglich 550 Bahnhöfe
kleine. Auch solche, die ka­
merabewehrt übers eigene Weise: Sie verkauft sie einfach. Rund 2000 der im übrig bleiben. Als Käufer hat die Bahn durchaus
Grundstück dröhnen. Das Bahnjargon „Empfangsgebäude“genannten Immo­ auch Privatleute im Blick, die dort wohnen oder
nervt natürlich. Was macht
bilien wurden in den vergangenen Jahren schon vielleicht eine Gaststätte eröffnen wollen. Denn
der Amerikaner da? Nun:
Er schießt. Und zwar aus versilbert. Gut die Hälfte gingen als Paket an den einige der historischen Gebäude, in denen teils seit
der doppelläufigen Schrot­ britischen Immobilienfonds Patron Capital. Der 150 Jahren gewartet wurde, werden nicht mehr
flinte, geladen mit der neu­ W eiterverkauf stockte, viele Gebäude stehen leer. angefahren. Mehr Entschleunigung geht nicht.
en Anti-Drohnen-Muni-
tion, die eine Waffenfirma
aus Idaho anbietet. Laut
der Firma baut sich bei
einem Treffer zudem ein
ferromagnetisches Feld AM ABSTELLGLEIS:
auf - das Fluggerät ist dann Viele der Bahnhöfe
endgültig erlegt. Das nennt liegen an Nebenstrecken
man wohl pragmatisch.

WITTENBERGE LUTHERSTADT EISLEBEN


3606 Quadratmeter Nutz­ Bahnhofsgebäude von 1866,
fläche samt ICE-Haltepunkt gegen Höchstgebot

Hamburg

Hannover

N U R E IN E L A U N E ?
Das Filmgeschichtsbuch
bekommt einen neuen
Eintrag: Mit Wang Chaos Leipzig SONDERSHAUSEN
„Seek McCartney“ darf NEU ISENBURG Fachwerkhaus mit
in China erstmals eine Renovierungsbedürftig, Gleisanschluss
Romanze zwischen zwei Gebote ab 690 000 Euro Frankfurt a.M — Fernverkehr der
Männern in den Kinos Deutschen Bahn
gezeigt werden. Obwohl
Homosexualität dort 1997 Nürnberg
FOTOS GUILLAUME HORCAJUELO/ OPA PlCTURE-ALLIANCE: MAURITIUS
offiziell entkriminalisiert
wurde, leiden Schwule
nach wie vor unter S tuttgart
Diskriminierung. So
warnen Experten auch München
vor großen Hoffnungen.
„Die Zensurregeln sind
in China sehr unklar“,
so der Filmemacher und
Aktivist Fan Popo. NEUSTADT BEI COBURG
MOSELKERN
„Jede Beurteilung hängt Voll vermietet und mit
ln Weinregion, Gebote
von den Launen des ab 85 000 Euro einer Gaststätte
Zensors ab.“
ALPIRSBACH
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□ DIESE WOCHE

DREI
S IN D E IN T R E N D

EIN KÖNIG WILL MEER

NICHTWAHLER/UNENTSCHLOSSENE 30 PROZENT FEHLERTOLERANZ i 2.5 PROZENTPUNKTE QUELLE: FORSA FOTOS OPA; REX SHUTTERSTOCK INTERTQPiCS; AP
Swasiland soll einen Halen bekommen, doch dafür fehlt der Ozean

WAHL! REND ANGABEN IN PROZENT. + / - VERÄNDERUNG ZUR VORWOCHE. DATENBASIS: 2503 BEFRAGTE VOM 31 AUGUST B»S 4. SEPTEMBER 2015.
s gibt wenige Dinge, die Seine Hoheit, König che Details stören Mswati wenig: Ein Konsortium

E M swati III, nicht sein Eigen nennt. Mswati, 47,


ist der Herrscher von Swasiland, eines W inz­
staates im Süden Afrikas. Sein Vermögen wird auf
über hundert Millionen Dollar geschätzt, er kann
soll einen Kanal graben, vom Ozean bis zum Nord­
ostzipfel Swasilands, dort soll der Hafen entstehen.
Kosten: etwa drei Milliarden Dollar.Das entspricht
etwa dem Bruttoinlandsprodukt des Landes. Dabei
Donald Trump beschäftigt
nicht nur die US-Politik.
Dekrete ohne nennenswerte Gegenwehr eines Par­ ist der Nutzen von Kanal und Hafen zweifelhaft. Der New Yorker Künstler
laments erlassen. Berüchtigt ist der Monarch für Schließlich stam m en 90 Prozent der Importe aus Hanksy schuf ein Straßen­
gemälde, das Trump als
sein reges Familienleben. Mswati gebietet zurzeit Südafrika; dorthin gehen auch 70 Prozent der Ex­
Haufen „Shit" zeigt.
über 15 Frauen, denen er regelmäßig weitere hin­ porte. Dass all das Mswati vom Plan abbringen wird, Ein Wirt in Washington,
zufügt. Eines allerdings fehlt dem König - ein ist allerdings fraglich. Erst voriges Jahr hatte der D.C. erfand das „Trump
Hafen. Diesen will er je tz t errichten. Der Haken: Monarch ein ähnlich schildbürgerartiges Projekt Sandwich" das entspre­
Swasiland befindet sich nicht am Meer. Der Binnen­ zum Abschluss gebracht: den 250 Millionen Dollar chend belegt ist: big.
Und in Mexiko gibt
staat liegt eingekeilt am Südostende des Kon­ teuren Flughafen von Swasiland. Flüge gibt's vom es nun das Videospiel
tinents zwischen Südafrika und Mosambik, der „Mswati III“-Airport bislang nur zu einem einzi­ „Trumpealo“ in dem
Indische Ozean ist 70 Kilometer entfernt. Doch sol­ gen Ziel - ins nahegelegene Johannesburg. Donald um sich schlägt.

S T E R N -R T L -W A H L T R E N D Eingetrübte Aussichten: Nur 16 Prozent der


Wenn diesen Sonntag Bundestagswahl wäre... Bundesbürger rechnen in den kommenden Jahren mit
einer Verbesserung der wirtschaftlichen Ver­
hältnisse in Deutschland, 43 Prozent dagegen mit
einer Verschlechterung. 39 Prozent erwarten
■ CDU/CSU
keine Veränderung. Als bedrohlich wirken vor allem
■ SPD die Griechenlandkrise, der Flüchtlingszustrom
■ AfD I FDP oder die Börsentalfahrt in China. Angestellte und
Die Linke Beamte beurteilen die ökonomische Entwicklung
S Grüne
■ Sonstige
optimistischer als Arbeiter und Selbstständige;
noch pessimistischer als der Durchschnitt
sind die Anhänger der Linken und der AfD.
Manfred Güllner ist Chef des Forsa-Instituts in Berlin

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SEHEN UND VE R STEH EN

Einmal die Mode-Welt


Am 10. September starten die Pret-ä-porter-Schauen - vier Wochen
lang jetten dann Tausende Modeprofis von einer Metropole zur nächsten

1. Wo es langgeht
Mehr als 500 Shows in vier Städten -
damit das klappt, sind an jedem Ort
viele Hundert Menschen im Einsatz.
Noch mehr reisen für die Schauen
um den halben Globus. Zu ihnen
gehören: Journalisten wie Anna
Wintour, Blogger wie Susie Lau,
Models wie Anna Ewers und einige
Promis, etwa Sarah Jessica Parker. Journalistin Model
Anna Anna Ewers
Wintour

Auf einer schmalen


Tribüne postieren
sich die Fotografen.

Victoria
Beckham
Streetstyle
Wenn vor den Eingängen
der Show-Locations
Blogger wie Susie Lau
2. Was vor Ort passiert auftauchen, sind sie sofort
Die Show
ln jeder der vier Modemetropolen finden von Fotografen umringt.
Die Vorbereitung dauert ein
täglich zehn bis zwölf Shows an unter­
halbes Jahr, die Schau nur 10 bis
schiedlichen Orten statt. Viele Gäste
20 Minuten. Meist zeigen die
lassen sich mit schwarzen Limou­
Models 20 bis 40 Looks.
sinen von Schau zu Schau fahren.

PRE-COLLECTION Frühjahr/Sommer 2016 | HAUPTKOLLEKTION


Das Modejahr
Die Kollektionen, die jetzt vorgeführt werden, können erst im Präsentation und Order
Februar in den Geschäften sein. Um bis dahin nicht von den Laufsteg-
großen Modeketten überholt zu werden, haben die Designer
eine zweite Saisonlinie eingeführt: die Pre-Collection, Die ist
zwei bis drei Monate vor der exklusiven Hauptlinie erhältlich - MAI JUNI JULI AUGUST SEPTEMBER
I I
und macht inzwischen bis zu 70 Prozent der Umsätze aus. | 2015

18 S tern 10.9.2015
/
Zweite Station:
London, 18.-22. September
Neben Klassikern wie Burberry
Prorsum und Vivienne
o Dritte Station:
Mailand, 23.-28. September
o Vierte Station:
Paris, 29. September bis 7. Oktober
Die kommerziellste Mode Zum Finale präsentieren Chanel,

IN F O G R A F IK : S A B IN E H E C H E R " E X T U N D R E C H E R C H E . C A T H R I N W IS S M A N N , M I T A R B E IT : L E A S T O E S S IN G E R ; Q U E L L E N : S T Y L E B O P .C O M . IM G . B R IT IS H F A S H IO N C O U N C IL C A M E R A N A Z I O N A L E D E L L A M O D A I T A L I A N A M O D E A PARIS
Westwood Red Label zeigen kommt aus Italien. Bei den Dior, Saint Laurent, Valentino
hier junge, exzentrische Shows von Armani, Dolce & und Louis Vuitton.
Designer ihre Entwürfe, In der Gabbana, Gucci und Prada Prominente Gäste:
ersten Reihe: Kate Moss. sieht man Charlotte Casiraghi Carla Bruni-Sarkozy
und Salma Hayek. L . und Charlotte
Gainsbourg.

-Q
4
Vivienne
Westwood
Dolce &
Gabbana

A

Show room
Ein bis zwei Tage nach einer Schau
folgt das sogenannte Re-See, bei
3
dem Fachleute die Mode noch
einmal sehen können. Hier ordern
die Einkäufer der Handelshäuser.

Sitzordnung Backstage
ln den ersten Reihen nehmen Hair- und Make-up-Stylisten £ I| T
Chefredakteurinnen von Mode­ machen die Models schön.
magazinen, wichtige Händler, Anschließend helfen ihnen
Blogger und Promis Platz. „Dresser“ in die Kleider. \

Frühjahr/Sommer 2016 PRE-COLLECTION Herbst/W inter 2016/17 HAUPTKOLLEKTION Herbst/W inter 2016/17
im Laden
Shows/Order im Laden
Präsentation und Order im Laden
Laufsteg-Shows/Order
DEZEMBER JANUAR FEBRUAR MÄRZ APRIL MAI

1 0 . 9 .2 0 1 5 S tern 19
□ DIESE WOCHE

nach Deutschland - unter insgesam t


26 000 Asylbewerbern. Die Syrer aber sind
zum eist gut gebildet. Jeweils ein Fünftel
von ihnen besuchte eine Hochschule oder
ein Gymnasium. Rund die Hälfte absol­
vierte eine Grund- oder Mittelschule.Und
die m eisten kom m en aus guten w irt­
schaftlichen Verhältnissen, nur deshalb
konnten sie ja auch Schlepper bezahlen.
Die Neuen verjüngen rasant die altern­
Hans-Ulrich Jorges, de deutsche Gesellschaft. Über die Hälfte
Mitglied der stern-Chefredaktion, schreibt der Asylbewerber ist unter 25 Jahre - bei
jede Woche an dieser Stelle den Deutschen nur knapp ein Viertel. Hin­
zu kommen die Einwanderer aus Euro-Kri-
senländern wie Spanien und Griechen­
land: Rund70 Prozent von ihnen sind jü n ­
ger als 35. Und die mehr als 15 M illionen
M enschen m it M igrationshintergrund
sind durchschnittlich 35 Jahre alt - die ori­
ginär Deutschen dagegen 45 -Erstmals seit
zehn Jahren ist folglich im vergangenen
Z W IS C H E N R U F A U S B E R L IN Jahr die Zahl der Geburten in Deutschland
wieder über 700 000 gestiegen.
SCHMELZTIEGEL DEUTSCHLAND Die personell zunehm end ausgezehrte
W irtschaft braucht die Neudeutschen
Flüchtlinge und Einwanderer verändern das dringend. Nur wenn langfristig im Schnitt
Land von Grund auf: Es wird jünger, klüger, lebendiger. 533000 mehr M enschen pro Jahr zu- als
abwandern, ergab eine Untersuchung der
Und wohlhabender obendrein
Bertelsm ann-Stiftung, lassen sich die
Alterslücken füllen. Knapp 600 000 Stellen
sind in der deutschen W irtschaft derzeit
ovor sollten wir uns eigent­ sehen Union“, erteile den anderen „eine unbesetzt, im Handwerk rund 27 000 Aus­

W
lich fürchten? Ist der Stress Lektion in Hum anität“, schreibt die fran­ bildungsplätze. Gerade ist die erste On-
der Notaufnahm e in Turn­ zösische Zeitung „Liberation“. Wann wur­ line-Jobbörse für Flüchtlinge entstanden.
hallen und Zeltlagern erst de je so über unser Land geurteilt? Dass Ausländer und Zuwanderer die
mal überstanden, hat sich das Im Kern wird es um die Syrer gehen. Die deutschen Sozialsysteme ausbeuten, ist
neue Asylsystem eingespielt, Zahl der Flüchtlinge vom Balkan, die kei­ reine Legende. Das Zentrum für Europäi­
kann Deutschland nur gewinnenne- Chance
mora­ auf Asyl haben, sinkt dagegen sche W irtschaftsforschung (ZEW) hat er­
lisch, wirtschaftlich und kulturell stärker schon rapide. Seit Juli hatsiesich mehrals rechnet, dass Ausländer 2012 etwa 22 M il­
werden denn je. Ob es gelingt, Sprache und halbiert. In der letzten Augustwoche ka­ liarden Euro mehr an Steuern und Sozial­
Bildung, Wohnen und Arbeit für die men nur noch knapp 2600 Balkanbürger abgaben gezahlt haben, als sie gleichzeitig
Flüchtlinge und ihre Kinder zu organisie­ an Sozialtransfers erhielten. Pro Kopf wa­
ren, liegt nur an uns. Das satte, träge, ge­ ren das 3300 Euro. Durchschnittlich, so das
langweilte Land hat eine Aufgabe, an der ZEW, überweist jeder in seinem Leben
es wachsen muss, zusam m enstehen und 22300 Euro m ehr an den Staat, als er von
sich von Grund auf verändern. Gut so. ihm erhält. Zuwanderung von jährlich
Deutschland wird zum Schmelztiegel 200 000 Menschen werde daher jeden Bun­
der Kulturen: jünger, klüger, lebendiger. desbürger um 100 bis 300 Euro entlasten.
Die USA ziehen aus diesem Modell bis Verweigerten sich die ostdeutschen Län­
heute ihre Stärke. Wir können das auch, der dieser Auffrischung, blieben sie nicht
womöglich sogar besser - und als Einwan­ nur geradezu archaisch deutsch, sondern
derungsland Nummer eins au f der Welt. auch auf gefährliche Weise im Wachstums­
Aufstieg durch Bildung war nach dem und M odernisierungsschatten des Wes­
Krieg der soziale Motor des Wirtschafts­ tens. Thüringen hat in 20 Jahren 350 000
wunders. Heute ist das wieder so. A uf­ Menschen durch Abwanderung verloren.
ILLUSTRATION JAN STOWE

steiger, die nach oben wollen, sind Hefe im „Ich freue mich darauf“, sagt Norbert
trägen Teig der Gesellschaft. Das werden Blüm, der frühere Arbeitsminister, „dass
nun Flüchtlinge sein. Menschen, die zupa­ dem nächst der deutsche Hartz-IV-Emp-
cken wollen und Dankbarkeit empfinden. fängervon einem syrischen Arzt behandelt
Moralisch haben wir schon gewonnen. wird." So soll es sein. So wird es sein. ^
Die Kanzlerin rette „die Ehre der Europäi-
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Herstellung. Und die sieht so LECKER Wer keine Milch trinken möchte oder verträgt, steigt einfach um
aus: Für die Soja Drinks wird die auf pflanzliche Drinks mit ähnlichem Geschmackserlebnis
Hülsenfrucht zunächst geschält,
dann eingeweicht und m it Wasser Mandel-, Dinkel- oder Haferbasis Stärke zu Zucker abbauen. Leicht
zu einem feinen Brei vermah­ ähnelt im Großen und Ganzen der gekühlt schmecken sie am besten.
len. Eine Zentrifuge trennt die Herstellung der Soja Drinks. Je­ Aber auch im Mix m it Früchten
Feststoffe von der Flüssigkeit, doch werden Mandeln vor dem oder Säften, in Müsli, Grießbrei

DE-ÖKO-007
kurzes Erhitzen und die sterile Quellen geröstet, um ihr nussiges oder Desserts sind die Drinks sehr
Abfüllung in Tetra-Pak-Kartons Aroma zu verstärken. Bei DinkeL lecker. Ein weiterer Pluspunkt:
machen sie haltbar. Die Herstel­ Hafer und Reis Drinks werden Die Milchalternativen sind auch
lung der anderen Drinks auf Reis-, Enzyme hinzugefügt, die ihre zum Kochen super geeignet.
* Enthält von Natur aus Zucker.

H GESUNDHEIT

Ohne Laktose und Gluten U ngesättigte Fettsäuren


Manche Menschen können Milchzucker Die D rinks liefern nicht nur Mincralstof-
nicht verarbeiten, weil ihnen das Enzym fe, sondern auch Vitam ine, die G etreide­
Laktase fehlt, das Milchzucker - oder drinks auch Ballaststoffe. Außerdem
Laktose - bekömmlich macht. Andere enthalten diese Getränke meist weniger
w iederum müssen sich aufgrund von Fett als Kuhmilch. Sie weisen einen hohen
Zöliakie, einer Erkrankung des D ünn­ Gehalt an ungesättigten Fettsäuren auf.
darms, glutenfrei ernähren. Milch kann die Diese kann der Körper nicht selbst her­
Darmschleimhaut dieser Menschen zusätz­ einen alternativen Genuss zu M ilch und steilen, deshalb sollten sie in der Nahrung
lich belasten und irritieren. Für all jene, die Milchprodukten suchen sollen oder wollen, stecken.
eignen sich Soja, Mandel oder Reis Drinks.

C holesterinfrei
Als pflanzliche Erzeugnisse sind alle
Drinks frei von Cholesterin. Die fettähn­
liche Substanz steckt von Natur aus nur in
tierischen Produkten.
FO TO : D A V ID S IL P A /L A IF
¥ TITEL

Deutschland zeigt sich weltoffen und hilfsbereit. Doch es wächst die Sorge,
dass gerade deshalb die Zahl der inge weiter drastisch steigen wird
Von Felix H u tt und Jens König

'*•
10.9.2015 S tern 25
ES SIND DIE SCHICKSALE» DIE BERÜHREN
ln einer Halle nahe dem Dortmunder Bahnhof werden mehr als 1000 Neuankömmlinge mit Getränken und ersten Informationen versorgt

~r~rt? fJj'jä *^#^aHj 7 \ 'vjg£k fl2s*^. \f.JEr


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Die Syrer Selda


und Rakan mit
ihren Kindern.
Das Mädchen
Sadan wurde im
Chaos des Buda-
pester Bahnhofs
geboren. In
München kann es
endlich gründlich
medizinisch be­
handelt werden
Ghofran Fetaiti
ist Münchnerin
mit tunesischen
Wurzeln. Am
Hauptbahnhof
hilft sie überall,
übersetzt,
spendet Trost.
Die Flüchtlinge
suchen ihre
Nähe, vor
allem Kinder

10.9.2015 S tern 29
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17HML

RB73-5
am Hauptbahnhof. Aus den Zügen Solidarität und Hilfsbereitschaft
drängen insgesam t rund 20000 sind so groß, dass man einen Teil
Flüchtlinge, allen voran Syrer. Die davon am liebsten einfrieren und
M ünchner stehen an den Absperr­ konservieren möchte - für die Zeit,
gittern und applaudieren, als hätten da andere Themen die Schlagzeilen
die Ankom m enden soeben einen bestim m en und die Flüchtlinge in
Marathon absolviert, und irgendwie den deutschen A lltag integriert
haben sie das ja auch. „Refugees wel- werden müssen.
come“steht auf Transparenten, auch Diese Tage werden kommen, das
auf Arabisch werden die Flüchtlinge weiß die Kanzlerin, das weiß die Re-
willkommen geheißen. Die meisten gierung, das wissen alle Parteien.
haben den Weg über den westlichen Die beiden Flüchtlingsunterkünfte,
Balkan genommen, sie kommen aus die am M ontag in Thüringen und
Budapest, wo die Zustände sie tage­ Baden-Württemberg in Flammen
lang am gelobten Europa haben aufgingen, geben einen Hinweis
Welche Macht Bilder doch besitzen, zweifeln lassen. Sie sind so müde, darauf, dass bei aller Herzlichkeit
welche Wirkung sie entfalten. dass ihnen das Erleichtertsein Fremdenfeindlichkeit, Angst und
Eben noch war Deutschland für schwerfällt. Helfer berichten, dass Überforderungsgefühle in der deut­
viele Europäer der Zuchtmeister des viele auf den Feldbetten in den Auf­ schen Gesellschaft nicht über Nacht
Kontinents, der herzlose Sparkom­ fanglagern sofort einschlafen, weil verschwunden sind. Darüber wird
missar, der Griechenland ins Ver­ sie einfach nicht mehr können. auch nicht die „deutsche Flexibili­
derben stürzt.Und plötzlich steht es Nach ihrer Ankunft werden sie als tät“ hinweghelfen, die die Kanzlerin
als Vorbild da. Für die freundliche, Erstes m it warm en Kleidern ver­ angekündigt hat. Die Aufnahme von
hilfsbereite Aufnahme Zehntausen­ sorgt, in M ünchen ist es an diesem 800 000 Flüchtlingen allein in die­
der Flüchtlinge wird Deutschland Wochenende herbstlich kühl. A n­ sem Jahr bedeutet Anstrengung,
weltweit gelobt. A u f den Titelseiten schließend gibt es Brot, Wasser, Obst, kulturelle Konflikte, Konkurrenz­
der Zeitungen von Warschau bis bevor die Flüchtlinge sich au f dem kampf im Alltag. Sigmar Gabriel, der
New York sind Deutsche abgebildet, Bahnhofsplatz in Schlangen einrei­ Bauchpolitiker, hat das sofort er­
wie sie erschöpfte Syrer m it Beifall, hen und in Zelten einer ärztlichen kannt. Der SPD-Chef mahnt, die
Kuscheltieren und selbst gebacke­ Untersuchung unterziehen müssen. Sorgen und Ängste vieler Menschen
nem Blaubeerkuchen empfangen. Einige werden m it dem Kranken­ ernst zu nehmen: „Wir müssen das
„Deutschland geht in dieser schwie­ wagen in Hospitäler gefahren, sie Land Zusammenhalten.“
rigen Flüchtlingskrise m it gutem haben sich au f ihrer Reise Infektio­
Beispiel voran“, schreibt die spani­ nen eingefangen. Viele wollen ein­ Hinter der Routine lauert Angst
sche „El Pafs". fach nur mal duschen. Sie haben Nachdem die Bundesregierung ver­
Wieder mal ist ein neues Deutsch­ nichts außer einer Plastiktüte mit standen hat,dass sie das Flüchtlings­
land zu bestaunen. „Almanya“ist für ein paar Habseligkeiten dabei, an­ problem nicht länger verdrängen
viele Araber, Afrikaner, Kurden, dere tragen Rucksäcke und Koffer. und an die Ränder Europas schieben
Afghanen zu einem Sehnsuchtsort Wenn die Flüchtlinge aus den kann, reagiert sie, wie versprochen,
geworden. Einige halten Transpa­ Zügen steigen, den Applaus hören, schnell, flexibel, unbürokratisch. Die
rente mit dem Porträt der deutschen den Empfang sehen, dann zücken Koalition beschloss nach einem
Kanzlerin hoch. „Merkel, please help viele ihre Mobiltelefone und filmen sechsstündigen Gipfel am späten
me“ steht darauf. Oder: „Mama die M ünchner hinter den Absperr­ Sonntagabend ein Sechs-Milliarden-
Almanya“. Diese internationale A n­ gittern. Die wiederum film en die Notprogram m , den Ausbau von
erkennung rührt selbst die sonst so Ankommenden. Ein großes Hallo im 150000 Plätzen in winterfesten
kühle Mama Almanya. Sie misst ihr Handy-Zeitalter. Unterkünften, zusätzliche Stellen
historische Bedeutung zu. „Ich fin­ Eine Flüchtlingsgeschichte, die bei der Bundespolizei sowie dem
de das schon durchaus bewegend“, ein Happy End zu haben scheint. Bundesamt für M igration und
sagt Angela Merkel. „Das ist etwas Die letzten Tage gab es einen sol­ Flüchtlinge, überwiegend Sachleis­
sehr Wertvolles, wenn man einen chen Ansturm der Hilfsbereitschaft, tungen statt Geld für Flüchtlinge in
Blick in unsere Geschichte wirft." dass die Behörden darum bitten, den Erstaufnahmehäusern.
Sie trägt an diesem M ontagvor­ nichts mehr zum Hauptbahnhof zu Der Regierungsapparat schnurrt
m ittag im Kanzleramt ein graues bringen. Auch an ehrenamtlichen au f Hochtouren. Aber hinter der
Jackett und eine ernste Miene. Lan­ Helfern mangelt es nicht, sie arbei­ professionellen Routine lauert auch
ge hält sie sich nicht m it Ergriffen­ ten im Vier-Stunden-Schichtdienst. Angst: Wie viele Flüchtlinge werden
heit auf. Sie spricht von einem In den sozialen Netzwerken kann noch kommen? Was, wenn der
„Kraftakt“. Sie weiß, was Deutsch­ man verfolgen, wie Freunde und Be­ hum anitäre Notfall Ende letzter
land, was ganz Europa bevorsteht: kannte Lebensmittel und Windeln Woche, als Merkel entschied, Tau­
ein Drama, eine gewaltige Heraus­ sammeln, eine M ünchner Hebam­ sende Syrer einfach ins Land zu las­
forderung. Dagegen ist die Rettung me hat sich mit einer Ärztin zusam­ sen, nicht der letzte war? Geht das
Griechenlands Kinderkram. m engetan und ist nach Budapest noch mal? An allen Gesetzen vorbei?
Das neue, offene, gastfreundli­ gereist, um vor Ort zu helfen. Ein Stim m t es, dass sich in den Flücht­
che Deutschland konnte man am Biobauer hat seinen Kastenwagen lingslagern im Irak, in Jordanien, in
Wochenende in M ünchen erleben, beladen und ist einfach losgefahren. der Türkei jetzt im m er mehr Men-

32 Stern 10.9.2015
Wer um Arbeit? Wie sieht die Inte­
gration ganz praktisch aus? Wie
verteilt man die Lasten gerecht in
einem zerstrittenen Europa? Auf die
vielen so w ichtigen Fragen haben
Bundes- und Landesregierungen
noch keine Antworten. Wie auch.
Jeden Tag kom m en Tausende
mehr, zurzeit die m eisten über
M ünchen. Die Stadtverwaltung
schlägt Alarm. Sie ist an der Kapazi­
tätsgrenze. Viele Flüchtlinge wer­
den notdürftig in Turn- und Messe­
hallen untergebracht, einige au f
Bayern und andere Bundesländer
verteilt. Man versucht, Gruppen zu­
sammen zu lassen, aber wer wohin
kommt, das liegt oft nicht mehr in
der Macht der Flüchtlinge. Doch die
haben sehr wohl eigene Vorstellun­
gen, wollen in die Großstädte, nach
München, Hamburg, Frankfurt. Wer
kann, wer soll sie aufhalten?
Colin Turner von der Linken, der
als Pressesprecher der ehrenam tli­
Nach einem chen Helfer am Hauptbahnhof fun­
ersten medizini­ giert, sagt, dass er sich über das herz­
schen Check
liche W illkom m en freue. Aber es
werden die
sehen nach Deutschland aufm a- Flüchtlinge merken schnell, dass sie Flüchtlinge vom wiege die Flüchtlinge auch in fal­
chen, erm untert durch den freund­ Arabisch spricht, suchen ihre Nähe. Münchner scher Sicherheit. Nicht alle werden in
lichen Empfang? Wie ernst sind die Unter ihnen eine syrische Familie Hauptbahnhof Deutschland bleiben dürfen,auf vie­
Aufrufe des Islamischen Staats an aus Horns, vom Krieg traumatisiert. mit Bussen in die le wartet ein langes Asylverfahren,
seine Kämpfer zu nehmen, m it den Die Tochter ist vier. Ghofran schenkt Aufnahmelager der Winter wird kommen. Ein Syrer,
gebracht. Es
Flüchtlingsström en nach Europa ihr Spielzeug, je tz t lacht sie. In mit dem er darüber geredet habe,
kommen nicht
einzudringen? der Nacht begleitet Ghofran einen nur Ingenieure habe nur gelacht und sein T-Shirt
Trotzdem, wer die Geschichten Zug m it 500 Flüchtlingen nach und Ärzte - viele hochgezogen. Sein Oberkörper war
am M ünchner H auptbahnhof er­ Dortmund. Vor allem die Kinder sind ungebildet voller Narben,Schusswunden. Da hat
lebt, weiß, dass Merkels hum anitä­ kommen zu ihr, schütten ihr Herz Turner verstanden, wie groß die Er­
re Entscheidung richtig war. Da ist aus, freuen sich über jeden Teddy­ leichterung sein muss, erst einmal
das Ehepaar aus Deir al-Zur, Syrien. bären, den die M ünchner ihnen hier angekommen zu sein.
Rakan,32, der Vater, selbstständiger geschenkt haben. Der frühere Bundespräsident
Unternehmer, Selda, 30, die Mutter, Eine zw ölfjährige Syrerin sagt Christian W ulff hat die Herausfor­
Ingenieurin, Yazan, 1, der Sohn. Über Ghofran, dass sie solche Bauch­ derung als „historische Aufgabe“ be­
einen M onat waren sie unterwegs, schmerzen habe. Ghofran breitet schrieben, die „anspruchsvoller“ sei
Syrien,Türkei, Griechenland, Maze­ eine Wärmedecke auf dem Boden als die Eingliederung der Millionen
donien, obwohl Selda schwanger aus, die Kleine legt sich hin, erzählt von Vertriebenen nach dem Zweiten
war. Im Trubel des Budapester Bahn­ von ihrer Reise. Von dem Boot, auf W eltkrieg und die W iedervereini­
hofs Keleti wurde das Kind geboren, dem sie sich auch hinlegen musste gung: weil hier Hunderttausende
keine 2500 Gramm schwer, es konn­ und böse M änner im m er wieder Menschen integriert werden m üs­
te nur notdürftig versorgt werden. gesagt haben, dass man es unterge­ sen, die „ganz andere kulturelle
M it dem Bus ging es weiter nach hen lassen werde. Ihre Eltern sind Erfahrungen und oft eine andere
Wien,dann endlich nach München. noch in Syrien, nur ihr Onkel und R eligion“ haben. Erst w enn die
U nfassbare Freude, ein N otarzt Cousin hatten die Kraft, m it ihr die Flüchtlinge, die heute stranden, in
hilft, das Baby kom m t in den Inku­ Reise anzutreten. Deutschland tatsächlich angekom­
bator,dann ins Kinderkrankenhaus, Wie geht man mit Zehntausenden men sind, ist das Bild, das wir in die
dort haben sie ein Zim m er für die traum atisierter M enschen um? Welt senden, wirklich fertig. y
ganze Familie eingerichtet. Sadan Wie organisiert man die Familien­
heißt das Mädchen, der Name steht zusammenführungen? Viele wollen
für Schutz, den alle so dringend weiter, nach Hamburg, einige nach /•'"V /'""‘S Felix Hutt(L), Münchner,
\ - * ist stolz, wie warmherzig
- 1

benötigen. Schweden. Kann man, soll man, darf


v jji seine Heimatstadt
Ghofran Fetaiti, 23, eine M ünch­ man die Wünsche erfüllen? Wer ft t f f t f t l die Flüchtlinge empfängt.
nerin m it tunesischen Wurzeln, küm m ert sich um Wohnungen für Jens König, Berliner, ist ein wenig
m eldet sich als Sanitäterin. Die die Zeit nach den Auffanglagern? neidisch - ausnahmsweise

10.9.2015 stern 33
r
Ungarn baut an der Grenze zu Serbien einen Zaun gegen die Flüchtlinge.
Eine Reise entlang des Stacheldrahts, der die Zerrissenheit der EU zeigt
Von Joachim Rienhardt; Fotos: Akos Stiller

Kilometer
-fv .' um Kilometer:
die neu errichtete
Grenzbefestigung
zwischen Ungarn
und Serbien
bei Röszke
blockfreie Jugoslawien versperren macht zu entgehen. Hilfe ist ohne­
sollten. Auch danach hat er ge­ hin nicht zu erwarten. Noch nicht
sehen, was Abschottung bedeutet. einmal Wasser.
„Ich war bei den UN-Truppen auf Muskelbepackte, tätowierte Schlä­
dem Sinai im Einsatz“, sagt der Sol­ gergestalten haben sich in der Zu­
dat leise. „Dort, zwischen Israel und hörerschaft von Gabor Vona verteilt.
Ägypten, ging es auch los m it einem Freiwillige der von Vona gegründe­
Zaun. Dann kam eine Mauer. Dann ten „Neue Ungarischen Garde" ste­
der Krieg.“ hen in schwarzen Uniformen und
Kalter Krieg, der Sinai - das war Springerstiefeln Spalier. 300 Anhän­
für ihn weit weg. Jetzt fühlt er sich ger schwingen die Flagge von Vonas
zurückversetzt in dunkle Zeiten. Partei. Darauf steht: „Bewegung für
An die erinnert in der Nähe auch ein ein besseres Ungarn." An einem
von der EU finanziertes Grenz­ Blum enbeet steht eine Heiligen­
Der Zaun erhebt sich direkt hinter museum. Schlagbäume, Schützen­ figur m it Friedenstaube, daneben
dem Feld m it schwarz verbrannten gräben und Schießstände sind wie ein Gedenkstein: „Du kannst dies
Sonnenblum en, keine 500 Meter ein M ahnmal aufgebaut. „Schaut alles zerstören. Aber denke daran,
entfernt vom offiziellen Grenzüber- euch das an" sagt der Soldat, er wirkt welche M ühe es gekostet hat, dies
gangTiszasziget im Süden Ungarns. nachdenklich. alles aufzubauen.“
Wie überall an der rund 170 Kilome­ Ungarn war das Land, das einst Das Blumenbeet, Europa, letztlich
ter langen Grenze zu Serbien steht den Fall der Mauer eingeläutet hat. der Frieden. Vona hat anderes im
die Sperre bereits eineinhalb Meter Damals, im Juni 1989, als Außen­ Sinn. Er m alt das Schreckgespenst
hoch. Aber sie soll noch höher wer­ minister Gyula Horn in einem sym­ eines durch Flüchtlinge kollabie­
den. Acht Männer ziehen die Spirale bolischen Akt den Eisernen Vorhang renden Sozialsystems, wettert gegen
eines Stacheldrahts wie eine Zieh­ durchschnitt und später Hunderte Überfremdung. Natürlich respek­
harmonika auf, hieven sie hoch und von DDR-Bürgern in Zügen in den tiere er fremde Kulturen. „Aber alles
fixieren sie m it Kabelbindern. Westen ausreisen ließ, ohne Moskau an seinem Ort.“ Dann ruft er: „Es ist
Der Aufseher, ein Soldat in Tarn­ um Erlaubnis zu fragen. Jetzt ist noch nicht zu spät, die Tragödie zu
uniform , hält sich rauchend im es gerade Ungarn, das die Mauern verhindern.“ Flüchtlinge müssten
Hintergrund. Er hebt den Zaun m it wieder hochzieht. Regierungschef allesamt zurückgeschickt, die Gren­
einer Hand vom Boden ab. „Man Viktor Orbän spielt den starken ze hermetisch abgeriegelt werden.
kann einfach unten durchkriechen" Mann. Was die EU von ihm hält, so „Man soll niemandem das Leben
sagt er. Aber eine zweite Reihe mit scheint es, ist ihm schon lange nehmen“ sagt er. Aber warum solle
einem vier M eter hohen Zaun, wie gleich. Ratschläge aus Brüssel sind man denn keine Gummigeschosse
sonst an der Grenze entlang, sei hier für ihn M ajestätsbeleidigung. Ihm einsetzen? „Die Regierung hat nur
trotzdem nicht geplant. „Hier ist geht es vor allem darum, gegen eine Wahl: Entweder sie machen
Sumpfgebiet. Die Schmuggler m ei­ Rechtsradikale im Land nicht noch das so, wie wir das vorschlagen. Oder
den diese Gegend.“ mehr an Boden zu verlieren. Immer­ wir machen den Job.“
Seit Juni bauen Soldaten, unter­ hin 61 Prozent der Ungarn sind für R egierungschef V iktor Orbän
stützt von Sträflingen und Arbeits­ den Zaun. scheint sich für das Erste entschie­
losen, entlang Ungarns Südgrenze den zu haben. Ihn kümmert wenig,
einen Zaun. Flüchtlinge aus Syrien Druck von rechts dass genau das die EU in die Zerreiß­
oder Afghanistan sollen draußen „Europa ist paralysiert. Wir müssen probe treibt. „Wir Ungarn haben
bleiben. Und m it jedem Tag, an dem das Recht in die eigene Hand neh­ Angst" sagt er. „Wenn wir alle rein­
das Sperrwerk gegen Flüchtlinge men“, ruft Gabor Vona a u f dem lassen, geht Europa unter." Er ist
wächst, wird deutlicher, wie ge­ Dorfplatz von Röszke ins Mikrofon, sich bewusst, welche Sprengkraft in
gensätzlich die Wertvorstellungen 30 Kilometer westlich vom Grenz­ seinen Sätzen liegt: „Europa steht
innerhalb der EU sind. Auf der einen m useum . Vona ist C hef der natio­ vor der Explosion.“
Seite Ungarns R egierungschef nalistischen Jobbik-Partei, er ist Orbän kämpft gern gegen Brüssel.
Viktor Orbän, der au f Abschottung gerade aus Budapest in das 3000- Er ließ sogar die Verfassung um ­
setzt. A u f der anderen vor allem Einwohner-Dorf gekommen. Hier schreiben, um Obdachlosen - also
Deutschland und Frankreich, die auf ist die einzige Stelle, an der der Zaun auch Flüchtlingen - das Schlafen
Humanität pochen und versuchen, eine Lücke aufweist - um den Eisen­ unter freiem Himmel zu verbieten.
die Anstrengungen dafür gerecht zu bahnverkehr nicht zu behindern. Die Medien hat er straff unter staat­
verteilen. Der Zaun ist das Symbol Entlang der Gleise kom m en jetzt liche Kontrolle gebracht. Natürlich
der gegenwärtigen Zerreißprobe der manchmal über 3000 Flüchtlinge ist das nicht vereinbar mit den euro­
Europäischen Union. am Tag. Aber keiner ist „Herzlich päischen Gesetzen. Die Prozesse vor
Hier, an seinem westlichen Ende, w illkom m en" wie es unter dem dem Europäischen G erichtshof
sind gerade ungarische Sozialhilfe­ Ortsschild steht. Sie werden an scheinen ihn allerdings eher noch
em pfänger au f Schicht. Der Chef- einem staubigen Sammelplatz emp­ zu beflügeln.
Aufseher hat hier als Grenzsoldat fangen von Polizisten m it Helmen Schon vor M onaten ließ er das
schon zu Zeiten des Kalten Krieges und Schutzschilden. Viele kriechen ganze Land mit fremdenfeindlichen
gedient. Damals, als Minen, Hunde rechts und links der Gleise unter Sprüchen plakatieren. Gegen Aus­
und Stolperdrähte den Weg ins dem Zaun durch, um der Staats­ länder, aber auf Ungarisch, an die ►

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Rechte Schläger:
Anhänger der
nationalistischen
Jobbik-Partei
marschieren an
der Grenze
zu Serbien auf
Landsleute gerichtet: „Wenn ihr nach Jahren versuche, sein Haus zu ver­
Ungarn kommt, nehmt Ungarn kei­ kaufen. Jetzt seien zwielichtige Ge­
Grenzzaun
ne Arbeitsplätze weg.“ Eine Quoten­ stalten aufgetaucht m it viel Geld,
regelung, wie sie EU-Kommissions- ganz bestim m t seien es Schleuser
chef Jean-Claude Juncker vorschlägt, gewesen. „Fremde“, heißt es w ört­
m ittels der Flüchtlinge in die M it­ lich, „m it verdächtigen Gesichtern“.
gliedsstaaten verteilt werden sollen, „Vor allem die Alten haben Angst“,
ist mit ihm nicht zu machen. Da ist sagt Imre Bozoki, 48. Er arbeitet für
sich Orbän ausnahmsweise mit an­ die Gemeinde M örahalom ,i5 Kilo­
deren einig - den Regierungschefs m eter weiter westlich. Jeden Tag
von England, Polen, der Slowakei holpert er m it seinem rostigen Ford
RUMÄNIEN
und Tschechien. Transit über Feldwege und klappert
Viktor Orbän ist zur hässlichen 20 km armselige Kleinsthöfe ab, um alte
Sym bolfigur für die Unfähigkeit KROATIEN i » Menschen m it Essen, Post und Me­
geworden, die Flüchtlingskrise zu dikamenten zu versorgen. Mitunter
Rund 170 Kilo­
lösen. Mal hetzt er die eigenen meter lang ist
haben sie noch nicht einmal Strom­
Landsleute auf. Dann wieder erklärt Kekesi. „Alles wird verteufelt, was der Zaun, den anschluss. Die Grenze ist oft nur
er das Flüchtlingsproblem zur deut­ von außen kommt." Ausländische Ungarn an wenige Meter entfernt. Hier in der
schen Angelegenheit. Sollen sie Investitionen, die EU, die westlichen der Grenze Gegend ließ die Regierung vier ver­
doch alle dorthin gehen. Oder in die Industrienationen - nichts werde zu Serbien schiedene Zaunvarianten zum Test
errichtet. Ende
Türkei. „Kommt nicht! Es ist gefähr­ ausgelassen. „Es ist wie früher im installieren. Soldaten mussten aus­
November soll
lich herzukommen!", ruft er den Kalten Krieg. Damals ging es um die er fertig sein probieren, ob man sie überwinden
Flüchtlingen zu. reine marxistische Lehre, heute um kann. Heute beweisen die Flüchtlin­
Solche Sprüche sollen bewirken, die Rettung des Abendlandes." ge, dass das ganz gut funktioniert.
dass ihm W idersacher w ie der Beim D orf Kelebia, genau in der Manchmal sind je tzt Gruppen
rechtsradikale Gabor Vona nicht M itte der Grenze zu Serbien, liegt von 80 Flüchtlingen zu sehen, ab
noch m ehr Stim m en abknöpfen. das logistische Zentrum des Schutz­ und an klopfen sie an Fenster der
Vona liegt schon bei 24 Prozent, walls, der Ungarn vor dem Unter­ Höfe, um nach Wasser oder Essen
treibt die Regierenden weiter vor gang retten soll. Neun Bautrupps zu fragen. M eist aber hinterlassen
sich her. So wie jetzt au f dem Dorf­ arbeiten zw ö lf Stunden am Tag, sie nur ihre Fußspuren, dazu Schlaf­
platz von Röszke. Vona genießt den sieben Tage die Woche. Jetzt wird säcke, Kleider, Plastikflaschen. Mög­
Applaus. Die Nationalhymne wird auch hier die zw eite Zaunreihe lichst schnell wollen sie hinüber
gespielt. Dann zieht er m it seiner errichtet, vier Meter hoch, direkt zur asphaltierten Landstraße 55.
Schlägertruppe hinüber zu den hinter den gestapelten Rollen aus Da warten die Schleuser. Größere
Bahngleisen. Sie wollen eine Men­ Nato-Draht. A lte Sowjet-Laster Zwischenfälle sind nicht bekannt,
schenkette über das Gleis spannen, karren M etallpfeiler herbei. Von aber die Dörfer rüsten auf. Ein Bür­
um Flüchtlinge aufzuhalten. Es G efängnissen abkom m andierte germ eister hat vorsorglich neue
riecht nach Schweiß und Bier. Wachleute bohren die Löcher mit Mittel für die Feuerwehr angefor­
„Kämpfer"steht in Runenschrift auf Spezialm aschinen der deutschen dert, von der EU. Im Äsotthalom ein
den Shirts der Muskelmänner. Firma „Gayk Baumaschinen GmbH" paar Kilometer weiter sind sogar
Polizisten gelingt es, die Gleise hämmern anschließend die Pfeiler sogenannte Feldwächter im Einsatz,
frei zu halten. Der Mob verhöhnt die in den sandigen Boden. Im Novem­ sie bilden die param ilitärische
Beamten und die Flüchtlinge gleich ber soll alles fertig sein. Privattruppe des dortigen Bürger­
m it: „Vorsicht am Bahnsteig, der meisters Läszlö Toroczkai, 37, eines
Express aus Damaskus fährt in w e­ Geschürte Angst landesweit bekannten Neonazis.
nigen Minuten ein“, ruft einer in ein Drüben, auf serbischer Seite, werkeln Toroczkai empfiehlt seit Monaten
selbst gebasteltes M egafon. Eine alte Männer in Apfelgärten und klei­ per Videobotschaft den Einsatz eines
blondierte Sym pathisantin, Bier­ nen Gewächshäusern. Kein Flücht­ Gewehrs für Gummigeschosse ge­
wam pe unter dem hautengen Top, ling w eit und breit. So war das hier gen die Migranten. Es sieht aus wie
schreit: „Wo bleibt ihr, ihr Ärzte von auch, bevor der Zaun stand. Und eine Kalaschnikow, sei ein „aus­
der Universität aus Damaskus? Wo so ist es auch Richtung Westen, auf gezeichnetes Mittel, m it dem man
seid ihr, ihr gebildeten Ingenieure?" den restlichen 90 Zaun-Kilometern illegale Einwanderer abhalten kann,
Dass es zu keinem Zusammenstoß bis zur kroatischen Grenze. Kelebia hervorragend anwendbar im Fall
kommt, ist das Verdienst von Mark liegt nicht a u f der Balkan-Route. von gruppenweise ankommenden
Kekesi, 36, Sozialpsychologe an der Und Flüchtlinge haben keine Zeit, Männern im wehrfähigen Alter".
Universität in Szeged. Mit seiner große Umwege zu machen. Tatsächlich werden solche Maß­
Hilfsorganisation „MigSzoL'versorgt Die geschürte Angst in Ungarn nahmen gerade im Parlament in Bu­
er die Flüchtlinge mit Zelten, Wasser, wächst m itunter ins Paranoide. In dapest diskutiert. Die Entsendung
Essen. Jetzt hat er sie gedrängt, auf den Hauptnachrichten des staat­ von Spezialeinheiten der Armee an
serbischer Seite zu warten, um eine lichen Fernsehens geht es stunden­ die Grenze ist beschlossene Sache.
Eskalation zu vermeiden. „Orbän hat lang fast ausschließlich um die Ebenso der Einsatz von Hunden und
gemerkt, dass ihm die Wähler ab- Bedrohung durch die Fremden. In Tränengas. Nur scharfe Waffen noch
springen, weil er die Korruption der Tageszeitung steht ein Bericht nicht. Die Regierung hat den Begriff
nicht in den G riff bekom m t“, sagt über ein Ehepaar aus Röszke, das seit „Staatskrise aufgrund M assen-

38 s te rn 1 0 .9 . 2 0 1 5
DER BALKAN IST NUR ETAPPE, IHR ZIEL IST DEUTSCHLAND

Durch das Nadel­


öhr: Entlang
einwanderung“ einführen lassen: getrieben. Da war nur noch Hass“, der Bahngleise Picknick,das diedrei Grenzgemein­
Wird eine solche ausgerufen, dürfen sagt Molnär. „Heute ist es ähnlich.“ bei Röszke ist den jedes Jahr hier abhalten. Bald
der Zaun offen.
Häuser auch ohne richterlichen Er selbst habe Ende der 80er Jah­ können sie sich verm utlich durch
Diese Lücke
Beschluss durchsucht werden. re dafür gekäm pft, die Diktatur nutzen die die Löcher im Maschendrahtzaun
„Der Zaun hat ja nichts gebracht", zu stürzen. Auch Regierungschef meisten zuprosten.
sagt Zöltan Säringer, 24, einer der Orbän sei damals ganz vorn dabei Flüchtlinge Weiter westlich in Röszke kom ­
Feldwächter in Äsotthalom, gerade gewesen. „Und heute? Da zieht er die men die Flüchtlinge weiterhin über
in Tarnuniform au f Patrouille, Mauern hoch, die er einst m it ein­ die Bahngleise. Männer, Frauen,
Handschellen und Pistole im Hols­ gerissen hat. Irgendwann werden kleine Kinder. Die Karawane scheint
ter. Sein Chef, Bürgermeister Toroc- die Flüchtlinge verschwunden sein. endlos, Tag für Tag das gleiche Bild.
zkai, ist in der Hauptstadt, um sich Aber der Hass wird bleiben.“ Was passiert, wenn am 15. Septem­
m it der Parteispitze von Jobbik zu Molnär setzt sich ins Auto. Er will ber hier die Armee aufm arschiert
beraten. Im Rathaus seines Ortes zum Zaun. Die Feldwege sind nur und das Gleis wie geplant mit einem
verweisen Schilder darauf, dass schwer passierbar. Baulaster der Tor verriegelt wird? Vermutlich wer­
die EU die Heizung und die behin­ M ilitärs haben sie ruiniert. Die den die Flüchtlinge dann über die
dertengerechte Rampe am Eingang Soldaten seien aus dem Nichts ge­ rumänische Grenze kommen. Für
bezahlt hat. kommen. Ohne Anm eldung, ohne den Fall, dass sie an die kroatische
Mahnende Stimmen im nationa­ Plan, ohne Rücksicht. „Es ist wie im Grenze ausweichen, hat Viktor
listischen Getöse wie die von Robert Krieg“, sagt Molnär. „Das M ilitär Orbän angekündigt, auch dort eine
Molnär sind kaum zu vernehmen. Er bricht durch private Felder und pri­ Sperre zu bauen. Gut möglich, dass
ist Bürgermeister des Dorfes Kübek- vate Straßen. Genau wie die Regie­ bald wieder der erste Grenzzaun
häza, im Dreiländereck, wo Rumä­ rung Gesetze aus dem Weg räumt, zwischen zwei Ländern im vereinig­
nien, Serbien und Ungarn aneinan­ die ihr Vorhaben behindern. “ ten Europa steht. y
derstoßen. Dort endet der Zaun. M olnär steigt aus, wo der Zaun
„Kübeckhausen“ heißt das Dorf auf endet, direkt neben einem drei­
Deutsch, und so steht es auch auf eckigen Grenzstein m it drei Staats­ Joachim Rienhardt
dem Ortschild. Donauschwaben ha­ wappen. Mitten im Nirgendwo. Zwei begleitete als Journalist
den Fall der Mauer. Wie
ben bis zum Ende des Zweiten Welt­ Polizisten bewachen das Werk. Drü­
Fotograf Akos Stiller
kriegs hier gewohnt. „Sie wurden ben au f rum änischer Seite steht hätte er nicht geglaubt, dass in Europa
au f Pferdekutschen aus dem Dorf noch das weiße Partyzelt von dem wieder Grenzzäune errichtet werden

10.9.2015 stern 39
Das Bild ging um die Welt: sein kleiner Sohn, ertrunken am Strand. Abdullah Kurdi
wollte Sicherheit für seine Familie. Der Weg dorthin hat ihm alles genommen
Von Raphael Geiger; Fotos: Yasin Akgül

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Abdullah Kurdi, 40,


lebt wieder im
syrischen Kobani.
Eine GrartcTte hat
ein Loch in die
Hauswand gerissen
Alan Kurdi, 3, gestorben auf dem Weg nach Europa

Kos schien so nah.


Er konnte die Umrisse der Häuser erkennen,
als er an der türkischen Küste stand, in der
Nähe von Bodrum. Nachts die Lichter, das
bunte Blinken, es sah aus wie eine Einladung.
Komm herüber, ins bessere Leben.
Abdullah Kurdi, 40, ein Friseur aus Kobani,
wusste, dass er es versuchen würde. Mit Rihan,
seiner Frau. M it seinem Sohn Galip, 4. Und
Alan, 3. Abdullah, der nie lange überlegt und
selten hadert, hatte über diese Reise viel nach­
gedacht. Das Risiko, gerade für die Kinder.
Kein Schlauchboot, hatte er zu den Schleu­
sern gesagt. Eine Yacht, ich will auf einer Yacht
fahren. Ein befestigtes Boot zum indest. Er
zahlte ihnen 4000 Euro für die Familie.
Als Abdullah aufbrach, war er ein Ehemann
und ein Vater, und er war einer von vielen. Jetzt
ist Abdullah berühm t. Und allein. Die Welt
kennt das Bild seines Sohns Alan, wie er am
Strand liegt, vom Meer angespült, am Morgen
nach seinem Tod. Eine Ikone, heißt es. Das Bild
zu der humanitären Katastrophe, die wir er­
leben. Ein Symbol. Sein Junge.
Die Fotografen haben auch den Moment
eingefangen, in dem sich Abdullah gegen die
Mauer des Leichenschauhauses stützt, wei­
nend, nachdem er seine Frau und die beiden
FOTO: REUTERS

Kinder identifiziert hat. Und den Moment, in


dem Abdullah seinen jüngsten Sohn begräbt,
den Leichnam in ein weißes Tuch gehüllt. >•

1 0 .9 . 2 0 1 5 Stern 41
Er hatte in Damaskus gelebt, seit er
20 war. In einem kurdischen Viertel.
Er lernte seinen Beruf, eröffnete einen
Friseursalon. Auch seine Eltern leb­
ten inzwischen in Damaskus. 2010
kam Abdullah in ein Gefängnis des
Assad-Regimes. Warum, möchte er
nicht erzählen. Die Wärter folterten
ihn, zogen ihm all seine Zähne. Fünf
Monate verbrachte Abdullah in dem
Gefängnis. Er musste seine Folterer
bestechen, damit sie ihn freiließen.
Um an das Geld zu kommen, verkauf­
te er seinen Salon. Dann zog er zurück
nach Kobani, in seine Heimatstadt.
Dorthin, wo Kurden lebten, wo er
nicht mehr in der Minderheit war.
Seine Verwandten fragten ihn, ob er
nicht heiraten wolle. Die Männer der
Familie versammelten sich, wie es die
Tradition ist, und überlegten, welches
Mädchen infrage kam. Sie schlugen
ihm Rihan vor. Abdullah war einver­
standen. Rihan, 23, wurde seine Frau.

P läne u n d T rä u m e
Abdullah Kurdi Als Friseur konnte er in Kobani
mit einer Stoff­ kaum Geld verdienen, Abdullah
Wer ist schuld, Abdullah? Für die wenigen, die nach Kobani puppe seiner dachte ans Auswandern. In die Tür­
Söhne. Das Spiel­
„Ich“, sagt er. „Als Erstes bin ich zurückgekehrt sind, ist es ein Leben kei, nach Istanbul. Galip kam auf die
zeug liegt noch
selbst schuld, ich habe meine Fami­ zwischen Trümmern. Keine Arbeit, im Kinderzimmer Welt, dann Alan. Der Krieg erreich­
lie auf diese Reise geführt.“ keine Zukunft. Westlich und südlich im Haus seines te die Stadt und ließ aus Abdullahs
Abdullah ist im Haus seines Onkels steht der IS. Rund um die Uhr bewa­ Onkels, wohin Idee einen Plan werden.
untergekommen. Es ist Sonntagmor­ chen Kämpfer die Einfallstraßen. Im Abdullah nun Istanbul, m it dem Bus. Rihan ver­
zurückgekehrt ist.
gen, er sitzt auf einem roten gepols­ Juni töteten IS-Selbstmordattentä- ließ zum ersten Mal in ihrem Leben
Im Hintergrund
terten Sofa, trägt das karierte Hemd, ter mehr als 200 Menschen. Abdul­ Kobani. Sie fanden eine Wohnung,
schläft
das er schon auf der Beerdigung trug. lah sagt: „Das ist der Ort, an dem ich seine Nichte Abdullah arbeitete in einer Textil­
Neben dem Sofa hat eine Granate ein sterben will." fabrik. 800 türkische Lira, ungefähr
Loch in die Wand gerissen, so groß, Nachbarn besuchen ihn, alte 240 Euro, es reichte gerade so. Die
dass sie es manchmal als Eingang Freunde. Sie drücken ihm ihr Beileid Miete bezahlte Abdullahs Schwes­
benutzen. Im Zimmer nebenan lie­ aus, sagen Sätze wie: Gott hat es so ter, die in Kanada lebt,jeden Monat
gen noch die Stoffpuppen auf dem gewollt. Es ist Schicksal. Abdullah überwies sie Geld.
Bett, m it denen die Jungs gespielt bleibt den ganzen Tag zu Hause, im Einmal rie f Rihan Abdullahs
haben. Zweimal Bert aus der „Se­ Wohnzimmer des Onkels, und hört Großvater an. „Ich m öchte nach
samstraße“, für jeden einen, damit sich diese Sätze an. Europa“ sagte sie. „Geh nicht", sagte
es keinen Streit gibt. Alan war der Immer wieder diese Fragen: Wie er, „Europa ist nichts für dich. Du
Ruhigere, sagt der Vater. Besonnen. fühlst du dich? „Was glaubt ihr denn, wirst sterben." „Ich nehme den Flie­
Galip war ein Draufgänger. wie ich mich fühle, als Vater?“ sagt ger“, sagte Rihan. „Wenn ihr nach
Abdullahs Augen vermeiden Kon­ er dann. Wie ist die Lage?, fragen die Europa geht,bin ich nichtmehr euer
takt. Als wolle er sich die Hände vors Besucher. „Ich habe keine Lage mehr“ Großvater“ sagte er. Es war ihr letz­
Gesicht halten, sich verstecken. sagt er. tes Gespräch, vor einem Jahr.
Während des Gesprächs sagt er oft, Er war ein Syrer au f der Flucht, Zuerst versuchte es Abdullah zu­
dass er müde sei. Nicht mehr reden einer von Hunderttausenden, die sam m en m it seinem Bruder. Sie
möchte. „Wie lange noch?“ fragt er, au f dem Weg sind und eine Hoff­ fuhren nach Edirne im Nordwesten
immer wieder. nung haben, auch wenn sie sich der Türkei, an der Grenze zu Grie­
Kobani ist gezeichnet vom Krieg. kaum zu hoffen trauen. Es ist eher chenland. Über den Fluss Evros
Die kurdischen M ilizen haben die ein Bangen. Immerhin, sie sind un­ w ollten sie, eine griechische Pa­
FOTOS' YASlN AKGUL/AFP

Stadt gegen den Islamischen Staat terwegs zu einem besseren Ort. trouille zog sie aus dem Wasser.
verteidigt, aber die Kämpfe dauer­ Abdullah hat es nicht geschafft, Dann schickten die Polizisten die
ten Monate. Sie vertrieben die Men­ hat alles verloren im Meer. Und j etzt beiden zurück.
schen aus Kobani, so wie der Krieg sieht ihm jeder zu, in der Stunde Abdullah beschloss, das nächste
in ganz Syrien die Menschen aus null seines Lebens. Mal zusam m en m it seiner Familie
dem Land vertreibt. Auch das macht müde. zu reisen. Nie mehr allein. Er sah >-

42 Stern 10.9.2015
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„SPERRT DIE SCHLEUSER EIN“, SAGTE ER DEM MINISTER
in den Nachrichten, wie viele Syrer
über die griechischen Inseln nach
Europa gelangen. Er wollte auch.
Die Schwester aus Kanada
schwärmte am Telefon, sie bemühte
sich um ein Visum, ohne Erfolg. Sein
Bruder rief an aus einem Aufnahme­
lager bei Heidelberg. „Komm, denk
an deine Kinder" sagte er zu Abdul­
lah. „Das Leben hier ist besser.“
„Sie hätten mir das gar nicht er­
zählen müssen“ sagt Abdullah. „Ich
wusste das ja. Jeder weiß es.“
Anfang August machten sie sich
auf nach Bodrum.
Der erste Versuch misslang, der
Motor des Schiffes begann zu rau­
chen. Der Schleuser kehrte um,
Abdullah bekam sein Geld zurück.
Er zahlte immer nur an einen M it­
telsmann. Die Schleuser hätten sein
Geld nur bekommen, wenn er Kos
erreicht hätte.
Der zweite Versuch endete, als die
türkische Küstenwache sie entdeck­
te. Abdullah hatte heimlich gebetet, m

dass es so kommt. Es war ein Plastik­ Auf der


boot, er hatte Angst vor der Überfah rt. Beerdigung
Vor dem dritten Versuch fragte hält Abdullah Am Morgen saß er a u f einer Poli­ Zur Beerdigung kamen 500 Gäste.
Kurdi eine Rede.
Galip: „Papa, willst du, dass ich ster­ zeistation in Bodrum und wusste Freunde, Nachbarn, türkische Politi­
Er hätte lieber
be und mir das Blut aus dem Mund eine ungefähr­ nur, dass seine Familie im Meer ker, kurdische Politiker. Der türkische
läuft?“ Abdullah antworte: „Sprich lichere Route in ertrunken war. Er saß vor den Po­ Premierminister rief Abdullah an,
nicht so, wir werden nicht sterben.“ den Westen lizisten, in den einzigen Sachen, gesegnet seien deine Söhne, sagte er.
Nur für die Jungen packten sie gewählt. Aber die er noch besaß. Er wusste nicht, „Sperrt diese Schleuser ein“, sagte Ab­
erfand keine
Kleidung ein. Pässe, Papiere, Fotos dass die M enschen a u f Facebook dullah. Werden wir,sagte der Premier.
der Jungen, m ehr hatten sie nicht und Twitter schon das Foto sei­ Die kurdische Verwaltung schlug
dabei. Sie bestiegen das kleine nes Sohns posteten. Er hatte kein vor, man könnte Abdullahs Familie
Jetboot wie Menschen, die nichts Handy mehr. auf dem Märtyrerfriedhof begraben.
zurückzulassen haben. Schließlich zeigte ihm ein Polizist Aber Abdullah fand, sie seien keine
das Bild. Alan, am Strand angespült Märtyrer. „Sie sind“ sagte er, „ein­
Die tö d lic h e n W ellen m it seinem roten T-Shirt, den blau­ fach nur Zivilisten.“
Das Meer war unruhig in dieser en Shorts und den Schnürschuhen, Rihan, Galip. Und Alan, der Junge,
Nacht. Sie spürten die Strömungen, die sie ihm vor der Reise angezogen den die Welt kennt, der noch vor ein
den Wellengang. Sie waren den Lich­ hatten. Er lag au f dem Bauch, den paar Tagen morgens seinen Vater
tern von Kos kaum näher gekom ­ Kopf zur Seite gelegt. Als würde er weckte, ihm gegen die Brust boxte,
men, vielleicht waren sie vier, fü n f schlafen. „genug geschlafen!“ rief und: „Ich
M inuten unterwegs, als eine erste Abdullah w ollte nur noch nach habe Hunger, kann ich eine Banane
hohe Welle das Boot traf. Der Schleu­ Hause. haben?“
ser, der das Boot lenkte, bekam Am Abend bestieg er zum ersten Abdullah hat sich das Foto vom
Angst, er sprang über Bord und Mal in seinem Leben ein Flugzeug. Strand bis heute kaum angesehen,
schwamm davon. Die Leichname von Rihan, Galip sein neues Handy kann keine Fotos
Als eine zweite Welle das Boot traf, und Alan flogen im Frachtraum mit. zeigen. Er hat Alans Bild im Kopf.
FOTOS VASIN AKGUL/AFP; NADOLU/GETTY IMAGES

verlor Abdullah die Kontrolle. Rihan Abdullah brachte seine Familie Das seines Jungen, der ihn wegen
und Galip verschwanden in der nach Hause. einer Banane weckt.
Dunkelheit, Alan versuchte noch, Eine Nacht in Istanbul, am Frei­
um Hilfe zu schreien. „Ba!" rief Alan, tagm orgen weiter nach Sanliurfa
„Ba-ba!“ Da hielt er sich gerade noch nahe der türkisch-syrischen Gren­ Raphael Geiger telefonierte
m it dem Mund über Wasser, aber es ze. In einem Van die 80 Kilometer bis vom türkischen Suruc aus mit
schoss schon in seinen Mund. Se­ zum Grenzübergang nach Kobani, Abdullah Kurdi. Der Übergang
nach Kobani ist derzeit nur
kunden, bis er unterging. begleitet von einem Konvoi aus
für rückkehrende Syrer geöffnet.
Abdullah trieb zwei Stunden im Polizei und Journalisten. A u f dem Übersetzer Ferhad Abbas schilderte
Meer,vielleichtauch drei,bevor ihn Seitenstreifen Leute, die m it ihren ihm von dort die Gesprächssituation.
die Küstenwache entdeckte. Handys fotografieren. Mitarbeit: Khalil Othman

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durch D P V Deutscher Pressevertrieb G m bH, Nils O berschelp (V o rs itz), Heino Dührkop, Dr. Michael Rathje, O üsternstraße 1. 2 0 3 5 5 H am burg, als leistender U nternehm er. AG H am b u rg , HRB 95752.
Es zerreißt einem das Herz. Ein Kind, einige rechtsradikale Idioten das Er­
das da liegt, als würde es schlafen. scheinungsbild bestimmten. Das ist
Aber man weiß: Es ist tot. Gestorben vorbei. Nun sehen wir die Frauen
beim Versuch seiner Eltern, ein bes­ und Männer mit den „Welcome'-Pla-
seres Leben zu finden. Das geht ans katen in München und anderswo.
Gemüt. Dass wir gerade auf ein Bild Das Vorbild Deutschland.
reagieren, charakterisiert unsere W elchen außenpolitischen Effekt
Gesellschaft: Wir halten viel auf hat das?
unsere Rationalität, aber in Gang Es ist eine Politik der Beschämung
gesetzt werden wir erst durch sol­ der sich verweigernden Länder. Ein
che Bilder. Wir können, wie jetzt bei Appell an deren Zivilgesellschaften.
dem Flüchtlingsdrama, Infonnatio­ Wir leben eine gewisse Vorbildlich­
nen und Zahlen verarbeiten, ohne keit und hoffen, dass die Bürger
dass unsere Barmherzigkeit, unser anderer Länder sagen: Das ist ja
Herr Professor Münkler, in Ungarn M itgefühl geweckt würde. Das hat grauenhaft und peinlich, wie unse­
brechen Flüchtlinge aus dem Lager erst dieses Bild geschafft. re Regierungen m it dem Problem
aus und m arsch ieren zu Fuß in W arum hat die Kanzlerin so lange umgehen. Immerhin hat sich Groß­
R ichtung Deutschland; es werden gebraucht, um die politische Füh­ britannien jetzt ein Stück bewegt.
Stach eldrah tzäun e an den G ren ­ ru n g in der F lü ch tlin gsfrage zu Prof. D er G ro ß te il d er F lü ch tlin ge
zen e rric h te t... Erinnern Sie diese übernehm en? Herfried nim m t Kurs a u f D eutschland. Wa­
Bilder an etwas? Es entspricht Angela Merkels Natu­ Münkler... rum gelten w ir als gelobtes Land?
Ja, sie ähneln den Bildern aus der rell, erst einm al abzuwarten und Es ist die wirtschaftliche Potenz, die
... ist einer der
Zeit, als der Ostblock zusam m en­ sich zu beraten. Sie betreibt eine Deutschland attraktiv macht, der
einflussreichs­
brach. Damals gab es auch solche Politik der Fehlervermeidung. Und ten Politikwis­ Gedanke: In diesem Land kann man
hektischen Flüchtlingsbew egun­ sie muss die Wähler der Union Z u ­ senschaftler Arbeitsplätze finden. Und es hat sich
gen. Nur war Ungarn damals ein sam m enhalten. Die hätten es ihr Deutschlands. auch herumgesprochen, dass der
ganz anderes Land. Eines, das seine m utm aßlich verübelt, wenn sie zu Berühmt ist Umgang m it Flüchtlingen hierzu­
Grenze aufgemacht hat. schnell und zu forsch losmarschiert seine Studie lande besser ist als anderswo.
Jetzt regiert dort der nationalkon­ wäre. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat über Machiavelli, Vor allem die CSU glaubt, dass die
servative V iktor Orbän. Passt d es­ es ja aufseine Art versucht, aber aus sein jüngstes deutschen Sozialleistungen M en­
sen A u tokratie zu Europa? der 25-Prozent-Ecke ist die SPD des­ Buch heißt schen ins Land locken. Ist es so?
Eigentlich nicht. Europa definiert halb nicht herausgekommen. „M acht in der Das mag bei Flüchtlingen aus dem
sich über Dem okratie, Rechts­ M erkel hat dann m it dem Satz „Wir Mitte. Die neuen Kosovo und Bosnien eine Rolle spie­
Aufgaben
staatlichkeit und Toleranz, und schaffen das“ alle überrascht.W as len. Aber der Nahe Osten steht in
Deutschlands
die Ungarn bewegen sich schon steck t dahinter? Flammen, da geht es den meisten
in Europa“
seit geraumer Zeit am Rande, wenn Es ist die Antwort auf eine gefährli­ (Edition Körber-
nur ums nackte Überleben. Das gilt
nicht außerhalb dessen. che Befindlichkeit in der M itte der Stiftung). wohl auch für die Menschen südlich
Auch andere EU-M itglieder schot­ Gesellschaft: Verängstigung. Angst Münkler lehrt der Sahara. Im Übrigen neigt die
ten sich gegen Flüchtlinge ab. entsteht dort, wo ein Problem nicht seit 1992 an CSU zur verbalen Kraftmeierei. Sie
Die Solidarität der Regierungen in bearbeitet wird. In dieser Situation der H um boldt- würde ein viel sympathischeres Bild
Tschechien, der Slowakei, den bal­ hat Merkel den M enschen zuge­ Universität abgeben, wenn sie zeigen würde,
tischen Staaten und Polen ist ge­ rufen: Wir starren nicht wie das zu Berlin. dass die bayerische Verwaltung das
ring ausgeprägt. A uch Franzosen Karnickel au f die Schlange. Wir Problem gut in den G riff bekommt
und Briten agieren w en ig solida­ schaffen das. Das war sehr klug. - was ja der Fall ist.
risch. Zumal sie zugleich klargemacht hat: G e sch ä tzt 800000 F lü ch tlin ge
Die Europäische Union - ein Hau­ Wir nehm en die syrischen Flücht­ kom m en d ieses Jahr, m ö g lich er­
fen n ation aler Egoisten? linge au f und unterwerfen sie nicht w eise w erden es in den n ächsten
Das ist wohl so. Europa zeigt sich als dem üblichen Verfahren. Damit hat Jahren n ich t weniger. Was bedeu­
ein Schönwetterbündnis. Zieht ein sie sich den strategischen Spielraum te t das fü r die d eu tsch e G esell­
Sturm auf, knackt und knirscht es eröffnet, bei der Abschiebung von schaft: ein e große C hance oder
überall. Bestehende Verträge werden Flüchtlingen aus dem Westbalkan eine große Belastung?
nicht eingehalten. Die EU bräuchte strenger vorzugehen. Die Barmher­ Das ist die große Frage. Womöglich
einen Hüter der Verträge - oder eine zigkeit hier hat ihr den moralischen bilden die Flüchtlinge den Jung­
Art Cop. Wolfgang Schäuble hat Kredit verschafft, in anderen Fragen brunnen, den unsere überalterte
diese Rolle in der Griechenland­ Härte zeigen zu können. Gesellschaft braucht. Es kommen ja
krise gespielt. H at sie m it diesem Satz n ich t nur im Wesentlichen junge Menschen.
Vergangene W oche sch ien es, als nachvollzogen, was an H ilfsbereit­ Ansonsten hängt alles davon ab, wie
w ü rde ein Bild d ie ganze H erz­ schaft schon vorhanden war? wir m it ihnen umgehen. M ultikul-
lo sig k e it des U m gangs m it den Sie hat dam it jedenfalls eine ti wird nicht funktionieren. Wir
Flüchtlingen ein fan gen und aus- wundersame Wendung bestärkt. müssen diese Menschen zu D eut­
drücken: das Foto des to ten k le i­ Vor wenigen Wochen noch war schen machen.
nen Jungen am Strand, Alan Kurdi. Deutschland das Land, in dem Sie sprechen von ein er deutschen
Was b ew irk t ein solches Bild? Asylbewerberheime brennen, weil Leitkultur?

46 stern 10.9.2015
fraglichen Regierungen. M assen­
haft M enschen nach Polen oder
Ungarn verfrachten, die dort nicht
willkom m en sind, die dort nicht
sein wollen - sie werden heimlich
nach Deutschland kommen.
Also lassen sich Flüchtlingsströme
politisch gar nicht kanalisieren?
Wir sollten bei den Push-Faktoren
ansetzen, also den Gründen, die
Menschen aus ihrer Heimat treiben.
r In Syrien haben wir zu lange zugese­
1j hen. Für die Zukunft müssen wir
| § i zum Beispiel verhindern, dass Boko
Haram einen Staat wie Nigeria desta­
bilisiert. Dort leben 177 Millionen
Menschen. Wenn die sich in Bewe­
gung setzen, hat das noch mal eine
ganz andere Dimension als die
Flucht aus Syrien. Die bisherige
Linie - wir geben ein bisschen Ent­
wicklungshilfe, ansonsten schauen
wir zu und hoffen, dass es gut geht -,
diese Linie wird nicht zu halten sein.
X TITEL Heißt: D eutsch lan d m uss m ehr
au ß en p o litisch e V eran tw ortu n g
übernehm en?
Ja. Auch eine, die m ilitärische Op­
tionen nicht prinzipiell ausschließt.
Das wird einer der schwierigsten
Die A nkunft vieler Tausend Flüchtlinge fordert Deutschland Prozesse des Um lernens für uns
sein.
und entlarvt die EU als Schönwetterbündnis. Der Politologe Herr M ünkler, w o steh t Europa in
Herfried Münkler über Chancen und Risiken der Einwanderung zehn Jahren?
Interview: Andreas Hoidn-Borchers und Lutz Kinkel Das lässt sich nur mit Szenarien be­
antworten. Wenn es die Griechen
einigermaßen schaffen, kein viertes
Hilfspaket benötigen und sich die
Flüchtlingsprobleme nicht dauernd
Was im m er das ist. Pegida hat da Ä rz te und In gen ieure in s Land, Herfried wiederholen, wird man in zehn Jah­
zweifellos völlig andere Vorstellun­ sondern auch viele Ungebildete. Münkler, 64, in ren vielleicht sagen können: Europa
seinem Berliner
gen als ich. Mir geht es um Arbeits­ Teilweise müssen sie erst alphabe­ hat eine Reihe von Krisen überstan­
Büro. Beim
ethos, Toleranz und politische Um­ tisiert werden, ja. Das gehört zur Verfassen von den, es steht selbstbewusst da.
gangsformen. Nötig ist auch eine Ehrlichkeit dazu: Eine echte Kon­ Manuskripten Das ist die p o sitive Variante. Und
Entpolitisierung des Religiösen. kurrenz sind die Flüchtlinge für das mag eres die wahrscheinliche?
Was h eißt das konkret? untere Drittel unserer Gesellschaft, altmodisch - er Ich könnte mir vorstellen, dass wir
schreibt sie
Das bedeutet eine Riesenanstren­ m it denen sie um staatliche Zuwen­ au f ein Kerneuropa zusteuern. Dass
per Hand, mit
gung, es fängt beim Deutschunter­ dungen, Wohnraum, Arbeitsplätze dem Füller sich also Länder, die sich kulturell
richt an und hört bei Lehrstellen und Frauen konkurrieren. Das ist und politisch ähnlich sind - Hol­
nicht auf. Wir dürfen diese Leute auch der Hintergrund der teils ag­ land, Österreich, Deutschland,
nicht in M assenunterkünften ver­ gressiven Ablehnung. Den knall­ Frankreich - , stärker zusam m en­
wahrlosen lassen wie Anfang der rechten jungen Männern -d u m m , schließen und die anderen eher an
90er Jahre. Rational betrachtet fett und faul - schwimmen die letz­ den Rand rücken.
m üsste man die M ehrzahl nach ten Felle weg. Aber gesellschaftliche Die H offnung, dass 28 M itglied s­
Ostdeutschland schicken, um die Integration ist nie ein Prozess von staaten zu einer G em einschaftzu-
FOTO: M A X l. A U TFN S C H I A F G F R /V IS U M

Entleerung weiter Regionen dieses Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt sam m enw achsen, ist illusionär?
Raums rückgängig zu machen. Aber im m er Verwerfungen. So, wie sich Europa derzeit darstellt,
das scheitert am Widerstand der Be­ Die R egierung M erkel drängt nun in dieser räumlichen Ausdehnung,
völkerung dort und den fehlenden a u f ein eu rop äisch es A sy lre ch t kann man das vergessen. Die Idee
Arbeitsplätzen. und eine qu otierte V erteilung von eines föderalen Staates ist ein
S elb st w en n die In tegratio n g e ­ Flüchtlingen in der EU. Produkt der europäischen Traum­
lingt, es wird V erteilu n gskon flik­ Das wird schwierig werden, nicht zeit. Jetzt geht es um politischen
te geben. Es kom m en ja n ich t nur nur wegen des W iderstands der Realismus. X

1 0 .9 . 2 0 1 5 Stern 47
Verstecken war
gestern: Acht Jahre
nach der Erpres­
sungsaffäre geht
Susanne Klatten
in die Offensive
□ WIRTSCHAFT

Susanne Klatten gibt keine Interviews.


Jetzt macht sie eine Ausnahme. Die Milliardärin
spricht über die Ängste ihrer Kindheit, die
Coolness von Bodyguards, den Reiz des
Hausfrauendaseins und ihre Liebe zur Natur
Von Rüdiger Jungbluth
Und für ihren Mann Jan trug sie zu seinem Bewusstsein der Öffentlichkeit. Susanne
60. Geburtstag vor 350 Gästen den ins Klattens Großvater war einer der w ichti­
Deutsche übersetzen Text des Tina-Tur- gsten Rüstungsproduzenten für A dolf
ner-Songs vor: „You’re simply the best.“ Hitler. Günther Quandts Firmen beschäf­
Ihre persönliche Krise hat Susanne Klat­ tigten während des Krieges rund 50 000
ten offenbar gemeistert, und es macht Zwangsarbeiter. A uf dem Werksgelände
den Eindruck, als sei sie daran gewachsen. des Batteriekonzerns Afa (später bekannt
Lange hat die BMW-Erbin, die zur vierten als Varta) in Hannover-Stöcken gab es ein
Generation der Quandt-Dynastie gehört, Konzentrationslager. Die Zustände dort
m it der Angst gelebt, dass sie im Vergleich waren fürchterlich, die Zahl der Opfer groß.
zu den großen Vorfahren nicht bestehen Die NS-Vergangenheit war sicher ein
würde. Dabei ist sie die reichste Frau Grund dafür, dass die Quandts über Jahr­
Deutschlands und nach der Kanzlerin zehnte hinweg sehr darauf achteten, in
wohl auch die mächtigste im Land. der Öffentlichkeit möglichst selten in Er­
Ihr Vermögen verdankt Susanne Klatten scheinung zu treten. Ihr Hang zur Geheim­
in erster Linie ihrem 1982 verstorbenen nistuerei w irkte schon fast zwanghaft.
Vater Herbert Quandt. Er gilt als der Ret­ Doch das hat sich inzwischen geändert.
ter von BMW. Aber erst unter der Ägide von „Sie verkapseln sich nicht mehr" sagt ein
Susanne Klatten, ihrem Bruder Stefan Vertrauter der Familie. Nach der Ausstrah­
Quandt und ihrer Mutter Johanna Quandt lung des NDR-Films öffnete die Familie ihr
wurde aus einem bayerischen Nischenan­ privates Archiv und ließ ihre Geschichte
Susanne Klatten wird im BMW vorgefah­ bieter in den vergangenen drei Jahrzehn­ von einem unabhängigen Historiker auf­
ren. Vor dem Günther-Quandt-Haus in ten ein perfekt globalisierter Konzern. arbeiten. Als die Ergebnisse der Studie Vor­
Bad Homburg vor der Höhe springt sie aus Anfang August starb Johanna Quandt lagen, fanden die Quandt-Erben endlich
dem Fond, läuft leichtfüßig die Stufen mit 89 Jahren. Den größten Teil ihrer BMW- Worte des Bedauerns, um sich von ihrem
hoch und durchquert das Foyer, vorbei an Aktien hatte die alte Dame da bereits still skrupellosen Großvater zu distanzieren.
den Büsten ihres Vaters Herbert und ihres und heimlich auf die Kinder übertragen. Susanne Klatten hielt sich bei dieser
Großvaters Günther Quandt. Sie trägt ein Susanne Klatten hält heute 21 Prozent an Debatte im Hintergrund. Denn als die
leichtes Sommerkleid und flache Schuhe. BMW und übt dort als Aufsichtsrätin ge­ NS-Vergangenheit die Familie einholte,
Das Auffälligste an der 53-Jährigen sind meinsam mit ihrem vier Jahrjüngeren Bru­ setzte sie sich gerade gegen den Erpresser
die hellen Augen, die mal grün erscheinen der die Kontrolle aus. Daneben hat sie auch Sgarbi zur Wehr. Trotz der Affäre ist sie
und mal grau. Markant ist die tiefe Stim ­ das Sagen beim Chemiekonzern Altana nicht scheu geworden. Eher scheint das
me. Beides hatte sie im m er schon. Das und der Kohlenstofffirma SGL Carbon. Gegenteil der Fall zu sein. Beim Neujahrs­
Neue ist die Härte. Sie zeigt diese Härte em pfang 2013 der Evangelischen Akade­
manchmal in ihrem Gesicht. Und sie zeigt Mit Prasserei hat sie nichts am Hut mie Tutzing hielt sie etwa eine Rede, die
sie neuerdings öfter in dem, was sie tut. Wie groß gegenwärtig das Gesamtvermö­ Aufm erksam keit erregte. Sie rief zur
Susanne Klatten ist durch ein „Stahlbad“ gen der Familie ist, lässt sich nur schätzen. „Haushaltung und Maßhaltung" a u f und
gegangen, wie es ein Vertrauter ausdrückt. Das „Manager-Magazin" taxierte Mutter, gab sich überraschend als W achstum s­
Im Jahr 2007 fiel die M ultim illiardärin auf Tochter und Sohn im Herbst 2014 auf 31 skeptikerin zu erkennen: „Ökologie wird
den Liebesbetrüger Helg Sgarbi herein und M illiarden Euro. Dam it standen die zur Ökonomie des 21. Jahrhunderts.“
wurde das Opfer eines Erpressungsver­ Quandts au f Platz eins der Liste der 500 Eine erstaunliche Aussage für eine Frau,
suchs. Als alles herauskam, wurde sie öf­ reichsten Deutschen. Heute dürfte allein die ihr Vermögen hochm otorisierten Li­
fentlich bloßgestellt. Die M utter dreier das Vermögen von Susanne Klatten bei 17 mousinen verdankt. Doch bei ihren Inves­
Kinder ertrug die Peinlichkeit, was blieb Milliarden Euro liegen. Damit ist sie nicht titionen lässt sich die Unternehmerin von
ihr auch anderes übrig. Aber seitdem, so nur die reichste Deutsche, sondern zählt dieser Überzeugung leiten. Sie steckt ihr
wirkt es, lässt sie sich nichts mehr gefal­ auch zu den zehn wohlhabendsten Frau­ Geld in die Windkraft, ins Recycling oder
len. Sie sorgte etwa dafür, dass Sgarbi nach en der Welt. Dabei ist ihr der Jetset fremd. in Werkstoffe für Elektroautos. Im Tölzer
dem Ende seiner sechsjährigen Haftstrafe Aber sie führt ein Leben in großem Kom­ Land baut sie gerade ein gemeinnütziges
noch eine sechsm onatige Erzwingungs­ fort. Sie wohnt abwechselnd in München Projekt auf. Es soll eine Mischung aus Öko­
haft absitzen musste, weil er ihr noch Geld und in Kitzbühel, wo sie sich m it ihrem hof, Kunstmuseum und Schüler-Bildungs­
schuldet und nicht sagt, wo es ist. Mann eine gewaltige Villa in alpinem Stil stätte werden. „Etwas zum Teilen“, sagt die
Und sie setzte sich auch als Unterneh­ au f dem Lebenberg hat bauen lassen. reichste Frau Deutschlands.
merin durch. Als erste Frau in Deutschland Als Unternehmerin ist Susanne Klatten Susanne Klatten setzt sich an den Konfe­
erkämpfte sich Susanne Klatten 2013 den aus dem Schatten ihrer Vorfahren getreten. renztisch in einem lichtdurchfluteten Be­
Vorsitz im Aufsichtsrat eines börsenno­ Sie und ihr Bruder haben durch geschick­ sprechungszimmer, aus dem man in einen
tierten Konzerns, der SGL Carbon, gegen tes Agieren und m ithilfe fähiger Manager Privatpark blickt. Für eine Biografie der Fa­
Widerstände die Position der Familie als mächtigste milie ist sie bereit, Fragen zu ihren zahlrei­
Verstecken war gestern. Statt sich aus der deutsche W irtschaftsdynastie gefestigt - chen Unternehmungen und zu ihrem Leben
Ö ffentlichkeit zurückzuziehen, hält Su­ sehr angesehen ist sie dazu. zu beantworten. Nur über eines möchte sie
sanne Klatten heute vor Publikum Reden Das war nicht im m er so. Eine NDR- nicht sprechen: die Erpressungsaffäre. Auf
übers Unternehmertum. Manchmal tanzt D okum entation („Das Schweigen der die Frage, ob sie lieber mit der Gegenwart
sie, die sich früher auf Society-Partys nicht Quandts“) rückte 2007 die lange verdräng­ oder der Vergangenheit anfangen möchte,
sehen ließ, sogar au f feierlichen Bällen. te NS-Vergangenheit der Fam ilie ins entscheidet sie: mit der Geschichte.

50 s te rn .
1 0 9 .2 0 15
rau K latten, in den 70er Jah­ Ich war damals in München, aber an BMW. A ber Sie m ussten und Von der Erbin

F
zur Investorin:
ren, als Sie noch Quandt hie­ der Ort, an dem es passierte, war mir durften sich wegen Ihres A lters zu ­
Der Autokonzern
ßen und in Bad H om burg sehr präsent... n äch st noch n ich t selb st darum BMW gehört zu
aufs G ym nasium gingen, da ... am oberen Ende des Seedam m ­ küm m ern. Stim m t es, dass Sie rund 21 Prozent
schw ebte Ihre Fam ilie in w egs lie g t das G ünther-Q uandt- nach dem A b itu r eigentlich lieber Susanne Klatten.
großer Gefahr. Ihr Vater Her­ Haus, die gesch äftlich e Zentrale Landschafts- und Gartenarchitek­ Ihr auf 17 Milliarden
Ihrer Familie.
b ert Q uandt m usste als führender tu r stu d iert hätten? Euro geschätztes
Vermögen steckt
d eu tsch er In dustrieller ständig Ich wusste auch, dass Herrhausens Ja, aber dann bin ich davor zurück­
heute in einer
m it einem A n sch lag a u f sein bei uns in der Nähe wohnten. All die geschreckt, denn M athem atik war Vielzahl großer
Leben rechnen. 1977 erm ordeten Fragen kamen nun auch für mich nicht gerade m eine Leidenschaft, Unternehmen
Terroristen den D resdner-Bank- wieder hoch. Welchem Lebensrisi­ und zur Gartenarchitektur gehört
V orstandssprecher Jürgen Ponto ko bin ich ausgesetzt? Wie viel Si­ auch die Statik. Mir fehlte damals
und den A rbeitgeberpräsiden ten cherheit gibt es? Wie viel brauche das Zutrauen.
Hanns M artin Schleyer. Beide ich? Wie viel Begleitung und Schutz Nach Ihrer kaufm ännischen A us­
M änner hat Ihr Vater gu t gekannt, akzeptiere ich? bildun g haben Sie erst im e n g li­
m it beiden hat er zu sam m en ge­ Ihr Vater starb 1982 m it 71 Jahren schen Buckingham und dann im
arbeitet. Hatten Sie damals Angst? überraschend an H erzversagen. schw eizerischen Lausanne W irt­
RAF und Entführungen, m it diesen Da waren Sie gerade 20 Jahre alt. sch a ft stu d iert, um sich a u f
Gefahren bin ich aufgewachsen. Das Es passierte im Haus vonVerwand- Ihr Industrieerbe vorzubereiten .
ist mir bis heute präsent. Als Ju­ ten in Kiel. A ußerdem waren Sie als P rakti­
gendliche hat man das politische Mein Vater sagte damals am Ende kantin in m ehreren Banken und
Motiv nicht verstanden, nur, dass es unseres Besuchs bei der Kieler Wo­ Unternehm en tätig. Damals waren
irgendwie um das Geld ging. Das che: Ich bleibe noch hier. Das war ab­ Sie auch bei BMW. Um als G roß­
war dann auch die Zeit, als wir an­ solut außergewöhnlich. Er brauchte aktion ärin un erkann t zu bleiben,
fingen, Sicherheitspersonal um uns ja unsere Mutter zum Sehen. nannten Sie sich Susanne K a n t...
herum zu haben. Ihr Vater w ar seit sein er K in dheit ... wahrscheinlich wussten damals
Das war w ahrscheinlich nicht das, fast blind, und er konnte sich allein doch alle, wer ich bin.
w as sich ein Teenager w ü n sch t. kaum zurechtfinden. Trotzdem W ährend dieses Praktikum s lern ­
Zum G lück waren das im m er ließ er Ihre Mutter, Ihren Bruder ten Sie den Ingenieur Jan Klatten
Männer, die ein Format und Profil und Sie zurückfah ren . W ollte er kennen, der bei BMW arbeitete. Er
PHOTO

hatten, das für uns als Jugendliche allein sein , w eil e r sein en Tod w urde sp äter Ihr Ehem ann. Nach
gut zu nehmen war. Das waren coo­ vorausahnte? der H ochzeit 1990 w ar zu lesen, er
S7
FOTOS: CHRISTOF STACHE/AFP,

le Typen. Davon bin ich fest überzeugt. habe sieben Monate nicht gewusst,
Im N ovem ber 1989 w urde Alfred Sie befanden sich m itten in einer w er Sie w irklich waren.
Herrhausen, der V orstandsspre­ A usbildung zur W erbekauffrau in Diese Geschichte war frei erfunden.
cher der Deutschen Bank, von RAF- der A gen tu r Young & Rubicam in Wir wurden uns schon vorgestellt,
Terroristen ermordet. Dieses Bom­ Frankfurt. Sie erbten schon ju n g als ich in der BMW-Zentrale in
benattentat ereignete sich au f dem ein riesiges Verm ögen, darunter München in einer Finanzabteilung
Seedam m w eg in Bad Homburg. ein e g ro ß e A k tie n b e te ilig u n g arbeitete. Der Abteilungsleiter ►

1 0 .9 . 2 0 1 5 Stern 51
kam mit ihm zu mir und sagte: Das h örte zum A ltana-K onzern, d es­ sein könnte als die Fragen der Wirt­
ist der Herr Klatten, den werden Sie sen A k tien Sie zur H älfte geerbt schaftlichkeit, die man eben auch
auch treffen, wenn Sie in das Werk h atten . 1995 stan den Sie d ort vor beantworten muss.
in Regensburg kommen. einer schweren Entscheidung. Der V erkauft haben Sie aber trotzdem ,
Erinnern Sie sich an das W ied er­ A ltana-V orstand w ollte Milupa später haben Sie sich dann auch
sehen? abstoßen . Das U nternehm en sei k o m p lett aus dem Pharm age-
Ich ging mittags in die Kantine und zu klein, um sich gegen die M arkt­ schäft zurückgezogen . Im Früh­
überlegte mir gerade, wo ich mich macht der Einzelhandelskonzerne ja h r 2009 kassierten Sie so die
nun hinsetzen sollte. Und in dem zu behaupten. größte Sum m e, die jem a ls in
M om ent erkannte ich den Herrn Das war für mich emotional schwie­ D eutschland an einen einzelnen
Klatten wieder. Also bin ich zielstre­ rig. Ich erinnere mich an eine Auf­ A ktio n är als D ividende gezah lt
big au f ihn zugegangen und habe sichtsratssitzung, bei der das alles w urde - 2 M illiarden und 366 M il­
m it ihm zu Mittag gegessen, was die entschieden wurde. Daran konnte lionen Euro.
ganze Kantine m itbekom m en hat. ich kaum teilnehmen, weil mir im ­ Wenn man M ittel in dieser Höhe
Das wurde interessiert beobachtet. mer wieder die Tränen kamen. Der hat, muss man sich auch darum
Nach Ihrer H ochzeit zogen Sie B etriebsratsvorsitzen de sch lug kümmern. Das ist ja nichts, was man
1990 in die USA. Ihr M ann m achte noch in diese Kerbe und sagte: Ihr ausgeben kann. Irgendwann hat
am M assach u setts In stitu te o f Vater würde sich im Grabe herum ­ man ein schönes Haus und ein
Technology (MIT) ein A u fb a u stu ­ drehen, wenn er wüsste, dass Sie Ferienhaus, man kann sich gut er­
dium . Was haben Sie dam als in Milupa jetzt veräußern. nähren und Urlaub machen. So gro­
Boston gem acht? Hatte der Mann recht? ße Beträge muss man investieren.
Ich war Hausfrau, und das war wun­ Das war natürlich Unsinn, denn Das ist eine Chance, und es ist auch
derbar. auch mein Vater hat sich im m er eine wundervolle Aufgabe.
Sie waren zu dieser Zeit auch schon wieder von Unternehmen getrennt. Sie haben das Geld zu n äch st in
A u fsich tsrätin bei M ilupa. Der Aber damals ließ ich m ir noch ein e neue B eteiligu n gsgesell­
H ersteller von Babynahrung g e ­ einreden, dass Tradition wichtiger schaft eingebracht, die SKion.

DERSTAMMBAUM Wie der Sohn des Tuchfabrikanten Emil Quandt


(1849-1925) eine W irtschaftsdynastie begründete

1. Ehe 2. Ehe
Antonie Ewald Magda Ritschel
1884-1918 GD — C8) — 1881-1945
geschieden 1929 (heiratet 1931
Günther Quandt Joseph Goebbels)
I-------- 1881-1954 I
Hellmut Quandt Herbert Quandt Firmengründer Harald Quandt Inge Bandekow
1908-1927 1910-1982 1921-1967 “ G D --------- 1928-1978

1. Ehe 2. Ehe 3. Ehe Katarina Geller


1951
(8 ) CS) GD
geschieden 1940 geschieden 1959 Gabriele Quandt
I I 1952
Ursel Münstermann Lieselotte Blobelt Johanna Bruhn geschieden von
1926-2015 Florian Langenscheidt,
Familiensprecherin,
I Vorsitzende des
Silvia Quandt Sonja Quandt-Wolf Susanne Klatten - (TT) ------ Jan Klatten Vereins der Freunde der
1937 1951 1962 1955 Nationalgalerie, Berlin
Malerin, Goldschmiedin, Altana, Nordex,
Gbr. Kühn SGL Carbon, Anette May-Thies
Finanz- und Immo­
Silbermanufaktur Entrüst Datacard* 1955
bilienanlagen
Colleen-B.
Sabina Quandt-Frew Stefan Quandt - GD — Katrin Quandt Rosenblat-Mo
1953 1966
Golo Quandt 1962
Vermögensverwaltung Delton Holding
1975 verheiratet mit dem
(Logwin/Logistik,
Finanzanlagen TV-Journalisten
Sven Quandt Heel/Naturheilmittel, Erbteil Daimler-Benz Frode Mo,
1956 Entrüst Datacard') heute:
Schmuckdesignerin
Eigentümer des Harald-Quandt-Holding,
Rallye-Teams X-Raid, Vermögensverwaltung, Patricia Halterman
Erbteil Varta Teilnehmer Paris-Dakar Erbteil BMW Finanzdienstleistungen, 1967-2005
(Batterien) (Autos) Immobilieninvestments
In deren Namen stecken Ihre Ini­
tialen . W ar das Ihr N euanfang als
Unternehm erin?
Wir haben im kleinen Kreis beraten.
Wie legt man diese Mittel wieder an?
Wie diversifiziert man das Vermö­
gen am besten? Es gab ja nun die
Möglichkeit,auch andere Finanzan­
lagen und Immobilien dazuzuneh­
men. Aber es sollten auch weiterhin
größere unternehmerische Beteili­
gungen dabei sein. sehr kompetenten Aufsichtsrat, und Ich wollte gern sicherstellen, dass Die Familie:
INFOGRAFIK: * WESENTLICHE BETEILIGUNGEN. QUELLE RÜDIGER JUNGBLUTH. STERN-RECHERCHEN; FOTOS DDP C2) PEOPLE PICTURE; ULLSTEIN

Sie haben einen großen Teil des w ir sprechen auch m it Analysten. in dem Unternehm en ein neues Herbert Quandt
Cu. I.) rettete Anfang
Geldes dazu benutzt, um die ande­ Diese Transparenz hält wach. Denken und eine neue Führungs­
der 60er Jahre
ren 50 Prozent der A ltan a-C h e­ O ffenbar h atten Sie im m er noch kultur Einzug hält. Da gab es Ver­ BMW. Seine Frau
m iegruppe zu kaufen, die Ihnen gen u g Geld fü r andere Anlagen säumnisse. Johanna und die
dam als noch n ich t geh örten . W ie übrig. 2009 en tschieden Sie sich Bei der A ltana h atten Sie das A m t Kinder Stefan und
kam es dazu? fü r ein großes Investm ent bei SGL der Aufsichtsratsvorsitzenden nie Susanne (o. I.)
machten das Unter­
Die Börse war im Keller. Und es gab Carbon. W as fanden Sie an dieser fü r sich beansprucht. Und auch bei
nehmen groß. In
ein großes Vertrauen in das Manage­ Firma reizvoll? BMW haben Ihr Bruder und Sie den der Firma lernte
m ent der Altana Chemie. Ich habe Der Rohstoff ist gut, und auch das, V orsitz im A u fsich tsrat bisher Susanne auch ihren
dann gem einsam m it der Altana- was sie daraus machen. im m er anderen überlassen. Wa­ Mann Jan kennen Cr.)
Führung beschlossen, das Unter­ C arb o n -V erb u n d sto ffe sp ielen rum w ollten Sie den Posten der
nehmen ganz zu übernehmen und eine im m er größere Rolle, w eil sie C h efkon trolleu rin ausgerechn et Der Erpresser:
zu privatisieren. Ich habe mir ge­ extrem leich t und trotzdem sehr bei SGL Carbon fü r sich? Liebesbetrüger
Helg Sgarbi
sagt: Wo ist das Geld besser angelegt fe st sind. Das H auptgeschäft von Es war vielleich t auch etwas, das
(hier 2009 vor
als dort, wo ich Vertrauen in die SGL Carbon sind aber Zulieferun­ ich mir selbst bew eisen wollte. Ich Gericht) wurde
Menschen habe? gen fü r die Stahl- und A lum inium ­ habe lange an guten Orten gelernt. zu sechs Jahren
Die Firma hat sich in den folgenden industrie. Der Aufsichtsrat von BMW war ► Haft verurteilt
Jahren seh r g u t en tw ickelt. 2014 Es gibt bei SGL einen traditionellen
standen bei A ltan a C hem ie 179 Geschäftsbereich und einen inno­
M illionen Euro als R eingew inn vativen Bereich, der sich aber bereits
unterm Strich. Heute sind Sie die trägt. Und es gibt die Zukunft m it
ein zige A ktion ärin d ieses U nter­ der Carbonfaser. Diese M ischung
n ehm en s, das nicht m eh r an der fand ich attraktiv. Und ebenso, dass
Börse n otiert ist. auch die Anwendungen so differen­
Aber wir tun weiter so als ob. Die ziert sind.
Disziplin, die der Kapitalm arkt als Sie haben in sgesam t einige Hun­
Korrektiv fordert, war uns allen d ert M illionen Euro bei SGL Car­
w ichtig. W ir erstatten weiterhin bon in vestiert. 2013 haben Sie dort
öffentlich Bericht über die Zahlen auch den A u fsich tsratsvo rsitz
und über die Nachhaltigkeitsstrate­ erobert. Was hat Sie bew egt, fü r
gie, wir haben hohe Standards bei diesen Posten gegen W iderstände
der Corporate Governance, einen zu kandidieren?

1 0 .9 . 2 0 1 5 Stern 53
D IE F IR M E N : im m er extrem gut geführt. Bei SGL
Wo Klattens kann ich nun zusam m enführen,
17 M illiarden was ich an guten Beispielen kenne.
Euro in ­ 2013 ru tsch te das U nternehm en
v e s tie rt sind t ie f in die V erlustzone. Sie haben
dann h art durchgegriffen. Unter
Ihrer Führung hat der A u fsich ts­
&
rat A nfang 2014 den Vorstand aus­
BMW Group
gew echselt und anschließend ver­
Der Autokonzern
(80 Mrd. Euro klein ert. Bereuen Sie es eigentlich
Umsatz, 117000 inzw ischen, dass Sie so viel Geld
Beschäftige) ist bei SGL Carbon in vestiert haben?
die wertvollste Noch nicht. Das U nternehm en
Beteiligung. braucht noch mehr Zeit. Es gibt viel
Klatten hält einen
zu tun, es gibt dringliche Probleme,
Anteil von 21 Pro­
zent und sitzt aber an denen wird nun auch Der Großvater: Günther Quandt (ganz links) war mit den Nazis bestens im Geschäft.
im Aufsichtsrat. gearbeitet. Die Richtung, in die wir Hier besucht Adolf Hitler 1938 einen Messestand der Batteriefirma Afa
wollen, ist im Vorstand und A uf­
SGL GROUP sichtsrat ganz klar.
IM« CARftON COMPANY

SGL Carbon Das k lin g t sehr bestim m t. irgendwann auch selbst gespürt: Es Menschen. Sie sollen dort m it der
Bei dem Kohlen­ Klar ist auch, dass der Vorstand das ist nicht meins. Wir werden jetzt Natur in Berührung kom m en, m it
stoffhersteller Unternehm en führt. Ich habe von versuchen, die Projekte zu ver­ der Schöpfung und selbst gestal­
(1,3 Mrd. Euro Um­ Anfang an gesagt, dass ich nicht in selbstständigen, in andere Hände zu terisch etwas ausprobieren kön ­
satz, 6300 Mit­ das operative Geschäft funken will. geben oder auslaufen lassen. nen. Es wird die Landw irtschaft
arbeiter) ist Klat­
Aber ich will auch, dass die Rolle des Sie w ollen sich in Ihrem p h ilan ­ geben, eine Ausstellung und Werk­
ten Vorsitzende
des Aufsichtsrats.
Aufsichtsrats respektiert wird. thropischen Engagem ent k ü n ftig stätten, in denen ganze Schuljahr­
Ist der Job als C h efkon trolleurin a u f die Förderung v o n ju n g en gänge arbeiten können. Das sind
*NORDEX
im Zuge der K rise n ich t erheblich U nternehm ern an der Techni­ alles Konzepte, die gerade im Ent­
v» g M th* pn»«i
an stren gender gew orden, als Sie schen U n iversität M ünchen und stehen sind. Mir selbst macht das
Nordex
Seit einigen Jahren
sich das vorher vorgestellt hatten? a u f die Them en Natur, K u n st und Projekt schon heute große Freude.
setzt Klatten auf Ich bin ganz zufrieden. Der A uf­ kulturelle Bildung konzentrieren. Es ist etwas, das m ehr Kraft gibt als
Ökologie und sichtsrat hat in eine neue Teamarbeit Dabei sp ielt auch das G ut N antes­ nimmt.
beteiligte sich zum gefunden, m it verschiedenen Rollen buch in Bayern ein e Rolle, das Sie haben zw ei Söhne und eine
Beispiel an dem und Expertisen. Ich führe regelmä­ Sie 2012 g ek a u ft haben. W ie kam Tochter, die ein es Tages als fü n fte
Windkraftbauer
ßig Gespräche m it dem Betriebsrat es dazu, dass Sie sich ein en solch Generation derW irtschaftsdynas-
(1,7 Mrd. Euro
und den Arbeitnehmervertretern. riesigen H o f m it 320 H ektar Land tie Q uandt ein sehr großes U nter­
Umsatz, 2800 Mit­
arbeiter). Das ist ein wirklich konstruktives und Wald zulegten? nehm ensverm ögen erben werden.
Miteinander. Ich kenne übrigens Anfang 2010 saß ich m it m einer Bereiten Sie Ihre Kinder heute
C ALTANA überhaupt nur Arbeitnehm erver­ Mutter zusammen über alten Fotos. schon darauf vor?
A ltana AG treter, die sehr unternehm erisch Wir wählten Bilder aus für eine Aus­ Die Kinder genießen noch ihre Zeit
Die Chemiefirma denken. Ich bin da verwöhnt. stellung über das Leben meines Va­ m it selbst gewählten Themen und
(zwei Mrd. Euro Frau K latten, Sie sind auch Vor­ ter, der in diesem Jahr 100 Jahre alt Ausbildungen. Sie sind dabei wun­
Umsatz, 6300 sitzende des S tiftu n gsrats der ge­ geworden wäre. Dam als sah ich derbar unterschiedlich. Ich habe be­
Mitarbeiter)
m ein n ü tzigen H erbert-Q uandt Fotos von meinem Vater auf seinem gonnen, sie ganz sachte an die Hand
gehört Klatten
zu 100 Prozent. Stiftung. Auch dort machen Sie ge­ GestütW äldershausen.Erstandda zu nehmen. Dabei mache ich Ange­
rade Ihren Einfluss m assiv geltend. inmitten von Trakehnerfohlen und bote und richte mich danach, ob sie
Projekte w erden beendet, M itar­ strahlte Glück aus. Auch ich hatte selbst Fragen stellen und welche
b eiter m üssen sich bald neue A r­ im m er schon eine große Liebe zur Fragen sie haben. Es sind ja junge
beitsplätze suchen. Was hat Sie zu Natur. Aber es kam gleich der Ge­ Erwachsene. Wenn sie von sich aus
diesem radikalen Schnittbewogen? danke: Was soll ich m it einem Bau­ Interesse zeigen, dann weiß ich, dass
FOTOS PRESSEBILDZENTRALE BRAEMER&GÜLL; DOGAN SUREK

Die Stiftung war unserem Vater 1980 ernhof? Dennoch: Der Gedanke ließ meine Antworten bei ihnen auch
von der Altana geschenkt worden, mich nicht los. Und innerhalb von ankommen. Das scheint mir besser,
aber er hat sie inhaltlich nicht Tagen hatte ich die Idee: Es müsste als wenn ich sage: Komm, je tzt set­
geprägt. Ich habe m ich dann ihrer etwas sein, das nicht für mich ist, zen wir uns mal hin, und ich erkläre
angenom m en und m ich in ihren sondern für alle. Etwas zum Teilen. euch etwas. Wenn die Tür aufgeht,
Dienst gestellt. Nach dem Verkauf Sie haben das G ut N antesbuch in bin ich da.
der Altana Pharma habe ich die Stif­ ein e neue S tiftu n g eingebracht
„Die Quandts tung vom Unternehmen gelöst und und w ollen d ort ein B ildungszen­
Deutschlands er­ finanziell aufgestockt... trum betreiben. In einem neuen Rüdiger Jungbluth, 52,
folgreichste Unter­ langjähriger sfern-Reporter,
... m it l5 M illionen E u ro ... M useum soll d ort später auch
nehmerfamilie“ beschäftigt sich seit 2001
... dam it sie selbstständig arbeiten die K un stsam m lun g der A ltana
von Rüdiger Jung- m it den Quandts - und BMW
bluth, Campus konnte. Es wurde eine gute Arbeit gezeigt werden. kennt er noch viel länger. Den 5er
Verlag, 405 Seiten, gemacht. Aber es war kein geistiges Nantesbuch ist ein gemeinnütziges seines Vaters setzte er einst bei ersten
29,99 Euro G ut der Familie, und ich habe Projekt im Sinne des Berührens von Fahrübungen gegen einen Stahlträger

54 stern 1 0 .9 . 2 0 1 5
Oil N i t i r w ill dich zirü c k

« l i e s in
Fluss
KAJAKTOUR AUF
DER SAALE

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Vergnügen
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IAGD AUF DIE DUNKLE MATERIE


Sterne, Nebel, Galaxien? Was den Kosmos vor allem erfüllt, ist
eine geisterhafte Substanz, über die Forscher beinahe nichts
wissen. Mit dem Genfer Großbeschleuniger wollen sie das ändern
Von Frank Ochmann; Fotos: Catherine Leutenegger und Luca Locatelli

Entlang der
Beschleuniger­
strecke arbeiten
bis zu 12500
Tonnen schwere
Detektoren wie
gigantische
Kameras. Sie
„fotografieren“
die Milliarden
Teilchen­
kollisionen

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um Ende der Welt fährt solcher gigantischen Systeme. lough und grinst. „Ist das nicht auf­

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eine Straßenbahn. Wer die Anders lässt sich die Bewegung der regend? Ich könnte gar nicht anders
Genfer Linie 18 an der Galaxien nicht erklären. Nach aktu­ leben. Selbst m it einem Hauptge­
letzten Station verlässt, ellen Schätzungen gibt es mehr als winn im Lotto würde ich nichts än­
muss zwar nicht gleich fünfm al so viel „dunkle Materie" dern.“ Wer dem jungen Nordiren ein
alle Hoffnung aufgeben, wie die uns vertraute. Was das ist? paar Minuten zugehört hat, glaubt
wie es einst der Dichter Niemand weiß es. Doch am Cern ihm das. Eine gewisse Besessenheit
Dante von den Verdamm­ schreckt das keinen. Die Zeiten sind ist sicher eine gute Voraussetzung
ten beim Eintritt in die Hölle ver­ für Physiker so spannend wie lange für einen Job am Cern. Und ein
langte. Doch alles Vertraute zum in­ nicht. Die Jagd auf die dunkle Mate­ verständnisvoller Partner auch. Die
dest verliert an der Route de Meyrin rie hat begonnen. Und der große Be­ Scheidungsrate in diesem Elite-
385 seine Bedeutung. „Lasst, die ihr schleuniger des Cern ist die beste Ghetto ist hoch, so wird gemunkelt.
eintretet,alle Gewissheiten fahren!“, Waffe, die der Menschheit dafür zur M it 16 hat M cCullough seine Frau
könnte denn auch ein moderner Verfügung steht. Kate kennengelernt. Beide stammen
Dante über das Empfangsgebäude Erst einmal aber lockt das Licht der aus demselben Stadtteil von Belfast,
schreiben. Denn hier beginnt Cern, Sonne. Es ist Mittagszeit, und auf der haben zusam m en in Oxford stu­
das europäische Kernforschungs­ Kantinenterrasse zwischen der Rou­ diert, dann ein paar Jahre in den USA
zentrum zwischen Jura und Mont te Marie Curie und der Route Bohr verbracht. Ein typischer Lebenslauf
Blanc, die Heimat der komplexesten werden die Stühle knapp. Alle hier. Inzwischen haben die beiden
Maschine,dieje von Menschenhand Straßen sind hier nach Helden der eine Tochter und einen Sohn. Wenn
gebaut wurde. Naturwissenschaften benannt. Ihre die Kinder am Abend in ihren Bett-
Davon sieht m an erst einmal zumeist jungen Nachfolger fluten chen liegen, sind die Kollegen des
nichts, denn der m ächtigste aller das weitläufige Kantinenareal in Vaters auf der anderen Seite des A t­
Teilchen-Zertrümmerer, der „Large bunten Gruppen. „Wir können es lantiks gerade beim Frühstück. Zeit
Hadron Collider" (LHC), liegt 100 schaffen“ sagt der 31-jährige theore­ für stundenlange Skype-Diskussio-
Meter tiefer in einem 27 Kilometer tische Physiker M atthew McCul- nen über die ungelösten Rätsel der
langen Ringtunnel. Darüber aber lough. „Mit dem LHC müssten wir Physik. Und Schlaf? M cCullough
arbeiten Tag für Tag an die 7000 tatsächlich dunkle Materie produ­ lacht. „Deshalb brauche ich viele
Menschen aus 100 Nationen einem zieren können.“ Doch auch den Be­ Kaffeemaschinen um mich herum!“
einzigen Ziel entgegen: unser her­ griffen ist nicht mehr zu trauen. Selbst die sind vor dunkler Mate­
kömmliches Bild von der Welt mit Wenn an diesem Ortjemand „produ­ rie nicht sicher. Überall im Univer­
unbegreiflicher Wucht zerbersten zieren“ sagt, dann meint er zumeist sum müsste sie nämlich zu finden
zu lassen. das: Man nehme Protonen, die aus sein. Und doch würden wir sie nicht
einer handelsüblichen Gasflasche einmal bemerken, wenn sie durch
Nichts ist mehr sicher m it Wasserstoff stammen können. uns hindurchginge - was jedeSekun-
Warum das nötig ist? Ein Grund fin­ Denn der atomare Kern dieses Ele­ de geschieht, wenn man denTheore-
det sich weit draußen im All. Schon ments besteht aus nichts anderem. tikern traut. Dunkle Materie lässt
vor Jahrzehnten gewannen Astro­ Die daraus gewonnenen Protonen sich nicht ertasten, sie verdeckt
nomen den Eindruck, dass etwas bringe man dann mit aller verfügba­ nichts, sie hat keine elektrischen oder
ganz und gar Grundsätzliches im ren Energie in Fahrt und zwinge sie magnetischen Eigenschaften. Trotz­
Kosmos noch nicht verstanden ist. bei einer Geschwindigkeit von fast dem ist sie aus keiner Geisterwelt.
Die Bewegung der rotierenden Ga­ 300000 Kilometern pro Sekunde - Matthew McCullough vermutet, dass
laxien zum Beispiel. Viele dieser das entspricht 99,9999991 Prozent der sie aus Teilchen und vielleicht auch
Sternensysteme haben die Gestalt Lichtgeschwindigkeit - au f einen Atomen besteht wie gewöhnliche
flacher Spiralen m it einem hell Kollisionskurs. Findet man nach dem Materie auch - nur eben ganz anders.
leuchtenden Wulst in der Mitte. großen Knall unter den in alle Rich­ Da sie aber zumindest über die Mas­
Nach den gewohnten Regeln der tungen schießenden „Produkten“ senanziehungskraft in unsere ge­
M echanik müssten sich Sterne am auch Teilchen, die zu dunkler Mate­ wöhnliche Welt hineinwirkt, müsste
dünnen Rand einer solchen Galaxie rie passen könnten, hat man die eben sich mehr über den dunklen Anteil
viel langsamer bewegen als in der „produziert" - und einen Nobelpreis des Alls herausfinden lassen als sei­
Nähe des massereichen Zentrums. so gut wie sicher. ne bloße Existenz. Und wie anders
Das ist wie bei der Pirouette auf dem „So kann man au f einen Schlag sollte das gelingen, wenn nicht mit
Eis: Wer sich schneller drehen will, sehr berühmt werden" sagt McCul- der mächtigsten Maschine auf Erden?
zieht die Arme dicht an den Körper Keine dringt tiefer ins Innerste der
heran und erhöht so die Masse nahe Materie vor als der LHC.
der Rotationsachse. Bei Galaxien Der deutsche Beschleunigerspe­
aber bewegen sich die äußeren Re­
gionen ebenso schnell wie der mas­
sive Kern. Eine nach der anderen
FÜNFMAL MEHR zialist Oliver Brüning ist einer der
Hauptverantwortlichen für die bei­
den gegenläufigen Protonenstrah­
wurde vermessen. Und im m er war
das Resultat dasselbe: Irgendetwas
DUNKLE MATERIE ALS len, die in bis zu 12500 Tonnen
schweren Detektoren entlang des
Unsichtbares, irgendeine verborge­
ne Masse beeinflusst die Bewegung GEWÜHNLIGHE Beschleunigertunnels zur Kollision
gebracht werden. Warum aber ►

58 stern 10.9.2015
Was Detektoren
(oben Alice)
aufzeichnen, ver­
suchen Theoreti­
v 3
ker wie Matthew
fi- '^7
* McCullough
(links) zu deuten
Werden dabei
neue Hypothe­
sen aufgestellt,
müssen sich die
im Experiment
beweisen. Oliver
Brüning (rechts
mit einem Ma­
gneten in der
Testhalle) leitet
den Betrieb des
Beschleunigers

_- M f'm A
Auch kleinere Ver­
suchsanordnun­
gen (oben) führen
am Cern zum tiefe
ren Verständnis
der Materie. Aus
Kontrollräumen
(links) werden die
Anlagen gesteu­
ert. Die wichtigste
ist der große
Beschleuniger
(rechts) in einem
27 Kilometer
langen Ringtunnel

braucht es für so winzige Teilchen Protonen verhalten sich grund­ tall freisetzt. Also muss ein Material
überhaupt eine große Maschine? sätzlich nicht anders. Auch sie sind her, das m öglichst widerstandslos
Wer die Masse eines Protons in „träge“. Da sie aber elektrisch gela­ leitet. Beim LHC wird derzeit eine
Gramm beziffern will, muss hinter den sind, lassen sie sich durch ma­ Legierung aus den M etallen Niob
dem Komma 23 Nullen schreiben, gnetische Felder leiten. Um sie auch und Titan verwendet, die nicht nur
dann erst eine Eins. Die gewaltigen nahe der Lichtgeschwindigkeit noch extrem hohe Stromstärken aushält,
Dim ensionen des LHC gehen auf bändigen zu können, braucht es al­ sondern sich zur Freude der Inge­
A lbert Einsteins Erkenntnisse lerdings gewaltige Elektromagnete nieure auch einfach verarbeiten
zurück. „Seine Relativitätstheorie und für die eine Stromstärke von lässt. Leitungen können den ge­
besagt, dass die Masse eines Körpers etwa 11850 Ampere. Würde man die wünschten Formen angepasst wer­
m it seiner Geschwindigkeit z u ­ durch ein normales Metall wie Kup­ den, ohne zu brechen, wie Brüning
nim m t" erklärt Brüning. Und diese fer leiten, bliebe von der Anlage in der Testhalle der M agnete
FOTOS LUCA LOCATELLI/INSTITUTE; FA8RICE COFFRINI/AFP

sehr seltsame Theorie hat sehr prak­ nichts als ein geschmolzener Klum­ demonstriert. Das rechteckige Stück
tische Folgen. Unendlich groß wäre pen. So gewaltig wäre die Hitze, die in seinen Händen erinnert an grob
die M asse eines Protons nach der elektrische Widerstand im Me- gewebten grauen Stoff.
Einstein nämlich bei voller Lichtge­ Jeder damit ausgestattete Magnet
schwindigkeit. des LHC wird vor dem Einsatz im
Und die wird m it dem LHC fast Tunnel eingehend durchgecheckt.
erreicht. „Entsprechend schwer aber
wird es für uns, den Teilchenstrahl
in eine Kurve zu zwingen.“ Das
GEKÜHLT AUF Der kleinste Fehler kann sich unter
den extremen Bedingungen 100 Me­
ter tiefer zur Katastrophe auswach-
kennt der gebürtige Hamburger
noch vom Hafen: Je schwerer ein
MINUS 271 GRAD sen. Denn dort herrscht eine Be­
triebstemperatur von minus 271
Schiff ist, desto „lieber“ m öchte es
seinen Kurs halten. CELSIUS Grad Celsius. Allein das Abkühlen
und Wiederauftauen der Anlage dau-

60 stern 10.9.2015
ert rund ein halbes Jahr. Die extrem tiefe Temperatur aber
ist erforderlich, um den elektrischen Widerstand der Lei­
tungen nicht nur zu reduzieren, sondern sogar ganz ver­
FinnComfort
schwinden zu lassen: Niob-Titan wird bei genügender
Kühlung „supraleitend". Ein paar Grad mehr als beim
Der Schuh zum Wohlfuhlen.
LHC wären für die elektrischen Leitungen auch noch in
Ordnung. Die tiefere Temperatur aber verbessert als Bo­
nus noch das Vakuum in den Strahlrohren. So haben die
Protonen auf ihrem Weg durchs französisch-schweize­
rische Grenzgebiet wirklich freie Bahn.

Es kracht eine Milliarde Mal pro Sekunde


Oliver Brüning erinnert sich an einen Umbau des LHC
vor der Inbetriebnahme 2009. Tische aus glasfaserver­
stärktem Kunststoff waren unter den ungeheuren Be­
lastungen im Tunnel gebrochen und mussten entlang
der gesamten Strecke ausgetauscht werden. „Dadurch
waren mehr als 1200 Magnete gleichzeitig oben. Ein ein­
drucksvolles Bild. Es gab hier keinen Parkplatz, der nicht
m it ihnen vollgestellt war." Gut 14 Meter lang ist jedes
Element - und etwa siebeneinhalb Zentimeter kürzer
bei voller Kühlung. Dicht bleiben aber muss der LHC
trotz der enormen Belastungen. Und nicht nur die Kälte,
auch das erzeugte Magnetfeld zerrt an dem nur knapp
sechs Zentimeter dicken Strahlrohr im Inneren: Meter
für Meter beträgt die Last 400 Tonnen. Alle Kräfte müs­
sen so exakt kompensiert werden, dass sich die Anlage
nicht einmal um wenige Tausendstel Millimeter verzieht,
egal, was entlang der kompletten Strecke von 27 Kilome­
tern passiert. Damit allerdings ist nur ein gravierendes
Problem gelöst. Der störungsfreie Betrieb des LHC lie­
fert das nächste: Denn laufen die Protonenstrahlen gut,
kracht es im LHC nicht weniger als eine Milliarde Mal
pro Sekunde. Wo aber lässt man all die Daten, bis sie in
Ruhe am Schreibtisch ausgewertet werden können?
„Wir wollten bei der Planung unbedingt verhindern,
dass das Computer Center zum Flaschenhals wird" sagt
der gebürtige Amsterdamer Maarten Litmaath, der beim
Cern für Datenmanagement zuständig ist. Angesichts der
Flut von Messungen braucht es dabei Mut zu harten Ent­
scheidungen, denn natürlich kann nicht alles gespeichert
werden. Von 1000 „Ereignissen“, wie das hier heißt - Pro­
tonenzusammenstößen also-, werden 999 schlicht nicht
beachtet, geschweige denn analysiert. Weitere Selektions­
schritte folgen. Am Ende bleiben von einer Milliarde
Kollisionen nur noch 1000 übrig. Es ist eine eigene Kunst, » Ausgezeichnete Passform
die Filter so zu setzen, dass wirklich nur Uninteressantes
im Müll landet und nicht etwa ein Nobelpreis. Ganze » Superbequem-Fußbett
Physikergruppen sind damit beschäftigt.
Selbst nach dem rabiaten Ausm ustern aber belegen
» Vitalisierendes Reflexzonen-Bett
die Daten vom LHC noch ein Gigabyte Speicherplatz pro » Optimale Auftrittsdämpfung
Sekunde.Überzwei Stockwerke reihen sich im Com pu­
ter Center des Cern au f der Fläche einer Fabrikhalle » Geeignet für individuelle Einlagen
übermannshohe Regale mit Rechnermodulen. Die Küh­
» In Deutschland gefertigt
lung rauscht ohrenbetäubend. Um die enorme Hitze
der Elektronik abführen zu können, wird Luft durch
dicke Rohre unter den Boden des Computer-Zentrums
gepumpt, die von dort durch die Elektronikregale strömt
und dann m it der überschüssigen Wärme wieder nach F in n
draußen gelangt. Ein Stockwerk tiefer, w o kleine
Roboter zwischen den Regalen scheinbar wahllos Spei­
cherbänder hin und her fahren, wagten sich die Kons­
Bezugsquellen/Katalog Comfort
unter: w w w .finncom fort.de M ade in G erm any
trukteure an eine zusätzliche Wasserkühlung. „Wenn >

10.9.2015 Stern 6 1 FINNCOMFORT •POSTFACH •D-97433 HASSFURT/MAIN


hier unten Leitungen platzen, ist
das nicht so schlim m “ sagt Lit-
maath. „Passiert das aber im oberen
Stockwerk, sind die Server darunter
wom öglich alle verloren.“
Die meisten Daten wären es wohl
trotzdem nicht. Denn ein w eltum ­
spannendes Netz von derzeit mehr
als 170 Hochleistungsrechenzentren
hilft, die Flut der Messungen zu be­
wältigen und Kopien zu sichern. In
G enf gibt es viel Erfahrung damit.
Auch das „World Wide Web“ wurde
vor einem Vierteljahrhundert am
Cern erfunden. A u f einem Groß­
bildm onitor ist eine Weltkarte zu
sehen, über die Strahlen wie grüne
Sternschnuppen von dem kleinen
Klecks am Genfer See in alle Rich­
tungen jagen. So wird ein Teil der
Informationsströme sichtbar.
Die m eisten Daten bleiben in
Europa, aber auch Am erika und
Asien sind fest in das Netz eingebun­
den. „Hier gilt der Grundsatz: Wer
mitm achen will, muss etwas ein-
bringen“, erklärt Maarten Litmaath.
Speicherplatz und Rechenkapazität
werden gebraucht. Je mehr, desto
besser. Die Gegenleistung? Kein
Geld. Das Know-how und die Ehre,
an einem Menschheitsprojekt teil­
zunehm en, m üssen reichen. So
wächst das Netz der Partner, und es
brauchtvielMühe,umWildwuchszu
vermeiden. „Ich war mal so naiv, zu
glauben, dass diese Anlage hier ir­
gendwann fertig ist und ich mich Der aus Aachen stammendeTeil- Mathe gemacht. Das hat mich in die
dann langweilen werde", klagt Lit­ chenphysiker, der inzwischen das Physik gebracht.“
maath. Doch die Verzweiflung im Forschungsprogramm eines der Höcker sitzt beim Cern an ent­
Blick des 48-Jährigen ist nur gespielt. großen Detektoren am LHC koordi­ scheidender Stelle, wenn es darum
Wer am Cern arbeitet, womöglich niert, gehört zu denen, die sich nicht geht, das alte physikalische Weltbild
gar wie er au f einer der rund 2500 einm al bewerben mussten. 2005 zu zerschlagen und durch eine neu­
unbefristeten Planstellen, kann wurde er von einer Berufungskom­ es, passenderes zu ersetzen. Eines, in
sich zum indestals Wissenschaftler mission nach G enf gebeten. Davor dem auch die dunkle Materie einen
kaum etwas Besseres wünschen. lagen Forschungsaufenthalte in sinnvollen Platz hat. Heftiger und
Schon deshalb, w eil er dann ziem ­ Bonn, Paris, Stanford - von einem heftiger lassen sie es in Genf
lich sicher weiß, zur W eltspitze Spitzeninstitut zum nächsten. „Es krachen. „Je höher wir beim LHC mit
seines Fachs zu gehören. Akadem i­ gibt Physiker, die sich schon von der Energie kommen, ohne etwas
sche Titel oder feines Tuch muss Kind an für die Natur interessieren", Neues zu finden, desto unwahr­
hier niemand tragen, um Eindruck sagt Höcker. „Und es gibt die Kno­ scheinlicher werden allerdings die
zu schinden. Vor allem für die vie­ beltypen, wie ich im m er einer war. existierenden Modelle", räumt An­
len jungen Forscher aus aller Welt, Ich habe gern Schach gespielt und dreas Höcker ein. Für die Teilchen
die m axim al sieben Jahre bleiben der dunklen Materie gibt es gleich
dürfen und das Cern w ie ein fri­ einen ganzen Strauß theoretischer
scher geistiger Wind durchströmen, Vorhersagen. „Es gibt Prognosen für
bieten sich seltene w issenschaftli­
che Verlockungen. „Mancher kann
denen so verfallen, dass der Weg zu­
ELEGANTE sehr schwere dunkle Materie, aber
auch für sehr leichte." Bald, so hof­
fen alle, sollten sie eine weitere lee­
rück an die Heimatuni oder in einen
Industriejob schwer wird“ sagt A n­
HYPOTHESE OBER re Champagnerflasche als Trophäe
zu der imponierenden Sammlung
dreas Höcker. „Cern ist wirklich ein
magischer Ort.“ HIRNGESPINST? im Kontrollraum des LHC stellen
können. Was aber, wenn das nicht

62 stern 10.9.2015
Zukunft ERDGAS e.V.

passiert? Wenn gar nichts gefunden


wird in den gut drei Jahren bis zur
nächsten Wartungspause des Be­
schleunigers? Was, wenn dieTechnik
des LHC bis zum Gehtnichtm ehr
ausgereizt wird, ohne den leisesten
Hinweis auf dunkle Materie?

Reise ins Unbekannte


Es gibt Theoretiker, die inzwischen
nervös werden. Denn der Wert einer
Theorie beweist sich im Experiment.
Gelingt das nicht, ist auch die ele­
ganteste Hypothese nichts als ein
Hirngespinst. Doch noch besteht
Hoffnung. „Wir dringen nun mal in
Bereiche der Physik vor, in denen
noch nie jemand gemessen hat“, gibt
Höcker zu bedenken. „Noch nie! Es
geht uns doch wie in früheren Jahr­
hunderten den Entdeckern au f den
Weltmeeren. Wir wissen überhaupt
nichts von dem, was uns erwartet.“
Einen Zweifel zum indest hat An­
dreas Höcker nicht: Er ist fest davon
überzeugt, dass das Vordringen bis
ins Innerste der Materie den unge­
heuren Aufwand des LHC mit einem
Jahresetat von einer Milliarde Euro
wert ist. Pläne für einen neuen Ring
von 100 Kilometer Länge sind sogar
schon in Vorbereitung. Höcker weiß
selbstverständlich, dass es Kritiker
solcher Grundlagenforschung gibt.
Haben die europäischen Staaten,
aus denen vor allem Steuerm illio­
nen nach Genf fließen, nicht dring-
1ichere Sorgen als die Suche nach der
dunklen Materie? „Natürlich kann
man m it unserem Geld auch etwas
ganz anderes machen“, sagt Andreas
Höcker. „Darum dürfen wir nicht
leichtfertig m it unseren M itteln
um gehen oder uns zynisch auf
unseren Lorbeeren ausruhen.“ Dann
wird er grundsätzlich: „Die meisten
von uns hier arbeiten wirklich Tag
und Nacht. Aber das alles einstellen?
Wie könnten wir uns als Menschheit
nicht mehr für den Aufbau des Uni­
versums interessieren? Wie könnten
w ir nicht m ehr neugierig sein?
Ebenso gut könnte man verlangen,
wir sollten keine Kunst mehr schaf­
Schont die Umwelt und das Portemonnaie:
fen. Wir wären dann aber andere ERDGAS + Solar.
Menschen." X
M it der flexiblen Kom bination aus einer m odernen Erdgas-Brennwertheizung und
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□ das STERN-GESPRÄCH

„ICH WERDE
AN DIESER
KRANKHEIT
STERBEN“
Im Januar 2014 erhielt Henning Mankell die
Diagnose Krebs. Ein Gespräch mit dem berühmten
Autor über den Kampf gegen die Angst.
Und über das, was bleiben wird - von ihm und von uns
Interview: Stephan Draf; Fotos: Gene Glover
Henning Mankell,
67, Theater­
regisseur und
-autor, Verfasser
der Wallander-
Krimis, die sich
in Deutschland
etwa 15 Millionen
Mal verkauften
en n in g M ankell, aber es geht wieder, und ich finde, durchs Haus gewandert. Ich war
wie geht es Ihnen? was ich in den Büchern suche. sehr w eit unten in einer Grube und
Gut. Doch - gut. Ich Das freut mich sehr für Sie. musste mich langsam an einem Seil
bin jetzt im zweiten Sie wissen ja auch, was für eine Gna­ wieder hochziehen. Nach zwei Wo­
Jahr der Krankheit, de es ist, in Büchern Zuflucht suchen chen jedenfalls dachte ich: Jetzt
m eine Ärzte haben zu können. habe ich wieder die Kontrolle. Jetzt
versprochen, mich Ja, das Ausblenden. Das kann in bin ich wieder stark genug, um mich
am Leben zu erhal­ Ihrer Lage wahrscheinlich sehr zu wehren.
ten. Ich werde wohl wichtig sein. Wie ging Ihre Frau damit um?
an dieser chroni­ Ja. Ich sage Ihnen: Unsere Welt istja Sie war weise genug, nicht viel zu sa­
schen K rankheit oft erschreckend. Aber die Fort­ gen. Sie musste auch erst herausfin­
sterben, ja. Wann? schritte in der Krebsbehandlung den, was das für sie bedeutet. Man
Keiner weiß es. Ich habe keine sind ein Triumph der Menschheit. kann sich ja in so einer Lage nicht
Schmerzen, m anchm al muss ich Noch vor 20 Jahren war die Diagno­ auseinanderdividieren - wenn einer
m ich sogar daran erinnern, wie se ein Todesurteil, heute überleben Krebs kriegt, haben es beide. Wir ha­
krank ich bin. Ich sehe jetzt anders drei von zehn Kranken - es ist er­ ben dann schnell gelernt, darüber zu
aus. Ob ich krank aussehe, müssen staunlich. sprechen. Das wäre das Schlim m s­
Sie entscheiden. Was dachten Sie, als Sie die te, ich habe das bei Freunden erlebt:
An welchem Punkt Ihrer Krebs­ Diagnose erhielten? ein tödliches Schweigen, das sich
therapie stehen Sie? Es war der Jahreswechsel 2013/2014, über ein Haus legt.
Die erste Chem otherapie hat ganz ich hatte plötzlich einen steifen Sie haben Ihr neues Buch „Treib­
gut angeschlagen, ich habe auch an­ Nacken, das wurde nicht besser. Also sand“ genannt. Eine Metapher für
dere Dinge ausprobiert, harte Be­ ging ich am 8. Januar zum Arzt, er die Zeit nach der Diagnose?
strahlungen ausgenom m en. Jetzt röntgte mich. Zwei Stunden später Ja, es erschien mir das richtige Bild.
war eine Zeit lang Ruhe. Das Ärzte­ bestellte er mich wieder ein. Da ahn­ Dieses Herabgezogenwerden, das
team ist großartig, zwei Tage im Mo­ te ich schon, dass ich mich nicht nur Strampeln, die Hilflosigkeit. Aber
nat beschäftigen sie sich nur damit, verlegen hatte. Er sagte mir dann ich wusste auch, dass Treibsand in
welche Therapien sie für mich kom­ sehr ruhig, dass sie einen M uttertu­ W irklichkeit keine Menschen ver­
binieren könnten. Einmal im Monat mor in der Lunge gefunden hätten schluckt. Ein Insekt, vielleicht, ein
treffe ich meinen Arzt. Wir reden 15 und eine Metastase im Nackenwir­ geschwächtes, kleineres Tier, even­
M inuten über Befunde, Röntgen­ bel. An was erinnere ich mich? Es tuell. Als Metapher funktioniert es
bilder, all diese Dinge. Und dann: war Winter, es war kalt und unge­ trotzdem.
Musik! Er ist Klavierspieler und hat mütlich. Meine Frau und ich fuhren Das Buch ist neben Ihrer Ehefrau
im Opernchor gesungen - ich genie­ m it dem Taxi nach Hause. An einer einem Bäcker und seiner Frau ge­
ße diesen Teil der Unterhaltungen, Kreuzung sah ich ein kleines widmet, die 79 nach Christus beim
ich glaube, er auch. Sie sehen, ich bin Mädchen, sechs, sieben Jahre alt, sie Vulkanausbruch von Pompeji um­
Dieses Porträt in guten Händen. hüpfte vo ller Freude in einer kamen. Sie sind ganz plötzlich ge­
einer Pastoren­ Zu Beginn der Chemotherapie Schneewehe au f und ab. Ich dachte, storben, nichts ahnend. Würden
familie aus dem tränten Ihre Augen, wenn Sie lesen dass ich so auch oft gehüpft bin. Und Sie sich das wünschen?
17. Jahrhundert
wollten. Ist das besser geworden? dass ich jetzt nicht mehr hüpfe. Dass Nein. Bei einem Autounfall, einem
hängt in einer
Kirche nahe Ja, das ist wieder okay. Das Tränen je tzt nur noch sie hüpft. Dass sich Flugzeugabsturz? Nein, bitte nicht
Mankells Wohn­ war gar nicht das Problem, ich konn­ mein Leben gerade fundam ental so schnell. Ich möchte einige Zeit

GEMÄLDE: GUSTAF FREDRIK HJORTBERG/SWEDISH CHURCH IN VALLDA SLAP/FOTO BOEL FERM


ort. Sechs der te m eine Augen nicht offenhalten. verändert hat, für immer. vorher wissen, wenn es zu Ende geht.
15 Kinder waren Nun, man weiß nie, welche Neben­ Wie waren die Tage danach? Ich habe diese beiden Menschen ge­
schon tot, als das
w irkungen auftreten. Ich würde Ich habe 14 Tage gebraucht, um mei­ wählt, weil sie so jung waren, nur um
Bild entstand.
„Sie wollten nicht lügen, wenn ich Ihnen erzähle, dass ner Agonie Herr zu werden. Habe die dreißig Jahre alt, sie hatten nicht
verschwinden“, ich ein, zwei Bücher am Tag lese - wenig geschlafen, lag im Bett, bin die Chance, ein volles Leben zu le­
sagt Mankell ben. Denn natürlich habe ich in den
letzten Monaten darüber nachge­
dacht, wie ich mich fühlen würde,
wenn mich die Diagnose m it 30,40,
m it 50 Jahren ereilt hätte. Jetzt bin
ich 67 Jahre alt. Ich habe länger ge­
lebt, als die m eisten Menschen auf
diesem Planeten sich erträumen
können. Daran muss ich mich erin­
nern, diese Perspektive ist wichtig.
Macht sie auch stärker?
Ja.
Ihren Sinn für Humor haben Sie
nicht verloren - Sie erwähnen in
Ihrem Buch, dass Ihre Metastase
genau in jenem Nackenwirbel >

66 Stern 10.9.2015
P>ß fC ll KRANK
SEHE, MÜSSEN SIE
NTSCHEIDEN“

Henning Mankell in
einem Hotelzimmer in
Göteborg - dort fand
das Interview statt
Durch seine
Arbeit an einem sitzt, der üblicherweise bei Ge­ Es ist wichtig, dass man das irgend­ wissen, womit sie es da unten zu tun
Theater in Mo­ henkten bricht. Das haben Sie wann feststellt: Ich bin verantwort­ haben? Ein furchtbarer Gedanke.
sambik (I.) lernte
nicht ernsthaft recherchiert, oder? lich. Ich bin ich. Unberührbar. Man Ja, aber...
Mankell den da­
maligen Bundes­ M usste ich nicht. Das steht in der kann Sie nicht zur Seite schieben, Sie ...kurz noch: Ich habe m it schwedi­
präsidenten Autobiografie eines berühmten bri­ nicht einfach ersetzen. Wenn Sie schen Atom wissenschaftlern ge­
Horst Köhler (M.) tischen Henkers, Albert Pierrepoint, nicht wissen, wer Sie sind, können sprochen. Sie waren sehr nett, sie tun
kennen. Mit er hat auch viele Nazi-Verbrecher Sie Ihr Potenzial nie ausschöpfen. alles, damit das Zeug sicher wegge­
seiner Frau Eva,
gehängt. Er beschreibt in diesem Das klingt auch wie eine Replik auf sperrt wird. Aber sie haben mir ge­
Tochter von Ing-
mar Bergman (r.), Buch exakt, wie eine ordentliche das kapitalistische „Jeder ist er- sagt, worüber sie auch nachdenken:
ist Mankell seit Hinrichtung ablaufen soll. Ich weiß setzbar“-Credo. den Atommüll so gut zu verstecken
1998 verheiratet gar nicht mehr, warum ich das hi­ Das w ill ich sehr hoffen. wie möglich. Und ihn dann in Ver­
neingeschrieben habe. Ja, ich moch­ Trotzdem: Haben Sie Angst, ein­ gessenheit geraten zu lassen. Keine
te wohl die Ironie, die darin liegt. fach zu verschwinden? m erkwürdigen, schwarzen Flug­
Und kurz danach beschreiben Sie Darüber denke ich nicht nach, nie. zeugpropeller au f gelbem Grund -
ein Bild, dass nur etwa 30 Kilome­ Wenn Sie in den Ozean spucken, ha­ das Zeichen versteht sowieso nie­
ter entfernt in einer Kirche hängt. ben Sie alle Ewigkeit, die Sie brau­ mand. Einfach vergessen. Ein irrer
Ah, hat es Ihnen gefallen? chen. Nein, wir sind Atome, wir lösen Gedanke, jedoch durchaus logisch.
Es ist sehr bewegend. Es zeigt uns auf, da kommt keine Ewigkeit. Ich Das kann doch nicht alles sein, was
einen Pastor aus dem 17. Jahrhun­ habe manchmal einen kindischen Sie m it dem Thema „Was bleibt“
dert im Kreis seiner Familie, Gedanken: Ich werde so lange tot verbinden. Ich verm ische je tzt
15 Kinder sind darauf, aber sechs sein, so schrecklich lange. Ich weiß, globale und persönliche Ebene,
von ihnen... dass das widersinnig ist. Wenn man trotzdem: Denken Sie an die vielen
...sind schon gestorben, als der tot ist, gibt es keinen Raum, keine Jahre in Afrika, an Ihre Arbeit in
Künstler das Bild malt. Er zeigt nur Zeit, kein Bewusstsein - trotzdem Mosambik, in Maputo, wo Sie m it­
A usschnitte ihrer Gesichter, ein denke ich das. halfen, einTheater zu gründen und
Auge nur, den Haaransatz... Beneiden Sie religiöse Menschen so den Menschen etwas gegeben
... der Säugling, der wohl im Kind­ um ihren Glauben an ein Danach? haben, was bleiben wird. Die w er­
bett gestorben ist, liegt halb ver­ Ich respektiere das. Beneiden? Nein. den sich an Sie erinnern, auch
deckt in der Wiege. Sie beschäftigen sich auch m it wenn Sie nicht mehr da sind.
Diese Kinder w ollten nicht ver­ dem, was bleiben wird. Von Ihrer, Auch dieses Theater wird nicht ewig
schwinden. Der Künstler hat sie auf von unserer Generation. Ihr Er- leben, alles hat ein Ende. Aber es
die einzige Bühne zurückgeholt, gebnis:TausendeTonnen nuklea­ wird im m er Theater geben in M o­
die wir haben: das Leben. Danach ren Abfalls, der auch in 100000 sambik, und es wird m it diesem
fällt der Vorhang, und wir sind weg. Jahren noch tödlich strahlen wird. Theater verknüpft sein. Das ist ein
An w ie viele M enschen erinnert Warum denken Sie in solch langen gutes Gefühl.
man sich denn wirklich, nach zehn Zeiträumen? Ist das sinnvoll? Darauf müssen Sie doch stolz sein. FOTOS XXPOOL VOLKER HINZ: FOTO TH FURTHMAYR/SCHNEIDERPRESS

Jahren, nach 100 Jahren, nach 500 Über Jahrhunderte haben Genera­ Ein bisschen. Wichtiger für mich ist:
Jahren? Es sind so wenige. Okay: Ga­ tionen etwas hinterlassen: Kunst, Wenn ich heute bei einem Autoun­
lilei. Shakespeare, ja - er hat auch Philosophie, politische Errungen­ fall sterben würde, könnte das Thea­
gesagt, dass die Welt eine Bühne sei. schaften, auch die Erfahrung ter ohne mich überleben. Sie sind
Bewegende Aber wir anderen haben nur diese schrecklicher Kriege. Was bleibt von nicht von mir abhängig.
Lebensbilanz, eine Chance, zu strahlen zu unseren uns? Nicht die Beatles, kein Schrift­ Wie war das am Anfang?
erhellende
Lebzeiten. Wir können die Zeit nicht steller, es wird dieser Abfall sein. Ich kam ja erst im zweiten Jahr
Betrachtungen:
„Treibsand“ zurückdrehen und sagen: Jetzt ma­ Wenn dann in etwa 10 000 Jahren dazu, obwohl ich immer als einer
erscheint am che ich es noch einm al anders. eine neue Eiszeit kommt, wird die der Gründerväter genannt werde.
28. September im Nichts da - je tz t oder nie. Landschaft fundamental verändert. Stimmt nicht.Sie hatten sich an mich
Zsolnay Verlag. Haben Sie Ihre Chancen genutzt? Und dieser Abfall wird noch da sein. gewandt, weil sie Probleme hatten.
Das Hörbuch
Einige. Doch, einige schon. Wenn das Eis wieder weg ist und Welches davon war das größte?
spricht der
Schauspieler Aus dieser Feststellung spricht ja noch Menschen da sind, werden sie Alles war ein Problem. Alles. Ich
Axel Milberg, ein auch ein Sinn für Identität: Ich bin sich an nichts von uns erinnern. erinnere mich, als wir Umbauten
Freund Mankells ich. Das ist nur mein Leben. Werden diese Menschen überhaupt machen wollten, schlich unser Zim-

68 stern 10.9.2015
merm ann in der Nacht zu benach­ das ganze Essen hindurch, sie wech­ Ach ... nein. Der Tod ist die einzige
barten Scheunen und zog heimlich selten nur wenige Worte. Oder: Ich Sache, die w ir ganz für uns haben.
Nägel heraus, damit wir sie verbau­ verfolge die Hetze gegen Flüchtlin­ An der Geburt sind zwei Menschen
en konnten. Es gab einen Willen, es ge in deutschen Internetforen, wir direkt beteiligt. Aber der Tod... Die­
war Talent da, im Überfluss - dann haben in Schweden ähnliche Proble­ sen Schritt müssen wir allein gehen.
kann auch ein armes Theater über­ me. Auch hier ermöglichtdas Inter­ Auch ohne die Freunde, die Familie,
leben. Wir konnten nicht darauf net keine Kommunikation - diese die um uns versammelt sein mag.
warten, dass Geld vom Himmel fällt. Leute spucken einfach Hass aus und Als Sie zehn Jahre waren, wachten
Viele Ihrer Erinnerungen in„Treib- verstecken sich hinter ihren Bild­ Sie m itten in der Nacht auf, Ihr
sand“ hängen mitTheater zusam ­ schirm en. M it Kom m unikation Vater stolperte Ihnen entgegen,
men, nicht nur m it diesem. Ihren m eine ich, was wir beide tun: sich m it Erbrochenem besudelt, dann
berühmtesten Charakter aber, den gegenübersitzen und reden. brach er zusam m en...
Kommissar Wallander, erwähnen Sie haben Politik nicht nur auf
Sie nur ein einziges M al...
Ach, er ist drin? Hatte ich vergessen.
Graswurzel-Höhe betrieben, son­
dern sind auch mit vielen Mächti­
„ICH WERDE NICHT
A u f Seite 242, ganz kurz. Worauf gen zusam m engekom m en... VERSCHWINDEN“
ich hinauswollte: Erscheintlhnen ...m it Horst Köhler zum Beispiel,
Ihre Arbeit als Theatermacher Ihrem ehemaligen Bundespräsiden­ ... er hatte eine Gehirnblutung, er
wichtiger als das, was Sie als Ver­ ten. Wir haben noch heute ein sehr überlebte. Dieses Ereignis hat mich
fasser enorm erfolgreicher Krimi­ gutes Verhältnis. Ich bewundere, sehr geprägt.
nalromane erreicht haben? was er für Afrika getan hat. Ihre Mutter verließdie Familie,als
Nein. Wissen Sie: Mein größtes Pri­ Aus dieser Position heraus: Wo se­ Sie ein Jahr alt waren - Sie gingen
vileg ist, dass ich zwei Räume be­ hen Sie die globalen Aufgaben der nicht einmal zu ihrer Beerdigung.
wohne. In einem bin ich allein und nächsten Jahrzehnte? Hat Sie diese Nacht umso mehr an
schreibe. Der andere Raum ist vol­ Ganz klar: Armutsbekämpfung und Ihren Vater gebunden?
ler Menschen, das ist das Theater. Frauenrechte. Wir hätten die Armut Bestimmt. Wir waren uns sehr nahe.
Und ich w echsele zwischen den schon vor Jahrzehnten bekämpfen Stimmt es, dass Sie seitdem nachts
Räumen hin und her, mein ganzes können, wir haben es nicht getan. das Licht anlassen?
Leben schon. Aber wenn ich nur Jetzt sehen wir die großen Flücht­ Ja, seit dieser Nacht mag ich die
noch in einem Raum sein dürfte, lingswanderungen, eine Folge des Dunkelheit nicht mehr. Ich brauche
würde ich im m er den ersten w äh­ Nichtstuns. Dasselbe gilt für die immer etwas Helligkeit um mich.
len. Ohne zu zögern. Das Schreiben Frauen: Sie übernehmen, gerade in Die letzte Unterhaltung mit Ihrem
ist die Basis von allem, was ich tue. Afrika, enorm wichtige Aufgaben, Vater war ein belanglosesTelefon-
Sie haben auch an den Memory sie organisieren das tägliche Leben, gespräch.
Books mitgearbeitet, in denen an sie sind das Rückgrat dieser Gesell­ Ja, ich war in einem anderen Land.
Aids erkrankte Afrikanerinnen schaften. Politisch haben sie nichts Am nächsten Tag starb er. Ganz un­
kurz vor ihrem Tod Erinnerungen zu sagen. Vor allem diejunge Gene­ erwartet.
für ihre Kinder zusammenstellten. ration muss das ändern. Sonst brau­ Wenn Sie gehen müssen, wollen
Ja, das hat mich sehr berührt. chen w ir uns anderen Problemen Sie dann bewusst letzte Gespräche
Haben Sie etwas von diesen Frau­ wie dem Klimawandel gar nicht erst m it Ihren Angehörigen führen?
en gelernt? zuzuwenden. Es sterben mehr Men­ Ich werde nicht einfach verschwin­
Diese Frauen verfügten oft nicht schen wegen der Versäum nisse in den. Ich werde Vorkehrungen tref­
über viele Worte. Aber ihre Bot­ den ersten zwei Bereichen. fen. Aber bis dahin bleibt noch Zeit.
schaften! Eine M utter legte einfach Haben die afrikanischen Kulturen Die Sie m it Schreiben füllen w er­
zwei große, blaue Schmetterlinge in ein anderes Konzept vom Tod? den?
ihr Buch - ich kriege noch heute Er gehört dort noch viel mehr zum Natürlich. Ich schreibe immer.
Gänsehaut. Ihre Kinder werden sich Leben, während m an bei uns in Woran gerade?
nicht an viel von ihr erinnern, aber Westeuropa ein ganzes Leben ver­ An einem Roman. Er soll „Die Nacht“
sie werden wissen, dass ihre Mutter bringen kann, ohne jem als einen heißen.
blaue Schmetterlinge liebte. Toten gesehen zu haben. Ich finde Der Mann, der nur bei Licht ein-
Im Buch schreiben Sie auch, dass das nicht nur merkwürdig, sondern schlafen kann, schreibt über...
Kommunikation der Schlüssel zur auch gefährlich: Wie sollen unsere ...ja, ich weiß. Es geht um jemanden,
Lösung vieler Probleme ist. Dann jungen Leute Respekt vor dem Le­ der nachts arbeitet, aber das Buch
müssen Sie doch die digitale Ver­ ben haben, wenn sie den Tod nur aus wird nicht nur dunkel werden,
netzung begrüßen, als positives dem Spielfilm kennen? keine Sorge. Ich werde Kerzen an­
Vermächtnis unserer Zeit. Sie waren Augenzeuge erschre­ zünden. y
Da mögen Sie recht haben, natür­ ckend vielerTode: junge Frauen, die
lich. Aber: Vor unserem Gespräch an Aids sterben. Kinder, die in
war ich m it meinem Agenten essen. schwedischen Seen ertrinken. Jour­ Stephan Draf und
Gene Glover bewun­
Wir sahen zwei Frauen, offensicht­ nalisten, die erschossen werden -
derten Henning Mankell
lich verabredet. Sie setzten sich, zo­ im Buch hört es gar nicht mehr auf. für seine Konzen­
gen ihre Handys aus der Tasche, und Haben diese Erfahrungen Sie auf tration und Offenheit - beides erschien
dann telefonierten und tippten sie Ihre jetzige Situation vorbereitet? ihnen keineswegs selbstverständlich

10.9.2015 stern 69
□ w is s e n

ie Patientin hatte allein im Park Gesäß entlanglaufen, beim Liegen ge­ hatte. Sie wollte Kleidung tragen, in der sie
gelegen, m itten in der Nacht. Nie­ quetscht hatte. Doch der Befund war un­ gut aussah - auch wenn sie sich in die Hose
mand war vorbeigekommen, den auffällig. Zudem prüfte ich Nerven aus mächtig hineinzwängen musste. Im Laufe
sie um Hilfe hätte bitten können; dem Bereich der Wirbelsäule - auch wenn der Putzarbeit hatte die Jeans sie zuneh­
ihr Handy hatte sie nicht dabei. Sie ein Schaden dort unwahrscheinlich war. mend eingeschnürt, berichtete sie. In der
war gestolpert und zu schwach, Schließlich wurde ich an den Kniekehlen Notaufnahme hatten die Ärzte die Hose
wieder auf die Beine zu kommen. Erst nach fündig: Dort haperte es bei den Waden­ aufschneiden müssen, um die Beine zu
ein paar Stunden gelang es ihr, zu einer bein- und Schienbeinnerven mit der Wei­ untersuchen - das Kleidungsstück saß
Straße zu kriechen. Ein Taxi brachte sie am terleitung. Also war klar: Sowohl Muskeln inzwischen derart eng, dass es nicht mehr
Morgen in unsere Notaufnahme. als auch Nerven hatten Schaden genom ­ normal auszuziehen war.
Die 35-]ährige hatte keinen Alkohol ge­ men. Aber wie genau war das passiert? Ich begann, in der Fachliteratur nach
trunken oder Drogen genommen. Verängs­ Die Patientin hatte im Gespräch erwähnt, ähnlichen Fällen zu suchen. Tatsächlich
tigt, aber bei vollem Verstand berichtete dass sie am Vortag enge Jeans angezogen fand ich Berichte über Nervenschäden
sie, dass sie seit dem Vorabend durch zu enge Jeans. Z u­
ihre Füße und Beine nicht mehr dem entdeckte ich Fachartikel

DIE DIAGNOSE
heben könne. Am Vortag hatte über die Erdbeerpflücker-Läh­
sie ihrem Bruder beim Umzug mung - ein Phänomen, bei dem
geholfen und in der Küche des Feldarbeiter durch stunden­
neuen Hauses Schränke und langes Hocken Schäden am
Schubladen ausgewischt. Da­ W adenbeinnerv erlitten hat­
bei hat sie stundenlang in der ten. Doch in keinem der Fall­
Hocke gesessen, hatte auf dem berichte waren Schienbein-
Boden gekniet und zunehmend und W adenbeinnerv zugleich
unter einem Druckgefühl und geschädigt noch M uskulatur
Schmerzen in den Beinen ge­ zerstört worden. Werden beim
litten. Hocken die versorgenden Blut­
Als die Kollegen die Frau gefäße der Unterschenkel mus-
untersuchten, fielen ihnen die keln komprimiert, reagiert das
stark angeschwollenen Unter­ Muskelgewebe normalerweise
schenkel auf. Auch stellten sie darauf, indem es anschwillt
fest, dass sie ihre Knöchel und und die Gefäße erweitert. In der
Füße kaum bewegen konnte. engen Jeans jedoch wurde das
Fußrücken und -sohlen sowie M uskelgewebe stark zusam ­
die Außenseiten beiderUnter- mengepresst.
schenkel fühlten sich taub an, Um das Ausmaß des Muskel­
erzählte die Patientin. Das wa­ V schadens besser abzuschätzen,
ren alles Anzeichen für einen veranlassten wir ein Com pu­
Nervenschaden. Rasch entnah­ tertomogramm. Die Rückseite
men die Kollegen Blutproben: der angeschwollenen Waden­

ILLUSTRATION KATRIN FUNCKE/AGENTUR CLAUDIA SCHOENHALS. AUFGEZEICHNET VON ASTRID VICIANO


Die Konzentration des Enzyms muskeln erschien nicht wie
Kreatinkinase war stark er­ gewöhnlich in Grau, sondern
höht - ein Hinweis darauf, dass in Schwarz. Nun bestand kein
M uskeln abgestorben waren. Zweifel mehr: Die Frau litt
Normalerweise soll die Konzen­ Lähmender Umzug an einem Kompartment-Syn-
tration des Enzyms bei m axi­ Eine Emu hilft heim Putzen. In der folgenden drom. Dabei führt ein erhöhter
m al 145 Einheiten pro Liter Druck innerhalb eines Muskels
Wacht stolpert sie, kann nicht mehr aufstehen.
liegen - bei der Patientin lag oder einer Muskelgruppe zur
der Wert bei 73 000! Ein Neurologe findet die Ursache: Eitelkeit Schädigung von M uskelfas-
Rasch verlegten die Kollegen sern, Blutgefäßen und Nerven.
die Frau in unsere neurologische Abteilung, Die Kollegen aus der N otaufnahm e
wo ich sie zum ersten Mal traf. Noch im­ hatten der Patientin bereits Bettruhe ver­
m erw ar sie traumatisiert von dem Erleb­ ordnet. Auch eine Infusion m it Kochsalz­
nis, stundenlang im Dunkeln gelegen zu lösung hatten sie angelegt, um Eiweiß, das
haben - unfähig aufzustehen. M ithilfe aus dem abgestorbenen Muskel freigesetzt
eines Nervenleitungstests untersuchte ich, worden war, auszuspülen und damit die
welche Nerven gelitten hatten. Ich prüfte Nieren zu entlasten. Nach fü n f Tagen
beidseits die Ischiasnerven, weil die Patien­ konnte die Patientin wieder laufen und
tin sich vielleicht diese Stränge, die am unsere Klinik verlassen. ¥

An dieser Stelle schildern regelmäßig Ärzte ihre außergewöhnlichsten Fälle. Diese Woche:
Prof. Dr. Thomas Kimber, 49, Neurologe am Royal Adelaide Krankenhaus in Adelaide. Australien

70 stern 10.9.2015
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10.9.2015 Stern 71
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Mehr Licht: Gut geknüpft:
die besten eine Teppich­
Leucht-Neuheiten künstlerin
für den I lei hst bei der Arbeit

Mit Hut und Hunden:


Den italienischen
Designer Piero Lissoni
zieht es zur Kreativ­
pause in die Toskana
FOTO. S TE P H A N IE G ENG O TT

10.9.2015 Stern 73
EXTRA WOHN DESIGN

74 Stern 10.9.2015
Wohin zieht es Kreative, wenn sie mal
ausspannen wollen? Zu Besuch
in den privaten Oasen dreier
bekannter Designer
Von Dorothea Sundergeld

Bk.

TOSKANAPiero Lissoni,
Architekt
und Designer
Minimalismus
in der Maremma:
Der Hausherr
mag klare, kan­
tige Formen

10.9.2015 Stern 75
EXTRA WOHN DESIGN

atisfaction! Summertime!

S
Ambra!“ Piero Lissoni ruft
seine Golden Retriever. Der
Designer steht m it hoch­
gekrempelten Hosenbeinen
im Pool, es ist heiß in der
Maremma, so heiß, dass er auch sei­
nen Hunden ein Bad gönnen will.
„Der Pool ist nicht riesig, aber für
mich und die Hunde groß genug.“
Der 59-Jährige entwirft m it seinem
M ailänder Architektur- und De­
signbüro Möbel für Firmen wie Cas-
sina und Living Divani, Küchen für
Boffi, Hotels und Privatvillen für
Kunden in aller Welt. Als er dieses
Grundstück vor mehr als zehn Jah­
ren kaufte, stand an der Stelle des
Pools eine Kuhtränke, und dort, wo
sich heute sein Feriendomizil aus
Beton und Glas erhebt, war ein klei­
nes Bauernhaus - typisch toska­
nisch auf eine Hügelkuppe gebaut.
„Eigentlich liebe ich Flachdach und
große Fensterfronten“ erklärt Lis­
soni, „hier aber wollte ich die Typo­
logie der regionalen Architektur
respektieren. Die Form ist daher so
einfach wie eine Kinderzeichnung
eines Hauses.“
Nur ein Kind m it einem sehr fei­
nen Gespür für Proportionen könn­
te Häuser wie dieses zeichnen: unten
ein großer offener Raum zum Woh­
nen, Kochen und Essen, oben
Bibliothek,Bad und Schlafzimmer -
und dazwischen eine Stahltreppe,
so filigran wie ein gefaltetes Blatt
Papier. Die großen Fenster wirken
wie Bilderrahmen für die licht­
Lässig am Pool: durchflutete Landschaft. Schiebt
Lissoni in toska­ man sie auf, geht ein angenehmer
nischer Hügel­
Lufthauch durch das ganze Haus.
landschaft. Sein
Betonhaus hat Perfekter Rückzugsort, auf natür­
er mit Prototypen liche Weise ventiliert.
eigener Möbel­ Viel Platz für Gäste gibt es nicht.
entwürfe ein­ Es stehen nur wenige Liegen am
gerichtet sowie
Pool, die weißen Sofas laden eher
mit Klassikern
von Le Corbusier zum Ausruhen ein als zur Grillpar­
(Holzboxen, Foto ty. „Wenn Besuch da ist, verbringen
Mitte links, und wir die Tage hier, aber abends gehen
Sessel, unten), die Gäste in ein nahe gelegenes Bed
antiken Laternen
FOTOS STEPHANIE GENGOTTI

& Breakfast. So hat jeder seine Ruhe“


(M itte rechts)
und Lehnstühlen
sagt Lissoni. Wer ständig im Flug­
von Jasper zeug sitzt und zwischen Mailand
Morrison und Berlin pendelt, braucht in sei­
(M itte links) ner Freizeit nicht viel Gesellschaft.
Ist es leicht, als Architekt für sich
selbst zu bauen? „Ehrlich gesagt: >■

76 Stern 10.9.2015
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Es war ein ziem licher Albtraum “,


sagt Lissoni. „Als Architekt bin ich
eher der radikale Typ, dem die Äs­
thetik am wichtigsten ist. Als Bau­
herr aber wollte ich es komfortabel
haben. Am Ende hat sich der Archi­
tekt durchgesetzt. Er war allerdings
gnädig m it seinem Bauherrn und
ging auch ein paar Kompromisse
ein.“ Er krault einem seiner bern­
steinäugigen Hunde den Kopf und
erklärt m it einem Lächeln: „Natür­
lich habe ich mir Sofas ausgesucht,
die sehr gem ütlich sind ...ich bin
doch nicht blöd!“

Aarhus: Oase fü r die Familie


Das Erste, was Anders N0rgaard er­
ledigt, wenn er nach Hause kommt -
er räumt die Spülmaschine aus. Da­
mit beginnt das tägliche Ritual, das
dem 57-jährigen Designer viel be­
deutet: Anders N0rgaard kocht lei­
denschaftlich gern. Für den däni­
schen Gestalter gibt es nichts Beru­
higenderes, als Tomaten zu häuten,
Kräuter zu hacken und Fleisch an­
zubraten. Sonntags läuft er zu gro­
ßer Form auf, denn dann trifft sich
die Familie zum Essen. Anders’ Frau
Mette, die als Programmdirektorin
an der Aarhuser Konzerthalle arbei­
tet, sitzt mit den Söhnen Carl, 17, und
Mads,21, an der Kücheninsel, und sie
AARHUS
Anders
bereden das Leben. „Die gemeinsa­
men M ahlzeiten sind wichtig für
Nörgaard, unsere Familie“, erklärt der Designer.
Möbeldesigner Nachdem die Nprgaards das Haus
Der Däne wohnt 2004 gekauft hatten, bauten sie es
in einem Mix aus aufwendig um. Ein Rückzugsort ist
eigenen Möbeln
es für sie alle auch deshalb gewor­
(die Küche hat
er für die Firma den, weil es fern der Design-M etro­
Kitchen & More pole Kopenhagen steht. So hält man
entworfen) sowie Abstand. Die rote Backsteinfassade
Designklassikern wurde weiß verputzt und ein zwei­
aus Skandina­
tes Stockwerk aufgesetzt, so dass es
vien und Italien
heute an eine moderne Ferienvilla
erinnert. Ganz oben liegt das Schlaf­
zim m er des Ehepaars. „Von hier aus
haben wir einen Blick bis zum Meer
- das macht mir jeden Morgen gute
Laune“ sagt Nprgaard. Seit 1994 be­
treibt er sein Designbüro in Aarhus
und entw irft neben Küchen, Ess­
FOTOS DAVID MAUPILE

plätzen und Accessoires auch Sitz­


möbel für Hersteller wie Boconcept
und Freistil, die jun ge Linie von
Rolf Benz. Sofas sind für ihn die Hel­
den des Wohnzimmers, denn sie ►

78 stern 10.9.2015
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80 Stern 10.9.2015
MERAN
Harry Thaler,
Designer
Umgeben von
Dreitausendern
hat der Süd­
tiroler sich einen
Ruheort mit
Dachterrasse
geschaffen.
Seine Wohnung
ist gefüllt mit
eigenen Ent­
würfen wie dem
Pressed Chair
(am Esstisch) und
Eigenbauten
(der Arbeitstisch)

müssen gut aussehen und sich da­


zu noch anderen Aufgaben stellen.
„Schließlich wird ein Sofa nur zehn
Prozent der Zeit benutzt, um darauf
zu sitzen und gepflegte Gespräche
zu führen. 90 Prozent der Zeit darauf
verbringen wir in entspannter Kör­
perhaltung, wenn wir lesen, fernse-
hen oder relaxen."
Im Erdgeschoss haben sie drei
kleine Zim m er zusam m engelegt,
um eine 22 Quadratm eter große
Küche mit viel Stauraum einzurich­
ten. „Keine leichte Aufgabe, diesen
Raum selbst zu planen“, sagt der aus­
gebildete Architekt. „Was die Küche
angeht, bin ich ein Rationalist: Die
Form folgt der Funktion." Wie gut er
die Aufgabe gelöst hat, zeigte sich
im Sommer vor zwei Jahren, als
Mette und Anders nach 25 Jahren
Beziehung heirateten. „Wir hatten
einen Koch, der in unserer Küche ein
Menü für 50 Gäste zubereitet hat“ -
und sich perfekt zurechtfand.

M eran: Oase in d e r a lte n H e im a t


Diese Stille! Nur zwitschernde Vö­
gel. Und dazu ein Blick bis zu den
p Dreitausendern der Texeigruppe.
1= Wenn Harry Thaler, 39, seine Dach-
| terrasse am Rande der Stadt Meran
x betritt, genießt er den für ihn größt-
g m öglichen Kontrast zu seiner ►
2

10.9.2015 Stern 8 1
EXTRA WOHN DESIGN

trubeligen Alltags- und Arbeitsstät­


te London. „Die Ruhe hier ist das,
was mich sofort entspannt“ sagt der
gebürtige Südtiroler. Neun Jahre ist
es her, dass er in die britische Haupt­
stadt zog, um Design zu studieren.
2010 machte er Examen,2011 wurde
seine Abschlussarbeit, der „Pressed
Chair“ vom Chiemgauer Möbelma­
cher Nils Holger M oorm ann in die
Produktion genommen. Koopera­
tionen m it anderen süddeutschen
und italienischen Herstellern folg­
ten - und so hatte der junge Desig­
ner schon bald immer wieder einen
Grund, in Richtung Alpen zu reisen.
Als er sich dann noch in eine gebür­
tige Meranerin verliebte, erfüllte er
sich den Wunsch nach einem Refu­
gium in der alten Heimat.
„Unsere W ohnung in London ist
eher kühl. Hier wollten wir ein Do­
m izil, das Wärme ausstrahlt, und
haben viel Holz eingesetzt“ erklärt
Thaler. Holzmöbel wurden gebaut,
die Böden mit Eichendielen ausge­
legt und eine Wand aus Fichtenholz
eingezogen, hinter der sich ein be­
gehbarer Schrank versteckt. Der
Arbeitstisch, der aus m iteinander
verschraubten Boxen besteht, ist
nach dem selben Prinzip gestaltet
wie das Bett.
Gemütlichkeit entsteht auch durch
den Mix von Eigenkreationen und
Secondhandmöbeln - „der senfgel­
be Samtsessel ist m ein Lieblings­
platz". Auch ein paar Prototypen
gehören zur Einrichtung: Die klei­
ne Tischleuchte „Fumi“ die in die­
Viel Holz: sem Jahr bei Pulpo Design au f den
Eichenparkett, Markt kommt, oder die Pendelleuch­
ein aus Box-
te „light/nolight“ die für blendfrei­
Modulen zusam­
mengebautes es Licht über dem Esstisch sorgt, weil
Bett, eine Wand sie indirektes LED-Licht produziert.
aus Fichtenholz, Harry Thaler lebt gern in seinen
hinter der sich eigenen Entwürfen.„Aufdiese Wei­
ein begehbarer
se kann ich sie am besten erkunden."
Schrank befindet.
Der Tisch in der Wenn Freunde zu Besuch kom ­
Sitzecke mit men, wird gegrillt, gekocht und ge­
dem Samtsessel meinsam Musik gehört - von Vinyl.
(M itte links) ist „Ich mag es gern, wenn jeder mal an
ein Teil von einem
den Plattenschrank geht und etwas
Baumstamm
auflegt“ sagt Thaler. „Man hört end­
FOTOS- THOMAS STRAUB

lich wieder ganze Alben durch und


muss immer mal wieder hingehen,
um eine Platte umzudrehen." Das ist
vielleicht etwas altmodisch, aber
ungeheuer kommunikativ. )t-

82 stern 10.9.2015
H ier w ill ich leben

...e in e kleine Großstadt w ie Osnabrück


viel lebensw e rter ist, da hier alles viel
persönlicher ist als in großen M etro­
polen. H ier kennt mich die Verkäuferin
auf dem W ochenm arkt und man t r if f t
auch mal zufällig Freunde im Cafe und
quatscht sich fest. Schöne A ltb a u w o h ­
nungen g ib t es hier auch. Meine hat
hohe Decken und Dielenböden, also
so richtig Berlin-S tyle - nur deutlich
günstiger. M it dem Fahrrad bin ich in
drei M inuten im Büro und in w eniger als
fü n f M inuten auf dem Westerberg.
Da oben lie g t das Gut Muesenburg,
w o man sehr g u t Biogemüse einkaufen
kann. Ich glaube, das ist der einzige Bau­
e rn h o f Deutschlands in Innenstadtlage.

O nline-Projektleiter Stefan, 33, ist


Lokalpatriot aus Osnabrück. Er ist
einer von H underten, die im Rahmen
der A ktion auf der D eutschlandkarte
ihren W ohnort m arkiert und beschrieben
haben, warum sie nirgendw o anders
leben wollen.

LOKAL
PATRIOTEN
ww w .stern.de/lokalpatrioten
1. Cafä „Herr von Butterkeks":
guter Milchkaffee zu leckerer Musik.
2. Gelbe Zucchini sind eine Delika­
tesse auf Gut Muesenburg.
3. Einmalig: Das Gut liegt auf einem
Berg praktisch mitten in Osnabrück.
4. Ich mag die ländliche Idylle neben
dem urbanen Großstadtflair.
5. Im Katharinenviertel habe ich eine
stylishe Altbauwohnung. Eine gem einsam e A ktion m it
6. Kommt Verwandtschaft zu Be­
such, ist ..Weinkrüger" ein guter Tipp.
7. Mit meinen Freunden treffe ich Auf diese Steine können Sie bouen
mich gern bei „Herr von Butterkeks".
8 . Must-see in Osnabrück: das histo­
rische Rathaus in der Altstadt.
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Arte, je ab 260 Euro

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Das war s
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DOMINAS
Sie leben davon, Männer zu beherrschen. Aber wer sind
die Frauen mit dem strengen Blick? Der Fotograf Max Eicke
hat sich auf die Suche begeben

10.9.2015 Stern 89
„Wir sind keine Opfer und wollen nicht
zwangsgerettet werden"
Baroncss Davina Dust
„Mein Fetisch ist die Psyche des Menschen"
Lady Destiny Dark

V
1li•7$ i "Tti# hü
II'.'1
a](1
Jm JflpS J;
„Ich verkaufe nicht mich, sondern eine
Dienstleistung. O b ich Kaffee serviere oder
jemanden verhauen darf, ist mir gleich"
Bizarrlady Amy
„Viele Gäste schämen sich für ihre Neigung. Ich
finde das traurig. Es gibt nichts, wofür man sich
schämen muss. Scham existiert nicht bei mir"
Lady Satori
„Ich genieße, was ich tue, weil ich in
allem absolut frei bin. Das können nicht
viele Menschen von sich sagen"
Miss Peel
„Ich könnte es jetzt nicht einfach
ablegen. Wenn ich auf hören würde zu arbeiten,
würde ich wahrscheinlich wieder auf
Fetischpartys gehen"
atürlich ging es auch hier um Macht. brüchig und widersprüchlich ihm das erschien, was

N
Darum, dass einer Anweisungen die Autorin von sich preisgab. „Ich dachte oft: Redet
gibt und der andere sie befolgt. die sich ihr Leben schön? Oder ist das wirklich genau
Und doch war diesmal alles anders das Leben, das sie leben will?“ Der Fotograf begann
als sonst. Die Frau erfüllte nicht zu recherchieren. Er nahm Kontakt zu 170 deutschen
den Wunsch eines Mannes, be­ Dominas auf, bat um ein Gespräch und darum, sie
herrscht zu werden, der Mann bezahlte nicht. Den fotografieren zu dürfen. 26 Frauen willigten ein.
Raum bestimmte nicht das übliche Zubehör vom An­ Jedes Shooting gehorchte einem eigenen Gesetz.
dreaskreuz bis zur Reitgerte, sondern eine analoge „Die Frauen waren es gewohnt, die Regeln vorzuge­
Großformatkamera. Es war ein Experiment m it unge­ ben, und als Fotograf muss ich ebenfalls stets sagen,
wissem Ausgang, als der in London lebende Fotograf was genau ich will.“ So wurden die Aufnahm en zu
Max Eicke begann, deutsche Dominas zu porträtieren. kleinen und großen Machtkämpfen: „Viele Frauen
Vor zwei Jahren hatte Eicke die Biografie einer versuchten sofort, zu posieren, sich optimal in Szene
solchen Frau gelesen. Und sich gew undert, wie zu setzen. Ungefähr so, wie sie sich auch im Internet
zeigen. Doch an der Hochglanzoberfläche der Fetisch­
w elt war ich überhaupt nicht interessiert.“
„Wenn ich nach einem Termin nach Stattdessen versuchte der 25-Jährige, tiefer zu
Hause gehe, dann will ich nichts mehr blicken und die Grenzen zwischen Außen und Innen
auszuloten: Was ist Maske? Was echt? Wie viel Wahr­
davon wissen. Ich will die Scheiß- haftigkeit steckt in dem, was die Frauen von sich
High-Heels nicht mehr sehen, ich will zeigen - jenseits knallroter Lippen und strengem
Blick? A u f Eickes Fotografien wirken die Gesichter
keine Nylons mehr sehen, keine vieler Dominas hermetisch verschlossen, in anderen
Scheiß-Peitschen und keine Gasmasken" aber glaubt man lesen zu können wie in einem Buch.
Für sein Projekt kombinierte Eicke die Aufnahmen
Ladv Electra m it Passagen aus den gemeinsamen Gesprächen. „Es
hat lange gedauert, bis die Frauen Vertrauen fassten“,
sagt der Fotograf. „Eine Domina erschrak mitten im
Satz und gestand, sie habe noch nie so offen über sich
selbst geredet.“
So entstanden Porträts von starken Persönlichkeiten
und verletzten Seelen, von Hingabe und Geschäfts­
sinn, von großem M itgefühl und schauriger Kälte.
„M enschen abhängig zu machen, das ist Macht für
mich, und das macht mich an", sagt Domina Uma
Masome. Lady Ashley stellt fest: „Wenn ich kein Geld
dafür bekäme, würde ich einen Gast am Tag machen.
Eine Stunde. Das bräuchte ich zur eigenen Befriedigung.“
Lady Electra berichtet freim ütig von der anderen
Seite ihres Berufs: „Der Preis, den ich zahle? Die
Einsamkeit. Es sind wenige glücklich." Sie sagt auch:
„Man wird männerfeindlich durch den Job. Ich treffe
mich je tzt schon so gut wie m it keinem Mann mehr
privat. Du wirst einfach nur ausgenutzt."
Und Domina Divine Yamuna? Sie entwirft ihr
eigenes Bild einer idealen Partnerschaft: „Wenn einer
von beiden etwas verm isst und sich das dann woan­
ders holt, ohne dabei die Beziehung und die Gefühle MITARBEIT UNO RECHERCHE USA KATHARINA FÖRSTER; KARIN KONTNY

infrage zu stellen, dann ist es doch gut, dafür nicht


lügen und betrügen zu müssen. Es ist doch viel schöner,
wenn einfach das Vertrauensverhältnis da ist und
beide sagen: Hey, geh, lebe deinen Sexspleen. Und wenn
du wiederkommst, mache ich dir noch einen Tee.“
Tobias Schmitz

Fotograf Max Eicke, 25,


lebt und arb eitet in London

96 stern 1 0 .9 . 2 0 1 5
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durch DPV Deutscher Presseverrrieb GmbH Nils Oberschelp (Vorsatz). Heino Dührkop. Dr. Michael Rathje. Düsternstraße 1, 20355 Hamburg, als leistender Unternehmer. AG Hamburg. HRB 95752.
Q P O L IT IK /W IR T S C H A F T

Doch es gibt Horrorszenarien. Die briti­


schen Forscher Carl Benedikt Frey und Mi­
chael Osborne behaupten, dass 47 Prozent
aller Beschäftigten in den USA in Berufen
arbeiten, die in den nächsten 20 Jahren mit
hoher W ahrscheinlichkeit verschwinden
werden.47 Prozent. Wegen der Maschinen.
Experten der Bank Ing-Diba gehen davon
INDUSTRIE
aus, dass in Deutschland sogar 59 Prozent
der Arbeitsplätze bedroht sind, besonders

SCHICHTWECHSEL
gefährdet: Bürokräfte, Hilfsarbeitskräfte,
Anlagen- und Maschinenbediener. Je mehr
Routine der Job umfasst, desto realisti­
scher die Aussicht, dass Maschinen ihn
übernehmen können. Je mehr Kreativität
und Entscheidungskraft erforderlich sind,
Roboter und Algorithmen revolutionieren desto sicherer ist der Arbeitsplatz.
Allerdings sind die Szenarien um strit­
die Arbeitswelt. Jetzt diskutiert auch die ten. Das M annheim er W irtschaftsfor­
schungsinstitut ZEW kam zu dem Ergeb­
Regierung, was das für unsere Jobs bedeutet nis, dass nur 12 Prozent der Beschäftigten
in Deutschland von der Automatisierung
betroffen sein werden. Und die Unterneh­
Von Florian Giißgen
mensberater von Boston Consulting be­
haupten sogar, es könnten bis zu 390 000
neue Jobs entstehen. Der Wandel ist für
Deutschland, das Land der M aschinen­
er neue Kollege heißt Adam. Adam sammenarbeiten können. 176 000 Roboter bauer, nämlich auch eine Chance.

D
ist nicht groß. 1,40 Meter. Recht gibt es schon jetzt in Deutschland. Und es Sicher ist: Der Arbeitswelt steht ein ge­
schwer ist er, 130 Kilo. Trotzdem ist werden mehr. waltiger Umbruch bevor. „Selbst wenn uns
Adam so wendig und so ausdau­ Der Aufm arsch der Roboter illustriert, nicht gefällt, was au f uns zukom m t: Es
ernd wie sonst niemand hier in der was gerade los ist in der Wirtschaft: Die wird au f uns zukom m en“ sagt Lothar
Montagehalle A3 bei Audi in Ingol­ Maschinen und Com puter übernehmen, Schröder, Vorstand der Gewerkschaft Ver­
stadt. Denn Adam hat sechs Achsen, in Fabriken
ihm werden smart, intelligent, ver­ di. Und deshalb wird nicht nur in Personal­
stecken unzählige Sensoren und ein Kame­ netzt. Industrie 4.0 heißt das Schlagwort. abteilungen und a u f Fachkonferenzen
rasystem. Und Strom ist alles, was er Gleichzeitig machen sich die Maschinen heiß über „New Work“, die neue Arbeit, dis­
braucht, um im m erfort durchzuackern. daran, den Straßenverkehr zu revolutio­ kutiert. In nächster Zeit steht das Thema
Seit Januar gehört der orangefarbene nieren, den Büroalltag, selbst die Pflege in auch weit oben au f der politischen Tages­
Roboter zum Team von Tobias, Emil, A le­ Kliniken und Heimen. Google tüftelt an ordnung. In der kommenden Woche, bei
xander und fü n f anderen. Zusammen einem selbstfahrenden Wagen. Laster sol­ ihrer Klausur in Meseberg, beschäftigen
montieren sie die Innereien von Wagen der len autonom über die Autobahnen brau­ sich Angela Merkel und ihre Minister mit
Modellreihen A4, A3 und Q5. Adam reicht sen. Apps bedienen Bankkunden, und Soft- der 4.0-Welt. Auch Verdi und die IG Metall
den m enschlichen Kollegen graue, un­ ware erledigt die Buchhaltung in den Fir­ diskutieren bei Bundeskongress und Ge­
handliche Teile. Kühlm ittelausgleichsbe­ men. In Pflegeheimen heben Roboter test­ werkschaftstag darüber. Arbeitsm iniste­
hälter. Früher mussten die Monteure sich weise Bettlägerige, bringen ihnen zu trin­ rin Andrea Nahles hat die Sprengkraft oh­
jedes Mal bücken, um die Dinger aus einer ken, spielen Memory m it ihnen. Was lan­ nehin erkannt. Im April hat sie ein Grün­
Kiste zu fischen. Hunderte Mal am Tag. Das ge Science-Fiction war, wird Wirklichkeit: buch vorgestellt, einen Katalog mit Fragen:
ging auf den Rücken. Jetzt macht das Adam Die Maschinen dringen in jeden Winkel Was kommt da genau auf uns zu? Was muss
m it seinem Saugnapf. Die Kollegen sind des Alltags und der Arbeitswelt vor. Das ist die Politik tun, damit Menschen gut leben
begeistert. eine Errungenschaft. Nur: Wo bleibt da können? Bis 2016 soll es Antworten geben.
Adam ist so gut, dass Tobias, Emil und Platz für Menschen? Was soll aus all den Bei Audis M utterkonzern Volkswagen
Alexander dem nächst eigentlich nach Facharbeitern und Fernfahrern werden, ist es vor allem Personalvorstand Horst
Hause gehen könnten. Für immer. Oder? den Bankangestellten und Buchhaltern? Neumann, der die Zusam m enarbeit von
Immer bessere Sensoren, immer präzi­ Den Kollegen bei Audi jagt Adam keine Mensch und Maschine vorantreibt. Geht
sere Mechanik, im m er klügere A lgorith­ Angst ein. „Menschen werden im m er nö­ es nach ihm, werden im m er mehr Adams
men haben klobige Maschinen mit groben tig sein, zur Kontrolle“, sagt Tobias Pfaffel. in die Werkshallen einziehen. Er versteht
Greifern in flexible, sichere Leichtbauro­ Er ist 27 und Werkzeugmacher. „Roboter das als Akt der Befreiung. Die „Robbies“,wie
boter verwandelt. In willige Butler. Ob bei können Menschen nicht ersetzen“ sagt er sie nennt, sollen das erledigen, was er j£
Audi, beim Audi-Mutterkonzern Volkswa­ auch Emil Betz, 54 und Kfz-Mechaniker. für „menschenunwürdige Arbeit“ hält: das g
gen, bei Daimler oder bei BMW: Überall ho­ Bei Audi haben sie in den vergangenen Jah­ Schuften über dem Kopf, die Quälerei bei
len sie die Roboter aus ihren Schutzkäfi­ ren M itarbeiter eingestellt. Und Adam der Montage im Innenraum der Wagen. o
gen, testen, wie Mensch und Maschine zu- wirkt alles andere als bedrohlich. „Ich danke Gott dafür, dass wir viel- >-
100 stern 10.9.2015
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Bitte sehr! Im
Audi-Werk reicht
Adam, rechts in
Orange, seinem
Kollegen Tobias
Pfaffel ein Teil
zum Einbauen
P O L IT IK /W IR T S C H A F T

leicht noch erleben dürfen, dass die Robo­ 120 der insgesamt rund 1900 Beschäftigten
ter uns diese Arbeit einmal abnehm en“, arbeiten hier. In der Fabrik riecht es nicht
sagte Neumann bei einem Vortrag. Es sei nach Maschinenöl, es sprühen keine Fun­
ein „alter Gewerkschaftstraum, ein alter ken, es gibt keine jaulenden Maschinen. Es
Menschheitstraum“ monotone, körperlich ist ruhig, fast wie in einem Labor. In der
belastende Arbeit abzuschaffen. Nachbarschaft stehen Wohnhäuser.
Für den Konzern rechnet sich das, da­ M it iPads scannen M itarbeiter
raus m acht Neum ann keinen Barcodes in der Fabrikhalle. Den ge­
Hehl. Demnach kostet ein Ro­ samten Produktionsprozess bilden
boter in der Stunde zwischen sie digital ab. Alle sieben Minuten
3,20 und 6,20 Euro, eine Fach­ wird aktualisiert, fast in Echtzeit.
kraft in der Branche zwischen Über Bildschirme kann der Meister
30 und 50 Euro. Und die Men­ überprüfen, wie w eit welche Charge
schen? In den nächsten Jahrzehn­ ist, wo es hakt. Ein erheblicher Effi­
ten werde die Babyboomer-Ge- zienzgewinn. Wenn man durch die
neration in Rente gehen, sagt Halle geht, stehen in verglasten Büros
Neumann. Dadurch werde VW den jun ge M itarbeiter um einen Bild­
Einmarsch der Maschinen „beschäf­ schirm und diskutieren. Zuletzt haben
tigungsneutral" hinbekommen. Men­ sie hier vor allem Maschinenbauer ein­
schenleere Fabriken lehnt der Manager ab. gestellt, die auch programmieren kön­
Es werde weiter qualifizierte Arbeit geben. nen. Jene sind gefragt, die den Maschinen
Es ist das Bemerkenswerte an der Dis­ sagen können, was zu tun ist.
kussion in Deutschland, dass sich weder C hef von W ittenstein ist Dieter Spath.
Unternehmen noch Gewerkschaften noch Früher war Spath Wissenschaftler, Leiter
Politik vom digitalen Wandel bislang all­ des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für
zu kirre machen lassen. M aschinenstür­
mersind weit und breit nicht zu sehen. Im
KOLLEGE ODER KONKURRENT? Arbeitswirtschaft und Organisation. Die
Rolle des M itarbeiters ändere sich, sagt
Gegenteil: Alle glauben daran, dass sich die er. Notwendig sei vor allem „Überblicks­
Veränderung gestalten, dass sich die Wucht wissen“, man müsse Abläufe kennen, Situ­
nutzen lässt. „Es geht vor allem darum, ationen einschätzen können. „Der Mensch
herauszufinden, wo und wie Maschinen Hand berichten, wie bei dem Konzern schon wird Sensor, er wird Akteur, und er wird
Menschen sinnvoll unterstützen können“ jetzt die Jobs verschwinden. Weil die Tele­ Entscheider." Auch Spath ist davon über­
sagt Constanze Kurz, die bei der IG Metall kom etwa alle Anschlüsse Stück für Stück zeugt, dass trotz allem am Ende nicht
für das Thema zuständig ist. auf die internetbasierte Technik umstellt, die Maschinen die Fabriken beherrschen
In den USA hat bereits eine Diskussion wird sie in Zukunft viele Schaltungen über werden, sondern der Mensch m it seinen
über die gesellschaftlichen Folgen einge­ einfache Softwarebefehle aus der Ferne aus­ besonderen Fähigkeiten.
setzt. Die Ökonomen Andrew McAfee und führen können. „Das hat Vorteile für den Nur wie besonders sind die? Die Inge­
Erik Brynjolfsson etwa halten die neuen Kunden“ sagt Schröder, „aber gewaltige nieure der großen Konzerne arbeiten
Maschinen für einen Segen. Sie würden für Rationalisierungspotenziale bei den Be­ längst daran, Intelligenz, Kreativität und
Wachstum sorgen, für mehr Wohlstand. schäftigten. Viele Monteursjobs fallen de Intuition zu erfassen, zu zerlegen, nachzu­
Das Problem sei nur, dass dieser Wohlstand facto weg.“ Vor ein paar Tagen erst hat die bilden, zu autom atisieren. Die britische
ungleich verteilt werde: Einige wenige Telekom eine Studie über das Arbeiten im Firma Deep Mind etwa, die von Google
würden viel mehr verdienen, viele andere digitalen Zeitalter vorgelegt. Fazit des Per­ aufgekauft wurde, arbeitet an einem
viel weniger, die Mittelschicht sei bedroht. sonalvorstands: Die D igitalisierung sei lernenden Algorithmus. Die Maschinen
Deshalb w ollen die beiden Am erikaner kein „laues Lüftchen, sondern ein Sturm“. sollen von selbst immer intelligenter wer­
um verteilen, McAfee schlägt eine Art Personalabteilungen müssten handeln. den. Dem Technikmagazin „Wired“ sagte
Grundeinkommen vor. Was M itarbeiter künftig können m üs­ Deep-Mind-Chef Demis Hassabis, er glau­
In Deutschland ist die Verteilungsdis­ sen? Lothar Schröder sagt: Projekte ma­ be schon, dass man abbilden könne, wie
kussion noch am Anfang. „Wir müssen nagen, Daten analysieren, die digitale Kreativität entstehe. Es werde zwar noch
über eine digitale Dividende nachdenken“ Technik verstehen, Englisch sprechen. Er Jahrzehnte dauern, bis eine Maschine
fordert jedoch auch Verdi-Vorstand Schrö­ fordert auch das Recht auf eine Bildungs­ einen Roman oder ein Drehbuch schrei­
der. Mit höheren Abgaben von Konzernen teilzeit. Wenn der Job bedroht ist, soll man ben werde. Beim Komponieren von Musik
und Spitzenverdienern könnten andere, nebenbei auch als Berufstätiger die Chan­ dagegen, da sei man schon weiter.
gesellschaftlich wichtige Berufe unter­ ce haben, einen neuen zu erlernen. In Ingolstadt waren es die Kollegen, die
stützt werden: Erzieherinnen, Pfleger. Und Wie eine m ittelständische Fabrik in Zu­ den Roboter getauft haben, eigentlich
Schröder dringt auf eine kürzere Wochen­ kunft aussehen kann, führt die Firma Wit- heißt die Maschine KR 5 SI. Sie haben eine
arbeitszeit. „Der Produktivitätsfortschritt tenstein, ein Spezialist für Antriebstech­ Liste m it Namen gemacht,Tobias Pfaffel,
kann nicht halbwegs sozialverträglich be­ nik, in ihrem Zahnradwerk in Fellbach bei Emil Betz und die anderen. Adam gefiel
wältigt werden, wenn es nicht gelingt, über Stuttgart vor. 2012 haben sie hier einen ihnen am besten, w eil ihr Roboter ja
die Länge der Arbeitszeit zu sprechen.“ alten Standort neu aufgebaut, bewusst der erste ist in der M ontage bei Audi.
Schröder sitzt auch im Aufsichtsrat der stadtnah, vier S-Bahn-Stationen vom Und es stim m t ja auch. Adam ist erst der
Deutschen Telekom - und kann aus erster Stuttgarter Hauptbahnhof entfernt. Etwa Anfang, y
102 stern 10.9.2015
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ls der finnische Finanzminister m inister W olfgang Schäuble nicht alles

A
Alexander Stubb jüngst zur Grie­ 0 m itm achen will. „100 Jahre wären nicht
chenlandkrise befragt wurde, sehr überzeugend.“
benutzte er einen ungew öhnli­ Nicht zu vergessen ist auch der Geld­
chen Begriff: „Wir stecken in einer sacktrick. Wer lange genug sucht, findet in
Catch-22-Lage„Catch 22“, das ist Europa ja im m erein paar Milliarden. Sie­
ein US-Roman aus dem Jahr 1961. In dem ben Milliarden Euro etwa verstauben bei
Buch wollen sich Kampfpiloten um Ein­ der Europäischen Zentralbank, weil die mit
sätze drücken, aber eine Regel, Catch 22, günstigen griechischen Staatsanleihen
hindert sie. Um einen Flug zu vermeiden, einst Gewinn gem acht hat. Den müsste
m üssen sie verrückt sein und verlangen, sie den Eurostaaten überweisen. Erhalten
nach Hause geschickt zu werden. Wer aber könnten ihn auch die Griechen allein. Wäre
im Krieg nach Hause will, kann nicht doch irgendwie gerecht, oder?
W
verrückt sein - also m üssen die Piloten Der größte Trick aller Zeiten aber ist der
fliegen. Im Englischen wurde Catch 22 zu Statistiktrick. Warum nicht den Schulden­
einem Wort für „Dilem m a“. Womit wir bei berg einfach anders messen als bisher?
Europa wären. Fünf Jahre lang riefen die Euroretter: Schaut
Die Europäer zelebrieren derzeit ein auf die Schuldenstandsquote! Sie zeigten
absurdes Theater rund um Griechenland. Kurven, setzten die Staatsschulden ins Ver­
Angela Merkel will, dass sich der Interna­ hältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)
tionale Währungsfonds (IWF) am verein­ und sagten: Je höher die Quote, desto
barten Hilfspaket beteiligt, doch der möch­ Angela Merkel und Wolfgang Schäuble schlimmer. M ehr als 120 Prozent, so hieß
te das nur, wenn die Europäer den Griechen suchen nach Wegen aus der Krise. Die Skizze es, gehen eigentlich gar nicht - sonst läh­
großzügig Schulden erlassen, am besten zeigt, was Experten und Politiker diskutieren men die Schulden das Land. Wie gesagt:
m it einem Schuldenschnitt. Das eigentlich. Bei den Griechen ging
aber lehnt Merkel ab. Und nun? im m er mehr. Die Quote klet­
Nun wird getrickst, Europas terte von 109 Prozent zu Beginn
Lieblingsdisziplin in der Eurokri­ der Krise im m er höher, Ende
se. Schon als das Paket vor ein paar dieses Jahres wird sie vermutlich
Wochen entstand, ging es zu wie 200 Prozent erreichen. Eigent­
an der Wursttheke, Motto: Dür­ lich müsste also ein Schulden­
fen es ein paar Milliarden mehr schnitt her.
sein? Von anfangs 20 Milliarden Was da hilft? Anders rechnen.
kletterte die Summe au f 86 M il­ Die Kanzlerin sagte neulich: Bei
liarden Euro. Und ob das reicht, Griechenland solle m an „nicht
weiß keiner. Nur dass der Kredit­ so einfach a u f die 120 Prozent
berg wächst, sieht jeder. Daher starren" entscheidender sei die
hübschen die Euroretter nun die „tatsächliche Belastung“. Gut,
Schulden auf. Die Realität soll, dass ESM -Chef Klaus Regling
bitte sehr, nicht ihre schöne Ret­ bereits vor einiger Zeit eine neue
tung versauen. Größe eingefallen ist: der - Sim-
Der billigste Trick ist die Stun­ salabim ! - Brutto-Finanzie-
dung. Die Griechen könnten das geliehe­ rungsbedarf. Der zeigt, wie viel ein Staat
ne Geld ja einfach später zurückzahlen. von seinem BIP abzweigt, um laufende
Vom Euro-Rettungsschirm EFSF bekom ­ Schulden zu bezahlen. Eine Q uote von
men sie seit fün f Jahren Kredit, leisten aber 15 Prozent gilt als tragbar, haben Experten
weder Zins noch Tilgung. Erst ab 2023 w ol­ GRIECHENLAND berechnet. Der Zufall: Griechenland soll
len sie abstottern, vielleicht, so reden eini­ diesen Wert 2017 erreichen. Praktisch,
ge bei den Gläubigern, wird es nun auch
erst 2028 oder gar 2033. SCHULDENTRICKS oder? Findet auch M erkel: „15 Prozent
könnten ein Maßstab sein“, sagt sie.
Ewig geht das natürlich nicht, die Kre­
dite lösen sich ja nicht in Luft auf. Gott sei
Dank gibt es noch den Laufzeitentrick. Die
FÜR PROFIS Wie leicht sich alles schönrechnen lässt!
Glaubwürdiger wird Merkel m it diesen
W inkelzügen nicht, aber wie sagt sie so
Darlehen von EFSF und ESM, dem zweiten Was nicht passt, wird passend schön: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
Euro-Rettungsschirm, laufen derzeit im gemacht: Wie sich die Finanziell betrachtet ist der Schaden
Schnitt 32,5 Jahre. Warum nicht 40 Jahre? Euroretter die Lage in Athen überschaubar. Bisher haben die Eurolän­
Mit einer gestreckten Laufzeit würden die der keinen Cent nach Athen überwiesen,
schönrechnen
Schulden bleiben, aber die jährliche Last sondern vor allem gebürgt. Nun bürgen sie
würde gesenkt. Faktisch w irkt es wie ein etwas mehr. Und der IWF? Dessen Chefin
Von A n d r e a s H o ffm a n 11
Schuldenschnitt - nur nennt das keiner Christine Lagarde sagt: „Eine Debatte um <
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so. Also lieber gleich 50 Jahre? Oder 60? einen Schuldenerlass hat es nie gegeben.“
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Wird alles diskutiert. Wobei Finanz- Tricksen wirkt offenbar. y
104 S tern 10.9.2015
eines Konzerns sowie an die Vielzahl ex­
terner D ienstleister geht: Hier hat der
Versicherte keine Wahl, in der Regel wird
eine pauschale Einw illigung gefordert.
„Über die Zerlegung von Arbeitsprozes­
sen bei den Versicherungen werden die
D atenflüsse ausgew eitet“, kritisiert Lars
Gatschke vom Bundesverband der Ver­
braucherzentralen. Gegen den Trend sei
der Kunde machtlos.
Die Allianz etwa zählt mehr als 20 Kon­
zerntöchter sowie externe Subunterneh­
men auf, in deren Orbit die Daten bei
Bedarf hin und her gereicht werden
können. Darunter: eine Bank, mehrere
S Callcenter, der Computerservice von IBM,
Rechtsanwälte für Regress- und Mahnver­
17 J3 __ - fahren, eine ganze Kategorie namentlich
Tc h n s x l nicht genannter medizinischer Gutachter
sowie eine Vertriebsfirma namens AGA
c n M R U Mehr als 20 Firmen Service, die sich auf Dienstleistungen rund
dürfen bei der um Reisen und Gesundheit spezialisiert
Allianz auf intime
hat. Der Konzern gibt an, er halte die Liste
Daten zugreifen
„so klein wie möglich“.A u f die schriftliche
Bitte von Marion L., sie über die Weiterga­
be ihrer Daten im Einzelnen zu informie­
ren, teilt die Allianz mit: „Diesem Wunsch
DATENSCHUTZ
können wir nicht entsprechen“, und w ei­

BITTE, MACHEN SIE SICH FREI ter: „M it der Auflistung der Dienstleister
und der ihnen jew eils übertragenen
A ufgabe... soll Transparenz für die Kunden
Oh Lohnabrechnung Steuerbescheid oder Krankenakte - bevor gegeben sein.“
eine Versicherung zahlt, will sie wirklich alles von uns wissen Das Überraschende dabei: Die Unter­
nehmen haben sogar den Segen der Daten­
schützer. Im Januar 2012 verständigte sich
eit über einem halben Jahr kann Schutzbehörden, die den Konzernen gro­ die Versicherungsw irtschaft m it den

S
Marion L* nicht ihrem Beruf nach­ ße Freiheiten ließen. Versicherte stehen Datenschutzstellen der Länder und Ver­
gehen. Sie ist Fotografin, war frü­ den Unternehmen oft ohnmächtig gegen­ braucherschützern auf Verhaltensregeln
her viel unterwegs, sie liebt diesen über. Das fiel gerade erst wieder bei der und eine „Mustererklärung“ Doch statt die
Job, aber das Reisen und das häufi­ Ergo-Lebensversicherung auf, die Policen Konzerne an die Kandare zu nehmen,
ge Stehen macht ihr Körper seit falsch berechnete. Und das rügte bereits bleiben sie an der langen Leine. So können
einer Krebsoperation nicht mehr mit. Zu­ 2006 das Bundesverfassungsgericht, als es die Versicherer den Einsatz externer
mindest vorerst. Zwar ist die Prognose gut, in Versicherungsverträgen ein eklatantes Dienstleister nach eigenem Ermessen aus­
doch es wird viele Monate dauern, bis sie „Verhandlungsungleichgewicht“ zuun­ dehnen. Bald sind also m öglicherweise
wieder fit ist. gunsten der Kunden feststellte. 30 oder gar 50 Servicefirmen eingespannt.
Gut, wenn man für solche Im Fall von Marion L. for­ Auch welche Daten für die Abwicklung der
Situationen vorgesorgt hat. l o n J o h a n n es R ö h r ig derte die Allianz gleich im Leistungsfälle erforderlich sind,entschei­
Wie rund 17 Millionen Men­ ersten Schreiben ohne Ein­ det die Firma.
schen in Deutschland hat Marion L. eine schränkung „Ihnen vorliegende medizini­ Wie weit die Sammelwut reichen kann,
Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei ihr sche Unterlagen“ sowie Gehaltsnachweise zeigt sich bei der Speicherung von Kun­
grei ft di e „teilweise Berufsu nfähigkeit" nach der letzten drei Monate und die Steuer­ dendaten. Selbst wenn es nach der Bera­
sechs Monaten ununterbrochener Krank­ bescheide von drei Jahren. tung nicht zum Vertragsabschluss kommt,
heit. Doch bislang ist kein Cent geflossen. Wenn es um Krankheiten geht, werden bunkern die Firmen drei Jahre lang alle
Denn die Allianz und die 45-Jährige strei­ zudem sogenannte Schweigepflicht-Ent­ erfassten Angaben etwa zu Verdienst oder
ten darüber, in welchem Umfang der bindungserklärungen fällig. Damit geben Vorerkrankungen. „Der Zeitraum ist zu
Versicherer sowie diverse Subunternehmer Patienten ihren Ärzten freie Hand bei der lang“ sagt Nils Schröder von der Daten­
Einblick in die vertraulichen Krankenak­ Weitergabe von Daten. Allerdings können schutzbehörde in Nordrhein-Westfalen,
ten bekommen sollen. Versicherte darauf bestehen, dass die Fir­ „das wollen wir ändern.“ Dabei hat seine
Der Konflikt ist dabei nicht allein privat. men für jede Anfrage bei Medizinern eine Stelle die Regel selbst ausgehandelt.
FOTO FOTOl IA

Er offenbart das Versagen der Daten- separate Ermächtigung einholen. Nun hoffen die Datenschützer au f Nach­
Ganz anders, wenn es um die Weiterga­ verhandlungen. Die im m erhin soll es
* Nam e von der Redaktion geändert be der gesam m elten Daten innerhalb geben - allerdings erst 2017. y
10.9.2015 Stern 105
Q GESELLSCHAFT

musst aufpassen, 5 Prüder aus D wurden aestern in

ja ich weis aha ich bin allein


und weis nicht was ich machen soll
aiht‘s keine Möqlichkeit ruber

F kein Kontakt zu Prüdem vorher qehabt-

F ruf deine Mutter an, dass sie Dir weolches überweist, weis sie oder den
vater von deinem vorhahen

ne

F qeh zurück , du kannst mom nid


akkustrom hast A
hen, ruj s n la ig ^ g d u n o c h

wir können sowieso mit so JunM d:,‘ rtff?


du kiannst ja wohl nicht s c h if Ä er s.
Falsche Grammatik, d*c braucht Ausbildunq usa V
arabische Floskeln:
Meister passt sich den
Dschihadisten an.
Das Bild zeigt Auszüge ich bin 189 aros akhi sehe nicht tu e wi li^ ih j
des Chats, den er unter
einem weiteren Alias-
4-
Namen mit einem
13-jährigen Jungen aus
München führte, der
von der Türkei aus in den
F * •
wo bist du oenac in aaziantpn. v e rlie h noch jrn zu kontaktieren der dir
V*M
Krieg ziehen wollte
Fast jede freie M inute chattet er jetzt mit
deutschen Dschihadisten, manchmal gan­
ze Nächte.
ISLA M ISTEN
Seine bisher w ichtigste Erkenntnis:
Auch wenn jeder eine andere Biografie hat,
haben doch viele gemeinsam, dass sie aus
Gastarbeiterfam ilien stammen, dass sie
sich in Deutschland und in der Heimat der
Eltern fremd und entwurzelt fühlten, be­
vor sie sich gewaltbereiten Salafisten an­
schlossen. Ausgrenzung ist ein Nährboden
für religiösen Extremismus.
Sich in die virtuellen Netzwerke einzu­
schleusen sei ganz einfach, sagt Meister.
Die m eisten seien sowieso Propaganda­
kanäle, im m er au f der Suche nach neuen
Mitgliedern. Die Leute kennen sich häufig
nicht persönlich. Erkennungszeichen sind
Symbole, Floskeln, Bilder. Wer die benutzt,
kom m t rein. M eister postet au f seinen
Profilseiten deshalb manchmal Bilder von
Explosionen. Viele Netzwerke werben mit
kriegerischer Propaganda, m it Bildern von
Ein Student schleuste sich aus Neugier in die Kämpfen, von Männern, die im Dschihad
den Heldentod sterben. M anche locken
Netzwerke deutschsprachiger Dschihadisten auch m itder Botschaft: Ihr m ü ssth ierau f
nichts verzichten. Dort werden Fast-Food-
ein. Heute fragen ihn Eltern nach ihren Läden, Swimmingpools, pralle Einkaufs­
Söhnen, und Ermittler führen Akten über ihn körbe gezeigt.
Das Foto von Meisters Profil, an das der
13-Jährige seine Frage geschickt hat,
stam m t von einer Reise durch Nordafrika.
M eister trägt Turban und schwarze Son­
s beginnt ganz harmlos. „Salam Bundeskrim inalam t Zusammenarbeiten nenbrille, im Hintergrund: Wüste. In der

E
Aleykum, Bruder. Ich habe ne frage.“ muss, um den Jungen aufzuhalten. Szene ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich
Es ist ein Freitag im Sommer, kurz Seit er mit den Dschihadisten kom m u­ schon bekannt, dass er, der Blogger, dahin­
nach zehn Uhr vormittags. Daniel niziert, m it verdeckter Identität oder ganz tersteckt.
Meister, M itte zwanzig, hat gerade offen als Blogger, droht ihm fast täglich Ist er m it falscher Identität unterwegs,
seinen Laptop aufgeklappt, in der einer von ihnen m it dem Tod. Mohamed verhält Daniel Meister sich normalerweise
Bibliothek der süddeutschen Universi­ Mahmoud war der Erste. Der Österreicher, still, beobachtet. Nur in Ausnahm esitua­
tät, wo er für seine Doktor­ einst Propagandachef der tionen schreibt er die Dschihadisten un-
arbeit in Politikwissenschaf­ Von V ero n ica F r e n z e i deutschsprachigen Dschi- dercover an. Zum Beispiel, wenn ihn Eltern
ten recherchiert. Da poppt die hadisten-Szene, hat sich anrufen, die Todesnachrichten ihrer Söh­
Nachricht im Postfach eines seiner vielen m ittlerweile dem IS in Syrien angeschlos­ ne erhalten haben, die niemand offiziell
Facebook-Profile auf. Wie immer schreibt sen und gerade ein Video veröffentlicht, in bestätigt.
er gleich zurück. dem er zu Anschlägen in Deutschland auf­ Manchmal aber schreiben die Dschi­
„Alaikum Salam, was für frage?" tippt er. ruft - und selbst einen Menschen hinrich­ hadisten die Fake-Profile an, versuchen
„Bist du im Dawla?“ Dawla heißt Staat tet. „Ich polier dir die Fresse, ich schneid herauszufinden, ob er von den Sicher­
au f Arabisch. Gem eint ist: im Gebiet des dir die Kehle durch" schrieb Mahmoud an heitsbehörden ist. Irgendwann offenbart
Islamischen Staats. „Wie komm ich rüber?" Meister. Anlass warein ausführlicher Blog- M eister immer, dass er zum militanten
Überrascht ist Meister nicht. Schon seit Eintrag über ihn. Islamismus recherchiert. „Erst wenn eine
einem Dreivierteljahr chattet er m it deut­ Meister, der sich aus wissenschaftlichem Art Vertrauensverhältnis besteht, ist Aus­
schen Dschihadisten, die in Syrien oder im Interesse in dieses konspirative Milieu ein­ tausch möglich“ sagt er. Auch Empathie sei
Irak kämpfen, in verschiedenen sozialen geschlichen hat, der auf klären will, welche dafür wichtig. „Man muss sich aus der
Netzwerken, m anchm al auch m it Fake- Deutschen zum IS wollen und wieso, ver­ Eigenperspektive lösen.“ Meister sagt im ­
F O T O S A N D Y K R O P A / R F D U X / I A IF

Profilen. Darüber berichtet er unter ande­ hält sich deshalb selbst konspirativ. Er will mer „man“ nie „ich“. So als w olle er sich
rem in seinem Blog „Erasmus Monitor“. nicht, dass der Stern ihn zu Hause besucht. abspalten von dem „Ich" das dieser grau­
Er ahnt nicht, dass dieser Chat brisanter Und es muss ein Geheim nis bleiben, wo samen Welt so nahe ist.
sein wird als die anderen. Dass der, der sich er lebt, wie er aussieht, wer seine Familie An diesem Sommerfreitag macht er es
da dem IS anschließen will, ein Kind ist, ist - und wie sein richtiger Name lautet. wie immer, wenn ihn jem and zum ersten
gerade 13 Jahre alt. Und dass er, Daniel Er steckt tief drin in dieser Welt, die er Mal kontaktiert. Er gibt sich nicht zu er­
Meister, in den nächsten Stunden mit dem verabscheut und die ihn doch fasziniert. kennen, benutzt bewusst falsche Gram- >-
10.9.2015 Stern 107
□ GESELLSCHAFT

matik, arabische Floskeln, stellt scheinbar Gleich nachdem er den Jungen enttarnt
naive Fragen. „Hast du dich einfach so dazu hatte, schrieb er den Männern, m it denen
entschieden?“ oder „wie bist du rüberge­ er in engerem Kontakt stand. Er fragte, was
kommen ohne das kuffar dich aufhalten?" sie von seinem Vorgehen hielten. Ob sie es
Kuffar sind die Ungläubigen. Zwischen gerechtfertigt fanden, dass er den Jungen
seine Fragen streut er Sätze wie diesen: dem BKA gemeldet hatte.
„Möge dir Allah einen Weg eröffnen in den Die IS-Kämpfer beleidigten ihn, erneu­
jihad zu kommen.“ erten ihre Morddrohungen. Er sagte nichts,
Meister erfährt, dass sein Chat-Partner hörte nur zu, stellte manchmal Fragen,
am Busbahnhof in Gaziantep sitzt, im Süd­ wie immer. Manche Männer, die al-Qaida
osten der Türkei, dass er m it geklautem Der Österreicher Mohamed Mahmoud (I.),
nahestehen, äußerten Verständnis für
Pass reist. Dass ihn eine Verwandte be­ hier in einem Propagandavideo, schrieb dem seine Entscheidung. Für Kinder, die sich so
gleitete, die aber schon an der türkischen Blogger Todesdrohungen naiv anstellten, hätten sie keine Verwen-
Grenze aufgehalten wurde. Dass der Mann, dung.Trotzdem hat sich ein Informant aus
der ihn eigentlich über die Grenze nach der Szene danach nicht mehr gemeldet. Er
Syrien bringen sollte, nicht ans Telefon wollte Meister eigentlich Dokumente aus
geht. IS-Kreisen Zuspielen, die belegen, wie sich
Daniel M eister behauptet, die Grenze deutsche IS-Kämpfer mittels Cyberkrimi­
zwischen der Türkei und Syrien sei dicht, nalität finanzieren.
gerade komme niemand rüber. „Ne oder" Immer öfter rufen ihn Eltern an, die
antwortet sein Gegenüber. Dann: „oh ne“ erfahren haben, dass ihre Kinder in Syrien
und „u ff was mach ich jetzt“. oder im Irak gefallen sind, und die Ge­
Wie kindlich das klingt, wie unbeholfen, w issh eit wollen. Die Sicherheitsbehör­
denkt Meister und fragt: „Wie alt bist du?“ den geben kaum Informationen weiter.
Die Antwort: „13. sehe bisschen älter aus“. Dieser 13 Jahre alte Münchner wollte sich Manchmal weinen die Eltern am Telefon,
in Syrien dem Islamischen Staat anschließen
Meister hat sich Regeln gesetzt. Sollte er hilflos, verzweifelt. Fast alle sind wütend,
erfahren, dass jem and Anschläge plant weil die Kinder schon länger im Fokus
oder sich an einem Mord beteiligt hat, wird sich aufhielt, wo er den Kontaktmann tref­ der Sicherheitsbehörden standen, die sie
er die Sicherheitsbehörden kontaktieren. fen wollte, der ihn nach Syrien bringen aber nicht aufgehalten haben. Meister
Bekehren wird er niemanden, aber wenn sollte. Zu wenig, um einen Erm ittler los­ däm pft dann erst einmal ihre Erwartun­
er von Minderjährigen erfährt, die zum IS zuschicken. gen, dass er ihnen helfen könne. Er kann
wollen, greift er ein. Meister vereinbart m it den BKA-Beam­ nicht sicher sagen, dass er überhaupt et­
Der Islamische Staat setzt Kinder ans ten, herauszufinden, wo genau der Junge was herausfindet.
Steuer von bombenbepackten Autos, lässt sich befindet, was er anhat, was er bei Vor ein paar Tagen rief ihn wieder ein
sie in Checkpoints rasen. sich trägt. Ihn so lange wie möglich in ein Vater an. Er hatte eine E-Mail bekommen,
Gespräch zu verwickeln. in der stand, sein Sohn habe sich im Irak
Der Plan geht auf. Gegen drei Uhr nach­ getötet. Daniel M eister nannte seinen

KÄMPFER DROHEN IHM; DIE mittags verhaften türkische Polizisten den


Jungen vor dem Computer im Busbahnhof
Kontakten den Kampfnamen des Jungen
und fand heraus, in welcher Region er ge­
BEHÖRDEN WOLLEN INFORMATIONEN von Gaziantep, von dem aus er m it Daniel käm pft hatte. Er fragte einen Mann, der
Meister gechattet hat. sich dort aufhielt. Eine eindeutige Antwort
Es war nicht das erste Mal, dass Meister aber bekam er nicht.
Er ruft also beim Auswärtigen Am t an, m it dem BKA Kontakt hat. Öfter schon Ende Juli kursierte die Nachricht, dass
sagt, dass ein 13-Jähriger nach Syrien haben sich die Sicherheitsbehörden an drei junge Kämpfer bei Ramadi im Irak,
ausreisen wolle, dass man ihn jetzt noch ihn gewandt, wollten Informationen zu westlich von Bagdad, gefallen seien, unter
davon abhalten könne. Er nennt den bestim m ten Terrorgruppen, über D eut­ ihnen ein Hamburger. Meister fand fü n f
Chatnamen des Jungen, die Beamtin ver­ sche, die ausgereist waren und m it denen Quellen, die ihren Tod bestätigten. In die­
bindet Daniel Meister m it dem Bundes­ er Kontakt hat. Er weiß, dass die Behörden sem Fall hatten Islamisten in Deutschland
kriminalamt. Der Name des Jungen steht Aktenordner über ihn führen. Irgendwann ihn gefragt, wo ihre Freunde seien, die in
tatsächlich au f der Fahndungsliste. war auch die Rede von Informationsaus­ Syrien kämpften und von denen sie lange
Der aus dem Irak stam m ende Münch­ tausch. Er lehnte ab. nichts gehört hatten.
ner lebte in einem Heim. Seine Mutter hat­ Informanten und Quellen hält Meister Immer häufiger stößt er bei Recherchen
te ihn vor einem Jahr in staatliche Obhut geheim . Solange er sich nicht zu einem auf Gerüchte, dass der IS Deutsche, die aus­
gegeben, er hatte sich radikalisiert und sie laufenden Verfahren äußern soll und es steigen wollten, hinrichten ließ.
ihn nicht mehr im Griff. keine konkrete Bedrohungslage gibt, „Man muss schon abgehärtet sein" sagt
Die BKA-Beamten w ussten schon vor m acht er vom Zeugnisverw eigerungs­ Meister au f die Frage, ob er manchmal
dem A n ru f von Meister, dass der Junge recht Gebrauch. „Ich w ill kein Zuträger nachts nicht schlafen könne wegen allem,
au f dem Weg nach Syrien ist. Immer wie­ sein“, sagt er. „Ich kann nicht zw eigleisig was er mitbekommt. Das Profil mit dem Bild
der hatten sie ihn per IP-Adresse lo ­ fahren.“ von der Nordafrika-Reise hat er gelöscht.
kalisiert. Sie wussten, dass er an jenem Schon allein dass er den 13-Jährigen an Die Beleidigungen und Drohungen der IS-
Morgen in der M illionenstadt Gaziantep die Behörde ausgeliefert hat, hat das Ver­ Kämpfer sind ihm zu viel geworden. ¥
angekommen war, aber nicht, wo genau er trauen zu den Dschihadisten gestört. M itarbeit: Florian Hübner

108 Stern 10.9.2015


RECHTSEXTREME

GEFÄHRLICHE VERBRÜDERUNG nicht jetzt.


Am „Tag der deutschen Patrioten“ wollen Neonazis und
Hooligans in Hamburg gemeinsam auf die Straße gehen
Von V ern n icu F r e n z e !

Das M agazin für


ausende Rechtsextreme wüten in der Innenstadt, zeigen den Hitler­ Pläne, Träume und

T
gruß, werfen Flaschen, verprügeln Polizisten. Straßenschlachten und
Dutzende Verletzte - was im vergangenen Oktober in Köln auf der
Lebenslust.
Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“ geschah, könnte sich am
Alle 2 Monate neu: Inspiration,
kommenden Samstag in Hamburg wiederholen. Organisator des „Tags
Orientierung und Ideen fü r die
der deutschen Patrioten“ ist Thorsten de Vries, 44, früher NPD-
Mitglied, heute rechtsextremer Hooligan. Er brüllte auch schon in Köln ins zweite Hälfte des Lebens!
Mikrofon. Und verkörpert die gefährliche Verbrüderung von rechtsextremen
Schlachtenbum m lern und Neonazis - ein Bündnis, das gewaltbereite, ras­
sistische Massen mobilisieren kann. Die Polizei der Hansestadt rechnet m it
rund 3000 rechten Schlägern, hinzu kommen 15 000 Gegendemonstranten.
Gewalt könne „nicht m it den zur Verfügung stehenden polizeilichen Kräf­
ten verhindert werden“, heißt es von den Einsatzkräften. M ehr als 30 Hun­
dertschaften fehlten. Die Hamburger hatten aus den anderen Bundesländern
Verstärkung gefordert, doch alle Polizisten sind im Einsatz - bei Fußball­
spielen, an Grenzen, auf Bahnhöfen. Der „Tag der deutschen Patrioten“ im
Mai angemeldet, wurde deshalb vergangene Woche verboten.
Organisator de Vries ist das egal. „Die können das gar nicht verbieten" pol­
tert er in einer Videobotschaft. Er w ill durch alle Instanzen klagen. Im Video
heißt es weiter: „Ein Verbot ändert nichts, weil eh alles nach Hamburg fährt.“
Schon immer sind viele Hooligans zugleich Neonazis.2012 schlossen sich
dann 17 rechtsradikale Hooligan-Gruppen zu den „GnuHoonters“ zusam ­
men. Seit Anfang 2014 organisieren sie au f der Onlineplattform „Weil Deut­
sche sich’s noch trauen“ Proteste gegen Kundgebungen von Salafisten. Im
Frühjahr 2014 wurde die Plattform dann in HoGeSa umbenannt.
„Die Stim m ung ist aufgeheizt“ sagt Laura Piotrowski, Hooligan-Expertin
der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus
engagiert. „Die steigenden Flüchtlingszahlen und die Pegida-Bewegung brin­
gen jede Woche Rassisten auf die Straße. Jetzt wollen die Rechten ihre Stärke
zeigen.“ Nach der Kölner Demo meldete die HoGeSa-Bewegung weitere Ver­
anstaltungen an, sagte aber bis auf eine Kundgebung in Hannover alle ab. „Die
Auflagen waren jedes Mal so hoch, dass die Hooligans das Interesse verloren"
sagt Piotrowski. In Hannover kesselten die Polizisten die Demonstranten ein.
Die HoGeSa-Führungsriege zerstritt sich, die Bewegung fiel auseinander.
Thorsten de Vries möchte die Hooligans nun wieder zusammenführen. Und
mit dem Begriff „Patrioten" auch Pegida-Anhänger ansprechen.

Am kommenden
Samstag wollen
rechtsextreme Gruppen Kostenlose Ausgabe sichern:
in Hamburg einen
breiten Rücken zeigen -
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A Handelsregister AG Hamburg, HRB &F746. Vertrieb;
5 Belieferung Befreiung uod tnkassoerfolgen durch DPV Deutscher
GmbH. Nil» Oberschelp (Vorsitz», Heino Duhrkop,
w ^ Pathje, Dilsternstraße l -3.20355Hamburg, als leisten­
der Unternehmer. AG Hamburg. HRB 95752. ^V ^ .
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ff* "
Q GESELLSCHAFT

ls am l. Mai die Einladung eines cool zum Tanzen. Das war damals ganz si­

A
Freundes kam, musste ich lachen. cher schon so. Drinnen: Hitze, Dunkelheit,
„Save the date: After-Sum m er- ein paar bekannte Gesichter, denen man
Dance. Es wird dunkel, es wird was ins rechte Ohr brüllt und die einem
laut, es wird spät - so wie früher. was ins linke Ohr brüllen. Kurzm itteilun­
Wir haben für die Nacht vom gen, 140 Zeichen, Disco-Twitter. Die Hälf­
29. au f den 30. August einen Club gem ie­ te davon versteht man trotz Brüllens nicht,
tet.“ Jetzt ist es so weit, dachte ich: Wir sind man nickt trotzdem und grinst schief,
in einem Alter, in dem man sich mehr muss es heute nicht sein
vier Monate im Voraus zum an Konversation.
Tanzen verabredet. KOLUMNE Zwei Drinks für den Mut. Das

WINNEMUTH
Aber in W irklichkeit ist es richtige Lied. Bei mir immer ir­
viel schlim m er: Wir sind in gendwas m it „boogie“ oder
einem Alter, in dem man nicht „funky" oder „tonight“ im Text,
mehr tanzt. M ein letztes Mal in keiner besonderen Reihen­
war an meinem 50. Geburtstag. folge (mein Alter ist bekannt).
Die Fotos jener Nacht zeigen Und dann ab und dann los, tap­
m ich in der angem ieteten send, rudernd, lachend, zuerst
Fischbude am Hafen mit golde­ ironische Travolta-Moves, bald
nen Turnschuhen und einer losgelöst, preisgegeben. Die
goldenen Plastikkrone auf Männer stellen ihr Bier ab, das
meiner Seemannsmütze (Juni sie zum Schutz m it au f die
+ Hamburg = lausiges Wetter), Tanzfläche genommen haben,
mit roten Bäckchen und leuch­ die Frauen ziehen ihre Tango-
tenden Augen zu 70er-Jahre- Tanzschuhe aus. Let’s Groove,
Klassikern herum hüpfen. Es Let’s Get Loud, Let’s Dance.
war laut, es war spät, es wurde Lasst uns, lasst uns, lasst uns.
hell - so wie früher. Und ich Bei „I Will Survive“ alle schnell
war glücklich. So wie früher. runter von der Tanzfläche. So
Das war vor fü n f Jahren. Ich verzweifelt ist hier keiner.
habe seitdem nicht mehr ge­ Jetzt was von Michael Jack­
tanzt, unfassbar. Wie konnte son, alle singen im Falsett mit.
das passieren? Wieso hört man Keiner kriegt den Moonwalk
irgendwann auf, das zu tun, was hin. Zwischendurch raus vor
Spaß macht? Und zwar die rich­ dieTür, nass getanzt, dampfend,
tige Sorte von Spaß: sinnlose, schnaufend. Die Restvernunft
unverantwortliche, lebensbeja­ Let’s dance! sagt: superungesund, morgen
hende, komplett unnachhaltige Endlich wieder tanzen - sinnlos, rauschhaft, wird man es bedauern, klatsch­
Bewegung jenseits von Leibes­ nass in der Kälte gestanden zu
puppen/listig, und alle singen mit. Ein großer Spaß,
ertüchtigung und Frühpräven­ haben. Aber Tonight’s The
tion, würdeloses, rauschhaftes, den wir uns viel zu oft entgehen lassen Night, und alle Frauen haben
puppenlustiges Rumgesprin- Smokey Eyes, verlaufene Wim­
ge? Soll mir bitte keiner erzäh­ perntusche.
len, dass m eine Generation aus Berufs­ steht folglich nicht im Vorglühen wie frü­ Um halb vier im Bett, groggy, m it Ohren­
D A V ID M A U P IL E

jugendlichen besteht, im Gegenteil. Es her, sondern im Vorschlafen. Ausgedehntes sausen. So leicht ist das m it dem Glück.
sind m ehr von uns frühvergreist, als wir Nickerchen au f dem Sofa, anschließend Muss man öfter machen. Vielleicht mal
wahrhaben wollen. großflächiges Abspachteln plus ein weite­ wieder in vier Monaten oder so. ¥
Jedenfalls: Samstag.Um neun soll es los­ rer missglückter Versuch,sich Smokey Eyes
L L U S T R A T I O N - T I N A B E R N iN G : F O T O

gehen. Klar, dass man keinesfalls vor zehn


dort auftauchen kann. Eher halb elf. Also
zu malen. Egal, sieht im Dunkeln eh keiner.
In der S-Bahn niemand über 30. War das
©
Meike Winnemuth freut sich auf Sie Was bewegt
ungefähr die Zeit, zu der man normalerwei­ damals auch schon so? Vor der Bar eine Sie gerade? Tauschen Sie sich mit unserer
se ins Bett geht. Die Partyvorbereitung be- Traube M änner m it Bier in der Hand, zu Kolumnistin aus: www.facebook.com/winnemuth

Die Bestsellerautorin Meike Winnemuth („Das große Los") schreibt wöchentlich im Stern
J e tzt im Buchhandel: ihre Kolumnensammlung „Um es kurz zu m achen“, 2 0 8 Seiten, 16,99 Euro

110 stern 10.9.2015


Von den Besten lernen.
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Akademie Deutscher Weltmarkfführer So verstehen w ir W irtschaft.
¥ W IS S E N /T E C H N IK

kann. Bis M itte der 90er Jahre boten sechs


Kurkliniken Therapien gegen Frauenlei­
den, Rheuma oder psychosomatische Stö­
rungen. Rund eine M illion Gäste ließen
sich stationär oder am bulant behandeln,
besuchten Kurkonzerte, Kaffeehäuser und
Theateraufführungen, wanderten durch
den Teutoburger Wald, zum Hermanns­
denkmal und zu den Externsteinen: eine
regelrechte Industrie der Anwendungen
und Auszeiten, m it verm eintlich solider
Perspektive in einer überalternden und
erholungsbedürftigen Bevölkerung.
Dann aber zündete Horst Seehofer 1993
die erste Stufe seiner großen G esund­
heitsreform , und vorbei war es m it den
goldenen Zeiten. Bundesweit geriet die
Kurbranche ins Schlingern. Vier Bad
M einberger Kliniken mussten schließen,
1500 Arbeitsplätze fielen weg - in einem
Ort m it gerade m al 4600 Einwohnern.
Binnen w eniger Jahre waren die Über­
n achtungszahlen a u f unter 300000
Seit die klassische Kur von den Kassen kaum eingebrochen. Eine existenzbedrohende
Situation. Gästehäuser und Geschäfte
noch bezahlt wird, buhlen die Bäderstädte um m ussten schließen, viele Einheimische
sahen keine Z uku n ft m ehr und w an­
neue Kundschaft. Bad Meinberg will als derten ab.
Yoga-Citv zum Sinnsucher Hotspot werden Doch das Karma von Bad Meinberg woll­
te es offenbar anders, als es Pessimisten be­
fürchteten: Die Errettungaus dem Nieder­
gang nahte 2004 in Gestalt von Sukadev
Volker Bretz. Der spirituelle Meister und
ufmerksam wie ein Hütehund irgendwie passe, von früher. Die Übungen Inhaber der Yogakette „Yoga Vidya" er­

A
dirigiert eine blonde Frau in lila m it Pfeil und Bogen sollen helfen, Tinni­ kannte in einem der leer stehenden, sie­
Turnschuhen und Baseballcap das tus und Stress zeitgem äß zu bekämpfen. benstöckigen Gebäude eine Chakra-Pyra­
Grüppchen von Bogenschützen Also genau das Richtige für die wachsen­ mide und entschied, Bad Meinberg zum
über die getrim m te Wiese zw i­ de Zahl von Burnout geplagter M itm en­ Hauptquartier seines Sinnsucher-Im pe­
schen Brunnentempel und Kon­ schen aus dem ganzen Land. Und deshalb riums zu machen. Für rund eine M illion
zertmuschel. A u f dem Kur­ gilt die Praxis für therapeu- Euro erwarb der Sohn eines Sofafabri­
gartenrasen steht eine Ziel- Von Irmgard llochreither tisches Bogenschießen, die kanten aus Rheinhessen den verwaisten
scheibe, daneben hat sich seit April des Jahres im ehe­ Klinikkomplex, investierte weitere vier
ein Kamerateam aufgebaut, um die Schieß­ maligen Ballhaus im Kurpark residiert, den Millionen in Umbau und Ausstattung und
übung festzuhalten. Für Ludmilla Gutjahr Imagepflegern als besonders gutes Beispiel sch u f damit, nach eigener Aussage, den
dreht sich seit Tagen alles um diese Produk­ für die Verwandlung von Bad Meinberg. größten Ashram außerhalb Indiens. In
tion. Es geht um eine filmische Präsenta­ Veränderung ist überlebenswichtig für mehr als 30 Seminarräumen können nun
tion der Schokoladenseiten des Staatsbades den Ort, der einst zu den zehn größten Kur­ bis zu 1000 Yogaschüler gemeinsam medi­
Bad Meinberg, um Imagepflege, um die Zu­ bädern Deutschlands zählte und au f eine tieren, Mantras singen, Kobra, Skorpion
kunft der Region. Kurz: Es geht ums Ganze. über 100-jährige Tradition zurückblicken und Kopfstand üben oder sich im „Shiva-
Unter dem Label „Yogastadt Bad M ein­ laya Retreatzentrum“ schweigend au f das
berg“ setzt der Kurort auf den spirituellen spirituelle Wachstum konzentrieren.
Mainstream, um neue Gäste zu umwerben. Breite und Vielfalt des Angebots sind
Die Bonnerin Gutjahr ist seit zwei Jahren überwältigend. Die Palette reicht von ve-
Kurdirektorin und zuständig fürs Marke­ discher Astrologie über therapeutisches
ting des idyllischen Städtchens am Fuße Yoga bis zu schamanischen Ritualen. Von
des Teutoburger Waldes. Für sie schwingt den etwa 25 000 überwiegend weiblichen
der Begriff „Salutogenese", also alles, was Gästen pro Jahr kommen einige wieder, um
den M enschen gesund macht, wie ein sich zu Yogalehrern ausbilden zu lassen. LU

Mantra über dem Drehort. „Wir wollen zei­ Und manche bleiben sogar. Für ein paar
gen“ sagt sie, „dass w ir nicht nur Moorbä­ Jahre oder für immer.
der und schwefelhaltiges Heilwasser zu Der Ober-Yogi erkannte in der ehemaligen So wie Swami Nirgunananda, die mit u-i
O

bieten haben.“ Denn das ist schließlich Kurklinik die Form einer Chakra-Pyramide bürgerlichem Namen Siglinde Langer >-
112 S te r n 10.9.2015
Yogameister
Sukadev Volker
Bretz bei der
gemeinsamen
Meditation mit
seinen Schülern
Q w is s e n / t e c h n ik

heißt und aus Friedrichshafen am Boden­ und gem einsam m it seinen M usikerkol­
see stammt. Die 59-Jährige leitet den Ash- legen das Label Yogitownrecords gegrün­
ram von Bad M einberg. Eine schlanke, det. „Debüt" heißt die soeben erschienene
sym pathische Erscheinung m it wachem CD m it spiritueller Weltmusik. Der Neu­
Blick und geschmeidigen Bewegungen, die bürger fühlt sich super in seiner Wahlhei­
den Schneidersitz als angenehm ste Sitz­ mat, verspürt ganze viele Good Vibrations
position empfindet. Wie selbstverständ­ und verbreitet Aufbruchstimmung; „es tut
lich nim m t sie m it verknoteten Beinen sich gerade ganz viel hier“.
vis-ä-vis im Sessel Platz und strahlt dabei Doch die konservativen Ostwestfalen
ganz viel fröhliche Gelassenheit ab. Die brauchen offenbar noch etwas Zeit, um Al­
gelernte Übersetzerin für Englisch und tes loszulassen und m it einem beseelten
Französisch hat sich vor 17 Jahren der „om" in die Zukunft zu starten. Beim
Yoga-Vidya-Gemeinschaft im Westerwald Bummel über die Allee, so heißt die zum
angeschlossen, nachdem sie dort zuvor Kurpark führende Hauptstraße von Bad
eine Lehrerinnenausbildung absolviert Meinberg, ist von der Yoga-City wenig zu
hatte. „Wie so viele andere“, erklärt sie, spüren. Die Schaufenster von Mode-,
„habe auch ich mir irgendwann diese exis­ Uhren-, Schmuck- und Schuhgeschäften
tenziellen Sinnfragen gestellt. Was erwar­ wenden sich an die Kundschaft von ges­
te ich vom Leben, wo w ill ich hin, was tern. Beigefarbene Windjacken, uncoole
m acht m ich aus, was erfüllt mich?" Yoga Schluppenblusen und Gesundheitstreter
habe ihr die Augen geöffnet. „Seitdem für Menschen mit Hammerzehen. Immer­
weiß ich, dass es m ein Weg ist, in der hin gibt es einen gut sortierten Bioladen,
spirituellen G em einschaft m it anderen das Öko-Wollgeschäft und Strickcafe „An-
zu leben und m eine Arbeitskraft in den drea’s Glücksmasche"sowie Leckereien für
Dienst des Ashrams zu stellen.“ Veganer, Eis, Kuchen und Torten.
In Bad Meinberg küm m ert sie sich auch Im Yoga-Vidya-Zentrum laben sich der­
um die Führung der rund 150 Mitarbeiter. weil Tag für Tag die tiefenentspannten
Jeder m üsse hier seinen Beitrag leisten, Gäste an Gemüse, Salaten und Tofu-Spe­
und man habe nicht nur eine Aufgabe, sagt zialitäten vom veganen Büfett. Die Haupt­
sie lächelnd. Yoga Vidya sei als gem ein­ saison ist vorbei, und Ober-Yogi Volker
nütziger Verein organisiert, m it dem Ziel, Bretz gönnt sich eine kleine Auszeit in
Spiritualität zu verbreiten. „Wir sorgen für einem Rohkosthotel im Harz. „Ein Ge­
Wohnen, Essen,Sozial- und Krankenversi­ Die Kommunalpolitik blickt voll Wohlwollen burtstagsgeschenk m einer M itarbeiter“
cherung und zahlen jedem ein Taschen­ auf die spirituelle Erneuerung: Straßen erzählt er am Telefon, „es ist auch mal
werden umbenannt, Yogathemen-Wege ausge­
geld von 300 Euro.“ Das entspricht zwar schön, m it m einer Frau alleine zu sein.“
wiesen. Und auch der spirituelle Shop floriert
nicht mal dem M indestlohn, dafür der Aber kein Zweifel: Der Mann wird sein
Hausphilosophie, aus der niemand ein Sinnsucher-Schlaraffenland weiter aus­
Geheimnis macht: einfach leben, erhaben müsse das wirtschaftliche Potenzial w ei­ bauen. Zum Yogaimperium des 52-jäh­
denken. Als Gratisbeigabe wächst im m er­ ter entwickelt werden. Zwar habe man mit rigen Betriebswirts gehören noch drei
hin die Chance, verborgene Talente in sich mehr als 400 000 Übernachtungen den weitere Sem inarhäuser und rund 100
aufzuspüren. „Und das“ weiß die Swami, Negativtrend gestoppt, und es gebe Zuzug lizenzierte Studios in ganz Deutschland,
„schenkt Sicherheit und baut das Selbst­ von Familien, die lieber günstig in einem die nach der Yoga-Vidya-Methode unter­
bewusstsein auf.“ energetisch sanierten ehemaligen Gäste­ richten. Tendenz steigend. „Bad Meinberg"
Für Eberhard Block, den SPD-Bürger- haus wohnen wollen als in einer überteu­ schwärmt er, „ist für uns ein idealer Stand­
m eister der Doppelgem einde Horn-Bad erten Großstadtwohnung, doch was noch ort. Klein, beschaulich, m it einer wunder­
Meinberg, ist der Zuzug von Yoga Vidya ein fehle, sei kreativer Untemehmergeist. „Wir baren, energiegeladenen Umgebung. Man
Glücksfall. „Wie ein Sechser im Lotto" sagt hat sich um uns bemüht, und wir wurden
der engagierte Lokalpolitiker, der nach 21 sehr gut aufgenommen.“ Bretz gilt als be­
Jahren demnächst aus dem Am t scheidet. gnadeter Netzwerker. Er hat bereits erste
Seiner Weitsicht haben es die Bad M ein­
DER BÜRGERMEISTER: Kontakte geknüpft zur Gründung einer
berger zu verdanken, dass ihre Stadt „EIN SECHSER IM 10110“ Universität, um die geisteswissenschaft­
überhaupt eine zweite Chance erhält. Der lichen Aspekte des Yoga in einen akade­
64-Jährige ist überzeugt, dass nur die mischen Studiengang zu integrieren. „Und
Kurorte überleben werden, die ein Spezial­ sagen den Leute immer, stellt euch doch wenn sich noch mehr Gleichgesinnte hier
thema haben. „Und unser Alleinstellungs ­ ein bisschen um, geht au f die neue Klien­ ansiedeln, könnte am Ort auch eine kre­
merkm al ist Yoga und alles was damit tel ein, macht ihr attraktive Angebote, ative Yoga-Start-up-Szene entstehen.“
einhergeht." Man habe dieser neuen Kund­ damit für sie diese Yogastadt eine sinnli­ Sukadev nennen ihn seine Schüler. Der
schaft so viel zu bieten: intakte Natur, che Erfahrung wird.“ spirituelle Name bedeutet: Jemand, der
F O T O S V E IT M E T T E

Yogathemen-Wanderwege, gute Luft, Kult­ Zu den Wegbereitern zählt eine Hand­ Freude ausstrahlt.
stätten, M oor und Heilwasser. Auch den voll Künstler: Grafiker, Maler, Webdesi­ Bad M einberg sollte sich darauf besin­
W aldfrüchtchen-Kindergarten und eine gner, Musiker. Unter ihnen der Augsbur­ nen, dass geteilte Freude doppelte Freude
Waldorfschule. Die Basis sei da, doch nun ger Klaus Heitz. Er hat ein Haus gekauft bringt, y
114 S te r n 10.9.2015
Der größte und höchst dotierte deutsche
Schulw ettbew erb geht w ieder an den Start
W e r w i r d g e s u c h t? W ie w i r d a u s g e w ä h lt?
Schulen in Deutschland sowie Deutsche Aus­ Eine Fachjury, unterstützt durch einen größeren
landsschulen, die herausragende pädagogische Kreis pädagogischer Experten, wählt die Preis­
Leistungen vollbringen und Vorbilder für Schul­ träger aus.
entwicklung sind.
Was s in d d ie P re is e ?
W e r k a n n s ic h b e w e r b e n ? Der Hauptpreis ist mit 100.000 Euro dotiert. Vier
Alle allgemeinbildenden Schulen in Deutschland, weitere Schulen erhalten Preise in Höhe von
öffentliche und private jeden Typs. Ebenfalls zur jeweils 2 5 .0 0 0 Euro. Die mit Unterstützung des
Bewerbung aufgerufen sind die Deutschen Schu­ Auswärtigen Amts ausgezeichnete Deutsche Aus­
len im Ausland. landsschule erhält ebenfalls einen Preis über
2 5 .0 0 0 Euro. Alle weiteren nominierten Schulen
W a s s in d d ie A u s w a h lk r it e r ie n ? erhalten Anerkennungspreise von je 2 .0 0 0 Euro.
Grundlage des Deutschen Schulpreises ist ein
umfassendes Bildungsverständnis, das in sechs W eitere Informationen und die Bewerbungsunter­
Qualitätsbereichen zum Ausdruck kommt: lagen finden Sie im Internet unter
Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, www.deutscher-schulpreis.de
Verantwortung, Schulleben und Schule als
lernende Institution. Die Bewerbungsfrist endet für inländische Schu-
en am 15.10.2015, für Deutsche Auslandsschulen
am 31.12.2015.
hülo: Marlin SigrriL-id

D e r D e u tsch e
S c h u lp re is Robert Bosch Stiftung [~Heidehof Stern ARD®
Stiftung
Q w is s e n / t e c h n ik

Die Motorhaube
streckt sich
endlos lang,
die Sitze liegen
kurz über dem
Asphalt. Der
„Spitti“ ist un­
widerstehlich

Doch wenn man einen „Spitti“, wie Fans


den O ldtim er liebevoll nennen, erst
einm al zum Laufen gebracht hat, wird es
unvergleichlich. Schön. Laut. Stinkend.
Sportlich.
Da ist kein Bremskraftverstärker, ge­
schweige denn eine Servolenkung, die den
M uskeln die Arbeit abnähme; das Lenk­
rad aus lackiertem Holz entpuppt sich als
Fitnessgerät fü r die Oberarme. Und den
Choke muss man so kräftig ziehen, dass
sich das Arm aturenbrett zu lösen droht.
O LDTIM ER Egal. Der Einsatz lohnt sich. M enschen
beiderlei G eschlechts blicken einem

IMMER EINE SCHRAUBE LOCKER hinterher, lächeln versonnen, manche


winken.
Und täglich lernt man neue Wörter. „Ge­
Sein Ruf ist miserabel, seine Schönheit nicht zu leugnen:
kröpfter Ring-M aulschlüssel" etwa. Mit
Der Triumph Spitiire ist eine Herausforderung für jeden Fahrer diesem W erkzeug ließ sich der kaputte
Anlasser herausschrauben. Oder „Drossel-
klappenrückziehfeder". Dass die nicht
funktioniert, m erkt man daran, dass das
Gaspedal nicht reagiert, wenn man den
ls mein Mann mir sagte, er wolle ist die Tatsache, dass jede Schraube an dem Fuß herunternim m t und man ungewollt

A
sich jenes Auto kaufen, das in die Auto Zollmaß hat. Der Erwerb eines Spit- m it 70 km/h durch winzige Dörfer rast.
Geschichte der Mobilität als „briti­ fires erzw ingt geradezu die Anschaffung Weil die Post streikte, klappte es m it der
scher Schrotthaufen“ eingegangen komplett neuer Schraub- und Steckschlüs­ Lieferung des entsprechenden Ersatzteils
ist, dachte ich, er sei verrückt ge­ selsätze in sämtlichen Inch-Größen. lange nicht. Aber ein Stück Gepäckträger-
worden. Dabei hatte er sich einfach Seit vier Monaten also gehört der kleine Gummiband leistet bis heute tapfer seinen
nur verliebt. In einen Triumph Spitfäre.Engländer
Ein zu unserer Familie, und es ist, Dienst. Wie man es einbaut, verrät das
40 Jahre alter Sportwagen, klein, elegant, als hätten wir ein neues Kind bekommen. Reparaturhandbuch auf Seite 19.15.11.
wahnsinnig schick. Entworfen hat das Bildhübsch. Aber verhaltensauffällig. Unter meinen Söhnen ist seit der An­
Cabrio ein Italiener, gebaut wurde es von Gleich am ersten Tag gab der Anlasser sei­ kunft des Spittis ein erbitterter Erbschafts­
der britischen Firma Leyland - mit einer nen Geist auf. „Der Mann vom ADAC fin­ streit ausgebrochen, und ich fürchte, er
Schlampigkeit, die bis heute legendär ist. det es auch beeindruckend, dass man so könnte alttestamentarisch enden. Als mein
Schon als Neuwagen war der gut an den M otor heran­ ältester Sohn kürzlich konfirmiert wurde,
Spitfire berüchtigt für seine Von Doris Schncyink
♦ kommt“, sagte mein Mann am schweifte die Aufm erksam keit der Ver­
ständigen Pannen, selbst seine Telefon euphorisch. Gemein­ wandtschaft bisweilen von den Themen
Reparaturhandbücher werden auf Amazon sam m it unseren Söhnen musste ich den des Tages ab - glauben, groß werden, Ver­
besser bewertet als der Wagen selbst. Wagen morgens anschieben. antwortung übernehmen und so weiter.
Und das vollkom m en zu Recht. Nach 200 schweißtreibenden M etern Stattdessen beugten sich die Männer
Die m itgelieferte Anleitung zur Selbst­ hörten wir dann jedoch zum ersten Mal lange über die aufgeklappte Motorhaube,
hilfe ist einzigartig: dick wie das Telefon­ jenen Sound, den ich nie mehr vergessen staunten, fachsimpelten, erfreuten sich am
buch von New York, m it Hunderten von werde: ein lebensbejahendes Knattern und Anblick des Lenkgestänges und der Licht­
Illustrationen, die detailversessen zeigen, Heulen, wild und völlig aus der Zeit ge­ maschine. Und ich fuhr einige Runden mit
is v i vaoovsi o io j

wie man jedes Einzelteil auseinander- und fallen. Ich war froh, dass der Wagen so nied­ den weiblichen Gästen. Sie kreischten.
wieder zusam m enbaut. W irklich jedes! rig ist, dass man reinspringen kann, denn Bis zu jenem Tag hatte mein Sohn Res­
Was den Spitfire für Männer, die gern bas­ das musste ich, als mein Mann sich w ei­ pekt davor, was es heißt, erwachsen zu
teln und in ihre Keller tonnenweise Werk­ gerte anzuhalten, aus Furcht, der Motor werden. Nun w eiß er: Es bedeutet, sich
zeug stopfen, besonders attraktiv macht, könne ausgehen. Kindheitsträume zu erfüllen, y
116 S te r n 10.9.2015
as Kraftwerk der Zukunft ist vier­ Bisherige Solarfenster basieren au f

D
eckig, flach wie Knäckebrot und Cadm ium oder lichtsam m elnden Farb­
fast unsichtbar. Schon bald, glaubt ENERGIE stoffen, die die Scheiben gelb oder rot
eine Gruppe am erikanischerund tönen. Architekten begeistert das wenig.
italienischer W issenschaftler,
könnten Hochhäuser ihren Strom MAGISCHE Die neuen Quantenpunkte dagegen absor­
bieren bei allen sichtbaren Wellenlängen
selbst produzieren - m it neuartigen Fens­
tern, die als Solarzellen arbeiten. Forscher
vom Los Alam os National Laboratory
GLASFRONTEN - dadurch kom m t etwas weniger Licht in
den Raum, aber die Farben der Außenwelt
leuchten unverändert. „Quantenpunkt-
haben dafür ein Halbleiter-Material ent­ Forscher wollen stromerzeugende Fenster werden sich kurz- bis mittelfristig
wickelt, das anders als bisher ganz ohne Solarmodule vom Dach in industriell fertigen lassen" sagt Sergio
giftige Schwermetalle auskommt. die Fensterscheiben verlegen Brovelli, einer der beteiligten Forscher. Jan
Seine Teilchen haben einen Durchmes­ Christoph Goldschm idt, Physiker am
ser von nur etwa 50 Nanometern - 1 0 000- von Martin Schlak Fraunhofer-Institut für solare Energiesys­
mal kleiner als der Durchmesser des Punk­ teme, ist weniger optim istisch: „In den
tes über diesem i. Diese Quantenpunkte Quantenpunkten geht noch zu viel Ener­
arbeiten wie kleine Maschinen: Sie schlu­ gie als Wärme verloren. Für den Markt sind
cken einen Teil des Sonnenlichts und ge­ sie noch zu ineffizient." Nur 3,3 Prozent
ben es als unsichtbare infrarote Strahlung der Sonnenenergie, das haben die Entwick­
wieder ab. Die m eisten dieser Strahlen ler selbst gemessen, erreichen in ihren
werden in der Scheibe wie in einem Käfig serviettengroßen Fensterscheiben die
zum Rand geleitet - wo herkömmliche, Solarzellen. Bei größeren Scheiben sinkt
schmale Silizium-Solarzellen sie in Strom der Wirkungsgrad sogar noch weiter. „Ein
um wandeln. Weil die Strahlung gebün­ Solarmodul auf dem Dach hat bisher einen
delt wird, hoffen die Wissenschaftler, mit deutlich höheren Nutzen" sagt Gold­
weniger der teuren Silizium-Zellen auszu­ Vorerst noch Vision: das Fenster als Generator. schmidt. Das Solarkraftwerk im Fenster -
kommen als bei herköm m lichen Photo­ Erste Experimente zeigen aber, dass eine faszinierende Entwicklung,aber noch
voltaikanlagen au f dem Dach. die neue Technik eine Zukunft haben kann nicht reif für den Markt. y
deutschen f-estnetz, MobJfunk löchsiprels 42 Cent pru Mit
U Cent pio Anrul dus de
IILM / MUSIK/BUCII / CIIARTS / RlilSE/GENUSS / KUNST
Aber das Modell Waldorfschule hätte für
Sie vielleicht auch gut sein können, oder?
Keine Noten, kein Sitzenbleiben...
M’BAREK: Klingt so. Ich habe in der Schule
o ft erlebt, dass m an au ssortiert wird,
sobald man versagt oder nicht die Leistung
bringt.
Wie oft sind Sie m it A ngst in die Schule
FILM gegangen?
M’BAREK: Es gab viele Momente, in denen
K la s s e n k a m p f es unheim lich war.
Sie ging a u f die W aldorfschule, er b lie b dreim al sitzen: Sieben Schulen, dreimal sitzen geblie­
ben - das muss ein Horror gewesen sein.
Karoline H e rfu rth und Elyas M ’Barek ü ber das Schulsystem
M'BAREK: Ich hatte eine gew isse Souve­
und den zw e iten Teil von „Fack ju G öhte“ rä n itä t en tw ickelt. Irgendw ann fand
ich es w itzig, in eine neue Klasse zu kom ­
Von O liv e r C r e u tz m u l men. Sind da hübsche M ädchen? Sind da
Fra n z is k a R e i ch
coole Leute? Da habe ich m ich rich tig
gefreut: Yeah, dieses Jahr ist es eine
coole Klasse.
rau Herfurth, Herr M’Barek, wenn Was bringt das? Wie sehr entspricht die 10 b aus „Fack ju
Sie zusam m en in die 10. Klasse M’BAREK: So zeichnen sich die M uskeln Göhte“ derWirklichkeit?
gegangen wären - hätten Sie ein­ besser ab. Man sollte das nicht oft machen. M’BAREK: Ich war ein Jahr au f der Haupt­
andergemocht? Die „Süddeutsche Zeitung“ nannte Sie schule. Meine Klasse war die 10 b - genau
M’BAREK: Nee, also echt nicht. die „Summe aus Arsch und Sixpack“. so wild und chaotisch.
HERFURTH: Ich wollte gerade sagen: Gefällt Ihnen das? Wie sind Sie dort gelandet?
Ich dich schon. M’BAREK: Ich provoziere solche Äußerun­ M’BAREK: Ich war von allen Schulen geflo­
M’BAREK: Du warst doch so eine Streberin. gen und darf mich nicht über sie beschwe­ gen, und meine M utter hat dafür gesorgt,
HERFURTH: Eher eine kleine Besserwisserin. ren. „Fack ju “ ist ein kommerzieller Film, da dass ich - obwohl ich nicht m ehr im
M'BAREK: Das ist noch schlimmer. ist man als Schauspieler auch ein Produkt. schulpflichtigen Alter w a r -a u f die Haupt­
HERFURTH: Du hättest die ganze Zeit ver­ HERFURTH: Wenn so etwas über eine Frau schule gehen konnte. Die Direktorin
sucht, mich zu mobben. geäußert würde, wäre das sexistisch. sagte: „Das ist deine letzte Chance. Ein
M’BAREK: Hättest du mich abschreiben M’BAREK: Manchmal wundere ich mich Fehler, und du fliegst sofort.“ Da habe ich
lassen von den Hausaufgaben? schon. „Was würden Sie ohne Ihr Sixpack mich wieder angestrengt, es hat mir sogar
HERFURTH: Ich hätte sie dir wahrschein­ machen?" und solche Fragen - als ob ich Spaß gemacht, es fiel mir leicht. Da saßen
lich geschrieben. kein Schauspieler wäre, sondern eine Pup­ aber andere, die haben auf einer Seite Dik­
M’BAREK: Okay, wahrscheinlich hätten wir pe. Heftig oberflächlich. Noch beschwere tat 33 Fehler gemacht. Die waren nicht mo­
uns ineinander verknallt. ich mich darüber nicht, aber fragen Sie tiviert, ihnen wurde immer gesagt, dass sie
HERFURTH: Ich glaube, wir hätten uns mich mal in drei Jahren. nichts können. Viele sind aus dem System
gemocht, weil wir beide Gerechtigkeits­ Die Schüler in „Fack ju Göhte“ gehen auf gefallen. Einer wurde abgeschoben, ein
fanatiker sind. Wir wären die zwei Muske­ eine norm ale staatliche Schule und anderer ist im Gefängnis gelandet, viele
tiere gewesen. The Body and the Brain. laufen ziem lich aus dem Ruder. Frau Mädchen sind kurz nach der Hauptschule
M’BAREK: Oh Mann! Danke für das Kom­ Herfurth, Sie haben eine Waldorfschule schwanger geworden.
pliment! besucht. Was war besser daran? Und wer hat Ihnen gesagt, dass Sie etwas
HERFURTH: Warum gehst du automatisch HERFURTH: Das System fängt unter­ können?
davon aus, dass du the Body bist? Ich habe schiedliche Lerntempi auf. Man wird nicht M’BAREK: Irgendwie wusste ich das im In­
nicht gesagt, wer wer ist. aussortiert, wenn man nicht funktioniert. neren. Ich war nur zu faul und hatte mich
M’BAREK: M eintest du Buddy oder Body? Lernen hat etwas m it Erfolgserlebnissen einfach doof angestellt. Aber ich kann
HERFURTH: Body! (lacht) zu tun und mit dem Glauben an sich selbst. mich noch an einen besonderen Moment
Zu Ihrer Vorbereitung au f die Rolle des In der Waldorfschule ist es egal, ob ich in der Grundschule erinnern: Ich wurde
sexy Lehrers Zeki Müller in „Fack ju naturwissenschaftlich begabt bin oder etwas vom Lehrer gefragt und habe etwas
Göhte 2“ gehörte, sich wieder in Form zu handwerklich, alles ist gleich viel wert. Witziges gesagt, und alle haben gelacht.
bringen. Haben Sie gelitten? Wieso waren Sie dann eine Streberin, wie Das war ein richtiger Trigger. Das hat sich
M’BAREK: Ich treibe immer bis zu 90 M i­ Sie sich auch mal selbst nannten? gut angefühlt.
nuten Sport am Tag. Vor dem Dreh habe ich HERFURTH: Ich habe einfach sehr gern ge­ Waren Sie der Klassenclown?
auch wieder meine Ernährung umgestellt. lernt. Mich hat es genervt, wenn Leute vom M’BAREK: Nein, allerdings war ich beein­
F O T O : C H R IS T O P H N E U M A N N

Die Diätphase ist anstrengend und zeh­ Unterricht abgelenkt haben. Dann habe ich druckt davon, dass man mit Worten solche
rend. Beim ersten „Fack ju Göhte“ habe ich gesagt, dass ich gern lernen würde und ob Reaktionen hervorrufen kann.
für eine wichtige Szene drei Tage lang es nicht m öglich wäre, sich draußen zu Sie haben trotz aller Probleme am Ende
jew eils neun Liter Wasser getrunken, zwei unterhalten. immerhin Abitur gemacht.
Tage lang keine Kohlenhydrate zu mir M’BAREK: Oh Mann, ich hätte dich doch HERFURTH: Ach, du hast eins? (Sie grinst
genommen und kein bisschen Salz. gehasst. A u f jeden Fall. ihn an.) >
10.9.2015 Stern 119
□ K U L T U R -M A G A Z IN

Herfurth: „Du hättest mich gemobbt“ M’Barek: „Und du warst doch so eine Streberin“

M’BAREK: Ja, wusstest du gar nicht? Aber HERFURTH: Ich glaube, wir hätten auch dem Erfolg von „Fack ju Göhte" rief mich
mir fällt gerade auf: Ich habe mein Abi- miteinander zu tun, wenn ich nicht mehr jem and nachts an und sagte: „Hier ist Til.“
Zeugnis später nie gebraucht. Ich hätte mir drehen würde. Ich habe gefragt: „Welcher Til?"Ich habe an
den ganzen Quatsch sparen können! Sie kennen sich seit dem Film „Mädchen einen Til aus m einer Schule gedacht. Da
War es Ihnen als Schüler wichtig, beliebt Mädchen!“ von 2001. Was war Ihr erster sagte er: „Til Schweiger, du Idiot. Ich w oll­
zu sein? Eindruck? te nur sagen: Krass, euer Erfolg, voll toll,
M’BAREK: jeder w ill gem ocht werden, HERFURTH: Ich weiß noch, wie du meine genieß das, und denk nicht sofort an den
oder? Freundin angegraben hast au f dem Deut­ nächsten Film." Ich fand es beeindruckend,
HERFURTH: Ich war weder sonderlich be­ schen Filmball. dass er sich die Zeit nahm zu gratulieren.
liebt noch unbeliebt, eher so in der Mitte. M'BAREK: Das behauptet sie bis heute! A ktuell macht Til Schweiger viel von
Sind Sie heute am Set auch noch eine HERFURTH: Ich habe es gesehen! Und dann sich reden, weil er sich für Flüchtlinge
Streberin? habe ich dich wiedergesehen beim Cas­ einsetzt. Haben Sie das Bedürfnis, sich
HERFURTH: Ich gebe mir Mühe, m ich zu ­ ting von „Fack ju Göhte“, als du den Tisch politisch einzumischen?
rückzuhalten. A ber w enn eine Unruhe abgeräumt hast. Er hat aufgeräum t und M'BAREK: Ich habe großen Respekt davor,
herrscht, die m ich stört, bitte ich um geguckt, ganz freundlich, ganz diskret. Ein was Til macht. Prinzipiell aber finde ich es
Ruhe. Gentleman. schwierig, wenn sich Entertainment und
Würden Sie sagen, dass Sie befreundet Kein Neid, wenn der andere mal einen Politik zu sehr vermischen. Man kann eine
sind? größeren Erfolg hat? M einung dazu haben, die habe ich auch,
BEIDE: Ja. HERFURTH: Man sagt immer, Schauspie­ aber ich bin sehr vorsichtig, wie ich die ver­
Echte Freundschaft oder Zweckfreund­ lerei sei so konkurrenzbelastet. Ich habe trete. Man muss sich politische Äußerun­
schaft? einen ganz anderen Eindruck. Wir alle wol­ gen für besondere M om ente aufheben.
HERFURTH: Ich habe keinen Mehrwert für len,dass die deutsche Komödie Erfolg hat. So habe ich in M ünchen gegen Pegida
m einen O utput als Schauspielerin durch Wir reichen uns eher die Hand, als dass dem onstriert und werde das wieder tun.
eine Zweckfreundschaft m it Elyas. Wenn man sich beargwöhnt. Aber wenn ich dazu dauernd etwas auf
wir in einer Stadt sind, versuchen wir im­ In jen er Juninacht, in derTil Schweiger Facebook poste, verliert das an Gewicht.
mer, zusammen essen zu gehen. Wenn wir Ihnen, Herr M’Barek, eine runterge­ Ihr Vater stam m t aus Tunesien. Wie oft
Fragen unter Kollegen haben, können wir hauen hat, war wenig von Handreichen wurden Sie anders behandelt aufgrund
sehr offen miteinander sein. zu spüren. Ihrer Hautfarbe?
Fällt Freundschaft leichter, wenn beide M’BAREK: Til und ich haben heute wieder M’BAREK: Mir wurde schon in der Kind­
erfolgreich sind? ein normales kollegiales Verhältnis. Nach heit deutlich gemacht, dass ich anders bin.
120 S te r n 10.9.2015
können, können sie auch nichts. Nur w e­ KINO
nige sind so stark, sich freizukämpfen.
Herr M’Barek, wenn Sie die Bilder aus
Heidenau sehen, erkennen Sie vom Typ
her einige Ihrer Mitschüler wieder, also
solche, die aus dem System gefallen sind?
M’BAREK: Die Menschen dort haben ver­
m utlich Angst, dass sich ihre Lebenssi­
tuation ändert. Sie sagen: Wir sind 16 000 Ein Dokumentarfilm über die Gründer
Leute hier im Ort, wo sollen denn hier 600 der Umweltorganisation „Greenpeace“?
Flüchtlinge hin? M ir scheint, die Leute Klingt verdächtig nach Selbstbeweih­
räucherung und Werbekampagne,
fühlen sich allein gelassen und überrum­
um neue Mitglieder zu gewinnen.
pelt, können aber nichts dagegen tun. Und „How to Change the World“ jedoch
so entsteht ein Ohnmachtsgefühl, was zu ist vor allem packendes Tatsachen­
Äußerungen wie denen in Heidenau führt. kino. Weil es einerseits von den wag­
HERFURTH: In einer Demokratie darf je ­ halsigen Protesten gegen Walfang
der seine M einung äußern. Das muss man und Robbenjagd erzählt, andererseits
von den Ego- und Machtspielchen
schützen, auch wenn es m ir in solchen
der Naturschützer, einer kleinen
Momenten schwerfällt, aber wenn ich das Gruppe kiffender Hippies, die anfangs
Denken in die eine Richtung verbiete, dann niemand ernst nahm. ¥ ¥ ¥ ¥ *
kann ich es auch in die andere Richtung
verbieten. Die pöbelnden Leute vor den
Flüchtlingsunterkünften sind eine M in­
derheit. Meine Aufm erksam keit aber ge­
hört den Flüchtlingen. Für mich geht es um
die vielen Menschen, die zu uns kommen,
weil sie Schutz brauchen. Wir müssen Le­
bensrealitäten für sie schaffen, die dafür
„Wahrscheinlich hätten wir uns verknallt“ sorgen, dass die Ängste der M inderheit Was macht eine gute Ehe aus? Lust
nicht bestätigt werden. Vorurteile schafft und Liebe, klar. Aber auch Vertrauen
und das Gefühl, sein Gegenüber besser
man nicht durch Reden ab. Je schneller die
zu kennen als sich selbst. „45 Years“
Flüchtlinge zu meinen Nachbarn werden,
setzt genau an dieser Bruchstelle
Ich war der Türkenbub, später der scheiß desto eher werde ich verstehen, dass keine an. Kurz vor den Feierlichkeiten zum
Kanacke, der einem gerade den Parkplatz Gefahr von ihnen ausgeht. 45. Hochzeitstag weckt ein Brief
weggenom m en hat. Wenn ich m ich auf Frau Herfurth, Sie haben einmal Ihre Erinnerungen an eine tote Jugend­
Wohnungssuche m it meinem Namen ge­ Träume aufgezählt: eine Bücherwand zu freundin des Gatten, und bald spuken
m eldet habe, war die W ohnung immer Hause,anderSieaufder Leiter hochklet­ sie auch durch den Kopf seiner Frau:
die Gespenster der verpassten Chan­
schon weg. Wenn mein Freund Felix drei tern; einmal Vieh durch Australien trei­
cen. Eine Beziehung wird seziert, leise,
Minuten später anrief, gab es einen Besich­ ben; einmal den Pferdeflüsterer Monty aber ungemein verstörend und brillant
tigungstermin. Als ich 15 war, wurde ich in Roberts besuchen. Haben Sie sich Ihre gespielt von Charlotte Rampling
der U-Bahn von Skinheads angepöbelt. Träume erfüllt? und Tom Courtenay. ¥ ¥ ¥ ¥ ¥
Aber das waren im m er nur Ausnahmen. HERFURTH: Immerhin besitze ich m ittler­
Schützt eine gute Schule vor Rassismus? weile ein halbe Bücherwand, aber keine
HERFURTH: Es hat viel m it der Schule zu Leiter. Für einen Viehritt habe ich leider
tun, w ie tie f Demokratie sich in einem keine Zeit. Dafür erfüllt sich gerade mein
Menschen festsetzt. In der Schule werden Traum, selbst einmal Regie zu führen. Und
spätere Wähler geboren. es sind neue Träume hinzugekom m en,
Braucht es dazu coole Lehrer wie Zeki etwa endlich mein Studium zu vollenden.
Müller? Sehr unrealistisch. Und dann m öchte ich
HERFURTH: Es braucht Lehrer, die den m it Tom Hanks und m it Jennifer Aniston Ja, in „Knight of Cups“ machen
Schüler als Menschen erkennen. Manche Zusammenarbeiten. Stars mit. Christian Bale als Drehbuch­
schreiber in der Sinnkrise, dazu Natalie
Schüler sind durch ihre Herkunft durch ein M’BAREK: Ich lebe schon m einen Traum,
Portman und Cafe Blanchett. Aber
Raster gefallen, und da kom m t ein Zeki die Schauspielerei. Ansonsten träume ich das nach einer Tarotkarte benannte
M üller und nim m t sie, wie sie sind. Wenn davon, mich nicht allzu abhängig von mei­ Drama ist eben auch das neue Werk
du Kindern das Gefühl gibst, dass sie nichts nem Beruf zu machen. ¥ von Terrence Malick, der sich seit
Jahren konsequent klassischen Holly­
<
2
3 woodstrukturen verweigert und lieber
u-
z „Fack ju Göhte 2“ führt nach din Elisabeth (Herfurth) muss mäandernde Filmgedichte herstellt.
1
0-
o Thailand, ansonsten ist vieles wie zu Hause bleiben, Romantik gibt's Für manche Zuschauer mag das Quark
H
o?
er
immer: Zeki Müller (M'Barek), der nur per SMS. Gags am Fließband, sein, für andere Bewusstseinser­
2
u Anti-Pädagoge, klopft coole Sprü­ doch führt die Handlung mitunter weiterung und Bilderrausch. Also alles
•si
O che, Chantal (Jella Haase, Bild I.) ad absurdum. Unterhaltsam, ja. Eine zwischen einem und fünf Sternen,
O
h-
u. gibt die Klassentussi. Zekis Freun­ Fortsetzung eben. ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ einigen wir uns auf: ¥ ¥ ¥ ¥ ¥

10.9.2015 Stern 121


Q K U L T U R -M A G A Z IN

MUSIK
LOUNGE
Viele Menschen
leiden unter
Schlaflosigkeit. Das
muss nicht sein.
Der in Deutschland
geborene britische
Komponist Max Richter hat ein acht
Stunden langes Werk geschrieben,
das den Hörer von der Wachheit in den
Schlaf führen und dort begleiten soll:
„Sleep“. Das Album „From Sleep" lässt
sich mit einer Stunde Laufzeit etwas
leichter handhaben: Die schwerelosen
Soundcollagen aus Klavier, Synthesi­
zern, Streichern und Frauenstimme
scheinen anfangs monoton, entfalten
dann einen eigenen, starken Sog. Zum
Einschlafen - das ist ausnahmsweise
als Kompliment gemeint. ¥ ¥ ¥ ¥ ¥

KLASSIK Erst vor solch


einem Mikrofon
Wenn immer weni­ wird die Stimme
ger junge Leute zur von Kwabs klar
klassischen Musik und stark
kommen, kommt
die Musik eben zu
ihnen. Das ist die
ellow Lounge“-Kon-
zerte der Deutschen Grammophon.
Anne-Sophie M utter spielte im Mai
K r a f t d e r S t im m e
im Berliner Club „Neue Heimat“. Ein Schon im m er stau nte n alle über seinen Gesang: J e tz t ist
Programm von „Ave Maria“ bis zu den Kwabs aus London die S o u l-H o ffn u n g d e r Saison
„Vier Jahreszeiten“, von Brahms bis
Gershwin. Häppchenweise Klassik, ein
bisschen Filmmusik, zugänglich, ohne
ool war es, als Teenager m it den gefunden.“ Eine Lehrerin schickte ihn

C
anspruchslos zu sein. Dem Publikum
gefiel es - wie man auf dem Mitschnitt Außenseitern abzuhängen, m it schließlich zu anderen Talenten ins Natio­
„Mutter Live -The Club Album“ den harten Jungs,aber ihre Musik nal Youth Jazz Orchestra, nach drei Jahren
hören kann. Wenn das Niveau stimmt, - Grunge, Rock - , die war nichts dort studierte er Jazz an der Royal Acade­
ist die Bühne fast egal. ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ für ihn. „Das hatte nichts m it mei­ my OfM usic.
nem Gesang zu tun“, sagt Kwabs. Nach dem College nahm Kwabs einen
Er hockt in Berlin au f einem sehr niedri­ Song von Corinne Bailey Rae auf und stell­
gen Sofa. Man muss ihm genau zuhören, te ihn ins Netz. Er wollte wissen, wie groß
ROCK sich anstrengen, nachfragen, denn der das Interesse an seiner Stimme war. Bald
25-Jährige spricht unfassbar schnell, und hatte er einen Plattenvertrag. Jetzt er­
Tatsächlich: ein
om im m er wieder verschluckt er Silben. Sein scheint sein erstes Album, angekündigt
neues Album der
Band, die Anfang Bariton entwickelt die volle W irkung erst seit Monaten, die Verzögerung deutet
des 21. Jahrhun­ vor einem professionellen Mikrofon - dort daraufhin, dass allzu lange an der Begleit­
derts den Brit-Pop aber m it einer solchen Wucht, dass Kwabs m usik gebastelt wurde. Dabei ist da gar
heftig unter Strom
in England als eine der großen H offnun­ nicht viel nötig: A u f Youtube findet sich
setzte - eine Überraschung, denn zu
selbstzerstörerisch schien ihr Anfüh­
gen gilt auf dem Gebiet Soul und R& B. ein Video, in dem Kwabs „The Wilhelm
rer Pete Doherty lange Zeit. Dann Kwabs heißt m it vollem Namen Kwabe- Scream" von James Blake singt - zu akus­
aber trafen sich The Libertines doch na Sarkodee Adj epong. Er ist in London als tischer Gitarre, wenig Keyboard und noch
FOTO- OLE SPATA/DPA/BiLDFUNK

in einem Studio in Thailand, wo Sohn ghanaischer Eltern geboren, und weniger Rhythm us - nur geklopft auf
Doherty auf Entzug war. Mag auch schon früh erlebte er, dass immer er nach einer Kiste. Alf Burchardt
mit 36 Jahren seine beste Zeit vorbei vorn geschoben wurde, wenn es galt, ein
sein: Er hat wieder großartige Songs
Ständchen zu singen. „Es war nicht unbe­
geschrieben, vorwärtsdrängende
und zärtliche. „Anthems For Doomed dingt so, dass ich den Gesang gesucht hät­ Die Stimme ist groß auf „Love +
Youth" zeigt, wie der Rock ’n’ Roll te als M öglichkeit mich auszudrücken“, War“, die Musik wagt leider selten
immer noch glänzen kann. ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ sagt Kwabs, „eher hat der Gesang mich Außergewöhnliches ¥ ¥ ¥ ¥ ¥
122 S te r n 10.9.2015
Vom Tukan lernen heißt Stil zu lernen. Manchem mag das orange
Make-up zu akzentuiert wirken - über jeden Zweifel erhaben ist jedoch
sein schwarz-weißes Federkleid (wie hält er bloß das Weiß so rein?).
Einen spielerischen Umgang mit Luxus beweist der Rcgcnwaldvogcl im

blauen Kajal seiner Augen. Nie mehr als drei Farben? Der Tukan pfeift
auf diese Regel. Welche Kombinationen auch außerhalb des Regenwalds
tragbar sind, erfahren Sie jeden Sonntag in unserem Stilteil.

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WELT«« SONNTAG
Eine Woche Inspiration.
Q K U L T U R -M A G A Z IN

BUCH

Ein Jahr ins Ausland,


immer eine gute Idee.
So verschlug es die
Illustratorin Alexandra
Klobouk von Berlin nach
Portugal, wo sie sich
für ihren zauberhaften
Reiseführer „Lissabon -
Im Land am Rand" den
Süßigkeiten genauso
intensiv widmete wie dem
Portwein und dem wehmüti­
gen Gefühl des Saudade.
Eine ihrer Erkenntnisse:
Die Straßen sind viel
zu eng, um sich aus dem ■Je
Weg zu gehen (Viel & Mehr Munteres
Quartett:
16, 95 Euro). Frederick
Forsyth, 77,
ROMAN mit jungen
Hunden
50 0 0 0 0 Leser in
England, oho,
„All About a Girl“
kommt mit Bugwelle
daher. Kurzfassung:
Mädchen wächst in
E in H a u d e g e n e r z ä h l t
Sozialhilfe-Familie in Frederick Forsyth, A b e n te u re r und B estsellerautor,
der Sozialhilfe-Stadt
auf, entdeckt die
le g t den B e rich t seines erstaunlichen Lebens vo r
Männer und wird schließlich Musik­
journalistin. Wer also alt genug ist, sich
an englische Bands der frühen Neun­ r nennt sich „Outsider“ einer, der Als er 1970 nur knapp dem Krieg im ost­

E
ziger zu erinnern, gleichzeitig jung beim Schreiben au f Distanz bleibt. afrikanischen Biafra entkam, war er pleite
genug, um gern über die Blowjobs
Oft genug war er näher dran, als ihm genug, seinen ersten Roman zu wagen. „Der
einer 17-Jährigen zu lesen, wer zudem
lieb war. „Ich bin nur knapp dem Schakal“ handelte vom Plan zur Ermordung
die Nick-Hornby-Schreibe nicht voll­
kommen leid ist - dem sei dieses Buch Zorn eines Hamburger W affen­ des französischen Präsidenten de Gaulle,
empfohlen. Alle anderen: Finger weg händlers entkom m en“, berichtet der damals noch sehr lebendig war. Ein Ver­
(Carl's books, 14,99 Euro). ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ Frederick Forsyth in seiner Autobiografie,
lag kaufte ihm das Manuskript für ein paar
„wurde im nigerianischen Bürgerkrieg von Hundert Pfund ab und machte damit M il­
SACHBUCH einem Kam pfjet beschossen und landete lionen. Forsyth konnte es verschmerzen,
1995 reduzieren
in Guinea-Bissau - während eines bluti­ spätere Werke wie „Die Akte Odessa“ oder
zwei deutsche gen Staatsstreichs.“ Wenn der 77-Jährige „Die Faust Gottes“ wurden Welterfolge. Als
Wissenschaftler die seine Abenteuer schildert, weiß man, dass reicher Mann vermisste Forsyth nur eines:
1 1 Datenmenge einer er nach Romanideen nicht suchen muss. die Abenteuer der frühen Jahre.
CD auf ein Zwölftel Stierkämpfer wollte er werden,dann doch Also flog er mit Mitte 70 in einer Spitfire,
und ahnen nicht, was
lieber Pilot bei der Royal A ir Force. Als er die über London gegen Hitlers Bomber
sie anrichten: Musik
erfuhr, dass er wohl eher Transportmaschi­ gekäm pft hatte - das reichte, „um selbst
ist plötzlich „frei",
FOTO: ED THOMPSON/LUZ/FOTOGLORIA

sie kann kopiert und übers Internet nen als Kampfjets fliegen würde, schwenk­ einem zynischen Journalisten die Tränen
verschickt werden. Raubkopieren te er um und landete beim Journalismus. in die Augen zu treiben“. Er ist, so zeigt
wird schick, die Plattenindustrie rasselt Bei der Agentur Reuters und der BBC fas­ „Outsider“ ein englischer Patriot und ein
in ihre größte Krise. Stephen Witts zinierte Forsyth vor allem die Welt der grandioser Erzähler. Thomas Ammann
„How Music Got Free“ über die Erfin­ Spionage. Hautnah kam er in Kontakt mit
dung des mp3-Formats - spannend
der Stasi, dem Mossad und den Terroristen
wie ein Thriller - sollte jeder lesen,
der sich schon mal umsonst, klick, klick, von der IRA. Nie allerdings sei er Mitglied „Outsider“ von Frederick Forsyth,
mit Musik versorgt hat. Also fast alle beim britischen Secret Service gewesen, C. Bertelsmann, 384 Seiten,
(Eichborn, 19,99 Euro). ¥ ¥ ¥ ¥ ¥ sondern immer Außenseiter geblieben. 19, 99 Euro ¥ ¥ ¥ ¥ ¥

124 S t e r n 10.9.2015
I JAVASW C 3LDWOE
EIN AUTO KANN
I I

MAN NICHT
BEHANDELN WIE
EINEN MENSCHEN
EIN AUTO MUSS
MAN LIEBEN
Walter Röhrl

V 'J

R EN N LEG EN D EN - DIE NEUE DO KU-REIHE.


S V --'
Ab 17.09. - immer donnerstags um 20.15 Uhr.
Q K U L T U R -M A G A Z IN

TOP TEN

Belletristik Sachbuch Kino


1(1) Verschwörung 1(2) Der D uden- 1 (-) Bad Magic 1(4) Minions
David Lagercrantz (Heyne) Die deutsche Rechtschreibung Motörhead Hat in zw isch en w e ltw e it über
Bibliographisches Institut „D ie n eu e M o tö r­ ein e M in n iard e D o llar ein gesp ielt.


2(4) Vonne Endlichkait head? L an d et a u f Besucher: 724 232; gesamt: 6 495 919
Günter Grass (Steidl) 2(1) Darm mit Charme Platz eins!" Da w ar
Giulia Enders (Ullstein) sich d er Kollege 2(1) StraightO utta Compton
3 (-) Unschuld n eu lich g an z sicher, D er n äch ste Teil sp ie lt im A llgäu:
Jonathan Franzen (Rowohlt) 3(7) Das geheime Leben zu m al, w ie er schw ärm te, Sestraig
ein h t O u tta K em pten.
A u f Seite 707 von der Bäume Besucher:
au sgesproch en g elu n gen es Werk 117 428; gesamt: 381 074
Jonathan Franzens Peter Wohlleben (Ludwig)
sei. Ein and erer w idersprach:
n eu estem lesbaren 3(2) Mission: Impossible -
„Schon das 22. A lbum ! Da haben
Z iegelstein taucht, 4(4) Wer den Wind sät Rogue Nation
selb st die h ärtesten Fans a llm ä h ­
jaw o h l, der Stern Michael Liiders (C. H. Beck)
lich genug.“ D ie W ette g in g um N ich t n u r in H am burg ein Hit:
auf: Ein Herr Wolf, die C ru ise Days.
5(3) Vom Inder, der m it dem ein en M otörhead-W ein, einen
gan z w ich tiger Besucher: 88 661; gesamt: 1273 226
Fahrrad bis nach Schweden fuhr, Shiraz aus dem Jahr 2013, die 0,75
C harakter im Buch,
um dort seine große Liebe Liter fü r 12,95 Euro (der W odka aus
sagt zu einem N ebendarsteller: 4 (-) The Transporter Refueled
„Und w en n ich Ihnen nich t helfe,
wiederzu finden d em selb en Hause sollte es dann
PerAndersson doch n ic h t sein). Sieger und V erlie­
gehen Sie dann zu m Stern und sa­
(Kiepenheuer % Witsch) rer w o llen die Flasche je tz t g e­
gen, ich sei ein Heuchler?" Puh,
m einsam en tkorken , sie w erden
Herr Franzen, w ürden w ir doch nie
6(5) Inside IS-1 0 Tage im dabei an stoßen a u f d ie G esu n d ­
schreiben. Nie. A ber reden könnten
„Islamischen Staat“ h eit von Bandleader Lemmy. In der
w ir ja m al - w en n Sie doch n u r m it
Jürgen Todenhöfer (C. Bertelsmann) vergan gen en W oche m u sste der
uns reden w ürden. Sollten Sie
69-Jährige in A u stin die Bühne
w irklich noch verg rä tzt sein, w eil
7 (6) Ungläubiges Staunen nach n u r drei Stücken verlassen;
Sie sich m it dem Schreiber dieser Navid Kermani (C. H. Beck)
Z eilen vor z w ö lf Jahren, beim es tu e ih m leid, er k ön n e ein fach
Euer Film , SUV-Fahrer.
letzten Interview m it dem Stern, nich t m ehr. Aber: Bis zu m nächs­
8(8) Zeit Besucher: 75 294
gestritten haben? Also: D er in ter­ ten Mal! Jetzt ban gen d ie Fans,
Rüdiger Safranski (Hanser)
v iew t Sie nie m ehr! Bestim m t. w an n das w o h l sein w ird. D ie b e i­ Z
5(3) Hitman: Agent 47 O
>

Der d arf h ier n u r n och Listen 9 (-) Solange ihr mein Lied hört den K ollegen hoffen , dass die Band
Für je d e ru h ige M in u te g ib t’s fü n f t— O
_J UJ

schreiben. Helena Zumsande (Ullstein) im N ovem ber zu ih rer D eu tsch ­ ÜJ


F“
Euro. M ach t zu sa m m en fü n f Euro. Z

------------------- Helena Zum sande lan d to u r an treten kann. D arau f Besucher: 63 751; gesamt: 184 064 cn
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4(2) G irlontheTrain Helena Zurrsarr ii'.H
h atte ihr Buch w etten w o llen sie aber nicht.
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Paula Hawkins (Blanvalet) schon abgeschlos­ 6(5) Pixels <
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2(5) M uttersprache C o m p u terd eu tsch fü r UJ
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Sarah Connor
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Dörte Hansen 3
m it M agenkrebs im Besucher: 58 077; gesamt: 974 014 UJ
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(Kiepenheuer $ Witsch) r-’ >
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in ihr Buch kon nte sie ihre Freude 8 (-) Ricki-W ie Familie so ist <
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darüber gar nich t m ehr schreiben. R ocksängerin m it Bon-Jovi- f—
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das so gern leben und vor ganz gro­ eRRdeKa M eryl Streep locker hin. 0
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8(6) Morgen kommt ßem Publikum singen wollte, wie Besucher: 43 345 u
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Lori Nelson Spielman Arzt pilgerte und jed es Mal The Weeknd 9(6) Southpaw CH
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(Fischer Krüger) hörte: „Du hast nichts Ernstes." Als L äu ft in Peru ü b rig en s u n ter dem Z
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9(8) Connil5,Band3: hatte der Krebs schon gestreut. Dr. Dre U nd in A rg en tin ien . z
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Meine beste Freundin, Dieses U nglück im U nglück m acht Besucher: 41 075; gesamt: 216 340 < H
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der Catwalk und ich ihre G eschichte noch trauriger. 9 (8) Von Liebe,Tod und Freiheit UJ
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Dagmar Hoßfeld (Carlsen) Santiano 10(7) We AreYourFriends O


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10(9) Der Elefant, der das Glück D anke, h a t n u r k a u m je m a n d m it­ ÜJ t -
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10 ( 9 ) Wer die Nachtigall stört vergaß 10C-) Bauch und Kopf bekom m en . _ J tu
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Harper Lee (Rowohlt) Ajahn Brahm (Lotos) Mark Förster Besucher: 32 816; gesamt: 121424 O O

126 S te r n 10.9.2015 Sie mögen Listen? Hier gibt es noch mehr: www.stern.de/dieweltinlisten
SPIELE

in Schmetterling fliegt durchs Die Protagonistin Maxine erlebt

E
offene Toilettenfenster, lan­ ihre pubertäre Erweckung jedoch
det a u f einem Putzeimer. nicht im Moloch New York, sondern
M axine Caulfield zieht ihre an einer Highschool in Oregon.
Polaroidkamera, betätigt den Während sie sich m it Jugendpro­
Auslöser. Plötzlich öffnet sich blem en herum schlägt, versucht
die Tür der Schultoilette, ein wüten­ sie, das m ysteriöse Verschwinden
der Jugendlicher erscheint, gefolgt einer M itschülerin zu klären - und
von einem Mädchen. Er zückt eine stellt fest: Hinter der Fassade ihrer
Waffe. Im Gerangel löst sich ein Schule verbergen sich ungeheure
Schuss. Das Mädchen fällt zu Boden Geheimnisse.
und stirbt. M axine beobachtet Dem Entwickler „Dontnod Enter­
erschrocken aus der Kabine das tainm ent" ist es gelungen, dieses
Geschehen - und spult die Zeit Gefühl jugendlicher Verlorenheit
zurück. Das kann sie. Sie ändert den in eine Spielwelt zu übersetzen.
Ablauf des Geschehens und verhin­ Leistungsdruck, Terror durch M it­
dert dam it den Tod des Mädchens. schüler, ungelenke Liebesversuche,
Es ist der Schlüsselm om ent der Einsamkeit und das zerm ürbende
ersten Folge von „Life is Strange“. Gefühl des Missverstandenwerdens
K lingt erst einm al gew öhnlich - Maxines Probleme werden zur
für ein Videospiel: ein Schuss, Zeit Aufgabe des Spielers. Auch wenn
zurückspulen, noch mal von vorn. diese Probleme kom plex sind, „Life
Maxine Caulfield (I.), Heldin von „Life is Strange“,
Ist es aber nicht. „Life is Strange“ ist mit ihrer besten Freundin Chloe is Strange“ ist es nicht: Fragen gilt
eines der ungewöhnlichsten Games es zu beantw orten und falsche
au f dem Markt. Ungewöhnlich, weil Entscheidungen rückgängig zu
es w ie eine Fernsehserie produ­ machen, eben durch das Zurück­
ziert wurde, nämlich in fü n f Teilen, spulen der Zeit.
der letzte erscheint im Oktober. Der Spieler findet sich in einem
Solche „episodischen Spiele" sind moralischen Diskurs mit sich selbst.
eine Anpassungan eine ältere Ziel­ Und meist entscheidet er m it dem
gruppe m it kleinerem Zeitbudget: W a c h s tu m s s c h m e rz Herzen. Soll ich die Schulzicke
Die kann diese Games nun häpp­ Neue V ideospiele - und ein u n g e ­ Victoria hänseln? Lüge ich, oder sage
chenweise durchspielen. ich die Wahrheit? Jede Entscheidung
w öhnliches Projekt: „L ife is S trange“,
Auch das Them enspektrum zielt beeinflusst den weite-ren Verlauf.
p ro d u z ie rt w ie eine TV-Serie
au f anspruchsvollere Klientel: Hier „Life is Strange“ bedient sich dabei
wird nicht einfach nur geballert, elegant bei bekannten Fernsehse­
sondern aufw endige Geschichten rien, von „Twin Peaks“ bis „Gossip
werden dargeboten. „Life is Strange" Girl“ und erweitert dies um die
erzählt vom Erwachsenwerden wie Funktion der Interaktivität. Doch
ein Com ing-of-Age-Rom an. Nicht das vielleicht Wichtigste ist: Dieses
zufällig trägt die weibliche Haupt­ Spiel erlaubt Erwachsenen einen tie­
darstellerin denselben Nachnamen fen Einblick in die Welt der Jugend.
wie Holden Caulfield aus Salingers Fast wie das große Vorbild: „Fänger
„Fänger im Roggen“. im Roggen“. ¥ Thilo Mischke

Republique: „1984" ist King’s Ouest: A Knight Game of Thrones: Es ist Zeit,
das literarische Vorbild. to Remember. Grafik­ selbst intrigant, hinterhältig
Aus der Sichtachse abenteuerspiele waren und machtbesessen zu wer­
zahlloser Überwachungs­ das Ding der Neunziger. den. Die Handlung des Spiels
kameras geleitet der Die fünfteilige Neu­ setzt zum Ende der dritten
Spieler die Protagonistin auflage verweist auf Staffel der TV-Serie ein, und
Hope durch die menschen­ die alte „King’s Quest“- stellt sogar ein weiteres Fami­
verachtende Welt eines Reihe und meistert liengeschlecht vor. Wer schon
dystopischen Staats. Für ihre Freiheit und die der Unter­ den Brückenschlag in immer in Westeros Unheil
drückten. Ein Spiel, das den aktuellen Zeitgeist trifft und die digitale Gegenwart. und Verderben unter das Volk
die Frage aufwirft: Überwachung dulden oder rebellieren? Märchen zum Spielen. säen wollte, kann das nun tun.

O Noch mehr Spiele und die besten Neuerscheinungen finden Sie auf www.stern.de/games 10.9.2015 S te r n 127
□ K U L T U R -M A G A Z IN

Dieser Fisch gart


idealerweise bei
130 Grad im Ofen.
Ergebnis: ein
zartrosa Genuss

inmal im Jahr darf ich einen Haufen

E
Lehrer bekochen. Die sind zwar nett,
aber bei ihnen zu sitzen ist unm ög­
lich - ein Abend voller Schuldiskus­
sionen entwickelt sich zum nicht
endenden Albtraum. Ich setze ihnen
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also eine große Platte vor, die sie beein­
druckt (Positivhäkchen im Lehrerkalender),
M" ' von der sich ein jeder selbst und endlos
nehmen kann und glücklich ist. So eine
Platte beinhaltete zuletzt einen ganzen
Lachs. Ich setzte ihn nebst Beiwerk auf die
Tafel, erläuterte kurz und schlich davon.
Ganze Lachse bestellt man beim Fisch­
händler. Es gibt sie in den Größen 2-3 kg,
3-4 kg und 4 -5 kg. Letzterer m isst von der
Nase bis zum Schwanz 70 cm, man muss
einen Herd m it Überbreite haben, um ihn
zu fassen. Ist er einmal drin, kann nicht
mehr viel schiefgehen. Es ist eines jener
Gerichte, wie sie für zuweilen bequeme
Zeitgenossen wie mich gerade recht sind,
und da ich in diesem Wesen nicht allein
bin, gebe ich die Zubereitung gern weiter.
Vor der Bestellung des Fisches misst man
die Ofensaftpfanne in der Diagonalen aus,
also von Ecke zur schräg gegenüberliegen­
den Ecke. Länger darf der bestellte Fisch
nicht sein, denn nurseine Präsentation im
Ganzen, also mit Kopf und Schwanz, macht
ihn so attraktiv.
Man w ürzt den Fisch, w ickelt ihn dicht
in Folie und gart ihn auf der Saftpfanne im

FOTO WOLFGANG SCHARDT. MARIA GROSSMANN (STYLING). ROLAND GEISELMANN


Backofen bei sanften 130 Grad, wobei schon
zu Beginn Wasser um den Fisch gegossen
wird, sodass er im Grunde kaum mehr als
ein heißes Bad nimmt. Pro Kilo rechnet
W e n n , d a n n g le ic h a lle s man m it 40-45 Min. Garzeit. Ein 4-Kilo-
Fisch gart also etwa drei Stunden - das gibt
Für eine große T ischg e sellscha ft is t ein
uns genügend Zeit, uns um die Beilagen zu
o rd e n tlic h e r Braten bisw eilen das Beste. kümmern; geschmorter Fenchel kann das
Probieren Sie doch mal einen ganzen Lachs sein, quietschgrüner Brokkoli mit Salzkar­
toffeln oder - wie früher - Schmorgurken
m it saurer Sahne und Dill. Plus Hollandaise
oder, wenn der Fisch im Sommer und
draußen kalt serviert wird, eine selbst
gemachte Mayonnaise.
Wir legen die Arbeitsfläche großzügig
m it Folie aus und pinseln sie da, wo der
Fisch liegen wird, m it weicher,gesalzener
Bert Gamerschlag ist der kulinarische Experte des S te rn Butter aus (es ist mehr ein Schmieren >
128 S t e r n 10.9.2015
G rö ß e r d e n k e n ,
g r ö ß e r s c h r e ib e n .
Q K U L T U R -M A G A Z IN

E in w e n i g v o r E n d e d e r b e r e c h n e t e n G a r ­
z e i t d a s B le c h m i t d e m F is c h h e r v o r z i e h e n
u n d d ie F o lie a m K o p fe n d e a u fk n is p e ln .
M i t e i n e m M e s s e r c h e n h i n t e r d e m K o p f in s
d i c k e F l e is c h s t e c h e n , k u r z w a r t e n u n d d a s
M e s s e r a n d ie U n t e r lip p e h a lte n . D a s M e ­
t a l l i s t k a lt ? D a n n i s t d e r F i s c h n o c h n i c h t
g a r . E s i s t g u t w a r m ? D a n n i s t d e r F is c h a u f
d e m o p t i m a l e n P u n k t . I s t d a s M e t a l l h e iß ?
D a n n i s t d e r F is c h h i n ü b e r , t r o c k e n u n d
n ic h t z u r e tte n . N o ch e in Garpunkt-Indi­
kator: d i e R ü c k e n h a u t v o m F le is c h l ö s e n -
l ä s s t s ie s ic h p r o b l e m l o s h e b e n , i s t d e r F is c h
g a r. S itz t s ie fe s t, b r a u c h t e r n o c h .
D e r g a n z e L a c h s lä s s t s ic h a u c h g r ä te n ­
f r e i z u b e r e i t e n . B i t t e n S ie d e n F i s c h h ä n d ­
le r , d i e b e i d e n F l e i s c h s e i t e n a l s Filet v o n
d e r M i t t e l g r ä t e z u s c h n e i d e n u n d a u c h d ie
k le in e n S te h g r ä te n z u z ie h e n . A n d e r K o p f­
s e ite s c h n e id e n w ir e in s c h m a le s S tü c k
F le is c h s o a b , d a s s d e r F is c h d o r t j e t z t e in e
g e r a d e K a n te u n d z w e i r e c h te W in k e l h a t.
A u c h d a s d ü n n z u la u fe n d e S c h w a n z e n d e
s c h n e id e n w ir g e r a d e ab, in e tw a a n d e r
S te lle , w o d a s F le is c h z u z u la u f e n b e g in n t .
( D ie S c h w a n z e n d e n e i n f r i e r e n u n d e i n a n ­
d e r e s M a l b r a te n ; d ie h a lb r u n d e n P a rü re n
v o m K o p fe n d e m it Z itr o n e n s a ft, In g w e r
u n d K n o b la u c h z u L a c h s ta ta r v e r a r b e ite n
u n d z u C r a c k e r n s e r v i e r e n .)
W ir h a b e n n u nzwei grätenfreie Lachs­
rechtecke v o r u n s . E in e Lachsschnitte a u f d ie
Zutaten für diesen wirklich einfachen und idiotensicheren gebutterte Folie l e g e n u n d salzen. B ei m e i ­
Braten: Zitrone, Kräuter, Butter und Alufolie n e r V e r s u c h s a n o r d n u n g ,d i e i n j e d e m H a u s ­
w i r t s c h a f t s u n t e r r i c h t b e s t a n d e n h ä tt e , h a b e
ic h d e n F is c h m i t Petersilie u n d Estragon b e ­
a ls e in P in s e ln ) . W ir le g e n
und
Zitronenscheiben
Kräuterzweige ( P e t e r s ilie , E s t r a g o n ,
Da lacht der Lachs s tr e u t u n d d ie andere Lachsseite so d a r a u f ­
g e le g t , d a s s ic h d ie d ic k e r e R ü c k e n p a r t i e d e r
Man muss auch mal Glück haben:
D ill o d e r s e l b s t Queller) a u f d i e Butter o b e r e n H ä lf t e a u f d i e d ü n n e r e B a u c h p a r t i e
Martin-Michael Erb aus Baden
(Q u e lle r is t e in e s a lz ig - s a u r e , d ic k fle is c h i­ d e r u n t e r e n p l a t z i e r t e u n d s o e in g l e i c h m ä ­
bietet diesen 2014er Riesling-
g e P io n ie r p fla n z e v o n d e r K ü ste , e in e A rt Kabinett von Sandstein-Ver- ß ig d i c k e s P a k e t e r h i e l t . Z u E n d e gebuttert
s u k k u le n t e s G ra s; m a n b e k o m m t e s b e im witterungsbÖden, ausgezeichnet und eingeschlagen w o g m e i n P a k e t k n a p p
F is c h h ä n d le r ; Q u e lle r k ö n n t e a u c h e in e mit einer Goldmedaille vom 3 Kilo u n d w a r in 2 Stunden p e r f e k t g e g a r t .
B e i l a g e s e in ) . M ä ß i gsalzen. W i r p l a t z i e r e n Badischen Weinbauverband, W e n n m a n d e n F is c h d a n n (o b g a n z o d e r
n u n den gan zen Fisch d a r a u f , l e g e n Zitrone zum Spottpreis von 4,20 Euro a l s F ile t p a k e t ) h ü b s c h a n g e r i c h t e t s e r v ie r t ,
pro Flasche. Perfekt zum Lachs.
und Kräuter a u c h in s e i n e B a u c h h ö h le ( d o r t m a g es s c h w e r s e in , s ic h in S ic h e r h e it z u
Weingut Erb, Rößlegasse 15a,
w ie d e r m ä ß ig s a lz e n ) , u n d o b e n a u f d e n b r in g e n . M a n w ir d g e n ö t ig t s e in , s ic h d a ­
77948 Friesenheim, Tel. 07821/
F is c h l e g e n w i r d a s G le i c h e . N o c h m a l dicke 682 00, www.weingut-erb.de z u z u s e t z e n u n d E r lä u te r u n g e n a b z u g e b e n .
Butterflocken d a r a u f u n d f e r t i g . K e in e B a n g e , n a c h f ü n f M in u t e n w ir d s ic h
D i e Alufolie g a n z u m d e n F is c h s c h la g e n d a s G e s p rä c h w ie d e r d e m N o te n s p ie g e l fü r
u n d d ic h t z u k n e ife n , d a m it n a c h h e r v o n d a s F a c h L a t e in im L ic h te d e r le t z t e n B e ­
d e r B u tte r u n d d e m le c k e r e n F le is c h s a ft k a n n tm a c h u n g e n d es K u ltu r m in is te r iu m s
n ic h ts n a c h a u ß e n t r it t (u n d G a r w a s s e r Zucht oder wild? u n te r B e r ü c k s ic h tig u n g d e r T e ilb e s c h lü s ­
n ic h t n a c h in n e n ). D e n O fe n a u f 180 Grad Wildlachs klingt romantisch und auf s e d e r v o r le tz te n K u ltu s m in is te r k o n fe r e n z
v o r h e iz e n , d e n F is c h ( d ia g o n a l) a u f d ie sympathische Weise natürlich. Aber Wild­ z u w e n d e n , e r g ä n z t u m d ie E r lä u te r u n g e n
S a ft p fa n n e le g e n u n d in d ie O fe n m it t e fänge sind (außer aus Alaska) selten - und d e s v ö llig v e r r ü c k t e n D ir e k to r s . D a s n u t z t
s c h ie b e n . S o v ie l Wasser a n g i e ß e n , d a s s das gehen für einen ganzen Fisch gleich richtig m a n d a n n - u n d s c h le ic h t d a v o n .
B l e c h e t w a h a l b g e f ü l l t is t . K l a p p e z u . D a s
ins Geld! Zuchtlachs dagegen ist für den
Hausgebrauch geeigneter, weil er etwas
W a s s e r u m d e n F is c h f ü r 7 5 Min. Tempera­
dicker im Fleisch ist und auch etwas fetter.
tur annehmen lassen, d a n n d e n O fe n a u f Beides verringert das Risiko des Austrock­ ---------------------------------------- © ------------------------------------------

73 0 Grad h e r u n t e r s c h a l t e n u n d d ie B e i­ nens. Das Kilo Zuchtlachs kostet ab 14 Euro, Die Rezepte zum Nachkochen gibt es
la g e n z u b e r e ite n . ganze Fische können günstiger sein. online: www.stern.de/sternrezept

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... sagt der Franke, wenn er sich in einen der heimischen Biergärten setzt.
Bis zum Spätsommer werden die Freiluftlokale in und um Bamberg zum Wohnzimmer
Auch Zugereiste finden hier das Beste aus zwei Welten: Braukunst und Geselligkeit
* ß . \ . • ^
Von M i n j am T ru n k; Fotos: Sonja Och ^ '
m A bend w o lle n a lle a u f den

A
K e lle r : F a m i l i e n , e n d l i c h F r e i z e i t ,
M ä n n e r r u n d e n , e n d lic h e in k ü h ­
l e s B ie r . S c h a r f e L i n k s k u r v e , d e r
B e r g w i r d s t e i le r , t i e f d u r c h a t m e n ,
d e r D u ft v o n B r a tk a r to ffe ln u n d
g e g r illt e n W ü rs te n , K e lln e r w ir b e ln d u rc h
d ie B ä n k e , S t e in k r ü g e k lir r e n , P r o s t m i t ­
e i n a n d e r - s c h ö ö h ie r , a u f m K e lle r .
Ja, d a s „ a u f “ i s t w i c h t i g i m F r a n k e n l a n d ,
d e n n d e r F r a n k e g e h t n i c h t „ i n “ e i n e n B ie r ­
k e lle r , e r s e t z t s i c h d r a u f . S e c h s d e r s i e b e n
H ü g e l B a m b e r g s s in d u n t e r t u n n e lt m it
H ö h le n a u s S a n d s te in , in d e n e n fr ü h e r d a s
B ie r b e i e t w a a c h t G r a d C e l s i u s g e l a g e r t
w u r d e . E n d e d e s 19 . J a h r h u n d e r ts b e g a n ­
n e n B r a u m e is te r , e s a u c h d ir e k t a u f d e m
H ü g e l a u s z u s c h e n k e n . R u n d 30 K e l l e r g i b t
e s h e u t e in u n d u m B a m b e r g , f a s t j e d e r g e ­
h ö r t z u e i n e r k l e i n e n B r a u e r e i.
P e te r A ß lä n d e r s it z t a m lie b s te n a u f d e m
K e lle r d e r S p e z ia l- B r a u e r e i. E r is t s e in
z w e it e s W o h n z im m e r . „ D a s B e s o n d e r e h ie r
i s t d e r B l i c k “, s a g t e r u n d d e u t e t a u f d a s
W e ltk u ltu r e r b e z u s e in e n F ü ß e n , e n g e G a s­
sen , s c h ie fe F a c h w e rk h ä u se r, d e r D o m .
S c h o n in d e n 5 0 er J a h re n k a m e r m it s e i­
n e n E lte r n h e r. A ls I n g e n ie u r h a t e r d ie
W e lt b e r e is t, a b e r im m e r is t e r z u r ü c k g e ­
k e h r t, n a c h B a m b e r g u n d a u f s e in e n K e l­
le r . H e u t e i s t A ß l ä n d e r R e n t n e r , K u r z h a a r ­
s c h n it t u n d K a r o h e m d , d a z u d ie w e ic h e
f r ä n k i s c h e M u n d a r t m i t d e m r o l l e n d e n „r".
A u f d e m K e lle r s p r ic h t m a n D ia le k t, m it
S t o lz . D e r 6 8 - J ä h r ig e l e h n t s i c h z u r ü c k u n d
s c h a u t z u , w ie s ic h d ie B ie r b ä n k e la n g s a m
fü lle n . K le in e T is c h e g ib t e s n ic h t, m a n
s it z t z u s a m m e n , e g a l, o b m a n s ic h k e n n t.
S in d d ie F r a n k e n n ic h t w o r tk a r g u n d
e i g e n ? „ D a s i s t e i n V o r u r t e i l" , s a g t A ß l ä n ­
d er. A u f d e m K e lle r je d e n f a lls . Er u m fa s s t
d e n k ü h le n S t e in k r u g . „ A S e id la S p e z i-
B i e r “, e i n h a l b e r L i t e r d u n k l e s R a u c h b i e r ,
„ S c h in k e n - B ie r “ s a g e n m a n c h e , w e il e s
n a c h g e r ä u c h e r te m S c h in k e n s c h m e c k t.

Vielfalt statt Masse


S e it e in p a a r J ah ren is t s o g e n a n n te s C r a ft
B e e r b e i d e n G e n u s s - H i p s t e r n d e r W e l t in
M o d e . B r a u e r e i e n in N e w Y o r k , B o s t o n u n d
B e r lin r ü h m e n s ic h , B ie r a u s z u s c h e n k e n ,
d a s v o n H a n d g e b r a u t is t. ln d e r R e g io n
B a m b e r g w a r d a s im m e r so, O b e r fr a n k e n
h a t w e lt w e it d ie h ö c h s t e D ic h t e a n M ik r o ­
EOJ O: NAME VORNAME/AGEN TUR

Sehen, riechen,
schmecken - zur b r a u e r e ie n , je d e s B ie r s c h m e c k t e in b is s ­
Bierprobe trinkt man c h e n a n d e r s . E ig e n .
ausnahmsweise aus N o r m a l e r w e i s e s i t z e n d i e B r a u e r e i e n im
dem Glas. Londoner
T a l u n d b e s i t z e n e i n e n K e lle r a u f d e m B e r g .
Touristen probieren
N o r b e r t W i n k e lm a n n a b e r h a t s e i n e B r a u e ­
das Rauchbier auf
dem Spezial-Keller r e i g l e i c h g a n z a u f d e n K e l l e r v e r l e g t . In
in Bamberg H a lle r n d o r f s ü d lic h v o n B a m b e rg , m it - >
10.9.2015 Stern 133
□ K U L T U R -M A G A Z IN

t e n i m W a ld . M a n m u s s i h n e n t w e d e r g e ­
z ie lt s u c h e n o d e r s ic h g lü c k lic h v e r fa h r e n . B ie r k u ltu r
D a s S u d h a u s is t d e r M i t t e l p u n k t d e r G a s t ­
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s tu b e , z w e i K u p fe r k e s s e l, e tw a d r e i M e te r
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h o c h . H ie r a r b e it e t d e r B ie r k ü n s t le r v o r
d e n A u g e n s e i n e r G ä s t e in G u m m i s t i e f e l n
u n d S c h ü r z e . G e r a d e v e r k o c h t d a s M a lz .
W in k e lm a n n ö f f n e t e in e L u k e , le h n t s ic h
in d e n D a m p f , a t m e t e i n , j a , s o m u s s e i n
Palais
Schrottenberg ■
B ie r i m F r ü h s t a d i u m r i e c h e n . D e r 5 1 - J ä h - ■ Spezial-Keller
Brauereil
r ig e b r a u t n u r k le in e M e n g e n , V ie lfa lt is t Greifenklau
ih m w ic h t ig e r a ls M a s s e .
E r b r e n n t a u c h S c h n ä p s e u n d L ik ö r e ,
Schmausenkeller
A n a n a s , S p a r g e l, B a n a n e , „ m a n m u s s s i c h Reundorf
w a s t r a u e n “, s a g t W i n k e l m a n n . F ü n f m a l
h a t e r d e n B u n d e s e h r e n p r e i s f ü r E d e lb r e n ­ Brauhaus
am Kreuzberg
n e r e i g e w o n n e n . D o c h W in k e lm a n n h e b t
t r o t z a l l d e r E h r e d i e P r e is e n i c h t a n . „ S o n s t
w ü r d e ic h m e i n e G ä s t e v e r g r a u le n " , s a g t er.
B e i i h m k o s t e t d a s B ie r a b z w e i E u r o , g e n a u
w ie d ie P o r tio n P o m m e s , e in e c h te r L a n d ­
k e lle r m u s s g ü n s t ig s e in . D a fü r a r b e it e t
h i e r w e n i g P e r s o n a l, m a n b r a u c h t Z e i t u n d
G e d u ld f ü r d e n G e n u s s d e r T r a d itio n .
TIPPS
Ruhe und Stammtisch Übernachten Brauerei Greifenklau:
Palais Schrottenberg: ruhig und idyllisch.
Z u r ü c k a u f f e s t e n S t r a ß e n in R i c h t u n g
In der einstigen Zu Innereien, Schnit­
R e u n d o r f . H ie r , e t w a z e h n K i l o m e t e r s ü d ­
Adelsresidenz schläft zel und Bratwürsten
lic h v o n B a m b e r g , lie g t d e r S c h m a u s e n k e l­ man unter hohen werden Keller- und
le r . D i e G ä s t e h o l e n i h r E s s e n s e l b s t a m Stuckdecken. DZ/F wechselnd andere
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E s s e n s , a b e r v o r a l l e m , w e il s i e d i e R u h e g e ­
schrottenberg.de Brauhaus am Kreuz­
n ie ß e n . D e r K e lle r is t in E ta g e n a n g e le g t, berg: Auf der Karte
fr e ie S ic h t a u f d ie w e it e n W ie s e n u n d a u f Hotel Europa: Das stehen auch exotische
d a s D o rf, g a n z k le in , ir g e n d w o d a h in te n . Haus mit 46 Zimmern Sondersorten wie
O b e n e n ts p a n n e n F a m ilie n a u f d e m g r o ­ liegt auf halbem Weg Kirschbier oder Bana­
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Albert Scheuerer richtet auf dem Schmausen­
ren v o m S ta m m tis c h fa s t je d e n A b e n d . europa-bamberg.de Schmausenkeller
keller die Kegel auf (Mitte). Vor den Augen
„ M ir b a b b e ln a w e n g “ s a g t e in e r d e r H e r ­ Reundorf: ein Land­
seiner Gäste stellt Norbert Winkelmann
Hotel Kaiserdom: keller wie im Bilder­
im Brauhaus am Kreuzberg Bier her (unten) r e n . „ D e s h e i ß t g u t e U n t e r h a l t u n g “, ü b e r ­
traditionsreiche buch - umgeben von
s e t z t A lb e r t S c h e u e r e r . D e r 5 0 -jä h r ig e
Brauerei mit Gast­ weiten Wiesen, mitten
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Tel. 0951/ 96 5140, schmausenkeller.de
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www.hotel-
I Iier treffen P u n k te , w e n n d ie K u g e l d ie A b s p e r r u n g b e ­ kaiserdom.de Ansehen
r ü h r t . „ N u r w e n n j e m a n d e i n H o l z b e i n h a t, Fränkisches
sieh die s in d w ir n ic h t so s t r e n g “ s a g t S c h e u e r e r . Essen und trinken Brauereimuseum:
Spezial-Keller: In der ehemaligen
Herren vom M a n c h m a l r a d e ln d ie H e rre n ü b e r d ie
D ö r f e r , v o n K e l l e r z u K e lle r . A b e r e i g e n t ­
Der Aufstieg wird mit Klosterbraustätte
Stammtisch lic h s in d s ie s ic h e in ig : N ir g e n d w o is t e s so
großartiger Aussicht
und ebensolchem
erfährt man alles
über die Bamberger
fast jeden s c h ö n w ie a u f d e m S c h m a u s e n k e lle r - d e r
W a ld , d i e W i e s e n , d e r S o n n e n u n t e r g a n g .
Bier belohnt. Bamberg, Braukunst. Bamberg,
Sternwartstraße 8, Michelsberg lOf, www.
Abend „ U n d d a s i n m i r d a h a m “ s a g e n s ie . www.spezialkeller.de brauereimuseum.de

134 Stern 1 0 .9 .2 0 1 5
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p r o s i e b e n m a x x . de
□HUMOR

'S * * E IN Q U A N T U M T R O S T

SAUKOPF NATUR

Das O hr
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D e n L ä rm d es fa ls c h e n L eb en s.
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V o r W ö lf e n u n d v o r S c h la n g e n .
Sätze für die Ewigkeit D o c h d i e s e F e i n d e g i b t ’s n i c h t m e h r ,
S e itd e m w ir s ie b e z w a n g e n .
Heute: beim Bäcker
S o b lie b v o n T ö n e n n u r d ie F ron :
„ V ie r v o n d e n e n m i t d e n K ö r n e r n .“ D ie R a p - u n d S c h la g e r g ö r e n ,
D ie K a n z le r i n , d a s T e le f o n -
„ H in te n r e c h ts !“
K e in M e n s c h m u s s h e u t n o c h h ö r e n !

„N e e , d ie d a n e b e n !" Thomas Gsella

„ A c h , d a s s i n d V ita fit ? !? “ <

„ U n d ’n e ,B ild '.“
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Ideen? Anregungen? Kritik? 0*4
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Wie die Nase ihn sieht Wie Füße ihn sehen Wie Hipster ihn sehen Wie er sich selbst sieht <
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7

www.tetsche.de, umfangreiches Archiv mit Tetsche-Cartoons: www.stern.de/tetsche

Rebus
Diese Abbildungen
ergeben zusammen einen
neuen Begriff. Lösung
aus Heft 37: Cabrioverdeck

10.9.2015 stern 137


£jj NACHFRAGE

pagnen in szen iert. W ieso sind Sie


so begehrt?
Ich g la u b e , e s l i e g t a n m e in e r Z a h n ­
lü c k e .
M änner haben diese Lücke v e r­
m utlich noch gar nicht b e m e rk t...
A c h , k o m m e n S ie . E i n e g u t e F i g u r
h a b e n d o c h f a s t a lle T o p m o d e ls .

W A S M A C H T E IG E N T L IC H ? A b e r m e in e Z a h n lü c k e is t s p e z ie ll.
N a tü r lic h s o llt e ic h d a m a ls e in e

KATIE BALL Z a h n s p a n g e k r ie g e n . A b e r d a g e g e n
h a b e ic h m ic h g e w e h r t, m e in e M u t ­
t e r u n d m e i n e O m a h a b e n e x a k t d ie
g le ic h e L ü ck e.

Immer kurz vor der L iegt das Begehren der Zuschauer


20-Uhr-„Tagesschau“ n ich t eh er an Ihren Kurven?
D ie s in d e in fa c h d a. G u t e G e n e . Ich
verzückt das australische
h a b e m ic h k ü r z lic h im F itn e s s ­
Model in einem Werbe­ s t u d io a b g e m e ld e t , w e il ic h d a fü r
spot - vor allem die k e i n e Z e i t m e h r f in d e . I c h b i n z i e m ­
männlichen Zuschauer lic h e n e r g ie g e la d e n u n d v e r b r e n n e
K a lo r ie n e in fa c h d u rch m e in e n
iss Ball, haben Sie e i­ L e b e n s s t il. I c h f a h r e F a h r r a d , n e h m e
gentlich einen Hund? n ie d ie R o lltr e p p e o d e r d e n A u fz u g ,
N e in , le id e r n ic h t . Ich m a ch e Y oga u n d ta n z e seh r gern e.
b in v ie l u n te r w e g s , u n d W ieso haben Sie so w enig Zeit?
m e i n e W o h n u n g in L o n ­ W e il i c h s t u d i e r e u n d w e i l i c h j e d e
d o n is t f ü r e in H a u s tie r W o c h e e in e O n lin e - K o c h - K o lu m n e
n ic h t g e e ig n e t. f ü r „ H a r p e r ’s B a z a a r “ p r o d u z i e r e .
Haben Sie sich m it dem dicken Ich h a b e e s g e s c h a fft, m e in e b e id e n
Hund aus dem TV-Spot denn gu t g r o ß e n L e id e n s c h a fte n u n te r e in e n
verstanden? H u t z u b r in g e n : E s se n u n d M o d e ln .
Ja. S e h r g u t . D a s e i n z i g e P r o b le m Essen? Für Models nicht unbedingt
w ar, im G le ic h s c h r it t a m S tr a n d e n t ­ typisch.
la n g z u jo g g e n . Ich h ie lt e in S tü c k I c h b i n e i n F o o d ie . I c h e s s e a l l e s .
S c h i n k e n i n d e r H a n d - d a s h a t d ie D a b e i a c h t e ic h a lle r d in g s s e h r d a ­
S a c h e e r le ic h te r t. r a u f, w o d i e P r o d u k t e h e r k o m m e n .
Sie tauchen m it der Bulldogge In d e r K ü c h e e x p e r im e n t ie r e ic h
noch in zw ei w eiteren Spots a u f - g e r n e . Ich b a c k e v ie l, u n d z u r z e it
w elcher hat am m eisten Spaß g e ­ Katie Ball in ihrer p e r f e k t i o n i e r e ic h m e i n e n S t r u d e l.
macht? Küche in London. Sie studieren E rnährungsw issen­
D er, in d e m ic h n a c h t s im B ü r o t a n ­ Und im Spot, in sch aften ...
z e . D ie S z e n e h ä t t e m ir g e n a u so dem sie im Bikini S tim m t. Ich m a c h e m e in e n B a c h e ­
mit Bulldogge
p a s s ie r e n k ö n n e n . E s is t ü b r ig e n s lo r a n d e r W e s t m in s t e r U n iv e r s ity .
Beefy über den
n ic h t im m e r d e r s e lb e H und im Strand wogt M e in L ie b lin g s fa c h is t B io c h e m ie ,
E in s a tz . o b w o h l ic h C h e m ie in d e r S c h u le
Sie sind M odel, wann w urden Sie a b g e w ä h lt h a tte .
entdeckt? Haben Sie eigentlich einen Freund?
I c h w o l l t e s c h o n m i t 13 v o r d i e N e in . Ic h b in z u r z e i t le id e r S in g le ,
K a m e r a , a m l i e b s t e n in s F e r n s e h e n . d ie S t u d e n t e n s in d m ir a lle e tw a s z u
Ich q u e n g e lt e s o la n g e , b is m e in e ju n g .
M u tte r m it m ir z u e in e r A g e n tu r ZUR PERSON Katie Ball York und Madrid. Seit dem Sie erw ähn ten , dass Sie m al in
g in g . N a c h d e m A b it u r flo g ic h d a n n wurde im australischen Perth Sommer 2012 flimmert M ünchen gelebt haben. Sprechen
n a c h M a i l a n d . I c h b e k a m v i e l e Jo b s, geboren. Sie ging nach dem die Werbung in den letzten, Sie Deutsch?
z o g w e ite r n a c h M ü n c h e n , d a n n Schulabschluss nach Mai­ den teuersten, Sekunden I c h h a b e in d e r N ä h e d e s E n g l i s c h e n
n a c h L o n d o n . E i g e n t l i c h w o l l t e ic h land und begann, als Model vor der 20-Uhr-„Tagesschau‘‘ G a r te n s g e w o h n t . L e id e r h a b e ic h
zu arbeiten. 2011 wurde über den Bildschirm - eine
n u r se ch s M o n a te b le ib e n , a b e r d a m a ls k e in D e u t s c h g e le r n t, a b e r
FOTO: KAREN ROBINSON

sie für den Werbespot eines halbe Minute für einen


m it t le r w e ile w ill ic h n ie m e h r w e g ic h v e r s u c h e e s j e t z t . I c h m a g d ie
deutschen Diätprodukts hohen fünfstelligen Euro-
a u s E u ro p a. gebucht. Auf den ersten Betrag. Katie Ball lebt S p r a c h e , w a r s c h o n o f t b e r u f lic h in
V iele bekan nte Fotografen w ie Dreh in Barcelona folgten und studiert in London, D e u ts c h la n d . D a s e r s te W o rt h a b e
Rankin oder Tim W alker haben weitere Episoden in New derzeit als Single. ic h in H a m b u r g g e l e r n t : A l s t e r ­
Sie fü r M agazine und W erbekam - w asser. ¥ Interview: Patrick Kiefer

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* C
Die Doku über den Godfather of
f *
Soul konzentriert sich auf seine • •
fiebrige Bühnenpräsenz, verharrt * • 9 ^ • •• w
aber nicht in Bewunderung. Regis­ i •
• *
seur Alex Gibney gewährt auch
weniger schmeichelhafte Seitenbli­
cke, etwa auf Browns tyrannischen
Umgang mit seinen Bandkollegen.

► SA, 12.9., ARTE, 21.45 UHR


ARTE J
21.45

TAGESTIPP

Mr. Dvnamite.
The Rise of James Brown
MUSIK „The Hardest Working Man in Showbusiness.''
1962 holte James Brown den Titel. Mit 6 Auftritten
ä 2 Stunden täglich. Schubweise standen Fans am
New Yorker Apollo Theatre für die nächste Show um
den Block. Mick Jagger saß mal im Rang. Angeblich
erlitt er beim Anblick der Tanzeinlagen ein Trauma.
Im Interview grinst Jagger heute. Die Krone über­ THRILLER Wer die Überfälle auf Geldtransporter
lässt er gern dem „Godfather of Soul" (1933-2006). aufklärt, wird neuer Polizeichef von Paris. Dezernats­
- No Drugs, noSex, nicht mal viel „Sex Machine“: Das chef Klein (Gerard Depardieu) und Abteilungsleiter
Porträt von 2014 konzentriert sich ganz auf Browns Vrinks (Daniel Auteuil), dank einer Frauengeschichte
musikalische Entwicklung. Schwer funky und hoch­ eh verkracht, spinnen ihre Intrigen... Magnifique!
gradig ansteckend. Egal, wie man tanzt... (bis 23.40) Topduell für Schlaflose, (bis 4.05)

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ferkörner (VPS aus!) 10.00 Ta­ 8.35 Bibi Blocksberg (VPS aus!) fälle 8.15 Familien im Brenn­ ist alles anders. Dokusoap 5.35 About Brian 7.55 Two and a Half
gesschau 10.03 Zoobabies 10.45 9.25 Lassie (VPS aus!) 10.10 Bi­ punkt 9.15YOLO. Loop; 9.45 Zipp Richter Alexander Hold. Ge­ Men 9.20 The Big Bang Theory
Kesslers Expedition 11.30 bi und Tina 10.35 Mia and me 10.00 Exclusiv - Das Star-Ma­ richtsshow 7.25 Auf Streife. 10.40 How I Met Your Mother.
Quarks & Caspers 12.05 Best of 11.03 Die Küchenschlacht 13.10 gazin 10.10 Gute Zeiten, schlech­ Sechs Folgen der Dokusoap Sitcom 12.00 Family Guy 12.30
ARD-Buffet 12.50 Tagesschau Forsthaus Falkenau (VPS aus!) te Zeiten. Fünf Folgen der Daily über den oft gefährlichen Ein­ Futurama 13.00 Die Simpsons.
13.00 Sportschau live. Motor­ 14.40 Rosamunde Pilcher: Der Soap 12.45 Verdachtsfälle. Lai­ satz von Großstadt-Polizisten „Das Fernsehen ist an allem
sport: DTM; 14.25 Beach-Volley- Himmel über Cornwall. TV-Me- endarsteller inszenieren Kon­ 13.10 Im Namen der Gerechtig­ schuld" 13.30 Malcolm mitten­
ball: DM. Finale der Frauen lodram, D/Österreich 2005 fliktsituationen in Familien keit - Wir kämpfen für Sie! drin 14.25 Mike & Molly

14.30 Bella und der 16.15 Lafer!Lichter!Lecker! 15.45 D ieTrovatos- 15.00 Anwälte im Einsatz 15.15 How I Met Your
Feigenbaum CE0 Zu Gast: Ilka Eßmüller 0 Detektive decken auf Realitysoap. Experten CB Mother CE
TV-Komödie, D 2013 und LudgerPistor Dokusoap, D 2015 kämpfen in Familien­ 16.10 Two and a Half Men
16.00 W wie Wissen CB 0 17.00 heute Xpress CE 0 17.45 Best of...! Deutsch­ rechtsfällen und in Sa­ Comedyserie CE
16.30 Die Gepäckkontrol­ 17.05 Länderspiegel CE 0 lands schnellste chen Arbeits- und Straf­ 17.05 The Big Bang
leure vom Flughafen 0 17.45 Menschen - Rankingshow CE recht für Betroffene Theory
17.00 Tagesschau CID0 das Magazin CE 0 Clip-Potpourri, D 2015 17.00 K 11 - Kommissare 18.00 Newstime
17.10 Brisant CD] 0 18.00 ML Mona Lisa 0 18.45 RTL Aktuell CE im Einsatz 18.10 Die Simpsons
17.50 Tagesschau CID0 18.35 hallo deutschland 0 19.05 Explosiv - Weekend Ermittlersoap über den Zeichentrickserie. „Drei
18.00 Sportschau HD0 19.00 heute CE 0 Boulevardthemen aus CE fiktiven Berufsalltag nasse Geschichten";
18.30 Fußball: Bundesliga 19.20 Wetter CB 0 aller Welt, vorgestellt und von Kriminalbeamten. 18.40 „Gleichung mit
Der 4. Spieltag CB0 19.25 Der Bergdoktor CE 0 kommentiert von Mode­ U.a. m it Michael Mayer einem Unbekannten"
19.57 Lotto am Samstag „Königskinder (1)“ ratorin Elena Bruhn 19.55 Sat.1 Nachrichten 19.05 Galileo CE
20.00 Tagesschau CID0 20.15 Der Quiz-Champion 20.15 Dirty Dancing CE 0 20.15 Harry Potter und 20.15 Schlag den Raab live
20.15 Stadlshow live CID0 Im Kam pf um 250 000 0 Tanzromanze, USA 1987 der Stein der Weisen CE Spielshow. Nach acht
Als neues M oderatoren­ Euro tritt ein Kandidat Anno 1963: M auerblüm ­ Fantasymärchen, GB/ vergeblichen Versuchen
duo begrüßen Francine gegen fü n f prominente chen Frances (Jennifer USA 2001. Waisenkind schaffte es im April mit
Jordi und Alexander Vertreter im Rateduell Grey) erlebt m it M am ­ Harry (Daniel Radcliffe), Ärztin Maria die erste
Mazza in Offenburg u.a. an. Seine Gegner sind bo-Eintänzer Johnny erfährt, dass er ein M agi­ Frau, den Herausforde­
Jürgen Drews, die Dorf­ u.a. Michael Bully Her- (Patrick Swayze) im er ist und die Zauber­ rer zu schlagen. Sollte
rocker, Peter Kraus, Marc big (Film und Fernsehen) Feriencamp die beste schule Hogwarts besu­ Raabs heutiger Gegner
M arshailund Bluma und Jürgen von der Zeit ihres Lebens... chen soll. Hier freundet siegreich vom Platz ge­
22.45 Tagesthemen QD0 Lippe (Literatur) 22.10 The Cold Light of er sich schnell m it Her­ hen, darf er sich über
23.05 Wort zum Sonntag 22.45 heute-journalCB0 Day GE0 mine und Ron an, m it 500 000 Euro freuen
23.10 Irene Huss, Kripo 23.00 das aktuelle Actionthriller, USA/ denen er bald das erste 0.20 Ninja -
Göteborg: Hetzjagd sportstudio CE 0 Span.2012. M it Henry Abenteuer besteht Revenge Will Rise CB
auf einen Zeugen CE 0 0.25 heute Xpress CE Cavill, Bruce Willis 23.20 Die neun Pforten CE Kampfkunst-Action,
TV-Krimi, S/D2011 0.30 heute-show (Wh.) 23.55 Das Versteck CB Okkulter Thriller, F/ USA 2009. Der vom Nin­
0.40 Tagesschau CE 0 1.00 Go Fast - Schnell, TEXT I Gangsterklamotte, Span./USA 1999. Mit ja-M eister verbannte
0.45 Bad Lieutenant - Cop Hart, Tödlich CB 0 F 2011. M it Jalil Naciri Johnny Depp, Frank Mazuka (Tsuyoshi Ihara)
ohne Gewissen GE0 Actionthriller, F 2008 1.40 The Cold Light Langelia, LenaOlin w ill sich rächen...
Thrillerdrama, USA 2009 M it Roschdy Zem of Day (Wh.) CE 0 1.50 Knock Off 1.50 Gabriel -
2.40 Irene Huss, Kripo 2.20 36 - Tödliche Rivalen Actionthriller, USA/ Action, USA/HK1998 Die Rache ist mein CE
Göteborg: Hetzjagd auf TEXT
__Polizeithriller, 0 Spanien 2012 (Wh.) 3.20 Die neun Pforten CB Fantasyaction, AUS 2007
einen Zeugen (Wh.) CE 0 F 2004. M it Daniel A u­ 3.05 Familien im Okkulter Thriller, F/ 3.50 Beneath
TV-Krimi, S/D 2011 teuil, Gerard Depardieu Brennpunkt (Wh.) Span./USA 1999 (Wh.) Mysteryhorror, USA 2007

N-24 N-TV RTL RTL NITRO PRO 7 MAXX


Stündlich Nachrichten 14.10 Stündlich Nachrichten 12.10 PS 7.25 Sky Fight - Einsame Missi­ 9.35 MacGyver 11.15 Ein Colt für 9.45 Avengers 10.10 Galileo 360°
Berlin, Potsdamer Platz 15.15 - Das Automagazin 13.05 Jäger on. TV-Thriller, USA 200710.05 alle Fälle 13.00 Top Gear 13.50 12.15 Wettkampf der Transport­
Das Planetenlabor. Erde 2.0; am Himmel 14.05 Überleben! Ebola - Anschlag auf den Prä­ High Tech Rednecks 14.35 auto giganten 13.05 Outer Limits
16.10 Universum 2.0 17.10 Un­ Extreme Situationen 15.05 Ver­ sidenten. Thriller, USA 0112.00 mobil 15.40 Storage Wars - Ge­ H . 40 4400 - Die Rückkehrer
endliche Weiten: Superteles­ rückte Tierwelt 17.05 Deluxe Zuhause im Glück 16.00 Der schäfte in Kanada 16.05 Pawn 15.30 Earth - Final Conflict 17.00
kope 18.05 Superschiffe 19.10 18.30 Auslandsreport 19.10 n-tv Trödeltrupp 18.00 Popstars. Stars 16.50 American Pickers Stargare Atlantis. „Der Bruder-
Welt der Wunder 20.05 Bier - Wissen 20.15 Mega-Projekte der Girlband vs. Boyband 20.00 RTL 17.40 Formel Eins 18.30 Balko streit" 17.50 Stargate. 3 Folgen
Vom Hopfen bis zur Schaum­ Nazis - U-Boot-Basis 21.05 Hit­ II News 20.15 Independence 20.15 Alarm für Cobra 11 - Die 20.15 Mission Schwertransport.
krone 21.05 Fast Food - Das lers Hauptstädte. Nazibauten in Daysaster. Sci-Fi-Trash, Kan. Autobahnpolizei. „Auf eigene Mit der Lokomotive durch die
Milliarden-Business 22.05 Das München; 22.05 Nazibauten in 2013. Mit Emily Holmes 22.00 Faust“i 22.10 Der Clown. „Voll­ Stadt; 21.10 Eine Kirche zieht um
Bermuda-Dreieck 23.05 Der Berlin 23.05 Der Judenhetzer - Hollow Man - Unsichtbare Ge­ narkose"; 23.05 „60 Minuten" 22.20 Border Patrol Canada
letzte Tag 0.05 Die Prophezei­ Julius Streicher und der „Stür­ fahr. Sci-Fi-Schocker, USA 2000 23.55 Alarm für Cobra 111.30 In- 23.20 Lockdown. Reportage
ungen des Nostradamus mer" 0.10 Verrückte Tierwelt 0.10 Eraser. Action, USA 1996 fomercials 2.30 Der Clown I. 20 Mission Schwertransport
XXX X Filmbewertung CDZweikanalton ODDolby-Surround CE HDTV
SAMSTAG 12.9. □

Das Verstech Rainald Grebe: Halleluja Wuhlheide Sue, Dinosaurier Nr. 13


KLAMOTTE Dumm gelaufen: Ihr Fluchtfahrer ist KONZERT 1973 fanden in der Ostberliner Wuhlhei­ DOKU In den frühen 90ern führte die Entdeckung
weg, und die Flics haben alles abgeriegelt. So kom­ de die Weltfestspiele der Jugend statt. Jetzt plant und Freilegung eines Tyrannosaurus rex zu einem
men drei Pariser Bankräuber auf eine Idee, die der Musiker Grebe seine eigenen Festspiele - mit Volks­ Rechtsstreit ungeahnten Ausmaßes. Todd Douglas
dänischen Olsenbande würdig wäre: Sie flüchten in liedern, griechischen Tänzen, rhythmischer Sport­ Miller protokolliert den Kampf engagierter Hobby-
eine Polizeiwache. - Slapstick-Overkill, dem schnell gymnastik und Gästen aus über 50 Nationen. Nie la­ Paläontolgen aus South Dakota gegen Justiz und
die Luft ausgeht, (bis 1.40) XXXXX gen Ironie und Pathos enger beieinander, (bis 21.45) FBI. Ein Justizkrimi zum Steinerweichen, (bis 21.45)

KABEL EINS VOX 3SAT ARTE PHOENIX


5.25 Mord ist ihr Hobby. „Das 5.45 Criminal Intent - Verbre­ 5.00 Frühprogr. 10.10 Eine Hand 5.00 Frühprogr. 5.25 Square 5.00 Der Rhein - Von der Quel­
verjährte Geheimnis"; 6.25 „Das chen im Visier. „Eintödlicher An­ voll Leben 10.55 Agathe kann's Idee 5.55 Abgedreht! 6.30 Rei­ le bis zur Mündung (VPS aus!)
Geheimnis des gedemütigten trag“;6.40 „Die Spur des Bären“; nicht lassen: Mord im Kloster. sen für Genießer 705 X.enius 7.15 Der Dino-Planet (VPS aus!)
Liebhabers“; 7.25 „Der zwielich­ 7.30 „Kurzer Prozess"; 8.25 „Fa­ TV-Krimischmonzette, D/A 05. 7.30 X:enius 8.00 360° - Geo 9.30 Der Traum vom Fliegen
tige Monsieur Maxim" 8.25 Die shion Victim“ 9.15 Criminal In­ Mit Ruth Drexel 12.30 Bilder aus Reportage (VPS aus!) 10.30 Ma­ 10.00 Die Anden Ecuadors 10.45
strengsten Eltern der Welt. Zwei tent - Verbrechen im Visier. „Ein Südtirol 13.00 ZiB 13.10 Aus­ gische Orte in aller Welt (VPS Mexikos zapotekisches Erbe
Folgen der Dokusoap 12.35 Ach­ tödlicher Antrag"; 10.10 „Die landsnotizen 13.15 Gernstl in aus!) 12.45 Belle France 13.30 11.30 Die Spur der Troika. Macht
tung, Kontrolle! Einsatz für die Spur des Bären“; 11.05 „Kurzer Nürnberg 14.00 Kunst & Krem­ Futuremag 14.00 Yourope 14.30 ohne Kontrolle 12.15 Der große
Ordnungshüter. Zwei Folgen Prozess"; 12.00 „Fashion Victim“ pel 14.30 Reisewege Türkei Mit offenen Karten. Costa Rica Steuerbetrug 13.00 Thema

15.25 Achtung Kontrolle 13.00 Shopping Queen CS 15.15 Mein Prag in 14.55 Städte am Meer GB 14.15 Im Bann der Pferde
Spezial - Die Super- M otto in Wuppertal: der Tram 22 CS Dokureihe (VPS aus!) Marokko; 15.00 Indien;
Reinemacher (Wh.) CS Som m erhighlights - 15.45 Die Steiermark 17.05 Arte Reportage 1545 Island; 16.30
Dokusoap, D 2015 Finde coole Accessoires 16.00 Der Besuch 18.00 Städte am Meer CB Argentinien VPS aus!)
16.45 kabel eins news für heiße Tage! 5 Folgen der alten Dame CS ü Dokureihe, D 2015 17.15 Der Dino-Planet
16.55 Achtung, Kontrolle! 18.00 hundkatzemaus CS TV-Drama, D/A 2008 Sankt Petersburg Kam pf der Giganten;
Einsatz für die „Stuntpferde-Ausbil- M it Christiane Hörbiger 18.45 Zu Tisch in... CB 18.00 T-Rex und seine
Ordnungshüter (Wh.) CS der": Diana Eichhorn be­ 17.30 Alpenglühen H ...derGascogne Brüder; 18.45 Gefiederte
Dokusoap, D 2015 sucht Steve Szigeti und TV-Romanze, D 2003 19.15 Arte Journal Drachen (VPS aus!)
18.10 Tamme Hanken - lässt sich in Trainings­ M it Christiane Hörbiger 19.30 360° - Die Geo 19.30 Der Traum vom
Der Knochenbrecher geheim nisse einweihen 19.00 h e u t e t Reportage CB Fliegen
on tour (Wh.) CS 19.10 Der Hundeprofi CS 19.30 Kulturpalast CiLO Bird Island - Allein Wie haben Tiere die Luft
...unterwegs in den USA Coachingdoku Frauen in der Kunst unter Pinguinen erobert? Doku, D 2009

20.15 Navy CIS CS 20.15 Cop Out - Geladen 20.00 Tagesschau CE &2 20.15 Sue, Dinosaurier 20.00 Tagesschau ö
Krimiserie, USA 2011 und entsichert CB 20.15 Rainald Grebe: TEXT Nr. 13 CB 20.15 DerGrunewald
„Im sicheren Hafen". An Buddy-Actionkomödie, K Zm Halleluja Wuhlheide Doku, USA 2014. Mit Doku, Deutschi. 2014,
Bord eines Schiffes auf USA 2009. Cop Jimmy Konzert von 2015 Peter und Neal Larson, über die Geschichte des
dem ein O ffizier getötet (Bruce Willis) wurden 21.45 Late Night with Susan Hendrickson Berliner Villenviertels
wurde, findet Gibbs eine Teile seiner Baseball- Barbara Hannigan 21.45 Mr. Dynamite: The 21.00 Der Petersberg
eingesperrte Familie raritäten-Samm lung „Eine Stemstunde im TEXT Rise of James Brown Doku, D 2014, über das
aus dem Libanon; 21.15 gestohlen. Gemeinsam KKL Luzern". A u f dem Doku, USA 2014 CB prachtvolle Hotel, das
„Mehr über Mary“ m it seinem Partner Paul Programm der Dirigen­ (VPS 21.50) der Bonner Regierung
22.15 Navy CIS: L. A. CB (Tracy Morgan) begibt tin und Sopranistin stan­ 23.40 Tracks CB als Gästehaus diente
Krimiserie, USA 2010 er sich auf die Suche den u.a. Mozart-Arien, Scott Stulen: Katzen als 21.45 ZDF-History
„Die schwarze Witwe“ 22.25 Medical Detectives György Ligetis „Concert Filmstars; Dalit Music: „Franz Josef Strauß und
23.15 Numb3rs - Die Logik - Geheimnisse der Romänesc“ und „Myste- Revolte der Unberühr- der Milliardendeal“ mit
des Verbrechens CS Gerichtsmedizin ries o f the Macabre“ baren (VPS 23.45) der DDR-Regierung
„Robin Hood in L.A.“ Dokureihe, USA. Die 22.55 l’m a Creative ani­ 0.25 Melt! Festival 2015 22.30 Die Akte Aluminium
0.10 Navy CIS (Wh.) CS Unterschrift des Täters; mal: Barbara Hannigan Highlightkonzert CB Ein Bestseller a u f dem
„Im sicheren Hafen"; 23.20 Spuren des Blutes Dokuporträt, CH 2014 M it Nils Frahm, Django Prüfstand
1.10 „Mehr über Marv“ 0.20 Law & Order: Special 23.45 Menschen bei D jangou.a. (VPS 0.35) 0.00 Historische
2.00 Navy CIS: L. A. (Wh.) Victims Unit (Wh.) □□ CB Maischberger E2 1.30 The Black Power Ereignisse
„Die schwarze Witwe“ CB Krimiserie,. „Verstüm­ Polittalk (VPS 23.50) Mixtape 1967-1972 CB 1935: Der Reichstag
2.50 J.A.G. - melt"; 1.10 „Tiger" 1.00 Lebensart (VPSl.05) Doku, S 2011 (VPS 1.35) beschließt die „Nürn­
Im Auftrag der Ehre 1.50 Medical Detectives 2.00 das aktuelle 2.30 Durch die Nacht berger Rassengesetze“
„Fall oder Unfall?“ Zwei Folgen sportstudio CB (VPS 2.05) mit... CB BBQ (VPS 2.35) 3.00 Der Grunewald (Wh.)

SUPER RTL KIKA COMEDY CENTRAL SIXX ARD ALPHA


13.15 Friends - Das Dschungel- 12.55 Occupy School 13.20 Mr. 1700 Family Guy 1750 Bob's 13.50 Lorraine Pascale 14.25 16.00 Sehen statt hören 16.30
Abenteuer 13.45 Liftlest Pet Young 14.10 Schloss Einstein Burgers 18.15 Seinfeld 19.35 Cook clever mit Jamie 15.25 Unser Land 1715 Querbeet 18.00
Shop 14.35 Sally Bollywood (VPS aus!) 15.00 Hanni & Nan- South Park 20.55 Die wilden Grey’s Anatomy 16.20 Charmed Welt der Tiere 18.30 Bob Ross
14.55 Familie Fox 17.15 Sammy ni 2. Mädchenfilm, D 201216.25 Siebziger. „Erics Tätowierung"; 1720 Ghost Whisperer 18.15 19.00 Schätze der Welt 19.15 Die
- Kleine Flossen, große Aben­ Shaun das Schaf 16.55 Kaiser! 21.20 „Donna macht Karriere" Desperate Housewives 19.10 Kanarischen Inseln 20.00 Ta­
teuer 17.45 Go Wild! 18.15 Ange- König! Karl! 17.20 Das Haustier­ 21.40 Community 22.05 South Grey's Anatomy 20.15 Die Rache gesschau 20.15 Verräterkinder
lo! 18.45 Woozle Goozle 19.15 camp 17.45 Timster 18.00 Der Park. „Die Zähmung des wider­ der Wanderhure. TV-Mittelalter­ - Die Töchter und Söhne des
Bugs Bunny 19.45 Alvinnnü! und Schatz des Käpt'n Karotte 18.15 spenstigen Spaltes“; 22.35 spektakel, D/Tschechien 2011 Widerstands 21.00 Traumhäu­
die Chipmunks 20.15 Asterix & Coco 18.40 Elefantastisch! 18.50 „Huch, ein Penis“ 23.00 Bob's 22.55 Käufliche Liebe im Mittel- ser (VPS aus!) 22.00 Kunst &
Obelix: Mission Kleopatra. Co­ Sandmännchen 19.00 Das Burgers. „Wasserflugzeuge“ alter - Wie Wanderhuren wirk­ Krempel 22.30 Denkzeit 23.45
micklamauk, F/D 2002. Mit Dschungelbuch 19.25 Checker 23.30 South Park 0.00 Family lich lebten 23.50 Die Rache der Tagesschau 90 0.00 Alpha-Fo­
Gerard Depardieu 22.20 Die Kü­ Tobi 19.50 logo! 20.00 Erde an Guy. „Scharfe Köter“ 0.25 South Wanderhure. TV-Mittelalter- rum 0.40 Eugen Biser: Theologie
chenchefs 0.20 Infomercials Zukunft 20.10 My Life Me Park 1.20 Die wilden Siebziger spektakel, D/Tschechien 2011 der Zukunft (-4.10) (VPS aus!)
C s / w B Untertitel für Hörgeschädigte OmUOriginal mit Untertitel TEXT siehe Spielfilm- und TV-Auswahl
Last Night ot the Prom s Z015 Polizeiruf 110: Abw ärts natur exclusiv
KONZERT Zum Finale der Henry-Wood-Promena- KRIMI Auch im zweiten Einsatz (Erstsendung Juli REISE Von der Narzissenblüte im Mai bis zum Alm­
denkonzerte bringt u. a. Jonas Kaufmann die Fans in 2014) wurde aus den Magdeburgern Brasch (Claudia abtrieb im Herbst (Foto) empfängt das Ausseerland
der Royal Albert Hall in Wallung. Der NDR überträgt Michelsen) und Drexler (Sylvester Groth) kein Team. seine Sommergäste. Filmautor Alfred Komarek
das Vergnügen zum 34. Mal live aus London und ehrt Zwischen allerlei Privatkram gerät ein überambitio­ porträtiert einen Landstrich und die Menschen,
zu Beginn den heuer letztmals kommentierenden nierter Sozialarbeiter (Peter Jordan) in Mordverdacht. die dort zu Hause sind. Stippvisiten in der geogra­
Prom-Kenner Rolf-Seelmann Eggebert. (bis 23.55) - Ende gut, Rest mittelprächtig, (bis 21.45) y y y fischen Mitte Österreichs. (bis 19.45)

NDR SWR/SR MDR HR


5.25 Frühprogr. 9.30 Er könnte 5.15 Frühprogr. 9.00 NordMaga- 5.10 Frühprogr. 6.15 Faszination 5.20 Frühprogramm 8.00 Halbe 5.00 Frühprogramm 8.35 hes­
mein Sohn sein 10.00 Lokalzeit zin 9.30 Hamburg Journal 10.00 Frankreich (VPS aus!) 8.45 Mit Portionen 8.50 Zahn um Zahn senschau (VPS 8.20) 9.03 Wet­
10.30 Aktuelle Stunde 11.10 Die S.-H.-Magazin 10.30 buten un dem Zug zum letzten Winkel der 9.50 Tierärztin Dr. Mertens ter (VPS 8.48) 9.05 3nach9 (VPS
Sendung mit der Maus 11.35 Die binnen 11.00 Hallo Niedersach­ Welt 9.15 Fahr mal hin 9.45 SWR 10.40 Familie Dr. Kleist 11.30 8.50) 11.05 In aller Freundschaft
Sendung mit dem Elefanten sen 11.30 D-Day 12.15Weltreisen regional 11.15 Nachtcafe 12.45 Bahnromantik 12.00 Zwischen (VPS 10.50) 11.50 Die Alpenkli­
12.00 Alles nur Spaß 12.15 Ein 12.45 Max Beckmann 13.30 Ele­ Sambia - Im wilden Herzen Alpen und Triest 12.45 Kroati­ nik - Notfall für Dr. Guth (VPS
perfekter Platz. Komödie, F 2006 fant. Tiger & Co. 14.00 Große Afrikas 13.30 Katrin ist die Bes­ ens wilde Flusslandschaft 13.30 11.35). TV-Arztschmonzette, D/A
13.55 Fußball: 3. Liga live. Fortu­ Marken im Check. U.a. WMF. te 14.15 Plötzlich Opa. TV-Fami- MDR Garten 14.00 Fußball: 3. 2013 13.20 Hauptsache Ferien.
na Köln - Dynamo Dresden Schiesser 14.45 Die Jungbauern lienkomödie, Deutschi. 2006 Liga live. Rot-Weiß Erfurt - Aue Klamotte, BRD 1972

16.00 Reiten: EM Iive 0 15.15 Noch einmal 15.45 Algarve - Portugals 15.55 W etter für 3 CE 0 15.00 Kein schöner Land
Vielseitigkeit, Gelände­ zwanzig sein... 0 Küste der Sehnsucht QD 16.00 MDR aktuell CE 0 15.45 Lecker (H)essen QD
ritt in Blair Castle, TV-Komödie, D 2007 16.30 Meine Traumreise 16.05 MDR vor Ort CB 16.30 Wisperforelle und
Schottland M it Bettina Kupfer nach Arizona QD 16.30 Sport im Osten CE 0 Weinsößchen
17.10 Sport im Westen l i 16.45 Nordisch herb QD 17.00 Gymnastik QD0 18.00 Der Trödeljäger QD 17.00 Die Last mit der
17.20 Kochen mit Martina Krimiserie, D 2012 17.30 Sport am Samstag 0 18.15 Unterwegs in schwulen Lust QD
und Moritz CB 0 „Alles nur aus Liebe“ 18.00 Aktuell 0 Thüringen CE 0 17.30 heimspiel!
Essen aus der Hand 17.35 gärtnern natürlich QD 18.15 SWR regional 18.45 Glaubwürdig QD 18.00 maintower
17.50 Und es schmeckt Hausbesuch vom U.a.: BW+RP: Grünzeug; 18.50 W etter für 3 QD0 weekend
doch!? CE 0 Pflanzenarzt BW: 18.45 Landesschau 18.54 Sandmännchen 18.30 Brisant CE 0
18.20 #yourcity (SD0 18.00 Nordtour QD0 Mobil; RP: Landesart; SR: 19.00 MDR regional 18.45 Tierkinder auf dem
18.50 Aktuelle Stunde 0 18.45 DAS! QD0 2 Mann für alle Gänge 19.30 MDR aktuell CE 0 Weg ins Leben
19.30 Lokalzeit QD 19.30 NDR regional 19.45 Aktuell 0 19.50 Quickie CE 19.30 hessenschau QD0
20.00 Tagesschau (SD0 20.00 Tagesschau CE 0 20.00 Tagesschau QD0 20.15 Polizeiruf 110: 20.00 Tagesschau
20.15 Tatort: Wahre Liebe 20.15 Echt was los in 20.15 Schaumküsse GOQD EEEQ Abwärts CE 0 20.15 Der Hof der wilden
T V -K rim i,D i4 .D ie DB0 Hamburg live QD0 TV-Komödie,D2009 0 TV-Krimi, Deutschi. 2014 Tiere 0
Partneragenturchefin Hinnerk Baumgarten Die Köchin Lilly (Chris­ M it Claudia Michelsen, Doku (D 2010) über e i­
Natascha Klein wurde er­ berichtet gemeinsam tine Neubauer) wird Sylvester Groth nen Bauernhof, auf dem
schlagen. Bailauf (Klaus J. m it prominenten Gäs­ ungeplant schwanger. 21.45 Polizeiruf 110: die Tiere keine M assen­
Behrendt) und Schenk ten von der fünften Ihr Freund, der Sport­ Die armen Kinder ware sind, sondern sich
schicken ihre Assistentin Kreuzfahrer-Parade in moderator Christian von Schwerin 0 frei bewegen können
Gabi auf den Markt der der Hansestadt, die von Beck (Oliver Bootz) be­ TV-Krimi, D 2009. Die 21.00 Wildes Bayern 0
einsamen Herzen Lichtkünstler Michael kommt die Babypanik Ermittler Hinrichs (Uwe Der Main von der Quelle
21.40 Carolin Kebekus: Batz wieder in blaues 21.45 Aktuell 0 Steimle) und Tellheim bis Würzburg
PussyTerror TV QD0 Licht getaucht wird 21.50 Frank Elstner: (Felix Eitner) suchen den 21.40 Tatort: Kressin und
Comedyshow, D 2015 21.45 Last Night of the Menschen der Woche GE Mörder eines Händlers, der Laster nach Lüttich
22.40 Mitternachts­ Effil Proms 2015 live QD0 Talkthema: Wenn Träu­ der sich m it der osteuro­ TV-Krimi, BRD/A1971 0
spitzen 0 Es spielt das BBC Sy m- me wahr werden päischen M etallmafia M it Sieghardt Rupp
M it Jürgen Becker phony Orchestra 23.05 Elstner-Classics QD eingelassen hat 23.00 Wolffs Revier
23.40 Gainsbourg - 23.55 NDR2 Soundcheck Rundum gesund 23.10 MDR aktuell QD0 „Doppelt genäht"
Der Mann, der die Musikszene 23.35 Verliebte Diebe 0 23.15 30 Karat Liebe QD0 23.45 Der Fahnder
Frauen liebte QD0 Deutschland QD TV-Gaunerkomödie, TV-Melodram, D 2009 0.35 Kommissar Freytag
Biografie, F/USA 2010 Konzert aus Göttingen D 2003. M it Götz George, M it Marion Kracht K rim iserieC (VPS 0.34)
Mit Eric Elmosnino 1.55 gärtnern natürlich QD Gudrun Landgrebe 0.50 Brisant CE 0 0.55 Polizeiruf 110 0
1.35 The Game O QD0 2.20 Nordbilder 1.00 Schaumküsse (Wh.) 1.25 MDR vor Ort QD Krimiserie, DDR 1978
Zwei Folgen (VPS aus!) 2.30 Tagesschau 1995 TV-Kom ödie,Do9 CE0 1.50 Sport im Osten (Wh.) „Herbstzeit"

EINS FESTIVAL TAGESSCHAU 24 EINS PLUS ZDF KULTUR ZDF INFO


15.20 County Cläre - Hier spielt 18.00 Nachrichten 18.30 Zapp 11.00 Weltbilder 11.30 Weltrei­ 10.30 girl friends 11.15 Alle mei­ 13.30 Der 11. September - Ver­
die Musik. Musikkomödie, GB/D/ 19.00 Tagesschau 19.30 Die Ge­ sen 12.00 Zu Gast an fremden ne Töchter 12.45 girl friends schwörung auf dem Prüfstand
Irl. 200316.45 Lindenstraße 17.15 päckkontrolle am Flughafen Töpfen 12.30 Die Maya-Route: 13.30 Tierische Kumpel 14.55 14.15 Der Fall des Salvador Al­
Musik Convoy 17.40 Musik Con- 20.00 Tagesschau 20.15 Die Mexiko 13.15 Startrampe 13.45 Samt und Seide 16.25 girl friends lende 15.00 ZDF-History 15.45
voy 18.05 Tanzparty mit dem Schweizer - unbekannte Nach- DASDING.tv 14.15 BEATZZ in 17.10 Alle meine Töchter 17.55 Wo ist Hitler? 16.30 Die 9/11-Ex-
Ehepaar Fern 18.55 Zimmer frei! barn?21.02 Leck mi, Europa! Sa­ Concert Maxim; 15.00 Crystal Tierische Kumpel 18.40 Hitpa­ perimente 18.00 Die Geheimnis­
20.00 Tagesschau 20.15 Über bine Heinrich unterwegs in der Fighters; 15.45 American Au- rade 19.25 Disco 20.15 Later with se der Geschichte 18.45 Die ge­
den Tag hinaus. TV-Roadmovie- Schweiz 21.30 Die Schweiz von thors; 16.30 Family Of The Year Jools Holland. Mitwirkende: heimen Staaten von Amerika
drama, D 2015 21.45 Kino Kino Innen 22.00 Die Rhätische Bahn (VPS aus!) 17.15 SWR3 New Pop Macy Gray. Garbage, The Hives 19.30 ZDF-History. U.a.: Der Fall
22.10 Reykjavik - Rotterdam: 22.15 Weltbilder 22.45 Tages­ Festival, live aus Baden-Baden. 21.20 Coldplay: Ghost Stories Rohwedder; 20.15 Die Fälscher
Tödliche Lieferung. Thriller, Isl. schau 1995 23.00 Tagesthemen Welche Künstler heute auftreten 22.15 Depeche Mode: Live in - Die Dokumentation: 21.00 Die
2008 23.30 Heute bin ich blond. 23.20 Die Gepäckkontrolle am stehen noch nicht fest 0.45 Berlin 23.30 Metal Evolution 0.15 großen Verräter der Geschichte
Krebsdrama, D/B 2013 Flughafen 0.00 Tagesthemen SWR3 New Pop Festival live Later with Jools Holland 1.30 Apokalypse Urzeit
Filmbewertung CDZweikanalton ODDolby-Surround CE HDTV
SAMSTAG 12.9. □

The Score Largo W inch Juan of the Dead


THRILLER von 2001. Schade: Schauspieltitanen aus ACTION Nach dem Tod seines Ziehvaters erbt Lar­ HORRORKOMÖDIE „Antisozialistische Unruhestif­
drei Generationen schalten in diesem verschnarchten go Winch (Tomer Sisley) dessen Imperium. Statt ter“ und „US-gesteuerte Dissidenten“ heißt es im
Mix aus „Verlockende Falle" und „Rain Man“ auf Auto­ rund um die Welt sein Geld einzusammeln, muss er Staatsfernsehen, aber Juan weiß es besser: Havanna
pilot. Marlon Brando pflegt seinen Dickencharme, gegen Verschwörer kämpfen. - Frankreichs Antwort wird von Zombies überstolpert! - Der erste Splatter-
De Niro spielt noch mal Ronin, und Edward Norton auf James Bond. Im zweiten Abenteuer (1.10) steigt spaß aus Kuba war 2012 ein Festivalhit, auch dank
übt Behinderung im Film, (bis 22.10) f Sharon Stone als Gegnerin ein. (bis 1.10) seiner subversiven Spitzen, (bis 0.05)

ZDF NEO orfi EUROSPORT


5.55 Frühprogramm 9.00 5.05 Frühprogr. 8.30 Abend­ 9.20 Deutschland für Einsteiger VPS aus! 12.25 Alles Betty! 7.30 Tennis: US Open 8.30 Mo­
Dahoam is Dahoam (VPS aus!) schau (VPS aus!) 9.55 rbb Gar­ 10.05 Hochzeitsfieber! 11.35 Ba­ 13.50 90210 15.10 Suburgatory torrad: GP von San Marino 9.00
10.00 Sehen statt hören 10.30 tenzeit 10.25 HeimatJournal res für Rares 12.20 Die Fettma­ 15.30 Happy Endings 15.55 New Motorrad: GP von San Marino
X:enius 11.00 Unser Land 11.45 spezial 11.10 Marktzeit in der cher: Wer uns immer dicker macht Girl 16.40 Morn 17.00 How I Met live 11.45 Motorrad: GP von San
Weibsbilder 11.55 ...und dann Hamburger Fabrik 11.40 Ver­ 13.40 Die Marketing-Könige: Your Mother 17.25 Die Simpsons Marino 12.30 Motorrad: GP von
kam Wanda. TV-Komödie, D 14 rückt nach Meer (VPS aus!) Wer uns ständig shoppen lässt 18.15 The Big Bang Theory 18.40 San Marino live 16.00 Rad: Vuel-
13.25 Utta Danella: Tanz auf dem 13.20 Warschauer Notizen 13.35 15.45 Terra X 17.15 Columbo: Newton 19.05 The Big Bang ta live 17.45 Rad: Vuelta Extra
Regenbogen. TV-Soap-Roman- Wuhladko 14.05 Die Kristallprin­ Selbstbildnis eines Mörders. TV- Theory 19.30 Brooklyn Nine- 18.00 Tennis: US Open live. Dop­
ze, D 200714.55 Glockenläuten zessin. TV-Dramolett, D 2002 Krimi, USA 8918.45 SOKO Köln Nine 19.54 Wetter 20.00 ZiB 20 pel-Finale der Herren

15.00 Tiergeschichten 15.30 Eine musikalische 20.15 The Score 20.15 Dirty Dancing DOB 20.00 Tennis: US Open
von damals Reise durch Südtirol iTTYl Thriller, USA/D 2001 Romanze, USA 1987. Mit Halbfinale der Damen
15.30 Musikantentreffen 17.00 rbb aktuell M it Robert De Niro Patrick Swayze und Jen­ 20.45 Tennis:
in Passau 17.05 Panda, Gorilla & Co. 22.10 The Resident - nifer Grey als Tanzpaar Game, Set & Mats
16.15 Unter vier Augen 17.50 Sandmännchen B Ich sehe dich B 21.50 ZiB Flash 21.00 Tennis: US Open live
16.45 Rundschau ® 18.00 Pilgern m it 2 0 0 0 PS Psychothriller, USA/GB 22.05 Ein riskanter Plan Finale der D am en.Titel­
17.00 BlickpunktSport Berliner Biker auf (29 B 2010. M it Hilary Swank Thriller, USA 2012 B verteidigerin in New
18.00 Zwischen Spessart dem Weg nach Rom 23.30 Largo Winch - M it Sam Worthington York ist Serena Williams
und Karwendel ® 18.32 Die rbb Reporter GH E H 3 Tödliches E rb e® 23.40 Das Urteil - 23.30 Tennis:
18.45 Rundschau B Caramba - Ein Konzert Actionthriller, F 2008 Jeder ist käuflich ® Game, Set & Mats
19.00 natur exclusiv B m it Handicap 1.10 Largo Winch - Die Gerichtsthriller, USA 03 23.45 Tennis: US Open
E U
ul Mythos Ausseerland 19.00 HeimatJournal Burma Verschwörung ® 1.40 The Spirit Halbfinale der Herren
19.45 Kunst & Krempel B 19.30 rbb regional Abenteuerthriller, F 2011 Comicaction, USA 2008 1.45 Tennis: US Open

20.15 Themenabend: Zum 20.00 Tagesschau (39 Ei


l.Todestag von Joachim 20.15 Adelheid und ihre TELE 5 ORF 2 SPORT1
Fuchsberger (-0.55 Uhr) M ö rd er® (VPS aus!)
5.15 Reich und schön 7.00 Wer­ VPS aus! 13.20 Grand Hotel 11.00 Die PS-Profis 11.15 Contai­
Das fliegende Schmunzelkrimiserie, bung 13.05 Tele 5 Bizarre 13.25 14.50 Ein Schloss am Wörther­ ner Wars 15.40 Motorsport:
Klassenzimmer B D 05. „Mord auf Rezept": Hercules. „Durch dunkle Nacht see 16.30 Land und Leute 16.55 DRM - Magazin 15.55 Motor­
Pennälerkomödie, BRD Zum Zwangsurlaub ver­ zum Happy End!"; „Der falsche Religionen der Welt 17.00 ZiB sport: Porsche Carrera Cup live
1973. Der Pauker Justus donnert, erm ittelt Adel­ Weg"; „Hercules und der Wäch­ 17.05 Bewusst gesund 17.30 Bür­ 16.45 Rallye 17.15 Motorsport:
(Joachim Fuchsberger) heid heim lich im Mord­ ter des Weinbergs“ 16.20 Xena geranwalt 18.20 Bingo 19.00 VLN Racing 17.45 Motorsport:
18.15 Sliders. „Lebende Steine“; Bundesland heute 19.30 ZiB Formel 4 live 18JO Die PS-Pro­
klärt die Kleinkriege fall an einer Studentin;
19.15 „Im Namen d. Wissenschaft“ 19.55 Sport 20.05 Seitenblicke fis 19.00 SPORT1 Reportage
seiner Intematsschüler 21.00 „Leichenwagen“
21.45 Rundschau B 21.50 rbb aktuell B 20.15 Infestation - 20.15 Stadlshow live ® 19.30 Sportquiz
22.00 Die Spätzünder E2 22.20 Nuhr im Ersten Nur ein toter Käfer U.a.zu Gast: Poxrucker Wer sich in Sachen Sport
TV-Komödie, A/D 2010 Comedy. Zu Gast sind ist ein guter Käfer Sisters, Jürgen Drews, die auskennt und volljährig
M it Jan Josef Liefers und Ingo Appelt, Andreas Re- Insektenhorror, USA 09 Dorfrocker, Marc Pircher ist, kann sich bei Sascha
Joachim Fuchsberger bers und Torsten Sträter M utierte Riesenkäfer 22.50 ZiB Winkler ein Zubrot er­
23.30 Im singenden 23.05 Frühstücks­ betrachten Menschen 23.00 Der Bulle von Tölz: spielen. Der Moderator
Rössel am Königssee fernsehen als Nahrungsquelle... Der Zuchtbulle® erwartet die Anrufe der
Schlagerlustspiel, A 1963 23.35 Das Böse unter 22.05 Juan of the Dead (39 TV-Krimi,D2005 Zuschauer auf einer kos­
0.55 Lilly Schönauer: Für der Sonne B E U Horrorkomödie, Ku­ M itO ttfried Fischer tenpflichtigen Leitung
immer und einen Tag B Krimi, G B 1982. M it Peter ba 2012. M it Alexis Diaz 0.35 Columbo: Alter 23.00 Lena
TV-Liebesschnulze, D/A Ustinov und Jane Birkin 0.05 Dead Snow 09 schützt vor Torheit Sexfilm, GB 2013. Mit
08. M it Markus Knüfken, 1.25 Mord im Spiegel El Splatterhorror, Norwe­ nicht (Wh.) B Ryan Ryder, Kane Turner
2.30 Startrampe Krimi, Großbr. 1980 gen 2009 M it Vegar Hoel TV-Krimi, USA 1972 0.45 Teleshopping

SERVUS T V DMAX DISNEY CHANNEL SRF1 SRF 2


12.30 Wildes Herz Afrika 14.25 6.10 American Chopper 6.50 In- 15.05 Star Wars: Die Padawan- VPS aus! 14.10 Kommissar VPS aus! 15.25 Shrek der Drit­
Miteinand durchs Land 14.55 fomercial 8.50 DMAX Doku 9.50 Bedrohung 15.35 Disneys Rex 15.00 Grand Hotel 16.50 te. Computertrick, USA 0717.05
Fast vergessen 15.25 Hoagascht Infomercial 10.15 Supermaschi­ Tauschrausch 16.15 Sie nannten glanz & gloria 17.10 Cuntrasts Virus. Voyage 17.35 Fenster zum
15.55 Wir sind... Lois Fasching nen 12.15 Street Customs 13.15 ihn Wander17.10 Willkommen in 17.40 Minisguard 18.00 Tages­ Sonntag 18.15 Happy Endings
- Der Tiroler Extremschnitzer Carinis Classic Cars 14.15 Der Gravity Falls 17.40 Star Wars Re- schau 18.10 Potzmusig unter­ 19.05 Two and a Half Men 20.00
16.15 Ölrausch in Oklahoma. Geiger 15.15 Der Alles-Esser bels 18.10 Phineas und Ferb wegs live 19.20 Lotto 19.30 Ta­ Ich - Einfach Unverbesserlich 2.
Abenteuer, USA 197318.35 kul- 16.15 Adam Richman 17.15 Die 18.45 Crash & Bernstein 19.15 gesschau 19.50 Meteo 20.00 Digitaltrick USA 2013 21.40 Ten­
TOUR mit Holender 19.05 Berg­ Beckenbauer 18.15 Die Aquari­ Meine Schwester Charlie 20.15 Wort zum Sonntag 20.15 Die nis: US Open live. Finale (Da­
welten 20.15 Der Klient. Thriller, um-Profis 19.15 Shark Tank 20.15 Atlantis - Die Rückkehr. Zei­ Stadlshow live 22.50 Tages­ men) 23.00 The Company You
USA 1994 22.30 Chinatown. Kri­ Fluss-Monster 21.15 Die Schatz­ chentrick. USA 03 21.40 Disney schau 23.05 sportaktuell 23.55 Keep - Die Akte Grant. Thriller­
mi, USA 1974 0.50 Die Nacht des sucher 22.15 Notaufnahme ex­ Channel Kulfserien 22.35 Scrubs Der Wolf - Gefährten des Todes. drama, USA 131.05 Wild at Heart
Jägers. Thriller, USA 1955 2.20 trem 23.15 Der Feind in meinem - Die Anfänger 0.15 Die Muppet Krimi, Norw. 20111.40 Silent Wit- - Die Geschichte von Sailor und
Chinatown. Krimi, USA 1974 Körper 0.15 Fluss-Monster Show 0.45 Classic Cartoons ness -Tödliche Absichten (1+2) Lula. Roadmovie, USA 1990
C s / w ® Untertitel für Hörgeschädigte OmU Original mit Untertitel TEXT siehe Spielfilm- und TV-Auswahl
SO 20.15 DAS ERSTE

TAGESTIPP

Tatort: Hinter dem Spiegel


KRIMI Kommissar Brix (Wolfram Koch) versucht bei
der Kripo einen Neuanfang. Arbeit macht das vor al­
lem seiner neuen Kollegin (Margarita Broich. Foto).
Die muss sich mit Brix' alten Sünden bei der Sitte rum­
schlagen, korrupte Ermittler orten und ihren Partner DAS ERSTE
vor der Russenmafia retten. Ihr Fall gerät darüber fast
in Vergessenheit... Täter-Opfer-Polizei: Freunde des
klassischen Schemas werden „Hinter dem Spiegel" Alles w ird gut
nicht mögen. Dafür wurde hübsch modern gedreht, DOKUMENTARFILM Der contergangeschädigte
inklusive eingehender Handyanrufe, die in Sherlock- Filmemacher Niko von Glasow („Nobody’s Perfect“)
Manier auf dem Bildschirm aufploppen. Nach der in­ begleitet die Proben zu einem Stück über behinder­
tensiven Kommissar-Typisierung kann beim nächs­ te Menschen, die bei einer Castingshow auftreten
ten Mal ja das Verbrechen übernehmen. Oder ist das wollen und vergessen werden. Improvisationsexpe­
zu altmodisch gedacht? (bis 21.45) XXX* riment als großes Drama, (bis 1.33)

DAS ERSTE ZDF RTL PRO SIEBEN


5.30 Frühprogr. 8.35 Tiere bis 6.00 Frühprogr. 7.45 Bibi und 5.45 Familien im Brennpunkt 5.25 Steven liebt Kino - Spezial 5.10 First Sunday - Glücksjäger.
unters Dach (VPS aus!) 9.30 Die Tina 8.10 Löwenzahn 8.35 Lö­ 6.45 Verdachtsfälle 9.50 Die 5.45 In Gefahr - Ein verhäng­ Gaunerkomödie, USA 2008 6.50
Sendung mit der Maus 10.00 wenzahn Classics 9.00 sonntags Trovatos - Detektive decken nisvoller Moment 7.35 Schicksa­ Malcolm mittendrin 7.20 Mike &
Tagesschau 10.03 Immer wieder 9.30 Evang. Gottesdienst 10.15 auf. Dokusoap 11.55 Snow Dogs le - und plötzlich ist alles anders Molly 8.05 My Boys. Zwei Folgen
Sonntags - Best of 12.03 Press­ Peter Hahne 10.45 Verrückt - 8 Helden auf 4 Pfoten. Komö­ 8.00 So gesehen - Talk am 9.05 2 Broke Girls 9.55 Two and
eclub 12.45 Europamagazin nach Venedig 11.00 ZDF-Fern- die, USA 2002. Mit Cuba Goo- Sonntag 8.20 Auf Streife. Sechs a Half Men 10.50 The Big Bang
13.15 Tagesschau 13.20 Zum Ku­ sehgarten live 13.15 Bares für ding Jr., James Coburn 13.50 Dir­ Folgen der Dokusoap 14.05 Theory 11.40 Star Trek. Sci-Fi-
ckuck mit der Liebe. TV-Roman- Rares 14.00 Nelson Müllers ty Dancing. Tanzromanze, USA Herr der Diebe. Kinderabenteu­ Abenteuer, USA 2009. Mit Chris
tikkomödie, Deutschi. 2012 Landpartie 14.45 planet e. 1987. Mit Patrick Swayze er, D 2006. Mit Jasper Harris Pine, Zachary Ouinto

14.50 Tagesschau live HD0 15.30 heute Xpress HD0 15.45 Die 25 erstaunlichs­ 16.00 Harry Potter und 14.00 Schlag den Raab
Beach-Volleyball: DM. 15.35 Weil es Dich gibt HD ten Geschichten, die der Stein der Weisen HD Spielshow. Insgesamt 36
Finale (M); 15.00 Motor­ Komödie, USA 2001 0 das Leben schrieb (Wh.) Fantasymärchen, Siege in 52 Sendungen
sport: DTM: 14. Lauf in 17.00 heute HD0 Rankingshow, D 2015 GB/USA2001 (Wh.) konnte der Herausforder
Oschersleben; 17:05 Rei­ 17.10 ZDF SPORT 17.35 RTL-Bibelclip 18.55 Julia Leischik sucht: für sich verbuchen
ten: EM: Vielseitigkeit reportage HD0 17.45 Exclusiv - Weekend Bitte melde dich HD 18.00 Newstime
17.15 Tagesschau HD0 18.00 ZDF.reportage HD0 Frauke Ludowig m it HD Dokusoap. U. a.: Seit der 18.10 Die Simpsons
17.30 Gott und die Welt 0 18.30 Terra Xpress HD0 Starinfos Trennung der Eltern hat Zeichentrickserie, USA
18.00 Sportschau HD0 19.00 heute HD0 18.45 RTL Aktuell HD Sieghnde nichts mehr 2006. „Selig sind die Un­
18.30 Bericht aus Berlin 0 19.10 Berlin direkt 0 19.05 Schwiegertochter von der Schwester ge­ wissenden“; 18.40 „Gott
18.50 Lindenstraße HD0 19.30 Terra X HD0 gesucht HD hört. Julia Leischik be­ gegen Lisa Simpson“
Familienserie. „Selfie" F wie Fälschung (2/2) - Vera Int-Veen bringt gibt sich a u f die Suche 19.05 Galileo CH
19.20 Weltspiegel 0 Erfundene Geschichte Singles an die Frau 19.55 Sat.1 Nachrichten Wissensmagazin
20.00 Tagesschau HD0 20.15 Jana und der 20.15 Fast & Furious 6 HD0 20.15 Navy CIS HD 20.15 Star Trek:
20.15 Tatort: Hinter dem Buschpilot HD0 USB Action, USA 2013 Krimiserie, USA 2015. Ein Into Darkness CB
l ü l l Spiegel HD0 TV-Schmonzette, D 2015 Regie: Justin Lin. Mann, der unter Gibbs’ Science-Fiction, USA 13.
TV-Krimi, Deutschi. 2015 Beim neuen Job in A fri­ M itVin Diesel, Paul einstigen Decknamen Die Crew der Enterprise
M it Margarita Broich, ka m uss Ärztin Jana Walker, Dwayne John­ „Leland Robert Spears" (Chris Pine, Zachary
Justus von Dohnänyi (Eva-Maria Grein von son, M ichelle Rodriguez agierte, wurde ermordet Quinto u.a.) zieht gegen
21.45 Ein Fall für Annika Friedl) einen Streit der 22.50 Spiegel TV Magazin 21.15 Navy CIS: L. A. HD den übermenschlichen
Bengtzon: Der rote Wolf Stämme schlichten Maria Gresz und Kay HD Krimiserie, USA 15. „Das Soldaten Khan (Benedict
TV-Krimi, S/D 2012 HD0 21.45 heute-journal HD0 Siering präsentieren im Lächeln des Kriegers“ Cumberbatch) ins Feld
Annika Bengtzon (Malin 22.00 Vera - Ein ganz Wechsel Reportagen zu 22.15 ScorpionHD 23.00 World Invasion:
Crepin) recherchiert spezieller Fall: aktuellen Themen Krimiserie, USA 2015 Battle Los Angeles HD
im Mord am Reporter­ Heiliger Boden HD0 23.35 Fast & Furious 6 HD0 „Love Boat“ Sci-Fi-Action, USA 2011
kollegen Ekland TV-Krimi, GB 2011 Action, USA 2013 (Wh.) 23.10 Criminal MindsED Ein US-Soldat nim m t
23.10 Tagesthemen HD0 23.30 ZDF-History HD 1.55 Exclusiv - Krimiserie, USA 2011 den Kam pf gegen an­
23.30 ttt - titel thesen Endlich frei! - Heimkehr Weekend (Wh.) HD „Die andere Seite“ greifende Aliens auf
temperamente 0 der Zehntausend Starmagazin mit 0.10 Navy CIS (Wh.) HD 1.20 Underworld: Auf­
0.00 Alles wird gut HD0 0.00 Precht HD0 Frauke Ludowig „Leland Robert Spears“ stand der LykanerCB
TEXT Doku, D 2012 0.45 heute Xpress HD 2.50 Betrugsfälle (Wh.) 1.10 Navy CIS: L. A.HD Fantasyhorror, USA 2009
1.35 Ein Fall für Annika 0.50 Vera - Ein ganz Dokusoap. Anhand von Krimiserie. „Das Lächeln M it Michael Sheen
Bengtzon: Der rote Wolf spezieller Fall: Heiliger fiktiven Beispielen wird des Kriegers“ (Wh.) 2.50 World Invasion:
TV-Krim i,S/D2012 HD0 Boden (Wh.) HD0 gezeigt, welche Folgen 1.50 Scorpion (Wh.)HD Battle Los Angeles HD
3.00 Alles wird gut HD0 TV-Krimi, GB 2011 Betrug haben kann Krimiserie. „Love Boat“ Sci-Fi-Action, USA 2011
Doku, D 2012 (Wh.) 2.20 Frag den Lesch HD 3.15 Verdachtsfälle (Wh.) 2.35 Criminal MindsHD M it Aaron Eckhart (Wh.)

N-24 N-TV RTL NITRO PRO 7 MAXX


Stündlich Nachrichten 14.05 Stündlich Nachrichten 15.05 11.00 Daniela Katzenberger - 8.45 Superman 10.20 Mondba­ 5.15 Ax Men - Die Holzfäller 8.25
Nostradamus-Effekt 15.15 Der Hitlers Hauptstädte 17.05 Der mit Lucas im Babyglück 13.00 sis Alpha 111.15 Eine schrecklich Airshow 12.25 Planet Erde. Eis­
Tag an dem die Sonne explo­ Judenhetzer - Julius Streicher Die Schnäppchenhäuser 15.00 nette Familie 13.30 Ein Colt für welten 13.15 Die großen Natur­
diert 16.10 Komet ISON 17.10 Ko­ und der „Stürmer“ 18.30 PS Der Trödeltrupp 17.00 Mein neu­ alle Fälle 15.10 MacGyver 18.40 ereignisse 14.15 In Teufels Küche
meten - Boten aus dem All 18.05 DTM kompakt. Highlights 19.05 er Alter 18.00 Grip - Das Motor­ Trio mit vier Fäusten. Zwei Fol­ mit Gordon Ramsay 15.00 Fla-
Auf Leben und Tod 19.10 Welt n-tv Doku 20.15 Top 10: Tieri­ magazin 19.00 Echtzeit 20.00 gen 20.15 CSI: Miami. „Wer spielt mes - Geschmack ist alles 15.55
der Wunder 20.05 Alltag im All sche Jäger 21.05 Jäger und Ge­ RTL II News 20.15 Das Jahr in hier falsch?“21.10 CSI: New York. BeefBattle 16.45 Flames - Ge­
- Leben auf der ISS 21.05 Mis­ jagte - König des Tierreichs dem die Erde gefriert. Klima­ „Brandzeichen" 22.05 CSI - Den schmack ist alles 17.40 BeefBatt­
sion Asteroid 22.05 Die Macht 21.30 Super-Sinne der Tiere - schocker, USA 2011 22.00 Der Tätern auf der Spur. „Den Halt le - Duell am Grill 18.30 World’s
des Goldes 23.05 USA Top Se- Sehvermögen 22.05 Das Univer­ Polarsturm. TV-Katastrophen- verloren“ 23.00 Law & Order. Craziest Championships 18.55
cret: Die Macht der Milliardäre sum - Sternenhaufen 23.05 frash, USA 2009 23.45 Im Sumpf Krimiserie. „Mögen die Kämpfe American Football: NFL live. Der
0.05 Geheimnisse des Weltalls: Hubble - Mission Universum des Verbrechens. Thriller, USA beginnen" 23.45 CSI: Miami 0.35 1. Spieltag 2.00 Outer Limits
Zeitreisen 1.00 Alltag im All 0.05 Top 10: Tierische Jäger 19951.40 Nachrichtenjournal CSI: New York 1.20 Infomercials 3.25 Earth - Final Conflict

XXX X Filmbewertung CDZweikanalton ODDolby-Surround CB HDTV


SONNTAG 13.9. □

Fast & Furious G Erinnerungen an Simnne Sherpas


ACTION für alle, die schon immer wissen wollten, HOMMAGE Im Anschluss an den Klassiker „Die REPORTAGE Sie begleiten betuchte Bergfans, die
wie man vom Panzer in den getunten Kleinwagen Teuflischen“ erinnert Filmemacher Chris Marker den Mount Everest erklimmen, und riskieren dabei
umsteigt. Dwayne Johnson, Vin Diesel und der 2013 („Sans Soleil“) in einer assoziativen Bilderreise an ihr Leben. 2014 starben bei einem Erdbeben am
verstorbene Paul Walker steuern Sprüche aus der Simone Signoret (1921-1985). Sie selbst spricht im Dach der Welt 16 Sherpas. Just als das Filmteam im
Machomottenkiste („Zeig mir, wie du fährst, und ich Interview über das Altern - so klug wie kaum eine April erkunden will, wie es den Überlebenden geht,
zeig dir, wer du bist“) bei. (bis 22.50) Schauspielerin vor und nach ihr. (bis 23.10) bebt die Erde erneut. (bis 22.30)

KABEL EINS VOX 3SAT ARTE PHOENIX


5.00 Steven liebt Kino 5.10 emer- 5.05 Making of... 5.25 Menschen, 5.10 Frühprogr. 5.55 Themen­ 5.00 Frühprogr. 9.15 Arte Jour­ 5.15 Die Anden Ecuadors 6.00
gency room 5.50 Toto & Harry Tiere & Doktoren 6.10 hundkat­ tag: Märchenhaft 9.25 Tischlein nal Junior 9.30 Zurück ins Le­ Mexikos zapotekisches Erbe
- Die Zwei vom Polizeirevier zemaus. Stuntpferde-Ausbilder deck dich. TV-Märchen. D 08 ben. Tragikomödie, AUS/GB 6.45 Der Grunewald 7.30 Der
6.25 Without a Trace. „Im Dun­ 7.25 Der Hundeprofi. Coaching­ 10.25 Das tapfere Schneiderlein. 2009 11.20 Abgedreht! 12.00 Petersberg 8.15 Im Bann der
kel der Angst“7.20 The Menta­ doku mit Martin Rütter 8.30 4 TV-Märchen, D 0811.25 Frosch­ Baukunst 12.25 Philosophie Pferde. Doku (VPS aus!) 11.15
list 8.15 Castle 9.15 Body of Proof. Hochzeiten und eine Traum­ könig. TV-Märchen, D 0812.20 12.55 Square 13.30 360° - Die Im Dialog 11.50 Augstein und
„Trauerspiel“ 10.10 Numb3rs. reise. Fünf Folgen der Hoch- Die drei Federn. TV-Märchen, D Geo Reportage (VPS 13.25) Blome. Diskussion 12.00 Presse­
„Der Maulwurf"; 11.05 „Ampeln“ zeitsdokusoap 13.25 Goodbye 201413.20 Vom Fischer und sei­ 14.25 Die Voyager-Missionen: club 12.45 Presseclub nachge­
12.00 K1 Reportage Spezial Deutschland! Die Auswanderer ner Frau. TV-Märchen, D 2013 Pioniere im Weltall (VPS 14.20) fragt 13.00 Kamingespräch

14.00 Mein Lokal, Dein 15.30 auf und davon - 14.20 Rumpelstilzchen GE 15.10 Sue, Dinosaurier 14.00 Historische
Lokal - Spezial Mein Auslandstagebuch TV-Märchen, D 2009 Bl Nr. 13 (Wh.) (HD(VPS 15.05) Ereignisse (Wh.)
Dokusoap,D20i5 16.30 Schneller als die 15.20 Die kluge Bauern­ Doku, USA 2014 1935: Der Reichstag
16.00 kabel eins news Polizei erlaubt GE tochter CE 0 16.45 Metropolis GE beschließt die „Nürn­
16.10 Rosins Restaurants 17.00 auto mobil GE TV-Märchen, D 2010 17.30 Gustav Klimt - berger Rassengesetze"
- Ein Sternekoch räumt Fahrbericht: Audi R8 16.20 Dornröschen (HD0 Der Geheimnisvolle CE 17.00 Thema
auf! und Reportage: BMW7er TV-Märchen, D 2009 18.30 Khatia Buniatishvili 18.15 Dokumentation
„Haus Bieger“ in Kamp- 18.15 Biete Rostlaube, 17.15 Schneewittchen GE 0 spielt Rachmaninows 18.30 Der Grunewald (Wh.)
Lintfort; 17.15 „Hexen­ suche Traumauto GE TV-Märchen, D 2009 Klavierkonzert Nr. 2 19.15 Der Petersberg (Wh.
kessel" bei K ie l; Annika braucht einen 18.15 Frau Holle GE 0 19.15 Arte Journal Doku, D 2014, über das
18.15 „Jagdgaststätte neuen Wagen für ihren TV-Märchen, D 2008 19.30 Karambolage GE 0 Hotel hoch über Bonn, in
E i s t h a r in Luckenwalde Pferdeanhänger 19.15 Aschenputtel GE 0 19.45 Zu Tisch in... GE dem deutsche Geschich­
(Brandenburg) 19.15 Die Beet-Brüder (HD TV-Märchen, D 2011 ...Istanbul. Doku, D 2010 te geschrieben wurde

20.15 Tamme Hanken - 20.15 Promi Shopping 20.15 Die kleine 20.15 Hommage an 20.00 Tagesschau 0
Der Knochenbrecher Queen GE Meerjungfrau GE 0 Simone Signoret (-23.10) 20.15 Hindenburg
on tour (HD Unter dem Motto „Hot, TV-Märchen, D 2013 Die Teuflischen GE E „Der Mann, der Hitler
M it Lehrling Anton be­ hotter, Jeans!“ Präsentiere Meerjungfrau Undine Psychothriller, F 1955 an die Macht verhalf“.
findet sich der Tierchiro­ den momentan super an­ hat sich in einen Prinzen Michel ist ein übler Ty­ Doku, D 2013, über den
praktiker a u f USA-Reise, gesagten „Total-Denim- verliebt und möchte rann. Um ihn loszuwer­ Reichspräsidenten, der
w o er a u f einer Ranch in Look"! ziehen Fernanda als Mensch leben den, verbünden sich sei­ 1933 Hitler zum Reichs­
der Mojave-Wüste Pfer­ Brandao, Sarah Nowack, 21.15 Von einem, der ne Frau Christina und kanzler ernannte.
den hilft. Nach getaner Tanja Bülterund Jens auszog, das Fürchten seine Geliebte (Simone 21.00 Hitlers U-Boot-
Arbeit folgt ein Besuch Hilbert durch Hamburg zu lernen CE 0 Signoret) und töten ihn Bunker
in San Franciscos be­ bzw. Berlin, um sich pas­ TV-Märchen, D 2014 22.05 Erinnerungen an Geschichtsdoku, D 2014
kannter Chinatown send auszustaffieren M itTim O liverSchultz TEXT Simone CE GE!] 21.45 Sherpas
22.20 Abenteuer Leben (HD 23.20 Prominent! 22.15 König Drosselbart GE Doku, Frankreich 1986 E Zm Reportage, D 2015
„Der größte Supermarkt Rabea Schif und David TV-Märchen, D 2008 0 23.10 Swing Stories GE 22.30 Radtour vor den
der Welt" befindet sich Modjarad berichten 23.10 Sechse kommen Doku, D 2014 Toren Tibets
südlich von Göteborg über Fehltritte von durch die ganze Welt GE 0.05 Der Rosenkavalier GE 23.15 Der Kommissar und
und lockt täglich bis zu Stars und Sternchen TV-Märchen, D 2014 0 Aufführung der BSD seine Söhne
20 000 Kunden an 0.05 Die Höhle der Löwen 0.10 Der Teufel m it den Richard-Strauss-Oper Warum ein Polizist zwei
0.10 Mein Revier - Ord­ Gründershow (Wh. ) CE drei goldenen Haaren beim Opernfestival Kinder adoptiert. Doku
nungshüter räumen auf 1.55 Die Beet-Brüder GE TV-Märchen, D 13 GE0 von Glyndebourne20i4. 0.00 Kamingespräch
2.15 Rosins Restaurants - Dokusoap, D 2015 (Wh.) 1.10 Das singende, klin­ M it dem London Phil­ 1.00 Hindenburg
Ein Sternekoch räumt 2.40 Medical Detectives gende Bäumchen GE 0 harmonie Orchestra 1.45 Hitlers U-Boot-
auf! (Wh.) Dokureihe, USA Märchen, DDR 57 (Wh.) 3.15 Vox Pop GE Bunker (Wh.)

SUPER RTL KIKA COMEDY CENTRAL SIXX ARD ALPHA


13.40 Barbie und das Geheimnis 12.00 Aschenputtel. TV-Mär- 17.00 Family Guy 18.15 Seinfeld. 8.25 How Do I Look? 10.10 Der 16.15 selbstbestimmt! Die Sonn-
von Oceana. Compufertrick- chen, D 2011 13.00 Der kleine „Bittere Rache“;18.40 „Die Herz­ Hundeflusterer 15.10 Sexy tagsfragen 16.45 Startrampe
abenteuer, USA 201015.00 As­ Rabe Socke. Trickabenteuer, D attacke“19.05 Family Guy 20.45 Beasts 16.25 Frauendingsbums 17.15 PULS 17.45 Die Kanari­
terix & Obelix: Mission Kleopa- 201214.15 Nils Holgersson 15.00 Bobs Burgers. „My Big Fat Greek 17.25 Ghost Whisperer 18.20 schen Inseln 18.30 plietsch
tra. Comicklamauk, F/D 2002 Kopfballkönig Koen 15.50 motz- Bob“ 21.10 American Dad. Desperate Housewives 19.20 Wissen zum Weitersagen 19.15
16.45 Cosmo & Wanda 17.15 gurke.tv 16.15 Schau in meine „Freunde fürs Leben“21.35 Com­ Grey’s Anatomy. „Bambi“ 20.15 alpha-Lögos 20.00 Tagesschau
Sammy - Kleine Flossen.große Welt! 16.45 Wickie 17.351,2 oder munity 22.00 South Park. „Der Verwünscht. Märchenromanze, 20.15 alpha-Jazz 21.45 Gestatten
Abenteuer 17.45 Go Wild! 18.15 3 18.00 Der Schatz des Käpt'n Hobbit“; 22.30 „Leckt euch USA 2007. Mit Amy Adams 22.15 Sie? 22.15 Alt und Neu - Leben
Angelo! 18.45 Woozle Goozle Karotte 18.15 Coco 18.40 Elefan- selbst“23.00 American Dad. „Pol­ Wedding Date. Romantische Ko­ mit einem Denkmal 23.00 Der
19.15 Bugs Bunny 19.45 Inspec­ tastisch! 18.50 Sandmännchen tergasmus“; 23.30 „Rubberne- mödie, USA 2005 23.50 Ver­ Clown Dimitri - Der Liebe we­
tor Gadget 20.15 Upps! Die Pan­ 19.00 Das Dschungelbuch 19.25 ckers" 0.00 Family Guy. „Der wünscht. Märchenromanze, USA gen 23.30 Klassiker der Weltli­
nenshow 22.15 Snapped - Wenn pur+19.50 logo! 20.00 KIKA live schwarze Peter" 0.25 South 2007 1.35 Wedding Date. Ro­ teratur 23.45 Tagesschau 1990
Frauen töten 0.20 Infomercials 20.10 Wolfblood. Fantasyserie Park 1.20 Die wilden Siebziger mantische Komödie, USA 2005 0.00 Der Wochenspiegel 1990
C s/w 0 Untertitel für Hörgeschädigte OmUOriginal mit Untertitel TEXT siehe Spielfilm- und TV-Auswahl
Bäderarchitektur an der Ostsee V orher reden w ir aber noch! Tennis: US Open
REPORTAGE Auf Usedom und Rügen entdeckt Hei­ TALK Es wurde geredet, und es wurde gemacht. Wie SPORT Männerfinale beim letzten Grand-Slam-
ke Götz bei dieser „Landpartie" neben Gründerzeit­ viel das eine mit dem anderen zu tun hatte, zeigte die Turnier der Saison in New York. „Er war einfach bes­
villen und sozialistischen Zweckbauten auch Kurio­ Zeit. Eine Auswahl an Talkshow-Szenen aus dem Jahr ser", zollte der Weltranglistenerste Novak Djokovic
ses. Im ehemaligen Rettungsturm in Binz (Foto) kann 1989/90. Es reden u. a.: Gregor Gysi, Tamara Danz, (Foto) 2014 dem Japaner Kei Nishikori Respekt. Im
man heiraten, im von den Nazis gebauten Koloss in Thomas Gottschalk, Egon Krenz, Hans Modrow, Wolf­ Halbfinale hatte der 25-jährige Asiate den Serben in
Prora entstehen neue Feriendomizile. (bis 21.45) gang Thierse und Joachim Gauck (Foto), (bis 0.00) vier Sätzen besiegt. (bis 1.30)

NDR SWR/SR MDR HR


6.30 Frühprogramm 9.00 Lin­ 5.15 Frühprogramm 8.00 Schles­ 5.25 Frühprogramm 8.15 Mujib 5.35 Frühprogramm 9.10 Glaub­ 5.25 Frühprogr. 9.00 Erinnerung
denstraße 9.30 Ludwig Sebus - wig-Holstein Musik Festival - Ohne Eltern auf der Flucht würdig 9.15 Rund um die Uhr und Versöhnung 9.30 Die Korn­
Der Grandseigneur im Kölner 2006 9.00 NordMagazin 9.30 8.45 Wise Guys 9.45 Die Prinzen 9.45 Die vergessenen Kinder brenner aus dem Münsterland
Karneval 10.15 Die Kirmes Hamburg Journal 10.00 S.-H.- 10.30 Pop-Legenden 11.15 Der von Leipzig 10.15 Ein Nomaden­ 10.15 Sommerinterviews 10.45
kommt! 11.00 west.art Talk live Magazin 10.30 buten un binnen Kracher von Moskau 12.00 leben im Hochland von Tibet Die kuriosesten Sportmomente
12.25 Meisterwerke 12.30 hier 11.00 Hallo Niedersachsen 11.30 Bahnromantik 13.00 Neue Fälle 11.00 Das Böse unter der Sonne. (VPS 10.44) 11.00 Fußball: Bun­
und heute 12.45 30 Karat Liebe. Giraffe & Co. XL 13.00 NaturNah für den Hundeversteher 14.00 Krimi, GB 198212.50 Brisant - desliga der Frauen, live 13.00
TV-Melodram, D 09 14.15 2 für 13.30 die nordreportage 14.00 Heimattage Baden-Württem­ die Woche 13.10 Das Glück die­ Mutter auf Streife. TV-Komödie,
300.Tamina Kallertin Barcelona Mein schönes Land TV. Doku berg in Bruchsal live ser Erde 14.00 Riverboat D 201514.30 Die Anwälte

15.00 Wo es euch gefällt - 15.30 7 Tage... CS 0 16.00 SWR Fernsehen Fa­ 16.00 MDR aktuell QD0 15.15 Der Hof der wilden
Tamina will entspannen ...in der Studenten­ milienfest Ludwigsburg 16.05 Heute auf Tour CB Tiere 0
15.45 Cosmo TV 0 verbindung 18.00 Aktuell 0 Ammergauer Gipfelwelt 16.00 Alles Wissen
16.15 Tobis neues Herz 0 16.00 Lieb & Teuer 18.15 Ich trage einen 16.30 Sport im Osten CB 0 16.45 herkulesCB
16.45 Landschwärmer 0 16.30 Sass: So isst großen Namen 18.00 MDR aktuell CB 0 Tag der Bundeswehr
17.15 Landschwärmer CB0 der Norden! CS 18.45 SWR regional 18.05 In aller 17.15 mCx. das
17.45 Kommunalwahl: Ent­ 17.00 Bingo! - BW: Treffpunkt; Freundschaft CB 0 marktmagazin
scheidung in NRW live 0 Die Umweltlotterie RP: Bekannt im Land; „An die Nieren“ 18.00 defactoCE
18.15 Tiere suchen ein 18.00 Hanseblick CS 0 SR: S p o r t a r e n a 18.50 W etter für 3 CB 0 18.30 Hessenreporter 0
Zuhause 0 M it Weltumseglern 19.15 Die Fallers - Die SWR 18.52 Sandmännchen 19.00 Herrliches Hessen
18.50 Aktuelle Stunde 0 rund Usedom Schwarzwaldserie CS 0 19.00 MDR regional Rund um die CB0
19.30 Kommunalwahl: Ent­ 18.45 DAS! CS 0 Familienserie. „Kraftakt“ 19.30 MDR aktuell CB 0 Wasserkuppe
scheidung in NRW live 0 19.30 NDR regional 19.45 Aktuell 0 19.50 Kripo live CB 0 19.30 hessenschau CB 0
20.00 Tagesschau [3]] 0 20.00 Tagesschau CS 0 20.00 Tagesschau CS 0 20.15 Wie war das?! CB 0 20.00 Tagesschau
20.15 Kommunalwahl: Ent­ 20.15 Landpartie CS 0 20.15 Schloss Karlsberg - Spielshow, D 2015. Ost- 20.15 Giraffe, Erdmänn­
scheidung in NRW live TEXT das versunkene Ver­ West-Zeitgeschichte m it chen & Co. XL 0
Sabine Schölt und 0 an der Ostsee: A u f sailles des Südwestens Marco Schreyl. Der Mo­ D 2015. „Geisterstunde
Henrik Hübschen mit ak­ Usedom und Rügen Doku. 1793 brannten 0 derator spricht m it Pro­ bei den Orang-Utans“.
tuellen Analysen, Inter­ 21.45 Sportschau (HD französische Revoluti­ m inenten über ihre Le­ Zur Freude der Frank­
views und Ergebnissen 22.05 Kaum zu glauben! CS onsgarden das einstige benserfahrungen und furter Tierparkbesucher
20.30 Wunderschön! CB0 Prominente müssen 0 Prunkschloss nieder persönlichen Eindrücke .verkleiden'sich die
Die Eder - Entdeckun­ die besonderen Erleb­ 21.00 Das weiße Gold des aus dem jew eiligen Jahr Affen mit Bettlaken
gen am goldenen Fluss nisse oder Fähigkeiten Südwestens CB0 21.45 MDR aktuell CB 0 21.45 Sportschau
21.45 Sportschau - Die von Kai Pflaumes Porzellan aus Ottweiler 22.00 SedwitzCB0 22.05 heimspiel!
Bundesliga am Sonntag Studiogästen erraten 21.45 Sportschau - Die „Zauberwürfel“ Bundesliga
4. Spieltag CID0 22.50 Sportclub CS 0 Bundesliga am Sonntag 22.30 Sportschau - Die 22.15 Das große
22.15 Zimmer frei! 0 23.35 Sportclub Story CS 4. Spieltag 0 Bundesliga am Sonntag hessenQuiz
Gast: Gerburgjahnke 4 Sonnenaufgänge 0 22.05 SWR regional 4. Spieltag GB0 Show m it Jörg Bombach
23.15 Die WiwaFdi Show 0 bis Paris - Das älteste Nachrichten und Sport 22.50 Vorher reden wir 23.00 Dings vom Dach
Gäste: Claudia Kleinert Radrennen der Welt aus den Landesstudios EZS1 aber noch! Rateshow m it Sven Lorig
und Peter Brings 0.05 Eine heiße Affäre 23.00 Gymnastik CE 0 Deutsch-deutsche 23.45 S tra s s e n s ta rs
23.45 Zeiglers wunder­ Thriller, USA 94. Regie: 23.30 Mord m it Aussicht Talkshows im Einheits­ 0.15 Wer weiss es?
bare Welt des Fußballs John Bailey. M it Ed „Waldeslust" 0 jahr 1989/90 1.00 Ich trage einen
Sporttalk CID0 Harris, Madeleine Stowe 0.15 Graf Yoster gibt sich 0.05 Sport im Osten CB 0 großen Namen
0.15 Rockpalast CB 1.40 Hanseblick CS 0 die EhreEI 1.35 Kripo live CB 0 1.30 Goodbye G. 1.0
Family First Festival 2.25 3 n a c h 9 0 1.05 Gewagtes Spiel n 2.00 Rund um die Uhr CB Doku, Deutsch!.2014

EINS FESTIVAL TAGESSCHAU 24 EINS PLUS ZDF KULTUR ZDF INFO


16.15 Tanzparty mit dem Ehe­ 15.30 Europamagazin 16.00 15.10 Verrückt nach Wüste - 10.25 girl friends 11.10 Alle mei­ 13.30 Apokalypse Urzeit 14.15
paar Fern 17.05 Manta, Manta. Nachrichten 16.30 Ziemlich bes­ Vom Tourismus in der Sahara ne Töchter 12.40 girl friends Katastrophen der Erdgeschich­
Kfz-Klamotte, D 199118.35 Kino te Nachbarn 17.00 Nachrichten 16.15 Leben! 16.457 Tage... 17.15 13.25 Tierische Kumpel 14.55 te 15.00 Elemente - Bausteine
Kino shortcuts 18.40 7 Tage... 17.30 Panorama 318.00 Tages­ BEATZZ Session 17.30 Die Sen­ Samt und Seide 16.20 girl der Welt 15.45 Katastrophen der
im Kloster 19.10 Quarks & Cas- schau 18.30 extra 319.00 Nach­ dung mit dem Krause 18.00 friends 17.05 Alle meine Töchter Erdgeschichte 16.30 Elemente
pers 20.00 Tagesschau 20.15 richten 19.30 7 Tage... 20.00 Ta­ Walulis sieht fern 18.30 NDR 17.55 Tierische Kumpel 18.35 - Bausteine der Welt 18.00 Apo­
Mankells Wallander: Eiskalt wie gesschau 20.15 Kiss Me, l’m Je- Comedy Contest 19.30 Krause Hitparade 19.25 Disco 20.15 kalypse der Urzeit 19.30 GUI Die
der Tod. TV-Krimi. S/D 2005 wish. Doku, D 2010 21.45 Tages­ kommt! 20.15 GS! Pump Up The König von Deutschland. Satire, Geburt des Grand Canyon 20.15
21.45 Tatort: Hinter dem Spie­ schau 21.47 Zion an der Spree Jam - Heroes of Eurodance 21.15 D 2013 21.45 Pelzig hält sich. Sa­ Mythen der Geschichte 21.00
gel. TV-Krimi, D 2015 23.15 Lin­ 22.15 Die Fleisch-Mafia (VPS 7 Tage... auf dem Bau 21.45 Mis­ tire 22.45 heute-show 23.15 Pel­ Imperium 21.45 heute-show
denstraße 23.45 Tatort: Hinter 22.14) 22.45 Bericht aus Berlin sion Mittendrin 22.15 Leben! zig hält sich 0.15 London Live. 22.15 Mythen der Geschichte
dem Spiegel. TV-Krimi, D 2015 23.05 Weltspiegel 23.45 Tages­ 22.45 Klub Konkret 23.15 PULS MGMT, Feeder - Live-Musik aus 23.45 Goldrausch am Yukon
1.15 NightWash Naughty Girls schau 1995 0.00 Tagesthemen 23.45 7 Tage... 0.15 Leben! dem Koko-Club in London 0.30 Pioniere Amerikas
Filmbewertung CD Zweikanalton OD Dolby-Surround (10 HDTV
SONNTAG 13.9. □

SERVUS T V

Pump Up The Jam Die Geburt des Grand Canvun Shine a Light
MUSIK Wer ist eigentlich diese Agathe Power? Die NATUR Jahr für Jahr bestaunen Besucher aus aller KONZERTFILM Über die Stones sei eben alles ge­
Doku erinnert an die Stars der sogenannten Euro­ Welt die erhabenen Naturwunder in den National­ sagt, verteidigte sich Martin Scorsese, als man ihm
dance-Bewegung und entdeckt die Musik eines be­ parks der USA und Kanadas. Wie das große Geklüfte vorwarf, „nur" einen Konzertfilm gedreht zu haben.
lächelten Genres neu. Für Aufklärung sorgen u. a. DJ entstand, vermittelt die Dokumentation im Mix von Also habe er sich auf die Band, auf die Songs und
WestBam (Foto), H.P. Baxxter, DJ BoBo, Penny Ford schwindelerregenden Kamerafahrten und über­ ihre Kraft konzentriert. So entstand ein Close-up von
von Snap! und Dr. Alban. „Sing Hallelujah!“ (bis 21.15) sichtlichen Animationen. (bis 20.15) vier Meistern bei der Arbeit, (bis 1.15) |

B ZDF NEO orfi EUROSPORT


5.00 Frühprogr. 8.50 Neues vom 5.00 Frühprogramm 10.25 Pan­ 6.15 Akte M - Geheimsache Mu­ VPS aus! 13.30 Asterix und 9.00 Motorrad: GP von San Ma­
Süderhof 9.15 Die Gänsemagd. da, Gorilla & Co. 11.10 Das Wai­ seum 7.00 Aufgedeckt: Geheim­ Obelix gegen Cäsar. Comickla­ rino live 10.00 Motorrad: GP von
TV-Märchen, D 200910.15 Der senhaus für wilde Tiere 12.00 nisse des Altertums 8.25 Ter­ mauk, F/D/l 199915.10 The Big San Marino 11.00 Motorrad: GP
Geiger Leonidas Kavakos 11.00 Krölls Tierleben 12.25 Spree- ra X 12.05 Einfach clever: Wie Bang Theory 15.30 CL-Magazin von San Marino live. Rennen
Der Sonntags-Stammtisch 12.00 Spaziergänge 12.35 Der Bäcker­ Tiere denken 14.20 Terra X. U.a.: 16.00 Fußball: Österreich, Bun­ 15.00 Motorsport: Formula Ren­
Landfrauenküche 12.45 Polizei­ berater 13.20 Wilde Pyrenäen. Im Reich der Superzeitlupe (1/2); desliga live. Mattersburg - Graz ault 3.5 Series 15.45 Rad (Frau­
inspektion 1 (VPS aus!) 14.00 Sinfonie der Farben 14.05 Tie­ 15.00 Zeitreise (1+2/2) 17.15Auf­ 18.30 Fußball: Österreich 19.15 en) live 17.00 Rad: Vuelta 18.30
Der Wilderer vom Silberwald. risch Cool - Ein Hund in New gedeckt: Geheimnisse des Alter­ Sport am Sonntag 19.45 Wach­ Rad: Vuelta Extra 18.45 Rad:
Heimatromanze, BRD 1957 York. Tierklamotfe, USA 2010 tums 18.45 Father Brown au Marathon 2015 20.00 ZiB 20 Vuelta live. Letzte Etappe

15.30 Welt der Tiere 0 15.30 Der Mann an 20.15 Kommissarin Lucas: 20.15 Türkisch für 20.45 Rad: Vuelta Extra
16.00 tra u m p fa d e 0 ihrer Seite Ei Vergessen und Vergeben Anfänger 0 Die Highligts von heute
Von Oberstdorf nach TV-Klamotte, D 2008 TV-Krimi, D 2009. Ein 0 Komödie, D 12. Deutsch­ 21.00 WATTS
Bozen. Reisereportage M it Oliver Mommsen Mörder entführt Ellen türkische Patchworksip­ Sportzapping
16.45 Rundschau £2 17.00 rbb aktuell Lucas (Ulrike Kliener) pe strandet a u f ’ner Insel 21.15 Sports Insiders
17.00 Schuhbecks 0 17.05 In aller Freundschaft 21.45 Rottmann schlägt 21.55 ZiB Flash 21.45 Tennis:
Bayerisch al dente „An die Nieren" 0 zurück 0 22.05 What a Man Game, Set & Mats
17.30 Nachbarn 0 17.50 Sandmännchen 0 TV-Polizeithriller, D 2011 Komödie, Deutschi.2011 22.00 Tennis: US Open live
18.00 BR regional 0 18.00 Grünzeug M it Heino Ferch 23.35 Rookie Blue O TEXT
18.45 Rundschau 0 18.32 Theodor 23.15 Nachtschicht: „Wirre Verhältnisse" Titelverteidiger ist der
19.00 Unter unserem 19.00 Täter - Opfer - Das tote Mädchen 0 0.20 Türkisch für Kroate Marin Cilic
Himmel £2 Polizei CB TV-Krimi, Deutschi. 2010 Anfänger (Wh.) 0 1.30 Tennis:
Pfronten und das Vilstal 19.30 rbb regional 0.45 heute-show Komödie, Deutschi. 2012 Game, Set & Mats
19.45 Zsammg'spuit im 20.00 Tagesschau CB Ei
Pinzgau 20.15 Das große TELE 5 ORF 2 SPORT1
Susanne Brückner prä­ Wunschkonzert
8.00 Bayless Conley 8.29 Wer­ VPS aus! 16.05 Hanys liabste 9.30 Bundesliga pur 11.00 Dop­
sentiert Volksmusiker Lutz Ackermann lässt bung 10.30 Hourof Power 11.30 Hütt’n 16.30 Erlebnis Österreich pelpass live 13.15 Bundesliga pur
w ie die Maishofner sich von Mary Roos ihre Gemeinde und Missionswerk Ar­ 16.55 Was ich glaube 17.00 ZiB 15.00 Die PS-Profis 15.30 Rallye
Tanzlmusi, Pinzgauer Heimatstadt Hamburg che 11.59 Werbung 15.00 Tele 17.05 Sarah Wieners erste Wahl 16.00 Motorsport: Formel 4
Feiertagsmusi und die zeigen. Dazu gibt’s Mu­ 5 Bizarre 15.35 Xena 16.30 Ein 17.55 Brieflos Show 18.25 Öster­ 16.25 Motorsport: Formel 4 live
Saalfeldner Tanzlmusi sik von der Gastgeberin Geist kommt selten allein. Gru­ reich-Bild 19.00 Bundesland 17.15 Handball: BL live. 5. Spiel­
sel, Kanada 200018.30 Waking heute 19.17 Lotto 19.30 ZiB 19.55 tag: Hannover-Burgdorf - RN
21.15 Freizeit Ei sowie von Roland Kaiser,
Up in Reno. Komödie, USA 2001 Sport aktuell 20.05 Seitenblicke Löwen 19.00 Hattrick: 2. Liga
Schmidt Max macht Semino Rossi, Helene Fi­
M ini-Farming scher und Johnny Logan 20.15 Game of Werewolves 20.15 Tatort: 20.15 Motorsport:
21.45 Fußball: Bundesliga 21.45 rbb aktuell 0 - Die Jagd beginnt! CB Hinter dem Spiegel Porsche Carrera Cup
22.05 BlickpunktSport 22.00 rbb Sportplatz CB Horrorkomödie, Span. 11 TV-Krimi, Deutschi. 2015 Rennen in Oschersleben
22.50 BlickpunktSport 22.40 Sportschau - Bun­ Autor Tomäs folgt einer M it Margarita Broich 20.45 Die PS-Profis - mehr
Regionais desliga am Sonntag CB Einladung in sein Hei­ 21.50 ZiB Power aus dem Pott
23.00 Rundschau 0 23.00 Geheimnis im m atdorf - wo hungrige 22.00 im Zentrum 0 22.15 Bundesliga-
23.15 Titanic E blauen Schloss E) 0 Werwölfe a u f ihn warten 23.05 Löwen am Lido - Der Spieltag
Katastrophendrama, D/ Krimi, G B 1965. Mit Shir- 22.15 Michael Dudikoff: Preise und Stars der 72. Mit: Hoffenheim - Bre­
BRD 1943/50. M it Sybille ley Eaton, Mario Adorf Soldier Boyz Filmfestspiele Venedig men, Schalke - Mainz
Schmitz, Hans Nielsen 0.25 Lindenstraße E2 Jugendknastaction, USA Preisverleihung 23.15 Hattrick: 2. Liga
0.40 Startrampe 0.55 Pilgern mit 2 0 0 0 PS 95. Mit Michael Dudikoff 23.15 Romy Schneider- Mit: Düsseldorf - 1860
1.15 traumpfade (Wh.) 0 Reportage (Wh.) CB 0 23.50 The Deal Eine Frau in drei Noten und Fürth - Nürnberg
2.00 Schuhbecks (Wh.) Ei 1.25 Weltspiegel Ei Thriller, Kan./USA 2005 TV-Porträt,A20o8 0 0.00 Sport Clips

SERVUS T V DMAX DISNEY CHANNEL SRF1 SRF2


13.05 Landträume 13.30 Terra 5.25 Die Gebrauchtwagen-Pro­ 13.45 Atlantis - Das Geheimnis VPS aus! 17.10 Minisguard VPS aus! 13.10 Ultimate Rush
Mater - Wildes Frankreich 14.35 fis 6.10 American Chopper 6.50 der verlorenen Stadt. Zeichen­ 17.25 Cuntrasts 18.00 Tages­ 13.35 Leben am Limit 13.50 Mo­
Spitzenköche im Ikarus 15.10 Der Infomercial 8.50 DMAX Doku trick, USA 0115.20 Atlantis - Die schau 18.05 Meteo 18.15 Beob­ torrad: GP von San Marino live
Klient. Thriller, USA 1994 17.30 9.50 Infomercial 10.15 Hammer­ Rückkehr. Zeichentrick, USA 03 achter TV 18.50 g & g weekend 14.50 Foreigner 15.45 Fußball:
Eishockey: DEL live. Thomas Sa- teile 11.15 Auf eigene Gefahr! 16.40 Willkommen in Gravity 19.20 mitenand 19.30 Tages­ Super League live. Sion - Luga­
bo Ice Tigers - Kölner Haie 20.15 13.15 MyfhBusters 15.15 Die Au- Falls 17.40 Star Wars Rebels schau 19.55 Meteo 20.05 Tatort: no 18.15 sportpanorama 19.30
Unsere Welt - Stars schlagen to-Messies 16.15 Fast N' Loud 18.10 Phineas und Ferb 18.45 Hinter dem Spiegel. TV-Krimi, Mein Weg nach Rio 20.00 Ice
Alarm 21.20 Naturopolis 22.20 17.15 Top Gear 18.15 Toy Hunte Crash & Bernstein 19.15 Meine D 2015 21.40 Menschen, Schick­ Age 4 - Voll verschoben. Digi­
Hubble - Mission Universum 19.15 Auction Hunters 20.15 Die Schwester Charlie 20.15 Gilmore sal, Abenteuer 22.10 Comedy trickspaß, USA 12 21.25 Tennis:
23.20 EÜD Shine a Light - The Schatzsucher 22.15 Holzfäller Girls. ..Alte Liebe, neues Glück“; aus dem Labor 22.50 Tages­ US Open live. Finale (Herren) in
Rolling Stones in Concert. Kon­ extrem 23.15 Fang des Lebens 21.00 „Der Antrag" 21.55 Pushing schau 23.10 Sternstunde Musik New York 0.05 Mein Weg nach
zertfilm, USA/GB 20081.15 Un­ 0.15 Die Schatzsucher1.10 Info­ Daisies 22.45 Roseanne 23.35 0.10 BekanntMachung 0.45 He­ Rio 0.35 sportpanorama 1.40
sere Welt - Stars schlagen Alarm mercial 1.25 Die Schatzsucher Golden Girls 1.00 Teleshopping len. Psychodrama, D/USA 2009 Männerherzen. Komödie, D 09
C s / w 0 Untertitel für Hörgeschädigte OmUOriginal mit Untertitel TEXT siehe Spielfilm- und TV-Auswahl
MO 22.45 DAS ERSTE

TAGESTIPP

Der Fliichtlingsreport
REPORTAGE Das Boot ist noch nicht voll - es ist nur
mangelhaft verwaltet. So die Bilanz dieser Bestands­
aufnahme. Während Meldungen über immer neue
„Flüchtlingswellen“ (Foto: Erstaufnahmelager in Gie­
ßen), über Gewalt gegen und unter Asylbewerbern
die Schlagzeilen füllen, sah sich Peter Gerhardt in ver­
schiedenen Gemeinden um. In Freital, Meißen und im
hessischen Viernheim beobachtete er, wie Ohnmacht Namibia
und scheinbare Untätigkeit der Behörden den Hass DOKUMENTATION „Eine Heimat - Zwei Welten“
schüren, während andernorts die Initiative Einzelner wirft einen betont versöhnlichen Blick auf die Ge­
wirkt. „Wir können doch nicht immer warten, bis der schichte des Landes und den Völkermord an den
Staat hilft", begründet Pastor Angelo Stipinovic sein Herero, gesehen mit den Augen einer deutschen
Engagement für Flüchtlinge aus Eritrea. Klar, einfa­ Siedlerfamilie und eines Farmers, der zur Minderheit
cher ist, über Til Schweiger herzuziehen, (bis 23.30) der Herero gehört. (bis 0.15)

DAS ERSTE ZDF RTL PRO SIEBEN


5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00 5.10 Explosiv - Weekend 6.00 5.30 Frühstücksfernsehen. Ma­ 5.15 Scrubs - Die Anfänger 5.35
Tagesschau 9.05 Rote Rosen heute Xpress 9.05 Volle Kanne Guten Morgen Deutschland gazin mit Talk, News und pro­ Chuck 6.15 Mission to Mars.
9.55 Sturm der Liebe 10.45 Um - Service täglich 10.30 Die Ro­ 8.30 Gute Zeiten, schlechte Zei­ minenten Gästen, u. a. mit Simo­ Weltraumabenteuer, USA 2000
Himmels Willen. „Wunder dauern senheim-Cops. „Mord im Para­ ten 9.00 Unter uns. Daily Soap ne Panteleit und Matthias Killing 8.25 Star Trek Into Darkness.
länger" 11.35 Das Waisenhaus dies" 11.15 SOKO Wismar. „Der 9.30 Betrugsfälle 10.00 Die Tro- 10.00 Auf Streife Tl.00 Richterin Science-Fiction, USA 2013. Mit
für wilde Tiere 12.00 Tages­ Trommler" 12.00 heute 12.10 vatos - Detektive decken auf. Barbara Salesch 12.00 Richter Chris Pine, Zachary Ouinto 11.00
schau 12.15 ARD-Buffet 13.00 Drehscheibe 13.00 ZDF-Mit- Dokusoap 12.00 Punkt 12 - Das Alexander Hold. Der Richter ver­ Mike & Molly 11.55 Two and a
ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Ta­ tagsmagazin 14.00 heute - in D RTL-Mittagsjournal 14.00 Der handelt fiktive Strafrechtsfälle Half Men 13.15 2 Broke Girls
gesschau 14.10 Rote Rosen 14.15 Die Küchenschlacht Blaulicht Report. Dokusoap 14.00 Auf Streife. Dokusoap 14.10 The Big Bang Theory

15.00 Tagesschau DD0 15.05 Deutschlands 15.00 Verdachtsfälle 15.00 Auf Streife - 15.35 How I Met Your
15.10 Sturm der Liebe (HD0 bester Bäcker ÖD0 17.00 Betrugsfälle Die Spezialisten ÖD Mother ÖD
16.00 Tagesschau ÖD0 16.00 heute - in Europa 0 17.30 Unter uns ÖD 16.00 Anwälte im Einsatz U.a: „Zur richtigen Zeit
16.10 Seehund, Puma 16.10 SOKO Kitzbühel 0 18.00 Explosiv ÖD 17.00 Mein dunkles am richtigen Ort“; 16.00
& Co. ÖD0 17.00 heute ÖD0 Oder Regional­ Geheimnis ÖD „Hilfe wider Willen“
17.00 Tagesschau ÖD0 17.10 hallo deutschland 0 programme 17.30 Schicksale - und 17.00 taff
17.15 Brisant ÖD0 17.45 Leute heute ÖD0 18.30 Exclusiv - plötzlich ist alles anders 18.00 Newstime
18.00 Quizduell ÖD0 18.05 SOKO 5113 CB 0 Das Star-Magazin ÖD Oder Regional­ 18.10 Die Simpsons
18.50 Großstadtrevier ÖD „Unter Kollegen" 18.45 RTL Aktuell ÖD programme Zeichentrick. „Homerun
Polizeiserie, D 2012 0 19.00 heute ÖD0 19.05 Alles was zählt ÖD 18.00 In Gefahr ÖD für die Liebe“; 18.40 „Der
„Wunderbare Zukunft" 19.25 WISO ÖD0 19.40 Gute Zeiten, 19.00 Mila ÖD Koch, der Mafioso, die
19.45 Wissen vor acht 0 WISO-Tipp zum Thema schlechte Zeiten ÖD 19.30 Unser Tag ÖD Frau und ihr Homer"
19.50 Wetter/Börse 0 „Rente aufbessern" Daily Soap, D 2015 19.55 Sat.1 Nachrichten 19.05 Galileo ÖD
20.00 Tagesschau ÖD0 20.15 Die M utter des 20.15 Wer wird Millionär? 20.15 ForeveröD 20.15 The Big Bang
20.15 Der Discounter- TEXT Nach der großen Som­ Mysterykrimi serie, USA Theory ÖD
Check ÖD0 TV-Krimidrama, D 2015 merpause m eldet sich 2015. Wurde ein Mitglied Sitcom, USA 2015. „Der
Unterscheiden sich M it Natalia Wörner, Günther Jauch m it neu­ der gefürchteten Hacker­ optimale Angstbereich“:
Aldi, Lidl und Netto in Lucas Reiber, Axel Prahl en Quizfragen zurück gruppe Faceless Opfer Per erhöhtem Angstlevel
Preis und Qualität? 21.45 heute-journal ÖD0 21.15 Rach undercover von „Cyber-Crime"?; will Sheldon seine Kon­
21.00 Hart aber fair live ÖD 22.15 Battleship ÖD0 Kochdokusoap. Wurden 21.15 „Der große Fluch". zentration steigern
Moderator Frank 0 Sci-Fi-Action, USA 2012 Restaurants im Internet Ein Kapitän und ein 20.40 The Big Bang
Plasberg bittet zum kon­ Bei einem Seemanöver zu recht schlecht bewer­ Schatzsucher, die fündig Theory ÖD
troversen Talk über ein tauchen plötzlich gigan­ tet? Rach macht den Test wurden, werden getötet Sitcom, USA 2013
brisantes Politthema tische, außerirdische 22.15 Extra - 22.15 Castle ÖD „Jodeln für Nerds"
22.15 Tagesthemen ÖD0 Plattformen aus dem Das RTL Magazin ÖD Krimiserie, USA 2014 21.10 UndateableöD
22.45 Der Flüchtlings- Meer auf. Marine Alex 23.30 30 Minuten „Veritas“ Sitcom. „Baby Bird";
0333 rep o rtö D 0 (Taylor Kitsch) und Crew Deutschland ÖD 23.15 Navy CIS ÖD 21.40 „Hosenkumpel“
Doku, D 2015 nehmen den Kampf auf 0.00 RTL Nachtjournal ÖD Krimiserie, USA 2010 22.10 Circus Halligalli ÖD
23.30 Namibia ÖD0 0.15 heute+ ÖD 0.30 10 vor 11 ÖD „Schiffe in der Nacht" Mit Joko Winterscheidt
EH33 Doku, D 2015 0.30 Lerchenberg ÖD0 Einstürzende Neubau­ 0.10 Criminal Minds ÖD und Klaas Heufer-Umlauf
0.15 Nachtmagazin ÖD0 Satireserie. „Das Wun­ ten - Konzert der legen­ Krimiserie, USA 2008 23.10 TV total
0.35 Tatort: Hinter dem der“; 0.55 „Ein Fall für dären Band im Haus „Die zweite Attacke" Comedyshow
Spiegel (Wh.) ÖD0 zwei“; 1.20 „Du bist, der Kunst München 1.10 Forever (Wh.) DD 0.10 The Big Bang Theory
TV-Krimi, Deutschi. 2015 was du isst" (VPS aus!) 0.55 Extra - Das „Cyber-Crime“; Sitcom (Wh.) ÖD
M it Margarita Broich 2.05 ZDF-History (Wh.) ÖD RTL Magazin (Wh.) ÖD 1.55 „Der große Fluch“ 1.05 Family Guy (Wh.) ÖD
2.10 Hart aber fair ÖD0 2.35 SOKO 5113 (Wh.) ÖD0 2.10 RTL Nachtjournal ÖD 2.40 Castle (Wh.) ÖD 1.30 Futurama (Wh.)ÖD

N-24 N-TV RTL RTL NITRO PRO 7 MAXX


Stündlich Nachrichten 12.45 Stündlich Nachrichten 14.30 7.50 Der Trödelfrupp 8.50 Frau­ 12.50 Hör mal, wer da hämmert! 10.25 Ax Men 12.00 Stargate
Börseg 13.05 Die Transporter News Spezial 15.20 Ratgeber - entausch 10.50 Family Stories 13.40 Eine schrecklich nette Fa­ 13.35 Smallville 15.05 Kyle XY
14.05 Top Gear USA 15.15 Cas­ Test 15.40 Telebörse 16.10 n-tv 11.50 Köln 5066712.50 Berlin - milie 14.05 Eine schrecklich net­ 16.00 Pokemon 16.25 Yu-Gi-Oh!
sini 16.10 Generation Erde 17.10 Wissen 17.10 Das Duell 18.15 Te­ Tag & Nacht13.50 Hilf mir! Jung, te Familie 14.25 Detektiv Rock­ Zexal 16.50 Naruto Shippuden
Flammen im Paradies 18.15 Bör­ lebörse 18.30 PS - Porsche Car- pleite, verzweifelt... 14.55 Der ford 15.15 CHiPs 16.05 Kung Fu: 17.15 One Piece 17.50 EUReKA
se am Abend 18.25 Cassini 19.10 rera Cup 19.15 Spiegel TV Ma­ Trödeltrupp 17.00 X-Diaries Im Zeichen des Drachen 16.50 18.35 Stargate Atlantis 19.25
Welt der Wunder 20.05 Geheim­ gazin 20.15 XXL-Logistik. Kreuz­ 18.00 Köln 5066718.57 Promi­ Walker, Texas Ranger 17.40 Stargate. „Die andere Seite der
nisvoller Planet. Im Bann der fahrtschiff der Superlative; 21.05 flash News 19.00 Berlin - Tag & M.A.S.H. 18.30 Hör mal, werda Medaille" 20.15 Alphas. Action­
Schwerkraft: 22.05 Blizzards Hotel der Superlative 21.05 XXL- Nacht 20.00 RTL II News 20.15 hämmert! 19.25 Eine schrecklich serie. „Alphaville"; 21.10 „Beses­
21.05 Geschichte der Raumfahrt. Logistik- 22.05 Telebörse 22.10 Popstars. Deutsche Songs 22.15 nette Familie 20.15 Medical De- sen“ 22.10 Supernatural. „Ver­
Mercury-Programm; 22.05 Das Superbauten - Die größte Uhr Fake Reaction - Einer täuscht tectives. 2 Folgen 22.00 Anwäl­ zerrte Gegenwart" 23.05 Akte
Gemini-Programm; 23.05 Die der Welt 23.10 Das Duell 0.05 immer! 23.15 Echfzeit. Doku 0.10 te der Toten 22.55 Medical De- X. „Verschwunden“; 0.00 „Gibson
Mondlandung; 0.05 Apollo 13 PS - Porsche Carrera Cup Privatdetektive im Einsatz tectives 0.40 Anwälte der Toten Praise“ 0.50 Outer Limits
Filmbewertung CD Zweikanalton ODDolby-Surround (10 HDTV
M ONTAG 14.9. □

Die M utter des M örders Chicago P.D. Tableau Noir


KRIMIDRAMA Als ihr geistig behinderter Sohn (Lu- SERIE Zum Start von 15 Folgen ermittelt Hank Voight REPORTAGE Ein Dutzend Kinder zwischen sechs
cas Reiber) verhaftet wird, bricht für Maria (Natalia (Jason Beghe) in einer besonders brutalen Mordserie. und elf sowie ein 61-jähriger Lehrer: Das klappt im
Wörner) eine Welt zusammen. Sie weiß, Mattis hat Alle Opfer wurden enthauptet. - Mit einem korrupten Bergnest Derriere-Pertuis bestens, dennoch steht
die schöne Lea nicht erschlagen... Das gut besetzte Antihelden kommt das „Chicago Fire"-Spin-off nicht die Zwergschule 2007 kurz vor dem Aus. Die unauf­
Drama verliert durch überzeichnete Charaktere und sehr originell daher. Ebenfalls mau: die Krankenhaus­ dringlich gefilmte Doku übt sich nicht in Wehmut,
deren Kurzschlusshandlungen, (bis serie „Night Shift“ im Anschluss. (bis 23.05) sondern preist engagierte Lehrer - egal wo. (bis 1.15)

KABEL EINS VOX 3SAT ARTE PHOENIX


5.25 Mord ist ihr Hobby. Drei 5.15 Monk 6.00 SOKO Familie. 5.40 Frühprogr. 6.05 Marokko 5.10 Frühprogr. 8.30 X.enius 8.55 5.35 Traumland Kanada 6.15
Folgen 8.10 Navy CIS 9.05 The Wettlauf mit dem Tod 7.00 Hilf 6.20 Kulturzeit 7.00 nano 7.30 Sand - Die neue Umweltzeit­ Schätze der Welt. - Butrint und
Mentalist. „Flammen der Rache" mir doch! 8.05 Verklag mich Alpenpanorama 9.00 ZiB 9.05 bombe 10.10 Das Rätsel der Bath 6.45 Und der Mensch
10.05 Castle. „Die Schatzkarte" doch! 11.15vox nachrichten 11.20 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 NDR Dunklen Materie 11.15 Die kuli­ schuf... London 7.30 Hindenburg
11.05 Without a Trace. „Die Monk. „Mr. Monk gegen die Talk Show 12.15 sonntags 12.45 narischen Abenteuer der Sarah 8.15 Hitlers U-Boof-Bunker. Do­
Legion des Kreuzes" 12.00 Qualle" 12.15 CSI: NY. „Tod im Schätze der Welt 13.00 ZiB13.15 Wiener 11.40 Belle France 12.25 ku 9.00 Vor Ort 9.10 Bon(n) Jour
Numb3rs. „Aus nächster Nähe" Schaufenster" 13.05 CSI: Miami. Tatort Matterhorn 14.10 Unter­ 360° - Geo Reportage 13.20 9.20 Augstein und Blome. Dis­
13.00 Cold Case. „Rollergirl“ „Das Todescamp" 14.00 Wer wegs 14.50 Meine Traumreise Arte Journal 14.05 Die Teufli­ kussion 9.30 Thema 12.00 Vor
14.00 Navy CIS. „Auf der Flucht" weiß es, wer weiß es nicht? in die Sextner Dolomiten schen. Psychothriller, F 1955 Ort 12.45 Thema 14.00 Vor Ort

14.55 The Me